Nr. 142 Erstes Blatt Sonntag den 22. Juni l«90 Der Gkßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AsLmitienvtätter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Unzeiger. Vierteljähriger Avonnemeutspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schrrtstraße Zlr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Nreis Gieren chratisöeitage: Gießener IamikienMtter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Gefunden: 1 Stuhl, 1 Fingerhut, 1 Handschuh, 1 Wecksack, 2 Haarpfelle, 1 Griffelbüchse, 1 Stück seihene Spitzen, 1 Sielscheid, 1 Kinderstrümpfchen, 1 Körbchen mit Nähzeug, 1 Notizbuch, 1 Vorstecknadel, mehrere Schlüffel nnd Hundeblechmarken. Augeflogen: 1 Kanarienvogel. Gießen, am 21. Juni 1890. Großherzogliches Polizeiamt Gießen- Fresenius. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz.Bureau. Berlin, 20. Juni. In dem an den Bundesrath gelangten dritten Nachtrags et at werden 37,600,000 Mk., darunter 65,200,000 Mk. einmalige und 8,400,000 Mk. dauernde Ausgaben, gefordert. Von den einmaligen Ausgaben kommen 42 Millionen aus militärische. Zwecke, darunter 15 für Artillerie, 10 für neue Gewehre, 12 für Uebungen der Reserve, 5 für Garnisonsbauten in Elsaß-Lothringen. Der Bau strategischer Bahnen erheischt 10,300,000 Mk. Berlin, 20. Juni. Morgen früh findet in der Cadetten- anstalt Lichterfelde die feierliche Nagelung und Weihe der dem zweiten Bataillon verliehenen Fahne in Gegenwart des kaiserlichen Paares, sämmtlicher Prinzen regierender Häuser, der Generalität des Garde-Corps re. statt. Esten, 20. Juni. Der Kaiser traf um 9 Uhr hier ein, besichtigte unter Führung Krupps die Fabrik, die Schule und die Consumanstalten, empfing dann die ihm von Krupp vorgestellte Deputation von 700 dell verschiedenen Werkstätten angehörigen Arbeitern und erwiderte deren Hoch mit der lichsten amtiren Wollust und Trunksucht, besonders diese. Die heillose Trunksucht meistens des Vaters ist in so empörend vielen Fällen, wohl bei 40 bis 50 Procent, die directe Quelle der gräßlichsten Armennoth, daß man die Geduld der durch solche Familien belästigten Gemeinden und der menschlichen Gesellschaft überhaupt bewundern muß. Gewiß, aus die Gefahr hin, mißverstanden zu werden, längst Gehörtes wieder zu sagen und altmodisch zu erscheinen, spreche ich es mit Schmerzen aus: die Sünde ist die größte, fruchtbarste Ursache der Armuth. Dekan Schönholzer. Die Ursache des Elends. In einer Heilanstalt für Schwachsinnige werden die Patienten von Zeit zu Zeit geprüft, ob sie im Stande sind, außerhalb des Asyls zu leben. Man führte sie an einen großen Trog voll Wasser, der durch ein kleines, stets laufendes Rohr gespeist und gefüllt wird. Dann gibt man ihnen einen Schöpflöffel in die Hand und weist sie an, den Trog zu leeren. W^r noch nicht hinreichend vernünftig geworden ist, löffelt nun drauf los, während das Wasser aus dem Rohr ebenso stark zuläust, als sie es auslöffeln. Wer aber kein Idiot ist, der verstopft zuerst und vor Allem das Zulaufrohr. Sir Wilfried Lawson. Die wirksamsten Heilmittel liegen in der Gesinnung des Armen. Wie man die Armuth erträgt, darauf kommt am Ende alles an, dadurch wird sie selber sehr oft fast ganz aufgehoben. Was nützen alle noch so sein ausgedachten wirth- schaftlichen Systeme und Gesetzgebungen, was die geschulteste Intelligenz, die kunstfertigste Hand, die bestausgerüsteten und wohlvollendsten Hilfsvereine und Versicherungsvereine, wenn der Mensch, dem geholfen werden soll, verkehrten Sinnes bleibt! Arbeitslust, Erwerbseifer, Rechtlichkeit, Ordnung, Sparsamkeit, Mäßigkeit, Sinn für edlere Freuden — möchten wir diese Tugenden unserem Geschlechte einzuprägen im Stande. sein! Decan Schönhock zer. Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, Betr.: die Gefahr der Verbreitung der Hühner-Cholera durch italienische Hühner. Indem wir auf die Gefahr der Einschleppung der Hühner- Cholera, welche im südlichen Theil der Provinz Malland in sehr heftiger Form aufgetreten ist, aufmerksam machen, ersuchen wir etwaige Ausbrüche dieser Krankheit in unserem Kreis baldigst zu unserer Kenntniß bringen zu «ollen. Gießen, den 18. Juni 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. G-agern. Versicherung, daß der zum Wohle der Arbeiter eingehaltene Weg, da er sich bewährt, weiter verfolgt werden solle. Der Kaiser schloß mit einem Hoch auf die Firma Krupp- der Kaiser fuhr dann nach der Villa Hügel, wo das Mittagsmahl eingenommen wurde. Hamburg, 20. Juni. Die Polizeibehörde stellte gestern der Lohncommission der Ewer führ er die während des Strikes beschlagnahmten Gelder und Bücher zu. Der während des Strikes verhaftete Ewersührer Timmann wurde entlassen, in Haft sind noch 16 Ewersührer. Wien, 20. Juni. Die Besserung im Befinden Kal- nokys schreitet langsam vor- er wird noch einige Tage das Bett hüten müssen. Budapest, 20. Juni. Die beim „Pester Lloyd" am Vormittag eingelausenen Telegramme besagen, daß heute neuerdings ein serbischer Schweinetransport aus veterinärpolizeilichen Gründen zurückgewiesen wurde. Ebenso erging es einer größeren Sendung Hornvieh, wobei das Auftreten der Maul- und Klauenseuche in bedrohlicher Weise constatirt wurde. Der „Lloyd" erwartet, daß die Grenzorgane die weitergehende Controle üben werden. Triest, 20. Juni. Die Seebehörde ordnete an, daß die Provenienzen sämmtlicher spanischen Häfen vom 16. Juni ab der ärztlichen Untersuchung unterliegen. Rom, 20. Juni. In der vorigen Nacht entgleiste der zwischen Sondrio und Chiavenna verkehrende Eisenbahnzug. Der Heizer wurde getödtet, vier Bahnbedienstete verletzt. Valencia, 20. Juni. Gestern sind in Nugat nur zwei Todesfälle und zwei verdächtige Erkrankungen vorgekommen. Die Commission des Gesundheitsraths von Madrid ist in Beniganim angekommen- dieselbe erklärte, es handle sich um Cholera, sie sei aber localisirt. Petersburg, 20. Juni. Die bereits am 29. Mai an- gekündigte Erhöhung des Einfuhrzolles auf Baum- wollengarn für die englischen Nummern von 1 bis 50 wurde heute veröffentlicht und tritt sofort in Kraft; ein weiteres Geseß setzt den Accisenachlaß für Spiritus, welcher nach dem 1./13. Juli exportirt wird, auf 4V2 pCt., für den vor dieser Mist sabricirten, wenn er auch später ausgeführt, aus 5 pCt. herab. Belgrad, 20. Juni. Das Amtsblatt veröffentlicht einen Ukas, welcher die Wahlen zur Skupschtina aus den 14. September und den Zusammentritt der Skupschtina auf den 1. November anberaumt. Bukarest, 20. Juni. Im Senat erklärte der Minister des