7 auf lb6re=hneten Zungen. •enne. $ *S Ü b bMt* •sIaWX Lr^ZL' 'ÄtziS"- ytt»fc'äe 1 Antritt (itfudbt-SS*1® IDOtjUflt. $ ' Lfo Sröfb bjbl fr«« Cetfet, aejto» icnllr. 25, mahl: von den seinsten bis zu n gmöhnliGen, -Ame unb .»itnt, be und -Ettüwpfe, wie sämmtliche [9635 Rovitätevu-Tachen. »SReinigmundAufsehen mb Herden wirb gut besorgt. L Wagner, Ofmpuher, Teuselslustgärlchm 24. jrber« rzlicher Theil- eliebten Mu^r tttrjtifyttir oei kaust eine - ilatapt mit Ltock und 'N. Seorg Möhl, Metzger. ter Eingang lfischeCavlianMollm, Hechte «nd Zander, Ural« «nd Clbcaviar, Lnselederpasteten «nd »vrst, Semüfe- «n- ,st.«onferven .eh Nachfolger, . Dckcche^nchMlM, Ituttt Mvb 21._____y6o4 verh^ttte ■ .ÄttrfNW m & Co, Berlin u. Frkft. N. >8 unb ältestes Fabrikat m garantirt weiss schauaeod ätzend, n*»Sg [nrwäbrt gegen aut nauiun- wte Mitesser. Flechten. Fm ke. Hautjucken z^StSU^ ^Benner & Arnmm^- Feinsten . Gnssknchen * -- 'S ML ijpe gatikgeW 1 tflbtr 1"°' III. Or^ 8<8> A«6§P<,8frf. 891° 92 UO 77.80 79*0 Je.oo 20500 15860 15M» H.5 4O 5718 j 39-10 1890 Donnerstag den 20. November Mr. 271. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener ^P««ttie»vtLlter werden dem Anzeiger ^ächeutlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Biertelsähriger Avonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mtt Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. «edaction, GxpediNa» und Druckerei: Kchnlstraße Ar.R. Fernsprecher 51. Amts- und Anzergeblatt suv den Kreis Sieben. chratisöeilage: Gießener Jamitienßtatter s ° Allen »on M MtheüMg klaren Beweis, °< -kartbildnng der h V® ihr Angenmer mjjen richt», I« richt so zu gesl-l moralisch» Grim Gedeihen zuführt. 3ur vollen M- f bösen Triebe im 1 in dem angeführte! ständiges Betragen Allein um das geste müssen Haus und fördern- jenes da mederreißen, was! trächtigem Wirken viel zur Lösung bei E. AM, tt Areisamts Alsselü j hier im „Deutsch Bürgermeister des Gesetzes, bette rung, statt. Alsfeld, 17. hat das Großh. v des Decanats 10( versandt: „Der Soeialdemokr die Herausgabe stelligt. Lauterbach, 1 der im ftotel Schch fein 25jäf)rige§ überreichte ihm m Jubilar vom Thiers GckdMenl-, hin Mgliedern der schloß sich hi^an sehr schön ver Baur Htn *olii MM _ in — Theater. „Die Ehre." Es trifft sich besonders' gut, daß unsere Theaterdirection sich gerade jetzt entschlossen hat, die Sudermann'sche „Ehre" aufzuführen. Denn gerade in diesen Tagen wird es auch für weitere Kreise ein hervorragendes Interesse haben, das Stück kennen zu lernen oder aufs Neue zu sehen, weil man gegenwärtig mit der höchsten Spannung die Entscheidung Kaiser Wilhelms erwartet, von der die Zutheilung des Schillerpreises im Betrage von 50 000 Mark, wenn wir nicht irren, an Hermann Sudermann, noch abhängt. Bekanntlich hat das literarische Comitö, dem die Aufgabe obliegt, des Schiller- preises würdige Personen dem Kaiser vorzuschlagen, sich nach längerem Streit dahin geeinigt, Sudermann dem Monarchen zu empsehlen. Besonders warm waren für den Dichter der „Ehre" namentlich der weithin bekannte Professor der Literatur an der Berliner Universität Erich Schmidt und andere namhafte literarische Größen eingetreten, während Graf Hochberg, der Generalintendant der königlich preußischen Hoftheater, sich lebhaft, aber erfolglos im entgegengesetzten Sinn bemühte. Es handelt sich hier natürlich um keinen Streit über die dichterische Befähigung Sudermanns, dessen außerordentliches Talent einstimmig anerkannt ist, sondern um die Principiensrage, ob zum ersten Male ein Schauspiel realistischer Richtung und mit freiheitlicher Weltanschauung durch die Zuerkennung des Schillerpreises gewissermaßen hoffähig gemacht und von höchster Stelle aus mit einer Anerkennung ausgestattet werden soll, die naturgemäß der ganzen Richtung Sudermanns die Bahn wesentlich erleichtern und einen ganz unerwarteten Umschlag der herrschenden Anschauungsweise bedeuten würde. — Kaiser-Panorama. Die in dieser Woche ausgestellte Serie Belgien ist von historischer Bedeutung und zeigt uns das Leben und Treiben in diesem hochindustriellen und nächst Sachsen am dichtesten bevölkerten Staate Europas in wunderbarer Klarheit und Schärfe. Die Reise, von Lüttich ausgehend, wo namentlich der neue Stadttheil und die Gallerte des Justizpalastes unser Jntereffe beanspruchen, führt uns zunächst in die herrliche Gegend der Maas. Gewerbreiche Städte, darunter'besonders Namur, und blühende Landschaften säumen die Flußufer ein. Die Eisenbahn führt uns weiter durch die herrliche Ebene von Enferemme, läßt uns das aus den niederländischen Freiheitskriegen bekannte Schloß Walzm schauen und bringt uns dann nach Dinant. Hier ist besonders sehenswerth der Bayardselsen an der Maas. Der Löwe von Waterloo kennzeichnet sich als ein klassisches Monument Ifür kriegerische Großthaten. Und jetzt gelangen wir nach Brüssel. Brüssel mit seinen Boulevards erinnert viel an Paris. Großartig sind die monumentalen Bauwerke- es sei genannt: das Rathhaus, der Justizpulast, die Kathedrale, das Königs-Palais, das Eden-Theater rc. Prächtige Statuen schmücken die öffentlichen Plätze und mancherlei Straßenbilder zeigen uns das Leben und Treiben in der Hauptstadt der Belgier. Ueber Löwen und Mecheln gelangen wir nach Antwerpen. U. a. sieht man hier die schreckliche Verwüstung von der Explosion der Patronensabrik. Eine Vorstellung von der ganzen Größe des Unglücks erhält man erst, wenn man diese photoplastischen Moment-Ausnahmen im Internationalen Panorama ansieht. Dieselben sind drei Tage nach der Ex- mir die Diagnose deiner Krankheit und — leider! — auch die Prognose gar zu leicht! Dich lockt der erste freundliche Sonnenstrahl im jungen Lenze aus dem Zimmer, das du Monate lang gehütet- mit Macht zog es dich aus der dumpfen Klause ins Freie, in die schöne, grüne Natur - du hoffst noch und träumst: „Nun muß sich Alles, Alles | wenden." Aber dein fieberbrennendes Auge weissagt es: gar bald wird dich, dein Hoffen und dein Leiden der Rasen decken! — Vorbei! Wie doch die Krankheit das Malen versteht! Wie sie mit kräftigen Tinten auf dem Antlttz sich abconterfeit, daß uns ihr Bild oft auf zwanzig Schritt Entfernung sich aufdrängt ! „Aber bester Herr Commerzienrath, wie sehen Sie aus? Leibhaftig wie die Frucht aus Mignons Lied! Ultimo zu sehr mitgenommen? Was? Galle ins Blut getreten? Gelbsucht an den Hals geärgert?" — „Sanitärsrath Holz- apsel spricht von Karlsbad! Was meinen Sie dazu?" — „Ich? Ganz derselben Meinung! Adieu!" — „So eilig?" — „Furchtbar! Patienten warten! Ganze Straßen voll!" Richtig! Fürwahr ein gesegneter Strand heute! Da kommt mir wieder einer ins Netz gelaufen. Der größte Con- traft gegen seinen Vorgänger. Mein Gott, was für ein Gesicht ! Fast wie das eines Erdrosselten! Die personificirte Congestion! Das Ideal, ich weiß nicht, ob mehr der Roth- wdcr der Blausucht? Es ist der Commissionsrath. Wie