Nr. 191 Dienstag den 19. August 1890 Amts- und Anzeigeblatt fite den Aireis Gietzen Hratisöeitage: Hießener Jamitienökätter Amtlicher Theil. Soweit ein Bedürfniß zur Feuilleton Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folg en dm Tag erfcheinmden Nummer bi- Sonn. 10 Uhr. 1659 332 1951 Alle AnnoncM'Lureaux deS In- und Auslandes nehm« ' Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Alte Raben Junge Raben Rabeneier Alte Häher Junge Häher Eichhörnchen 293 69 445 noch ferner Lacke, Farben und Materialwaaren ra allen Zwecken in besten Qualitäten f» Selteraweg- 39. ar, elegant, billig und durch ?m Gebrauch einfach weg- rhemdchen. Die Gießener @**trtenecam« »erben dem Anzeiger Wßchentlich dreimal beigelegt. Bald sahen sie aus den Landstraßen Mobilgarden, die auf Paris marschirten, weil sie in ihrer schlechten Ausrüstung nicht gegen die Deutschen zu fechten wagten. Zu dem Gamaschenknopf, der den Franzosen großsprecherisch nicht einmal gefehlt haben sollte, kamen jetzt noch einige Fehler der französischen Armee. Uebrigens waren diese Mobilgarden ganz wohlgemuth und sangen leichte Lieder. Das französische Lager bei Mourmelon in der Nähe von Chalons fanden die beiden Freunde bereits leer. Ein Bauer aus dem Felde gab 'ihnen Aufklärung darüber, indem er bemerkte, Mac Mahon sei mit 150,000 Mann nordwärts Wogen, um sich mit Bazaine zu vereinigen und die Prussiens in den Rhein zu werfen. Nun eilten die beiden jungen Leute in nordöstlicher Richtung weiter. Schon am Tage darauf trafen Ludwig und Hans auf die ersten preußischen Ulanen, welche sehr erfreut waren, als sie in Frankreich von Landsleuten deutsch angeredet wurden. Die Ulanen zogen dem verlassenen französischen Lager zu und wiesen die Flüchtlinge gen Süden, wo sich der Kronprinz von Preußen mit zwei preußischen Armeecorps, sowie den Bayern, Württembergern und Hessen im Anmarsch befände. Der Oberst lächelte und sagte: „Nun, weil Euch Frankreich einmal ausgestoßen und Ihr brave junge Leute zu sein scheint, so sollt Ihr, soweit es möglich ist, Euren Willen haben! Aber als kämpfende Soldaten könnt Ihr nicht ohne Weiteres eintreten, sondern zunächst nur als Krankenträger und Dolmetscher bei dem Regiment bleiben und auch das nur, wenn der General seine Zustimmung ertheilt und Eure Ausweispapiere in Ordnung befunden werden." Die beiden jungen Leute zeigten sich über diesen Bescheid ziemlich betrübt, denn sie wären am liebsten sofort in die Reihen der deutschen Kämpfer eingetreten. Der Oberst erklärte ihnen aber nochmals leutselig, daß dies den militärischen Anordnungen entgegen sei, und so gaben sie sich endlich zufrieden, da sie ja als Krankenträger und Dolmetscher bei dem Regiment bleiben durften. Inzwischen lief bei den Bayern die Kunde ein, daß Mac Mahon mit seinem Heere nach Norden ausgewichen sei und nach der belgischen Grenze marschire, wo ihm aber bereits die neugebildete Armee des Kronprinzen Albert von Sachsen den Weg verlege. Marschall Bazaine, zuerst am 14. August bei Nouilly nach Metz zurückgeschlagen, dann dort umfaßt und am 16. bei Vionville, am 18. bei Gravelotte westlich von Metz geschlagen und in die Festung geworfen, sei jetzt gänzlich eingeschlossen, so daß ein Theil der Einschließungs-Armee des Prinzen Friedrich Carl sammt der Nordarmee unter dem Befehle König Wilhelms sich nunmehr nach Norden gegen Mac Mahon wenden könne; an der kron- prinzlichen Armee sei es nun, schnell die Nordschwenkung zu machen und den Feind im Rücken zu saffen. Ein Jubelruf durchbrauste die tapferen Schaaren, als sie diese Kunde vernahmen. Es ward sofort ausgebrochen und nach mehrtägigem angestrengten Marschiren gelang daS- Biertrljähriger AkonnementrprerA- 2 Mark 20 Pfg. mft Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expedttt« und Druckerei: -chntßrateAr.-. Fernsprecher 5L Der #Ute*et Anzeiger erscheint täglich, Mt Ausnahme de- Montag-. Je weiter die beiden Freunde kamen, desto aufgeregter bewies sich die französische Bevölkerung, welche von der Regierung mit Waffen versehen worden war. Da nahten die „dl6U8 diables“, wie die Franzosen die Bayern nannten, und die beiden jungen Deutschen eilten zu ihnen. Die Vorposten brachten Ludwig und Hans zu einem Lieutenant, der .sich v. Beck nannte, eine Feldwache com- mandirte und die beiden Ankömmlinge als Dolmetscher und Kundschafter vorläufig bei sich behielt. Am anderen Tage ließ sie aber der Vorpostencommandeur v. Hünfeld zu sich bringen, da solche Ueberläufer nie länger als höchstens einen Tag bei den Vorposten bleiben durften. „Wohin soll ich Euch schicken?" fragte der Oberst kurz die beiden Freunde. „Herr Oberst," entgegnete da Ludwig entschlossen, „ich bin achtzehn Jahre alt, habe als Lieutenant bei unserem Schülerbataillon gestanden und glaube, ich würde als Freiwilliger bald den Dienst bei Ihnen rasch erlernen!" Der Oberst, welcher sich die Geschichte des armen Jungen bereits erzählen ließ, lächelte und sagte: „Und was wird Ihr Vormund dazu sagen, junger Herr?" //Der ist Franzose, Herr Hauptmann, von dem habe ich nichts zu hoffen, weil ich ein Deutscher bin und bleiben will." „So, so! Und Ihr Gefährte?" Hans stand soldatisch stramm da und sagte: „Herr Oberst, ich bin auch deutscher Abkunst, habe zwei Jahre bei der französischen Linie gestanden, ich kenne den Dienst und bin nur wegen eines Armbruchs, der aber vollständig geheilt ist, aus der französischen Armee entlassen. Lassen Sie mich mit meinem jungen Freunde in die deutsche Armee eintreten." Arrslaird. Ischl, 16. August. Der König von Rumänien empfing heute den Generalstabschef Freiherrn v. Beck. Der Kaiser stattete Vormittags dem Könige, der morgen Ischl verläßt, einen Besuch im Hotel ab. Paris, 16. August. Die gestrigen imperialistischen Bankette sind ohne Ruhestörungen verlausen. Auf dem Haupt- bankett im Saale Wagram, woran 800 Personen theilnahmen, wurden Toaste aus die Wiederherstellung des Kaiserreichs aus- ^gebracht und ein Telegramm des Prinzen Victor Napoleon Deutsche Herzen. Erzählung aus den Kriegsjahren von 1870/71. Von Carl Cassau. (Fortsetzung.) Die beiden seltsamen Flüchtlinge hatten sich mit einigen -Lebensmitteln und etwas Geld versehen und marschirten meistens in der Nacht, während sie am Tage im Walde verborgen schliefen. Kr ichmcr Anzeiger Keneral-Anzeiger. Deutsches Reich. Berlin, 16. August. Nach einer dem Emin Pascha-Comite zugegangenen Meldung aus Mailand trifft Dr. Peters am 23. August Mittags Hierselbst ein. Kiel, 16. August. Die „Kieler Ztg." will wissen, daß das Agricultur-Departement in London die Einfuhr von schleswig-holsteinischemVieh aus Tönning für dieses Jahr definitiv ablehnte. Memel, 16. August. Vormittags 9x/4 Uhr kam die „Irene" in Sicht, bald darauf die „Hohenzollern". Landrath Cranz und Lootsencvmmandeur Krüger fuhren mit dem Dampfer „Hagen" dem Geschwader entgegen und begaben sich an Bord der „Irene", wo sie von dem Prinzen Heinrich empfangen wurden. Sie kehrten nach halbstündigem Aufenthalte zurück. Um IP/2 Uhr fuhr eine Dampfbarkasse aus dem Hafen mit den Postsachen zu den wartenden Schiffen, idie alsdann ihren Curs nordwärts fortsetzten. Verminderung besteht, wolle der Abschuß fortgesetzt werden. SCHILLER (durchweg gedoppelt) Dtzd: M. -90. