W Rr. 296. Freitag den 19. December Drr Hü-ttrer A«zeiger erscheint täglich, eit Ausnahme deS Montag». Di« Gießener »«MittenßtSti», Werden dem Anzeiger WAcherttlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Kmerat-Mnzeiger. 1890. SterWljLhriger JtowÄttnt*UfttSBS 2 SD?art 20 Pfg. trö Bringerlohn. Durch die Post bez»g«v 2 »art 60 Pfg. Redaction, Lxpedttt«? nnb Druckerei: Fernsprecher 51. eg 6. uhslhnlk.) Uvttkin. •’« Montaz w Nuar beginnen. ^IlLrrfiaüd -dl« PvSgtKiils.« d«a. - Am l 3i imigen durch itltr MMUt. S •o N Int ftWft WW- ML non 2 ätetrn I ii MM und tztvk- m. Mlhr Ä Mtk^ FtaMünstraße 49J8* 6i -MS UU: r'abtnftr. 9, 3Botyinttj» u pernv Nab- Jahnhof^ Löhnung mit "WÄ i- ^iogHmTÄ ) Zimmer mit Zubthor.L SSSS M*‘ ,eT^1 Amts- und Anzeigeblatt für den Nreis Giefzen. »«nahm« los Anzeigen zu der Nachmittag, für den £ At>itftM» Elle Annoncen-Bureaux de. In- und Auslandes n^M falgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. ^gplimSiWll4l|jC» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgege«. Amtlicher Lheil. Gießen, den 16. December 1890. Betr.: Die Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Zu einer Besprechung über die AusMrung des rubr- Gesetzes laden wir hierdurch 1) die Großh. Bürgermeister des Kreises aus den Amtsgerichtsbezirken Hu n gen. Nidda und Laubach auf Gam-tag den 27. Deren der 1890, Nachmittags 2 Uhr, in den „Solmser Hof" zu Hungen, Referent: Regierungürath Jost; 2) die Großh. Bürgermeister des Kreises aus den Amts- gerichtsbezirken Grünberg und Homberg auf Samstag den 27. December 1890, Nachmittags 2Uhr, in den „Englischen Hof" (Wagner) zu Grünberg , Referent: Regierungs - Assessor Schliephake; 3) die Großh. Bürgermeister aus dem Amtsgerichtsbezirk Gießen auf Montag den 29. Dc- eember 1890, Nachmittage 3 Uhr, in das RegierungSgebLude auf dem Brand, Referent: Regierungsrath Jost; 4) die Großh. Bürgermeister aus dem Amtsgerichtsbezirk L i ch und Butzbach auf Montag den 29. December 1890, Nachmittags 2 Uhr, in die H e i l a n dssche Wirthschaft zu Lich, Referent: Regierungs-Assessor Schliephake ein. Zugleich wollen Sie zu dem Termin die Vorstände der Krankenkassen, sowie der örtlichen Jnvaliditäts- und Mers- versicherungsstellen einladen und bekannt machen lassen, daß zu den Verhandlungen Jedermann, soweit der Raum reicht, der Zutritt gestattet ist. v. Gagern. Deutsches Reich. Darmstadt, 17. December. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Major und Bataillonscommandeur Emmerich vom 2. Großh. Infanterieregiment (Großherzog) Nr. 116, den Major Werner von demselben Regiment, den Kreisbaumeister Neuling aus Gießen. Darmstadt, 17. December. Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am IO. December de» Oberconsistorialrath Dr. Karl Sell auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. April 1891 an, aus dem Dienste zu entlassen. Feuilleton. Die verlorene Puppe. Weihnachtserzählung von Fritz Eusebtu?. (Nachdruck verboten.) „Bitte sofort einzusteigen! Schnett!" sagte der Schaffner, die Coupethür noch ein letztesmal öffnend, „der Zug wird gleich abgehen!" Die junge Dame, welcher diese Weisung galt, hatte sich verspätet und mußte sehr zufrieden sein, überhaupt noch einen Platz zu erhalten. Mit leichter Grazie schwang sie sich auf biy Trittbrett und stand im Innern des Wagens. Der begleitende Gepäckträger reichte noch schnell die ansehnliche Zahl ter Weihnachtspackete hinein. „Dar—rf ich den gr—roßen Vorzug genießen, dem gnädigen Fräulein behilflich zu sein?" schnarrte ein gegenüber sitzender, blutjunger Lieutenant, indem er die aufkeimenden, aber bereits sehr wohlerzogenen Bartenden, welche er zärtlich gelicbkost hatte, eilig fahren ließ, und die zierliche Reisetasche sehr diensteifrig ergriff. Denn der Lieutenant v. Ferten hatte der Schönheit gegenüber jederzeit ein besonders menschenfreundliches Herz und war im Erkennen weiblichen Liebreizes schon als Portepesähnrich von schnellster Iu-ssassung gewesen trotz des so vermaledeiten sonstigen sG-amcnpechS". Die junge Dame dankte indessen ziemlich kurz und ord- Mk die mancherlei Gepäckgegenstände eigenhändig mit so viel Geschicklichkeit und Sorgfalt, daß weder die Mitreisenden noch sie selbst besonders davon belästigt wurden. Jetzt nahm sie Pie letzte Schachtel, um sie gewandt unterzubringen. Darmstadt, 17. December. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben Allergnädigst geruht, am IO. December den Professor an dem Predigerseminar zu Friedberg Dr. Heinrich Adolf Köstlin zum geistlichen Mitglied und Rath bei dem Oberconsistorium, mit Wirkung vom 1. April 1891 an, zu ernennen. Darmstadt, 16. December. Das heute ausgegebene Großh. Regierungsblatt Nr. 49 enthält: Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, die Ausführung des Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes, hier die Versicherung unständiger Arbeiterinnen, die Befreiung vorübergehend Beschäftigter von der Versicherungspflicht, sowie die Entwerthung und Vernichtung von Marken betreffend. Berlin, 16. December. Die Einkommen st euer- ComMission nahm den von ihrer Subcommission vorgeschlagenen Steuertarif an, nach welchem die Steuer bei 30 500 Mark Einkommen 3°/0 beträgt und von da an derartig steigt, daß sie bei 100000 Mk. Einkommen 4°/0 erreicht. Bei 36 000 Mk. erreicht der Procentsatz der Steuer S1/^ bei 56 OOO Mk. 31/., und bei 84OOO Mk. 3^. Die Paragraphen 18—19 (Ermäßigung der Steuersätze) wurden mit Anträgen des Abg. Christophersen ebenfalls angenommen. Nach denselben soll bei Vorhandensein von drei oder mehr Familiengliedern unter 14 Jahren jedenfalls eine Ermäßigung um eine Stufe stattfinden, und bei Einkommen von nicht über 9500 Mk. überhaupt eine Ermäßigung der Steuersätze um höchstens drei Stufen gewährt werden. — Die Commission vertagte sich hieraus bis nach Weihnachten. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Berlin, 17. December. Dem Reichsanzeiger zufolge wohnte der Kaiser der heutigen Schlußsitzung der Schulfragen- Co nferenz bei- in derselben wurde folgendes beschlossen: 1. Das Reisezeugniß eines Gymnasiums berechtigt zu sämmt- lichen Facultätsstndien einschließlich jener des medicinischen Berufs, sowie zu höheren technischen Fachstudien; letzternfalls ist das Reisezeugniß des Gymnasiums durch den Nachweis der Fertigkeit im Zeichnen, in der Mathematik und in den Naturwissenschaften zu ergänzen. 2. Das Reisezeugniß der neunstufigen realistischen Schule berechtigt zu Universitätsstudien in der Mathematik, den Naturwissenschaften (einschließlich des höheren Bergsachs) und dem Bausache- das Zeug- uiß ist ergänzbar durch den Nachweis der Bildung in den alten Sprachen, wodurch die Berechtigung zu Facultäts- studien erlangt wird. 3. Das Reisezeugniß der höheren sechs- klassigen Schule berechtigt zum Eintritt in den gesummten Subalterndienst und zum Dienst als Einjährig-Freiwilliger- für letzteren ist auch das Reisezeugniß für die Obersecunda der neunklassigcn höheren Schule genügend. 4. Dem Inhaber eines Reifezeugnisses von irgend einer nennklassigen höheren Schule soll es möglich sein, durch ein während der Studien abzulegendes Fachexamen auch die Zulässigkeit zu Staatsprüfungen zu ~ erlangen. — Der Kaiser dankte der Conserenz für die ausgewandte Arbeit und Mühe und betonte die Bedeutung des Religionsunterrichts. Der Ches des Civilcabinets des Kaisers, Wirklicher Geheimer Rath Dr. Lucanus verlas hierauf eine Cabinetsordre, in welcher die Bildung eine«? Ausschusses zur Prüfung des Materials und zur practischen Ergänzung desselben durch die Besichtigung besonders guter Schulanstalten gefordert wird. — Die Einführung des neuen Lehrplans ist für Ostern 1892 in Aussicht gestellt. Eine Neuregelung der Rang- und Gehaltsverhältnisse der Lehrerschaft wurde für unerläßlich bezeichnet. — Fürstbischof Dr. Kopp dankte zum Schluffe dem Kaiser für die von ihm ergriffene Initiative. An dem daraus folgenden Frühstücke nahm der Kaiser theil, sich mit den Anwesenden lebhaft unterhaltend. Berlin, 17. December. Der Mittags im Bürgersaale des Rathhauses zur Stellungnahme gegenüber dem Volksschulgesetzentwurf zusammengetretene brandenburgische Städtetag nahm den von Oberbürgermeister Fritsche (Charlottenburg) empfohlenen Antrag an, das Haus der Abgeordneten um Ablehnung des Gesetzentwurfs zu bitten, da derselbe die bürgerlichen Gemeinden unverhältniß- mäßig belaste und ihnen zugleich jeden Einfluß auf das Schulwesen vollständig entziehe. Berlin, 17. December. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Ministerialdirectors Schultz im Arbeitsministerium zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Prädikat Excellenz. Wien, 17. December. Die „Presse" meldet: Bei den ö st erreich isch-deutschenVertragsver Handlungen muß der Text des bisherigen österreichisch-ungarischen Handelsvertrages einer Revision unterzogen werden. Zu diesem Zweck tritt demnächst die österreichisch-ungarische Zollconserenz, bestehend aus Vertretern des Eisenbahnwesens der beiderseitigen Handelsministerien, zusammen, um die auf den deutsch- österreichischen Handelsvertrag bezüglichen Fragen des österreichisch-ungarischen Eisenbahnverkehrs zu erörtern und die erforderlichen Instructionen für die österreichisch-ungarischen Unterhändler festzustellen. — Morgen Mittag wird der Kaiser die hier eintreffende niederländische Mission behufs Entgegennahme der Notificirung des niederländischen Thronwechsels empfangen. Wien, 17. December. An dem heutigen Hofdiner zu Ehren des Erbgroßherzogs von Luxemburg nahmen „Welch seltenes Glück, wieder einmal weibliche Jugend und Schönheit als Reisegenossinnen zu haben!" ließ sich der galante Sohn des Mars entzückt und hochaufathmend wieder vernehmen. „Seit Einführung der Damencoupes paffiert0 unsereinem solch Vergnügen nicht mehr . . „Die Damencoupss kommen anerkanntermaßen einem wirklichen Bedürfniß entgegen," ließ sich plötzlich ein zweiter Herr hören, der in der anderen Ecke saß, einem kleinen, fünfjährigen Mädchen gegenüber. Fräulein Gertrud wandt den Blick nach 'der Ecke und bemerkte einen feingekleideten Herrn, Mitte der Dreißig, dessen hübschgeschnittenes Gesicht ein brauner Vollbart wunderbar harmonisch umgab. Sie warf unwillkürlich einen zustimmenden Blick hinüber, in welchem deutlich zu lesen stand: Sie haben Recht, mein Herr, ich weiß auch nicht, wie ich in dies Rauchcabinet gekommen bin. Der Herr schien sie zu verstehen und warf die Cigarre zum Fenster hinaus. Der Lieutenant aber bemerkte: „Habe gar nichts dagegen, wirklich gar—r nichts, mag reifen darin, wer will. Wenn es aber der Zufall einmal gnädig mit unsereinem meint —" ,/Dars ich das Fenster schließen?" unterbrach die junge Dame die Ansicht etwas absichtlich. „Was hast Du denn in Deinen vielen Packeten, Tante? Hat sie Dir der Weihnachtsmann für Deine Kinder gegeben?" ließ sich plötzlich das dunkle Lockenköpfchen aus seiner Ecke vernehmen, indem es die braunen Aurikelaugen sehr neugierig auf Fräulein Gertruds Einkäufe richtete und wie ein zutrauliches Vögelchen näher herankam. „Freilich hat sie mir der Weihnachtsmann gegeben! Möchtest Du sie sehen?" „O gern!" Fräulein Gertrud öffnete ein paar Packete und ließ die Kleine einen Blick in die kunterbunte Weihnachtsherrlichkeit