srwaarea ’*’♦ 9793 11 Mit; r M Nachricht, ihofstrasse 4» kellert " grt’^ LL'ee 25%fa,977® nbeH ' lltung > Bedarf besten» htnngsvoll 0«o. hirnig. blikum hiermit die ergebene trasse Nr. 84 in mdliW jungen, fomie durch Brr- ingßguellen bin ich in den frechen zu können, sten bis zu den elegante- iu der jeweiligen Jahres« iach Maß, sowie auch jatt widmen. in neuen Unternehmen die cll, gut und billig zu be> j bestens empfohlen. machermeifler. »rkt-raße 31.__ W«g> ssHiWms u. »d «e1S?W'l,Ä M Wütt; 89.60 9190 71.60 78 60 ff916Ä Dl«" L ttr^' Mb.r 1»W- ^,,1 Ol!-ni . Nr. 274. Zweites Blatt. Sonntag den 23. November 1890 Kießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger Amts- ttttb Anzeigeblatt fiw den Kwts Gieren. chratisöeitage: Gießener KamitienöläLLer s» W Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für dm folgmdm Tag erfcheinendm Nummer bis Norm. 10 Uhr. Redactton, Expedittar und Druckerei: Kchutstraße Ar.». Fernsprecher 51. Bierteljähriger AvonncmcnLspret» t 2 Mark 20 Pfg. mti Bringerlohn. Durch die Post bezöge? 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener WamtrienölLller werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Der GS-Zeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. . ."-rr—i». . J.-,11 " Alle Annoncm-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. totales tut» provinzielle». Gießen, 22. November. — Behufs Bildung der Spruchliste für die am 15. December 1890 beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts ^wurden die Namen folgender Hauptgeschworenen gezogen : 1. Johann Stein II., Landwirth in Meiches. 2. Carl Jäger in Schlitz. 3. Heinrich Korell II. in Leusel. 4. Bürgermeister Seim in Heidelbach. 5. Johann Georg Zing III. in Diebach a. Haag. 6. Rudolph Güngerich in Heiberts- hausen. 7. Carl Meinert in Konradsdorf. 8. Hermann Koch in Stockheim. 9. Wilhelm Schwenk III. in Nieder-Eschbach. 10. Georg Konrad Emil Jakobi in Nodheim. 11. Heinrich Geisel IV. in Billertshausen. 12. Carl Diehl in Münch- Leusel. 13. Johann Heinrich Bölzing in Großselda. 14. Heinrich Bender II. in Griedel. 15. Friedrich Schäffer in Gießen. 16. Christoph Schwalb VIII. in Großen-Buseck. 17. Carl Böß in Gießen. 18. Hans Boldt in Butzbach. 19. Georg Küchel in Butzbach. 20. Georg Ewald III. in Affenheim. 21. Louis Wallenfels in Gießen. 22. Wilhelm Adam Grüninger in Butzbach. 23. Hermann Reitz in Butzbach. 24. Emil Schmall in Gießen. 25. Heinrich Adami in Gießen. 26. Franz Lehning in Büdingen. 27. Jacob Kolb in Büdingen. 28. Konrad Rockemer in Schotten. 29. Johannes Orth V. in Ermenrod. 30. August Breidenbach in Dorheim. — Ernst Häckel schreibt am Schluß seiner „algerischen Erinnerungen" im Novemberheft der Deutschen Rundschau: „Deutschland kann nur dann seinen berechtigten Rang als selbständige und unabhängige Macht behaupten, wenn es auf dem Wege der Colonialpolitik mit energischer Ausdauer sort- schreitet, und zwar brauchen wir ebensowohl fruchtbare Ackerbaucolonien, in welche der Ueberschuß unserer stetig zunehmenden Bevölkerung auswandern kann, als günstig gelegene Handelscolonien, in welchen unser Welthandel feste Stützpunkte, unsere Flotte gute Kohlenstationen findet. ... Es würde mir nicht einsallen, meine algerischen Erinnerungen mit diesen colonialpolitischen Betrachtungen zu schließen, wenn ich nicht auf Grund 30jähriger Beobachtungen und zahlreicher Reisen in drei Welttheilen überzeugt wäre, daß die große Colonialfrage für Deutschland eine Lebens- frage ist". — Noch theilt nicht unser ganzes Volk die Meinung, die der berühmte Naturforscher hier mit so großer Energie vertritt,' aber dieselbe erobert immerfort, man kann sagen täglich, weitere Kreise, und man darf sich der sicheren Hoffnung hingeben, daß wenn nicht Alle, so doch die Meisten, die bis vor Kurzem oder vielleicht bis heute der deutschen Colonialpolitik die entschiedenste Opposition machten, sich von der Irrigkeit ihrer Meinungen oder diesbezüglichen Befurch-, tungen überzeugen werden. Auch in unserer Stadt wächst das Interesse an der colonialen Bewegung- man kann das aufs Handgreiflichste daran ermessen, daß die deutsche Colonialgesellschaft, die die Vertretung der colonialen und überhaupt der überseeischen Bestrebungen Deutschlands vor Allem aus ihre Fahne geschrieben hat, bis vor etwa zwei Jahren hier nur 4 Mitglieder zählte. Jetzt hat sie deren schon etwa 110. So hat denn auch der Ende October hier gehaltene Vortrag des Herrn Dr. Neubaur, eines Emissairs der Gesellschaft, der seinen Zuhörern in frischer, farbenreicher Darstellung aus eigener Anschauung ein Bild entwarf von dem Zustand und den Aussichten der hauptsächlichsten unserer Colonien, lebhaften Beifall gesunden, wenn auch ungünstiger Verhältnisse halber die Zuhörerzahl 200 oder 250 nicht überstieg. An demselben Abend haben sich auch die hiesigen Mitglieder der Colonialgesellschaft als besondere Abtheilung constituirt, wodurch sie außer anderen Vortheilen