Wr. 168 Mittwoch den 23. Juli 1890 Amts- und Anzeigeblatt filv den Tlveis Gieren. | Gratisbeilage: Gießener Kamikienötatter. gilt Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Affe Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmm Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Die Gießener I«mitienktLiter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 21. Juli. Der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge es als unwahrscheinlich, daß die Kaiserin beim Be- Der chießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Vierteljähriger AVonnementspreis i 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expeditton und Druckerei: Schntstraße Ar.V. Fernsprecher 51. den Actuar schon viele Jahre kannte, „ bringen?" DeritscheK Heid). Berlin, 21. Juli. Die Nordlandssahrt Kaiser Wilhelms neigt sich ihrem Ende zu. Am 23. Juli gedenkt der Kaiser in dem Badeorte Molde einzutreffen, welcher nach den Reisebestimmungen des Monarchen den nördlichsten Punkt seiner diesjährigen norwegischen Reise bildet. Von Molde aus begiebt sich der Kaiser mit der Flotte nach Bergen zurück und tritt am Abend des 26. Juli von letzterer Stadt aus die Heimfahrt an. — Kaiser Wilhelm soll beabsichtigen, auf seiner bevorstehenden Reise nach England dem König der Belgier in Ostende einen Besuch abzustatten. — Ueber die kürzliche Unterredung, welche ein Redacteur der „Dresdener Nachrichten", Dr. Erwin Reichardt, mit dem Fürsten Bismarck in Friedrichsruh hatte, bringt jetzt das genannte Blatt einen fast drei Spalten langen Bericht. Hiernach begann das Gespräch mit Auseinandersetzungen über die deutsche Presse, anknüpsend an die bekannten Äußerungen des Fürsten bei seiner Unterredung mit dem Herausgeber des „Franks. Journals". Nochmals betonte der Fürst, der von ihm gebrauchte Ausdruck „Feigheit" habe sich auf das Gebühren der ihm früher nahe gestandenen Presse, speciell der „Post", der „Köln. Ztg." und der „Nordd. Allg. Ztg.", bezogen, denn sie habe nicht den Muth gefunden, ihn gegen die albernen Anfeindungen und Ansichtsentstellungen in Oppositionsblättern zu vertheidigen. Im weiteren Verlaufe des Gespräches bezeichnete Fürst Bismarck die Ansicht, als ob zwischen ihm und dem Kaiser eine gewisse Gespanntheit bestünde, als irrig, ebenso die Meinung, er hege den Wunsch, nochmals in sein Amt zurückzukehren, dazu sei er zu alt und besitze er hierzu auch zuviel Selbstgefühl. Ziemlich eingehend ließ sich Fürst Bismarck über die socialistische Frage aus. Er erklärte die socialistische Gefahr als die weitaus größte für Deutschland und um ihr zu begegnen, gab es nur zwei Wege, entweder den Forderungen der Socialdemokraten nachzugeben oder zu kämpsen. Der Kaiser habe sich für ersteren Weg entschieden, er, Bismarck, habe kämpsen wollen und diese Meinungsverschiedenheit sei einer der Gründe gewesen, aus denen er sein Amt niedergelegt. Er habe beabsichtigt, im Socialistengesetz an Stelle der Ausweisung Verbannung zu setzen, damit sei er aber nicht durchgedrungen. Im letzten Grunde sei übrigens die Socialistensrage eine militärische Frage. Wenn das Geschwür aufgegangen, könne man die socialdemokratischen Ausschreitungen ja gewaltsam unterdrücken, dann trete vielleicht an Stelle des kleinen Be- Pola, 21. Juli. Ein österreichisches Geschwader, das bestimmt ist, die Nord- und Ostseehäfen zu besuchen, ist heute in See gegangen. Klauseuburg, 21. Juli. Der Frankfurter Bankier Wahlkamps wird nach Pest überführt, wo die gerichtliche Schlußverhandlung gegen ihn stattfindet. Molde, 21. Juli. Gestern Abend fand an Bord des „Hohenzollern" ein Diner statt, mit Prinz Heinrich und den Admiralen Deinhard und Schröder. Heute unternimmt der Kaiser mit Gefolge eine größere Parthie nach Romsdal. Gibraltar, 21. Juli. Die königliche Dacht „Victoria und Albert", mit der Kaiserin Friedrich an Bord ist, begleitet von dem britischen Kreuzer „Melpomene", um 10 Uhr Vormittags hier eingetroffen. Paris, 21. Juli. Wie das „Echo de Paris" meldet, hat der Kriegsminister angeordnet, bei den Versuchs- Mobilisirungen je zwei Bataillone eines jeden Landwehrregiments dem correspondirenden Linienregimente zu- zutheilen. Paris, 21. Juli. Zur Feier des 28. Geburtstags des Prinzen Victor Napoleon hielten die bonapartistischen Comitss gestern eine Festversammlung unter dem Vorsitz des Senators Poriquet. In dem bei dieser Gelegenheit verlesenen Dankestelegramm des Prinzen Victor erklärte derselbe, daß er, gestützt aus die Plebiszite zu Gunsten des napoleonischen Namens ungeduldig den Wahrspruch des Volkes erwarte. London, 21. Juli. Im Unterhaus erklärte Fergus s o n, der Grund der Weigerung Hollands, die Convention der Brüsseler Antisclavereiconferenz zu unterzeichnen, sei die Erhebung der Eingangszölle. Holland erachte dieselben als im Widerspruch mit der Berliner Congoacte, welche abzuändern die Brüsseler Conserenz imcompetent sei. Sir Fergusson sprach indeß die Hoffnung aus, die gegenwärtigen Unterhandlungen würden den Einwand beseitigen, aber die Convention bleibe im Allgemeinen schwebend, bis sie von allen den Mächten unterzeichnet sei, welche die Congoacte unterzeichnet haben. Fergusson erklärte ferner mit Bezug auf die jüngsten Ruhestörungen in Erzerum, daß der Pöbel die Straße, wo das englische Consulat gelegen ist, besetzt und dessen Fenster wie