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 17. August. Der Ober-Postdirector und Geheime Ober-Postrath Schiffmann ist heute gestorben. Metz, 17. August. Der Kaiser bewilligte für die durch Hagelschaden heimgesuchten Landwirthe im Kreise Saarburg aus seiner Schatulle die Summe von 1000 Mark. Ischl, 17. August. Der König von Rumänien und der Prinz Thronfolger sind gegen Mittag nach München ab gereist. Kaiser Franz Joses geleitete dieselben zum Bahnhof, wo sich die Monarchen mit wiederholten Umarmungen verabschiedeten. Paris, 17. August. Das „Journal des Debats" erblickt in dem Besuche des Kaisers Wilhelm bei dem Kaiser von Rußland einen Beweis für das zwischen Deutschland und Rußland bestehende gute Einvernehmen. — Ein Theil der Mitglieder des französischen socialistischen Arbeiterbundes wird am 15. October einen Congreß in Chatellerau lt abhalten. — Im Monat October werden infolge des Ueberschreitens der für die Generalität bestimmten Altersgrenze vier neue Divisions- und neun neue Brigade- Generäle ernannt werden. — Die „Autorite" meldet, der Ort Kade (Sen eg am bi en) sei von einem ftanzösischen Aviso bombardirt worden. — Nach einer Meldung des „La Paix" von der Insel Martinique sind daselbst fünf Einwohner von Fort de France bei dem Versuch verhaftet worden, den Stadtheil Carenage, welcher bei dem kürzlichen Brande verschont ge-- blieben, anzuzünden. Ein gleicher Versuch sei in der Stadt Saint-Pierre gemacht, das entstandene Feuer jedoch nach der Einäscherung von zwei Häusern gelöscht worden. Die europäische Bevölkerung sei in große Bestürzung versetzt und sehr viele Kaufleute suchten ihr Geschäft zu liquidiren, um die Colonie zu verlassen. Kopenhagen, 17. August. Drei Schiffe des österreichischen Geschwaders sind hier eingetroffen und auf der äußeren Rhede vor Anker gegangen. Mailand, 17. August. Dr. Karl Peters ist, nachdem er eine herzliche Begegnung mit Kapitän Casati in Monza hatte, gestern Abend nach Deutschland abgereist. Der Afrikareisende Oskar Borchert wohnte der Begegnung mit Casati bei. Madrid, 17. August. Gestern erkrankte hier eine Frau unter chopraverdächtigen Symptomen. Die üblichen Vorsichtsmaßregeln sind getroffen worden. Petersburg, 17. August. Der „Swet" spricht sich in sehr bemerkenswerther Weise über den Besuch des Kaisers Wilhelm in Rußland aus. Er gibt dem Vertrauen in die Bewahrung des europäischen Friedens Ausdruck, begrüßt die Ankunst des deutschen Monarchen auf russischem Boden iden- । abrikat,e ' a ipalsNata*' Bt, sind, L « werden- fr m-h0’1 h °"5 - iu . ..chaftMey&EM unb ist der zuversichtlichen Hoffnung, daß die Folgen der Monarchenbegegnung für beide Völker wohlthätig sein werden. Petersburg, 17. August. Der „Grashadin" legt der Kaiser-Begegnung eine große Bedeutung bei, und begrüßt deshalb den Besuch des Kaisers Wilhelm als ein für Europa besonders freudiges Ereigniß. Rewal, 17. August. Zur Begrüßung des deutschen Kaise rs ist Großfürst Alexis mit einem russischen Geschwader aus der hiesigen Rhede eingetroffen. Ebenso kamen Hierselbst eine Ehrencompagnie des Regiments Miborg, dessen Ches Kaiser Wilhelm ist, der deutsche Botschafter General von Schweinitz und der deutsche Militär-Attache General- Major von Villaume an. Petersburg, 17. August. Bei dem Ausbau des sechsten Stockwerkes aus einem Hause aus der Newski Perspective brach gestern Abend ein Holzgerüst zusammen und begrub die auf demselben befindlichen Arbeiter unter den Trümmern. Acht Personen, darunter ein Architect, wurden getödtet, sechs andere schwer und vier weitere leichter verwundet. Petersburg, 17. August. In einer Besprechung über die bevorstehende Ankunst des Kaisers Wilhelm in Rußland schreibt das „Journal de St. Petersbourg": „Da die neue Zusammenkunft zwischen dem Kaiser Wilhelm und dem Kaiser Alexander schon lange im Voraus angekündigt worden ist, konnte die Presse derselben bereits zahlreiche Besprechungen widmen. Die einen schrieben derselben die höchste politische Tragweite zu, die anderen dagegen sprachen derselben säst jede Bedeutung bezüglich der internationalen Beziehungen ab. Es genügt indessen, sich an die Thatsachen zu halten, um der wirklichen Sachlage gerecht zu werden. Es ist unbestreitbar, daß die Beziehungen guter Nachbarschaft und Freundschaft zwischen beiden mächtigen Kaiserreichen durch die Begegnung ihrer Souveräne, von denen man weiß, daß sie ihre ganze Thätigkeit und Sorge der Wohlfahrt ihrer Völker und der Förderung ihres Gedeihens widmen, für welche die Aufrechterhaltung und Festigung des Friedens die erste Bedingung ist, noch inniger gestaltet werden. Der dem erhabenen Gaste in Rußland bereitete herzliche Empfang wird in dem Geiste dieses Monarchen und der hervorragenden Persönlichkeiten seiner Umgebung nur die Ueberzeugung befestigen können, daß Rußland in Frieden und guter Freundschaft mit der deutschen Nation zu leben wünscht, und das ist gewiß eines der kostbarsten Friedens- psänder." — Der Vice - Admiral Petschuroff, Obercomman- dirender der Flotte und der Häsen des Schwarzen und des Kaspischen Meeres, ist zum Mitglied des Staatsraths ernannt worden. Narwa, 17. August. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland sind heute hier eingetroffen und auf dem Bahnhose von den Spitzen der Militär- und Civilbehörden, sowie der Geistlichkeit empfangen worden. Auf dem Bahnhofe war eine Ehrenwache aufgestellt. Nachdem die Majestäten das ihnen dargebrachte Salz und Brod, sowie das bereits erwähnte goldene Blumenbouquet entgegengenommen hatten, fand die Begrüßung der weltlichen und geistlichen Würdenträger statt, worauf unter dem Jubel der zahlreich versammelten Volksmenge die Wagensahrt nach der Polewzew'schen Villa angetreten^wurde. Narwa, 17. August. Kaiser Wilhelm, Prinz Heinrich mit Reichskanzler v. Caprivi und Gefolge sind heute Abend Sil2 Uhr hier eingetroffen und am Bahnhofe vom Czaren, dem Großsürsten-Thronfolger nebst großem Gefolge begrüßt worden. Die Herrschaften fuhren nach der Polew- zew'schen Villa, wo die russische Kaiserin die Gäste begrüßte, sodann sand Diner, hieraus Feuerwerk am Wasserfall statt - überall großartiger jubelnder Empfang. Koftantinopel, 17. Anguft. Der „Agence de Konstanti- nople" zufolge hat das Kriegsgericht über die Urheber der Unruhen, welche am 27. vorigen Monats in der Manöver so vorzüglich, daß die bayerische Vorhut bald mit der französischen Nachhut zusammenstieß. Ludwig und Hans waren speciell dem Sergeanten Bäumle übergeben, der sie so viel als möglich im Militärdienste unterrichtete, denn auch als Krankenträger mußten sie den Dienst kennen lernen. Bäumle war der begeistertste Anhänger des Kronprinzen , der die Bayern bei Weißenburg und Wörth zum Siege gesührt hatte. „Jungens," Pflegte er zu Ludwig und Martin zu sagen, „Seine Königliche Hoheit der Kronprinz, das ist nicht nur ein großer General, sondern auch ein guter, edler Herr. Nicht nur die Leutseligkeit und Herzensgüte strahlen ihm aus den Augen, sondern auch die echte deutsche Treue und Tapferkeit von Gottes Gnaden." In den nächsten Tagen hatten die beiden Neulinge auch Gelegenheit, den hohen Herrn, als er das Regiment inspicirte, zu sehen und ehrfurchtsvoll zu begrüßen. Der Marsch ging immer nördlich. Am letzten August standen die Bayern südwestlich von Sedan, wo sich in Folge der genialen Kriegskunst des Generals v. Moltke unabsehbare deutsche Truppenkörper im Halbkreise zusammenschlossen. Die Bayern standen jetzt südlich von Frenois und Donchery. „Jungens" sprach jetzt Sergeant Bäumle zu seiner ganzen Corporalschast und hielt seine berühmteste Rede, „es geht los! Es liegt so eine Schwüle in der Lust! Wer aber nicht seine Pflicht thut, der ist ein — aber nein, das ist ja gar nicht möglich; wir werden alle wie die Löwen kämpfen!" In der nun folgenden Ruhepause begann der Sergeant seine Lieblingserzählung von dem Kampfe mit den Turkos