das Recht erwerben auf Sitz und Stimme in allen Generalversammlungen der Centrale. Und zwar kommen der Gießener Abtheilung bereits 2 Stimmen zu, da sie die Zahl von 100 Mitgliedern schon überschritten hat. Diesem mächtigen Aufschwung des Interesses an der colonialen Sache in unserer Stadt haben wir es wohl zu verdanken, wenn durch die Vermittelung der Colonialgesellschaft Herr Lieutenant v. Tiedemann, dessen Schilderungen den Bürgern so vieler Großstädte bereits mit begeistertem Beifall zu lauschen vergönnt gewesen ist, sich bereit erklärt hat, am 27. November, Abends 8 Uhr, auch vor unserer Bürgerschaft zu sprechen. Herr v. Tiedemann ist Jedem, der Zeitungen liest, als der hervorragende Begleiter von Peters aus seiner Emin-Pascha-Expedition ebenso gut bekannt, wie diese Expedition selbst, eine kühne Mannesthat, die für alle Zeiten in das Ruhmesbnch unserer Nation eingezeichnet ist und bleibt. Ich will Peters Zug nicht mit denen anderer Afrikareisenden vergleichen, aber ich gestehe offen, daß mirs dieser tapfere, Willensstärke Mann, der allen Hindernissen Trotz bot und mit äußerst geringen Mitteln, unterstützt von ein paar muthigen Genossen, mit einer Handvoll Eingeborener sich durch unbekannte Länder und wilde Völkerschaften, die selbst Stanley schreckten, seinen Weg bahnte zum Ziele, das er, soviel an ihm lag, sicher erreicht hätte, — ich gestehe, wie gesagt, gern ein, daß dieser kühne Mann es mir besonders angethan hat. Und da will nun sein hervorragendster Gefährte, ein deutscher Offizier, den die deutschen Fürsten ebenso ihrer ehrenden Anerkennung gewürdigt haben wie das deutsche Volk, zu uns kommen und von seinen Erlebnissen auf jenem Zuge, von den dabei gesammelten Eindrücken und Erfahrungen berichten und zugleich die mannigfachen politischen und wirth- schastlichen Arbeiten in Jnnerafrika beleuchten, an deren Lösung Emin, Wißmann, Gravenreuth und Peters ihre ganze Kraft zu setzen entschlossen sind, Arbeiten, die unbedingt unsere Unterstützung finden müssen, soll unser Handel und unsere .Industrie einen Vortheil von der Erschließung Inner-Afrikas gewinnen. Wir geben uns der zuversichtlichen Erwartung hin, daß unsere Stadt dem Redner ein ebenso zahlreiches, dankbares Auditorium stellen wird, als er dies in den großen Städten gesunden hat, die er bisher besuchte- und wir sind andererseits fest davon überzeugt, daß Herr v. Tiedemann seinen Zuhörern einen ebenso genuß- als lehrreichen Abend bereiten wird. Professor Dr. Johannes Schmidt. — Die nahende Weihnachtszeit. Die Nähe des Decem- bers, des Christmonats, macht sich bereits geltend. In den Geschäften, welche aus einen guten Weihnachtsverkehr ihre Hoffnung setzen, sind "die Lager neu gefüllt, die Auslagen nehmen ein immer reicheres, in die Augen stechendes Aussehen an. Mancher bleibt schon nachdenklich vor den Schaufenstern stehen und erwägt, was er zum Christseste seinen Lieben daheim bescheeren soll, und manche Vertreterin des schöneren Geschlechts mustert sorgsam alle die neuen Artikel, welche kunstfertige Hände als geeignete Geschenke für das Weihnachtsfest hergestellt haben. Die Wahl ist bei der Hülle und Fülle des Gebotenen nicht leicht und verschiedene Tage verstreichen beim Bedenken. Da ist nun wohl ein freundlicher Rath nicht ganz unangebracht, zumal es bis Weihnachten nur noch wenig mehr als fünf Wochen sind und in der letzten Zeitt wegen allgemeinen Andranges oft Manches bei Seite gelegt werden muß. Selbstverständlich ist beim Schenken nicht die Hauptsache das „Was?", sondern das „Wie?", aber zu Weihnachten wird ja gern gegeben, und wenn dabei auf Gegenleistungen gerechnet wird, so ist das natürlich. Gut ist es aber doch, wenn man beim Christgeschenk nicht bloß gern gibt, sondern auch passend wählt, indem man den Wünschen und auch den Neigungen des zu Beschenkenden Rechnung trägt. Es muß nicht immer ein glänzender Artikel sein, um Freude hervorzurufen, auch bescheidene Dinge, die uns vielleicht Kleinigkeiten dünken, gar zu armselig erscheinen, können bei Anderen Freude erwecken, größere Freude sogar, als theure Sachen, wenn nur der Neigung und dem Character Rechnung getragen wird. Man muß da vor dem Feste aufpassen, schon mehrere Wochen vorher, wie gegenwärtig, und wird dann schon manches Bedürfnis entdecken, dem zu Weihnachten Rechnung getragen werden kann. Die Weihnachtsgeschenke brauchen auch durchaus nicht immer in mühevollen Arbeiten zu bestehen. Was man als Zeichen freundlicher Erinnerung hochschätzt, das ist nicht immer für das praktische Leben, und es ist darum häufig an einem Zeichen freundlichen । Gedenkens genug. Es gibt noch zahlreiche andere Ferrilleton. Der Mutter Grab. Scizze nach dem Leben von Tony Pauly. (Schluß.) G^ich^nack/dem Ableben der theuren Mutter, als er, Vläne im Lernen, von ihrem Grabe in seine neue Heimath tarn — trafen ihn mancherlei Unbill und Mißgeschick durch Krankheit an seiner Frau und dem ältesten Knaben. Diese