diejenigen der anderen Häuser zertrümmert habe. Der Consul hißte sofort die Flagge und verständigte den Gouverneur, welcher eine Wache von acht Gensdarmen, der später Truppen nachsolgten, schickte und die Straße säubern ließ. Unter den in Folge dessen vom englischen, französischen und russischen Consul gemeinsam gemachten Vorschlägen seien auch die aus Dieser verstand noch immer nicht, um was es sich eigentlich handle, und flehte die Diener des Gesetzes an, ihm doch zu sagen, was er begangen habe. Diese waren empört über sein Gebühren, das sie für die vollendetste Heuchelei hielten, und auch der Beamte, welcher ihm erst so wohlwollend zugesprochen, forderte ihn jetzt barsch auf, ihm unverzüglich zu folgen. Alles Jammern und Bitten blieb erfolglos. Der Herr Actuar wurde abgeführt. Frau Lucinde fiel ohnmächtig der theilnehmenden Bedienungsfrau in die Arme. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht in der Stadt. „Also daher der Reichthum, der Aufwand!" zischelten die bösen Zungen. „Dazu hat ihn nur die Putzsucht der Frau gebracht!" sagten Einige. „Der Hochmuthsteusel muß ihn verführt haben!" meinten Andere. Seine Vorgesetzten schüttelten den Kopf. Er war doch immer ein ordentlicher Mensch gewesen, und jetzt ein gemeiner Einbrecher ... ein Dieb. Es war fast unglaublich. Die Untersuchung wurde mit Eile betrieben, ein Verhör folgte dem andern. Der Herr Actuar betheuerte immer und immer wieder seine Unschuld, verweigerte jedoch hartnäckig jede Auskunft darüber, wie er in den Besitz all dieser kostbaren Gegenstände gekommen sei. Dies, sowie die That- sache, daß Herr Jppelberger jedes Stück als sein Eigenthum erkannte, und daß nur einige Werthpapiere bereits fehlten, sprach zu belastend gegen ihn, als daß man nicht an seine Schuld glauben sollte. Noch einmal, ehe die Richter zur Verurtheilung schritten, gewährten sie dem Actuar, da sein bisher so unbescholtenes, । tadelloses Leben für ihn sprach, ein letztes Verhör, und sein I früherer Vorgesetzter redete ihm eindringlich ins Gewissen, Feuilleton. Der Schatzgräber. Humoreske von E. Redenhall. (Schluß.) Kein schützender Engel trat zu ihnen heran und zeigte ihnen wie in alten Märchen, die sie in der Kindheit gelesen, den Abgrund, welcher sich vor ihren aufthat. Keine warnende Stimme sagte ihnen, welchem Verhängniß sie entgegengingen. Freudig betraten sie die heimische Schwelle, um es sich nun recht behaglich und gemüthlich einzurichten. Der Frau Actuar schwebte es als ein langersehntes und nun erreichtes Glück vor, daß auch sie nun werde einmal eine Kaffeegesellschaft geben können, und dabei sollte die Bewirthung so glänzend sein, wie es noch Niemand zuvor in P . . . . gethan. • Doch ehe sie diesen löblichen Vorsatz ausführen konnte, trat ein Ereigniß an sie heran, so schrecklich, so vernichtend, so unheilvoll, wie es nicht ärger gedacht werden kann, und zwar in Gestalt zweier Polizeidiener, die etwas stürmisch Einlaß begehrten und, indem sie dem entsetzten Actuar ein donnerndes „Im Namen des Königs!" entgegenriefen, in der unbefangensten Weise, als handle es sich um eine Besichtigung harmlosester Natur, eine Haussuchung bei ihm vornahmen. Das Entsetzen des noch immer an einen Jrrthum glaubenden Ehepaares zu schildern, ist unmöglich. Zitternd verlangte der Herr Actuar Aufklärung. „Werden schon sehen," sagte barsch einer der Beamten. „Ha!" schrie er plötzlich aus, „wer hätte so etwas ver- muthet! Da haben wir ja, was wir schon so lange vergeblich suchen!" Einen silbernen Gegenstand nach dem anderen brachte er hervor; sein Erstaunen kam fast dem Entsetzen des Actuars gleich. „Alter Mann," sagte ernst der andere Beamte, der lagerungszustandes der allgemeine Kriegszustand, der freilich nicht auf die Dauer angehen würde. — Von der Arbeiterschutzgesetzgebung sprach Fürst Bismarck abfällig, ein näheres Eingehen auf die letzte Militärvorlage verweigerte er. — Zwischen Deutschland einerseits, England, Frankreich, Schweden-Norwegen, Dänemark und Oesterreich-Ungarn anderseits sind unter Vorbehalt einjähriger Kündigung Ueber- einkommen zur gegenseitigen Unterstützung hilfsbedürftiger Seeleute abgeschlossen worden. Neustadt a. d. H., 20. Juli. Das hiesige ^Schütze n- fest hat heute Mittag mit einem Festzuge, an welchem auch die gestern hier eingetroffenen Newyorker Independent-Schützen theilnahmen, unter lebbaftem Jubel der zahlreichen Menschenmenge begonnen. Frauenfeld, 20.Juli. Das eidgenössische Schützen- fest wurde heute unter lebhafter Theilnahme der Bevölkerung eröffnet. Die ausländischen Schützen sind noch nicht alle eingetroffen. Gießener Anzeiger General-Wnzeiger. suche nm russischen Hose den Kaiser begleitet- unrichtig Ai die Nachricht, der StaatSiccretär Marschall begleite den Kai'ser imdy England. — Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet aus Helgoland vom 18. Juli: Eine ungewöhnlich stark besuchte Volksversammlung beschloß, die Helgoländer sollten durch den Gouverneur eine Adresse an die Königin von England absenden mh d.n-i- ndcr Verabschiedung von ihr in dem Augenblick, da die Helgrlch.der mit ihrem stammverwandten Volke wieder vereinigt werden sollen. Die Adresse wurde sofort, sehr zahlreich unterschrieben, dem Gouverneur übergeben. Halle a. d. S., 21. Juli. Der als pädagogischer Schriftsteller bekannte frühere Seminardirector