rett ich mich vor seinen Klagen über Kopsdruck und Schwindel, und vor seiner feierlichen Betheuerung — kein Schwindel! — es sei heute noch kein Cognac über seine Lippen gekommen ! — Schnell eine Drehung ans Schaufenster und das Auge in die neuesten Tapisseriemustcr versenkt, bis die Gefahr vorbei ist. (Schluß folgt.) macht habe. Turin, 18. November. Bei dem heute Abend zu Ehren Crispis stattgehabten Banket begrüßte der Maire den I Ministerpräsidenten Namens der Stadt Turin. Während I des Bankets, welchem sämmtliche Minister beiwohnten, nahm, | von lebhaftem Beifall begrüßt, Crispi das Wort. Nach I einem Rückblick ans die während seiner Amtstätigkeit vollzogenen Reformen wies Crispi die Anschuldigung zurück, daß I er seine Partei verlassen habe und eine Dictatur ausübe. I Bei Erwähnung der Colonialpolitik bemerkte Crispi, das I Land erwarte beruhigt und vertrauensvoll den Ausgang der I Verhandlungen zur Abgrenzung der italienischen Occupations- I und Interessensphäre, bei welchen Italien, von den versöhnlichsten Absichten geleitet, mit den besten Aussichten auf Erfolg vorgehe. Die Angriffe gegen die internationale Politik Italiens seien nicht im Stande gewesen, das Land zu erregen. Die befreundeten Regierungen zeigen sich be- I strebt, den Anschein zu beseitigen, als ob die Beziehungen I zu Italien bei den schwebenden Meinungsverschiedenheiten untergeordneter Art weniger herzliche wären, sowohl die I Souveräne wie die leitenden Minister bringen uns in dieser Hinsicht mit liebenswürdiger Höflichkeit die aufrichtigen Ge- I fühle als Verbündete zum Ausdruck. Alle unsere Schritte werden nur von jenen Leuten entstellt beurtheilt, welche ver- I suchen, die öffentliche Meinung Europas gegen uns einzunehmen. Im ferneren Verlause der Rede wies Crispi die Anklagen seiner Gegner zurück, als habe er durch seine Politik das finanzielle Defizit und die mißlichen wirthschast- lichen Verhältnisse verschuldet. Er könne die Behauptung ihrer Neuheit nicht anerkennen und auch keine Abhilfe schaffen. Die gegenwärtige Budgetschwierigkeit rühre weder von den Rüstungen noch von der Tripelallianz her, ohne letztere hätte Italien seine Armee verdreifachen, feine Befestigungen ver- | mehren müssen. Da Italien nicht die Abrüstung aller 1 Staaten erreichen könne, würde es ein Verbrechen begehen, wenn es allein abrüsten wollte. Um das Defizit, welches 14 gegen 11 Stimmen. Hieraus wurde der Abschnitt über I bereits vermindert sei, noch vollständig zu ^bltigen, werde SBetriebSbeamte, Werkmeister und Techniker (§ 133 a bis bw Negierung, bte § 133 e) angenommen. Die Commission nahm ferner die Vertheilung ^er größeren öffentlichen Seiten af) Strafbestimmungen der §§ 146-150 wesentlich nach der Fmanziahre und die Verbesserung der S euererhebung be- Vorlage an, den § 147 mit einem die Befugniß der Polizei- antragen. Die Regierung sei fest entschlossen, neue Steuern behörde zur zeitweiligen Schließung von Betrieben cinschranken- I nicht vorzuschlagen. Wir haben tc Differen tajo 9 9 , den Amendement. Die zn § 151 (Straffälligkeit Gewerbe- Frankreich unterdrückt und hoffen nun, aber ohne großes treibender oder deren Stellvertreter) von der Regierung be- I Vertrauen auf irgend ein Zugestan mß franz stschcr " n np Wfuna wurde abaetebnt Wenn jedoch Frankretch seinen neuen Taris vom 20. October Ligsberg i Pt., 18 Number.' Die Synode er- °-s enbgittige Grundlage seines Handelssystems anmmmt hielt folgendes Antworttelegramm von dem Kaiser! Der wird jeder Vertrag mit ihm unmöglich. ® E 9™ 9 5 Kaiser lasse für die Kundgebung ihrer Treue der Synode einer billigen Verständigung, werden wir doch d e.Beständigkeit danken und hoffe, daß der evangelischen Kirche zur Erfüllung unseres Z°llfi)stems, ohne welche die Landwirthschast und die ihrer großen Aufgaben in der Jetztzeit Gottes Hülfe und Industrie sich nicht entwickeln konnten, aufrecht erhalten, merken I Crispi schloß Mit einer Darlegung der Maßregeln, welche •Brcelan, 18. November. Durch Verfügung des Fürst- bereits getroffen und noch zu treffen sind, bezüglichder bischoss Kopp wird, der „Schles. Volkszig.« zufolge, im Reorganisation des Credttwesens und bezüglich der Lchung hiesigen theologischen Conviet für Studenten, welche künftig der Arbeiterfrage. Crispi reist morgenn ); als Priester in polnischen, resp. utraquistischen Gemeinden Petersburg, 18. November. Die ,^N j 1 Verwendung finden sollen, ein polnischer Sprach- weidet, es sei die Frage angeregt worden, auv s ) - „ ,1/rririit einaerlebtet den drei baltischen Gouvernements Kurland, Livland Brfir 18 November. Durch Einbrechen des Abbaues und Esthland nach Maßgabe der Ansässigkeit der e.ben unter einer brennenden Löschhalde am Gregorie-Schacht in den Haupttheil der Bevölkerung bi en en anttn , Triebschitz wurden acht Arbeiter schwer verletzt, fünf derselben Letten und Esthen, zwei Gouvernementszu . ' sind bereits ihren Verwundungen erlegen. s-iben Blatte zufolge hat die orthodoxe Geistlichkeit West- Paris, 18. November. Die Subeommission des Zoll- rußlands um Erlaß von Vorschriften ersucht, durch die der Ausschusses beschloß, den Zoll auf gesalzenes Fleisch von jüdischen Bevölkerung verboten wer e, an en onn- Fres. 22 auf Fres. 27 zu erhöhen. tagen und christlichen Fe-ertagen Handel zu treiben. Es trifft sich besonders- h gerade jetzt entschlossen e" auszuführen. Dem h für weitere Kreise em . Stück kennen P uro an aenenwürütz mit der m Äu«it Wilhelms des SchillerpretseS wenn wir nicht irren, an. not. Bekanntlich hat daL^ Ae obliegt, des Ctf* er vorzuschlagen, sich nacJ : während Gr«s königlich P»»MA mdrli* m * rfannt ifol«“ a!= «n 64 * durch , »■ »STU* Ä-‘S SS*«*** Är-i* Staate aus- Tie * w! die Gallerie S wrt,f*0e^ der ®l”!' h, 8anlf*a'“ K,r \ Tjnant. * Der ’*‘-Är4 ....... r ■«• Jftl S«L, de« -»1 dN -n gelnngen ^gsiBi k'k ’L, Borsts" Dio* ibrif- ...n erst/ ^»ionale* •!»*£* » 'kitt, ein-R. 