1890. Dienstag den 22. April Der Hittztmer Anzeiger Ifl'dieint täglich, m Lu-nahme des Montags. Die Gießener IL«»tienbtäller Brtben dem Anzeiger tZ. . Ul' 161.5 1635 . 108.11 Irunbschlb-' lsanbdr- • 13:11 jfifeJ- eingebracht, welcher lautet: . „Großh. Regierung zu ersuchen, der Bekämpfung der wucherischen Ausbeutung in landwirthschaftlichen Kreisen ihre fürsorgliche Aufmerksamkeit zuzuwenden und mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln diesem wirth- schaftlichen Uebelstande entgegenzuwirken." Derselbe wird nach längerer Debatte, an welcher sich Abgg. Gutsleisch, Racke und Muth belheiligen, ank - - • i Crebitb.. Mein - ieretnsbank I.88u.89 :b. Gold- senbahn- )l.L.A.. ilig.!880r D. . ler. . . old-Anl. einstimmig angenommen. , . Auch von dem Abg. Racke-Mainz sind solgende Anträge noch eingebracht und werden sofort zur Berathung gestellt: , , „Die Kammer wolle beschließen, Grotzh. Regierung zu ersuchen: als pos. 30 in geeigneter Weise dahm zu wirken, daß bei Bearbeitung des bürgerlichen Gesetzbuches insbesondere die Frage einer gründlichen Aenderung des für die Landwirthschaft so wichtigen Hypotheken- und Pfandbrieswesens möglichst berücksichtigt werde- als pos. 31 dahin zu wirken, daß einestheils die für einzelne Gemeinden geradezu unerträglichen Ein- guartirungslasten in gerechterer Weise geordnet werden und daß anderntheils zur Erntezeit größere Militärbeurlaubungen stattfinden / als pos. 32 die Kreisschulbehörden anzuweisen, daß für gewisse Fälle einer zeitweisen kürzeren Befreiung der Kinder vom Schulunterricht keine allzu großen Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden behufs bestimmter besonders geeigneter Arbeiten." Nach längerer Debatte und nachdem sich die Abgg. Haas, Schröder, Gutfleisch gegen den Antrag,30 ausgesprochen und auf die landwirthschaftlichen Ereditgenossen- schaften hingewiesen hatten, zieht Abg. Racke seinen Antrag, zurück und stellt an dessen Stelle einen Abänderungsantrag dahin: Großh. Regierung zu ersuchen, „die Hebung des Real credits mittelst unkündbarer und amortisirbarer Darlehen und des Personalcredits etwa durch Einführung Reiffeisen'scher Darlehenskassen in Erwägung zu ziehen." Nachdem sich auch gegen diesen Zusatzantrag verschiedene Redner ausgesprochen, wird derselbe mit allen gegen 3 Stimmen abgelehnt. Dagegen findet Antrag 31 mit 24 Stimmen die Annahme des Hauses. Zu Antrag 32 erklärt der Regierungsvertreter Geh. Staatsrath Knorr von Rosenroth, daß nach den bestehenden Instructionen _ die Kreisschul-Commissionen zu bestimmen hätten und daß es Hebung sei, daß die Schul- ferien in die Haupternten gelegt würden. Die Schulvorstände hätten noch weiter die Befugniß, wo nöthig einige Tage Ferien eintreten zu lassen bei der Heuernte. Auch auf Wunsch der Eltern könnten Dispensationen bis zu 8 Tagen bei wichtigen landwirthschaftlichen Arbeiten ertheilt werden^ weiter zu gehen halte er für nicht angezeigt und sehr bedenklich im Interesse der Schule. In gleicher Weise spricht sich Großh. Oberschulrath Greim aus und wird auch Antrag 32 mit allen gegen 2 Stimmen abgelehnt. . Abg. Metz-Darmstadt stellt noch weiter solgende Anträge: a. Eine Ermäßigung der Eisenbahnsrachftatze bei der Einführung künstlichen Düngers herbeiführen zu wollen. Derselbe wird gegen 5 Stimmen angenommen. Deutscher Reich. nn. Darmstadt, 19. April. Hessischer Vcxnbtag. Die Zweite Kammer der Stände beschäftigt sich auch heute mit den vom Ausschuß gestellten Anträgen zu den Ergebnissen der Erhebungen über die Lage der Landwirty- schast in Hessen. Seitens des Abg. Osann wurde ein neuer (29.) Antrag Eine neue Bestätigung des sriedlichcn Charakters der gegenwärtigen Weltlage enthält die Rede des italienischen Marineministers Brin gelegentlich der in Turin stattgefundenen Eröffnung der Gesellschaft zur Förderung der nationalen Industrie und des Handelsverkehres. Herr Brin betonte die steigernde Besserung in den internationalen Verhältniffen und wies aus die vorhandenen Anzeichen für das Vorherrschen der Friedenspolitik hin, mit welchen friedlichen Tendenzen die Bestrebungen Italiens im vollsten Einklang stünden. Die eayptische Regierung ordnete im Einverständniß mit den fremden Generalconsuln die Schließung sämmtlicher Sprel- säle im ganzen Lande an. Der griechische Consul m Kairo zog seinen gegen die Aufhebung der griechischen Sale gerichteten Protest zurück. I Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. d. Die Anlage von Brennereien, Brauereien, Stärke- und Zuckerfabriken thunlichst zu erleichtern und zu fördern. Derselbe wird gegen 7 Stimmen abgelehnt. c. Studien- und Reisestipendien für befähigte land- wirthschastliche Studenten auszuwerfen. Derselbe wird gegen 4 Stimmen abgelehnt. Hiermit sind die Berathungen über die Erhebungen wegen der Lage der Landwirthschaft in Hessen beendet. Möchten ober auch die aus den fünftägigen Verhandlungen der Stände hervorgegangenen Beschlüsse ihrer Verwirklichung entgegengeführt werden zum Segen unserer Landwirthschaft und zum Wohle unseres Hessenlandes. Zur Verlesung gelangte ein Gesuch der Großh. Landes bauaewerkschule um Gewährung eines Credits von5i50 Mk. aus lausenden Mitteln zur Errichtung emes vierten Lehrsaales und Mobiliar für denselben, sowie em gleiches der Technischen Hochschule zu Darmstadt um Gewährung von 315000 Mk. für Neubauten zu Zwecken des Electrotechmschen und Physikalischen Instituts. Hierauf tritt die Kammer in die Berathung der Vorstellung des Gemeinderaths der Gemeinde Reinheim wegen theilweiser Rückvergütung der von der letzteren zur Erbauung der Nebenbahn Reinheim-Reichelsheim zugeschossenen Beitragssumme aus Staatsmitteln. Die Großh. Staatsregieruug kann sich nicht für Gewährung eines solchen Gesuches erklären, da eine solche Ausnahmebegünstigung zu den weittragendsten Consequenzen führen würde. Auch der Ausschuß ist mit der Ansicht Großherzogllcher Negierung einverstanden und empfiehlt, dem Gesuche keine Folge zu geben, und beschließt die Kammer dementsprechend. Hierauf folgt Berathung der Vorlage Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, betreffend Verwilligung eines Beitrages von 350,800 Mk. zur Erbauung eines neuen Badehauses zu Bad Nauheim und eines Betrages von 3900 Mk. zur Erbauung eines Bedürfnißhäuschens in der Nähe der Trinkhalle daselbst zu Lasten des Curfonds. Nachdem von Seiten des Regierungsvertrcrers Oberbergrath Braun die Regierungsvorlage dem Hause im Interesse des Bades Nauheim aufs Wärmste zur Annahme empfohlen hat und auch der Abg. Kugler-Offenbach auf die Nothwendigkeit der Bauten hingewiesen hat, genehmigt das Haus einstimmig die angeforderten Beträge. Bezüglich eines Gesuches der Gemeinden Georgenhaufen, Zeilhard und Dilhofen um Herstellung einer Verladestelle für Waggonladungen bei der Haltestelle Zeilhard beschließt die Kammer einstimmig, Großh. Regierung zu ersuchen, mit der Hessischen Ludwigsbahn-Gesellschaft eine Regelung der Angelegenheit herbeizuführen. Der Antrag Vogt und Genossen, die Besteuerung des Hausirhandels und der Wanderlager, ruft