1880 Freitag den 21. Februar Nr. 44 Gießener Anzeiger Die Gießener Kenerat-Wnzeiger werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Vierteljähriger ASonnementspreiO» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schutßraße Hlr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzrigrblntt für den 'Kreis Gieren. chraiisöeilage: Gießener JamikienSläiter. Qi Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. II ~l........■■■■ ....... Amtlicher Theil. Nr. 9 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 17. d. M., enthält: (Nr. 1891.) Verordnung wegen Abänderung beziehungsweise Ergänzung der Verordnungen vom 16. August 1876 und 4. März 1879, betreffend die Cautionen der bei der Militär'- und der Marineverwaltung angestellten Beamten. Vom 10. Februar 1890 Gießen, am 19. Februar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. politische Ncversicht. Gießen, 20. Februar. Kaiser Wilhelm hat soeben einen neuen Beweis seiner- besonderen Werthschätzung des Frankfurter Oberbürgermeisters Dr. Miquel, Mitglieds des bisherigen Reichstages, des preußischen Staatsrathes und Herrenhauses gegeben, indem er Herrn Dr. Miquel das erledigte Oberpräsidium der Rheim provinz angeboten hat. Wie indessen die „Köln. Ztg." vernimmt, soll Dr. Miquel gebeten haben, von dieser seiner Ernennung Abstand zu nehmen, vermuthlich deßhalb, weil er sich seine freie Stellung wahren will, in welcher er bis jetzt namentlich seinen Einfluß als der neben v. Bennigsen hervorragendste Führer der nationalliberalen Partei ausüben konnte. Jedenfalls darf die Herrn Dr. Miquel seitens des Kaisers zugcdacht gewesene Auszeichnung als ein abermaliges Zeichen dafür gelten, daß der Monarch von der Bevorzugung einer extremen politischen Richtung in unserem Staatsleben mach wie vor nichts wissen will. Die „Rat. Ztg." bezeichnet das Gerücht, der Eisenbahn- minister Herr v. Maybach habe seine Entlassung angeboten, dieselbe sei aber vom Kaiser nicht angenommen worden, als unbegründet. Anlaß zu dem erwähnten Gerüchte scheint der Umstand gegeben zu haben, daß sich Herr v. Maybach durch eine rheumatische Augenentzündung in Ausübung seiner amtlichen Thätigkeit schon seit längerer Zeit empfindlich gehemmt sah. Jeüt ist indessen das Nebel glücklicherweise wieder so weit gehoben, daß der Minister wieder die Vorträge seiner Ressortchefs entgegennehmen kann. Der Papst hat, wie römische Meldungen besagen, dem Kaiser Wilhelm wegen Annahme des Gesetzes über die Wehrpflicht der (katholischen) Geistlichen durch den deutschen Reichstag brieflich seinen Dank ausgesprochen. In allen Bevölkerungskreisen Oesterreich-Ungarns hat die -Nachricht von dem aus Schloß Volosea bei Fiume nach langem und qualvollem Leiden erfolgten Ableben des Grafen Julms Andrassy schmerzliche Bewegung hervorgerufen und auch im deutschen Reiche nimmt man aufrichtig Antheil an dem Hm- scheiden dieses Staatsmannes, der stets ein treuer Freund Deutschlands gewesen. Der Verewigte war am 8. März 1823 zu Zemplin in Nordungarn geboren und spielte im ungarischen Aufstande eine hervorragende Rolle, weshalb er 1850 vom österreichischen Kriegsgericht zum Tode verurtheilt wurde, doch nur in contumaciam, denn es gelang Andrassy noch rechtzeitig, sich in's Ausland zu flüchten. 1860 begnadigt, kehrte er in seine ungarische Heimath zurück, wo er alsbald in den Reichstag gewählt wurde. Hier trat er in die Partei des Patrioten Deak ein und es gelang ihm, sich ein derartiges Ansehen zu erringen, daß er, als der hervorragendste Vertreter des Deak'schen Ausgleichsprogramms, im Februar 1867 an die Spitze des ungarischen Ministeriums berufen wurde, um zusammen mit dem Grafen Beust, dem damaligen österreichischen Reichskanzler, den Ausgleich zwischen Ungarn und Oesterreich durchzusühren. Andrassy löste nicht nur diese Aufgabe glänzend, sondern er übte auch auf die gesammte zeitgemäße Entwickelung der Innern Verhältnisse Ungarns den weitgehendsten Einfluß aus, unter energischer Bekämpfung ,aller" epremen und chanvinistischen Elemente. Wohl aber- fein größtes Verdienst ist es, daß er die kriegerische Strömung am Wiener Hofe unter ihrem Hauptförderer Grasen Beust, welche sich bei Ausbruche des deutsch-französischen Krieges im Jahre 1870 zu Gunsten eines Zusammengehens Oesterreichs mit Frankreich geltend machte, ersolgreich zu bekämpfen wußte, dem hiermit bewahrte Gras Andrassy die habsburgische Monarchie vor einer Katastrophe, die für den österreichischen Käserstaat hätte unberechenbare Folgen haben können. Naturgemäß wurde er daher nach dem Sturze des Grafen Beust im Nwember 1871 dessen Nachfolger als leitender Staatsmann Oesterreichs und Minister des Auswärtigen für die gesammte Nonarchie. In dieser Stellung gelang es ihm, das erschütterte Ansehen Oesterreich'Ungarns in Europa wieder herzustellen, besonders aber dessen Verhältniß zu Deutschland immer fremdschaftlicher zu gestalten, während aus das Anrathen Bisma'cks Graf Andrassy zugleich auch in die Aussöhnung zwischen Oesterreich und Rußland und in das Drei- kaiserbündniß willgte. Die weitgehenden Forderungen Rußlands im Friedenstcrtrage von San Stefano mit der Türkei störten indessen diees Verhältniß und namentlich Andrassys Beitreiben ist der Zffamme-ttritt des Berliner Congresses im Jahre 1878 zuzusclxeiben, aus welchem er das europäische Mandat für Oester-eich-Ungarn zur Occupation Bosniens und der Herzegowina durchzusetzen wußte. Aber gerade dieses Unternehmen, welche Oesterreich anfangs so viele Opfer kostete, erschütterte Aidrassys Stellung und da er sich durch seine ganze Orientpoliik immer heftigere Anfeindungen zuzog, trat er am 22. S'eptmber 1879 von seinem Ministeramte zurück. Zuvor jedoch )atte Graf Andrassy noch das Schutz- und Trutzbündniß Oesticreich Ungarns mit Deutschland unterzeichnet, das zur festen Grundlage des europäischen Friedens geworden ist und mit diesem Acte gab er seiner ministeriellen Thätigkeit einen glänzenden Abschluß. Seitdem trat der Verewigte politisch nur noch als Oppositionsredner im ungarischen Parlamente hervor, was aber nicht hinderte, daß er von Kaiser Franz Josef in schwierigen Fragen immer wiederum Rath gefragt wurde. Deutsches Reich. Berlin, 16. Februar. Die beiden bereits in telegraphischem Auszug veröffentlichten kaiserlichen Cabinets- Ordres lauten wörtlich: I. Betreffend die Organisation des Cadetten- Corps 2C.: „Ich erachte es für nothweudig, daß das Cadetten- Corps aus der Grundlage, welche Se. Majestät der Kaiser und König Wilhelm I., Mein in Gott ruhender Großvater, in nie rastender Fürsorge für die Wohlfahrt der Armee durch Einführung des Lehrplanes der Realgymnasien ihm gegeben hat, nach folgenden Gesichtspunkten noch eine weitere Ausgestaltung und Vertiefung seiner Lehrausgabe erfahren soll: „ 1) Zweck und Ziel aller, namentlich aber der militärischen Erziehung ist die auf gleichmäßigem Zusammenwirken der körperlichen, wissenschaftlichen und religiös-sittlichen Schulung und Zucht beruhende Bildung des Eharacters. Keine Seite der Erziehung darf auf Kosten der anderen bevorzugt werden. Der wissenschaftliche Lehrplan des Cadetten-Corps stellt aber nach Meinen Wahrnehmungen gegenwärtig zu weitgehende Anforderungen an eine große Zahl von Zöglingen. Die Lehraufgabe muß durch Ausscheidung jeder entbehrlichen Einzelheit, insbesondere durch gründliche Sichtung des Memorirstoffes, durchweg vereinfacht werden, sodaß auch minder beanlagte Schüler bei entsprechendem Fleiße dem Unterricht ohne Ueberanstrengung folgen und den gesummten Lehrgang in der vorgeschriebenen Zeit zurücklegen können. Was der Unterricht hierdurch an Ausdehnung verliert, wird er an Gründlichkeit gewinnen. Nach diesem Gesichtspunkte werden die Lehrer in allen Fächern und aus allen Stufen ihre Methode fortan einzurichten haben. 