'W«*, a Joiti '®'»Serin a»j • 'S iu de» btt rMp Cj'sS raSa“£l" 2etei’W um fobann i« ,Tm>u Desiree Anöt ^Md M-rch-si -! vaw ° ^""kdenlllch inet tVl"ia6t' W°s |net' Mtkuteniiienbe ^ss i»e lta ienische &ww' Überraschend wirkt weiter Programms der Tängerin. Mter Art, wie die Arie öarbier", dem Trinklied Mti und den Proch'scheir hen wie den „Erlkönig" deutsche Lieder, wie das Wiegenlied von Säubert l Bezug aus die Bortrags- he dramatische Auffaffung m „Erlkönig" zu packender lreich erschienene Publikum mdartige, hier besonders- urde aber rasch warmer rdienten Beifall. Neben, ls Panzer aus Berlin, sehr hübsche Technik und ffetzung seines Programms i; wir nennen nur die ti, Dvorak, Paderowsch,. ie ^leituug zu den der- n führte er feinsinnig und rügen gesiel uns besonders ubert, die Plauderei von. Venezia e Napoli" von. plosion ausgenommen, nachdem sich der verhüllende Rauch verzogen hatte. Der Besuch Kaiser Wilhelms II. lenkre unlängst Aller Aufmerksamkeit wieder aus Ostende. Auch von diesem Weltbade sind fesselnde Ansichten hier vorhanden. — Die Anzahl der Personen, welche nach dem mit dem 1. Januar.1891 in Kraft tretenden Jnvaliditäts- und Alters- versicherungsgcsetz im Großherzogthum Hessen versicherungspflichtig sind, wird dem „D. T." zufolge aus mindestens 194000 geschätzt. Hungen, 19. November. Heute Morgen brannten hier fünf Scheuern ab. Aus dem Kreise Alsfeld, 16. November. Am Anfang dss. Mts. begann die Fortbildungsschule im hiesigen Kreise. In dem Ausschreiben, welches Großh. Kreis-Schul- Commission an die Schulvorstände des Kreises richtete, heißt es: „Insbesondere empfehlen wir Ihnen, bezüglich der ungerechtfertigten Versäumnisse streng nach dem Gesetze zu verfahren und uns von etwa seitens der Schüler vorkommenden Fällen von Rohheit, Widersetzlichkeit u. dgl. alsbald bericht- lich Mittheilung zu machen." Die Worte enthalten den klaren Beweis, daß die Schulbehörde großen Werth aus die Fortbildung der Heranwachsenden Jugend legt. Diese Bildung soll ihr Augenmerk nicht allein aus Vermehrung von Kenntnissen richten, sondern der Erzieher weiß auch seinen Unterricht so zu gestalten, daß er hen im Zöglinge keimenden moralischen Grundsätzen geeignete Nahrung zum weiteren Gedeihen zuführt. Sittliche Maximen können aber nur dann zur vollen Reife sich entfalten, wenn eine straffe Zucht die bösen Triebe im Menschen zurückhält. Deßhalb wird auch in dem angeführten Ausschreiben mit allem Ernste ein anständiges Betragen von den Fortbildungßschülern gefordert. Allein um das gesteckte Ziel voll und ganz erreichen zu können, müssen Haus und Schule sich gegenseitig unterstützen und fördern- jenes darf nicht mit böswilligen Worten wieder niederreißen, was letztere mühsam ausgebaut hat. Bei einträchtigem Wirken würden gewiß beide Erziehungsanstalten viel zur Lösung der socialen Frage beizutragen vermögen. E. Alsfeld, 16. November. Aus Anregung Großherzogl. Kreisamts Alsfeld findet am nächsten Dienstag den 25. d. M. hier im „Deutschen Hause" eine Versammlung der Bürgermeister behufs Besprechung über die Ausführung des Gesetzes, betreffend die Jnvaliditäts- und Altersversicherung, statt. Alsfeld, 17. November. Wie das „Krsbl." mittheilt, hat das Großh. evang. Decanat an die evang. Pfarrämter des Decanats 1000 Exemplare der volksthümlichen Schrift versandt: „Der Volks st aat, oder Was wollen die Socialdemokraten?" Der Badische Landesverein hat die Herausgabe zu 1 Pfennig für das Exemplar bemerk-, stelligt. Lauterbach, 18. November. Am vorigen Sonntag feierte der im Hotel Schüz bedienstete Kutscher Heinrich Deuchert sein 25jährigesJubiläum. Herr Bürgermeister Stöpler überreichte ihm mit einer sehr schönen Ansprache ein dem Jubilar vom Thierschutzverein verliehenes Diplom nebst einem Geldgeschenk; hieraus wurden ihm die Geschenke von den Mitgliedern der Familie seiner Herrschaft überreicht und schloß sich hieran zu Ehren des Jubilars eine kleine Feier, die sehr schön verlies. — Permtfäites. *△ Mainz, 18. November. Behufs gesetzlicher Regelung der Wein frage sand am verflossenen Sonntag in Darmstadt eine Versammlung von Juristen, Weinproducenten, Chemikern und Vertretern des Weinhandels statt. Die Versammlung, welche nur eine Vorbesprechung zu der von der Wiesbadener Handelskammer in gleicher Angelegenheit angeregten Zusammenkunft aller Interessenten war, tagte über vier Stunden, erzielte aber nichtsdestoweniger nur bei einzelnen Fragen eine Verständigung. Auf Antrag des Oberlandesgerichtspräsidenten Görz von Darmstadt sprach man sich mit großer Majorität dafür aus, daß das Nahrungsmittelgesetz einen Zusatz erhalte, der gestatte, dem Weine vor der Gährung Wasser und Zucker zuzusetzen, wodurch natürlicher Weise die Declarationspflicht für aus solche Art verbesserter Weine wegfällt, lieber das zulässige Quantum der Zusätze gingen die Meinungen auseinander. Aus ziemlichen Widerstand stieß ein von norddeutschen Weinhändlern angeregter Antrag, mit Rücksicht aus den dortigen Geschmack und die Art des Geschäfts zu bewirken, daß es gestattet werde, die schweren, dicken Rothweine in der in Frankreich üblichen Weise mit Wasser und Sprit zu versetzen. Man verwies die Antragsteller mit diesem Verlangen direct an die Wiesbadener Versammlung. Der Tag der letzteren Versammlung ist noch nicht festgesetzt. *= Frankfurt a. M., 18. November. Zum Koch'schen Heilverfahren. Gestern Abend hielt der hiesige ärztliche Verein im Bibliotheksaale des Senckenbergianums eine Sitzung ab, in welcher die nach dem Koch'schen Verfahren behandelten Kranken vorgestellt wurden. Die Aerzte Frankfurts waren sämmtlich erschienen, von auswärts die Herren: Geh. Med.-Rath Professor Riegel-Gießen mit seinem ersten Assistenten, Pros. Lossen-Heidelberg, Medicinalrath Dr. Küchler- Darmstadt, Geh. Medicinalrath Dr. Mock-Offenbach u. a. m. Die Kranke aus der Dr. Herxheimer'schen Klinik, ein sechzehnjähriges Dienstmädchen Namens Sophie Stern, wurde den Anwesenden zunächst vorgestellt. Die Patientin litt seit vier Jahren an Lupus. Sie wird in kürzester Frist vollkommen geheilt sein. Dasselbe läßt sich über den in der Armenklinik behandelten Knaben sagen. Um gleichzeitig das Furchtbare der Krankheit vor Augen zu führen, stellte Herr Dr. de Bary ein junges, im Rothschild'schen Clementinen-Spital behandeltes Mädchen vor, dem vom Lupus die untere Hälfte des Gesichtes und die Nasenspitze total zerfressen war. Die Aermste soll auch demnächst mit dem Koch'schen Mittel behandelt werden. Einen glänzenden Beweis für die diagnostische Verwendbarkeit des Koch'schen Mittels erbrachte Herr Dr. Vohsen, welcher einen Fall von Lungen- und Kehlkopftuberkulose damit behandelte. Der fragliche Patient hatte feit Langem über Schmerzen im Kniegelenk geklagt, die man nicht zu erklären wußte. Nach der ersten Einspritzung zeigte die Reaction am Kniegelenke, daß das Knieleiden gleichfalls tuberkulöser Natur war. Der Kranke befindet sich seit drei Jahren in Behandlung. Dr. Vohsen erklärte die Heilwirkung des Koch'schen Mittels auf Lunge und Kehlkopf für außer Zweifel stehend. Ein abschließendes Urtheil über den Verlauf des Krankheitsfalles konnte selbstredend noch nicht gegeben werden. Im Heiliggeist-Hospital wurde ein an Gelenk- und Knochentuberkulose Leidender mit dem Koch'schen Mittel geimpft und schon nach der ersten Einspritzung konnte man die specifische Wirkung des Mittels erkennen. Der ärztliche Verein beschloß die Ausstellung der Büste Robert Kochs in seinem Sitzungssaale und sandte an den verdienstvollen Forscher folgendes Begrüßungstelegramm: „In der heutigen Sitzung des Aerztlichen Vereins zu Frankfurt a. M. wurden zwei Lupuskranke, deren Behandlung nach Ihrer Methode durch die Güte feines seitherigen Mitgliedes Dr. Abbertz hiesigen Aerzten ermöglicht war, vorgestellt: die ersten Fälle der Art außerhalb Berlins. Ueber zwei weitere