Nr. 139 Donnerstag den 19. Juni 1890 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gichener NnmitienStälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Htnzeiger. Vierteljähriger Aöonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzrigeblatt ffit den Nreis Gieren. Annahme v°n Anz-ig-n zu d« Nachmittag- d-n | ^raftößctfaae: chießener Iamikienötätter. folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Dorm. 10 Uhr. | ö v ö rc ~ ALe Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Zu Allendorf im Kreis Wetzlar (Amtsgerichtsbezirk Braunfels) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Gießen, den 17. Juni 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___v. Gagern.__ Bekanntmachung, Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche betreffend. Da die Maul- und Klauenseuche im Umkreis wieder eine weitere Verbreitung gefunden hat, wird hierdurch bezüglich des Marktverkehrs folgende Anordnung getroffen: 1) Jeder, der Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine auf einen Biehmarkt im Kreise Gießen auftreibt oder von einem Viehmarkt wegbringt, hat die Seuchefreiheit der Thiere durch ein thierärzliche- Zeugniß nachzuweisen. Hiernach sind im Marktverkehr nicht mir wie seither die Viehhändler, sondern auch alle Landwirthe und Metzger zum Besitz der Zeugnisse verpflichtet. 2) Die erwähnten Zeugnisse sind 5 Tage lang giltig und müssen enthalten: Ort und Datum der Ausstellung, den Namen der Besitzer, der zu transpor- ttrenden Thiere, jedes mitzuführende Stück Rindvieh nach Geschlecht, Alter, Farbe und Abzeichen, die Zahl der mitzusührenden Schafe, Schweine und Ziegen, die Bescheinigung, daß die fraglichen Thiere sich seit mindestens 7 Tagen in seuchefreiem Zustand am Ort der Untersuchung befunden haben. Die Zeugnisse müssen von dem Aussteller unterzeichnet und mit seinem Siegel versehen oder von der Ortspolizeibehörde beglaubigt sein. 3) Zuwiderhandlungen werden nach § 66 des Reichsgesetzes vom 23. Juni 1880 mit Geldstrafe bis zu 150 JL oder mit Haft bestraft. Im Wiederholungsfälle tritt Gefängnißstrafe ein. Gießen, den 17. Juni 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _________________v Gagern. ____________ Gießen, den 17. Juni 1890. Betr.: Wie vorstehend. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Sie wollen die vorstehende Bekanntmachung in ortsüblicher Weise verkündigen lassen und dieselbe im Publicationskasten aushängen. v. Gagern. Gießen, den 17. Juni 1890. Betr.: Wie vorstehend. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an das Großh. Polizeiamt Gießen and die Großh. Gendarmerie deS Kreises. Wir beauftragen Sie, die Befolgung der in vorstehender Bekanntmachung angeordneten Maßregeln schärfstens zu überwachen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend die Unterhaltung des Kreisstraßen. Wir bringen hierdurch den Fuhrwerksbesitzern zur Kenntniß, daß sich auf der Kreisflraße Gießen-Haufen von Donnerstag den 19. d. Mts. ab eine Dampsstraßenwalze in Thätigkeit befindet. Gießen, den 18. Juni 1890. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend den Viehmarkt zu Ortenberg am 25. Juni 1890. Die Nachforschungen nach der Ursache des Auftretens der Maul- und Klauenseuche in seither seuchenfreien Ortschaften haben stets das Ergebniß geliefert, daß die Seuche von Viehmärkten der Umgegend aus durch Schweine eingeschleppt worden ist. Wir untersagen deshalb den Austrieb der Schweine auf den am 25. Juni 1890 stattfindenden Viehmarkt zu Ortenberg. Die Seuchefreiheit aller anderen Klauenthiere, die aus diesen Viehmarkt ausgetrieben werden, muß nach Vorschrift thierärztlich bescheinigt sein. Büdingen, den 11. Juni 1890. Großherzogliches Kreisamt Büdingen. Klietsch. j)olrttsche Ueberficht. Gießen, 18. Juni. Ein freudiges Familienfest im Schooße unseres Kaiserhauses wird als unmittelbar bevorstehend angekündigt. Der „Nat. Ztg." zufolge wird in den allernächsten Tagen die Verlobung der Prinzessin Victoria von Preußen, Zweitältesten Tochter der Kaiserin Friedrich, mit dem 1859 geborenen Prinzen Adolf von Schaumburg-Lippe, jüngstem Sohne des regierenden Fürsten Adolf Georg, feierlichst begangen werden und ist der Prinz bereits zum Besuche am königlichen Hofe in Berlin eingetroffen. (Vergl. „Neueste Nachrichten"). Das deutsche Volk nimmt an diesem angekündigten frohen Familienfeste im erhabenen Hohenzollernhause aus naheliegenden Gründen besonders innigen Amheil und schon jetzt kann sich die erlauchte Prinzessin, die Schwester unsers Kaisers, der herzlichsten Glück- und Segenswünsche seitens unseres Volkes zu ihrer Verlobung für versichert hatten. Die Militärcommission des Reichstages, welche schon am vorigen Donnerstag § 2 der Heeresvorlage, welcher von der Bildung der neuen Cadres handelt, genehmigte, hat am Montag auch die übrigen Bestimmungen und alsdann die Vorlage im Ganzen angenommen, womit die Arbeiten der Commission beendigt sind. Der eigentlich grundlegende § 1 (Erhöhung der Friedenspräsenzstärke des deutschen Heeres auf 486 983 Mann bis zum 31. März 1894) wurde mit 17 gegen 11, die Vorlage im Ganzen mit 16 gegen 12 Stimmen angenommen; die Mehrheit bestand aus einem Theile der Centrumsmitglieder, ferner aus den Vertretern der beiden conservativen Fractionen und der Nationalliberalen. Gleichzeitig lehnte jedoch die Commission den Antrag des Abg. Richter auf Einführung der zweijährigen Dienstzeit mit 18 gegen 10 Stimmen ab, nahm aber die bekannte Resolution des Abg. Windthorst an, während sie den Antrag Rickert auf jährliche Festsetzung der Friedensstärke gegen 9 Stimmen wiederum ablehnte. Natürlich ist diese gesummte Entscheidung nur eine vorläufige, zumal die Centrumsmitglieder, wie die Vertreter der beiden conservativen Fractionen und der Nationalliberalen vor der Abstimmung ausdrücklich erklärten, daß ihre Stellungnahme nur eine eventuelle sei. Vermuthlich wird sich indessen die Parteiconstellation, wie sie sich in der Commission schließlich ergab, auch im Plenum des Reichstages gegenüber der Militärvorlage, nicht sonderlich ändern und