Aeußeren in Betreff der Erhöhung des französischen Maiszolles, die Regierung könne die allen Staaten bewilligte Meistbegünstigungsclausel Frankreich nicht versagen- der Nachtheil sei nicht so erheblich, da Mais nur 13 Millionen von 86 Millionen Einfuhr nach Frankreich betrage. „Ist es etwas Schlechtes, nach dem Evangelinm den Nackten zu kleiden, den Hungrigen zu speisen?" — Das ist es nicht, was ihr thut! Du gehst spazieren, ein Mensch bittet Dich um zwanzig Kopeken. Du gibst sie ihm. Ist das etwa Mildthätigkeit? Spende ihm geistliche Mildthätigkeit, unterweise ihn! Was aber hast Du ihm gegeben? Weiter mchts als „Laß mich in Ruh!" Graf L. Tolstoi. Es ist meine feste Ueberzeugung, daß man nicht nur mit Geld der Noch nicht abhilft, sondern daß man, je mehr Geld man auf die bisherige Weise in die Armennoth hineinwirft, die Noch nur um so mehr vergrößert, gefährlich macht. Jeremias Gotthelf. Es ist selbst bei einer leidenschaftlichen Zuneigung zu der Welt der Armen und gerade bei einer solchen in allerhöchstem Grade bemühend, im hintersten Hintergrund einer vorhandenen Wunde fast immer, wenigstens in 70—90 von 100 Fällen, eine moralische Eiterung zu finden. Freilich bedarf es dazu längerer Beobachtung und genauerer Untersuchung. Oft kann man sich jahrelang mit einer Familie Herumschleppen und plagen. Man möchte, wie der Arzt, eine richtige Diagnose stellen, d. h. den Grund erforschen, um den ganzen Baum wieder zum Blühen und Früchtetragen zu bringen. Regelmäßige Arbeit, die man verschafft, noch so mannigfaltige Nachhilfe schlagen nicht an. Immer und immer gebrichts wieder an hundert Orten. Nach Jahren erst kommt man auf den im Verborgenen arbeitenden Lotterieteufel oder auf die durch einen schon vor Jahren begangenen, sehr com- promittirenden Fehltritt begründete Monstreschuld, die man nie abtragen kann, oder auf die ganz unqualificirbare „Un- ankehrigkeit und Unordnung der Mutter", auf die Vereinsseligkeit des Vaters, auf die Naschhaftigkeit, welche gegen die Brodkarte der Hilssgesellschast Weißbrod verlangt und demgemäß in Speise und Kleidern zu Hause hantirt. Am deut- Das Gr. Steuer-Commiffariat Gießen I an die Großh. Bürgermeistereien deS Landbezirk-. Unter Bezugnahme aus die Ausschreiben in Nr. 124, 130 und 136 des Gießener Anzeigers ersuchen wir Sie, unter Mitwirkung der örtlichen Einschätzungs-Commissionen, diejenigen zu ermitteln, welche bisher Kapitalrentensteuer noch nicht bezahlt haben, zur Zeit jedoch hierzu verpflichtet erscheinen, oder die einen um 100 Mark gegen das Vorjahr höheren Zinsenbetrag muthmaßlich beziehen dürsten, aber, nichtsdestoweniger eine Kapllalrentensteuer-Erklärung freiwillig nicht abgegeben haben. Das aufgestellte Verzeichniß, event. Negativ-Anzeige, wollen Sie mit den, etwa bis jetzt eingelausenen Erklärungen bis zum 8. Juli ohnfehlbar hierher einsenden. Gießen, den 21. Juni 1890. Großh. Steuer-Commiffariat Gießen. Süffert. Feuilleton. Sociale Betrachtungen. Lefefrüchte eines Armenfreundes. Die Commissionen, welche den Kampf gegen die Armuth Lurch Rath und That führen, sehen oft aus, wie ein römischer Senat, vorwiegend ältere, ergraute Männer. Muß man denn Erst alt werden, um an das Werk der Liebe zu gehen? Äü sen einem die Genüsse der Welt erst bis auf einen gewissen Grad verleidet sein, bevor man sich m den Landsturm oeaen den Feind der Armuth einreihen läßt? Ueberall Gelegenheit ’ Ihr Jungen, herbei! Zwar nimmt der Herr noch zur -wöl'sten Stunde Arbeiter in den Weinberg, aber schöner tst et man stelle sich schon zur ersten Stunde. Viel Arbeit, ja, aber auch viel Lohn und Freude! Decan Schonholzer. Am meisten rührt mich das Beispiel derjenigen Männer und Frauen, und deren sind Dutzende, welche, einem anstrengenden Broderwerb enthoben, ihre freie Zelt als sehr fleißige Arbeiter im persönlichen Dienste der Armenpflege fast aanz den bestehenden Liebeswerken widmen und doch dafür oft so wenig Dank ernten. So will ich ihnen hier aus liefern Herzen danken im Namen der Gemeinde und der bedienten Armen. Gott segne sie! Decan Schonholzer. Ein Haufen Bettelnder umlagerte mich. Ich empfand, daß jeder von ihnen mir Unwahres sagte oder nicht die ganze Wahrheit, und daß er in mir nichts anderes erblickte als einen Sack, aus dem man Geld herausziehen könne. Und sehr oft erschien es mir, daß gerade das Geld, das Jemand von mir erpresse, seine Lage nicht verbessere, sondern verschlimmere. Graf L. Tolstot. Bekanntmachung, die Maul- und Klauenseuche zu Nonnenroth betr. Nachdem der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in den Stallungen von Gastwirth Heinrich Metzger III., Land- wirth Daniel Koch III. und Gastwirth Heinrich Wilh. Koch zu Nonnenroth amtlich sestgestellt worden ist, wird neben der Sperre der Gehöfte der Genannten die Sperre der Gemarkung Nonnenroth hierdurch verfügt. Gießen, den 21. Juni 1890. Großherzogliches Kreisamt Greßen. ______v. Gagern._____________ Bekanntmachung, Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche betr. Da die Maul- und Klauenseuche erfahrungsgemäß von den Viehmärkten der Umgegend in bisher seuchefreie Orte durch Schweine eingeschleppt wird und da zur Seit die Ge- fahr der Verschleppung in hohem Grad wiederbesteht, faaen wir hiermit bis aus Weiteres den Auftrieb von Schweinen aus die im Krei- Gießen statlßndenden Biebmärkte. Diese Anordnung gilt schon sur den auf und 2S. l. MtS. angesetzten Viehmarkt zu Gießen. Gießen, am 21. Juni 1890. Grotzherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagerm__ Betreffend: Wie oben. Gießen, am 21. Juni 1890. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Vie Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sie sofort und nochmals am nächsten Dienstag in Ihren Gemeinden ver- kündigen lasten und dieselbe im Publicationskasten aufhängen. Die Schweinehändler wollen Sie befonders auf die getroffene Anordnung Hinweisen. v. Gagern.__ Stockholm, 20. Juni. Die Aerzte der Kro n p r i n z e ff in Melden amtlich, daß für den Fortgang der allmäligen Besserung der Gesundheit der Kronprinzessin deren Rückkehr nach Schweden nicht räthlich sei. Der Kronprinz forderte, mit Zustimmung des Königs, die Kronprinzessin auf, auf die Rückkehr zu verzichten. Washington, 20. Juni. Der Handelsausschuß des Senats beschloß, einen der Vorlage wegen Ausführung der Beschlüsse der maritimen Conferenz über den Zusammenstoß von Schiffen zur See günstigen Bericht zu erstatten. Deutscher Reichstag. 