1890. lir. 91 Erstes Blatt. Sonntag den 20. April D" Mmer Anzeiger scheint täglich, ml Ausnahme des Montags. I Dc Gießener Iill»i.tienVtälter WH dem Anzeiger Mnntlich dreimal beigelkgt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. PicrteUähriger Äbonncm^ntspreis 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Zllttts- Und ßnncnhme von Anzeigen zu der Nachmittags für den /i folg.r btn Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. | Amtlicher Theil. Bekanntmachung, die Vertilgung der Raupennester betr. Die Garten- und Feldbesitzer der Gemarkung Gießen : wnden hiermit ausgefordert, bis zum 10- kommenden Moaat» ihre Bäume, Sträucher und Hecken von den ' siirupkinnestern zu reinigen. Diejenigen, welche dieser Auf- Mdemng nicht Folge leisten, verfallen in die in Art. 368 : bei RAchsstrafgesetzes bestimmte Geld- oder Haststrase. Außer- :)M v>ird die Vertilgung der vorhandenen Raupennester aus . Roßen der Säumigen angeordnet werden. Gießen, den 18. April 1890. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth- Deutsches Reich. Pom Rhein, 17. April. Zu der Wahl des Herrn 'Ljirtt nbacf) in Gießen bringt das Organ der rheinisch- : wsMischen Antisemiten, die unter der Führung des . Oi. Ä önig stehen, folgende Betrachtung : Kn Gießen hat der antisemitische Candidat W. Picken- :bad) c:n§ Berlin, ein Mann des Dr. Bocket, mit großer ■dcljrb eit über den fortschrittlichen Candidaten gesiegt. Trotz :unreif antisemitischen Richtung bedauern wir diesen 3ic g, der unserer Sache mehr schaden als nützen wird, da ' Menbach nach einem vom Prof. E. Stengel in Marburg I «.gegebenen Flugblatt sich einer Handlung schuldig ge- :nich hat, die wir nur als Wucher bezeichnen können. Ein ■! oidjer Arann gehört nicht in den deutschen l^cicj stag und am allerwenigsten als Vertreter unserer IkUei.. Nach unserer Auffassung ist ein deutscher Wucherer : ich Halsabschneider noch weit verächtlicher als ein jüdischer; ich Dr. Böckel sich einen solchen Menschen ausgesucht hat, ntzi ihiiii ein Reichstagsmandat in die Hand zu spielen, ist 1 bieder ein Beweis sür die von uns schon längst vertretene ljMichlt, daß dieser Mann trotz seiner Begabung und agi- üLUvrij'chen, sogar reformatorischen Kraft ein Unglück für ii.nieire Bewegung ist. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz->Bureau. Berlin, 18. April. Der Bundesrath ertheilte in kdm gestrigen Sitzung dem Gesetzentwürfe zur Abänderung ; Militärstrafgerichtsordnung die Zustimmung. Die Ent- 1 höitie einer Verordnung zur Abänderung und Ergänzung : bin Ausführungsbestimmungen zum Gesetze über die Kriegs- kWimgen, einer Verordnung zur Ausdehnung der Zoller- : iinGojliiigen im Tarife A, zu Handelsverträgen mit fallen Ilib Spanien, der Vertrag wegen Fortdauer des Zoll-Haii- dÄvereins mit den Thüringschen Staaten, die Vorlage wegen WilQerung des Postnachnahmetariss, der Gesetzentwurf zur Wuiocrnng der Gewerbeordnung wurden den Ausschüssen Wlwiesen. Mit der erfolgten Ueberweistmg des Gesetzent- betr. die Rechtsverhältnisse der Profefsoren der Uni- Msil.Lt Straßburg erklärte sich der Bundesrath einverstaliden. Berlin, 18. April. Abgeordnetenhaus. Bei der KMhung des Cultusetats wünscht Windthorst die Einführung mr ilatholischen Abtheilung im Cultusministerium, die Regelung J Anstellungsfrage der Geistlichen, die Beseitigung des Lcr-rgesetzes, consessivnellc Schulaufsicht, Regelung des Eides U Bisthurnsverweser mit) vollständige Zulassung der Orden, äscih't sich jedoch gegen die Benutzung katholischer Kirchen Liieiis der Altkathvliken aus. Cultusminister v. Goßler tü;p(jnct, die Regierung