1890 Freitag den 23. Mai iekener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger Retaction, Expedition und Druckerei: Zchulgrnße Ar.r. Fernsprecher 51. Vierteljähriger ASsnnementspretir 2 Mark 20 Pfg. mi« Bcingerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener gl**t(ie*»ratter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Nr. 118 Ifcn« ■ n.— Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Hratisbeilage: Hießmer JamMnöWer. Lr^urr.-'.'^'r: Deutscher Bdd?. Darmstadt, 19. Mai. Das gestern ausgegebene Großh. Regierungsblatt (Beilage Nr. 11) enthält: u. A. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Heppenheim, die Vergütung der Brandschäden in Affolterbach, Hammelbach und Mörlenbach betreffend. Aus Veranlassung der häufigen, in neuerer Zeit in Affolterbach, Hammelbach und Mörlenbach zum Ausbruch gekommenen Brände, und in Berücksichtigung der dieselben begleitenden Umstände, welche die Vermuthung rechtfertigen, daß in diesen Orten entweder vorsätzliche Brandstiftungen in der Absicht, durch die für den Brandschaden nach gesetzlicher Be- sümmung aus der Brandversichernngskasse zu zahlende Entschädigung Vortheile zu ziehen, stattfinden, oder doch, daß daselbst eine mit den Interessen der Brandversicherungs-Anstalt unverträgliche Fahrlässigkeit inbezug aus Feuersgefahr obwalte, hat Großh. Ministerium des Innern und der Justiz angeordnet, daß die durch Bekanntmachung vom 29. November 1884 verhängten Maßregeln, wonach die vom Augenblicke dieser Bekanntmachung an in Affolterbach, Hammelbach und Mörlenbach entstehenden Brandschäden nur nach Verhältniß des wahren Werthes der betroffenen Gebäude unmittelbar vor dem Brande vergütet und bei den jährlichen Ausschlägen fünf Jahre lang die Versicherungscapitalien der obenbezeichneten Gemeinden in einem um ein Fünftheil erhöhten Betrag in Rechnung gebracht worden sollen, auf weitere 5 Jahre, von 1889 ab beginnend, sortzudauern haben. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1890 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Alsfeld. Zulassungen zur Rechtsanwaltschaft. Am 5. Mai wurde dem Gerichtsassessor Dr. Ludwig Jung zu Gießen die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgerichte der Provinz Oberhessen, am 10. Mai wurde dem Gerichtsaccessisten August Wagner in Schotten die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgerichte Lauterbach ertheilt. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht: Am W. April dem Pfarrer und Decan Wilhelm Wahl zu Trais-Horloff die evangelische Pfarrstelle zu Nieder-Florstadt, am 24. April dem Pfarrer Carl Strack zu Leeheim die evangelische Psarrstelle zu Leihgestern zu übertragen. Am 22. April wurden dem Schullehrer Julius Hartmann zu Oppenheim und dem Schulverwalter Carl Leib zu hießen Lehrerstellen an der Volksschule zu Gießen übertragen. Ruhestandsversetzungen. Am 19. April wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Nidda Daniel Lorz auf sein Nachsuchen-, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Mai an, in den Ruhestand versetzt. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Neuhausen mit einem Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem kathol. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gundheim mit einem Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Uellers- hausen mit einem Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbnnden. Dem Herrn Grafen von Schlitz, genannt von Görtz, steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hemmen mit einem Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herrn Grafen von Schlitz, gen. von Görtz, steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. nn. Darmstadt, 21. Mai. Verhandlungen der zweiten'Kammer der Land stände. Das Haus setzt nach Bekanntgabe einiger neuer Einläufe die Berathungen fort über den Antrag Arnold, die volkswirthschaftliche Lage im Odenwald, insbesondere die Erträgnisse aus Lohrinden betr. Der Antragsteller führt aus,, daß seit einer Reihe von Jahren ein Niedergang in den Erträgnissen der Waldungen des Odenwaldes zu verzeichnen sei, so daß von einer Rente nicht mehr die Rede sein könne. Hauptsächlich in der Loh- rindenproduction, welche ein Haupterwerbszweig der Bevölkerung des Odenwaldes sei, habe sich diese Calamität am meisten fühlbar gemacht, so daß kaum die Productionskosten erreicht würden. Als Grund dieses Rückgangs sei einerseits der Mangel an Concurrenz der