hineinthun. „Wie schön! Aber das große Packet, Tante, dort! Was ist darin?" Fräulein Gertrud zog den Bindfaden auf und schlug die verschiedenen Papierhüllen sehr sorgsam auseinander. Aus der letzten, sehr sauberen Hülle von Seidenpapier kam eine reizende Puppe, wie ein glänzender Schmetterling, zum Vorschein. „Ein Puppenkind! O, wie schön!" rief Klein-Martha entzückt. „Sieh doch, Papa!" Der stattliche Herr in Civil warf einen freundlichen Blick auf sein Töchterchen, das ihm wie aus den Augen geschnitten war, und sagte lächelnd: „Solch schöne Puppe gibts in der ganzen Welt nicht weiter, Marthakind, die hat der Weihnachtsmann ganz allein für die Tante aufgehoben." „Ich will aber keine andere, nein! Auch feine Balldame und wenn sie auch ein Blumenbouquet und einen Facher hat. £),- nur ein Puppenkind!" erklärte Klein-Martha mit aller Bestimmtheit eines einzigen, verzogenen Töchterchens, indem die Kleine die sehr chic, aber kindlich gekleidete Puppe reichlich mit Küssen bedeckte, die sogar nicht ganz ohne Sputen blieben. Das Weiß und Roth schien nicht echter als daß rouge einer Ballschönheit. //Du wirst das Puppenkind verderben und Tante sehr- böse machen," versuchte der wohlerzogene Papa tadelnd zu strafen, indem er gleichzeitig besorgt, aber ziemlich ungeschickt seine Reisedecke zur Erwärmung über die Knie des Töchterchens breitete. Klein-Martha machte indessen ihre Füßchen alsbald strampelnd wieder frei und blickte prüfend in Fräulein Gertruds Augen. Aber sie sah in ein Antlitz, so hold, freundlich und lieb, daß die augenblickliche Furcht wieder der Kaiser, die Erzherzoge Karl Ludwig, Wilhelm und Rainer, Herzog Paul von Mecklenburg und alle Minister Theil. — Der Erbgroßherzog von Luxemburg erwiderte heute die Besuche der Erzherzoge Karl Ludwig und Rainer und deS Prinzen Gustav von Sachsen-Weimar. Paris, 17. December. Dem „National" zufolge wurden Versuche mit einem an der Patrontasche angebrachten Apparat gemacht, welcher ein schnelleres Laden des Lebelgewehres ermöglicht und die Schußgeschwindigkeit ohne Benutzung des Gewehrmagazins aus vierzehn per Minute erhöht. Brussel, 17. December. In einer Kohlengrube bei Hornu (bei Warquignies) stürzte, weil das Seil riß, der Fahrstuhl, aus dem sich 18 Arbeiter befanden, in die Tiefe. Nach den bisherigen Nachrichten sind Alle tobt. Rom, 17. December. Die „Agenzia Stefani" dementirt die Nachricht, daß die italienischen Truppen, welche gegen Kassa la marschiren, sich in einer kritischen Lage befinden und die Derwische stündlich vorrücken. Rom, 17. December. Die Kammer nahm in ihrer heutigen Sitzung die Adresse auf die Thronrede mit sehr großer Majorität an. Im Laufe der Debatte widerlegte Crispi die Angriffe mehrerer Radikalen und vertheidigte namentlich die Politik der Allianzen, welcher die Regierung treu bleiben werde und die einen rein defensiven Character hätte. Mit der Zeit werde man die Früchte derselben sehen. Die Regierung habe in Afrika keine allzuweit ausgreifenden Ziele, sie verhinderte sogar den General Orero, nach Kassala zu marschiren. Das Garantiegesetz sichere die Ausübung der geistlichen Gewalt dem Papste zu, aber Souverän sei in Italien nur Einer: König Humbert. Madrid, 17. December. Der Ministerrath berieth gestern den Bericht der Commission für die Tarisresorm und beauftragte den Finanzminister mit dem Erlaß eines Decrets, durch welches die Einfuhrzölle aus Weizen, Reis, Fleisch und etliche andere Artikel, soweit es die bestehenden Verträge erlauben, erhöht werden. Der Finanzminister wird den neuen, auf schutzzöllnerischer Grundlage beruhenden Tarif vorbereiten, der mit dem Ablauf der noch giltigen Verträge ein- tretcn soll. Lissabon, 17. December. Die neue Expeditions- Colonne ist jetzt gebildet - sie besteht aus einem Bataillon Infanterie mit 759 Mann, 33 Offizieren, 13 Pferden, 47 Maulthieren und einer gemischten Compagnie von Ingenieuren und Artillerie. Den Oberbefehl führt Oberst Azevedo Coutinko. Belgrad, 17. December. Von unterrichteter Seite wird bestätigt, daß die Königin Natalie vor der Beschlußfassung der Skupschtina allerdings erwogen habe, ob sie behufs Anerkennung ihrer Ansprüche den Proceßweg betreten solle. Bombay, 17. December. Meldung des Bureau Reuter. Heute stürzte im indischen Viertel ein vierstöckiges Gebäude ein. Mehr als 100 Personen sind verunglückt, etwa 30 sind tobt unb viele schwer verwunbet. Kapstadt, 17. December. Meldung des Bureau Reuter. Der Premierminister der Capcolonie, Rhodes, begibt sich nach London, um mit Lord Salisbury über die englisch-portugiesische Streitfrage zu conseriren- er reist voraussichtlich am 24. December ab. Rewyork, 17. December. Nach Telegrammen aus Rapid City (Dacota) ist ein Detachement Cavallerie von Indianern angegriffen worden. Der Verlust der Truppen betrug 2 Offiziere und 50 Mann tobt. Die Indianer wurden mit beträchtlichen Verlusten zurückgeschlagen. Von Rapid City geht sofort ein zweites Detachement Cavallerie ins Indianergebiet ab. Berlin, 18. December. Ihre Majestät die Kaiserin ist gestern Abend von einem gesunden Prinzen glücklich entbunden worden. schwand. Die gewünschte heilsame Einschüchterung blieb leider aus. „Du willst doch dem armen Puppenkin.de nicht wehe thun, Marthchen? Nein, nein, Du willst ihr keinen Schwerz machen?" kam Fräulein Gertrud dem verlegenen Papa zur Hilfe. „Nicht wahr?" „Nein, Tante!" „Dann mußt Du ebenso lieb und gut zu ihr sein, wie die Mama zu ihrem Marthakinde ist," fuhr das junge Mädchen fort. „Mama ist tobt," sagte die Kleine. In Gertrubs Mienen spiegelte sich unwillkürlich baS lebhafteste Bebauern. Das