Ausland. Bern, 20. September. Der Bundesrath beschloß, um Versuche zu einem Ausgleich zu machen, Vertrauensmänner beider Parteien im Tessin zu einer Conferenz einzu- berufen. Das Cavallerie-Regiment Nr. 8 marschirt am 27. September event. früher nach dem Tessin. Die Jn- fanteriebataillvne 40 und 42 werden aus den 3. October einberufen, um eventuell noch vor dem Tage der Volksabstimmung (5. October) als Verstärkung in Tessin einzurücken oder später die dortigen Truppen abzulösen. — Das Bundesgesetz über die Wahlen in den Nationalrath ist innerhalb der gesetzlichen Frist nicht angefochten worden und wird daher für in Kraft getreten erklärt. Wien, 20. September. Den neuesten Dispositionen zufolge trifft Kaiser Wilhelm am 1. October, Morgens 9 Uhr, hier ein und begibt sich zur Hofburg, später nach Schönbrunn. — Nach der „Polit. Corr." berührt das österreichische Geschwader von Kiel aus auf der Rückreise einen französischen und einen italienischen Hafen und trifft gegen Ende October in Pola ein. Dort wird eö ab- gerüstet und durch das übliche Winterescadre ersetzt. Anders lautende Meldungen seien unbegründet. Paris, 20. September. Die hiesige portugiesische Gesandtschaft demcntirt in formellster Weise die Gerüchte betreffs eines Militärausstandcs in Portugal. In Folge der durch den englisch-portugiesischen Vertrag' verursachten' Crisc herrsche wohl Erregung, aber die Armeedisziplin sei intact ; ebensowenig existire eine republikanische Agitation im Lande. Nr. 221 Dienstag den 23. September 1890 7517 ar Amts- rmd Anzeigeblatt fut* den Areis Gietzen Gratisbeilage: Gießener Aamikienötätter | Amtlicher Theil neHkanisehe Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den '#-lfltnben Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Die Gießener »nmittenSlätter xrdm dem Anzeiger »Hchentlich dreimal helgelegt. Der Otetzener Anzeiger erscheint täglich, •Ml Ausnahme deS MontagS. sowie König Albert von Sachsen begaben sich vom Manövergelände direct nach Liegnitz, wo die hohen Herrschaften um 1 Uhr ein Frühstück einnahmen, woraus die gegenseitige Verabschiedung der Fürstlichkeiten erfolgte. Kaiser Franz Josef reiste gegen 3 Uhr Nachmittags nach Wien zurück und kurz nachher verließ auch Kaiser Wilhelm Liegnitz und begab sich zunächst nach Schloß Kreisau, woselbst er dem Generalfeldmarschall Grafen Moltke einen Besuch abstattete. Von Kreisau reifte der Kaiser weiter nach Schloß Klitschdorf, wo er bis zum Montag Abend zu verweilen gedachte, um dann zunächst einen mehrtägigen Jagdausflug nach Ostpreußen zu unternehmen. Ueber die politischen Ergebnisse der Kaiserzusammenkunft von Rohnftock hat bis jetzt noch nicht das Geringste verlautet, nur findet der überaus lebhafte und sehr herzliche Verkehr, der zwischen dem Reichskanzler von Caprivi und dem Grafen Kalnoky während der Kaisertage gepflogen worden ist, allseitige Beachtung. Daß diese Besprechungen die vollständige Ueber- einstimmung der beiden Staatsmänner über die allgemeine Politik der verbündeten Reiche gezeigt haben, wie in Wiener unterrichteten Kreisen angenommen wird, steht allerdings nicht im Entferntesten zu bezweifeln, ob indessen bei den Conferenzen zwischen Caprivi und Kalnoky irgendwelche neue Vereinbarungen getroffen worden sein sollten, ist mehr als zweifelhaft, da ein Grund hierzu nicht vorlag. Politisch dürfte daher durch die Entrevue von Rohnstock in keiner Beziehung etwas geändert worden sein, dagegen kann die Annahme nicht ohne Weiteres zurückgewiesen werden, daß bei der Kaiserbegegnung in Schlesien wirthschaftliche Fragen zur Besprechung gelangt sind, deren Lösung die politische Allianz der zwei mitteleuropäischen Kaiserreiche nur noch inniger gestalten könnte. Der in Halle a. S. versammelt gewesene deutsche Bergmannstag hat am Freitag seine Sitzungen beendigt. Als das bemerkenswertheste Ergebniß der Berathungen erscheint der Beschluß, einen allgemeinen deutschen Bergmannsverband zur Wahrung der Interessen der deutschen Bergleute zu begründen und ist zu diesem Behuse von den Delegirten eine Commission zur Ausarbeitung eines entsprechenden Organisationsentwurfes niedergesetzt worden. Gewiß ist es nur das gute Recht der deutschen Bergleute, sich zu einer derartigen Vereinigung zusammenzuschließen, von der sie eine Verbesserung ihrer wirth- schaftlichen Lage erhoffen. In der alten pfälzischen Reformationsstadt Speyer erfolgte am Freitag in feierlicher Weise der erste Spatenstich zu der von den deutschen Protestanten zur Erinnerung an die Prote- station von Speyer vom Jahre 1529 zu erbauenden Kirche. Die Frage der Wiedereinsetzung der gestürzten clericalen Tessiner Cantonsregierung verschärft sich allmälig. Obwohl der Bundesrath in seiner am Freitag abgehaltenen Sitzung, dem Vernehmen nach, die Verlängerung der dem Bundes- commissar Oberst Künzli übertragenen höchsten Regierungsgewalt im Tessin bis mindestens zum 5. October, dem Tage der Volksabstimmung über die Verfaffungsrevision, beschlossen hat, vollzieht Casellas, ein Mitglied der früheren Tessiner Regierung, fortgesetzt eigenmächtig Regierungsacte. Es ist dies eine offenkundige Auflehnung gegen die Bundesgewalt und wird der Bundesrath zweifellos gegen Caffelas einschreiten, falls derselbe seine Regierungshandlungen fortsetzt- sollten aber die Conservativen des Tessin Cassellgs gegenüber der Berner Centralregierung unterstützen, dann find blutige Verwickelungen im Tessin unvermeidlich. Sterttljähri^er ZvomnementspreiAS 2 Mark 20 Pfg. mV Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Nedactton, Expedition mtb Druckerei: -chntstrotzeAr.Z. Fernsprecher 51« Deritsctzes Aeöch. Berlin, 20. September. Die heute unter der Betheiligung von etwa 70 Professoren und Ingenieuren aus Frankreich, Schweden, Oesterreich-Ungarn, Holland, der Schweiz und Rußland unter Vorsitz von Bauschinger-München hier abgehaltene dritte Conferenz zur Vereinbarung einheitlicher Prüfungs-Methoden für Bau- und Sonst r u c t i o n s - M a t e r i a l i e n erledigte einen großen Theil der Tagesordnung und vertagte die Erledigung des kleineren Theiles auf die nächste, 1892 in Wien abzuhaltcnde Conferenz. Die Versammlung schloß mit einem Festmahle im Zoologischen Garten. Morgen wird seitens der Conserenz- mitglieder die Besichtigung der technischen Hochschule in Char- lottenburg unternommen. Berlin, 20. September. Ueber die von englischen Blättern verbreitete Nachricht, daß Crispi gegen die Abtretung eines Gebietes an Deutschland protestirt habe und daß bei der Besetzung durch die Deutschen Widerstand geleistet worden sei, wodurch die letzteren zum Rückzüge gezwungen wurden, ist in hiesigen amtlichen Kreisen nichts bekannt. Rohnstock, 20. September. Gestern Abend acht Uhr war Diner im hiesigen Schlosse. Kaiser Wilhelm saß links vom Bekanntmachung. Der für den 15. Juli angesetzt gewesene Zuchtviehmarkt mit Prämienvertheilung zu Glieder - Gemünden findet nunmehr nach Erlöschen der Maul- und Klauenseuche m der Umgebung Donnerstag den 2. Octoder statt. Mit demselben wird die für den 15. Juli vorgesehene Berlvofung verbunden werden. Alsfeld, den 7. September 1890. Großherzogliches Kreisamt Alsfeld. v. Grolman. politische Uebevsicht. Gießen, 22. September. Die durch die Gegenwart des Kaisers von Oesterreich, des Königs von Sachsen und anderer Fürstlichkeiten ausgezeichneten Kaisermanöver in Schlesien haben am Samstag früh mit i einem kurzen Schlußgesecht ihr Ende erreicht. Die beiden Kaiser, | "•Nu. DkLlW, Gießener Anzeiger Keneral-Wnzeiger. »0 —..... |1U__——T eere jS# ■ und ‘essY Mw Schiffahrt -NewYork ton anlaufend I es 7 Tagei re Postdampfer-Verbindung rischen Hambnrg-Westindien. Hamburg-Havana. Hamburg-Mexico. , Giessen, ottlieb in Nidda, Job*. I n. In Schotten, Theod. owsky in Homberg a/0. 