Käufer, anderseits der Umstand zu verzeichnen, daß der deutsche Markt durch außerdeutsche Lohrinde und Surrogate überfluthet werde. Er beantragt auf die Einführung eines höheren Eingangszolles aus fremde Lohrinde und Surrogate hinzuwirken. Abg. Reinhardt zweifelt nicht an den guten Absichten, welche dem Antrag Arnold zu Grunde liegen, weist aber auch darauf hin, daß man auch die Hess. Lederindustrie berücksichtigen müsse, welche durch eine solche Maßregel schwer geschädigt werde. Auch der Abg. Hechler spricht sich gegen den Antrag aus. Die Abg. v. Rabenau und Breimer befürworten denselben. Großh. Regierung sowohl, wie der Ausschuß, können sich nicht mit den Ansichten des Antragstellers einverstanden erklären. Der Ausschuß beantragt daher, dem Antrag Arnold auf Erhöhung des Eingangszolles für Lohrinde keine Folge zu geben, Großh. Regierung zu ersuchen, den wirth- schaftlichen und Verkehrs-Verhältnissen des Odenwaldes ihre wohlwollende Aufmerksamkeit zu schenken und die Eingaben der Handelskammern zu Mainz, Worms, Offenbach, Gießen und Bingen für erledigt zu erklären. Gegen 4 «Stimmen beschließt die Kammer dementsprechend. Bezüglich der Vorstellung einer Anzahl Revisions-, Buch- Haltungs- und Calculatur-Beamten der Oberrechnungskammer und anderer Ressorts um Erhöhung ihrer Gehalte beschließt das Haus, da die Regierung für die kommende Finanzperiode eine Ausbesserung der Beamten- Gehälter in Aussicht genommen hat, die Vorstellung für erledigt zu erklären. Ein Antrag des Abg. Frank aus Bewilligung eines weiteren Staatszuschusses zur Ausbesserung der Minimal- Gehalte der kathol. Geistlichen wird ebenfalls ohne Debatte für erledigt erklärt, nachdem sich Großh. Regierung dahin geäußert hat, daß dieselbe jetzt in der Lage und geneigt sei, eine Ausbesserung der kath. Geistlichen bei Ausstellung des nächsten Staatsvoranschlags in Erwägung zu ziehen. Dem Gesuch des Heinrich Becker IV. und Genossen zu Alsbach wegen Beseitigung gesetzwidriger und gesundheitsschädlicher Anlage von Gräbern wird seitens der Kammer keine Folge gegeben, da sich nach den stattgehabten Untersuchungen Keinerlei Jndicien für das Vorhandensein der behaupteten rechts- bezw. ordnungswidrigen Zustände auf dem Friedhöfe zu Alsbach ergeben haben Die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern auf Erbauung einer psychiatrischen Klinik bei der Landes-Universität Gießen, sowie die dazu angeforderten Mittel im Betrage von 735,000 Mk. wird debattelos genehmigt. Bei der Vorlage der Großh. Regierung aus Errichtung eines besonderen Gebäudes für das physikalische und electo- technische Institut der technischen Hochschule zu Darmstadt im Betrage von 315,000 Mk., entspinnt sich eine lebhafte Debatte. Die Ausschußmajorität beantragt Genehmigung der angesorderten Snmme. Die Ausschußminorität (Abgeordneter Jöckel-Friedberg) beantragt Ablehnung, resp. die Erklärung, daß die Stadt Darmstadt alle für die Hochschule erforderlichen Gebäude zu stellen habe. Geh. Staatsrath Knorr befürwortet in warmen Worten die Vorlage, indem er hervorhebt, in welch trefflicher Weise sich die Anstalt von Jahr zu Jahr hebe und welche vorzügliche Kräfte für das Land an derselben herangebildet würden. In gleicher Weise befürwortet Staatsminister Finger die Vorlage, indem er ebenfalls die Verdienste der Schule um Handel und Industrie in Hessen hervorhebt. Er em- Feuilleton. Zu spät. Scizze von Erich zu Schirfeld. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der Gatte nannte ihr meinen Namen und sagte: „Vater ist sehr krank und wird wohl sterben, wie der Herr meint." Seine Stimme zitterte leise, doch die Frau zuckte die Achseln und erwiderte gleichgiltig: „Sterben müssen wir alle! — Nun ja, er hätte ja wohl noch eine Weile leben können. Aber es wird wohl so am besten sein, er ist sich und andern zur Last und bei dem Lebenswandel ist es auch gar kein Wunder, wenn er vor der Zeit sort muß." Bei dem Lebenswandel? — Ich sah den Mann überrascht an. Ihm stieg das Blut in die Stirn, aber er hielt an sich und fragte gelassen: „Was soll das heißen?" „Je nun," rief sie, „Du weißt doch so gut wie ich, daß .ihn der Branntwein ruinirt hat." Wilhelm biß sich aus die Lippen. „Frau", begann er dann mit unterdrückter Erregung, .