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August Nr. 193 1890 Kichmer Anzeiger Aenerat-Mnzeiger. Amts- und Anzrigeblatt für den Ureis Gieren. ea= Gratisbeilage: Gießener Kamitienbtätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Redactton, Expedition und Druckerei: Kchukstraße Ar.lt. Fernsprecher 51. Vierteljähriger Avonnemerrtspreisi 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener M«mttte«5lLlter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Otetzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Aste Annoncen-Bnreaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Shell. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Bataillone des Großh. Infanterie-Regiments Nr. 116 am Samstag den 23. l. M- und Samstag den 30. l. M. in dem Gelände westlich Allendorf a. d. Lahn—Lützellinden Schießübungen mit scharfen Patronen abhalten werden. Die Schußrichtung läuft von Allendorf a. d. Lahn nach dem Finsterloh, zwischen Groß-Rechtenbach und Münchholzhausen hindurch. Das Schießen beginnt am 23. l. M. um 9 Uhr Morgens, am 30. l. M. 5 Uhr Nachmittags. Es wird daher gewarnt, an diesen Tagen und zwar am 23. l. M- von 8 bis 11 Uhr Morgens, am 30. l. M. von 4 bis 7 Uhr Nachmittags das Gelände innerhalb folgender Grenzen zu betreten: 1) Weg von Allendorf a. d. Lahn nach Münchholzhausen. 2) Weg von Münchholzhausen nach Büblinghausen. 3) Chaussee Wetzlar—Groß-Rechtenbach von Büblinghausen bis Groß-Rechtenbach. 4) Chaussee Groß-Rechtenbach nach Lützellinden. 5) Chaussee Lützellinden—Allendorf a. d. Lahn. Gießen, den 19. August 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Jost, Regierungsrath. Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat mit Rücksicht auf den Stand der Ernte und der Weinberge bestimmt, daß die Heegzeit für Feldhühner in dem ganzen Großherzogthum .im lausenden Jahre mit dem 24. d. Mts. endigt. Die Jagd auf Feldhühner ist hiernach im Kreis Gießen mit dem 25. l. M. eröffnet. Gießen, am 18. August 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Jost, Regierungsrath. Betr.: Die Feldbereinigung in der Gemarkung Saasen. Bekanntmachung. Die Verhandlungen über die Ausstellung des allgemeinen Meliorationsplanes für die Gemarkung Saasen liegen zur Einsicht der Betheiligten vom 25. August bis 8. September l. I. auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei Saasen offen, nämlich: 1) die Karte mit Einzeichnung des neuen Wege- und Grabennetzes; 2) die Erläuterungen dazu mit den Beschlüssen der Vollzugscommission in einem Hefte; 3) das Protocoll über die Prüfung dieses Meliorationsplanes durch die Landescommission vom 4. Juni L I.; 4) die Acten über die geplante Regulirung der Gemar- kungSgrenze von Saasen mit: a. Lindenstruth, b. Göbelnrod, c. Harbach, d. Reinharvshain; 5) die Acten wegen Anlage verschiedener Waldtheile zu Feld und umgekehrt. Am 10. September l. I., Vormittags 9 Uhr, wird der Unterzeichnete mit der Vollzugscommission aus dem Bürgermeistereibureau in Saasen zur Auskunftsertheilung und Entgegennahme von Anträgen anwesend sein. Etwaige Einwendungen gegen die vorgenannten Arbeiten müssen bei Meldung späterer Nichtberücksichtigung entweder während obiger Frist schriftlich bei der Bürgermeisterei Saasen überreicht oder in der erwähnten Tagfahrt den 10. September eingebracht werden. Darmstadt, den 11. August 1890. Der Vollzugscommissär: Nover, Regierungsrath. Bekanntmachung. Nachstehendes Verzeichniß der von den Mitgliedern des Alsfelder Zuchtvereins verkäuflich abzugebenden Bullen und Bullenkälber der Simmenthaler Rasse 1) Johannes Orth zu Niederbreidenbach, Bulle Vr Jahr. 2) Konrad Zulauf zu Niederbreidenbach, Bulle Vr Jahr. 3) Pachter Hesse zu Lehrbach, Bulle 1 Jahr, 3 Bullenkälber Vs Jahr. 4) Karl Graulich zu Zell, Bulle 7 Monat. 5) Andreas Lepper III. zu Zell, 4 Bullen 7 Monat. 6) Johannes Simon III. zu Zell, 2 Bullen 7 Monat. 7) Konrad Eisfelder II. zu Zell, 5 Bullen 7 Monat. 8) Konrad Ditschler II. zu Zell, 1 Bulle 1 Jahr. 9) Johannes Kreuder I. zu Vadenrod, Bulle 1 Jahr. 10) Karl Psannftiel zu Angenrod, 6 Bullen. 11) Peter Kalbfleisch zu Billertshausen, Bulle 10 Monat. 12) Bürgermeister Dippel zu Reibertenrod, Bulle Vr Jahr. 13) Kr. Grost zu Kleinfelds 1 Bulle 1 V< Jahr, wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Gießen, den 19. August 1890. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost, Regierungsrath. Feuilleton. Deutsche Herzen. Erzählung aus btn Kriegejahren von 1870/71. Von Carl Cafsau. (Schluß.) Lieutenant v. d. Beck hatte zuletzt bei dem General Adjutantendienste thun müssen. Er hatte den Abzug des gefangenen Franzosenkaisers gesehen und erzählte voll Begeisterung davon. An diesem Tage war es auch, an welchem bei dem Diner König Wilhelm die denkwürdigeu Worte sprach: „Sie, Graf von Bismarck, haben Unsere Politik auf die jetzige Höhe gebracht/ Sie, Kriegsminister v. Roon, haben Unser Schwert geschärft, und Sie, General v. Moltke, haben es so meisterhaft geführt. Es lebe die tapfere deutsche Armee!" Ludwig und Hans waren unverwundet geblieben. Noch aus dem Schlachtfelde setzte der zum Hauptmann ernannte Herr v. d. Beck es durch, daß Ehrbrecht und Martin als kämpfende Soldaten in das Regiment eingereiht wurden, denn ihre Tapferkeit und Brauchbarkeit stand über allem Zweifel erhaben. Die beiden jungen Männer freuten sich über die Ehre, als deutsche Soldaten für das Vaterland mitkämpsen zu dürfen, über alle Maßen und wollten sich noch extra bei ihrem Hauptmann dafür bedanken. Dieser lachte aber und sagte: „Bei Gott, Ehrbrecht, Sie sind ein braver Kerl und in Frankreich dem deutschen Vaterlande nicht untreu geworden, And Ihrem Gefährten Martin muß ich das gleiche Lob spenden!" Am 11. September stand die Compagnie, bei welcher Ludwig und Martin dienten, in Rheims. Nahe der Kathedrale bewohnte Herr Charles Masson, Ludwigs Vormund, ein großes Haus, an dessen Front mit Riesenschrift die Firma prangte. Während des Marsches hatte sich der Hauptmann bei dem commandirenden Generale dafür verwandt, daß nicht etwa seitens der französischen Behörden Ludwigs Vermögen wegen seines Uebertritts in die deutsche Armee confiscirt würde, ein Fall, der wegen Ludwigs Zukunft vermieden werden mußte. In der That wurden die betreffenden Documente ausgeliefert und so Ludwigs Vermögen von der deutschen Heeresverwaltung vorläufig sichergestellt. Einen großen Schrecken bekam der edle Herr Masson nun, als er seiner Schwester Kittd in der deutschen Uniform plötzlich vor sich stehen sah. Ludwig aber sagte ernst: „Lieber Onkel, lassen Sie Ihre Strafpredigt/ ich bin ein Deutscher und hatte einmal keine Anlage zum Franzosen! Nicht wahr, wir wollen ohne Groll von einander scheiden?" Herr Masson hatte, von der Wendung der Dinge überrascht, wie so viele Franzosen völlig den Kopf verloren. Er nickte wortlos und reichte Ludwig die Hand. Dieser sagte warm: „Nach Jahren, wenn Sie eingesehen haben werden, daß es so kommen mußte, sehen wir uns vielleicht versöhnt wieder. Leben Sie jetzt wohl." Er ging, um mit Hans Martin noch der Akademie einen Besuch abzustatten, aber die Akademie war bis auf den alten la Haisse, den man dort fand, leer. „Schade", meinte Ludwig. „Der einzige Ehrenmann hier war — dieser Stelzfuß. Adieu, Vater la Haisse !u Bekanntmachung, die Abhaltung landwirthschaftlicher Vorträge betreffend. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Landwirthschastslehrer Leithiger von Alsfeld 1) Sonntag den 24. August 1890, Nachmittags 2i/2 Uhr, einen Vortrag über; die Aufzucht und Pflege des Jungviehes in dem Locale des Herrn Wirths Theiß in Weiter-Hain; 2) Sonntag den 31. August 1890, Nachmittags 2 V2 Uhr, einen Vortrag über: landwirth- schastliche Buchführung in dem Locale des Herrn Wirths Konr. Weil III. zu Lang-Gon-; 3) Sonntag den 7. September 1890, Nachmittags 2 Uhr, einen Vortrag über: Molkereiwesen im „Rappen" zu Grünberg; 4) Sonntag den 14. September 1890, Nachmittags 2 Uhr, einen Vortrag über: die Trockenlegung der Grundstücke in dem Locale des Herrn Joh. Heiland zu Lich; 5) Sonntag den 21. September 1890, Nachmittags 2V2 Uhr, einen Vortrag über: Molkereiwesen in dem Locale des Herrn Wirths Konr. Weil III. zu Lang-Goa-; 6) Sonntag den 28. September 1890, Nachmittags 2 Uhr, einen Vortrag über: landwirth- schaftliche Buchführung in dem Gasthose „Zum Rappen" zu Grünberg; 7) Sonntag den S. October 1890, Nachmittags 2 Uhr, einen Vortrag über: Anlage von Gewannwegen in dem Locale des Herrn Joh. Heiland zu Lich halten wird. Alle Mitglieder des landwirthschaftlichen Bezirksvereins, der landwirthschaftlichen Localvereine und alle Freunde der Landwirthschaft werden zu diesen Versammlungen hierdurch ergebenst eingeladen. Die Herren Bürgermeister der Gemeinden, in welchen Vorträge gehalten werden, sowie die der benachbarten Gemeinden werden hierdurch ersucht, auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Gießen, den 8. August 1890. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost, Regierungsrath. politische Uebersicht. Gießen, 20. August. Nach herrlicher Meeresfahrt weilt Kaiser Wilhelm seit Sonntag auf russischem Boden, von der Czarenfamilie wie von der russischen Bevölkerung herzlichst empfangen, während Der alte Invalide weinte und sagte: „Ja, es mußte so kommen! Ich sehe es diesen tapferen deutschen Soldaten an, daß wir sie nicht besiegen konnten! O, mein armes Frankreich, wie haben übele Rathgeber Dich zu Grunde gerichtet!" Am 19. September sahen die Deutschen die Thürme von Paris, aber erst am 28. Januar 1871 eapitulirte nach unendlichen Kämpfen die Riesenfestung/ Metz und Straßburg waren bereits früher gefallen. Ludwig Ehrbrecht und Hans Martin zogen später mit dem 1. bayerischen Corps unter dem General v. d. Tann gegen die Loire-Armee, welche nach vielen anderen Kämpfen endlich bei le Mans vernichtet ward. Beide tapferen jungen Leute avaneirten nach dieser Schlacht zu Unteroffizieren. Hans Martin blieb nach dem Friedensschlüsse noch bei dem bayerischen Heere und wurde später Feldwebel. Ludwig Ehrbrecht wurde, da er ein gebildeter junger Mann war, als Einjährig-Freiwilliger anerkannt und bestand das Offiziersexamen, ward später Reserve-Lieutenant und nahm nach abgelaufener Dienstzeit den Abschied, um sich in München ebenfalls eine Zeitlang niederzulassen. Er studirte hier, um später die Landwirthschaft betreiben zu können, da er sich von seinem Erbtheil ein Landgut zu kaufen gedachte. Kurze Zeit vor seiner Abreise aus München tritt Ludwig eines Tages in einen Laden, um sich Cigarren zu erhandeln. Dort trifft er einen langbärtigen Soldaten in Feldwebelunisorm. „Beim heiligen Lambertus, meinem Schutzpatron!" rief der alte Feldwebel da aus. „Sie sind ja Ludwig Ehrbrecht!" Ludwig umarmte ihn mit Thrünen und erwiderte: „Bäumle, lieber alter Bäumle, mein guter, braver Ser zugleich die Petersburger und Moskauer Blätter fast ausnahmslos dem kaiserlichen Gaste sehr sympathische Begrüßungs- artikkl widmeten, lieber die Landung Kaiser Wilhelms in Reval und seinen offieiellen Empfang in Narwa, dem Mittelpunkte der gegenwärtigen russischen Truppenmanöver, hat der Telegraph schon in ausführlicher Weise berichtet und erscheint daher eine Wiederholung der betreffenden Meldungen an dieser Stelle nicht mehr angezeigt. In Narwa sand am Sonntag Abend in der Polewzew'schen Villa, dem Absteigequartier Kaiser Wilhelms und des Czarenpaares, Familien- diner der gesammten anwesenden allerhöchsten und höchsten Herrschaften statt, worauf Feuerwerk am Wasserfall des Parkes folgte. Am Montag wohnten die Majestäten mit ihrer Umgebung der Feier des Patronatsfestes des Preo- braschenski'schen Garde-Regiments bei, aus welchem Anlaß Feldgottesdienst und Parade, dann zweimaliger Vorbeimarsch des Regiments vor den Monarchen stattfand. Beide Kaiser trugen russische Uniformen, wobei Kaiser Wilhelm den Andreasorden mit Kette, der Czar den Schwarzen Adlerorden mit Kette angelegt hatte. Nachdem die Majestäten das Lager der Truppen mit einem Besuche beehrt, folgte das Frühstücks im späteren Verlaufe des Tages besichtigten die allerhöchsten Herrschaften die Stadt Narwa, am Abend fanden in der Palewzew'schen Villa Galatasel und Marschalldiner statt. Am Dienstag nahmen unter den Augen der beiden Monarchen die Manöver des russischen Gardeeorps ihren Anfang. Soweit bekannt, wird Kaiser Wilhelm auch die Rückreise nach Deutschland zu Wasser unternehmen und sich zu diesem Besuche im Laufe des 23. August in Kronstadt an Bord der „Hohenzollern" einschiffen. Auf der Heimreise wird der Kaiser einige Tage in Ostpreußen verweilen und u. A. den Manövern in Masuren beiwohnen. Prinz Albrecht von Preußen weilt gegenwärtig behufs Vornahme militärischer Besichtigungen in Ostpreußen. Dem hohen Herrn wurde bei seiner am Montag Vormittag erfolgten Ankunft in Königsberg ein glänzender Empfang bereitet. Am Dienstag Mittag setzte