Nr. 119. Samstag den 24. Mai 1890 Der tU|e*er Arr-tzer erscheint täglich, ■it Lu-nahme deS Montags. Die Gießener M«»rrie«stätter »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Unzeiger. Vierteljähriger AZsnnemenlspret», 2 Mark 20 Pfg. mh Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Äebaction, Expedition wnd Druckerei: Kchutstraße Ar.r. Fernsprecher 61. Amts- rmd Anzeigeblatt für den Nreis Gieren. Krati-Keikage: Hießmer Jamikienkkätter. Amtlicher TNeil. Gießen, am 19. Mai 1890. Betr.: Die Anwendung von Torf als Streumittel. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir erinnern Sie, soweit Sie noch im Rückstände sind, an Erledigung unserer Verfügung vom 28. April d. I. — Anzeiger Nr. 102 — mit Frist von 8 Tagen. v. Gagern. Gießen, am 20. Mai 1890. Betr.: Die regelmäßigen Feuervisitationen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreise-. Wir erinnern Sie, soweit Sie noch im Rückstände sind, an Erledigung unserer Versügung vom 5. Mai l. I». — Anzeiger Nr. 105 — mit Frist von 5 Tagen. v. Gagern. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großh. Beigeordneter Georg Schmandt II. von Hausen als Stellvertreter des Standesbeamten des Standesamtsbezirks Hausen ernannt und verpflichtet worden ist. Gießen, am 16. Mai 1890. Großherzogliches Amtsgericht. Fresenius. Bekanntmachung. Am 1. Juni wird die im Landbestellbezirke des Postamts Hungen belegens Posthülfstelle in Bill in gen in eine Post» ageolur umgewandelt. Die Verwaltung dieser Postagentur ist dem bisherigen Posthülsstelleninhaber, Gemeinde-Einnehmer Philipp Koch daselbst übertragen worden. Der Postverkehr der neuen Postagentur wird durch das Postpersonal in den aus der neuen Eisenbahnstrecke Hungen— Laubach (Hessen) verkehrenden Zügen Nr. 37, 39, 41, 36 und 40 vermittelt. Die Dienststunden für den Verkehr mit dem Publikum werden, wie folgt, festgesetzte a) an Wochentagen: von 9—12 Vorm. und „ 3—6 Nachm. b) an Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen: von 9—10 Vorm. und „ 5—6 Nachm. Die Bestellung der Postsendungen in Villingen (Heffen) wird wochentäglich dreimal um 915 Vorm., 310 Nachm. und 645 Nachm., an Sonntagen einmal um 9^ Vorm. stattfinden. Darmstadt, am 17. Mai 1890. Der Kaiserliche Ober-Postdirector. Clavel. Deutfches Reich. Darmstadt, 21. Mai. Wegen des Ablebens Ihrer Königlichen Hoheit der verwittweten Erbprinzessin von Thum und Taxis, geborenen Herzogin in Bayern, ist ans Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom Heutigen bis zum 28. lausenden Monats einschließlich verordnet worden. nn. Darmstadt, 22. Mai. Verhandlungen der zweiten Kammer der Land stände. Das Haus tritt heute in die Berathung der Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen betr. Erbauung eines Handels- und Sicherheitshafens und eines Floßhases zu Worms und der Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen betr. Unterstützung der Stadt Offenbach bei dem von ihr vorzunehmenden Mainuferbau. Beide Vorlagen stehen gleichzeitig zur Discussion. Der Ausschuß beantragt hierzu für die Stadt Worms den Betrag von 502,000 Mk. als Leistung des Staates zu dem von der Stadt Worms auszusührenden und von ihr zu unterhaltenden Uferausbau längs der Stadt unb unterhalb derselben, sowie zur unentgeltlichen Ueberlassukrg" des durch den Userausbau gewonnenen Stromgeländes ah die Stadt Worms unter Befreiung von Stempel und sonstigen Gebühren. Hinsichtlich des zu gewährenden 3procentigen Darlehens von 1,698,000 Mk. beantragt die Mehrheit des Ausschusses (Jöckel, Möllinger, Osann, Schade und Schröder) Ablehnung. Die Minderheit (Theobald und Wolfskehl) beantragt, dieses Darlehen zu genehmigen. Für die Stadt Offenbach beantragt der Gesammt- Ausschuß, den Betrag von 153,000 Mk. für Uferausbauten zu genehmigen. Hinsichtlich der Gewährung eines 3procentigen Darlehens von 1,347,000 Mk. für genannten Uferausbau beantragt die Ausschußmehrheit, die Zustimmung nicht zu ertheilen. Die Minderheit beantragt Genehmigung. Abg. Reinhardt beleuchtet in eingehender Weise die Verkehrsverhältnisse von Worms und das Emporblühen der dortigen Industrie, so daß er es als einen bedeutenden Fehler betrachten würde, wenn man im Haus nicht das Verständniß haben sollte, durch Gewährung des Darlehens einer strebsamen Industriestadt einen Dienst zu erweisen. Abg. Weber führt aus, daß in Offenbach die Verhältnisse in ähnlicher Weise liegen wie in Worms. Auch in Offenbach sei die Industrie im Emporblühen begriffen. Die Verkehrsverhältnisse gegenüber anderen Städten seien keine günstigen. Sehe man nach anderen Ländern, so werde für den Ausbau der Wasserstraßen weit mehr bewilligt, als in Hessen, trotzdem der Verkehr auf den schiffbaren Flüssen bedeutend zugenommen habe. hoffe und erwarte, daß die Kammer nicht einen Beschluß fasse, der im Lande nicht angenehm berühren würde. Abg. Haas fragt, wv die'Gegner der Vorlagen seien. Er hoffe nicht, daß die Parole gegeben sei, einfach stillschweigend gegen die Vorlagen zu stimmen. Er wünsche die Gegenansichten der Gegner zu hören. Er für sein Theil werde für die Vorlage stimmen, weil er es sirr die Aus-gabe des Staates halte, daß derselbe die Anlage selbst äusführen müsse. Die beiden Städte Worms und Offenbach entlasteten aber den Staat durch die beabsichtigten Bauten. Die Finanzen im Lande seien wohlgeordnete, so daß man getrost die Summen bewilligen könne. Andere Nachbarländer, z. B. Baden, habe viele Millionen für die Hafenbauten in Mannheim bewilligt und heute habe dieselbe Regierung wieder eine Million für den gleichen Zweck bewilligt. Er bittet das Haus, den Minoritätsantrag anzunehmen. Abg. Vogt erklärt, daß die Ansicht der Ausschußmehrheit die richtige sei und er werde dafür stimmen. Es sei eine traurige Thatsache, daß Alles nach den großen Städten hinströme, während das Hinterland nach wie vor den Kampf um's Dasein zu führen habe. Wollten die beiden Städte Hafenanlagen bauen, so möchten sie auch die Kosten tragen. Finanzminister Weber präcisirt den Standpunkt der Großh. Regierung dahin, daß es zunächst wirthschastliche Gründe gewesen seien, welche dieselbe Zur Vorlage veranlaßt haben. Die Regierung sei Erdings der Ansicht, daß es Pflicht des Staates sei, für gute Wasserstraßen Sorge zu tragen, gerade, wie er für gute Eisenbahnen und andere Ver- LHrswege sorgen müsse. Die Regierung sei ferner der Meinung, daß, wenn sich die Städte Worms und Offenbach früher bereit erklärt hätten, die Kosten der Hasenlanlagen zu tragen, so müsse man das dankbar anerkennen; es sei aber auch jetzt die Pflicht der Regierung, hier weiter zu helfen, zumal man im Hause für Nebenbahnen doch auch ' bedeutende Summen bewilligt habe. Ueberhaupt habe die Regierung die Absicht, noch mehr für Handel und Industrie in Hessen zu thun. Für die Bewilligung der Vorlage sprechen noch die Abg. Jöst, Wolfskehl u. A., gegen diese die Abg. Schröder, Jöckel, Kredel und Metz. Nach erfolgter Abstimmung wird die Vorlage Großh. Regierung, wie sie gestellt ist, mit 25 gegen 15 Stimmen angenommen. Bezüglich der Vorlage Großh. Regierung, betr. Verwendung von 59,000 Mk. für Beendigung der begonnenen Feuilleton. Zu spät. Scizze von Erich zu Schirseld. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Der Vorhang theilt sich vor dem kurzsichtigen Mick des Menschenkindes- aus der trostlos öden Finsterniß leuchtete das eine Wort, wie mit blutigen Thränen geschrieben, hervor, und dieses eine Wort heißt: „Zu spät!" Doch, was hilft es, daß ich Ihm dies alles sage! Des Herzens Stimme mahnt ihn, dem Rufe des Sterbenden zu folgen, und die Furcht vor einem Auftritt mit feiner Frau hält ihn zurück. So schwankt er zaghaft hin und her, ein guter Mensch vielleicht, aber kein Character. Endlich scheint das bessere Gefühl zu siegen. Er hebt den Kops und rasche Entschlossenheit spricht sich in seinen Zügen aus. „Wohlan," ruft er, „wir gehen." Seine Hand griff nach dem Hute, der auf dem Kleiderschrank lag. In diesem Augenblicke trat seine Frau ins Zimmer. Sie blickte entsetzt auf ihren Mann und fragte mit zornbebender Stimme: „Wohin, Wilhelm?" „Zum Vater," entgegnete er halb trotzig, halb verlegen. „So!" brauste sie auf, „hab ich mirs doch gedacht. Das Haus voller Gäste, alles in schönster Gemüthlichkeit und dann geht der Herr mir nichts dir nichts seiner Wege. Ein schönes Familienfest, ein schöner Ehemann! Die Freunde, die eigene Frau, alles wird zurückgesetzt, blos um den alten . . ." „Weib," unterbrach sie Wilhelm, und seine Stimme klang heiser, „Weib, mach ein Ende mit Deiner Giftzunge. Ich habe mich neulich ausnahmsweise an Dir vergriffen, — Du willst, daß das zur Regel werde!" Er stürzte auf sie los, sie aber griff zu einem probaten Mittel und siel mit einem grellen Aufschrei in Ohnmacht. Wilhelm stand da, als habe ihn der Blitz getroffen, die Gäste sprangen auf,. die harmonisch gestimmten Saiten waren mit mißtönigem Klang zersprungen — das Fest war gestört. — Eine häßliche, widerliche Familienseene, und ich hatte sie heraufbeschworen. Das Gefühl der Widerwärtigkeit trieb mich fort aus diesem Hause. Wilhelm sah mich rathlos an, ich zuckte die Achseln. Hier war nicht viel zu machen. Mit einer schnellen Bewegung warf Wilhelm feinen Hut wieder auf den Schrank und rief verzweiflungsvoll: „Mein Gott, mein Gott, gibt es denn keinen Ausweg? Das Weib bringt mich um den Verstand! Aber ehe ich mein Familienglück zerstöre, lieber — na, ich muß doch nun einmal mit ihr auskommen und das Leben ist so lang. Ei, der alte Mann wird auch noch nicht gleich sterben. Morgen werde ich ihn besuchen, ganz gewiß, ich schwöre es!" Ja, morgen, morgen! Wie Mancher ist durch dieses „Morgen" um seinen Seelenfrieden gekommen. Am folgenden Tage suchte ich den Patienten wieder auf und fand ihn still, schlafend — schlafend für immer. Die Stirn, hinter welcher so mancher originelle Gedanke entstand, war bleich und kalt, die einst so klugen und treuen Augen lagen tief verschlossen in ihren Höhlen und der Mund schwieg für alle Ewigkeit. — Zu Ende, alles zu Ende! Wie eine verwelkte Blume sinkt h^r Körper dahin, ein Raub der Vernichtung. Was ist das Leben? Was ist der Geist, der hoch- gepriefcnc Menschengeist, der noch gestern, noch heute war, der Großes dachte und Großes vollbrachte, wo bleibt der Geist? Der Lebende fragt es hinab in den dunklen Grund und hinaus in den leuchtenden Himmel mit den ewigen Sternen, er fragt, fragt, und Niemand gibt ihm Antwort auf feine bangen Fragen. Aber die Zeit, die ruhelos wandernde, nimmt ihn bei der Hand und führt ihn seinem Ziele entgegen, hinab in das Reich der Schatten, wo es keine Fragen und keine Zweifel mehr gibt. — Requiescat! — In dem großen Lehnstuhle sitzend, in welchem er seine letzten Tage verbrachte, war er sanft hinübergeschlummert, mutterseelenallein mit sich und seiner Sehnsucht nach dem Sohne, der nicht kommen wollte. Nun hatten sie ihn auf sein schmales Bett gelegt. Die Strahlen der Abendsonne fielen auf sein bleiches Gesicht und belebten es mit rosigem Schimmer. Nur seine Pflegerin und ich waren im Zimmer, die wenigen letzten Anordnungen zu treffen. Da klopfte es leise und herein trat Wilhelm. Ja, er kam wirklich, jedenfalls ohne Wissen seiner Frau. Beim Anblick des Todten blieb ihm der Gruß in der Kehle stecken. Scheu blickte er von Einem zum Andern und zaghaft trat er heran an das Todtenlager seines Vaters. Da stand er lange, wortlos, wie verstimmt. Sein Athem ging schwer und durch den ganzen Körper lief ein leises Zittern. Langsam sank er auf die Kniee und drückte seine Stirn auf des Todten kalte Hand. — Was mochte in diesem Augenblicke in ihm gehen! — Ach, es war ja sein Vater, der da so stumm und kalt vor ihm lag! Die Tage längst vergangener Zeiten zogen vor seinem Geiste vorüber und er erinnerte sich aller Güte und Liebe, die er von ihm empfangen hatte. Und er? — „Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich nicht gespeist, ich bin krank gewesen und ihr habt mich nicht besucht!" — Ach, es dröhnte ihm ins Gewissen, unaufhörlich, unaufhörlich, des Schmerzes scharfer Zahn grub sich ihm ins Herz und glühend brannten die Tropfen der bitteren Reue in feiner Seele. Zu spät! Zu spät! Vergehen auch Welten um Welten, rollen auch die Jahrtausende vorüber wie Perlen an einer endlosen Schnur, — deine Schuld, du armes Menschenherz, nimmt keins, keins mit hinweg!--Tiefe Stille herrschte im kleinen Gemach, selbst die alte Wanduhr Umwandlung von Weidenanpflanzungen in Wiesen, wird kein Widerspruch erhoben und der Betrag ohne Debatte genehmigt. Ebenso gelangt die Vorlage Großh. Regierung, betr. Genehmigung eines kilometrischen Zuschlages bei Ermittelung der Ausgaben für das Trajecneren der Eisenbahnwagen bei Worms, ohne Debatte zur Annahme- ebenso der Antrag der Abg. Schröder und Wolfs kehl wegen Vorlage eines neuen Gewerbesteuer-Gesetzes. Zum Schluß der heutigen Sitzung beantwortet Staatsminister Finger die Interpellation des Abg. Psannstiel, betr. die Ueberhandnahme von Schwarzwild in einem Theile von Oberhessen, dahin, daß die Großh. Regierung nicht ermangeln werde, weitere Maßregeln zu treffen, um der Vermehrung des Schwarzwildes in dortiger Gegend vorzubeugen. Morgen früh gelangt das Brandversicherungs-Gesetz zur Berathung. Zu Anfang der Sitzung erhält der Abg. Jöst einen Ordnungsruf wegen einer vor zwei Tagen gemachten Aeuße- rung gegen das Ministerium Finger. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 22. Mai. Der Kaiser überwies der hiesigen Evangelischen Missionsgesellschaft für Ostafrika 20,000 Mk. zum Bau eines Krankenhauses in Zanzibar. Berlin, 22. Mai. In der heutigen Sitzung des Bundesraths wurde der Beschluß des Reichstages, betr. die Vorlegung des Entwurfes einer Strasprozeßordnung, dem Vorsitzenden des Bundesraths überwiesen. Dem Entwürfe einer Verordnung zur Ergänzung der Verordnung vom 14. April 1888, betr. Abänderung und Ergänzung der Ausführungsbestimmungen zum Gesetze über die Kriegsleistungen, wurde zugestimmt. Spandau, 22. Mai. Die Artilleriewerkstätten erhöhten den Tage lohn um 15 bis 20 pCt. Breslau, 22. Mai. Der „Schlesischen Zeitung" zusolge genehmigte der Reichskanzler die Einfuhr lebender ungarischer Schweine aus Steinbruch auch in die Schlachthäuser zu Oppeln und Rybnik, sowie die lebender galizischer Schweine aus Bielitz in die Schlachthäuser zu Mys- lowitz, Ratibor, Beuthen, Gleiwitz, Oppeln und Rybnik. Schwerin, 22. Mai. Der Großherzog überwies dem Centralcomite für das Bismarckdenkmal in der Reichshauptstadt fünfhundert Mark. Hamburg, 22. Mai. Die Handelskammer lehnte entschieden das Ersuchen der strikenden Ewerführer, mit dem Vorstande über die Ursachen des Strikes zu verhandeln, ab. Die Ewerführer ersuchen die Gewerkschaften schleunigst um Geldunterstützung, da sie mittellos sind. Bern, 22. Mai. Das Landwirthschafts-Departement untersagte anläßlich eines Specialfalles die Einfuhr von Rindern, Jungvieh, Schweinen unter 25 Kg., sowie Ziegen aus Oesterreich-Ungarn. Anderes Vieh darf nur eingeführt werden, wenn es absolut unverdächtig ist. Montelimart, 22. Mai. E a r n o t traf Morgens 8 Uhr hier ein und wurde auf dem Bahnhofe von einer zahlreichen Menschenmenge empfangen. Bürgermeister Senator Loubet begrüßte den Präsidenten mit einer Ansprache, worin er die Anhänglichkeit der Bevölkerung an die gegenwärtige Regierungsform bestätigte. Der Präsident erwiderte, es sei seine Mission, die starke, aufrichtige und tolerante Republik, wie sie das Volk wünscht, zu vertheidigen. Avignon, 22. Mai. Präsident Carnot ist heute Vormittag 11 Uhr hier eingetroffen, er wurde mit lebhaften Kundgebungen empfangen. Lausanne, 22. Mai. Die internationale Commission für Prämiirung der Entwürfe für das Universitätsgebäude verlieh den zweiten und dritten Preis von 8000 resp. 5000 Francs (Ehrenpreise) den Architecten Andre (Lyon) und De- mierre (Paris). Von der Verleihung des ersten Preises wurde Abstand genommen. Der Betrag (12,000 Francs) wurde vier Entwürfen, der Architecten Legrand und Leroy (Paris), Kuder und Müller (Straßburg), Recordon (Lausanne) und Hagberg (Berlin) zuertheilt. schwieg und der Dämmerung Schatten kroch langsam daher. Draußen aber wogte das Leben. Ungeübte Kinderftimmen sangen des Rheinliedes Melodie und die Erwachsenen unterhielten sich über die Ereignisse des Tages. Sie wußten es nicht, daß hier einer der Ihrigen seinen Geist ausgehaucht hatte. Und wenn sie es gewußt hätten, — was galt ihnen dieses Menschenleben! — Wilhelm kniete noch immer. Ein krampshaftes Zucken verrieth den Sturm, der sein Inneres durchwühlte. Da berührte ich seine Schulter. Er hob die Hände in die Höhe und wie ein Schrei aus tiefster, qualerfüllter Brust entrang es sich seinen bebenden Lippen: „Und ich habe Dich doch so lieb gehabt!" Der Bann war gebrochen. Der starke Mann weinte und schluchzte wie ein Kind und seine glühenden Thränen netzten die starre Hand des todten Vaters. Wenn er es hätte fühlen können, er hätte dem reuigen Sohne gewiß verziehen. — Verziehen? — Ach, er hatte ihm ja nie gezürnt. — Mir aber traten unwillkürlich Freiligraths herrliche Worte vor die Seele: O lieb, so lang Du lieben kannst. O lieb, so lang Du lieben magst! Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Wo Du an Gräbern stehst und klagst!" * O, diese Fremdwörter! Ein Berliner Blatt bringt folgende Anzeige eines Pferdehändlers: „Mit einem großen Transport hocheleganter ostpreußischer Reit- ünd Wagenpferde, darunter ein sehr bedeutender Stiebelscheser, bin ich wieder eingetroffen und stehen dieselben in meiner Stalluna zum Verkauf." London, 22. Mai. Im Unterhause erklärte Hamilton das Gerücht für unbegründet, daß ein britisches Geschwader an den combinirten deutschen Flotten- und Heeres-Manövern in und an der Ostsee theilnehme. — In der Debatte über den Ausgabe-Etat lehnte Ferguffon die Diskussion über die Unterhandlungen mit Deutschland hinsichtlich Afrikas ab und stellte in Abrede, daß England in Opfer gewilligt habe. Man müsse andere Nationen anerkennen, welche ähnliche Bestrebungen wie England haben, man müsse dieselben achten und nur sehen, daß England seine wirklichen Interessen nicht vernachlässige, und dort, wo es Rechte habe, sie nicht aufgebe. Die Verhandlungen seien im freundlichen Geiste gegenseitiger Achtung und Vertrauens geführt worden, welches durch frühere Erfahrungen hervorgerufen und durch den merkwürdigen Erfolg der Operationen Englands und Deutschlands an der Ostküste Afrikas gekrönt wordeü sei. Kopenhagen, 22. Mai. Der König trat heute Nachmittag aus dem „Danebrog" seine Reise nach Wiesbaden über Lübeck an. Prinz Waldemar und die Prinzessin Marie geben ihm bis dahin das Geleit. Sofia, 22. Mai. Im Panitza-Prozeß wurden bis gestern Nacht eine Reihe von Zeugen vernommen, sodann die Verhandlungen des Himmelfahrtsfestes (10/22. Mai) wegen bis Samstag früh vertagt. Das Zeugenverhör soll dann fortgesetzt und mit den Plaidoyers begonnen werden. totales rrnd provinzielles. Gießen, 23. Mai. — Die diesmaligen Prüfungen der Cameralisten und Forstwirthe haben heute in dem Examen des stud. for. Heinrich Weber aus Londorf einen sehr befriedigenden Abschluß gefunden. Derselbe erhielt im Hauptfach und in zwei Nebenfächern die Note I, in einem Nebensache die Note II—I. Das Gesammtresultat der forstlichen Fachprüfung stellt sich hiernach auf die Note I, d. h. „sehr gut". Vivant sequentes! — Sitzung der Stadtverordneten am 22. Mai. Anwesend : Herr Bürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorff, Seitens der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Grüneberg, Habenicht, Heyligenstaedt, Hoch, Hom- berger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schmall, Schopbach, Simon, Pros. Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. Herr Pros. Dr. Heß hat der Stadt ein Exemplar seines Werkes „Der akademische For st garten bei Gießen" überwiesen, welches Herr Bürgermeister Gnauth mit der Mittheilung an die Mitglieder der Stadtverordneten-Ver- sammlung behuss Circulation gibt, daß er Herrn Prof. Heß Namens. Derselben den Dank hierfür abstatten werde. — Die beiden ersten Gegenstände der Tagesordnung, betr. Gesuche um Ertheilung der Wirthschafts-Concession, sollen dem Anträge der hierfür vorhandenen Deputation entsprechend befürwortet werden. Herr Georg Kraft hat die Schulze'sche Wirth- schaft nebst Metzgerei an der Wallthorstraße, Frau Kaspar Vogel Wwe. für ihren Schwiegersohn Chr. Seum die früher Rost'sche Wirtschaft an der Grünbergerstraße pachtweise übernommen. — Infolge ergangener Einladung des Vorstandes des Centralvereins für das Wohl der arbeitenden Klassen, dem im Großherzogthum Hessen die Städte Darmstadt, Mainz und Offenbach als Mitglieder angehören, wird der Beitritt der Stadt Gießen beschlossen. — Dem Gesuche des Herrn L. Feidel um Feststellung der Baufluchtlinie für die Straße nach der Superintendentur wird auf Grund des vom Stadtbauamte erstatteten Berichts stattgegeben. Herr Feidel beabsichtigt, die Nebengebäude des von Frau Wwe. Hill gekauften Hauses niederzulegen und neue an deren Stelle, womöglich unter Beibehaltung der seitherigen Baulinie, aufzuführen. Das Bauamt hat sich für Festsetzung einer neuen Fluchtlinie zu Gunsten der Straßenverbreiterung geäußert. - Herrn F. Fischer soll ein Streifen früher als städtischer Weg dienenden Geländes am Schiffenberger Weg zum Preise von 60 Pfg. pro Qu.