Jütting ist gestern Abend in Burg gestorben. Kiel, 21. Juli. Der französische Admiral Planche passirte hier auf der Reise nach Stockholm ohne Aufenthalt und ohne die Marineanlagen zu besichtigen. Lauterberg, 21. Juli. Die katarrhalischen und rheumatischen Erscheinungen in Wißmanns Zustande nehmen weiter ab. Das allgemeine Befinden ist bei gutem Schlaf erfreulich, der gesteigerte Appetit befriedigend. „Wenn ich auch alles dadurch, daß ich mein Schweigen gebrochen habe, wieder verliere, so mag es immerhin sein." Als er mit seiner Erzählung zu Ende war, konnten sich die Richter vor Lachen nicht mehr halten. Jetzt war Ihnen alles klar. Der gute Actuar ahnte jedoch noch immer nicht, daß er unbewußt einen Einbruch verübt hatte. Er war bei seiner Schatzsucherei in den Wandschrank seiyO Nachbars, des Kaufmanns Jppelberger, eingedrungen. Dieser verwahrte darin all seine Werthsachen, da die für den Uneingeweihten fast unsichtbare Tapetenthür keinen Schrank vermuthen ließ und ihm dadurch die meiste Sicherheit bot. An die Möglichkeit, daß die Wand vom Nachbarhause durchbrochen werden könne, hatte Herr Jppelberger ebenso wenig gedacht, wie der Herr Actuar es vermuthete, daß er dies gethan und das Eigenthum eines Anderen angegriffen habe, da die Verwirklichung dessen, was ihm der Traum versprochen hatte, ihm ganz natürlich erschienen war. Sogar des Bestohlenen bemächtigte sich die größte Heiterkeit, als er hörte, wie es zugegangen war, und er stimmte mit den Vertretern der weltlichen Gerechtigkeit überein, den ehrlichen Delinquenten sofort sreizulassen. Von Dank erfüllt gab dieser alles zurück, was er besaß. Es brannte ihn jetzt ordentlich in den Fingern und er dankte dem Schöpfer, daß es noch so geendet hatte. Eine Lehre zog er aber aus dieser bitteren Erfahrung: nicht außerhalb nach trügerischen Schätzen zu suchen, sondern die richtigen in der eigenen Brust aufzufinden- sie heißen Pflichtcrfiillung und Zufriedenheit. Diese täuschen niemals. Sie sind die glückbringendsten und getreuesten Gefährten im Leben. was konnte Sie dazu | doch die volle Wahrheit zu bekennen, da ein offenes Bekennt- niß seine Strafe noch mildern könne. Da widerstand er nicht länger. Er erzählte alles ganz getreu vom Beginn an, was ihm der Traum verheißen und wie er den Schatz aufgefunden habe, und schloß resignirt seinen Bericht mit den Worten: F,d« Storni. llunS.Xeaenweg9, "kmal. •-*n**^ "«"-LZ 10“ Mdaer, und) langem Rtantyin unsere Theilnahme bittet ÄPttfl und Fam'/ie. ag den 22. Juli, Nachmittags -terstr. 89) aus statt. WO d »mz^liche «anSÄ? Albrecht, Sener- Tartegnius Gebhard, Schmiedern., Wke gratis Annahme von rl Stvz am 29. April, Juni, s°rm. ,357g ung- ifl unserer geliebten, treuen Hirsch für die reichen Blumen- 6115 1 Hinterbliebenen- an«. R Worte des Herrn Weste« Dank. U 6101 16t 13* 5 16- $ ' Hldrentr v- ffff* —— AK" ß-rr. „elfte * Dit i zu einem überaus gemüthlichen Commers, bei welchem das zu unterstützen. Sämmtliche 20 Handelskammern der Rheinprovinz haben in gemeinsamer Eingabe an den deutschen Reichstag zu dem neuen Entwurf eines Gesetzes betr. die Abänderung der Gewerbeordnung eine Reihe von Abänderungen vorgeschlagen, welche im Großen und Ganzen auch die Billigung der Kammer gesunden haben, weshalb dieselbe sich dieser Eingabe unter- Abends die bis dahin eingetroffenen Gäste in der Turnhalle stützend angeschloffen hat. zu einem überaus gemüthlichen Commers, bei welchem das Zur Frage der Sonntagsruhe der im Handelsgewerbe » Bier gleichwie der Regen in Strömen floß. Der Präsident 118. Hess. Jnf.-Regts., eingetroffen und von dem Festausschuß in die Stadt geleitet worden waren, versammelten sich des Schotten, 20. Juli. 18. Turnfest des Gaues Hessen. Regen, nichts als Regen! Der gewiß berechtigte Wunsch der hiesigen Einwohner und der Festtheilnehmer, der Himmel möge ein Einsehen haben, gehörte offenbar zu den sogenannten „frommen Wünschen", die sich nie erfüllen. Das ist beim heutigen Feste umsomehr zu bedauern, als hier die weitgehendsten Vorbereitungen getroffen worden und die Straßen, Häuser gleichwie Turnhalle und Festplatz in reicher und geschmackvoller Weise geschmückt sind. Trotz Allem konnte der einsichtslose Regengott die Feststimmung nicht beeinträchtigen. Nachdem bereits gestern Nachmittag die Vereinsvertreter unter Begleitung eines Musikcorps, der Capelle des Cocains «ird provinzielle». Gießen, 22. Juli — Die Festfeier zur Eröffnung der neuen Kliniken findet, wie schon gestern erwähnt, im Auditorium der neuen medi- | cinischen Klinik statt, und zwar am 28., präcis 10 Uhr. Das specielle Festprogramm-ist folgendes: 1) Uebergabe der Schlüssel durch die oberste Baubehörde an Seine Königliche Hoheit- sodann durch Seine Königliche Hoheit an die Landesuniversität, zu Händen des Rectors. 2) Festrede von Professor Riegel. 