1890 Nr. 272 Amtlich« Lhril Neueste Nachrichten. Wolff» telegraphilches Lorrespondcnz-Hurcau. Berlin, 19. November. Heute Nachmittag 5 Uhr fand die Trauung der Prinzessin Victoria mit dem Erbprinzen von Schaumburg-Lippe in der Capelle des Königlichen Schlosses durch Consistorialrath Dryander statt. Gesänge des Domchors begleiteten und schlossen die Feier. Um halb 7 Uhr folgte die Galatafel im Weißen Saale des Köniolichen Schlosses. Das Brautpaar saß zwischen dem Kaiser und der Kaiserin Friedrich. Die Kaiserin Augusta Victoria nahm an der Trauung, aber nicht an der Tafel Theil. Bald nach dem Anfang der Tafel brachte der Kaiser das Wohl des Brautpaares aus, wobei er auf Kaiser ‘ Friedrich hinwies, dem es nicht vergönnt gewesen sei, diesen Tag zu erleben. Das Brautpaar möge fest aus ihn, seinen Schutz und seine väterliche Freundschaft als neue Glieder des Königshauses vertrauen. Der Tafel im Schloß folgte nach 8 Uhr Cercle, an dem alle Botschafter und hohen Würdenträger theilnahmen. «uvahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. Umschlags unserer inneren Wirthschasrspolttik zu. Berlin, 19. November. Die Arbeiterschutz-Commission berieth § 153, Coalitionsrecht der Arbeiter betr. Die weitere Berathung wurde, ohne Beschlüsse zu fassen, auf Vierteljähriger ASonnemcntspret»» 2 Mark 20 Psg. mtt Dringerldha. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pig. Redactton, Expedit«-» und Druckerei: Schutstraße Hlr.T Fernsprecher 51. Deutsche- Reich. Darmstadt, 19. November. Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Großherzog- thums Hessen, Nr. 11, ausgegeben am 15. November 1890, enthält: 1( Verzeichniß der im dritten Vierteljahr 1890 erfolgten Schenkungen und Vermächtnisse für evangelischkirchliche Zwecke. 2. Dienstnachrichten. 3. Concurrenz- eröfsnung. Berlin 19. November. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und der Erbgroßherzog von Hessen waren gestern zum zweiten Frühstück bei den Meiumgenschen Herrschaften- von da sand eine Fahrt zur Jagd im Grünewald statt. Die Allerhöchsten Herrschaften wohnten im Wagen der Parforcejagd auf Sauen bei. Um < Uhr fand Familien- tasel bei Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich, nach derselben Soiree bei den Meiningenschen Herrschaften statt. morgen ausgesetzt. . Königsberg, 19. November. Die Provinztalsynode nahm den Antrag an, bei den Behörden des Kirchenregiments sowie bei der Generalsynode dahin zu wirken, daß die Verwaltungsordnung für das Kirchenvermögen in den Ostprovinzen der preußischen Landeskirche im Sinne größerem Selbstständigkeit und Freiheit der Kirchenorgane abgeändert werde. Königsberg, 19. November. Die von Professor Reusch modellirte Büste des verstorbenen Ophthalmologen Professors Jacobson wurde heute im Garten der Universitäts-Augenklinik feierlich enthüllt. Wilhelmshaven, 19. November. Die Leiche des aus der Heimreise von Kamerun gestorbenen Corvetten-Capitäns Bur ich traf mit dem Lloyddampser „Kronprinz Friedrich Wilhelm" hier ein und wird Nachmittags ausgeschifft. Wien, 19. November. Die österreichisch-ungarische Zollconferenz beendigte gestern ihre Berathungen. Der „Presse" zufolge sind alle auf die geplanten Verhandlungen mit Deutschland sich beziehenden Fragen eingehend erörtert und ist eine Verständigung erzielt worden. Paris, 19. November. Der Ausstand in den Gruben von Carvin endigte gestern nach 55tägiger Dauer. — Pasteur beglückwünschte Koch telegraphisch. Paris, 19. November. Der russische General Se- liv erst off wurde gestern Vormittag im Hotel de Bade mit einer Schußwunde bewußtlos aufgefunden. Man glaubt an einen Mord. Die Kugel wurde Abends aus der Wunde entfernt. Der Zustand des Generals ist hoffnungslos. Paris, 19. November. Der russische General Selivers- koff ist heute Vormittag seinen Verwundungen erlegen. Die Untersuchung der Angelegenheit wird eifrig geführt. — Die Blätter glauben, General Seliverskoff sei das Opfer eines nihilistischen Racheactes. Paris, 19. November. Das Individuum, welches dem General Seliverskoff die Einladung des Hauses Bernow überbrachte, ist noch unentdeckt. Paris, 19. November. Die Armee - Commission nahm den Gesetzentwurf, betteffend die Verp roviantirunA der bürgerlichen Bevölkerung der festen Plätze, an, ferner den Gesetzentwurf, wonach hilfsbedürftigen Soldaten- samilien im Falle der Mobilmachung Beistand zu leisten tfL — Riboi versprach der Delegation dramatischerAutoren, Schritte zu thun, um ihren Werken im Auslande berechtigten Schutz zu verschaffen. Paris, 19. November. Der Katholiken Congreß für die Departements Nord und PaS de Calais ist gestern Der Gießener erscheint täglich, glit Ausnahme de» Montag». Die Gießener M«»tkienvlLtter Werden dem Anzeiger WÜchentlich dreimal beigdcgL Mieten **--- Logis zu Werthe des Anlage- und Betriebskapitals der einzelnen Be- triebe. Diejenigen Gewerbe, deren jährlicher Ertrag die Summe von 1500 Mk. nicht erreicht und deren Anlage- und Betriebscapital unter 3000 Mk. bleibt, sind von der Gewerbe- steuer befreit. Weiter enthält der Entwurf eingehende Bestimmungen über die Veranlagung der Steuer und die Satze in den einzelnen Classen und schlagt ferner ur ®a\t= und Schankwirthschaften, sowie für den Kleinhandel mit Braimt- wein oder Spiritus eine besondere Betriebssteuer vor. Die üblichen Schluss- und Strafbestimmungen beschließen den polMschs Nsberficht. Gießen, 20. November. cstt der Reichshauptstadt wurde am Mittwoch Nachmittag die feierliche Vermählung der Prinzessin Victoria von Preußen mir dem Prinzen Adolf von Schaumburg-Lippe in Gegenwart zahlreicher fürstlicher Gäste nnd unter herzlichster und freudigster Antheilnahme der Bevölkerung vollzogen. Der standesamtliche Trauungsact sand im Palais der Kaiserin rsnedrich statt, woraus um 5i/4 Uhr die kirchliche Vermahlung der, erlauchten Paares in der Capelle des Residenzschloste^ so g . Alsdann nahmen die hohen Neuvermählten die Glückwünsche der versammelten Fürstlichkeiten im Kursürstenztmmer des Rcsidenzschlosses entgegen, hierauf sand bei den kaiserlichen Majestäten Galatasel statt und den Beschluß der gelammten Hochzeitsfestlichkeiten bildete der Gratulationscercle in der Bilder-Gallerie. Dem preußischen Abgeordnctenhause ist setzt auch die Gewerbesteuervorlage zugegangen nnd liegen dem Hause nunmehr die sämmtlichen Resormentwürse vor. Die genannte, ziemlich umfangreiche Vorlage enthält folgende Hauptbestim- tnunqen: Der neuen Besteueruug unterliegen die m> Prusten betriebenen stehenden Gewerbe, während es hinsichtlich der Besteuerung des Gewerbebetriebes im Umherziehen und be_> Wanderlagerbetriebes bei den bisherigen Vorschriften st,n Bewenden haben soll. Die Besteuerung erfolgt in vier Ge- »rverbesteuerklassen je nach dem jährlichen Erttage oder dem Berlin, 19. November. Aus dem Schooße der Stadt, verordneten - Versammlung sind Anträge gestellt, einerseits Herrn Geheimerath Koch das Ehrenbürgerrecht zu verleihen, andererseits ihm bis zur Fertigstellung der ihm vom Staate zuaesicherten Klinik alle zur Förderung feiner neuesten Entdeckung benöthigten Räume sofort zur Verfügung ju stellen, auch allen etwaigen Bedingungen Kochs in Betreff der Aufnahme von Kranken oder sonst