Prinz Albrecht die Weiterreise nach Insterburg fort. In dem Städtchen Weinheim an der Bergstraße waren am Sonntag die Abgeordneten des badischen Militärvereius- Verbandes versammelt und wurde die Versammlung durch die Gegenwart des Großherzogs von Baden ausgezeichnet, welcher zu diesem Zwecke eigens seinen Sommerausenthalt auf der Insel Mainau unterbrochen hatte. Der Großherzog nahm an den Verhandlungen, wie an der sich anreihenden Enthüllungsfeier des Kaiser- und Kriegerdenkmales Theil und wandte sich hierbei der Monarch in drei Ansprachen an die versammelten alten Krieger. Der hohe Herr mahnte in seinen eindrucksvollen Reden die Anwesenden, festzuhalten an der Treue gegen Kaiser und Reich und die Vergangenheit nicht zu vergessen, um für die Zukunft stark zu sein. „Wir müssen auf Vorposten sein", schloß der erlauchte Redner seine Kundgebungen, die von den Kriegern mit jubelndem Beifall ausgenommen wurden. Abends kehrte der Großherzog nach Mainau zurück. Das vierte deutsche Sängerbundesfest in Wien hat sich in seinem gesammten Verlaus zu einem echt nationalen Feste und zu einer imposanten Kundgebung des Deutschthums gestaltet, wie sie auf österreichischem Boden lange nicht dagewesen ist. Die Reden und Ansprachen, die aus dem Sängertag zu Wien bei den verschiedensten Gelegenheiten gehalten wurden, feierten nicht nur das deutsche Lied und das unermüdliche künstlerische Streben der deutschen Sängerschaft, sondern noch weit mehr die geistige Zusammengehörigkeit aller deutschen Stämme, auch wenn dieselben durch politische Grenzen getrennt sind. Auch die aus dem Feste vorgetragenen Lieder der frohen Sängerschaaren trugen meist dieser Stimmung Rechnung und unter ihnen befanden sich auch das sonst in Oesterreich so verpönte „deutsche Lied" und die „Wacht am Rhein", deren Vortrag in Oesterreich gewöhnlich auch als halber Landesverrath gilt. Diesmal aber wurden beide nationalen Lieder in der Festhalle wiederholt und unter stürmischem Beifalle der versammelten Tausende gesungen und die Taaffe'schen Regierungsorgane wagten nicht den geringsten geeint! Finde ich Sie so wieder? Wo haben Sie das eiserne Kreuz von Sedan?" „Hier ist es!" lachte der alte Feldwebel. „Bin aus Bamberg auf Urlaub hier! Ei, wie freue ich mich, Sie zu sehen! Nein, welch ein Prachtkerlchen waren Sie und sind Sie jetzt erst recht, lieber Ehrbrecht!" Da mischte sich der Cigarrenhändler, erstaunt über die vertraulichen Worte des Feldwebels, ein und sagte: „Der Herr ist jetzt ja Lieutenant!" Bäumle fuhr da zurück, als hätte ihn der Blitz getroffen. „Lieutenant?" stotterte er dann. „Ach, verzeihen Sie, Herr Lieutenant, daß ich Sie so täppisch begrüßte!" Aber Ehrbrecht entgegnete: „Verzeihen? Ich habe Ihnen nichts zu verzeihen, mein lieber Bäumle! Sie bleiben mein lieber Freund und Kamerad. Und nun lassen Sie uns das Wiedersehen bei einem guten Tropfen feiern!" * Vielfach glaubt das Volk noch fest an die magische Kraft des Traurings. So werden in England und Nord- Amerika kleine Streifen des Hochzeitskuchens durch den Trauring gezogen und an die ledigen Hochzeitsgäste vertheilt. Wenn diese den Kuchen unter das Kopskissen legen, so träumen sie angeblich von dem oder der Zukünftigen. Ferner hat Regenwasser, in einer Schüssel aufgefangen, aus deren Boden ein Ehering liegt, medieinische Kräfte. Der Brauch, den Ning der Treue an dem vierten Finger zu tragen, rührt von dem Glauben her, daß von diesem sogenannten Goldfinger eine Blutader bis zum Herzen reiche und die Zauberkraft des Ringes nach dem Herzen hinwirke. Widerspruch — natürlich, war doch Ministerpräsident Gras Taaffe selbst im Gefolge der Erzherzöge Carl Ludwig und Wilhelm Rainer, und begleite: von einigen seiner Mimster- collegen, am Sonntag Abend in der Festhalle anwesend! Graf Taaffe, der bisherige eifrige Freund und Förderer der Slavenwirthschaft im lieben Oesterreich, als Gast auf einem ausgesprochen nationalen Feste der Deutschen — das ist in der Thar ein Ereigniß und es begreift sich daher, wenn nunmehr das „deutsche Lied" und die „Wacht am Rhein" auch jenseits der schwarzgelben Grenzpfähle wieder zu Ehren kommen! Deutsches Reich. ][ Darmstadt, 19. August. Dem ausgegebenen Programm gemäß hat gestern in Narwa die Feier des Regiments Preo- braschinski stattgefunden, welchem auch der Großfürst Sergius von Rußland angehört, Unser Großherzog hat die Gelegenheit wahrgenommen, feinen Schwiegersohn ä la suite seines Leibgarde-Regiments zu stellen, welches in der deutschen Infanterie die Nummer 115 trägt. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 19. August. Die auf den 23. August anberaumte Sitzung des Emin-Pascha-Comites, sowie das Festmahl zu Ehren Dr. Peters sind aus den 25. August verschoben worden. Fulda, 19. August. Zu der morgen beginnenden Bischosseonferenz, woran nur preußische Bischöfe, einschließlich derjenigen von Mainz und Freiburg, theilnehmen, erscheinen alle Bischöfe persönlich, ausgenommen der von Paderborn, für den ein Vertreter kommt. Den Vorsitz führt der Erzbischof von Köln. Morgen früh ist Andacht in der Bonifaeiusgruft. Die Verhandlungen werden geheimgehalten. Halle, 19. August. Die Hauptversammlung des V e r e in s deutscher Ingenieure beschloß, die Verleihung der Cor- porationsrechte zu beantragen. Das Vermögen beträgt 139000 Mk. bei 219 380 Mk. Einnahme. Die nächste Versammlung soll zugleich in Duisburg und Düsseldorf abgehalten werden. Bremen, 19. August. Der neuernannte preußische Gesandte bei den Hansestädten, Herr von Thielemann, traf heute um 12 Uhr Mittags hier ein und überreichte dem Senate sein Beglaubigungsschreiben- er folgte sodann einer Einladung des Senats zum Diner, nachdem er vorher die nordwestdeutsche Ausstellung besucht hatte. Seine Abreise erfolgte um 7 Uhr 40 Mm. Abends. Wien, 19. August. Laut Militärverordnungsblatt ordnete der Kaiser die Aufstellung eines 42. Cavallerie-Regiments an, welches am 1. Januar 1891 als Dragoner-Regiment Nr. 15 errichtet wird. — In Zara veranlaßte die außergewöhnliche Hitze bereits wiederholt Sonnenstich-Fälle- auch der Wassermangel wird fühlbar. Bern, 19. August. Das Militärdepartement forderte mit Rücksicht auf die Neutralität der Schweiz die eantonalen Regierungen Namens des Bundesraths auf, das Auf flieg en- lassen von Brieftauben Seitens ausländischer Vertreter oder Gesellschaften von der Schweiz aus durch die Polizeiorgane zu untersagen und jeden darauf zielenden Versuch vereiteln