„ich habe Dir oft genug gesagt, daß ich das nicht hören will- es ist eine infame Lüge. Er hat seinen Schnaps zum Frühstück getrunken, so gut wie ich und wir alle, mehr nicht einen Tropfen. Nun komm mir noch einmal damit." Sie lächelte boshaft und schwieg. „Ich werde Sie begleiten," wendete sich Wilhelm wieder zu mir, und machte Miene, sich einen anderen Rock an- .zuziehen. „So," keifte da die Frau, „wirklich? — Daß er mich, Deine Frau, beleidigt hat, das ist Dir also ganz egal. Freilich, bei Dir hat man ja nie Schutz!" Sie fing an zu weinen. „Liebe Frau," wollte ich sie beruhigen, „angesichts des Todes . . ." Weiter kam ich nicht. „Ah!" fuhr sie auf mich los. „Was wollen Sie denn? Mit Ihnen habe ich gar nichts abzumachen. O, ich merke schon, Sie sind auch einer von Denen, die blos Unfrieden stiften. Da kommen Sie aber bei uns an die Unrechten. Unsere Ehe ist bis jetzt glücklich gewesen, und wenn Einer kommt, der sich dazwischen stellen will, mit dem machen wir gar keine Umstände, sondern zeigen ihm, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat." Das war deutlich genug. Der Mann wußte sich vor Verlegenheit nicht zu helfen und ging aufgeregt im Zimmer aus und ab. Die Flamme des Aergers und der Scham lohte ihm über das Gesicht, aber zu einem Entschlüsse kam er nicht. Unter diesen Umständen blieb mir nichts weiter übrig, als mich zu empfehlen. Wilhelm gab mir das Geleite zur Treppe und sagte flüsternd: „Ich komme. Bitte, sagen Sie das dem alten Manne, er kann sich daraus verlassen. Heute aber muß ich nachgeben, meine Frau bekommt den Schreikrampf, sobald sie sich ärgert." Er drückte mir warm die Hand und ich ging. Während ich über den Hof schritt, klang von oben dumpfer Lärm herab, übertönt von einer gellenden Frauenstimme. „Jetzt hat Frau Bredow ihren Schreikrampf", dachte ich, und lief eilend davon. Die Krankheit des alten Bredow nahm einen sichtbar schnellen Verlauf und der Kranke wurde täglich hinfälliger. In dem Maße, wie seine Kräfte abnahmen, wuchs seine Sehnsucht nach dem Sohne, aber ein Tag nach dem andern verging — und der Ersehnte kam nicht. Da blieb mir nichts weiter übrig, als die Leutchen noch einmal auszusuchen, so schwer es mir auch wurde. — Es war Abend, als ich den Weg zur B.-Straße antrat. Die meisten Leute hatten ihr Tagewerk gethan und ihr Abendessen verzehrt. Nun gingen sie ein wenig ins Freie und standen rauchend und plaudernd vor den Hausthüren. In der B.-Straße machten die Kinder, mit denen diese Straße besonders reich bedacht ist, bei ihren Spielen einen Heidenlärm, und ein Leierkasten spielte „die neuesten Sachen". Als ich den bewußten Hos betrat, überraschten mich weitere musikalische Kunstleistungen: Irgend Jemand that der „kleinen Fischerin" Gewalt an und bemühte sich, die Waldmann'sche Operettenmelodie mittelst einer fehlerhaften Ziehharmonika so gut wie möglich hu verhunzen. Dazwischen lautes Reden, mißglückte Singversuche und rauhes, unschönes Gelächter. Der Lärm kam aus der Bredow'schen Wohnung und brach mit einem vielstimmigen „Herein!", welches mich auf mein Klopfen zum Nähertreten einlud, plötzlich ab. Das war eine lustige Gesellschaft. Mehrere Frauen labten sich an duftender Chocolade, die Männer tranken Bier und dick und schwer zog der Qualm zweifelhafter Cigarren zum weit geöffneten Fenster hinaus. „Ich möchte einige Worte mit Ihnen reden," wandte ich mich an Wilhelm, der soeben unter dem geöffneten Hahn eines aufgelegten Bierfasses die Krüge mit srischem Stoff füllte. Er erhob sich aus seiner gebückten Stellung und öffnete den Mund, seine „bessere Hülste" kam ihm aber zuvor und rief: „Bitte, geniren Sie sich gefälligst gar nicht! Wir sind hier ganz unter uns und haben keine Geheimnisse voreinander." „Liebe Frau," erwiderte ich gelaffen, „was ich zu sagen habe, geht Ihren Mann an, nicht Sie!" pfiehlt, die Vorlage nicht abzulehnen, was sonst einen schlechten Eindruck im Lande mache. Für die Vorlage sprechen noch die Abgeordneten B erg- st räßer, Wasserburg, Wolfskehl, Schröder, Ohly, Kredel, Michel und wird diese mit allen gegen 4 Stimmen nach dem Anträge der Majorität des Ausschusses angenommen. Auch die Vorlage Großh. Regierung wegen Einstellung eines Betrages von 6500 Mk. für einen neuen Landgerichtsdirector findet einstimmige Annahme. Ausland. Wien, 21. Mai. Gestern zogen Schaaren strikender Arbeiter nach dem Marthaschachte der Pankrazzeche in Nürschau bei Pilsen, um das Anheizen des Kessels zu verhindern, und umzingelten hierbei einen Zug von vierzehn Soldaten. Nachdem wiederholte Aufforderungen zum Auseinandergehen unberücksichtigt geblieben waren, wurde auf Befehl des commandirenden Offiziers gefeuert, wobei zwölf Personen getödtet und mehrere schwer verwundet wurden. Die Wohnungen zweier Beamten wurden demolirt- ein Beamter wurde mißhandelt. (Frks. Ztg.) Deutscher Reichstag. 