stattzugeben. Berlin, 19. November. Nach einem Beschlüsse des Moltke-Comites wird die dem Grasen Moltke zum 90. Geburtstage von deutschen Städten überreichte provisorische Adresse in monumentaler Weise als Bronce-Votivtasel mit eingegrabenem Text der Adresse hergestellt und an einem von Moltke zu bestimmenden Orte angebracht werden. Gleich- zeitig soll dem Feldmarschall ein Nußbaumschrank, enthaltend 27 lederne Mappen, mit den Unterschriften der städtischen Vertreter Deutschlands, überreicht werden. Berlin, 19. November. Die „Nordd. Allg. Ztg. fuhrt aus, daß der Rücktritt des Ministers von Lucius keine wirthschaftspolitische Umkehr bedeute- eine solche würde selbst dann nicht vorliegen, wenn an Oesterreich und । Ungarn behufs Herbeiführung einer handelspolitischen Einigung I eine Herabsetzung der Getreidezölle bewilligt werden sollte, was bisher keineswegs beschlossen sei. Abgesehen von rem politischen Erwägungen würden diesseitige Zugeständnisse wesentlich von Gegenleistungen abhängen, welche zweifellos nur auf industriellem Gebiete liegen könnten. Aber auch die Landwirthschaft habe lebhaftes Interesse an einer günstigen I Lage der Industrie. Käme übrigens die Herabsetzung unserer Die Frage der Reform des Schulunterrichtes hat durch den jetzt veröffentlichten Schnlerlaß Kaiser Wilhelms an das preußische Staatsmiiüsterium vom 1. Mai 1889, sowie die hierauf erfolgten Vorschläge des preußischen Staatsministeriums vom 27. Juli 1889 und die Verlautbarungen des königlichen Provinzial-Schulcollegiums nur noch an aktuellem Jutereste gewonnen. Man darf daher den Berathungen der am 4. December in Berlin in Sachen der Schulreform zusammentretenden Enquete-Commission mit besonderer Spannung entgegensetzen und sicherlich werden auch die Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses über das neue Schulgesetz diese specielle Resormfrage mit berühren. Ueber das „zollpolitische Programm" des neuen preutzi- scheu Landwirthschaftsministers, Herrn v. Heyden, liegen noch keine Mittheilungen vor. Das Wahrscheinlichste ist, daß er neue Minister in dieser Beziehung überhaupt noch kein „Programm" hat und daß er vermuthlich in seinen Entschließungen mehr die allgemeinen Interessen, die Bedürsmsse der Gefamm - I E,^jd'°rölle 'in Frage, so wäre auch die Frage zu beant- heit berücksichtigen wird, als irgendwelche parteipolitische Getreidezolle $cr= Interessen. stärkung des landwirthschaftlichen Schutzes nothwendig mache. "* **"«*' I «-*•** W Oesterreich-Ungarn fortgesetzt sehr lebhaft, Dank der Volks- thümlichkeit, deren sich der Erzherzog daselbst erfreute. E» hieß nun, daß in diesen Tagen der verwittweten Großherzogin von Toscana, der Mutter Johann Orths, Nachrichten zugegangen seien, denen zufolge ihr Sohn sich am Leben befinden und sein Schiff nur starke Beschädigungen erlitten haben sollte. Eine Bestätigung dieser Meldungen liegt jedoch noch nicht vor, sie werden sogar von anderer Seite für irrig erklärt und so dauert demnach die Ungewißheit über Johann Orth noch immer an. Die Großherzogin von Toscana ließ in der Stadtpsarrkirche zu Gmunden einen Bittgottesdienst für die Rettung ihres Sohnes abhalten. Bekanntmachung, Volkszählung im Jahre 1890 betreffend. Montaa den 1. December findet im ganzen Deutschen Reiche eine Volkszählung statt. Die Zahlung«. Kommissionen werden in den Tagen vom 28. 30. November jeder Haushaltung einen Zählbries mit so viel Zahlkarten zukommen laffen, als in der Nacht vom 30. November aus den 1. December voraussichtlich Personen in dem Haushalte sich aushalten oder nur vorübergehend aus demselben abwesend sein werden. Bei der hohen Bedeutung, welche eine genaue Feststellung der Zu- und Abnahme der Bevölkerung in den einzelnen Staaten und Gemeinden hat, sowie bei der umnittel« bar practischen Bedeutung der Bevölkerungszahlen zur Berech- nuna der Mitglieder der Gemeinde-, Kreis« und Provinzial« Verwaltung, zur Abgrenzung der Wahlbezirke und zur Ver- theilung der Schöffen und Geschworenen aus die einzelnen Gerichtsbeziike, wird an alle Haushaltungsvorstände das dringende Ersuchen gerichtet, sich mit der Anleitung zu einer richtigen Aussüllung von Zählbriesen und Zählkarten, welche dem Zählbrief aufgedruckt ist, alsbald vertraut zu machen und die Einträge in diefelbe mit der größten Gewiffenhaftig« keit zu vollziehen. Im Zweifelsfalle sind die Mitglieder der Zählungscommifsion und die Zähler zur Auskunstertheilung foctßit. Die Einsammlung von Brief und Karten erfolgt am 1. December Nachmittags und am 2. December. Die HauS- chaltungsvorstände werden ersucht, für richtige Zustellung an üie einsammelnden Zähler Vorkehrung zu treffen. Gießen, am 18. November 1890. Grobherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Gießen, den 18. November 1890. Betr.: Wie vorherstehend. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« GroSb. PoUzciawt Gi-tzen und an btt G,oßh Bürgcrmctste^i-n d.r Landgewcrndn» Nachdem Ihnen nunmehr die Formularien für die Volkszählung zugegangen sind, empfehlen wir Ihnen, mit der Zählungscommifsion und den ausgewählten Zählern dw Bestimmungen und die Anweisung für ine Zähler nochmals 0enaUSieriä6tungäcommif|ionen werden mit Rücksicht aus die Wichtigkeit der Volkszählung Alles so vorbereiten, daß mit dem MblunaSgeschäft pünkllich begonnen und dasselbe vor fckriftsmäßig durchgeführt werden kann und jodann die Arbeiten derart fördern, daß dar gelammte Material 'n vorgefchriebener Qrdnuna bi» tum 21. Dcccmbcr l. I. längstens 20 der Bestimmungen und Schlußsatz unseres Ausschreibens vorn 15. September l. I., Anzeiger Nr. 220) uns vorliegt. v. Gagern. Amts- und Amsigrblatt fite den Anis (Bkfcen. ? -----------H L| Me Annoncen-Bureaux be» In- und Auslände» nehviech ^raiisöeitage: chleßener Kamrüenblattssr. \ Anzeigen für dm „meßener Anre^^g^ «* „r tuW jl ___- ■<«•$. * w*, 1 11 1 Mreitag den 21. November______________________ WWW A nzeiger Kenerak-Mzerger. '■ ö ®w(wS? ---Lvlansqafüf// GM ÜOcnrPirrn Äfeiiant imiegehabte Wohnung ist Am« Per 1. D-cmb-r LM* Südanlage 15, 'Erbanlage 187Z?M '7"bst Zubehör und 'ttmtethen. körr, Schlossermetster, Lammstraste 6 Parterre, und dritte Hames, Lonnensttahe »aMleitung und allem sott zu vmnietbe«. L. Feidel, schönes Mansmenlvais mit r (Wasserl., BleM), an amilie zu vermieden. 