eine lebhafte Debatte hervor. Abg. Vogt weißt auf die unendlichen Schäden hm, welche dem Gewerbestand und hauptsächlich dem Kleingewerbe durch diese sogen. Wanderlager und durch den Hausirhandel im Großen täglich zugefügt würden. Sache der Regierung sei es, durch Mittel der höheren Besteuerung, etwa wie in Preußen und Bayern, diesem Mißstande abzuhelfen. Ministerialrath Bauer theilt die Ansicht des Abg. Vogt nicht. Großherzogliche Regierung habe, abgesehen von den Schwierigkeiten der Ausführung und dem principiellen Conflict, in welchen die Landesgesetzgebung mit dem Freizügigkeits-Gesetz vom 1. November 1867, insbesondere mit den Artikeln 1 und 8, gerathen würde, nicht in Aussicht genommen, das für die Beseitigung des Gewerbebetriebs im Umherziehen freilich wirksame Mittel zu ergreifen, vorübergehende Erwerbsthätigkeiten außerhalb des Wohnortes, je am Orte der Ausübung zum Gegenstände einer besonderen Gemeindebesteuerung zu machen. Dagegen behalte sich Großh. Regierung gerne vor, die Frage einzelner Tarifänderungen in Erwägungen zu ziehen und nach Befund das Geeignete anzuordnen. Auch die Mehrheit des Ausschusses ist der Ansicht der Regierung und beantragt demnächstige Revision des Gewerbetarifs, insbesondere die Tarifsätze einer Prüfung zu unterziehen und dem Anträge Vogt und Genossen keine Folge zu geben. Dieser Antrag findet einstimmig Annahme. Auch der Antrag der Minderheit des Ausschusses, welcher zwar mit dem vorstehenden einverstanden ist, aber hinter das I Wort „Tarifsätze" noch gesetzt wissen will: „in der Richtung einer Erhöhung der Steuersätze für den Hausirhandel", wird- mit allen gegen 12 Stimmen angenommen. politische Ueverficht. Gießen, 21. April. ras deutsche Uebungsgeschwadcr kehrt an diesem Diens- toa u.a* sechsmonatlicher Abwesenheit nach dem heunathlrchen liier zurück — vorausgesetzt natürlich, daß Wind und Wetter üiuumg bleiben — und herzlich sei es in der Heimath mrll- lonirt en geheißen! Noch niemals hat eine so stattliche deutsche $loiti [le — das Geschwader besteht aus den vier großen 4imxrschiffen „Kaiser", „Deutschland", „Preußen" und „Fried- 'M m* Große", der Kreuzercorvette „Irene und dem Aviso Mill" — die Wogen des Mittelländischen Meeres durchfurcht M 'chon deshalb ist ihre Heimkehr ein Ereigniß. Erhöht •uitb aber dessen Bedeutung durch die verschiedenen Aufgaben, das UebungSgeschwader zu erfüllen hatte und die zum Hfl eines gewissen politischen Hintergrundes nicht entbehrten. $d£, Geschwader repräsentirte zunächst bei den HochzeitSferer- 'Weicken in Athen, anläßlich der Vermählung der Prmzepm •£oDhie von Preußen mit dem griechischen Thronfolger, und syleioete dann das deutsche Kaiserpaar auf dessen Meeresfahrt in Athen nach Constantinopel, wobei allerdings nur das Myschiff „Kaiser" die Ehre hatte, die kaiserliche Yacht Mnzollern" bis zum Zielpunkte der Fahrt begleiten zu Siticn. Zm «eiteren Fortgang seiner Neye her das Uebungs- Meader säst sämmtliche größeren italienischen und oster- lUwicn Häse» des Mittelmeeres an, überall herzlichst em- m^en und gefeiert, und hierdurch wurden aufs Neue dre Mischen Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Italien bestehen- B:a innigen politischen Beziehungen aller Welt gegenüber Itoibet. Weiter zeigte das Geschwader die deutsche Flagge A Üiahix und Lissabon, dort wie hier die Bewundermtg der Liö lkrung erregend. Von Lissabon aus setz e das Geschwader Eier Berührung Englands die Heimfahrt fort, auf welcher « ovranSsichtlich am Dienstag Vormittag in den heimischen AMssarn der Nordsee eintreffen und hier vom Kaycr em- Wmzen und begrüßt werden wird; mit dem Geschwader kehrt MmNlich Prinz Heinrich von Preußen, der erlauchte Bruder unteres Kaisers und Kommandant der Panzercorvette „Irene , ■nuiut Ler Kaiser gedenkt sich Dienstag früh m Brenwr- Wiii an Bord der „Hohenzollern" zur Begrüßung des ®e- Waders bereits auf hoher See einzuschiffen, nachdem er am sMiiag der Stadt Bremen den schon angekundigten Besuch mnei'tattet b^^er”)-(^“r^j)georiluctC|l(anlluct nahm am Freitag "ta von der Linken und den Regierungsvertretern entschieden stilr'iilpsten Antrag des Centrumsabgeordneten Biehl aus Luv Hcmkung des Actiengesetzes nach lebhaften Debatten und i namentlicher Abstimmung mit 82 gegen 66 Stimmen an. 4 die bayerische Regierung enischloffen ist, diesem Beschlüße ch- Folge zu geben, so wird sich die Angelegenheit vermuth- !h .u einem neuen Conflict zwischen Regierung und Kammer- \ii der Gcncraldcbatlc des öslerrcichischcii Abgcorductcn- taies über das Budget gelangte am Freitag auch der Aus- tid) in Böhmen zur Erörterung. Flnanzminister vr. v. ümajewski sprach die Hoffnung aus, daß der vereinbarte liisigleich vom böhmischen Landtag angenommen werde, im M,treffe der beiden Volksstamme, wie des ganzen Landen m» Reiches. Der Sprecher der deutschbohmychen Abgeord- „len Dr. v. Plener, betonte in seiner Erwrderungsrede, daß iii wahre Verdient um den Ausgleich einem hoch über Allen fchstnden mächtigen Factor (dem Kaiser) gebühre, dochs er- fcrate Plener auch das versöhnliche Verhalten der Altczechen hohe die Mitwirkung des Ministerpräsidenten Grafen Taaffe imllenb an. Plener schloß mit der Erkärung, wenn auch dw üwtschen in der Opposition blieben, so wurden siii doch immht fein, eine Wendung in der inneren Politik zu, hinter diiVen, welche angesichts der zu lösenden ^"den locialen ttoobleme verhängnißvoll werden könnte. Auch dre hohe Wtik wurde in der Debatte gestreift, indem smanzminlster i Wunajewski, unter Zurückweisung der A^riffe des ^ung- °Hen Gregr auf das deutsch-österreichische Bundmß, dasselbe ,1, die Grundlage für die mitteleuropäische Friedenspolitik Wchnete. lagsanstalt c Brüning- ,, rolitanweck^ Amtlicher Theil. Gefunden: 2 Brochen, 1 Cigarrenetui, 1 Halskette, A 3trn6anb, 1 Strumpfband, 1 Leine, 1 Chaisenkapsel, ÄMersensterladen, 1 eiserner Haken, 1 Hammer, 1 Strumpf- ätw, 1 Taschentuch. Gitzßen, am 21. April 1890. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. 1103) 9&i. 80.11 101 i 100,ii 83x1 oll 6tl 911 8kl Am Dienstag findet die Bcrathung über den Antrag i Schröder und Genossen, Herabsetzung der Stcmpel- Lcbührcn, und am Mittwoch die Verhandlungen über die Nebenbahn-Vorlage statt. Berlin, 19. April. Abgeordnetenhaus. In der Fortsetzung der Debatte über den Cultusetat erklärt Knörcke, die Deutschsreisinnigen wurden den Bestrebungen Windthorsts niemals zustimmen, v. Zedlitz spricht gegen den Windt- horst'schen Schulantrag sowie gegen die Einrichtung einer katholischen Abtheilung im Cultusministerium und erklärt, daß über den Eid der Bisthumsverweser die Freieonservattven fich event. in Verhandlungen einlassen würden. Schließlich fordert Redner die katholische Kirche aus, alle ihre Kräfte der Bekämpfung des Soeialismus zu widmen. Windthorst beschwert sich über Nichtinnehaltung der eonsessionellen Parität aus dem Gebiete der Schule. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr: Cultusetat, Seeundärbahnvorlage. Frankfurt a. M., 19. April. Die Privatklage des Bankiers Sternberg in Berlin gegen den Handelsredacteur der „Frankfurter Zeitung" Cohnstädt ist heute in zweiter Instanz vor der Strafkammer zum gütlichen Austrag gekommen. Cohnstädt erklärte nach dem Vorschläge des Präsidenten, er habe nicht die Absicht gehabt, bei der Abfassung feiner Artikel die persönliche Ehrenhaftigkeit Sternbergs in Zweifel zu ziehen. Nach dieser Erklärung zog der Kläger diese und noch zwei andere schwebende Privatklagen zurück. München, 19. April. Die Kammer der Abgeordneten genehmigte heute die Erweiterung des Augsburger Bahnhofes mit 1235 000 Mk., die des Aschaffenburger mit 2 070000 Mk. und die des hiesigen Centralbahnhofes mit 12574000 Mk., wobei vom Generaldireetor Schnorr von Carolsseld erklärt wurde, daß durch die letztere Erweiterung dem Münchener Ringbahnprojecte nicht präjudieirt werde,- der Nürnberger Bahnhofsumbau werde demnächst dem Landtage unterbreitet werden. Außerdem wurde für die Erweiterung der Paffauer Donaulände behufs Erleichterung der Dampfschifffahrt und des Bahnverkehrs die Summe von 176 000 Mk. bewilligt. Hamburg, 19. April. Sicherem Vernehmen nach werden aus Grund eines Senatsbeschlusses bei sämmtlichen hamburgischen Staatsbetrieben solche Arbeiter, welche am ersten Mai feiern, wegen Contraetbruchs entlafsen. Ausland. Amsterdam, 19. April. Die hiesige Munizipalität lehnte ein Gesuch mehrerer Arbeitervereine um Abhaltung eines öffentlichen Auszuges am ersten Mai als Demonstration zu Gunsten des achtstündigen Normalarbeitstages ab. Brüssel, 19. April. Der Extrazug mit Stanley lief, geschmückt mit belgischen, amerikanischen und englischen Fahnen, um 1 Uhr 40 Min. in den Südbahnhof ein. Der Hof- Marschall empfing Stanley im Namen des Königs. Bürgermeister und Stadwertreter waren zur Begrüßung bis an die Grenze entgegengefahren. Ein Bataillon Bürgerwehr that Ehrendienst auf dem Bahnhof- ein Hofwagen führte Stanley nach dem königlichen Schlosse. Rio de Janeiro, 18. April. Die brasilianische Regierung hat den Religionsunterricht in den staatlichen Schulen aufgehoben. u. --i j ------ISS Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Cürrcspondenz-Bureau. Berlin, 20. April. Der Kaiser wird am 24. d. M., über Hagenau reisend, um 8 Uhr srüh in Straßburg eintreffen und dort bis zum nächsten Nachmittag verbleiben. Berlin, 20. April. Die gestrige Mittagstafel am hiesigen Hofe zu Ehren der Botschaft bestand auS 37 Gedecken- es nahmen an derselben Theil die Botschafter von Oesterreich, England, Frankreich mit ihren Gemahlinnen, die Botschafter von Italien, der Türkei und Spanien, sämmt- liche Militärbevollmächtigte, der Reichskanzler Caprivi und der Staatssecretär Marschall. Der Kaiser saß zwischen der Gräfin Szechenyi und Lady Ermyntrade Malet, die Kaiserin zwischen den Grafen Launay und Szechenyi. Berlin, 20. April. Von verschiedenen Seiten liegen heute Meldungen vor, wonach der Versuch der Socialisten, am ersten Mai zu demonstriren, auf Widerstand stoßen wird. So sollen auf Grund eines Senatsbeschlusses bei sämmtlichen Hamburger Staatsbetrieben die Arbeiter, welche am 1. Mai feiern, wegen Conrraetbruches entlassen werden. In Amsterdam hat die Munieipalität das Gesuch mehrerer Arbeitervereine, die Abhaltung eines öffentlichen Aufzuges am 1. Mai zu gestatten, abgelehnt. Hinsichtlich Oesterreichs meldet die Wiener Abendpost, daß die Vorstände der in staatlicher Verwaltung stehenden Betriebe verständigt wurden, für die Regierung liege kein Anlaß vor, die Arbeit am 1. Mai einstellen zu lassen. Die Vorstände seien angewiesen, etwaige Ansuchen der Arbeiter um Unterbrechung der Arbeit am 1. Mai als nach den Dienstinstructionen unmöglich abznlehnen - zugleich seien die Betriebsleiter beauftragt worden, die Arbeiter vorkommenden Falles mit entsprechender Mäßigung, aber mit aller Bestimmtheit aufmerksam zu machen, daß sie für die eigenmächtige Arbeitseinstellung die Verantwortung selbst trügen. Mährisch-Ostrau, 20. April. Im Strikegebiet ist heute alles ruhig. Es fanden zahlreiche Verhaftungen von Rädelsführern statt. Die Bergleute beginnen ihre Forderungen zu formuliren, nämlich achtstündige Schicht, Lohnerhöhung, Entlassung mißliebiger Beamten und Amnestie der Strikenden. Toulon, 20. April. Bei dem gestern Abend zu Ehren des Präsidenten Carnot im Museumssaale veranstalteten Festmahl hatte der Commandant des italienischen Geschwaders, Admiral Lovera, neben dem Marineminister Barbey Platz genommen. Der Präsident hielt eine Ansprache, in welcher er sagte, er sei gekommen, um der Arbeit und den Kundgebungen der nationalen Thätigkeit, von welcher die Ausstellung ein glänzendes Zeugniß gegeben habe, seine Huldigung darzubringen. Der Präsident bemerkte weiter, ein Patriot könne nicht ohne ausrichtige innere Bewegung das stolze Geschwader sehen, in welches die Nation ihr berechtigtes Vertrauen setze. Bei der Rückkehr zum Präseetur- Gebäude wurde der Präsident von der Bevölkerung auf das Freudigste begrüßt. Lissabon, 20. April. Der „Eeonomifta" veröffentlicht einen amtlichen Protest des Gouverneurs von Queli- mane gegen die Handlungen des britischen Consuls am Nyassa-See nach dem Rückzüge der portugiesischen Truppen vom Schirefluß. Dover, 20. April. Das aus fünf Schiffen bestehende deutsche Geschwader ist auf der hiesigen Rhede angekommen. Der Aviso „Pfeil" verließ den Hafen, um zu demselben zu stoßen, und passirte unter Salutschüssen die Linien des Geschwaders. Nach einem zweistündigen Aufenthalt wurde die Reise Mittags fortgesetzt. Konstantinopel, 20. April. Wie die „Agence de Con- stantinople" meldet, habe der Sultan das Jrade, durch welches die Conversion und die Anleihe prinzipiell genehmigt werden, suspendirt, da demselben die vereinbarten Conversions- bedingungen aus Grund neuerlich vorgelegten Ziffernmaterials für die Türkei ungünstig erschienen seien. Der Sultan beabsichtige das Jrade vorläufig nur für die Anleihe gelten zu lassen, von welcher das Consortium P/2 Millionen zu 76 pCt. fest übernommen und bereits 180 000 Pfund vorgeschossen habe. In beteiligten Kreisen herrscht darüber eine große Ueberraschung, besonders da Vincent, von dem Perfectsein des Geschäftes überzeugt, nach Paris gereift ist, nachdem er den Vorschuß geleistet hatte. Der Minister, fügt die „Agence de Constantinople" hinzu, habe einem hochstehenden Diplomaten gesagt, Agob sei überzeugt, die Angelegenheit sei nur ausge- schoben, die Conversion würde dennoch in aller nächster Zeit perfect werden. Locale» provinzielle» Gießen, 21. April. — lieber den am 18. April stattgehabten Eisenbahn« Unfall im hiesigen Bahnhofe geht uns von dem Königl. Eisen- bahn-Betriebsamt (Main-Weser-Bahn) zu Cassel imterm 19. April folgender Bericht zu: „Gestern Abend */25 Uhr ist in dem von Deutz kommenden Personenzuge 214 bei der Einfahrt auf der Station Gießen der Tender des Zuges entgleist und find infolge davon Locomotive und Tender, der Packwagen und ein unbesetzter Personenwagen umgeschlagen. Der Locomotivführer wurde erheblicher, drei andere Fahr- beamten leicht verletzt. Von den Reisenden hat Niemand Beschädigungen