2) Bei aller Vereinfachung muß der Unterricht indessen noch mehr dahin nutzbar gemacht werden, daß die Cadetten nicht allein die für den militärischen Berus unmittelbar er- sorderlichen Vorkenntnisse und Fertigkeiten gewinnen, sondern auch ein geistiges Rüstzeug erhalten, welches sie befähigt, selber dereinst in der Armee, der großen Schule der Nation, sittlich erziehend und belehrend zu wirken, oder falls sie später in einen anderen als den militärischen Beruf übertreten, auch dort ihren Platz auszusüllen. FcurUetsn. Kömgsßeschenke sonst und jetzt. Vor Kurzem hat der Hauptmann und Cvmpagniechef der Leibcompagnie des 1. Garde-Regimentv zu Fuß, v. ^iü^kow, den Allerhöchsten Auftrag erhalten, dem Sultan ^4 Trommeln mit allem nöthigen Zubehör als Geschenk zu überbringen, bei welcher Gelegenheit Königsgeschenke, vor fast 200 Zähren ausgctauscht, der Erwähnung werth sein dürften. E- war August II./König von Polen und Kurf,,rst^von Sachse , welcher, wie aus dem Folgenden ersichtlich ist, r5riednch W- Helm L, König von Preußen, beschenkte. Friedrich Wilhelm !., König von Preußen, war bekanntlich em sehr grotzer Solda en- frennd und fand außerordentliches Vergnügen an Leuten von ganz besonderer Länge. Als ihn August II, Komg von Polen und Kurfürst von Sachsen, in Begleitung Friedrich I>. von Dänemark, der von Ftalicn über Dresden gereist kam, be ückste nmchte er es sich zur größten Freude, beiden Monarchen sein Garde-Regiment „langer Gnenadiere zu ,eiqen für welches die längsten Leute aus allen Regimentern aewäblt wurden. König August wandte alles Mögliche auf, um sich den Preußcnkönig für die nordische Allianz mit Rußland gcacn Schweden geneigt zu machen, benutzte dazu unter Anderem anch Friedrich Wilhelms Liebhaberei für lange Soldaten und versprach -hm zwölf Grenadiere von seltener Länge, welches Versprechen denn auch bestens angenommen ^"^Rach König Augusts Heimkehr aber, den damals Krieg rind Geldmangel bestürmten, kam die Sache wieder in Vcr- oe ff ent) eit. Erst bei einem Manöver ferner Grands-Mous- Auetairs — beim auch August wandte alles Mögliche auf, militärische Cabinet-Exemplare zu besitzen — fielen ihm die nach Berlin verheißenen zwölf großen Grenadiere von seltener Länge wieder ein und j(fort ergingen an mehrere Stadträthe Rescripte folgenden Jnhilts: Friedrich Au ust, König und Chursürst. Liebe Getreue! Wir haben an Unsere Generalität die Ordre gestellt, diß aus Unseren Landen einige Personen von besoi) er er Länge ausgesuchet und angeworben werden sollen, welche wir des Königs von Preußen Majestät, als Grenadiere zu schenken, aller- gnädigst entschloßa, als begehren wir rc. Die verschiedenen Behrden boten nun alles auf, um den Wunsch des Königs zu erfüllen. Das Maß eines Angeworbenen mußte mindester« 3J/4 Ellen betragen, um zur Annahme der „Berliner G.rde-Ehrenstellen" zu gelangen. Am besten wirkte das Handz.ld- dasselbe wurde je nach der Länge des Mannes gezahlt. Es wurden 20, 30, 40, 50 und 60 Thaler gezahlt. Eii'w erhielt sogar 68 Thaler und noch ein Anderer, Namens Martin Wobereu, 100 Thaler, dagegen ein gewisser Hans Ticken nur 7 Thaler, entweder weil er selbst Lust zum Solda-nstande oder etwa „Werg am Rocken" hatte, das ihm das feuere Bleiben im Lande verleidete. Im Ganzen wurden ^.8 Thaler 16 Groschen Handgeld ausgegebeu. Wo etwa bürgerliche, häusliche oder pecuniäre Schwierigkeiten zu beseitigen waren, trat die Generalität ins Mittel. So zeite zum Beispiel der General Wustromirsky von Nockitting uterin 4. October 1715 an, daß ein gewisser Martin Haubcd, der vordem schon beim Arnstädtischen Cürassier-Regimen gedient, zu Meißen als Maurerlehrling sich habe aufdingu lassen, und dessen Bruder wegen Innehaltung der Lehrzeit me Caution von 20 Thaler stellen müsse. Da nun der Man jung, schön und maßgerecht war, auch Lust zeigte, sichauwerben zu lassen, wenn man seine Caution wieder erstatte das Maurergewerk und der Zunftmeister sich bereit erklärt haben, wenn man es, doch „ohne Consequenz", zu Haubolds Lossprechung durch Rescripte anweise, so erging deßhalb den 11. October 1715 ein Rescript an den Stadtrath zu Meißen, in welchem gesagt wurde, besagte Caution zu zahlen. Natürlich war ein Dutzend sächsischer Riesen nicht sofort auszutreiben, denn nicht jeder lange Mann qualificirte sich amtlicher und häuslicher Verhältnisse wegen zum „Berliner Grand-Grenadier". Am 23. Juni 1716 endlich konnten doch schon zwei und am 15. August desselben Jahres drei Mann nach Berlin gesandt werden, welche unter Escorte eines Ober- und Unteroffiziers der Kriegsregimenter über Gräsenhainchen und Zossen, in letzterem Orte einer preußischen Bedeckung übergeben wurden. Jene fünf Mann kosteten an Handgeld und Löhnung, vom Tage der Anwerbung bis zi; dem der Absendung, 226 Thaler 8 Groschen 6 Pfennige, sämmtliche zwölf Mann aber, mit Einschluß der Montur und Armatur, 1267 Thaler 21 Groschen 6 Pfennige. * Kasernenhof-Bliithen. Unteroffizier: „Nun sage ich es aber zum letzten Male! In Reih und Glied hat Niemand sich umzusehen und wenn auch hinter Euch der Kaiser von China auf einer Wildsau über den Kasernenhos reiten würde!" * Die merkwürdige Bouillon. Meister: „Hier, Junge, hast ne recht kräftige Tasse Kalbsbrühe." — Lehrjunge: „Meester, Meester!" — Meister: „Was denn, Junge?" — Lehrjunge: „Die Bulljong ist woll von 'n neigeborenes Kalb?" — Meister: „Warum denn, Bengel?" — Lehr- junge: „Na, weil se jar keene Oogen hat." f Im Religionsunterricht ist die ethische Seite desselben hervorzuheben und das Hauptgewicht daraus zu legen, daß die Zöglinge in Gottesfurcht und Glaubensfreudigkeit zur Strenge gegen sich, zur Duldsamkeit gegen andere erzogen und in der Ueberzeugung befestigt werden, daß die Bethätigung der Treue und Hingabe an Herrscher und Vaterland gleichwie die Erfüllung aller Pflichten aus göttlichen Geboten beruht. Der Geschichtsunterricht muß mehr als bisher das Verständniß für die Gegenwart und insbesondere für die Stellung unseres Vaterlandes in derselben vorbereiten. Demzufolge wird die deutsche Geschichte, insbesondere die der neueren und neuesten Zeit, stärker zu betonen, die alte Geschichte und die des Mittelalters aber vornehmlich in dem Sinne zu lehren sein, daß der Schüler durch Beispiele auch aus jenen Epochen für Heldenthum und historische Größe empfänglich gemacht wird, sowie eine Anschauung von den Wurzeln und der Entwicklung unserer Cultur gewinnt. Die Erdkunde, die politische wie die physikalische, hat, aus der untersten Stufe von der Heimath ausgehend, zunächst den geschichtlichen Unterricht aus den verschiedenen Lehrstusen zu ergänzen und zu unterstützen. Das weitere Ziel des geographischen Unterrichts ist, daß der Schüler mit seinem Vaterlande und dessen Eigenart aufs Innigste vertraut wird, aber auch das Ausland verstehen und würdigen lernt. Das Deutsche wird Mittelpunkt des gesummten Unterrichts. Der Schüler ist in jedem Lehrgegenstande zum freien Gebrauche der Muttersprache anzuleiten. In den deutschen Lehrstunden selbst, gleichwie im Literatur-Unterricht ist bei Auswahl der Lesestücke, Vorträge und Aufsätze neben dem