es steht daher nicht zu bezweifeln, daß diese auch bei der letzten Entscheidung im Plenum mit den Stimmen des einen Theils des Centrums, der beiden conservativen Fractionen und der Nationalliberalen endgiltige Annahme finden wird. Zum Berichterstatter wurde der conservative Abgeordnete Graf zu Stollberg-Werningerode bestellt, welcher seinen Bericht inzwischen der Commission bereits vorgelegt haben dürfte, da die Verkeilung desselben im Plenum bereits am Donnerstag erfolgen sollte; die zweite Plenarberathung beginnt vermuthlich Anfang nächster Woche. Die Arbeiterschntz-Gommission des Reichstages setzte am Montag die Berathung der Bestimmungen der Vorlage hinsichtlich der Kinderarbeit fort und lehnte hierbei den gesammten Abschnitt 4 (Fabrikbeschästigung von Kindern, welche über 13 Jahre alt und nicht mehr zum Besuche der Volksschule verpflichtet sind) des § 135 ab. Am Dienstag beschäftigte sich die Commission mit den Bestimmungen über die tägliche Arbeitszeit der Kinder (§ 136). In Paris wurde am Montag die Session des höheren Handelsrathes mit einer Ansprache des Handelsministers eröffnet, in welcher derselbe auf die Wichtigkeit der dem Handelsrathe zur Begutachtung unterbreiteten Frage der I Kündigung oder Erneuerung der bestehenden Handelsverträge I hinwies. Nach der in genannter Körperschaft vorherrschenden Fenilleton. Am Feldlager von Parna. (Schluß.) ) In meiner Noth hatte ich bereits ein Abkommen mit dem Wirth des „restaurant des officiers“, einer elenden Baracke, getroffen. Ich verpfändete ihm mein Pferd, dann Sattel und Zaumzeug und endlich auch meine Waffen, bis sich endlich Rath finden werde, aber ich verspeiste alles, ehe dieser kam- denn irrthümlich war, wie sich später ergab, das -Geld an die preußische Gesandtschaft in Konstantinopel gesandt worden. Willkommen war mir in der allgemeinen Unthätigkeit die Einladung des Commandanten des französischen Aviso „La Mouette", eine Recognoscirungssahrt im Schwarzen Meere mitzumachen. Diese richtete sich schließlich nach Odessa, von dessen Strandbatterien wir einige Kugeln in die Takelung erhielten, als der Commandant sich unvorsichtig in Schußweite genaht. Die „Mouette" stieß von da zur Flotte von Baltschik. Ihre Recognoscirung hatte uns nur bewiesen, daß die Russen von Allem, was bei uns vorging, durch ihre Freunde, die Griechen und Bulgaren, genau unterrichtet waren, daß sie noch immer große Truppenmassen gegen Perekop dirigirten und Sebasto- pol schon aufs imposanteste armirt war, während die Gegner noch einige Wochen gebrauchten, um kriegssähig zu werden. Inzwischen aber ward mir bei Baltschik von englischer Seite die Aufforderung, eine Expedition zu begleiten, welche von hier aus dem Schamyl, der, von den Westmächten mit Geld unterstützt, eben mit seinen kaukasischen Bergvölkern den Kamps gegen Rußland wieder ausgenommen, fünfzig Kanonen und dreißigtausend Musketen als Geschenk Ihrer britannischen Majestät zuführen sollte. Die Einladung hierzu lautete: „H. M. Embassy in special mission to Circassia. The expedition will take place in 10 days with one of the fregats of Black-sea. Mr. W. ad latus.“ Als Landungsplatz hatte man Sudschuk- od^r Redut-Kales ins Auge gefaßt. Das Unternehmen mochte durch den Tscherkessenfürsten selbst angeregt sein, denn ich lernte seinen ersten Lieutenant Emin Effendi kennen, den er an den Sultan gesandt, um diesem ein Bündniß gegen den gemeinsamen Feind anzutragen. Aber dasselbe scheiterte an seinen übertriebenen Ansprüchen, durch die er eine günstige Gelegenheit versäumte, den Kaukasus von der Fremdherrschaft zu befreien; er verlangte Garantien für die Vertragstreue des Sultans und beging damit eine Thorheit, die er mit seiner endlichen Unterwerfung bezahlte. Mir war diese Expedition hoch interessant- ich sollte den großen Kämpen sehen, für den ich schon als Knabe geschwärmt- aber sie scheiterte schon in ihrer Idee- man erkannte, wie die Sachen eben lagen, die Unmöglichkeit, zu ihm zu dringen. Während ich wochenlang im Schwarzen Meere umherschwamm, sahs in Varna immer trauriger aus: Seuchen, die Tausende hinrafften, grassirten in den Lagern- die Offiziere waren muthlos trotz aller beruhigenden Proclamationen- die Straßen verödeten, Bulgaren und Griechen hielten ihre Häuser mit großen Riegeln verschlossen, denn die Soldaten waren in diese eingedrungen und hatten Gewaltthaten sogar an den in den Kellern versteckten Weibern und Töchtern verübt- die von Afrika herübergekommenen französischen Truppen, unter diesen viele Eingeborene, hatten das griechische Laster mit herüber gebracht, das ja auch in der türkischen Armee längst geübt wurde, und trieben es ungescheut in den Lagern - Pestilenz, Aasgeruch, Hunger, Insubordination, erstickende Hitze, totale Muthlosigkeit herrschten- in der Stadt waren ganze Quartiere als Choleraherd ausgestorben und gemieden. Der Typhus war auch unter den Zuaven zu Füßen meines Tschardak bereits ausgebrochen, als ich zurückkehrte, und mit Schaudern erblickte ich, wenn ich mein hartes Lager in der Ecke desselben suchte, hinab in die vom Mond beleuchteten blutlosen und fahlen Gesichter, wie sie da unter mir im Stroh lagen und vielleicht am Morgen schon mit gebrochenen Augen fortgeschafft wurden. Es drohte der Ausbruch einer völligen Insubordination, wenn das Material an Menschen und Belagerungszeug nicht bald zur Genüge eintraf. Namentlich die Turkos und die Zephirs, letztere zumeist verwahrloste und bestrafte Pariser Kinder, verübten in den abgelegenen Quartieren scheußliche Brutalitäten- bei der furchtbaren Sonnengluth, die mit Bleischwere über Stadt und Meer lag und selbst Abends kaum eine leichte Brise auskommen ließ, trieben sich die Kerle, vom Alkohol zum Delirium getrieben, nackt in den Straßen umher und plünderten die Häuser, in denen sie „Raki", den Pflaumenstein-Schnaps, witterten. Einer derselben erschoß in seiner Trunkenheit, den Sergeanten, der ihn in Arrest schicken wollte, und stürzte sich fliehend ins Meer. Selbst die Zigeuner- samilien, die, so lange die Truppe noch Geld und gute Laune besaß, diese