471 tren ^'lle, 6r. W. 3.50, rationtUe Kruahrnug, 122 Mn;rllllüü8,6.LB In tat. M. 4.50, ■' Warn IK® uni hohrnza^ra, drosch. 1.10.50. roße Bewegung in Alpinen chem die Gesellschaft ihre zusioßen beabsichtigt. Der Millionen wieder aus 91 biet Coursabschwächungm Böch. )onr8 vom 10./I. 17./I. -LSSn-SS erb. Gold- itsenbahn- bLL.A.. blig.!880r w.. litt. . . M-M. il . . . 97.151 96,- 84.15 84.15 85.50 85.8V 103.10 102.65 I 17.65. 17.85 104.-1104.05 1 90.60 90.50 101.75 99.20 64.30 101.45 100.25 83.90 58.15 64 30 92.70 91.15 102.20 64.25 101.45 101.30 8150 58.25 64.20 92.65 92- 87.65 l Lombarden do. do. uxnGotd. lolb(W) ;oses Silber laiant Jtal. Mn . • ftr . ■ • bw.Änb- / okas garnt. h @ec.ftfr. 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Alle AnnonceN'Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlichem Theil. Gießen, am 17. Januar 1890. Betr.: Das Mitbieten der Bürgermeister bei von ihnen abgehalten werdenden Versteigerungen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Durch in letzter Zeit häufig vorgekommene Zuwiderhandlungen gegen die in rubricirtem Betreff bestehenden Vorschriften find wir veranlaßt, die im Abdruck nachstehenden Ausschreiben Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 5. Februar 1834 und 21. Februar 1844 unter dem Anfügen in Erinnerung zu bringen, daß künftig die Nichtbeachtung dieser Bestimmungen durch entsprechende Ordnungsstrafen geahndet wird. v. Gagern. Abdruck. Darmstadt am 5. Februar 1834. Betr.: Wie oben. Das Gr. Ministerium des Innern u. der Justiz an die Gr. Provinzial-Commiffare dahier und zu Gießen und die sammtlichen Gr. Kreisräthe in den Provinzen Starkenburg und Oberheffen» Es hat sich schon mehrmals ereignet, daß Bürgermeister in Versteigerungen, welche sie selbst abhielten, als Steigerer aufgetreten und sich selbst als Meistbietenden den Zuschlag ertheilt haben. Da dieses Verfahren nicht allein an sich als unpassend und unschicklich erscheint, sondern auch zum Nachtheile des Gemeindevermögens gereichen kann und jedenfalls das Vertrauen auf die legale und rechtliche Handlungsweise der Gemeindeverwaltung schwächen muß, so finden wir uns veranlaßt, den Bürgermeistern und Beigeordneten das Mitbieten bei von ihnen selbst geleitet werdenden Versteigerungen, geschehe dies in eigener Person oder durch dritte dazu Beauftragte, bei Vermeidung einer Disciplinarstrafe von 15 st. — in so weit nicht eine durch ein solches Verfahren herbeigesührte wirkliche Benachteiligung des Gemeindevermögens oder sonstige erschwerende Umstände eine härtere Bestrafung notwendig machen — allgemein hierdurch zu untersagen. Hiernach sind die Bürgermeister und Beigeordneten mit dem Ansügen zu bedeuten, daß diese Verfügung auf sie auch in chrer Eigenschaft als Mitglieder der Kirchen- und Schul- Vorstände Anwendung finde. In Verhinderung des Staatsministers: v. Lehmann. Dr. Horst. Darmstadt, am 21. Februar 1844. Betr-: Wie oben. Das Gr. Heß. Ministerium des Innern u. der Justiz an die Großh. Provinzial-Commiffariate dahier und zu Gießen und sawmtliche Gr. Keeisrathe. Aus Veranlassung mehrfacher zu unserer Kenntniß gekommenen Zuwiderhandlungen gegen die Vorschrift unseres (unterm 28. April 1842 zur Nr. D. 7094 auch auf die Provinz Rheinhessen ausgedehnten) Ausschreibens vom 5. Februar 1834 zur Nr. D. 1818 (Nr. 5 des Amtsblatts) beauftragen wir Sie, dieses nachstehend abgedruckte Ausschreiben den Bürgermeistern zur genauesten Befolgung einzuschärfen. Zugleich werden Sie denselben eröffnen, daß, wenn ein Bürgermeister bei einer Versteigerung von Holz, Gras rc. seinen eigenen Bedarf an Brennholz rc. steigern wolle, er mit Vornahme der Versteigerung den Beigeordneten , und wenn auch dieser aus demselben Grunde, wie der Bürgermeister, verhindert sein sollte, ein Gemeinderathsmitglied damit beauftragen könne, in welchem Falle es alsdann dem Bürgermeister resp. Beigeordneten unbenommen sei, bei der Versteigerung als Steigerer aufzutreten. _ . du Thil. v. Stern. Bekanntmachung. Nach Beschluß der Generalversammlung des landwirth- schastlichen Bezirksvereins Gießen soll auf dem Saatmarkte zu Frankfurt a. M. am 3. Februar l. I. der Bezug von Saatfrucht, und zwar Hafer und Gerste, aus fremden Gegenden durch eine Commission, bestehend aus den Herren: Gutsbesitzer Schlenke, Rentner Georgi von Gießen und Pachter Schnchard von Neuhof bei Leihgestern, vermittelt werden. Es wird dies unter deut Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, 1) daß Landwirthe, welche durch Vermittelung des land- wirthschastlichen Vereins Saatsrucht zu beziehen wünschen, ihre Anmeldungen bis zum 1. Februar l. I. bei dem Unterzeichneten oder Einem der oben genannten Commissionsmitglieder einzureichen haben; 2) daß bei Bestellungen von Mitgliedern des landwirthschast- lichen Bezirksvereins, welche den Betrag von 30 nicht übersteigen, die Kosten des Transports der Saatfrucht bis zur Eisenbahn-Station Gießen auf die Bezirksvereinskasse übernommen werden, daß bei größeren Bestellungen dagegen die Vereinsmitglieder die Kosten des Transports der Saatfrucht insoweit zu übernehmen haben, als die Bestellung den Betrag von 30 übersteig:; 3) daß Bestellungen von Landwirthen, welche nicht Mitglieder des landwirthschaftlichen Bezirksvereins sind, ebenfalls ausgeführt werden. Dieselben haben aber, wenn sie nicht vorher noch Mitglieder des landwirth- schastlichen Bezirks Vereins werden und sich zu diesem Behufs bei dem Unterzeichneten anmelden sollten, den vollen Kostenbetrag für Ausführung ihrer Bestellungen zu vergüten; 4) daß die Zahlung bei Empfang der Saatfrucht alsbald zu erfolgen hat; 5) aus welcher fremden Gegend die Saatsrucht zu beziehen ist, ist dem Gutachten und Beschlüsse der Commission überlassen. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung in Ihren Gemeinden veröffentlichen zu lassen, Anmeldungen entgegenzunehmen und umgehend und längstens bis zum 1. Februar l. I. einzusenden. Gießen, den 16. Januar 1890. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. ______Jost,________________________ Die Amtsstunden Großherzoglichen Ortsgerichts Gießen sind täglich Vormittags von 8—12 Uhr und Nachmittags von 2—5 Uhr. Gießen, den 21. Januar 1890. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. apolitische Neversicht. Gießen, 21. Januar. Die vielerörterte Frage nach dem Schicksal des Socialisten- gesetzes dürfte sich in diesen Tagen wohl entscheiden. Ver- muthlich am Donnerstag beginnt im Reichstage die zweite Lesung der Vorlage und aus dem Verlaufe der Verhandlungen wird man jedenfalls ersehen, ob und inwieweit eine Verständigung zwischen der Regierung und den Mehrheitsparteien, hauptsächlich was die Ausweisungsbefugniß anbelangt, noch zu erhoffen ist. Freilich, sonderliche Erwartungen hat man da auf keiner Seite und vielfach wird die Anschauung gehegt, das Socialistengesetz werde gar nicht zur dritten Lesung gelangen , somit einfach „unter den Tisch fallen." Immerhin ist aber eine andere Wendung der ganzen Frage noch nicht ausgeschlossen und sieht man eben der weiteren Entwickelung derselben allseitig mit Spannung entgegen. Die Periode der Wahlaufrufe, mit welcher die Reichstagswahlbewegung in ihren letzten Abschnitt eintritt, ist jetzt durch den von der Centralleitung der freiconservativen Partei veröffentlichten Wahlaufruf eingeleitet worden. Derselbe entwickelt nochmals die Grundzüge des politischen Programmes dieser Partei und betont die Stärkung und Erhaltung der deutschen Wehrkraft, den Schutz der nationalen Arbeit, die Hebung der Landwirtschaft und des Handwerks, des letzteren durch vernünftige Ausstattung des Jnnungswesens, Sicherung der Grundlagen für die Finanzen des Reiches und der Einzelstaaten, Wahrung des confessionellen und socialen Friedens, Förderung einer energischen, aber dabei vorsichtigen Colonialpolitik und Unterstützung der socialpolitischen Gesetzgebung. Die Frage des Socialistengesetzes umgeht jedoch der Wahlaufruf vorsichtig, eine directe Aeußerung über die Stellung der freiconservativen Partei gegenüber dem Socialistengesetz wäre freilich auch ziemlich schwierig, da innerhalb der Partei selber Meinungsverschiedenheiten hierüber bestehen. Der Wahlaufruf vermeidet unnöthiges Phrasengeklingel, aber eine etwas kürzere Fassung der Kundgebung würde ihrem äußeren Eindrücke nichts geschadet haben. Der im südöstlichen Belgien aus's Neue emporgeflammte Sinke der Bergarbeiter scheine recht bedenklicher Natur zu sein. Am Samstag wie Sonntag gingen von Brüssel Truppen nach Charleroi, dem Mittelpunkt des Ausstandes, ab, und außerdem beschloß der belgische Ministerrath, in verschiedenen Garnisonen die Infanterie marschbereit zu halten. Von wirklichen Ausschreitungen der strikenden Bergleute hat der Telegraph indessen noch nichts gemeldet. Die Wiener Ausgleichsconferenzen zwischen den deutschböhmischen und den czechischen Vertrauensmännern sind am Sonntag nach zweiwöchentlicher Dauer beendigt worden. In der Schlußsitzung wurden lediglich die getroffenen Vereinbarungen zu Protokoll gebracht, welches die Conferenztheilnehmer alsdann unterzeichneten. Schließlich dankte der Ministerpräsident Graf Taaffe allen Conferenzmitgliedern, insbesondere dem Fürsten Schönburg, mit warmen Worten für ihre Mitwirkung und erklärte er sodann die Conferenz für geschlossen. Obwohl die officiöse Bekanntgabe der Ergebnisse der Conferenz noch aussteht, so verlautet doch schon mit Bestimmtheit, es sei in fast allen Punkten eine Verständigung zwischen den Deutschen und den Czechen erzielt worden und selbst hinsichtlich der Ausführung der Stremayr'schen Sprachenverordnung heißt es, daß hierbei die Deutschen wichtige Zugeständnisse erzielt hätten. Wie sich nun die bis jetzt blos auf dem Papier stehende Aussöhnung zwischen den Deutschböhmen und den Czechen in der Praxis ausnehmen wird, das bleibt allerdings noch abzuwarten, immerhin ist es viel erreicht, daß die jüngsten Ausgleichsverhandlungen überhaupt zu einem Resultate geführt haben. Der günstige Verlauf derselben ließ auch bereits allerhand Gerüchte über Veränderungen im Ministerium Taaffe entstehen und hieß es speciell bezüglich des Finanzministers v. Dunajewski und des Ackerbauministers Grafen Falkenhayn, daß