22. Plenarsitzung. Freitag, 20. Juni 1890, 11 Uhr. Die zweite Berathung der Vorlage, betreffend die Gewerbegerichte, wird fortgesetzt. — Zur Debatte steht Absatz 3 des 8 12 und § 72. In letzterem hatte ^die Commission die neue Bestimmung eingefügt, daß durch Jnnungs- schiedsgerichte die Zuständigkeit der Gewerbegerichte ausgeschlossen wird. — Der Antrag Auer (Soz.) will durch Errichtung eines Gewerbegerichtes die Zuständigkeit der Jnnungsschiedsgerichte beseitigt wissen. — Ein Antrag E b e r t y (dsr.) will den Innungen die Entscheidung von Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und ihren Lehrlingen belassen, dagegen die Jnnungsschiedsgerichte durch die Gewerbegerichte beseitigen bczw. diese als Berufungsgerichte für jene einsetzen. — Abg. Biehl (Ctr.) tritt für die Innungen und Jnnungsschiedsgerichte ein. Die Herren links finden allerdings in den Innungen eine große Gegnerschaft, daraus erklärt sich der Widerspruch, den sie dort finden. Die Anforderungen, welche an die Arbeitgeber gestellt werden, sind oft so ungerecht, daß sie sich nur durch Organisation in einer Innung vor dem Andrängen ihrer Arbeiter schützen können. Man soll deshalb die Innungen nicht schwächen, sondern sie eher stärken. — — Abg. Eberth (dfr.) Die Anforderungen, welche die Innungen an die Gesetzgebung stellen, gehen ins Ungemessene. Aus den Jnnungstagen hat man ganz offen ausgesprochen: Fürst Bismarck habe für die Innungen nichts gethan, obwohl die ganze gegenwärtige Jnnungsgesetzung unter ihm zu Stande gekommen ist. Die Verhetzung der Arbeiter gegen die Meister kann nicht größer sein, als die Verhetzung der Meister gegen die Arbeiter. Es wird i)er§ 72 einen Rattenkönig von Hader und Neid im Gewerbe erzeugen. Deshalb ist es am besten, den § 72 ganz zu streichen. — Abg. Dr. v. Cuny (nl.) steht den Innungen durchaus sachlich gegenüber und wird principiell für den Antrag Auer stimmen. — Ueber einen aus Schluß der Debatte gestellten Antrag verlangt Abg. Dr. Mey er-Berlin (dfr.) mit genügender Unterstützung namentliche Abstimmung. Der Schluß der Debatte wird mit 124 gegen 112 Stimmen abgelehnt. — Abg. Auer (Soz.) wendet sich gegen die Vorrechte der Innungen. Es ist Nichts über Leistungen von Innungen bekannt geworden, wonach sie sich als geeignete Institute zur Förderung des socialen Friedens bewährt hätten. Die Innungen lehnen jede Verhandlung mit den Arbeitern über den Arbeitsvertrag ab. Die Innungen sind nur ein vielköpfiger König Stumm. Der Hamburger Senat hat den Fachverein der Tischler aufgelöst, als er von Meistern verlangte, sie sollten aus der Innung austreten- als kürzlich die Schlächtermeister inHamburg von denGesellen verlangten, daß sie aus dem Fachverein austreten müßten, hat man von demSenat Nichts gehört. Auf Forderungen in einzelnen Fällen, von einzelnen Gesellen oder aus einzelnen Werkstätten kann man nicht eingehen. Wenn Herr Biehl aber die Hetzer unter den Arbeitern beseitigen will, so sollte er mit den Hetzern bei den Innungen anfangen. Bei den Arbeitern kommt wenigstens etwas heraus, während die Innungen mit dem Bettelsack bei den Behörden umhergehen und um Protection bitten. Sie haben schon ein höheres Alter für die Wählbarkeit festgesetzt- wenn Sie nun noch den Meistern die Möglichkeit geben, durch Beitritt zur Innung ihren Arbeitern das Wahlrecht zu entziehen, so nöthigen Sie uns, gegen das ganze Gesetz zu stimmen. — Abg. Dr. Miquel: Richtig wäre es, wenn die Streitigkeiten mit den Lehrlingen ausnahmslos von Innungen, die Streitigkeiten mit den Gesellen aber ausschließlich von den Der Bräutigam des Dienstmädchens. Ein Wort über Dienstboten und Dienstbotenheirathen enthält aus der Feder einer Leserin die treffliche Zeitschrift „Christliche Welt". Der Aufsatz ist gegen die Hausfrauen gerichtet, die schon beim Miethen dem Mädchen ankündigen: „Einen Bräutigam dulde ich nicht", also bet dem Mädchen ein Verhältniß verächtlich behandeln und in jeder Weise erschweren, das sie bei der eigenen Tochter manchmal allzu merkbar erleichtern. Unsere Aufsatzschreiberin steht auf einem anderen Standpunkte: „Wenn Sie einen Bräutigam haben, dem es ernst ist, so sagen Sie es nur frei heraus, und wenn er das erstemal herkommt, um Sie zu sprechen, so stellen Sie ihn mir vor- er kann an den Sonntagen, wo Sie nicht ausgehen, Nachmittags bis i/210 Uhr hierher kommen- aber das Stehen vor den Thüren leide ich nicht, auch keine Mädchen, die nur einen Schatz zum Ausgehen haben wollen." Das ist jetzt das, was ich beim Miethen den Mädchen sage. Ich habe seitdem immer ordentliche Mädchen gehabt — sie blieben 3—6 Jahre — die sich meistens von hier aus an ordentliche Männer ver- heirathet haben und jetzt noch gern bei uns ein- und ausgehen. Zu wissen, daß die Frau sich darum kümmert, mit wem sie verkehrt und ihr auch wider den Versucher Schutz angedeihen lassen würde, gibt dem Mädchen eine erhöhte Selbstachtung, die sie vor Vielem bewahrt, gibt auch dem Manne, falls seine Absichten nicht ganz rein sind, das Gefühl, con- trolirt zu werden, und daß das Mädchen nicht schutzlos ist. In engen Wohnungen will ich wohl zugeben, daß es nicht gut geht, noch derartigen Besuch in der Küche oder Mädchenstube zuzulassen, obwohl, wenn der Mann weiß, daß seine Anwesenheit erlaubt und bekannt ist, dies gewiß sür Gewcrbcgcrichtcn entschieden würden. Die Vorlage w^rd daher mehr Unzufriedenheit als Zufriedenheit schaffen, ^zch werde zunächst für Streichung des ganzen Paragraphen, eventuell für den Antrag Eberty, zuletzt aber für die Regierungs- Vorlage stimmen, die noch die Zuständigkeitsfrage offen läßt. — Abg. Dr. Meyer-Breslau (dfr.) Herr Biehl hat scharfe persönliche Angriffe gemacht und dann für den Schlußantrag gestimmt - das ist ganz das Verfahren der Jnnungsmeister, die nur allein reden wollen, während Andere schweigen sollen. Die Innungen haben bisher, soweit amtliche Berichte vorliegen, wenig oder Nichts geleistet. Auffällig ist es, daß die Regierung sich den erheblichen Aenderungen, welche die Vorlage im § 72 erfahren hat, nicht widersetzt, ja sich nicht einmal bisher geäußert hat. — Abg. Biehl (Ctr.) hält seine Behauptungen aufrecht. Die Jnnungsmeister haben Unterhandlungen mit den Arbeitern nur dann abgelehnt, wenn an ihrer Spitze socialdemokratifche Agitatoren standen, die mit dem Handwerk Nichts zu thun hatten. — Abg. v. Kleist- Retzow (cons.) Nachdem die Regierung die Innungen no.ch bis vor wenigen Monaten unterstützt hat, muß sie jetzt bet diesem Grundsatz festhalten und kann nicht einen entgegengesetzten Standpunkt vertreten, ebenso liegen die Verhältnisse für den Reichstag, der entschlossen ist, den Mittelstand zur Ausfüllung der Kluft zwischen Arm und Reich zu erhalten. — Bundes-Commissar Geh.