davongetragen. Ein Verschulden des Stationspersonals ist durchaus ausgeschlossen, auch war die Geleislage gut und vorschriftsmäßig, die weiteren Erhebungen über die etwaige Veranlassung des Unfalls sind noch im Gange." — r. Unter dem Vorsitze des 2. Festpräsidenten, Herrn Kirch, hielt das große Comitv für das Lahnthal-Sängerbundes« fest am Samstag Abend in Steins Garten eine weitere Sitzung ab. — Herr Fabrikant Georgi, welcher in voriger Sitzung als Festpräsident gewählt wurde, hat diese Wahl au§ Gesundheitsrücksichten abgelehnt und wird auf Vorschlag Herr Postsecretär Meyer als solcher gewählt. — Aus dem Bericht des engeren Comites ist u. A. zu entnehmen, daß dasselbe beschlossen hat, Se. Königs. Hoheit den Großherzog zu dem Feste einzuladen. — Als stellvertretender Festdirigent wurde Herr Musikdirector Krauße bestimmt. — Die projec- tirtc Sangerbühue wird aus wie bei dem früheren Feste auf wald'fchen Gartens, sondern nach der Gegend des LalM? - hin ihre Aufstellung finden. Weiter sind einige Bienvinkr schäften, Conditoreien, eine Weinstube, ein Fahnentempel, >" wie zwei Tauzplätze vorgesehen. — Als Fest-Musik wird hiesige, durch weitere Kräfte verstärkte Regimentsmusik pC Aussicht genommen. Auch soll ans dem Festplatze eine täts- und eine Feuerwache eingerichtet und die zur Volksbelustigung dienenden Caroussels, Schießbuden u. dgl. außerhalb des Festplatzes und §iuar, wie früher, an der Lahn ausgestellt werden. — Zur Beschaffung der nöthigen Freiquartiere für die Sänger wird ein Aufruf an die Einwohnerin^ unserer Stadt ergehen und der Wohnungs-Ausschuß beaui- tragt, die nöthige Umfrage zu halten, auch gleichzeitig ehie Sammlung freiwilliger Beiträge für das Fest bezw. eine etfoa nöthig werdende Beschaffung von Freiquartieren für Sänger durch das Comite, zu veranstalten, und weiter beschlossen, den durch diese Sammlung erzielten Betrag bei einem allenfallsigen Ueberschuß des ganzen Festes dem Cornuz zu gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung zu stellen. — Die aus gestern Nachmittag anberaumte Arbeiter-Ver fammlung war sowohl von hier wie aus den umliegenden Orten sehr zahlreich besucht. Als Redner trat Herr Krämer aus Frankfurt a. M. auf, der in längerem Vortrage die Arbeiterfchutzgesetzgebung, den Normalarbeitstag, sowie und Nutzen der Gewerkschaften behandelte, lieber die Feier des 1. Mai, welche Redner ebenfalls in den Kreis Feiner Ausführungen zog, wurde eine Resolution angenommen, nach welcher im Einverständniß mit der Erklärung der sociai- dernokratischen Fraction des Reichstags davon abgefehen werden solle, den 1. Mai als Ruhe- resp. Feiertag zu betrachten. Die für diesen Tag geplante Kundgebung Gunsten des achtstündigen Arbeitstages und der Arbeiter, schlltzgesetzgebung soll in Form einer Arbeiterversammlung am Abend des 1. Mai stattfinden. Herr Orbig forderte zm Schluffe die Anwesenden zum Besuche dieser Versammlung, zu reger Theilnahme an einer au diesem Tage zu Gunsten der Arbeiterbewegung stattfindenden Sammlung, sowie zm Anschlüsse an die bestehenden Arbeiter-Vereinigungen und Halten der Arbeiterblätter auf. — Das nächstjährige mittelrheinische Turnfest nnbet in Hanau statt. — Der am 3. d. Mts. wegen Bettelns auf Bettelbrieik unter Angabe falscher Thatsachen und falschen Namens verhaftete Schuhmacher aus Wetzlar, welcher am 17. d. M wieder auf freien Fuß kam, wurde gestern Morgen desselben Vergehens und wegen Diebstahl abermals hinter Schloß nnfc Riegel gebracht. Zweckmäßigkeitsgründen ni* dem unteren Tbeile << Schiffsnachrichten. Bremen, 19. April. sPer transatlantischen Telegraf Der Schnelldampfer Saale, Eapt. H. Richter, vom Norddeutsche Lloyd in Bremen, welcher am 9. April von Bremen und m 10. April von Southampton abgegangen war, ist heute 1 Hfl Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Land« nnd VoUrwirthschaU — Patente von im Grotzherzogthnm Hessen wohaeM Erfindern. Patent-Anmeldungen. Kl. 21, B.9896. tiralfr maschine zur Bearbeitung von Reststücken von electrischen kohlen; W. Bloßfeldt und Curt Nube in Offenbach. — .*tl. <9. H. 9652. Ctgarrenformpresse; Emanuel Herzberger in Lockch. - Patent-Ertheilungen. Kl. 38, Nr.51932. Eurven-und Zinkn fäge; K. W. Ottstadt in Kostheim bei Mainz und R. Wirth in Frankfurt a. M., Herrmannstratze 42; vom 20. August 1889 ab. - Kl. 42, Nr. 52036. Immerwährender Kalender; E. Pb. Hinkel Offenbach a. M.; vom 17. November 1889 ab. Kl. 49, Nr. 51975 Falzmaschine mit zwettbeiligem Druckstück; Fr. W. Schaefer to Offenbach a. M.; vom 22. October 1889 ab. — Von dem seit fünf Jabren bestehenden Verbot der Eimhr und Durchfuhr lebender Schafe aus Rußland und aus OMrreich Ungarn sollen der „Magdeb. Z>g." zufolge in einzelnen ftäuen ioi Interesse der inländischen Schafzucht Ausnahmen durch den Bimo» rath bewilligt werden. — Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge wird die PostverwaltW eine Modificatton des Tarifs für Sendungen von DracksaoM vornehmen. Grünberg, 19. April. (Fruchtpreise). Weizen JC W Korn vM 18,10, Gerste Jt 18,00, Hafer X 17,50, Erbsen X IJw.-’ Samen X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 3,50, Linsen Berichtigung. Die in unserem Bericht in Nr. 90 d. Bl. über die Stadm- ordneten-Versammlung erwähnte Ueberlassung von Gelände für ema Israelitischen Friedhof betrifft die Israelitische Rtligionsgesrl - schäft, nicht die Israelitische Religionsgemeiude. __ Briefkasten. .. H. in Großen-Llnden. Bitten betr. Herrn zu veranlassen, k' I direct an uns zu wenden. Aus anonyme Anfragen können wir du* I eingehen. __ Julius Schulze, am Kreuz,) empfiehlt in größter Auswahl: Kinderhütchen, Kindeiwagcndeckcn, Corsetten. Schürzen, Perlkragen, Trieottaillen und -Blousen, Tcicotkleidchen und -Jäckchen, Tricotanzüge, Souluiernnterröcke, Sommerunterkleider, | Handschuhe in Glace, Seide, Fil de perse etc., MM-Cognar aus mir Wem gebrannt, ohne den geringsten Spritzusatz, in Brüssel mü der silbernen Medaille gekrönt, empfiehlt die Cognac-Destillerie non A. 8, Elfen Trier a/Mvsel. Niederlage für Gießen bei Herrn Pb. 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Wahl der Dtttglieder zur Bildurg des Ausnay auSschuffes und der Ersatzmänner. 4) Berathung und Feststellung des Voranschlags. , 5) Event, weitere Anträge, welche nach § 51 der Statuten mm 6 Tage vor der Generalversammlung bei uns schriftlich ’ ''S»’ 7^ * bi tek aUä dl« M. -"«Hni,' *‘5*19, iiE [t=. Hebet i 1,1 den Srei- on Qn9^or- Klärung davon reiP- Feittls- >nte Kundgrk » und bei4 oeiterberjami». -rbig j0T>, . dieser Vers« icm Tage gut 'ammlung, k: Bereinigungen 0,c W **< gleite W i*;. te"- >>°d m,,. ’eSl,< Stlh; la, "9 ä« Mei. W rnrnskil ■ Attelns au(8ten. äatfantiföat !ü -ter, vom M von Bremen i war, ist heul! mntn. IKwirtM »umHefltNvst! Kl. 21, «• n von eitet#' in Offenbach. -1 Arzberger ini- )32. Lurvtn-ll°k Mainz und Si. r r 20. AugM« Itnbtr; «>. 9 ab. Kl. 49, & i; Fr. W- S-d-' ab. mbtn StrtoW bland und airot^ I» »58 nahmen butd)te- teilt). 1 t fflkb bi! $2 W,-N °°» fot* (t W°l! Verdingung. 