klassischen Alterthum, seiner Sagen- und Culturwelt, auch den germanischen Sagen, sowie den vaterländischen Stoffen und Schriftwerken ganz besondere Berücksichtigung zuzuwenden, der Schüler aber auch mit dem geistigen Leben der anderen wichtigen Culturvölker der Gegenwart durch Einführung in einzelne Meisterwerke ihrer Literatur bekannt zu machen. Im Unterricht der neueren Fremdsprachen ist von den ersten Stufen an die Anregung und Anleitung der Cadetten zum practischen Gebrauche der Sprachen im Auge zu behalten. Inwieweit Ich für jetzt eine theilweise Aenderung der Lehrpläne des Cadettencorps geboten erachte, wird Ihnen durch das Kriegsministerium demnächst bekannt gegeben werden. Ich habe durch Vorstehendes den zur Erziehung und Unterweisung der Cadetten berufenen Organen weitere Aufgaben zugewiesen, welche an ihre Einsicht und Thätigkcit erhöhte Anforderungen stellen; Ich halte Mich aber überzeugt, daß es ihrer bewährten Hingebung und Pflichttreue gelingen wird, diese Aufgaben in Meinem Sinne und zu Meiner vollen Zufriedenheit zu losen. Mit Ihren Vorschlägen über die Art und Weise, wie die militärische Jugend auch auf den Kriegsschulen für die erziehlichen Ausgaben ihres Berufes vorzubereiten ist, bin Ich einverstanden. Ich will, daß diese Meine Ordre zur allgemeinen Kenntniß der Armee gelangt und habe Ich dieserhalb an das Kriegsministcrium verfügt. Berlin, den 13. Februar 1890. Wilhelm. An den General-Jnspector des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens." II. Betreffend die Bestrafungen wegen Mißhandlung Untergebener: „Ich habe aus den Mir von den commandirenden Generalen eingereichten Nachweisungen über die Bestrafungen wegen Mißhandlung Untergebener ersehen, daß die Bestimmungen der Ordre vom 1. Februar 1843 noch nicht durchweg in dem Geiste aufgefaßt und gehandhabt werden, in dem sie gegeben worden sind. In Meiner Armee soll jedem Soldaten eine gesetzliche, gerechte und würdige Behandlung zu Theil werden, weil eine solche die wesentlichste Grundlage bildet, um in demselben Dienstfreudigkeit und Hingebung an den Berus, Liebe und Vertrauen zu den Vorgesetzten zu wecken und zu fördern. Treten Fälle von fortgesetzten systematischen Mißhandlungen Untergebener hervor, so haben Mir die commandirenden Generale bei Einreichung der Nachweisungen zu berichten, welchen Vorgesetzten die Verantwortung mangelhafter Beaufsichtigung trifft und was ihrerseits gegen denselben veranlaßt worden ist. Sie haben hiernach das Erforderliche zu veranlassen und den commandirenden Generalen auch die Bemerkungen, zu welchen Mir die letzten Nachweisungen Anlaß gegeben haben, zugehen zu lassen. Berlin, den 6. Februar 1890. Wilhelm. An den Kriegsminister." Neueste Nachrichten. Wolff« telegraphisches Correspondenz-Bureau. Prag, 19. Februar. Die deutschen Mitglieder der Handelskammer erklärten sich bereit, an den Bestrebungen für das allgemeine Gelingen einer Jubiläumsausstellung Böhmens theilzunehmen. Die Kammer wählte hieraus 6 Deutsche und 10 Czechen in das Ausstellungscomite. Bern, 19. Februar. Die luxemburgische Negierung sagte ihre Theilnahme an der Arbeiterschutzconferenz in Bern zu und bezeichnete ihre Delegirten. Paris, 19. Februar. Der „Temps" sagt: Frankreich könne gegenüber der Conserenzeinladung sich weder isoliren, noch übereifrig zeigen. Das Unternehmen des deutschen Kaisers müsse der Einmüthigkeit aller Industriemächte begegnen. England sei dabei die zunächst betheiligte Macht, wenn Eng^ land annehme, sei die geplante Conserenz möglich. Paris, 18. Februar. An dem gestrigen politischen Diner bei dem deutschen Botschafter nahmen Theil die Minister Tirard, Constans, Spuller und Rouvier, der Nuntius Notelli, die Gesandten Leon y Castillo und Reid, sowie das Personal der deutschen Botschaft. Paris, 19. Februar. Dem „Petit Journal" zufolge findet heute eine Unterredung statt zwischen dem Grafen Münster und dem Minister Spuller über die kaiserlichen Erlasse und die Berliner Conserenz- Spuller werde jedoch eine bestimmte Antwort noch nicht geben. Ueber gewisse Punkte, namentlich die Beschränkung der Arbeitszeit auf acht Stunden, sei die französische Regierung schon jetzt entschlossen, keine Abmachungen einzugehen. Das „Journ. des Debats" zollt den Absichten des Kaisers Anerkennung und erklärt, die Republik müsse dem Grundgedanken der Conserenz zustimmen, jedoch sich die endgiltige Antwort Vorbehalten, bis es die näheren Umstände der Conserenz vollständig kenne. Die kühne Initiative des Deutschen Kaisers hinsichtlich der Losung der Arbeiterfrage sei das bemcrkenswertheste internationale Ereigniß, das seit Langem sich vollzogen. ODer Kaiser sei durchdrungen von seiner socialen Mission und von dem Wunsche beseelt, sie zu erfüllen. Diese Thatsache allein gereiche dem Kaiser zur Ehre. Die Frage anlangend, ob die Regierung der Republik die Einladung zur Conserenz annehmen solle, bemerkt das „Journal": Die französische Regierung habe sich immer mit der Arbeiterfrage beschäftigt - wie könnte sie also zugeben, daß diese Fragen auf einer internationalen Conserenz behandelt würden ohne ihre Theilnahme? Zahlreich seien die politischen und ökonomischen Probleme, welche der Kaiser ausgestellt. Jede Regierung müsse zunächst noch gewisse Aufklärungen von Berlin erhalten und sich der Bereitwilligkeit der anderen Mächte versichern. Eine Einmüthigkeit sei unerläßlich- aber wenn die anderen Negierungen ihre Mitwirkung zusagen, könne Frankreich dem Friedenswerke seinen Beistand nicht versagen. London, 19. Februar. Das Unterhaus lehnte/den Adreßantrag Parnells, welcher die irische Politik der Regierung tadelt, mit 307egcgeit 240 Stimmen ab. Christiania, 19. Februar. Der Nordfahrer Nansen hielt in der geographischen Gesellschaft einen Vortrag üb/r die geplante Nordpolexpedition. Er beabsichtigt en^starkes Schiff mit eingebogenen Seiten zu bauen, um von dLm Eise nicht zerdrückt, sondern gehoben zu werden. Die Fahrt soll durch die Behringstraße mit Benutzung eines günstigen Stromes nach den neusibirischen Inseln und von dcfnach dem. Nordpol gehen, wohin der Strom wahrscheinlich führe. Rom, 19. Februar. Dem „Moniteur Rom/" zufolge unterzeichneten die Mitglieder der Preußischen historischen Station Rom, zumeist Protestanten, eine Erklärung, worin sie gegen die Anklage protestiren, welche Dölling/r gegen die Art und Weise erhoben, wie der Vatikan seine/Archive zur Disposition des Publikums stelle. / Nevers, 19. Februar. In einer Kohlenmmc bei Decize erfolgte eine Explosion schlagender Wetter. Bi/ heute Abend wurden 34 Leichen zu Tage gefördert. / St. Etienne, 19. Februar. Eine in d/r Arbeitsbörse abgehaltene Versammlung der Grubenarbeiter »beschloß für die Gruben der hiesigen Kohlengesellschaft einen allgemeinen Ausstand und beauftragte Delegirte, die^n Beschluß den Grubenarbeitern und den anderen Gesellschaften des Kohlengebiets mitzutheilen. Man befürchtet big Ausdehnung des Ausstandes auf alle Werke des Kohlenreviers. Bukarest, 19. Februar. Der Senat b^ann die Berathung des Gesetzentwurfs betreffend die Trennung des Pionierdienstes von der Artillerie und die Organisirunm eines Specialcorps für denselben. Der Thronfolger nahm 2heil an der Sitzung. — Der gestrige Hosball war sehr glämcnd. Petersburg, 19. Februar. Das Bezirksgericht Witebsk begann gestern den Proceß gegen sieben Juden, die angeklagt sind, einen Menschen ermordet zu hab/n, um dessen Tod zur Erlangung der Versicherungsprämie vch 