3) Besichtigung der Institute. Abends Festcommers in Steins Garten. — Sitzung Großh. Handelskammer vom 11. Juli. Anwesend waren die Herren Koch, Klingspor, Gail, Heichelheim, Wortmann. Auf der Tagesordnung steht zunächst der Antrag der Großh. Handelskammer Darmstadt auf Unterstützung einer von ihr an die Erste Ständekammer gerichteten Eingabe, welche eine Abänderung des neuen bereits von der Zweiten Kammer genehmigten Brandversicherungsgesetzes in der Weise vorschlägt, daß eine entsprechende Klassification der Gebäude hinsichtlich ihrer baulichen Beschaffenheit und Bedachung ein- gesührt und für diese Bauartsklassen das Umlagekapital verschieden festgesetzt werde. Es wurde beschlossen, diese Eingabe entspricht. — Turnerisches aus dem Gau Hessen. Das am 19., 20. und 21. Juli er. in Schotten abgehaltene Turnfest des Gaues war diesmal vom Wettet so wenig begünstigt, daß das turnerische Programm nicht durchgeführt werden konnte. So konnte das Einzelwettturnen am Sonntag nicht zu Ende geführt und mußte gestern in der Vereinsturnhalle fertig geturnt werden- ebenso mußte das Musterriegenturnen ganz aussallen. Es waren ca. 150 Wettturner angemeldet, davon turnten 131 bis zum Schluffe mit und wurden 95 Preise ausgegeben. Die Gießener Turnerschast erhielt 16 Preise, diese vertheilen sich: Gießener M.-T.-V. 1., 4., 5., 7., 24., 31. und 38. — Gießener T.-V. 6., 12, 21., 39., 41. (zweimal), 42., 50. und 58., außerdem erhielten die Vereine Heuchelheim 4 Pr., Krofdorf 6 Pr., Lollar 7 Pr., Wieseck 7 Pr. Vermißtes» * nn. Darmstadt, 21. Juli. Heute Nacht um 1 Uhr wurde die Tochter des Bürgermeisters zu Hemsbach bei Be * neuen Straße v Manlage liegt 14 Ta, welcher Zeit fcinwenbu «Wringen sind. Gießen, den 1 ®rcji ernannt. )( Ruppertsburg, 16. Juli. Gestern fiel dahier ein hiesiger Maurer, welcher damit beschäftigt war, einen Brandgiebel aufzuräumen, von dem brechenden Gerüst herunter und zog sich schwere Verletzungen zu. — Hungen, 20. Juli. Gegenwärtig sind Arbeiter beschäftigt, eine neue Telephonleitung zwischen hier und Berstadt, der Landstraße entlang, die Orte Inheiden und Utphe berührend, zu errichten. Da von Berstadt bis Friedberg schon seit einiger Zeit eine Telephonverbindung besteht, so wird dadurch eine directe Verbindung zwischen Hungen und Friedberg nunmehr hergestellt. § Lauterbach, 19. Juli. In dem benachbarten Badeorte Salzschlirf ereignete sich heute ein schrecklicher Unglückssall. Eine aus Queck gebürtige Frau hatte das Kind ihrer Schwester mit sich genommen, um Verwandte in Landenhausen zu besuchen.- Unterwegs setzte sich die Frau mit dem ungefähr drei Jahre alten Kinde auf einen ihnen begegnenden, mit Fichtenstämmen beladenen Wagen. Während der Fahrt fiel jedoch das Kind und zwar so unglücklich von dem Wagen herunter, daß der über dasselbe gehende Wagen dem armen । Geschöpfe beide Beinchen vollständig vom Körper abtrennte. I Der Badearzt in Salzschlirf leistete die erste Hilfe. -ck. Großen-Eichen, 21. Juli. Der Zweigverein der Gustav-Adolfs-Stistung Grünberg feierte am gestrigen Sonntag sein Jahressest in hiesigerGemeinde. Das Dorf prangte in reichem Festschmuck: Fahnen wehten aus den mit Kränzen und Guirlanden schön geschmückten Häusern und Fichten prangten vor den Gehöften. Besonders schön war auch der Eingang zur Kirche hergerichtet. Die geräumige I Kirche vermochte nicht alle Festgäste zu fassen, sie standen I und füllten die Gänge bis vor die Thore. Eingeleitet wurde I die Feier durch Gesang der Gemeinde und ein kurzes Gebet I des Ortspfarrers Herrn Naumann jr. Nach dem Gesang I dreier Verse des alten Lutherliedes „eine feste Burg" bestieg I Herr Pfarrer Naumann sen. aus Gießen die Kanzel und I hielt die ebenso tiefe, inhaltsreiche, als formvollendete Fest- I rede. Als Leitmotiv seiner trefflichen Rede, die sichtbarltch I nachhaltigen Eindruck auf die Zuhörer machte, hatte er den I Satz: „der Gustav-Adolf-Verein ein dienender Jünger des I Herrn" gewählt und zeigte dabei: 1) wie man in rechter I Weise dem Herrn dienen soll, 2) wie man durch dies Dienen groß werde. Trefflich gewählte Beispiele aus der Geschichte I legte der Redner seinen Ausführungen zu Grunde. Nach. I dem Gesang „das Wort sie sollen lassen stahn" hielt Herr I Dekan Pnllmann von Grünberg in markigen Worten eine I Ansprache, die Gründung und das Bestehen des Zweigvereins I beleuchtend. Sodann verlas Herr Lehrer R e u s - Grünberg I als Secretär des Vereins den Rechenschaftsbericht, der- den I Beweis ablegte, daß warme Herzen und offene Hände für I die gesegnete Thätigkeit sich immerhin finden. Nicht unerwähnt I wollen wir den vorausgehenden Gesang der Schuljugend I lassen. Mit dem Segen des Ortspsarrers schloß die erhebende I Feier. Die erhobene Collecte betrug 32 Mark. Spätherbstfrösteln. . Qrfa Wir zählten etliche vierzig Turnvereine, darunter Alv- feld, Anspach, Bad-Nauheim, Butzbach, Büdingen, freßen, Hungen, Klein-Linden, Lauterbach, Lieh, Marburg, Nidda, Ortenberg, Usingen, Wieseck u. s. w., mit etwa 750 Turnern, darunter über 150 Preisturner. Am Festplatz angelangt, hielt nach dem Absingen des Festliedes und einer kurzen Ansprache des Herrn Bürgermeisters Fendt Herr Kromm jr. die überaus beifällig aufgenommene Begrüßungsrede, nach welcher das eigentliche Turnfest seinen Anfang nahm. Wahrend die Freunde der Turnerei den Uebungen folgten, entwickelte sich in der Festhalle ein reges Leben und man merkte kaum, daß der Regen wieder ohne Nachsicht die Hoffnung auf helles Wetter zu nichte machte. Uebrigens war kein Plätzchen mehr frei und wenn wir die Zahl der Festbesucher auf annähernd 3000 schätzen, so glauben wir nicht übertrieben zu haben. Leid,er mußte das Wettturnen nach 6 Uhr wegen heftigen Regens unterbrochen werden- die Fortsetzung findet Montag früh in der Turnhalle statt. (Kl. Pr.) Friedberg, 21. Juli. Gestern