unvorberaesehenen Ereignisse veraulußteu ihn zu f[einen Schulden mtd seine Fürsorge für der Mutter Grab trat tn seiner Erinnerung weit zuruck. Auch spater, da e» ihm wieder besser ging, glaubte er, uoch immer nicht an Ausführung seines Planes mit dem Grabstein denken zu können. Ein gewisser Ehrgeiz spornte ihn, schon vor dem Wilke ichen Ehepaare etwas ganz besonders Kostbares aussuchen zu müssen Einmal hatte er schon eine Summe beisammen, die bei bescheidenem Ansprüche hingereicht haben würde, ein schlichtes Steindenkmal zu kaufen, um so mehr, als er es verhältuißmäßig billig bei einem Bekannten tu seinem^Wohnorte hätte erstehen können. Aber der Zufall wollte, baß der Namenstag !!ner Frau zu gleicher Zeit fast ein Opfer von seiner Kasse sorderte, und so geschah es, daß er einen Thetl der znrückgelegtcn Summe in Angriff nahm, um semer Frau ein seltenes Armband, einen schweren Goldre,, mit kostbarem Stein zu schenken. Freilich, es gereute ihn später ein wenig, er nahm sich auch ernstlich vor, die fehlende Summe wieder zusammenzusparen, doch andere Umstände erheischten, daß er auch den Rest anderweit gebrauchte, um so mehr, als durch Zuwachs der gesteigerte Bedarf im Haushalt von Jahr zu Jahr ganz unvermeidlich war. Später wurde seinem Ge- dächtniß der ehemalige Plan mit dem Grabdenkmal wohl mehr und mehr entrückt. Felix war für das Wohlleben nur allzu empfänglich, dem er sich bei höherer Lebensstellung und vergrößertem Einkommen hinzugeben begann. Er hielt Pferd und Wagen, machte alljährlich eine Badereise, doch für seiner Mutter Grab behielt er keine Summe übrig, ohne, wie er sich allgemach einredete, selber an standesgemäßem^Leben entbehren zu müssen. Da geschah es — zwölf Jahre schon waren seit dem Beerdigungstage seiner guten Mutter dahingegangen — daß Felix in dienstlicher Angelegenheit im einstigen Heimathsorte anwesend sein mußte. Ein Sonntag brachte Unterbrechung in die Berufspflicht, welche ihn, den jetzt hohen Beamten, nach dem Orte rief. Er wollte diesen Sonntag mit einem Freunde und in dessen Familie verleben, den er seit etlichen Jahren hier ansässig wußte. Er suchte ihn auf, doch traf er Niemanden zu Hause. „Die Herrschaft ist auf den Kirchhof hinausgefahren," berichtete das Mädchen, „heute ist ja Todtensest." Todtenfest! Dieses eine Wort weckte Erinnerungen in des Mannes Brust. Er fühlte, wie es innen bebte. Er, der in der Blüthe der Jahre, durch seine Lebensstellung auf dem Gipfel seines Ehrgeizes stand — er fühlte, wie leer es aber auch im Laufe der Jahre in seinem Innern geworden war. Hätte er vor zwölf Jahren wohl im Heimathsorte — wie jetzt geschehen — drei Tage weilen können, ohne das Grab seiner Mutter, deren Ein und Alles er war, besucht zu haben? Er eilte von bannen. Aber nicht zum Friedhöfe, denn hier hätte er fürchten müssen, seine Bekannten zu treffen, sondern hinaus, durchs Stadtthor, auf einsame Pfade trieb es ihn, und erst später, da er wähnen konnte, innerhalb der Kirchhossmauern unerkannt zu bleiben, begab er sich dorthin. Er suchte eine geraume Weile, bis er die Gegend sand, wo der Grabhügel der Theuren liegen mußte. Er sagte sich wohl, wie er ihn Wiedersehen werde — vernachlässigt, eingesunken gar. Aber wie! Was war das? Hier stand er unverhofft vor einem Grabhügel, so kostbar ungefähr, wie er ihn geplant hatte, seit zwölf Jahren geplant — ohne ihn mit Ernst zur Ausführung zu bringen. Starr vor Ueberraschung, von Beschämung zugleich ergriffen, stand Felix eine Weile da. Endlich übermannte ihn das Gesühl des Schmerzes, der Reue — das hatte er seiner Mutter gethan! Der Mann schämte sich der Thränen nicht, sie flössen ihm in den Bart, da er jetzt niederkniete und mit bebenden Lippen am Grabe sprach: „Vergieb, — Mutter, vergieb!" Anfangs sträubte sich in Felix der Stolz, dem Wilke- schen Ehepaare gegenüberzutreten, doch endlich siegte fein besseres Gefühl. Als er vom Heimathsorte schied, konnte er sich sagen, er hätte sich rückhaltlos mit den edlen Freunden seiner Mutter ausgesprochen und sie in seinem Herzen lesen lassen. Dieses Zeichen eines fast kindlichen Vertrauens wog dem Ehepaare reichlich die Dankesworte auf, welche von des jetzt vornehmen Mannes Lippen für den Grabstein seiner Mutter flössen. Seitdem kehrt Felix in jedem Jahre zum Todtenseste an das Grab seiner Mutter zurück — und will es also halten, so lange er lebt. Kleinigkeiten, welche für das praktische Leben unbedingt erforderlich sind und mit großem Dank entgegengenommen werden, zumal man solche Staatssachen doch nicht gern bei jeder Gelegenheit benützt. Wir möchten vor Allem auch den Wunsch aussprechen, bei der Auswahl von Geschenken immer mehr an ein gutes Buch zu denken. In Deutschland werden noch immer viel zu wenig Bücher gekauft und doch ist ein gutes Buch ein Hausfreund, der stets treu bleibt und nichts mehr kostet. Die Industrie hat gerade für das diesjährige Christfest etwas Außerordeutliches geleistet und