-Rath Lohmann erklärt, daß die Regierung es für das Richtigste gehalten hat, wenn die , Lehrlingsstreitigkeiten den Innungen und die Gesellenstreitigkeiten den Gewerbegerichten zufallen. Auch in der Commission ist diese Ansicht vertreten worden, trotzdem wurden die ' \ Aenderungen der Vorlage beschlossen. — Abg. Dr. Miquel (nl.) Es handelt sich hier um ein Stück Lösung der socialen Frage, die nicht blos Magen-, sondern auch Ehrenfrage ist, und da werden die Jnnungsschiedsgerichte mehr Schaden als Nutzen stiften. — Abg. Böckel (Antisemit) spricht für die Commissionsvorlage. Der Mittelstand müsse erhalten werden. Die Socialdemokratie wolle den Mittelstand vernichten und steht mit der Börse in Verbindung, von der sie colossale Summen für Wahlzwecke erhält.— Abg. Bebel (Soc.): Die Behauptung ist eine Lüge. (Präsident rügt diesen Ausdruck und ruft den Redner zur Ordnung.) Es kann ja fein, daß der Vorredner sie glaubt. Wir haben in öffentlichen Quittungen 25,000 Mark Gründergewinn quittirt - die Summe ist von Arbeitern aufgebracht. Die Antisemiten sind daraus reingefallen. Wir bekämpfen die Innungen, weil diese mit dem Großcapital nicht con- curriren können und die Unternehmer sich nun desto mehr auf die Ausbeutung ihrer Arbeiter werfen. Fördern Sie diese Verhältnisse, so ziehen sich die Arbeiter immer mehr vom Handwerk zurück. Die Bestimmung der Commission vergrößert die Abhängigkeit der Arbeiter und stärkt die Socialdemokratie, die Sie doch so fürchten und hassen. (Widerspruch.) — Abg. Dr. Böckel (Antisemit): Vor den Juden haben die Socialdemokraten immer Halt gemacht - selbst die Pariser Commune hielt vor Bleichröder still. — Damir fdjllcfct blc Debatr«. (Sa erfolgt die Abstimmung über die §§ 12 und 72. Im Absatz i des § 12, welcher bestimmt, daß zur Wahlberechtigung zweijähriger Aufenthalt im Gerichtsbezirk nöthig ist, wird eine Aenderung nach dem Anträge P o r s ch (Ctr.) beschlossen, wonach einjähriger Aufenthalt genügt. Der Antrag Auer (Soc.), den Arbeiterinnen das active Wahlrecht zu gewähren, wird in namentlicher Abstimmung mit 157 gegen 79 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmen Volkspartei, Deutsch- Freisinnige, Socialdemokraten und die Antisemiten. Ebenso werden alle weiteren Anträge zu 8 12 abgelehnt und dieser nur mit der durch den Antrag Porsch bedingten Aenderung angenommen. — Zu §72 werden sämmtliche Anträge, welche die Zuständigkeit der Jnnungsschiedsgerichte beschränken sollten, abgelehnt und der § 72 unverändert nach den Commissionsbeschlüssen angenommen. — Hieraus vertagt sich das Haus. — Nächste Sitzung Samstag 12 Uhr: Fortsetzung der soeben abgebrochenen Berathung, Interpellation Thomsen (dfr.) betr. Vieheinfuhr und Colonial-Nachtrags-Etat in 3. Lesung. — Schluß 53/4 Uhr. ihn auch der beste Sporn sein wird, sich dem Vertrauen gemäß zu betragen. Einer, der schlechte Absichten hat, entzieht sich schon von selbst der Gelegenheit, von der 'Hausfrau nach Namen und Stand gekannt zu werden. Aber was können wir alle doch wohl unseren ordentlichen Mädchen zum Schutz thun, daß wir den doch meist vorhandenen Schatz oder Bräutigam uns nennen und vorstellen lassen- daß das Mädchen ihn einmal erlaubterweise sprechen darf, wenn nicht anders, vor der Hausthür - daß wir es wissen und sie auch, mit wem sie Sonntags ausgeht und wer sie nach Hause bringt, und an wen wir uns auch zu wenden haben, wenn doch dann etwas Trauriges vorkommen sollte? Es liegt wirklich ein großer Schutz darin und hilft etwas, durch menschenfreundliches Verständniß und entgegenkommendes Interesse die Kluft zu überbrücken, die wir oft, ohne uns das klar zu machen, zwischen den Ständen aufrichten und erweitern helfen. Wir wollen in Gedanken an unsere eigenen Kinder auch daran denken, daß auch um diese jungen Menschen ein Mutterherz sich sorgt und wohl Rechenschaft von uns fordern könnte. Zum Schluß noch eins. Auch die Achtung der unerwachsenen und, was noch schwerer wiegt, der erwachsenen Kinder des Hauses vor dem Mädchen steigt in dem Grade, wie wir es in seinen menschlichen Beziehungen achten und schätzen." _____________ * Rücksichtsvoll. A.: „Nun sagen Sie blos mal, Sie verkehren doch schon seit Jahren in der Familie des Oberlehrers S., weßhalb heirathen Sie denn nicht eine von seinen fünf Töchtern?" — B.: „Hm, ja wiffen Sie, ich möchte nicht gern den übrigen vor den Kopf stoßen!" Cocafc# «Nd Provinzielle». Gießen, 21. Juni. — Mit der Verhandlung gegen Konrad Troß und Carl Troß von Klein-Karben wurden gestern die Sitzungen des Schwurgerichts geschlossen. Der Erstgenannte — die Angeklagten sind Brüder — ist des Tödtungsoersuchs, der letztere der schweren Körperverletzung, des Widerstands gegen die Staatsgewalt und der Bedrohung eines Beamten angeklagt. Der Vorfall, welcher die im jugendlichen Alter von 19 bezw. 23 Jahren Stehenden auf die Anklagebank brachte, trug sich am 16. März d. I. Nachts auf der Ortsstraße zu Klein- Karben zu und resultirte aus schon länger bestehender Feindseligkeit des Konrad Troß gegen die Brüder Wilhelm und Heinrich Bauer. Die drei Letztgenannten befanden sich am Abend des 16. März, der ein Sonntag war, in einem Wirths- hause, nach dessen Verlassen sie auf dem Heimwege in Wortwechsel kamen, der zur Folge hatte, daß Troß einen Revolver hcrauszog und zu schießen drohte. Nach eigenem Zugkständ- niß führte er diese Waffe Sonntags stets bei sich, auf Vorhalt des Präsidenten, aus welchem Grunde, antwortet er: „Zum Spaß." In der Voruntersuchung erklärte er jedoch, den Revolver deshalb mitzuführen, weil die Brüder Bauer, mit denen er sich einmal geschlagen, ihm nachgingen. Seine- Drohung' führte Troß auch aus, indem er zweimal feuerte, beim zweiten Schuß traf er den Wilhelm Bauer an einem Finger der Hand, ein dritter Schuß traf glücklicherweise Niemand. Die Brüder Bauer und ihre Freunde, sowie ein in der Nähe tzes Thatortes wohnender Mann, der infolge des auf der Straße herrschenden Spectakels ans dem Fenster sah und dem die letzte der abgeschossenen Kugeln am Kopfe vorbei- sauste, gingen nun daran, den Konrad Troß dingfest zu machen und dem Bürgermeister zuzuführen. Diese Absicht ging nicht glatt von Statten, sondern führte nochmals zu einer blutigen Scene, als der Bruder des Arretirten, der Carl Troß hinzukam und dem Arretirten Hilfe leisten wollte. Er stach