Nacht wurden die Blumenstöcke vor den Fenstern des Stadtbaumeisters Schneider, an denen Jeder, der sie sah, seine Freude hatte, und nicht zum । wenigsten der Besitzer selbst, sämmtlich aus Bosheit zerstört. Friedberg, 21. Juli. Seit einigen Tagen bemerkt man zwischen der Badeanstalt und dem Salzmann'schen Grasgarten eine Schwalbe mit ganz hellem, gelbgrauen Gefieder. Man kann sie sehr leicht beobachten, da sie sich mit ihrem Flug fast während des ganzen Tages aus dieses Terrain beschränkt. E. Schlitz, 21. Juli. Herr Amtsrichter Franz Wahl hier wurde zu Oberamtsrichter bei dem Amtsgerichte Schlitz — Zur Laudtagswahl. In mehreren Zusammenkünften von Vertrauensmännern der freisinnigen, der nationalliberalen und der conservativen Partei wurde einmüthig beschlossen, im Wahlkreise Grünberg für die Wiederwahl des seitherigen Abgeordneten zum Landtage, Freiherrn Adalbert von Nordeck zur Rabenau in Friedelhausen, einzutreten. Man ging hierbei von der Erwägung aus, daß Herr Baron von Rabenau seit Jahrzehnten pflichttreu dem äffen!.:.! en Wohle des Kreises und Landes bient, daß er insbesondre stets eine große Fürsorge für die Interessen der Land-.mrch- schaft bewiesen und bei seinem ganzen öffentlichen Wirkcii sich als ein patriotischer, dabei von der Negierung unabhängiger und überdies parlamentarisch sehr erfahrener Mann betätigt hat. Er ist der Senior des Landtags und nnrd bald mit - ' *■ *r " 'x-f ' ; ,r Wirksamkeit Waar sSw «»bete ArM Verstärkung der Garnison von Erzerum und aus Durchstreifung der Landdistricte durch Patrouillen.. Für die angeblich vor- gekommene Entführung von Frauen sei keine weitere Bestätigung eingelaufen. t London, 21. Juli. Bei der heutigen Parade des bekanntlich renitent gewesenen zweiten Bataillons der Gardegrenadiere hielt der Herzog von Cambridge eine Ansprache, worin er das Bataillon bedauerte, welches „die Uniform geschändet" habe. Daraus wurde dasUrtheildesKriegs- qerichts verlesen- drei Mann sind zu zweijährigem, zwei Mann zu achtzehnmonatlichem Gesängniß verurtheilt. Zwei Berurtheilte rissen ihre Medaillen von der Brust und warfen die Ehrenzeichen zu Boden. Kopenhagen, 21. Juli. Die Erzherzoge Karl Ludwig und Franz Ferdinand sind heute aus Stockholm hier eingetroffen. Wie die „National-Tidende" meldet, besuchten die Erzherzöge den König von Dänemark im Amalienborg- Palais. Der König erwiderte den Besuch. Hierauf ^nirten die Erzherzöge bei dem Könige. — Die „National-Tidende meldet ferner, der österreichische Gesandte, habe der dänischen Regierung mitgetheilt, das österreichische Geschwader treffe am 17. August in Kopenhagen ein, wo es den Geburtstag des Kaisers feiern werde. . Rom, 21. Juli. Der „Osservatore" veröffentlicht einen Bries des Papstes an Lavigerie, welcher die Thätigkeit der Missionäre, sowie diejenige der Regierungen lobt, welche die Humanität in Afrika unterstützten, tote die Brüsseler Conferenz zeige. Er verspricht seine Unterstützung bet Unterdrückung des Sclavenhandels, wozu zahlreiche Missionare uöthig seien. Er vertraue aus die Fortsetzung des Werkes durch Lavigerie. Er erinnert, daß er selbst die Pflichten seines Amtes, obwohl von Widerwärtigkeiten umgeben, erfülle. Madrid, 21. Juli. Die über die Gesundheit des (vier Jahre alten) Königs verbreiteten ungünstigen Nachrichten sind durchaus falsch. Der König befindet sich mit der Königsfamilie in San Sebastian und erfreut sich der besten Gesundheit. . Madrid, 21. Juli. Die Strikes in Manresa dauern fort und man befürchtet, daß dieselben sich auf aydere Städte Kataloniens ausdehnen werden. Athen, 21. Juli. Das Journal „Akropolis" meint, die Einsetzung bulgarischer Bischöse in Uslub, Kuprülö und Orchida, welche durch eine Jrade des Sultans erfolgt ist, biete für Griechenland kein unmittelbares Interesse. Dagegen sei Serbien besonders bei der Frage interessirt, was ' riechenlanb vom principiellen Gesichtspunkte in dieser Anbeschäftigten Personen ist di- Kammer zu der Ansicht gelangt, 1 daß die Beschlüsse der Arbeiterschutz-Commission über § 1055 I der Gewerbeordnungs-Novelle unbefriedigende sind, weshalb I beschlossen worden ist, durch eine Eingabe auf die nachtrag- I licke Abänderung derselben hinzuwirken und zwar m der I Weise, daß für eine gewisse Zeit des Sonntags, etwa für I den Nachmittag von 1 Uhr ab, jede öffentliche kaufmännische I Thätigkeit aufzuhören habe, insbesondere die Verkaufsladen I geschlossen sein müssen. Hierdurch würde insbesondere die nach den jetzigen Bestimmungen unausbleibliche Folge mieden werden, daß diejenigen kaufmännischen Betriebe, welche ohne Hilfspersonal arbeiten, an Sonntagen ihre Läden offen zu halten und dadurch den andern ungerechtfertigte Concurrenz zu machen in die Lage versetzt sind. Von der Großh. Handelskammer Offenbach ist an Großh. Ministerium des Innern und der Justiz der Antrag gestellt worden, einen eigenen gewerblichen Sachverständigen-Verein । in Gemäßheit des tz 14 des Reichsgesetzes über Musterschutz für das Großherzogthum mit dem Sitze in Darmstadt ins Leben zu rufen. Bekanntlich besteht zur Zeit für Württemberg, Baden und das Großherzogthum Hessen in Folge einer zwischen diesen Staaten getroffenen Uebereinkunst ein gemeinsamer Sachverständigen-Verein mit dem Sitze in Stuttgart. Ueber die Wirksamkeit dieses sind nach Mittheilung der Handelskammer