bietet die denkbar größte Abwechselung in Luxus-Artikeln und Sachen des practischen Lebens. Wenn man sich nun die Mühe bei Zeiten genommen, etwas genauer nach den Wünschen zu horchen, dann wird auch die Wahl nicht allzuschwer werden. Was es ist, das zum Christenfeste gewünscht wird, ist ja gleich, es kommt gar nicht in Betracht, ob der Gegenstand äußerlich unscheinbar ist. Wird es gern gewünscht, dann ist auch die Kleinigkeit werthvoll, dann wird die Ueberraschung eine doppelt freudige. — Zur Volkszählung. Sämmtliche hessischen Ge-richte sind angehalten worden, am 1. December, an welchem Tage die Volkszählung stattfindet, keinerlei Termine abzuhalten. — Aus der Garnison. Oberst Perthes, seither ä la suite des Generalstabes und erstes Directionsmitglied der Kriegsakademie, wurde zum Commandeur des 116. Infanterie- Regiments ernannt, Hauptmann Werner vom 116. Jnf.- Regiment dem Regiment unter Beförderung zum überzähligen Major aggregirt, Hauptmann v. Kurnatowski, seither im 117. Regiment, zum Compagniechef im 116. Jnf.-Regiment ernannt, Hauptmann Winter, seither ä la (suite des 4. Großh. Jns.-Regts. Nr. 118, unter Belassung seiner Stellung als ordentliches Mitglied der Gewehr-Prüsungs- Commission, wurde zum 116. Jnf.-Regt. ä la suite desselben versetzt. — Major Bendemann vom 116. Jnf.-Regiment, unter Beauftragung mit den Functionen des etatsmäßigen Stabsosfiziers, in das Niederrh. Füs.-Regt. Nr. 39 (Düsseldorf), Emm ich, Major vom Füs.-Regt. Nr. 86, als Bat.- Commandeur in das 116. Jnf.-Regt. versetzt. — Die Unteroffiziere Hütten Hain, Wordell, Bred au und Ebel wurden zu Portepee-Fähnrichs befördert. — Das Kaiser»Panorama bietet uns Gelegenheit, in dieser Woche eine Reise quer durch Nordamerika, Californien, Uosemite-Thal zu unternehmen. Des Sehenswerthen gibt es da genug. Wir machen eine Fahrt aus der längsten Eisenbahn der Erde, der Pacific-Eisenbahn (Newyork—St. Francisko) und besteigen nachher einen großen Mississippi-Dampfer, der uns eine gute Strecke auf diesem Vater der Ströme flußaufwärts führt. Dann gehts zu Fuß durch die Prärien und das Felsengebirge- Indianer-Trupps kommen uns zu Gesicht, Trapper durchstreifen die Wildniß, alles Bilder, hie die beste Jllustraüon zu einem Cooper'schen Roman abgeben. Nach langer Wanderung erreichen wir Californien, das frühere Eldorado der Goldsucher, und wo auch neuerdings wieder neue Adern und Lager des edlen Metalles entdeckt sind. Auch in den Urwald führt uns das Panorama, woselbst wir eine erste Ansiedelung von Auswanderern in ^Augenschein nehmen können. — Ein hiesiger Schneider entwendete gelegentlich seiner Beschäftigung vor einigen Tagen in einem Hause dahier eine neue goldene Damenuhr in Etui, zwei silberne Löffel und ein Stückchen Tuch, im Gesammtwerth von 50 Mk. Die Uhr und die Löffel hatte der Beschuldigte bereits für 16,25 Mk. an einen hiesigen Trödler verkauft. Der Thäter ist verhaftet. — Ernannt wurden am 16. November l. I. der Heizer bei den Oberhessischen Eisenbahnen August Gisfey zum Locomotivsührer bei diesen Bahnen- — am 16. November der Feldwebel im 1. Hessischen Jnfanterie(Leibgarde)-Regiment Nr. 115 Hermann Albert Gustav Louis Dubberke in Darmstadt zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgerichte Ulrichstein, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts. Ranstadt, 20. November. Ueberall regt sich unter dem Landvolk hiesiger Gegend der Drang, durch Gründung von Spar- und Darlehenskassen dem Grundsätze der Selbsthilfe gerecht zu werden, statt fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Heute Abend ist deßhalb auch hier eine Anzahl Männer zusammengetreten und hat unter Anleitung des Herrn Dr. Ullmann-Büdingen und des Herrn Verbandsrevisors Jhrig-Offenbach eine Spar- und Darlehenskasse mit unbeschränkter Haftpflicht ins Leben gerufen. Es sind sogleich 46 Herren als Mitglieder der Kasse beigetreten. Die Kasse hat sich sogleich dem Verbände der hessischen laudwirth- schaftlichen Genossenschaften angeschlossen. Dem genannten Verbände gehören gegenwärtig 156 Vereine an. Innerhalb der beiden letzten Monate sind nicht mehr als 32 Vereine neu gegründet. Ende 1889 haben die bis dahin bestehenden Gesammtvereine des Verbandes einen Umsatz von 24 Mill. Mk. zu verzeichnen gehabt. E. Nidda, 20. November. Infolge eines von Herrn Ingenieur Brockmann über „Wasserleitung in Wohngebäuden" gehaltenen Vortrages sprach sich die Zuhörerschaft sür Anlage einer Wasserleitung in Nidda aus. Wie aus den Erläuterungen des Herrn Brockmann hervorging, läßt sich hier .mit nicht hohen Kosten eine Wasserleitung herstellen. * Marburg, 15. November. Die „Oberh. Ztg." meldet: Durch einen Beschluß des Großherzoglich hessischen Landtages ist bekanntlich der Bau einer Bahn von Nieder- gemünden nach Homberg genehmigt worden. In der Bevölkerung von Homberg und Umgegend ist nun der Wunsch rege geworden, einen Anschluß dieser neuen Bahn mit der Main-Weser-Bahn und