Trosteswort, welches ihr aus den Lippen schwebte, unierbrücfte sie aber in plötzlicher unerklärlicher Scheu vor dem dunkelbärtigen Herrn, welcher der Unterhaltung seines Töchterchens mit der Reisegefährtin mit größtem Jntereffe zu folgen schien. „Nein, ich habe keine Mama mehr," fuhr die Kleine fort. . . . „Thut ihr dies weh?" frug sie weiter, das Puppenkind zärtlich an ihr Herz drückend. „Nein, ganz gewiß nicht." „Darf ich sie einschläfern?" „Gern!" Die Kleine nahm die Puppe jetzt in den Arm, um sie mit den Manieren einer ausgelernten Kinderwärterin in den Schlaf zu bringen. Dazu summte sie vom „Muhkühchen von Halberstadt" und vom „schwarzen und weißen Schäfchen". Dabei begann sie ein vaarmal zu gähnen, endlich schloffen sich die lebhaften Augen der kleinen Kinderwärterin selbst im Schlafe. (Fortsetzung folgt.) * Nette Gegend. Bauer: „Gelt, jHerr, mir hant ebe e güata Luft dohobe, 's ischt aber au noh koiner bei'n es gschtorbe." — Herr: „So, wo schterbet no ihr Leut?" — Bauer: „Bis jetzet alle im Zuchthaus!" Die jüwgßr Volkszählung im Deutschen Reiche. Obwohl die Ergebnisse der am 1. December 1890 im Deutschen Reiche vorgenommenen Volkszählung noch immer derart lückenhaft sind, daß z. B. nicht einmal über die Bewohnerzahl der kleineren Bundesstaaten beglaubigte Nachrichten vorliegeu, so steht doch schon jetzt unzweifelhaft fest, daß die Bevölkerung Deutschlands wiederum beträchtlich zugenommen hat. Man wird wohl nicht sehr fehlgehen, wenn man annimmt, daß die ca. 48 Millionen Einwohner, welche unser Vaterland am 1. December 1885 auswies, sich inzwischen um etwa drei Millionen vermehrt haben, und daß also die Gesammtbevölkerung des Reiches gegenwärtig über 50 Millionen Seelen beträgt. Es ist diese abermalige bedeutende Zunahme der Bevölkeruugszahl Deutschlands gewiß nur mit Genugtuung zu begrüßen, denn mag man sie vom politischen, wirthschaftlichen oder socialen Standpunkte ans betrachten, so wird man sagen dürfen, daß Deutschland nach allem diesem Beurtheilen hin das Ausland mit Respect erfüllt, denn unleugbar stellt die in solchem Maße fortschreitende Zunahme des Deutschen Reiches einen neuen Beweis der wachsenden deutschen Volkskraft dar. Aber die jüngste Volkszählung in Deutschland weist auch andere weniger erfreuliche Seiten ous. Sie hat, wie dies schon bei der Zählung am 1. December 1885 zu constatiren war, abermals ein sehr erhebliches Anwachsen der Einwohnerschaft unserer Großstädte, namentlich der industriellen Centralplätze, ergeben, während in den meisten kleinen Städten und auf dem platten Lande die Bevölkerungszunahme vielfach eine nur ganz mäßige gewesen ist; ja, nicht wenige Orte müssen sogar eine Abnahme ihrer Einwohnerzahl im Vergleiche mit ihrem Bevölkerungsstande vor fünf Jahren zugeben. Sicherlich hängt aber das starke Anschwellen der Bevölkerung der großen Städte mit dem vielfach zu bemerkenden Rückgänge ober wenigstens Stillstehen der Bevölkerung in den Kleinstädten und aus dem platten Lande bis zu einem gewissen Grade zusammen. Zwar ist das reißende Anwachsen unserer Großstädte theilweise auch auf die Einverleibung stark bevölkerter Vororte in die Großstädte zurückzusühren, aber zum guten Theil rührt das unverhältnißmäßige Amoachsen der großstädtischen Bevölkerung, abgesehen von der natürlichen Bevölkerungszunahme durch den Geburtenüberschuß über die Sterbesälle, auch mit von dem lebhaften Zuzuge von außen her und an diesem sind überwiegend die Arbeiter aus ländlichen Districten betheiligt. Hier hat man es nun mit einer in socialer und wirthschastlicher Hinsicht sehr beachtenswerthen Erscheinung zu thun, sie bekundet, daß Deutschland sich im Lause der letzten drei Jahrzehnte mehr und mehr aus einem ackerbautreibenden Lande in einen Jndnstriestaat verwandelt hat- dies spricht sich eben unwiderleglich in dem erstaunlichen Anwachsen der großen Städte, häufig auch der Mittelstädte, gegenüber der fast glei!chbleibenden ober gar zurückgehenben länblichen Bevölkerung aus. Ob sich diese in socialer Hinsicht bedenkliche Entwickelung in gleichem Umfange auch in Zukunft fortsetzen wird, das ist freilich sehr fraglich, denn Rückschläge sind hier nicht ausgeschlossen, jedenfalls muß aber die auch durch die neueste Volkszählung sestgestellte Erscheinung einer in ungeheurem Umfange zunehmenden großstädtischen und industriellen Bevölkerung auf Kosten der zurückbleibenden Landbevölkerung in Deutschland die vollste Aufmerksamkeit der Wirthschastspolitiker erregen. In welcher Weise hierin eine gesunde Reaction erzeugt werden könnte, dergestalt, daß die Zahl der in der Großindustrie beschäftigten Menschen nicht mehr so unverhältnißmäßig im Vergleiche mit der Bevölkerung der vorwiegend länblichen Districte zunehmen würde, das ist allerdings ein schwieriges Problem für unsere Vvlkswirthe. Nichtsdestoweniger wird man namentlich aus Seiten der Regierung dieser hochwichtigen Frage fortgesetzt ernste Aufmerksamkeit zu widmen haben, denn noch immer bildet in Deutschland die Landwirtschaft eine der Grundsätzen des staatlichen Lebens und es wäre sehr zu bedauern, wenn durch eine allmähliche Abnahme der ländlichen Bevölkeruugs- unb Arbeiterzahl diese Säule des Staatslebenß geschwächt werden sollte. Cocale» und ProoinjteUes. Gießen, 18. December. — Gestern Vormittag 11 Uhr sand in Steins Garten eine Hauptversammlung des Landwirtschaftlichen Vereins der Provinz Oberhessen statt. Aus der Tagesordnung standen-. 