in unserer Stadt ebenso behandelte Patienten, der eine mit Phtisis, der andere mit Caries, wurde referirt. Voll Bewunderung und Dankbarkeit für Ihre in Wissenschaft und Praxis gleich bahnbrechende, der ganzen Menschheit segensreiche Entdeckung sendet Ihnen der Aerztliche Verein seine ehrerbietigen Glückwünsche und gibt zugleich seiner Freude darüber Ausdruck, daß es einem Deutschen gelungen ist, der Medicin zu einem so großartigen Triumph zu verhelfen. Zu Ehren des rastlosen Pfadfinders erheben sich die zahlreich versammelten hiesigen und auswärtigen Aerzte von ihren Plätzen." * Marburg, 18. November. Der evangelische Ober- kirchenrath in Berlin hat gestattet, daß evangelische Theologen sich als Miss io nare nach den deutschen Schutzgebieten begeben können. Für fünfjährige Abwesenheit wird ihnen der Eintritt in eine heimische Pfarrstelle offen gehalten. * Marburg, 18. November. Die in diesem Sommer am hiesigen Schlosse begonnenen Arbeiten, den nördlichen Flügel, sowie das Capellendach mit einer eisernen Dach- conftruction zu versehen, find nunmehr zu Ende geführt und auch die Schloßuhr ist wieder in Function gesetzt worden. Das gesammte Hauptgebäude ist jetzt mit einem eisernen Dach versehen und eine Ausnahme macht nur noch der als Castellans- wohnung dienende Anbau. * Leipzig, 17. November. Der Stadt Leipzig ist abermals ein größeres Vermächtniß zugesallen. Die ver- wittwete, vor einiger Zeit verstorbene Gattin des ehemaligen Professors der Pharmakologie, Geheimerath Dr. Radius, hat der Stadt die ansehnliche Summe von 400,000 Mk. verwacht. Die Zinsen sind vorerst noch an zwei Geschwisterkinder zu zahlen, nach deren Tode sollen sie zu wohlthätigen oder gemeinnützigen Zwecken Verwendung finden. * München, 11. November. Ein vierzigjähriges Stammgast-Jubiläum. Man heißt den bekannten Franziskanerkeller auch den Ministerkeller, weil der Finanzminister mit der Pünktlichkeit einer Uhr jeden Mittwoch in der besseren Stube vor seinem Humpen zu sehen ist. Vor wenigen Tagen hat dem „Leipziger Tageblatt" zufolge Dr. v. Riedel fein 40jähriges Stammgastjubiläum im Franziskanerkeller feiern können. Der Besitzer des Kellers erfreute feinen hohen Stammgast durch einen schönen Krug. * Adelsheim, 12. November. Mord. Der Schneidermeister Mader von Sennfeld bei Adelsheim hat am Donnerstag voriger Woche sein Kind, einen sechsjährigen Knaben, wegen dessen Mißhandlung er schon öfters bestraft wurde, in entsetzlicher Weise ums Leben gebracht. Er machte sein Bügeleisen glühend und fuhr damit dem armen Kinde über den Leib und den Rücken und schlug es, da dasselbe immer noch lebte, vollends tobt, packte es in einen Korb, legte alte Fetzen darüber und schaffte es aus dem Hause. Nach der That wurde er flüchtig. Kurze Zeit nachher kam ein Telegramm ohne Unterschrift aus Amsterdam, worin er einen Uhrmacher seines Heimathsdorses um Geld bat. Der Postbeamte machte Anzeige bei der zuständigen Behörde, die sofort die Polizei benachrichtigte. Der Mörder wurde aufgegriffen und zurücktransportirt. Seine Ehefrau, sowie der Uhrmacher wurden ebenfalls gefänglich eingezogen. * Der größte Soldat der preußischen Armee, der 2,25 Meter lange Rheinländer, ist wieder entlassen, da ihn der Dienst zu sehr anstrengte. Der Hauptmann v. Plüskow ist daher mit 2,05 Meter wieder der größte Soldat Preußens. * In einer pommerschen Dorfschule fragt der Lehrer bei dem Satz: Der Herr heilt die Seuchen. „Was sind denn Seuchen, Fritz?" — Daraus die prompte Antwort: „Lütte S w i e n !" (Kleine Schweine.) G. Hennebergs „Monopolseide“ ist das Beste! Nur direct! [8835 — Wo Appetitlosigkeit, belegte Zunge, pappiger Geschmack, Aufstoßen, Druck in der Magengegend rc., durch Störungen in'der Verdauung (Verstopfung) hervorgerufen wurden, bringt die Anwendung der ächten Apotheker Richard Brandts Schweizerptllen sofortige Besserung. (Preis ä Schachtel 1 Mk.) — Haupt-Depot: Adler-Apotheke in Frankfurt a. M., Trierscher Platz. 9661 — Rübensuppe ist eine jener so einfach herzurichtenden und dabei so schmackhaften Suppen, wie sie in Frankreich auf jeden Tisch kommen. Steckrüben werden in Stücke geschnitten und mit frischer Butter gedünstet. In die Suppenschüssel legt man geröstete Brod- schnitte und auf diese die Steckrüben. Von letzteren zerdrückt man eine oder zwei in der Kasserole, in der sie gedünstet wurden, übergießt sie mit Wasser, in welchem man Liebigs Fleischextract aufgelöst hat, läßt dasselbe recht heiß werden und gießt es über die Brod- schnitte. Schrffrnachvtchten. Bremen, 17. November. sPer transatlantischen Telegraph.1 Der Schnelldampfer Trave, Capt. R. Busstus, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. November von Bremen und am 6. November von Southampton abgegangen war, ist vorgestern 10 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gießen 46. Woche. Vom 9. November bis 15. November 1890. Einwohnerzahl: 20500 (ind. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 38 %o. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Diphtherie 1 — 1. Lebensjahr: 2. -15. Jahr: Lungenschwindsucht 1 1 — — Lungenentzündung 3 (1) 1 — 2 (1) Organ. Herzkrankheit 1 1 — Nierenentzündung 1 1 — — Bauchfellentzündung 1 (1) 1 (1) — — Chronischem Magengeschwür 1 (1) 1 (1) _ Pfortader-Thrombose 1 1 — — Tuberkulose d. Gekräs- drüsen 1 1 — _ Schlagflußd. Gehirns 1 1 — — Furumulose 1 — 1 — Altersschwäche 1 1 — — Unbekannter Krankheit 1 1 — — Summa: 15 (3) 11 (2) I 3 (1) Anm. Die in Klammern gesetztm Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen Ausverkauf von Polstermobeln. Wegen Bauveränderung meines Lagers gebe ich 16 eomplete Polstergarnituren, sowie 30 St. Sopha und Divan in modernster und solider Ausführung in Seide-, Frise-, Plüsch- und Gobelinstoffen, sowie mehrere Speise- und Schlafzimmereinrichtungen in Eichen und Nußbaum zu FabrikationSpreifen ab. [7640 Möbelfabrik von Carl Stückrath, Asterweg 47. gs* Oefen. Amerikaner Oeferr von Rießner & Co., Nürnberg. Lönhold sche Oefen von den Buderus'schen Eisenwerken. Irische Oefen, vorzügliche Dauerbrenner für Coaksheizung. Ilill-ReguUr-Oefen, Mormser Oefen, Kochöfen in schöner Auswahl zu billigsten Preisen. Herde bester Construction. u Emil Fistor. 0 * Hüte und Mützen 5 verkauft enorm billig ♦ Willi. Stumpf, t 8498 0 Sonnenstr. v. 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Wir richten deßhalb auch in diesem Jahre an die Bewohner (Raucher und Nichtraucher) Gießens die herzliche Bitte, uns durch Uebermittelung etwaiger CigarrenabMe, sowie durch freiwillige Geldbeiträge unjern Fonds erhöhen zu helfen, damit es uns ermöglicht werde, auch an dem diesjährigen Weihnachtsfeste einer größeren Anzahl Kinder eine geeignete Weihnachtsbefcheerung in der seitherigen Weise bereiten zu können. Cigarrenabfälle und Geldbeiträge werden an unseren Sammelstellen Friseur Gerhardt, Kirchenplatz, Emil Kalbfleisch, Steinhauermeister und Restauration Schnell, Brandgasse, gern entgegengenommen. ______________Der Verein Jugendfreund. (3000—3500 Mk. jährlichen Nebenverdienst I I können solide Personen jeden Standes bei einiger Thätigkeit erwerben. 