dieselben zurücktreten würden. Die „Presse" erklärt indessen diese Gerüchte für völlig unbegründet und bezeichnet auch die Nachricht, der Statthalter von Böhmen, Gras Tun-Hohenstein, würde demissioniren, als erfunden. — Der böhmische Landtag tritt am 23. d. Mts. wieder zusammen und soll die Mittheilung an denselben über die in der Ausgleichsconferenz getroffenen Vereinbarungen am 26., die Veröffentlichung durch die Blätter am 27. Januar erfolgen. Deutsches Reich. Mainz, 20. Januar. Wie verlautet, soll an Stelle des seitherigen Reichstagsabgeordneten Herrn Nicola Racke für die nächste Wahl Herr Landtagsabgeordneter P h. Wasserburg aufgestellt worden. Aus dem Wahlkreise Offenbach-Dieburg. Eine sehr gut besuchte Vertrauensmänner-Versammlung der nationalliberalen Partei unseres Wahlkreises beschloß, den bisherigen Abgeordneten, Herrn Böhm, wieder als Reichstagscandidaten auszustellen. Aus dem Wahlkreise Bingen-Alzey. Eine am Sonntag von der Leitung der deutsch-freisinnigen Partei nach Armsheim berufene Vertrauensmänner-Versammlung war aus ca. 60 Orten des Wahlkreises von über 250 Vertrauensmännern besucht. Es sprachen die Herren Notar Wo l f- Ober-Jngelheim, May-Bingen und Redacteur Prätorius- Alzey. Die Candidatur Dr. Ludwig Bambergers wurde als selbstverständlich einmüthig proclamirt. Worms, 19. Januar. In einer heute hier stattgehabten Versammlung, in welcher Herr Prof. Dr. v. Marquardsen Bericht über seine Thätigkeit im Reichstage erstattete, wurde derselbe wieder als Candidat der nationalliberalen Partei für die bevorstehende Reichstagswahl proclamirt. Deutscher Reichstag. 47. Plenarsitzung. Montag den 20. Januar 1890, 12 Uhr. Die Vorlage betr. die Postdampsschiffahrt-Ver- bindung mit Ostasrika steht zur zweiten Berathung. Die Budgetcommission beantragt, die Vorlage mit zwei Zusätzen anzunehmen, wonach 1) die Schiffe die Verpflichtung haben sollen, auf der Hin- und Rückfahrt einen holländischen oder belgischen Hafen anzulausen; falls Ueberschüsse erzielt werden, den Unternehmern schärfere Bedingungen auferlegt oder die Subventionen verkürzt werden. Abg. Dietz-Hamburg (Soc.) erklärt sich gegen die Vorlage. Früher hat seine Partei der Dampfersubvention zugestimmt, in der Hoffnung, dadurch den Schiffsbau zu fördern und die Arbeitsgelegenheit zu vermehren. Diese Hoffnung hat sich nur in sehr geringem Maße erfüllt. Hier handelt es sich um eine Förderung der Colonien, die nicht die Knochen eines pommerschen Grenadiers werth sind. Dazu kommt, daß man aus den Schiffen, namentlich auch aus den Woermann'schen Schiffen, jetzt Neger beschäftigt, um einen billigeren Lohn zu zahlen. Es wäre erwünscht, darüber Auskunft zu erlangen, wie die Regierung einer solchen Einführung von schwarzen und gelben Arbeitskräften gegenüber sich verhält. Abg. Grad (Els.) ist für die Vorlage, die dazu beitragen werde, das Absatzgebiet der deutschen Industrie zu erweitern. Er ist überzeugt, daß das Reich im Staude ist, gestützt auf seine Marine, Colonialpolitik mit Erfolg zu treiben. Abg. Dr. Barth (dsr.) ist gegen die Vorlage, da die bisherigen Erfahrungen davor warnten, aus diesem Gebiete weiter zu gehen. Die aufgewendeten Mittel stehen in keinem Verhältniß zu dem Nutzen, welchen die Vinie schafft. Diese steht lediglich im Dienste unserer afrikanischen Colonialpolitik, welche heute in einem bedenklichen Umfange 'betrieben wird und in einem Umfange weit über die Grenzen deS Programms hinaus, das vor zwei Jahren aufgestellt wurde. Verbesserung unserer wirthschastlichen Lage werde weniger durch die Colonialpolitik, als durch eine Umkehr aus dem Wege der jetzigen verfehlten Zollpolitik erreicht. Abg. R i n t e l e n (Ctr.): Die finanzielle Lage ermöglicht uns nicht, für die Vorlage zu stimmen. Colonialpolitik ist nur dann erfolgreich, wenn die Rechte der Missionen gesetzlich gesichert sind. Abg. Wo ermann (natl.): Die Beschäftigung von Indiern und Chinesen ist von den Engländern bereits eingeführt, sie ist ein Act der Menschlichkeit, denn die weißen Arbeiter können die Arbeit im Innern der Schiffe in den heißen Gegenden nicht ertragen, werden durch diese Arbeit vielmehr oftmals zum Selbstmord getrieben. Staatssecretär Dr. v. Boetticher: Ermittelungen über die Selbstmorde der Kohlenzieher, welche die Regierung veranlaßt hat, ergeben, daß nur ein Fall vorlag, in welchem schlechte Behandlung die Ursache des Selbstmordes war. Die Beschäftigung der Leute ist keine leichte, aber auch keine übermäßig schwere. Zu beachten bleibt, daß das Personal, aus dem diese Leute genommen werden, ein oft recht heruntergekommenes ist. Es schweben Erwägungen, um Sicherheit zu schaffen, daß derartige Personen einer ärztlichen Untersuchung unterzogen werden, bevor sie derartige Stellungen übernehmen. Aus den subventionirten Linien sind diese Selbstmorde nicht vorgefallen. Es wäre bedenklich, einen Passus in die Vorlage aufzunehmen, wonach Kulis und Neger vom Schiüsdienste ausgeschlossen sind, die Gründe, die Herr Woermann vorbringt, scheinen stichhaltig. Kuli und Neger sind ja auch ganz ordentliche Leute. (Heiterkeit.) Abg. Lohr en (Rp.) wünscht eine Verlängerung der subventionirten Linie möglichst bis Port Elisabeth, da die deutschen Interessen und Handelsbeziehungen in Südafrika und am Cap sehr wichtige seien und namentlich dort ein starker deutscher Import stattfinde, der heute über England geleitet werden muß. Abg. Dissene (natl.) tritt für die von der Commission beschlossenen Zusätze ein, die im Interesse der rheinischen Industrie gegeben sind. Abg. Gras Hoensbroech (Ctr.) wird für die Vorlage stimmen- die Sicherung der Missionen durch Gesetz ist sehr nöthig, denn sie bereiten die Colonisation wirksam vor- andererseits wird aber auch für die Missionen das Terrain durch die Dampfervorlage vorbereitet. Außerdem bleibt zu bedenken, daß das erste Schiff vor Ablauf von 11/2 Jahren nicht von Stapel laufen wird - es empfiehlt sich also sofortige Bewilligung. Die Vorlage wird in ihren einzelnen Theilen nach den Commissionsbeschlüssen angenommen- die eingegangenen Peti- tionen werden bei der dritten Lesung zur Erledigung gelangen. II. Die Genehmigung zur strafrechtlichen Verfolgung des Redacteurs der Düsseldorfer Arbeiter-Zeitung wegen Beleidigung des Reichstages wird, entsprechend dem Anträge der Geschäftsordnungs-Commission, nicht ertheilt. III. Es folgt die Abstimmung über Ueberschrist und Einleitung der Vorlage über den Befähigungs-Nach- - weis, welche am Samstag die Beschlußunfähigkeit des Hauses ergab. Einleitung und Ueberschrist werden mit 129 gegen 92 Stimmen angenommen. Der ganze Gesetzentwurf wird darauf in namentlicher Abstimmung mit 130 gegen 92 Stimmen angenommen. Gegen die Vorlage stimmten außer Socialdemokraten, Nationalliberalen und Deutschfreisinnigen auch vereinzelte Mitglieder der Reichspartei. Die zu dieser Vorlage eingegangenen Petitionen werden durch diese Beschlußfassung für erledigt erklärt. IV. Bericht der Nechnungscommisston über den Antrag Richter (dfr.) wegen Vorlegung eines Comptabilitärs-Gesetzes in Verbindung mit dem Bericht über die Etatsrechnung pro 1884/85. Die Commission beantragt bezüglich des Antrages Richter, bie Regierung zu ersuchen, schon in der nächsten Session a. einen Gesetzentwurf betr. die Verwaltung der Reichs- Einnahmen und Ausgaben, sowie b. einen Gesetzentwurf betr. die Einrichtung unb. die Befugnisse des Rechnungshofes vorzulegen - bezüglich der Etatrechnung I. nachträgliche Genehmigungen auszusprechen für einzelne Ausgaben, II. dem Reichskanzler für die Etatrechnung Entlastung zu ertheilen, III. frühere Vorbehalte- zu einzelnen Positionen sallen zu kaffen. Abg. Dr. Meyer- Halle (dsr.) betont die Nothwendig- keit eines Comptabilitätsgesetzes. Der einzige verantwortliche Beamte des Reiches sei der Kanzler, die jetzt beliebte alleinige Gegenzeichnung für militärische Ausgaben durch den Kriegsminister genüge nicht den verfassungsmäßigen Bestimmungen. Nach längerer Debatte, an welcher sich die Abgg. Letocha (Ctr.), Rickert (dsr.), Francke (natl.), Windt- horst (Ctr.), Haenet (dsr.) und Sch ess er (natl.) betheiligen, beschließt das Haus: I. die aus den Antrag Richter vorgeschlagenen Commissions-Anträge, Vorlegung eines Comp- tabilitäts-Gesetzes von der Regierung zu verlangen, anzunehmen, dagegen die Etatsrechnung nochmals an die Rechnungscommission zurückzuverweisen. Letzteres hatte der Abg. Windthorst beantragt. Das Mandat des Abg. Dr. Meyer-Jena (natl.) wird als durch deffen Ernennung zum ordentlichen Professor in Heidelberg für erloschen erklärt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Eingegangen ist ein Nachtrags-Etat, welcher 180000 Mk. ür den Umbau des Auswärtigen Amtes verlangt. Aus Anfrage des Abg. Dr. Windthorst bemerkt der Präsident, daß er keinen Grund habe, anzunehmen, es werde das Socialistengesetz nicht zur zweiten Berathuug kommen. Dienstag 2 Uhr: Postdampfer-Subvention. Beamtengehälter. Erat und Nachtrags-Etat. Schluß 43/4 Uhr. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 20. Januar. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ind die bisherigen Blättcrnachrichten über das Testament der hochseligen Kaiserin Augusta nach Versicherungen von competenter Stelle ungenau und theilweise sogar ganz falsch. Nicht eine der angegebenen Zahlen ist richtig. Die Angaben über die getroffenen Bestimmungen sind vollkommen irrthüm- lich. Die Erben empfingen erst am 18. Januar die Ab- chrift des Testaments. Was von dem Testament für die Oeffentlichkeit etwa bestimmt sei, werde jedenfalls noch officiell publicirt werden. — Das Bulletin von heute Vormittag über das Bernden des Frhrn. von Franckenstein lautet: Theil der Nacht unter großer Unruhe zugebracht, die Athmungs- beschwerden find gestiegen. Das Fieber und der Husten sind geringer, der Kräftezustand befriedigend. Wie verlautet, habe der Papst dem Kranken seinen Segen gespendet unter der Zusicherung, er bete inständigst zu Gott für die Wiederherstellung seiner Gesundheit. Herr v. Frankenstein erhielt gestern die Sterbesacramente. Berlin, 20. Januar. Die dem Reichstage zugegangene Fortsetzung des Weißbuchs, betreffend die deutschen Schweine-Einfuhr-Verbote gegen Dänemark, Rußland, Oesterreich-Ungarn, sowie