1890 Nr. 17 Amts- imd Anzeigeblatt fite den Areis Gieren chratisöeikage: Gießener Aawikienökätter von im 1) c. 2) 3) 4) Dienstag den 21. Januar a. b. diel er Prüfung spätestens bis zur» 1. Februar 1890 Geburtszeugniß, Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeit- lich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein; ein Unbescholtenheitszeugniß, welches von der Polizei-Obrigkeit oder der vorge-etzten Dienstbehörde der Kasse in Ansatz zu bringen. 6) Als Reservefonds ist nur derjenige Betrag zu fuhren, welcher ausdrücklich als Reservefonds bestimmt und verzinslich angelegt worden ist, während der vorhandene Rechnungsüberschuß als Betriebsfonds einzutragen ist. 7) Sofern Kreisstraßenwarte Mitglieder Ihrer Kaffe, stnd, ist der für dieselben zu entrichtende Krankenkassenbeitrag, welcher sich für das ganze Jahr aus 51 Wochen berechnet, vorlagsweise aus der Gemeindekasse zu zahlen und der Kreiskasse demnächst in Aufrechnung zu bringen. Wir empfehlen Ihnen, die Ausstellung der Nachweisungen mit thunlichster Sorgfalt vorzunehmen, damit die bisher vielfach nöthig gewesene Rücksendung zur Berichtigung bezw- Ergänzung möglichst vermieden wird. v. Gagern. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. auszustellen ist; d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf. 5) In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französtsch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. 6) Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheitszeugniß beizulegen. Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüsungs Ordnung (Anlage 2 zur Wehr-Old. vom 22. Novbr. 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889) Auffchluß. , Bezüglich des Prüfungstermins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stat, findet, erfolgt event. weitere Bekanntmachung ; aus specielle Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 20. December 1889. Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr. Zeller- bei der unterzeichneten Commission einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird Speciellen das Folgende bemerkt: 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Zulaffung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizusügen: Vierteljähriger Köonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expedition und Druckerei: Schukstraße Kr.7. Fernsprecher 51. Ausland. Wien, 18. Januar. In der heutigen Sitzung der Ausgleichs-Conferenz wurde die Berathung über die Errichtung nationaler Eurien im böhmischen Landtage und über die Revision der Landtagswahlordnnng fortgesetzt und beendet. Morgen Vormittag lO1/^ Uhr findet die Schluß- Sitzung zur redactionellen Formulirung der getroffenen Vereinbarungen statt. Pest, 18. Januar. Abgeordnetenhaus. Bei der Berathung des Landesvertheidigungsbudgets erklärte der Landesvertheidigungsminister Fejervary gegenüber der Klage des Abgeordneten Kaas, daß unter der gegenwärtigen Regierung die Befestigung der ungarischen Grenzen gänzlich vernachlässigt worden sei, die Regierung habe die dringendsten Befestigungsarbeiten im Auge gehabt und würden auch noch andere wichtige Punkte in Ungarn an die Reihe kommen. Luzern, 18. Januar. Das Dampfschiff „Stadt Basel" schnitt heute Morgen 6 Uhr 30 Minuten das von Weggis kommende Marktschiff, welches trotz des Nebels keine Laterne mitsührte, in der Mitte durch. 14 Personen fielen in den See, konnten aber noch gerettet werden. Rom, 18. Januar. Der diesseitige französische Botschafter Mariani ist heute Mittag an einem Rückfall von Bronchitis gestorben. Rom, 18. Januar. Wie die „Agencia Stesani" meldet, habe der Sultan den lebhaften Wunsch ausgesprochen, daß der Kronprinz von Italien in Saloniki und Konstantinopel den, Der Vertrieb der fraglichen Loose für dem Umfang des Großherzogthums ist gestattet. Gießen, den 16 Januar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I V.: Jost. Ständen baldmöglichst Mittheilung zu machen." Bis jetzt wurde weder in der einen, noch in der anderen Richtung den Ständen Vorlage gemacht. Dies hat jetzt den Abgg. Schröder und Wolfskehl Veranlassung gegeben, folgenden Antrag bei' der Zweiten Kammer einzubringen: Die Kammer wolle an Großh. Staatsregierung das Ersuchen richten, „dem nächsten XXVII. Landtag sofort mit dem Hauptvoranschlag der Staatseinnahmen und Ausgaben für die Finanzperiode 1891/94 den Entwurf eines neuen Gewerbesteuergesetzes unter Beachtung der ständischerseits früher dafür beschlossenen Hauptgesichtspunkte und Beschwerden vorlegen zu wollen". Diesem Antrag ist eine eingehende Begründung namentlich insofern beigegeben, als sich unverkennbar seit jenem ersteren Ersuchen der Kammern die Anlässe zu einer gründlichen Umänderung des im Großherzogthum geltenden Gewerbesteuersystems vermehrt haben und noch mehren. — Zu Wahlcommissaren für die Reichstagswahlen am 20. Februar sind für das Großherzogthum Hessen vom Großh. Staatsmiuisterium bestellt worden: für den 1. Wahlkreis Provinzialdirector Frhr. v. Gagern in Gießen, für den 2. Wahlkreis Kreisrath Dr. Braden in Friedberg, für den 3. Wahlkreis Kreisrath v. Grolmann in Alsfeld, für den 4. Wahlkreis Provinzialdirector v. Marquard in Darmstadt, für den 5. Wahlkreis Kreisrath Haas in Offenbach, für den 6. Wahlkreis Kreisrath v. Bechtold in Bensheim, für den 7. Wahlkreis Kreisrath Gros in Worms, für den 8. Wahlkreis Kreisrath Spamer in Bingen und für den 9. Wahlkreis Provinzialdirector Geh.-Rath Küchler in Mainz. Rotenburg, 18. Januar. Gestern Nachmittag ist hier Se. Hoheit Prinz Wilhelm von Hessen gestorben. Prinz Wilhelm Friedrich Ernst von Hessen Philippsthal-Barch- seld war am 3. October 1831 geboren. Er war in erster Ehe mit Marie Auguste, Fürstin von Hanau, Tochter des verstorbenen letzten Kurfürsten, vermählt, später (1872) von ihr geschieden. Das Schloß dahier war dem Prinzen bekanntlich durch den Ausgleich im Agnatenproceß zugesprochen worden und hat derselbe dort alljährlich residiert. Prinz Wilhelm hatte sich noch dreimal vermählt. Berlin, 18. Januar. Wie die „Nationalzeitung" erfährt, richtete der Minister Herrfurth einen Erlaß an den Oberpräsidenten, daß der Kaiser bestimmt habe, sein Geburtstag dürfe durch die hergebrachten Festmahle gefeiert werden, jedoch ohne Musik, auch die Trauerabzeichen dürften abgelegt werden. Ferner berichtet die „Nationalzeitung", es sei unzutreffend, daß aus der Mitte der niederrheinisch-westfälischen Bergarbeiter das Verlangen um 50 pCt. Lohnerhöhung und achtstündige Schicht von Beginn der Einfahrt bis Beginn der Ausfahrt gestellt worden sei. Die Verhandlungen hierüber "seien aber noch im ersten Stadium. Berlin, 18. Januar. Die B udget-Commisson des Reichstags nahm heute die ostafrikanische Dampfervorlage mit der Bestimmung an, daß ein niederländischer oder belgischer Hafen von den Schiffen anzulaufen sei und daß bei andauernd höherem Gewinn die Subvention ermäßigt, bezw. der Schiffsgesellschaft höhere Leistungen auferlegt werden. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Frühjahr 1890 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgesordert, ihre desfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meidung des Ausfchluffes Bekanntmachung, die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst im Frühjahr 1890 betreffend. Bekanntmachung Es roirb hierdurch zur öffentlichen Kenntnch gebracht, daß mit Genehmigung Großh. Ministeriums de» Innern und der Justiz im Frühjahre und Herbst dieses Jahres je em Foblen- und Pferd-markt zu Darmstadt abgehalten wird und mit diesen beiden Märkten Verloosungen von Fohlen und Pferden, dann von Pferdegeschirren, lanbMirth- fchaftlichen Gerätschaften, sowie sonstigen Gegenständen ver bunden werden. Dem VerloosungSplane gemäß find ver jeoer der zwei Verloosungen höchstens 20 000 Loose das toos zu 2 — auszugeben und wenigstens 65°/0 der Brutto- Einnahmen zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwen aufmerksam: Die Kaffe ist ausdrücklich als Geinemdekrankenverstcherung Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener Aamittenötätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Deutsches Jlcidn Darmstadt, 18. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen heute den Major Gehr, Bataillons- commandeur im 2. Großh. Jnf.