in seiner Erregung dem Wilhelm Bauer mit einem geöffneten Taschenmesser in die Brust, wodurch derselbe eine solche Verletzung erhielt, daß er mehrere Wochen arbeitsunfähig war. Da der Bürgermeister Schneider die Arretirung der beiden Troß nicht allein bewerkstelligen konnte, gelang es denselben, sich in ihre Wohnung zu begeben, wohin sich später der Biirger- । meister in Begleitung des Polizeipersonals begab, um die Verhaftung vorzunehmen. Hier hat sich nun Carl Troß des Widerstands und der Bedrohung schuldig gemacht, indem er, als der Bürgermeister Einlaß in die Wohnung begehrte, hinter der Stubenthüre stehend drohte: Jeden, der herein kommt, steche ich zusammen. — Beide Angeklagte bekennen sich nicht schuldig. Konrad Troß machte noch in der gestrigen Verhandlung eine Aussage zu Gunsten seines Bruders, indem er angab, daß nicht sein Bruder, sondern er den Wilhelm Bauer vor der Wohnung des Bürgermeisters gestochen habe. Die Unwahrheit dieses Umstandes, dessen er in der Voruntersuchung auch mit keiner Silbe Erwähnung gethan, wird jedoch von den vernommenen Zeugen erwiesen. Im Uebrigen sprechen die Zeugenaussagen nicht zu Gunsten der Angeklagten. Die Geschworenen bejahen die auf Versuch der Tödtung gerichtete Schuldfrage- ebenso diejenigen bezüglich der Vergehen des Carl Troß an sie gerichteten Fragen und es erfolgte demgemäß Verurtheilung des Konrad Troß in eine Zuchthausstrafe von 2V2 Jahren- Carl Troß erhielt wegen der verschiedenen Delicte eine Gesammtgefängnißstrafe von 10 Monaten. Da bezüglich des Letzteren Fluchtverdacht nicht unbegründet erscheint, sprach das Gericht auf Antrag des Staatsanwalts die sofortige Verhaftung des Carl Troß aus. Faßt man die in der abgelaufenen Session gefällten Erkenntnisse zusammen, so ergibt sich, daß in 4 Fällen Verurtheilung eintrat und Gesängnißstrasen von zusammen 24 Monaten und eine Zuchthausstrafe von 2*/2 Jahren ausgesprochen wurde- in 4 Fällen wurde aus Freisprechung erkannt. Die unter Anklage gestellten Delicte waren in je einem Falle Brandstiftung, Sittlichkeitsverbrechen, Bankerutt, Meineid bezw. Anstiftung, Versuch der Tödtung und Widerstand gegen die Staatsgewalt und Bedrohung. — Gesellige Vereinigung der nationalliberalen Partei. Man schreibt uns: Die Vorbereitungen für die zum 29. Juni c. Nachmittags 3 Uhr geplante gesellige Vereinigüng der nationalliberalen Partei von Frankfurt a. M. und benachbarter Städte auf der Günthersburg sind im besten Zuge. Es sind nicht i allein bereits von vielen auswärtigen Vereinen auf die bezüg- I liche Einladung Zusagen für das Erscheinen zahlreicher Mitglieder bei dem Vorstände des Wahlvereins eingegangen, sondern auch verschiedene hervorragende Parteiführer haben ihre Teilnahme zugesagt und die Rednerliste weist die besten Namen auf. Der für die geselligen Zwecke des Tages besonders eingesetzte Ausschuß unter dem bewährten Vorsitz des Herrn Karl Ludwig Schäfer hat die ihm gestellten Aufgaben, festliche Herstellung des Platzes, Einrichtung des Wirth- schastsbetriebes u. s. w., nahezu vollendet und wir dürfen, falls uns nicht Jupiter Pluvius einen argen Strich durch die Rechnung macht, dein Parteitage mit frohen Hoffnungen entgegensetzen. Aber selbst für den Fall eines plötzlichen Regenschauers ist Vorsorge getroffen und werden unsere Gäste in der dazu hergerichteten Orangerie sowie in den unteren Räumen des Schlosses in solchem Falle ausreichenden Schutz vor des Wetters Unbilden finden. -h Bei der morgen Sonntag den 22. d. M. auf der Lahn in Ems stattfindenden Kaiser regatta wird sich auch die hiesige Nudergesellschaft betheiligen- auch dort werden wie bei der am vergangenen Sonntag stattgehabten Regatta in Frankfurt a. M., Leux (Frankfurt a. M.) und Krailinz (Gießen), in Sportkreisen als die beiden besten Scifffahrer Süd- und Mitteldeutschlands bekannt, gegen einander kämpfen und zwar um den Ehrenpreis der Damen. Beide Ruderer sahren seit drei Jahren gegen einander und findet es allge- • mein ehrenvolle Anerkennung, daß die Vereinsleitung mit ; ihrem Vertreter gemeinsam und unermüdlich eine Ehre darin | suchen, Leux, den Meisterruderer von Oesterreich und dem 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod — Die von vielen Geschäftsleuten qeübte Gepflogenheit, bei | Bezahlung mittelst Postanweisung 20 Pfg» für Porto«in । Abzug zu bringen, ist nach einem Entscheide des Reichsgerichts I strasvar, da in ihr ein Betrugsversuch zu erblicken ist. > 2 '4 2 1 2 1 2 3 1 2 1 2 3 1 2 3 29 58 27 54 25 50 29 Rhein, zu besiegen, trotzdem denselben leichtere Rennen mib Concnrrenzen, welche Krailing leicht gewinnen könnte, offen stehen. — Möge morgen auf dem heimathlichen Wasser die Ausdauer der hiesigen Gesellschaft durch einen ehrenvollen Sieg belohnt werden. — Allgemeine Rerttenanstalt zu Stuttgart. Die Ge- schäftsergednisse dieser Anstalt im Jahre 1889 können als befriedigend bezeichnet werden. Bei der Lebensversicherung hatte sich der Zugang wesentlich gesteigert und die Sterblichkeit ist wieder bedeutend hinter der rechnungsmäßigen Annahme zurückgeblieben. In der Rentenversicherung haben die Einlagen eine noch nie dagewesene Hohe erreicht. Das Gesammtvermögen der Anstalt beträgt JL. 65 222 338, wovon 86°/0 in vorschriftsmäßig gesicherten Hypotheken angelegt sind. Die Reserve- und Sicherheits-Fonds (Exlrareserven) sind aus 4548279 gestiegen. Der Verwaltungsaufwand betrug 428644, also nur 0,66% des Gesammtoermögens. Der reine Gewinn beziffert sich auf JL 366661 (J4 28042 mehr als im Vorjahrei. Als Dividende kommen zur Vertheilung 28% der Prämien bei der Lebensversicherung und 5o/o der Rente bet der Rentenversicherung. Auch im laufenden Jahre ift der Zugang an neuen Versicherungen wieder ein sehr lebhafter. (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei K- Haas, I. Lein, L. Keil 75 Jeder Versuch bringt dauernde Abnehmer des Holländ. TadakS, 10 Pfd. fco. 8 Mk. nur bei B. Becker in Seesen a. Harz. [156 Universität- - Nachrichten. — An der Universität München sind in diesem Semester 3551 Studtrende eingeschrieben. — Der bisherige Privatdocent Professor Dr. Ludwig 23 He «er zu Berlin ist zum außerordentlichen Professor in der medictnischen Facultät der dortigen Universität ernannt worden. vermischter. * Mainz, 16. Juni. Eine eigenartige Kindesaussetzung fand am Samstag hier statt. Kam da ein Bäuerlein aus I dem Nassauischen mit seiner Tochter, die einen drei Monate I alten Sprößling auf dem Arm hatte. Der Vater desselben I liegt zur Zeit seiner Pflicht