4. Dr. BuLhold. les Familicnlogis zu oer- Scbloßgasse 17. rüherBender'schen Hause, 13, ist der Parterre- und Zimmer mit Zubehör und :ng, alsbald in oermiethen« . filtti, Südanlage 18. >s Logis im Vorderhaus, Mche, Wasserleitung nebst miethen. Ostanlage 9. Mansardenwohnung, drei iubehör, per December zu Ehr. Haudach H.. Ecke und Rodheimerstraße. arde, 4 Zimmer, Küche Südanlage 17. tT Logis, 6 Zimmer mit und Lleichplatz, Bahn- unächst der Meseckbckcke) MNg imInüchausVvier Z?Hgertchtet, zu ver- V’ eaplon*_L ssgisä MU bl. ^21. W* unter dem Vorsitz des Erzbischofs Tribandier von Cambrai eröffnet worden. Osteude, 19. November. Der Postdampfer „Flandre", der gestern Abend um 11 Uhr Dover verließ, mußte infolge einer Beschädigung seiner Maschine zwischen Nienport und Middelkerke Anker werfen. Ein Dampfer ist von hier abgegangen, um die Passagiere und die Post des „Flandre" aufzunehmen. Madrid, 19. November. Gelegentlich des Jahrestages -der Unruhen an der hiesigen Universität im Jahre 1884 weigerten sich heute die Studenten, in die Universität einzutreten. Eine große Anzahl veranstaltete eine feindliche Demonstration vor dem Justizministerium und entwaffneten die Polizeidiener, welche die Demonstranten mit der Waffe aufhalten wollten. Schließlich gingen die Studenten, nach vergeblichem Versuch, die Studirenden der Medicin zum Anschluß zu bewegen, auseinander. Belgrad, 19. November. Der Eröffnung der Skupsch- tina wohnre auch das gesammte diplomatische Corps bei. Die Thronrede verlas Ristics. Bukarest, 19. November. Bei den Munizipalwahlen des zweiten Wahlkörpers erhielten die Conservativen eine erhebliche Majorität. Newyork, 19. November. In Folge Befürchtungen, welche ein Aus st and der Sioux-Indianer zwischen dem Missouri und dem Felsengebirge hervorruft, wurden Truppen beordert, um die Indianer an der Grenze von Dakota in Schach zu halten. Rio de Janeiro, 19. November. Die constituirende Versammlung nahm einen Antrag an, wonach die Machtbefugnisse der Provisorischen Regierung bis zur definitiven Beschlußfaffung über die Constitution verlängert werden. Cocoles rrnö OroMnzieLler. Gießen, 20. November. 0. Br. Geschichtliche Anfrage. Petrarca, welcher im Jahre 1390 Köln besuchte, spricht in einem Briefe an den Cardinal Colvana mit Begeisterung über die Pracht und Blüthe der Stadt- zugleich erwähnt er einer sonderbaren Sitte, welche damals jährlich am 23. Juni, am Vorabend des St. Johannisfestes, in Köln stattgesunden. „Kaum stieg 'ich", schreibt er, „in der Herberge ab, wo meine Freunde mich empfingen, als sie mich an den Rhein führten, um ein eben an diesem Tage, beim Sonnenuntergang, aus dem Alter- thum herkömmliches Schauspiel in ihrer Gesellschaft anzusehen. Man betrog mich nicht in der Erwartung, denn das ganze Ufer war mit einer langen ansehnlichen Reihe schöner Frauen bedeckt. Unglaublich war der Zulaus, ohne daß sich die Andrängenden untereinander hinderten und Alles athmete Muth und Freude. Ein Theil war mit Kränzen und Blumen geschmückt, und mit zurückgeschobenem Gewände fingen sie nun auf einmal an, ihre weißen Arme und Hände in den Fluß zu rauchen und abzuwaschen- dabei wechselten sie in ihrer mir unverständlichen Sprache froh und lächelnd einige Sprüche. Man sagte mir, daß dieses ein uralter Gebrauch der "Kötner sei, besonders unter den Frauen und Mädchen, die in der Meinung fortlebten, daß alles Elend des ganzen Jahres durch die an diesem Tage bei ihnen gewöhnliche Abwaschung im Flusse weggespült werde und gleich darauf Alles nach Wunsch gelinge. Es sei also eigentlich ein jährliches Reinig- ungssest, welches von jeher mit unverbrüchlicher Emsigkeit gefeiert, wohl nie untergehen werde." (Petrarc. Op. Tom. I. lib. I. epost. 4. estr. Geschichte der Stadt Köln von Johann Paul Mathieux, Köln 1865, Seite 55.) — Dazu machte ein alter Gießener Geschichtsforscher, der das vorerwähnte deutsche Buch über Köln studirte, die schriftliche Bemerkung: „Ein ähnlicher Gebrauch fand in Gießen noch bis in die neueste Zeit statt". Wenn das richtig ist, so müssen jetzt noch Leute in unserer Stadt leben, die über diesen Gebrauch Auskunft geben können, worum dringend gebeten wird. — Theater. Morgen Freitag kommt das neu einstudirte Lustspiel von E. Schacht „Gefährliche Mädchen" zur Aufführung. Das Stück, welches vor zwei Jahren nur einmal als^Abschiedsvorstellung gegeben wurde, errang einen un- getheilten Heirerkeitserfolg. Wünschen wir der Direction, welche seit einiger Zeit als Dank für ein rastloses Streben, dem Publikum stets Neues und Gutes zu bieten, nur entsetzlich leere Häuser zu verzeichnen hat, endlich einmal einen finanziellen Erfolg. F. Lollar, 20. November. Ein Rudel Wildschweine von fünf Stück zeigte sich am 18. er. Mittags im Großen- Busecker, Alten-Busecker und Treiier Walde, die, durch Holzmacher beunruhigt, in der Richtuug Climbach wieder ab- gezogfn sind. Die Jäger der Umgegend werden hierauf aufmerksam gemacht, damit sie ein wachsames Auge auf die schwarzen Gesellen haben. Friedberg, 19. November. Gestern fiel auf der Fahrt von Heldenbergen nach Kaichen ein Bremsep vom Zuge und zwischen die fahrenden Wagen. Ein Arm und ein Bein wurden so schwer verletzt, daß der Verunglückte hierher in das Hospital verbracht werden mußte, wo ihm bereits der Arm abgenommen wurde. Grünberg, 17. November. Heute Nachmittag 1 Uhr fand im Saale des Gasthauses „Zum Hirsch" dahier eine Versammlung des Wetterauer O bstvereins statt. Herr Amtmann Nebel aus Gießen eröffnete die Versammlung und ertheilte dann Herrn Landwirthschastslelprer Dr. st. Peter aus Friedberg das Wort, In seinem Vorträge- betonte dieser, daß bei uns, wie die im Herbst d. I. zu Friedberg stattgehabte Obstausstellung gezeigt habe, zu viele verschiedene Sorten gezogen würden. Er empfiehlt deshalb, um möglichst hohen Ertrags zu erzielen, nur 3 bis 4, Sorten.zu pflanzen und zwar solche,, die in der Gegend besonders gut gedeihen. Ferner mahnte er zur Vorsicht bei dem Ankauf junger Stämmchen und bat, sich bei Bedarf an den Techniker des „Wetterauer Obstvereins" zu wenden, der gerne bereit ist, geeignete Baumschulen zu empfehlen. — Im Anschluß an diesen Vortrag sprach Herr Obstbautechniker Metz von Friedberg über die Sortenfrage. Indem er einige für unsere Gegend besonders geeignete Obstsorten anführte und solche vorzeigte, schilderte er deren Vorzüge sowohl als Most- und Wirthschafts- obftA wie auch als Tafelobst. Dann kam Redner aus die Feinde unserer Obstbäume, die Jnseeten, zu sprechen und führte aus, wie neben gehöriger Ernährung die Pflege, besonders aber sorgfältige Reinigung des Baumes Hauptbedingung sei. Zum Schluffe gab er noch verschiedene Winke, auf welche Weise mit geringer Mühe der Baum zu möglichst hoher Ertragsfähigkeit zu bringen sei. — Herr Amtmann Nebel dankte beiden Rednern Namens der Versammlung und bedauerte nur, daß die Betheiligung eine so geringe gewesen sei. Er hoffe aber, daß diese Versammlung dazu beitragen werde, das Interesse der Bewohner Grünbergs und Umgegend mehr auf einen der einträglichsten Zweige der Landwirthschaft, die Obstbaumzucht, zu lenken. Rieder-Ohmen, 17. November. Ueberall regt sich unter den Landleuten hiesiger Gegend der gesunde Drang, durch Gründung von Spar - und Darlehn skassen dem Grundsatz der segensreichen Selbsthülfe gerecht zu werden, statt fremde Hülfe in Anspruch zu nehmen, die leider oft zur Ausbeutung der Hülfesuchenden geführt hat. So ist auch hier eine Anzahl Männer an einem Abend der verflossenen Woche in der Langohr'schen Wirthschast zusammengetreten und hat eine Spar- und Darlehenskasse ins Leben gerufen. Nachdem die bereits von einer Commission vorberathenen Statuten zur Verlesung gebracht und Zustimmung gefunden, wurde die Kasse definitiv gegründet. Zum Director der Kasse wurde Herr Pfarrer I o st dahier gewählt. D. Z. 8. Hungen, 19. November. (Telegraphisch bereits gestern mitgetheilt.) Heute morgen gegen 5 Uhr durchschallte der Schreckensruf „Feuer" unsere Stadt. Es brannte in dem unteren Stadttheile in der sogenannten „Pütze". Obwohl die hiesige freiwillige Feuerwehr, sowie die sonstigen Einwohner rasch zur Stelle waren, so konnte doch nicht verhindert werden, daß alsbald fünf Scheuern, von welchen vier mit Stroh und eine noch mit Frucht gefüllt waren, in Flammen standen. Durch allseitiges energisches Eingreifen, woran sich auch die Bewohner unserer Nachbarorte bald be- theiligten, gelang es, die unmittelbar an diese Scheuern grenzenden Wohnhäuser und sonstige Gebäulichkeiten zu retten. Sämmtliches Vieh wurde, bis auf eine Ziege und einen Hund mit zwei Jungen, welche mit verbrannt sind, gerettet. So viel man hört, sind von den Brandbeschädigten vier versichert. 