sei nicht in der Lage, diese Forde- mizcm zu erfüllen. Eine bestimmte Consession könne nicht M Vertretung im Ministerium verlangen, doch würden die Kbo iischen Angelegenheiten von katholischen Beamten besorgt urcb bei Fragen des Schul- und Universitätswesens der Modische Rath gehört. Die Beschöfe müßten stets für den Lrmlt verpflichtet werden. Eine Vorlage betr. das Sperr- «sktzi werde dem Hause in den nächsten Tagen zugehen. AichDerden wegen Benutzung katholischer Kirchen Seitens Alt- i Mho>liken seien nicht eingelaufen. Bezüglich der Niederlassung Mi? Orden sei von Willkür der Minister nicht die Rede. Aach längerer Debatte vertagte sich das Haus auf Samstag Nchvinlltag 2 Uhr. Berlin, 18. April. Morgens 7^ Uhr» entgleiste Litton Kreuz kommende Personenzug auf-der Güterstation AcMg. Ein Bahnarbeiter ist getödtet,; 4 Reifende sind 12 leicht verletzt. Wegen Unterbemgung der Ver- latt für den : chießener Jamikienbkä letzten ist das Erforderliche veranlaßt. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Der von Berlin nach Königsberg gehende Schnellzug wurde über Frankfurt und Küstrin abgelcnkt. Don 11 Uhr Vormittags war das Geleise wieder fahrbar. Berlin, 18. April, lieber den Eisenbahn Unfall bei Werbig wird weiter rnitgetheilt: Sämmtliche Wagen, ausgenommen der Gepäckwagen, sind zertrümmert. Ein Bahnarbeiter wurde getöbtet, fünf Reifende sind schwer verletzt, nämlich Stationsassistent Streu (Jnowraclaw), Post- fecretär Schild, Steuerinspector Meckel, Eisenbahnpförtner Alwin (Küstrin) und Händler Geisler (Vietz), 12 Personen, meist Begleiter eines neben dem entgleisten Zuge haltenden Arbeitszuges, sind leicht verletzt. Nach den angestellten Untersuchungen scheint eine Schuld der Beamten ausgeschlossen. Berlin, 18. April. Demnächst wird ein Aufruf zur Gründung eines neuen B.c r g a r b e i t e r-V e r b a n d e s erscheinen, welcher sich gegen den socialdemokratischen nieder- rheinisch-westfälischen Bergarbeiter-Verband wenden sott. — Dem Vernehmen nach sind in Preußen mit Bezug auf den Schutz derjenigen Arbeiter, welche am 1. Mai nicht feiern wollen, Seitens der Regierung Anweisungen ergangen. Potsdam, 18. April. Die Erzherzogin Valerie traf Vormittags zum Besuche des erbprinzlichen Paares von Hohen- zollern hier ein. Wien, 18. April. Im Revier Witkowitz kamen seither keine weiteren Ruhestörungen vor. Die Arbeiter dürsten heute wahrscheinlich ihre Forderungen genauer darlegen. — Die Eisenwerke in Friedland stellten angesichts der Verhältnisse theilweise die Arbeit ein. . Die Situation selbst ist jedoch keineswegs beunruhigend. Baris, 18. April. Carnot verließ heute Vormittag Marseille. Das Wetter hat sich gebessert.-- Stanley traf heute Vormittag hier ein und stieg im Hotel Westminster ab. Toulon, 18. April. Car not, der gegen Abend hier eingetroffen ist, wurde von einer zahlreichen Menge begrüßt. Er besichtigte später den Eisenhammer, sowie die am Mittelländischen Meere gelegenen Werften und wohnte dem Stapellauf eines Schiffes unter zahlreichen Kundgebungen der versammelten Menge bei. Marseille, 18. April. Zu Ehren Carnots veranstaltete gestern die Municipalllät im Börsengebäude ein Banket, zu dem etwa 400 Personen eingelaben waren. Auf eine Ansprache des Maires betonte Carnot das Interesse, welches Frankreich für die die fociale Frage berührenden Angelegenheiten habe. Man dürfe stolz auf die Stellung fein, welche Frankreich auf diesem Gebiete einzig durch die Mittel der Freiheit erworben habe. In den wirthschastlichen Kämpfen, welche die ganze Welt beschäftigten, sei das Zusammenhalten aller patriotischen