mit ihren Tänzen und Cympeln zu unterhalten gewußt, hatten sich in die Wälder der Balkan-Vorhöhen geflüchtet- bei einem abendlichen Ritt zum Devno-Camp ward ich aber Zeuge einer viehischen Mißhandlung, welche die Zephirs mit ächt Pariser Raffinerie an einigen jungen Zigeunerweibern verübten, die sie in den Wäldern aufgejagt. Es waren meist die afrikanischen Truppen, welche sich diesen Excessen Hingaben. — Nichts der Art dursteman den Eng- Stimmung steht zu erwarten, daß sie sich für Nichterneuerung der Vorträge, also für eine extreme Schutzzoll-Politik, aussprechen wird. — Dem Präsidenten Carnot imrb demnächst durch den Botschafter v. Mohrenheim der russische St. Andreas- orden in Brillanten überreicht werden, was jedenfalls mit der Pariser Nihiliftenaffaire zusammenhängt. Deutsches Reich. Darmstadt, 15. Juni. Für die Sitzung der Ersten Kammer der Stände am 24. Juni ist u. A. folgende I Tagesordnung ausgegeben: 1) Neue Einläufe. 2) Berichterstattungen. 3) Berathung und Beschlußfassung über: Mittheilung der zweiten Kammer über den Antrag der I Abgeordneten Herren Dr. Gutfleisch und Genossen wegen I gesetzlicher Regelung der Versicherung der Feuerwehrleute I gegen Unfälle. Mittheilung der zweiten Kammer, die Ergebnisse der I Erhebungen über die Lage der Landwirthschast im Großherzog- rhum Hessen betr. Mittheilung der zweiten Kammer bezüglich der Anträge der Abgeordneten Herren Schröder und Genossen und Arnold auf Herabsetzung des Veräußerungs-, Hypotheken- und Jn- ventarienstempels. Mitthcilung der zweiten Kammer bezüglich der Vorstellung der Gerichtsvollzieher-Aspiranten im Großherzogthum Hessen um Veranlassung einer Aenderung ihrer gegenwärtigen Anciennetätsverhältnisse seitens Großh. Regierung. Mittheilung der zweiten Kammer bezüglich des Antrags der Abgeordneten Herren Schönberger und Schade wegen Uebernahme aller Kosten, welche die Mitgliedschaft des Kreisveterinärarztes in der Körcommission verursacht, auf die Staatskasse. Mittheilung der zweiten Kammer bezüglich des Antrags des Abgeordneten Herrn Möllinger auf Revision der gesetzlichen Bestimmungen über die Sonntagsfeier. Mittheilung der zweiten Kammer bezüglich des Antrags des Abgeordneten Herrn Wasserburg, betreffend Aenderung des Gesetzes vom 8. November 1872 über die Zusammen- I setzung der beiden Kammern der Stände^ Vorstellung der Stadt Friedberg wegen Anstellung eines Zeichenlehrers an der Realschule zu Friedberg, sowie die Mittheilung der zweiten Kammer in gleichem Betreff. Gesuch der Stadt Butzbach um Erhebung der dortigen höheren Bürgerschule zu einer staatlichen Realschule, sowie die Mittheilung der zweiten Kammer in gleichem Betreff. Darmstadt, 16. Juni. Nr. 4 des Verordnungsblattes für die evangelische Kirche des Groß- herzogthums Hessen enthält u. A.: Bekanntmachung, betreffend die Zusammensetzung des kirchlichen Disciplinarhoses. Dienstnachrichten. Die Definitorialprüfung im Monat Januar 1890 haben bestanden: Hermann von der Au von Crainfeld, Friedrich Clotz von Wallernhausen, Richard Drescher von Hitzkirchen, Otto Fischer von Meiches, Wilhelm Hoffmann von Dalheim, Friedrich Horn von Lützel - Wiebelsbach , Julius Lehr von Winterkasten, Philipp Möbus von Bosenheim, Heinrich Port von Ruppertsburg, Heinrich Renner von Eschenrod, Wilhelm Rheinhardt von Darmstadt, Hermann Sack von Hungen, August Wolf von Effelborn. Ernannt wurden: Die Pfarramtscandidaten Sack in Hungen zum Pfarrverwalter zu Bodenheim, Wilhelm Hoffmann in Darmstadt zum Psarrverwalter zu Aüendors an der Lda., Heinrich Port in Georgenhausen zum Psarrverwalter zu Gelnhaar, Friedrich Clotz in Hausen zum Psarrverwalter zu Schwickartshausen, Friedrich Horn in Lützel-Wiebelsbach zum Psarrvicar zu Dorn-Dürkheim, Hermann von der Au in Crainfeld zum Psarrvicar zu Eberstadt (Kreis Darmstadt), Philipp Möbus in Bosenheim zum Psarrverwalter zu Hoch- Weisel, Psarrassistent Heinrich Renner zu Langenhain zum ländern vorwersen. Man hörte kaum Aeußerungen der Un- zusriedenheit bei ihnen- mit stoischem Gleichmuth trugen sie die Folgen ihrer elenden Armee-Verwaltung. Die Noth zwang endlich auch mich, mein Heil zu suchen. Mehrmals hatte ich die Nacht in dem offenen Tschardak in Fieberansällen verbracht- seit einigen Tagen bestand meine Nahrung nur aus getrockneten Häringen. Mir wards auch unheimlich über dem Strohlager der Zuaven, von welchem | die Ausdünstungen der Kranken zu mir herausstiegen. Einer derselben — merkwürdig genug, ein Israelit aus Köln hatte mir bereitwilligst seine Dienste geleistet, aber auch er lag jetzt krank im Stroh und leider durch meine Schuld. Fiebernd in der Nacht daliegend, hatte ich im hellen Mondenschein einen der großen Scorpionen, die hier in allen Häusern, aus meinem Mantel entdeckt und ihn mit Ekel und Schaudern über die Gallerte in den Hof geschleudert, ohne der Soldaten unter mir zu gedenken. Am Morgen lag gerade mein Zuave mit von einem Scorpionenstich dick geschwollenem Bein. Ich selbst holte aus der Küche des Hauses die Flasche, in welcher man in Oel ertränkte Scorpione als Gegengift für diese Stiche ausbewahrt, und bestrich ihm die furchtbare Geschwulst, aber die bleichen, kranken Gesichter, die ich dabei umher im Stroh liegen sah, flößten mir ein Grauen ein. Ich nahm den nächsten Lloyddampser nach Konstantinopel, wo ich jedenfalls neue Geldmittel finden mußte. (Aus dem „Straßburger Tageblatt".) * Ein Gefangener befindet sich im Zimmer des Gesäng- nißinspectors, um zum Verhör geführt zu werden. Jnspector (zum Wärter): „Holen Sie eine Flasche Bier und ein Viertelpfund Leberwnrst." — „Wärter: „Von wem soll ich die Leberwurst holen?" — Gefangener: „Holen Sie von Krausens, der hat die beste. Da hab ick meine Leber- würschte immer jestohlenl" Psarrvicar daselbst, Psarrvicar Wilhelm Dittmar zu Darmstadt zum Psarrverwalter zu Walldors. Concurrenzeröffnung. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: 1) die evangelische Psarrstelle zu Roßdorf, 2) die evangelische Pfarrstelle zu Gambach, dem Herrn Fürsten zu SolmsBraunsels steht das Präsentationsrecht zu, 3) die evangelische Pfarrstelle zu Langsdorf, dem Herrn Fürsten zu Solms-Lich steht das Präsentattonsrecht zu, 4) die evangelische Psarrstelle zu Flonheim. Nr. 5. enthält: Dienstnachrichten. Ernannt wurden: Psarramtscandidat Otto Fischer zu Beuern zum Psarrvicar zu Schlitz, Psarrassistent Ludwig Appel zu Darmstadt zum Psarrverwalter von Beerfelden. Concurrenzeröffnung. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: die zweite evangelische Psarrstelle zu Nidda, die zweite evangelische Psarrstelle zu Alzey, die evangelische Psarrstelle zu Gensingen. Liegnitz, 15. Juni. Der Bruder des Reichskanzlers, v. Caprivi, welcher Oberst und Commandeur des hiesigen Grenadier-Regiments Nr. 7 ist, hat die Anordnung getroffen, daß, da die Kleider, welche den Soldaten vom Kaiser gegeben werden, schön und zweckmäßig seien, Extrasachen als überflüssig anzusehen sind, zumal sie die Mannschaften nur zur Eitelkeit und zu oft recht schweren Geldausgaben verleiten. Oberst v. Caprivi verfügte, daß die vorhandenen Extrakleider ausgetragen, neue aber nicht angeschafft werden dürfen. Deutscher Reichstag. 19. Plenarsitzung. Dienstag, 17. Znni 1890, 1 Uhr. Die zweite Berathung der Vorlage über die Gewerbegerichte wird mit der gestern begonnenen Berathung des''§"8 fortgesetzt. Derselbe enthält die Bestimmungen über die Wahlen der Beisitzer zum Gewerbegericht. Namentlich sollen die Gewählten 30 Jahre alt sein, dürfen für sich und ihre Familie im letzten Jahre keine öffentliche Armenunterstützung empfangen haben und müssen mindestens 2 Jahre im Gerichtsbezirk wohnhaft oder beschäftigt sein. — Hierzu liegen zwei Anträge vor: 1) vom Abg. Eberty (dsr.): Die Altersgrenze für die Wählbarkeit auf das 25. Jahr festzusetzen - 2) von dem Abg. Auer (Soc.): Die Altersgrenze für die Wählbarkeit auf das 25. Jahr sestzusetzen, die Bestimmungen wegen der Armenunterstützung ganz zu streichen und die Aufenthaltsdauer im Gerichtsbezirke aus 1, Jahr zu bemessen. — Abg. Dr. Meyer- Berlin (dsr.): Wo über die Zweckmäßigkeit einer Frage Zweifel entstehen, sollte man so entscheiden, wie die arbeitenden Klassen es wünschen. Der Wunsch der Arbeiter, sich an der Rechtsprechung zu betheiligen, ist von großer sittlicher Bedeutung, denn diese richterliche Thätigkeit fördert das Verständniß für die socialen Beziehungen am besten. I Wird dies Gesetz mit Unlust bei den Arbeitern ausgenommen, so nützt es gar nichts mehr, denn die Mitwirkung der Arbei- I ter ist eine mehr oder weniger unfreiwillige oder widerwillige. Das ganze Gesetz gleicht dann dem in der Retorte erzeugten Homunculus. Die Altersgrenze kann man ohne Bedenken auf das 25. Lebensjahr festsetzen. — Abg. Dr. v. Cuny (nl.): Es ist nöthig, dafür zu sorgen, daß nur die reiferen und besonnenen Elemente des Arbetterstandes in diese wichtige richterliche Stellung gelangen. In den weiten rheinischen Districten, wo die Gewerbegerichte seit langen Jahren bestehen, hat sich dies Prinzip aus das beste bewährt. — Abg. R inte len (Ctr.) ist für die Commissionsvorlage. Die jungen Leute würden die Richter verderben und die älteren Arbeiter- Würden gewiß nicht gerne vor solchen jungen Richtern erscheinen. — Abg. Osann (nl.) beantragt, den Paffus wegen der Armenunterstützung dahin zu ändern, daß nur wiederholte oder dauernde Armenunterstützung von der Wählbarkeit aus- schließen. — Abg. Rickert (dsr.) schließt sich den Ausführungen Meyers an. Wenn dies Gesetz gut wirken soll, muß es Sympathie bei den Arbeitern erwecken- darum muß man alle Schranken beseitigen oder so viel als möglich beseitigen. Wir haben Abgeordnete gehabt in diesem Hause, die kaum älter als 25 Jahre waren. Die Autorität des Alters ist nicht so bedeutsam, wie die Autorität der Gründe. Auf diese kommt es hauptsächlich an. Die ganze Frage ist keine Prin- cipien-, sondern eine Zweckmäßigkeitssrage. Ich halte auch den zweijährigen Aufenthalt im Gerichtsbezirke für entbehrlich, denn für diese Forderung scheinen durchschlagende Gründe nicht vorhanden zu sein. Die ganze Schulmeisterei der Commission ist entbehrlich. (Präsident v. Bal lest roem rügt diesen Ausdruck.) — lieber den Antrag Eberty (25 Jahre als Grenze der Wählbarkeit) wird namentlich abgestimmt. Der Antrag wird mit 132 gegen 86 Stimmen abgelehnt. Für den Antrag stimmten Socialdemokraten, Freisinnige und mehrere Nationalliberale, auch einige Mitglieder des Cenrrums. — Im Uebrigen werden die sämmtlichen Anträge abgelehnt und der § 8 nach der Commissionsvorlage unverändert angenommen. — § 11 bestimmt die Amtsdauer der gewählten Beisitzer und den Wahlmodus. — Hierzu liegen zwei Anträge vor: 1) vom Abg. Ackermann (cons.), der die Bestimmung zu streichen verlangt, daß die Wahl unmittelbar und geheim erfolgen soll- 2) vom Abg. Auer (Soc.), welcher statt der Bestimmung: „Die Wahl erfolgt aus mindestens 1 Jahr und auf längstens 6 Jahre" zu sagen beantragt: „Die Wahl erfolgt auf 2 Jahre". — Außerdem soll ein neuer Absatz dem 8 11 zugesetzt werden: Die Wahl ist an einem Sonntage vorzunehmen. — Abg. Ackermann (cons.) fürchtet, daß bei geheimer Wahl sich das politische Parteitreiben geltend machen werde- das halte er für sehr entbehrlich. Es ist nicht nöthig, das Wahlsystem in dem Gesetz festzulegen. Man darf sich doch nicht allein von den Interessen der Arbeiter leiten lassen- auch die Arbeitgeber haben Anspruch aus Berücksichtigung. Einem Gerichtshöfe gegenüber, der aus solcher wüsten Wahlagitation hervorgegangen ist, kann kein Arbeitgeber Vertrauen haben und die Gewerbegerichte verlieren damit einen großen Theil ihrer Bedeutung und ihres Einflusses. Den Sonntag wollen wir zur Ruhe und Heiligung reserviren und uns nicht durch Wahlagitationen verderben lassen. — Abg. Eberty (dsr.): Wenn Sie ein anderes als das geheime Wahlrecht zulassen, so werden Sie allerdings das Vertrauen der Bevölkerung zu diesen Gerichten erschüttern. Um dies zu verhüten, belassen Sie es bei den Commissionsbeschlüssen. — Abg. Dr. Porsch (Ctr.): Die geheime Wahl ist aus Antrag des Centrums in den Paragraph ausgenommen worden, weil dadurch am sichersten aller