in den Hopfenanlagen bei Wörth- obwohl ein jeder Zuhörer die Geschichte längst wußte, so hörte man doch dem Sergeanten gerne zu. (Fortsetzung folgt.) armenischen Metropolitankirche zu Kumkapu statt- anden, das Urtheil gefällt. Der Hauptthäter wurde zum Tode, drei andere wurden zu 15jähriger, und fünf weitere zu lOjähriger, bis herab zu sechsjähriger Zuchthausstrafe ver- urtheilt. Der Ministerrath bestätigte das Urtheil, welches nunmehr dem Sultan unterbreitet wird. Zum 18. August. Wohl allenthalben im deutschen Vaterlande werden die Kriegsereigniffe des Jahres 1870 bei der nun 20jährigen Wiederkehr der bedeutungsvollen Tage Gegenstand besonderer Feierlichkeiten. Speciell unser engeres Vaterland betrachtet den 18. August als einen Markstein in der Geschichte, weil an diesem Tage Hessens Söhne ruhmvoll Antheil nahmen an den Kämpfen um Metz, nach denen die unter dem Befehl des ranzösischen Marschalls Bazaine stehende „Rhein-Armee" ozusagen außer Thätigkeit gesetzt wurde und ein dreitägiger Riesenkamps seinen Abschluß sand, der in der Geschichte seinesgleichen sucht. Es ist daher nichts natürlicher, als daß alljährlich die Stätten deutscher Heldenthaten den Zielpunkt Vieler bilden, die dieselben aus eigener Anschauung kennen ernen wollen. Seit Jahren haben es sich namentlich die Kriegervereme von Metz angelegen sein lassen, den dort eintreffenden Gästen aus Alt-Deutschland den Besuch der Schlachtfelder aus jede mögliche Weise zu erleichtern- nicht zum wenigsten die Thätigkeit des Metzer Kriegervereins ermöglicht einen von Jahr zu Jahr steigenden Besuch der Schlachtselder um Metz und trägt dazu bei, daß den dort ruhenden Helden der gewaltigen Kämpfe ein sich jedes Jahr erneuerndes Andenken bewahrt wird. Selbstverständlich ist eS bei der den Besuchern meist knapp zugemesienen Zeit nicht möglich, die ganze Umgebung von Metz, soweit die Kampsstätten des 14., 16. und 18. August in Betracht kommen, zu besuchen- es werden in der Regel nur diejenigen Theile besucht, die wegen der dort im Kampfe gestandenen Truppenkörper von besonderem Interesse für die Besucher sind. Nachdem es der deutschen Armee zwischen dem 13. und 17. August, nach den Kämpfen am 14. und 16. August bei Colombey-Nouilly und Vionville-Mars-la-Tour gelungen war, der sranzösischen Armee das Vordringen nach Süden, Süd- osten und Südwesten von Metz unmöglich zu machen, galt es nur noch, Bazaine den Rückzug aus den Straßen Verdun, Elain, Briey u. s. w. zu verlegen und wurden zur Erreichung dieses Zweckes am 17. August die entsprechenden Ausstellungen genommen, derart, daß die Sachsen den rechten Flügel, die Garde und das 9. Corps (bei dem sich auch die hessische Division befand) das Centrum, das 8. Corps den linken Flügel bildete, während als Rückhalt das 10. und 3. Corps, die am 16. August vorzugsweise gelitten, mit dem 2. Corps als Reserve folgten. Das 7. Corps war zum Angriff bestimmt, sodaß im Ganzen 23O OOO Mann kampfbereit waren. Als man am 18. August Vormittags Gewißheit darüber hatte, daß die Franzosen noch in der Stellung von Aman- weiler verharrten, also einen Rückzug auf der Straße nach Constans oder Briey nicht angetreten hatten, wurde das 9. Corps über Verneville, das Garde-Corps über Habonville aus St. Privat und die Sachsen auf St. Marie-aux-chenes dirigirt. Es lag in der Absicht der Oberleitung, mit dem Angriff in der Front zu warten, bis die zum Stoß in die rechte Flanke des Feindes bestimmten Corps (Garde und Sachsen) ihre weit ausholenden Bewegungen vollendet haben würden. Bevor jedoch das 9. Corps und mit diesem die 25. (Großh. hessische) Division davon benachrichtigt werden konnte, stieß dasselbe gegen Mittag auf den Feind. Fünf Batterien der hessischen Division, unterstützt von einem hessischen Jägerbataillon, richteten von den Höhen von Habonville ihr Feuer gegen die zwischen St. Privat und Amanweiler thätigen sranzösischen Batterien, während die Infanterie das Bois de la cusse besetzte und die in demselben unter furchtbaren Verlusten kämpfenden Abtheilungen der 18. Division verstärkte. Daß aber auch die hessische Division ihre Stellung tapfer vertheidigen mußte und einem mörderischen Chassepot- und Mitrailleusenfeuer ausgesetzt war, das bewiesen die erlittenen Verluste an Todten und Verwundeten. Prinz Friedrich Carl selbst war es, der die Hessen zum Aushalten aufforderte, da bald Hülse komme. Das am Ausgange des Bois de la cusse von Offizieren der hessischen Division errichtete Denkmal bekundet, daß hier viele Offiziere und mehrere hundert Mann den Heldentod fanden. Neben der hessischen Division traf während des heißen Kampfes ein Theil des Garde-Corps ein, dessen Artillerie sofort in den Kamps eingriff, während die Jnsanterie zwischen St. Marie und St. Privat vorging und letzteren Ort stürmte. Mit dem Eintreffen der Sachsen um 2i/2 Uhr Nachmittags bei St. Marie-aux-chenes und Einnahme des Ortes räumten die Franzosen allrnählig ihre Stellungen, viele Gefangene in den Händen der Angreifer zurücklaffend. Aus der Linie Habon- ville-St. Marie-Roncourt waren während des Kampfes 180 deutsche Geschütze in Thätigkeit gewesen, mit diesem gewaltigen Artilleriefeuer wurde das Feuer der Franzosen bald zum Schweigen gebracht. Nachdem bis zum völligen Eintritt der Nacht die französische Stellung noch beschossen worden, zog sich die französische Armee während der Nacht hinter die Forts St. Quentin und Plappeville zurück, so daß am Morgen des 19. August die ganze Linie St. Nusfine bis Amanweiler geräumt war. Die Verluste dieser Schlacht waren sehr bedeutend, sie betrugen bei den Deutschen 900 Offiziere und 19 000 Mann, das Garde-Corps verlor 307 Offiziere und 8000 Mann, das 9. Corps, bei dem auch die hessische Division focht, 199 Offiziere und 3834 Mann. Der hessischen Division kostete der Sieg allein 86 Offiziere, 137 Unteroffiziere und 1446 Mann an Todten und Verwundeten. Diesen bezüglich des Kampfes nur kurz scizzirten Theil des Schlachtfeldes zu besuchen hatte der Veteranen-Verein zu Gießen unternommen. Nachdem der Verein am 9. August in Metz eingetroffen und dort, wie bereits gemeldet, überaus herzlich empfangen worden war, brachen die Theilnehmer an der Reise am 10. August früh V26 Uhr von Metz aus mittelst Wagen auf. Die Fahrt ging über Moulins und Chatef St. Germain zunächst durch ein prachtvolles, von hohem Laubwald eng eingeschlossenes, langgestrecktes Thal, in dessen. Mitte ungefähr ein mehreren daselbst gefallenen Lauenburgi- schen Jägern errichtetes einfaches Denkmal ankündigt, daß in seiner Umgebung gekämpft worden war. Nach Verlaffen des Thales gelangt man nach dem an einer kleinen Anhöhe liegenden Amanweiler, der Grenzstation der Eisenbahn von Verdun nach Metz. Einige hundert Schritte südlich von. Amanweiler, hart an der Grenze, steht das Garbeschützen-- denkmal, während westlich von diesem, vielleicht ein Kilometer entfernt, auf französischem Gebiet, am Bois de la cusse,, das Denkmal der hessischen Division steht. Aus einem hohen, mit eisernem Geländer umgebenen, mit Bäumen umpflanztem Unterbau, liegt, aus Erz gegossen, ein schlafender Löwe. Die Stirnseiten des Unterbaues sind mit dem umkränzten eisernen Kreuze geschmückt, während die eine, dem Walde zugekehrte Längsseite eine große Marmortasel mit den Namen der gefallenen hessischen Offiziere und der Zahl der gefallenen unb- verwundeten Soldaten enthält. Die nach dem freien Felde: hin angebrachte Tafel aber trägt die Inschrift: Den im Feldzug 1870—1871 gefallenen Kameraden: gewidmet von dem Offizier-Corps der Grossh. Hess. (25.) Division. Ist