ob, sich zum Vaterlandsver- I theidiger auszubilden und da mag er wohl nicht gut in der Lage sein, Alimente für besagten Sprößling auszubringen. Ihn an seine Pflicht zu mahnen, deßhalb war das Trio aber aus dem Nassauischen hierhergekommen. In der Eisgrub- kaserne wurde der Betreffende aufgesucht und da er momentan nicht in seiner Stube war, legte die junge Mutter das Kind einfach aus das Bett des Gesuchten und Vater und Tochter entfernten sich schleunigst. Die Belegschaft der Stube nahm | sich des Kindes liebevoll an, kaufte eine Milchflasche und Milch und gab demselben zu trinken, trug es auch herum, als es schrie. Dem nun aufmerksam gemachten Feldwebel war der Zuwuchs der Compagnie aber keineswegs erwünscht und er erstattete Anzeige bei der Polizei und diese, welcher der Vater des Kindes beigegeben war, recherchirte nach der Mutter und ihrem Vater, welche Beide in Kastel, als sie eben den Bahnzug besteigen wollten, sistirt wurden. Sie mußten das Kind wieder abholen und dann erst dursten sie wieder in die Heimath zurückreisen. * Coburg, 15. Juni. Selbstmordversuch. Als vor einigen Tagen ein hiesiger 20 jähriger Marin in einem Anfall von Lebensüberdruß in den Fluthen der Jtz den Tod suchen wollte, brachten ihn vier etwa 16 jährige Mädchen wieder an das Ufer zurück und von seinem Vorhaben ab. Sie lieferten alsdann den Selbstmordcandidaten seinem Vater aus, der nicht wenig verwundert war über die „mannhafte" That dieser vier kleinen Amazonen. * Im Feldzug 1870—71 wurden im Ganzen 116,820 deutsche Offiziere, Unteroffiziere, Mannschaften und Beamte verwundet. Davon blieben auf dem Schlachtfeld 17,255 Mann oder 14,8 pCt.- in Behandlung kamen 99,566; im Lazareth starben noch 11,023 Mann. 7325 Pferde kamen um und 1700 wurden vermißt. * Lanzensch'äfte aus Aluminium • Bronce. Nach dem „Electrotechn. Anz." werden zur Zeit Versuche gemacht, die Schäfte für die Lanzen, mit welchen die deutsche Cavallerie ausgerüstet werden soll, aus Aluminium-Bronze nach dem Mannesmann-Verfahren herzustellen. Brodpreise vom 22. Juni bis 6. Juli 1890° Bei de« Bäckern. Friedberg, 20. Juni. Heute begaben sich die Allerhöchsten Herrschaften mit Gefolge nach Meerholz, um den dortigen Jsenburg-Büdingen'schen Herrschaften einen Besuch abzustatten. — Der Bezirkscommandeur des Landw.-Bez. Friedberg Major z. D. Winter wurde zum Oberstlieutenant befördert. Lauterbach, 19. Juni. Se. Majestät der Kaiser haben dem Rittmeister Riedesel, Freiherr zu Eisenbach, die Erlaubniß zur Anlegung des Ritterkreuzes des Königlich Dänischen Danebrog-Ordens ertheilt. ".'9 — Die eheliche Verbindung zwischen Gg. Riedesel, Freiherr zu Eisenbach-Altenburg, Erbmarschall zu Hessen, und Frl. Hedwig von Wentzel sand in Berlin am 16. Juni statt. bei W- Löber 28 ...... 58 bei W. Löber» 56, 27 54 25 bei K. Lenz Wwe. 24 50 bei K. Lenz Wwe. 48 ) Schwarzbrod 1. Sorte . . ) Schwarzbrod 1. Sorte . . Lingcjandt. Gieße«, 20. Juni. Verkehr, Land- und Velkswirthschaft. Gieße«, 21. Juni. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. 0,80—0,90, Hühnereier 1 St. ,2 St. 11-13 H, Enteneier 1 St. 7— 2 St. — H, Käse pr. St. 5-8 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen pr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar JL 0,60—0,80, Hühner pr. Stück X 1,20—1.50, Hahnen pr. St- 0,80-1,50, Enten pr. Stück JL 1,50-1,80, Ochsenfleisch pr. Pfd 68-72 H, Kuh- und Rindfleisch 60-62 H, Schweinefleisch 60-70 H, Hammelfleisch 56-4)8^ Kalbfleisch 52-60 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo A 5,00-5,50, Weykraut pr. St. 6-8 Zwiebeln per Centner 12,00—00,00, Milch per Liter 12—18 H, Kirschen per Pfd- 25—30 H. Temperatur Oer Lahn und Oer Lust am 21. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16« Luft 17i/2 Gr. ._______________________________________Rübsamen.______ Briefkasten. O. in 23. Den Vorgang in G. am 16. März jetzt noch zu besprechen, sind wir ebensowenig willens wie andere Zeitungen. Die edle That des Kindes wird die gebührende Anerkennung schon finden. Anszng ans den StandesanBtseegistevn der Stadt Gießen. Aufgedote. ri , t tI Juni: 17. Eduard Heinrich Rupp, Schornsteinfeger dahier, mit Phtlippine Schäfer zu Herborn. Eheschließungen. Juni: 18. Ferdinand Daue-nheim von hier, Heizer zu Laubach, mit Wilhelmine Meinhardt von bter. Geborene. , , Juni: 8. Dem Kaufmann Karl Ferdinand Kerber ein Sohn. 10. Dem Brauereidesitzer Wilhelm Friedel eine Tochter, Sophia Johanna. 11. Dem Schneider Georg Hartmann eine Tochter, Elisabeth. 12. Dem Schreiner Georg Adam Hainer eine Tochter, Luise Katharine. 13. Dem Fuhrmann Heinrich Kempf eine Tochter. 13. Dem Hilfstelegraphist Julius Wenzel ein Sohn, August Ludwig Karl. 15. Dem Schuhmachermeister Ludwig Wiedmeyer eine Tochter, Elisabeth Dina. Gestorbene. Juni: 13. Sophie Schmandt, ged. Fttt, 31 Jahre alt, Ehefrau von Bergmann Johann Heinrich Schmandt zu Watzenborn. 16. Karl Wilhelm Montanus, 38 Jahre alt, Kaufmann dahier. 16. Katharine Pirr, geb. Pfaff, 29 Jahre alt, Ehefrau von Fabrikarbeiter Ludwig Pirr zu Grotzen-Ltnden. 16. Ludwrg Reh, 48 Jahre alt, Maurer dahier. 17. Jacob Schleuning, 29 Jahre alt, Schreiber dahier. 17. Johannes Düringer, 62 Jahre alt, Bäcker von Oberhörgern. 17. Durch Enthauptung: Johann Georg Häuser, 27 Jahre alt, von Bobenhausen, Amtsgerichts Ulrichstein. Arrrzvg aus den Kirchenbüchern der Stadt Gieße«. Evangelische Gemeinde. Den 18. Juni. Ferdinand Wilhelm Ludwig Balthasar Earl Heinrich Johannes Dauernheim, Heizer zu Laubach, und Melmine Katharine Luise Meinhardt, Tochter des Schuhmachermetsters Carl ^^Den 19. Juni." Johann Ludwig Schmidt I., Privatmann zu Gießen, ein Wtltwer, und Caroline Vierheller zu Gießen. Getaufte. . , , , c Den 15. Juni. Dem Schreiner Justus Heck ein Sohn, Adolf Ludwig Max, geboren am 7. April. Denselben. Dem Schriftsetzer Richard Petermann eine Tochter, Johanna Emilie, geboren am 1. Juni. ~ Denselben. Dem Kaufmann Heinrich Konrad Metz eine Tochter, Marie Margarethe Elise, geboren am 13. Mai. Beerdigte. Den 18. Juni. Carl Wilhelm Montanus, Kaufmann, alt 38 Jahre, starb am, 16. Sunt Scribent und Bureau- Gehilfe, ledig, olr 27 Jah.e, starb am 17. Juni. _ Bei de« Brodverkärrfern. Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod h ff ) n (4 Pfd.) Weißbrod..... (2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte (4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte Den „N. Hess. Volksbl." wird von hier geschrieben: „)( Gießen. 