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Für die Bewerbung um die Ar- leiten und Lieferungen, sowie für den lemnächstigen Vertragsabschluß sind die in Nr. 295 der Kölnischen Zeitung vom 24. October 1889 und des Centralblattes der Bauverwaltung Nr. 43 vom 26. October 1889 ver- öffentlichten Bedingungen maßgebend. Zeichnungen und sonstige zu der Verdingung gehörige Unterlagen können bei der unterzeichneten Dienststelle eingesehen, auch mit Ausnahme der Zeichnungen gegen Baar - Einsendung von 0,50 v4t. von dort bezogen werden. Angebote mit entsprechender Aufschrift sind bis Montag den s. Mai 1890, Vormittags 10 Uhr, der unterzeichneten Dienst« Grobherzogliche Oberförsterei Grünberg. Schober. Mittwoch den 23. April, Nachmittags 2 Uhr, rMiggere ich tm „Adler" dahier gegen LMtzwhlung: r . Hochs. Buffets, 2 nußb. Secretäre, 1 V^tticow, 1 Sopha, 1 Tisch, 1 Spiegel, 6 Stühle, 1 Commode, 1 .lkleideischrauk, 1 Waschtisch, 1 voll- KöLndiges Bett u. a. kttsisteigerung Iheilweise bestimmt. 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April, Wmittagr von 9'/r Uhr an und Nachmittags von 2 Nhr an, »trbtni Wilhelwstraße 2 II nachbenannte Gegenstände versteigert: Guterhaltene Möbel, darunter eine fast neue elegante Speisezimmer-Einrichtung, sowie eine schöne Garnitur, ein großer Teppich, Haushaltungsgeräthe und eine s omplete Küchen Einrichtung, ein feuerfester Kasfen- schrank, eine feuerfeste Documentenkiste re. Montag kommen die Möbel und Nippsachen zum Ausgebot. Dienstag Vormittag von 9J/2 Uhr an das Kvchenmobiliar, 1 SrrÄthe rc. Dienstag Nachmittag wird mit einer großen Anzahl Blumes M Pflanzen in Töpfen, sowie 1 Mähmaschine und Garten möbeln begonnen. offene Stellen in allen Geschäftszweigen und für jede Kaufmann. Berufsthätigkeit erbittet Anmeldungen tüchtiger und gut empfohlener Bewerber der Kaufmännische Verein zu Frankfurt (Main). Gebührenermässigung für Mitglieder von Kaufmann. (Vortrags- Verbands-)Vereinen 32 Auszeichnungen, worunter 12 Ehrendiplame und 14 Gold. Medaillen. Pianos zu vermiethen. Monatliche Mietpreise: 3, 4, 5, 6 MLk. und höher. Freie Stimmung. Auf einzelne Tage zu Hochzeiten, Concerten, Tanzunterhaltungm eto. 6, 7, 8, 9 Mk. und höher (einschliesslich der Transportkosten). 143 Wllh.Äadolph., Pianohandlurcg, Neuenweg 9. (Schwelt); Aua. Dietrich, Erpfinq b. Landsberg i B.; P. Gebhard, Schmiedern., FriederSried b. Neukirchen i/B, 54 I. Broschüre gratis. Annahme von Bandagen-Bestellungen in Gießen: Hotel Lenz am 29. April, Juni, Aug., Oct , Dec. und Febr- von 8—111/a Uhr Vorm- 13579 Man adressire: An die Heilanstalt in Glarus (Schweiz) Ziegenberg. Geilshausen, 20. April 1890. Gr. Bürgermeistern Gellshaufen. Von heute ab werden Bestellungen von Braunkohlen von 10 Centner an und mehr, der Gentner zu 6ö Ps., ausgeführt. Größere Bestellungen billiger. $691] Ein einspänniger Wagen LUlg iutt verkaufen. Rittergasse 19. 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Volpertskops: 15 rm Buchen-Stöcke, 1 Eichenstamm vorn 55 cm Durchmesser und 7 m Länge, 9 Fichten stamme von 15—27 cm Durchmesser und mit 3,04 cbm , 40 Buchenstangen von 8—12 cm ^«rchmesser (Wagnerholz), 5 Fichtenstangen von 10—14 em Durchmesser; 5) daselbst und im Glashau: Kohlreiser und Lesholz abtheilungsweise; li) in der Schcppmalsdicknng (zwischen Laubach und Jägerhaus): 60 rm Fluchen-Stöcke, 70 rm 3teiserprügel. Dasunter Rr. 2—6 aufgeführte Holz wird unvorgezeigt auf bei Friedrichshüttc Nachmittags von 1 Uhr an ausgeboten. II. 5Älontag den 28. April d. I. zwischen Weickartshain und Laubach in den Districten 1) Snhekopf: 77 rm Buchen-Scheiter und -Prügel, 15 rm Stöcke, 280 rm -Stammreiser in Schichten, 72 rm -Astreiser, 64 rm Erlen-Reiserprügel, 270 rm Weich- und Nadelholz-Reiser; || 21 Taubhaus: 3 Fichtenstämme von 16—19 cm Durchm. — 0,97 cbm, 2 tKiefernstämme von je 18 cm Durchmesser, 594 Fichtenstangen von 7- 12 cm Durchmesser und 43 rm desgl. in Schichten; 3) Hirtenbach in® Hirtenbachskops (iheilweise vorgezeigt): 120 rm Buchen-Scheiter, 1510 rm -Stammprügel, 60 rm -Stöcke, 200 rm -Reiser, 18 Buchen- slaingen von 9—12 cm Durchmesser (Wagnerholz); 4) in verschiedenen §>Dricten des Reviers Thiergarten: Lesholz abtheilungsweise. Zusammenkunft jedesmal um 9l/2 Uhr Bormittags; am ersten Tuge im Eich berg bei Holznummer 1, am zweiten am Eingänge von Zbclckartshain her in den Süßekopf, woselbst mit dem Verkaufe der Vi-chen-Stammreisei. begonnen werden wird. Lau dach, den 14. April 1890. Nach Amerika mit den vorzüglichen Schnelldampfern des NorddentschenLloyd in Breme« besördert Passagiere der concesfionirte Agent [1317 Carl Loos in Gießen. Vollständiges Nahrungsmittel für kleine Kinder. Ersatz bei Mangel an Muttermilch, erleichtert das Entwöhnen, leicht und vollständig verdaulich, desshalb auch EBWACHSENEN bei MAGENLEIDEN bestens empfohlen. Zam Schutz gegen die zahlreichen Nachahmungen fuhrt jede Büchse die Unterschrift des Erfinders Henri Nestle. Holzversteigerung. • 66 werden versteigert: 1) Montag deu 28 April d. I. aus dem District Breiteloh 6tr Zwrstwartei Saasen: Scheiter Rm.: 6 Buche, 8 Eiche, 93 Nadel- gol); Knüppel Rm.: 2 Buche, 46 Eiche, 304 Nadelholz; Reiflg Rm.: ^Biache, 40 Eiche, 358 Nadelholz; Stöcke Rm.; 9 Eiche, 45 Nadelholz. . Zusammenkunft Vormittags halb neun Uhr im District Breiteloh auf An Kreuzung des Vicinalwegs Grünberg—Reinhardshain und der Kreis- fkafu Beltershain- Göbelnrod. Das Dürrholz wird bei der Versteigerung Wicht ovorgezeigt und wollen Kaufliebhaber solches vorher einsehen. 2) Dienstag den 29. April d. I. aus dem District Juden- «iche bei Münster: Fichte: 172 Stämme mit 81 Fm. und 55 Derbstangen mit ! Fm., sodann Radflholz: 11 Rm. Scheiter, 40 Rm. Knüppel, 118 Rm. Reisig, 29 Rm. Stöcke. Zusammenkunft Vormittags halb neun Uhr auf der Abtriebssläche im Mstrictt Judeneiche bei Stamm Nr. 21. »Vrünberg, 20. April 1890. „ .ok. Mr BiknenMIer! «, Inhalt, «mpfithlt |,..T,S„"SEÄ'£Ä'3 Earl 3ö,te*et'labaugtien. C «»h W-tz>ar, 6 Kreuzplatz 6. 135sb Sophienstr. 14. Waffen g u. Waffentheile für Mensur u. Parade. BilliasteBezugSquelle f Wiederverkäufer. Waffenfabrik Toxdorf i. Thür. Bekanntmachung. SawStagden26 Aprild I , Nachmittags 5 Uhr, wird im ^Main- Weser-Bahnhofe" dahier eine Grube Dünger öffentlich meistbietend versteigert. 3606 Gießen, den 21. April 1890. Königl. Eifenbahn-Station. Versteigerung. Donnerstag de« 24. April d. I., Nachmittags 3 Uhr, werden Rodhetmer- straße Nr. 40 circa 60 Meter Holz, ein Oeconomiewagen, eine Kuh und circa 15G0l gebrannte Ziegel gegen Baarzah- lung versteigen. Die Ziegel und Holz werden, wenn erwünscht, in kleinen Parthien ausgebotcn. Gießen, den 19. Ap il 1890- 3619 Horn. Wetzlar, den 16. April 1890. Königliche Etsenbahn-Bau-Jnfpection. Holzverfteigerung. Freitag den 2S. April, Vormittags 9 Uhr ansangend, sollen in dem Gellshäuser Gemeindewald, Di- stritten Ziegenberg, Hammersloch und Heegkops nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: Pianinos ,0» Ulk. 3.10.— an. Flügel von Mk. 1000.— an, Harmoniums xon Mk. 70.- an. ___Pfeiff.