insbesondere mit der Stadt Marburg zu erhalten. Zum Zweck der Verwirklichung dieses Wunsches bildeten sich sowohl in Homberg als in Marburg besondere Comites, welche nach wiederholt stattgehabten gemeinschaftlichen Verhandlungen gestern unter dem Vorsitz des Herrn Bürgermeisters Schildwächter-Homberg eine Sitzung in Homberg abhielten, wobei ein Gesuch des Homberger Comites um Errichtung einer Bahn von Homberg 'nach Marburg beschlossen und unterzeichnet wurde, welches, nachdem auch die hiesigen I städtischen Behörden ihre Unterstützung zugesagt haben, den I maßgebenden Behörden unterbreitet werden soll. Cat*» uwö IMbwWW* — I« jedem Gisenbahnznge bleibt der erste Wagen hinter der Maschine unbesetzt, auch wenn es ein Personenwagen ist. Bisher genügte es, diese Wagen einfach verschlossen zu halten; neuerdings aber bat man auch ein äußeres Kennzeichen angebracht in Gestalt einer Tafel mit der Aufschrift „Schutzwagen". In den Vorortszügen der Potsdamer Bahn tauchte dieser Tage diese Bezeichnung zum ersten Mal luftr«. £ Zu den 12 Aposteln hell! Die besten 10. m co 33 co Möh,, M-tzg-r. I XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX -if W. Schomber, Neuen Baue I. Häuser, Ludwigstraße 36. I. Georg, Ederstraße 2. H. Zipp, Ostanlage 9. 3 3 4 29 58 27 54 25 50 ,roßh. Poüzäamt Siebea. Fresenius. Reichsbank-Giro-Conto. Telegramm-Adr. Lotteriebräuer-Berlin Export-Bier im Glas und Flaschen bei: C. Roth II, Wallthorstraße 5.. Alleinige Niederlage: Adolf Geisse vorm. G. C. Windecker Seltersweg2, Ecke am Kreuz. Ergiebigkeit ala di'e beste und HW. Ws- u. Könlöl. Hon. — — Bonn, Berlin, Möbelstoffen, JLäufern, Angorafellen, Tisch- und Bettdecken, Portieren etc. in nur soliden (Qualitäten. Wurzner Teppich- u. Velours-Fabriken Niederlage Frankfurt am Main, i« empfehlen, namentlich auch in billigeren Preislagen, ihr stets reichhaltiges Lager von Teppichen und Moritz Gregori & Sohn « Kreuzplatz. 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Am 4. Adventssonntag, den 21» Deeember b. I., soll die Chrtstbescheerung für die Kinder unserer Anstaltstattfinden. Wir haben für beinahe 200 Kinder den Christbaum zu schmücken und den Tisch mit Gaben zu decken. Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn dec Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder und bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn u- dergl, besonders aber auch an Geld, das uns die gleichmäßigste Bescheerung- für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu wollen. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lasten: Fräulein Amalie Bansa (Nordanlage 41), Frau Oberbürgermeister Bramm (Giünbergerstraße 1), Frau vr. Brüel (Neuen Bäue 41), Frau Amtsrichter Gebhardt (Garten- straße 15), Fräulein Emilie Langermann (Südanlage 21), Frau Pfarrer Naumann (Südanlage 8), Frau Louise Ottens (Bismarckstraße 11), Frau Auguste Schwan (Seltersweg 64^ Fräulein Louise Wortmann (Asterweg 16). Auch die Schwestern Ansgar Anstalt sind bereit, Gaben tn Empfang zu nehmen. Gießen, den 10. November 1890. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann, Pfarrer. Dl eisswaaren. 412< H Cacao, Chocolade, Theo, Vanille. ® Fritz Scharmann, Giessen, Kirchenplatz 6, neben dem Hotel Anhorn. W Hpecialiliit: Uhrmacherei. TBC Größtes Lager in Uhren, Gold- und Lilberwaaren, Kelten. i zzt: Reparaturen unter Garantie. = 9361 Sonntag den 23 November Giehener Anzeiger. Beilage zu Rr. 274. - isso. imgerMej« Men Syp'lT' ihitien g 8«”^ enstein.S*^ empfehlen in reichster Auswahl: gekleidete Puppen tielenkpuppen, bi« zu den hochfeinsten Sachen. Puppengestelle, -Arme, -Schuhe, -Strümpfe, -Hüte rc. 9329 Moritz Gregor! & Sohn. 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I xyu» R» < erzielt man nur, wenn die Annoncen zweckmäßig abge- DI faßt und typographisch angemessen ausgestattet sind, ferncr I die richtige Wahl der geeigneten Zeitungen 1 getroffen wird- Um dies zu crreidrn, wende man sich ouaufau Qn die Annoncen-Expedition lludolf Mo*se, Frank- AlllllillllU furt a. M., von dieser Firma werden die zur Erzielung eines Erfolges erforderlichen Auskünfte kostenfrei ertheilt, sowie Inseraten-Entwürfe zur Ansicht geliefert. Berechnet werden lediglich die Original Zeilenpreise der Zeitungen unter Bewilligung höchster Rabatte bei größeren Aufträgen, so daß durch Benutzung dieses Institutes neben dell sonstigen großen V?rtheilen eine Ersparniß durch Jifferiionskosten erreicht wird Vertr.ter in (Sietzenr Heinrich Wal 1 ach, Kaufmann.8462 IBörNcn-SpeculÄtioii mit beschränktem Kifico. I Mit nur 300 Mark Einlage kann man an einer größeren Börsen-Speculation mit beschränktem Verlust und unbegrenztem Gewinn theilnehmen. 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April 1891 m Empfang genommen werden. — Büdingen, den 8. November 1890. 