-Meter käuflich überlassen werden. — In 8 2 der Bedingungen über den Anschluß an die städtische Wasserleitung ist der Preis pro lsd. Meter Anschlußrohr auf 3.60 Mk. festgesetzt. Dieser Preis wird in Anbetracht der gestiegenen Eisenpreise und Arbeitslöhne als zu niedrig bezeichnet und hat sonach die Deputation für das Gas- und Wasserwerk eine Erhöhung in der Art vorgeschlagen, daß Häuseranschlüsse amch einem Tarif, unter Berücksichtigung der Eigentümlichkeit des einzelnen Falles, d. h. der sich ergebenden größeren oder geringeren Schwierigkeiten beim Anschluß an die Hauptrohrleitung, aus Kosten der Hausbesitzer hergestellt werden sollen. Es wird dementsprechend beschlossen. — Infolge Antrag in der Sitzung vom 20. März hat die Baudeputation im Verein mit der Land- wirthschastlichen Commission sich mit Aufsuchen anderer Lagerplätze für den Straßenkehricht beschäftigt, da die beiden Lagerplätze (an der Grünbergerstraße und an der Rodheimerstraße) als die Einwohnerschaft belästigend bezeichnet wurden. Infolge dieses Antrages wurden auch, veranlaßt durch die Mehrkosten beim Weiterfortschaffen des Kehrichts, 3000 Mk. mehr in den Voranschlag eingestellt. Die Commission hat nunmehr beantragt, an Stelle des Kehrichtlagerplatzes an der Grünbergerstraße einen solchen im Steinbach'schen Steinbruche im alten Feld, an Stelle desjenigen neben dem Schlachthause einen solchen hinter dem Schlacht- Hause, auf dem früher Brömer'schen Grundstücke, zu errichten. Es wird demgemäß beschlossen. Die Kehrichtlagerstelleneben dem Schlachthause soll demnächst mit Auffüllgrund überdeckt werden, welchen Herr Johannes Häuser aus seiner Baustelle am Seltersweg zum Preise von A) Psg. pro Cbm. zu liefern bereit ist. Bei Anlage der Kehrichtablagestelle hinter dem Schlachthause soll ebenfalls Rücksicht aus deren Ueberdeckung mit Auffüllgrund und spätere Pflasterung genommen werden, da dieses Gelände für den künftigen Viehmarktplatz in Aussicht genommen ist. — Infolge des Brandes bei der Haas- schen Kalkbrennerei wurde die Frage angeregt, ob mit dem Großh. Kreisbauamte ein Uebereinkommen wegen Anlage eines Hydranten an der Wasserleitung für die Kliniken getroffen werden könne und dieser Frage infolge des Brandes auf der „Schönen Aussicht" näher getreten. Die Staatsbehörde hat die Anbringung eines Hydranten in Nähe der „Schönen Aussicht" unter naher präcisirten Bedingungen gestattet; die Stadtverordneten-Versammlung bewilligte die auf 115 Mk. veranschlagten Kosten. — Im Anschluß an die in voriger Sitzung beendigte Berathung der Satzungen und Dienstanweisungen in Betreff der Ausübung der Armenpflege in der Stadt Gießen wurde über die Fassung der hierzu nöthigen Vordruckbogen berathen und dieselben mit einigen kleinen Aenderungen angenommen. Herr Bürgermeister Gnauth theilt mir, daß eine Commission, bestehend aus den Herren Stadtverordneten Hoch, Pfarrer Schlosser und Polizeirath Fresenius beauftragt sei, Vorschläge über zu Bezirksvorstehern u. s. w. geeignete Personen zu machen, er ersucht die Herren Stadtverordneten, dieser Commission durch Vorschlag geeigneter Personen zur Seite zu stehen, damit später über die Besetzung der Aemter der Bezirksvorsteher und Armenpfleger berathen und beschlossen werden könne. Die neue Organisation werde wahrscheinlich am 1. October d. I. in Kraft treten. Das im Jahre 1888 berathene Localstatut, betr. die Quartier lei st ung für die bewaffnete Macht im Frieden, setzte u. A. fest, daß einquartierungspflichtig Jeder ist, dessen Steuercapital 50 Mk., entsprechend einem Einkommen von über 500 Mk., beträgt und daß aus je 50 Mk. Steuercapital ein Mann Einquartierung kommt. Großh. Kreisamt hatte hierauf empfohlen, diese Bestimmungen dahin zu ändern, daß die Einquartierungspflicht erst bei 100 Mk. Steuercapital mit einem Mann Einquartierung und Steigung um je einen Mann bei weiteren 100 Mk. Steuercapital beginnen und möglichst darauf gesehen werden solle, daß bei Vertheilung der Einquartierungslast Niemand räumlich oder gewerblich beschränkt werde. Ferner wird von Großh. Kreisamt als Regel die Uebernahme der Einquartierung auf Kosten der Stadt (in besonderen Quartierhäusern) und nur bei besonders großer Truppenzahl auf die Einwohnerschaft empfohlen. Nach Maßgabe der Steuercapitalien hat sich für die Stadt eine Belegungsfähigkeit von 22 803 Mann für einen Tag, die Hälfte für zwei Tage u. s. w. ergeben. Die Commission für das Einquartierungswesen hat sich im Allgemeinen gegen eine Aenderung des Localstatuts im Sinne des Kreisamts ausgesprochen und einen entsprechenden Antrag dahin sormulirt,daß die Deputation für das Emquartierungswesen nicht berechtigt, sondern beauftragt sein solle, bei kleiner Einquartierung (vielleicht bis zu 150 Mann) diese in Wirths- häusern oder bei Privaten auf Kosten der Stadt nach vorher festzusetzender als recht und billig anerkannter Vergütung unterzubringen. Drittens beantragt die Deputation, von der Festsetzung der Einquartierungspflicht bei je 50 Mk. Steuercapital für'je einen Mann und Tag nicht abzusehen, aber die Bestimmung in das Ortsstatut aufzunehmen, daß Quartierpflichtige unter 2000 Mk. Einkommen womöglich nur bei gleichzeitiger Einquartierung von mehr als 3000 Mann herangezogen werden sollen. Die Stadtverordneten-Versammlung erhob alle drei Theile des Deputationsantrages zum Beschluß. — Die Berathung über „Herstellung des Weges in den Wingerten", desgl. diejenige über „Kauf zwischen der Stadt und L. Petri II." wurden ausgesetzt. — Am Pfingstsonntag bleibt das Museum des Geschichts- Vereins geschlossen. Friedberg, 22. Mai. Für Samstag den 24. d. M. sind Seine Königliche Hoheit der Großherzog, sowie Ihre Großherzogl. Hoheiten die Prinzessinnen Victoria, Prinzessin Ludwig von Battenberg und Alix nebst Gefolge zu Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich nach Homburg eingeladen. — Heute fahren die Allerhöchsten Herrschaften mit Gefolge nach Cransberg zum Luncheon bei Herrn und Frau v. Biegeleben. Vermisstes. * Frankfurt, 22. Mai. Heute früh wurde bei einem Loose- händler in der Fahrgasse eine größere Partie Lotterie- Loose der braunschweigischen und sächsischen Lotterie, welche hier vertrieben werden sollten, polizeilich beschlagnahmt. *+ Aus dem Sauerlaude, 22. Mai. lieber ein fürchterliches Brandunglück, welches das an der waldeckisch- westsälischen Grenze gelegene Dorf Oberschleedorn (Amtsgerichtsbezirk Medebach) am 19. d. M. betroffen hat, kann ich Ihnen heute folgendes Nähere mittheilen: Das Feuer entstand gegen Mittag in einem in der Mitte des Dorfes gelegenen Hause und verbreitete sich in Folge zu jener Zeit dort herrschenden heftigen Windes mit einer furchtbaren Schnelligkeit nach zwei Seiten hin, um so leichter und heftiger, als noch eine Reihe der alten Häuser mit Strohdachung leider versehen waren, denn das Dorf Oberschleedorn liegt, wie auch schon der Name andeuten will, in keiner sehr ergiebigen und fruchtbaren Gegend und die Bewohner des Dorfes gehören zum überwiegenden Theile den ärmsten Be- völkerungsklaffeu an. Zum Unglück befand sich auch ein Theil der Dorfbewohner im Felde, die andern waren vor Angst und Schrecken völlig bestürzt, und so standen schon eine Anzahl Gebäude in Flammen, als man ernstlich an's Rettungswerk denken konnte. Erst als die ganze Mitte des Dorfes in Schutt und Asche lag, gelang es den verzweifelten Anstrengungen von Nah und Fern herbeigeeilter Feuerwehren, das entfesselte Element einzudämmen und die Gebäulichkeiten an den Enden des Dorfes vor der Vernichtung zu schützen. Einige dreißig Häuser, sowie die Kirche des Dorfes sind total eingeäschert, die Glocken zerschmolzen, alles Altargeräthe, Mobiliar rc. verbrannt. Auch die Schule war stark gefährdet, doch gelang es der Feuerwehr, das noch neue Katholische Gemeinde. Gießen, 21. Mai 1890. Schlosser. Sonnta äh veranschlagt zu: 6659,61 v4t#. Gnauth. 