'ichckck WW er, Pollvi., antb. heilt sicher n 2ojahr. Dr. Mentzel, nicht ayyro- totaür«6«26. Melior, ÄV* Hiotnblten In rc beftens^WsML--^- ASrW sagt »it Exp'd. Blatte»._________ »Selbsthilfe. IrrSÄft ”8fenU rar gt in t Kaiser Franz Joseph, Caprivi neben dem Kaiser Franz Josef. Links vom Kaiser Wilhelm saß der König von Sachsen, neben diesem Kalnoky, Kaiser Wilhelm gegenüber Graf Hochberg. Der Reichskanzler war Abends sechs Uhr von Hausdorf aus's Schloß befohlen worden. Beide Kaiser haben den gegenseitigen Gefolgen zahlreiche Auszeichnungen verliehen. Nach einer Bekanntmachung des Liegnitzer Magistrats treffen die Kaiser heute elf Uhr Vormittags dort ein. Liegnitz, 20. September. Vor Beginn der heutigen Parade brachte der Kaiser inmitten der Offiziere ein Hoch auf den Kaiser von Oesterreich aus. Die Umgebung stimmte begeistert ein. Der Kaiser Franz Josef dankte sichtlich gerührt und erfreut. Liegnitz, 20. September. Die beiden Kaiser haben Liegnitz verlassen, nachdem sie sich mit Kuß und Umarmung aufs herzlichste und innigste verabschiedet hatten. Eine vieltausendköpfige Menschenmenge begrüßte die Monarchen und gab denselben längs dem Bahngeleise mit stürmischen Zurufen das Geleite. Der Kaiser von Oesterreich verabschiedete sich besonders herzlich von Caprivi, der auch vom Publikum lebhaft begrüßt wurde. Kreisau, 20. September. Zum Empfange des Kaisers, der Nachmittags vier Uhr erwartet wird, ist eine besondere Halle erbaut worden. Von hier fährt der Kaiser nach dem Schlosse, wo sämmtliche Familienangehörige Molkt es zu seiner Begrüßung anwesend find. Nach einer Rundfahrt durch den Park ist Mittagstafel. Kreisau, 20. September. Während «des Diners erhob sich Moltke, dankte für die ihm wiederfahrene hohe Ehre des kaiserlichen Besuchs und trank auf das Wohl des Kaisers. Der Kaiser fuhr um sieben Uhr ab, Moltke, die übrigen Herren und Frau Major Moltke begleiteten den Kaiser zur Bahn. Bunzlau, 20. September. Der Kaiser ist um neun Uhr unter allgemeinem Jubel der Bevölkerung, vom Grafen Solms am Bahnhofe begrüßt, hier eingetroffen,- er fuhr im vierspännigen offenen Wagen durch die illuminirte Stadt, in deren Straßen Vereine und Innungen, Fackeln tragend, Spalier bildeten. Stuttgart, 20. September. Der „Staatsanzeiger" sagt - „Gegenwärtig wird in einem Theil der Presse mit unbegründeten Mittheilungen über die militärischen Verhältnisse Württembergs wahrer Unfug getrieben. Man kann nicht erwarten, daß die Regierung allen unwahren Insinuationen gegenüber Erklärungen abgiebt. Heute aber fei folgendes constatirt.- Es ist unwahr, daß das Entlasfungs- gesuch des Kriegsministers Steinheil gestellt und abgelehnt wurde, daß bezüglich der Ernennung des Nachfolgers des jetzigen commandirenden Generals irgendwelche Entscheidung getroffen ist, daß die Acten bezüglich der ehrengerichtlichen Untersuchung gegen einige Offiziere in Verlust gerathen sind. Zur anständigen Presse darf vertraut werden, daß sie nicht durch Verbreitung grundloser Erfindungen die Behandlung der schwebenden Fragen erschwert und dadurch Beunruhigung in weiteren Kreisen hervorruft." - “'S -°r Mk. 70,_ •rlkMe. "°- We Ueferwi], gazin, Neuenweg 9, Ä' ->) 2. M* Hf "___" Bekanntmachung, Amtstage des Großh. Kreisamts Gießen betreffend. Die unterzeichnete Behörde wird SamStag den 4. October 1890, Borw. 8 Uhr, einen Amtstag im Rathhause zu Grünberg abhalten und wird den Kreis-Eingesessenen aus den Amtsgericktsbezirken Grünberg, Homberg und Laubach anheimgestellt, etwaige Anliegen in diesem Termine vorzubringen. Gießen, den 21. September 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Gießen, den 21. September 1890. Betr.: Wie vorher. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh Bürgermeistereien der in den AmtSgerichtSbezirken Grünberg, Homberg und Laubach gelegenen Gemeinden de- KreifeS Gießen. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen. v. Gagern. Laudw. Winterschule deS landw. Vereins für die Provinz Oberheffen zu AlSfeid betr. Die landw. Winterschule zu Alsfeld wird den Unterricht in beiden Klaffen Montag den 27. Oktober l. I., Vormittags 10 Uhr, beginnen. Der Unterricht wird von zwei Landwirthfchaftslehrern und vier Hilfslehrern nach dem von der Großh. Oberen landw Behörde vorgeschriebenen Normalplan ertheilt. In der unteren Klaffe werden dementsprechend hauptsächlich die allgemeinen Bildungsfächer und Naturwissenschaften mit Rücksicht auf die Landwirthschaft, in der oberen Klaffe vorzugweise rein landw Disciplinen als: Ackerbau (Düngerlehre), Viehzucht (Fütterungslehre), Betriebslehre, Buchführung, Obstbau-, Feldmeffen, Molkereiwesen rc- neben den Naturwissenschaften gelehrt Ausnahmsfähig sind junge Leute, welche die Volksschule mit Erfolg besucht haben, z. Z ohne besondere Prüfung, im Alter von 14—20 Jahren. Aeltere Landwirthe können als Hospitanten ausgenommen werden. In der oberen Klaffe können nur junge Leute mit den entsprechenden Vorkenntniffen, namentlich solche, welche die untere Classe mit Erfolg besucht haben, Aufnahme finden. Der Unterricht findet im Anschluß an eine gute Lehrmittelsammlung statt, welche im vergangenen Jahre wesentlich vergrößert worden ist. Die Schüler werden auch außerhalb der Schulstunden von den Anstaltslehrern beaufsichtigt und in chren Privatwohnungen von denselben besucht. Gegen Ende März findet der Schluß des Cursus mit einer öffentlichen Prüfung statt. Das Schulgeld beträgt 25 Anmeldungen und spectellere Anfragen sind an den Vorstand der Schule Großh Landwirthschaftslehrer Herrn Leithi- ger in Alsfeld zu richten, welcher auch in Betreff der Unterbringung der Schüler in Privathäusern nähere Auskunft ertheilt und behilflich ist- Alsfeld, den 8. September 1890. Der Aufsichtsrath der landw. Winterschule zu Alsfeld: v. Grolman. Wien, 20. September. Die Blätter melden: Kaiser Franz Josef empfing gestern Nachmittag in Rohnstock den Reichskanzler Caprivi und überreichte ihm das Großkreuz des Stesansordens mit Brillanten. Kaiser Wilhelm empfing zu der gleichen Zeit den Grasen Kalnoky. Paris, 20. September. Nachrichten aus Yokohama zufolge sind beim Untergange des türkischen Panzerschiffes „Ertrogul" ertrunken 589, gerettet 66 Mann. Calais, 20. September. Achtzig Tüllfabrikanten schloffen in Folge von Differenzen mit den Arbeitern ihre Werkstätten- 5000 Arbeiter sind arbeitslos. Loudon, 20. September. Der Verband der Schisfs- eigenthümer beschloß, jedweder Arbeitervereinigung,welche seinen Interessen schädlich wäre, um jeden Preis entgegenzutreten. Viele Commis sind bereits unter Androhung der Entlassung aufgefordert worden, aus dem