0Heilen I |sub J. 349 an Itudolt Nosmc, Frankfurt a. M. 6405 | Neubau der städt. 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November 1890 Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. G n a u t h.______________ Gießen, den 18. November 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen- raithe daselbst, 17 Nr. 27”/10n — 293 Meter Grab- Für den Vorstand: Dr» Naumann, Pfarrer. Disconto-Command.-Anth. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankoer.-Act. Oest. Credit-Act. Oest. Staatsb.-Act. Vermietungen. 9677] Schlafstelle und eine möbl. Stube 3V3% Gießener Gelsenk. Bergw.-Act. Lomb. E.-B.-Act. Buschtherader E.-B.-Act. Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Act. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem uns ■ betroffenen schweren Verluste, sowie für die trostreichen Worte des I Herrn Pfarrer Schlosser und die zahlreichen Blumenspenden I sagen den tiefgefühltesten Dank 9680 Hermann und Emma Krapp. Hermann Katz Seltersweg 20 Donnerstag den 11. Decbr. Nachmittags 2*/r Uhr, Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. 85 30 40/0 Ung. 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Nach Beginn der Vorstellung ist dec Eintritt nicht mehr gestattet. Karten für nummerirte Plätze 3 JL u 2 JL, für nicht nummerirte Plätze riu 50 in der Buch- u. Kunsthandlung von Max Brunnemann, Cölnischestr 11 und an der Kasse eine Stunde vor Anfang der Vorstellung» Austübruna Sonntag den 23. November, Nachmittags 4 Uhr. Letzte Dienstag den 25. November, Abends 8 Uhr. 9668 tfcbi H J. Weitzenkorn, 957C] 9 Schulstratze 9. Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die beutlet Kummer umftcht 6 «eiteu. und empfehlen in nur reellen Qualitäten doppelbreite halbwollene Stoffe ü. 60 an, doppelbreite reinwollene Stoffe v. 90 H an, als practische, dabei billige Weihnachtsgeschenke. [9672 „PHUipp der Groftmüthige." Sonnabend den 22. November, Nachmittags 4 Uhr pünktlich: Flur 17 Nr. 276*/ioo — 378 Meter Grabgarten am Neustädter Thor, Flur 17 Nr. 27°4/im> — 170 Meter Hof- Alleinverkauf E®- der feinste« und modernste« Wien. Filzhüte Guben. 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W ihres Arbeit^ W gehören die1 b's zu 350 Mk °°Mk, toer jä! 3i Lohnklaffe,' Hw dies w ' dm T°g'ezbtt Mteeifrijgg 6 Woche das bei der si^^ästi Beitra «i i>ie n' I« k°«m f* zu El bi i»Ä»< >. i’rbtt 3% Reichsanleihe 31/2°/o do. 3% Preuß. Conscls 3%% do. Itt > Anstreicherarbeiten zur Ausführung I ^nes Winterhauses für das Liebrg- Die Arbeiten zur Herstellung der Blitzableiter-Anlage sollen tm 2Lege benfma( sollen im Wege öffentlicher öffentlicher Ausschreibung vergeben werden , Arbeitsverzeichniß und Bedingungen liegen tm Geschäftszimmer Nr 3 zur Einsicht offen und sind die Angebote bis spätestens SamStag den 22. d. M., Vormittag- 10 Uhr- bei unterzeichneter Stelle einzureichen. Gießen, den 18. November 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Ausschreibung vergeben werden. Zeichnung, Arbeitsverzeichniß und Bedingungen liegen im Geschäftszimmer Nr. 3 zur Einsicht offen und sind die Angebote bis spätestens Montag den 24. dS- MtS.,; Vormittags 10 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen. Ausstände eintreibeu. Bureau: Sonnenstr. 3, I. Doppelte Buchführung, taufm. Rechnen. Wechsel-Lehre und Schönschrift lehrt brieflich gegen germge Monatsraten das erste kaufmännische Unterrichtsinstitut von 9670 Jul. Morgenstern, Lehrer der Handelswissenschaften in Magdevnrg, Jacobstratze Nr. 37. Man verlange Prospecle und Lehrbriefe Nr. 1 franco und gratis zur Durchsicht. 9674] Ein solid. Fahrvnrsche gesucht. Zu erfr. im Hest. Hof, 1 Treppe hoch. 9657] Ein anstä d. j Kaufmann sucht per L Januar möblirtes Zimmer mit Cabinet und Abendtisch. Offert, sub K. K. 1200 an die Exped. d- Bl._____________ 9665] Eine geübte Kleidermacheri« wünscht noch mehr Beschäftigung in und außer dem Hause. Näheres Wolkengaffe 17. Donnerstaa den 20. ds. Mts .1 la. 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Januar Stelle als Haushälterin oder Stühe der Hausfrau in besserem Hause. Gefl. Off. unter_L_S 27 postlagernd Gießen erbeten. "Vermiethnngs Bnrea« Völker, Maigaffe 12: Nachweis von Stellen jeder Art. [9686 Bestell««- ans Steppdecken wozu Muster zur Ansicht vorliegen, können auch durch Postkarte gemacht werden. ^Kaiser-Panorama, MLnsbnrg 12, parterre. Diese Woche prachtvolle Reise durch Belgien. Von besonderem Interesse die prachtvollen Bauwerke und die St. Paulskttche in Antwerpen mit den wundervollen Marmorgruppen. das Leiden Christi darstellend, die weltberühmte Kanzel von St. Rom- baud, hochinteressante Badescenen von Ostende und Blankenberghe, der Lowe von Waterloo, die Explosion der Patro- nenfabrik ixt Antwerpen rc- Entree 30 H, Kinder 20 H, Abonnements : 10 Reisen 2 JL, Schüler 1 JC. 50 H — Geöffnet von Morgens 10 Uhr bis Abends 10 Uhr. [9555 Jeden Sonntag neue Reise«. Wiederholungen finden nicht statt. BasaUlavalieferung. 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Nachricht, dast ,ch d,e Heil fche Wirthschaft, Hanlanelgasse V, überuomme« habe und halte mich durch Verabreichuug guter G-trauke, ächter baierifcher und hiesiger Biere, re,«gehaltener Weine, sowie durch vorzügliche Küche und reelle Bedienung bestens empfohlen» Hochachtungsvoll 9683 Eduard Denker9 früher im „Stern“. _______________Bahnhofstraße__________ 9665] Ein oder zwei unmöblirte Zimmer (ineinandergehend) zn vermiethen. _______________________Seltersweg 13. 9675] Zwei möbl Zim. (Wohn- und Schlafz.) zu verm. i. Hess. Hof, 1 Tr h. (Siebener Anzeiger. Beilage zu Nr 271. - 1890, Donnerstag den 20. Novbr. 