unsere Zeit gekommen, so wollen wir ritterlich sterben um unserer Brüder willen. An diesem Denkmal wurde eine erhebende Gedächtniß-- feier gehalten und der von Gießen mitgebrachte Kranz niedergelegt. Auch dem in einiger Entfernung vom Hessen-Denkmal liegenden Champenois-Hofe, der an dem denkwürdigen 18. August von zwei Compagnien unseres 2. Infanterie-Regiments gestürmt wurde, statteten Mehrere, die diesen Sturm mitgemacht, einen Besuch ab. Nach Rückkehr nach Amanweiler und kurzer Rast daselbst erfolgte die Weiterfahrt nach St. Privat, an dessen Eingang links das Gardedenkmal steht - der Weg durch den Ort führt zu dem nördlich von St. Privat stehenden Sachsendenkmal. In dem ca. P/2 Kilometer entfernten St. Marie-aux-chenes steht ein französisches Denkmal. Die Fahrt nach Verneville führte durch zwei französische Ortschaften, St. Ail und Habonville - bei Verneville wurde wieder deutsches Gebiet betreten. Das ca. 3 Kilometer von diesem Orte liegende Gravelotte wurde am Mittag erreicht und von da ein Abstecher nach der denkwürdigen Schlucht von Gravelotte und dem die Gebeine von 3000 Kriegern bergenden Kirchhofe von Gravelotte, sowie dem Kirchhofe bei St. Hubert-Hof unternommen. Von dem Straßenkreuz von Gravelotte führt die nach Südwesten gerichtete Straße nach dem zwei Kilometer entfernten Rezonville, weiter nach Vionville und Mars-la-Tour, in deren Nähe 1870 die großen Reiterschlachten stattfanden. In südöstlicher Richtung von Gravelotte führt eine ebenfalls von herrlichen Waldungen eingefaßte Straße nach Ars an der Mosel, welches Städtchen von den Veteranen besucht wurde, weil ihrer viele während des Krieges dort in Quartier gelegen, lieber Vaux und Jussy wurde gegen Abend Metz wieder erreicht. Die vom Gießener Veteranen-Verein berührte, hier nur flüchtig beschriebene Tour erstreckte sich, wie Eingangs erwähnt, nur auf einen Theil des gewaltigen, um Metz gelegenen Kampfterrains, allein die durchreiste Strecke genügte, um dem Beschauer ein Bild von den um Metz stattgehabten Riesenkämpfen zu geben. Zahlreiche Denkmäler von oft kunstvoller und kostspieliger Ausführung, unzählige aus den Weizenfeldern, aus Gärten und Wiesen hervorragende einfache Kreuze bezeichnen die Stätten, an denen vor 20 Jahren die Heere zweier großer Völker um die Palme des Sieges rangen. Nachstehend sei noch ein Verzeichnis der bemerkenswerthesten Denkmäler der Metzer Schlachtselder mitgetheilt: 1) Französisches Denkmal in St. Marie-aux-chenes. 2) Denkmal des Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regts.- Nr. 2 bei St. Privat. 3) Denkmal des 12. Armee-Corps bei St. Privat. 4) Denkmal des Garde-Corps bei St. Privat. 5) Denkmal des 4. Garde-Grenadier Regts. „Königin" bei St. Privat. 6) Denkmal der hessischen Division im Cusse-Walde. 7) Denkmal der Gardeschützen bei Amanweiler. 8) Denkmal des Kaiser Alexander-Regts. bei Amanweiler^ 9) Denkmal des Schleswig-Holst. Jnfi-Regts. Nr. 84 bei Habonville. 10) Denkmal der 18. Division bei Verneville. 11) Denkmal des 1. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 81 bei Maizieres. 12) Denkmal der Ziethen-Husaren bei Rezonville. 13) Denkmal der Bredow'schenReiterbrigade b.Rezonville- 14) Denkmal des Brandenburg. Füsilier-Regiments Nr. 35 bei Vionville. 15) Denkmal des 3. Brandenb. Jns.-Regts. Nr. 20 bei Flavigny. 16) Französisches Denkmal bei Tantelaineville. 17) Denkmal des 7. Rhein. Jns.-Regts. Nr. 69 bei Gravelotte. 18) Denkmal des 4. Magdeburg. Jnf.-Regts. Nr. 67 bei Gravelotte. 19) Denkmal des 4. Pomm. Ins. - Regiments Nr. 42 bei Gravelotte. 20) Denkmal des 3. Rhein. Jnf.-Regts. Nr. 29 bei Gravelotte. 21) Denkmal der Pommerschen Regimenter Nr. 3, 7, 14 und 54 bei Gravelotte. 22) Denkmal des Ostfries. Jnf.-Regts. Nr. 78 bei Flavigny. 23) Denkmal der 5. Division bei Flavigny. 24) Denkmal des Brandenb. Feld-Art.-Regts. Nr. 3 bei Flavigny. 25) Denkmal des Jnf.-Regts. Nr. 56 bei Flavigny. NsJ®tlNbt b' Denku^ dl zl) ®entmat » 34) DenkM « K **Ä Außer den F btI Umgebung »onj 4 - Morgen D Mllschastsvereins -es demnächst von Dr. P. Detweiler t Herren, namentlich l wird. In der vorig statt von Seiten o msiMs (in Steins Ehrenmitglied Herr schastsvereins. Me lichsten Verlaus und pathien ab, die her Einwohnerschaft y Abschied der Schul menschlich schönen dessen seltene W fesseln, von ihnen Director Dettweili seiner Thätigkeit f - Aus An Schlacht bei Gravei der Veteranen-Ve Friedhose, woselbst das sranzösische, t gehalten wurde, mit ihren gamilii Ofsiziercorps, Der Leib. Abwechselnd i lief die Feier aufs . nach 2 Uhr dauernd 'HU Ei»! feilt, “ feer tz — Mit Genug Hose schlummernden tviesene Angedenken soweit die Namen ermittelt werden k stehenden Kreuzen 1 "1 Porzellanschild N ruhenden Krii welcher E Verein mit den c Friedhoses ein besc Aus dem fiefunbenen achten. Hellen nach dem Pmse errungen.- «°ls Schäser, o Meßend« L«rt Decher, A 5) Reick», < 6) Otterbei , ®9; Nch-ldr und v°u 5 * N«,lins , t MUolIej “nb ®Wil Utrchez L Mem * MnfnT”b* ,°^°l »ntiinbi ,nhbu> n tvar. m x^'M tu Qn einer KehpH « °rion berS??^ «. ftSftMj do, steht das K üotl m/ vielleicht am Bois de L 01netEr steht. 9rlt; CU88e> mit M- einem hohen 1 ”Mtit dcamen der ge- A l ^aü-nen und »as1-* ^gefallenen Kameraden * Hess. (25.) Division. iUen wir ritterlich sterben er willen. fine erhebende Gedächtnis «Ben mitgebrachte Kranz M'gkr Entfernung vom mois-Hose, der an dem : i»ei Compagnien unseres wurde, statteten Mehrere, I m Besuch ab. Rach Mck- Rast daselbst erfolgte die I dessen Eingang links das rch den Ort sthrt zu dem i Sachsendenkmal. In dem . Marie-aux-chenes steht ein hrt nach Berneville füljrtr Hf St. Ail und «^abontJifle; sches Gebiet betteten. Das : liegende Gravelotte wurde ein Ästecher nach der denk- t und dem die Gebeine von j ;je von Gravelotte, sowie ! )s unternommen. i Gravelotte führt die nach h bem zwei Kilometer ent' f ionDüle und Mars-la-Tour, . WNften stattfandem >elotte führt eine ebenfalls ,Bte Straste nach As an ; )On den Veteranen besucht । des Krieges dort in Quar- , crussy wurde gegen Abend . Wegener Veteranen-Verem inrbene T°m «M* •* JEÄW& M* i Stätten denen »°r s ’nC? S m P°'E |roBtr $ T ein W*6 ** 'SöS* bei ©tW' Krenadrer^v rj&t ■■" - ua b» wW 8“' 0 bei 51 r.42 jlejinie«'8 18 i-i T?#fluntnttr flr. 3/ 51t. rs b" r(, 69 b-> L , 67 »** *s> * 26) und 27) Denkmäler des 1. und 2. Garde-Drag.- Regts. bei Mars-la-Tour. 28) Denkmal des 7. Brandend. Jnf.-Regts. Nr. 60 bei St. Hubert Hof. 29) Denkmal des 2. Rhein. Jnf.-Regts. Nr. 28 bei Moskau Hof. 30) Denkmal des 1. Armee-Corps bei Montoy. 31) Denkmal des 6. Wests. Jnf.-Regts. Nr. 55 bei Colombey. 32) Denkmal des 2. Wests. Jnf.-Regts. Nr. 15 bei Colombey. 33) Französisches Denkmal bei Colombey. 34) Denkmal des 8. Ostpreuß. Jnf.-Regts. Nr. 45 bei Colombey. 