zu lassen. Die Bahnverwaltungen werden ersucht, die Ausführung der bezüglichen Anordnungen möglichst zu unterstützen. Biel, 19. August. Gestern Nachmittag ereignete sich zwischen Biel—Neuenburg in der Schweiz ein Zusammenstoß zwischen einem Güterzuge und einem Personenzuge. Die Maschinen beider Züge wurden gänzlich ineinander gekeilt und mehrere Wagen demolirt. Die beiden Maschinisten und die Heizer sind schwer verwundet, auch Zugführer und Contro- leure erlitten Verletzungen. Ein Controleur ist seinen Verletzungen bereits erlegen. Von den Mitreisenden sollen zehn mehr oder weniger stark verletzt fein. Der Verkehr aus der Strecke ist wieder im Gange. Paris, 19. August. Der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin traf gestern früh auf seiner Dampf-Aacht „Conqueror" im Hafen zu Brest ein, von wo er die ihm ärztlich angerathene Reise nach dem Schwarzen Meere antritt. Augenblicklich ist das Befinden des Großherzogs befriedigend. Paris, 19. August. Da die Häfen Arabiens als choleraverdächtig angesehen werden, so müssen alle Schiffe, welche von Indo-China kommen und in Aden angelegt haben, in Algier oder Toulon sich einer Beobachtungsquarantäne unterwerfen. London, 19. August. Wie das „Bureau Reuter" aus Melbourne meldet, hat sich die Diensteinstellung der Offiziere der Handels-Marine mit großer Schnelligkeit über die Häfen von Melbourne, Sydney und Brisbane verbreitet. Die großen ^Schifffahrts-Gesellschaften beschlossen infolge dessen, die Fahrten ihrer Dampfer einzuftellen. Viele Dampfer sind heute zurückgeblieben, weil Offiziere und Matrosen infolge eines Befehls der Union die Schiffe verließen. Die Schiffsrheder suchen Nichtunionisten einzustellen und offeriren denselben ein längeres Engagement bei erhöhten Gehältern. Kopenhagen, 19. August. Die Offiziere des österreichischen Geschwaders begaben sich mit den dänischen Offizieren Nachmittags nach Skodsberg zum Diner beim Marineminister. Später legte eine Deputation der österreichischen Offiziere auf dem Monument des Admirals Suenson einen Palmenkranz nieder mit der Inschrift: „Dem tapferen Admiral und den wackeren dänischen Streitern von 1864 von k. k. österreichisch-ungarischen Kriegskameraden." Narwa, 19. August. Dem gestrigen Hof-Dejeuner wohnten v. Caprivi, v. Giers, Botschafter v. Schweinitz, Gras Schuwaloff, Graf Wolkenstein und Mitglieder der österreichischen Botschaft bei. Reichskanzler v. Giers kehrt unmittelbar nach dem Dejeuner nach Petersburg zurück. Am Nachmittag sand ein Volksfest am Narwafluß statt. Narwa, 19. August. Die beiden Kaiser sind heute Morgen 9 Uhr nach Jamburg auf das Manöverterrain hinausgefahren. Dort wurden die Pferde bestiegen. Die Avantgarde des Westcorps ging Morgens von Kobiliaky aus gegen den Ort Jamburg vor, welchen das Ostcorps besetzt hielt. Das Gros des Westcorps folgte von Narwa aus. Das Ostcorps wird sich hinter den Fluß Luga zurückziehen. Das Westcorps will morgen den Uebergang bei Jamburg forciren. Kairo, 19. August. An Stelle Blum Paschas ist Miln er zum Unterstaatssecretär der Finanzen ernannt worden. Cocale» nnS provinsiclles. Gießen, 20. August. — Wie und wann man trinken soll, wenn man erhitzt ist, dürfte eine Frage sein, deren Außerachtlassen Manchen ernstlich schon gefährdet hat an Leib und Leben! — In erhitztem Zustande rasch ein Glas ^Wasser oder Bier zu trinken — dieses Kühlungsmittel kann soviel bedeuten, als für Magen- schwache einen Magencatarrh, für Lungenschwache aber noch viel Schlimmeres, indem ganz gesunde Menschen schon zum warnenden Exempel dienten, wenn sie, ohne äußerlich und innerlich sich gänzlich abgekühlt zu haben, den kühlen Trunk sich nicht versagen mochten. So schädlich es nun auch ist, sich erhitzt niederzusetzen, und ohne zuerst etwas trockenes Brod wenigstens zu sich zu nehmen, gleich sofort zu trinken, so wenig soll es schaden, wenn man nach erfolgter Bewegung dem Getränk zuspricht und unmittelbar darauf sich wieder in Bewegung setzt, wie dies z. B. den Soldaten auf den Märschen mit gutem Erfolge jetzt gestattet wird; — jedenfalls ist auch dabei ein schon etwas abgestandenes Wasser zu empfehlen, ebenso wie stets zu große Quantitäten auf einmal zu vermeiden sind, weil zuviel des Guten den Durstigen nicht mehr erfrischt, sondern im Gegentheil abspannend, ja sogar schädlich wirkt. Nur die Bergsteiger pflegen anders zu empfinden und eine rühmliche Ausnahme zu machen, indem bei Gebirgstouren man gewöhnlich von einem Quellwaffer mehr beim Marschiren verconsumiren kann, als der Wanderer auf ebenen Pfaden. — In jedem Fall jedoch ist an heißen Tagen und bei Erhitzung Vorsicht stets geboten, und da die Durstempfiudung meist stärker als der Durst an sich fein dürste, so kann gar oft ein Ausfpülen des Mundes und Gurgeln mit dem Wasser dieselben und noch bessere Dienste dem ermatteten, verstaubten Durstgequälten leisten,, als der Trunk von einem Wasser, dessen Qualität und Quantität häufig von sehr zweifelhaftem Nutzen sein können, wenn man erhitzt die trügerische Labung sucht! — Butzbach, 19. August. Die durch den Tod des Herrn Bürgermeisters Küchel frei gewordene Stelle eines ^irectorS für die Bezirkskaffe Butzbach des Mathildenstifts Friedberg- Butzbach wurde laut Verwaltungsrathsbeschluffes dem seitherigen stellvertretenden Director, Herrn Adam Melchior dahier übertragen. △ Ruppertenrod, 19. August. Unsere Annahme,, daß bei dem Gewitter in der vorvorigen Nacht mehrfache Blitzschläge stattgefunden, hat sich bestätigt. Unweit unseres Ortes an einem Walde fuhr ein Blitzstrahl in die Telephonleitung von hier nach Ermenrod. Ohne weiteren Schaden anzurichten, war der Blitz an dem Leitungspfahl Nr. 22 hinabgefahren, demselben, in welchem vo'r zwei Jahren ebenfalls ein Blitzschlag stattfand. Weiter schlug der Blitz in dieselbe Leitung bet Wallenrod und beschädigte hier vier Leitungsstangen, zwei waren gänzlich zerschmettert. Auch wurden auf der ganzen. Leitung drei Blitzleitungsvorrichtungen in den Bureaus beschädigt. — Ulrichstein, 19. August. Der Selbstmord scheint in unserer Umgegend zur wahren Manie zu werden. Es hat sich in dem benachbarten Nebgeshain schon wieder ein Mann erhängt. Um diesen scheint es allerdings weniger schade, da er ledig und schon oftmals im Gesängniß feinen Aufenthalt genommen. Auch den Strick, womit er sich, an einem Baume im Garten einer Wirtschaft aufgeknüpft, hatte er ungefragt mitgehen heißen. Merkensritz, 14. Augujj. In