130-0° Reihen auf die Köpfe gestellt. Der August war fast ebenso widerwärtig wie der Juli und trotzalledem sah Jeder, der es sehen wollte, daß eine Ernte zu bergen war, wie sie nicht häufig wächst. Die Halmfrüchte erwiesen sich als wohlgerathen; das Obst drang unter den Blättern hervor; Heu und Klee wuchs in Fülle, Kartoffeln und Dickwurzeln gediehen nach Herzenslust. Nur der Wein und die Zuckerrüben waren ersichtlich zurückgegangen. Zucker gedeiht nur unter reichlichem Sonnenschein. Auch die Engerlinge nagten an den Rüben und verursachten Fehlstellen. Hier ist ein Punkt, wo rechtzeitig eingesetzt werden muß: Der Kampf gegen die Maikäfer ist rechtzeitig und mit vereinten Kräften, nach wohlerwogenem Plane, zu führen, dann kann der Erfolg nicht fehlen. Bis Ende August (27.) dauerten die schweren Wetter mit wolkenbruchartigem Regen; die warmen, trockenen Sommertage waren seltener, als die Regentage. Von Mitte Juli bis Ende August mußte der Bauer einen förmlichen Kampf mit den entfesselten Elementen führen, welche die Gottesgaben zu verschlingen drohten. In diesen sechs Wochen wurden Ansprüche an die Geduld, die Ruhe, die lieber: legung und die körperlichen Kräfte des Landwttthes gemacht, von denen der Städter keinen Begrrff hat. Am 27. August gegen Abend erreichten die excessioen Witterungserscheinungen ihren Höhepunkt. Von West kommend raste ein Cyclon durch die Wetterau hinein in den Vogelsberg, wie er sonst nur in den Tropen erlebt wird. Gewaltige Bäume (600jährige Linde zu Ltndheim) wurden niedergelissen; in den Wäldern (hohes Rad bei Michelau) lagen die BauMriesen übereinander, als hätten sich die Riesen eine Schlackt geliefert. Urplötzlich auftretende Wassermassen (Altenstadt und Umgegend) rissen Garben, Ackergeräthe, sonstiges Mobiliar mit sich fort und brachten Menschen in Lebensgefahr. Nun wurde es ruhig in der bis ins Innerste aufgewühlten Natur. Die Dreschmaschinen begannen ihre lohnende Thättgkeit und es zeigte sich bald, daß der 1890er Sommer gute, sehr gute, mitunter an einzelnen bevorzugten Stellen ganz colossale Erträge hervorgebracht hatte. Bis in die höchsten Spitzen des Vogelsberges hinein waren Halm- und Hackfrüchte, Obst- und Futtergcwächse wohl gediehen. So zog nun der September ins Land hinein, mit ewig heiterem, lachenden Himmel, als befand.n mir uns in Italien oder Griechenland. Die herrlichen Sonnentage beseitigten die wässerig schmeckenden Gemüse und das wenig gewürzreich schmeckende Obst von dem Wasser- überschusse. Ein wundervolles Grnmmetgras schoß üppig empor und ersetzte dem Vogelsberge das zu Grunde gegangene Heu. Die bedenklich auftretende Kaitoffelklankheit kam zum Stillstände und verschwand nach und nach. — Die Obsternte begann; es wurden bedeutende Quantitäten unter Dach gebracht und sehr befriedigende Preise erzielt, dabei aber auch die Wahrnehmung gemacht, daß die Nimmersatten, denen die hohen und höchsten Preise nicht genügten, durch einen Preisrückgang abgestraft wurden. Gute Mittelpreise muß der Bauer zu erstreben suchen, alle Schwindelpreise taugen nichts. Die herrliche Witterung, die der September in seltener Beständigkeit geschenkt hatte, setzte der Oktober fort. Man konnte im Freien sitzen wie im Juli, und in Hemdsärmeln verrichteten die Leute die Herbstarbeiten. Wie Juli und August ihren excessioen Witterungs- Character durch übermäßige 9lüffe bewiesen, so zeigten sich September und October durch ungewöhnliche Trockenheit. Doch bte Sonne scheint keinen Bauer zum Lande hinaus. Die Arbeiten förderten und die Wintersaaten gingen besser auf, als man dachte, weil allnächtlich reichlicher Thau fiel, der das Saatkorn erreichte und es zum Keimen brachte. Den trägeren Körnern half ausgiebiger Regen nach und — Soven die Bäume, welche «mgepflanzt werde«, gestutzt werden oder nichts Die Ansichten hierüber sind sehr verschieben; der eine behauptet, bie Krone der umzvpflanzenden Bäume müsse gestutzt werden, der andere meint, es sei nicht nöthig. Die richtige Antwort kann aber nur gegeben weiden, wenn man die Bewurzelung mit rn Betracht zieht. Wurzelmenge und Knospenzahl müssen in einem bestimmten Verhältnisse zu einander stehen. Hat ein gesetzter Baum wenig Wurzeln und viele Knospen, fn bekommt er viele Blätter, die so viel Feuchtigkeit verdunsten, daß die Wurzeln dieselbe nicht decken können; der Daum trocknet ein und verdorrt. Auf der anderen Seite kann arrch das umgekehrte Verhältniß den Untergang des Baumes herberfuhren; er erstickt im Saft, wenn er zu viel Wurzeln und nur wenig Knospen besitzt. Letzterer Fall tritt jedoch selten ein. dieser weichte die Kleeäcker, welche hart und fest wie eine Scheuertenne waren, so auf, daß sie leicht umgebrochen und bestellt werden konnten. Unheimlich schleicht durch diese vielen erfreulichen Resultate die Maul- und Klauenseuche, der Störenfried in den Ställen. Man hat sie unterschätzt, sie ist in das Land hinaus gedrungen, wie die Laster aus Pandoras Büchse und nun ist sie schwer zu bannen. Fragen wir uns nun einmal speciell über die einzelnen Punkte, um zu sehen, wie es in Scheuer, Stall, Keller und Speicher des Bauers aussehen mag. Weizen und Roggen lieferten gute, stellenweise sogar recht gute Resultate und zwar sowohl hinsichtlich der Körner als auch in Betreff des Strohes. Gerste und Hafer schwanken zwischen befriedigend bis recht gut. Alle Futtergewächse sind quantitativ und qualitativ recht gut ausgefallen; es hat Dickwurzeln, Kraut und Wirsinghäupter von monströser Größe gegeben. In Folge dieses Segens gingen die Preise zurück. Man kaufte um 5 Pfg. ein Krcmt- haupt von solcher Dimension, daß sich eine Familie von sechs Personen daran sättigen konnte. Die Kartoffeln lassen in schweren, nassen Lagen zu wünschen übrig. Es wird bereits über Fäulniß im Keller geklagt. Darum vergeßt nicht, Ihr Hausfrauen, nach den Kartoffel- vorräthen im Keller zu sehen — wie dies schon vor Wochen in dieser Zeitung betont worden ist. Auch das Obst zeigt Neigung zur Fäulniß, wie dies nach den wochenlangen Regen im Juli und August begreiflich erscheint. Auch die Preise der Früchte verdienen einige Worte. Alle land- wirthschaftlichen Pcoducte ohne Ausnahme: Weizen, Korn, Gerste, Hafer, Obst, Kartoffeln, Heu, Stroh und Rüben haben gute bis recht gute Preise, bei denen der Bauer sehr wohl bestehen kann. Die Vieh-, besonders Schweinepreise erreichten zuletzt eine geradezu exorbitante Höhe, sodaß es als Wohlthat bezeichnet werden muß, daß nun wirklich ein Preisrückgang stattgefunden hat. Keller, Scheuer und Speicher sind voll, Alles hat gute Preise, der Landwirth kann dahier mit wirklicher Befriedigung auf 1889 und 1890 zurückblicken. Dabei leben wir in geordneten politischen Verhältnissen; unser engeres Vaterland darf sich mit feinen Gesetzen und Einrichtungen jedem anderen deutschen Lande an die Seite stellen, in manchen Dingen ist es vielen voraus. Trotzdem herrscht Unzufriedenheit, auch unter dem Bauernstände, besonders unter der Heranwachsenden Generation. Die jungen Leute Haschen nach Plaisir und Vergnügen, mehr als je. Für Kleiderund Putz, Bänder und Tand geben die jungen Leutchen heutzutage in wenigen Jahren mehr aus, als unsere Großeltern während ihres ganzen Lebens. Wir gönnen Jedem sein Vergnügen und sind kein Kopfhänger; aber wenn man im Sommer die kleinen Wochenblätter zur Hand nimmt und darin lieft, was an Tanzmusiken, Fahnenweihen, Stiftungsfesten, Vereinsparthlen und fonfiigen Vergnügungen geleistet wird, dann muß doch zugestanden werden, daß das zu viel ist. Alle diese Dinge machen weder zufrieden, noch glücklich und je mehr einer davon bekommt, desto weniger zufrieden wird er. Ueber diese Punkte mit Freunden und Nachbarn während der Winterabende zu reden, ist ebenso wichtig, als über Milchvieh, Pferdezucht, Saatfrüchte und Futterstoffe; sie gehören auch in eine landwirthschaftliche Rückschau und darum haben wir