35) und 36) Deutsche und französische Denkmäler aus der Chambiere-Jnsel bei Metz. Außer den hier angeführten zieren noch die Friedhöfe der Umgebung von Metz viele würdige Denkmäler. H. E. £cxaU» «mb -provinzielle». Gießen, 18. August. — Morgen Dienstag Abend findet in den Räumen des „Gesellschaftsvereins" ein Abschiedsessen statt, das zu Ehren des demnächst von hier scheidenden Gymnafialdirectors Prof. Dr. P. Dettweiler von einer größeren Anzahl befreundeter Herren, namentlich auch aus dem Osfiziercorps, veranstaltet wird. In der vorigen Woche sanden bereits Abschiedsseiern statt von Seiten des Lehrercollegiums des hiesigen Gymnasiums (in Steins Garten), des Corps Teutonia, dessen Ehrenmitglied Herr D. ist, und des Vorstandes des Gesell- schastsvereins. Alle diese Veranstaltungen nahmen den herzlichsten Verlaus und legten beredtes Zeugniß sür die Sympathien ab, die Herr Dettweiler in weilen Kreisen der hiesigen Einwohnerschaft genießt. Besonders herzlich war auch der Abschied der Schüler von ihrem Lehrer, der stets in einem menschlich schönen Verhältniß zu ihnen gestanden hat und dessen seltene Gabe, das Interesse zu wecken und dauernd zu fesseln, von ihnen einstimmig gerühmt wird. Möge es Herrn Director Dettweiler beschieden sein, auch an dem neuen Ort seiner Thätigkeit sich zahlreiche Freunde zu erwerben! — Aus Anlaß der Wiederkehr des Gedenktages der Schlacht bei Gravelotte (18. August) zog gestern Nachmittag der Veteranen - Verein mit Fahne und Kränzen nach dem Friedhose, woselbst die beiden Denkmäler, das deutsche und das sranzösische, geschmückt und eine kurze Gedächtnißfeier gehalten wurde. Am Abend vereinigten sich die Veteranen mit ihren Familien und zahlreich geladenen Gästen, dem Osfiziercorps, Vertretern der Stadt rc. im Saale des Cafe Leib. Abwechselnd mit Ansprachen, Concert und Gesang verlief die Feier ayfs beste, sie fand ihren Schluß in einem bis nach 2 Uhr dauernden Tanzvergnügen. — Mit Genugthuung über das den auf unserem Fried- Hofe schlummernden Kriegern aus dem 1870er Feldzugs erwiesene Angedenken sei hier mitgetheilt, daß die Kriegergräber, soweit die Namen der in jedem einzelnen Grabe Ruhenden ermittelt werden konnten, mit gußeisernen, aus Steinsockeln stehenden Kreuzen bezeichnet worden sind. Jedes Kreuz trägt ein Porzellanschild mit Namen und Heimathsort des unter ihm ruhenden Kriegers. Die Gräber sind mit Epheu bepflanzt, welcher Schmuck nach seiner vollen Entwicklung im Verein mit den geschmackvollen Kreuzen diesem Therle des Friedhoses ein besonders weihevolles Gepräge verleihen dürfte. — Auf dem gestern unter colossaler Betheiligung stattgefundenen achten Hainig-Turufest (Herbstturnsahrt des Gaues Hessen nach dem Hainig bei Lauterbach) wurden folgende 1) Louis Schäfer, Gießen (M.-T.-V.) 39 Punkte, 2) Louis Metzendorf, Lauterbach 38V2 n Z) Georg Mignon, Wetzlar 38 „ 4) Carl Decher, Alsfeld ^xii // 5) Conr. Renker, Lauterbach 37 „ i Gg. Otterbein, Lauterbach j 3ß | Gg. Nesseldreher, Heuchelheim ( ~ ( Ludw. Hamel, Gießen (M.-T.-V.) j 35 ) ( Th. Müsing, Gießen (T.-V.) ) 8) Theod. Brück, Gießen (M.-T.-V.) 9) Jac. von Ei ff, Grünberg 10) Arnold Enders, Lauterbach 341/2 Punkte 34 331/2 // 11) gerb. Hachenburg, Lauterbach 32'/, // Heinrich Braun, Laubach Carl Repp, Grünberg Aug. Schiebelhuth, Lauterbach 12) • 32 V 13) Gg. Bauer, Alsfeld 31'/- // 14) Chr. Haber, Alsfeld | Gg. Enders, Alsfeld 1 Joh. Flach, Lauterbach 30'/, // 15) Carl Höchstem, Gießen (M.-T.-V.) Hch. Balser, Gießen (T.-V.) 30 // 16) Carl Trabandt, Lauterbach 17) Heinr. Hörr, Heuchelheim 29'/, // 29 // 18) 19) • Zacob Germer, Heuchelherm Ferd. Ehrenklau, Grünberg Wilh. Schnägelberger, Lauterbach Hugo Gärthe, Wetzlar Werner Freihöfer, Alsfeld 28'/, ■ 28 H n 20) Conr. Hildebrand, Schlitz 27'/, // 21) Carl Ettling, Alsfeld 27 // 22) Heinr. Hoffmann, Lauterbach ^0/2 Die Hebungen bestanden in Stemmen, Wettlaufen, // Frei- hoch- zahl und Freiweitspringen. Die höchste erreichbare Puntt- war somit 40 Punkte. — Ertappte Hochstabler. Ein Pärchen, angeblich Reserveoffizier und Frau, welches sich seit einiger Zeit in einem hiesigen Hotel einlogirt hatte, wurde wegen verschiedener versuchter Schwindeleien dingfest gemacht. Trotz des mit großem Rasfinement in Scene gesetzten Schwindels war derselbe doch nur in einem Falle von geringfügigem Erfolge gekrönt. Als was sich das saubere Paar in Wirklichkeit entpuppt, muß erst die im Gange befindliche Untersuchung ergeben- jedenfalls kann angenommen werden, daß es mit den in Homburg, Wiesbaden rc. verübten Schwindeleien in Verbindung steht. vermischte». * Darmstadt, 18. August. Zu dem sechsten allgemeinen Vereinstag der deutschen land wirth- schastlichen Genossenschaften sind zahlreiche Anmeldungen aus allen Theilen des deutschen Vaterlandes, selbst solche aus dem Auslande, eingelaufen. Wie schon früher- erwähnt, erfolgt die definitive Festsetzung der Tagesordnung sür die zweitägigen Verhandlungen in der Vorversammlung am Abend des 19. August- es ist dabei mit ziemlicher Bestimmtheit vorauszusehen, daß die in den Tagesblättern mit- getheilte, nach den einzelnen Zweigen der Genossenschaften aufgeführte Tagesordnung in dieser Reihenfolge nicht eingehalten, vielmehr der Wichtigkeit der einzelnen Gegenstände entsprechend vorgegangen werden wird. Auf diese Weise wird das Interesse der Theilnehmer am Vereinstage für die ganze Dauer der Verhandlungen in Anspruch genommen werden. Neben den Hauptversammlungen findet eine Reihe Sections- sitzungen der einzelnen Genossenschaften statt, so daß der Vereinstag voraussichtlich für das ganze Genossenschaftswesen ein ebenso reichhaltiges wie werthvolles Material liefern wird, das hoffentlich für die gesammte landwirthschaftliche Bevölkerung zum Segen gereicht. Liegt doch gerade hierin, wie immer mehr anerkannt wird, ein mächtiger Hebel zur Beseitigung des Nothstandes, ungleich besser wirkend, als alle, wenn auch noch so gutgemeinten Palliativmittelchen. — Für das am Mittwoch Abend seitens der Stadt Darmstadt gegebene große Gartenfest ist eine besonders brillante Illumination der Gartenräume vorgesehen. Während des Spielens der „Wacht am Rhein" — es concertirt die Capelle des 23. Dragoner-Regiments unter der Leitung des Musikdirectors Herrn Engel — wird der ganze Garten in herrlichstem bengalischem Lichte erstrahlen. Auch sür das Fest in Auerbach sind die Vorbereitungen so getroffen, daß unsere Gäste eine unvergeßliche Erinnerung an den 6. Vereinstag in Darmstadt mit in ihre Heimath nehmen dürsten. /X Mainz, 17. August. Zwei Soldaten des 87. Infanterie-Regiments sanden gestern Abend am jenseitigen Ufer, einige 200 Meter unter der Straßenbrücke hier, beim Baden in den Wellen des Rheins ihren Tod. Dieselben geriethen bei schon herannahender Dunkelheit in eine vor Kurzem erst ausgebaggerte tiefe Stelle, von wo sie unter ein Floß trieben und in den Fluthen verschwanden, ehe noch an eine Rettung vom Lande aus zu denken war. Einer der Ertrunkenen wurde heute Morgen gelänget. Scbisfsnacb richten. Hamburg, 16. August. Der Hamburger Doppelschrauben- Schnelldampfer „Augusta Victoria", Capitän Albers, welcher am 8. August von Southampton abgegangen, ist am 15. August, 6 Uhr Abends wohlbehalten in Rew-Aork angekommen. Reisedauer von Hamburg nach Newyork 8 Tage 10 Stunden. Oceansahrt 7 Tage 6 Stunden 45 Minuten. _____ verkehr, Land- unö volkswirthschaft. Sründerg, 16. August. (Fruchtpreise). Weizen A Korn A 16.—, Gerste A —, Hafer A 19—, Erbsen A —, Linsen ——, Lein , Wicken —.—, Samen 27.—, Kartoffeln —— Gummi- Paris. Feinste Specialitäten. 