hiesiger Gemeinde waren vom 7. bis 31. Juli d. I. als Feriencolonisten 18 Knaben im Alter von 9 bis 13 Jahren von Frankfurt am Main bei Herrn Gastwirth August Elßner II. unter der Führung eines Lehrers in Verpflegung. Bei ihrer Ankunft sahen die Knaben schwächlich und chlaß aus, beim Weggang dagegen war ihre Gesichtsfarbe frischer und gesunder und sahen die Kinder kräftiger aus. D. Ztg. Hirzenhain, 15. August. In der Zeit vorn 7. bis 30. Juli d. I. befanden sich hier zwei Feriencolonien aus Frankfurt a. M., je eine von Mädchen und Knaben, unter der Führung einer Lehrerin, resp. eines Lehrers. Die Mädchencolonie war bei Gastwirth Landmann untergebracht und zählte 21 Kinder. Nach dem Zeugniß der betr. Lehrerin haben sich die Kinder in der frischen Bergluft und bei ausgezeichneter Verpflegung sichtlich erholt' Mit blühenden Wangen, munter an Leib und Seele, kehrten sie in die Heimath zurück. — Die Knabencolonie setzte sich aus 20 Knaben im Alter von 8—13 Jahren, aus verschiedenen Schulen Frankfurts, nach Auswahl der Aerzte bestimmt, zusammen. Sie waren bei Gastwirth PH. Becker untergebracht. Auch über den Erfolg dieser Colonie spricht sich der betr. Lehrer in sehr günstiger Weise aus. Vermischtes. Darmstadt, 16. August. Militärdienstnachrichten. Frhr. v. Rots mann, Sec.-Lt. vom Großh. Hess. Feld- Art.-Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-Corps), in das Magdeburg. Feld-Art.-Reg. Nr. 4 verletzt, v. Kröcher, Oberst-Lt. und etatsmäßiger Stabsoffizier des Kür.-Regts. Königin (Pomm.) »in "m. . 2 V» Cl iinb ®§,ca rf) *,«♦»» S« |r,gt. Md-rt. Mdwl » '■ ®. SegtS.) Nr. A m Mi-d bkw'W. &e|f. Jns.-R-gts. • mit Pech»» A 2. W|« * Worms, 18. kc. Reinhardt hat 40,000 Mk. gemad Verbesserung der A rungsklassen aufger Capitals sind theils städtische Bibliothek * Herford, 15. Gegend betreiben se eines Fahrrades. ; diese Neuerung unti berger Landes herv dem Dorse Wallbe einem Besuch in R lichen Landschast, \ das Geschrei der ' .gestimmt, sieht sie steinsegers mit W eilt sie von banne stürzt zum Pfarre ick hebbe den Düt * Dresden, J urtheilte heute de urtheilten Maurer Gesängnih in Gen nus Altdamm be! hatte, nochmals zr 14 Jahren Zuchtl ein sehr seltener £ jetzt zweifellos. * tot W Kreisen wird Berlin junger Mann, der t sich vor ungesä Haupthaar sche W der sonst tüchtig m welchem er eine von seiner Arbeit a Spitze seiner Sch^ °ln Hinterkopse be nutend, aber hie Ursachen, große W unti «dmungsstijrum auWm und ■ 3em die »om s! * der E erlegen. äU Mehr js ?^ner 7®e’ >vtncküe». Sebtn! 7"c?inernfN ober Vier , .cr^tem >*•«'Ä - lunbe Ulenfien * tl Re „' . ’d)on M Sa 'n ne ^°Ech uni) &*be“ fu6Un Trunk *ablrf,_ es nun au» K nc 9^rst etwas troieneS i sI“$ Mto zu trinken, " na? »f°lgt-r Bemgung 'b« darauf sich wieber in S-lbateuaufdenMSrfch-n ,ri; ~ jedenfalls ist nach neS W-si-r zn empfehlen, aloien auj einmal zu ver- \ dürftigen nicht mehr Jipmenb, ja sogar schUfch en anbers zu empfinden unb A, inbem bei Gebirgstouren wfler mehr beim Marschim «iberer aus ebenen Wen. heitzen Tagen und bei Er- ib ba die Durfternpftübung ch sein dürfte, so kann gar nd Gurgeln mit dem Wafier dem ermatteten, verstaubten Trunk von einem Wasser, iusig von sehr zweiselhastern chitzt die trügerische Labung burd) ben Tod des Herrn »ne stelle eines Jirectors Mathildensüfts Friedberg- rathsbeschlusses bem \txv Herrn Adam Melchior ft. Unsere Annahme,, baß iqen Nacht mhrsache Bch ltiql Unweit unseres Ortes rahl in die Telephonleitung weiteren Schaden anzmchten, saht Nr. 22 hmabMen, fahren ebensaüs eiri W )er Blitz in dieselbe Leitung n vier LeLungssMM/ uch wurden aus der 9* 7°ge° i» dm 6t" to®etb'*^bW Man-- zu «* am Ä« 1". ba ltr5in3|S« w* 5* J®‘ einem Sa«we ,**"£.* » 13 ^r”ö unter der Au»u''Achter Ank""' fiqn"» « > bla»aU§' .Mnder und - jnich« “nb %. to 7. oiv d« -o(o"ien »ei 3(rl, nb Knab-n, i *C,M nt-r,ebr°ch' vanöw“«” ee^rert" - i'Ugn'9 d« ° bei aus- »jr-.n 4 Zl kehrte" Ig Wben 16 uersch-ed"'"^-", «15 beit'««"" m A"ch jX "t««i‘br**r eioen 6>T / ®tt«iii)ett'2 heute lc desiiegee, hinaus. « 9e9« d°u Narwa hielt. > ?uga äX. “«• Das - fefti -'""'^ 6% 3' ' „ »•'« 615 ««» :&•*£,06 Nr. 2, zum Commaodeur des 1. Großh. Hess. Drag.-Regts. (Garde-Drag.-Regts.) Nr. 23 ernannt, v. Dewall, Major und Escadr.-Chef vom Ulcmen-Regt. Hennigs von Treffen- seld (Altmark.) Nr. 16, als aggreg. zur Großh. Hess. Train- Comp. versetzt und zur Dienstleistung bei dem Hess. Train- Bat. Nr. 11 commandirt. vom Hagen, Pr.-Lt. ä la suite des 3. Großh. Hess. Jnf.-Regts. (Leib-Regts.) Nr. 117 und Lehrer bei der Militär-Turnanstalt, unter Beförderung' zum Hauptm. und Comp.-Chef, in das Jäger-Bat. Gras Dorck von Wartenburg (Ostpreuß.) Nr. 1, versetzt. Wagner, Hauptm. vom 3. Großh. Hess. Jns.-Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117, als Comp.-Chef in das 2. Bad. Gren.-Regt. Kaiser Wilhelm I. Nr. 110, versetzt. Kleinsch mit, Pr.-Lt. vom 3. Großh. Hess. Jnf.-Regr. (Leib-Regt.) Nr. 117, zum überzähligen Hauptm., Bapst II., Sec.-Lt. von demselben Regt., zum Pr.-Lt. befördert. Frhr. v. Senden, Oberst und Com- mandeur des 1. Großh. Hess. Drag.-Regts. (Garde-Drag.- Regts.) Nr. 23, mit Pension und der Regts.-Uniform, der Abschied bewilligt. Bauer, Pr.-Li. ä la suite des 3. Großh. Hess. Jnf.-Regts. (Leib-Regts.) Nr. 117, als Halbinvalide mit Pension ausgeschieden und zu den Offizieren der Landw.- Jns. 2. Aufgebots übergetreten. * Worms, 18. August. Herr Landtags - Abgeordneter 'Nie. Reinhardt hat der Stadt Worms eine Schenkung von 40,000 Mk. gemacht,- von dieser Summe soll ein Theil zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse der ärmeren Bevölkerungsklassen aufgewendet werden, die Zinsen des übrigen Capitals sind theils für wohlthätige Zwecke, theils für die städtische Bibliothek zu verwenden. * Herford, 15. August. Zwei Schornsteinfeger hiesiger Gegend betreiben seit Kurzem ihre ländliche Praxis mit Hilfe eines Fahrrades. Man kann sich denken, welchen Eindruck diese Neuerung unter den biederen Bauern unseres Ravensberger Landes hervorruft. Kommt da eine Bauernfrau aus dem Dorfe Wallbergen Abends spät beim Mondschein von einem Besuch in Rheme zurück. Durch die Stille der nächtlichen Landschaft, purch den Nebelschleier auf den Wiesen und das Geschrei der Eulen in den Pappeln ein wenig ängstlich gestimmt, sieht sie plötzlich die schwarze Gestalt des Schornsteinfegers mit Windeseile an sich vorüberschweben. Entsetzt eilt sie von dannen, und