11. Plenarsitzung. Mittwoch, 21. Mai 1890, 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht der Antrag Böckel (Antisemit) um Aufhebung dreier gegen den Abg. Werner (Antisemit) beim Amtsgericht zu Stettin schwebenden Privatklageverfahren wegen Beleidigung für die Dauer der Session. Unterstützt ist der Antrag außer von den Antisemiten von Nationalliberalen und Deutschsreisinnigen. Der.Antragsteller bemerkt, daß es sich um Preßprocesse handelt. Abg. Meyer-Breslau (dsr.) hält den Antrag für begründet- § 31 der Verfassung komme hier in Frage, denn es handele sich zweifellos auch hier um eine Strafsache. Der Antrag wird hieraus mit großer Mehrheit angenommen. Es folgt die Interpellation Bamberger (dsr.): ob und wann der Entwurf eines Gesetzes betreffend den Vollzug von Freiheitsstrafen dem Hause vorgelegt werden wird. Der Antragsteller gibt zur Begründung seiner Interpellation eine übersichtliche Darstellung der über den Gegenstand früher im Hause stattgehabten Verhandlungen, in denen das Strasvollzugsgesetz vom Reichstage gefordert, von der Regierung auch in Aussicht gestellt worden war. Durch die neuerdings öffentlich zur Sprache gebrachte Behandlung von Leuten, die wegen politischer Vergehen verurtheilt waren, ist die Frage wieder bedeutsam geworden und namentlich der Fall Bossardt hat die öffentliche Aufmerksamkeit wieder aus diese Angelegenheit gerichtet. Durch eine derartige Behandlung und durch die Ausnöthigung einer schlechten Kost wird die Strafe zu einer Art körperlicher Züchtigung. Zugleich würde die Frage in Erwägung zu ziehen sein, ob es sich nicht empfiehlt, Strafen wegen nicht ehrenrühriger Vergehen gegen Reichstagsabgeordnete während der Sitzungsdauer nicht zu vollstrecken. Diese Frage ist ebenfalls eine dringende geworden, aus Anlaß des Falles Harmening. Staatssecretär im Reichsjustizamt Dr. Oehtschläger: Die Nothwendigkeit der gesetzlichen Regelung dieser Angelegenheit wird auch von den verbündeten Regierungen anerkannt und diese Gesetzgebung im Interesse der Einheitlichkeit der Strafvollstreckung auch ins Auge gefaßt, lieber den Zeitpunkt aber, bis zu welchem diese Vorlagen gemacht werden können, lassen sich zur Zeit feste Angaben noch nicht machen, lieber die Frage des Strafsystems sind die Meinungen noch getheilt- will man die Einzelhaft beibehalten und consequent zur Durchführung bringen, so würde ein Strafvollzugsgesetz eine Ausgabe von 115 Millionen nöthig machen für neue Gefängnisse. Feststellen müssen wir bei der Strafvollstreckung die Einheitlichung zwischen Strafgesetz und Strafvollzug. Der Begriff des politischen Vergehens wird niemals so definirt werden können, daß der Richter daraufhin eine Unterscheidung Sie wollte aufbegehren, Wilhelm aber trat ihr entgegen und warf ihr einen warnenden Blick zu, vor dem sie scheu zurückwich. Sie machte sich in der Küche zu schaffen. „Sie kommen von meinem Vater", brachte Wilhelm zögernd hervor. „Allerdings," entgegnete ich, „er möchte Sie gern noch einmal sehen, ehe er scheidet, und die Zeit drängt." Einer der Gäste erlaubte sich die rohe Bemerkung: „Damit hätte der Alte auch bis morgen warten können." Er hatte wohl geglaubt, einen Witz zu machen, aber Niemand lachte. Wilhelm sah den Sprecher drohend an, über sein Gesicht huschte ein finsterer Schatten, aber er zwang sich zur Ruhe und schwieg. „Lieber Herr," begann er endlich, „es ist sehr dankens- werth von Ihnen, daß Sie sich so bemühen, gewiß, sehr dankenswerth, aber — Sie sehen es selbst — es thut mir herzlich leid, wahrhaftig. Sehen Sie, heute ist nämlich der Geburtstag meiner Frau, und da — nun, Sie begreifen wohl — vierzehn Tage lang hätte ich keinen Frieden, wenn ich heute sortginge." — Er hatte recht, der arme Wilhelm. Vierzehn Tage keinen Frieden! — O, der alte Mann kam ja wohl auch ohne den Sohn zur Ruhe- ob aber diesem Sohne die Ruhe des Herzens nach vierzehn Tagen wiederkehren wird? Die Erinnerung ist ein zudringlicher Gast. Und sie kommt nicht allein: Hand in Hand mit ihr geht ihre häßliche Schwester — die Reue. Mit Polypenarmen umklammert sie das Herz und läßt es nicht mehr los. Da gibt es kein Entrinnen, kein tröstliches Vergessen. Es gibt ein Wort, das die Seele erzittern macht und den armen Menschen