Männer, welche von edlem Ehrgeiz beseelt seien und dem Interesse des Landes dienen, erforderlich. London, 18. April. In der heutigen Unterhaussitzung beantragte Samuel Smith eine Resolution, die sich zu Gunsten einer Conferenz für die Herstellung der Doppelwährung ausfpricht. Kopenhagen, 18. April. In dem heutigen Staatsrathe genehmigte der König alle administrativen Budgets imd ermächtigte den Finanzminister, 400,000 Kronen zur Erweiterung des Freilagers zu verwenden. Rom, 18. April. In der Eröffnungssitzung der Gesellschaft zur Förderung der nationalen Industrie und des Handelsverkehrs, welche gestern stattfand, erklärte der Minister B r i n, die Besserung der Finanzen durch Verminderung der Ausgaben bilde einen wesentlichen Theil des Regierungsprogramms. Diese Aufgabe würde sich erleichtern, wenn bie auf Europa lastenden internationalen Verhältnisse sich zu bessern sortsühren. Die Symptome lassen hoffen, daß die Friedenspolitik die Oberhand habe. Die Friedenstendenzen stehen mit den Bestrebungen Italiens in vollem Einklang. Der Minister hofft, bald in die Sage zu kommen, die Opfer zu mildern, welche die Wirthschastspolitik Italiens bedrängen. Auch der Minister Boselli wohnte der Sitzung bei. Rom, 18. April. Ragazzi ist mit der Zusatz- eonvention zu dem italienisch-äthiopischen Vertrage hier eingetroffen und sofort von Crispi empfangen worden. Sofia, 18. April. Die „Ageuee Baleanique" meldet: In Belgrad und Bukarest soll sich in Folge des geschäftigen Treibens der bulgarischen Flüchtlinge in Serbien und den panslavistischen Agenten in Nisch eine bulgarisch-maeedonische Bande zur Ermordung Stambulows gebildet haben. Die serbische Regierung sicherte Bulgarien die Entfernung der Agitatoren von der Grenze zu. Kreis 143 217 2 9 13 aus von 3« Opel-Fahrräder Cilslnll-Els! fflslall-Hls! rei und geruchlos. 3540 3540 Vertreter für Giessen [2212 2728 H. Schmall, HesftscherM Durch bevorstehenden Umzug aus meinem seitherigen Ladenlocale 3560 : W) Einen dienstfähigen Bulle« Race), V/8 Jahr, sehr frei insHaus geliefert 1 Trauer-Segenstände finden rascheste Erledigung unter Zusicherung schonendster Behandlung, Aarbenächtheit u. billigster Pretsnottrung. Von jetzt an verkaufen wir unser bekanntes madjer zu M ; SchneidermG; 60 2 Buchen Sichen Nadelholz Sipen Friedrich Pfaff, Gastwirth. Philipp Bechtold, Krämer. Konrad Weil III., Krämer. Christian K öhler IV. 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Dasselbe enthält: , r m x B Die prachtvolle Aussicht von dem 5560 Fuß hohen Berge Rigi m der Schwerz , den Eomer-See in Ober-Italien, von Bellagio aus gesehen; Angra Pequena,^dre neue deutsche Colonie in Westafrika; eine PolarlaMchaft Darstellung des nördlichen Eismeeres mtt der ausgehenden Sonne, dem Nordlicht, sowie Jagd aus^Ers b§en Robben und Wallfischfang ; die Weltausstellung in Paris, mtt dem 600 Meter hohen Eiffelthurme; das Eisenbahnunglück bei (Stuttgart am 1. Odober 1889 sowie ©eenen aus dem Sklavenleben Ost-Afrikas, nach Berichten dortiger Missionare, Ueberfall einer Negeransiedelung durch Araber, man sieht die Gefangennahme der Neger sowie den Transport derselben durch die Wüste. äxtra-Tableaux: Die Bei- setzungsfeier Kaiser Friedrichs in der Friedenskirche zu Potsdam. Eintrittspreise : Erwachsene Personen 20 Kinder u. Militär ohne Charge 10 Zu zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein Adolf Rauscher. Die Bude ist erkenntlich durch die lebensgroße mechanisch bewegliche Figur an der Kasse, Schneewittchen darstellend. ' ?510 Jf 1846 3535] Ein Mädchen sucht Arbeit __________________Wolkengasie Nr. 26, ” 3529] Ein Knecht zu zwei-PfL gesucht. Näheres in der Exped. Mjl. 3536] Ein Frau vom Lande wünscht Beschäftigung in Haus- und Gartenarbeit Näheres bei Metzger Schneider, Neustadt 18. 