4533 i eä Geichichts- n die bezüglichen für spätestens a. 3706. 40. b. [121 243. 60. c. desgleichen des rechts 1314. 50. d. Ausländische (dir. importirt). Span. €ötes pr. Fl. Jl. 1.— 3160. 50. (extraf.) Capwein 1280. Deutsche er 4562 Heidelbeeren-Wein 90 Grünbergerftraße 13 3906] H tt 410,07 1754,09 4386,33 818,56 301,04 3098,80 2309,45 Laubenheimer Dürkheimer Zimmerarbeit . Dachdeckerarbeit Spenglerarbeit . Schlofferarbeit . Weißvinderarbeit Die Angebote Arbeiten sind bis Erdarbeiten bei der Cor- rection des Bachs, veranschlagt zu ... . Befestigung des linksseitigen Bachufers mit einer Rasenschlag, veranschlagt zu ... . Maurerarbeit . . . Steinhauerarbeit aus Lungsteinen . . . Desgl. aus Sandsteinen Hochheimer Ingelheimer Roth- wein Elsässer Kothwein Wachenheimer Sect Oppmann Sect Arbeitsversteigerung. Die mit dem Neubau der Brücke über die Ohm bei Ober- Der Kreistechniker: Braun. Beerenweine eig. Bereitung. Johannisbeeren-Wein pr.Fl. 70 Submission. Für den An- und Umbau am Verwaltungsgebäude des Gas- und Wasserwerks sollen zunächst nachstehende Arbeiten mittelst Submission vergeben werden: Bordeaux Medoc ] „ St. Julien Rüster Ausbruch Menescher Ausbruch Tokayer Ausbruch verkehr, Land- «nd volkrwirthschaft. — Der mit dem 1. Juni im Bezirk der Königl. Eisenbahn- birection Köln rechtsrhein. in Kraft tretende Gommerfahrplan der Bahnlinien des rheinischen Bezirkes bringt verschiedene Neuerungen, von welchen für die hiesige Gegend insbesondere die folgenden Beachtung verdienen: Durch Früherlegung des bisher um 3 Uhr 5 Min. Nachm. von Deutz nach Gießen fahrenden Personenzuges erhält derselbe in Gießen Anschluß an den 7 Uhr 35 Min. Abends von da nach Fulda fahrenden Personenzug. Durch Verschiebung bestehender Züge wird eine neue Nachmittagsverbindung von Gießen über Siegburg nach Derschlag (Gießen ab 12 Uhr 10 Min. Nachm., Derschlag an 6 Uhr 54 Min. Abends) und eine Späterverbtndung von Derschlag nach Nieder- lahnftein (Derschlag ab 7 Uhr 20 Min. Abends, Niederlahnstein an 12 Uhr 44 Min. Nachts) hergestellt. Beichte; um bz* vvi »vumiumu«, uu> -,iv wtfc Militärgottesdienst mit Predigt; um 3/*10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um */r3 Uhr Festandacht und darauf Gelegenheit zur hl- Beichte. Montag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um W Uhr Austheilung der hl. Communion; um V,8 Uhr Militärgottesdienst mit Predigt; um ®/410 Uhr Hochamt. Nachmittags um V23 Uhr Festandacht. 4062] Eine gut erhaltene Ladenei«- richtung wegen Wegzugs sofort zu ver- kaufen. Zu .erfragen in der Exp. d. Bl. Verdingung. Für die Pflasterung der Ladestraße aus Bahnhof Marburg und der Zu- fuhrstraße auf Bahnhof Treysa soll die Lieferung von rund 1000 cbm Pflastersteinen im Ganzen oder in einzelnen Loosen verdungen werden. Hierzu ist Termin auf Sonnabend den 7. Juni, Vormittags 11 Vs Uhr, im Geschäftszimmer des Unterzeichneten festgesetzt. Die Bedingungen sind gegen freie Einsendung von 0,5 JC. von hier zu beziehen. Versiegelte und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis rum genannten Tag portofrei einzu- Gebäude zu retten. Die Brandstätte bietet einen geradezu schauerlichen, trostlosen Anblick, denn sie birgt Hab und Gut mehrerer Dutzend Familien, und Mann und Weib, Greis und Kind stehen weinend und händeringend am Grabe ihrer Habe! Die Aermsten haben bei dem raschen Umsichgreifen des Feuers Alles verloren, sie stehen am Bettelstäbe, denn die so wie so armen Dorfbewohner haben fast sämmtlich nicht versichert. Auch 8 große Scheunen sind mit allen Maschinen, Geräthen inib landwirthschastlichen Vorräthen eingeäschert, ebenso eine große Anzahl Nebengebäude und Stallungen. Ferner ist viel Vieh in den Flammen umgekommen. Das Feuer entstand in einem ganz neuerbauten Hause, welches nicht versichert war, und sind dem Eigenthümer noch 600 Mk. baares Geld mitverbrannt. Kinder, welche mit Schwefelhölzchen spielten, haben das Feuer angesteckt. Ein Feuerwehrmann, welcher mit großer Lebensgefahr mehrere Kinder retten wollte, kam zu Falle und erlitt schwere Brandwunden, sodaß er in's Krankenhaus nach Medebach gebracht wurde. Täglich geöffnet von 6 Uhr Morgen- bi- 1 Uh« Abend- Sonntag- bi- Mittag 12 Uhr. Die Zellen find durch Dampf geheizt. 24. d. M. rzog, Victoria, nebst Gefolge ich Homburg Herrschaften n'bei Herrn Außer verschiedenen Salzen und Mutterlaugen sind sämmtliche Bade- Extracte, als: Fichtennadel-, Malz-, Lsh- und Weizenkleie-Extracte zu haben. ffiSBT Abonnements werden jederzeit entgegengenommen. fettigen Bachusers mit einer Steinpackung und Herstellung eines Steinwurfs, veranschlagt zu Erdarbeiten bei der Correction der Straße PorfljglichenAkpsclwein empfiehlt billigst im Ausschank wie im Faß Georg Schäfer, 1betr. "e Macht ""gWchtig chkud einem daß auf je R komm. Stimmungen ht erst bei Wrtierung i 100 Mk. hm werden st Niemand er wird von er Einquar- :tmhächrn) uf die Ein- uercapitalien von 22803 . w. ergeben, hat sich im ts im Sinne nden Antrag ierungswesen i kleiner Ein- in Wirths- nach vorher Vergütung ion, von der Mk. Steuer- hen, aber die Ü Quartil ch nur bei 000 Mann Merfamm- atragrs zum z des Weges zwifchen der noch^eindringlicher thnn und wird namentlich die Besitzenden antreiben müssen, sich mehr in die Lage der Nichtbesitzenden zu versetzen. Aber als die Gemeinde dessen, dessen Reich nicht von dieser Welt ist, wird sie auch heute auf den stillen Geduldsweg gewiesen sein, das Evangelium von Christus — vielleicht auf neuen Wegen — an die Herzen heranzubringen, und durch seine Lebenskräfte in Gott geheiligte und für selbstloses edles Wirken begeisterte Persönlichkeiten, feste, selbstständige sittliche Charactere zu erziehen. Sie hegt die Ueberzeugung, daß, wenn sich in allen Ständen und Berufskreisen unseres Volkes solche Persönlichkeiten finden und Einfluß gewinnen, dann auch ein Ausgleich der widerstreitenden wirthschaft- lichen Interessen erreicht werden könne, daß aber ohne diese Voraussetzung jede wirthschaflliche Reform ihr Ziel verfehle. Die Mitarbeit der evangelischen Kirche an dieser Reform kann demnach „nicht in der Aufstellung eines eigenen socialen Reformplanes" bestehen. „Das ist schließlich, so heißt es in obigem Vortrag, vor Allem, was die evangelische Kirche zur Socialreform wird beisteuern können, das Beste; was sie aber nicht geben kann, sondern was Gott geben muß und sie nur begeistern kann: begeisterte Persönlichkeiten." Eine solche aus christlicher Erziehung und dem Glauben an das Evangelium erwachsene, begeisterte Persönlichkeit ist unser junger Kaiser. Darum hat er auch das Reformwerk so frisch und energisch angegriffen. Unsere evangelische Kirche möchte ihm gerne recht viele Gesinnungsgenossen