-Regiment (Großherzog) Nr. 116, den Hauptmann Werner von demselben Regiment, den Gymnasiallehrer Hüter von Gießen. — Die zweite Kammer beschloß wiederholt und einstimmig, Großh. Regierung zu ersuchen, „die Frage einer Reform der Gewerbesteuer in der Richtung der Gewinnung besserer Grundlagen für die gerechte Belastung der Gewerbetreibenden nach ihrer aus mehr oder weniger sicheren Fundirung des gewerblichen Einkommens und auf den Ertrag des Gewerbes selbst beruhenden Leistungsfähigkeit einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen und von dem Ergebnisse den Ständen Mittheilung zu machen." Bezüglich des Tarifs zu dem jetzt geltenden Gewerbesteuergesetz beschlossen beide Ständekammern das Ersuchen an Großh. Regierung, „den Taris mit Rücksicht auf die darin vorkommenden bedeutenden Ungleichheiten, nach Anhörung der Centralstelle des Landes-Gewerbevereins bezw. der Local-Gewerbevereine, sowie nach Anhörung der Handelskammern, einer allgemeinen Revision und sorg- sältigen Prüfung zu unterziehen und von dem Ergebniß den Alle AnnonccN'Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Gießener Anzeiger Generat-Mnzeiger. N N. zu bezeichnen. Bei der Uebersicht (Formular I.) ist die Zahl der^ Mitglieder nur nach dem Stand vom 1. Januar, 1. Aprrl, 1. Juli, 1. October und 1. Januar anzugeben. Wenn die Ausgaben die Einnahmen der Kasse übersteigen, muß ein Zuschuß der Gemeinde in Anspruch genommen werden, jedoch nur in dem Betrage, als es der Abschluß der Rechnung nöthig macht. Schließt die Jahresrechnung mit einem Ueberschuß ab, so ist dieser, wenn von dec Gemeinde früher ein Vorschuß geleistet worden ist, soweit möglich zur Deckung des Vorschusses zu verwenden. 5) Bei dem Vermögens-Ausweis kann unter „Activa nichts aufgeführt werden, insolange Vorschüsse der Gemeinde bestehen. Unter „Passiva" sind nicht blos die Vorschüsse der Gemeinde vom letzten Jahre, sondern seit Bestehen Amtlicher Theil. Gießen, am 16. Januar 1890. Betr.: Die Statistik und die RechnungSsührung der Krankenkaffen. Das Großherzogüche Kreisamt Gießen an die Vorstände der Gemeinde - Kranken verficherungSkaffen, der Fabrik-Ärankenkaffen und der eingeschriebenen Hulfskasfen. Unter Hinweis auf unser Ausschreiben vom 15. November 1887 — Amtsblatt Nr. 11 — machen wir Sie auf die Einsendung der nach §§ 9 und 41 des Krankenversicherungs- aefetzes vom 15. Juni 1883 und nach § 27 des Gesetzes über die eingeschriebenen Hülsskaffen vom 1. Juni 1884 für das abgelaufene Jahr zu liefernden Nachweisungen (Jahres- Übersichten und Rechnungsabschlüsse) ausmerksam. Als spatester Termin für die Ablieferung dieser Nachweisungen ist der 31. März bestimmt; es erscheint jedoch wünschenswerth, daß dieser äußerste Termin nicht abgewartet wird, sondern daß alsbald nach Ablauf des Jahres alle auf dieses Jahr Bezug habenden Rechnungsgeschäste erledigt, die Jahresrechnung gestellt und die vorgeschriebenen Nachweisungen ausgestellt und eingesandt werden. Hierbei bemerken wir noch, daß die Nachweisungen m zwei von dem Vorstand der Kasse unterschriebenen Exemplaren vorzulegen sind und' daß das durch Bundesrathsbeschluß vom 23. Juni 1887 vorgeschriebene bei Wilh. Klee zu Gießen erhältliche Formular zu verwenden ist. Die Vorstände der Ortskrankenkasse Gießen und der Fabrik-Krankenkassen haben vor Aufstellung der Jahresrech- nung dafür Sorge zu tragen, daß ein entsprechender Betrag dem Reservefonds überwiesen wird, insolange dieser Nicht die gesetzlich vorgeschriebene Höhe im Durchschnitt einer Jahres- Einnahme erreicht hat. Die Vorstände der Gemeindekrankenversicherungen machen wir zur Vermeidung späterer Anstände aus solgende Punkte sein Gast sei. Auf Befehl des Sultans würden Zimmer im Uldiz-Kiosk für den Kronprinzen in Stand gesetzt. Auch der König von Griechenland und der König von Rumänien hätten dringend gebeten, daß der Kronprinz ihre Gastfreundschaft annehme. Turin, 18. Januar. König Humbert traf heute Nachmittag hier ein und begab sich sofort ins Palais. Der Herzog von Aosta, dessen Zustand recht bedenklich ist, wurde durch die Ankunft des Königs sehr bewegt. Die Prinzessinnen Clotilde und Laetitia, der Herzog von Genua, sowie die Söhne des Kranken wohnten der ergreifenden Begegnung der beiden Brüder bei. Brüssel, 18. Januar. In dem amtlichen Anzeiger des „Unabhängigen Congostaates" werden Verfügungen veröffentlicht, durch welche den katholischen und protestantischen Missionen, welche im Congostaate Niederlassungen haben, die Rechte juristischer Persönlichkeiten zugestanden werden. London, 18. Januar. Die Beisetzung der Leiche des Generals Lord Napier of Magdala erfolgt nächsten Dienstag in der St. Pauls-Kathedrale neben der Gruft Wellingtons. Der Wittwe des Verstorbenen sind von der Königin, dem Prinzen von Wales und den übrigen Mitgliedern der königlichen Familie, sowie von Ihren Majestäten dem Kaiser Wilhelm und der verwittweten Kaiserin Friedrich Beileidsschreiben zugegangen. Madrid, 18. Januar. Die Königin beauftragte den Kammerpräsidenten Alonzo Martinez mit der Bildung eines neuen Cabinets, derselbe übernahm den Auftrag und will ein Ministerium der Versöhnung bilden. Petersburg, 18. Januar. Behufs Maßnahmen zu einer erfolgreichen Neubewasfnung der Armee sind vom Kaiser zwei temporäre Commissionen eingesetzt worden, von denen die eine unter dem Präsidium des Kriegsministers, die andere unter dem Adjunkten des General-Feldzeugmeisters Großfürsten Michael Nikolajewitsch, General Sofiano, stehen soll. Konstantinopel, 18. Januar. General Strecker Pascha, ehemaliger Commandant der ostrumelischen Miliz, ist gestorben. DeuUcher Reichstag. 46. Plenarsitzung. Samstag den 18. Januar 1890, 1 Uhr. Der Abg. Ziegler (nl.) für 1. Anhalt ist gestorben. Das Haus tritt in die Tagesordnung ein. Die Titel „Matricularbeiträge und außerordentliche Deckungsmittel und das Etatsgesetz" werden nach calculatorischer Feststellung der einzustellenden Summen genehmigt, nachdem noch eine kurze Debatte über den von der Commission gestellten Antrag statt- gefunden hatte, einen Theil der im Etat als einmalige, aus der Anleihe zu deckende Ausgaben in die laufenden Ausgaben einzustellen und um den entsprechenden Betrag die Matricularbeiträge zu erhöhen. Im Sinne dieses Antrages sprachen der Referent Abg. Frhr. v. Huene (Ctr.), Kalle (nl.) und Dr. v. Bennigsen (nl.), während Rickert (dfr.) Bedenken gegen dies Princip hat, deren Darlegung er sich für die dritte Lesung vorbehält. Es folgt die dritte Berathung des Antrages v. Huene (Ctr.), betr. die Wehrpflicht der Geistlichen. Hierzu liegen mehrere Abänderungsanträge vor. Abg. v. Kleist-Retzow (cons.) wünscht für den Fall der Ablehnung der Vorlage eine anderweite Fassung, wonach die von dem Anträge gewünschten Vortheile nur für römisch-katholische Theologen gewährt werden sollen. Dem Sinne nach das Gleiche bezweckt ein Antrag v. Kardorff (Rp.). Abg. Frhr. v. Huene (Ctr.) bedauert, daß aus evangelischen Kreisen dem Anträge so entschiedener Widerspruch entgegengesetzt wird. Die Vortheile des Gesetzes werden Niemandem ausgedrängt, also mit einem Angriff auf die Ehre der Theologen ist es nichts. Die Stimmung kann auch — wie heut schon in Württemberg — umschlagen, dann werden Sie uns bereit finden, für die evangelischen Theologen dasselbe zu bewilligen, was für die katholischen Theologen heute gesordert wird. Abg. v. Kleist-Retzow (cons.): Ohne eine gewisse Ungerechtigkeit gegen die evangelischen Theologen kann man dem Anträge Huene nicht zustimmen. Die Gleichstellung der Subdiaconatsweihe mit der Aufnahme in das Candidatenamt, wie sie in der Vorlage stattfindet, trifft nicht zu. Abg. Dr. Enneccerus (nl.): Der evangelische Geistliche soll voll und ganz im Volke stehen, das den Militärdienst für die höchste Pflichterfüllung und für das höchste Recht hält. Diejenigen Elemente aus der Mannschaft fernzuhalten, welche geeignet sind, religiöse Gesinnung zu verbreiten, wäre ein Fehler. Practisch handelt es sich bei dem Anträge um Befreiung der Theologen beim Kriegsdienst, denn ungeübte Leute kommen bei den modernen, schnellen und kurzen Kriegen gar nicht zur Verwendung. In diesem Sinne lauten alle Petitionen, welche gegen die Vorlage eingelaufen sind. Ich kann aus diesen Gründen nicht für das von Herrn v. Huene den evangelischen Theologen zugedachte Privilegium stimmen- aber ich werde auch nicht für das Pri- vllegium der katholischen Geistlichen stimmen, denn ein Be- dürsniß hierfür ist nicht nachgewiesen. In den Seminarien und klösterlichen Anstalten verlieren die Theologen den Zusammenhang mit der Außenwelt- entziehen sie diese Leute riun auch noch dem Militärdienst, so geschieht das nicht zum Vortheil der Theologen und der Bevölkerung. Die jungen Leute werden, wenn man ihnen freistellt, ob sie dienen wollen oder nicht, unnöthig vor eine schwere Entscheidung gestellt. Für den Antrag v. Kleist wird ein Theil meiner Freunde stimmen. Diese Resolution v. Kleist verletzt das Princip der allgemeinen Wehrpflicht- ich werde deshalb gegen dieselbe stimmen. (Die Resolution v. Kleist geht dahin, den Kanzler zu ersuchen, herbeiführen zu wollen, daß einjährig-freiwillige Theologen in Friedenszeiteu auf ihren Antrag' nach halbjährigem Dienste mit der Waffe das zweite