Schiffscommis- Verband auszutreten. Liffabon, 20. September. Der König betraute nach Anhörung der Mitglieder des Staatsraths den Kammerpräsidenten Marteno Ferras mir der Cabinetsbildung. Lissabon, 20. September. Es verlautet über das neue Kab in et, Mendez Ferrao sei zum Ministerpräsidenten und Minister des Auswärtigen, Cazal Ribeiro zum Minister des Innern, General Abreasanza zum Kriegsminister ausersehen. Bestimmtes über die Zusammensetzung des neuen Ministeriums ist vor Dienstag kaum zu erwarten. — Gegen den englischportugiesischen Vertrag sind von zahlreichen Munizipalräthen und anderen Corporationen bei den Cortes Proteste eingegangen. Die Ruhe wurde im Lande nirgends weiter gestört. Rom, 20. September. Der heutige zwanzigste Jahrestag des Einzuges der italienischen Truppen in Rom wurde hier, in den Provinzen und in den Colonien festlich begangen. Auf Befehl des Königs wurde im Beisein einer Deputation der Armee ein Kranz am Grabe Victor Emanuels niedergelegt und später im Namen Roms ein Kranz an der Porta Pia. _ Washington, 20. September. Die Tarifconferenz genehmigte die Senats-Amendements zu den Paragraphen über Chemikalien und Wollstoffe und setzte die vom Repräsentantenhause angenommenen höheren Zölle aus Hanf und Flachs fest. Ferner wurden die vom Repräsentantenhüuse festgesetzten Zölle aus Landwirthschaftsprodukte genehmigt. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphifcheS Torrespondenz-Bureau. Kiel, 21. September. Als die Schiffe des österreichischen Geschwaders heute früh Dampf ausmachten, sprang ein Kesjelrohr auf dem Panzerschiff „Kronprinz Erzherzog Rudolf". Wegen der nothwendigen Reperatur ist die Abfahrt des Geschwaders um zwei Tage verschoben worden. Tilsit, 21. September. Heute fand hidr die feierliche Enthüllung des Denkmals für Max von Schenckendorf statt. Würzburg, 21. September. Die hier tagende zwölfte Generalversammlung der Volkspartei hat unter Vorsitz Kroeber- • München die Abänderung der Statuten genehmigt und die Ausschußwahlen vollzogen. Als Vorort wurde Stuttgart und für die nächste Versammlung Pforzheim bestimmt. Wien, 21. September. Das „Fremdenblatt" sagt in einer Besprechung der Entrevue in Rohnstock: Die angesichts eines stattlichen Theiles der deutschen Armee von den beiden Monarchen ausgesprochene Bekräftigung treuer Waffenbrüderschaft habe eine hohe friedliche Bedeutung. Die hohe Auszeichnung, welche der Kaiser Franz Josef dem Reichskanzler v. Caprivi verlieh, werde in Deutschland gewiß als Beweis dafür betrachtet werden, welches Vertrauen der Herrscher Oesterreich-Ungarns dem Nachfolger des Fürsten Bismarck entgegenbringe. — Der Minister des Aeußeren, Gras Kalnoky, ist hier eingetroffen. Wien, 21. September. Der Kaiser Franz Jose ist mit seinem Gefolge hier wieder eingetroffen. Spezia, 21. September. Der Herzog von Genua hat heute in Vertretung des Königs den Grundstein für den neuen Handelshafen gelegt. Lissabon, 21. September. Wie es heißt, ist das Befinden des Königs wieder weniger gut. — Es ist noch nicht abzusehen, wann die Bildung des Cab in et s beendet sein wird. Sofia, 21. September. Nach Beendigung der Manöver im Feldlager bei Kula wohnte Fürst Ferdinand einem Offiziersdiner bei und brachte daselbst einen Toast aus die Armee aus. Von dort reiste Fürst Ferdinand nach Turn- Severin, traf daselbst mit seiner Schwester, der Prinzessin Maximilian von Bayern, zusammen, und begab sich in Gemeinschaft mit derselben nach Sandrowo, wo die Prinzessin Clementine bereits verweilt. Sydney, 21. September. Die Arbeitsconferenz hat den bekannten Führer der Londoner Arbeiter John Burns mittelst Kabeldepesche ersucht, d:e Anwerbung von Arbeitern in England und deren Zuzug nach Australien zu verhindern. Die Con- ferenz hat ferner den Erzbischof von Sydney Kardinal Moran, den Oberrichter von Victoria Higinbotham und den Premierminister von Queensland Sir Samuel Griffith zu Schiedsrichtern zwischen den Arbeitgebern und Arbeitern vorgeschlagen und sich verpflichtet, deren Entscheidung Gehorsam zu verschaffen. Frankfurt a. M., 22. September. Soeben wurde die 7. Hauptversammlung des deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke eröffnet. Zahlreiche Vertreter auswärtiger Bezirksvereine find anwesend, der Besuch aus Frankfurt ist schwach. Vor Eintritt in die Tagesordnung wird beschlossen, ein Begrüßungstelegramm an Dr. Miquel, das verdienstvolle frühere Mitglied, abzusenden. Cocalcs «nd -promptestes» . (Ziegen, 2'2. September. — Unsere Garnison ist am Samstag Abend mittelst Extrazügen wieder aus dem Manöver zurückgekehrt. Die Reservisten wurden gestern entlassen und marschirten um 11 Uhr mit klingendem Spiel der Regimentsmusik und in vergnügter Stimmung, durchgängig mit den äußeren Abzeichen des Reservemanns: gerollten Achselklappen, Feldflasche und Reservestock versehen, nach dem Bahnhofe. Die zwischen 11 und 12 Uhr nach allen Richtungen gehenden Eisenbahnzüge entführten die wackeren Reservisten in ihre Heimath und wieder ihrem bürgerlichen Berufe entgegen. x— Ein schönes Fest, welches Zeugniß aolegte von dem guten Einvernehmen, das zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer herrscht, wurde am Freitag Nachmittag aus der der Firma Buderus'sche Eisenwerke gehörigen Main-Weser-Hütte bet Lollar gefeiert. Das Fest wurde von der Firma aus Anlaß des von der Eisengießeretabtheilung genannten Werkes zum Versandt gebrachten Lvvvvsten Amerikaner OfenS (Loerrholdt'S System) veranstaltet und waren auf dem festlich geschmückten Hüttenhofe Arbeiter, Meister und Beamte zu einer kleinen Feier vereinigt. Unter Reden ernsten und heiteren Inhaltes, Gesangsoorträgen usw. verliefen die Stunden sehr rasch und werden allen Theilnehmern unvergeßlich bleiben. Es dürfte allgemein von Interesse sein, zu vernehmen, daß gegen Ende des Jahres 1878 ein Buderus'sches Werk im Nassauischen, weil abseits von Verkehrswegen gelegen und nicht mehr der Neuzeit entsprechend, den Betrieb einstellte und nach Lollar verlegt, wo man bis dahin nur Roheisen erzeugt hatte. Mustergültige Einrichtungen ermöglichten es, einen Guß herzustellen, der flotten Abgang fand, sodaß ständige Vergrößerungen der Anlagen erforderlich waren, namentlich aber seit der Erwerbung des Patentes Loenholdt auf Oefen mit amerikanischer Feuerung. Unter Benutzung eigener Patente und Aufwendung eines enormen Betriebscapitals wurde gemeinsam mit dem Werke zu Hirzenhain mit der Herstellung dieser Oefen im Jahre 1881 begonnen. Bis dahin waren in Deutschland nur Amerikaner Oefen in der bekannten runden Form im Handel und ist es das Verdienst der Buderus'schen Eisenwerke, ein Fabrikat geschaffen zu haben, dessen Formen dem deutschen Geschmack mehr zusagten und das dadurch bahnbrechend auf die ganze Ofenfabrtkation Deutschlands eingewirkt hat. Infolge der tadellosen Ausführung fanden die Oefen in Deutschland und weit über dessen Grenzen hinaus ungeteilten Beifall und erzielten einen durchschlagenden Erfolg. Auf vielen Ausstellungen des In- und Auslandes wurden dem Fabrikate beider Werke die höchsten Auszeichnungen zu Theil. Ueber die Bedeutung des Betriebes der Eisengießerei kann man sich einigermaßen einen Begriff machen, wenn