ltioml- rtci her li uitb H es reunbe, iinnten- tweifen. 'n aber i haben 7 ruhige Leute zu ien ]wti einzelne >en. Neuenweg tS. S Zimmer zu m- Whorsttaße 51 ergehende gut mi- •r zu oemiethen. Mrweg 16-, MTAimmer P Neuen Baue W__ ^öFiüwrSSä. mö6l. Bim™«”*1 Asterweg^ H der Lade« m [jjpdULS- ftslocal stobt, M HJ* ft «lSbolb mit M ftb.b.»P» Mägen- !.s E y '!Äi* ÄU* Äü «.«?•„... rKs sfes»* eustavl u* riZIaof ' EML jfefc? t 200 ^ Nr. 43. Donnerstag bett 20. Februar 1890 Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamikien v tatter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Köonnementspreti 2 2 Mart 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezog«, 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: KchutstraßeAr.7. Fernsprecher 51. 2lmts# und Anzeigeblatt für? den Atreir Gieren. chraüsöeikage: Gießener Kamitienökätter. c) a) b) Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Sodann wird noch besonders bemerkt: qu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest dre Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß. au pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und dre derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse sur dte Pnma der Gymnasien, Realgymnasien und Ober > Realschulen, sämmtlich nach dem Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg - Bl. Nr. 5 von 1889 — ausgestellt sein müßen. Im Uebriaen wird auf die Bestimmungen der Sb °8, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwresen- Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Neueste Nachrichten. Wolff- telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 18. Februar. Den „Berl. Polit. Nachr." zufolge ist die vorläufige Geheimhaltung der vorbereitenden politilche Neverficht. Gießen, 19. Februar. Die lange und zuletzt immer lebhafter gewordene Wahl- Bewegung ist nun bald durch Vornahme der Wahlen selbst beendigt und bald wird sich die Zusammensetzung des neuen Reichßparlaments übersehen lasten. Da die Wahlen des 20. Februar vermuthlich nicht unbedeutende Veränderungen Bekanntmachung, die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnisten betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig frerwrllrgen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres Amtlicher Tbeil. Bekanntmachung. ES wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Grobherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz die der „Freia", Kinderversorgungsbank in Hamburg, unterm 17. Juni 1887 in widerruflicher Weise erthellte Erlaubmß zum Geschästsbetrieb im Großherzogthum Hesten bis aus Weiteres zurückgenommen hat. Gießen, am 17. Februar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm«, Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Arbeiten des Staatsraths aus den directen Befehl des Kaisers zurückzusühren. Die Vernehmung von Interessenten seitens der Abtheilungen des Staatsraths werde sich nicht aus Industriearbeiter beschränken, sondern aus Handwerksmeister, Gesellen, sowie Sachverständige ausgedehnt werden, welche sich besonders mit der Arbeiterfrage beschäftigen. Pest, 18. Februar. Die Leiche Andrassys trifft am 20, ds. hier ein und wird nach der Akademie der Wissenschaften überführt werden. Die Einsegnung erfolgt wahrscheinlich Freitag Vormittag, worauf die Leiche mittelst Separatzug nach Trepes gebracht wird. In dem zu einer außerordentlichen Sitzung versammelten Ministerrath wurden Beschlüße, betreffend das Begräbniß, gefaßt. Der Präsident der Akademie der Wissenschaften richtete eine Beileidsdepesche an die Wittwe. . , Pest, 18. Februar. Sämmtliche Blätter veranstalteten zweite Ausgaben, worin sie in tief empfundenen Artikeln die großen Verdienste Andrasshs um die ungarische Monarchie würdigen. Insbesondere heben die Blätter die Begründung des deutschen Bündnisses hervor, das die Frucht einer groß- gedachten, zielbewußten, Jahre hindurch mit ungewöhnlich großem Geschicke verfolgten auswärtigen Politik gewesen sei. Basel, 18. Februar. Nach dem vom großen Rath des Cantons Basel-Stadt angenommenen Krankenversicherungsgesetz, das noch der Volksabstimmung unterliegt, sollen alle in^Basel beschäftigten Arbeiter, auch wenn sie m den angrenzenden deutschen Gemeinden wohnen, unentgeltliche Verpflegung im Baseler Spital und Hausbesuch durch Baseler Aerzte genießen. Der Jahresbeitrag wurde aus 12 Fr. festgesetzt, wovon die Hälfte der Arbeitgeber bezahlt- bei einem Einkommen unter 1200 Fr. wird der Jahresbeitrag in dem bisherigen gegenseitigen Stärkeverhältnisse der einzelnen Reichstagsfractionen zur Folge haben werden, so sei hier , nochmals eine Uebersicht über die Zusammensetzung des alten Reichstages am Schlüsse seiner Legislaturperiode gegeben. Es zählten: Deutschconservative 78, Reichspartei 39, Ratio na l- liberale 93, Centrum 103, Freisinnige 35, Socialdemo- craten 11, Polen 13, Elsaß-Lothringer (ohne den Straßburger Abgeordneten Dr. Petri) 14 Mitglieder und bei keiner Frac- ,tion waren 11 Abgeordnete („Wilde"). Die Fractionen sind hierbei mit ihren Hospitanten aufgezählt und außerdem sind auch die erledigten Mandate den Fractionen ihrer früheren Inhaber htnzugezählt. Im Ganzen zählten die drei Cartell- parteien, die „wilden" Abgeordneten Böckel, v. Levetzow, Deahna und Retemeyer mit zu ihnen gerechnet, 214 Abgeordnete und besaßen sie hierdurch eine absolute Mehrheit von 15 Stimmen, ein Verhältniß, das im neuen Reichstage allem Vermuthen nach nicht wiederkehren dürfte. Die alsbald nach dem jüngsten parlamentarischen Dmer beim Fürsten Bismarck aufgetauchten Gerüchte, der Kanzler wolle, nachdem er bereits von der Leitung des preußischen Handelsministeriums zurückgetreten, nun auch sein Amt als preußischer Ministerpräfident niederlegen und nur noch den Reichskanzlerposten behalten, finden jetzt auch in die officwse Presse Eingang. In einer officiösen Berliner Mittheilung des „Pester Lloyd" findet sich eine Andeutung,^ der zufolge es in der That nicht unwahrscheinlich wäre, daß Fürst Bismarck demnächst sich von der Leitung der preußischen Angelegenheiten zurückziehen würde und eine ähnliche Notiz steht in den „Hamb. Nachrichten", welches Blatt mit den maßgebenden Berliner Kreisen bekanntlich Fühlung unterhalten soll. Dasselbe erinnert daran, daß Fürst Bismarck schon einmal, im Jahre 1873, den Vorsitz im preußischen. L-taats- Ministerium niederglegt habe, jedoch nur, um ihn mvbald wieder zu übernehmen. Das Blatt bemerkt weiter , die damalige Scheidung zwischen der Leitung der preußischen und der Reichs-Politik habe sich als unhaltbar erwiesen, sie sei aber nicht nndurchsührbar. Ihre Undurchführbarkeit. habe vor 17 Jahren wohl mehr in dem Verhältniß des Grasen Roon als Ministerpräsident zu seinen preußischen Collegen, als in der objectivcn Unmöglichkeit einer Sonderung des Ressorts gelegen. Ob