1) Errichtung von Schlachthäusern, Erlaß von Schlachthaus- orbnungen und Maßregeln zum Schutze gegen Verluste durch Perlsucht beim Rindvieh; 2) die Getreide- und Viehzölle. Den Verhandlungen wohnten bei Herr Provinzialdirector Frhr. v. Gagern, Herr Ober-Medicinalrath Dr. Lorenz, Herr Kreisrath Schönfeld von Schotten, Herr Regierungsrath Nover, Herr Amtmann Nebel u. A., den Vorsitz führte Sc. Erlaucht Friedrich Graf zu Solms-Laubach, später Herr Gutsbesitzer Schlenke, Vicepräsident. Das Resultat der sehr eingehend geführten Verhandlungen, an welchen sich die eben Genannten, sowie mehrere Landwirtbe aus der nicht so zahlreich wie sonst besuchten Versammlung beteiligten, war die Annahme der folgenden, von einer besonderen Commission gestellten, im Lause der Debatte theilweise geänderten Anträge: 1) Die Errichtung von Schlachthäusern ist überall zu begrüben. 2) In die Schlachthausordnungen sind auf immer Bestimmungen, wie Vieh ausgeschlachtet wird, wann und durch wen das ausgeschlachtete Vieh verwogen werden muß, wieviel Procente abgerechnet werden dürfen, aufzunehmen. Die Ausdehnung der in den Schlachthausordnungen enthaltenen Bestimmungen auf das Land wird ebenfalls an- empfohlen. Die Commission empfiehlt den Verkauf von Schlachtvieh nach Lebendgewicht. 3) Die Entdeckungen Prof. Kochs werden wahrscheinlich bas Feststellen ber Tuberkulose auch beim Rindvieh auf kürzestem Wege ermöglichen, der Tilgung ber Tuberkulose bes Rindviehs durch Maßnahmen würden dadurch die Wege geebnet werden. Es ist die Großh. Regierung zu ersuchen, ihre Vertreter beim Bundesrathe anzuweisen, zu geeigneter Zeit darauf bezügliche Bestrebungen anzuregen. 4) Es scheint angemessen, durch reichsgesetzliche Regelung die Entschädigung bei Lungentuberkulose des Rindviehs möglichst zu beschleunigen. Bis gesetzliche Maßnahmen in's Leben treten, die die Landwirthe vor Schaden an Vieh durch Perlsucht und Lungentuberkulose bewahren, werden entweder locale Viehversicherungskassen oder größere, als solid bekannte Viehversicherungsgesellschaften empfohlen. Als fünften Punkt hatte die Commission beantragt: Die von der Metzger-Innung zu Gießen in's Leben gerufene Schlachtvieh-Versicherung ist zu begrüßen. Da in- deß im Laufe ber Debatte bezweifelt wurde, daß in den Statuten des Schlachtvieh-Versicherungs-Vereins der Metzger auch Bestimmungen enthalten seien, nach denen die Landwirthe vor Verlusten geschützt sind, salls ein bei der Metzgerkasse versichertes Stück Vieh ganz ober teilweise verworfen würbe, ober ob bie Kasse den Viehverkäuser (ben Lanbwirth) für ersatzpflichtig halte, wurde beschlossen, diesen Punkt bis zur völligen Klarstellung zurückzuziehen. Was die Viehversicherung im Besonderen betrifft, wurde von Herrn Ober- medicinalrath Dr. Lorenz betont, daß ein durchgreifender unb allen Theilen zu gut kommenber Schutz gegen Verlust an Vieh durch Perlsucht und Lungentuberkulose nur durch ein Reichsgesetz erreicht werden könne, die Versicherungsgesellschaften entsprächen nach seinen Erfahrungen den in sie gesetzten Erwartungen nicht. Herr Schlenke bezeichnete als die beste ihm bekannte Vieh-Versicherungskasfe die Oder- hessische Vieh-Versicherungs-Gesellschast unb empfahl ben Eintritt in dieselbe. Diese erhebe zwar hohe Prämien, aber sie ersetze auch den vollen Werth des Viehes. — Der zweite Gegenstand ber Tagesordnung: Die Getreide- und Viehzölle sand nach einem Referat des Herrn Schlenke, der im Hinblick auf die am 13. Januar n. I. im Reichstage zur Berathung kommenden Anträge auf Ermäßigung bezw. Aufhebung ber Vieh- unb Getreidezölle die Notwendigkeit darlegte, daß die Landwirthe sich dagegen erheben müßten, rasche Erledigung. Der von ber Commission sormulirte Antrag: „Der Lanbwirthschastliche Local-Verein ber Provinz Ober-Hessen wolle . beschließen, an den Reichskanzler die Bitte zu richten, daß an den bestehenden Getreibe- und Viehzöllen festgehalten werbe" würbe einstimmig angenommen. —- AuS ber Garnison. Major Gehr vom 2. Großh. Hess. Ins. - Regiment (Großherzog) Nr. 116, unter Beförderung zum Oberstlieutenant, als etatsmäßiger Stabsoffizier in bas Infanterie-Regiment Nr. 99, Major Buchholz vom 3. Posenschen Infanterie Regiment Nr. 58 als Bataillons- Commandeur in das 2. Groß. Hess. Jns.-Regimeut (Großherzog) Nr. 116 versetzt. — Theater. Verein. Der Intendant ber vereinigten Frankfurter Stadttheater kommt morgen eigens hierher, um mit dem Vorstand des Theater-Vereins den Neubau ber Bühne zu berathen. Letztere wirb bis zur ersten Vorstellung am 15. Januar vollkommen fertig gestellt sein. — Theater. Am Freitag (morgen) gelangt bie „Ehr e" von Subermann auf den von verschiedenen Seiten an die Direction ergangenen Wunsch hin zum vierten Mal zur Aufführung. Daß von demselben Stücke hier ein Mal ganz ausnahmsweise nach drei gut besuchten Vorstellungen noch eine vierte gewagt werden kann, beweist am besten, welchen Anklang bas gewaltige Drama unb seine Aufführung im „Neuen Theater" gesunden haben unb wie ein echter Dichter auch immer von seinem Volke verstanben wirb. Ein zahlreicher Besuch ber Vorstellung steht umsomehr zu erwarten, als jetzt zum l e tz t c n M a l e bie Gelegenheit geboten wirb, bie munberbare Darstellung ber bunkelsten Nachtseiten großstäbtischen Lebens unb verkehrter Anschauungen auf sittlichem Gebiete mit ihren heillosen Folgen kennen zu lernen, unb zugleich sich an ben Lichtstrahlen zu erfreuen, bie ber begnadete Dichter in bieses Dunkel fallen läßt. — Eia Gerbergeselle in ber Bahnhofstraße entwenbete einem im Hause seines Meisters wohnenden Studenten am 4. b. M. ein Paar noch fast neuer Rohrstiesel unb brachte dieselben nach seinem Heimathsorte Großen Linden. Der Dieb sollte sich jeboch des Gestohlenen nicht lange erfreuen, beim gestern erschien ein Schutzmann in seiner