3500] Ein kräftiger Junge wird in einer Metzgerei in die Lehre gesucht. Näheres tn der Exped. d. Bl. 3556] Schöne große Wohnung I mit Badeeinrichtung pr. 1. Juli I zu vermiethen. Ohler, Liebigstratze 17. 3558] Der 2. Stock, 3 Zimmer, Küche mit allem Zubehör, zu vermiethen. H. Baum, Ederstraße 13 lGartfeld). 3566] Ein möblirtes Zimmer zu ver^ miethen. Kreuzplatz 3, 2. Stock- 3555] Zwei möblirte Zimmer zu ver- miethen^ Kirchenplatz 15. 3552] Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. Bahnhofstraße 62. 3573] Stube mit Küche, Keller und Bodenraum zu vermiethen. Wolkengasse 19. ' 3564] Einfach möbl. Stube für Arbeiter zu vermiethen. Neuenweg 48. "3574] Mansardenstube m. od. ohne Möb. verm. S. Elsoffer- Marktstr. 27. 3554] Schlafstellen für Arbeiter zu vermiethen. Schiffenbergerweg 39. 3570] Ein Stübchen mit Bett zu vermiethen. Neuen Bäue 15. 3571] Möbl. Zimmer zu vermiethen. __Kreuzplatz 6. ’ 3569] Ein möbl- Stübchen gesucht. Zu erfragen Marktstraße 32, 1. Stock- 3505] Ein schön möbl. Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Ederstraße (Nordanlage) Nr. 2 III. 3508] Möblirtes Zimmer zu vermiethen. Kleinktnderschule- Wodestraße 31. 3523] Möbl. Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Neuen Bäue 21 I. 3528] Ein schön möblirtes Zimmer, sehr geeignet für älteren Medictner, zu vermiethen. Bahnhofstraße 63 III. 3530] Ein Zimmer, möblirt, auch un- möblirt, abzugeben. Neuen Bäue 15. 3531] Ein kl. möbl- Zimmer mit Kost zu vermiethen. Lindenplatz 7. 3533] Ein möbl- Parterrezimmer mit separatem Eingang zu vermiethen. 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Zimmer mit oder ohne Cabinet billig abzugeben. ____________________Neuen Bäue 2. 3459] Eine Werkstatt mit Hofraum und Holzschuppen nebst Logis zu oer- miethen- Katharinengasse 12- 3550] Ein geräumiger Laden in bester Geschäftslage mit Logis und allem Zubehör ist zu vermiethen. Näheres in der Exped. d- Bl.________ 3519] Ludwigstraße Nr. 4 111$ Pension frei._____________________ 3515] Schüler finden gute Pension. Näheres Bismarckstraße Nr. 14 in dem Laden. Gesucht. Ein 24jähriger Kaufmann (Jsr.), ledig, tüchtiger Verkäufer, vermögend, sucht Stellung in einem besseren Geschäft auf dem Lande, wo event. Betheiligung oder Kauf 2C. 2C. nicht ausgeschloffen wäre. Offerten unter A. Z. 55 Hauptpost» lagernd Stuttgart.3563 Elu Lehrling mit guten Vorkenntnissen in ein hiesiges Fabrikgeschäft gesucht- Offerten unter Nr. 1501 durch die Exped. d. Bl. [3522 t« * idld'«1 Dn ♦Ml'»“ *"n «.1 W*1 Montag5' Innobni« v t-lgwdw T°c Dar«sta Regierung I. Beka und der Just gemeinen Bei zogthums im betreffend. II. Beka die Pmfunc j III. Zllr die Staatssch-i IV. Hebe und der Justij Lornmunalbed des Kreises S V. Bekc Steuerausschl 1890-91 bc VI. Bek Jahr 1890- der Stadt O1 VII. Co Erledigt Lehrerstelle a Gehalte von verbunden. - stelle an der ( von 900 M. das Präsentati : Lehrer zu des ' Ockenheim mit an der kath. @ Die mit einer Gerneindeschul' Dem Herrn ( tionsrecht zu nn. Dar Rach Bekannt richtsanzeigen rathungen übi ver Landtvirli mit dem Aut EwH. Regj, einer ' ^rchherzogthu itaü ohne De Za äntri : ou veranlassen 1 als auch der 1 iichen und den ; ihre besoi ' ^oSl-Butzba« * die tzeui Aagdebm -oednigungen ' wmh vor lau Och seien. D Regierung K'ung hin schädigenden, ^gmigen in , . ^econom die Gi I ,blt Erdei A'chi» «et fr K b"ni« f lebl8=nbt 8« ’ “nb wird öerj den >2 I BI}’».« iib r