9754 Im Auftrag des bevollmächtigten Obergärtners Herrn Wolter: Hentzenröder, Gerichtsvollzieher. verlange ächt „Liebig“. zur Herstellg von durchs Geldes, Els, CrSmes rc. **: u. KochreceptbüchLr gratis in Ausverkauf von Polstermöbeln. Wegen Bauveränderung meiner Lagers gebe ich 16 eomplete Polstergarnituren, sowie 30 St. Sopha und Divan in modernster und solider Ausführung in Seide-, Friss-, Plüsch- und Gobelinstoffen, sowie mehrere Speise- und Schlafzimmereinrichtunge« in Eichen und Nußbaum zu Fabrikationspreisen ab. [7640 Möbelfabrik von Carl Stückrath, Asterweg 47. zur Anfertigung von Puddings in Vanille, Mandel, Chocolade rc. [1781 Liebigs Puddingpulver I lohirui Pnnlrmohl zum schnellen Backen von Kuchen, Torten, Brod rc> JUreuigb DdUlMlWlll ohne Hefe anzuwenden. Liebigs Geldepulver Drogen-, Deltcateßgcschäsren rc. Man verlange L Evangelischer Jünglmss- und Mannerverew. j Dieser Verein, der seit einigen Jcchren besteht, hat Jahr aus Jahr ein' seine regelmäßigen Zusammenkünfte am Sonntag, Dienstag, Freitag I und Samstag, Abends zwischen 8 und halb 11 Uhr, im Vereinslocal in' der „Herberge zur Heiwath". Wir laden junge Leute zum Beitritt freundlichst ein; dieselben können sich melden bei den Vorstandsmitgliedern Fabrikant Eugen Kauffmann, Hausvater Kahle, Schremermeister Lenz und dem Unterzeichneten, auch im Vereinslocal selbst, deffen Besuch an den Vereinsabenden gastweise gern gestattet wird. Gießen, 20. November 1890. Für den Vorstand: 9709 Dr. Naumann, Pfarrer. Borsevwochenbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Der letzte Wochenbericht hatte kaum die Druckerpresse verlassen, als die Welt durch die Nachricht überrascht wurde, daß das Haus Baring Brothers & (So. in London fremde Hülfe in Anspruch nehmen mußte, um seine Verpflichtungen erfüllen zu können. Diese Nachricht enthüllte mit einem Male die wahre Lage der Dinge. Was wenige Eingeweihte vielleicht gewußt, wenige feinfühlige Leute vielleicht geahnt hatten, worauf aber die Börsen der ganzen Welt nicht im Geringsten vorbereitet waren, das trug jetzt der Telegraph in alle Winde und überall erkannte man mit Schrecken den Abgrund, vor welchem man stand. Freilich kam die Nachricht nicht ohne die Meldung, daß eine ausgedehnte Hülfsactton eingeleitet und gesichert sei, sodaß der Sturz des Hauses vermieden würde, und dieser Zusatz mag vielleicht auch die Welt vor dem Ausbruch einer furchtbaren Krisis bewahrt haben, aber die Gefahr der Situation wurde doch so klar vor Aller Augen gestellt, daß die allgemeine Bestürzung nur zu begreiflich erscheint. Indessen war trotz der Bildung eines Garantiefonds für die Baring'fchen Verbindlichkeiten die Nachwirkung des Sturzes dieses Welthauses stärker als der erste Eindruck selbst. Die Unsicherheit des Verkehrs stieg natürlich ungemein. Einige kleinere Insolvenzen in New-Aork und London folgten schnell auf einander und der Bestand einiger anderer großer Firmen werdm stark angezweifelt. Die Escompthäuser in London weigerten sich in den ersten Tagen, überhaupt Wechsel hereinzunehmen, und der ganze ungeheure Marktbedarf wandte sich daher der Bank von England zu, die zwar berettwillig, aber zu sehr erhöhten Sätzen disconttrte. Aber bet diesen zunehmenden Anforderungen war doch vorauszusehen, daß die Bank trotz der weitgehenden Fürsorge, welche durch das Abkommen mit der Bank de France getroffen war, bald wieder am Ende ihre Reserven stehen würde, wenn nicht eine hinreichende Beruhigung des Marktes herbeigeführt werden konnte. Die schwersten Bedenken erweckte jedoch der Einfluß, welchen das Ereigniß auf die Lage in Argentinien ausüben mußte, denn mit dem Hause Baring fiel die mächtigste Stütze des argentinischen Staatscredites. AuS den Verhandlungen, welche noch vor Kurzem durch den Dr. de la Platza in London geführt wurden, war klar geworden, daß das Land Geld braucht, um aus seiner gegenwärtigen Krisis herauszukommen, statt deffen drohte demselbm jetzt auch der Verlust des Rückhaltes, welchen es an dem Hause Baring seither gehabt hatte, neben einer tiefeinschneidenden Schädigung in commerzieller Beziehung. Die Accept Verbindlichkeiten von Baring Brothers beliefen sich am 15. November auf nahezu 15 Millionen Lstr., und wenn auch nur ein Thetl dieser Summe als argentinische Trasfirungen angesehen werden kann, so erschöpft dieselbe doch nicht die tausendfältigen Handelsbeziehungen, welche das Welthaus zu der Republik unterhalten hat. In den letzten Tagen ist ja freilich wahrscheinlich geworden, daß die Firma in der einen oder anderen Form fort« bestehtn werde, aber dennoch wird man überall Restrictionm und Kündrgung der gewährten Eredite vornehmen müssen, und es wird schwer, vielfach sogar unmöglich sein, dieselben jetzt anderweitig zu beschaffen. Damit rückt aber auch die Hoffnung, daß es dem Lande gelingen werde, sich in kurzer Zeit aus der gegenwärtigen mißlichen Lage herauszureißen, in immer weitere Fernen und die Gefahr einer gänzlichen Zahlungseinstellung wird dadurch außerordentlich nahe gerückt. Kein Wunder daher, daß die Eourse der