50,000 Rubel auszubeuten. Die Einwohner von WitVsk sind derart erregt, daß das Gerichtsgebäude militärisch /bewacht werden muß. Der Urtheilsspruch wird binnen drei Tagen erwartet. Locale» «nd PropinjiclU-». Meßen, 20. Februar. — Se. Konigl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 13/d. M. den Oberstlieutenant Beck, Commandeur des Geuarrmeriecvrps, zum Oberst und den Major Frhr. v. Folttnius, Commandeur des Gendarmeriedistricts Rheinhessen,/zum Oberstlieutenant befördert. Oberst Beck und Ob/cstlieutenant v. Follenius waren früher Commandcnre btp hiesigen Gensdarmerie diftricts. / — Militärisches. Herrn .Hauptmann Ritsert vom 116. Regiment wurde mit Penfton und der Regimcntsuni- sorm der Abschied bewilligt. / — Im Saale des Cafe fand gestern Abend eine von der deutschfreisinnigen /Partei einberufene Wählerversammlung statt. Nach eiuttitenden Worten des Herrn Fabrikanten L. Georgi, in/welchen derselbe die Gründe darlegte, aus denen der Cangdat der Partei, Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch, eg abgelehnt, persönlich für seine Wahl thätig zu sein, erhielt Ha.r Landtagsabgeordneter Rechtsanwalt Metz das Wort. In S^ftünöiger, häufig von Beifall unterbrochener Rede erging sich Herr Metz in Betrachtungen über die Thätigkeit^es letzten Reichstages, speciell über diejenigen Vorlagen unh Beschlüsse, an deren Zustandekommen die Hauptgegner der freisinnigen Partei im hiesigen Wahlkreise, die Nationalliboralen, sich betheiligt. Die Verlängerung der LegislaturpMioden von 3 aus 5 Jahre stehe z. B. mit der Versicherung dtr Natioualliberalen, an der Verfassung des Reiches und d^n Rechten des Volkes nicht rütteln zu wollen, in Widersprucü desgleichen die Bewilligung von Ausgaben für Garnisonki/chen, Osfiziercasinos rc. mit dem versprochenen Eintreten für größtmöglichste Sparsamkeit im Reichshaushalte. Ueberhappt seien die Nationalliberalen groß im Versprechen, aber nictzt in der Lage, das Versprochene halten zu können. Jetzt werde die Abschaffung der directen Besteuerung der Einkommen unter 3000 Mk. versprochen die directen Steuern in Hessen seien aber zur Bestreitung der Bedürfnisse des hessischen Staatshaushaltes nöthig, darüber habe das Reich nicht zu verfügen- wenn der nationalliberale Candidat des hiesigen Wahlkreises für eine Abschaffung der Einkommensteuer eintreten wolle, so möge er sich erst in den Landtag wählen lassen u. s. w. Nachdem Herr Metz die Bestrebungen und das Verhalten der nationalliberalen Partei sowohl während der verflossenen Reichstagsperiode wie während des jetzigen Wahlkampfes (mit specieller Erwähnung der Vorgänge im hiesigen Wahlkreise und der in demselben verbreiteten nationalliberalen Flugblätter) einer längeren Kritik unterzogen und betont hatte, daß aus diesen Gründen ein freisinniger Mann Herrn Schlenke nicht wählen könne (obwohl Redner selbst, wenn es zur Stichwahl zwischen Schlenke und Bocket kommen sollte, wenn auch mit schwerem Herzen, für Ersteren stimmen werde), ging er zur Characterisirung des zweiten Candidaten des Wahlkreises, Dr. Bocke l, sowie seiner Anhänger über. Er gab hierbei, nachdem er die Ziele der Antisemiten beleuchtet, denjenigen hiesigen im Gefolge Böckels thätigen Studirenden, Assessoren und Accessisten den Nath, ihre Theilnahme an der Agitation dieses Mannes nur als Fastnachtsscherz zu betrachten. Die Ziele der Socialdemokratie, als deren Vertreter für den hiesigen Wahlkreis Herr Orbig in Betracht komme, seien bekannt, Redner werde deshalb aus dieselben heute um so weniger eingehen, als diese Partei heute ebenfalls eine Versammlung halte, infolgedessen wahrscheinlich Angehörige derselben hier nicht erschienen seien. Nach eingehender Erläuterung des Programms der deutschfreisinnigen Partei schloß Herr Metz unter dem Beifall der den Saal vollständig füllenden Wähler mit der Aufforderung, bei der Wahl für Herrn Dr. Gutfleisch zu stimmen. — Herr Georgi machte, nachdem er ebenfalls- Herrn Dr. Gutfleisch zur Wahl empfohlen, die Mittheilung, daß. die freisinnigen Wähler morgen (Donnerstag) Abend um 8 Uhr im Saale des Cafe Leib sich versammeln, und über den Ausgang der Wahl berichtet werden würde. Mit einem Hoch aus das deutsche Vaterland wurde die Versammlung, aus deren Mitte noch ein begeistert aufgenommenes Hoch auf Dr. Gutfleisch ausgebracht wurde, geschlossen. — Die auf Veranlassung des Wahlcomites der Arbeiter- Partei gestern Abend in Steins Garten abgehaltene Wählerversammlung war recht zahlreich aus allen Schichten der Bevölkerung besucht. Der Candidat der Arbeiterpartei, Herr Schreinermeister Orbig aus Gießen, wies in seiner sachlich gehaltenen, nahezu 2 stündigen Rede auf die Nothwendig- keit einer Organisation der Arbeiter gegenüber der immer mehr zunehmenden Ausbeutung derselben durch die Besitzenden hin und besprach dann der Reihe nach die bekannten Forderungen des socialdemokratischen Parteiprogramms. Die Ausführungen des Vortragenden ernteten während und am Schluffe der Rede den Beifall der Versammelten. Da weitere Redner sich nicht zum Worte gemeldet hatten, wurde die Versammlung geschlossen, woraus dieselbe in bester Ordnung auseinander ging. — Das nächstjährige XIX. Mittelrheinische Turnfest dürfte wahrscheinlich Hanau übernehmen, wo im Jahre 1868 das letzte Turnfest mit großem Glanze gefeiert wurde- Wenigstens sind sämmtliche Hanauer Turnvereine gewillt, das Fest im Jahre 1891 zu übernehmen, wenn der am 13. April in Mainz znsammentretende Mittelrheinische Turntag hierfür seine Zustimmung gibt. 8. Verspätet. Die Gedächtnißseier, welche zu Ehren unseres großen Bayreuther Meisters durch das vom Wagner- Verein angeregte und von der Capelle des 116. Jnf.-Regts. so vorzüglich durchgesührte Concert am Todestage Richard Wagners (13. Februar) gehalten wurde, hatte solche Dimensionen angenommen, daß die großen Räume der Stein'schen Localitäten überfüllt waren. Das Programm brachte in Folge der Bedeutung des Tages grvßtentheils Wagner'sche Compo- sitionen. I. Theil: Kaiser-Marsch. Ouvertüre (Rienzi). Prolog, (Trauermarsch a. d. Götterdämmerung). 3. Satz a. d. dramatischen Sinfonie „König Lear" (L. Heidingsseld). II. Theil: Wagner - Ouvertüre: Tannhäuser. Vorspiel zu Tristan und Isolde. Siegfried-Idyll. Fantasie a. d. Oper „Die Meistersinger. III. Theil: Ouvert. Ruy Blaß (Mendelssohn). Alle- gretto a. d. 8. Sinfonie (Beethoven). Ungarische Rhapsodie (An Hans v. Bülow) Liszt. Fantasie a. Wagners Lohengrin. Es war das Ganze eine Musterleistung unserer so vorzüglichen Regimentsmusik- sämmtliche Piecen gaben Zeugniß von dem feinen Studium, welches Herr Musikdirector Krauße angelegt hatte und jede Nummer erntete daher ihren wohlverdienten Beifall, der sich nach Beethovens herrlichem Alle- gretto a. d. 8. Sinfonie so steigerte, daß dasselbe da capo gespielt werden mußte. Herrn Musikdirector Krauße wurde aus ehrender Anerkennung von Seiten des Wagner-Vereins ein prächtiger Lorbeerkranz überreicht. Hoffen und wünschen wir, daß der Wagner-Verein uns noch öfter Gelegenheit bietet, solch interessante Concerte zu hören. — Das am nächsten Sonntag im Clubsaale stattfindende Concert des Akademischen Gesangvereins verspricht nach jeder Richtung hin großen Genuß. Zumal dürste dem Hauptwerk des Abends „Zlatorog" ein ungetrübter Erfolg sicher fein. Ueber die prächtige Dichtung lassen wir zwei Urtheile berufener Kritiker folgen und meinen, daß mehr denn zwanzig Aufführungen der Thierfeld'schen Musik den Beweis liefern, wie würdig der Componift dem Dichter ist. Paul Lindau sagt in der „Gegenwart": „ . . Bei ihm ist alles heiter und licht: „Frühling ist eingezogen, Freude ist überall." Eine reizende Munterkeit und Frische zieht durch diese „L. e. f. G.", ein voller urwüchsiger Humor. Es ist ein ausgezeichnetes, hervorragendes und liebenswürdiges Talent, das uns da entgegentritt, ein Talent, das noch Vielen Freude bereiten wird........ In B.'s Gedichten finden wir manche Scheffel'schen Anklänge. Aber wenn Scheffel auch der Lehrer gewesen ist, der fahrende Schüler hat sich ganz selbstständig entwickelt. Die paro- opn i| Mosel-Cognac | W aus nur Wein gebrannt, ohne den ZU geringsten Spritzusatz, in ■i!Weisswaaren- und Ausstattungs-Artikel! | SME* Größte Auswahl, solide Qua!itätrn ■ ¥ billigste Preise. "SMS den 1469] Bahnhofstraße 554] empfiehlt 1311 727 billig zu verkaufen. Gutkochende Pfg. PfdHeller-Linsen, [897 2558 Wäsche w 1284 1459 22 20 18 16 16 14 16 14 18 16 // n tf ft ff » tt tr ; h tt t/cii# Tanft/i i im Jahre 1866. MeV wcta txe'uit geMt, das n der am 13. April e Turntag hinsüt Carl Schwaabs Delicateffenhandlung. bei 10 Psd. empfiehlt u SaXyxA&at swm- ®)X?a^n Jnsecten, von den Apfelblüthftechern, total vernichtet worden, wie meine Untersuchungen in den verschiedensten Gemarkungen ergeben haben. Die eingetretene Ealamität wurde bald dem Höhenrauch oder wie manche sagten, dem Mehlthau zugeschoben, trotzdem von demselben keine Spur vorhanden war. In einigen Gemarkungen bat es etwas Obst gegeben, aber nur dort, wo die Bäume im vorigen Herbst und Winter etwas besser gereinigt worden sind. Das Reinigen der Bäume muß eben obligatorisch werden; dieses sprechen alle jene Baumbesitzer aus, die sich Mühe mit ihren Bäumen geben, aber durch die lässige Nachbarschaft stets wieder in Mitleidenschaft gezogen werden. „ ., e , Ganz furchtbar waren in einigen Gemarkungen die kaum belaubten Bäume von Raupen zerfressen, sowohl von den Raupen des Goldafters als auch der massenhaft auftrelmden Raupen des Ringel- sptnners. Wäbrend zu richtiger Zeit die Vertilgung mit geringer Mühe durchzuführen ist, wartet man gewöhnlich damit bis es zu spät ist; haben sich die Raupen erst über den Baum verbreitet, so ist ihnen schwer beizukommen. Auch gegenwärtig finden sich in manchen Gemarkungen die Nester des Goldafters massenhaft vor; das Absuchen derselben müßte bis Ende Februar durchgeführt werden. Die Blutlaus findet sich in jeder Gemarkung, besonders ge- sährlich erscheint sie dann, wenn die jungen Zweige damit besetzt sind. Meistens findet sich die Blutlaus an den Wunden der Stämme und der Aeste. Werden solche Wunden aber gehörig gereinigt und mit Kalkmörtel ausgestrtchen, so können die Blutläuse sich nicht Die Aussichten auf eine Obsternte sind die denkbar günstigsten. Aepfel- wie Btrnenbäume, nicht minder Zwetschen- wie Kirschen- bäume, zeigen reichlichen Blüthenknospenansatz. An der Bevölkerung liegt es nun, durch emsiges Schaffen und Reinigen an den Bäumen die reichen Aussichten zur Erfüllung zu bringen, denn das große Heer der schädlichen Jnsecten und Vernichter der Blüthen wird sich wiederum, wie im vergangenen Jahre, allem Anscheine nach, auch in diesem Frühjahr verderblich zeigen. Die Raupen des Goldafters sitzen massenhaft in Nestern an den Bäumen, der Apfelblülhstecher, der böseste Verderber der Blüthen, ist in Mengen hinter der Rinde verborgen und warten diese nur des wärmenden Lenzhauches, ihr Zerstörungswerk von Neuem zu beginnen. Vereinte Kräfte im Kampf gegen die Schädiger unserer Obstbäume führen endlich zum Sieg und zu reichen Obsternten. Limburg, 19. Februar. (Fruchtmarkt). Rother Weizen JL 16.90, weißer Weizen JL 16.70, Korn JL 13 70, Gerste JL 12.15, Hafer 8.25, Erbsen JL 00.00, Kartoffeln JL 0.00. Frankfurt, 19. Februar. Erbsen ganze per Pfd. 14—18 I do. geschälte 16—20 H, Linsen 15—25 weiße Bohnen 16—20 gelbe Kartoffeln per Gescheid 12—14 H, rothe Kartoffeln per Gescheid. 12—14 X Butter per Psd. JL 1,10 -1,20 Eier das Stück 6—8 Blumenkohl 30-60 H, Weißkraut das Stück 10—20 H, Rothkraut 15—30 H, Wirsing 10—12 H. [1118 Fr. Seibel. Nniversitäts - Nachrichten. — Professor Dr. Wilhelm Meyer, Docent für romanische Sprachen an der Universität Jena, hat eine Berufung an die Wiener Universität als außerordentlicher Professor erhalten, welcher er zu Ostern Folge geben wird. Jena, 17. Februar. Die Kinder des verstorbenen Geheimraths v. Hase haben zum Andenken an ihre Eltern der Stadtgemeinde Jena zu einer Stiftung für Wohlthätigkeitszwecke ein Kapital von 10000 Mk. zur Verfügung gestellt. V eiicheu - Seite Rosen-Seife ii* vorzüglicher Qualität empf.: ä Packet (3 Stück) 40 H [5 I H. Tichy (G- Petri Wwe. Nachf.) geringsten Spritzusatz, in Brüssel mit der silbernen Medaille gekrönt, empfiehlt die Cognac-Destillerie von A. L Elfen, Trier a/Mos-l. J Königs-Reisstärke Fritz Nowack Seltersweg. Verkehr, Land- nnd Volkswirthschaft. — Dem Bericht des Obstbautechnikers des Wetterauer Odst- bauvereins E. Metz zu Friedberg entnehmen wir die nachstehenden auf die Reinigung der Bäume von fchädigenden Jnsecten bezüglichen Bemerkungen. Wir hoffen, datz d?e darin enthaltenen Mahnungen Seitens oer Oostbauenden die dringend nöthige Beachtung finden werde». Durch sorgfältigere Pflege der Obstbäume muß der Gunst des Klimas entgegengekommen werden. Dieselbe kommt ja nicht allein : Engeren I e" Gründ.?' B»*1 "" d°r !> Friedberg, 18. Februar. Bei recht günstigem Wetter cntsaltete sich auf dem heutigen Pferdemarkt in den Morgenstunden schon ein bewegtes Treiben. Waren doch fümmtliche städtische Stallungen sowohl als auch diejenigen der Wirthe von den Pferdehändlern, die diesmal in vermehrter Zahl erschienen waren, geradezu überfüllt. Trotz dieser Concurrenz saßen die Pferdehändler aus dem hohen Gaul, wie man zu sagen pflegt, und verlangten für ihre Waare, meist norddeutschen Schlags, wie auch sonstiger schweren Arbeitspferde, ganz enorme Preise. Die Zahl der von diesen Händlern zum Markte gebrachten Pferde belief sich auf nahezu 150 Stück, nicht minder waren von Seiten der Landwirthe re. aus der Umgegend auf unserem schönen vmd sehr geeigneten Marktplatze Pferde verschiedener Art zum Verkaufe gestellt. Es sind der Commission über 100 Abgeschlossene Verkäufe gemeldet worden und wurden für- schwere Arbeitspferde Preise von 500 — 1300 Mk. gezahlt. Auch in geringerer Waare wurden wie immer Geschäfte abgeschlossen, Luxuspserde wurden nicht verlangt. Die Commission hat die zur Verloosung bestimmten zwölf Pferde in schönster Waare angekaust, nur war dieselbe in Folge der hohen Preise gezwungen, 700 Mk. über den Voranschlag zu verausgaben, was gewiß ein Beweis dafür ist, daß das Pserdemarktcomite die Interessen des Pferdemarkts zu berücksichtiget! versteht. Werfen wir einen Blick zurück auf den ersten Frühjahrspserdemarkt, welcher am 18. Februar 1878 stattsand, so können wir zu unserer Freude eonstatiren, daß vermischte-. *△ Mainz, 19. Februar. Heftige Feuersignale chreckteu heute Morgen gegen 5 Uhr die letzten Carnevals- gäste in den Wirthshänsern und Cafes hier auf. In einer Wirthschaft in unmittelbarer Nähe der bekannten Bierbrauerei Schöfferhof-Dreikönigshof war Großfeuer ausgebrochen und verbreitete sich so schnell, daß das Haus sammt Hintergebäude alsbald nahezu vollständig in Asche gelegt wurde. Während des Ausbruchs des Brandes war der Hauseigenthümer und dessen Frau in einer anderen Wirthschaft, was in Verbindung