diese Punkte berührt. Mit Zufriedenheit darf der Landwirth dem kommenden Winter entgegensetzen und sogar auf das neue Jahr 1891 darf er bereits Hoffnungen setzen, denn die prächtige Herbsiwitterung hat die jungen Wintersaaten so begünstigt, daß sie ganz ■nad) Wunsch aufgegangen sind und sich bestockt haben. Das ist ermuthigend und freut dm Berichterstatter, der ein aufrichtiger Freund der Landwirthschaft und des Bauers ist und darum schließt er auch diese Jahresrückjchau mit dem herzlichen Zurufe: »Heil -em Bariernfiau-e Landwirthschaftliche Rückblicke auf das Jahr 1890. (Nachdruck verboten.) △ AuS Oberhefien, 16. November. WPm einmal der Marttnstag 10./11. November vorüber ist, dann hat der Landwirth das Meiste feiner Thättgkeit für das betreffende Jahr hinter sich. Leiden und Frendm sind zum großen Theile getragen; auch die Freudenfeste, die Kirchweihen, gehen zu Ende, denn ein ländliches Sprichwort sagt richtig: Kathrine, Kathrein! (25. November) Schließt Geige und Pfeife ein! Nach und nach geht die Natur zur Ruhe; Busch und Wald verlieren das letzte bunte Laub, seuchte Nebel liegen über den Fluren, immer länger werden die Nächte; es sitzt sich behaglich beim warmm Literatur und lüitift. — Die Kaltwassereuren, gemeinverständlich dargestellt von Dr. med. et phil. Axel Winckler, pract. Arzt. Mit 25 Abbildungen. Preis 1 Mk. Verlag von Martin Hampel in Berlin- Friedenau. In dem vorliegenden Buche gibt uns der Verfasser eine Uebcrsicht der Geschichte der Kaltwassercuren, schildert sodann in klarer, sachlicher Weise die Ausführung der jetzt gebräuchlichen verschiedenen Theil- und Vollbäder, Douchen, Packungen, Umschläge rc. Es folgt eine eingehende Besprechung der durch Kaltwassercuren zu bekämpfenden Krankheiten und der practischen Anwendungswelse in jedem einzelnen Falle, sodann eine Aufführung derjenigen Krankheitsformen, bei denen Kaltwassercuren nicht angewendet werden dürfen. Die beigegebenen 25 Illustrationen erhöhen wesentlich die Leichtverständlichkeit der oorgeschriebenen Proceduren. Nicht nur der interessirte Leidende, sondern jeder Gebildete überhaupt sollte es sich angelegen sein lassen, mit hier gegebenen, beherzigenswerthen Winken über den Erhalt und die Erlangung des körperlichen Wohlbefindens bekannt zu werden. “'Mim. istger * ‘"■'«CSS £anö< tntö VEsVirlhsbchafr. — Patente von im Grotzherzogthnrn Hessen wohnende« Erfindern. Patent-Anmeldungen. Kl. 42, W. 6974. Rechentafel zum Vervielfältigen und Thellen; Heinrich Weicker in Darmstadt. — Kl. 83, B. 10800. Electrischer Wecker; Fried. Wilh. Baad in Alzey. — Patent-Ert Heilung en. — Kl. 13, Nr. 54573. Anordnung einer schwimmenden Filterschicht bei Wasserreinigungs- Apparaten; E. Boening in Bad-Nauheim, vom 11. April 1890 ab. — Kl. 13, Nr. 54763. Stehender Wasserröhrenkessel; Zusatz zum Patente Nr. 44581: A. Rodberg in Darmstadt, vorn 13. Mai 1890 ab. — Kl. 22, Nr. 54679. Verfahren zur Darstellung eines wasserlöslichen beizenfärbenden Baumwollfarbstoffes aus Indulin; Zusatz zum Patente Nr. 53357; K. Oehler in Offenbach a. M., vom 8. September 1889 ab. — Kl. 33, Nr. 54598 Bügelverschluß; H. Lehmann in Offenbach a. M., vom 25. Juni 1890 ab. — Kl. 45, Nr. 54726. Einrichtung an Pflügen, um in der gepflügten Furche eine besondere Rinne zum Einlegen von Saatkartoffeln zu bilden; F. Boxheimer in Boxheimer Hof, Post Bürstadt, vom 7. Juni 1890 ab. — Kl. 64, Nr. 54772. Neuerung an Korkwaschmaschinen. H. Fehmel in Pfeddersheim, vom 28. März 1890 an. Dir Pflichten eines Hausvaters nach dem Inkrafttreten desJnvaliditäts- undAlters- Versicherungsgesetzes am 1. Januar 1891 werden in einer Reihe von Artikeln der „D. Verk.-Ztg." so anschaulich klargelegt, daß es wohl verlohnt, die hauptsächlichsten Punkte daraus mitzutheilen, zumal über diese Pflichten bei allen denjenigen Hausvorständen, die nicht zu den großen Arbeitgebern gehören, noch nicht allzu viel Klarheit herrschen durste. Versicherungspflichtig sind bekanntlich alle Personen, welche als Arbeiter, Gehülfen, Gesellen, Lehrlinge oder Dienstboten gegen Lohn oder Gehalt beschäftigt werden und das 16. Lebensjahr überschritten haben. Also nicht nur alle Dienstmädchen, Köchinnen, Knechte müssen versichert werden, sondern auch alle Bonnen, Kindergärtnerinnen, ferner die Ausbesserinnen, Plätterinnen, die Wasch- und Reinmacherinnen, sobald das Entgelt für die Dienstleistungen aller dieser Personen nicht nur in freier Station besteht. Versichert wird mit Hülse von „Quittungskarten" und „Beitragsmarken" ; man klebt eine Beitragsmarke auf die Quittungskarte aus und wenn die letztere gefüllt ist, liefert man dieselbe ab. Zu allererst hat also jeder Hausvater dafür zu sorgen, daß Jeder, der in seinem Hausstand versicherungspflichtig ist, eine ^Quittungskarte erhält. Man schickt, sobald der erste Januar naht, zur Polizei und sagt dem Dienstboten, er solle sick eine Quittungskarte geben lassen. Dabei wird man gut thun, ihm irgend etwas Amtliches, das Dienstbuch u. dergl. mitzugeben, woraus der Geburtstag zu ersehen ist. Der Dienstbote oder Arbeitsmann erhält dann eine zweiblätterige Karte aus gelbem Kartonpapier, um ein Geringes größer als die Doppelpostkarten. — Aus der ersten Seite stehen der Stempel der Behörde und die Personalien der Person, für welche die Karte ausgestellt ist. Die zweite und dritte Seite enthalten 52 nummerirte Felder für die Marken. Die vierte Seite trägt den Abdruck dreier, bei der Verwendung der Quittungskarten besonders zu beachtenden Bestimmungen. Für die Ausstellung solcher Quittungskarten hat der Versicherungspflichtige nichts zu zahlen, sollte ein Arbeiter oder Dienstbote in der Beschaffung solcher Karten säumig sein, so hat der Hausherr für ihn eine zu besorgen, woraus etwa 5 oder 10 Pfennige Kosten entstehen werden, welche vom Lohne abgezogen werden können. Auf die zweite und dritte Seite der Karte muß nun der Hausvater für sein Personal die Beitragsmarken aufkleben und zwar jedesmal bei der Lohnzahlung. Daraus folgt, daß man Jeden, der Lohn fordert, fragt: Haben Sie Ihre Quittungskarte da? Wenn nicht, so besorgen Sie dieselbe! Ist sie glücklich zur Stelle, so kann das Aufkleben beginnen — vorausgesetzt, daß man die „Beitragsmarken" hat. Mit solchen muß sich also der Hausherr oder die Hausfrau vor der Lohnzahlung ausrüsten. Diese Beitragsmarken, welche in vier Abtheilungen zu 14, 20, 24 und 30 Pfennigen zu haben sind, werden von den Postanstalten feilgehalten. Diese Marken enthalten u. A. auch den Namen der Versicherungsanstalt, von welcher sie ausgegeben werden, und jede Postanstalt hält die Marken nur derjenigen Versicherungsanstalt zum Verkauf, in deren Bezirk sie liegt. Der Hausvater darf nur die Marken derjenigen Versicherungsanstalt verwenden, in deren Bezirk sein Hauswesen sich befindet. Der Hausvater wird nun aber im Zweifel sein, welche der vier Sorten von Marken er zu kaufen