jetzt in der That der schon 1873 auf kurze Zeit bestandene und ausgesührte Plan des Fürsten Bismarck, die Leitung der preußischen Geschäfte gänzlich abzugeben, nachdrücklicher und ernsthafter wiederkehrt, läßt sich für den Fernerstehenden noch nicht hinlänglich beurtheilen. Aber wenn sich der Reichskanzler wirklich mit dieser Absicht tragen sollte, so läge hierin kaum etwas sonderlich Ueber- raschendes, denn man muß nur bedenken, daß er im übernächsten Monat 75 Jahre alt wird und wenn Fürst Bismarck sich trotzdem noch einer bewundernswerthen geistigen Spannkraft und zur Zeit auch wieder günstigen körperlichen Wohlbefindens erfreut, so macht sich ihm doch die Doppellast der Geschäfte des Reichskanzlers und des preußischen Ministerpräsidenten immer fühlbarer. Schließlich darf auch angenommen werden, daß der mächtige Kanzler, selbst wenn er aus dem preußischen Ministerium ausgeschieden wäre, noch immer genügenden Einfluß besitzen würde, nm auf dasselbe in seinem Sinne einzuwirken. lieber die Sondirungen der deutschen Diplomatie tm Auslande in Sachen der internationalen Arbeiterschutzcouferenz liegen jetzt die ersten näheren Meldungen vor. Die englische Regierung will die Angelegenheit ernstlich prüfen und dann ihre endgültige Antwort geben, die schwedische Regierung dagegen hat ohne Umschweife ihre Bereitwilligkeit zur xfy\V- nahme an einer solchen Conserenz zu erkennen gegeben. Auch die Schweiz steht derselben freundlich gegenüber, wie die Antwort des Bundesrathes auf die deutsche Einladung bekundet, nur will dabei die Schweiz anscheinend auf die von ihr einberusene Arbeiterschutzcouferenz nicht verzichten und wünscht sie außerdem nähere Mittheilungen über das Con- serenzproject der deutschen Regierung. Was endlich die Stellung Frankreichs zu dem Conserenzvorschlage Deutschlands anbelangt, so liegen hierüber officiöse Aeußerungen aus Pans vor, welche wenigstens erkennen lassen, daß das Ministerium Tirard die Angelegenheit ohne jede Voreingenommenheit und mit sachlichem Ernste prüft. Jedenfalls dürften sich aber die Vorbesprechungen zwischen den Mächten noch geraume Zeit hinziehen, ehe das deutsche Conferenzproject eine greifbarere Gestalt erhält. zu erbringen- ~ t r , 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein uno ist hierzu ein Bogen in Actensormat (nicht Briefpapier) zu verwenden- Auch erscheint es zweck' dienlich, wenn die nähere Adresse angegeben w,rd. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: ' Geburtszeugniß; ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit den Freiwilligen während einer einjährigen actioen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen; ein Unbescholtenheitszeugntß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien.Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und den sonstigen militärberechtigten Lehranstalten) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit ooer ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schulzeugniß. erlassen. Paris, 18. Februar. Der „Temps" meldet aus Besancvn: General Negrier hob bei der Uebernahme des Commandos des 7. Armeecorps in seiner Ansprache hervor, daß ihm die Wacht an diesem Theile der Grenze anvertraut und damit ernste Pflichten auferlegt worden. Er werde diese Pflichten erfüllen, denn er wisse, daß das Vaterland auf den Opfersinn der Mannschaften rechnen könne. — Der Polizeipräfect macht die Mittheiluug/ daß die stetig anwachsende Zahl der Personen, welche die Erlaubniß einholen, den Prinzen von Orleans -zu besuchen, die zulässigen Grenzen überschreite. Paris, 18. Februar. Wie die Blätter melden, sandte der Gras von Paris dem Orleanisten Bocher eine Depesche, in der es heißt: „Ich bin stolz auf meinen Sohn und glücklich über seine Haltung. Die Verurtheilung hat mich sehr bewegt." Der Graf kehrt unmittelbar über Newyork nach Europa zurück. Der Herzog von Orleans wurde gestern vom Prinzen Philipp von Coburg besucht. — Infolge des Wahlerfolgs vom Sonntag wird eine lebhafte b o u l a n gi st i s ch e Propaganda für die bevorstehenden Muni- cipalwahlen vorbereitet. — Im Kohlenbecken von Saint Etienne brach eine Str ikebewegung aus. Vierhundert Bergarbeiter weigerten sich gestern, wegen Entlassung eines Kameraden, in den Schacht „Jubin" einzufahren. Die Bergleute in V i l l e b o e u f drohen aus der gleichen Veranlassung zu striken. London, 18. Februar. Dem „Standard" wird aus Zanzibar vom 17. d. M. telegraphirt, daß der britische Consul Namens seiner Regierung den neuen Sultan förmlich anerkannt hat. London, 18. Februar. Die amtliche „Gazette" veröffentlicht die Ernennung des Commandanten vom deutschen Kreuzergeschwader Viceadmiral De in Hard zum Ehrenmitglied der Militärabtheilung des Bathordens zweiter Klasse. London, 18. Februar. Gladstone empfing eine Deputation der Bergarbeiter, welche seine Ansichten über die achtstündige Arbeitszeit ausbaten. Gladstone wies besonders auf die Schwierigkeiten hin, Diejenigen zur Niederlegung ihrer Arbeit zu zwingen, welche dieselbe fortsetzen wollten. Belgrad, 18. Februar. Der Handelsminister wird der Skupschtina einen Nachtragscredit von 120,000 Fr. für die montenegrinischen Ansiedler einbringen. — Wie die „Agence Belgrade" meldet, ist die Nachricht von der endgiltigen Annahme der Eisenbahnanleihe durch die Skupschtina verfrüht- die definitive Erledigung der Angelegenheit ist jedoch in nächster Zeit mit Sicherheit zu erwarten. Sofia, 18. Februar. Die Nachrichten von Unruhen in der Umgebung von Küstendil werden von der „Agence Bal- canique" für unbegründet erklärt. Die Ruhe in Bulgarien wurde nirgends gestört. Rewtzork, 17. Februar. Aus Rio de Janeiro traf heute ein Dampfer mit 51 Personen, größterttheils Deutschen, ein, welche nach Brasilien ausgewandert waren und nun ent- tLuscht zurückkehren. Locale» tittfc provinzielle». Eießen, 19. Februar. — Zur besseren Orientirung der hiesigen Wähler für die morgen Donnerstag von 10 Uhr Vormittags bis 6 Uhr- Nachmittags ununterbrochen stattfindende Reichstagswahl verzeichnen wir nachfolgend die einzelnen Wahlbezirke der Stadt mit den Wahllocalen: I. Wahlbezirk: Wallthvrftraße, Lindengasse, HundS- gasfe, Zozelsgasse, Flügelsgasse, Asterweg, Schillerstraße, Nordanlage, Steinstraße, Schottftraße, Ederstraße, Weser- praße, Dammstraße, Marburgerstraße, Rodberg, Wiesecker- weg. Wahllocal: Schulhaus, Asterweg. II. Wahlbezirk: Kirchen- und Lindenplatz, auf der Bach, Wctzsteingasse, Braugasse, Brandgasse, Brandplatz, Ost- aulage, Wiesenstraße, Schloßgasse, Canzleiberg, Kaplaneigasse, Schulstraße, Waagengasse, Dreihäusergasse, Neuen Bäue, vrlengasse, Weidcngasse, Sonnenstraße. Wahllocal: Schulhaus, Schul st raße. III. Wahlbezirk: Gartenstraße, Ludwigsplatz, Grünbergerstraße, Wolfstraße, Eichgärten, Licherstraße, Nahrungs