mit dem Umstande, daß das Feuer gleichzeitig in mehreren Stockwerken wahrgenommen, den Verdacht einer Brandstiftung nahelegte und sich die Polizei veranlaßt sah, den Wirth und seine Frau alsbald zu verhaften. *△ Mainz, 19. Februar. Ein von den Mitgliedern der socialdemokrauschen Partei neuerdings in den Wahlkreisen Mainz-Oppenheim und Bingen-Alzey verbreitetes Wahlflugblatt wurde polizeilicherseits verboten und die vorhandenen Exemplare confiscirt. Die bei dem Verleger des Flugblattes, einem Schuhmacher von hier, vorgenommene Haussuchung verlies vollständig resultatlos, obwohl die Durchsuchung sehr minutiös vorgenommen wurde und sich sogar auf die Lagerstätte eines erkrankten Kindes des Schuhmachers erstreckte. Im Kreise Oppenheim wurden mehrere Socialdemokraten verhaftet, die ungeachtet des von dem Kreisamt erlassenen Verbots das früher erschienene Wahlflugblatt weiter verbreiteten. — Bei dem gestern zum Besten der Mainzer Armen veranstalteten närrischen Jahrmarkt gingen annähernd 5400 Mk. ein. Welche Summen im Allgemeinen bei dem Mainzer Carneval umgesetzt wurden, läßt sich .aus der That- sache entnehmen, daß die beiden Maskenbälle am Fastnacht- Montag und -Dienstag der „Narrhalla" über 25,000 Mk. einbrachten. Apfelspalten, amer., Apfrlscheiben, hochfeine Ringäpfel, Brüuellen, Kirschen, Zwetschen, türkische, in feinen und feinsten Qualitäten, Bordeaux-Pflaumen, Apricosea empfiehlt [898 Emil Fischbach. Verlag von Becker Laris, Gießen und Berlin. Der kleine Holzberechner für den Holz'Handel und -Verkehr. Von Gugen LariS, Redacteur des „Handelsblatt für Walderzeugnisse." Dieses Büchlein, welches in den interessirten Kreisen sich schnell Eingang verschaffte, hat folgenden Inhalt: Cubiktabelle zur Bestimmung des Cubik-Jnhaltes runder Hölzer. — Tafel zur Verwandlung rheinischer Cubikfuß in Cubikmeter. — Erläuterung der metrischen Maß- und Gewichtseintbeilung. — Tafel zur Verwandlung von Cubikmetern in rheinische Cubikfuß. — Kreisflächentafel. — Verhältnißzahlen — Tafeln zur Bestimmung des Cubikinhaltes der gangbarsten Brettersorten, Balken und Kanthölzer. — Wichtige Zahlen und Formeln zur Körper- und Flächen-Berechnung. — Tafeln zur Verwandlung von Metern in rheinische Fuß. — Tafel zur Verwandlung rheinischer Fuß in Meter und Zoll in (Zentimeter. — Tafel zur Bestimmung der Dimensionsverhältnisse beim Rundholz-Beschlag. — Tabelle zur Maß- und Gewichtes Vergleichung in den deutschen und außerdeutschen Staaten. — Verhältnißzahlen — Kurze Notizen über die Einheitsmaße im Holzhandels-Verkehr zur See. — Preis- vergleichungs-Tabelle zwischen dem rheinischen Cubikfuß und Cubikmeter. — Preisvergleichungs-Tabelle zwischen dem Cubikmeter und dem Quadratmeter (Bretter). — Preisvergleichungs-Tabelle zwischen Fuß (rhein.) und lauf. Meter; Ruthen und lauf. Meter und ^Ruthen und lauf. Meter. — Preisvergleichungs-Tabelle zwischen dem Quadratfuß und Quadratmeter. — Preisoergleichungs- Tabelle zwischen dem Schock und dem lauf. Meter; Bretter, Latten rc. — Tabelle zur Ablesung des Cubik-Jnhaltes eines Schock rc Durch jede Buchhandlung zu beziehen. — Preis Mark 1.—. Niederlage sür Gießen bei Herrn Ph. Bauer II., Frische SchellfischeiÄÄr bei 10 Pfo. Mittel-Linsen,. bei 10 Psd. Tbür. w-iße Bohnen, bei 10 Psd. gelbe Victoria Erbsen, bei 10 Pfd. geschälte Biet -Erbsen, für Herren, Damen und Kinder besser und billiger wie überall. Fritz IVowach.3 Seltersweg. b®" Apfel- und Ouitten-Gelee, Alles im Anbruch und zu sehr billigen Preisen. Sehr preiswert- ^$£5 Gemischte Obst-Marmelade die damals an dieser Stelle ausgesprochenen Erwartungen | sich in jeder Hinsicht verwirklicht haben. Heute Abend findet die Verloosung statt. (O. A.) — Harmonikas, —— TroniuieSnv Flöten, Sigeaalhörner, sowie alle übrigen Instrumente zu Fabrikpreisen. 1008 Ernst Challier (Rudolphs Nachf.), Giessen. ristischen Aventiuren: „Lohengrin" und „Siegsrieds Tod", die unter dem Titel „Traurige Folgen des Wassertrinkens" berichtet wird, haben einige Verwandtschaft mit dem „schwarzen Wallfisch zu Askalon" und der „Schlacht der Cherusker". Es sind ganz prächtige Schenklieder in diesem kleinen Buche und unter den modernen Dichtern kenne ich außer Hornsek kaum einen, der so überzeugungsvoll das weise behagliche Zechen besungen hätte, wie dieser prächtige Baumbach. Diesem gesunden, liebenswürdigen Talent den besten Gruß zum Willkommen! R. Hamerting im „Heimgarten": .... Hier begegnen wir Gedichten, die, wie das Lied vom „Ahasver", oder das vom „schlauen Abt", den beliebtesten Sachen Scheffels ebenbürtig sind. Daß erst^nach Erscheinen dieses Büchleins die Kritik angesangen, zu ^hren des „Zlatorog"- Dichters ihre Böller zu lösen und ihre Freudenfeuer anzu- ZÜnden, liegt wohl darin begründet, daß eine Hauptrolle in dieser kleinen Sammlung das Zechlied spielt, jene lustige Kneiplyrik, die eben in unseren Tagen zu einer so großen Beliebtheit gelangt ist und durch welche V. Scheffel namentlich zum Idol der studirenden Jugend geworden. Gott erhalte sie uns, diese fröhliche Lyrik mit dem Roth der Gesundheit aus den Wangen: sie hat Berechtigung, Werth und Bedeutung der pessimistischen Stimmung unserer Tage gegenüber. — Der erste Preis der Friedberger Pferdemarkt-Lotterie ist in die Collecte des Herrn Julius Wallach hier zesallen. reitle Kr °r JS 31 Herr lr- , welche zu Ehrer das vom Wagner ; 116. Jns.ckegrs. Todestage Richard lütte solche Dimen- me der Stem'schen im brachte in Folge ragner'jche Compo- Satz a. d. biw Meld). H. Theil. cl zu Tristan und Mendelssohn). » mnsch- SW* öagners LohengM» Miner i° jata-W6 Wr-M Kr°» ° daher ih-°° * ,n5 herrlichem w - empfiehlt Emil Fischbach flRk 3 J» ■_ ■■ — _______ Hochstamme und Zwergbäume, H » bedeutende Vorrathe Obst- RS Säl R? Iw M» wH ■ H ■ ® baumfthaUn v. Karl Umber 111 Laubenheini b. Mainz. — Kataloge umsonst.[368 «ch-icht " p eri C’t,0‘9uSeile mehr de ) Vtusik den Dichter ilL _ Kei >'< uni) 8‘j* urmüchs'^ ^bens' riitritt, . . • im ll1' j)it pn" rnkeln ?? M°n«;;; 5° btt Social, ä* Nlfreis «ebnet eingeh"" Halles en ^r nicht er- Vt^r°9rainM I unter bem rfQ^r mit dn Dr- Gutsleisch fm er ebensalls ble Mittheiluno, rstag) Abend um mmeln, und über 'ürbe. Mit einem me Versammlung, >mmene§ hoch auf !N. ütes der Arbeiter- 'gehaltene Wähler- Schichten der Be- eiterpartei, hen in seiner sachliij die Nothmendig- niiber der immer durch die Besitzende bekannten For- rrograrnms. Die während und am :ltcn. Da weiten gatten, wurde dir in bester Ordnung WMiwiiirTffiHa Hvlz, Horn, Marmor, Gyps, Stein u. s. w., empfiehlt Otto Hochstätten, 1141]Marktstraße 28. ______Neuenweg 22. Elegante Herren- und Hamen-Stiefel sowie gewöhnliche Sorten habe eine Parthie 726 zum Ausverkauf übernommen- Louis Rothenberger, ____N-irenweg 22.______ Ausverkauf von Winterschuhen zum Ü Selbstkostenpreis Robert Stuhl, Neustadt 23. Hausverkauf. Ich beabsichtige, mein in der Liebig- jftraße Nr. 61 gelegenes HauS unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. 1082]__________G. Döring. Neue und gebrauchte Federbetten Schrffsnachrichten. Bremen, 19. Februar. fPer transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Werra, Capt. R. Bufsius, vom Norddeutschm Lloyd in Bremen, welcher am 8. Februar von Bremen und am 9. Februar von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.