____________ Freitag den 23. April, Nachmittags 2 Uhr, wird in der Hofraithe des Herrn Fr. Lampus IL, Seltersweg 75, der Rest der zur Hinterlaffenschast der Johann Jacoos Wittwe, sowie zu der den Herren M. Lenzr, Andr. Eidmann, Ph. Kehr gehörigen Mobilien, als: 1 gute Bettlade mit Sprung- sedermatraze, Spiegel, Kleiderschrank, Kommode, Kucheu- schrank, Tische, einige große Bänke für Wirthe geeignet, eine WirthÄtheke, Pferdegeschirr, Schiitteugeläute, 1 große Kettenwage für Säcke zu wiegen, 1 große fchön eingerichtete Bogelhecke, Weißzeug, Frauenkleider, ShwalS, Herrenkleidrr, Schuhe u s. w., sowie ein Delo- ciped (Zweirad) versteigert. 3609 F Hoffmann. Vermischte Anzeigen send please to, N. 48. Giese. Am. Wermietyungen dritte DuesTheatttinGießen Lehrlingsstelle gesucht Für einen jungen Mann aus ßuttr I Familie, der Ostern das ReifeMM erhalten hat, wird in einem hiesigen kV- Ferdinand Bratling 101.60 Die tieftrauernden Hinterbliebenen. 3608 Giessen, den 21. April 1890. Tendenz: matt. 158 901 DiSconto-Tom-Antheilr arperer 104» •n 215 20 161.50 14420 156.50 253 25 97.00 18L75 99.62 ir Feldbett Nachd I. 20 I GEGR: 1846 u Giej paWndendei Die 1. bari buch eine Zei 2. ;u roei geh ode stül niß nal 3. die ftä B zu Äußerl Beiheiligten Zn bi theiligte Gr sordern zu derAMesen ' die nicht w flomm iu Die mittag 6 aus statt. _____, -«stpreutzen 166.751 Bochumer Gutzftahlactieo männischen Geschäfte sogleich ober in einigen Wochen eine LehrlingsM gesucht. Gef. Offerten beliebe man unter G.11 bei der Exped. d. Bl. abzugeben^ 34HC 188Ö 15$; 132* 3^ ^K-^üdanläge^^ff^er Stock per 1- Juli zu vermicthen- Die Beerdigung findet Dienstag Nachmittag 2 Uhr vom Sterbehause, Wetzsteingasse 41, aus statt. Beerdigung findet Dienstag N ach - Uhr vom Sterbehause (Seltersweg 16) 3601 Wiederverkäufer überall für ein Universal - Mn» waffer bei hoher Provision gesucht. Näheres durch Albert Roebeltt, S t u t t g art W Wartung j) 151 Grünt 9110 89 00 nach schwerem Leiden im 53. 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Reichsanlethe 4 * Preuß. Eonsols 8V» , Ausserord. Generalversammlung Mittwoch den 23. April 1890, Abends 8V3 Uhr im Cafe Schnell. Tagesordnung: Platzftage und Turnhallenbau. Der wichtigen Tagesordnung halber wird sehr um zahlreiche Bethelligung gebeten. 3478 Der Vorstand. Oesterr. Ereditactien Oesterr. Staatsbehnr-Acrien Dortmunder Unton-Actten Darmstädter Bankaktien 3626] Ein junger Mann mit guki Schulbildung und hübscher HandM als Lehrling für das Bureau tlnt« hiesigen Fabrikgeschastes gesucht. Offerten sub L. an die Exped. d. A 3623] Ein ordentliches rw» miidchen gesucht. Marktplatz 18. 3498] Gin kräftiger Bursche M Milchfahren gesucht. Näheres in der Exped. d. Vl. _ 3515] Schüler finden gute Pension Näheres Bismarckstraße Nr. 10 u dem Laden. 3519] Ludwigstratze Rr. * U» Pension frei. Telegraphischer L-»r»ericht btt Berliner Börse vom 21. April lM 1915[ 16$ (int sind, «hl «l6 be\- Bereinigung das Resultat dein Zeigeord «8 tSonlorU auf GMd d tember l»b< gung unter'" Horden i>t, 1 geordnet und Indem ich gleichzeiti' yen'äß art 3585] Zwei bis drei leere Parterre- zimmer oder sonstige trockene luftige Räume zum Aufbewahren von Möbeln und Hausgeräthen zum ersten Juli aus I mehrere Monate zu miethen gesucht. Offerten unter 1890 an die Expedition dieses Blattes. ___________ ein Parterre • ZiM' mer, unmöbltrt, als Bureau (nur Postverkehr) sofort inbesserem Hause für einen Monat gegen gute Entschädigung- Gef. Offerten sub C. A mit Angabe des Preises an die Expedition dieses Blattes erbeten-__oo97 Ein Damenhandtöschche« m-Taschentuch auf unserer Expedition, Schulstr. 7, liegen geblieben._____ 359 ] Ein Stück Land zu verpachten- Näheres __________Neuen Bäue 20. Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten theilen wir hierdurch mit, dass unsere liebe Schwester, I ante und Schwägerin Christine Lony nach langem schweren Leiden uns Sonntag Morgen 5 Uhr durch den Tod entrissen wurde. Giessen, den 21. April 1890. Die trauernden Hinterbliebenen. Ausverkauf wegen Räumung des Ladens. • : Das von mir t.c-lmte Hau- W dir *M WW. *» » d-wich ““ **» ***** "**» ™”' J Dasselbe bietet sämmtliche Saison-Neuheiten in 3614] Eine möbl- Stube für Arbeiter zu vermiethen-__Neuenweg 19- /Ätn geräumiger Laden ^8/ m angrenzendem großen Zimmer in bester Geschäfts läge ist mit einem schönen Familienlogis und allem Zubehör zu vermiethen. 3607 Näheres in d. Exped. d- Bl Tendenz: fest. 4 pCt. Gießener Obligationen —15 pCt- BuderuS-Obligattonen NeichSbmck-DiScont 4 vEt. - Frankfurter Bank-DtSkout 4_gOt. 3592] Ein guter Schuhmacher fanr. sofort eintreten bei __________M. Fuhr, Hundsgafse i. 3588] Ein braves Dien-mL-chr« gesucht. Frau W. 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'zu bestimmen, wie die BereimgungSkosten ausgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächen- gehalt oder den Abschätzungswerth der Grundstücke oder durch Bildung und Verkauf von Masiegrund- ftücfen, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedurs- niß erhoben, oder ob die Kosten durch Kapitalaufnahme ausgebracht werden sollen; 3. die zur Vollzugöcontmission zu berufenden Sachverständigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter zu wählen. Außerdem können Wünsche und Anträge Seitens der Betheiligten vorgebracht und berathen werden. In dieser Versammlung hat jeder anwesende be* theiligte Grundeigentümer eine Stimme; die Beschlüsse erfordern zu ihrer Giltigkeit eine Mehrheit von Zweidrittheilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Betheiligten verbindlich. Kommen giltige Beschlüsse nicht zu Stand, so hat zu 1. die Ermittelung des Flächengehalts der Grundstücke durch Vermessung zu erfolgen, zu 2. die Vollzugscommission die erforderlichen Beschlüsse zu fassen, zu 3. die Landescommission die Sachverständigen und Schiedsrichter zu ernennen. Gießen, 11. April 1890. Der Vollzugscommissär: Nebel, Großh. Amtmann. in besten Faeons in allen Qualitäten und Preislagen empfiehlt (2852 A. Fangmann, Bahnhofstr. 2). Holdren er Rente D. 3 Hengst, Licherstraße. G. Bötz, Brandgasse. A. Blum, Steinstraße. W. Semmler, Seltersweg 16. A. Albold, „Solmser Hof". Ipirlplan der vereinigten frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 22. April: Gastspiel des Fräulein Schako. Der Maskenball. (Page: Frl. Schako.) Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 23. April: Gastspiel des Herrn von Sonnenthal. König Lear. (Lear: Herr von Sonnenthal.) Außer Abonnement. Große Preise. Donnerstag den 24. April: Rtenzi. Gewöhnliche Preise. Freitag den 25. April: Vorletztes Gastspiel des Herrn Adolf Sonnenthal. Wallensteins Tod. (Wallenstein: Herr Sonnenthal.) Außer Abonnement. Große Preise. Samstag den 26. April: Gastspiel des Fräulein Schako. Entführung aas dem Serail. (Blondchen: Fräulein Schako.) Gewöhnliche Preise. Sonntag dm 27. April: Margarethe. Gewöhnliche Preise. Schauspielhaus. Dienstag dm 22. April: Der arme Jonathan. Gewöhnliche Preise. Mittwoch dm 23. April geschlosim. Donnerstag den 24. April: Gastspiel des Herrn Adols Sonnenthal. Die Tochter des Herrn Fabricius. (FabricixS: Herr Sonnenthal.) Außer Abonnement. Große Preise. Freitag dm 25. April: Fledermaus. Gewöhnliche Preise. Samsrag dm 26. April: Der arme Jonathan. Gewöhnliche Preise. Sonntag dm 27. Aprll: Abschieds-Vorstellung des Herrn Adolf Sonnenthal. Ein Glas Wasser. (Bolingbroke: Herr Sonnm- thal. Große Preise. Gelingt pl Ar. 92 - 1890 Am 1. Mai wollen eine Anzahl von Führern der deutschen Socialdemo- kratie eine große Agitation zu Gunsten des achtstündigen Arbeitstages veranstalten und sie haben bereits angekündigt, daß ganz Deutschland an diesem Tage mit großen Massen von Flugblättern überschwemmt werden soll, welche für diese Forderung eintreten. Täglich acht Stunden Arbeit für einen erwachsenen Menschen! Wie viele Arbeiter gibt es wohl in ganz Deutschland, bie nicht lachen, wenn ihnen biese Worte vorerzählt werden?. Herzlich wenige. Und bie Veranstalter dieser Demonstration wissen auch selbst ganz genau, daß der achtstündige Arbeitstag, gerade herausgesagt, eine Albernheit ist. Es gibt nur einige wenige, sehr schwere Beschäftigungen, welche pro Tag keine länger dauernde Thätigkeit vertragen und diesen ist heute schon Rechnung getragen. Aber im Uebrigen? Ein gesunder Mensch kann stets und ständig bequem zehn Stunden arbeiten. Man frage doch einmal die kleinen Handwerksmeister nach ihrer Arbeitszeit? Zwölf, vierzehn Stunden und darüber sind sie oft pro Tag thätig, zu ihrem Vergnügen doch wahrhaftig nicht, sondern weil sie sonst nicht Mittel zum Leben haben. Wer denkt an diese Leute? Wer denkt ferner an die Kaufleute, für die ein Normalarbeitstag gewiß manchmal nothwendiger wäre, als für viele Arbeiter, an so manchen überlasteten Beamten, der nach den Bureaustunden zu Hause weiter arbeiten muß? Und welche Bezahlung bekommen alle die Personen, resp. wie stellt sich ihr Einkommen, die sich nicht rühren und nicht mucksen dürfen? Mancher Beamter, Lehrer, junger Kaufmann, Leute mit umfangreichen Sprachkenntnissen und wissenschaftlicher Bildung steht sich heute nicht so gut, wie viele industrielle Arbeiter. Im Allgemeinen steht fest, daß, wenn es manchen Arbeitern hinsichtlich ihres Einkommens nicht gut gehen soll, es doch anderen Leuten auch nicht besser, sondern schlechter geht. Was jedenfalls den Achtstunden - Arbeitstag betrifft, so müßten ihn andere Personen ebenso nöthig haben, als die Mehrzahl der Arbeiter. Aber wer spricht davon? Niemand! Am 1. Mai soll zu Ehren des Achtstundentages nach Möglichkeit gefeiert werden. Sehr hübsch, aber darin liegt ein neuer Beweis, daß eS Denen, welche solche Vorschläge machen, wirklich nicht schlecht gehen kann. Wer zum Ver2 Schüler In'1' m in ein" U' dtttzed^. *Qhhüü Dons W1 Pans«; wirklich bie practische Verwirklichung ihres Vorschlages für möglich halten sollten. Es wird gesagt, wenn die Arbeit auf acht Stunden herabgesetzt wird, dann können mehr Arbeiter Beschäftigung sinden, es kann dasselbe somit erreicht werden. Gut, rechnen wir die Sache einmal schwarz auf weiß vor: In irgend einem Betriebe sind zehn Personen täglich je zehn Stunden beschäftigt; sie arbeiten fortan nur noch acht Stunden, und um das bisher Geleistete zu erreichen, sind also zwei Arbeiter mehr nöthig, mehr Handwerkszeug und mehr Arbeitsplatz. Die Arbeiter wollen bei der achtstündigen Arbeitszeit denselben Lohn, der Arbeitgeber hat aber ungemein hoch vermehrte Ausgaben. Wer soll diese bezahlen? DaS Publikum, indem er die Waare vertheuert. Und wenn das Publikum von diesem Aufschlag nichts wissen will? Dann sehen Meister und Gesellen einander an und — hungern. Das ist nur ein kleiner Betrieb. Nehmen wir NUN ein großes Etablissement, in welchem bie Verkürzung der täglichen Arbeitszeit um mehrere Stunden die Neueinstellung von mehreren hundert Leuten erfordern würde. Wer bezahlt denn nun die Kosten, um für diese neuen Arbeiter Arbeitsstätten zu schaffen. Je mehr Personen, um so theurer der ganze Betrieb, aber nicht um so unbedingt höher die Einnahmen. Wenn heute die Straßen mit harten Thalern gepflastert wären und man diese nur heranSznreißen brachte, dann ließe sich schon viel machen. 9(6er mit dem ewigen Fordern ohne Mittel wird kein Hund hinter dem Ofen hervorgelockt. Es gibt ein altes Wort, daS heißt: „Wer nicht hören will, muß fühlen!" Und die Zeit des „Fühlens" kommt unaufhaltsam näher, man will nur ihre Anzeichen nicht erkennen und wird sie doch erkennen müssen. Die allseitige Theuerung kann das gemmmte industrielle Leben nicht aushalten, der Rückschlag wird kommen, weil er kommen muß. Hente schon hört man vielfach sagen, daß neue Unternehmungen zwecklos seien, weil kein Verdienst zu erwarten stehe, welcher das Risico aufwiege. Und wer hat schließlich von Allem den größten Schaden? Der Arbeiter selbst. ES kommt auch hier eine neue 3=it- (N. H. SB.) 11880. empfiehlt sich durch Reinheit, Aroma und Ergiebigkeit als die beste und pre«es“ A. Zuntz sei. Ww. Anfrage. Wir ersuchen Herrn Direetor Baar», ww» doch schon heute witjuthetlen, wann di« Operette 3337 „Der Mikado von Japan“ t«r Aufführung kommt. W>. H. t vermischte». *△ Mainz, 20. April. In militärischen Streifen circn- lirt das Gerücht, daß Ka is e r Wi l h e l m gelegentlich seiner bevorstehenden Reise nach Darmstadt auch Mainz berühren und eine Jnspection der Festung vornehmen werde. Das Gerücht findet dadurch Nahrung, daß gestern Seitens der FestiingSinspeetioli eine schleunige Revision verschiedener forti- ficatorischer Anlagen, insbesondere der Brücken und Thore angeordnet und unverzügliche Meldung über etwaige Mängel befohlen wurde. Den Civilbehörden ist von einer Hierherkunft des Kaisers noch nichts bekannt. — Der im vergangenen Sommer wegen betrügerischen Bankerotts zu einem Jahr Gefängniß verurtheilte Commerzien- rath All mann von Bingen ist letzter Tage aus dem hiesigen Arresthaus entlassen worden. Ein Theil der Strafe wurde ihm aus dem Gnadenwege erlassen. leben. Wenn sie das nur thun wollten, dann stände es heute besser. Aber leider ist nur zu vielfach das Gegentheil der Fall, und wenn die Arbeitszeit verkürzt wird, dann würde es in dieser Beziehung nickt besser, sondern vermutlich schlimmer werden. Das ist vorauszusehen. Diese ganze Rederei vom achtstündigen Arbeitstag ist nichts als ein Agitationsmittel, denn für so dumm kann man die Leiter unserer socialdemokratischen Bewegung nicht halten, daß sie aus der Freiherrlich Riedesel’schen Brauerei in Lauterbach ist zu haben 3341 -Äct- dost Bekanntmachung, I ftcldbereinigung in der Gemarkung Ruttershausen betr. Nachdem in dem Abstimmungstermin am 13. Januar l. I. 20 Grunbeigenthümcr, welche mit 48,7124 ha Flüche dellheiligt sind, sich gegen die Feldbereinigung in der Ge- moirkung Ruttershausen erklärt haben, während im Ganzen 151 Grundeigenthümer mit 228,8172 ha an dem Unternehmen beteiligt sind, hiernach also mehr als Vs der Betheiligten rii: mehr als der Hälfte des Gesammtflächengehalts als für }ie Bereinigung stimmend anzusehen sind, und nachdem inner» stlb der gesetzlichen Frist Emwendungeu gegen bie Zulässig- kitt oder Rechtsbeständigkeit dieses Ergebnisses nicht erhoben »erden sind, hat bie Großh. Obere landwirthschaftliche Be- ji>nbe den Beginn der Arbeiten angeordnet und mich zum S'-Mzugscommissär ernannt. Indem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bringe, lade itz gleichzeitig sämmtliche beteiligten Grundbesitzer zu der gemäß Art. 16 des Gesetzes über die Feldbereinigung vom fei. September 1887 Freitag, 2. Mai L I., Vormittags 9 Uhr, im Laal de- Heinrich Geißler zu Rutter-Hausen foittfinbenben Versammlung. 