man berücksichtigt, daß derselbe 1878 mit 40 Arbeitern eröffnet wurde und heute deren circa 500 beschäftigt, was gewiß von einer ganz colossalen Vergrößerung spricht. Zu diesem großartigen Erfolge hat außer dem einträchtigen Zusammenwirken der Beamten, Meister und Arbeiter in erster Linie der Leiter der Eisengießerei, unser geehrter Mitbürger, Herr Carl Buderus, beigetragen, dessen unermüdlichen Bestrebungen und genialen Schöpfungen es zu verdanken ist, daß die Eisengießerei in so kurzer Zeit zu solch großer, nie geahnter Blüthe gelangte. K—r. Lang-Göus, 19. September. Gestern fand hier das Missionsfest des Decanates Gießen statt, begünstigt von herrlichem Septemberwetter. Es war ein Festtag für die ganze Gemeinde. Alle Arbeit ruhte. Von nah und fern waren die Festgäste gekommen. Die Kirche war viel zu klein, um die Festtheilnehmer alle zu fassen. Deßhalb fand der Gottesdienst auf dem Kirchenplatz statt. Hier hatte in dankens- werthester Weise der Gemeinderath eine große Zahl Bänke und eine provisorische Kanzel unter den schönen Lindenbäumen des Platzes aufschlagen lassen. Die Zahl der Festtheilnehmer belief sich des Vormittags auf ungefähr 1200. Um 10l/zUhr begann der Gottesdienst mit dem Gesang des Liedes „Herr Jesu Christ". Den Altardienst versah der Ortsgeistliche, Pfarrverwalter Koehler. Nach Absingung einiger Verse des Landes „Wach' auft du Geist der ersten Zeugen" bestieg Missionar Thumm von Frankfurt die Kanzel und hielt die Festpredigt über Marc. 16, 14—15. In klarer die Zuhörer fesselnden Worten führte er aus, warum wir Mission treiben ! sollen. Auf Grund der angezogenen Schriftstelle schilderte er zuerst den Missionsbefehl unseres Herrn, der uns die hl. Pflicht auferlegt, nun auch das Werk der Mission zu treiben. Dann schilderte er die Missionsinstruction unseres Herrn — wir sollen zu allen Völkern ohne Unterschied gehen und Niemand von der Gnade Jesu Christi ausschließen- endlich zeigte er uns das Missionsziel — Es wird ein Hirt und eine Heerde werden. In ergreifenden Worten führte er aus, wie gerade in unseren Tagen ein mächtiges Sehnen durch die Heidenwelt gehe nach der Gnade Gottes m Christo. Nach der Predigt sang der hiesige Gesangverein ,/Frohsinn" das Lied „Zu Gottes Preise tönt das Lied", das schön und sicher gesungen wurde. Dann sprach der Ortsgeistliche das Schlußgebet. Mit dem Gesang der letzten Verse des Hauptliedes und Ertheilung des Segens schloß die Vormittagsseier. Um ^2 Uhr begann der Nachmittagsgottesdienst, eröffnet mit dem Gesang des Liedes: „Herr, wir singen deiner Ehren". Dann predigte Pfarrer Dietz-Messel unter zu Grundelegung von Marc. 7, 31—35 über die socialen Nothstände unserer Zeit. Er führte unter Anderem in echt volksthümlicher Weise aus, daß die Heilung der socialen Nothstände im letzten Grunde nur erfolgen könne durch das Evangelium. Da sei es denn vor allem nöthig, daß ein Jeder streng seine Pflicht thue, ein Jeder in dem Berufe, darinnen er berufen ist. Die Hauptsünde unserer Zeit, woran alle krankten, sei die, daß Jedermann überall besser zu Hause sei, als in seinem eigenen Herzen, daß Niemand die eigenen Fehler erkennen wolle. Würde ein Jeder anfangen, sich selbst zu erkennen und zu bessern, so würde vieles besser bei uns werden. Damit sei der erste und wichtigste Schritt zur Lösung der jetzigen Uebelstände geschehen. Wohl werde es noch einen schweren Kamps kosten mit den finsteren Mächten des Umsturzes und Unglaubens, aber endlich werden dieselben doch vor der Macht des Evangeliums die Waffen strecken müssen. Mit großer Aufmerksamkeit folgten die zahlreichen, sich nunmehr auf ungefähr 1500 belaufenden Zuhörer dieser ernsten und auf die Zuhörer einen tiefen Eindruck machenden Predig:. Mit dem Liede „Ach bleib' mit deiner Gnade" schloß der Gottesdienst. Sämmtliche Gesänge des Vor- und Nachmittagsgottesdienstes begleitete in exacter Weise der Klein-Lindener Posaunenchor, der dadurch sehr zur Verschönerung des Festes betrug. Unmittelbar nach dem zweiten Gottesdienst fand bie Nachversammlung statt, die eingeleitet wurde durch Gesang des hiesigenGesangvereins.Dann sprachPfarrerDeggau-Heuchelheim im Anschluß an A.-G. 8, 27—29 über den rechten Gebrauch der hl. Schrift. Er zeigte, von welch unendlichem Segen es sei, wenn in jedem Hause nicht nur eine Bibel sei, sondern wenn womöglich jedes Familienglied eine solche oder doch wenigstes ein neues Testament besitze. Ein jeder Hausvater habe denn auch die hl. Pflicht, die Seinen zum Lesen der Schrift anzuhatten und ihnen in schlichter, einfacher Weise dieselbe zu erklären. Gerade in unserer Zeit sei es Noth, die Bibel immer mehr zu verbreiten - dies könne besonders geschehen durch Vertheilung von Neuen Testamenten an die Con- firmanden am Confirmationstage oder an die Schulkinder bei besonderen Gelegenheiten, etwa bei Schulprüfungen als Prämien, ferner durch Schenkung von Traubibeln bei kirchlicher Eheschließung. Ein ganz besonderer Genuß wurde daun der Festversammlung noch durch zwei Gesangesvorträge des Klein-Lindener Kirchenversangvereines geboten, die durch die Reinheit des Vortrages und präcise Ausführung bei allen Theilnehmern Beifall und Bewunderung hervorriefen. Nachdem noch Missionar Thumm einige Mittheilungen aus dem Gebiet der Heidenmission gemacht und Decan Wahl Schlußgebet und Segen gesprochen hatte, schloß die Feier mit dem Liede „Nun danket alle Gott". Die erhobene Collecte, die für die Heidenmission und innere Mission bestimmt wurde, belief sich auf 140 Mk. 45 Pf. Schließlich sei Allen, die zur Verherrlichung des Festes mit beigetragen haben, hier nochmals herzlich Dank gesagt. Butzbach, 20. September. Am Donnerstag fand dahier die Wahl eines Beigeordneten der Stadt Butzbach statt. In Anbetracht der verschiedenen Wahlen, die in diesem Jahre hier schon* stattfanden, war die Bethetlignug an der diesmaligen Wahl seitens der Wahlberechtigten eine verhältniß- mäßig schwache. Von 391 Abstimmungsberechtigten machten nur 191 von ihrem Rechte Gebrauch. Es erhielten Stimmen: Herr Gemeinderath Gernand Wilhelm Küchel 103, Herr Nicolaus Spiegelberger 49 rnd Herr Carl Kalbfleisch 37. Da nach vorstehendem Stimmresultat sich mehr als die absolute Stimmenmajorität auf Herrn G. W. Küchel vereinigt hatte, so ist derselbe somit auf die Dauer von 9 Jahren zum Beigeordneten der Stadt Butzbach gewählt. *△ Mainz, 20. September. (Fortsetzung und Schluß der Prämiirungen bei der landwirthschastlichen Ausstellung.) 5. Abtheilung: ,,T h i e r h a l t u n g" (Gruppe Rindvieh). Ehrenpreis von Mainz: Gemeinde Guntersblum, Ehrenpreis der Landsparkasse: Gemeinde Waldülversheim, Ehrenpreis des Kreises Mainz: Kraft-Hof Grübenbuch, Ehrenpreis der Provinz Rheinhessen: Zuchtgenoffenschaft Eimsheim. I. Pre'se: Staufer-Flomborn, Zuchtgenoffenschaft Monzenhain, Zucht- genossenschaftEimsheim,Dudershöser-Hangenwahlheim,Stender- Bretzenheim, Rümpling-Finthen. (Gruppe Schweine und Ziegen.) Ehrenpreis von Oppenheim: Jungkeim II.