berg, Schiffenbergerweg, Ludwigsstraße, Löberstraße, Lony- straße, Stephanstraße und Gemarkung Schiffenberg. Wahllocal: alte Realschule (Bürgermeisterei). IV. Wahlbezirk: Marktplatz, Neuenweg, Südanlage, Bismarckstraße, Götheftraße, Bleichstraße, Seltersweg, Mai- gaffe, Plockstraße. Wahllocal: altes Rath Haus. V. Wahlbezirk: Mäusburg, Kreuzplatz, Kaplans- gasse, Katharinengasse, Burggraben, Marktftraße, Wetter- gasse, Sandgasse, Rittergasse, Neustadt, Tiefenweg, Korn- blumengasie, große und kleine Mühlgasse, Lahnstraße, Rod- heimerstraße, Hammstraße, Schützenstraße, Krosdorferstraße und der Weg an der Hardt. Wahllocal: Schulhaus in der Neustadt. VI. Wahlbezirk: Wolkengasse, Löwengasse, Teufelslustgärtchen, Bahnhofstraße, Westanlage, Frankfurterstraße, Alicestraße, Liebigstraße, Riegelpfad, Leihgesternerweg, Wil- Helmstraße, an den Bahnhöfen. Wahllocal: Schulhaus, W e st a n l a g e. Die Wähler seien noch darauf aufmerksam gemacht, daß im Wahllocal keine Stimmzettel vertheilt und and) dort keine geschrieben werden dürfen. Der Wähler, welcher seine Stimme abgeben will, tritt an den Tisch, an welchem der Wahlvorsland sitzt, nennt seinen Namen und giebt, wenn der Wahlbezirk aus mehr als einer Ortschaft besteht, seinen Wohnort, in den Städten, in welchen die Wählerliste nach Hausnummern ausgestellt ist, seine Wohnung an. Der Wähler übergiebt, sobald der Protocollfuhrer seinen Namen in der Wählerliste aufgefunden hat, seinen Stimmzettel zusammengefaltet dem Wahlvorsteher oder dessen Vertreter, welcher denselben uneröffnet in das auf dem Tische stehende Gesäß legt. Gültig sind nur die Stimmzettel, welche von weißem Papier sind, kein äußeres Kennzeichen haben, den deutlich lesbaren, gedruckten oder nur geschriebenen Namen des Candidaten enthalten, und zwar nur einen Namen und weiter nichts. Stimmzettel mit einer Bemerkung, einem Vorbehalt oder der Unterschrift des Wählers rc. sind ungültig. — In unserem Wahlkreis sanden noch am Montag den 17. l. M. in Großenlindeu und am Dienstag den 18. l. M. in Hungen, Steinbach, Annerod und Reiskirchen von der freisinnigenPartei berufene Wählerversammlungen statt. — Der diesjährige Fastnachtsdieustag unterschied sich, was das Leben und Treiben auf den Straßen betraf, in nichts von dem früherer Jahre. Das Publikum bewegt sich mehr und mehr in der Rolle des Zuschauers- von besonders charakteristischen Gruppen oder einzelnen Masken war so gut wie nichts zu sehen. Wenn auch gegen Abend noch eine Anzahl Verkleidete erschienen, die am Tage verhindert waren, sich an dem Treiben zu betheiligen, so trugen sie doch nur zur Vermehrung des Trubels bei, der indeß nach 10 Uhr sein Ende erreichte. Besonderer Humor und Witz kam bei allem Spektakel nicht zur Geltung; auf die Reichstagswahl gemünzte Veranstaltungen, Hochrufe auf diesen oder jenen Candidaten konnten schwerlich als witzig bezeichnet werden. vermischter. *A Aiainz, 18. Februar. In dem hiesigen Dom ist in verfloffener Nacht ein frecher Einbruch verübt worden. Die Einbrecher sind im Lause des gestrigen Tages in den Glockenthurm eingeschlichen und von hier aus durch ein Oberlicht in die Sacristei eingedrungen. In der Sacristei öffneten die Diebe einen Paramentenschrank und entnahmen daraus zwei Chorhemden und mehrere ziemlich werthlose Kirchen- geräthe. Ferner schraubten sie mehrere Leuchter, wohl im Glauben, daß dieselben aus Silber seien, auseinander, ließen die Theile aber, als sie den Jrrthnm einsahen, in der Kirche zurück. Nach gethaner Arbeit versteckten sich die Diebe und verließen den Dom erst, als am Morgen die Thüren geöffnet wurden. Die gestohlenen Chorhemden wurden am Morgen am Rheinuser gefunden. — Unter den hiesigen Z i m m e r l e n t e n ist ein partieller Strike ausgebrochcn, der auf Lohndifferenzen zurückzuführen ist. In einer Anzeige in den hiesigen Blättern zeigt der Vorstand des Localverbandes der Zimmerleute an, daß in Folge hiervon Platzsperre über die betreffenden Geschäfte verhängt worden sei. * Wetzlar, 19. Februar. Herrn Oberförster Bender zu Brandoberndorf ist die Oberförsterstelle zu Montabaur vom 1. April d. I. ab übertragen worden. * Lüttich, 14. Februar. Ein Briefkastenbrandstifter. Hier wurde während der letzten Zeit der Inhalt einer größeren Anzahl von Briefkasten, gewöhnlich von zwei oder drei an einem Abend, durch glimmenden Zündschwamm in Brand gesteckt. Die Polizei hatte in Folge dessen sämmt- liche Inhaber von Tabakhandlungen ersucht, ihr jeden Käufer von Feuerschwamm anzuzeigen, und es gelang auf diesem Wege wirklich, des Brandstifters habhaft zu werdend Eines Abends trat in einen Laden ein Arbeiter und verlangte für 5 Centimes Zündschwamm. Die Ladenbesitzerin schickte dem Unbekannten ein Kind nach, und dieses sah, wie er auf der Straße ein Stück Schwamm an der Pfeife anzündete und dann in den nächsten Briefkasten warf, um daraus eiligst zu verschwinden. Au demselben Abend geriethen noch zwei weitere Briefkasten in Brand. Am folgenden Morgen lieferte die Ladenbesitzerin der Polizei eine genaue Beschreibung des Brandstifters, woraus ein schon mehrfach vorbestrafter Mensch als derThat verdächtig verhaftet wurde. Nach anfänglichem Leugnen hat derselbe eingestanden, sämmtliche bisher beobachteten Brieskastenbrände veranlaßt zu haben. * — Das boshafte Pferd. Welcher Abgrund von Tücke manchmal auch in der Thierseele zu finden, das suchte dieser Tage ein Wiener Fiaker vor dem Hietzinger Bezirksgericht darzitthun, wo er sich wegen unvorsichtigen Fahrens zu verantworten hatte. Er behauptet, an allem sei nur fein Gaul schuld. Aus den Vorhalt des Gerichts, daß er, Herr Johann Gindl, wohlbestallter Fuhrwerksbesitzer, bereits 52 Mal vorbestraft fei, erwiderte der Angeklagte: „Ich bitt Herr Staatsanwalt, die ganzen 52 Stras'n hab' i in aner Viertelstund' kriagt. I hab' a stützig's Roß g'habt - bei der Kreuzung is im Galopp g'augen, und wo's rennen hätt' soll'n, ist steh'u blieben. No, da hab' i's g'haut: da war's Schnellfahren und die Thierquälerei. Auf das bin i in Zürn komma, bin in's Wirthshaus eini: da war's aussichtslose Fuhrwerk. No, und der Heurige hat nachher das „unanständige Benehmen" und die „Taxüberschreitung" herbeig'führt. Das Alles, hohes Gericht, is mir an an Tag, ja sogar in aner Viertelstund' passirt und nur wegen dem dickschädlerten Viech! Es is nct mei' G'wohnheit, an Todten übel nachz'reden, aber das Mistviech muaß auf mi' an eigenen Rachen g'habt hab'n". — Da Herr Gindl nachzuweisen vermochte, daß er im vorliegenden Falle an dem unvorsichtigen Fahren keine Schuld trage, so wurde er freigesprochen und verließ lächelnd den Saal, angenehm berührt, nicht für die Untugenden seines inzwischen 1 „Heimgegangenen" Rosses aufkommen zu müssen. * Hwei Recepte finden wir in den „Schweiz. Bl. für Gesundheitspflege". Das eine ist gegen Zahnschmerzen: „Man befolge