Halbjahr in der Krankenpflege dienen.) Abg. Robbe (Rp.) will den Katholiken geben, was sie verlangen - dafür sollten diese aber den protestantischen Standpunkt anerkennen und darauf verzichten, die Wohlthat des Antrages den protestantischen Theologen aufzudrängen, die eng mit dem Volke verwachsen sind und kein Privilegium verlaugen. Abg. Frhr. v. Huene (Ctr.): Die protestantische Kirche mit unserem Anträge zu schädigen, wie Enneccerus meinte, war nicht unsere Absicht. Es giebt aber auch noch andere Autoritäten der evangelischen Kirche, welche dieser Ansicht des Abg. Enneccerus widersprechen. Ich habe solche Autoritäten bereits früher genannt. Abg. Dr. Baumbach (dfr.) freut sich, ausnahmsweise einmal mit dem Abg. v. Kleist-Retzow übereinzustimmen. Abg. Dr. Enneccerus (nl.) constatirt, daß die „Schädigung" der Kirche nicht von ihm, sondern von Geistlichen, Facultäten und anderen theologischen Körperschaften in den Petitionen behauptet ist. Abg. v. Ellrichhausen (Rp.) wird für den Antrag v. Kleist-Retzow stimmen und giebt seiner Freude darüber Ausdruck, daß die evangelischen Theologen es als eine Ehre betrachten, den Rock ihres Königs zu tragen. Der Antrag Huene wird mit 121 gegen 89 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmten außer Centrum, Elsässe.rn, Polen und Socialdemokraten einige Mitglieder der Reichspartei und einige Deutschfreisiunige. Darauf wird der Antrag von Kardorff (Kleist-Retzow), welche das verlangte Privilegium nur für kathol. Theologen wollen, angenommen, ebenso gelangt die Resolution von Kleist- Retzow zur Annahme, die Theologen nach halbjährigem Dienste mit der Waffe im Lazarethdienst zu beschäftigen. Hieraus wird der Antrag W i n d t h o r st (Ctr.), betr. die Aufhebung des Gesetzes über die Verhinderung der unbefugten Ausübung von Kirchenämtern, debattelos in 3. Lesung angenommen. Es folgt die dritte Berathung des Antrages Windthorst betreffend die Sicherung der Culte in den deutschen Schutzgebieten. Von dem Abg. Stöcker (cons.) ist beantragt: unter Ablehnung der Vorlage die Regierung zu ersuchen, Maßregeln zu treffen, durch welche bei Festhaltung des Grundsatzes der Parität das gleichzeitige Wirken- von Missionären verschiedener Consession in denselben Bezirken möglichst verhütet wird. Abg. Kulemann (ntl.) erklärt sich gegen den Antrag Windthorst, der in seiner Form weit über das angestrebte Ziel hinausgehe. Abg. Stöcker (cons.) Der betr. Passus der Congo- acte hat einen ganz anderen Sinn, als ihm hier untergelegt wird. Abgesehen davon ist es im höchsten Maße bedenklich, die fanatische Mission des Islam in unseren Schutzgebieten zu legalisiren. In der vorliegenden Form ist der Antrag Windthorst unannehmbar. Ohne eine Abgrenzung der Wirkungskreise für die Mission wird sich die Sache nicht ordnen lassen, in vielen Fällen haben auch die Leiter der Missionen bereits Vereinbarungen untereinander getroffen. Afrika ist groß genug, lassen Sie uns theilen und herrschen. Abg. Windthorst (Ctr.): Wenn nicht einmal die Bestimmungen der Congoacte für die Colonien von uns anerkannt werden, so ist zu fürchten, daß die Pforte gegen uns Repressalien übt, was sie bis jetzt nirgends gethan hat. Wir lassen den evangelischen Missionen die Anstellung ihrer Missionare aus allen Richtungen ihrer Kirche, wir verlangen dasselbe auch für uns, namentlich soll man die Missionare aller Orden, auch der Jesuiten, in den Schutzgebieten zulassen. Wir verlangen die gleiche Freiheit wie die evangelische Kirche und das Recht, die von uns erkannte Wahrheit zu verbreiten. Abg. Stöcker: Verschiedene Richtungen der evangel. Kirche kommen bei der auswärtigen Mission nicht in Betracht. Repressalien durch die Türkei sind nicht zu fürchten, denn die Zahl christlicher Missionen in der Türkei ist nicht groß. Abg. Struckmann (ntl.). Für das Gesetz ist ein Be- dürsniß nicht nachgewiesen. Wir würden uns durch dasselbe eine völlig unmögliche Situation schaffen. Das wollen wir nicht und werden deßhalb gegen das Gesetz stimmen. Abg. W i n d t h o r st: Das Bedürfnis ist unzweifelhaft vorhanden. Es wäre vielleicht eine gute Gelegenheit, wenn wir in den Colonien anfangen, um in Deutschland zum Frieden zu kommen; aber der erste der dagegen ankämpft, ist der Abg. Struckmann. Staatsrechtlich sind beide Kirchen gleichberechtigt. Es ist unnöthig, daß diese Gleichberechtigung auch überall Berücksichtigung findet. Abg. Kulemann (ntl.) bestreitet dem Abg. Stöcker gegenüber, daß die freisinnige Richiung bei der auswärtigen Mission nicht in Betracht komme. — Hierauf wird der Antrag Windthorst abgelehnt, ebenso die Resolution Stöcker. Es folgt die dritte Berathung über die Anträge Ackermann (cons.) u. Gen. und Aichbüchler (Ctr.) u. Gen., betreffend den Befähigungsnachweis. Die Anträge werden, nachdem die Abgg. D u v i g n e a u (ntl.) und Grillenberger (Soc.) dagegen gesprochen, angenommen- dafür stimmen Conservative, Centrum und Reichspartei, letztere gegen etwa 6 diffentirende Mitglieder. Als über die einzelnen Theile der Vorlage abgestimmt war, beantragte der Abg. Kröber (dfr.) auch die Abstimmung über Ueberschrift und Einleitung des Gesetzes und bezweifelt zugleich die Beschlußfähigkeit des Hauses. Das Haus theilt diese Zweifel. Der Namensaufruf ergibt die Anwesenheit von 188 Abgeordneten. Das Haus ist also nicht beschlußfähig. Nächste Sitzung Montag 12 Uhr: Dampser-Subventions- Vorlage; Kleine Vorlagen - Rechnungssachen. Schluß 51/2 Uhr. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 19. Januar. Der Kaiser empfing heute Nachmittag 123/^ Uhr das Präsidium des Abgeordnetenhauses und sprach die Hoffnung aus, daß der Landtag seine Geschäfte zum Segen des Vaterlandes erledigen möge. Der Kaiser kam auf die Frage der Gehaltsverbesserung der Beamten zurück und bekundete seine Theilnahme daran. Schließlich dankte der Kaiser für das Beileid des Hauses anläßlich des Heimgangs der Kaiserin Augusta. Um 1 Uhr empfing die Kaiserin Friedrich das Präsidium. Berlin, 19. Januar. Das Vormittags - Bulletin über das Befinden des Freiherrn v. Franckenstein lautet: Nachdem der Kranke den gestrigen Nachmittag und Abend unter erneuertem Fieber und zeitweise erheblichen Athem- beschwerden verbracht hat, sind in Folge einer befriedigenden Nachtruhe die letzteren viel geringer, doch ist der günstige Zustand von gestern Nachmittag noch nicht wieder erreicht. Wien, 19. Januar. Die „Presse", welche, wie schon mitgetheilt, die Gerüchte von dem bevorstehenden Rücktritt- v. Dunajewskys und Falkenhayns, sowie des Statthalters Grafen Thun als durchaus erfunden bezeichnet, bemerkt in Bezug aus Letzteren: Graf Thun-Hohenstein werde berufen sein, die in den Conferenzen getroffenen Vereinbarungen im Rahmen seiner amtlichen Competenz in Böhmen durchzuführen. Paris, 19. Jauuar. Wie die „France" erfährt, ist vor etwa 4 Tagen auf französischem Gebiet eine Karawane angegriffen worden, die von Djibutil bei Obock nach Hasar bestimmt war. Paris, 19. Januar. Mit Bezug auf den Austritt des Deputirten Martineau aus dem boulangistischen Comite meint der „Temps", die Boulangisten könnten fortan weder Royalisten noch Republikaner sein, sie müßten wegen Geldmangels aufhören zu existieren, v - Das gestrige Protest- Meeting der hier lebenden Portugiesen gegen England hatte bei der Anwesenheit Zorillas und des italienischen Agitators Cipriani einen entschieden republikanischen Character und wird deshalb mehrfach von den Blättern als eine Bedrohung der freundschaftlichen Beziehungen zu der portugiesischen Dynastie getadelt. — Der „Temps" veröffentlicht eine Note des argentinischen Ministers des Auswärtigen gegen die deutschen Schiffsagenten wegen schlechter Behandlung der Auswanderer an Bord der deutschen Dampfer. Rom, 19. Januar. König Humbert telegraphirte dem Ministerpräsidenten Crispi die Nachricht vom Ableben des Herzogs von Aosta mit folgenden Worten: „Mein geliebter Bruder ist um 6 Uhr 45 Min. verschieden. Seine letzten Worte galten dem Vaterlande und der Armee, indem er sagte, daß er sie mit heißester Liebe geliebt habe und nur deshalb bedauere, so frühzeitig zu sterben, weil er ihnen nicht mehr werde dienen können. Ich drücke Ihnen schmerzerfüllt die Hand. Ihr wohlgeneigter Humbert." Ebenso wie gestern bleiben auch heute hier alle Theater geschlossen. Rom, 19. Januar. Der Papst hat der Herzogin von Aosta telegraphisch sein Beileid anläßlich des Ablebens des Herzogs ausgesprochen. — Der König äußerte dem Bürgermeister und den Präfecten von Turin gegenüber, er habe in dem Herzog von Aosta seine theuerste und stärkste Stütze, einen sicheren, ihm ergebenen Rathgeber verloren, vor dem sein Herz keine Geheimnisse hatte. Die Municipalitäten von Rom und Turin veröffentlichen Trauermanifeste. — Der Kronprinz