8. Borsdorf, 19. November. Aus der hiesigen Gemeinde- Schafherde wurden über Nacht vier Stück Schafe gestohlen. Durch alsbaldige Nachforschungen kam man dem Dieb auf die Spur und fand man in Echzell, wohin die Schafe verkauft worden waren, noch zwei derselben lebend vor, zwei waren bereits geschlachtet worden. Der Dieb entpuppte sich als der Gemeindeschäfer von R. Als man in N. dieses Vorkommniß hörte, zählten die Schafbesitzer dortselbst ihre Schafe nach, wobei es sich fand, daß auch hier acht Stück fehlten. Der betr. Schäfer ist flüchtig geworden. (:) Schotten, 19. November. „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen." Unlängst trug sich im benachbarten R.....d ein Fall zu, der, obwohl er ein wenig fabelhaft klingen mag, vom Einsender voll und ganz verbürgt wird. Man war nämlich in einer Küche mit dem Kochen von Honig beschäftigt. In einem Augenblicke, in dem Niemand in der Küche war, schlich sich nun ein kleiner Hund ein,, der es gewohnt war, hier einen guten Fang zu machen - aber dies war sein letzter Gang. Das Thier gerieth nämlich in den Kessel, worin sich der siedende, noch nicht ganz fertige Honig befand. Als kurze Zeit darauf das Dienstmädchen die Küche wieder betrat, fand es zu seinem Erstaunen, daß der Boden und die Wände arg mit Honig bespritzt waren, und erschrak nicht wenig, als es beim Nähertreten den vollständig verbrühten Hund im Kessel vorfand. Honig und Hund wanderten alsbald zur Küche hinaus, während es sich Spötter nicht nehmen ließen, sich über diesen Fall lustig zu machen. cf Zeche Hedwig bei Rinderbügen, 19. November. Die Aussichten auf eine durch den Staat-zu bauende S e cu n d är- bah n haben sich in letzter Zeit sehr vermindert. Wir kamen zu späte mit dem Projeete. Jetzt, nachdem der große Seeundärbahnse'tzen über das Land gekommen, kann man nicht verlangen, daß von Neuem begonnen wird. — Die Berg- werkdireetion sieht aber auch ein, daß man dem Staate den Bau nicht zumuthen kann, vielmehr hat in erster Linie der Bergwerksinhaber (Mitteldeutsche Creditbank, Bankier Herz in Weilburg) das größte Interesse an dem Schienenwege. Die Kreisstraße wurde erst vor anderthalb Monaten vollständig mit einem Kostenaufwande von 16 000Mk. umgebaut- Ihre Zeitung brachte s. Z, die Nachricht davon. Heute ist diese Straße bereits durch die schweren Lastfuhrwerke wieder so zusammengefahren, daß sie aussieht wie vor der Reparatur, die 10 Wochen in Anspruch nahm. Während dieser Zeit büßte die Zeche ca. 44000 Mk. ein, macht mit den Reparaturkosten 60000Mk., die alle Jahre wiederkehren, wahrscheinlich aber noch höher werden, weil der Umbau fester, diebetriebslose Zeit länger werden wird. Ohne Schienenweg ist nicht mehr weiter zu kommen. Zecheverwaltung und Kreisverwaltung werden sich vereinigen müssen, um entweder eine Drahtseilhahn, oder eine schmalspurige zu schaffen. Alls dem Bayerischen sind Anfragen wegen Kohlen eingelangt- so lange' aber der theuere Wagentransport besteht, können die Kohlen nicht in Betracht kommen. "■'** Büdingen, 19. November. Der Rückschlag in den Preisen für Schweine der verschiedensten Gattungen: Ferkel, Springer, Hählschweine macht sich hier, und in der Umgegend , dadurch angenehm fühlbar, daß die Metzger mit den Fleisch- ! preisen heruutergeheu, wenn auch nicht in dem Maße, wie die Schweine abgeschlagen haben. — Aber auch in den B r o d p r e i s e n ist eine Ermäßigung eingetreten. Seit einigen Wochen kommt ein Wagen von Langenselbold (in Preußen) mit sehr schöner Waare hierher. Der vierpfündige Laib kostete seither 50 Pfg.- die preußischen Lieferanten gaben dasselbe Quantum zu 45 Pfg. und die Folge davon war ein allgemeiner Abschlag in der Stadt, was sehr angenehm berührt hat. vermischtes. * Darmstadt, 19. November. Eine heute in Kraft tretende Loealverordnung setzt die allgemeine Polizeistunde auf 11 Uhr Abends fest. Durch Verfügung Großh. Polizeiamts kann die Polizeistunde allgemein oder für einzelne Wirthschaften verkürzt oder verlängert oder ausgehoben werden. Wer trotz ergangener Aufforderung über die Polizeistunde in einer Wirthschast verweilt, wird mit Geldstrafe bis zu 15 Mk., der Wirth, welcher das Verweilen seiner Gäste über die angesetzte Stunde duldet, mit Geldstrafe bis zu 60 Mk. oder mit Hast bis zu-14 Tagen bestraft. Darmstadt, 19. November. In der Zeit vom 1. April d. I. bis zum Schluß des Monats October d. I. wurden im Ober- postdirectionsbezirk Darmstadt an W e ch s e l st e m p e l st e u e r vereinnahmt 85 044,90 Mk. (5924,90 Mk. mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres)- auf den Monat October entfallen davon 13 325,50 Mk. = Frankfurt a. M., 19. November. Vieheinfuchr- verbot und Getreidezölle. Der Stadtverordnetem Versammlung lag in ihrer gestrigen Sitzung der folgende von C. Funk und Genossen eingebrachte Antrag zur Beschlußfassung vor: „Im Hinblick darauf, daß die außerordentliche Höhe, welche die Preise der nothweudigsteu Lebensmittel in letzter Heit, im Wesentlichen als Folge der bestehenden Vieheinfuhrverbote und Getreidezölle erreicht haben und welche geeignet ist, sämmtliche Volksklassen, am schwersten aber die minder bemittelten zu schädigen, möge die Versammlung beschließen, den Magistrat zu ersuchen, beim Reichskanzler dahin vorstellig zu werden, daß das Interesse der Bevölkerung hiesiger Stadt die schleunigste Aufhebung der bestehenden Vieheinfuhr-Verbote und die Herabminderung der Getreidezölle dringend erheischt." Herr C. Funk bemerkte zur Begründung seines Antrages,, die Versammlung habe 1885 und 1886 ähnliche Beschlüsse, nämlich gegen die Erhöhung der Getreidezötte und gegen das Branntweinmonopol, gefaßt. Zwei Einwände seien erhoben worden: der Zeitpunkt sei für den Antrag nicht geeignet und die Berechtigung zu dem Anträge sei aus den Frankfurter Verhältnissen heraus nicht genügend uachgewieseu. Zu dem ersten Einmand bemerke er, daß der Zeitpunkt mit Rücksicht aus. die Anträge Sachsens und Bayerns, die Aushebung der Viehsperre betreffend, sowie aus den Handelsvertrag mit Oesterreich, der eine Herabsetzung der Getreidezölle mit sich bringen werde, sowie endlich mit Rücksicht auf den Rücktritt des Herrn von Lucius, dem man einen Mangel an Ueber- einstimmung mit der neuen Agrarpolitik zuschreibe, sehr geeignet sei. Was nun die Frankfurter Verhältnisse betreffe so sti zu betonen, daß seit 1888 die Preise für Rindfleisch um 20, für Hammelfleisch um 32, für Schweinefleisch und Kalbfleisch um 33pCt. gestiegen seien. Solche Steigerungen könne der Arbeiter nicht ohne Schädigung seiner Existenz ertragen. 