Wohnung in Großen- Linden, nahm bort bie Stiesel in Verwahrung unb später in Gießen ben Thäter selbst. — Zwei jugendliche Taugenichtse von hier öffneten gestern Nachmittag in Abwesenheit eines Bewohners ber Wolkengasse dessen Stubenthüre, erbrachen einen Schrank unb entwendeten daraus 10 Mk. Bei ihrer Verhaftung waren die Jungen nur noch im Besitze von 4 Mk., bas übrige Geld hatten sie schon verjubelt. Der eine der Burschen ist ber seitherige Pflegesohn bes Bestohlenen. — Bei ber herrschenben Kälte empfiehlt es sich in jeber Gemeinbe, sich zu versichern, ob auch, trotz seiner Zeit bei den Herbstübungen vorgenommener Leerung unb Austrocknung der Spritzencyliader und Ventile nicht wieder Wasser in den- selben sich gesammelt hat. In vielen Füllen wird man sich überzeugen müssen, daß eine mehr ober weniger mächtige Eisschicht in ben Maschinen bereu sofortige Inbetriebsetzung zur Unmöglichkeit macht. Aufthauen mittelst Petroleum ober Spiritus, Austrocknen mittelst Schwamm, Reinigung ber bie Bewegung versagenben Theile unb Einschmieren derselben mit flüssigem Glycerin ist bas einzige Mittel, um vor Schaden bewahrt zu bleiben. — Bei ber hessenNaffauischen Baugewerks Berussgenosseu. schäft würben im October 156 Unfälle, barunter 6 Todesfälle, angemeldet. Jin October vorigen Jahres bezifferten sich die angemelbeten Unfälle auf 136 mit drei Todesfällen. — Bei dem jetzigen trockenen Wetter sei daran erinnert, daß das Beschueideu der Hecken jetzt am besten statt- finden kann. n Bo« Vogelsberg, 17. December. Wenn auch die Prophezeiung eines bald en Winters, wie man sie AuS- .A Ü-'S 14 6>r’ J' • h frufie °b-rz°S" i-rg-n u°d ieidjt geworden, -KnipYÜdjen auf genügen können - Ian« Die dünne W .'lügenden Wi M auf den na M Umstande 1 /Mentlich dem A. Falsche Vo Temperaturwech ist nun nicht g dem Heutigen । leichneu. § Bobenüa entstand auf i:n Leuten eine Sc friede. Einem die Eingewe Vriider, wurden labere zu 4 Man letzterem Strafm let andere mitH Seite gesucht. Altenhain ( ist der Wärgengi in unserem sonst ichiedene Kinder erlegen. Laubach, 1 AiegervereinS j ,/Dchützenhoss" statt, außgesiihrl mann, Äeller ui Nen des Srie Mer-Gew aus Anregung i Versammlung t Äemünden mit ^>e Gründung Vereins bezn iäirblifan Wort. Mäftü) uni bandsrevisors Jl bnckete Verend genannten i wird die am 1. anderwärts, jo sociale Lebe N befindlich«, tsrnätziger Stabschier Major Luchholj vom tr. 58 als Bataillons- Jnj.-Aegimlit (Groh- Heppenheim-Fürth begonnen. *= Berlin, 15. December. Auftrage, sich mit den rheinhessischen Landtagsabgeordneten in Verbindung zu setzen und diese zu ersuchen, bei der Be- rathung des Staatsbudgets gegen die Weinsteuer stimmen zu wollen. Die Versammlung war der Ansicht, daß bei dem günstigen Stand der hessischen Finanzen sich in der hessischen Kammer bei der Budgetberathung eine Majorität für die Beseitigung der lästigen und ungerechten Weinsteuer finden werde. Musikai. Hausfreund Klätter f. ausgewählteZaionmufik. IV. Jahrgang. Monatlich 2 Nummern (mit Text- Beilage). Preis pro Quartal 1 x Proheoamaiern gratis and franco. Leipzig. C. A. Kochs Verlag. Mittel, Caputzen, Tücher, Kinderkleidchen , Damenwesten, Gamaschen re. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. m ^Lcita9jÄ!?b 3“ Uhr, Samstag Vormittag 8* Uhr, Samstag Nachmittag 3°° Uhr, Samstag Abend 4<° Uhr. ” Diphtherie Lungenschwindsucht Acute entzündliche Erkrankungen der Athmungs-Organe Rose Andere bekannte Krankheiten Briefpapier und Couverts 1 mit Äiefi für die Strecke Marburg-Bocken- |eim und Friedberg-Hanau soll öffent- ü- verdungen werden. Das Angebot Im« aus die Gesammtlieferung oder tine« Thell derselben erfolgen Hierzu ist öffenllicher Termin auf Aeastag den 30. December d. Z., Bormittags 11 Uhr, Damen- und Herrenunterkleider und Handschuhe, beste Qualitäten, empfehle billigst [------ Z» Boeck, Wallthorstraße mbant der Bereinigten gen eigens hierher, um ■ein§ ben Neubau her in der früher Bramm'fchen Hofraithe zu Gießen sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 11 Gänse, 1 Hobelbank, 1 Parthie Wirthstische und -Stühle, 1 Secretär, 1 Commode, 1 Nähmaschine, 1 Sopha u. s. w. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde. 3- Adoentsandacht heute Donnerstag den 18.December, Abends 8 Uhr, in der Kirche. Pfarrer Schlosser. ' o"" l,M odrl W dem Arbeitszimmer des Unterist $cir0 die rechneten anberaumt. Angebotsformu- Aeinigi"?> hte sind von da gegen freie Einfen- denk Jung von 0,50 Mark zu beziehen. Marburg, den 12. December 1890. Wißgliche Eisenbahn Bau-Jnspection. ;f Schwamborn. 10497; Citcratur und Kunjt --Weih«achtSliterat«r. Obwohl es bereits eine Menge spectell der Frauenliteratur gewidmete Bücher gibt, so verdient doch ein Werk: ,2)U Frau in Ha«- «nd Wett^ von Carola Baronin Eynatten (Leipzig, C. A. Kochs Verlag, eleg. geb. 2 50 ^), noch etae besondere Empfehlung in allen weiblichen Kreisen. In keinem anderen Buche werden nämlich wie in dem Werke: „Die Frau in und Well" die Pflichten und Aufgaben der Frauen in so lreffender, jeden edlen Character überzeugender, jedes brave Herz befriedigender Weise geschildert. Nichts ist in dem Buche oergeffeo, was zur Veredlung des weiblichen Berufes dienen kann, und für Galtinen und Mütter, sowie für herangewachsene Jungfrauen gibt es keine bessere Lectüre als dieses Merkchen. «ngel, Gr^Gerichtsvollzieher. haben 2 Chemiker, 2 Kaufleute, 2 Buchdrucker, 2 Maschinenbauer, 2 Schuhmacher und je 1 Cavallerie-Osfizier, Rechtsanwalt, Lehrer, Philologe, Privatgelehrter in Staatswissenschaften, Lithograph, Metallschleifer, Gerber, Koch, Klempner, Hutmacher, Schlosser, Sattler, Drechsler, Gastwirth