trifft wie ein Keulenschlag. (Schluß folgt.) vornehmen kann. Erörterungen über Mißstände in Einzelfällen gehören vor die Einzellandtage. Abg. Klemm-Sachsen (cons.) ist mit dem Staatssecretär einverstanden. Die Auswahl geeigneter Beamten vermag hierbei mehr als ein Gesetz. Die Entscheidung über die Beköstigungsfrage u. s. w., sowie überhaupt über den Strafvollzug wird man einstweilen den Einzelstaaten überlassen müssen. Einer gesetzlichen Regelung des Strasvollzuges ist Redner nicht abgeneigt. Abg. v. Bar (dsr.): Mit der gesetzlichen Regelung des Strasvollzuges wird eine Revision des Strafgesetzbuches stattfinden müssen, um die Strafarten genauer zu präcisiren, zu unterscheiden und gegeneinander abzugrenzen. Heute liegt die Strafvollstreckung hauptsächlich in der Hausordnung der Strafanstalt. Man wird künftig namentlich zu unterscheiden haben zwischen der Strafe mit Zwangsarbeit und der Strafe ohne solche Arbeit. Mögen diese Erörterungen der Regierung behilflich sein, die Schwierigkeiten zu überwinden, welche dem Strasvollzugsgesetz entgegenstehen. Abg. Geyer (Soc.): Die Behandlung und Beköstigung der Gefangenen ist eine unzureichende und auch die der sog. gemeinen Verbrecher ist inhuman. Solche Behandlung bessert nicht und führt dahin, daß die Sträflinge die Anstalten völlig verdorben verlassen. Der Fall Bossardt ist geringfügig gegenüber zahlreichen anderen Fällen, wo Socialdemokraten wegen Geheimbündelei, wegen Majestätsbeleidigung und wegen Preßvergehens Strafen verbüßen. Warum soll es denn bei uns nicht möglich sein, politische und gemeine Verbrechen juristisch zu unterscheiden. Man thut es doch in Frankreich? Mit Recht sagt Pros. v. Holtzendorff, daß das heidnische Rom seine gemeinen Verbrecher besser behandelte als der moderne christliche Staat seine politischen Gefangenen. Wenn Sie gegen dieses Unwesen nicht nachdrücklich einschreiten, so werden Sie in den Verdacht kommen, daff Sie politische Gefangene malträtiren wollen. Abg. Dr. Windthorst (Str.): Diese Art der Behandlung politischer Gefangener rührt noch aus der Zeit des Culturkampses her. Am besten wird cs sein, wenn man jeden einzelnen derartigen Fall der Oeffentlichkeit übergibt. Eine Revision des Strafgesetzbuches erscheint unter den augenblicklichen Verhältnissen bedenklich. So bedeutende Summen, wie hier angedeutet sind, können wir für Gefängnisse nicht den Einzelstaaten auflegen. Auch würde eine strengere Controlle der Gefängnisse genügen, um solche Vorkommnisse, wie sie hier geschildert sind, in Zukunst unmöglich zu machen. Abg. Dr. v. Marquardsen (natl.): Die Anregung des Abg. Bamberger ist dankenswerth, die Vervollständigung des Strafgesetzbuchs durch ein Strafvollzugsgesetz nothwendig. Heber die vorgebrachten Einzelfälle müßte man doch auch die anderen Theile hören. Damit ist die Besprechung der Interpellation beendet. Es folgt der Antrag Rintelen (Ctr.) aus Vorlegung eines Gesetzentwurfs zum Zwecke der Umgestaltung des Zustellungsverfahrens. Der Antrag bezweckt eine Vereinfachung des Zustellungsverfahrens, Uebernahme desselben durch die Gerichte von Amtswegen ohne Erhöhung der Gerichtskosten. Der Antrag geht nach kurzer Befürwortung durch den Antragsteller an die Justizcommission. Es folgt der Antrag Rickert (dsr.), welcher eine Aenderung der Geschäftsordnung dahin bezweckt, daß im Bedürsnißfalle mehrere Wahlprüfungscommissionen eingesetzt werden. Der Antragsteller nimmt Bezug auf die in früheren Sessionen vorgekommenen Unzuträglichkeiten, die sich aus dem umfangreichen Arbeitsmaterial für die Commission ergaben und zu deren Abstellung sich die Einsetzung mehrerer Commissionen empfiehlt. Abg. Müller-Marienwerder (Reichsp.) hat gegen den Antrag Bedenken- der Versuch des Antragstellers ist nicht neu, er hat sich aber schon früher als erfolglos erwiesen und ist auch damals von mehreren Seiten angegriffen worden. Das Nebeneinandersitzen zweier Commissionen würde zu den unerquicklichsten Zuständen führen, zur Annahme widersprechender Grundsätze u. s. w. Man sollte sich hüten, aus diese Art Wahlproteste zu provociren. Diese haben noch nie viel brauchbares Material ergeben. Bringen Sie noch das Princip durch, daß Beamte sich jeden Einflusses aus die Wahlen enthalten, so wird das Wahlrecht zur Farce! Abg. Singer (Soc.): Die Wahlproteste sind ein Ausfluß des Petitionsrechts der Wähler. Allerdings war der Glaube daran, daß der Reichstag Verstöße gegen die Wahlsreiheit