hat sich gestern Abend in Palermo an Bord der „Arabia" eingeschifft. Turin, 19. Januar. Das Hofmeisteramt des Herzogs von Aosta zeigte das Ableben des Herzogs sämmtlichen Höfen an. Der Herzog und die Herzogin von Genua kehrten eine halbe Stunde nach eingetretenem Tode in ihr Palais zurück. Nur der König blieb bei der Wittwe und den Kindern des Herzogs. Das Leichenbegängniß findet voraussichtlich am Dienstag statt. Aus allen Theilen Italiens treffen Beileidskundgebungen der Municipalräthe an den Gemeinderath von Turin ein. Zanzibar, 19. Januar. Das Befinden Emin Paschas hat sich etwas gebessert. — Der britische Kreuzer „Conquest" ist hier eingetroffen. Gegenwärtig befinden sich hier vierzehn englische Kriegsschiffe, welche mit Kohlen beladen werden. — Der Sultan hat der Regierung des Congostaates die Anwerbung von 1200 zanzibaritischen Arbeitern gestattet. — Das Kabel zwischen Mombassa und Zanzibar ist nunmehr fertig, und wird die directe telegraphische Verbindung mit Europa heute eröffnet. Locale» unö provinzielles. Gießen, 20. Januar. — lieber die Ziele der antisemitischen Volkspartei sprach gestern Nachmittag hier der Reichstagsabgeordnete Dr. Böckel von Marburg. Das Publikum war zu diesem Vortrag zahlreich erschienen und obendrein durch eine große Anzahl der Anhänger Dr. Böckels aus der Umgegend, namentlich Fronhausen, so angewachsen, daß die Räume aus dem Lahnstein sich als zu klein erwiesen und der Redner genöthigt war, aus der Terrasse zu sprechen. Im großen Ganzen erging sich Redner in bekannter Weise darin, für die Ursachen vieler wirthschaftlicher, socialer und politischer Mißstände das Juden- thum verantwortlich zu machen, dessen Bekämpfung Aufgabe eines jeden guten Deutschen fein müsse. Zum Schluffe seiner Rede, die er mit seine Anhänger zu lebhaften Bravorufen veranlassenden Schlagwörtern zu würzen verstand, empfahl Dr. Böckel ein entschiedenes Eintreten für die Sache der „antisemitischen Volkspartei", als deren Candidat für den Wahlkreis Gießen er sich vorstellte. In den Wahlkreisen Marburg, Dillenburg, Alsfeld und Wetzlar sind, wie Dr. Böckel mittheilte, ebenfalls Candidaten der antisemitischen Volkspartei ausgestellt worden. Die Versammlung verlief in bester Ordnung. Gegenreden wurden, wie vielfach vermuthet worden, nicht gehalten. — Im oberen Locale der „Bavaria" hielt am Samstag Abend Herr Will). Köser den angekündigten öffentlichen Vortrag „über die mißliche Lage der deutschen Kredit, verh'ältnisie, ein Krebsschaden an der Entwickelung unserer Volkswohlfahrt". Der mit großer Sorgfalt und eingehen- nph die "Mittag 2 “"'N: x.*«;*,*• ?,*Ä. «i lotoieÄ?“ :riunben ^tatt: ^uHobeßnCt/ be: ’n ntttJ 'tein trerde ; sA;infrb= &*%*>« W*M*Ä ' m»§ten wegen Geld- . ~ eitrige ^roteft 9bgen England hatte ^»»°> Agiw-rs ^Charm-r und wird * eme Bedrohung der p°uugtesischen Dynastie E eme Note des ar- die deutschen innbhnß der Auswan- ’Jjniöeu telegraphirte Nachncht vom Ableben en Motten: „Mein ge- ln. verschieden. Seine und der Armee, indem e geliebt habe und nur N weil er ihnen nicht ie Ihnen schmerzersM rt." Ebenso wie gestern geschlossen. st hat der Herzogin von äßlich des Ablebens des ig äußerte öem Mrger- t gegenüber, er habe in re und stärkste Stütze, ber verloren, vor dem )ie Municipalitäten von mermaniseste. — Der > in Palermo an Bord smeistcramt des Herzogs r Herzogs sämmtlichen zogin von Genua kehrten cm Tode in ihr Palais >r Wittwe und den Kin- ingnitz sindet vorausslcht- Theilen Italiens tressen lräthe an den Gemeinde- lepnben ßmin Paschaö ische Kreuzer „Conquesi wen sich hier v ter zehn v mit Kohlen beladen leoierung des Congo- ^«zibMchenArbmem Jiombafia und Z-->M rette 1 »inrieller. ©iefeen, 20. ;(8cnh'nf°”em iuitte aU'„ . wflr, aus ’önerrfn0rn%n9 i6tn ®a"nrfa<6cn »’tler für Juden- "®i6 'ine nl A°be ,, pfiffe i-mtt u lebh^ " d ;?i« ■“«•££ 3" el nnd, ®,e ■litt" be („na otrlttf ” S-S der Kenntniß der jetzigen wirthschastlichen wie Creditverhält- nisse ausgearbeitete Vortrag fand leider eine nur mäßige Zuhörerzahl aus den Kreisen der Interessenten, trotzdem der „Kaufmännische Verein" in bekannter Liebenswürdigkeit auch Nichtmitglieder öffentlich eingeladen hatte. Wir werden demnächst Einiges aus dem sehr interessanten Vortrage mittheilen. k. Theater. Auch an dieser Stelle sei nochmals auf die am Dienstag (morgen) erfolgende Wiederholung der „Gespenster" hingewiesen. Das berühmte Jbsen'sche Drama, das aller Orten das größte Aufsehen erregt hat, ist auch hier bei der ersten Vorstellung mit dem lebhaftesten Beifall ausgenommen worden. Diese hat wohl auch ein hier und da gegen das Stück anstauchendes Vorurtheil, wie wir hoffen, gänzlich beseitigt und bewirkt, daß weitere Kreise der wiederholten Ausführung Interesse schenken werden. Die Darstellung ist zudem eine ganz treffliche, namentlich in den Hauptrollen. Die Wiedergabe der beiden fesselndsten Cha- racrere (der Wittwe Alwing und des Oswald) durch Herrn v. Gallas und Frau Jaskowski war vorzüglich. In seiner weniger dankbaren Rolle bot ebenso Herr Jaskowski eine den Anforderungen des Dichters völlig adäquate Leistung. In dankenswerther Weise hat die Direction den Besuch der Vorstellung dadurch, daß sie dieselbe im Abonnement erfolgen läßt, erleichtert. — Am Sonntag Morgen gegen 3 Uhr wurde die Einwohnerschaft durch die Sturmglocke aus dem Schlafe geweckt. In der Scheuer des Herrn Kalkbrenner Haas am Leihgesterner Weg war Feuer ausgebrochen, welches, da bei der Abgelegenheit der betr. Hofraithe an rasches Einschreiten nicht zu denken war, die Scheuer binnen kurzer Zeit vollständig zerstörte. Ein an die Scheuer stoßendes Stallgebäude, welches ebenfalls Feuer fing, konnte gerettet werden. Die Fernsprecheinrichtung bewährte sich bei diesem Brande insofern, als mittelst derselben von der Actienbrauerei aus die Polizei und von dieser der Thürmer rasch darüber verständigt werden konnten, in wessen Baulichkeiten das Feuer ausgebrochen war. — Zwei Arbeiter, welche gestern Abend eine Wirthschast in der Kaplansgasse verließen, geriethen einander in Folge früherer Händel in die Haare. Hierbei bearbeitete der eine seinen Gegner mit einem Knüppel so nachdrücklich, daß derselbe blutende Kopfwunden davontrug. — Am Samstag Abend wurde eine stellenlose Dienstmagd verhaftet, welche in einem hiesigen Geschäfte Hemden ans den Namen einer Herrschaft entnommen. Buhbach, 18. Januar. Bei dem Bau der hiesigen Zel lenst ras anstatt werden durchschnittlich 150 Arbeiter, zeitweilig 200—250 Arbeiter, beschäftigt werden, von denen etwa 80 in Butzbach Schlafstellen finden können. Um den Arbeitern möglichst billige Wohnung und Verpflegung bieten zu können, soll aus der Baustelle eine Wirthschast und Herberge für die Arbeiter errichtet werden. Pacht wird seitens des Staares nicht erhoben weroen. Für die Erlaubniß zur Errichtung dieser Wirthschast, die der Uebernehmer auf seine Kosten zu bauen hat, ist neben dem Erforderniß der Unbescholtenheit die Höhe der Speisenpreise ausschlaggebend. Die Verabreichung von geistigen Getränken ist auf Wein, Aepfelwein und Bier beschränkt. Branntwein u. dgl. darf nicht verabreicht werden. Bei dem Wirthschaftsbetrieb darf der Uebernehmer nur seine Familienangehörigen, aber keine sonstigen weiblichen Hilfskräfte verwenden. Zur Zahlung sind Marken anzunebmen, die den Arbeitern aus Vorschuß seitens der Uebernehmer der Bauarbeiten gegeben werden. Vorläufig bleibt die Bewerbung um diese Wirthschast auf hiesige Bewohner beschränkt. Eine bezügliche Bekanntmachung der Baubehörde wird in Kürze erfolgen. ^evnrischtes. * Wetzlar, 18. Januar. Gestern Abend verunglückte aus Bahnhof Betzdorf ein Rottenarbeiter. Derselbe wollte eine Uebersahrt überschreiten, glitt aus und kam in demselben Augenblick zu Fall, als eine Maschine herangebraust kam. Dem Unglücklichen wurde ein Arm und am andern die Hand abgefahren, auch sollen größere Verletzungen beider Beine stattgefunden haben. Der Schwerverletzte wurde mit dem Zug 11 Uhr 33 Min. nach der Klinik in Gießen "überführt. * Aus Bad Ems berichtet man, daß dortige Versendungs- Directionen, fiscalische sowohl als die der V i c t o r i a q u e l l e, Tag und Nacht zu arbeiten haben, um die zahlreicher als sonst einlaufenden Aufträge auf Emser Wasser, Emser Pastillen re. auszuführen. — Thatsache ist, daß die grassirende Influenza- Epidemie außer durch Chinin, Antipirin re. wesentlich durch Anwendung des Emser Thermalwassers re. wirksam bekämpft wird.