die westlichen Viehsperren gegen Deutschland, enthält die inzwischen neu eingegangenen Berichte über den Gesundheitszustand des Viehes in Dänemark, über die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche in Deutschland und in der Steinbrucher Contumazanstalt, den Bericht der Botschaft in London über die Ablehnung der Aushebung der gegen die Einfuhr von Vieh aus Schleswig-Holstein seitens der englischen Regierung erlassenen Ordre, sowie Berichte aus Paris über die dortige Bewegung zu Gunsten der Aushebung der Viehsperre gegen Deutschland. Berlin, 20. Januar. Die heute im „Reichsanzeiger" veröffentlichte Denkschrift über die Untersuchung der Arbeiter- und Betriebsverhältnisse in den Steinkohlenbezirken enthält folgende Theile: 1) Anordnung der Untersuchung, 2) Allgemeines über den Verlaus des Ausstandes, 3) Angabe über die Ursachen des Ausstandes, 4) Ergebnisse über solgende 19 Punkte der Untersuchung: Höhe und Feststellung des Lohns, Schichtdauer, Ueberschichten, I Nullen der Förderwagen, verschiedene Größe der Aichung der Forderwagen, Füllkohlen, Abgabe der Betriebsmaterialien an Bergleute, Strafgelder (Arbeitsordnungen), Gewährung von Hausbrandkohlen, Unternehmerwesen, Wetterführung und sonstige Betriebseinrichtungen, Transport, Grubenschienen und Grubenhölzer, Waschkauen, sowie deren Verbindung mit Fahrschächten durch gedeckte Gänge, Behandlung der Arbeiter durch die Beamten sowie sonstiges Verhalten der letzteren, Abkehr und Einrichtung der Abkehrscheine, bestehende Wohlsahrtsein- richtungen zu Gunsten der Arbeiter. Die sachliche Ausbildung der Bergmannskindcr, sachliche Ausbildung der Bergleute, Angelegenheiten des Knappschaftsvereins. Die Untersuchung erstreckte sich auf das Ruhrrevier, Saarbrücken, Aachen, Nieder- und Oberschlesien. Der Denkschrift beigegeben sind 33 Anlagen, enthaltend die Verhandlungen mit den Bergleuten, Lohnstatistiken, Arbeitsordnungen u. s. w. Der Bericht wurde bereits vorige Woche dem Kaiser überreicht. Bochum, 20. Januar. Eine heute hier abgehaltene Bergarbeiter-Versammlung beschloß, von der Ausstellung eines besonderen Bergarbeiter-Candidaten für den Reichstag abzusehen. Kiel, 20. Januar. Der heute von der Germania-Werft vom Stapel gelassene Aviso wurde vom Viceadmiral Knorr im Auftrage des Kaisers „Meteor" getauft. Dresden, 20. Januar. Heute Vormittag verstarb hier der kgl. Finanzminister v. K ö n n e r i tz. München, 20. Januar. Der Componist und pensionirte Generalmusikdirector Franz L a ch n e r ist heute Nachmittag hier gestorben. Hamburg, 20. Januar. Der „H. B. H." ging vom Verein Hamburger Rheder eine Richtigstellung zu bezüglich der Ursache des Strikes der Heizcr. Darnach erreichten bei der Einstellung von Schnelldampfern in die Fahrt die Feuerleute 20 Mk. Lohnerhöhung, bei der Außerdienststellung wurden hiervon 10 Mk. gekürzt, so daß die Löhne immer noch 10 Mk. höher sind als Ansangs 1889 und höher als 1888. Jetzt verlangen die Feuerleute wieder 10 Mk. Lohnerhöhung, was die Rheder verweigern. Rudolstadt, 20. Januar. Gestern Abend verstarb der regierende Fürst Georg Albert von Schwarzburg- Rudolstadt in Folge eines Schlagflusses. Paris, 20. Januar. Die neue Künstlervereinigung, welche sich jüngst unter dem Vorsitze des Malers Meissonnier und unter dem Namen „Nationale Gesellschaft der schönen Künste gebildet hat, beschloß, allen französischen und auswärtigen Künstlern den Beitritt zu gestatten. London, 20. Januar. Aus Zanzibar wird der „Times" unterm 18. ds. gemeldet: In Bagamoyo kommen täglich Vertreter von Eingeborenen-Stämmen an, welche sich Major Wißmann unterwerfen wollen. Brüffel, 20. Januar. Aus Wunsch des Arbeitsministers hatten die Schiedsrichter heute Vormittag eine Unterredung mit den Grubenbesitzern. Die Schiedsrichter werden Nachmittags eine Unterredung mit den Delegirten der Arbeiter haben. Die Schiedsrichter sind der Meinung, daß die Arbeitgeber nicht allen Verpflichtungen gegenüber den Arbeitern nachgekommen sind. Brüffel, 20. Januar. Heute früh ist eine weitere Escadron reitende Jäger von Tonrnai nach Cbarleroi abgegangen, wo bereits gestern Truppen zur Aufrechterhaltung der Ordnung eingetroffen sind. Der Ministerrath beschloß, in verschiedenen Garnisonen die Infanterie zu evnsigniren. Turin, 20. Januar. Prinz Napoleon traf heute Nachmittag ein- Prinz Victor Napoleon langt Abends ein. Das zweite hessische Husaren-Rcgiment Nr. 14, dessen Ches Prinz Amadeus war, sandte der Herzogin-Wittwe ein Beileidstelegramm. Madrid, 20. Januar. Nach dem neuesten Bulletin ist die Genestmg des Königs in gutem Fortschreiten begriffen. Madrid, 20. Januar. Eine aus gestern angesagte Manifestation zu Gunsten Portugals wurde vom Gouverneur verboten. 