geduldig jeden Rath alter Weiber- ehe man diese Mittel alle dnrchprobirt hat, hören die Zahnschmerzen auf." Das andere hat der englische Arzt Abernethh einem ebenso unthätigen als wohlbeleibten Reichen verordnet: „Verdienen Sie täglich durch Ihrer Hände Arbeit sechs Groschen und geben Sie nie mehr als diese sechs Groschen täglich aus." * Wie man in Argentinien die Trunkenheit bekämpft. Ein junger Engländer, so berichtet die „Pall Mall Gazette", kam nach Argentinien, um eine Stelle an einer Bahn anzunehmen. In den ersten Tagen seines Aufenthaltes genoß er die Tafelfreuden so reichlich, daß er in berauschtem Zustande in die Hände der Polizei fiel. Das argentinische Gericht handelt nach dem Grundsätze, daß derjenige, welcher etwas Unnützes gethan, zur Sühne dafür etwas Nützliches thun muß und verurtheilte unfern Freund wegen öffentlicher Trunkenheit zu acht Tagen Straßenkehren. Eine Geldstrafe hätte er sich wohl gefallen lassen, auch einen Arrest, aber diese Strafe schien ihm so schwer, daß er nach ihrer Verbüßung sich sofort nach England einschiffte mit den Worten: „Nie kehr' ich wieder!" * Japan hatte einen Commissar nach England geschickt, der über die Resultate des Christenthurns berichten sollte. Der Japaner sah so viele Betrunkene in England, daß er an seine Regierung schrieb: „Ich kann die englische Religion nicht empsehlcn." Literatur und "Kunft. — Wie uns aus München rnitgetheilt wird, beabsichtigt die Münchener Künstler-Genossenschaft auch tn diesem Jahre wieder ihre Jahre--««»stellung von Kunstwerken aller Rationen abzuhalten. Die Ausstellung findet in München im Kgl. Glaspalaste tn der Zeit vom 1. Juli bis Mitte October statt. Das Vorkommen von Viehseuchen in Hesse« wahrend des Monats Januar 1890. Milzbrand wurde festgestellt am 16. Januar bei einem in Mainz geschlachteten, aus Alzey stammenden Pferde und am 24. Januar bei einem crepirten Rinde in Bisses, Kreis Büdingen. Rotz. In Offenbach stehen drei Pferde eines Besitzers wegen Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung und ein Pferd desselben Besitzers wegen Verdachts der Seuche isolirt unter Stallsperre. Zwei Pferde eines anderen Pferdebesitzers wurden wegen Verdachts der Ansteckung unter polizeiliche Beobachtung gestellt. Denselben Maßnahmen sind auch unterworfen je ein Pferd in Lengfeld und Habitzheim. Krers Dieburg. Die Maul- und Klauenseuche in Seliacnftadt und Klein-Krotzenburg im Kreise Offenbach und in Ockenheim und Frei- Weinheim im Kreise Bingen ist erloschen. Festgestellt wurde die Seuche in Nieder - Ramstadt, Kreis Darmstadt, am 6. Januar in einem Gehöfte mit 11 Stück Rindvieh und 7 Schweinen, und in Darmstadt am 30. Januar tn einem Gehöfte mit 80 Stück Rindvieh und 10 Schweinen; im Kreise Bingen in Rieder-Ingelheim am 6. Januar in einem Gehöfte mit 3 Stuck Rindvieh, tn Gau Algesheim am 10. Januar in einem Gehöfte mit 3 Stück Rindvieh, und in Ober-Ingelheim am 23. Jan. in einem Gehöfte mit 4 Stück Rindvieh; in Wolfsheim, Kreis Oppenheim, am 16. Januar in einem Gehöfte mit 3 Stück Rindvieh; in Ueberau, Kreis Dieburg, am 21., 24. und 26. Januar in sechs Gehöften mit zusammen 72 Stück Rindvieh; am 24. und 27. Januar in einem Schlachtviehbos in Bischofsheim, Kreis Groß- Gerau, in einem Bestände von 85 Stück Mastvieh, der ganze Bestand kam nach Mainz zur Abschlachtung; in Mainz auf dem Viehhofe bei 2 Kühen eines Händlers aus Hechtsheim, welche alsbald geschlachtet wurden. In Wolssheim, Kreis Oppenheim, Bischofsheim und Mainz ist die Seuche wieder als erloschen ei klärt. Der Bläschenausschlag unter dem Rindvieh in Udenhausen, Kreis Alsfeld, in Rohrdach im Kreise Dieburg und in Laubach, Kreis Schotten, herrscht fort. Festgestellt wurde die Seuche in Falken-Gefäß, Kreis Erbach, am 6. und in Wallbach, in demselben Kreise, am 8. Januar, ferner in Zell, Kreis Alsfeld, am 24. und in Geiß-Nidda, Kr. Büdingen, am 25. Januar. Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Arnshain und Zell im Kreise Alsfeld, in Gelnhaar, Bergheim und Usenborn im Kreise Büdingen, in Schlechtenwegen im Kreise Lauterbach, und in Dorn-Asftnheim im Kreise Friedberg. Briefkasten. B. in Mainz. Nicht depeschiren. Verlag von Becker Sf Lari-, Berlin und Gießen. Lukik Tabellen p»r Bestimmung des Cubik-Inhsites runder Hölzer. Von Eugen Laris, Redacteur des „Handelsblatt für Walderzeugnisse". R. «rotze ««Sgabe für bin Bureau- und Comptoir Gebrauch, (Format 22/17), enthält: Cubiktabelle zur Bestimmung des CudikinhalteS runder Holzer in Cubikmetern mit zwei Decimalen- — Kreisflächen-Ta belle alS feinere Cubiktabelle nach Metermaß und zur Cubirung nach Fuß und Zoll, beide Tabellen mit praktischen Beispielen und Bemerkungen. Preis 1 Mark. 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Tagesordnung: 1) Jahresbericht des Vorstandes. 2) Prüfung der Rechnung und Entlastung des Rechners. Die Mitglieder der Vereins werden hiermit aus Grund der §§ 4, 5 und 7 der Statuten ergebenst eingeladen. Der Vorstand: 1400 Schlosser. 4318 karten, sogenannte französische Piquetkarten (Ocldruck, 32 Blatt) in prima Qualität mit runden Ecken, marmorglatt, kosten bei mir nur 10 gestempelte Spiele 4 Mk. Dieser Preis Ist nur für meine auswärtigen Kunden, welche die Karten per Post beziehen. 1 Probespiel kostet 50 Pf. frei in's Haus. Briefmarken nehme ich in Zahlung. Versandt nur gegen vorherige Einsendung des Betrages. H. Mehles BERLIN W. 150 Friedrirh-S Ith W. gJP bet einem ht P'erde und am ^eis Büdingen. Besitzers wegen ?°^'ung und ein -cuche isoltrt unter urden wegen Ber- ng gestellt. m jr ein Pferd tj Seliaknstodt uni ckrnhetln und Frei - Ramstadt, M it 11 Stück M Januar in eines Deinen; im einem Gehöfte mit nuar in einem Gi- k'm am 23. Jan. SBoLMdtn, M itt 3 Stück 3ltnb- ib 26. ^max in itV, am 24. und beim, Kreis Goh- , der ganze Wand auf dem Vichfe welche alsbald^ eim und Mainz 16 trnboid) in Übet e Dieburg und b etöß, Kreis Erbach 18. Januar, ferner dda, Kr. Büdingen, i Schafen in AniS- jerghetm und M 1 ftieife Lauterbach, ** »ft«: ”*•«6 h°--°s " > “Igelit qJ/' wjj ' n-lcher , ? Ä* 1 öffentliche -p*s “ft «-schick,, -”9(anb, bQt , "9* 4' **' Dg Ws 3 Uhr, Itunb d-r SS i'0 )8Söf ir nur . 4 llk. rügen Unden' Bilehe"- 51) Pf' fer«*odl “& w««* \* An Dir Wähler äcs 1. hell. Rtichstaystvahlkreiles! Wir erklären schließlich: 1. Die Wikdung des deutschen Wol'Kes kann nicht dadurch gefährdet werden, daß in dem Weichstag die oder jene Partei etwas stärker oder schwächer vertreten ist, da, wie die nationalliöeraten Parteiführer Gießens wissen sollten, die Bestimmungen über die Schute nicht der Zuständigkeit des Meichs unterliegen. Die Wtdung des Volks ist aber in Gefahr, so lange diese nationaMöeraken Parteiführer Keinen Gegenstand sachlich behandeln, sondern alle Gegner nur durch die Weschimpfung als Weichsfeinde bekämpfen. 