___________________________________________________________ wurden bei der jüngst epidemisch auf- M** VrWfJtlKiBV getretenen Influenza Fays Aechte Sodener Mineral-Pastillen mit außerordentlichem Erfolge angewendet. Auf Verordnung der Herren Aerzte wurden die Pastillen, in heißer Milch aufgelöst, von dem Kranken in wiederholten Gaben genommen und allgemein wurde beobachtet, daß die Schleimlöfung eine äußerst leichte und der Verlauf der Krankheit ein sehr günstiger und rascher war. Erhältlich in allen Apotheken und Droguen ä 85 Pfg. 65 Schwarze und farbige Seidenstoffe direkt aus der Fabrik von von Elten & Keussen, Crefeld, also aus erster Hand, in jedem Maas zu beziehen. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten. H Auszug aus den Stan-esamtsregiftern der Stadt Gietzen. Aufgebote. Januar: 14. Otto Rühl, Posthtlfsbote zu Gießen, mit Marie Koch daselbst. 15. Georg Philipp Ferdinand Bach, Schlosser zu Gießen, mit Anna Katharine Nies daselbst. Eheschließungen. Januar: 11. Karl Beck, Posthtlfsbote zu Gießen, mit Karoline Christine Rothenhäuser zu Michelstadt. 17. Jacob Jung, Dienstknecht zu Gießen, mit Christine Artz daselbst. 17. Heinrich Gebauer, Eisendreher zu Gießen, mit Karoline Christine Auguste Johannette Schön daselbst. 17. Karl Volz, Lacktrer zu Gießen, mit Anna Eva Sippe! daselbst. Geborene. Januar: 9. Dem Gymnasiallehrer i. P. Dr. Christian Rose ein Sohn, Heinrich Ludwig Friedrich August. 10. Dem Fußgendarm Philipp Siurmfels ein Sohn, Philipp Wilhelm. 10. Dem Hülfs- locomotivführer bei der Main-Weser-Bahn Johs. Wagner IV. ein Sohn, Ernst Georg Heinrich. 11. Dem Postpacketträger Karl Kramer eine Tochter. 11. Dem Drechsler August Bock eine Tochter, Auguste Marie Margarethe Elisabeth. 12. Dem Taglöhner Emertch Schäfer eine Tochter, Anna. 12. Dem Spengler Otto Rühl ein Sohn, Paul Wilhelm. 13. Dem Schneider Georg Schütz eine Tochter, Christine. 14. Dem Kohlenhändler Eduard Kltnkel ein Sohn, Hermann Ludwig. 18. Dem Weichensteller bet der Main-Weser-Bahn Christian Arnold ein Sohn. Gestorbene. Januar: 10. Die Rentnerin Karoline Luise Elisabeth von Hetm- brachts, geb. Kühles, 84 Jahre alt, dahier. 10. Karl Selzer, 75 Jahre alt, Schuhmacher dahier. 11. Stephan Hildebrand, 63 Jahre alt, Hospttalit dahier. 11. Johann Christian Kraft, 44 Jahre alt, Schaffner bei der Main-Weser-Bahn dahier. 11. Jacob Gröb, 21 Jahre alt, Musketier dahier. 12. Elise Schmidt, 1 Jahr alt, Tochter des Bahnarbeiters Konrad Schmidt dahier. 12. Luise Minna Dora Jordan, 8 Wochen alt, Tochter des Kaufmanns Gg. Friedrich Jordan dahier. 13. Peter Knaus, 48 Jahre alt, Taglöhner dahier. 13. Marie Grumbach, l1/« Jahre alt, von Münchholzhausen. 13. Auguste Böhme, geb. Ritter, 36 Jahre alt, von Steinfurth. 13. Reinhard Dietz, 51 Jahre alt, Reallehrer dahier, 13. Louise Loh, 12 Tage alt, von Dutenhofen. 14. Elisabethe Euler, geb. Weeg, 81 Jahre alt, dahier. 14. Jost Scharmann, 72 Jahre alt, Schäfer von Lardenbach. 14. Elisabeths Seitz, geb. Breusing, 61 Jahre alt, Ehefrau des Amtsgerichtsdieners Joseph Seitz, dahier. 14. Carl Kattrein, 3 Jahre alt, von Dillenburg. 16. Michael Jesberg, 45 Jahre alt, Fuhrmann von Neunkirchen, Kreis Siegen. 16. Philipp Schmidt, 50 Jahre alt, Rathsdiener dahier. 16. Louise Marie Waldschmidt, 4 Monate alt, dahier. 17. Peter Seipel, 32 Jahre alt, Corps- dtener dahier. 18. Georg Schad, 25 Jahre alt, Lehramtsaccessist dahier. WerheMe Eisenbahnen. Die Lieferung der Schreibmaterialien und sonstigen Bureaubedürfnisse für das Rechnungsjahr 189%i soll vergeben werden. Die Bedingungen und das Ver- zeichniß der Gegenstände sind bei unserer Magazinsoerwaltung dahier einzusehen- Lieferungsangebote, versiegelt und mit bezüglicher Aufschrift auf dem Briefumschlag versehen, müssen bis zum 15. Februar l. I-, Vormittags 11 Uhr, an uns eingesendet werden. Gießen, den 16. Januar 1890. 644_________Großherzogliche Direction- Bekanntmachung. 1 In unserem Genoffenschastsregister ist eingetragen, daß der dermalige Vorstand des land wirthschastlichen Confumvereins in Beuern (eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht) aus folgenden Personen besteht: 1) Heinrich Adam Lindenstruth III. in Beuern, Director, 2) Philipp Sommerlad II. daselbst, Stellvertreter des Directors, 3) Wilhelm Ranft daselbst, Rendant und Lagerhalter, 4) Wilhelm Belling daselbst, 5) Wilhelm Bellos V., daselbst- Gießen, 13. Januar 1890. Großh. Amtsgericht. ________Kullmann.______619 Bau-, Werk- und Nutz- hohversteigerung. Mittwoch den 29, Januar soll im Steinbacher Gemeindewald, Districte Ameisekopf und Heegkops, versteigert werden: 680 Stück Kiefern- und Fichtenstämme von 15—38 cm Durchmesser, 6—18 m Länge 300,87 fm. 172 Fichten-Derbstangen 15,43 fm. 34 Reisstangen 0,92 fm. Der Anfang ist Morgens 9 Uhr am Buseckerweq auf dem Ameisekopf. Steinbach, 17. Januar 1890. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. 650______Krämer.__________ Mittwoch den 22 Januar, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der Restauration MiN« genberg (früher Bramm) — Neustadt — gegen Baarzahlung ein gut erhaltenes Piauiuo. Versteigerung bestimmt. Ansicht und Probe vorher von 11 Uhr an- Geißler, 643 Gr. Gerichtsvollzieher. 648] 3800 Mark auf zweite Hypothek zu leihen gesucht- Näheres in der Exped. d. Bl- Bekanntmachung. Betr.: Die Reichstagswahl. Es wird hiermit verkündigt, daß die Liste der bei der Reichstagswahl Stimmberechtigten von Donnerstag de« 23. Januar bis Donnerstag den 30. Januar l I, beide Tage einschließlich, jedoch mit Ausschluß des Sonntags, 26. Januar, Vormittags von 9—12 Uhr und Nachmittags von 2—5 Uhr auf dem Bürgermeisterei-Bureau, Zimmer Nr. 10, zu Jedermanns Einsicht ausgelegt ist und daß Einsprachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste innerhalb 8 Tagen nach Beginn der Auslegung bei Vermeidung des Ausschlusses damit bei uns vorzubringen sind. Gießen, den 20. Januar 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ____Gnauth._________________ 632 Eichen schnMhoh-VeMeigerung in de« Fürstlich Solmfifchen Oberförstereien Lich und Hohensolms (je 15 km von Gießen). Das Gichenschnitthokz aus den Winterfällungen 1889/90 in vorgenannten Oberiöcstereien, ca. 300 fm im Ganzen, soll in folgender Weise unter Vorzeigung der einzelnen Nummern versteigert werden: A. Montag den 27. Januar, von Bonn, genau 10 Uhr an, im District Fuchsstrauch bei Lich (Oberhessen) ca, 38 fm I. Kl. (darunter 1 Abschnitt von 6,82 fm mehrere von 2—4 fm) und ea. 44 fm II. Kl. — Außerdem kommen an diesem Termine 18 rm Gichen- Werkscheiter, ca. 300 rm Eichen- urd Buchen - Scheiter, ca. 100 rm bergt Knüppel, ca. 100 rm dergl. Stöcke und ca. 2200 dergl. Reiserwellen (dabei sehr gute Forstwellen), zum Ausgebot B. DienStag den 28. Januar in der Fürstlichen Obersörsterei Hohensolms bei Wetzlar—Gießen, im Ganzen ea. 200 fm Gicven- stamnrholz L, II. und III. Kl und ea. 22 rm für Glaser und Küfer geeignetes Nutzscheitholz und zwar: I. Morgens genau 9 Uhr im District Pfaffenmark bei Blasbach bei Wetzlar; Zusammenkunft im Rundewieschen: ca. 70 fm Stammholz und ca. 10 rm Eichennutzscheitholz, II. Vormittags 11V2 Uhr in den Districten Eichelsberg und Scheuerwald bei Hohensolms; Zusammenkunft im Districte Eichelsberg an der Eichelsbergswiese: ca. 30 fm Eichenstammholz und ca. 8 rm Eichennutzscheitholz. III. Nachmittags 2 Uhr im District Windelbach bei Wilsbach; Zusammenkunft beim Dachsbau: ca. 100 fm Eichenstammholz und ca. 4 rm Eichennutzscheitholz. Gegen geeignete Unterpfänder kann Zahlungsfrist bis Martini 1890 gewährt werden. Lich (Oberheffen), am 14. Januar 1890. 621 Fürstlich Solwstfche Forstverwaltung. Mittwoch den 22. Januar, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der Restauration Klingenberg r t ,c 1 Sopha, 1 Commode, 1 Kleiderschrank, 1 Drehbank und IVz Dutz Messer und Gabeln. Geißler, 642 Gerichtsvollzieher- Wollene und wasserdichte 640 Pferdedecken - tG,,n W bie M-r 6,c «u^wtt'n: litte*1 ,u^ b-izubrwgen, unb Pr«°*s Alles, was EnglR, 'S 6t* :! Sticken niP -Mich,a,§ fein Sez-n qetnng eine 9 „Triitsc Uchm werk D-i-in?" ' Mmäglge < nehmet Scheu Mit Re< Berlin mehr Töchterschulen süllten Klajsei den Mädchen anstatt der y deshalb entw zuziehen wäi ärztlichen Zei Schwächlichke werde. An der soeben Fortl tichen Berns heitslehre, $ auch in dem Frauenleben Gesundheit ßolldiib imt ständige, fach Körperpflege, Nahrung, Hei Otte und Eil Kinderbehandt gebracht. „9 Waetzold, „so Aus! Ar die 3 Md Mannse Jnsanterie-I str den Sei: 31. October Aeü auf dem Subi M Bergebnni Ochjenfle Schweine und ger Hammels ueschmali Mrßche MtwnrI .Umgänge t°E°n«.G^ äolie 19 J Offerten fi //Angebot au für W« an 18nhe" d'i 18ß?» einju- & %W’| ‘*”8 Mm |> 2lum9( LZFc ium »ijjj Cri 8»et« Statt besonderer Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die Nachricht von dem heute Nachmittag um 5 Uhr im 85. Lebensjahre erfolgten Hinscheiden unserer guten Grossmutter, Schwiegermutter, Tante, Grosstante und Schwägerin Um stille Theihiahme bittet Namens der Hinterbliebenen Giessen, 19. Januar 1890. Frau Margarethe Brühl geb. Fiilmsami. Die Beerdigung findet Mittwoch den 22. d. Mts., Nachmittags 723 Uhr vom Sterbehause, Schulstrasse No. 7, aus statt. Im Namen der Hinterbliebenen: Emilie Seipel. Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Theilnahme bei der Beerdigung des Corpsdieners Peter Seipel sagen wir unfern herzlichsten Dank, besonders dem Corps Teutonia. OanksaguDcg. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sagt innigsten Dank [637 Familie Schmidt. [634 Expedition dieses Blattes. Im Abonnement Im Abonnement u tum bcr Brühl'schen 3)rudei ^icbactionx iL. S L < dao. — Paul v. Gallas. Max Jaskowski. Otto Frank. Statt besonderer Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mit- theilung, daß unsere innigst geliebte Gattin, Mutter, Schwester, Schwiegermutter und Großmutter Frau des Königl. Stations-Einnehmers Landau, geb. Hillenbrand, heute Nachmittag Uhr nach einem 22jährigen und wiederholt sehr schweren Leiden im 57. Lebensjahr sanft entschlafen ist. Um stilles Beileid bitten Die tränenden Kinterbttebenen. Gießen, Fulda, Albany, Chicago, am 19. Januar 1890. Die Beerdigung findet Dienstag den 21. Januar er., Nachmittags 2 Uhr vom Sterbehause (Bahnhof Gießen Nr. 7) aus statt. 646 Vereinskarten gültig. Neu! „Gespenster“. Neu! Familiendrama in 3 Acten von Ibsen, Personen: Fran Helene Alving, Wittwe des Hauptmanns undKammer- herm Alving Marie Jaskowski. Oswald, ihr Sohn, Maler Pastor Manders Engstrand, Tischler Regine Engstrand, im Freunden und Bekannten die tiesfchmerzliche Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unfern lieben Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Georg Schad, Lehramts-Accessisten, nach langen schweren Leiden in ein besseres Jenseits abzuberufen. Um stille Theilnahme bittet im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johanne- Schad, Stations-Assistent. Gießen, den 18. Januar 1890. 635 Die Beerdigung findet Dienstag den 21. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaufe, Hundsgasse Nr. 6, aus statt. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute verschied nach langem schweren Leiden unsere innigst geliebte Mutter Marie Zinsser, geb. Rumpf, was wir teilnehmenden Freunden und Bekannten hiermit tiefbetrübt anzeigen. Gießen, den 18. Januar 1890. 631 Dte trauernden Kinder Die Beerdigung findet Dienstag den 21. Januar, Nach- mittags 4 Uhr, vom Sterbehause, Südanlage 6, aus statt. .......... Hause der Frau Alving Luise Maas. Ort der Handlung: Norwegen. Kassenöffnung 71/2 Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende 10 Uhr. Mittwoch, 22. Januar: Kindervorstellung: „Max und Moritz“. Ein durchaus Richtiger, zuverlässiger junger Mann wird als 652 Buchhalter von einer Eisenstein-Handlung zu en- gagiren gesucht. Nestel tanten, die in gleichem oder ähnlichem Geschäft thätig waren, erhalten den Vorzug. Offerten mit Angabe der Gehaltsan- sorüche erbeten unter S. 8567 an die Annoncenexpedition von Rudolf Moste, Frankfurt a. Main.____________ Neues Theater, Giessen (Direction: Adam Reiners). 641 Dienstag den 21 Januar: 930] Ein schönes Familienlogis, 5 Zimmer mit Wasserleitung und allem Zubehör, per April oder später zu vermietben. __Neustadt Nr. 8. ! ~627J Ein schön mödlirtes Zimmer zu 1 oermietben. Hermann Bogt, Seltersweg. 618] Zwei möblirte Zimmer, ein großes und ein kleines, zu vermiethen. ______________________ Asterweg 5. 647] Ein Stübchen mit Bett zu oer- miethen bei I. Wagner, Maigasse 11. Ein junger Kaufmann von dreißig Jahren, mit einigem selbsterworbenen Vermögen, ist gesonnen, mit einem jungen Mädchen oder Wittwe behufs Verehelichung in Verbindung zu treten. Besonderen Vorzug die Offerten, wo Eintritt in ein Geschäft statthaben kann. Discretion ist Ehrensache. Briese unter Nr. 634 an die I-MMhGWKIIWK. Allen Denjenigen, welche mit bei dem Brande Sonntag früh 3 Uhr in meiner Hofraithe hilfreich zur Sette gestanden, fage hiermit meinen herzlichsten Dank. 633 Carl Haas. 4 pCt. Reichsanleihe 103.10 Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 20. Januar 1890. 241.30 174 00 178.50 348 75 192 37 165-50 131.4) 36.30 18550 86 90 246.00 249 00 87.00 245.(0 87 60 94 10 75 90 70 00 3Vt „ 4* „ 3Vi , Oesterr. Ereditaetien Oesterr. StaatSbahn-Actien Dortmunder Union-Actien Darmstädter Bankactien Buschtherader Eisenbahn-Actien Elbethal-Bahn-Actten Gotthard- ,, „ Schweizer Nordost-Bahn-Actten ,, West- „ Gelsenkirchener Bergwerks-Actien Oesterr. Alpine-Montan- 'chwankend. Preuß. Consols 177.25 DiSconto->Lom.-Amtz-ik 100 60 Harper er 122.30 Ostpreußen 177.60 Bochumer GutzstMactien Tendenz: Banken fest. Disconto-Commcmdit-Anthetle Darmstädter Bank-Aetten Dresdener „ „ t A r Cdc. Viets ch) in G'cßem Die heutige Nummer umf«,tzt 6 Seiten Go«rsKerrch»t von E. Wasserschieben, Bankgeschäft KraMfrrrtrr Börfe vom 20. Januar 1«90. Schlußcourie l Uchr 15 Min. Berliner Handelsgesellsch.-Antheile 189.80 Oesterr. Credit-Actien 275.00 „ Staatsbahn-Actien 200.25 Lombard. Eisenbahn- „ 116.00 Tendenz: 107.80 1 pCt. Ungar. Goldrente IGO.10 5 „ Italiener Rente 106.79 Oesterr. Silberrente 10335 Ruff. Orient III. Dienstag den 21. Januar. (Siebener Anzeiger. Beilage jii Dir. 17. - 1890. Zur Miidchenbilduug. Allmählich^ freilich noch recht langsam, bricht sich die Einsicht Bahn, daß die Hauptsache in der Mädchenbildung die Vorbereitung für den Hausfrauen- und Mutterberuf ist und bleibt. Zu demselben gelangt ja doch noch immer die Mehrzahl der Mädchen und selbst die ledig bleibende Minderzahl wird durchweg leichter Unterkommen und dazu innere Befriedigung finden, wenn sie dafür ausgerüstet ist, als mit allem möglichen geistigen Flitterputz. Gar nicht emsig genug kann mithin daran gearbeitet werden, aus den Köpfen unserer Mütter die falschen Vorstellungen von weiblicher Bildung auszurotten. Versäumen sie, ihren Töchtern Sinn für Häuslichkeit und Schick für Haushaltung und häusliche Arbeit beizubringen, überladen sie die Armen dagegen mit Schul- und Privatstunden auf Kosten der Gesundheit, so nützt ihnen Alles, was sie etwa eingeheimst haben von Französisch, Englisch, Italienisch, Literatur- und Kunstgeschichte, Geographie, Astronomie, alter Geschichte, Clavierspiel, Malen, Sticken nichts, rein nichts — sie werden untauglich und unglücklich, als Frauen und Mütter dem Mann und den Kindern kein Segen und als alte Jungfern sich selbst und ihrer Umgebung eine schwere Last! „Trübselige, langweilige Hausunken sollen also unsere Töchter werden, mit einem vernähten, verstrickten, verwaschenen Dasein?" — Weit entfernt. Nur eine angemessene, organische, ebenmäßige Bildung soll angestrebt, nicht gelehrter und vornehmer Schein angedrillt werden. Mit Recht verlangt man immer dringender z. B. in Berlin mehr Mittelschulen für Mädchen, neben den „höheren Töchterschulen" mit lOjährigem Lehrgang und maßlos überfüllten Klassen, stellt auch in Frage, ob es nicht rathsam sei, den Mädchen in ihrer Entwicklungszeit vom 14. bis 16. Jahre anstatt der jetzigen fünf nur drei Schulstunden zu geben und deshalb entweder den Lehrgang zu verlängern oder, was vorzuziehen wäre, die Ansprüche zu vermindern, damit es der ärztlichen Zeugnisse über Blutarmuth, Kopfschmerz, Nervosität, Schwächlichkeit, Blutkreislausstörungen re. nicht immer mehr werde. An der Königlichen Elisabethschule in Berlin beginnen soeben Fortbildungscurse, die den dereinstigen hausmütterlichen Beruf ins Auge fassen. Da wird u. A. in Gesundheitslehre, Haushaltung, häuslicher Buchführung unterrichtet, auch in deutscher Sittengeschichte mit besonderer Rücksicht auf Frauenleben und Frauenarbeit. Der erstgenannte Gegenstand, Gesundheitslehre, dringt in England, Frankreich, Belgien, Holland immer allgemeiner in den Schulunterricht. Verständige, sachliche Belehrungen durch eine gebildete Frau über Körperpflege, Lüftung, Kleidung', Bewegung im Freien, Nahrung, Heizung, Wohnungswahl, Sparsamkeit am rechten Orte und Einrichtung des täglichen Lebens, auch Winke über Kinderbehandlung sind zweifellos ausführbar und wohl angebracht. „Nicht um gelehrte Pädagogik", sagt Stephan Waetzold, „sondern um die einfachsten Wahrheiten und Gesetze handelt es sich. Viele Thorheiten, Eitelkeiten und Mißgriffe würden dadurch verhütet." Soll sich Aussicht eröffnen aus die Wirksamkeit des Reformwerks, so darf dieses sich nicht auf Frauen und Mütter beschränken, sondern muß die Vorbereitung schon bei den Heranwachsenden Mädchen beginnen. vermischtes. — Die wahre Ursache der Influenza. Aus Rotterdam wird geschrieben: „Ein bibelfester Bäckergesell zu Breukelen (Utrecht) hat die wahre Ursache des Entstehens der Influenza entdeckt. Bekanntlich findet in den Niederlanden gegenwärtig eine Volkszählung statt. Zu diesem Zwecke hat jeder Einwohner eine Karte zur