Terroriswus, von welcher Seite er auch kommen mag, verhindert werden kann. Wir stimmen deswegen gegen den Antrag Ackermann, aber auch gegen alle weiteren Abänderungsanträge. — Abg. Singer (Soc.): Der Angriff auf das- geheime Wahlrecht ist ein beachtenswerthes Symptom. Beseitigen Sie das geheime Wahlrecht, so heben Sie alle Vortheile aus, die etwa die Vorlage haben kann. Unsere Wahlprüfungen geben Beweise genug dafür, wie die Arbeiter bei den Wahlen beeinflußt werden von den Unternehmern. Dte Ausübung des Wahlrechts muß möglichst erleichtert werden. Wenn an vielen Orten die Kirchenwahlen am Sonntag stattfinden, so liegt doch kein Grund vor, andere Wahlen auszu- chließen, zumal die Agitation ja bereits vor dem Wahltage tattfindet. Wir werden allerdings dahin streben, daß die Socialdemokratie ihren Einfluß auch bei den Gewerbeschiedsgerichten erlangt. Die Wahldauer aus sechs Jahre zu bemessen, ist verfehlt, weil dann die Möglichkeit, einen bei der Wahl begangenen Fehler zu berichtigen, zu lange hinausgeschoben ist - wenigstens müsse man einen Turnus von zwei Jahren verlangen. — 'Abg. Dr. v. Deziembowski - Pommern (Pole) erklärt sich für Ablehnung aller Anträge- — Das Haus nimmt den § 11 unverändert nach der Commissionsvorlage an. — 8 12 enthält mehrere Bestimmungen über die Wahlberechtigten- die Vorlage bestimmt- daß jeder Wahlberechtigte 25 Jahre alt sein muß. Ein Antrag 'Huer (Soc.) verlangt, die Wahlberechtignng mit dem 21. Jahre eintreten zu lassen. Ferner sollen auch Arbeiterinnen wahlberechtigt erklärt werden, und endlich soll die Bestimmung gestrichen werden, daß nur zwei Jahre im Gerichtsbezirk beschäftigte Personen wahlberechtigt sein sollen. — Von dem Abg. Eberty (dsr.) ist ebenfalls Wahlberechtigung für die Arbeiterinnen beantragt. — Äbg. Dr. Horwitz (dsr.) befürwortet diesen Antrag. — Abg. Dr. Hirsch (dfr.) ist für Eintritt der Wahlberechtigung mit dem 21. Jahre und für das Wahlrecht der Arbeiterinnen. — Abg. Dresbach (Soc.) befürwortet den Antrag Auer. Die Commissionsbeschlüsse machen die Frauen einfach mundtodt. — Abg. Ri ckert (dfr.) r Für die Ausschließung der Frauen vom Wahlrecht scheint die Regierung keinen Grund zu haben. — Minister v. Boetticher: Der Vorredner stellt eine neue Forderung auf und wäre deshalb auch verpflichtet, dieselbe zu begründen. Den wohl- thätigen Einfluß der Frauen auf die Männer verkennt die Regierung nicht- aber mit demselben Rechte, mit dem man hier die Theilnahme der Frauen an den Wahlen verlangt, kann man auch deren Theilnahme an den Schöffengerichten, an den Parlamenten u. s. w. verlangen. Das sind Gründe der Regierung gegen die Wahlberechtigung der Frauen - nun polemisiren Sie dagegen. — Abg. Dr. Porsch (Ctr.) kann von allen beantragten Aende- rungen nur derjenigen zustimmen, daß für die Wahlberechtigung einjähriger Aufenthalt am Orte genügt- dem Wahlrecht der Frauen stimmt er nicht zu. — Abg. Singer (Soc.) Die Wahlberechtigung der Frauen hat nichts zu thun mit der Frage der Frauenemancipatiolr- hier handelt es sich um ein gutes Recht der Arbeiterin, die als Paria behandelt wird. Mit einer bloßen Verbeugung vor den Frauen wird nichts gethan. Wir halten die Frage für so wichtig, daß wir namentliche Abstimmung über diesen unfern Antrag verlangen werden. — Das Haus beschließt, die Debatte über 8 12 zu schließen und vertagt sich vor der Abstimmung. Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr: Nachtragsetat (Gehaltserhöhungen) in 1. Lesung - Fortsetzung der Gewerbegerichtsvorlage in 2. Lesung. Schluß 5^4 Uhr. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Eorrejpondenz-Bureau. Berlin, 17. Juni. Wie die „Nordd. Allgem. Ztg." erfährt, ist die Nachricht von der bevorstehenden Verlobung der Prinzessin Margarethe mit dem Erbprinzen von Nassau völlig unbegründet. Berlin, 17. Juni. Der Prinzregent von Bayern übersandte dem Centralcounte zur Errichtung eines Denkmals für den Fürsten Bismarck in der Reichshauptstadt die Summe von 1000 Mk. Potsdam, 17. Juni. Nachmittags 2 Uhr wurde durch den Kaiser im Broncesaal des Stadtschlosses die Verlobung der Prinzessin Victoria mit dem Prinzen Adolf von Schaumburg verkündigt. Hierauf war Frühstückstasel, wobei der Kaiser den Trinkspruch aus die Verlobten ausbrachte. Die Kaiserin, die Kaiserin Friedrich, wie alle Mitglieder des Königshauses, Prinz Rupprecht von Bayern und andere Fürstlichkeiten, Caprivi und der Hausminister v. Wedell und die Generalität waren bei der Tafel anwesend. Breslau, 17. Juni. In Folge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche aus dem hiesigen Schlachtviehmarkt ist der Abtrieb von Schlachtvieh vom Markte nach auswärts bis auf Weiteres verboten. Das am Markte aufgetriebene Vieh muß während der Dauer des Verbots in Breslau selbst abgeschlachtet werden. ' , Freienwalde, 17. Juni. Bei der Reichstags-Stlch- wahl in Oberbarnim wurde Althaus (sreis.) mit 7448 Stimmen gewählt, auf Bethmann (cons.) entfielen 6236 Stimmen. Hermannstadt, 17. Juni. Der Sachsentag, der von etwa 600 Teilnehmern besucht ist, nahm einhellig und en bloc ein Programm an, das auf dem staatsrechtlichen Ausgleich von 1867 beruht. Die Hauptpunkte desselben sind: Anhänglichkeit an die Dynastie und das Vaterland, gerechte Produkten, zuweilen auch an Thiercn, bei dem großen Ausfall an Arbeit und dem Rückgänge des Körpergewichts der kranken Thiere ist der öconomische Nachtheil meist ein sehr schwerer und ist hierdurch die volkswirthschastliche Bedeutung der Seuche eine sehr eingreifende. So werden z. B. in England die im Jahre 1883 auf diese Weise herbeigesührten Verluste auf 20 Millionen, in Frankreich 1871 aus 30 Millionen Mark berechnet. Da nun die Seuche allein durch polizeiliche Maßregeln ohne Beihilfe der Viehbesitzer an der Weiterverbreitung nicht gehindert werden kann, so liegt es im Interesse der Letzteren, die Hände nicht ruhig in den Schoß zu legen, sondern sich möglichst selbst schützen zu suchen. Man sei deshalb bei Vieheinkäufen vorsichtig und stelle alles neu angekaufte Vieh 12 bis 14 Tage allein. Der Eintritt fremder Personen in die