sühne, durch die Cartellmehrheit im Volke erschüttert und dieser Reichstag hat die Pflicht, dieses Ansehen wieder herzustellen. Jedenfalls kann man mit dem Anträge Rickert einmal einen Versuch machen. Möge man den Antrag an die Geschästsordnungscommission verweisen. Wir werden für den Antrag stimmen. Abg. Frhr. v. Schleinitz (cons.) bekämpft den Antrag Rickert als unpractisch, wenn auch die Tendenz anzuerkennen ist. Dem Anträge auf Verweisung an die Geschäftsordnungscommission werden wir nicht widerstreben, den Antrag lehnen wir ab. Abg. Gröber (Ctr.): Gründliche Berathung der Wahlproteste ist die Hauptsache, doch ist der Antrag unbrauchbar. Abg. Dr. Marquardsen (natl.) wünscht Commissions- berathung des Antrages Rickert. Das Haus beschließt Verweisung des Antrages an die Geschästsordnungscommission. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Montag den 9. Juni, 1 Uhr. Interpellation Baumbach (Schweizer Niederlassungs-Vertrag), Nachtrags-Etat (Colonialforderungen). Schluß 51/2 Uhr. Netteste Nachrichten. WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Wien, 21. Mai. lieber den gestrigen Zusammenstoß von Militär und Arbeitern in Pankraz wird aus Pilsen weiter gemeldet: Die Arbeiter griffen den Marthaschacht gewaltsam an und wurden von dem daselbst stationirten Zuge Infanterie zurückgewiesen. Hierbei wurden einige Arbeiter getödtet und mehrere verwundet. Eine Escadron Cavallerie ist von Stab nach Nürschau verlegt worden. Pest, 21. Mai. Der Ausschuß des Unterhauses nahm die Vorlage, betreffend die Sonntagsruhe an, nachdem der Minister Baroß sich auch auf die Beschlüsse der Berliner Conserenz bezogen hatte. — Dem Unterhause wurde die Vorlage der Regierung betreffs Ablösung der Ungarischen Nordostbahn vorgelegt. Bern, 21. Mai. Der Bundesrath schlägt vor, den Artikel 120A der Bundesverfassung in dem Sinne zu revidiren, daß 50000 stimmberechtigte schweizerische Bürger die Aufhebung oder Abänderung einzelner Artikel der Bundesverfassung, sowie eine Ausstellung neuer Verfassungsbestimm- ungen verlangen können. Sobald ein solches Begehren gestellt wird, hat eine Volksabstimmung darüber zu befinden, und, wenn das Volk seine Genehmigung dazu gegeben, so hat die Bundesversammlung die Revision in die Hand zu nehmen. Haine-St. Pierre, 20. Mai. Der internationale Bergarbeiter-Congreß wurde heute Mittag eröffnet. Zu den Verhandlungen haben sich zahlreiche Delegirte eingesunden. Aus England sind 40 Personen, darunter 4 Mitglieder des Parlaments, eingetroffen, welche 395 846 Bergarbeiter vertreten. Deutschland hat ebenfalls zahlreiche Vertreter entsandt. Frankreich wird repräsentirt durch Delegirte aus Calais, St. Etienne und Dacazeville. Belgien durch 50 Delegirte aus den vier Kohlenbecken. In dem mit deutschen, französischen, englischen und belgischen Fahnen geschmückten Versammlungssaale bewillkommte ein belgischer Arbeiter die Ausländer. Darauf begannen die Verhandlungen, indem zunächst mehrere Commissionen erwählt wurden. In die Commission, welche die Vollmachten der Delegirten zu prüfen haß wurden je zwei Delegirte aus jedem Lande gewählt. Einstimmig wurde die Oeffentlichkeit der Congreßverhandlungen beschlossen. Cocalcs «nd provinzielle». Gießen, 22. Mai. — Auf der Deutz-Gießener Bahn verkehren aus Anlaß des Pfingstfestes folgende Sonderzuge: Samstag den 24. Maß Abends 7 Uhr 44 Min., geht von Gießen ein Sonderzug nach Deutz (Ankunft daselbst 12 Uhr 15 Min. Nachts) ab. An demselben Tage (Samstag) fährt Mittags 1 Uhr 30 Min. von Deutz ein Sonderzug in der Richtung nach Gießen (Ankunft daselbst Abends 6 Uhr 22 Min.) ab. Die Züge führen 1. bis 4. Klaffe und halten aus allen Stationen. Londorf, 21. Mai. Dem Gärtner Johann Baach hier wurde von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für 50 jährige treue Dienste" verliehen. Bad Nauheim, 20. Mai. Gestern Morgen verschied plötzlich der Salinen- und Bergrentmeister Nebhuth. Der Verlebte war ein äußerst gewissenhafter Beamter, welcher die verschiedenen von ihm geführten Kaffen musterhaft verwaltete. Die Gründung des Localvereins für Rettung Schiffbrüchiger, der Pfennigsparkaffe und des Gewerbevereins ist in erster Linie der thatkrästigen Initiative des Geschiedenen zu verdanken, wie er auch als Mensch allenthalben die höchste Achtung verdiente und genoß. O Herbstein, 21. Mai. Der Müller Mathes Körber von hier fehlt seit einigen Tagen- es wird vermuthet, daß derselbe nach Nord-Amerika