Ausfüllung empfangen. Als nun die Zähler von dem Bäckergesellen die Karte zurückverlangten, weigerte sich dieser, die nöthigen Angaben zu machen. Als man jedoch weiter dringend auf der Beantwortung der Fragen bestand, berief er sich auf die Bibel, wo im Buche Samuel, Kap. 24, Vers 1—10 zu lesen stände, daß, als Joab Israels Volk gezählt hatte, der Herr Gott sehr zürnte und Israel während drei Monaten mit einer Pest strafte, so daß von Dan bis Ber-Seba 70000 .Mann starben. * Aus dem Rheingan. Daß ein Bräutigam bei der Trauung einschläst, dürfte ein seltener Fall sein. Ein solcher soll aber in I. wirklich vorgekommen sein. Während der Vorlesung der betreffenden Gesetzesparagraphen war der Bräutigam, der wahrscheinlich schon im Voraus des Guten etwas zu viel gethan hatte, auf seinem Sitze sanft eingeschlummert. Einer der Zeugen bemerkte dies und brachte ihn mit den Worten: „Ich glawe, der Kerl schläft aach noch", aus etwas unsanfte Weise wieder zum Bewußtsein, als die eigentliche Trauung vorgenommen werden sollte. * Postalisches. Es besteht die Absicht, diejenigen Post- practikanten, welche die Secretärprüfung bis einschließlich 30. Juli 1887 bestanden haben oder denen anderweit das Dienstalter bis einschließlich 31. Juli 1887 beigelegt worden ist, in einiger Zeit als Postsecretäre, sowie diejenigen nicht angestellten, aus der Klasse der Civilanwärter hervorgegangenen Postassistenten, welche bis einschließlich 11. December 1884 die Postassistentenprüfung bestanden haben oder denen ander- weit das Dienstalter bis einschließlich 12. December 1884 beigclegt ist, binnen Kurzem als Post- oder Telegraphenassistenten etatsmäßig anzustellen. Ferner soll eine Reihe Assistenten mit Wirkung vom 1. Februar 1890 ab zu Oberassistenten befördert werden. * Die Gründungen im Jahre 1889. Im verflossenen Jahre haben fast ebenso viele Gründungen stattgesunden wie in der sogenannten Gründerzeit, jedoch mit geringerem Capital. Es wurden im Jahre 1889 gegründet 360 Aktiengesellschaften mit einem Gesammtcapital von 402,54 Millionen Mark. 49 dieser Gründungen gehören der Bergwerks- und Eisenindustrie (107,68 Mill.), 14 dem Baugewerbe und der | Terrainspeculation (35,55 Mill., sämmtlich in Berlin) an und 30 Gründungen (125,30 Mill.) fanden im Brauerei- gewerbc statt. Citcratur «nd Kunft. — Als eines der vornehmsten und eigenartigsten Unterhaltungs- blätler zeigt sich auch in dem uns vorliegenden letzten Quartalsbande wiederum die „Jllirstrirte Krauen-Zeitung" — vornehm in äußerer Ausstattung sowohl, rote seinem textlichen Inhalte nach, und eigenartig Dank der glücklichen Verbindung eines reichhaltigen schön- wissenschaftlichen Theils mit einem sorgfältig redigirten Modenblatte l Die „Jllustrirte Frauen-Zeitung" hat ihr Programm seit Jahren beständig erweitert, so daß sie heute in der Thal als die einzige Damen-Zeitung großen und eleganten Stils gelten kann. Zum Stamme ihrer Mitarbeiter zählen unsere besten Namen; so brachte der letzte Jahrgang u. A. folgende größere Erzählungen: „Isa von Pogwtsch" von Hermann Heiberg, „Capttän Massa" von Richard Voß, „Glaube und Liebe" von Ernst Wichert, „Eine homöopathische Kur" von E. Biller und andere Beiträge von Elise Polko, Doris Freiin von Svättgen, Heinrich Seidel, Adalbert Meinhardt, Hans Wachenhusen, Zoe von Neuß, Ballduin Groller, Gerhard von Amyntor, Friedrich Bodenstedt, Ernst Eckstein, Claire v. Glümer, Emil Peschkau, Gregor Samarow, E. Vely, Marie v. Ebner- Eschenbach, Jakob v. Falke, Jul. Lessing u. A. m. Die Illustrationen der „Jllustrtrten Frauen Zeitung" sind in ihrer meisterhaften technischen Ausführung wahre Cabinetsstücke; als besonders reizvoll möchten wir die mannigfachen Text-Btlder zu dm Erzählungen erwähnen. Der Mode-Theil des Blattes hat sich seinen Ruf längst fest begründet. verkehr, Land« und Volkrivirthschaft. — Das Ausrangiren alter Hühner. (Nachdruck verboten.) Von größter Bedeutung für die Rcutwilität der Geflügelhaltung zwecks Eierproduction ist das rechtzeitige Ausrangiren älterer Hühner. Während seiner ganzen Lebenszeit producirt ein gutes Lege-Huhn ca. 600 Eier. Hiervon werden die meisten im zweiten, dritten und vierten Lebensjahre gelegt. Entstammt das Huhn einer frühen Brut, so werden im günstigen Falle schon vor dem vollendeten ersten Lebensjahre bis 30 Eier gelegt, jedoch sind diese meistms klein und zum Ausbrüten ungeeignet. Im zweiten, dritten und vierten Jahre werden ca. 130, formt in Summa der ersten vier Lebensjahre rund 400 Eier gelegt. Nach dem vierten Lebensjahre nimmt der Legefletß bedeutend ab, sodaß der Rest der am Eierstock befindlichen Eier (ca. 200) erst ungefähr bis zum 10. Lebensjahre abgelegt wird. Eine Vermehrung der am Eierstock befindlichen Eikeime ist beim ausgewachsenen Huhne nicht denkbar; diese muß in der Jugend geschehen. Wird ein Huhn in der Jugend vernachlässigt, sowohl was Ernährung wie Pflege anbelangt oder leidet es während dieser Zeit unter Krankheiten, so werden sich nur wenig Eikeime bilden können, während man durch angemessene Behandlung die Zahl der Keime bis zu ungefähr 700 steigern kann. Aus Vorstehendem geht zur Genüge hervor, wie wichtig es ist, die Hühner mit dem vierten Lebensjahre zu schlachten oder zu verkaufen, da sie dann das gereichte Futter nicht mehr verwerthen können. Um dieses Ausrangiren aber möglich machen zu können, ist eine genaue Controlle des Alters noihroendtg. ______________ Grünberg, 18. Januar. (Fruchtpreise). Weizen JC 20,00, Korn 18,20, Gerste JL 18,20, Hafer X 15,10, Erbsen 00,00, Samen 00,00, Lein Jt 00,00, Kartoffeln Jt 0,00, Linsen Jü 30. Frankfurt, 18. Januar. Erbsen ganze per Pfd. 14—18 H, do. geschälte 16—20 H, Linsen 15—25 H, weiße Bohnen 16—26 gilbe Kartoffeln per Gescheid 14—16 H, rothe Kartoffeln per Gescheid 12-14 H, Butter per Pfd. JL 0,90-1,00 Eier das Stück 7—9 H, Blumenkohl 40-80 A Weißkraut das Stück 12-20 H, Rothkraut 12—25 H, Wirsing 10—15 Ausschreibung. Für die Menage der Unteroffiziere und Mannschaften des 2. Bataillons Infanterie-Regiments Nr. 116 sollen für den Zeitraum vom 1. April bis 31. October 1890 nachstehende Weischwaaren auf dem Submissionswege contractlich zur Vergebung gelangen: Ochsenfleisch bezw. Rindfleisch, Schweinefleisch — frisch, gesalzen und geräuchert —, Kalbfleisch, Hammelfleisch, Nierenfett, Schweineschmalz und Speck, Frankfurter Würstchen, Brat-, Leber- und Blutwurst. Bedingungen liegen auf dem Bataillons-Geschäftszimmer — Schloß- gaffe 19 — zur Einsicht offen. Offerten sind unter der Aufschrift: „Angebot aus Lieferung von Fleisch- waaren für das 2. Bataillon" verschlossen an die Menage-Commission desselben bis zum 1. Februar 1890 einzureichen. Gießen, 15. Januar 1890. Die Menage'Commission des 2. Bataillons Infanterie-Regiments Nr. 116. Weimer Hauptmann und Präses. 515 443] Flüssige natürliche Kohlensäure i" unübertroffener Reinheit aus dem abfließenden Mineralwasser gewonnen, empfehlen zur Selterswasserfabrikation und zum Bierausschank: Schwalheimer Brunnen-Comptoir: Cordes & Ellgatz [443 i. Schwalheim i/Hessen (Etat- Nauheim). 86] Wollene und wasserdichte Pferdedecken empfiehlt billigst LoniS Wittich II., Sattler, Renstadt 6. Pferde- und Mobiliar- Versteigerung. Donnerstag den 23. d M., Vormittags 9]/2 Uhr beginnend, kommen auf der Oberjchmitter Papierfabrik zur nochmaligen Versteigerung: 1 Paar 12jährige Füchse, 1 schwerer Einspänner, Fuchs, lOjährig, Ferner: verschiedene Wagen, 1 Chaise, Pferdegeschirre, Möbel, als: Kleiderschränke, Sopha, Betten, Spiegel, Tische, Commoden, Nachttische rc.; Comptoirgegenftände,Pulte,Bücherschränke, Copirpreffe, Schlosserwerkzeug, 1 Schraubstock, 2 Am- . böse, 1 Bohrmaschine, 1 Schleifstein, 1 Drehbank; eine Parthie Heu, 1 Häckselmaschine, verschiedene Decimalwaagen; eine Parthie Mauersteine, Ziegel, Packpapier, Briefumschläge (für Acten) und noch verschiedenes Andere. Nidda, 17. Januar 1890. Der Concursverwalter: 579 Ferd. Jost. Täglich frisch gefüllte und ungefüllte Kreppel. H. Kinkel Nachf., 395]___________Marktstr. 32. ■für Metzger! 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Pfeiler-Spiegel mit Trumeau, 1 Kranken- fahrstuhl zum Verstellen, bester Construction, Klappsessel mit Stickerei, Sessel mit Einrichtung, ferner Gaslüstre mit 2 Flammen, mehrere Reisekoffer (Leder), bestes Material und vorzügliche Arbeit, Ofenschirme, großer Bügeltisch, Waschmange, Liqueur- Service, Stubenteppich und Läufer, großer runder Tisch, verschiedene Weine in Flaschen, altes Schwarzwälder Kirschwaffer, alter Fruchtbranntwein in Krügen, leere Weinflaschen, 3 sehr schöne Camelienstöcke, Parthie Brennholz, ein Haufen Stroh, gehauene Bausteine, verschiedene Turn- geräthe, Bohlen, 1 Schubkarren, 1 Regenfaß, mehrere Centner ZeitungSpapier re re. Dienstag den 21. Januar, Nachmittags 2 Uhr, Fortsetzung und voraussichtlich Schluß der Versteigerung. Großherzogliches Ortsgericht. I. A.: 597 Vogt. Bauplatz zu verkaufen. Off u. B. 1 an die Exp- d- Bl. [320 435] Bringe hiermit meine Korb- u. Stuhlstechterei in empfehlende Erinnerung. Ang. 