-Als- heim. I. Preise: Hammann-Biebesheim, Wirthwein-Biebes- heim, Henn-Gonsenheim. (Gruppe N utz g e s l ü g e l.) Ehrenpreis des Mainzer Geflügelvereins: Kranzbühler-Worms, Lohe-Mainz, Ehrenpreis des Vogelzüchtervereins Worms: Racke-Mainz, Ehrenpreis von Heidelberg: Schwemmler- Worms. Für beste Gesammtleistung: Goldene Medaille: Kranzbühler-Worms. I. Preise: Juxbach-Offenbach, Luft- Felsenberg, Reininger-Bretzenheim, Selzer-Worms. (Gruppe Fischerei.) Ehrenpreis des Freiherrn von Heyl: Firma F. C. Hänlein Sohn-Mainz. Für beste Gesammtleistung: Goldene Medaille: Fischereiverein des Großherzogthums Hessen in Worms. (Gruppe Bienen.) Ehrenpreis des Kreises Bingen: Weyl & Breidecker-Sauerschwabenheim. Goldene Medaille: Bürgermeister Dörr-Mettenheim. I. Preise: Metz- Lorsch. Für Honig: I. Preis: Krick-Osthofen. 6. Abtheilung: Molkerei. Ehrenpreis der Stadt Oppenheim: Sieger & Fröhlich-Frankfurt a. M. Goldene Medaille für Molkereimaschinen und Geräthe: Bergncr & v. Stein-Frankfurt a. M. *△ Mainz, 21. September. Gestern wurde hier abermals ein Fremder verhaftet — der zweite innerhalb weniger Tage — in welchem man einen Spion wittert. Dieses Mal war es ein harmloser Holländer, der sich vergnügenshalber hier aufhält und bei einem Spaziergang um die Stadt auf einen verbotenen Weg gerieth. D^ Verhaftung erfolgte hier aber nicht aus dem Uebereifer einer Militärpatrouille, sondern ein anderer Spaziergänger hat den Holländer aus dem verbotenen Weg kommen sehen und darauf nichts eiligeres zu thun gewußt, als bei der Thorwache Anzeige zu erheben, infolge dessen alsdann die Festnahme des Fremden geschah. Auf dem Polizeibureau konnte sich der Holländer ausreichend legitimiren, sodaß dessen sofortige Freilassung erfolgte. Bei dieser sortwährenden „Spionenricherei" verdient das besonnene Vorgehen der hiesigen Polizeibehörde volle Anerkennung In den vielen Fällen, die sich in der letzten Zeit in ähnlicher Weise wiederholt haben, ist die Polizeibehörde den betreffenden Fremden immer mit der größten Zuvorkommenheit entgegengekommen und immer war sie bemüht, mit thunlichfter Schnelligkeit Aufklärung herbeizuführen. Alle Fremde und Reisende, die von dem Schicksal heimgesucht wurden, hier als Spion verhaftet zu werden, haben der hiesigen Polizeibehörde dieses Lob unumwunden zugestanden. tkemmi- IParis. Feinste Specialitäten. 4447 Zollfr. Versandt durch W. H. Mielck, Frankfurt a. M. Special-Preisliste in verschloss. Couvert ohne Firma geg. Eins, v. 20 Pfg. in Briefm. Grüriberg, 20. September. (Fruchtpreise). Wetzen X 1920, Korn X 10.60, Gerste X 15.00, Hafer X 12.80, Erbsen X--, Linsen ——, Lein — —, Wicken —, Samen 26.—, Kartoffeln —.— r 13 Geolk Se^Msabetha W Glaser Mstao r SerontcaW Megec d°hier. MMNir IKf ifi Sflü SeMber. ObenovMg, " - Mller, 1 ;s@ , 7, Dem Dt< SeplemoN. • n it L Sn w Sem SSÄk • Helme. „__ Das Register zur Steuer^ (legt zur EiM eines M des MerjiiNen w”. daß Wwerden gegen m vier Wochen nach Äblaur «Mich bei GrHerzogli-i and daß M mzedrch können. Gietzen, den 23. € Der Vorstand d 1125] Louis: Donnerstag lUdjin wirb aus bem Nachlab anlüge 16 III) eine Dasselbe besteht in: 2 SoM, 1 ovc Nachttischen, 2 3 Belten mit 2 Kommoden, 1 1 Cochlchen, 3 Slumentreppe, t lampe, Wemver Wenschrank, Äü Wnem Mengest lachen u. s. w. Wittag« 2V2 Uhr i califttn Sorten >u M- "Mietend 5t den 22. sJ ®l(W Oberförfletei Sft»- Korber isgn g?rn: *9enb anu steigert werben Alzheim, L % & , 5? * S&,1 «nbtll'3V,w s Q*b, u'^ittaa ^ntitüt Ä daß kommt L Nfpf . b eil WS i ^'99« A d°s ’Q\ unenbiid)^ X6raud) ' EUlt Sibel 3e" °s C< eint Mit „x eni \ Ein jeder boc^ Seinen rnw oa?§t)ater ^lichter, iei-er Weise Mpf iEl esNolh, bie $Jonne b-!°aders, ^eftamenten anbieis™ lulhr-?'6 ^^ikwder bei Wra ungen alä $ränii be,n b°i kirchlichV A lutbt dann der Sefaer- ' P ,d'° Reinheit des eejen' **«'« »mm einige Mtheilnngen Semae^t und Deem $aM ?atte' W«6 die Fein« ™! blc Heidenmission und «f !>ch auf 140 !Dit. 45®. <>erhel-rlichung des Festes löl§ herzlich Dank gesagt. ^Donnerstag sand dahier Stadt Butzbach statt. In len, die in diesem Jahre z 8ethettigung an der dies- rrechügten eine Verhältnis rmungsberechtigten machten nch. Es erhielten Stimmen: Wilhelm Küchel 103, Herr Herr Carl Kalbfleisch 37. ultat sich mehr als die ab- m G. W. Küchel vereinigt : die Dauer von 9 Jahren tzbach gewählt. MCI (Fortsetzung und Schluß lirthschaftlichen Ausstellung-! g" (Gruppe Rindvieh). >e Guntersblum, Ehrenpreis Süloersheim, Ehrenpreis des ibud)/ Ehrenpreis der Proust Eimsheim. I. Preise: chaft Monzenhain, Zucht- >HangenwahlheimMender- Gruppe Schweine und enheim'. Jungkeim H.-Als- besheim, Wirthwein-Biebes- peRutzgeslügcl.) Ehren- rein§: Kranzbühler-Worms, Logelzüchtervereins Worms: Heidelberg i ®*mmler: riftung: S*** r Furb°-h-Oli-"bach, ^1- . Zelier-Worvd. (®t“PPe S »on W: F'E° Ly Ute Gesamtleistung. 5esGr°ßh«z°gthumsH°^ r Ehrenpreis des KW» ^'7 ,hei- I Setjnet & ”• ■ ®e,teI” WUerr6al6,era=* ®>" M °ttgnüg-ns' langer, L" ' um bit ®tlbi rdf« einet 1 bet -S^AÄbei«'^ j# sf SJ* n betreffend" n rne<** a M- >1920, . ^ei,en > * 1 srbsen^^- „r nA * Ad“1 <0. und nicht schmutzend, anerkannt vorzüg- u Wir empfehlen: Medic. Leberthran, heibgeib | en. VS do. o c/> Aecht chin. Thees, Ernte l890r. 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September 1.1., Vormittags um 10 Uhr anfangend, soll das hiesige Gemeindeobst, größtentheils in Aepfeln bestehend, versteigert werden- Bemerkt wird, daß eine ziemliche Quantität Aepfel zur Versteigerung kommt. Der Anfang ist beim Teich, im oberen Theil des Orts. Rödgen, am 20. Septbr. 1890. Großh. Bürgermeisterei Rödgen 7712] Ein fast neuer, durchaus brauchbarer amerikanischer Ofen steht für 55 Mark zum Verkauf. Frankfurterstraße 6 Hl. 7494] Zeige ergebenst an, daß ich von heute ab Lohnfuhrwerk betreibe und empfehle mich zur Uebernahme von Fuhren aller Art. Christian Küfer, Schottstraße 11. müssen meine sammtlichm Moralitäten geräumt sein, da dieselven theils vermiethet, theils verkauft find. Möbel werden ya jedem annehmbaren Preise abgegeben. Gestorbene. September. 15. Rudolfine Koch, 5 Monate alt, Tochter von Schlosser Friedrich Gustav Koch dahier. 17. Dina Bornhard, geb. Naumann, 39 Jahre alt, Ehefrau von Schuhmacher Friedrich Bornhard zu Weilburg. 18. Henriette Jung, 24 Jahre alt, ledig, Dienstmagd dahier, von Nteder-Jngelhetm. 16. Josepha Scheiblein, geb. Krick, 62 Jahre alt, Wittwe von Bernhard Scheiblein zu Neustadt a. d. Saale. Malztreber täglich frisch, per Zuber Im Auftrag: Louis Kothenbergsr, Gerichtstaxator. Gottesdienst in der Synagoge. Versöhnungstag, Mittwoch, 24. September. Dienstag Abend 6 Uhr, Mittwoch Morgen 7 Uhr, Mittwoch Abend 6 V», Ve Flaschen. Rum, Arrac. der Becke & Marsily. Antwerpen F. J. Bothof, Generalagent, Mainz. 7520] Ein (Israel.) Lehrling wirb in eine Metzgerei mit Wurstfabrik nach Friedberg gesucht. Zu erfragen in der Expedition des ^Gießkner Anzeiger". Herrmhaager Baumschule bei Büdmgeu. Diesen Herbst letzter und gänzlicher Ausverkauf unserer Baumschule. Apf^lhochstämme Flur 33 Nr. 243,5 — 200 Meter Hof- raithe am Nahrungsberg, Flur 33 Nr. 243,3 - 2037 Meter Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, 22. September 1890. Benner «fe Krumm, 40 Bahnhofstrasse 40. [7813 Städtische TBaiigewerkschnle zu IDSTEIN im TAUNUS beginnt Vorcursus 1. October, Wintersemester 3. November. Auskunft und Programm kostenlos durch die Direction. 