19. Juni. Bei der vorgestrigen Hinrichtung des Vatermörders Häuser fungirte als Gehülfe des aus Sachsen stammenden Scharfrichters Brandein stattlicher Mann aus Darm- stad,, der mit großer Fertigkeit und Kaltblütigkeit die ihm übertragene Arbeit ausführte. Wie man vernahm, hat diesec Mann schon bei 5 oder 6 Hinrichtungen mitgewirkt, so auch im Jahre 1883 bei der hier vollzogenen Hinrichtung des Minders Schneider aus Willofs. Es ist einigermaßen auffallend, daß in unserer Stadt, trotzdem hier die Anatomie und so viele Kliniken vorhanden sind, kein Gehülfedes Scharfrichtersgesunden werdenkonnteundmansich dieser- halb nach Darmstadt wenden mußte. Der von dort gekommene Mann erhielt außer den Tages- und Reisespesen eine Vergütung von 30 Mk. ausbezahlt. Daß ihn der schauerliche Act keineswegs angegriffen hatte, geht daraus hervor, daß er sich bald nach der Execution in's Wirthshaus begab, wo ihm das Frühstück trefflich zu munden schien." . Hier zeigt sich wieder einmal, wohin eine lensationvlusterne Berichterstatterseele sich verirren kann. Abgesehen davon, daß es nicht Sache der Presse sein darf, des Großen und Breiten über die Persönlichkeit und Gemüthsverfassung der Helfershelfer bei einem so traurigen Acte zu berichten, beweist der )( Berichterstatter, daß es - z- x i ihm um Alles, nur nicht um den guten Ruf Gießens zu chun ist. — Am vergangenen Sonntag überreichte Herr Krersraty @in toie ist auffallend, daß in unserer Stadt, Dr. Wolf anläßlich seines 25jährigen Dienstjubilänms Herrn trotzdem hier die Anatomie und so viele Kliniken vor- Büraermeister Döring in Unter-Schwarz das von Händen sind, kein Gehülfe des Scharfrichters gefunden Sr. König-. Hoheit dem Grobherzog verliehene .Allgemeine 'stelltatzen Ehrenzeichen." Die Gemeinde stiftete dem Jubilar einen uni selbstverständlich und nothwendig hin, daß mindestens unsere Sessel. Anatomiediener oder Krankenwärter gelegentlich -u „Scharfrichter- gehülfen" sich ausbilden könnten, wenn nicht gar die Assistenzärzte und Studenten! Die Wahrnehmung, daß der bezeichnete Scharf- richtergehülfe eine halbe Stunde danach, behaglich eine Cigarre rauchend, vor seinem Absteigequartier auf* und abging, Hat, Einsender Dieses auch gemacht, ohne daß ihm dies besonders veroffent- lichenswerth erschien. Je früher über so schauererregende Vorgänge, wie die Hinrichtungen sind, die Acten geschlossen werden, desto bester; dies sollte sich Jeder merken, der sich zum Berichterstatter berufen fühlt. ~e- w (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte . . . . . „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte . . . . . . „ (4 , ) Schwarzbrod 2. Sorte......... , (6 , ) Schwarzbrod 2. Sorte . . Gießen, den 20. Juni 1890. Grotzh. Polizeiamt Gießen. Fresenius. Arbeitsversteigerung. Donnerstag de« 26. I. M., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhause vejFeigert werden: veranschlagt zu H Steinhauerarbeit . • 1677 16 Schlofferarbeit ... 37 10 Gußeisenlieserung . . 266 40 Chaussirarbeit . . . 1130 99 Pflasterarbeit . • . 1777 66 Fuhrleistung .... 86 — Gießen, den 21. Juni 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 5317__Gnauth._________ Neubau von Kliniken |U Meßen. Die Arbeiten zur Vertiefüst/g eines vorhandenen Brunnens aus dem Bau- j platze der neuen Kli^Äen sollen vergeben werden^ B^ranschläge und Be-1 Dingungen hierzu können täglich aus unserem Büubureau der Kliniken eingesehen werden und sind die Angebote bis Dienstag den 24. Juni, Vormittags 10 Uhr, ebendaselbst abzugeben. 5276 Gießen, den 21. Juni 1890. Großh Kreisbauamt Gießen. Zimmer, Kreisbau-Affeffor. 5289] Weißbinder und Handlanger sucht H. Rnhl, gr. Mühlgasse 23. Billig und gut. Empfehle mein Lager in allen l 5297] Gpeisekartoffeln verkauft mesten- weise frisch vom Haufen Dickors, Grünb rgerstraße. Sorten Schuhwaaren schönster Auswahl. Meist gediegene Handarbeit. (5293 Franz Ueunaeyer, Sonnenstrasse 22. | Der anerkannt beste Radfahrer-1 Ligueur ist „All Heil" aus der Ä. N o Aschen Liqueurfabrik in Lauterbach. Man achte auf die Flaschenetiquette der Firma; vor Nachahmungen g e- setzlich geschützt. (5312 Wegen vor gerückte-) verkaufe von heute ab Strohhüte und Sonnenschirme zu bedeutend herabgesetzten Preisen. (5280 J. Weltzenkorn, 9 Schulßraße 9 5287] Zwei Hunde gezüchteter Raffe, Rattevpinfcher und Pudel, zu verkaufen. Wiener Hof, Hinterhaus^ 458oJ Selbftgefert. lackirte Möbel oller Art stets vorräthig zu haben bei K. Steller, Schillerstraße 9. Ende Juni erscheint: 2 Bände: 140 Abbildungen, 3 Karten. Geheftet 20 M. Gebunden 82 M. Auch in 40 Lieferungen ä 50 Pf. •J um (Verlag von F. ft. Brockhaus in Leipzig.) Zu beziehen durch: Ferber’sche Univ. - Buchhandlung (W. Ferber, Giessen) [5285 r3('21 Er.r gebrauchter Bügelofen mit sechs Plättchen billig zu verkaufen. Ederstraße 6, Hinterhaus. S®tiur-Wolle, schwarze und weiße, verkauft 5091 Karl Plank, M Pfau". 1 schnelle Fahrten, gute Ärrvflegung, billigste Preise j König. Belg. PosidLMpsir v.-n Unterzeichnete empfiehlt sich zum Damm-Irificren in und außer hem Hause. Louise Stengel, Friseuse, 5319) Wilhelm-Straße 3 I. l. 5294] Ein Bursche r« Fuhrwerk gesucht. Rittergasse 19 53(0] Ein Lehrling aus anständiger Familie gesucht von l W. Wipper, Kunst- und Handelsgartner. 5307] Zehn Erdarbeiter sofort gesucht. C. Atzbach, Leihgesternerweg 9. Offene Lehrlingsstelle. Für einen gebildeten jungen Mann mit angenehmen Umgangsformen ist in einem hiesigen Geschäft eine Stelle frei. 9tüheres bei gefall- Angabe der Adresse in der Exped d- Bl. [5315 53011 Komposterde zu kaufen gesucht- W. Wipper, Kunst- u. Handelsgärtner. 5275] Gesetztes Mädchen welches kochen kann, für einen leichten Dienst gesucht Näh. Schillerstr. 9, Bel-Etage. isitenkarten 1 werden in jeder J Schriftart und Papiersorte angefertigt in der Fernsprecher No. 51. Einzelne Wäschestücke, sowie ganze Ausstattungen werden fortwährend zum Zeichnen, Sticken und Festoniren angenommen. 4822] Südanlage 15. Brühl’schenDruckerei Schulstrasse 7. d Auskunft cvtyuV.j: s der Bocke & Antirferpen J?. J. Bothof. Generalafrc1^*. Vain:. W. Klippstein in Langsdorf. [371 WermiethungeA. 5281 5308 wozu fteundlichst einladet Blutarmuth, 3526 von pCt. ReichSauleihe 4 100 60 sehe von 100 Gr. 1 3'/S • 250 Gr. 3 X Vorräthigin 4 den Apotheken, od. direct | R1/ • zu beziehen von der ■ ® /• • * Preu^. ConsolS erfahren ist. L. Chr. Rübsamen Wwe. Turnverein Wiestck| Tendenz: geschästslos. Abmarsch nach Rodhkim Kedactton' 22180 157 70 154 80 167.90 163-75 104.62 19912 11925 8950 95 00 77.20 7290 39600 20300 167.50 140 50 3700 161.10 14410 85 90 1890. 