am andern Morgen kommt sie bestürzt zum Pfarrer gelaufen mit den Worten: „Herr Pastur, ick hebbe den Düwel seihn!" * Dresden, 14. August. Das Schwurgericht ver- urtheilte heute den bereits am 12. Juni zum Tode ver- urtheilten Maurer Beger aus Chemnitz, der am 2. Juli im Gefängniß in Gemeinschaft mit dem Gefangenen Neubauer -aus Altdamm bei Stettin den Aufseher Rüppel ermordet hatte, nochmals zum Tode, den Neubauer wegen Beihülse zu 14 Jahren Zuchthaus. Ein doppeltes Todesurtheil dürfte ein sehr seltener Fall fein; die Vollstreckung der Strafe ist jetzt zweifellos. * Kleine Ursachen, große Wirkungen. Aus ärztlichen Kreisen wird Berliner Zeitungen geschrieben: Ein 2ljähriger junger Mann, der von Kraft und Gesundheit förmlich strotzte, ließ sich vor ungefähr zwei Wochen in einem „Friseur-Salon" das Haupthaar scheeren. Während dieser Manipulation ließ sich der sonst tüchtige Haarkünstler durch irgend einen Passanten, in welchem er einen Bekannten zu erkennen glaubte, plötzlich von seiner Arbeit ablenken und brachte hierbei mit der scharfen Spitze seiner Scheere dem jungen Manne eine kleine Wunde am Hinterkopfe bei. Die Verletzung war zwar nur unbedeutend, aber hier bewahrheitete sich das Wort: „Kleine Ursachen, große Wirkungen." Zwei Tage darauf erkrankte der Verletzte unter heftigem Schüttelfrost, hohem Fieber, Verdauungsstörungen und Erbrechen, es war die Kopsrose aufgetreten und zwar konnte der hinzugezogene Arzt ganz genau die vom Friseur beigebrachte Wunde als Ausgangspunkt der Rose feststellen. Unglücklicherweise kam noch, wie dies häufiger bei der Kopfrose geschieht, eine Entzündung der Gehirnhäute hinzu und nach einigen Tagen war der blühende junge Mann, aus den die Eltern große Hoffnungen gesetzt hatten, trotz der größten ärztlichen Bemühungen seinen Leiden erlegen. * Berlin, 17. August. Fremdenverkehr. Die statistische Zusammenstellung des Berliner Fremdenverkehrs im Juli hat ergeben, daß während desselben in Gasthöfen 39 527, hotel garnis und chaxnbre garnis 3700, sonstigen Herbergen 8057, zusammen in öffentlichen Logiranstalten 51 284 Fremde abgestiegen sind. Letztere Zahl überragt um 3234 die Zahl der Fremden, welche im Juli des vergangenen Jahres iü Berliner Logiranstalten Wohnung nahmen; dieses Mehr ist wohl auf Rechnung des Schützenfestes zu schreiben, bleibt aber hinter der Zahl zurück, die man erwartet hat. * Die hohen Fleischpreise werden fortgesetzt in der verschiedensten Weise in der deutschen Presse besprochen. In der Allg. Fleischer-Ztg beschäftigt sich der Director des Berliner städtischen Schlacht- und Biehhof.es, Oeconomierath Hausbitzrg, mit der Frage. Derselbe wendet sich zunächst gegen die zuletzt von Minister v. Bötticher ausgesprochene Meinung, daß an der Fleischvertheuerung der Zwischenhandel die Schuld trage. Gerade in der Zeit hoher Viehpreise sei der Ausschlag der Engrosschlächter und Detaillisten am geringsten inb eine solche Zeit sei die jetzige, wie die neuesten zahllosen ^joncurse und Geschäftseinstellungen der Berliner Schlächter ^ndgreiflich bewiesen. Hausburg hält zur Beseitigung des Nothstandes, unter dem der ärmere Theil der Bevölkerung zweifellos leide, die Oeffnung der östlichen Grenzen unter verschärften veterinäramtlichen Maßnahmen und Ermäßigung oder zeitweise Aushebung des Eingangszolls für nothwendig. * Würzburg, 18. August. Das 9. bayerische Infanterie- Regiment, das heute früh um halb 7 Uhr von hier zum Manöver abmarschirte, traf infolge der furchtbaren Hitze um halb 12 Uhr Mittags nur theilweise in Marktbreit ein. Fast ein Dritttheil des Regiments blieb erschöpft und krank unterwegs liegen. Ein Mann soll todt sein. Die Einwohnerschaft Marktbreits soll sich sehr erregt über das Vorkommniß gezeigt haben. Fr. Z. * Die Kettenhunde. Die alte berechtigte Klage über die meist schwer vernachlässigte Pflege der Kettenhunde auf dem Lande wird bei den Thierschutz-Vereinen in neuester Zeit dringend erneuert. Der Kettenhund, der, wie jedes andere Thier, den Hang zur Freiheit in sich trägt, muß wie ein gefesselter Verbrecher Jahr aus, Jahr ein am Hofthor liegen. Die Hütte, welche dem Zwecke nach den Hund gegen die Unbilden der Witterung schützen soll, ist nicht selten in dem übelsten Zustande, meist so unreinlich, daß der Aufenthalt darin dem Hunde furchtbare Qualen verursacht. Dazu kommt, daß der Hund, weil angekettet, sich seiner natürlichen Bedürfnisse nur in der Nähe der Hütte entledigen kann — eine höchst widerliche Sache für ein von der Natur mit solchem Reinlichkeitssinn ausgestattetes Thier, wie der Hund. Bei einer Umschau ist leicht sestzustellen, daß die Kettenhunde meist voll Ungeziefer sind, bei Hitze selten frisches Wasser haben, daß der Saufnapf und die Freßschüssel häufig sehr unreinlich gehalten werden, ferner daß in Bezug auf Fütterung und Tränkung viele Vernachlässigungen vorkommen. Daß die Kettenhunde oft äußerst bissig sind, ist wahrlich kein Wunder; auch das nicht, daß die Tollwuth schon häufig bei Kettenhunden ausgebrochen ist; die meisten tollen Hunde kommen bekanntlich vom Lande nach der Stadt. Wie oft hört man beim Aufenthalte aus dem Lande die meist vom Rheumatismus geplagten Kettenhunde heulen. Die Landleute sind es nicht anders gewöhnt, aber der fühlende Fremde fragt mit Entrüstung, ob diese alte, vom Vater auf den Sohn immer wieder vererbte Rücksichtslosigkeit so fort gehen soll? Hier muß endlich Wandel geschaffen werden. Das Loos der Zughunde ist gewiß nicht beneidenswerth, aber die Kettenhunde sind noch viel schlimmer daran. Die Plage der Zughunde sieht man auf den Straßen, aber die Leiden des Kettenhundes bemerkt selten Jemand und deshalb kümmert sich.Niemand darum. Wir bitten insbesondere die gebildeten Gutsbesitzer auf dem Lande, dahin zu wirken, daß in der Behandlung dieser armen Thiere mehr Menschlichkeit und mehr Einsicht Platz greife. Landwirthschaftliche Winke und Rathschläge. △ Aus der Wetterarr, 18. August. Mehrere Landwirthe aus Hainchen und der dortigen Gegend sind das Opfer eines Schwindels mit künstlichen Dungmitteln geworden, wie er raffintrter nicht ausgedacht werden kann. Es ist zu befürchten, daß auch andere Leute „drangekriegt" werden sollen, und um diese vor Schaden zu bewahren, wird Folgendes mttgethetlt. Ein Händler mit künstlichem Dünger aus König im Odenwalde offerirle in obenbezeichneter Gegend seine Dungftoffe zu einem so billigen Preise, daß er Bestellungen erhielt. Dieser