6744 7810] 1800 Meter Schienengekeise (Feldeisenbahn) mit 24 eisernen Kipp- wagen für den Transport von Erde, Steinen rc geeignet, gebraucht, aber sehr gut erhalten, wie neu, sofort fehr billig abzugeben. Offerten sub L. D. 356 an Haafen- stein & Vogler, A G- in Mainz. GKOKGOOGGGGGM>GSGGOGGGGOW • Cacao, Chocolade, Thee, Vanille. M Viel Geld tz kann Jedermann erlangen, welcher« bei einem Gothaer 100-Thaler-M SerienlooS I. Abtheilung mit- 8» spielt. Gewinnziehung am 1. October. M Haupttreffer: Jt* 120,000, — 30,u00, ■ - 2 L 15,30-, — 5 ä 3000 rc — ■ kleinster Gewinn JL 30t—. Pläne, ■ Listen und Auskunft gratis. [7809 ■ Karl Bostnger, Bank- und Loos» ■ geschält, Stuttgart, Hauptftätter- W straße 76. aarantirt frisch, 2 Stück 13 Pfg.. 25 Stück 1.50 Mk. - 50 Stück 3.00 Mk.» 100 Stück 6.00Mk. = empfiehlt [666-' Hch. 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Flecke; Hautjucken jc. ä 5- vier Wochen nach Ablauf der Offenlegungsftist entweder schriftlich oder - - 50 1 „ 25 „ 1 „ „ wo N 100 |98U|d ‘uazuojg ‘9>|3ei ‘ossiujij ‘ueqjBj Ä >eeeee®eee®®i®@®eee®e®®eee und Mänteln mündlich bei Großherzoglichem Kreisamt dahier vorgebracht werden müssen und daß später vorgebrachte Beschwerden keine Berücksichtigung mehr finden können. Gießen, den 23. September 1890. Der Vorstand der israel. Religrons'Gemeinde Gießen. M. Hornberger. 7812 Obstverstcigcrung. de« 26. S-Vtewber, sollen auf dem hiesigen Ortsgerrcht die w TJ“ 01/ den Start Hardt Eheleuten in Gießen Nachmittags 2 /2 Uhr, Wird rm srs-, gehörigen Immobilien: calischen Garten zu Alten-Bufick bie1 - --- --- — • finden gute Aufnahme. 7531____________Ludwigstraße 27, III. 7366] Gute Arbeiter gesucht. Schreiner Lenz, Frankfurterftraße 123. W. Klippatein in Langsdorf [371 Bringe meine Korb- und Stuhl- flechterei in empfehlende Erinnerung. Aug. Werner, Weidengaffe, 7700] gegenüber dem Polizeiamt. 7749] Junge zum Austragen von Backwerk fofort gesucht. Bäcker Kronenberg, Ludwigsplatz 3. 7815] 3000—4000 Mk. als zweite Hypothek gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl.________ 7716] Tücht. zuverlässiges Mädchen für Küche und Hausarbeit auf Michaeli gesucht. Näheres _____________Südanlage 15, parterre. 7710] Ein Wagnergefelle gesucht von Jakob Dörr, Bieber bei Rodheim. diesjährige A-pfel-, Birn- und Zwet- schenernte meistbietend versteigert. Gießen, den 22. September 1890. Großh. Oberförsterei Gießen. Block. 7827 Das Gemeinde - Obst zu Holzheim, bestehend in Aepfeln und Zwetschen, M Donner-tag den 28. September 1890, Vormittags 9 Uhr anfangend, auf dem Küchenberg versteigert werden. Holzheim, den 20. September 1890 Großh Bürgermeisterei Holzheim. Mittwoch den 24. September: Ehre. Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 25. September: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Wallensteins Tod. Außer Abonnement. Freitag den 26. September: Die schöne Helena. Gewöhnliche Preise. Samstag den 27. September: Neu einstudirt: Die Geschwister. Clavigo. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 28. September: Der Bibliothekar. Gewöhnliche Preise. Montag den 29. September: Neu einstudirt: Aus der Gesellschaft. Gewöhnliche Preise. Für die Abgebrannten in Staufenberg gingen weiter bei uns ein: Ueberlrag: 68.50 Jt, M. H. 3 «X, A. Z. 123 2 JL, W. Benner 50 K. Müller, Neuhof bei Lang-Göns 10 JL, L. Scheid 5 JL, I. Jughard 5 Jt, F. B., Schretnermstr. 10 JL, Bickel 10 v*L, L. F. 2 Zusammen 116 JL Wettere Gaben ntmmr entgegen Die Expedition des „Gießener Anzeigers". — An Conrad Röhrsheim in Crumbach wurden ferner noch 85.50 v& von Herrn Pfarrer Schlaffer abgesandt. Hermiethungen. 7558] Möblirtes Zimmer in der Bahn- hofstratze zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl.________ 7729] Ein möbl. Zimmer, gl. beziehb., zu vermiethen. Näheres Mäusburg 17. 7805] Ein schönes großes Zimmer, einfach moblirt, an einen oder zwei Herren ! zu vermiethen- Löwengqsse 34 III. V82 ] Ein freundl. möblirtes Zimmer mit Cavinet zu vermiethen. Asterweg 16. @>d)önr Stallung für 1 oder 2 Pferde, eventuell mit, Remise, auf 1. October zu vermiethen.! Näh. in der Exped. d. Bl. [7ti23 7822] „Erlengasse 15" ein Logis zu vermiethen. Näheres Neuenweg 15. 7252] DiHllständig neu hergerichtete mittlere Wohnung, Südanlage Nr. 4, bestehend aus 8 Zimmern mit Zubehör und Gartenantheil, ist zu v^mi^then^ 5872] Schöne Mansardenwohnung, drei ineinandergebende Zimmer, Küche und Wasser!., abgeschl. Corridor, sofort zu beziehen.__Ludwigftraße 14. "5412] Im M. Heichelheim'scheu Hause, Seltersweg 20, ist die Wohnung über dem Laden mit Garten zu vermiethen auf 1. October. Näheres bei A. Hoffmann, Seltersweg 33. 7619] Kl- Familienlogis im 2. Stock zu vermiethen.______Schützenstraße 19. 3981] In meinem Hause, Alicestraße Nr. 26, ist der 3. Stock, 6 Zimmer, Küche mit Wasserleitung und Zubehör, sofort zu vermiethen. ______Frau Professor Taschs Wwe. 5619] Die dritte Etage, Gartenstraße Nr. 38, mit Gartenantheil per sofort zu vermiethen. Näheres _____________________Nordanlage 33. Schöne Wohnungen sind in meinem Neubau (Bahnhofstraße), per November ganz oder getbeilt zu vermiethen. August Noll II., 6834______________Bahnhofstraße 53. 7762] Ein Logis zu vermiethen. Schreiner Kinkel, Rittergasse 19. ~7783] Unmöblirtes Zimmer an einzelne Person sofort zu vermiethen. _______Kempf, Neustadt 79 574' ] Durch Versetzung des Herrn Kreisbaumeisters von Riefel ist die zweite Etage meines Hauses für sofort oder später anderweit zu vermiethen. Dr. Haupt, After weg 29. _ ' 6845] In meinem neuerbauten Hause, Ecke der Damm- und Steinstraße, sind zwei schöne Logis, je vier Zimmer und Küche mit allem Zubehör, per 1. October a c. zu vermiethen. Andreas Euler, Nordanlage 5. 7344] Kl. Logis, 2—3 Zimmer nebst Zubehör, an ruh. Leute zu vermiethen Seltersweg 31. ”7440) In dem Jüngst'schen Hause, Wilhelmstraße 3, sind zwei schöne Fa- j milienwohnungen von je 4 Zimmern mit j allem Zubehör, sowie Wasserleitung, die, eine auf sofort, die andere pro 1. De-: cember l. Js. zu vermiethen. Näheres im Hause selbst.__________ Zwei Wohnungen von je 4 Zimmern mit Zubehör, nebst ?uten Gärten, Bleichplätzen rc., am: . October frei. Näheres 7120 Frankfurterstraße 49. 6095] In meinem Nebenbau eine kleine Familienwohnung zu vermiethen. LouiS Petri HI. 7669] Schulstr. 2 zwei Atm«, Cab., Wafferl., uebst Zuv., sof. zu verm. Vermischte Anzeigen. 7818] Gesucht ein gesetztes Mädchen oder Frau für die Vormittagsstunden, hauptsächlich zur Beaufsichtigung eines Kindes__________Marburgerstraße 20. Mr Schneider. 7824] Tüchtigen Hosenmacher sucht ___W. BehrenS. Gesunde Amme sofort gesucht. 7826 Bahnhofstraße I. 7832] Gesucht ein Geschäftsführer für ein in Gießen zu errichtendes feines Hamburger Cigarren-Detail-Geschäft. 