hat. Das hängt von der „Lohnklasse" ab, in welche der Dienstbote oder der Arbeiter gehört. Nach dem Gesetze gibt es nämlich vier Lohnklassen, in welche die Versicherten nach der Höhe ihres Arbeitsverdienstes vertheilt sind. Zur 1. Lohnklasse gehören die Personen mit einem Jahresarbeitsverdienst bis zu' 350 Mk., zur 2. Lohnklasse diejenigen von 351 bis 550 Mk., wer jährlich 551 bis 850 Mk. verdient, gehört zur 3. Lohnklasse, wessen Verdienst über 850 Mk. hinaus- geht, zur 4. Lohnklasse. Um dies zu berechnen, ist nun Folgendes nöthig: hat man Arbeiter, die einer Krankenkasse angehören, so nimmt man den Tagesbetrag des Lohnes, von welchem die Krankenkassenbeiträge berechnet werden, multiplicirt ihn mit 300 und hat die Lohnklasse. Bei den übrigen, insbesondere bei Dienstboten und den auf einzelne Tage im Hause beschäftigten Personen, kommt es nur daraus an, wie hoch allgemein der von der höheren Verwaltungsbehörde festgesetzte ortsübliche Tagelohn ist: das 300fache ergibt die Lohnklasse. Für jede Woche der Beschäftigung ist eine Marke einzukleben und zwar bei der Lohnzahlung. Bekommt Jemand für einen langen Zeitraum Lohn, so sind bei der Lohnzahlung so viele Marken auf die Karte zu kleben, als er Wochen gearbeitet hat. Nun kommt es vor, daß Jemand, z. B. eine Näherin, nicht die ganze Woche an derselben Stelle beschäftigt ist, dann hat Derjenige die Marke einzukleben, bei welchem der Versicherte zuerst arbeitet. Wer also eine Näherin am Montag beschäftigt, zahlt für die ganze Woche; nimmt man sie an einem späteren Tage der Woche, so muß man sich bei der Lohnzahlung vergewissern, ob sie bereits für bte laufende Woche eine Marke auf ihrer Karte hat ober nicht. Bankgeld- >-r i* 89.30 91.50 i 77.00 77 50 I d-" »ft««». mV1 N** ^Knetern, 96,6 in bEisch. Offert, sub K. K. MMJl ölliöte Kletdermachtritt n,efr Beschäftigung in und ist- Näheres Wolkengasse 17. '«.*»** lreicheii W hn®» Ofen im Kreise der Seinen und manches Wort wird über die Wirth- I chaft, über das abgelaufene Jahr, über sein Gutes und Schlimmes gewechselt Das ist anregend und lehrreich zugleich. Die meisten Stände: Kaufleute, Fabrikanten, Politiker, Geistliche, Lehrer, Künstler halten Rückschau hinsichtttch der abgelaufenen Campagne und sie thun gut daran. Warum soll es nicht der Bauer, für den es ganz besonders von Interesse ist? Versuchen wir es einmal, wir sind Überzeugt, es findet Anklang. r _ t £ Das Jahr 1889, welches bei Landwirthen, Winzern und Gärtnern in gutem Andenken steht, brachte einen ungebetenen Gast an die Schwelle seines Nachfolgers: die Influenza. Anfangs lachte man darüber; Viele glaubten, diese tolle Krankheit beruhe zum Theil auf Einbildung der davon Befallenen. Als aber die stärksten Männer am heftigsten davon ergriffen wurden, als sich die Ergriffenen mitunter nur langsam erholten, als ganze Dörfer darniederlagen und der vielen Erkrankungen wegen fast das Vieh nicht gefüttert werden konnte, da sah man ein, daß die Influenza ein grimmiger Feind war, der im Monat Jannar viele Opfer forderte. Der erste Monat des Jahres zeicynete sich aber auch in meteorologischer Beziehung aus: er sandte an mehreren Tagen heftige Gewitter, was um jene Zeit eine große Seltenheit ist. Die Monate Aebruar und März verliefen ziemlich normal. Im März konnten wir die interessante Beobachtung machen, daß der Märzenschnee (thut Frucht und Weinstock weh) auf den Märzenstaub (bringt Gras und Laub) fiel, sodaß sich also plus und minus in der Witterung aufhoben.. r _ , Der April blieb frostig, er hielt die Vegetation zuruck und das war gut. Für unsere Breitegrade sind späte Frühjahre die besten, denn die Nachtfröste werden seltener und die kräftigere Sonne holt die Verspätungen sehr bald nach. Nur wenige Jahre in einem ganzen Jahrhundert gibt es, wo keine Rückschläge erfolgen; im 19. Jahrhundert waren es die Jahre 1811, 1834, 1846, 1857—59, 1865 und 1868. Das sind nun gerade auch die hochfeinen Weinjahre. — Im April konnte man conftattren, daß die Saaten gut überwintert und sich sehr befriedigend bestockt hatten, dies ist die beste Grundlage für eine gute Ernte. Der Wonnemonat Mai machte, wie sein Vorgänger des Jahres 1889, feinem Warnen alle Ehre. Die Maimonate von 1889 und 1890 konnten die Dichter begeistern. Es war aber auch Zeit, daß wirklich wieder einmal Lenze erschienen, sonst hätte man glauben können, Maienwonne bestände nur in der Phantasie der Dichter. Eine wunderbare Blüthenpracht entfaltete sich; Gras, Klee, Halm- und Gartenfrüchte zeigten das herrlichste Aussehen. Ohne Schaden anzustiften zogen die Eisheiligen Pankratius und Servatius vorüber, die Arbeiten auf Feld und Flur waren eine Lust und mit den größten Hoffnungen sah man dem kommenden Monate entgegen. Der Juni kam — und mit ihm die Hiodsposten. Immer tiefer sank die Temperatur, es gab Eis. Kartoffeln, Gemüse, Bohnen, Gurken, in exponirten Lagen wurden sogar das Korn und der Wald vom Froste geschädigt. Das bessere Wetter heilte jedoch viele Schäden wieder aus und als die Heuernte begann, fand man, daß auch dieses Jahr ein Primasutter gewachsen war. Man vermied den Fehler be? zu lange Stehenlassens und erzielte dadurch eine gute Qualität. Der Landwirth darf die Futtergräser nicht bis zur Reife des Samens stehen lassen, das hat man in 1889 deutlich erfahren und Erfahrung ist ein guter Lehrmeister. Der Juni blieb sehr trocken; wer dies auszunutzen verstand, erhielt das Heu schön nach Hause. Das Dickwurzelsehen litt unter dieser Trockenheit. Nun kam der Juli; er brachte wochenlang ungeheure Regen« Mafien. Die Vogelsberger Landwirthe sahen ihr Heu unter den Fluten verderben. Wochenlang konnte nichts gearbeitet werden. Das Behacken der Kartoffeln und Rüben war erschwert. Die Ernte rückte näher; sie versprach gute Resultate, aber die excessive Nässe drohte Obst, Halmfrüchte und Wurzelgewäckse schwer zu schädigen. Man begann mit dem Kornschneiden; die Frucht blieb lange liegen, weil die frässe das Binden und Einfahren unmöglich machte. In dieser kritischen Zeit bewährte sich das Binden der Halmfrüchte nach norddeutscher Methode, über welche Ihre Zeitung einen Aufsatz brachte, d. h. kleine Garben, nicht ausgepuppt, sondern in 116.00 ( 107-50 . igo.OO 155-00 ! löö-iO ittbO ] 5100 | Qnr ! $on unübertroffener Wirkung ist das <0111 ftaatlid) geprüfte und begutachtete Saarwafier von Retter in München- welches statt Cd ober Pomade, täglich gebraucht, das Haar bis ins höchste Alter glanzend, geschmeidig und Scheitel haltend macht, die Kopfhaut von Schuppen rc. befreit und dadurch die Thätigkeit derselben erhöht- Z. h. um 40 A und 1.10 bei I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25, in Gießen. [6887 Sibilbtltä »tlttfein, bet ouftanbtg mächtig, in allen ^^rs'' gestützt auf gute wünscht zum 1. Januar 'Maltesin ober Stühe der besserem Hause. 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