Stallungen ist nicht zu gestatten. Jeder Verkehr in Gehöften, in welchen die Seuche herrscht, muß sorgfältig vermieden werden. Täglich kann man eine Dcsinfecüon der Stallungen durch Begießen mit roher Carbolsäurc (1 Theil) und Wasser (100 Theile) vornehmen. Die Fasselhalter und Fasseuvärter haben genau daraus zu achten, daß keine verdächtigen Thiere zu den Fasseln gebracht werden. Den von der Seuche befallenen Thieren gebe man weiches Futter und reichlich kühlendes Getränk- außerdem stelle man dieselben trocken und weich. Treten üble Zufälle ein, so nehme man alsbald ärztliche Hülfe in Anspruch. Sobald die ersten Zeichen der Erkrankung auftreten, ist der Polizeibehörde Anzeige zu erstatten. Uebertragungen der Maulseuche aus den Menschen sind nicht selten, namentlich erkranken Kinder nach dem Genüsse ungekochter oder nicht stark gekochter Milch von maulseuchekranken Kühen und sterben auch zuweilen an den Folgen der Jnfection. Aber auch durch Wunden an Armen und Händen kann eine Ansteckung erfolgen. Die Ueberrragung der Krankheit durch den Genuß des Fleisches kranker Thiere ist noch niemals beobachtet worden. Beim Menschen bestehen die Krankheitserscheinungen in Fieber, Bläschen auf den Lippen, der Schleimhaut, des Mundes und der Rachenhöhle. Temperatur der Lahn und der Lust am 18. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14, Lust 14 Gr. Rübsamen. den in unserem Lande bereits errichteten würdig zur Seite stellen. Die Vorbereitungen zur Einweihnngsseicr sind in vollem Gange und ist der Kriegerverein bestrebt, dieselbe nach jeder Richtung hin zu einer befriedigenden zu gestalten, wozu die Capelle des 118. Infanterie-Regiments, unter der bewährten Leitung ihres Dirigenten, Herrn Kern, das ihrige beitragen wird. Seitens auswärtiger Kriegervereine sind bereits zahlreiche Anmeldungen zur Betheiligung eingelausen. In sehr dankenswerther Weise hat die Direction der Oberhessischen Eisenbahnen sich bereit erklärt, am Festtage aus der kürzlich eröffneten Strecke Hungen—Laubach zwei Extrazüge verkehren zu lassen. Der eine wird Morgens 11 Uhr von Hungen nach Laubach absahren und der andere Abends 9 Uhr 45 Min. nach Hungen zurückbesördert werden. Ilbeshausen, 15. Juni. Im Garten des Alexander Mönnig dahier befindet sich ein Kirschbäumchen, woran derselbe am vorigen Donnerstag den 12. d. M. die ersten reisen Kirschen pflückte. Es ist gewiß als eine Seltenheit zu betrachten, daß hier um diese Zeit schon Kirschen reisen. Augersbach, 16. Juni. Am 10. dö. Mts. feierte Herr Lehrer Lanz, welcher die letzten 26Jahre in unserem Orte als erster Lehrer gewirkt, sein 50jähriges Dienstjubiläum. In Verhinderung des Herrn Kreisraths überreichte Herr Amtmann Dr. Steeg im Namen der Regierung dem Jubilar unter anerkennenden Worten das „Ehrenzeichen für fünfzigjährige treue Dienste". Gerichtliche Lirtschei-nngeir. — Das RetchS-VerficherrrrrgSamt hat unter dem 9. April 1890 beschlossen, daß Tabak- und Etgarrenmachereten, welche nicht mit Motoren betrieben werden, dann, aber auch nur dann, als Fabriken im Sinne des $ 1 Absatz 1 des Unfalloersicherungsgesetzes anzusehen sind, wenn der Unternehmer ständig mindestens einen sremden Arbeiter beschäftigt und diese Beschäftigung die Verwendung einer vollen Arbeitskraft darstellt. Literatur unb Kttnft. - Die hiiusig« Klag« tSchterreichtr Müller, daß -s jetzt so schwer ist, Schwiegersöhne zu bekommen, hat auch ihre statistische Berechtigung, denn eine Million weiblicher Wesen sind, wie die Statistik ermittelt hat, allein in Deutschland von vornherein vom Schicksal dazu bestimmt, einsam durchs Leben zu wandeln, well die Zahl der Personen weiblichen Geschlechts die der Männer um die oben angegebene Zahl übersteigt. Sich auch dieser oft hilflosen Frauen thatkräftig anzunehmen, ist unbestreitbar ein Verdienst der weitverbreiteten, in Dresden erscheinenden Frauenzeitschrift „Fürs Haus". Unermüdlich ist dieselbe bestrebt, neue Erwerbsquellen für Alleinstehende aufzuschließen und auf ältere, schon bestehende hinzu- weisen. Daß das Blatt darüber auch seiner eigentlichen Aufgabe, der Förderung und Verschönerung des Hauswesens, nicht vergißt, ist selbstverständlich, wie sich Jeder aus einer Probenummer überzeugen kann, die kostenlos durch jede Buchhandlung oder auch btrect durch die Geschäftsstelle „Für Haus" zu Dresden-N. zu beziehen ist. Der Abonnementspreis von 1 JL vierteljährlich ermöglicht es ja auch den Unbemittelten, sich den Bezug dieses wahrhaft billigen und nützlichen Volksblattes zu sichern. vermischtes. * Darmstadt, 17. Juni. Das heute fällige, gelegentlich des 25jährigen Regierungsjubiläums von den Banken für Süddeutschland und für Handel und Industrie 1873 gestiftete Stipendium ist durch Entschließung Sr. Königs. Hoheit des Großherzogs dem stud. Jean Kessel aus Biebesheim in Höhe von 7u0 Mk. verliehen worden. * Berlin, 16. Juni. Bereits jetzt beginnt der Wettkamps um die Naturforscherversammlung des nächsten Jahres. Nachdem Halle a. d. S. im vorigen Jahre zu Heidelberg die Gesellschaft Deut scher Naturforscher und Aerzte für das Jahr 1891 eingeladen, hat jetzt auch die Stadt Frankfurt a. M. eine ebensolche Einladung erlassen. Die Veranlassung dazu, mit Halle in Concurrenz zu treten, bildet die rm nächsten Jahre in Frankfurt a. M. stattfindende Electrotechnische Ausstellung, welche bei dem immer wachsenden Einfluß der Electrotechnik aus Naturwissenschaften und Heilkunde die Wahl Frankfurts der diesjährigen Versammlung in Bremen (15. bis 20. September) empfehlen soll. * Hagenau, 15. Juni. Der hiesige Ausschuß für die Errichtung eines Kaiser-Friedrich-Denkmals auf dem Schlachtfelde bei Wörth hat seither 67,429.18 Mk. gesammelt. — Bei dem Berliner Ausschuß sind für denselben Zweck 130,000 Mk. eingegangen, so daß nunmehr im Ganzen 198,460.28 Mk. zur Verfügung stehen. Die Maui- und Klauenseuche. Von Großb. Kreisoeterinälarzt Dr. GüngeriÄ in Bensheim. Die Maul- und Klauenseuche ist eine schon seit langer Zeit bekannte, acute Jnsectionskrankheit, deren Contagium sowohl fix als flüchtig ist und theils