64pCt. der hiesigen Bevölkerung habe ein Einkommen von 1150 Mk. und weniger. Die Commune habe die Pflicht, an der Socialpolitik in angemessener Weise mitzuwirken und darum erhoffe er die Annahme seines, sich in bescheidenen Grenzen bewegenden Antrages. Herr Bürgermeister Dr. Heussenstamm erklärte, es sei nicht Sache der Gemeindebehörden, über derartige Dinge zu beschließen- das könne nur dann ausnahmsweise geschehen, wenn locale Interessen von hervorragender Bedeutung (wie bei der Börsensteuer) berührt würden. Die von Funk besprochenen Maßregeln könnten als eine Gemeindeangelegenheit nicht angesehen werden, weil sie auf andere Städte genau so wie auf Frankfurt wirkten. Der Magistrat halte es nicht für zweckmäßig, über die chm durch die Gemeindeverfassung- vorgeschriebenen Competenzen hinauszugehen. Speeielle Interessen der Commune vertrete er gerne, aber mit allgemeinen Fragen glaube er sich mcht befassen zu sollen. Der Magistrat werde schwerlich zu einem anderen Ergebniß kommen. Unberücksichtigt lasse derselbe diese Fragen übrigens nicht, das beweise seine Eingabe an den Minister um Erleichterung bezüglich der Einfuhr von Hornvieh und Schweinen in den hiesigen Bezirk. Von den übrigen Rednern sprach sich nur Einer (Herr Dr. Fester) gegen den Antrag aus, während alle andern für denselben eintraten. Der Antrag Funk und Genossen wurde fast einstimmig angenommen. * Berlin, 15. November, lieber die Sterblichkeit d e r L u n g.e n s ch w i n d s u ch t (Tuberkulose) entnehmen wir amtlichen statistischen Veröffentlichungen folgende Angaben,, welche zur Zeit besondere Beachtung verdienen dürften: In Preußen starben an der Schwindsucht 1882 85 359 Personen 1883 8ß837, 1884 87 756, 1885 88056, 1886 88 283^ 1887 84 124, 1888 84109. $n den letzten 7 Jahren, über welche Nachrichten vorliegen, sind also im Ganzen 606 524 Personen dieser Krankheit erlegen. Das männliche Geschlecht ist an den Sterbefällen weit stärker betheiligt, als das weibliche, trotzdem bekanntermaßen mehr grauen als Männer unter den Einwohnern vorhanden sind. In den einzelnen Jahren sind' stets 5000—7000 mehr Männer als Frauen an der Krankheit gestorben. Sondert man die Bevölkeruna nach dem Lebensalror,. so findet man bezüglich der Sterblichkeit -an der Tuberkulose die größten Verschiedenheiten. Die Bedeutung dieser Krankheit nimmt für die einzelnen Altersklassen derart zu, daß im Jahre 1888 von 100 Gestorbenen männlichen Geschlechts, welche 10—15 Jahre alt waren, be- reit« 16A Alan! 39,66 on25 J^ten fl 49,33 g 'ie »be dallDie btt I6ebeutu"9 h ! 6a6 J ■ J Unterscheidung „an; beträchtlich- Ute- EsElenn ÜanbeS im * WB dm» >n d-n S IM man weiter 1 iSleinftäbte 20 Ue (.2000 ) fe 1 I «ehr °ls 1000 0 ( M-iMcht in ton. Mittelstädten 14,1 p Procent aller Gestorbe der Größe der. Stad Mittel- und Großstädte, die 12 preußischen Gr Schwindsucht nicht etwc der Reihenfolge: In ! Todesfälle durch die.L in Magdeburg 12,5, Altona 16,0, in Hanno dors 17,2, in Elbersel Barmen 20,9 Procent. Citert Ist HaarWeide von Dr. E. Wen, Spe ,Haarn>achsthum und H jherausgegeben von Pro Stuttgart, Deutiche Vn Weben. DaS Haar ist stätte, bet sogenannten wächst wie der Nagel t Willen ist bei den verschieden, beim einze wenigstens kann man ! Zahl der Haarpapillen ; der Fingernägel oermeh ( bat nun je nach seinem • Ropföaar burdfönitlliä & utoaäftn läßt. D öler bis sechs Zähre Ma ilten bildet sich ein neue '5 nun ungemein schnell mb mehr, je langer W 1.1 r Er kömm an! nchM 10 Z Varna ansbezcht $ Diejenigen Dien( w M rod) mH a ""WbeideniL Men, am Die Dir Fi . * * SJ« ®r»6 «ra*s»l L'isSr n»9en^m teilte sß’S .'*! sNt ®t'n ober ffi ’ F* 1 oder aufoeAnf). ^"zelne über bie ß 6entocrb^ WbfaJfe?ei|t“e"he ™ V°ättt7°"'"vbn- 14 90 m, m,,elflt«» mehr als ,m be" M°mt Cctober 5» totMrorbncten,- L®*“« d°r folg* * ^ttag zur Beschluß bic außerordentliche Höhe, *'ten ^bensuuttel in letzter 9e der bestehenden Vieh- erreicht haben und welche en, am schwersten aber die [i Ulöge die Versammlung suchen, beim Reichskanzler das Interesse der Bevöl- mgsle Aufhebung bei - Verbote unb die etreidezölle dringend iriiubung seines Antrages 1886 ähnliche Beschlüsse, reidezölle und gegen das Einwände seien erhoben lntrag nicht geeignet und sei aus den Frankfurter nachgewiesen. Zu dem r geitpunft mit Nitd/ity xn§z bie Aufhebung der »en Handelsvertrag m\t ötc lLetreide^M mit sich MW aus den Mxitt einen Mangel an lieber* rarpolitik zuschreibe, sehr jurter Verhältnisse betreffe, ; die Preise für Rindfleisch 2, für Schweinefleisch und ien. Solche Steigerungen Schädigung seiner Existenz Bevölkerung habe ein Gtn- iaer Die Commune habe n angemelW ** t Am-Hm- I-w-s, M m Antrages H'" ^mger- fg jei nicht 6**. .^eheri, wenn uw on ■ -"•E5X* veifaffuHg S $ mimt IEintn 9, jil „iftrat ro«bct „fi ber1d6e 6*6c an beN,d| «Lf. Son De« Wro $ L Pr. F-s^> : tim« für benielb® 2S'S§S ■ ^h(i* alt MW« „ch der । iüf 1 " |0<) ^lt0 bereits 16,8, von 100 aus der Klasse von 15—20 Jahren 39,66 an dieser Krankheit starben. In der nächsten Klasse von 20—25 Jahren sind 47,68 Proeent aller Verstorbenen der Tuberkulose erlegen, in der Klasse von 25—30 Jahren 49,33 Procent, also nahezu die Hälfte aller Gestorbenen. Dann nimmt die Bedeutung dieser furchtbaren Krankheit ab; von den im Alter von 30—40 Jahren Verstorbenen erlagen ihr nur noch 44,16 Procent, von 40—50 Jahren 34,95, von 50—60 Jahren 28,10, von 60—70 Jahren 18,32, von 70—80 Jahren 5,94 und über 80 Jahre 1,12 Procent. Beim weiblichen Geschlecht zeigt sich die auffallende Thatsache, daß die Tuberkulose in weit früherem Lebensalter ihre Hauptbedeutung hat, als beim männlichen. Im Alter von 10 bis 15 Jahren tritt das Maximum mit 46,47 Procent ein, also zehn Jahre früher, als bei den Männern. Dann hält sich die Zahl in den folgenden Jahrzehnten rasch im Sinken. Auch bei der Unterscheidung zwischen Stadt und Land zeigen sich ganz beträchtliche Unterschiede und zwar zu Ungunsten der Städte. Es entfielen nämlich von den Sterbefällen des platten Landes im Jahre 1888 11,9 Procent auf die Schwindsucht, von denen in den Städten dagegen 13,8 Procent. Unterscheidet man weiter die Städte nach ihrer Einwohnerzahl in Kleinstädte (mit 20000 und weniger Einwohner), Mittelstädte (20 000 bis 100000 Einwohner) und Großstädte (mit mehr als 100000 Einwohnern), so findet man, daß die Schwindsucht in den Kleinstädten nur 12,7 Procent, in den Mittelstädten 14,7 Procent und in den Großstädten 15,2 Proeent aller Gestorbenen hinrafft. Die Zahl steigt also mit der" Größe der Städte, doch ist der Unterschied zwischen Mittel- und Großstädten ziemlich unbedeutend. Auch rangiren die 12 preußischen Großstädte bezüglich der Häufigkeit der Schwindsucht nicht etwa nach ihrer Größe, vielmehr in solgen- , der Reihenfolge: In Königsberg waren 8,9 Procent aller ; Todesfälle durch die Schwindsucht veranlaßt, in Danzig 9,0, in Magdeburg 12,5, in Köln 14,9, in Berlin 15,4, in Altona 16,0, in Hannover 16,6, in Breslau 16,7, in Düsseldorf 17,2, in Elberfeld 17,5, in Frankfurt a. M. 18,9, in Barmen 20,9 Procent. Citeratur ri«S ICtinft. Ist Haarfchneideir ein Haarwuchsmittel! Ein Artikel von Dr. E. Klastn, Spectalarzt tür Hautkrankheiten in Hamburg, „Haarwachsthum und Haarpflege", in „Hebet Land und Meer" (herausgegeben von Prof. Joseph Kürschner, redigirt