900 Republikaner gaben auf der portugiesischen Gesandtschnft ihre Karten ab. Die Ordnnng ist überall aufrechterhalten. — In Barcelona hielten gestern 3000 Republikaner ein Meeting ab und legten Kränze auf den Gräbern der gefallenen Republikaner nieder. Madrid, 20. Januar. Das neue Cabinet ist gebildet : Sagasta (Präsident), Armijo (Auswärtiges), Ponig- cezver (Justiz), Bermudes Reina (Krieg), Romero (Marine), Bccerra (Arbeiten), Guillon (Colonien), Capdepon (Inneres), Equilioz (Finanzen). Rewyork, 20. Januar. Der Wortlaut des Samoavertrages wurde heute veröffentlicht. Es werden in diesem Vertrage die Samoa-Inseln für neutral erklärt, den Angehörigen der Signatarmächte gleiche Rechte eingeräumt, die Unabhängigkeit Samoas wird anerkannt und festgestellt, daß keine der drei Vertragsmächte irgendwelche besondere Controle auszuüben berechtigt sei. Ferner wird Malietoa als König anerkannt und die Bildung eines obersten Gerichtshoses angeordnet, bestehend aus drei von den Mächten, salls diese sich nicht einigen könnten, vom Könige von Schweden zu ernennenden Oberrichtern. Der Vertrag regelt auch die Besitzrechte des Landes, beschränkt das Recht der Eingeborenen hinsichtlich des Landverkaufes, trifft Anordnungen zur Untersuchung von Reklamationen für die Registrierung gütiger Landestitel, bestimmt die Grenze des Stadtbezirkes Apia und regelt dessen Verwaltung, wonach der Präsident des Com- mnnalrathes von den drei Vertragsmächten, falls ein Ein- verständniß nicht erreichbar, vom Könige von Schweden ernannt wird. Washington, 20. Januar. Der Samoavertrag wurde dem Senate zur Ratificierung übersandt und dem Ausschüsse für die auswärtigen Angelegenheiten zur Berathuug überwiesen. Cocaks nnd j-rovtnzielles. Gießen. 21. Januar. — Wie uns ein Telegramm aus Darmstadt meldet, ist Herr Prosessor v. Hippel auf sein Nachsuchen mit dem 1. April seines Dienstes entlassen. — Frl. Dr. E. Mensch beabsichtigt, bestimmt durch den großen Anklang und Zuspruch, den ihr Literaturcyclus für Damen im vorigen Winter gefunden hat, auch in diesem Jahre eine ähnliche Serie von Vorträgen einzurichten. Es würden in dieser vorzugsweise die fremden Literaturen zur Behandlung gelangen, wie: 1) Das Drama der Norweger. 2) Der russische Roman. 3) Das moderne französische Lustspiel. 4) Leopardi: Italien. Aus der deutschen Poesie etwa: Ludwig Anzengruber. — Auskunft über alles Nähere ertheilt E. Dingeldein, Nordanlage 31. Tag und Stunde der Vorträge wird demnächst durch Annonce bekannt gemacht. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 2 3. Januar 1890, Nachmittags 4 Uhr: 1. Gesuch des Heinrich Schaffstädt um Erlaubniß zur Ausstellung eines Dampskessels. 2. Gesuch des Karl Bergmann um Erlaubniß zum Banen an der Nordanlage. 3. Desgl. des Ludwig Seuling an der Ludwigstraße. 4. Desgl. des Wilhelm Seipp am Steinweg. 5. Die Bedienung der Stadtuhren. 6. Die Annahme eines Pfandmeisters für die Stadt Gießen. 7. Decretur von Kostenrechnungen. — Gestern Morgen gegen 4 Uhr vergnügte sich eine Anzahl junger Leute damit, mittelst bei einer Kneiperei geleerter Champagnerflaschen am Ludwigsplatze Fenster ein- zuwersen. Gegen die ermittelten Zecher ist Anzeige erhoben worden. Friedberg, 19. Januar. In einer heute stattgehabten zahlreich besuchten Versammlung von Vertrauensmännern wurde Gutsbesitzer Graf Ortola zu Büdesheim einstimmig als Candidat der Cartellparteien proclamirt und beschlossen, sofort energisch in die Agitation einzutreten. Gedern, 20. Januar. Dr. Ziesing wird in den nächsten Tagen nach b^jähriger Thätigkeit an hiesigem Platze feinen seitherigen Wirkungskreis verlassen, um die ihm übertragene Stelle als Kreisarzt des Kreises Lauterbach anzutreten. Wir verlieren in Herrn Dr. Ziesing nicht nur einen wissenschaftlich hochgebildeten Arzt von sehr humaner Gesinnung, sondern auch einen bescheidenen, liebenswürdigen Menschen und Gesellschafter. Die Gründung eines Volksbildungsvereins an hiesigem Orte ist einzig das Werk des Scheidenden. Die Wirksamkeit des trefflichen Mannes wird hier stets in bester Erinnerung bleiben. F. I. Alsfeld, 19. Januar. Am Sonntag den 9. Februar wird Reichstagsabgeordneter Fritz Kalle hier im „Deutschen Hause" Bericht über seine Thätigkeit der letzten Reichstags- Periode erstatten. Wie der Vorsitzende des nationalliberalen vinzieües. Gießen. 21. Januar, us Darmstadt meidet, ist m Nach'iuchen mit dem kräh jrt . G 6 „^ '»eitere zur 9lufrp?tEt°t ab- 5nifte4'& va* *««»*15 M-X tzE Sul=ii» oo"!chreiten be= * *tbtVn9efa9tc ' *« Ulf h ®ou= ob. V'r p°ttu- ^unng ist ^Lr-° <Äusäi'g"§)‘ W Hsäh *4, ^fkpo« inneres), /"°ut des @gmoo: • Es werden in diesem ’1 «Ott, den Ange- Jitdltc oingeräumt, die ™unb Ichgestellt, daß ’^e besondere (Sontrolc ’n Mnlirt»- als Söniq * GerichtShoses an* !” Machten, sallS diese mige von Schweden zu lraz regelt auch die Be- Recht der Eingeborenen Anordnungen zur Unter- e Registtierung giftiger Stadtbezirkes Apia und der Präsident des Com- Mächten, falls ein Ein- önize von Schweden er- Samoavertrag wurde :\anbt und dem Ausschüsse n zur Berathung über- ichtigt, bejnmmt durch den m ihr Literaturcyelus für M hat, auch in diesem orträgen einzurichten. Es e fremden Literaturen zur >as Drama der Norweger. - moderne französische Lust- Aus der deutschen Poesie usfunft über alles Nähere :banlage 31. Tag M hsi durch Annonce bekannt d,ma der Ttadtverordneten inar"dv,NachmMSs nm Erlaubnis zur usiMM um derg- 9 rup iidi des »an ö - ’jff N°riMl°g-' W** 1 6tW E?P,and- i • “Äw r -Ist btttig' '»•5.SZ« °°n jCeinM*» zu «**J beschloß' iroclawirt inzutret^ ben nächsten 5*ss?»