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J. habe ich die Ehre, die dritte Theater-Saison im „Neuen Theater“ hiesiger Stadt zu eröffnen, und ist diesmal die Zahl der zu gebenden Vorstellungen im Abonnement auf 60 festgestellt. Um nun dem Kunstgeschmack des hochverehrten Publikums in jeder Beziehung gerecht zu werden, habe ich in Bezug auf Personal, Auswahl der Novitäten und Anfertigung ganz neuer Decorationen für diese Saison ganz besondere Anstrengungen gemacht. Da aber die allgemeine sociale Bewegung leider auch nicht ohne Einfluss auf Kunst und Künstler geblieben ist, so sind diese besonderen Anstrengungen naturgemäss auch mit bedeutend höheren Kosten verbunden. Ich bin daher in die Lage versetzt, dem hochverehrten Publikum die dringende Bitte an das Herz zu legen, mich in dieser äusserst schweren Saison durch ein zahlreiches Abonniren bestens zu unterstützen. Der Abonnements-Preis stellt sich wie früher: 20 Mark für 20 Sperrsitz-Karten, und 12 Mk. für 20 I. Platz-Karten. Sperrsitz-Karten für Vereine und Corporationen, Vereins-Karten auf den I. Platz, sowie Sperrsitz-Karten für Studirende kommen, um dem in voriger Saison damit getriebenen Missbrauch vorzubeugen, nicht wieder zur Ausgabe. An Neuheiten habe ich für die hiesige Bühne erworben : „Das letzte Wort", „Der Zaungast“, „Die Strohwittwe“, „Mit fremden Federn“, „Nervös“, „Die Ehre“, „Unkraut“, „Das Schützenfest“, „Seine Schwestern“, „Ilse“, „Professor Klint“, „Das Bild des Signorelli“, „Die wilde Jagd“, „Galeotto“, „Sie wird geküsst“, „Alfreds Briefe“, „Franxillon“ u. s. w. An Gastspielen habe ich mit namhaften Künstlern, wie: Fräulein Thessa Klinkhammer und dem Kaiserl. Kuss. Hofschauspieler Herrn Adalbert Brümmer bereits Verträge abgeschlossen. Indem ich nun am Schluss noch einmal dem hochverehrten Publikum die herzliche Bitte ausspreche, mich in meinem diesjährigen schweren Unternehmen gütigst zu unterstützen, werde ich mir die Ehre geben, den hochverehrten Abonnenten auch in dieser Saison persönlich meine Aufwartung zu machen, und zeichne mit der vorzüglichsten Hochachtung 7738 / Adam Reiners. Börfe»woehe»bericht von E. Wassersc&lefoen, Bankgeschäft. Die zuversichtliche Stimmung hat auch in dieser Woche nicht wieder zum Durchbruch kommen können. Die Srlbergesetzgebung der Vereinigten Staaten uat die Verhältnisse so gründlich verschoben, daß heute die Coursentwtcklung auch bet uns fast allein von der Zukunft des Silberpretses abhängt. Das ist nicht zuviel gesagt, denn es kann kaum zweifelhaft sein, und die Erfahrungen in unzähligen analogen Fällen bestätigen es, daß die Börse willig steigende Zinssätze und einen knappen Geldstand ertragen würde, wenn eine Fortsetzung der Silberbewegung den zahlreichen Hausseengagements Aussicht auf eine leichte und gewinnbringende Abwicklung bieten würde. Aber die Silberbewegung ist ins Stocken gerathen. In New-York, dem Centrum der Silberspeculatton, hat die Geldklemme ungeheuere Dimensionen angenommen. Die Regierung zwar thut mehr, als verlangt werden kann, um der Noth abzuhelfen; sie zahlt die Zinsen der Staatsanleihe auf Jahre hinaus voraus, kauft Millionen Bonds zu hohen Preisen zurück, sie nimmt auch Silber zu gewichenen Coursen auf, aber noch immer ist der Erfolg gering, wenn auch der Geldmarkt dadurch erleichtert wurde, denn, wie häufig in solchen Fällen, ist es nicht der effective Mangel an Geld, als vielmehr das Mißtrauen in die Zahlungsfähigkeit des Geldsuchers, welche die Sätze auf eine Höhe htnauftreibt, die einen großen Theil der Engagements zur Liquidation zwingt. Deshalb kann sich auch Silber nicht erholen, und die nun gleichzeitig auch bet uns eintretende Versteifung des Geldmarktes läßt die Aussichten doppelt trübe erscheinen. Die Börse hat viel von der Zuversicht, mit welcher sie noch vor Kurzem die Zukunft des Geldmarktes beurtheilte, verloren, und doch haben sich die thatsächltchen Verhältnisse keineswegs in gleicher Weise verschlechtert. Die Entwicklung ist normal und die Enttäuschung rührt nur daher, daß man so wett gtng, die Hoffnung zu begen, daß der diesmalige Herbsttermtn den Geldmarkt unberührt lassen würde. Vor Wochen schon ist auf diesen Jrrthum an dieser Stelle aufmerksam gemacht worden. Es ist ja nicht die Börse allein, deren Geldbedarf in die Wagschale fällt, die Ernte ist größer, als im Vorjahre, die Preise sind höher, so daß der Minder- bedars auf der einen Seite, den man vielleicht auch zu hoch anschlägt, reichlich ausgeglichen wird. Nun, da man die Zuversicht verloren, beobachtet man ängstlich das Anziehen der Geldsätze hier und an den fremden Märkten. Jetzt macht man die Entdeckung, daß tn Berlin die Hausseengagements gar nicht so gering sind, als man annahm, jetzt beginnt man auch der Pariser Bewegung, die seit geraumer Zeit die dortigen Anlagewerthe poussirt und z. B. die 3%tge Rente bis auf 95 hinaufgetrieben hat, zu mißtrauen, und wie sorglos man vorher war, so kritisch prüfend verfährt man letzt. Die Börse ist nicht ausgesprochen matt, aber die Course gehen zurück, die Zurückhaltung ist groß und steht im lebhaften Eontrast zu dem vorwärts drängenden Ungestüm, das noch vor Kurzem an der Tagesordnung war. Die Be- sorgniß, daß die Ditzcontrate der Bank von England erhöht werden könnte, ließ am Mittwoch eine Erholung nicht aufkommen, obgleich das Publikum kaufend im Markte war, und am Donnerstag, da auf die Nachricht, daß eine Erhöhung nicht erfolgt sei, die Börse einen Anlauf zur Besserung nahm, drückte die auf dem Fuße 'olgende Meldung einer ungewöhnlich starken Goldentnahme die Course wieder herab. Auch am Freitag blieb die Haltung schwankend und die Abgaben der Borsenspeculation warfen die Course weiter zurück. Es scheint auch, daß nicht eher wieder auf ein geregeltes Geschäft gehofft werden kann, als bis der Verlauf der Ultimoliquidation sich übersehen läßt und die gegenwärtige Reaction auf dem Silbermarkt ihr Ende gefunden hat. Das Reportgeschäft ist zur Zeit noch so gering, daß es schwierig ist, ein endgültiges Urtheil zu fällen. Berlin notirte 5V2% der Reportgelder, aber die Geldgeber blieben zurückhaltend, so daß nicht ganz feststeht, ob es damit sein Bewenden haben wird. Das Endresultat der Coursbewegung der Woche ist eine nicht sehr erhebliche, aber ziemlich gleichmäßige Herabminderung des Coursnioeaus. Bei den leitenden Deutschen Banken beträgt die Ermäßigung ca. 2% und diese Ziffer ist ziemlich genau zutreffend für die Actien der fünf großen Institute. Internationale Bank-Actien, die nun auch in der Schweiz eingeführt wurden, verloren trotzdem 1%. Die Bewegung der Cassawerthe ist nicht ganz einheitlich, doch auch hier ist im Allgemeinen ein Coursdruck zu bemerken. Wiener Banken hielten sich besser und sind meist kaum verändert; das hängt zusammen mit der Reaction der Goldvaluten in Wien. Wie man sieht, ist eine solche Valutabewegung, die hier fördernd, da hemmend im wirthschastlichen Leben wirkt, außerordentlich verwendbar für Borsenzwecke. Die Börse benutzt sowohl die Aufwärtsbewegung, wie den Rückschlag als Haussemotiv, natürlich immer unter entsprechender Vernachlässigung der Kehrseite der Bewegung. Wiener Unionbank wurden wegen einer günstigen Semestral- bilanz durch andauernde, von Wien ausgehende Nachfrage Tag für Tag gesteigert; ihr endgültiger Gewinn beträgt 8V2 fl. Deutsche Bahnen waren gänzlich vernachlässigt und schwächten sich ab, nur Heidelberg Speyerer zeigen einen kleinen Gewinn. Österreichische Bahnen sind bis auf wenige Ausnahmen schwächer. Dabin gehören Graz Köflacher, die, obwohl der höchste Cours nicht behauptet wurde, 7Vr ft. gewonnen haben. Thetls ist diese Steigerung zurückzuführen auf die Einführung der Actien in Triest, thetls auf dm Beschluß, eine neue Ausschlußlinie zu bauen. Auch verlautete von günstigen Kohleu- lieferungen, welche die Gesellschaft, die über bedeutende Kohlenwerke verfügt, mit den Staatsbahnen abgeschlossen habe. Staalsbahn und Lombarden sind ungefähr behauptet. Böhmische Westbahn 3 fl., Nordbahn 1 fl., Buschtherader 51/2 fl. niedriger. Schweizer Bahnen sind gleichfalls abgeschwächt. Der Ausweis der Gotthardbahn lautet wieder recht unbefriedigend und bei den anderen wirken Realisationen. Nur Jura Simvlon L>tamm-Actien sind beträchtlich gestiegen. Von Renten fallen namentlich Italiener mit einem Verlust von 0 70 % auf. Portugiesen wurden durch Unruhen in Lisabon gedrückt, Rumänen gewannen Bruchtheile auf den Abschluß der Conversionsanleihe. Russische und österreichische Valutaanleihen haben sich nicht ganz behauptet, ebenso sind Türken, Mexikaner und Egypter schwacher. 