unoerhältniß- mäßtg günstige Preis erweckte aber den Verdacht sachverständiger Oeconomen. Es werden Proben zur Untersuchung an die landwirth- schaftliche Versuchs- und Auskunstsstation nach Darmstadt gesandt und diese theilte mit, der verkaufte Mineraldünger habe einen Dung- werth pro Eentner von 35 Pfennigen. Der Ankaufspreis beträgt das Zehnfache und mehr. Das hat man davon, wenn man billig kaust. Einen ähnlichen Fall erlebte Einsender einmal mit Kleesamen. Die Vereinsmitglieder hatten, da der Samen rar war, ziemlich theuer gekauft. Nichtmitglieder kauften 20pEt. billiger und spotteten über erstere. Der Sommer kam; der Samen der Vereinsmitglieder, von der Versuchsstation geprüft, war vorzüglich, denn jedes Korn ging auf. Der Same, welcher billig gekauft war, verfügte. Flachsseide, Schußmelden und andere schlimme Unkräuter kamen hervor; von einer Kleeernte konnte nicht die Rede fein und es gab einen Proceß erster Güte. Hierbei stellte sich das merkwürdige Resultat heraus, daß diejenigen, welche den billigen Samen gekauft hatten, von dem Händler den Siebabfall des Samens erhalten hatten, den die Vereinsmitglieder um 20pCt. theurer kauften. Wer kaufte hier theurer? Der Samenhändler wurde bestraft und mußte enorme Kosten zahlen. Aber die Käufer hatten das ganze Jahr keinen Klee, folglich litt der Viehstand und die Dungpioduction. Und dies Alles deshalb, weil sie 20pCt. billiger kaufen wollten. Was sind aber die paar Mark gegen den Verlust der ganzen Ernte! Meine langjährigen Erfahrungen, die von allen rationellen Landwtrthen bestätigt werden, veranlassen mich zu folgenden Rathschlägen: Wenn der Bauer etwas kauft, soll er nur das Beste wählen, obgleich es scheinbar mehr kostet, denn hintennach ist es doch das billigste. Wie quält er sich mit schlechten Sensen, Hacken, Gabeln, Pflügen und liefert dabei auch noch schlechte Arbeit. Schlechte Viehrassen, schlechte Saatfrüchte, schlechte Dungstoffe können nur schlechte Resultate liefern. Die kostbare Zeit und das dafür aufgewendete Geld ist mitunter förmlich zum Fenster hinausgeworfen. Schlechte Kleiderstoffe kosten so viel Macherlohn wie gute; nach kurzer Zeit sehen sie schäbig aus. Die guten Stoffe halten zwei schlechte aus und präsentsten sich vortheilhafter. Man gibt also doppelt soviel Macherlohn bei schlechten Stoffen aus und ist doch schlechter gekleidet, als bei guten Stoffen. Abgesehen von diesen Mehrkosten ist es der Aerger, den Jeder empfindet, wenn er sieht, daß seine Bemühungen so wenig Erfolg haben und der die Freude am Schaffen verdirbt. Billig und schlecht! war vor etwa 15 Jahren von einem berühmten Manne über unsere Jndustrieerzeugnisse geurtheilt worden. Die Fabrikanten nahmen sich dies zu Herzen und seitdem ist es besser geworden. Aber Schwindel gibt es trotzdem noch überall in der Welt, besonders auch unter den Bedürfniffen der Landwirthe. Darum macht, ehe Ihr den Beutel aufthut, die Augen auf und kauft nicht billig und schlecht. titeratuv und ICunft Im Seebade. Jetzt, wo alle Welt in der Sommerfrische weilt und namentlich am Meeresstrande Erfrischung sucht, bietet die rühmlichst bekannte illustrirte Zeitschrift „Moderne Kunsts (Verlag von Rich. Bong in Berlin) ihren Abonnenten eine sehr elegante und künstlerisch reizvolle Seebad-Nummer dar. Die hervorragendsten deutschen Schriftsteller haben zu derselben Beiträge beigesteuert; wir finden von ihnen eine Reihe von allerliebsten, launigen Plaudereien über die Frage: „Welches ist Ihr Lieblings-Seebad?" Hermann Heiberg preist Heiligendamm, Hans Hoffmann Misdroy, Frau Sara Hutzler Helgoland, Wilhelm Berger Norderney, Fedor von Zobeltitz Saßnitz, Ida Boy-Ed Travemünde, Joh. Trojan Warnemünde, Nataly von Eschstruth Zoppot, Johanna Feilmann das englische Ventnor, Hans Arnold Ostende u. s. w. In diese Plaudereien sind zahlreiche humoristische Seebad-Zeichnungen eingestreut. Eine größere Stranderzählung von Helene Pichler findet sich ferner vor, sowie kleinere Aufsätze, Bädernachrichten u. s. w. Auch die Kunstbeilagen tragen dem Seebad-Character Rechnung: Rich. Lotter zeichnete eine „Lustige Gesellschaft" — junge Damen tummeln sich im Wasser —, ferner enthält die ebenfalls mit einem buntfarbigen Seebad-Umschlage versehene Nummer Strand- und Seebilder von A. Weisz, K. Gampenrieder, H. v. Bartels, A. Hagborg, I. Scalbert u. A. Mit dieser hübschen und originellen Nummer, welche den Abonnenten ebenfalls nur 1 Mk. kostet, während der Einzelpreis 2 Mk. beträgt, schließt der vierte Jahrgang der „Modernen Kunst". Für den neuen Jahrgang sind große Vorbereitungen getroffen; die „Moderne Kunsts erfcheint in Zukunft alle 14 Tage und bringt an Text das Doppelte des bisher Gebotenen, so daß jetzt die „Moderne Kunst" in der That darauf Anspruch machen kann, die vornehmste und größte deutsche Zeitschrift zu sein. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und Postanstalten an. verkehr, Land, «nd volkrwirthscbafr. Berlin, 17. August. Die Bewegung für eine Verbilligung der Telephongebühren wird immer intensiver. So wird jetzt in hiesigen Blättern darauf hingewiesen, daß die Benutzung der Fernsprechstellen in Norwegen ganz besonders billig ist. Für 10 Oere oder 11 Pfg. kann man drei Minuten eine öffentliche Fernsprechstelle benutzen. Der jährliche Beitrag für Angeschlossene kostet ungefähr 28—30 Kronen (etwa 32—34 Mk.) ohne weitere Einrichtungs- u. s. w. Kosten. Die Folge dieser billigen Sätze ist eine ganz außerordentlich starke Benutzung des Telephons. — Patente von im Grotzherzogthuw Hessen wohnende« Erfindern. Patent-Anmeldungen. — Kl. 6, N. 2170. Auf- Hackmaschine an Läuterapparaten; Adam Neubecker in Offenbach a.M. — Kl. 13, R. 5966. Neuerungen an stehenden Wasserröhrenkeffeln; Zusatz zum Patente Nr. 44581; Arthur Rodberg in Darmstadt, Landwehrftraße 61. — Kl. 22, L. 5075. Verfahren zur Darstellung eines Mononitrosodioxynaphtalins; A. Leonhardt u. Co. in Mühlheim in Hessen. Patent-Ertheilungen. — Kl. 11, Nr. 53600. Ständer- Album, Weintraud u. Co. in Offenbach a. M.; vom 30. März 1890 ab. — Kl. 83, Nr. 53519. Viertelschlagwerk; G. Seibel in Darmstadt; vom 25. October 1889 ab. Qltr ifSdQrtiflfrtP I §0« unübertroffener Wirkung ist das tylUU.pinqi ♦ staatlich geprüfte und begutachtete Haarwasser von Retter in München, welches statt Oel oder Pomade, täglich gebraucht, das Haar bis ins höchste Alter glänzend, geschmeidig und Scheitel haltend macht, die Kopfhaut von Schuppen rc. befreit und dadurch die Thätigkeit derselben erhöht. Z. h. um 40 H und JL. 1.10 bei I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25, in Gießen. [6887 Pfarrer, Lehrer, Gutsbesitzer, Beamte rc. rauchen mit Vorliebe d. Holländ. Tabak von B. Becker in Seesen a. H., io Pfd. lose in 1 Beutel fco. 8 JL i56' Schiff-nachrichte«. Der Postdampfer „Belgenland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 17. August wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Wöchentliche Neberficht Ser Todesfälle in Gießen. 