* Central-Wahlcomires mittheilt, wird Herr Kalle ein neues Mandat für den nächsten Reichstag annehmen. a. Altenstadt, 20. Januar. Gestern wurde im Walde in der Nähe von Stammheim ein Handwerksbursche aufgefunden, der anscheinend in den letzten Zügen lag. Nachdem derselbe nach Stammhcim verbracht worden war, trat nach zwei Stunden der Tod ein. Inhaltlich der in seinem Besitze befindlichen Papiere ist derselbe von Erbach i. O. gebürtig. vermischtes. *△ Mainz, 20. Januar. Im verflossenen Mouat^wurden hier 5938,3 Hektoliter inländischer Wein gegen 4631,7 Hektoliter im December 1888, also ein Mehr von 1306,6 Hektoliter eingeführt. — Ein Falschmünzer wurde gestern hier in der Person eines Schuhmachergehülfen verhaftet. Derselbe hatte sich mit der Anfertigung von Markstücken befaßt. Bei der vorgenommenen Haussuchung fand man eine größere Anzahl schlecht nachgemachter Falsificate, sowie Gypsformen und Schmelztiegel vor. _> Mainz, 20. Januar. Welche Summen in Mainz für Carncvalszwecke verwendet werden, davon geben nachstehende wenige Ziffern einen annähernden Begriff. Schon bei der ersten Sitzung der „Narrhalla" wiesen die Einnahmen dieses einzigen Vereins lediglich für Kappen und Sterne jt. 27,140 auf. Hiervon sind allein von Einheimischen JU 26,736 bezahlt worden, während die „Fremdendutten" 404 einbrachten. Zn dieser Einnahme der „Narrhalla" ist nun noch zu rechnen, welche Beträge in den unzähligen kleineren Vereinen und in den vielen carnevalistischen Com- mersen und Bällen als Entree oder Mitgliederbeiträge anf- gewendet werden. Unberechenbar sind die Summen, welche in allen diesen Veranstaltungen für Speise und Getränke, sowie Garderobe verbraucht werden. *△ Aus dem Rheingau, 20. Januar. Zahlreiche Agenten durchziehen eben die hiesige Gegend, um Nußbäume für Gewehrschafteu-Fabriken zu kaufen. Da sie sehr hohe Preise bezahlen, so werden denselben viele Bäume abgelassen. * Patente von im Großherzogthum Heffen wohnenden Erfindern. Patent-Anmeldungen. — Kl. 30, G. 5630. Athmungs-Regeler für Lungen-Ghmnastik- A. E. Gerdts in Bingen a. Rh., Villa Gerdts. — Kl. 38, A. 2262. Verfahren zum Härten und Färben von Holz- Carl Amendt, Baumeister in Oppenheim a. Rh. — Kl. 40, H. 7789. Verfahren znr eleetrolytischeu Gewinnung von Kupfer aus Lösungen unter Benutzung eines getheilten Stromes kupferchlorürhaltiger Hologensalzlaugen- Dr. Carl Hopfner in Gießen, Frankfurter Straße 36. Patent-Ertheilungen. — Kl. 34, Nr. 50,795. Eisschrank - H. Reger in Lich, Oberhessen, vom 8. Mai 1889 ab. * Hamburg, 16. Januar. Der Knabenmörder Benthien ist heute früh hin gerichtet worden. Derselbe hat gestern Vormittag, nachdem ihm die Mittheilung von der bevorstehenden Vollstreckung des Todesurtheils gemacht worden war, ein reumüthiges Geständniß seiner Schuld abgelegt. Er hat die früher von ihm aufgestellte Behauptung, die Blutthat gemeinsam mit einem Complieen ausgeführt zu haben, widerrufen und nunmehr zugegeben, der Mörder des Knaben Steinfatt zu sein. Das Bewußtsein, den Eltern des Ermordeten schweren Kummer verursacht zu haben, schien Benthien sehr zu drücken- er äußerte wiederholt den Wunsch, die Eltern zu sehen und ihnen gegenüber der Reue über sein Verbrechen Ausdruck zu geben. verkehr, Land- unfc volkswirthschaft. Gießen, 21. Januar- (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochemnartt kostete: Butter pr. Pfd. JL 0,80—0,85, Hühnereier 1 St. 7—8, 2 St. — Ä, Enteneier 1 St. — H, 2 St. — Gänseeier - H, Käse pr. St. 5-8 Kasematte pr. St- 8£, Erbsen pr. Liter 18 Linsen vr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar vM 0,70-0,00, Hühner pr. Stück JL 1,50-1,70, Hahnen pr. St- JL 1.60-2,00, Enten pr- Stück JC. 2,00-2,20, Ganse pr. Pfd. 50-60 H, Ochsenfleisch pr. W 66-72 Kuh- und Rmdfleifch 56-60 Schweinefleisch 60-70 H, Hammelfleisch bO—66^, Kalb- I fleisch 56-60 Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 4,00-4,50, Weißkraut pr. St. 6—8 H, Zwiebeln per Centner 9,00—10,00, Milch vr. I Liier 12-18 H. Sckr^snaehrr 632 471 566] Benner. 497 Frankfurt a. M., Eschenheimer Anlage 14. 20 Gr. Gerichtsvollzieher. 643 Bahnhofstraße. 554] .zum Löwen*. 367] 2750 2910 35 11 Rmtr. 46 18,8 Eine noch wenig gebrauchte Singer- Nähmaschine -u verkaufen. 661] Marktplatz 19, 1. St. Tolal-Äusverkaus Wegen Uebergabe deS Local» muß mein Lager vollständig bis 1. März geräumt sein und mach; unter verschiedenen anderen Artikeln ganz besonders auf sämmiliche Schuluten- silien aufmerksam Mittwoch den 22 Januar, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der Restauration Klin- genverg (früher Bramm) — Neustadt — gegen Baarzahlung ein gut erhaltenes Pianino. , Versteigerung bestimmt. Ansicht und Probe vorher von 11 Uhr an. Geißler, Jagd-Verpachtung. Die in der Gemarkung Treis a. b. Lda , der Gemeinde Treis a. d. Lda. zustehende Jagd, bestehend: I. aus der Alleinjagd auf ca. 726 ha Feld und 33 ha Wald, II. aus ter Koppeljagd im Mitge- brauchswaloe auf ca. 406 ha soll Freitag den 24 b Mts. Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathhause dahier auf weitere 6 Jahre bis zum 31. Januar 1896 verpachtet werden. Treis a./Lda., den 14. Januar 1890. Großh. Bürgermeisterei Treis a./Lda Die Zusammenkunft ist am Müller» weg von Annerod nach Oppenrod. Gießen, am 21. Januar 1890. Großh. Bürgermeisterer Gießen. Gnauth. 676 K. Schmidt, Markrstraße 27. Jagd-Vcrpachtmig. Donnerstag ben 6. Februar 1890, Nachmittags 2 Uhr, soll die hiesige Gemeinde - Wald- und Feldjagd auf dem Bureau des Unterzeichneten anderweit auf 6 Jahre verpachtet werden. Keffelbach, am 20. Januar 1890. Großhh. Bürgermeisterei Kesselbach. Stein. 683 Valencia-Orangen, Kiste von 420 Stück X 17.- ab Mainz, ferner Citronen, Maronen, Aepfel, Rüste rc., offertrt L&5° I. Mehlinger, Mainz. Feinsten Medicin Cognac. Medlcln. Roth weine. The© gegen Hunten und Heiserkeit. Husten-Bonbons. Salicylsaures Natron. Lindenblüthen. Sennesblätter. Carl&bader Salz, Pastillen. Ricinnsöl. — Ricinusölgelatinecapseln. Versteigerung. Donnerstag den 23. Januar und die folgenden Tage, jedesmal 11 Uhr anfangend, sollen im hiesigen Pfandlocal: Commode, Klciderschränke, Schreibsecre- täre, 1 Tafelclaoier, 1 Nähmaschine, 1 Sopha, 1 Küchenschrank mit Aufsatz u. A. m- gegen Baarzahlung versteigert werden- [673] Betr.: Die Reichstagswahl. Es wird hiermit verkündigt, daß die Liste der bei der Reichstagswahl Stimmberechtigten von Donnerstag ben 23 Januar bi- Donnerstag ben 30 Januar l. I., beide Tage einschließlich, jedoch mit Ausschluß des Sonntags, 26. Januar, Vormittags von 9—12 Uhr und Nachmittags von 2—5 Uhr auf dem Bürgermeisterei-Bureau, Zimmer Nr. 10, zu Jedermanns Einsicht ausgelegt ist und daß Einsprachen gegen die ^Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste innerhalb 8 Tagen nach Beginn der Auslegung bei Vermeidung des Ausschlusses damit bei uns vorzubringen sind. Gieß en, den 20. Januar 1890. Großh- Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Jagdverpachtung. Montag ben 2T Januar I., Nachmittags 2 Uhr, soll im Gemeindehause dahier die Jagd der Gemeinde Alten-Buseck in zwei Ab- theilungen auf weitere 6 Jahre öffentlich verpachtet werden. Alten-Buseck, am 20. Jan. 1890. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Krämer. 669 flijnit gejuchl. Die Rheingauer Cognac-Tesell- schäft Frankfurt a. Main sucht für Gießen und Umgegend gegen hohe Provision einen tüchtigen [666 Agenten, welcher bei Wirthen und Colomal- waarenhändlern gut eingeführt ist. Todes-Anzeige. Gestern Abend 11 Uhr entschlief nach langem Leiden unsere liebe Gattin, Mutter, Schwester und Schwägerin Katharine NoU, geb. Junker. Um stille Theilnahme bittet Philipp Roll nebst Tochter. Gießen, den 21. Januar 1890. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 4 Uhr vom Stelbehause (Westanlage 15) eus statt. 685 Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde Montag ben 27. Januar 1890, von Vormittags 9'/r Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Bannwald und Dachsbau nachv.'rzeichvetes Holz versteigert werden : A Bau-, Werk- und Nutzholz. Hl Eichenstämme mit 55,75 Festmeter (non 19 - 43 Centim.Durchm). 90 Fichtenstämme mit 35,40 Festmeter. 317 Fichten-Derbstangen mit 27,06 Festmeter. B. Brennholz. Rmtr. Eichen- 67 Nadel- 2 Für Kenner! Garantirt besten sranzös. 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Jeden Monat eine Prämienziehung. Im Jahre 1890 kommen unter die Mitglieder Haupttreffer im Gesammtbetrag von ca. 700,000 JL zur Vertheilung, im allerun- günstigsten Falle aber fallen auf eine Gesellschafts: Abtheilung ca. 1400 — Jahresbeitrag JL 42—, ^jährlich 10.50, monatlich Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Mittwoch den 22. d. Mts., Nachmittags | 31/2 Uhr. vom Sterbehause, Asterweg 43 (Nord-Anlage), aus statt. GoMrsherrcht von EL Wasserschieben, Bankgeschäft, Hrsukfurter Börse vom 21. Januar 18»0. Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. 4 pCt. Reichsanleihe 4 " " Preuß Consols 3*/a n u » 107.65 103.05 106 50 10305 14 pCt. Ungar. Goldrente 5 „ Italiener Rente Oefterr. Silberrente Ruff. Orient UL 8810 94.20 76.30 70 10 Disconto-Commandit-Antheile 245.50 Buschtherader Eisenbahn-Actten 353 50 Darmstädter Bank-Actien 176-60 Elbethal-Bahn-Actien 194 50 Dresdener „ * 184.70 Gotthard- ,, „ Schweizer Nordost-Bahn-Actten 166.70 Berliner Handelsgesellsch.-Antheile 194.00 132 80 Oefterr. Credit-Actien 277.00 „ West- , „ Gelsenkirchener Bergwerks-Actien 36 90 „ Staatsbahn-Actien 199.00 193 00 Lombard. Eisenbahn- „ 117 50 Oefterr. Alpine-Montan- , 88 20 Tendenz: fest. Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 21. Januar 1890. Oefterr. Creditactien 178 25 Disconto-Eom--AMrilö 247.90 Ocfterr. Gtuatsoahn-Aciiea 9910 Harper er 258.50 Dortmunder Union-Actien 123.30 Ostpreußen 87.75 Darmstädter Bankactien 179.90 Bochumer Gußstahlaetien 246.90 Tendenz: besser. 4 pCt. Gießener Obligationen —15 pCt. BuderuS-Obligationen 104f20 ReichSbank-DiScont 5 pCt. — Frankfurter Bank-Diskont 5 pCt. Redaction: 8L Scheydo, — Trull und Verlag der Brühl'schen Sruderet (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.