argentinischen Fonds sprungweise zurückgingen. Hier ist auch der Punkt, in welchem die Vorgänge im Londoner Markt für Deutschland actuelles Interesse gewinnen, denn der deutsche Besitz an Argentiniern ist keineswegs gering zu veranschlagen, wenn er auch nicht entfernt eine Höhe erreicht, wie sie England und Belgien aufzuweisen haben. Leider sind aber auch einige unserer größten Bankhäuser hervorragend an argentinischen Unternehmungen betheiligt. Als vor kaum 3 Jahren die Discontogesellschaft bei dem Wettbewerb um die damalige 5o/oige argentinische Anleihe den Sieg über englisches Capital davontrug, wurde dies als ein großer Erfolg angesehen. Heute sind die damals angeknüpften Beziehungen ein sehr zweifelhafter Besitz geworden, der aller Wahrscheinlichkeit nach einen großen Theil der aus den vorjährigen Erträgniffen gelegten stillen Rerseroen aufzehren wird. Der Verkaufsandrang richtet sich daher auch vornehmlich gegen die Actten der in diesen Werthen engagirten Institute. Von Samstag bis Mittwoch fielen die Actten der Deutschen Bank und Discontogesellschaft je 13—140/0. Aber die Beängstigung und Beklemmung hatte am Mittwoch einen derartigen Umfang erreicht, daß an sämmtlichen Börsen die Eourse panikartig zurückgingen. In London war die Verwirrung so groß, daß ein regelmäßiges Geschäft überhaupt nicht mehr möglich war und es erst der Ermahnung der Bankleitung bedurfte, um die potenten Häuser zu veranlassen, auS ihrer Reserve herauszutreten. Ueberhaupt zeugt — und das soll hier bloS eingeschaltet werden — die Haltung der Bank von England in dieser schwierigen Lage von einem überaus feinen Verständntß. Ueberall erkennt man ihre ordnende und helfende Hand und ihren besonnenen Maßregeln verdankt der Markt eine so werthvolle Stütze, daß der Leitung die rückhaltloseste Anerkennung gezollt werden muß. New-Aork warf den Silberpreis soweit zurück, daß es fast das Niveau wieder erreichte, welches bestanden hat, vor dem die Silbervill zur Discusston gestellt wurde. Wien schlitt zur Liquidation der ungeheuren Engagements, welche es in den letzten Monaten angehäuft hatte und die von dort abhängigen Werthe gingen in einem Tempo zurück, daß 10 fl. Differenz an einem Tage keine Seltenheit mehr war. Paris selbst sandte flaue Eourse und in Deutschland drängte das Privat - Publikum mit Verkäufen an den Markt, daß der Druck auf sämmtlichen Marktgebieten ein ganz ungemeiner ward. Allem Anschein nach ist aber hiermit der Tiefpunkt der Bewegung erreicht worden, wenn nicht die Liquidation — was ja nach so ungewöhnlichen Bewegungen nicht unmöglich — größere Zahlungseinstellungen bringt. An den deutschen Börsen war am Donnerstag und Freitag bereits ein sehr namhafter, zum Theil sogar stürmischer Kaufandrang zu bemerken, und die Eourse besserten sich auch sichtlich und sehr erheblich- Auch London sandte weit bessere Berichte. Die Abwicklung der Baring'fchen Engagements wird aller Wahrscheinlichkeit nach feine Ueberraschungen mehr bringen, der kommenden Liquidation sieht man mit etwas größerem Vertrauen entgegen und selbst die argentinischen Verhältnisse erscheinen in ein günstigeres Licht gerückt, seitdem die Häuser Rothschild und Bleichröder sich an die Spitze der Commission gestellt haben, welche die Finanzlage der Republik untersuchen soll. Wie sich freilich die EngagementSoerhäliniffe gestaltet haben, die, wenn nicht neue Störungen eintreten, ein entscheidendes Wort bei der Coursgestaltung der nächsten Zukunft mitreden werden, darüber muß erst die Liquidation Auskunft ertheilen. Es ist möglich, daß trotz der weichenden Course umfungrciche Deckungen eine Herabminderung der vorherigen Baissepostlionen oer- urfacht haben. Einzelheiten des Verkehrs kommen bet Dem großen Zuge, nach welchem sich die Course bewegten, zu keiner Bedeutung. Die Course schließen allgemein bedtUiend über den niedrigsten Stand der Woche. r n Banken gehen die Besserungen so weit, daß in einzelnen Fällen die Der- luste auf ein Minimum beschränkt weiden. So schließen Handelsgesellschaft mit 2 0/0 Verlull. 8 °/0 über dem niedrigsten Cours, Dresdner und Darmstädter 4 o/p ßtrdacnon: U. Gcheyoa. — ^ruu uuo veriag oer Brühl'jchen Druckerei über dem niedrigsten Cours, bei 2 % Verlust. Nur Disconto und Deutsche Bank zeigen noch, erstere 8, letztere 4 % Verlust, obgleich auch hier die Besserung sehr bedeutend ist, indeffen zeigen Cassabanken theilw ise starke Verluste, ohne daß bisher eine entsprechende Erholung eingetrelen wäre. Von Wiener Banken sind Credit 6fl., Länderbank 7 fl., Oesterr. Ungar. Bank 9 fl. und Unionbank 4 fl. schlechter und bei allen diesen ist die Erholung weit weniger ausgiebig als bei den oben angeführten deutschen Werthen. Anders ist das Verhältniß bei den Oesterreichischeu Transport- Actien. Dieselben haben in den letzten zwei Tagen kräftig anziehen können, aber die Verluste sind doch noch auffallend groß. So notiren Buschtherader und Duxer je 10 fl. unter