______________ Gottesdienst der israelitischen Keiigionsgesestschaft. Freitag Abend 5°» Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, Samstag Nachmittag 3°° Uhr, Samstag Abend 610 Uhr Fische und Geflügel, ffLmmtliche Delicateffen, größte Aus- ivahl, billigste P eise, beste Qualitäten, in C. G. Kleinhenns [145^ Delicateffen-, Fisch- und Geflügel-Handlg., Bahnhofstraße 59._________ «w 364] Die berühmten WiesvadenerHauS- macher Nudeln o. C. Weiner, keine sog. Fabriknudeln, empfehlen W. Schomber, Neuen Baue 10 u. C. Rotü, Walltborstr.5. Direct importirte Habana-u. Brasil-Cigarren, div. Cigaretten u. Cigaretten-Tabake, in- und ausländische Weine, Cvgnac, ärztlich empfohlen, Thee, Chocolade, Cacao, rohen und gebrannten Kaiser in verschiedenen Preislagen empfiehlt ß Aug. Voigt, SHTrc9 ^lüß-Staufers Aniversat-Aitt in Schraubengläsern, bekanntlich das ! Beste zum raschen und dauerhaften Flicken aller zerbrochenen Gegenstände, wie Glas, Porzellan, Bekanntmachung. Behufs einer Ergänzungswahl des Vorstandes unserer Gemeinde für oas nach dem Dienstalter austretende Mitglied, Herrn Meyer Homberger, liegt die Liste aller Stimmberechtigten drei Tage lang aus dem Bureau des 1. Vorstehers offen, damit Einwendungen gegen den Inhalt der Liste, die nur in dieser Frist zulässtg sind, vorgebracht werden können. Gießen den 21. Februar 1890. 1481 Der Vorstand der israel. Religionsgemeinde Gießen. Aus der Landrichter Dr. Müller'schen Stiftung zu Darmstadt ist durch die unterzeichnete Behörde ein Unterstützungslegat von jährlich 500 Mark an eine bedürftige kinderlose Wittwe eines richterlich en Mitgliedes bei einem ftüheren Stadt- oder Landgerichte oder bei einem der dermaligen Amtsgerichte oder Landgerichte der Provinz Starkenburg oder Oberheffen zu vergeben. Zur Bewerbung um dieses Legat mit Nachweis über die Qualification wird hiermit eine Frist von vier Wochen angesetzt unter dem Anfügen, daß in erster Linie das Unterstützungslegat als Beihülfe zur Erziehung minderjähriger Kinder bestimmt ist Darmstadt, den 20. Februar 1890. Großherzogliche Civildiener-Wittwenkaffe-Commifsion. Arnold, Landgerichtsrath. 1475 Wermiett-ungen. 1486] Logis, sow. möbl. Zimmer verm. S. Elsoffer. Marktstr. 27,2.St. 1487] Kleine Wohnung zu vcrmiethen. ________Neuen Bäue 17. 913] Ein Familienlogis, 4 Zimmer nebst Zubehör, per 15. April zu vermiethen. Hch. Bourgeois, Kirchenplatz 18. Bekanntmachung. Für das Gr. akademische Hospital soll pro 1890/91 auf dem Wege der Submission vergeben werden: 1. Die Lieferung von Backwaaren, Fleischwaaren, Specereiwaaren, Milch, Butter und Eier, Bier, Eis und Schreibmaterialien, 2. Das Reinigen der Wäsche fürs Dienstpersonal, 3. Das Reinigen der Oesen und Herde, 4. Das Reinigen der Senkgruben und das Fortschaffen der Abfälle und des Kehrichts, 5- Die Abgabe von Knochen und Gespül, 6. Die Abgabe von Weinfäffern und leeren Flaschen, 7. Die Unterhaltung des Gartens. Die Bedingungen können auf dem Verwaltungsbureau an den Wochentagen, Nachmittags von 3—5 Uhr, eingesehen werden. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 8. März d. I , Mittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben Gießen, den 18. Februar 1890. Gr. Direction des akad. Hospitals. Riegel.__1474 Die Lieferung der in der Zeit vom 1. April bis 1. October 1890 für die unterzeichnete Anstalt erforderlichen Fleisch-, Back- und Specereiwaaren, der Butter, Gier und Milch sowie des Bedarfs an Steinkohlen, Stroh und Seife soll im Sub- missionswegevergebenwerden. Offerten sind bis zum 28 d. MtS. bei der unterzeichneten Direction einzureichen. Gießen, den 18. Februar 1890. Großherzogliche Direction der Entbindungsanstalt. ________Dr. Löhlein. 1470 Mittwoch dm 26. Februar, Nachmittags von 2V2 Uhr an, werden aus dem Nachlaß des Herrn Joh. Ehr. Kraft im Hause des Herrn Sorg er, .Schöne Aussicht", nachbenannte Mobilien versteigert: 1 ovaler Tisch, 1 Commode, 1 vor- zÜgl. zweithür. Kleiderschrank (Eichenholz), 1 großer Spiegel, Stühle, 1 vollst. Bett, große Zirrkbade- wanne, 1 Uhr, tampe, Ablaufbrett, Bilder, Küchen- und Hausgeräthe. Im vormundschaftlichen Auftrag: Louis Notheuberger, 1476 Gerichtstaxator. Donnerstag den3. April l.I., Nachmittags 2Vz Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Heinrich Lind in Gießen gehörige Hofraithe: Fb»r I Nr. 773,g - 113 Meter auf dem Marktplatz öffentlich meistbietend versteigert werden Gießen, 19. Februar 1890. Großherzogliches Ortsgericht Gießen Bogt. 1465 Die Moditiarversteige- rung auf LonyS Bierkeller wird heute Freitag Nachmittag 2 Uhr fort- gefetzt U9i A. Kolhenderger. Arbejlsversttigerilngeil. DienStag den 28. und Mittwoch den 26. l Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen im alten Rathhause für das Rechnungsjahr 1890/91 nachstehende Arbeiten und Lieferungen versteigert werden: am erAci n Tage die städtischen laufenden Taglohn- arbeiten, desgleichen Fuhrleistungen, das Kleinmachen des Brennholzes und das Reinigen der Oefen; am zweiten Tage die laufenden Pflasterausbefferungen, Bas altsteinlieferungen, Kieslieferungen, Stein- und Kies-Fuhrleistungen, sowie Steinschlagenöhne. Gießen, den 20. Februar 1890. Großherzoglichc Bürgermeisterei Gießen Gnauth 1478 Holzversteigerung im Steinbacher Gemeindewald. Mittwoch den 26. Februar d. I. sollen in hiesigem Gemeinde- walo in den Districten Ameisenkopf, Heegheck und Todtenzipsen versteigert werden: 87 Rm. Buchen-Scheitholz, 30 „ „ -Knüppel, 38 „ „ -Stöcke, 1050 Wellen Buchen-Reisholz, 15 Rm. Eichen-Knüppel, 9 „ „ -Stöcke, 350 Wellen Eichen-Reisholz, 44 Rm. Nadel-Scheitholz, 130 „ „ -Knüppel, 150 „ „ -Stöcke, 6250 Wellen Nadel-Reisholz. Der Anfang ist Morgens 9V2 Uhr auf dem Ameisenkopf am Buseckerweg. Steinbach, am 18. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. _________Krämer.______1477 Freitag den 21. ds. Mts , Vormittags 10 Uhr, in der früher Bramm'schen Hofraithe dahier sollen — voraussichtlich bestimmt: 12 Reaulateure öffentlich gegen Baarzahlung versteigert werden. Gießen, den 19. Februar 1890. Engel 1455_________________Gerichtsvollzieher Freitag den 21. d Ms. sollen dahier durch den Unterzeichneten bestimmt öffentlich gegen Baarzahlung versteigert werden: a) Vormittags 11 Uhr, hinter der Ludwigsstratze nnd Alicestraße 24 lZusammenkunft Ludwigsstraße am Via- duct): 1 größere Parthie Gerüststangen, Hebel, Diele, Lettern, 2 Handwägen, 1 Karren, 3 Farbmühlen, Kalk, Lack, Oel, Farben rc. b) Nachmittags 2 Uhr Neuen Bäue 25: 1 braune Plüschgarnitur (Sopha und 6 Sessel), 6 Rohrstühle, 1 Verticow, 1 Ruhesopba, 1 Sophatisch, 1 Spiegel mit Trumeau, 1 Commode, 1 Con'ol, 1 Waschtisch, 2 Nachttische, 1 Kleider- und 1 Küchenschrank, Spiegel, Vorhänge rc. Gießen, den 17. Februar 1890. Engel 1445 Gerichtsvollzieher. 1348) Abends 5 Uhr. 1480 Sterbehaus (Bahnhofstraße 6) aus statt. 1484 pCt. Reichsanleihe 4 102.45 Lombard. Eisenbahn- Tendenz : fest. Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 20. Februar 1890. 177 70 Diseonts-Tom.-AnHet!e 104.39 1314] Ich suche einen Unter- 237.00 169 30 17510 189 75 117.75 372.00 195 00 16925 13440 36 60 186 50 9010 240.25 245.00 88.70 211.00 8990 94 40 76.40 68 50 5-600,000 Ruffensteinen. Nähere- in der Exped. d. Bl. 106.40 Oesterr. Silberrente 102 70 Rufs. Orient in. Disconto-Commandit-Antheile Darmstädter Bank-Actien Dresdener „ „ Die trauernde Familie Schußler. 