an die Seite stellen. Sie hat dazu kein anderes Mittel, als daß sie sich an Ueberzeugung und Gewissen wendet. Der treffliche Vortrag von Superintendent Sell kann dazu gute Dienste leisten und wird daher Allen, die ein Herz für ihre Kirche und für unser Volk haben, warm empfohlen. Eingesandt. — Die Mitarbeit der evangelischen Kirche an der socialen Reform. Vortrag von vr. Karl Sell, Oberconststortal- rath, Superintendent in der Provinz Starkenburg. Darmstadt, bei Johs. Waitz. Die Mitarbeit der evangelischen Kirche an der socialen Reform wird gegenwärtig in weiteren Kreisen lebhaft besprochen, nachdem unser Kaiser auf sie als die nothwendige Ergänzung der staatlichen Reformarbeit hingewiesen hat. Auf der einen Seite wird diese Mitarbeit entschieden abgelehnt, weil die Kirche dazu angeblich unfähig fei, — so von der Socialdemokratie, so z. B. von der „Frankfurter Zeitung", die in einem Leitartikel vom 27. April d. I. sich nicht entblödet, „die allgemeine Armuth" und den „universellen Bettel" als „das wtrthschaftliche Ideal der ursprünglichen Jesuslehre" darzustellen, und Jesus selbst in unserer arbeitsamen Zeit als einen, der „nicht arbeitete", zu benunciren. Auf der anderen Seite wird diese Mitarbeit in sehr unverständiger Weise begehrt und der Kirche ihr geradezu Unmögliches angesonnen, das sie ihrerseits nicht entschieden genug ablehnen kann. Die evangelische Kirche kann und will über wirthschaflliche Fragen als solche nicht entscheiden. Sie kann und darf sich nicht dazu hergeben, unsere heutige Gesellschaftsordnung heilig zu sprechen und sich zum Sturmbock gegen die auf ihre Umgestaltung gerichteten Bestrebungen der Socialdemokratie gebrauten zu lassen; sie darf sich nicht darauf einlassen, in dem Streit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern für die eine ober bie anbere Seite Partei zu ergreifen. Die Kirche hat von jeher für bie Entlastung der „Mühseligen und Beladenen" gewirkt, und sie erleichtert durch ihre Veranstaltungen in der Armenpflege und der sogen. „Inneren Mission" alljährlich die Taschen der Vermögenden um viele Millionen ZU Gunsten der Armen und Nothleidenden. Sie hat jederzeit die Grundsätze der Gerechtigkeit und Billigkeit, der Liebe und der gegenseitigen Ehrerbietung, der Ehre und Herrlichkeit treuer Berufsarbeit gepredigt und sie in die Herzen ihrer Glieder, der Reichen und der Armen, zu pflanzen versucht. Sie wird es in dieser unserer Zeit sollen Freitag den 30. Mai L I., BornrittagS 9 Uhr, in der Richber'schen Wirthschast zu Ober - Ofleiden auf dem Wege mündlichen Abstreichs vergeben werden. Alsfeld, 14. Mai 1890. Freitsg den 30. ds. Ms, um 11 Uhr, wird dahier für die Gemeinde Wißmar vergeben: Wandverputz zu 76 JL, Maurerarbeit zu 55,50 jl, Schlosserarbeit zu 114,50 v4L Krofdorf, den 22. Mai 1890. 4578 Das Bürgermeisteramt. Temperatur der Lahn und der Lust am 23. Mai, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14, Luft 17 Gr. Rübs am en. Marburg, am 20. Mai 1890. Königliche Eisenbahn-Bau-Jnspection. Schwamborn. (4572 Gottesdienst in der Synagoge. > 24. Mai. Freitag Abend 715 Uhr, Samstag Morgen 800 Uhr, Samstag Mittag 4oo Uhr, Samstag Abend 8« Uhr. Pfingsten, 25. und 26. Mai. Sonntag Morgen 800 Uhr, Sonntag Mittag 4°° Uhr, Sonntag Abend 830 Uhr, Montag Morgen 8C0 Uhr, Montag Mittag 4vo Uhr, Montag Abend 8<° Uhr. 1.20 1.— 1.75 3.- Der Postdampfer „Friesland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 21. Mai wohlbehalten in Newyork angekommen. bei Andreas Euler. Friedrich Leo, Seltersweg 71 empfiehlt unter Garantie der Reinheit nachstehende Weine SamStag den 31. 1. MtS., Vormittags 10 Uhr, bei dem Stadtbauamte, Gartenstraße Nr. 2, einzureichen, woselbst vorher in den üblichen Amtsstunden die einschlägigen Zeichnungen, Voranschläge und UebernahmS-Bedingungen offen liegen. Gießen, 23. Mai 1890. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen Gnauth. 4577 Schrffsnachrichten. Bremen, 20. Mai. sPer ^transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Ems, Capt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 10. Mai von Bremen und am 11. Mai von Southampton abgegangen war, ist heute 5 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Hochfeine Wein-Essige, vorzügliche Speise- und Einmach Essige, per Liter 15, 18 und 24 Pf. Feinsten deutschen Uebernahm bei^Auflösung der Firma SchmidtLRepp eine größere Parthie Strohhüte und verkaufe solche, um zu räumen, zu jedem annehmbaren Preise. 4230 H Repp, Lindenplah 5. Geometer-Meßlatten vorräthig bei 2043 Schreiner Le«), Frankfurterstr. 123 1.20 1.30 1.30 1.40 1.50 1.40 1.50 1 50 2 — 2 — 2.— 2 — 2.50 2.- 2 50 2.50 2.50 1.40 1.40 2 — 1.10 -futzkovenanflrich, sowie alle übrigen Farben, Lacke und Firnisse empfiehlt August Moll II., 2201 Bähnhofstrgße 53. Portug. Gebirgwein Priorate (herb) „ (müd) „ (süss) „ (süss, alt) Tarragona (süsser) Valdepennas Malaga Xeres Pajarete Portwein (weisser) Sherry Malaga (alter) Madeira „ (alter) Alicante Muscateller Sanios Rarletta (alt) Marsala Burgunder Arbeitsversteigerung. Mittwoch den 28. I. MtS., Vormittags 9 Uhr, sollen im alten Rathhause versteigert werden: veranschlagt zu Schreinerarbeit . . . . 25.40 Weißbinderarbeiten . . . 664.44 Fuhrleistungen.....714. 25 Pflasterarbeit.....31.35 Gießen, 21. Mai 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen inclusive Beschaffung des Grundes, veranschlagtzu e. Chaussir^beiten, veranschlagt zu ... . Möbelfabrik u. -Lager empfiehlt sein reichhaltiges Lager in completen Betten, Möbeln, polirt und lackirt aller Art, Blumentischen und Rohrsesseln, sowie Spiegel, Teppiche, Läufer und Gardinen zu aussergewöhnlichen Preisen! durch Ersparniss der Ladenmiethe! [2987 Eigene Polstererwerkstätte! Eigene Schreinerwerkstätte! ärztlich empfohlen — Liter - Flasche Mk. 2 —. — IÄ, » „ 1-40 » », 1.40 Ofleiden zusammenhängenden Bach- und Straßeneorree- tion-arbeiten, als: ’b« d-« , ^laqe Landes > der er’n9ungen an bie llnb Aruren- der 'klben v Bürger- ' bestehend x Glosser Äer zu er Mlwn bmch '^en, damit rksvorsteher cbe” könne. Dctober 5/ Asterweg 47. — Ederstr. 8. Pfingstfest. Samstag: Morgens um 6 Uhr Taufwasserweihe; um V-7 und um 7 Uhr hl. Messen; Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vr8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. tag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. VeT Uhr Austheilung der hl- Communion; um V,8 Uhr | MWNmchem M L B-Mdtchüle fixt W d ^künstliche Blumen, \?4»- | BtfierV Staubfäden, K « Schlauch-Knospen, W i Draht'auspeschlagene kW bd Papier6 ® '->:L Die reichhaltigste aller Moden-Zeitungen 4563 Entrve 40 Pfg Anfang 8 Uhr 3 Pfingstfeiertag 50r 2096 Neuenweg 7. eingeladen, in eine bei Herrn Che. Lony (Lonys Bierkeller) aufliegende Liste, worin alles Nähere zu ersehen ist, sich einzuzeichnen. [4574 beten. und 4328 Großh Badedirection. 4573 | Silberne Medaille. Cöln 1889 Verkaufsstelle Giessen: Hell. Wallach, Markt 8. 