von Otto Batfch, Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) verneint diese Frage ganz entschieden. Das Haar ist ein todter Hornfaden, der auf seiner Bildungsstätte, der sogenannten Haarpapille, unter denselben Bedingungen wächst wie der Nagel an der Fingerspitze. Die Zahl dieser Haar- papillen ist bei den verschiedenen Menschen zwar ganz ungemein verschieden, beim einzelnen aber eine gegebene und unveränderliche, wenigstens kann man auf keine Weise und durch kein Mittel die Zahl der Hoarpapillen vermehren, ebensowenig wie man diejenige der Fingernägel vermehren kann. Das einzelne Haar des Menschen hat nun je nach seinem Standort eine ganz bestimmte Länge, das Kopfhaar durchschnittlich etwas über einen halben Meter, wenn man es auswachsen läßt. Die Lebensdauer eines Haares mag sich auf vier bis sechs Jahre belaufen, dann fällt es aus und an Stelle des alten bildet sich ein neues in demselben Haarbalg. Zunächst wächst 's nun ungemein schnell, aber das Wachsthum verlangsamt sich mehr md mehr, je länger das Haar wird. Man kann folgende Regel als eine feststehende Thatsache betrachten: Das Haar wächst um so schneller, je kurzer, und um so langsamer, je länger es ist im Vergleich mit der ihm nach seinem Standort zukommenden Länge. Schneidet man also ausgewachsenem Frauenhaar einige Zentimeter seiner Spitzen ab, so braucht es Wochen oder auch Monate, bis es diesen kleinen Verlust ersetzt bat und seine alte Länge wieder erreicht. Schneidet man nun dieses selbe Frauenhaar nahe seiner Wurzel ab, so wächst es in der ersten Zeit unvergleichlich viel schneller als in jenem Fall, ganz entsprechend dem eben angeführten Wachsthums- gksch des Haares und ganz entsprechend dem, was man an Knabenköpfen, denen man einen „Schwedenkopf" geschnitten hat, zu beobachten so oft Gelegenheit hat. Hätte nun das Haarschneiden einen kräftigenden Einfluß auf das Haarwachsthum, so sollte man erwarten, daß der Zopf schließlich langer und dichter würde nach dem Abschneiden, aber das Gegentheil tritt ein, der nachwachsende Zopf erreicht nicht seine frühere Länge wieder. Dies spricht nun aber auf das Entschiedenste gegen die Vorstellung von dem baarwuchsbefördernden Einfluß des Schneidens der Haare, die sich auf nichts weiter gründet, als auf die falich gedeutete Beobachtung des sichtlich so reißend schnellen Anfangswachsthums kurzgeschnittenen Haares. — Nr. 2 von „Ueber Land und Meer" enthält außer dem erwähnten noch eine ganze Reihe anderer wissenschaftlicherAufsätzeüber allgemein interessirendeThematen („Das Bremsen der Eisenbahnzüge" von Max Mirus, „Keine Zeit haben" von Ida Barber, „Was für Wetter bekommen mir?" von W. Laska, „Verwaltung von Werthpapieren" von I. K. Bohm) in leichtverständlicher, angenehmer und anregender Form, wie denn die genannte Zeitschrift überhaupt an Vielseitigkeit sehr gewonnen bat, und jede Nummer eine Fülle neuer Mittheilungen aus allen Gebieten des Wissens, der Kunst, der Literatur und des practischen Lebens enthält. 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Derselbe entfernt unter Hinzunadme von wenigen Tropfen Wasser mit Leichtigkeit in überraschendster Weise alle Harz-, Oel- farben-, Wagenschmier-, Theer- und viele andere Flecken aus allen Stoffen, ebenso Fett-, Schweiß- und Schmutzränder von Rock- und Westenkragen, Mit diesem hauswirthschaftltchen Artikel steht unseren Hausfrauen ein practisches Mittel zur Seite, jeden Flecken mit wenig Mühe aus allen Kleidungsstücken zu entfernen und sind wir überzeugt, daß dieser Fleckenreiniger in jedem Haushalte Aufnahme finden wird. Da der Preis pro Stück mit Gebrauchsanweisung sich nur auf 25 Pfg. stellt, kann sich Jedermann, insbesondere aber unsere Hausfrauen, von der Vorzüglichkeit dieses Präparates überzeugen, doch achte man beim Einkauf genau auf Schutzmarke: Globus und Firma: Fritz Schulz jun., Leipzig. Vorräthig in Gießen bei Otto Schaaf, Seltersweg 39. — In der „Baugewerks-Zeitung in Berlin" schließt der Kgl- Baurath Engel in Berlin eine längere Abhandlung über die Frankfurter VerficherungS-Gefellschaft gegen WafferfchLden mit folgenden Worten: „Da sich Wasserleitungsschäden viel häufiger als z. B. Feuerschäden in solid gebauten Städten ereignen, so steht zu erwarten, daß alle vorsichtigen Hausbesitzer und Miether sich gegen Wasserleitungsschäden ebenso ausnahmslos versichern werden, wie diesrs wohl von Jedermann, der nicht des Leichtsinns geziehen werden will, gegen Feuerschäden zu geschehen pflegt, zumal sowohl die Versicherungs-Bedingungen der Gesellschaft äußerst coulant, die Prämien- sätze durchweg mäßig sind und das Bestreben der Ersteren darauf gerichtet ist, bei Schadenregulirungm sich stets eines loyalen Entgegenkommens und größter Liberalität zu befleißigen." verkehr, taub» tutö v»Ik,«»irl h fd? ast. — Der Königlich Preußische Minister der öffentlichen Arbeiten bat genehmigt, daß GenSdarmen mit ihren Dienstpferden in besonders dringenden Fällen gegen Vorweis des ihnen zugegangenen Befehls unter Stundung der Fahr- und Frachtgelder zur Eisenbahn- beförberung zugelassen werden. — Der erste Markt für Znchttaninchen, welchen der „Allgemeine deutsche Verein für Kaninchenzucht" dieser Tage in Berlin veranstaltet hatte, hat einen wahrhaft überraschenden Verlauf genommen. Aus allen Theilen der Stadt und auch aus weiterer Ent- etnung waren Käufer herbeigeeilt, sodaß zuletzt über 400 Personen anwesend waren. Das Angebot entsprach indessen der Nachfrage bei Weitem nicht. Wie der Fall beweist, wird nun wohl die lohnende Kaninchenzucht auch in Deutschland energisch in Angriff genommen werden. * Friedberg, 18.November. Fruchtpreise. Weizen AL 19.00 bis 19.25, Korn AL 17.50-00.00, Gerste AL 17.75—18.00, Hafer AL 14 00—14.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo, gleich 200 Zollpfund. Friedberg, 19.November. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. AL 0.85-0.90, Eier 1 St. 9 H, 2 St. 17 Limburg, 19. November. Fruchtmarkt. Rother Weizen AL 17.10, weißer Weizen AL —, Korn AL 13.25, Gerste »AU 10.60, Hafer AL 7.15, Erbsen AL —, Kartoffeln AL Frankfurt, 19. November. Marktpreise. Heu pro 100 Ko. AL 5 00—6.10, Stroh AL 4.40—4 80, Kartoffeln AL 4.50 bis 7.50, Butter per Pfd. AL 1.10—1.30, Eier per St- 6-10 Roggenbrod 4 Pfd. 45 X do. feines 48 gemischtes 6 Pfd- 86 — Schwierigkeiten im Obsthandel. Die Mehl- und Landeserzeugnisse-Handlung Gustav Volker & Co. in Mainz ist in Folge der diesjährigen Mißernte in Zwischen in Schwierigkeiten gerathen. Dieselbe hat große Lieferungen von gedörrter Waare besonders nach dem Niederrhein auf Grund des letztjährigen niedrigen Preises zu 28 Mk. für 50 Kgr. übernommen, während sich jetzt der Preis auf 60 Mk. und höher stellt. Bei Lieferung der verkauften Menge, die überhaupt nicht zu beschaffen ist, würde das Haas 160000 Mk. verlieren. Dasselbe hat daher den Bezugsberechtigten angezeigt, daß es seine Zahlungen einstellen müsse, wenn die ersteren sich nicht mit dem Viertel des Bezuges zufrieden gäben. In diesem Falle verliert das Haus immer noch etwa 50000 Mk. — Zur Behandlung der Rüben« und Kartoffelmieten. Da die Hackfrüchte selbständtg Wärme entwickeln, welche, wenn sie nicht genügend entweichen kann, der Fäulniß Vorschub leistet, so warte man mit einer stärkeren Eindeckung der Mieten, bis die Temperatur eine möglichst niedrige geworden. Natürlich darf sie dem Gefrierpunkt nicht nahe kommen. Die beim Eindecken vorhandene Temperatur wird von der Schutzdecke ziemlich erhalten. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, die Mieten vertieft anzubringen, weil diese weniger Arbeit erfordern unb auch weniger Material zum Bedecken nothwendig ist. In horizontal angebrachten Mieten ist es viel schwerer, die richtige Temperatur zu bewahren, namentlich in strengen Wintern und bei freier Sage, wo die stark abkühlenden Winde ankommen können. Nur Mieten, die bald verbraucht werden sollen, legt man zweckdienlichst horizontal an. Man wähle jedoch einen vor Winden geschützten Ort, denn selbst große Temperaturdifferenzm bei Windstille sind nicht so schädlich wie geringere bei scharfem Wind. Die Starke der Schutzschicht muß sich selbstredend nach den örtlichen Winterverhältnissen richten. Man bedenke stets, daß zu hohe Temperaturen ebenso ungünstig wirken wie zu niedrige. Gottesdienst der israeiittschen Religionsgesellschaft. Freitag Abend 400 Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, Samstag Nachmittag 3°o Uhr, Samstag Abend 500 Uhr. Bekanntmachung. Es können an brave Dienstboten, welche in dem Sparkassebezirk Gießen 10 oder nahezu 10 Jahre lang bei einer und derselben Herrschaft dienen, Prämien ausbezahlt werden. Diejenigen Dienstboten, welche eine Prämie in Anspruch nehmen wollen und sich noch nicht angemeldet haben, werden ausgesordert, sich binnen 14 Tagen bei dem Unterzeichneten mündlich oder schriftlich zu melden und zugleich ihre Dienstbücher und Zeugniffe ihrer Herrschaft vorzulegen. Gießen, am 17. November 1890. Die Direction des Spar- und Leihkasse-Vereins. Langsdorfs. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Keffelbach für 1891/92 liegt vom 20. bis 28. November auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier zur Einsicht aller Betheiligten offen. Kesselbach, am 19 November 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Keffelbach Stein. 9710 Evangelischer Jünglings- und Münnerverein. Dieser Verein, der seit einigen Jahren besteht, hat Jahr aus Jahr ein seine regelmäßigen Zusammenkünfte am Sonnrag, Dien-tag, Freitag und SamStag, Abends zwischen 8 und halb 11 Uhr, im Vereinslocal in der „Herberge zur Heimath". Wir laden junge Leute zum Beitritt freundlichst ein; dieselben können sich melden bei den Vorstandsmitgliedern Fabrikant Eugen Kaufsmann, Hausvater Kahle, Schremermeister Lenz und dem Unterzeichneten, auch im Vereinslocal selbst, deffen Besuch an den Vereinsabenden gastweife gern gestattet wird. Gießen, 20. November 1890. Für den Vorstand: 9709 Dr. Naumann, Pfarrer. Adler- Schaaf, Giessen en Seltersweg Nr. 39. Medle Äerbandftofte, Bad<-Ingredier.^ Tawstag lei «tierjei^etet 6: ließen, bin mittlere Wohnung, Südanl?ge Nr. 4, i bestehend aus 8 Zimmern mit Zubehör | und Gartenantheil, ist zu oermiethen 9693 _________________ I. Alker. 1 -— 9694] Eine Wohnung, bestehend aus 2 Zimmern, 1 Cabinet und Küche, mit; sonstigem Zubehör, ist wegzugshalber ■ anderweit zu oermiethen. Wilh. Wagner. Frankfurterstraße 41. M Aber ad), b(r 1 jä* ■ e n dem ' ihrem M61/ ™ unb bereits zum 3» Ell." N« bl Ä «""der der M-r der treu« Grift weg« ich glaube aber, W> sich allein zu Gaste \\ Savarin des alten dem MM, das ihr schuldigte sich damit, seien. Da kam er al erwiderte dieser linde bärmlicher Sclave, n cullus speist?" - "n WÜthsart, nimmer iw Senators sahig , weit dann schmackhaft sand, Sclaven gemästet hatd aus keinem guten Futz er beschuldigt ihn, daß stets zwanzig Psund i von da ihm zu viel a Auch sein Verhäl! liche als laue Temper geschmacklos und meti sindet. „Doetor," p[t mit Ihnen, nie aber zu trinken." In dem .socialei Vier zu einer Macht unsere Sitten und tz Gesundheit den bedeu lichsten Einfluß ausü auch - aus der Na 9703] Eine geübte Schachspielerin wird gesucht. Mittlere Bahnhofstraße. 9692] Ein Mädchen empfiehlt sich im Kleidermachen und Flicken. Näheres in dir Exped. d. Bl. nenfabrik in Antwerpen rc Entree 30 Kinder 20 Abonnements: 10 Reisen 2 JL. Schüler l 50 — Geöffnet von Morgens 16 Uhr bis Abends 10 Uhr. 19555 Jeden Sonntag neue Reisen. Wiederholungen finden nicht statt. 9 - 95J Ein Mädchen sucht Stelle in besseres Haus Völker, Maigasse 12 Sä *■ ii ■Äi? fc. a Ä a»ontaa?*M i(i '®5f£t3'*c 166 3 ^«meifle 3% Reichsanleihe 3V2°/o do. 3% Preuß. Conscls 3Va% do. Die Beerdigung findet Samstag Nachmittag 3$ (Frankfurterstrasse 4) aus statt. Todes-Anzeige. Statt jeder besonderen Anzeige hiermit die für uns so schmerzliche Nachricht, daß unser lieber, einziger Sohn und Bruder Ioh. Hkinr. Carl Werte, 97clj Ein Logis alsbald zu oermiethen bei Jungblut, Promenadehaus. 9708] Zwei kleine Logis zu oermiethen- Marktplatz 20. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass unser unvergesslicher Gatte, Vater, Grossvater, Schwiegervater und Onkel Im Hamen der Hinterbliebenen: Werte, Landg.-Rath. 20. November 1890. [9696 257.37 Mainzer E.-B.-Act. 206 50 Marienburger E.-B.-Act. - Druck und Vertag der Brübl'ichen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. » billig •«><% R« »«OH« «m.« 9 «*» H, tn Antwerpen mu oen munuctuy».. morgruppen, das Leid, n Christi darstellend, §^nto-Comma^ die roeltheiübmte Kanzel von.St. Rom -, Darmstädter Bank Act. Nndeicenen von Dresdener Bank-Act. len, sind '•behause der ^t>. WWWW>W»W>WWWWWWI^^WWWWWWW>W»WWWWW»»WWWW^>WW^»>W>WW^>WW»WWWWWWW>WWWWWWWWWWWW>WWWW»^^^ 9662 9663 Gnauth. A9.I Maurerarbeit Gießen, 19- November 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 9618 A« DoctCF^ Seltersweg, 9368 13^ im Blödner’schen Hause (ehemals I^abroisse). ^MUMMUUMMMNMUUMM7777MMU?U 9381 M «5£ <^L «T vor Trunksucht, in Anbetracht, nommen hatte. Woche frei und Nasenfresko. Louis Lony, Bahnhofstraße 27. Giessen Zeltersweg. welcher seine Sitzungen allwöchentlich hielt, daß das Laster gar so stark überhand ge- So war ihm nun kein Abend in der jede Sitzung pinselte neue Gluthen auf sein werden: veranschlagt zu 9644] Für die Weihnachts Saison empfehle das Neueste in Sophakissen, Schlummerrollen und Schlummerpufts. 