Offenbach vielfache Beschwerden laut geworden, welche sich hauptsächlich auf die Verschleppung der an ben Verein gelangenden Sachen, sowie die Kostspieligkeit des Verfahrens beziehen, deren Ursache wohl in der Erstreckung des Sach- verständigen-Vereins auf drei Bundesstaaten und der dadurch bedingten Notwendigkeit der Berufung von Mitgliedern, welche sehr weit weg wohnen, zu erblicken ist. Obwohl der Kammer aus dem diesseitigen Bezirke ähnliche Klagen wohl wegen der Seltenheit der Anrufung des Sachverständigen-Vereins bis jetzt nicht zu Ohren gekommen sind, erachtet dieselbe doch die Beschleunigung und Verbilligung des Verfahrens als auf alle Fälle dem Interesse des Handelsstandes entsprechend und hat deshalb sich Großh. Staatsregierung gegenüber für die Einführung des beantragten Sachverständigen-Vereins für Hessen ausgesprochen. fAl* rid?tctb nach und nai verkehr, Land- uit6 Volkswirthschaft. Bekanntmachung Nachmittags 2 Uhr, 6096 Aeilgeöotenes. 6132] Großer Hund, lSwenfarbig, ! Leonberger Rasse, l1/» Jahr alt, auf den 'Mann dressirt, äußerst wachsam, zu verkaufen bei I. L. Piepenbring, Station Braunfels. SÄs NeuesGninkorfl ■ Hav ni«? Eimumtabi t.6. «• = * »•■ »E 161-1 - per sofort Lampenfabrik. zur Versteigerung. In Auftrag: Fr. Hennings, Louis Rothenberger, Ger -Taxator. Seltersweg. 5941 [5904 w Der Ausverkauf wird inzwischen fortgesetzt. Heuchelheim. 6135 Neuenweg 15 6089 6957] 8tud sucht für nächstes Semester moblirtes Zimmer mir guter Bedienung in der Nähe der Aula. Offerten mit Preisangabe unter M. K. 16 das Abschneiden und Verbrennen des Krautes, sowie das ungesäumte Herausheben der Knollen. Diese Behandlung empsiehlt sich aber nicht, wenn die Pflanze noch im Wüchse Arten. Halb verdorbene Kartoffeln lassen sich noch immer zur Stärkebereitung, in der Branntweinbrennerei und auch als Viehsutter verwenden. Naßfäule sind unbrauchbar. Wenzel Peiter. Saaterbsen, Senfsaat empfiehlt billigst BL F. Nassauer Von den Kartoffelsorten sind die weißen, feinschaligen mehr der Krankheit ausgesetzt als die rothen, dickschaligen '■8 Der in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung fest- gestellte Plan nebst Längenprofil über die Straßen- und Baufluchtlinien einer neuen Straße vom Seltersweg (der Löwengasse gegenüber) nach der Südanlaae liegt 14 Tage auf dem Stadtbauamt zur Einsicht offen, innerhalb welcher Zeit Einwendungen gegen den Plan bei der unterzeichneten Behörde anzubringen sind. Gießen, den 18. Juli 1890. Grcßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth UnitKtfUob - Nachrichten. Leipzig, 20. Juli. Der Universitäts-Professor der neueren Philologie Dr. Heinrich Körting ist gestorben. Gieße«, 22. Juli. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. .* 0,85-0,95, Hühnereier 1 St. 6, - 2 St. 11 Enteneier 1 St. 6- H, 2 @t - Käse pr. St. 5-7 A, Käsematte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter17 A, Hamburg, 19. Juli. Das Hamburg-Newyorker Postdampfschiff „Scandia", Capitän Kopff, welches am 6 Juli von hier und am 9. Juli von Havre abgegangen, ist am 18. Juli, 7 Uhr Abends, wohlbehalten in Newport angekommen. Hamburg, 19. Juli. Der Hamburger Doppelschrauben- Schnelldampfer „Augusta Victoria", Capitän Albers, welcher am 11. Juli von Southampton abgegangen, ist am 18. Jult, 4 uyr Nachmittags, wohlbehalten in New-York angekommen. Reisedauer von Hamburg bis Newyork 8 Tage 8 Stunden. Oceansahrt 7 Tage 5 Stunden 30 Minuten. Färfle) zerfließt. Das einzige unfehlbare, das Auftreten des Pilzes verhindernde oder dessen Verbreitung eindämmende Mittel ist trockenes Wetter. Warme nasse Jahrgänge haben ein starkes Auftreten der Kartoffelfäule im Gefolge. Da ein von dieser Krankheit befallenes Kartoffelfeld nicht nur alle übrigen in der Nähe befindlichen mit ins Verderben hineinzieht, sondern auch der Mensch mit keinem ausreichenden Schutzmittel gegen dieselbe ankämpfen kann, so erklärt sich die weite Ausbreitung der Krankheit von selbst. Nie lasse sich der Landwirth verleiten, nasse oder gar mit nassem Erdreich beschmutzte Kartoffeln in die Keller einzuschütten, wenn sich schon lauf dem Felde einzelne mit Flecken behaftete Exemplare vorgesunden haben. Noch so sorgfältig durchsucht, kommen doch in den meisten Fällen kränkelnde mit hinein. Die braunen Flecken und Punkte unter der Schale geben den ersten Ausgangspunkt zum Auftreten der Krankheit in den Kellern. Wie an und geschlachtet, prima schwer gemästet in C. G. Kleinhenns [6149 Delicateffen-, Fisch- u. Geflügelhandlung, Bahnhofstraße 59. Guter Geflügel-Mist einige Wagen abzugeben. [6157 M Ä sie re i Bahnhofstraße SS. Temperatur -er Lahn und der Luft am 22. 