unmittelbar, theils mittelbar durch Zwischenträger aus andere Thiere übertragen wird. Die Seuche war in den vierziger und fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts über ganz Europa verbreitet- ebenso in den Jahren 1862, 1869, 1871 — 1874, 1875, 1877, 1883 bis 1884. ^Jn England und Frankreich erkrankten beispielsweise im Jahre 1871 je 700 000 Stück Vieh mit einem Verluste von 7000 Stück (1 pCt.). Im Jahre 1872 erkrankten in Württemberg allein 50000 Thiere, wobei 1500 (3pCt.) verloren gingen. Die Ansteckungssähigkeit des Contagiums ist eine lang andauernde und kann sich monatelang in einem Seuchenstalle wirksam erhalten. Vernichtet wird der Jnfectionsstoff, so z. B. in der Milch, durch starkes Kochen. Die Verbreitung der Krankheit als Seuche bewegt sich den Verkehrsbahnen entlang, und man hat dabei öfters die Beobachtung gemacht, daß der Seuchenzug von Osten nach Westen gerichtet war, juobei sich die Seuche oft in ganz kurzer Zeit über große Länderstrecken, so z. B. vom caspischen Meere bis zum atlantischen Ocean, ausdehnte. Je ausgebildeter das Eisenbahnnetz eines Landes ist, um so rascher erfolgt die Ausbreitung der Seuche. Die Ansteckung wird namentlich auch durch Eisenbahnwaggons, Viehmärkte, Viehhändler, Gaststallungen, Fassel, durch inficirtes Rauhfutter rc. vermittelt. Am gefährlichsten haben sich in dieser Beziehung Treibschweineheerden erwiesen. Die Maul- und Klauenseuche ist eine dem Klauenvieh eigenthümliche Krankheit, selten erkranken Pferde, Hunde, Katzen und Geflügel- relativ häufig inficirt sich der Mensch. Auch alle wildlebenden Zweihufer (Hirsche, Rehe u. s. w.) können erkranken. Die Krankheit beginnt gewöhnlich mir einem Fieberschauer (Jnfectionsfieber), welches jedoch meistens übersehen wird. Die Maulschleimhaut beginnt sich zu röthen, die Futter- ausnahme und Milchsecretion ist vermindert, das W ederkauen unterdrückt, und stellt sich Speicheln ein. Nach zw. i bis drei Tagen erscheinen an der Schleimhaut des Maules, besonders an der Vorderlippe, dem zahnlosen Rande des Vor>erkiefers, an den Rändern und der Unterfläche der Zunge, außerdem in der Klauenspalte und an der Krone, manchmal bei Kühen auch am Euter gelbweiße Bläschen, welche allmählich größer werden und nach einigen Tagen- platzen. Die Thiere gehen stets lahm und liegen viel. Nach dem Platzen der Blasen bleiben hochrothe, etwas aufgelockerte, sehr schmerzhafte Stellen. Dieses einfache Krankheitsbild kann durch eine Reihe schwerer Complicationen abgeändert werden. Bei der gesetzlich anzuwendenden Beschränkung des Verkehrs, bei den großen Verlusten an Milch und Milch- Handhabung des Nationalitätcngesetzes, gemeinsames Zusammenwirken zur Hebung der landwirthschastlichen und gewerblichen Interessen. Wien, 17. Juni. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht das Uebereinkommen der österreichisch-ungarischen Monarchie mit dem deutschen Reiche, betr. die wechselseitige Unterstützung hilfsbedürftiger Seeleute. Paris, 17. Juni. Der Telegraphen-Congreß beschloß in der heutigen Plenarsitzung, den nächsten Congreß 1895 in Pest abzuhalten. London, 17. Juni. Im Unterhause kündigte Minister Smith die von Salisbury im Carltonclub entwickelten Anträge für eine raschere Erledigung der Geschäfte an. Gladstone erklärte, daß er die Anträge bekämpfen werde. Madrid, 17. Juni. Die Regierung beschloß, die vollständige Jsolirung der Ortschaften, wo der Ausbruch von Erkrankungen an der Cholera festgestellt ist, durch Truppen- cordons herzustellen. Madrid, 17. Juni. Der Bericht des Gesundheitsraths über die Krankheitsfälle in Puebla de Nugat spricht sich nicht bestimmt für das Vorhandensein der Cholera aus, empfiehlt aber gleichwohl Vorsichtsmaßregeln gegen die Verbreitung der Epidemie. Madrid, 17. Juni. Aus Puebla de Nugat werden einige weitere Fälle cholera-artiger Erkrankungen gemeldet, ebenso sind solche in einigen anderen Ortschaften der Provinz Valencia unter den aus Nugat geflüchteten Personen vorgekommen. Hier in Madrid ergriffen die Behörden wegen des Auftretens cholera-artiger Erkrankungen sanitäre Vorsichtsmaßregeln- es sind Vorbereitungen getroffen, um, falls die Cholera in Madrid austritt, entsprechende Lazarethe einzurichten. Im Senate erklärte der Minister des Innern, es sei noch kein Grund für Beunruhigungen vorhanden- die aus Valencia gemeldete Krankheit scheine die Cholera zu sein, doch liege noch kein Beweis dafür vor, daß es die asiatische Cholera sei. Rom, 17. Juni. In der Kammer brachte Bonghi heute den Antrag ein, die Regierung aufzufordern, mit allen Mitteln die Lösung aller zwischen den Nationen entstehenden Differenzen auf dem Wege des Schiedsgerichts anzustreben. Crispi erklärte, daß er dem Antrag sympathisch gegenüberstehe- er beantrage, die Debatte über denselben nach Erledigung der dringendsten Gesetzentwürfe vorzunehmen. Dieser Antrag wurde angenommen. Belgrad, 17. Juni. Wie mehrere Blätter melden, hat der Kriegsminister die Offiziere des ersten Aufgebots und der neu organisirten Nationalmittz zu einer 21tägigen Wafsen- Übung einberusen. _________________ Schiffsnachrichten. Bremen, 17. Juni. fPer transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Ems, Eapt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. Juni von Bremen und am 8. Juni von Southampton abgegangen war, ist heute 10 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. CocaUs »tn& provinzielle». Gießen, 18. Juni. L. B. Sophokles - Vorlesung. Ueber einen Vortrag des „Oedipus aus Kolonos" durch Frl. Natalie Köhler hat die vortreffliche, leider zu früh verstorbene Schriftstellerm Louise Büchner im „Darmstädter Tagblatt" folgendes Urtheil erlassen: „Gestern Abend hielt Frl. Natalie Köhler im Herrschafts-Saal des Saalbaues ihren zweiten Vortrag (Oedipus aus Kolonos) vor einem gewählten und zahlreichen Publikum. Sie hat die höchst schwierige Aufgabe, wie es eine Dichtung von so hochtragischem Schwünge und dem griechischen Versmaße, an den Vortragenden stellt, mit großem Geschick und ausdauernder Kraft bewältigt. Der kaum weniger schwierigen Aufgabe