2. Das deutsche Weich und die Grundlagen des Staatswesens sind in Gefahr, so lange die nationalliberate Partei im Parlament existirt, diese Partei, welche selbst unter falscher Atagge segelnd in dünkelhafter Verblendung stets behauptet, daß sie allein Liebe zum Waterkand und Interesse für das WolKswoht besitzt. 3. Die deutschfreisinnige Wartei verschmäht es, anders denkende Parteien als Weichsfeinde zu bezeichnen, und bekämpft mit aller Entschiedenheit die nationalliberate Partei, solange dieselbe wie seither durch ihr ganzes Verhalten zeigt, daß ihr jede Selbstständigkeit gegenüber der Wegierung fehlt. In diesem Kampfe nimmt die deuttchfreisinnige Wartei die Kitfe jedes ehrlichen deutschen Warmes gern an. 4. Die Hlationalliberaten haben gegen ihr feierliches Wersprechen, an der Werfassung nicht zu rütteln, die Legislaturperioden von 3 auf 5 Jahre verlängert und dadurch allerdings ein wesentliches Wotksrecht erheblich geschmälert. 5. Die nationalliberate Partei wird schon lange von allen andern Parteien mit Recht als die Wartei der Grundsatztosigkeit und Gesinnungslosigkeit bezeichnet und läßt keine Gelegenheit vorübergehen, sich mit dem Mangel jeder Grundsätze und eines festen Wrogramms geradezu zu brüsten, nur Zweckmäßigkeitsgründe sind nach ihr im politischeir Leben maßgebend. 6. Die nationalliberate» Warteiführer Gießens haben in dem heute zu Ende gehenden Wahlkampf durch Schimpfen, Lügen und Wertäumden ihre morgen sicher sinkende Kahne so besudelt, daß dieselbe nicht mehr beschmutzt werden kann. Wer also mit uns wünscht, daß die nationalliberaten Scheinliberalen und Jasager möglichst bald aus dem Parlament verschwinden mögen, auf Nimmerwiedersehen, der wähle am morgigen Wahltag den Rechtsanwalt Ur. Gnifleisch in G iessen. Gießen, den 19. Februar 1890. 1468 Das freisinnige Wasikcomit6. 1876er - . [469 In Gieße« zu haben bei Tokayer Tokayer Menescher 1.80 1.- 1.80 1- Carlowitzer Ausbr Rüster Ausbruch Chemisch untersucht von Hrn. Geh. Hofrath Prof. Dr. R. Fresenius u.von ärztlichen Autoritäten allen schwächlichen Personen empföhle«. Cabinet 1868er 3.- 165 rother Med.-Wein 2 — 1.15 %nlwilM»ark^ Herrn Kerd. DrebeS, Marktplatz 21 u. Herrn C. L. Kalkhof Wwe., Frankfurterstri. Per'/iFl. V-Fl. . . 2— 1.15 . . 2.40 1.35 Weidig STokayer Ausbruch 1881er <3n pcnait -$ Ultff run^eA jnni tooblft-iicn 0rft;e von ESO Xurij <.-< Biidjganblunp^' 6, ' doo^ffustFationm e von Eigenes Fabrikat! 3W Wäsche “BME für Herren, Damen «nd Kinder bester und billiger wie überall- 1284 Fritz Äowack9 Settersweg. II Gutkochende H t! n H u ff tf 20 18 16 16 14 16 14 18 16 bei 10 Pfd- empfiehlt [1118 Fr. Seibel. Pfg- Pfd. 22 Heller-Linsen, bei 10 Pfd. Mittel-Linsen, bei 10 Pfd. Thür, weiße Bohnen, bei 10 Pfd. gelbe Bietoria Erbsen bei 10 Pfd. geschälte Met -Grbseu. In- und ausländische Weine: Türkheimer. Wachenheimer, Mon- ringer, Hambacher, Deidesheimer, Forster Traminer Riersteiner. Oberingetheimer, Affenthaler. Bordeaux r St. Estephe Pontet Canet «nd Margaux, Priorato, Portwein, Menescher AnSbruch. 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Jt 1.10 Dürkheimer „ ,, „ 120 Oppenheimer „ „ „ 140 Hochheimer „ „ „ 1.40 Ingelheimer Roth wein „ „ „ 1 20 Elsässer Rothwein „ „ „ 1.— Wachenheimer Sect „ „ „ 1.75 Oppmann Sect „ „ „ 3.— Beerenweine eig. Bereitung. J ohannisbeeren-W ein pr.FL 70 Heidelbeeren-Wein „ * 90 „ Warme Bäder bei Andreas Guler. Täglich geöffnet von 6 Uhr Morgen- bi- 1 Uhr Abend- Sonntag- bi- Mittag 12 Uhr. Die Zellen sind durch Dampf geheizt. [121 Außer verschiedenen Salzen und Mutterlaugen find sämmtliche Bade- Extrakte, als: Fichtennadeh, Malz-, Loh- und Weizenkleie-Extracte zu haben. ZUM" Abonnements werden jederzeit entgegengenommen. ^MEb Balmhofsti-. |^Qy LOliy empfiehlt ein reichhaltiges Lager in Küchen- und Haushaltartikeln, Surften--, Korb- und Küfmvaaren. s Gutfletsch-Somiemanv. In einer Frankfurter demokratischen Versammlung am 17. c. wurde folgender Brief des Herrn Dr. Gutfleisch an Herrn Sonnemann verlesen: Hochverehrter Herr und Freund! Dem eigenen Bedürfnis und dem Wunsche der Freunde aus allen Theilen unseres Landes entsprechend, übermittele ich Ihnen das lebhafte Bedauern, mit dem wft Alle das gesonderte Vorgehen der dortigen Fortschrittspartei bei der bevorstehenden Reichstagswahl aufnehmen. Wenn irgendwo, so war dorten eine Vereinigung der sich so vielfach in gemeinsamem Streben berührenden Volks- und Fortschrittspartei naheliegend und geboten. Es ist uns, da persönliche Erwägungen doch unter allen Umständen vor dem Interesse der gemeinsamen freisinnigen Sache zurücktreten müssen, ganz unverständlich, wie unsere politischen Freunde in Frankfurt die freiheitliche Sache durch Trennung der Streitkräfte gefährden mochten. Im Interesse der freundschaftlichen Beziehungen, die von jeher die hessischen Freisinnigen mit der Frankfurter Volkspartei verbunden haben, will ich nicht unterlassen, diese unsere Auffassung der Angelegenheit zur Kenntniß zu bringen. Hochachtungsvoll Dr. Gutfleisch. Herr Dr. Gutfleisch empfiehlt die Wahl eines Frankfurter Demokraten und den Rücktritt seiner eigenen Gesinnungsgenoffen zu Gunsten des Demokraten (Drills, um den Sieg der Nationalliberalen zu verhindern. Das nationalliberale Wahlcomite. Frische SchellMeicÄÄb’ Das freisinnige Wahleonritv 1451 1454 Die trammöen Lang-Göns, den 18. Februar 1890. [1456 Abends 5 Uhr, 1348) 107.45 4 pCt. Ungar. Goldrente pCt. Reichsanlethe 4 102 60 Berliner Handelsgesellsch -Anthetle 185.50 Schweizer Nordost-Bahn-Actien Oesterr. Credtt-Actien 27512 „ West- „ „ KaplarrSgaffe 393] Gelsenkirchener Bergwerks-Äctien Oesterr Älpine-Montan- Tendenz: ruhig. 176 501 DiSconlosTom.-Slntdrfl.* U4.4- 9400 109.00 iiirper er )ftpreußer 236.00 169 70 173.80 188.62 114.87 Oesterr. Eredttactteri Oesterr. StaatSbahn-Aerten Dortmunder Union-Acllen Darmstädter Bankactien 172.601 Bochumer Guhstahlactien Lende«;: fest. Dtsconto-Commandit-Anthelle Darmstädter Bank-Actien Dresdener „ , Buschtherader Eisenbahn-Actien Eldethal-Bahn-Actten Gotthard- „ • „ 106.40 Oesterr. Silberrente 102.75 Russ. Orient IN. 36826 195.00 16860 13480 3660 18250 89'1 Musikal. Hausfreund Blatters. ausgewählteLalonmufik. III. Jahrgang. Monatlich 2 Nummern (mit Text- Beilage). Preis pro Quartal 1 JL Probenummern gratis und franco. Leipzig C. A. Kochs Verlag. „ StaatSbahn-Actien Lombard. Eisenbahn-" „ 8901 94 29 7636 68.86 im Saale des Gesellschaftsvereins. Thier Felder „Zlatorog“ für Solo, Chor u. Pfte. initDeclamation. Mendelssohn Finale aus „Loreley“ für Solo, Chor u. Pfte. Solistin Frl. Betty Küchler aus Frankfurt. Clavier Frl. Sophie Groos. Declamation Herr cand. math. Carl Hensing. Sperrsitze 2 Mk. Unnumerirter Platz 1 Mk. Textbuch 25 Pf. in der Musikalienhandlg. Ernst Challier (Rudolphs Nachf.) 