33. Woche. Vom 10. August bis 16. August 1890. Einwohnerzahl: 20500 (Ind. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 17,8 °/oo. _ _ Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: — 2 — 1 (1) ______1 (1) Summa: 7 (2) 4 (2) 2 I . . 5um. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenben Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen Lungenschwindsucht 1 Brechdurchfall 2 Eingeklemmtem Bruch 1 (1) Tuberkulöser Hirnhautentzündung 1 Gehirnerweichung 1 Verunglückung (Sturz in eine Grube) 1 (1) Carbolineum aus der Jabrik von R. Krausse, Mittenberge, nach chem. Unters, und Feststellung von 10V2ma( größerer eonservirender Eigenschaft wie Carbolineum Aveuarius empfiehlt zu gleichem Preise der Alleinige Vertreter für Hessen-Nassau Aug. Struck, Giessen, Bismarckstr. 6. Gs werden Niederlagen zu errichten gesucht. 6510 6498) Mansardenlogis mit Wassertest. | 6238] Ein rnöblirtes Zimmer zu ver- oerm. bei Th. Brück, Schloßgasse 16.1 miethen. Kreuz platz Nr- 10. JTeuesSauerliraut empfiehlt [6900 Emil Orbig. 1890t Incarjuat- Kleesaat empfiehlt billigst H. F. 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Kleiderschrank, 1 Commode, 1 Küchenschrank, 1 Commode, 1 Herren- und Damenuhr, sowie Damenschmucksachen. , Die Versteigerung I findet bestimmt statt. 6904] Born, Gr. Gerichtsvollzieher zu Gießen. Vermischungen. Weserstr. 4, parterre | (an der Nordanlage), schöne Wohnung von 5 Zimmern nebst Zubehör und Wasserleitung, auf 1- October oder früher zu vermiethen Näb daselbst im III. Stock. 6894] Zwei Famtlienlogts zu vermiethen-__Neustadt 11. 6898] Im Hause Nordanlage 18:1. und 2. Stock mit je 5—6 Zimmern nebst Zubehör und Pferdestall zu vermiethen. Martin Dörr, Schlossermeister, Dammstraße 6 6901] Eine klern^frdl. Wohnung nebst Zubeh. billigst zu verm. Marklstr. 8. 6903] Der 2. Stock meines Hauses, vier Zimmer .-nebst Küche und Zubehör, per 1. October zu vermiethen- Julins Schulze, am Kreuz. 6362] Laden mit LogiS zu ver« miethen, per 15. Oktober beziehbar, bei Aug. Voigt, SelterSweg 46. Gutgehende Mirthschaft in Gießen zu vermiethen. Offerten sub Nr. 6886 an die Exped. dieses Blattes. 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Programm: Nachmittags 2 Uhr beginnend: Freiübungen. — Wettturnen der Zöglinge. — Schau- und Kürturnen. — Preisvertheilung. — Fackelreigen. — Ausstellung verschiedener Gruppen bei bengalischer Beleuchtung. — Tanz. Der musikalische Theil wird von der hiefigen Regiment-- mufik ausgesührt. Der Eintritt für Mitglieder und deren Familien (außer erwachsenen Söhnen) ist nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarten gestattet. Karten für Nichtmitglieder ä Person 50 H und Familienkarten (gültig für vier Personen) zu 1 sind an der Kaffe zu haben. 6892 Der Vorstand. 4°!0 Nassauer von 1858. Her Rest dieses Anlehens ist per October 1890 gekündigt worden. Wir nehmen die Obligationen heute schon zum Tausch oder zur Auszahlung an. 6787 ________Sclaaalhof Comp. ••••®eeeeeeo@o®eeeeeee»g # Harmonikas, Trommeln. Flöten, • • Violinen, Zithern, Spielwerke, Drehinstrumente, sowie Saiten und alle Bestandteile für Musikinstrumente • zu Fabrikpreisen. 9 Ernst Challier (Rudolphs Nachf.) 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Wasserschieben, Bankgeschäft- MSr?« vs-n 20. August <890. Schlußeour^ 1 Ahr 15 Min 4 pCt. Reichsanleihe 3V8 , 4 , Preuß. Consols 8Vi , 107 20 99 75 106.55 9975 4 pEt. Ungar. Goldrent? 5 , Italiener ReMe Oesterr. L>ilberrente! Russ. Orient in. 9070 95 40 80 80 77.00 Disconto-Comm. 227 00 Buschtherader 418 37 Darmstädter Bank-Act- lr-270 Elbethal-Bahn-Act. 213.50 Dresdener Bank-AcL. 163 70 Gottharb-Bahn-Act. 164 60 Berliner Handelsges. 172.20 Schweizer Nordost 14810 Oesierr. Credtt-Act. 276 50 » West 93 00 Wiener BankoereinS-Aet. 107 50 Gelsenkirchener 181.70 Oesterr. Staatsbabn 215 25 Ver. Kön.- und Laurahütte-Act. 156 70 Lombard» Eisenbahn 134.00 Oesterr. Alpine-Montan^ 87 20 Tendenz: fest. Telegra-HW« LruMenchl der Berliurr Börje vom 20. August 18W. Oesterr. Creditaettevg Oesterr. StaaLsbahn:Ntt!ev Dortmunder Nnion-Ättiev Darmstädter Baukaetien 182.75 1O8 00 10210 162.50 DiScontt -Som^Antheire gi rp en er sipreutzev Bochumer Gußstahlacttev Tendenz abgeschwächt. 226 10 216-25 99.40 172 40 Reichsbank-DiScont 4 pCt. — Frankfurter Bank-DiScont 4 pCt, Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. ®it heutige Nummer umfaßt 6 Seite«. geben werden. [6859 6662 entgegen. Gekramckr CD Gesetzlich ee Dl Eduard. Gerlacty Lübbecke i.W. Zncarnat - Kleesaat, Jedes Quantum frei in's Haus Kreuzplatz 5. 5606 g, ctb Slenk. IJahla 8Ä Regenerativ-Gasheizöfen 3666 von 2201 Bahnhofstraße 53 Garantie-Victoria-Kamm * Itcfl Lvilhelm Krämer Ludwtgstraße 24, S 6000 Francs Prämio der Stadl Brüssel liir neslen Gasofen. Kinderwagen in größter Aus- **eah) geschützt von Mk. 1.75 an die Flasche, sowie verschiedene Sorten #>• Submission. 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Indem ich für das mir geschenkte Vertrauen bestens danke, bitte ich, dasselbe auch auf meine Nachfolger übertragen zu wollen. Butzbach, im August 1890. LouiS Braubach. Bezugnehmend auf obige Mittheilung beehren wir uns ergebenst anzuzeigen, daß wir die von unserem Vater resp. Schwiegervater übernommene „Dampf-Färberei und chem. Wäscherei“ mit den Filialen in Gießen. Neuenweg Nr. 4 und NegenSburg, Obere Bachgaffe E 155 unter der Firma Braubacte &. Fischer in unveränderter Weise fortführen werden und bitten das unserem Vorgänger in so reichem Maaße geschenkte Vertrauen auch auf uns gefälligst übertragen zu wollen. Butzbach, im August 1890. 6871 Braubach & Fischer. 6103 Ernst Blödner, Tapeten-, Teppich- und Möbelstoff-Geschäft, HHMHWWHM MHHHMMIW D Wegen Umbau -es Ladens 1 9 grosser* Ausverkauf ' W sämmtlicher Waarenvorräthe. £ Die Geschäftsräume befinden sich im Nebenbau. Eingang: Plockstraße 2. 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