101 30 4559 Bock-Bier Xenbenj: fest sowie bei meinen übrigen werthen Abnehmern zum Fr. Textor, Hardt H4.30 Herren, welche im Jahre 1840 geboren sind, also in diesem Jahre das 50. Lebensjahr erreichen oder schon erreicht haben und an einer hierauf bezüglichen einfachen Feier theilnehmen wollen, sind freundlichst 106 65 Oesterr. Silberrente 10145 Ruff. Orient M. 220 70 15820 150.50 165.90 26100 10125 193.62 10810 8970 95,70 77 60 72 60 Ausschank 4571 372.40 199 00 169 30 139.50 38 20 166 00 140.50 72.70 4576] Regenschirm mit gebogenem BambuSknotengriss stehen geblieben. Bitte um gest. Rückgabe. Geißler, Gerichtsvollzieher. Gießen, den 20. Mai 1890. Der erste Director: Gebh ardt- ,—15 pCt. BuderuS-Obligationen - frankfurter Bank-Diskont 4 pCt. Buschtherader Elbethal-Bahn-Act- Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordyft „ West Gelsenkirchener Ver. Kön.- und Laurahütte-Act. Oesterr. Alpine-Montan ist die Jllnstrirte Aranen-Zeitung. Dieselbe bringt in jährlich 24 Doppelheften 24 Moden- und Unterhaltungs- Nummern mit Beiblättern, in reizvollen farbigen Umschlagen. Die Moden-Num- mern sind der „Modenwelt" gleich, welche mit ihrem Inhalte von jährlich über 2000 Abbildungen sammt Text weitaus mehr bietet, als irgend ein anderes Modenblatt. Jährlich 14 Beilagen geben an Schnittmustern zur Selbstanfertigung der Garderobe für Damen und Kinder wie der Leibwäsche überhauupt genügend für den ausgedehntesten Bedarf. — Der Unterhaltungstheil bringt außer Novellen, einem vielseitigene Feuilleton und Briefen über das gesellschaflliche Leben in den Großstädten und Bädern regelmäßige Mittheilungen aus der Frauenwelt, Kunstgewerbliches, Fürs Haus, Gärtnerei und Briefmappe, sodann viele künstlerisch ausge- DiSconto-Comm. Darmstädter Bank-Act- Dresdener Bank-Act. Berliner Handelsges. Oesterr. Credit-Act. Wiener BankoereinS-Act. Oesterr. Staatsbahn Lombard. Eisenbahn führte Illustrationen und an Moden und Handarbeiten endlich noch Folgendes: jährlich über 75 Artikel mit über 300 Abbildungen, 12 große farbige Modenbilder, 8 farbige Mufter- blatter für künstlerische Handarbeiten und 8 Extra-Blätter mit vielen Illustrationen, so daß die Zahl der letzteren an 3000 jährlich hinanreicht. Kein anderes.illustrtrtes Blatt überhaupt, innerhalb oder außerhalb Deutschlands, kann nur entfernt diese Zahl aufweisen: dabet beträgt der vierteljährliche Abonnements- Preis nur 2 Mk. 50 Pf. Einzelne Hefte kosten 50 Pf. oder 30 Kr. — Die „Große Ausgabe mit allen Kupfern" bringt außerdem jährlich noch 36 große farbige Modenbilder, also jährlich 64 besondere Beigaben, und kostet vierteljährlich 4 Mk. 25 Pf. (in Oesterreich-Ungarn nach Cours). Abonnements werden jederzeit angenommen bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. — Probe-Nummern gratis und franco durch die Expedition Berlin W., Potsdamer Straße 38, Wim I., Operngasse 3. Oesterr. Lreditactien Oesterr. StaatSbahn-Aettcn Dortmunder Union-Actten Darmstädter Bankactien 1890 220.25 195.10 10010 165 40 Gesellschastsverein Gießen. Bei der heutigen Ziehung sind folgende Schuldscheine und zwar 1) von dem Anlehen vom 1. Januar 1836 die Nr. 25, 223, 107, 43, 310 über je 100 fl., 2) von dem Anlehen vom 1. October 1854 Lit. A Nr. 26 bis 30 incl über je 100 fl., 3) von dem Anlehen vom 1. Juli 1882 Lit. B Nr. 11 bis 15 incl, über je 200 «X zur Rückzahlung bei unserer Gesellschaftskaffe oder dem Bankhaus A. Heichelheim dahier auf den t. Juli l. I. ausgeloost worden und hört von diesem Tage an die Verzinsung auf. Damen- u. Kinderschürzen sowie oinderkleidchen empfehlen in großer Auswahl zu äußerst billigen Preisen <5tfd)tt>. Heer;, Wandelbahn auf dem Gradirbau. Prachtvoller Park, anmuthige Waldungen sich anschließend. Kräftigende Gebirgslust, Ausflüge in den nahen Vogelsberg. Logis-Bestellungen an Karhauspachter Nicharz dahier zu richten. ersuchen Sie gefl. 455 Schusters Caffee Höchste Auszeichnung | Goldene Medaille. 4 pCt. Gießener Obligationen ReichSbank-DiScont 4 pEt. kommt von heute an und über die Feiertage auf meiner Terraffe, Wir übertrugen mit dem heutigen Tage den Alleinverkauf unserer garantirt reinen TJort t Sherry- imö Alasteira-Meme für Gießen: Herrn Carl Schwaali, 23 Seltersweg. Imperial Wine Company, Londnn E. C. Soolbad Salzhaufen. Station Nidda der Gießen-Gelnhausener Bahn. Höchst wirksame, bromhaltige Kochsalzquellen, reichhaltige Schwesel- Stahlquelle. Die Bäder im Curhause selbst. Keine Curtaxe. Bedeckte 97 60 Harpever 89 90 Ostpreußen 158.40 Bochumer Gußstahlactien Tendenz: fest. 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Schlußcouri- 1 llhr 15 Min. 2.- „ „ „ „ 10.- „ 3 — und -al 4— pro Fl. Geselligkeitsverein Gleiberg. Ordentliche General - Versammlung Mittwoch den 28. Mai 1890, Nachmittags S Uhr im Rittersaale der Burg Gleiberg. Tagesordnung: 1) Feststellung des Etats pro 1890/91. 2) Dechargierung der 1889er Rechnung. 3) Geschäftsbericht pro 1889. Gießen, 16 Mai 1890. Der Vorsitzende: 4407 Curtman. Die Rübfameir fche und Sdjmimmanjlfllt ist in allen ihren Abtheilungen eröffnet. Nähere Bedingungen sind in der Anstatt zu erfahren, wo auch die Abonnements-Liste zur gefälligen Einzeichnung offen liegt Der Betrieb der Anstalt erleidet durch den Tod meines Mannes keinerlei Veränderung, und bitte ich, wie bisher das freundliche Wohlwollen meiner Anstatt bewahren zu wollen. '1 L. , GROSSES MILITÄR - CONCERT ausgeführt von der ganzen Capelle des 2. Großh. Hess. Jnf.-RegtS. Nr. 116 unter Leitung des Großh. Musikoirectors Herrn C. Krauße. Unter den andern kommt zur erstmaligen Aufführung: Fanfare der Feldtrompeter und Heerpauker aus dem Mittelalter (1292). Fanfare der Reiterei aus dem 16. Jahrhundert. 4575 Anfang S Uhr. Entree 30 Pf. ■ Bier im GlaS an fämmtlicheu Feiertagen. ■ Vermischte Anzeigen. Die glückliche Geburt einer gesunden Tochter zeigen hocherfreut an (4569 Giessen, 23. Mai 1890. Staatsanwalt Theobald und Frau Auguste, geb. Buchner. Gesucht von einer ruhigen Familie auf den 1. September oder 1. October eine Wohnung von drei geräumigen Zimmern, Küche mit Wasserleitung und allem sonstigen Zubehör. Offerten mit Preisangabe unter A. 1890 an die Exped. d Bl. 4558 4570] Für einen kräftigen Jungen, der das Schreinerhandwerk erlernen will, wird ein tüchtiger Meister gesucht Näheres bei Dekan Wahl in Wieseck. 4510] Gesucht für Ende dieses Monats zu einzelner Dame in seineren Haushalt ein tüchtiges braves Mädchen mit guten Zeugniffen. Näheres in der Exv. d. Bl. MWk" Bezugnehmend aus obige Annonce empfehle ich: Sherry von J^2.