17 50 207> Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten hiermit die schmerzliche Mittheilung, daß unsere liebe Mutter und Schwägerin, Henriette Häuser Wwe. nach kurzem Leiden sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 19. Februar 1890. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 4 Uhr von der Klinik aus statt. [1460 Stimmzettel auf den Namen des Herrn Dr. Gutfleisch lautend, sind an jedem Wahllocal zu haben Stenographie- Am 24. Februar eröffnet unterzeichneter Verein einen Anfangs- Cars«- in Gabel-berger Stenographie. Honorar 5 praen. für Nichtmitglieder. Der Cursus findet zweimal wöchentlich statt. Der Gabel-berger Stenographen-Verein. 5 Trunksucht ist ohne jede Benifsstörun»* heilbar. Zum Beweise hierfür liefere ich auf Verlangen ganz umsonst gerichtlich geprüfte und eidlich erhärtete Zeugnisse. • Reinhold* Retzlaff in Dresden. 10. Danksagrmg. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme und treuer Freundschaft, welche uns bei dem Hinscheiden unseres geliebten Vaters Kirchenrath Dr. theol. K- Strack zu Theil wurden, sagen wir allen thellnehmenden Freunden, insbesondere der Gemeinde Lang-Göns, unseren innigsten Dank. Concerl des Akadem. Gesangvereins am Sonntag den 23. Februar, Go«e«bericht von E. Wassersciüeben, Bankgeschäft. GraMkrrter tWrft vom 19. Februar 1890. Schlußcourie 1 Uhr 15 Min 4 n6t. Wietzener ObltgatiOneu —15 »Ct. BuderuS-Obltsittisnen KeichSbank-DtScont 5 pCt. — Frankfurter Bank-Di8k,nt 5 »Lt. 5 „ Italiener Rente sofort unter der denkbar größten !^^cretion MhereS durch General-Anzei- 2^" Berlin SW. 61. Porto SO Pf.^WS 379 Telegraphischer CourSbericht der Berliner Börse vom 19. Fedruar 18Sb. 268-90 286 90 3Vo , 4 „ Preuß. ConsolS sv- , 1254] Einen tüchtigen jungen Barbier- gehülfen sucht ___Franz Braun, Marburg. 1321] In Mitte der Stadt gangbare Wirihschaft, eoent. passende Localitäten hierfür z« pachten gesucht. Offenen sub A. 100 an die Exp- d. Bl. 1390] Ein zuverlässiger Pferdeknecht mit guten Zeugnissen gesucht. __Lahnstraße 11 1381] Unterzeichneter empfiehlt sich als Brunnenmacher und Erdarbeiter. ________Heinrich Keßler, Wieseck. 1394] Zwei ruhige Leute suchen per 1. April eine kleine Wohnung. Ges. Off, u. W. R. an die Exp. d. Bl. werden für 1 JL angefertigt Lvpsk H. Plank, 1461] Ein hellgrauer weibl. Spitz« Hund auf dem Wege nach Heuchelheim entlaufe«. Gegen Belohnung -urück- zubringen an ______Herrn Wirth Spies, Neustadt. 1449] Entlaufen ein brauner Pudel. Segen gute Belohnung abzu- geben Kirchenplatz 21, I. Stock. Vor Ankauf wird gewarnt. □ 214 V^Mr. Conf. I. «r ^M453^ Iktectten: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brüül'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Me henttge Nummer rrmfatzt 6 Seite«. tzebtl Nias i>lu w hat tW'1U Nltl’ «"l 8U j 60 m xotV< 9^/betai ftnLen könne x ijrt Der gähche, - Das ist nichts z-- ® weg 8* ” SwlldMg 8*? nicht. P Altenburg tue entschlossen ssr Salj, wie & _ erzielte die gm Zeit der Winn ganz wohl zu und Mist roci Wagners Lrc sollte mir übt erstaunt, wie diese Sache s 3-4 Ctr. st per Morgen. , ausging, als i gerade ausnah Korn war im welcher Zeit Morgen l ich noch V4- Fremde, der ferne. Jnzwisch wirchschaften. der künstliche! humusbildende frucht vom Ac geackert und £ October noch geackert. In mit dem Ex Aus solchen früher keinen gesäet wurde, mit Phospha Wirthschasten kein Acker ft zogenen Klee Äecker dazu Kleeernten li Wan sai einmal Frucht w den darau ^ist, gar teil hatten sich j, Flechter auss besser und ich bedeutend mel Märkten in A bes starken, i Wx ( Ackern hab Kantig ausg Mer verpa fo günstig Ql Auch w Mundstücke Rortl gebaut, ^Slich war, * «fee Wie Sie * K »i 1 das iS? 5* tttgdn, Nm । A foul 9q< »<4* und ta verinischter. 8 14*-*’ ichwaahf chchMmiS- Ml Ü) Hl Phosphorsäure, Kali, MtW ? (880. * Wetzlar, 19. Februar. Die „Kölnische Zeitung" schreibt: An Stelle des nach Aurich als Regierungspräsident versetzten Oberpräsidialraths v. Hartmann ist der Oberregierungsrath v. Tie sch owitz, Stellvertreter des Präsidenten, von der hiesigen Regierung zum Oberpräsidialrath bei dem Oberpräsidium der Provinz Hannover in Aussicht genommen. Seine Ernennung dürste schon in den nächsten Tagen bevorstehen. Herr v. Tieschowitz, früher langjähriger Landrath des Kreises Wetzlar, ist erst vor zwei Jahren zur Regierung nach Köln versetzt worden- er hat es verstanden, sich hier rasch große Beliebtheit und volles Vertrauen in weitesten Schichten zu erwerben. Sein baldiger Weggang von hier wird von den Beamten wie von der Bevölkerung unseres i$nic uub ttcuti unseres geliew Irack ;n Freunden, ins' igsten Dani. i 10 „ Kalk. Außer dem vorher angeführten Sens ackere ich auch zweite oder dritte Schur Rothklee unter. Dieser ist ein 'Stickstoffsammler, der also nur Phosphorsäure und Kali bedars, um seinen Stickstoffbedars aus der Atmosphäre zu ziehen und der daher indirect auch den Boden noch bereichert. Es würde also vorzuziehen sein, beim Anbau von Gründungungspflanzen solche stickstoffsammelnde Pflanzen zu wählen, wenn nicht hierdurch eine Ernte aussallen würde. Dieser letztere Grund bewog mich deshalb auch theilweise Sens anzuwenden, den ich aus die umgeackerten Kornstoppeln säe. Im kommenden Jahre bekommt dieser Acker Hafer mit Klee-Einsaat, von letzterem verlause ich im nächsten Jahre ein oder zwei Schnitte und den Rest ackere ick unter. Mithin fallen innerhalb drei Jahren stets zwei Gründüngungen, deren Werth ich ebenso hoch schätze, wie eine Stalldüngung. Außerdem hat die Gründüngung noch Vortheile, die die Stalldüngung nicht bietet, hierzu gehören: 1. Die Vortheile der Bodenbeschattung. 2. Unterdrückung resp. Vertilgung der Quecken .durch den dichtstehenden und schnellwachsenden Sens. Es ist nun nicht gerade Jedermanns Sache, viehlos zu wirthschaften. Der Eine hat seine Freude an Zucht, der Andere an Mast, der Dritte an Molkerei u. s. w. Diesen Liebhabereien kann aber bis zu einem gewissen Grade auch bei der viehlosen Wirthschast Rechnung getragen werden. Es können für den Haushalt schöne Kühe gehalten werden. Dieselben können gleichzeitig auch für den Zugdienst Verwendung finden. Wo dieselben nicht ausreichen, sind außerdem Pferde zu verwenden. Wünscht ein Landwirth zu berechnen, ob es für chn, unter Berücksichtigung seines Bodens und der sonstigen Verhältnisse, vortheilhaft ist, ganz oder theilweise zur viehlosen Wirthschast überzugehen, so bieten ihm nun diese in der Praxis bewährten Thatsachen eine geeignete Grundlage- dabei dars die Einnahme aus dem entbehrlich gewordenen Stroh nicht übersehen werden. Der Einwand, daß alsdann außer den Körnern auch noch Stroh verkauft und damit noch weniger der dem Boden entnommenen Mineralbestandtheile wieder zurückgegeben werden und somit ein verstärkter Raubbau betrieben werde, ist nicht stichhaltig, wenn durch