3463] Starke Früh-Gemüse i Pflanzen, 100 St. 50 Chr. Pfeiff,r- Gärtnerei, SHlterSweg 14 — Schiffenbergerweg.! Bekanntmachung, ,vtdbbeteinigung in bei Gemarkung Staufenberg betr. Nachdem in dem Abstimmungstermin am 29. Januar l 27 Grundeigenthümer, welche mit 203,1110 ha Fläche MtLigt und, fich gegen bie Feldbereinigung in der Gemark- 'W - taufenberg erklärt haben, während im Ganzen 460 Grund- Tgmthümer mit 475,6946 ha an dem Unternehmen bethei- ’inb, hiernach also mehr als 1I5 der Betheiligten mit W. als der Hülste des Gesammtflächengehalts als für die Heriinigung itiinmenb anzusehen sind, und nachdem die gegen Bas Resultat und die Rechtsbeständigkeit der Abstimmung von Win Beigeordneten Ludwig Geißler VII von Staufenberg nmö Konsorten unterm 18. Februar l. Js. erhobene Beschwerde •flf Grund des art. 14 pos. 4 des Gesetzes vom 28. Sep- rfoitkr 1687 durch bie Landescommission für die Felddereini- jNl unterm 31. März l. I. als unbegründet zurückgewiesen Mb^n ist, hat diese Behörde den Beginn der Arbeiten an- Mdnet und mich zum Vollzugscommissär ernannt. -Indem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bringe, lade W gleichzeitig stimmtlichc beteiligten Grundbesitzer zu der Wöfß art. 16 des Gesetzes vom 28. September 1887 Samstag den 3. Mai 1890, ob die im Grund- (Flur-) buch enthaltenen Größenangaben ober ob die durch eine Vermessung zu ermittelnden Flächengehalte der Bereinigung zu Grund zu legen sind; Ui bestimmen, wie die Bercinigungskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächengehalt oder den Abschätzungswerth der Grundstücke oder durch Bildung und Verkauf von Masiegrund- stücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedürf- niß erhoben oder ob die Kosten durch Kapitalaufnahme aufgebracht werben sollen; in beliebe man c d. Bl. abM:-' junger Mim» und hübscher t I für das M kgeschaftes geiiL > L, an die (fr i ordttüM utzt. MarA MtigerD gesucht. it der Elt"d4 tt-r fhibm Oj smarcksttatze » Vigstrait & erverkätt ein Universal, her Provision p irch Albttt t 3. die zur Vollzugscommission zu berufenden Sachverständigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter zu wählen. Außerdem können Wünsche und Anträge Seitens der Beteiligten vorgebracht und berathen werden. In dieser Versammlung hat jeder anwesende be- lljeiiiigte Grundeigenthümer eine Stimme; die Beschlüsse er- ; fchdoern zu ihrer Giltigkeit eine Mehrheit von Zweidrittheilen bei iSnrocjenben und sind unter dieser Voraussetzung auch für ’bie wicht erschienenen Betheiligten verbindlich. Kommen gütige Beschlüsse nicht zu Stand, so hat zu 1. die Ermittelung des Flächengehalts der Grundstücke durch Vermessung zu erfolgen, zu 2. die Vollzugscommission bie erforderlichen Beschlüsse zu fassen, zu 3. die LanbeScommission bie Sachverständigen und Schiedsrichter zu ernennen. Gießen, 11. April 1890. \ Der Vollzugscommissär: Nebel, Großh. Amtmann. Dienstag den 22. April Gietzenev Anzetgev u nicht schmutzend, anerkannt vorzüglich u allbewährt gegen alle Hautunreinigkeiten, wie: Mitesser, Flechten. Finnen, R Flecke, Hautjucken rc. ä St. 59 H bei 2121 H. Tichtz, Seltersweg 43. 2527] Zwei Bettstellen billig zu verkaufen.___________Bahnbosftrake 11. 3553] Erdsenreiser zu verkaufen. Schiffenbergerweg 39. l'^engMu, Schneie- Arbeiter er MfofUr. * «Ä. bet braves W. Tpk«ck,: feinere 1* Cigarren : 1509 ä Ffr eck & Co., ä- en detail en & ros Benner & Kriieinn Bahnhofstrasse 40. Bahnhofstrasse 40 Drogen, Material- und Farbwaaren-Handlung I Eröfinung: Montag den 31. April en ff ros en detail 3541 ©♦©♦©♦©♦©♦©♦©♦©♦©♦©♦©♦©♦© ♦ © 343)] Mansarde zu vermiethen 8» Lubwigftraße 14. Cöln 1889! h Cöln 1889! 3583 Seifen Schutz- I. «»er vermiethen ET-« 3403 Seltersweg. Metzger Schneider, Neustadt 18. -ttdücnon: 21. Scheydm — Druck und Verlag hei t a lil’ld)cn Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) tn bereitnngen zur Berlin, 2 R Kaiser mittels r früh 9 Uhr im t Bevölkerung a ! Majestät in B i die festlich gesl i quartier in bc ! Vorstellung be j unternahm der i bald barauf ei: ; Hasengebiet, bi i befuhr mit be i suchte der Kais I der Eirnudsteins i schützte den Rc i quartier zurück. j Um 2 Uh i Senats zum $ Goldene Medaille. 2063 | Man verlange überall ausdrücklich: | fiauptiiieöertage der ächten Friedrichsdorfer Zwiebacke, bestes Nahrungsmittel für Kranke, Nervenleidende, Wöchnerinnen, Greise und Kinder. Aerztlich empfohlen. Feines Gebäck für Caffee, Chocolade, Thee und Wein. Nur ächt zu haben in Carl Schwaaba 3340 Delicatessenhandlung- Kunst-Anzeige für Gießen und Umgebung. Erlaube mir hiermit ergebenst anzuzeigen, Uaß ich von Sonntag den 20» bi- Mittwoch den 23 d MtS. mein Panorama mit Firma „Rauschers Jllustrirte Gallerie" in Oswalds Garten täglich geöffnet habe. Dasselbe enthält: Die prachtvolle Aussicht von dem 5560 Fuß hohen Berge Rigi in der Schweiz; den Comer-See in Ober-Italien, von Bellagio aus gesehen; Angra Pequena, die neue deutsche Colonie in Westafrika; eine Polarlandschast, Darstellung des nördlichen Eismeeres mit der aufgehenden Sonne, dem Nordlicht, sowie Jagd auf Eisbären, Robben und Wallfischfang; die Weltausstellung in Paris, mit dem 300 Meter hohen Eiffelthurme; das Eisenbahnunglück bei Stuttgart am 1. October 1889, sowie ©eenen aus dem Sklavenleben Ost-Afrikas, nach Berichten dortiger Missionäre; Ueberfall einer Negeransiedelung durch Araber, man sieht die Gefangennahme der Neger sowie den Transport derselben durch die Wüste. Extra-Tableaux: Die Beisetzungsfeier Kaiser Friedrichs in der Friedenskirche zu Potsdam. Eintrittspreise: Erwachsene Personen 20 H, Kinder u Militär ohne Charge 10 H. Zu zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein , Adolf Rauscher. Die Bude ist erkenntlich durch die lebensgroße mechanisch bewegliche Figur an der Kasse, Schneewittchen darstellend. 3510 3485] Ein freundliches Logis, bestehend aus 5 Zimmern mit Zubehör, ist an eine ruhige Familie per 15 Juli zu vermiethen Georg Schreiber, Schillerstraße 16 I. 3419] Weserstratze 4, parterre, an der Nürdanlage zwei freundlich möblirte Zimmerau vermiethen.______________ 3343] Eine Wohnung, bestehend aus 3—1 Zimmern, Küche, Kammern, Wasserleitung, ist per 1. Juli an eine ruhige Familie zu vermiethen. Näheres __Alicestraße 19 11. UlVFamilienwohnung zu vermiethen. Schöne Ausficht. ui., rrrir——n 1-------——- —— — ■ - »— ■ —i — n 3l)55J Süd-Anlage 4 ist der mittlere Stock, bestehend aus 8 Zimmern und Zubehör mit Gartenantheil, per 1. 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