1'ritz Äowack, SUtersweg. Ge- der c//& n n n n Arbeitsversteigeruttg. Samstag den 22 l. M, 273,10 906,63 79 — 152M 2576,34 00' 55» Alle unsere Patienten, so viel wir deren bisher — nicht in die Kur genommen, sie genossen, so schwer sie mitunter an des Lebens Last und Leid zu tragen hatten, doch des Glückes, selbstständig ihren Weg zu gehen, mit eigenem Auge ihren Pfad zu wählen, allein bitter ist das Loos Derer, die außerhalb ihrer vier Wände stets des Leiters bedürfen, denen das fremde Auge jeden ihrer Schritte lenken muß. Dort der schöne junge Mann mit dem blonden Vollbart und den sanften, melancholischen Zügen, dem wir.jeden Mittag am Arme seiner Gattin hier Unter den Linden begegnen, wer sähe es seinen glänzenden, lichthungrig in die Welt schauenden Augen an, daß sie in ewige Nacht gehüllt sind? Eines Abends legte er sich sehend ins Bett und erwachte Morgens als ein Blinder. Aber ein Engel stand ihm schützend zur Seite. Fortan wird seine edle, junge Gefährtin es sich zur den Eingang sämmtiicher Neuheiten für Herbst und Winter 1890,91 heiligen Aufgabe machen, ihn als Mentor durchs Leben zu geleiten, jeden seiner Schritte zu behüten. Man preist das Auge als das zarteste und edelste Organ, als das Wunder im Wunderbau des Menschen. Und wenn wir ein uns Anvertrautes so recht in Acht zu nehmen geloben, so wollen wir es „behüten wie unseren Augapfel". Gehen wir denn aber in der That so ängstlich und sorgsam mit demselben um? Arbeitet denn nicht unser ganzes Erziehungssystem von der ersten Schulzeit ab auf den Verlust dieses Juwels hin ? Verbieten es die Lehrer etwa, wenn die Kinder das Auge auf Schreibebuch und Rechenheft förmlich hinlegen? Besonders aber sind es wieder die höheren Schulen, die wir als Gesundheitsverderber anzuklagen haben, sie sind es, die namentlich dem Auge Kraft, Glanz und Schönheit rauben. Jede höhere Klasse vermehrt die Zahl der Augenkranken, zumal der Kurzsichtigen. Sprachen und Wissenschaften stürmen aus das arme Kindergehirn ein, zu ihrer Bewältigung muß die Nacht zu Hilfe genommen werden. Wie der Bergmann den Korb rastlos in die Tiefe sendet, um deren Erz hervorzuholen, so tauchen wir zwölf bis zwanzig Jahre hindurch, die schönsten des Lebens, unser Auge in den Schacht des Wissens, um geistige Schätze — aber ach, mit wie viel taubem Gestein vermischt — einzuheimsen. Dieser Schatzsörderer wird aber durch übermäßigen Gebrauch bald schadhaft und das Glas ist das Flickwerk, welches ihn noth- dürftig wieder brauchbar machen soll. Daher diese Legionen männlicher und weiblicher Brillenträger, von welchen unsere Straßen wimmeln und von denen unsere zukünftigen Generationen nur eine gründliche Reform des Unterrichts, die allen Ballast über Bord wirft, wird befreien können. Noch zeigt unsere Sprechstunde sich überfüllt. Sehet jenen Unglücklichen mit dem schlotternden, schwankenden Gang, der uns sofort — Lasciate ogni speranza — den Rücken- Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. märker verkündet, jenes beständig von Zuckungen, dem sichtskrampf, verzerrte Antlitz, jenen Bedauernswerthen, mitten auf der Straße von epileptischen —" „Aber, lieber College, was fehlt Ihnen? Sie unwohl?" „Es ist mein Asthma — das mich befällt — wie Steinhauerarbeit Schlofferarbeit “ Gußeisenlieserung Pflasterarbeit 409 """ vn V Ieilgeöotenes. Korkstopfen, Korkmaschinen siehlt billigst Dieb — aber heute bei Hellem Tag. — Ich suchte Splitter und vergaß den Balken im eigenen Auge —" „Kommen Sie, kommen Sie, ich werde Sie nach Hause bringen." Eben treffen wir auf ein solches Musterexemplar von Kupfernase, dem es auch nicht an der Wiege vorgesungen worden war, daß es einst unter seines Gleichen wie ein Rubin an Glanz und wie eine Gurke an Größe hervorleuchten würde. Ich kenne den Träger dieses Weltwunders sehr wohl, mag ihn aber nicht näher bezeichnen, aus Rücksicht aus seine Familie, die es nicht erfahren darf, daß ihr würdiges Oberhaupt sein Riechorgan tagtäglich in 10 bis 12 Seidel, will sagen, alljährlich in 30 Centner Bier eintaucht. Diese Nase war einst schlecht und recht, wie Deine und meine, lieber Leser, sie wuchs aus wie ein Veilchen im Garten und hatte keine Ahnung von ihrer künftigen Größe. Da trat ein Wendepunkt in ihrem Leben ein und zwar mit dem ersten Vereinsdiplom ihres Besitzers. Unser Ovidius wurde Mitglied des Vereins zur Rettung Schiffbrüchiger — hier erheischte die Beschaffenheit des tückischen Elementes schon an sich eine energische Befeuchtung der Lippen. Aber die Ehren häuften sich, der Scat-, Kegel- und Debattirclub, die Dichterschule, der Turn-, Bezirks-, Vorschuß-, Radfahrer-, Gesang-, Krieger- und Jmkerverein, die entlassenen Sträflinge, die verwahrlosten Fabrikmädchen und Waisenknaben, alles riß sich um den verdienten Mitbürger. Zuletzt — und das war sein, oder vielmehr ihr, nämlich der Nase, Verderben — berief man ihn in den Vorstand des Vereins zur Bewahrung Neubau öer stabt. Knabenschule in Giesten. Die Arbeiten zur Herstellung der Blitzableiter-Anlage sollen im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Arbeitsverzeichniß und Bedingungen liegen im Geschäftszimmer Nr. 3 zur Einsicht offen und sind die Angebote bis spätestens SamStag den 22. d. M., Bormittag- 10 Uhr, vei unterzeichneter Stelle einzureichen. Gießen, den 18. November 1890. -Bekanntmachung. Die Herstellung der Schreiner- und Anstreicherarbetten zur Ausführung eines Winterhaujes für das Liebig- denkmal sollen im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Zeichnung, Arbettsverzeichniß und Bedingungen liegen im Geschäftszimmer Nr. 3 zur Einsicht offen und sind die Angebote bis spätestens Montag den 24. ds. Mts,, Vormittags 10 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen. Gießen, den 18. November 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ge. Anzeige hi-m" d'- [er lieber, th* von Fritz Schulz jun., Leipzig, ent ernt mit Leichtigkeit, schnell und sicher mit wenigen Tropfen Wasser jeden Harz-, Oelfarben, Theer-, Lack-, Wagenschmier-, Oel- und sonstigen Flecken, ebenso Fett-, Schweiß-, Schmutz- ränder von Rock- und W.stenkragen. Preis pr. St. 25 Pf. Beim Einkauf achte man genau auf nebenstehende Schutzmarke. Vorräthig in Gießen bei [9324 Otto Schaaf, Seltersweg 69. 9'53] Unterzeichneter verkauft eine Theke, eine Pumpe mit Stock und zwei Waagen. _ _ , Georg Möhl, Metzger. 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Er ist berühmt wegen der ausgesuchten Diners, die er gibt, ich glaube aber, daß er fast noch besser speist, wenn er bei sich allein zu Gaste ist. Sein Vorbild Lucullus, der Brillat- Savarin des alten Roms, war einst sehr unzufrieden mit dem Menu, das ihm sein Koch angerichtet- derselbe entschuldigte sich damit, daß ja heute keine Gäste eingeladen seien. Da kam er aber bei seinem Herrn schön an. „Wie?" erwiderte dieser (indem er ihm einige Hiebe versetzte). „Erbärmlicher Sclave, weißt Du nicht, daß Lucullus beim Lu- eullus speist?" — Unser Feinschmecker ist von sanfterer Ge- müthsart, nimmer wäre er der Grausamkeit jenes römischen Senators fähig, welcher die Karpfen seines Teiches nur dann schmackhaft fand, wenn er sie vorher mit einigen seiner Sclaven gemästet hatte. Nur mit einem Menschen steht er aus keinem guten Fuße, es ist der Nathswaagemeister, denn er beschuldigt ihn, daß er ihm bei der Abreise nach Marienbad stets zwanzig Pfund unterschlage, die er bei der Rückkunft von da ihm zu viel ankreide. Auch sein Verhältniß zu mir zeigte eine mehr winterliche als laue Temperatur, da er andauernd meine Recepte geschmacklos und meine diätetischen Predigten ungenießbar findet. „Doctor," pflegte er zu sagen, „ich bin stets bereit, mit Ihnen, nie aber etwas von Ihnen und Ihrer Küche zu trinken." In dem socialen Leben der Gegenwart hat sich das Bier zu einer Macht emporgeschwungen, welche nicht nur auf unsere Sitten und Gewohnheiten, sondern auch auf unsere Gesundheit den bedeutendsten, aber nicht immer den förderlichsten Einfluß ausübt und ihre Spuren mit Keilschrift u. A. auch — aus der Nase ihrer Verehrer — auszuprägen liebt. von Vorm. 9 Uhr an, sollen im alten Nathhause versteigert Keine Flecken mehr! 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