übergesegelt ist. -z Herbstein, 21. Mai. Heute Vormittag gegen 5^ Uhr zog ein schweres Gewitter über unser Städtchen, begleitet von einem starken Regen. — In Crainfeld schlug der Blitz in das Wohnhaus des Feist Sommer, ohne jedoch zu zünden und erheblichen Schaden anzurichten. + Aus dem Vogelsberg, 21. Mai. Endlich haben sich auch die Höhen unseres Gebirges, Hoherodskopf und Taufstein, mit dem ersten Grün geschmückt. Ueberhaupr beginnt die Vegetation hier ziemlich spät, dann setzt jedoch auch die Natur alle Hebel in Bewegung und zeigt eine schnelle Entwickelung. Die beiden Punkte Hoherodskopf und Taufstein werden jetzt wieder viel von Fremden (Touristen u. s. w.) besucht. Seit Anfang dss. Mts. ist auch wieder die Wirth- schaft in dem Clubhaus auf dem Hoherodskopf eröffnet worden- man erhält für mäßige Preise daselbst gute Speisen und Getränke. — In der „Social-Correspondenz", Organ für das Wohl der arbeitenden Klassen, wird in der neuesten Nummer folgendes veröffentlicht: „Von den Dörfern des Vogelsberges in Heffen bietet ein Pfarrer in den „Grenzboten"- ein Cultur- bild, in welchem er zeigt, wie diese früher sehr wohlhabende Gegend durch zwei Laster, Sittenlosigkeit und Trunksucht, in Armuth und Elend gerathen ist. Von der Trunksucht der Vogelsberger Bauern sagt er folgendes: Das Hauptgetränk ist der Schnaps und die verbrauchten Mengen sind ungeheuer. Jeder mittlere und kleine Bauer hat sein Schnapsfaß auf dem Zapfen liegen- jeden Tag zweimal, meist noch öfter, wird von der ganzen Bauernfamilie, Frauen, Kinder und Mägde einbegriffen, das kärgliche Mahl reichlich mit Schnaps gewürzt. Der Tagelöhner, der Leineweber, das Kind in der Wiege schon, sie haben als höchstes ersehntes Reizungsmittel nichts anderes als den Schnaps. Dem Trunk ergebene Frauen, dieses Scheußlichste von allem Traurigen, kann man genug sehen. Seit zwei Jahrzehnten ist allerdings das Biertrinken mehr in Aufnahme gekommen und wer das Bier als den Herold der Civilisation begrüßt, könnte sich freuen über die Mengen des vertilgten Stoffes. Aber es ist damit nichts 4405 AusgekiimmLe Haare 4488 4412 empfiehlt 4536 Kopulär-naturwiffeufchaM. Serlag vou Otto Weisert, Stuttgart. d. 60 Pf. 122 C. G. KJeinhenns Delicatessen-, billigsten Preise. [2557 4495] Ein Landauer, noch in bestem I Zustand, ist vrei-mürng zu verkaufen. I vCCUC sind fortwährend zn haben. 4553 I. Happel. empfiehlt Mützen und befferen ' 554] Bahnhofstraße Agent [1317 €arl Lous in Girßen. afa>cfvt>acfi. PH. Lotz, Lackfabrik. 2dbS ; Aörber litthet, daß kauft 3910] . vermied ,tf). 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Der Fall erregte selbst in dem sonst gegen derartige Vorgänge so nachsichtigen Vogelsberg großes Aufsehen. Ich hielt es für meine Pflicht, den folgenden Sonntag darauf hinzuweisen, vor Ausschreitungen zu warnen, zur Mäßigkeit zu mahnen; Alles ganz mild. Aber welche Fluth des Hasses hatte ich da gegen mich entfesselt! So viel und so schlimm bin ich in meinem Leben nicht wieder gescholten worden! Ich war alsbald ein „garstiger Kerle"; jedes Wort wurde nun anders gedeutet, als es gemeint war. Mein Vater, der einige Stunden entfernt in der Kreisstadt wohnte, kam eigens zu mir gefahren, er bat mich flehentlich, vorsichtig zu sein. Die Menschen schlagen Dich tobt, sagte er. Dieses Vorkommniß ist typisch. Das gegenwärtige Geschlecht wird schwerlich durch die Zucht ihrer Pfarrer allein gebessert werden können." — Sollten unsere Vogelsberger wirklich dem Schnapsgenuß in der hier angeführten Weise huldigen? Wir denken, der Herr Pfarrer hat im „Grenzboten" etwas zu stark ausgetragen. Vielleicht hat einer unserer geehrten Leser aus dem Vogelsberg die Güte, uns seine Erfahrungen hierüber mit- zutheilen. Daß unsere biederen Vogelsberger nicht in Rheinwein und „Veuve Cliquot“ schwelgen können, sondern sich mit dem besungenen Ulrichsteiner Fruchtbranntwein begnügen müssen, mag sein, aber daß sie davon solch große Quantitäten trinken, ist nicht recht wahrscheinlich. Zn bevorstehenden Festtagen bringe mein Weimlager in empfehlende Erinnerung. vermischter. * Düffeldorf, 17. Mai. Der hiesige „Tägl. Anzeiger" berichtet: Allgemeines Aufsehen, besonders in der hiesigen Geschäftswelt erregt die plötzliche Abreise des Premier-Lieutenants beim hiesigen Husarenregiment Nr. 11, Sr. Hoheit des Prinzen Wilhelm von Sachsen-Weimar, Herzogs zu Sachsen, welche auf Antrag und Befehl des prinzlichen Onkels, des Großherzogs von