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Briefe kosten 20 A Porto.506 Spaltöffnungen der Blätter' ins Freie gelangte Abzweigungen theilen sich in drei Theile, die sich sackartig verdicken und in deren Innern sich neue Keimkörner, neue Schwärmsporen entwickeln. Diese Behälter, Conidien genannt, zerreißen endlich durch Ueberfüllung und entleeren sich ihres Inhalts, den der Wind nach allen Himmelsrichtungen verträgt. r Der Pilz überwintert nur in den Kellern, da die Sporen ganz oder doch so ziemlich ausgereist sind, beim Sichtbarsehr bald ihre Keimkraft verlieren. Durch kranke Legkartoffeln | werden von braunen Ficken an den Blattern und ^tengeln^, auf das Feld gebracht, wächst der Pilz zugleich mit der Pflanze und vermehrt sich durch Neubildung von Sporen bei günstigem, d. h. regnerischen Wetter unglaublich schnell. Ende _.ri„ , , ^uni und Anfangs Juli wird das Vorhandensein des Pilzes und die Knollen erst m ihrer Bildung sich befinden, äußerlich an der Pflanze ersetzbar. Die Blättchen bekommen «„h w-isten. gewöhnlich am Rande, an der Spitze und in der Regel unter I der Kräuselung einzelne braune Flecken, die bald an Ausdehnung zunehmen und von einem schimmelartigen, weißlichen Rande umgeben erscheinen. Die Bräunung entsteht theils durch die chemische Zersetzung und Zerstörung des in den | Blättern enthaltenen Chlorophylls, da der Pilz seiner Nähr- | pflanze gewisse Stoffe zu seiner eigenen Ernährung entzieht und auch thtzils durch die mechanische Zerstörung der Blattzellen, indem ja überhaupt durch das gewaltsame Auseinanderdrängen oder Durchlöchern der Zellenhäute der pflanzliche Organismus leidet. Tritt trockene Witterung ein, so bleibt ost die Ausbreitung des Pilzes auf das Kraut beschränkt, das :ch ganz schwarz wird und endlich zu braunem Pulver, Humus, zersällt. Bei längere Zeit anhaltendem Regen sendet der Pilz, wie bereits erwähnt, seine Hyphen auch hinab bis in die Wurzeln und in die Knollen, die dann ebensolche Flecken wie die Blätter zunächst unter der Schale, später auch an der Oberfläche aufweisen. Mit der Zeit werden die nur in geringer Tiefe braungefleckten Stellen immer größer an Umfang und Tiefe, bis endlich die Kartoffel entweder zu bröckeliger Masse (trockene Fäule) zerfällt oder durch das * pr.©t. 5—7^, KMemaue pr. öi- o isroicn pr. cuu j.« Hinzutreten des Kartoffelspindelschimmels (Fusisponum Solam) gtnfC„ pr# Liter 28 A. Tauben pr. Paar A 0,90—1,00, Hühner pr. sind der Batterien zu einer übelriechenden faulen Jauche (nasse 1 - ' - - E. Dort, Walltborstraße 45, 3922 Wilhelm Fritsch. —==——-----« M mit Druckwerke Kelter - Schrauben Construction, Umänderung alter Schrauben und Keltern empfehlen zu billigen Preisen PH. MAYFARTH & Co., Frankfurt a. M. Fabrik: Hanauerlandstrasee 169 (am Ostbahnhof). 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Glaser oder Schreiner finden dauernde Arbeit bei 5981 H. Scherff, Glaser- Tüchtige Zimmergesellen finde« dauernde Beschäftigung bei Zimmermeister Nuhn 5984 in Lollar.________ 59851 Ein tüchtiger Heizer, der zugleich Schlosser ist, wird gesucht. Schriftliche Offerten werden unter Z. 16 bei der^Exped. d- Bl. entgegengenommen. 5990] Ein Rollwagen mit stachem Boden und Federn zu kaufen gesucht. Offerten unter Z Nr. 5990 nimmt die Exped- d. Bl. entgegen Am 28. d. M. wird unsere Stadt zwei Ereignisse von hervorragender Bedeutung feiern dürfen: die Enthüllung des Liebig-Denkmals und die Einweihung der neuen Kliniken. Beide Feste wird Seine Königliche Hoheit der Großherzog mit Seinem Allerhöchsten Besuch beehren, auch die obersten Staatsbehörden, Vertreter fremder Hochschulen, Angehörige der chemischen und medicinischen Wissenschaft aus allen Theilen Deutschlands haben ihr Erscheinen in Aussicht gestellt. Da gilt es denn, unseren Gästen auch äußerlich einen herzlichen Willkomm zu bieten, ihnen zu zeigen, daß die ganze Stadt des herrlichen Denkmals sich freut, das die Erinnerung an unseren unvergeßlichen Liebig auch im Bilde für alle Zeiten festhalten wird, daß die Bürgerschaft mit der Universität Eins ist in der dankbaren Anerkennung der reichen Förderung, welche Universität und Stadt Gießen ganz besonders in diesen Jahren erfahren durften. Im Einvernehmen mit der Stadtverordneten-Versammlung gestatte ich mir darum die Bitte an unsere Einwohnerschaft, dieselbe wolle zum Ausdruck unserer Gesinnung auf den 28. d. M. eine allgemeine Schmückung der Hauser mit Flaggen und Grün vornehmen. Gießen, 22. Juli 1890. Der Bürgermeister: Gnauth. NB. Das zur Schmückung erforderliche Fichtenreis wird auf Anmeldung bei der Bürgermeisterei aus den städtischen Waldungen unentgeltlich geliefert werden. 6145 Gesellschaflsverkin. Die allgemeine Bücherablieferung findet von Donnerstag den 24. Juli bis Samstag den 26. Juli, Nachmittags 2—3 Uhr, statt. Nicht abgelieferte Bücher wird der Gesellschastsdiener gegen Erhebung der statutenmäßigen Gebühr einfordern. Die Bibliothek bleibt vom 26. Juli an bis zu einem später bekannt zu gebenden Tage geschloffen. 6127_______________________Der Gesellschaftsvorstand. Jahresfest des OberhejMen Kreins für innere Mission in der Stadtkirche zu Gießen am 23. Juli 1890, Vormittags 10 Uhr. I. Festgottesdienst: Pfarrer Frohnhäuser aus Mainz. II. Verhandlungen: 1. Jahresbericht: Pfarrer Schlosser-Gießen, 2. Welche Aufgaben erwachsen den Vereinen für innere Mission aus der gegenwärtigen Lage? Referenten: Reiseprediger Wagner aus Darmstadt, Profeffor Dr. Gottschick und Professor Stamm aus Gießen. III. Borstandswahl. Um 3 Uhr gemeinschaftliches Mittageffen im Hotel zum Einhorn (trockenes Couvert 2 X) [5921 WermietHungen. 5876] Eine Mansardenwohnung, 3 Z., Küche m. Wafferl, per 1. 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Frankfutterstraße 53. 5795] Ein Logis, 2 Zimmer nebst Zubehör, mit Wasserleitung, an ruhige Leute zu vermiethen.____________Marktstr. 32. 5801] Der 2. Stock meines neuen Hauses in der Bleichstraße, 6—8 Zimmer, zu vermiethen und alsbald zu beziehen. Näheres Löberstraße 3 I. _________________W. Steinbach. 