genügenden Anbau von Zwischenfrüchten dem Boden ebensoviel Humus bildende Stoffe zugesührt werden und durch Ankaus von künstlichen Düngemitteln (Phosphorsäure, Kall und Kalk) Ersatz für die entzogenen Mineralien geboten wird. D. Allg. Ztg. s. Landw. Neber viehlosen Wirthschastsbetrieb Von Konrad Fuhr-Altenburg. Taxirt man seine Ernte und zieht von dieser Summe | ba5 ab, was man vereinnahmt für Getreide, Vieh u. V w., t0 fehlt noch eine bedeutende Summe, für welche kein anderer Ersatz vorhanden ist als der Mist - derselbe ist daher nicht billig. Ich habe stets den äußerst größten Viehstand, der nur zu halten war, gehalten, um möglichst viel Mist zu rrzielen und dazu noch buchen Asche, Kalk und Seiseuäsche m Hülle und Fülle angewandt, bin aber nie zu dem Resultat qekommen, welches ich jetzt erziele. Viele kleine Oeconomen sind mir bekannt, welche alle mehr Vieh halten als sie ernähren können, nur um viel Mist zu erzeugen. Dadurch wollen sie ihre Aecker verbessern, verschlechtern aber hierbei ihre Finanzen. Bekanntlich frißt die Kuh eine Kuh, wenn man Alles kaufen muß. Der Vogelsberger Bauer war gescheidter- als ihm me Fourage knapp wurde, sagte er: Es ist besser, ich effe da^> Kähche, als daß das Kühche mich frißt. Das ist nun Alles gut genug, aber ohne Stalldung war nichts zu machen. Als ich im Herbst 1885 von Schwarz weg ging, wandte ich zur Winter-Aussaat das letzte Mal Stalldung an und dachte besorgt: Wie wird es nun werter achen? Verpachten wollte ich aus verschiedenen Gründen nicht. Im Frühjahr 1886 lernte ich zum ersten Male m Altenburg die Wirkungen des Chilisalpeters kennen. Rasch entschlossen streute ich auch in Schwarz 60 Psund von diesem Salz, wie es die Bauern dort nannten, aus den Morgen und | erzielte die glänzendsten Erfolge damit. Als in 1886 die Zeit der Winter-Aussaat herankam, da war es mir doch nicht ganz wohl zu Muth - es waren 35 Morgen Korn 0118^611 und Mist war nicht vorhanden. Da erhielt ich Dr. Paul Wagners Broschüre über Thomasphosphatmehl. Dieselbe sollte mir über viele Fragen Klarheit bringen, ich war ganz erstaunt, wie genau Wagner Alles behandelte, als wenn er diese Sache schon jahrelang practisch betrieben hätte. Statt 8—4 Ctr. streute ich nun gleich 8 Ctr. Thomasphosphatmehl per Morgen. Das Resultat war, daß mein Korn viel üppiger ausging, als dasjenige meiner Nachbarn, die stark mit Mist, gerade ausnahmsweise, mir zum Trotz, gedüngt hatten. Mein Korn war im Herbst vor und blieb es auch im Frühjahr, zu welcher Zeit ich ihm noch etwas Chilisalpeter gab, pro Morgen x/2 Ctr.- wenn es ein Acker vertragen konnte, gab ich noch V4—V2 Ctr. mehr. Er war dann curirt und jeder Fremde, der in die Gemarkung kam, kannte meine Aecker von Händen und wird auch bei Düngung mit Thomasphosphatmehl m den Boden emgeführt. Die anderen noch nöthigen mineralischen Bestandthcile enthält säst jeder Boden und sie werden auch durch tieferes Ackern immer von Neuem löslich. Aus diesen Betrachtungen geht also hervor, daß wir hauptsächlich mit Phosphorsäure, Stickstoff und Kali zu düngen haben. Hierbei braucht man in der Zumessung der Phosphorsäuregabe nicht ängstlich zu sein, da die Phosphorsäure im Boden gebunden wird. Es soll und muß sogar ein lieber- schuß vorhanden sein, damit der theure Stickstoff, den man gibt, vollständig zur Wirkung gelangen kann. Das richtige Maß in der Anwendung des Stickstoffs ist schwer, hierzu gehört unausgesetzte Beobachtung und öftere Darreichung des Stickstoffs, wenn er im Chilisalpeter gegeben wird, in kleinen Portionen. Es wäre nun die dritte Voraussetzung des vtehlofen Betriebes zu betrachten, dem Boden den nöthigen Humus zuzusühren, wodurch dem Lande die nöthige Lockerung und Gahre beschafft wird. Das erzielt man durch Anbauen von Gründüngungspflanzen. Hierbei habe ich Aecker gehabt, die durch diese Behandlung die guten Eigenschasten der Gahre m I erhöhtem Maße zeigten, als wie eine Brache, die mit Stallmist stark gedüngt war. , , Aus dem Gebiete der Gründüngung habe ich einiges Lehrgeld zahlen müssen. Lupinen brachten mir drei Niederlagen, Spörgel ergab zu wenig Masse und Seradella stand sehr dicht, blieb aber klein und unscheinbar, dagegen hat mir I Sens große Dienste erwiesen. Er wächst bis spät in den Herbst hinein, erfriert erst bei 4 Grad Kälte, ergibt eine große Masse und zeigt sich sehr dankbar für eine Stickstoffdüngung in Form von Chilisalpeter. Ein Centner solcher Gründüngung ist mehr (?) werth, als ein Centner Stallmist und bedeutend leichter aus den Acker zu bringen, als letzterer. Der Werth des Stallmistes wird vielfach bedeutend überschätzt - nach Stutzer enthält ein Wagen Stallmist von 20 Ctr. ungesähr: 15 Ctr. Feuchtigkeit, 4^4 „ humusbildende und stickstoffhaltige Stoffe, 3/4 „ Mineralbestandtheile und Salze. Die stickstoffhaltigen und mineralischen Bestandtheile enthalten an wichtigen Düngstoffen ungesähr: 8 Psund Stickstoff, Augenblick des ganzen, bisher verflossenen Daseins, den Eintritt ins Jünglingsalter und den Moment, in welchem in die Seele des Jünglings das Samenkorn zu dem gelegt werden muß, was der Mann dereinst werden und bedeuten soll, und dieses Samenkorn recht zu wählen, ist die schwere Ausgabe, welche die gegenwärtigen Tage vor der Confirmation sür so viele Eltern mit sich bringen. Und in der Thal ist )ic schwer, denn ein jetzt falsch getroffener Schritt kann die ganze Zukunst unserer Kinder in Frage stellen. Deßhalb möchten wir an dieser Stelle recht dringend vor voreiligen und nicht hinreichend geprüften Beschlüssen warnen, vor Allem aber und in vorderster Linie auf die Klippen der subjectiven Beur- theilung der schwerwiegenden Frage ausmerksam machen. Nur allzu häufig kommt es vor, daß, weil der Vater fein Handwerk mit Glück betrieben hat, der Junge nun bestimmt wird, daffelbe zu ergreifen. Es gibt freilich Familien, in denen sich der gleiche Berufszweig feit mehreren Menschenaltern -um Glück der einzelnen Angehörigen in derselben Familie fortgeerbt hat, und namentlich in der kleineren Stadt werden solche Beispiele, weil sie in dem engeren Beobachtungskreise um so flagranter hervortreten, sehr leicht bestimmend für das Elternherz, wenn es, wie jetzt, sich in der Zwickmühle der : Unentschlossenheit befindet. Da Hilst man sich gar gern mit dem Tröste aus aller Noth: Der Junge hat während seines ganzen Lebens gesehen, wie es der Vater gemacht hat, ist in dem Handwerk gewissermaßen groß geworden, spielend hineingewachsen in manche seiner Schwierigkeiten — da kann e§ ihm ja nicht sehlschlagen! Dann wird dem Knaben die entsprechende Frage vorgelegt: das kindliche Gemüth, dessen Horizont über den Umkreis der Sch ilstube, des Spielplatzes und des sorglosen Lebens im Elternhause nicht hinausreicht, sagt in dem Bewußtsein des elterlichen Schutzes und in dem Gesühl, daß der Vater