und Gärtner. * Weiße Trauerkleider. Der zehn Jahre alten Königin von Holland, Wilhelmine, sind zur Trauer um ihren königlichen Vater weiße Gewänder angelegt worden. Die Verzierungen der Kleider fallen ganz fort. Die mit Blaufuchs gefütterten Pelze sind durch schwarze ersetzt worden, welche ein weißer Tuchstreifen umsäumt. Bei festlichen Gelegenheiten wird die Königin einen weißen Spitzenschleier tragen, gewöhnlich aber soll ein runder schwarzer Hut für die Kopfbedeckung in Anwendung kommen. Die jugendliche Königin der Niederlande trägt also weiße Trauerkleidung. * Den französischen Soldaten ist durch einen Erlaß des Kriegsminifters verboten worden, wollene Strümpfe zu tragen. Die Soldaten sollen abgehärtet werden. * In London sind in diesem Sommer nur drei junge Damen aus der Gesellschaft entführt worden. Da alle drei, ohne Kleider oder Wäsche mitzunehmen, bei Nacht und Nebel das elterliche Haus verlassen hatten, so fiel es einer weisen, vor einer solchen entsetzlichen Lage schauernden Mutter ein, im Zimmer ihrer drei Töchter einen kleinen, mit dem Nöthigsten versehenen Handkoffer zum gefälligen Gebrauche aufzustellen. zaugS Sommers machte, nicht in Erfüllung gegangen, so ist dagegen diejenige eines kalten Winters vollauf' zugetroffen. Seit der Winter begonnen, herrscht fast ohne Unterbrechung eine sehr strenge Kälte, die nachgerade dieser Tage zur Plage sich gesteigert. Zeigte doch das Thermometer Morgens 14 Gr. N. Trotz stärkster Feuerung war es nicht möglich, die Fenster in den Wohnstuben eisfrei zu bekommen. Die Quellflüßchen, die nur selten zufrieren, sind mit einer Eiskruste überzogen und stillstehende Gewässer bis auf den Boden ausgefroren. Die Mühlenräder gleichen crystalleuen Eisbergen und müssen täglich ausgeeist werden. Auch ist das Wasser in den Mühlgräben durch die ungewöhnliche Kälte sehr 'eicht geworden, so daß die Müller kaum den gesteigerten Ansprüchen auf das vor der Thüre stehende Weihnachtssest genügen können und sich darob in Klagen ergehen. Bei dem Landwirth erregt diese strenge Kälte ebenfalls Besorgniß. Die dünne Schneedecke gewährt den Wintersaaten keinen genügenden Schutz, dazu brät die Sonne diese leichte Schnee- Hülle auf den nach Süden zu gelegenen Bergabhängen weg. Diese Umstände schaden aber erfahrungsgemäß stets der Saat, namentlich dem Raps (Wintersamen) und dem Klee. Die R. Falb'sche Voraussagung, daß schon mit dem 10. d. M. Temperaturwechsel stattfände, bestimmt aber den 15. d. M., i't nun nicht ganz sicher eingetreten, aber dennoch ist mit dem Heutigen ein Nachlassen der sibirischen Kälte zu verzeichnen. § Babenhausen, 17. December. Zu Pfingsten dss. Js. entstand auf einem Tanze dahier unter israelitischen jungen i'euten eine Schlägerei, bei der das Messer eine Rolle frielte. Einem der Betheiligten wurde der Bauch aufgeschlitzt, qaß die Eingeweide hervordrangen. Die Messerhelden, zwei Prüder, wurden verhaftet und der eine zu 14 Monaten, der andere zu 4 Monaten Gesängniß vernrtheilt. Während der mit letzterem Strafmaß Bedachte jetzt seine Strafe angetreten, hat her andere mit Hinterlassung einer Caution von 4000 Mk. das Weite gesucht. Attenham (bei Ulrichstein), 16. December. Dieses Jahr ist der Würgengel der Kinderwelt, die Dip htherit iS, auch in unserem sonst so gesunden Gebirgsdorfe erschienen. Verschiedene Kinder sind bereits der heimtückischen Krankheit erlegen. Laubach, 15. December. Aus Einladung des hiesigen KriegervereinS sand gestern Abend 8 Uhr im Saale des „Schützenhofs" bei Herrn Gastwirth Stuggle ein Concert sw", ausgeführt von den Herren Weitert aus Lich, Gunsch- mann, Geller und Römer aus Hungen, behufs Deckung der Kosten des Kriegerdenkmals. RiederGemüuden, 16. December. Gestern fand dahier au.s Anregung und unter dem Vorsitz unseres Geistlichen eine Versammlung von Bürgern der hiesigen Pfarrei Nieder- Gemünden mit Otterbach, Elpenrod und Hainbach statt, welche die Gründung eines Spar- und Darlehenskasse- B«re ins bezweckte. Nach einem trefflichen, allgemein oer> stündlichen Vortrage des Herrn Landwirthschaftslehrers Spieß von Alsfeld und den klaren Ausführungen des Herrn Ver- dandörevisors Ihrig aus Offenbach wurde der bereits vorbereitete Verein definitiv gegründet. 47 Mitglieder aus den vier genannten Orten unterzeichneten sofort die Statuten und '.mb die am 1. Januar 1891 ins Leben tretende Kaffe, wie anderwärts, so auch hier ihre segensreiche Einwirkung auf das sociale Leben unseres in manchen wirthschaftlichen Nöthen sich befindlichen Volkes ausüben. Der Verein hat sich dem Verbände der hessischen landwirthschaftlichen Genossenschaften ^geschlossen. (D. Z.) verkaufe, um mit diesen Arttkeln zu1 räumen, weit unter Preis. [10507 I- Voeck, Wallthorstraße 18 Für Arbeiter! 101 51 Ein großer Posten getragene j Regenschirme eingetroffen bei H A. TaL. Neuenweg 58. auf Pfeifenköpfe wird bei mir stets besorgt Widmung nebst Namen kostet nnr 25 Pfg. [10494 Jearr Häuser, Mäusburg Nr. 1 in Gießen. selb, welcher vom Abgeordneten Dr. Graf (Elberfeld) Koch zugeführt worden war, wurde von Koch und Libbertz gemeinsam behandelt. Nach wenigen Jnjectionen trat der Tod unter so eigenartigen Erscheinungen ein, daß Koch selbst erklärte, hier sei der erste Fall, wo mit Sicherheit anzunehmen sei, daß die Jnjectionen den Tod veranlaßt hätten. * Zu den Clavierstuben erklingen schon wieder die alten Weihnachtslieder. Mir fiel dieser Tage, so schrieb ein Abonnent der „T. R.", als ich ein paar kleine Geschwister bei andachtsvollem Gesänge antraf, unwillkürlich der Apostel Philippus ein, wie er ben Kämmerer aus dem Mohrenlande fragt: „Verstehst Du auch, was Du liesest?" Als ich eben in mir diese Frage aufwerfe, klingt es: „Christ, „Dorette" (der Retter) ist da!" in frommer Unschuld von den Lippen des Dreijährigen und als ich ernsthaft um weitere Lieder bitte, bekomme ich noch folgende Blütheulese kindlicher Text- verbesserungen zu hören: „Knabenbringende" statt „gnadenbringende" Weihnachtszeit,- Marie, „die reine Magd", wird als Marie, „die reine macht", aufgefaßt und ferner die Aen- öerung von „Gott liebt Euch, Gott verläßt Euch nicht" in „Verliebt Euch" n. s. w. spricht jedenfalls zu Herzen. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß ein kleines zweijähriges Ding sein kurzes Nachtgebet beharrlich nicht mit „Amen", sondern mir „Armin", dem Namen ihres kleinen Spielgefährten, schließt. Ein junger Rechtsanwalt, dessen Sache vor einem englischen Gerichtshöfe zu seinen Ungunsten entschieden wurde, ließ sich zu dem Ausruf hinreißen, daß er die Entscheidung erstaunlich finde. Die Richter luden ihn auf der Stelle für den folgenden Tag wieder vor, damit er sich entschuldige. Der nachmalige Lord Eldon, damals als simpler Mr. Scott noch Advocat, ü; '.nahm die Vertretung seines jungen Collegen in der verdrieß:chen Angelegenheit. Als am nächsten Tage die Sache aufgerufen wurde, erhob er sich und sagte: „Mylords, es thut mir sehr leid, daß mein junger Freund sich zu einer Mißachtung des hohen Gerichtshofes hinreißen ließ. Er bereut es aufrichtig und bittet Sie, das Vergehen seiner Unerfahrenheit zuzuschrciben. Es wird Ihnen klar sein, daß dies zutrifft. Er hat sein Erstaunen über Ihr Unheil aus- gedruckt. Hätte er eine Ahnung von dem gehabt, was alltäglich hier vorgeht, hätte er den hohen Gerichtshof nur halb so lange gekannt, wie ich, so würde er kein Unheil desselben mehr erstaunlich finden." * Nichts nur im alten Rom, auch im alten Thüringen waren die Gänse Persönlichkeiten von öffentlicher Bedeutung. Die Bewohner des sachfen-meiningischen Dorfes Leimbach, welches an der jetzigen Landstraße von Vacha in Meiningen 2C. liegt, wußten im Jahre 1683 nicht oder wollten es nicht wissen, wer die fortwährend unwegsame Landstraße zu bauen und zu bessern hatte. Sie baten daher das Amt Tiestenort, den Schultheißen zu Merker darüber zu vernehmen, weil er ein alter und pflichttreuer Mann sei, der die „Observanz" kenne. Der Schultheiß gab nun bei feiner Vernehmung Folgendes wörtlich an: „Aufs jenseit der Verra von Marksuhl bis an die Vachaer Brücke müßten die Marksühler die Straße halten, und zu solchem Ende alle dreißig Jahre eine Heerd Gänß von Marksuhl uff Vacha zu treiben; wenn nun die Gänß uff dem Weg stolpern, müßten sie die Straß bessern!" * Die Vorbildung der socialdemokratischen Reichstags- abgeorduetell. Unter den 35 socialdemokratischen Reichstags- abgeordnelen finden sich 4, die eine Universität besucht haben (Blos, Liebknecht, Schippel, Stadthagen), 1 (Kunert) der ein Lehrerseminar, 1 (Heine), der ein Realgymnasium, 1 (Singerder eine Realschule, 1 (Schmidt) der die Bürgerschule und 1 (v. Vollmar, späterer Cavallerie-Osfizier), der die Cadetten- schule besucht hat. Macht zusammen 9. Die übrigen 26 I ä Mk. 1.90 pr. '/i Flasche ä „ 1.- „ 1/2 Der „Köln. Ztg.§ wird von hier gemeldet: Aus der Dr. Libbertz Privatpraxis wird jetzt ein neuer Todesfall nach der Behandlung mit Dr. Koch'scher Lymphe bekannt. Der Sohn des Herrn Simons auS Elber- fofort gesucht. fiOAQQ ___Stohr I., Ludwigsplatz 5. f 5?" braves Dienstmädchen sofort gesucht. B. Strauch. 1. Lebensjahr: 2.—lö.Jahr — 1 Das Wohnhaus des Stad Lamm von hier (Firma Moritz Mayer Nachfolger), in welchem feit ungefähr 50 Jahren ein Manufacturwaareu- Geschäst betrieben wurde, soll nebst zugehörigem Stalle Montag den 29. d. M, Vormittag- 10 Uhr, auf dem Rathhause dahier öffentlich meistbietend versteigert werden, wozu Steigliebhaber hierdurch eingeladen werden. * Mainz, 17. December. In einer gestern Abend da- bier abgehaltenen Versammlung der M öb e l fa b r i ka n te n wurde über die heutige Lage des Geschäfts berathen. Die Versammlung sprach sich dahin aus, daß die auswärtige Con- |carren3 billiger arbeiten könne, als man es am hiesigen Uatz in Folge der höheren Lohnverhältnisse könne. Aus diesem Grunde müsse wenigstens die seitherige Arbeitszeit um rine halbe bis eine Stunde verlängert werden. Die Verlagerung der Arbeitszeit soll deßhalb in aller Kürze an- geftrebt werden. I* A-s Rhemhkffk», 17. Decembcr. Gestern Kadjmittao M in Wörrstadt eine sehr zahlreich besuchte Vcrsamm- stnz von Gastwiithen aus dem Großherzogthum Hessen statt in über die Abschastung der Weinsteuer zu berathen. Nach ttigehender Berathung wurde ein Counts gewählt mit dem ______________ _ tung Frankfurt am Mai«), siyd wohttarmeckende Dessertweine und bietet Marsala einey oorzützlichen Ersatz für Madeira und Sherry und Dino dolee für Tokayer, auch ist das bei derartigen Weinen vielfach übliche Gipsen und Spritzusetzen durch kS«igl. Italien. Staat-eontrale gänzlich ausgeschlossen, dieselben werden deshalb in allen jenen Fällen, wo Weine als Stärkungsmittel angewandt werden, meistens bevorzugt. Air Aerdaufsstellen werde» durch Annonce» bekannt gegeben. [10502 ’Sf'Ä's. ^lich- 2 1= ,i" iw sofoE-. abtr n mit«1]! ^rmnufbraSbSrnrd,ettrn! l^^Schlossergeseüen aller Art bei [11507 Ä- Wallthorstraße 18. ■J liefert die ' BrBhl'sche Druckerei (Fr. Chr. Pietseb) 7. Schulstrasse 7. Fernsprecher 61. Im Lause dieser Woche wird mit den Absteckungsarbeiten der Bahnlinie Lorsch- Homberg a/O., 15. Decbr. 1890. Großh. Ortsgericht Homberg a/O. 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