dem Schlußcours der Vorwoche, StaatSbahn 4 fl. Localbahn 3 fl., Lombarden 5’/2 fl., Nordwest 3 fl, Elbthal 5 fl. Schweizer Bahnen dagegen reichen bis dicht an die Course der Vorwoche heran, Gotthard gehen sogar etwas darüber hinaus. Deutsche Fonds haben die Verluste fast vollkommen wieder ausgeglichen, nur die 4 o/gigen bleiben noch etwas zurück, ausländische Renten sind noch durchweg schwächer. Es verloren Griechen und Italiener 1 %, Oesterreich. SÜberrente V2 °/o, Portugiesen, 2,80 %, Rumänen 1 %, Orient 2 %, Serben 2%, Türken 2—3 %. Argentinier sind noch 7—8 o/o schwächer. Der Jndustrieactienmarkt zeigt ebenfalls eine durchgängige Herabminderung deS Coursniveaus, die bei Allg. ELctiicitäis Actien bis 12'/, % strigt, sich sonst aber in bescheidenen Grenzen hält. Gelsenkirchener bleiben noch 3%, ßaura hinter den vorwöchentlichen Comsen zurück. Privatdiscont 572 %• Course der Frankfurter Börse. etaatoanUifctiu Cours vom 14./XI. 21./XI. Cours vom 14./XI. 21./XI. 40/0 Hessische Obligation. 10355 103.10 4l/«v/oPortug.-A. 88 u.89 89.— 86.— „ Bauern .... „ Baben..... 105.10 104.50 5% amoi t. Serb. Gold- t 103.60 103.— Rente .... 88.20 86.40 30/0 Sächsische Rente. . —, -— 86.80 5% SerbischeEisenbahn- 3 Vto/o BremerStaatsanl. „ Hamb.Staatsrmte — — — Hyv.-Obl. L. A. . 4% Schweb. Oblig. 1880r 92.20 90.60 96 50 96.85 101.40 100.75 40/oOestt. Goldrente . 95.20 94.40 l°/o Türken cono. . 18.45 17.75 , GriechischeMonopol- 50/0 Argent. Gold - Anl. Anleihe . . . 72.60 71.20 v. 1887 ... 79 50 72.70 50/0 Rumänische Rente . 98 90 97.90 3Vi°/o Egypt..... 92.05 91.30 4Vi>°/° Russische Anl.. . 102.— 100 70 Ettendahn-Priorttäte«. 40/tz Pfälz. LudwigSbahn 50/0 Südbahn Lombarden 103.30 108.80 (Bexbach) . . . w Hessische LudwigSb. 102.50 102.50 4% do. do» —— — ■ — 3% do. do. 66.30 65.75 68/69 garant. . 101.20 101.15 4o/o Prag-Duxer Gold . „ Rudolf Gold (Salzk.) 99 55 98.50 , Elisabethb. steuerfrei Gold .... 100.— 99.90 100.50 100.50 „ Franz-Josef Silber 85.40 85.- 5o/o Oestr. Staatsbahn. 106.35 106.20 3o/o ftaatl. garant. JtaL 40/0 do. do. 99.95 99.40 Eisenbahn . . 56 60 55 60 3% do. do. 3% Lioorneser . . . 4o/y Russ.Südw Eismb. 64 — 62.90 I.-VIII.Emiff. 82.80 82.70 9460 92.90 30/0 do. Ergänzungsnetz 5% NordwÄbahn Gold 80.— 106.50 79.40 105.95 40/0 Wladikawkas garnt. 4o/o gar. Sardin.Sec.stfr. 93 50 84.05 91.95 83.30 «tsettda-n-Aette». Ludwigshafen-Bexbach. Hessische LudwigSbahn. 228.— 226.— Lübeck-Büchner . . . 164.— 162.25 116.75 115.10 Mecklenburger . . . —.— —— — Pfälzische Nordbahn . 119.50 118.— Gotthardt..... 157.90 158.50 Marienburger-Mlawka. 59.75 55 70 Jtal. Mittelmeer . . 111.50 109.10 Deutsche Reichsbank . Berlin. Handelsgesellsch. Banl-tUttetu 144.70 143.20 Dresdener Bank. . . 152 80 150.80 158 50 155.70 Mitteldeutsche Credilb. . 109 50 106.- Deutsche Bank . . . DeutscheGenoffenschftSb. 159.70 154.10 Wiener Bank-Verein . 104»/, 1011/8 Württemb. Vereinsbank 126.35 125.— v.Soergel,ParristusLCo. 129.50 127.80 Jrrdvstrie-Papieiee. Binding-Brauerei . . Stern- do. (Oberrad) 161.50 161.50 Deutsche Verlagsanstalt 229.50 227.10 133.60 130.40 Farbwerke,vorm.Meister, Bad. Anilin- u. Soda- Lucius & Brüning. 283.50 283.— fabrik .... 284.10 280.— RiebecfscheMontanwerre 182.40 180.— Vfarrddrttfe. 4% Franks. Hyp.-Pfdbr. 4o/oDeutscheGrundschld.- v. 86 ab . . . 101.50 101.50 Bk.-Pfandbr. . 101.— 100.70 3Vr0/gFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 96.— 95.90 3/,o/v Köln-Mindn.Loose 137.20 137 — Umertkanifch« «,senbahn-Bo«d». 60/oChic.Milw.f.St.Paul 40/0 Chicago Burlington Prt., rückzahlb. 1910 . bo/oChic.Milw.f.St.Paul 113.— 113.— Nebraska 1927 . . 41/8% California Pacif. 88.— 86.50 Prt., rückzahlb. 1921 . 6o/oCentr.Pacif.I.Mrtg. 102.60 101.55 I. M.. rückzahlb. 1912 6o/gPacif.ofMiffouri eon- 104.70 103.50 rückzahlb. 1896 . . 107.70 107.70 solidated I. M. r. 1920 105.80 104.50 5o/g BuderuS-Obligat. . Diversa ovttaattoneir. I 102 90 102.60 | Sr/^/vGrafHenkelv.Don- 1 ncr8niflrf. rfitfi A 105 1 1 —*•"— Qfrr. Chr. Pietsch) in Dießen. Kontagi' Die erstmalig! Vorlage im-rechst feit aller Parteien ier Steuerreform halben aus den vo linien. Namentlich Centrums stellten d welche die Steueret ftlten müßten und nativen Fractionen wurden eine Reihe geltend gemacht. $ hatten den Gesamn lesorm, namentlich langt, trotz aller ii leiten und Meinun slandigung erzielet Knanzminister Dr verlieh. Der neue führungsrede, we' über die Steuern heit und Sachlichk die Rede offenbar beigetragen, die leit des Herrn 1 Der Bunde hanshaltsetats fii die Novelle jum bezüglich der gni verficherungsgesetzi genommen. bald dem Reichst nem Wiederzufar wird. Dagegen wge behufs zw Commission bea Wurfs am l.D, Plenum vor der 2 die Lage kom El°ge zu besch unb der sonstiger "achtsserien voll bei' Reichstag in !?c Berathuna Mfon gehen m. Commission ei ^Handlungen ge; -eutlchlandz ^utsch-öst f'chert. L' I / Demker in < r M beiden S der hQ. die %1hA äU Icha- 4l"Äc.8 E, L'K"- 8 c