wohl das Rechte treffen werde, zum Theil auch berauscht von den Zukunststräumen der Selbstständigkeit, meist ja, und so ist ein Schritt gethan, der möglicherweise die schlimmsten Folgen haben kann, weil der so erwählte Berus den eigentlichen Fähigkeiten und Neigungen des zur wirklichen Erkenntniß weit später erst erwachenden Charaeters nicht entspricht. — Aehnlich ist es mit jeder andern subjectiven Entscheidung der Frage, welche die Eltern den Knaben zu einem Berufe bestimmen läßt, dem seine Fähigkeiten und Neigungen so gar nicht entsprechen. Es ist ja, nur um ein Beispiel anzusühren, wohl begreiflich, daß das Mutterherz eine tiefe Befriedigung, eine unendliche Freude bei dem Gedanken empfinden mag, den Sohn einstmals im Talare auf der Kanzel zu sehen, seine Stimme das göttliche Wort verkünden zu hören, aber sehr häufig ereignet es sich, daß gerade dieser, von der mütterlichen Sorge und Liebe für die Predigerlaufbahn bestimmte Sohn in seinen Anlagen vielmehr Berechtigung dazu zeigt, das Winkelmaß oder den Meißel mit Glück in die Hand zu nehmen. Und deßhalb möchten wir zum Schluffe dieses allerdings nur flüchtigen Hinblicks aus die schwerwiegende Frage allen Wern den warnenden Rath ertheilen: Entscheidet nicht zu schnell! Prüfet sorgsam und unparteilich die Fähigkeiten Eures Sohnes, suchet verstohlen seine Neigungen zu erforschen und zwar ohne ihn durch die brüske Frage: „Was willst Du werden?" zu verwirren, und erforschet in vorsichtig geführten Gesprächen ferne. „ Inzwischen fing ich nun auch mit Gründüngung an zu wirthschaften. Es ist nämlich sehr nothwendig, bei Anwendung ter künstlichen Düngemittel, dem Boden von Zeit zu Zett humusbildende Stoffe zuzusühren. Sowie heute die Wiuter- ftucht vom Acker kommt, werden die Stoppeln sofort um- «cackert und Sens daraus gesäet. Dieser wird bis Ende October noch zwei Fuß hoch und wird vor Winter unter- geackert. Im Frühjahr werden die so vorbereiteten Aecker mit dem Exstirpator behandelt und Haser daraus gedrillt. Aus solchen Aeckern habe ich einen Haser erzielt, wie ich früher keinen gezogen habe. Klee, welcher in diesem Haser aesäet wurde, bestreute ich im Winter oder Frühjahr abermals mit Phosphatmehl und hatte durchschlagende Erfolge. In Wirthschaften mit Viehhaltung, derselben Gemarkung, war fein Acker Klee, der sich mit diesem, mit Kunstdünger gezogenen Klee messen konnte, obgleich gerade die leichtesten Aecker dazu ausgesucht wurden, die vorher keine reichen Kleeernten lieferten. Man sagte allgemein: Im Jahre 1886 würde ich noch einmal Frucht ziehen, 1887 würde die Ernte schlechter und in den daraus folgenden Jahren würde, ohne Beigabe von Mist, gar keine Ernte mehr erzielt. Die guten, alten Freunde hatten sich jedoch sehr getäuscht. Anstatt daß die Ernte Schlechter ausfallen sollte, wurde dieselbe von Jahr zu ^ayr bester und ich erzielte, sowohl in Menge, wie in Qualität, bedeutend mehr. Gerade das vorjährige Korn hat aus den Märkten in Alsfeld und Lauterbach allgemeinen Beifall, wegen Les starken, vollen Kornes, gefunden. Außer auf den, seither mit Stallmist gut bewirthschafteten Aeckern habe ich auch Resultate aufzuweisen, die aus vollständig ausgehungerten Grundstücken, die ich kaufte, oder die seither verpachtet waren, erzielt wurden. Dieselben sind eben so günstig ausgesallen, wie die vorher geschilderten. Auch wurde, um theilweise außer der Fruchtsolge stehende Grundstücke ins richtige Feld zu stellen, auf Korn wieder Korn gebaut, was seither aus dem leichten Sandboden nicht möglich war, da man in der zweiten Kornernte keinen Grsatz für die aufgewandten Kosten erhielt. Wie Sie sehen, ist also sicher ohne Stalldung, d. y. oiehlos zu wirthschaften, wenn man: 1. das Land so vorbereitet, wie das überhaupt geschehen muß- 2. der Pflanze die nöthige Nahrung gibt, 3. den Humus im Boden durch Gründüngung erhalt. Die ad 1 erwähnte Vorbereitung des Bodens ist allgemein bekannt, um so schwieriger ist es aber, die zweite Voraussetzung : der Pflanze nämlich die nöthige Nahrung zu geben, zu erfüllen. Unsere Gelehrten sagen: /Die Pflanze lebt nicht von einzelnen Nährstoffen, sondern von einer aus mehreren Nährstoffen zusammengesetzten Nahrung." Die vier wichtigsten dieser Nährstoffe sind: Phosphor- jäure, Stickstoff, Kali und Kalk. An Phosphorsäure und Stickstoff ist gewöhnlich Mangel tm Boden, hier und da fehlt auch Kali. Kalk ist meist vor- »oldrcse rtnft 1 w „19.8^ 3^2 // 9 // Die Arage der Zukunft ihrer Kinder tritt jetzt, wo das Geläute der Confirmationsglocken wieder der jungen Welt summend vorausklingt, in nebelhaften Formen von Neuem an die Eltern in ihrer ganzen Dringlichkeit heran und auf vielen Gemüthern wird mit drückender Schwere die noch unbeantwortete Frage liegen: Was soll der Junge werden? Für unsere Mädchen brauchen wir Gottlob so angstvoll nicht zu sorgen- für sie ist ja die Confirmation kein Merkstein von so schwer bedeutungsvoller Wichtigkeit. Doch für den Knaben bedeutet der Tag, wo zum ersten Male das wtro von oen oeamitn »k von uti w chwarze Kleid den jungen Körper deckt, den feierlichsten | Regierungsbezirks lebhaft bedauert werden. seine Vorstellungen von der Zukunst! Das wird einen ersten nützlichen und berechtigten Anhaltepunkt sür die Beantwortung jener Frage geben, und wird Euch dieses dennoch nicht möglich, so ziehet den Rath der Lehrer des Knaben heran. Sie vermögen oft einen liefern Einblick in die Seele des Kindes zu thun, als es den in der Hast und dem Drang des täglichen Berufes für diese zarte Aufgabe unsicher gewordenen Augen der Eltern möglich ist, und mit dieser Hilfe werdet Ihr leichter und ohne Euch später Gewissensbisse machen zu müssen, entscheiden können: „Was soll der Junge werden?!" Deutsches Reich. Berlin, 17. Februar. Die Berufsgenossenschaften sind gegenwärtig damit beschäftigt, die im Jahre 1889 gemachten Ausgaben aus ihre Mitglieder umzulegen und in den entsprechenden Beträgen von den einzelnen Betriebsunternehmern einzuziehen. Wie hoch sich die Gesammtsumme der Kosten belaufen wird, welche den letzteren für das jüngst- verflossene Jahr aus der Unfallversicherung ihrer Arbeiter erwachsen sind, läßt sich mit Genauigkeit augenblicklich noch nicht seststellen. Indessen wird schon jetzt von osficiöser Seite eine Schätzung veröffentlicht. Dieselbe ergibt eine wahrscheinliche Gesammtausgabe der Arbeitgeber von etwa zweiunddreißig Millionen Mark für das Jahr 1889. Im Jahre 1886, dem ersten Volljahre des Bestehens der Unfallversicherung, betrug die Gesammtausgabe 10,3 Mill., 1887 19,1, 1888 25,6 Millionen. Ler8taflbe«2O.3tbntar. (ßk^CItCr '» * 43- 1890 Haushallungsgegenständen lager in 'Werkzeuge rtEisenwaaren [3'BnSy IfflinuüllinumiiiimrTi v Thüringer Kunstfärberei Königsee und chemische Wäscherei, s . 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