4447 Zollfr. Versandt durch "W. H. Mielck, Frankfurt a. M. Special-Preisliste in verschloss. Couvert ohne Firma geg. Eins. v. 20 Pfg. in Briefm._____________ Schmrze ml farbige otiötnfliffe . direkt aus der Fabrik von von Elten & Keuffen, Crefeld, * Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten. — Für die durch Hagelschlag Beschädigten in Königsberg gingen ferner ein: Von F. M. K. 1 A, B., Lollar 2 A, Einjahrig-Freiwilliger 5 A, L. Kleeberger 3 A, Unbekannt 2 A, von Lich 1 A, 3. SB. 4 A Zusammen 18 A Jnsgesammt nunmehr 287 A Für den bedürftigen Conrad Röhrsheim in Crumbach gingen ferner ein: Von F. M. K. 0.50 A, B., Lollar 1.50 A, Unbekannt 0,50 A, Frau Hensel 5 A, H. I. 2 A, von der zweiten Kammer im „Deutschen Hof" hier als nicht getrunkener Klöppel 2 A, Armenkassenrechner Döpfer 1A Zusammen 12.50 A Jnsgesammt nunmehr 41.50 A Weitere Gaben nimmt gern entgegen Die Expedition des „Gießmer Anzeiger". Für Conrad Röhrsheim sind bei dem Unterzeichneten weiter eingegangen: Von Frau Major R. 10 A, L. B. 10 A, G. W. 1 A, Fr. Bff. 1 A, Prof. O. 10 A, C. B. 5 A, Fr. K. 2 A, H. S. 2 A. Dr. B. 2 A, Frl. I. I. 2 A, C. Sch. sen. 3 A, Fr. Pfr. Sch. 1 A, L. W. P. 2 A, Einjahrig-Freiwilliger 5 A, Fr. Gärtner B. 1.50 A, Wilhelm B. 1A, H. S. (Grünberg) 3 A Summa 61.50 A Mit den früher qutttirten 24 A zusammen 85.50 A Da ich verreise, schließe ich meinerseits die Sammlung mit herzlichem Dank an alle Geber. Etwa noch ausstehende Gaben bitte ich der Expedition dieses Blattes übergeben zu wollen. Gießen, den 18. August 1890. Schlosser, Pfarrer. Spitlplan der vereinigten Frankfurter Ztadttheater. Ovkvuhuus» Dienstag den 19. August: Aida. Große Preise. Mittwoch den 20. August: Rheingold. Außer Abonnement. Große Preise. Donnerstag den 21. August: Regiments to chter. Puppenfee. Große Preise. Freitag den 22. August: Walküre. Außer Abonnement. Große Preise. Samstag den 23. August: Troubadour. Große Preise. Sonntag den 24. August: Jüdin. Große Preise. Montag dm 25. August: Siegfried. Außer Abonnement. Große Preise. Scharrspielhav-. Dienstag den 19. August: Adrienne Lecouvreur. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 20. August: Die berühmte Frau. Gewöhnliche Preise. (Baron Römer-Saarstein: Herr Szika als Gast.) Donnerstag den 21. August: Die Ehre. Außer Abonnement. Gewöhnliche Preise. Freitag den 22. August: Der Bibliothekar. Gewöhnliche Preise. Samstag dm 23. August: Zum ersten Male: Das vierte Gebot. Volksstück in 4 Acten von L. Anzengruber. (Schalcmter: Herr Szika als Gast). Gewöhnliche Preise. Sonntag den 24. August: Zum ersten Male wiederholt: Das vierte Gebot. Gewöhnliche Preise. Temperatur der Lahn und der Lust am 18. August, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 18, Luft 22 Gr. Rüb f amen. Bekanntmachung. Die Landbriesträger führen auf ihren Bestellgängen Bücher mit sich, roe(dje zur Eintragung der ihnen vom Publikum zur Beförderung nach der nächsten Postanstalt Übergebenen Sendungen mit Werthangabe, Einschreib- iendnngen, Postanweisungen, gewöhnlichen Packete und Nachnahmesendungen bestimmt sind und zur größeren Sicherheit für die richtige und rechtzeitige Ablteserung dieser Gegenstände dienen. Will der Absender die Eintragung selbst bewirken, so hat der Landbriesträger demselben das Buch vorzulegen. Bei Eintragung des Gegenstandes seitens des Landbriesträgers muß dem Absender auf Verlangen durch Vorlegen des Buches die Ueberzeugung von der stattgehabten richtigen Eintragung gewKrt werden. Da diese Einrichtung und das dem Publikum durch dieselbe gebotene Mittel zu seiner Sicherstellung immer noch nicht genügend bekannt zu sein iLeint io wird aus das Bestehen derselben besonders aufmerksam gemacht. Darmstadt, im August 1890. Der Kaiserliche Ober-Postdirector. Clavel. SS Tapeten Die neuesten und schönsten Muster in g1*08881* Auswahl ZU äusserst billigen Preisen. Reste von 5—20 Rollen gebe ich unter Fabrikpreisen ab Heinrich Hochstätter, 3263 Schlossgasse 19, der Export-Cie, fdr Deutschen, Cognac Köln a. Rh., Salierring 55, boi gleicher Güte bedeutend J billiger als französischer. Man ▼•rlanra stets Etiquettes Mit unterer Firma. Dimeter Verkehr nur eit WMemrkiifen. Brennholz. Buchen- und Tannenholz, in guter trockener Waare, per Meter und per Centner, billigst bei 343 Andreas Euler« Grosser Ausverkauf wegen Geschäft-Verlegung in Corsetten, Sonnen - u. Regenschirmen, Schürzen u. s. w. Geschw. Aron, 5606 Kreuzplatz 5. 364] Die berühmten Wie-badeoerHarrS- machet Nudeln v C. 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Abonnements werden jederzeit angenommen bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. — Probe-Nummern gratis und franco durch die Expedition Berlin W., Potsdamer Straße 38, Wien I., Operngasse 3. Frühkartoffeln mit Sack per 50 Kilo 2 JL 50 Zwiebeln mit Sack per 50 Kilo 5 JL liefert fro. Bahn Friedberg, waggonweise bedeutend billiger I. Wertheimer, gestern Vormittag 11 Uhr nach langem schweren Leiden im vollendeten 17. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Die tieftrauernde Mutter: Helene Berg, geb. Hlenk. Gießen, am 18. August 1890. Die Beerdigung findet Dienstag den 19. August, Nachmittags 2 Uhr, von der Klinik aus statt. [6843 Balser, Ernst, Buch- und Schreibmaterialienhändler. Blase, Dr., Gymnasiallehrer. Brück, Carl, Goldarbeiter. Dörr, Schlossermeister. Eise, Schneidermeister. Frech, Kaufmann. Fuhr, Oberlehrer. Geilfutz, O., Scribent. Hahn, Oberlehrer. Hoffe, Schreinerrneister. Krautze, Musikdirector. Kronbauer, Zahlmeister. Loos, Martin, I. Hauptmann der F. G. F. 6846] Für 1 September ein Ähtfcer* Mädchen tagsüber ges. Marktplatz 18. Löber, W., Stadtrath Löber, W., Spenglermeister. Lott, Canzleidiener. Mayer, Postsecretär. Moll, Rathsdiener. Möhl, Julius, I. Hauptmann G. F. F. Schrnall, Stadtrath. Schmidt, Otto, Uhrmacher. Schmitt, K., Kaufmann. FfDerversichernog! Eine hochangesebene alte Feuerversich.- Gesellschaft sucht für Gießen einen in den besseren Kreisen eingeführten rührigen und gewandten Hauptagenten. Gest. Offerten unter W. 544 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., erbeten. [6828 GomrrKeViGr von E. Wasserschloß, Bankgeschäft. UrchEurts* Börse vors 18. August 18VV. Schopbach, Stadtrath. Seidewand, Schuhmachermeister. Seuling, L., Architect. Bigelius, Schuldirector. Wagner, Cassierer der Gewerbebank. An die Bewohner Gießens! Am 2. September d. I. sind es 20 Jahre, daß sich bei Sedan die großen Ereignisse vollzogen, welche uns ein geeintes Vaterland brachten. Nur noch wenige unserer hervorragenden Führer aus dieser großen Zeit weilen unter uns. Allerorten regt und rührt es sich, den Tag, wie es ja schon unser Heimgegangener großer Kaiser Wilhelm wünschte, zu einem nationalen Festtage zu machen. Das unterzeichnete Gönnte, welches sich zur Feier dieses Tages auch in unserer Stadt gebildet hat, bittet die Einwohnerschaft, sich an der Feier recht zahlreich zu betheiligen. Nm die Kosten zu decken, circulirt eben eine Sammelliste, welche hiermit recht warm empfohlen wird. Das Comite möchte den Tag zu einem richtigen Volksfeste machen, zu welchem Jedermann unentgeltlich Zutritt hat. Bekanntmachung. Nächsten Mittwoch den 20. d. MtS., Abends 9 Uhr, findet Generalversammlung de- Credit-Berein- zu Heuchelheim (G. G. m. u. H.) in dem Locale des Wirth Ludwig Volkmann III. daselbst statt. Tagesordnung: Den Beitritt zu einem Verbände betreffend. Heuchelheim, den 18. August 1890. 6827] Ein «bjähriges Mädchen sucht Stellung bei Kinder oder für leichte häusliche Arbeit. I. Saust, ________AlbShausen bei Wetzlar. 6838] Ein Ladenmädchen und einen Lehrling sucht Chr. WallenfelS. 4^ pCt. ReichSanlei-e 4 * PreuA. Confol« oVi • * . Aedaction- Gchetzd» — Drua ur.o ibccuig der Brühl'schm Druckern (Fr^Chr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer umfaßt 6 Seiten. 10 Schreiner, ständige, für Bauarbeiten in Lohn und Aceord sofort gesucht. 6826 Bnng <$? Raumbach, Dampfsägewerk und mechanische Bauschreinerei, Biedenkopf. Donnerstag den 21. August, Nachmittags 2 Uhr, werden im Unverzagt'schen Hause, Schottstraße 11, die zur Hinterlassenschaft des Chr. Hedderich gehörigen noch fast neuen Möbel, nämlich ein ovaler Tisch, sechs Stühle, eine Commode, ein Küchenschrank mit Glasaufsotz, Vorhänge, Sprungfedermatratze, Bettzeug u. s. w. L. ' Ä, Schöne Wohnungen sind in meinem Neubau (Bahnhofstraße), per November ganz oder gethettt zu ver- miethen. August Noll II., Bahnhofstraße 53. DiSconto-Comm. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Berliner Handelsges. Oesterr. Credtt-Act. Wiener BankoereinS-Act. Oesterr. Staatsbahn Lombard. Eisenbahn Danksagung. ■ Für die so zahlreichen und ehrenden Beweise herzlicher Thell- I nähme bei dem Verluste unseres lieben unvergeßlichen Sohnes, ■ Bruders und Schwagers Christian Bauer, I Bureaugehülfe, sagen den herzlichsten Dank Philipp Bauer II, nebst Familiei Gießen, den 18. August 1890. [6831 ■ ist die Jllnstrirte Kraue«-Zeitung. Dieselbe bringt in jährlich 24 Doppelheften- 24 Moden- und Unterhaltungs- Nummern mit Beiblättern, in reizvollen farbigen Umschlägen. Die Moden-Num- mern sind der „Modenwelt" gleich, welche mit ihrem Inhalte von jährlich über 2000 Abbildungen sammt Text weiiaus mehr bietet, als irgend ein anderes Modenblatt. Jährlich 14 Beilagen geben an Schnittmustern zur Selbstanfertigung dec Garderobe für Damen und Kinder wie der Leibwäsche überhaupt genügend für den ausgedehntesten Bedarf. — Der Unterhaltungstheil bringt außer Novellen, einem vielseitigen Feuilleton und Briefen über das gesellschaftliche Leben in den Großstädten und Bädern regelmäßige Mittheilungen auS der Frauenwelt, Kunstgewerbliches, Fürs Haus, Gärtnerei und Briefmappe, sodann viele künstlerisch ausge- 107.35 4 pCt. Ungar. Goldrente 99 60 5 , Jtclliener Rente 106 60 Oesterr. Silberrente' Ar. Textor, Hardt bei Gießen. 6851] Schuhe und Stiesel werden gut und billig reparirt. _______________ Neuenweg 48 III. tnstaj 19. . .Nachmittags 2 1 L Am »ram« S iE-r Mm buti KSt,8-*1 jartge WirthsW 9 ru ’ ö Sophas, «LR li En, ___Gr. Gericht A« Docter, Seltersweg 59. § 00000000000cxx3000000000000ö00000000000000!300000000000000000000 Aushülfskellner für Sonntag den 24. August und Dienstag den 2. Septbr. gesucht. 6848 Steins Garten. 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M., Nachmittags um 4 Uhr, sollen auf dem Krämermarktplatze und an der Nordanlage mehrere Parthien Werk- und Brennholz versteigert werden. Gießen, den 18. August 1890. sGroßh. Bürgermeisterei Gießen. Keller, ___________Beigeordneter. 6844 Mittwoch den 20. August, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Adler" dahier gegen Baarzahlung: 1 Plüschgarnitur, mehrere Sophas, Kommoden, Kleider- und Glasschränke, Tische, Betten, Uhren, 1 Secretär, 1 Nahmaschine, 1 Spiegelschrank, 1 gr. Spiegel, 2 Kühe, 1 Pferd, 2 Wagen, 1 Buffet und mehrere Wirihstische, 1 Parthte Hutiedern, 1 Stoßkarren, l Schleudermaschine, 1 Pappscheere u. a. Geißler, *r ?b23] Einen tüchtigen Pferdeknecht llnPnTPnfiPSIIPll lW Hermann Hetz, Bleichstraße 2. nyBHiuiiyuuUuiie j 6835] ein 51t. w D01tt Eine leistungsfähige Conscrvenfabrik 1» ®cptbr an tägliche Beschäftigung in (für Fleisch und Gemüse) sucht für: Hausarbert. 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Gerichtsvollzieher. nebst Familiei [6831 ilZLö 211.25 16500 148 50 9200 182.30 156 oO 8710 9060 95 60 8020 77 50 I Nauheims Umgebung ist nicht von großer Bedeutung, die Curgäste sind deshalb so ziemlich ganz auf Nauheim angewiesen und in Nauheim selbst wiederum aus das Curhaus und seine Terrasse. Die Badedirection hat nun dafür gesorgt, daß dieser Hauptausenthaltsort auf der Terrasse bei der Musik ein sehr angenehmer und anregender geworden ist. Auf der Terrasse am Curhaus concertirt nämlich die sehr starke und vorzüg- hwmu Leiden im voll- be Matt«: , gtb. Elenk i d« ld. M* [bo4d 2.- 1.15 2.40 1.35 3.- 1.65 2.- 1.15 1.80 1- 1.80 1- Dimstag den 19. August. Lenz scher Felfenkeller. Vorzügliches Münchener Bier aus der Actienbrauerei Gießen stets im Zapf. 6755 liche Curcapelle. Diese Capelle wird schon seit Jahren von Herrn Capellmeister Machts dirigirt und ist durch ihre stets ausgezeichneten Leistungen zum Haupt- und Mittelpunkt der Nauheimer Unterhaltungen geworden. Die Capelle spielt täglich dreimal und bietet — selbst dem verwöhntesten Geschmack — ein stets abwechselndes und neues Programm. Herr Capellmeister Machts, der selbst Componist ist (seine Ouvertüren zu Othello und Hamlet, die ungarische Fantasie „Zigeunerleben", das sinfonische Festvorspiel „Feierklänge zum Ludwigstage", das Märchen, Idyll und die Fantasie „Der Traum des PrinzA Carneval" werden hier oft verlangt), verwendet wirklich Mühe und Kunst für seine Concerte. Jede Woche sind neben den feststehenden Concerten noch zwei bis drei Wagner-, Beethoven-, Liszt-, Mendelssohn-, Weber-, Schubert-, Operetten- u. s. w. Abende, welche stets ein sehr zahlreiches Publikum anziehen. — Von den Concerten sind hervorzuheben: Ein Rubinstein- und ein Internationaler Componisten-Abend, sowie ein ungarisches Concert. Zu den Abendunterhaltun^en gehören auch die Theater- Aufführungen des Sommer-Theaters (Widmanns Ensemble vom Königl. Opernhause zu Bayreuth). Die Vorstellungen finden wöchentlich dreimal statt. Director Widmann ist ein ganz vorzüglicher Comiker. Es wird dunkel und das Herz muß Ruhe haben. Ein kühler Wind zieht leise flüsternd durch den Park, sonst ist Alles ruhig. — Doch nein, da murmelt und braust etwas durch die Stille! Jetzt braust es stärker und fftärker, dann scheint es wieder zu verhallen wie 'ein fern rollendes unterirdisches Geröse. — Ich sehe schärfer in die Nacht. — Der Sprudel! Das Wahrzeichen von Nauheim, die Hoffnung der Herzleidenden! verrutschter. * Berlin, 12. August. Beim Liebeswerben „gekentert". Eine größere Gesellschaft hatte einen Ausflug nach Treptow unternommen, an welchem sich auch der auf dem Gesundbrunnen wohnende 25jährige Kaufmann L. be- theiligte. Herr L. ist ein eifriger Verehrer jeder Frauen- fchönheit und so war es ganz natürlich, daß er der 22jährigen hübschen Tochter eines in der Pankstraße wohnenden Unternehmers sich ganz besonders widmete. 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Zu erfragen in der Exped- d. Bl- leihe übernommen hatte unter Vertheilung des Restbetrags an die Mttslieder ur Auflösung gekommen ist. Es steht zu erwarten, daß damit nun diese ftanot m Rückgänge ein Ende haben. Italiener waren am Freitag; beträchtlich besser aus Partner Käufe, die anscheinend im Tausch Segm 3«/g Franzosffche Rente ausgefuhii wurden. Russen sehr sest, namentlich die Valutaanleihen. Man hegt dre.außn- ordentlichften Hoffnungen über die Entwicklung des russischen Exportes, b^ondal seitdem die Ernteberichte aus Amerika ungunst ger lauten, und Angesichts n Steigerung der Valuta gehen einzelne Berliner Blätter so ^it. ernftltch dte W. führung der Goldwährung in Rußland zu besprechen. Oesterreichisch-Ungarischi Renten, Türken und Egppter erzielten mäßige Avancen. Die Bewegung der Kohlenactien wurde bereits beruhtt. Reben diesen war« Eisenwerthe sehr fest wegen der Besserung der Glasgower Warrantcourses. Lam< gewannen 4%, wobei zu bemerken, daß Berlin meist erheblich hoher als 9ranffui nottrt. Der übrige Jnduftrteactienmarkt bietet bis auf eine größere Coursbesserun der Höchster Farbwerke nichts Bemerkenswerthes. Privatdiscont 3 /8. 30/0 Sächsische Rente. . 3V,°/o BremerStaatsanl. „ Hamb.Staatsrente 40/0 Oestr. Goldrente . „ GriechischeMonopol- Anleihe . . . 40/g Rumänische Rente . 5Ve% Russische Anl.. . fett ä’* nit b 5 l tf06' d' »mtn’T 3»ei! geiVnU: 1 Crton ft " <« <•»*<., Riiibm 'S feiijen fc" 2 ?* Mm ”«nig. M- mitä NL Nher feie tob Ntflt «i(t “ lört 4Vrv/oPortug.-A.88u.89 50/0 amort. Serb. Gold- Rente . . . . 