— an bis zu ht$tettes. * Butzbach, 22. Mai. Herr Bürgermeister Küchel, "der in der Morgenstunde des verflossenen Sonntags so früh und unerwartet aus seinem Erdenleben schied, wurde am 20. Mai Nachmittags bestattet. Die Spitzen der Kreisbehörden, das hiesige Offiziercorps, der Gemeinderath, das Lehrercollegium, Kirchen- und Schulvorstände, Collegen des Verblichenen aus der Umgegend und viele Freunde und Bekannte des Verstorbenen folgten dem reichbegränzten Leichenwagen. — Nach der Trauerrede legten Namens des Gemeinderaths und der Gemeinde Herr Beigeordneter Joutz, im Namen des Kirchen- und Schulvorstandes Herr Pfarrer Schrimpf und Namens der Lehrer hiesiger Schulen Herr Oberlehrer Leithäuser Kränze aus das Grab Desjenigen nieder, welcher 10 Jahre lang der Stadtgemeinde Butzbach vorgestanden und sich die Achtung und Liebe aller Kreise der Bewohnerschaft erworben hatte. — Bemerkt sei noch, daß unter den vielen Kränzen, welche dem Vorstorbenen gewidmet wurden, sich auch ein prachtvolles Gewinde der hiesigen israelitischen Gemeinde befand. — Auch die hiesige Freiwillige Feuerwehr beteiligte sich in corpore an dem stattlichen Leichenbegängnisse des leider so früh Dahingeschiedenen. (W. B.) «r Aus Oberhefsen, 22. Mai. Nicht bloß die Land- wirthe, sondern auch viele Stadtbewohner interessiren sich lebhaft für den jeweiligen St and der landwirthschaft- lichen Culturgewächse. Einsender dieses hat in letzter Zeit einen großen Theil der Provinz Oberhessen bereist, hat jahrelang praktisch Landwirthschast getrieben und will es nun einmal versuchen, den freundl. Lesern ein kleines Bild von dem gegenwärtigen Stande der Gewächse, eventuell von den Aussichten für das laufende Jahr, vorzuführen. Obgleich der Winter nicht sehr eis- und schneereich war, ruhte sich der Boden doch gründlich aus und er wurde gar. Die Bestellung der Frühjahrsaaten war von trefflichem Wetter begünstigt: Getreide,. Kartoffeln, Sämereien, Rüben gingen prächtig auf und entwickelten sich zusehends. Warme Gewitterregen, eine weiche, mollige Lust förderten das Wachs- thum aller Culturpflanzen so ungewöhnlich, daß die meisten fast zu mastig werden. Kälterückschläge erfolgten nicht, die Eisheiligen zogen ohne Schaden vorüber. Schon ist der Roggen am Blühen, ein seltener Fall um diese Zeit- es wäre sehr schade, wenn er sich vorher lagern würde, denn alsdann ist die Kernbildung unmöglich. Weizen, Gerste und Hafer sprießen in seltener Schönheit und Ueppigkeit empor und versprechen bedeutende Erträge. Die Futterpflanzen, besonders Luzerne und deutscher Klee, sind binnen acht Tagen buchstäblich halbmannshoch geworden. Die Grünfütterung hat begonnen. Der Trieb auf den Kleeäckern aber ist so energisch, daß schon nach einigen Tagen, wenn der erste Schnitt kaum weg ist, der zweite Klee zusehends nachsprießt. Die Wiesen sehen prächtig aus und lassen sich noch höhere Erträge erwarten als im vorigen Jahre. Ebenso günstig sieht es bei den Kartoffeln und allen Gemüsepflanzen aus. Es wächst halt alles, was man sät oder pflanzt. Salat, Spinat, Radieschen, Spargel, Zwiebeln wachsen um die Wette und zeichnen sich durch Zartheit und Wohlgeschmack aus. Daß dadurch die alten Kartoffeln weniger gesucht werden und fortwährend im Preise sinken, ist sehr begreiflich. In der Wetterau besitzen die großen Bauern noch Hunderte von Maltern Kartoffeln bester Qualität, aber Niemand fragt darnach. Weniger günstig scheint die Obsternte auszufallen. Zwar die Birnen kamen in der Blüthe gut durch- aber die Aepsel haben, nach den an vielen Orten vorgenommenen Untersuchungen, häufig Jnsecten in den Fruchtansätzen, wodurch großer Schaden zu befürchten ist. Ueberblickt man nun das Ganze, dann muß man sagen, daß die Aussichten für unsere Provinz ganz außerordentlich günstig sind und darüber mag sich der Landwirth wie der Stadtbewohner freuen. Der Umschauer aber wünscht Allen ein frohes Pfingstfest dazu! § Windhausen, 22. Mai. Nach der ganz ungewöhnlich schwülen Temperatur des vorgestrigen Tages brachte uns der gestrige Morgen zwei schwere Gewitter mit sehr starken elektrischen Entladungen. Das erste Gewitter entlud sich Morgens gegen 4 Uhr, das zweite gegen 7 Uhr. Während des letzteren schlug der Blitz in das Stallgebäude eines hiesigen Landwirths und betäubte eine Kuh, die sich aber bald wieder erholte- weiter richtete der Blitz nicht den geringsten Schaden an. Im benachbarten Ermenrod fuhr während des ersten Gewitters ein Blitzstrahl durch ein Gebäude in den Schweinestall und traf hier ein Schwein, das man sofort schlachten mußte. Beim zweiten Gewitter schlug der Blitz durch ein Wohnhaus in den unter dem ersten Stock gelegenen Viehstall an einer dicht wider der Wand gelegenen Kuh herab, welcher die Haare in einem Streifen versengt waren, ohne wunderbarer Weise auch hier irgend welchen Schaden anzurichten. — Abkühlung haben die Gewitter nicht gebracht, noch immer herrscht die hohe Temperatur. Altenstadt, 22. Mai. Herr Amtsrichter Hellwig hier wurde zum Oberamtsrichter beim hiesigen Amtsgerichte ernannt. verarischte». * Darmstadt, 21. Mai. Militärdien st nachrichten, v. Schaum berg, Oberstlieutenant und etatsmäßiger Stabsoffizier des 2. Großh. Hess. Drag.-Regts. (Leib-Drag.-Regts.) Nr. 24, zum Commandeur des 2. Brandenburg. Ulan.-Regts. Nr. 11 ernannt. Brinkmann, Major vom Ulan-.Regt, von Katzler (Schles.) Nr. 2, unter Entbindung von dem Commando als Adjut. bei der 12. Division, als etatsmäßiger Stabsoffizier in das 2. Großh. Hess. Drag.-Rgt. (Leib-Drag.- Regt.) Nr. 24 versetzt. Graf v. Schweinitz und Krain Freiherr v. Kauder, Sec.-Lt. vom Großh. Hess. Feld-Art.- Regt. Nr. 25 (Großh. Artill.-Corps), unter Beförderung zum Pr.-Lt. und Versetzung in das Feld-Art.-Regr. Nr. 24, als Adjut. zur 7. Feld-Art.-Brig. commandiert. Kuntz en, Sec.- Lt. vom 3. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117, unter Beförderung zum Pr.-Lt., in das Gren.-Regt. Kronprinz Friedrich Wilhelm (2. Schles.) Nr. 11. versetzt. Har- seim, Pr.-Lt. vom 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Prnnz Carl) Nr. 118, zum Hauptmann und Compagnie-Chef, v. Redern, Secondlieutenant von dems. Regt., zum Premier-Lieutenant, vorläufig ohne Patent, Busse, Unterosi. vom 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116, Baither, Unteroff. vom 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, zu Port.- Fähnrs. befördert. Gervais, Major vom 3. Großh. Hess.Jns.- Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117, zum Bats.-Commandeur ernannt. Netzlass, Major, aggrcg. demselben Regt., in dieses Regt, wiedereinrangiert, v. Bomsdorff, Sec.-Lt. vom Füs.- Regt. von Gersdorff (Hess.) Nr. 80, unter Beförderung zum Premierlieutenant, in das 1. Großh. Hess. Infanterie- Leibgarde-) Regt. Nr. 115 versetzt. Rheinbold, Premier- Lieutenant vom Brandenburgischen Train-Bat. Nr. 3 in die Großherzoglich Hessische Tram - Comp. versetzt. Hager, Vicefeldw. vom Landw.-Bezirk Gießen, zum Sec.-Lt. der Res. des 2. Großhzogl. Hess. Jnf.-Regts. (Großherzog) Nr. 116, Schaum, Sec.-Lieut. von der Ins. 1. Aufgebots des Landw.- Bezirks Mainz, — zu Pr.-Lts. befördert. * Heppenheim a. d. B. Die Vorbereitungen zu der im August d. I. dahier gleichzeitig mit der Generalversammlung des Landesgewerbvereins stattfindenden Ausstellung von Erzeugnissen der Industrie und des Kleingewerbes nehmen rüstigen Fortgang. Als Zeitpunkt der Eröffnung ist nun endgültig der 25. August, das hohe Namensfest Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs, festgesetzt worden. Zahlreiche Anmeldungen aus vielen Theilen Hessens und Badens, auch aus anderen deutschen Ländern, gehen täglich ein und erhoffen, daß die hiesige Ausstellung ein schönes Bild gewerblichen Fleißes bieten wird. Geschäfte und Firmen, welche sich noch zu betheiligen wünschen, wollen sich baldigst an die Vorsitzenden der Localgewerbvereine oder an den Vorsitzenden des Heppenheimer Localgewerbvereins, Buchdruckereibesitzer G. Mendorf, wenden, wo Programme und Anmeldeformulare kostenlos abgegeben werden. 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