221.75 191.90 9870 168.50 5277] Suche ab 15. September oder 1 October c. eine Wohnung von 3 bis 4 Zimmern nebst Zubehör und Gartenontheil. Offerten beliebe man an mich Bahnhof 7 gelangen zu lassen. Landau. Nachahmungen zu erhalten. — Preis pr. Fla- ften Kart°ff-lsrwp-n, Pasteten, flnobel, Krapfen, Kartoffelnudeln, Kartoffelbrei, Omeletten, Aufläufe, Pudding, Strudel, verschiedene Gemüse von Kartoffeln, Würste, Hefenbackerei, Kartoffelcote- leiten, verschiedene Schmalzbackereren von Kartoffeln,Torten, kleine Kuchen, Salate, verschiedene wohlfeile Oefterr. Ereditactteu Oefterr. StaatSbahn-Actten Dortmunder llnion-Äctten DarmftLdter Bankacttev b31 ] Weißbindergesellen sucht PH. Schaefer. beginnt ein neuer Enrsus. ^ Anmeldungen nimmt entgegen Tiedemann, Anstatt?-Direktor. 8». Elea, broch. Preis 1 Mark. Vorräthig in all Buchhandlungen, Gießen. Aerber'scheUniv.-Buchhdlg. Buschtherader Elbethal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost „ West Gelsenkirchener Der. Kön.- und.Laurahütte-Act. Oefterr. Mpine-Moittan - Drua uuo syerlag bet BrrM'schm, Druckern (3t. Ehr. Pietsch) Xummtt umfaßt 10 Seiten. Conrsbericht E. WasserscMebeE, Bankgeschäft. Großen-Linden. Sonntag de« 22. und Montag den 2». Juni Montag Abend 8Va Uhr r Ueb « ng. (6303 5284] Der 2. Stock meines Haiffes, bestehend aus 5 Zimmern nebst allem Zubehör, mit oder ohne Mansarde zu vermiethen und am 16. ^uh zu beziehen. I. B. Dinger, Schrffenbergerwea 7. *""5290] Ein Logis, sowie ein Zimmer zu vermiethen.___Kreuzplatz_dA_ "529s] Ein kl. Logis zu vermiethen- Löwengaste 9^ Bleichsucht, Schwächezustände, von unbegrenzter Haltbarkeit, Appetit anregend, leicht verdaulich, von angenehmem Geschmack, ohne die Zahne anzugreifen oder die Verdauung zu stören. AusführL Gebrauchsanweisung jeder Flasche beigegeben. — Man achte auf die vorstehende Schutzmarke, um keine gewandt und ans achtbarer Fo- mitte, findet sofort angenehme und lohnende Beschäftigung. Wo? sagt die Erp. d. Bt. 5318 Kathsapotheke Wilhelmshaven. •) SiAe Denhche Medic.-Zlg., Berlin, „ Aeretlicher Central-Anteiger Nr. 3, wo* 1888. JeberHaushaltun a ist iuempsehlen: Die Kartoffelkuche. Urankfurter Börse vo« 21. Juni 1890. Schlußeourse 1 ühr 15 Mim 107.35i 4 pCt. Ungar. Goldrente 1GÖ GO 15 , Italiener Rente 10615 Oefterr. Silberrente 100 601 Ruff. Orient m. Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mittheilung von dem sanften Hinscheiden unserer lieben Mutter, Grossmutter und Schwiegermutter Elisabeth Giese. Um stille Theilnahme bittet Familie Babel. Giessen, den 21. Juni 1890. Die Beerdigung findet Montag, Mittags 3 Uhr, vom Sterbehause (Bahnhofstr. 27) aus statt. 5298 Danksagung. $?ür die vielen Beweis- herzlicher Theilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres Bruders, Schwagers und Neffen e 3aco6 Sdjleuntng sagen Allen innigsten Dank. t5274 Die trauernden Hinterbliebenen 5272] Zwei kl. Wohnungen, i 2 Zim- Enthaltend: verschiedene der schmackhafte'- mer nebst Zubehör, per 1- und 15. Jul: i ö^tt-lsuvven. Pasteten, Knödel, billig zu vermiethen- Marktstraße 8. Entlaufen schwarzer Dpitzhund mit weißer Brust und Pfoten. Abzugeben gegen Belohnung 5296 _________Steinstraße 23. 5286] Ein Kellner sucht Aushülfe bis zum 1. Juli- Wehsteingasse_22_II._ 5288sEineFrau s-Beschäft- i- Waschen und Putzen. Wiener Hof, Hinterhaus. Disconto-Comm. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Berliner Handelsges. Oesterr. Credtt-Act. Wiener BankoereinS-Act. Oesterr. Staatsbahn Lombard, Eisenbahn Der Vorstand -kg Briegervcreins Großen-Lmden. Telegraphisch» leuttouW b» Berlin» Börse v,m 21. 3uni X 165.601 Bteconto.eonwaotiriU Allgemeine Kenten-Anstalt zu Stuttgart. V--stckurungs.GM liebens-, Renteu-w Kapital- Versteuerung. , . AOXQ. U 65 222338,, darunter außer den Prämien- »“ÜSS -i -» MefWieW» den Mitglieder« bet Aust-»' 1« S»t. IIV * ™ V ------ 5292] Kleine freundliche Wohnung zu vermiethen.__Neustadt lo. 5295] Kl. Parterrelogis und Schlafstelle gleich zu vermiethen- Neuenweg 48._ '5282] Ein kleines Familienlogis zu vermiethen.__________Frankfurterstraße 82. " 5278] Ein kleines Logis und eine einz. Stube zu vermiethen. G. Hammel, Mühlgasse^6^ 53Ö4ULogis von3ZimmermKüchenebst Zubehör, Wasserl., Gartenanth zu vermiethen.__Grünberaerstraße 29. 5311] 3 Familienwohnungen im neuen Hause Grabenstraße Nr. 11 per li>. Aug. und 1. Sept- zu penn. PH* -53i4]~ÄIettte Familienwohnung zu ver- mietten, daselbst auch Pub-mit Cabmet Joh. «ecker, Schottstratze 19. 5316] Kleines"Logis zu vermiethen. Bolp, Lmdengasse 14. ""5M]'Mbl7Zimmer zu vermiethen^ '_____________Hammstraße 12. 5273] Ein schön möblirtes Zimmer sö- fort zu vermitthen. Kaplansgasse 14. 4973] Einfach möbl. Zimmer zu ver- miethen. Seltersweg 35. nebst Kegelbahn. ...T 6309 cuatav Ctthlholta, Cafe L»ib. gteftoutotio« Pulvermühtc " Sonntag den 22. Junr l,ebenswersich<-ruHg. __ - MU’.*« “TtamÄ’ füt -insach- Tod.ssaUverfich.rnng- L-b-ns-lt-r b-tm Eintritt: - - 17.00. ! W bi). | 22.60. | 2t>~ Jahrespramie für;e ^00. Berstch- U11. । 16 27. 1 1945. bei 28% Dividende nach 3 nur $ „ Lebensalters oder im Falle Abgekürzte, billigsten Prämien- Prompt«'Auszahlung d-r 2-^«- , S^^iare kostenfrei bei den Vertretern. * Secretär, Sudanlage o, Gtotz.n Lind.n- Agent PH Hardt. Geometer. J5271 ni^n’Nche Mde- und Schwünm-Snstail 10010 i Harpever 90.501 Ostpreußen 157.50! Bochumer Sutzstahlactteo Tendem: steigend. _____ ist eröffnet. Ub. b» „Ä*iS« - " ...rührt... « «*■ «SSt -- Pf«. Anfang 8 Uhr.______2222-----—— ---- Sonntag den 22. Inn» gry Große Tanzmusik im Ch.ausseeh.aus Vermischte Anzeigen. Keysser’s peptonisirte Eisen-Mangan- Flüssigkeit von ärztlichen Autoritäten*) erprobtes und empfohlenes Mittel gegen Tiedemanns Vorbereilungs - Anstalt für die Postgehülfen-Priifung Kiel, Ringstrasse 55. Kuchen, araie, vcvtujicu.n. unter bett bekannten B e!> i"|iung«n » Gerichte non Kartnffelsaucen re., Von Bi.'berbestanbenttOOmeinerLchüter Caroline Kümicher. 5299 Prüfung. And.rAnstatt«nter Sehnte, v-rmebrt- n. verbesserte Auflaa-. „Wett 41 Lehrer. Am 10. «Ugnu Das UM- ii. IlnflfstH von Emil Kalbfleisch in Giessen vis-ä-vis dem Friedhof empfiehlt sich zum Anfertigen von ttttnälm, U«M et Grabeinfassungen sowie ZU allen in dieses Fach einschlagenden Arbeiten in allen Steinarten. Reparaturen werden schnell und billig besorgt. vunkt V9I2 Uhr von dem Ein Mädchen, welches im RLHen /2< V < , aus achtbarer Fa- Dereinslocal. (5283 Steins Garten. Sonntag den 22. Juni 6R0SSBS CONCERT