5961] Schöne neu hergerichtete Wohnung, 5 Zimmer u. Bub., Wafferl, als- bald zu vermiethen. I. B. Singer. 6066] Ein Famtlienlogis zu vermiethen Rodheimerstraße Nr. o, ______________bei Burks Mühle__ 6072] Grünbergerstraße 39: 2. Stock (3 Zimmer, Küche mit Zubehör), per 1. October zu vermiethen.____________ 6077] Stube mit Küche zu vermiethen. __H Plant, Kaplansgasse 2.__ 5937] Goethestratze 15 ist eine schöne Mansardes-Wohnung weg- zug-halber bis 1. October zn ver- miethen.___ 4732] Mansardenlogis zu vermiethen. _____________I. Pfeffer, Marktplatz. 6126] Möblirte Zimmer zu ver- miethen. Bahnhofstraße 48 und 50. 6137] Ludwigstraße 32 III gegenüber der Aula möblirtes Zimmer sofort oder nächstes Semester zu vermiethen._______ 6155] Schön möblirtes Zimmer zu vermiethen.___Mäusburg 7. 6114] Schön möbl- Zimmer zu Derrn. ___M. I. Zufall, Marktstraße 7. 6059] Ein möbl Zimmer zu vermiethen. _________________Frankfurterstraße 23. 6006] Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen^ __________Bahnhofstraße 11. 4760] Ein möbl. Zimmer zu vermiethen- A. Wallenfels Wwe., Kirchenplatz 21. Anden, 5743 sehr geräumig, beste Lage, mit oder ohne Logis zu vermiethen und kann sofort bezogen werden. August Rost I. Der geschäftsführende Ausschuß: Dr. Gottschick. E. Kauffmann. Schlosser. Stamm. G. Windecker. sX Sootöaö Saf’jfjaufen. wS’ä?',p6 Station Nidda-Salzhausen der Oberhess. Bahn. Brnnnenort, Badeort, Klimatischer Kurort, Kochsalztrinkqueven, Stahlquelle, Schwefelquelle. Prachtvoller Sommeraufenthalt. Heilkraft mit Kreuznach fast identisch. Große Kurgebäude mit 100 elegant möblirten Zimmern. 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Juli 1890: Zucht- und Fett-Vieh-Markt ______in Hanau. 6133 Alle Mitglieder des hiesigen Thierschutzvereins, denen die Thierschutzzeitung vom Monat Juli d. I. bis jetzt noch nicht zugekommen ist, werden hiermit freundlichst gebeten, dem Unterzeichneten Anzeige zu machen. 6139_____H Curschmann. 6122] Ich nehme die am 5. lfd. Mts. gegen Herrn D. Jacob von hier ausgesprochenen beleidigenden Worte als in der Ueberetlung gesagt zurück ______________ E. Euler, Schmied. 6129] Seidener Regenschirm stehen geblieben bei Moritz Semmler, Wallthorstr. 15. 6131] Verloren von der Liebigstraße bis in die Sandgasse eine filberne Taschenuhr. Gegen Belohnung abzugeben Sand gaffe 19. Lohn. Nebenverdienst. Von einer ersten deutschen Feuer- versicherungs - Gesellschaft werden B für den hiesigen Platz und Umgegend tüchtige Vertreter gegen hohe Bezüge gesucht. Agenten, welche gute Erfolge erzielen, erhalten besondere Vergünstigungen. Offerten bittet man an die Expedition S dieses Blattes unter L. D. 706 zu richten. [6128 Pferdeknecht kann sofort eintreten V140 Licherstratze 5. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckertt falifnrnia. Neuer Import! vJÜllI VI lllil" Feittschmeckender, vorzüglicher StärkungSwein, per Flasche IISW. 1.80, MM AA1HI empfiehlt [6144 11 üill. Friedrich. Leo. Imperial Wine Comp. London E. C. Portweine. Old Port Mark per Flasche. bis zu Mark 10.— per Flasche. Verdelho Mark 4.- 2.— 2.25 2.75 Xeres Gold Oloroso Amoroso Sup. old Port very sup. tawny bis zu Mark 10.— Sherry« Mark 2.- 2.25 2.75 Madeira. Mark 3 — | Sao Martinho Specialität Jede Flasche ist mit uns. Firma u. Trade-Mark versehen. General-Vertretung und Niederlage für Giessen: 5182 Carl Schwaab, Seltersweg 23. Zu Ehren der vom Turnfeste in Schotten zurück- gekehtten PreiSturner deS Männer-Turnvereins findet heute, Dienstag den 22. d. M., Abends, auf der Kneipe im Darmstädter HauS Grosser Commers statt. 6154 Der Borstand deS Mänu er-LurnvereinS Gießen. I Für die zahlreichen Blumenspenden und die damit bewiesene Theilnahme an unserem so schweren Verluste sagen innigsten Dank 6147 Emil Günther und Frau. 6153 König!. Bahnmeister i. P. nach längerem Leiden zu sich abzurufen. Um stille Theilnahme bitten Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag 4 Uhr vom Trauerhause (an den Bahnhöfen 51) aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 22. IM 1890. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß es Gott gefallen hat, unseren lieben Gatten, Vater, Schwager, Onkel, Schwiegervater und Großvater iKarf Ludwig fltmßel, Stellegesuch. 6136] Ein junger Mann mit schöner Handschrift, der Stabeisen-, Werkzeug-, Etsenkurz-, Colonialw- und Küchenger- Branche vollst, vettr, gegenw. als Exped. in einem Engros-Geschäft thätig, sucht, gestützt auf beste Zeugn-, per 1- Oct. er. Stellung als Expedient, Verkäufer oder Lagerist. Auch ist ders. nicht abgeneigt, ein Engagem. als Comptoirist ob. Exped. L e. Fabrik-Gesch. anzunehmen. Gef. 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Schweizer Nordost » West Gelsenkirchener Der. Kön.- und'Laurahütte-Act. Oesterr. Alpine-Montan Tendenz: fest. 89 60 94 50 78 70 75.00 405.50 208 12 162.70 140.30 40 20 164.00 141 40 83.40 220.60 195.10 10040 163 50 Ostpreußen 156.00 Bochumer Gußstahlaettev XeltRrajiWi&K SvEencht bei Berliner Börse vom 22. Juli 1890. OcIterT. Srtbtetien 16710 St6cnntn«$om..8talBriI. Oefietr. «tatiHMrwBeti« 104 00 2nscMtt0 Dortmunder Union-Actien 91.30 Darmstädter Baulactien Tendenz: matt. _______Reichebmir^rclmt t BSt - ffranffnrter Bimk.DiScont 4 pCt. (T r. C hr. Pietsch) in Gießen " ' Der