50/oSerbtscheEisenbahn- a,-Obl. L. A. . .Oblig.l880r lo/o Türken cono. . „ Argent. Gold - Anl. v. 1887 . . . 3t/,o/gpriv. Egypter. . , . m . . DzxwxIa« bestes Nahrungs-u. Stärkungsmittel für Gesunde u. Kranke. 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Es liegt wieder eine Woche recht fester Börsentendenz hinter uns, und wenn , die Eourse trotzdem nur mäßige Besserungen aufzuwetsen haben, so ist daS nicht die Schuld der Börse, die sich redlich Mühe gab, dieselben hinau zusetzen. Freilich, die Zett so starker Steigerungen, wie sie das vergangene Jahr brachte, wird auf lange hinaus vorüber sein, wie sehnlich sie auch die Börse wieder herbeiwunschen mag. ES ist häufig genug an dieser Stelle darauf hingewiesen worden, wie wenig die allgemeine Lage den Optimismus der Börse rechtfertigt. Der wahrhaft erschreckende Rückgang des deutschen Exports, die weiteren^Verluste, welche in dieser < Hinsicht durch die argentinische Krisis und.amerikanische Zollmaßnahmen bevorstehen, , dazu der Rückgang des Eonsums innerhalb des deut chen Zollgeb ets das Alles sind , Factoren von hoher wirthschaftlicher Bedeutung, die früher oder später an der Bör e : Beachtung finden müssen, und man braucht kein Pesstmist zu sein, um darin ernste Gefahren für die deutsche Industrie zu erblicken. Selbst n den industriellen Kreisen die heute in der Bildung von Eartellen die Sicherung ihrer Existenz erblicken, ist man sich klar bewußt, daß der inländische Consum allein nicht hinreicht, um den bestehenden Werken und Fabriken dauernd lohnende Beschäftigung zu gewahren; wie man aber die kommenden Verluste ertragen wird, ob die Cartelle Stand halten werden, wenn die Beschäftigung zu mangeln beginnt, darüber bestehen nur Hoffnungen. Andere Kreise erblicken aber gerade in der Bildung von Cartellen e ne Gefahr, weil sie die Producenten verleiten, über den hohen inländischen Preisen ausländische Absatzgebiete zu vernachlässigen, weil wie die Erfahrung lehrt, man selten versteht Matz zu halten in der Normirung der Preise, dadurch den Import begünstigt und die Lage nur noch mehr verschlechtert. So kommt es, datz die Leute nicht eiten sind, die, weit davon entfernt, in der Bildung von Preisrtngen ein «oomssemotio zu erblicken, jeder Actie, deren Prosperität auf eine Pretscoalition oder WALS ßeprünbdift, bte Kauswürdigk-it °b!pr-»-n. Di« Mrf° ist nichf so vorsichtig, nicht so weitschauend. Sie greift nur das Nächstliegende, für sie bedeuten die Cartelle das Aushören einer ruinösen Concurrenz, höhere Preise und eine erhöhte Prosperität, und mit ihr, die ihre Günstlinge morgen fallen lassen und vergessen kann, mit ihr wird man nicht wegen oberflächlicher Beurtheilung rechten können. Anders der Capitaltst, seine Sicherheit gebietet^, datz er weiter ausschaut, für ihn sind die angedeuteten Verhältnisse von größter Wichtigkeit, und er muß sie bet allen seinen Anlagen in Rechnung ziehen. ,, J . u . Immerhin könnte doch die Haltung der Börse gegenüber den der Industrie drohenden Verlusten einigermaßen befremden, wenn nicht ein, anderer Factor in den vorzüglichen Ernteergebnisseli entgegenwirkte. Wer die Große der landwtrth- schaftlichen Interessen in Deutschland zu schätzen vermag, wird verstehen, wie eine günstige Ernte die ungünstige Lage der Industrie theilweise »u paralpstren vermag. Die ungeheuren Summen, die durch den Verkauf der landwirthschaftlichen Erzeugnisse alljährlich realisirt werden, und die bann in tausend Verkebrscanäle vertheilt überall befruchtend wirken und neue Thätigkeit erwecken, sie sind diesmal doppelt groß und die Börse weiß dies zu würdigen. Seit Monaten sind die Ernteaussichten ihr Ltebltngsthema, von Tag zu Tag .malt sie sich die Wirkung der reich ichen Ernte in helleren Farben und eScomptirt sie in den Coursen. Unschatzbar ist in ihren Augen der Vorthetl, welchen Handel und Verkehr aus dem Erntesegen ziehen wird, unschätzbar ist auch die Summe der Hoffnungen, welche jetzt schon in den Coursen ausgedrückt ist, und je mehr der Maßstab verloren geht, um so mehr erwärmt sich die Börse. Alles erscheint ihr nur unter diesem einen Gesichtswinkel, die Valuten der exportircnden Länder steigen ins Ungemessene, ungeachtet der Export noch kaum begonnen hat, desgleichen die Course der Getreidebahnen, die Steigerung der Valuten wirken zurück auf unzählige, wirthschaftliche Verhältnisse; neue Anregungen erwachsen der Börse, und darüber vergißt man einen prüfenden Blick vorwärts oder rückwärts zu senden, oder auch nur über bi* Berechtigung der vor- liegcnben Besserung nachzubenken. Das ist Börsenart unb sollte eigentlich nicht mehr in Erstaunen setzen, benn „aprös nous la dölugo“ war von jeher Borsenbevise. Die Grünbung der Verkaufbureaus für bie verschiebenen Kohlenreviere schreitet wacker vorwärts, unb bemgemäß ist bte Festtgkett im Montanmarkt groß. Man erwartet jebeufalls, baß bie Verkaufsveretne bte Preise nicht nur halten, sonbern sogar steigern werben, unb thatsächlich kamen auch bereits aus Oberschlesien Melbungen über bk Erhöhung ber bortigen Verkaufspreise. Jnbessen entbehrt bte 9tachricht ber Begrünbung, sie entsprang bem Kopfe eines allzuetfrtgen Speculanten. Angesichts bieser fortschretteirben Verstänbigung ber Zechen macht nur eine Kohlen« submission in Cöln, bie ganz außerorbentlich bivergirenbe Offerten brachte, einen etwas überraschenben Einbruck, unb trotz ber Geringfügigkeit ber ausgeschriebenen Posten wirb man hiernach geneigt, ben stänbigen Versicherungen über den Beitritt sämmtlicher Zechen sceptischer als bisher zu begegnen. Heber Argentinien ist es still ge,vorben Die Stachrichten von bort, über Notenemission, Anleiheverhanblungen unb Fallenlassen berselben spiegeln sich kaum merkbar in den Coursen der betreffenden Werthe, auf den Markt haben sie allen Einfluß verloren, nur hin und wieder übt indirect London einen leichten Druck. Der Bankenmarkt lag fest, doch fehlt ihm noch viel von seiner früheren Beweglichkeit. Er ist bei Weitem nicht mehr das empstndliche Barometer der Börse, an dem früher jede leise Stimmung zum Ausdruck kam. Die Course bleiben schwerfällig auch bei sehr festen Börsen. Handelsgesellschaft, Darmstadter und Dresdener Bank gewannen je 2%. Disconto kaum 1%. Wien neigte für seine Banken zu Realisationen, nur Credit konnten auf Bilanzgerüchte weiter avanciren. Von deutschen Bahnen sind die Ostpreußischen Werthe besser in Verbindung mit den russischen Getreideexporten. Mainzer wurden gedrückt durch eine Nachricht, nach welcher 2 Spediteure ihre Contracte mit der Bahn gekündigt hätten. Die Nachricht ist richtig, falsch ist nur die Berechnung eines ungeheuren Schabens, welcher ber Bahn baraus erwachsen soll, unb beshald hat sich auch ber anfängliche Verlust halb mieber ausgeglichen. Die Mehrzahl ber österreichischen Bahnen litt gleichfalls unter Realisationen unb von ben bebeutenberen Werthen zeigten nur 7f Lombarben eine sehr bemerkenswerthe Festigkeit. Schon in ber Vorwoche hatte Paris große Posten ber Actien aus bem Markte genommen unb bie Kaufe wurden in dieser Woche fortgesetzt. Maßgebend für dieselben sind nicht allein die Transportchancen der Bahn, sondern zum nicht geringen Theil die Minderbelastung, welche in diesem Jahre aus dem Fall des GoldcourseS im Wiener Markte resultirt. Schweizer Bahnen fest bis auf Gotthard, die sich nicht erholen können, namentlich Ludwigshafen-Bexbach. Bessische Ludwigsbahn. fälzische Nordbahn . Marienburger-Mlawka. Industrie-Papiere. Huucici . . 164.70 164.50 | Deutsche Verlagsanstalt 265.60 266,1 do. 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