Sachsen-Weimar, gestern Vormittag um 9 Uhr erfolgte, nachdem Curatel und Stellung ä la suite der Armee verfügt worden. Die prinzliche Familie soll ein heimathliches Försterhaus beziehen. Die declarirte Schuldenmasse, welche zu drei Viertel aus Spielschulden bestehen soll, beläuft sich aus 243 000 Mark, welche in neun Jahresraten abgetragen wird. Ich empfehle das berühmte Münchener Angustinerbrnu, Gießener Aetirn-Aportbier, Kerliner Weißbier und Fichtenhniner Mer, sowie Kristall-Eis. Hochachtungsvoll Carl Stroh. Bahnhofstraße 8 den 'bestinnn- 11 gestellt und, 1 hat die Huien. lionale eröffnet, 'te einge- r 4 M- 16 Verzicht Ver- Delegirte ien durch deutschen, chmückten eiter die ibem zu- >ie Com- üsen hat, lt. Ein- mdlunzen Heß, Prof. Dr. W., Spezielle Zoologie, Bd. I., br. M. 4., geb. M. 5. Ledebur, Die Metalle, br. M. 3.50, geb. M. 4.50. Clarus, Die rationelle Ernährung, Nach Amerika mit den vorzüglichen Schnelldampfern des NorddeutschcnLloyd in Bremen befördert Passagiere der concessionirte Gefchafts-Groffannst. Einem verehrlichen Publikum von Gießen und Umgebung die ergebenste Mitthellung, daß ich unterm Heutigen Bahnhofstraße 8 ein Gold-, Silber- und AlfenidtWaaren-Geslhast eröffnet habe und halte mich unter Zusicherung reeller und prompter Bedienung bei Bedarf bestens empfohlen. Königs-Reisstärke 5a(yzÄ^.at »um 9« '"M ' Wn l«d)t »t. Zeller Batterie Die Rübfamen sch« Rade- und Sdjmimmanfailt ist in allen ihren Abtbeilungew eröffnet. Nähere Bedingungen sind in der Anstalt zu erfahren, wo auch die Abonnements-Liste zur gefälligen Einzeichnung offen liegt. Der Betrieb der Anstalt erleidet durch den Tod meines Mannes keinerlei Veränderung, und bitte ich, wie bisher das freundliche Wohlwollen meiner Anstalt bewahren zu wollen. L. Or. Rühsitinen Wwe. Der gegen den Korbmacher Gottfried Merkhardt von Aßlar unterm 12. Mai 1890 erlassene Steckbrief ist erledigt. Limburg, den 19. Mai 1890. Der Königliche Erste Staatsanwalt. I. A.: Hagemann 4539 Benner L Krumm Bahnhofstraße 40. Anna Rotii 21 Neuenweg 30 Neben dem „Löwen". ~— Specialität: Corsetten. Grosse Auswahl![4226]Billigste Preise! Dichaus des erheblichen haben sich unb toV nt beginnt i) auch die hnelle D Tausstenl n U *> di- w ute „ für * oh!h°be^° ntiudlt,1" Mchi S iuptä< ""tat fan« ' S>er- »L «1» >« , öt-c /»Die gelehrten Frauen^ sind es, die oft als Zielpunkt eines nicht selten recht faden Spottes der Dichter dienen mußten und wohl auch noch heute dienen. Eins ist es aber, worin wohl jeder Klardenkende eine wissenschaftliche Beschäftigung der Frauen anerkennen muß — die elementare Erkenntniß der Ernährung des menschlichen Körpers; denn wer uns täglich unsere Speisen kocht, der muß auch wissen, ob er uns nahrhaft und zweckmäßig Berestetes vorsetzt, der muß vor Allem die epochemachenden Resultate der Ernährungslehre zu würdigen verstehen, von denen ein vorzügliches Beispiel in Kemmerichs Fleisch-Pepton vorliegt, jenem leicht verdaulichen schmackhaften Präparat, das als Stärkungsmittel in keiner Haushaltung fehlen sollte. 1407 la. Porlland-Cemeni von Ludw. Roth zu Karlstadt empfiehlt [4137 J. Happel. Mosel-Logmc aus nur Wein gebrannt, ohne den geringsten Spritzusatz, in Brüssel mit der silbernen Medaille gekrönt, empfiehlt die Cognac Destillerie von A» L. Elfen, Trier a/Mofel. Niederlage für Gießen bei Herrn Ph. 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Schon die Aerzte srüherer Zeit erkannten dieses und verordneten Letzteres, ohne jedoch einen Heilerfolg zu erzielen, da die richtige Form, in der dieses schwer verdauliche Geometer-Meßlatten vorräthig bei 2043 Schreiner Lenz, Frankfurterstr. 123 liafluenza-Bltter mit gesetzlich eingetragener Schutzmarke. Dieser nur aus tonisch wirkenden Kräutern destillirte Magenbitter zeichnet sich durch seinen angenehmen Geschmack aus und wirkt wohlthuend auf den Magen. Preis per Orig.-Literflasche 2 JL 20 Wiederoerkäufer erhalten Rabatt. Alleinverkauf: G. Dort, Wallthorstraße 45. Gleichzeitig offerire Cognac in ganzen und Halden Originalflaschen vom Hause Blsqult Dubouche & Cie. inCognac zum Lank) ÄusmHatl in einem Forsthanse bei Wetzlar. Näheres in der Exped. d. Bl. [4149 4502] Für einen Jungen wird ein HanSlehrer gesucht, um denselben für höhere Schulen vorzubereiten. Offerten unter E H. bes. die Exp. d. Bl. 4462] Einen Lehrling sucht F. Wiedmeyer, Schreiner, verlängerte Bismarckstraße. 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