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Ergänzungsnetz 50/0 Nordwestbahn Gold IBSjsg* Ttellensuchende jeden Be« rufs placirt schnell Meuters Bureau in Dresden, Maxstraße 6. 982 Die Haltung der Börse hat sich im Vergleich zu der Vorwoche eher ver- i schlechter? Die große Hausse des neuen Jahres, auf welche das Publikum. mit Sicherheit glaubte rechnen zu können, ist ausgeblieben, oder läßt wenigstes auf sich werten und damit sinkt auch manchem der Speculanten, welche das leicht bewegliche Moment der Börse bilden und der Beeinflussung des Augenblicks am meisten unterliegen, der Muth und er entschließt sich zu einer Verminderung, wohl gar zu einer Umkehrung seiner Engagements. Das Publikum, das in ^^en Entschliebungen naturaemäß schwerfälliger ist, tritt noch nicht als Verkäufer auf, und bei der bekannter Zähigkeit, mit welcher dasselbe an seinen Ansichten festhalt, steht nicht zu , befürchten, daß sich dasselbe nach so kurzem Warten zu umfassenden Verkaufen entschließen werde. Aber weichende Eourse reden eine sehr eindringliche Sprache, die selbst wohl begründete und feststehende Ansichten zu stürzen vermag. ; Das muß im Auge behalten werden, weil die Contremine die schwache Lage ; des Marktes nach Kräften auszunützen sucht und bedeutende Erfolge erzielt. Verglichen mit den Courscn vom Freitag der Vorwoche ergeben sich heute für die . bauotsächltchsten Montanwerthe die folgenden Coursverluste: Dortmunder 43/* °/p, Bochumer 7y2 %, Gelsenkirchen 10 %, Hibernia 8^0/v, Harpener 21 /o- Diese Coursrückgänge, welche meist durch speculative Abgaben veranlaßt wurden, mögen । gegen die vorangegangenen Steigerungen weit zuruckstehen, aber sie sind doch der Art?* daß roenn sich dieselben fortsetzen, schwache Hände sehr bald zu Realisationen ihrer Engagements gezwungen werden müssen. Die Abgaben werden unterstützt durch allerlei Gerüchte über neue Forderungen der Arbeiter in diesem ober jenem Revier, welche zwar meist keine Bestätigung sinden, oft auch von allem Anfang an unwahrscheinlich klingen, aber dennoch tiefen Eindruck hinter^ssen. y ,Mpn cvn her That wird man mit diesen Strikegeruchten auch fernerhin zu rechnen haben, denn die Gährung in den Kohlendistricten dauert fort und es ist voraus- ruieben daß die erfochtenen Stege die Arbeiter zu immer neuen Forderungen an- Äierben. ist, daß die oben angeführten Helt wurden trotz neuerdings steigender Kohlenpreise, weil daraus ersichtttch, daß nicht wie viele vielleicht meinen, nur ein Wechsel der Coniunctur den Rückgang berbeifübren kann, sondern daß allein die Ueberspeculatton auf diesem Gebrete diese Gefahr nahe legt. Dieser Einsicht kann sich die Börse nicht verschließen und der Rückgang der Montanwerthe hat daher mit Ausnahme weniger lichter Viomente Tag für Tag weitere Kreise in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt dazu, daß die Geldoerhältnisse sich durchaus nicht nach dem Wunsche der Haussiers gestalten wollen. Der Cours der Londoner Devise ist bedeutend gestiegen und nähertsichdem Gol^ punkte. Der Gefahr eines-Goldexportes darf sich aberdie Reichsbank bei ihrem jetzigen Status unter keinen Umständen aussetzen, und man furchtet daher eine Disconterhöhung, wenn es nicht gelingt den Londoner Eours unter dem, G°tdpunkt AU halten. Das wird aber kaum gelingen, wenn die Bank von England, deren Rate von 6% nicht hinreicht, um ihren Goldschatz zu schützen, sich »u einer weiteren Disconterhöhung entschließt, und die Boise lebt daher in beständiger Nutzst, daß dieser Fall etntritt. Im Einklang mit dieser Befürchtung rst ^bld im offenen Markte wieder theurer geworden, der Privatdiscont hat angezogen und da außerdem in diesem Monat dem Markte ziemlich beträchtliche Summen zur Einzahlung auf verschiedene Actienemissionen entzogen werden, so befürchtet man für den Ultimo neue Schwierigkeiten. Der Rückgang hat daher in den letzten bedeutenden Urn* fang angenommen. Banken lagen anfangs ziemlich feft, namentlich Eredtt und Disconto, und erst am Freitag begann sich hier der Rückgang stärker fühlbar zu machen, sodaß der größte Thetl anfänglicher Coursgewtnne verloren gin^ städter und Dresdener Bank verloren darüber hmauS je 2«/o, Credit sanken um 1 st. unter den vorwöchentlichen Schlußcours, und nur Disconto haben von specu- lattoen Banken das frühere Niveau behauptet. Bon der allgemeinen Ermattung wurden nur wenige Gebiete mcht betroffen. Das sind vornehmlich Bahnen, in welchen sich auf den früheren umfassenden Ruck- j gang ein kräftiger Umschwung vollzog. Hauptsächlich Mainzer und Marienburger | haben davon pcofitirt, erstere besonders, nachdem man erkannt hatte, daß das Ruck. I kauisreckt der Regierung für die verschiedenen Limen, auf welches sich die vor- I wöchentlichen Abgaben stützten, ohne praktischen Werth ist. Auch ost^^^A, I namentlich böhmische Bahnen waren sehr ßefudit. Es gewannen Vuschtherader I fl. 4, Nordwest und Elbthal je 5 fl., Böhmische West- und Nordbahn je 6 fL, wah- I renb sich Staatsbahn und) Lombarden nur behaupteten. Von schweizer Bahnen I lagen Central- und Unionbahn fest, Gotthard haben bei Bekanntwerdln des Aus- I weises den größten Theil ihrer Avance wieder eingebußt. Der Einnahmeausweis | verstimmte wegen der beträchtlichen Steigerung der Betriebsausgaben, welche mit I der Steigerung der Kohlen- und Eisenpreise in Verbindung zu stehm scheint und I deshalb auch mit Bezug auf andere Bahnen von Bedeutung ist- Die Preisst^eigerung I dieser Materialien bedeutet für Bahnen eine ^^§0066 DD» 5fc^n/o nbP unflPn her aufgewandten Summen, und wenn es auch der Mehrzahl derselben gelungen sein mag, den 1889er Bedarf zu niedrigen Preisen zu decken, so wird diese Mehrausgabe doch bet Beurtheilung der Aussichten für 1890 in Rechnung zu Wen fein. 9 Renttn baden sich gut behauptet. Namentlich ^scheinen Ungarn und Türken wieder besser. Heber letztere coursirt neuerdings ein Geruckt, wonach eine ^onver- ttrung der lo/otgei Fonds in Aussicht genommen sei. Oefterreichffche und ruffrsche Valuta-Anleihen sind ebenfalls gebessert, obgleich diese die höchsten Eourse der Woche nicht ganz behauptet haben. Das Gerücht über die Conversion der Orientanleihen scheint Bestätigung zu sinden. „ Bauern .... „ Baden 30/0 Sächsische Rente. . 3V3o/o BremerStaatsanl. „ Hamb.Staatsrente 40/0 Oeftr. Goldrente . „ GriechischeMonopol- Anleihe . . . Vermischte Anzeigen. Reisender für ein Colonialwaaren en-gros-Geschäft aelucht. Branchekenntniß erforderlich. — Ein solcher, der schon gereift oder in der Umgegend Gießens bekannt ist, be- Offerten mit näheren Angaben erbeten unter A. an die Exprd- d. Bl- (560 Auf dem Jndustrieactien-Markt vollzog sich eine große Bewegung in Alpinen Montan-Actien, veranlaßt durch dkls Project, nach welchem die Gesellschaft ihre große Prioritätenschuld durch Ausgabe neuer Actien abzustoßen beabsichttgt. Der Eours stieg bis 96, wurde jedoch in der Folge durch Realisationen wieder auf 91 zurückgeworfen. Im Uebrigen sind auch auf diesem Gebiet Coursabschwächungen von allerdings nur geringem Umfang vorherrschend. Privatdiscont 4% bis 4V2 %• Eourse der Frankfurter Börse. LudwIgshasen-B-xbach. 233.10 233.90 i Lübeck-Büchner . Heist,che Ludwigsbahn. H7.50 120.25 Mecklenburger . Piälztsche Stordbahn . 126 — 125.— I A°tthardt . . . Marienburger-Mlawka. 50.70 53.90 I Jial. Mittelmeer Hüük!k:r-A. PftaazeuaUas, 6. Ausl,, üv’V;' A?Lsg>, kart. M. 4.50. voib MartcuS u. Kemmler, Flora uisn Württemberg und Hohenzoüern, Band I u. II., brosch. M. 10.50. Pepsiaessenie, sowie alle anderen gesetzlich freigegebenen Medicinalwaaren zu haben in der Drogenhandlung (MtoSchädl 39 Seltersweg 39 meffer, c . 4 fm Eichen-Wagnerholz (in Stämmen und Stangen), rm Buchen- und 14 rm Eichen-Scheiter (4 rm Nutzscheitholz), „ „ „ 33 „ „ -Knüppel, „ Eichen-Stöcke, Die Zusammenkunft ist im Distr. Hardt auf der Abtriebsfläche Industrie-Papiere. Binding-Braueret . . 167.50 166.70 Deutsche Verlagsanstalt 280.— 280.50 Stern- do. (Oberrad) 134.25 133.40 Bad. Anilin- u. Soda- Wermiethungen. 5881 Mansardenwohnung, zwei Tr. hoch, 6 Zimmer tu» Wasterlei« Hhi6, per 1« April an ruhige Leute zu verm. Schillerstrave 15. 2301 Schöne freundl. Mansardenwoh- nung, 3 Zimmer, Cab., Wasserl. und allen Bequem!., zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl- ' 2291 SÜdanläge7, Nebrnhaus: 2 St-, 5 Zimmer, Zubehör, zu vermiethen^,^ 205) Zwei möblirte Zimmer an ruhige Miether zu vermiethen. 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