4 pCt. Gießener Obligationen ReichSbank-Dtscont 5 147m] Ein großes schönes Zimmer, nach der Straße, möblirt oder unmöblirt. an Jemand ruhiges zu vermiechen Frau M. Heichelheim, Seltersweg 20, 1. St. 94 75 Harper er 111.00 Ostpreußen 173.40 Bochumer Gußstghlactiev Tendenz: fest. Bonner Fabnenfabrik in ®onn am Rhein. Hoftief. Sr. Majestät des Kaisers. Königlicher, Großherzoglicher, Herwgl., Fürftl- Hoflies. (8 Hoflieferanten-Titel). Bereinsfabnen Banner, gestickt nnd gemalt, prachtvolle künstlerische Ausführung unbeschränkte Dauerhaftigkeit wird schriftlich garantirt. Mahnen und Flaggen von echtem Marine Schiffsflaggentuch, Vereins- Abzeichen. — Schärpen. — Fahnenbänder. - Theater-Decorationen. Zeichnungen, Preisverzeichnisse versenden wir gratis und franco. [1466 Oesterr. Creditactien Oesterr. StaatSbahn-Actien Dortmunder Union-Actien Darmstädter Bankactten zur Anfertigung von Buschtherader Eisenbahn-Actien Elbethal-Bahn-Actten Gotthard- „ „ Schweizer Nordost-Bahn-Actien „ West- r „ Gelsenkirchener Bergwerks-Actien Oesterr. Alpine-Montan- , im Saale des Gesellschaftsvereins. Thier Felder „Zlatorog“ für Solo, Chor u. Pfte. mitDeclamation. Mendelssohn Finale aus „Loreley“ für Solo, Chor u. Pfte. Solistin Frl. Betty Küchler aus Frankfurt. Clavier Frl. Sophie Groos. Declamation Herr cand. math. Carl Hensing. Sperrsitze 2 Mk. Unnumerirter Platz 1 Mk. Textbuch 25 Pf. in der Musikalienhandlg. Ernst Challier (Rudolphs Nachf.) Heute verschied nach langem Leiden unsere liebe Schwester, Schwägerin, Schwiegermutter und Tante, Frau Katharine Kohler Wwe., geb. Walz, was wir mit der Bitte um stille Theilnahme hiermit anzeigen. Gießen, den 19. Februar 1890. Im Namen der Hinterbliebenen: Joseph Mann. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 3 Uhr vom Berliner Handelsgesellsch.-Antheile 176.80 Oesterr. Credit-Actien 276 00 „ Staatsbahn-Actien Coiicert des Akadi-m. Gesangvereins am Sonntag den 23. Februar, Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme und die reichen Blumenspenden bei dem uns so schwer betroffenen Verluste, sagen wir Allen unseren innigsten Dank. 1341] Auf meinem Comptoir ist per 12/" sofort oder später eine Lehrlingsstelle zu besetzen. Reflectanten mit guter Schul- 9 bildung wollen sich alsbald melden. I C. Klingspor, Gießen- GourKverichr vo« E. Wasserschlebeu, BankgeschM Drgakfnrtrr Börse vom 20. Februar (SSO. Schlußcourse 1 Uhr 15 Mm. 107.45 4 pCt. Ungar. Goldrente 5 „ Italiener Rente —15 pCt. BuderuS-Obligationen pCt. - - Frankfurter Bank-Diskont 5 pCt. Todes-AuzeiM. Theilnehmenden Freunden, Bekannten und Verwandten machen wir die traurige Mittheiluna von dem am 20. d M. erfolgten Hinscheiden unserer Gattin, Mutter, Schwiegermutter und Groß- mutter, Eva Hell, geb. Großmann, in ihrem 59 Lebensjahre und bitten um stille Theilnahme. Familie Hell* Heinrich Carle, Dachdeckermeister. Gießen und Offenbach, den 20. Februar 1890. Die Beerdigung findet Samstag Nachmittag 2 Uhr vom Sterbehause, Marburgerstraße 68, aus statt. [1498 3Va „ 4 „ Preuß. ConsolS 3Vi , 1482] Einem braven Jungen ist Gelegenheit gegeben, das DHuhmacherge« schäft zu erlernen bei Wilh. Herbert. 1489] Ein tüchtiges Dienstmädchen auf sofort gesucht.Neuenweg 33. 133b] Für das Comptoir einer hiesigen Fabrik ivird ein junger Mann als Lehrling gesucht. Näheres in der Exved d. Bl Gesucht auf sogleich ein tüchtiges gewandtes Mädchen für Küche nnd Hausarbeit von Fran Profeffor Birnbaum, 1286] Alicestraße 1l II._______ Verein f. Briefmarken künde. Freitag den 2l. d. M., Abends 9 Uhr: Versammlung [1483 in der Restauration Wendler. 21/2 V2y$ll)r. Conf. I. Gr [1453] 1485] Eine Wohnung im Nebenbaus, I 3 Zimmer mit Zubehör, an ruhige Leute | per 1. April d. I. zu vermiethen. ___________________Südanlage 3 * 542] Die 1. und 2. Etage in meinem Hause, bestehend aus je 5 Zimmern mit ollem Zubehör, großem Bleichplatz rc., sind per März und April anderweit zu vermiethen. Heinrich Ruckstuhl 11., ___________________Asterweg 50.___ 3<)5J Kleines Logis zu vermiethen Lina Greiner, Frankfurterstr. 103. 1274] Der 2. Stock m Hauses (5 Zim- mer rc) zu oerm. vr Dornseiff, Schulstr. 630] Ein schönes Familienlogis, 5 Zimmer mit Wasserleitung und allem Zubehör, per April oder später zu vermiethen. ______________________Neustadl Nr. 8 89] Wallthorstraße 71 I. St. st-üher Meyerfeld'sche Besitzung),schöneWoh- nung von 6 großen Zimmern rc. rc, schönem großem Garten, per April beziehbar, ver- miethet L. Seuling, Asterweg 48. 1434] Eine kleine Wohnung oder zwei unmöblirte Zimmer zu vermiethen. Bahnhoistraße 43. " 1431] Der 2. und 8. Stock eines Äeu- baues in der verlängerten Flügelsgasse, 4 Zimmer, Wasserleitung, Speise- und Bodenkammer u. s. w., zum 1- Mai oder- später zu vermiethen. Näheres ___I. Schreiner. Mäusburg 5. 1414] Drei Zimmer nebst Küche (monatlich 20 Mark* zu vermiethen. ___________ Ederstraße 4, parterre. 1368] Freund!. Familienlogis sofort zu vermiethen.__________Kaplansgasse 18. 1364] Ein Logis an ruhige Leute zu vermiethen: auch können zwei einzelne Zimmer abgegeben werden- _ LouiS Bogt, Neuenweg 19 814] Freundliches Logi« im Hinterhaufe, 2 Zimmer, 2 Cabinette, Küche und Zubehör, zu vermiethen- __Bahnhofstraße 24. 589] Der 3 Stock (nut ob. ohne Mans) in meinem Vorderhause per 15. April zu oelmieihen. Euler, Ludwigsstr. 14. 1243] Ein schönes möbl- Zimmer zu vermiethen.___________Neuen Bäue 10. 82] Zwei möbltrte Zimmer im Nebenhause zu vermiethen. Louis Petri I. Wwe., Neuenweg 39. 1221 ] Möblirtes Zimmer zu vermiethen. Marktstraße 34 1077] Alicestraße 13 ist ein elegantes Zimmer mit Cabinet, gut möblirt, zu ver- miethen. Frau Dr. Franz Eckstein. 306] Ein fein möbl. Zimmer mit Cab- zu vermiethen. Grünbergerstraße 36. 1< 99] Ein Stübchen mit Bett zu vermiethen Kirchenplatz 4. 14631 Möblirtes Zimmer zu vermiethen, Preis 8 JL Mäusburg 5. Vermischte Anzeigen. 1468] Ein möbl Zimmer für das Sommersemester gesucht. Offerten mit Vreisang. u 6 8 an die Exp. d. Bl erb 149: ) Ein Notizbuch verloren. Geg- Belohn, abzug. Bahnhofstraße_32^_ 1449] Entlaufen ein brauner Pudel. Gegen gute Belohnung abzu- gcben Kirchenplotz 21, I. Stock. Vor Ankauf wird gewarnt.__________ i35>]: Ostern dieses Jahres ist auf dem Comptoir eines hiesigen Fabrik- geschäftcs etne Lehrlingsstelle zu besetzen elbftqefchriebe ii e Offerten besorgt unter X. 1< 0 die lsrved d Bl. 1351] Em Mädern, welches perfect bügeln kann, sucht Beschäftigung in und außer dem Hause. Zu erfragen ______________________Wolkengasse 26 1464] Zuverlässiges Laufmädchen gesucht. Näheres in der Erp d Bl. 1471] Für sofort eine ordentliche Lausfrau gesucht. _______________Asterweg 40 HI. 1472] Zur Aushülfe wird auf einige Wochen ein solider, tüchtiger Schlosser» geselle gesucht. Näheres zu erfragen in der Expedition dieses Blattes. ___ 1467] Ein jüngeres Mädchen ivird für einige Stunden des Vormittags zu Kindern gesucht. Näheres Bahnhofstraße 4'», 2 Treppen. Redaction: A. Scheyda. — Druck unb Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. (Das Ke tnnahlnr x Egender T° Dcr Albaj . • Allendors a- Allendorf a. Allertshausen Alten-Buseck Annerod Bellersheim Beltershain Brrsrod mit MenhÄen Beuern. Bicklar . Burkhardssel Climbach Daubringen Dors-Gill ; Eberstadt mi Ettingshausei Garbenteich ■ Geilshausen Gießen mit Göbelnrod Großen-Bust Großen-M, Gninberg . Gröningen. Harbach. . Hattenrod . hausen . . Heuchelheim. Holzheim . Hungen . . Inheiden . Wesselbach . Klein-Linden Langd . . Lang-Göns. Langsdorf . Lauter . Leihgestern. Lich mit Ho und M mdenstruth Lollar . . Londors. Lumda Mainzlar' . Münster. . MuHmheim Kr-Bejsmg. ^Mörgeri OMaufen, ^Ppenrob wKrdshan L'rch-n. Wetm Ä"1 -ttoje x Aphe * topfit. ■ tirOflktn