31/z 0/» Deutsche Fonds unterlagen einem bedeutenden Coursdruck, zu welchem die Befürchtung Anlaß zu geben schien, daß in Kürze neue Beträge der Anleihen zur Emission kommen würden. Indessen scheint der Zeitpunkt für eine derartige Operation so ungünstig gewählt zu fein, daß es schwer hält, das Gerücht glaub- würdig zu finden. Montanwerthe waren schwankend, zum Schluß abgeschwacht. Gelsenkirchener verloren 2 %, Concordia 1,40 %, Laura 1 %. Die übrigen In- dustriewerthe sind wenig verändert. Electricitatsactien gewannen 4 %, Chemische Fabrik Weiler & Co. 5 %, Filzfabrik Fulda 8 °/o. Course der Frankfurter Börse Staatsanleihen. Conrs vom 12./IX. 19./IX. Cour* vom 12./IX. 19./IX. 40/v Hessische Obligation. 104.90 104.50 4VL°/oPortug.-A.88u.89 94.05 93.50- „ Bayern .... 106.— 105.90 5o/o amort. ©erb. Gold- „ Baden..... 103.80 103.90 Rente .... 88.10 88.40 3% Sächsische Rente. . 91.20 90.35 5% SerbischeEisenbahn- 3Vt°/o BremerStaatsanl. 98.35 98.35 Hyp.-Obl. K A. 90.30 91.30 „ Hamb.Staatsrmte 98.90 98.45 4o/o Schwed. Oblig.l880r 102.40 102.30 4o/gOestr. Goldrente . 96.80 96.70 D/o Türken cono. . 19.05 18.90 „ GriechischeMonopol- 5°/oArgent. Gold-Anl. Anleihe . . . 78.95 78.50 v. 1887 ... 82.80 83.25 40/0 Rumänische Rente . 99.50 99.50 3V2% Egypt..... 94.90 94.50 öV-o/o Russische Anl.. . 103.25 103.10 Gis enbahrr-Vrioritäten» 4°/o Pfälz. Ludwigsbahn 5% Südbahn Lombarden 105.25 105.60 (Bexbach) . . . — 102.90 4% do. do. 99.85 99.45 „ Hessische Ludwigsb. 3% do. do. 68.— 67.80 68/69 garant. . 102.25 102.10 40/0 Prag-Duxer Gold . 100.50 100.40 „ Elisabethb. steuerfrei „ Rudolf Gold (Salzk.) 100.75 100.80 Gold .... 101.20 101.35 „ Franz-Josef Silber 87.20 87.50 5% Oestr. Staatsbahn. 107.30 107.10 3% staall. garant. Jtal. 4<>/o do. do. 100.80 100.50 Eisenbahn . . 57.85 57.50 30/0 do. do. 30/0 Lioorneser . . . 65.20 65 20 I.—Vlll.Emiss. 85.— 84.70 4o/g Russ.Südw Eisenb. 95.10 95.— 30/0 do. Erganzungsnetz 81.75 81.50 4o/g Wladikawkas garnt. 94.50 94.50 50/0 Nordwestbahn Gold 108.60 108.25 4<>/o gar. Sardin.Sec.ftfr. 85.70 85.70 «isenbahrr-Aetie«. Ludwigshafen-Bexbach. Hessische Ludwigsbahn. 233.30 121.70 232.20 120.80 Lübeck-Büchner . . . Mecklenburger . . . 174.95 174.— Pfälzische Nordbahn . 122.50 121.— Gotthardt..... 166.20 165.50 Marienburger-Mlawka. 71.40 71.50 Jtal. Mittelmeer . . 115.50 115.30 Bank-«letten. Deutsche Reichsbank . 146.— 146.— Dresdener Bank. . . 166.40 163.50 Berlin. Handelsgesellsch. 172.50 170.30 Mitteldeutsche Creditb. . 113.70 113.50 Deutsche Bank . . . 169.90 167.40 Wiener Bank-Verein . 1071/s 108.50 DeutscheGenoffenschftsb. v.Soergel,ParrifiusLCo. 130.50 130.60 Württemb. Vereinsbank 127.— 126.90 Jndrrstrte-Papie-e. Binding-Brauerei . . 166.20 166.— Deutsche Verlagsanstalt 267.80 266.95 Stern- do. (Oberrad) 135.— 135.60 Farbwerke,vorm.Meifter, Bad. Anilin- u. Soda- Lucius & Brüning. 286.— 285.50 fabrik .... 283 — 282.95 Riebeck'scheMomanwerke 185.— 185.70 Pfandbriefe. 40/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. 4o/oDeutscheGrundschld.- d. 86 ab . . . 102.— 102.— Bk.-Psandbr. 101.50 101.50 3«/s°/oFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 97.50 97.40 3V2°/o do...... 96.50 96.50 4o/oPreuß.Hyp.-Act.-Bk.- 3V2% Rhein. Hyp.-Bank- Pfandbr. . . . 101.60 101.60 Pfandbr. . . . 95.20 95.20 31/2% do...... 4% Preuß. Centr.-Bod.- 96 50 96 25 4o/g Meininger Pfandbr. 101.50 101.50 Cred.-Pfandbr. bis 1885 ..... 101.85 101.40 Loose. Oestr. 1860rfl.500-Loose 128.60 128.— Bramischweig. 20 Thlr.- „ 1854rfl.250- „ 123.90 124.— Loose .... 3% Oldenburger Loose . 106.95 106.50- 40/0 Meininger Prämien- 131.50 131.20 Pfandbr. . . . 133.95 133.15 3 V,o/o Köln-Mindn.Loose 138.30 138.10 «meZ^kanische «isenbayn-BondS. 60/oChic.Milw.f.St.Paul 4% Chicago Burlington Prt., rückzahlb. 1910 . 113.70 113.70 Nebraska 1927 . . 88 90 89.10 5o/oChic.Milw.f.St.Paul 41/2% California Pacif. Prt., rückzahlb. 1921 . 104.50 104.10 I. M., rückzahlb. 1912 106.— 106.— 6°/oCentr.Pacif.I.Mrtg. 6"/oPacif.ofVcissouri con- rückzahlb. 1896 . . 108.20, 108.40 folibateb I. M. r. 1920 107.60 —.— Diverse Obligationen. 5«/g Buderus-Obligat. . 104.25 104.25 4VL0/oGrafHenkelv.Don- nerSmark, rückz. ä 105 105.— —.— Gone-beeicht nott E. Wasserschieben, Bankgeschäft. «M« vars 22. September 1880« Schluß course 1 Udr 15 Min 4 pCt. ReichSanleihe 3Vs , , 4 , Preuß. ConsolS S'/> , 106.60 99 25 106 60 99.20 4 pCt. Ungar. Goldrente 5 , Italiener Rente Oesterr. Silberrente Ruff. Orient in. 9100 94 70 7990 8330 Disconto-Eomm« 228 80t] Buschtherader 436 50 Darmstädter Bank-Act« V3 ()0| Elbethal-Bahn-Act. 219 50 Dresdener Bank-Act- 163 90 Gotthard-Bahn-Act. 163.90 Berliner HandelSges- Oesterr. Credtt-Act. 17150 278.25 Schweizer Nordost „ West 152.10 90.30 Wiener BankvereinS-Act. 109 03 Gelsenkirchener 182.50 Oesterr. Staatsbabn 226 25 Ver. Kön.- und Laurahütte-Act. 155 30 Lombard, Eisenbahu 14187 Oesterr. Alpine-Msntan 90 00 Tr-ndenz: fest. Heute, 21/» Uhr Nachmittags, verschied nach dreitägigem Kranksein infolge eingetretener Herzlähmung unsere liebe Gattin und Mutter Elisabeths Backhaus, geb. Krapp, im 65. Lebensjahre. 7828 Um stille Theilnahme bitten Die trauernde« Hinterbliebenen. Gießen, den 21. September 1890. Die Beerdigung findet Mittwoch den 24. September, Nachmittags 3 Uhr vom Sterbehause (Steinstraße 55) aus statt. JUHciwn; Ü. Scheyda. — Druck und Verleg der Brüh loschen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) tu Gtegc». Kr Konta^' fers hts-är-t» Gi Best.: SDw ©Wtafl eides. Das GlHcW an die M» «ür. Die Ableistung des - seilens der neu aufgenommi Großh. Wen Uuterthai zu werben, verheirathet hat 1) der Orts- und H Auitsgerichtsbezirk gelegenen Semeinl I. 3., Vormittl zu Grünberg; 2) derjenigen aus bei gelegenen Gemen l. 3„ Vormtta gebäude (aui 3) derjenigen aus b und Butzbach den 8, ßett dem Rathhai 4) derjenigen aus Hungen, Lc meinden Kit Nachmittags 1 , ßuitgtn. Wir fwuftrwn Sie "amen der Vorgeladem J™nb vorzulaben war. Halten sich derartige Sie deren Ausenthaitsott - _____v. Politik Kaiserbegeguum Mit an, aber s? W sie doch der Welt «nd Net . in das di ÄMren Reichs Mn Üe teat übet ««Sein r;0? * i“ Übeti «nitte ?91 He jp t>ibür * d°S ff *>« A9'8 W „^ke Ph? vau