der begleitenden Mendelssohn- schen Musik unterzog sich Herr Hofmusiker Schell gleichsam mit dankenswerthem Fleiße und ermöglichte es dadurch dem Publikum, einen Genuß zu vermitteln, der bis dato in unserer Stadt noch nie geboten worden ist. Daß es nur darauf ankommt, dem Publikum Würdiges zu bringen, um seine Empfänglichkeit dafür zu erwecken, dies bewies die erregte Spannung, mit der Jedermann dem Vortrag folgte. Und eö war eine Freude, in den erregten Zügen der zahlreich vertretenen weiblichen Jugend zu lesen, wie das wahrhaft Schöne, gehört es auch noch entfernten Zeiten an, den jugendlichen Sinn jederzeit zu fesseln weiß. Noch höheren Genuß verspricht die demnächst folgende Vorlesung der Anttgone, da diese Dichtung unserem modernen Gefühl näher liegt und überhaupt allgemeiner bekannt ist. Es sollte sich Niemand, wer es nur irgend vermag, den Genuß entgehen lassen, die erhabene Dichtung des Unsterblichen hier in so würdiger Weise vorgeführt zu sehen. — In der gestern Abend stattgehabten Sitzung des Gesammtcomites für das Sängerfest wurde seitens der Obmänner bezw. Stellvertreter derselben Bericht erstattet über die bisherigen Arbeiten der einzelnen Ausschüffe. Dieselben zeigen ein erfreuliches Bild emsiger Thätigkeit und lassen auf ein gutes Gelingen des Festes schließen. — In nichtöffentlicher Sitzung des Schwurgerichts wurde gestern W i l h e l m R i n n von Heuchelheim wegen Sittlichkeitsverbrechen in eine Gesängnißstrase von neun Monaten, abzüglich der Untersuchungshaft von 2 Monaten, verurtherlt. X Ockstadt, 16. Juni. Heute Vormittag setzten mehrere Knaben ungefähr 300 Wellen Tannenholz in Brand. Ein ungeheurer Qualm entstand, da die Wellen noch feucht waren. Ein Mann, der einige Wellen retten wollte, trug infolge unvorsichtigen Vorgehens einige nicht ganz unbedeutende Brandwunden davon. ( „ Laubach, 16. Juni. Das Kriegerdenkmal, dessen Einweihung am 29. Juni d. I. stattfinden soll, geht seiner Vollendung entgegen. Hat es auch langer Zeit bedurft, um den Plan der Errichtung eines solchen zu verwirklichen, so entschädigt dafür hinreichend die Form, in der es zur Ausführung gekommen, denn das in Erz gegossene Denkmal, die auf einem gothischen Unterbau sich erhebende und nahezu drer Meter hohe Gestalt der Germania darstellend, bietet einen imposanten Anblick- es macht seinem Erbauer, Herrn A. Römheld zur Friedrichshütte, alle Ehre und dürste sich Verkehr, Cmifc» «nd volkswirthschast — Nach amtlicher Mittheilung ist im südlichen Theile der Provinz Mailand die HÄHner-Eholera in sehr heftiger Form aufgetreten. Diese Krankheit, welche durch einen Spaltpilz verursacht wirt, geht nicht allein auf Hühner, sondern auch auf anderes Geflüge, wie namentlich auch auf Gänse über und kann auch auf Kaninchen übertragen werden. Der Verlauf der Krankheit ist meist ein sek- rascher. Eharacteristische Krankheitserscheinungen werden dabei nid t wahrgenommen. Die erkrankten Thiere fitzen in der Regel m t geschlossenen Augen und gesträubtem Gefieder da und verenden meist bald ohne sichtbaren Todeskampf. Bei Hühnern erscheint der Kamm gewöhnlich dunkel. Durch das schnelle Verenden der Thiere sind d e Besitzer oft veranlaßt, an Vergiftung zu glauben. Nachdem schon wiederholt Einschleppungen der genannten Seuche nach Deutschland stattgefunden haben, ist neuerdings wieder vom Reichsamt des Innern daraus hingewiesen worben, baß es sich empfehlen bürste, bie Interessenten auf bie Gesahr aufmerksam zu machen. Es wirb daher, um einer größeren Verbreitung der Seuche im Jnlande vorzubeugen und namentlich auch um die Geflügelhalter vor dem Schaden zu bewahren, der ihnen beim Bezug von Federvieh aus Italien droht, diesen sowohl als namentlich auch den Händlern angerathen, beim Ankauf von Geflügel, welches aus Italien stammt ober welches mit solchem in Berührung gewesen ist, möglichste Vorsicht anzuwenden und die anzukaufenden Thiere nicht allein genau auf ihren Gesundheitszustand zu prüfen, sondern dieselben auch einige Tage von dem übrigen Federvieh ifolirt zu halten und bei etwaigen Ausbrüchen der Seuche eine gründliche Desinfecttvn vorzunehmen, welche namentlich in der sorgfältigen Begießung der benutzten Räumlichkeiten und Excremente der kranken und verdächtigen Thiere mit Carbolsäurelösung oder sonstigen Desinsectionsmitteln zu bestehen haben wird. Am meisten wirb es sich empfehlen, bas btrect aus Italien kommende Geflügel einer entsprechenbm Controle zu unterziehen. 5204 Näheres in der Exped. d. Bl. 5219 5197 M» Kami) I. Gr. 5213 Wasche- und Ausstattungs-Geschäft — Kirchenplatz. 5216 von der Klinik aus statt. 5214 pCt. Reichsanleihe 4 100 00 [5211 der Rabatt. Tendenz: befestigt. Tendenz: matt. (293 Hochachtungsvoll 104.30 Fr. Krogmann, Wetzsteingasse 33 99.90 89 50 40425 20250 167.20 139 80 37 40 160.60 142 50 84 70 220 70 157 20 153 20 165.59 262 50 104.37 198 87 120 25 89.10 95 10 77.30 72.60 52181 Tüchtige Rock« nnd Hosen- Arbeiter gesucht. Gebr. Stamm. 1890. 21980 188.25 9810 165 30 5199] Für einen leichten Dienst ein gesetztes älteres Mädchen gesucht, das Pilsener Bier General-Vertreter: NI. G. Staudt, Börsenplatz II in Frankfurt a. M. 5i9< Buschtherader Elbethal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost , West Gelsenkirchener Ver. Kön.- und Laurahütte-Act. Oesterr. 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Wir hoffen, damit den Wünschen unserer Mitbürger gerecht geworden zu sein und ersuchen um Zuwendung von Gaben. ycMof' Vorzüglichen Gebirgs-Himbeerfaft, Erdbeerfaft, Kirschenfaft, Brauselimonaden- Bonbons empfiehlt , a . Carl Schwaabs 5082_______Delicatessenhandlung. Äickerei-Mider sür Dame» und Kinder in großartiger Auswahl und bMgen Preise empfiehlt Robert Haas, Kaffee-Essenz in Dosen. Anerkannt bester und ausgiebigster Kaffeezusatz. Ueberall vorräthi«. Vor "Nachahmungen wird gewarnt. ts EM 0 v » Gebauer* erfahren ist. L. Chr. Rübsamen Wwe. Nedaction: A. Scheid«. — Druck nnb Verlag der Brühl'lchm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Cabinet 1868er rother Med.-Wein Carlowitzer Aasbr Rüster Ausbruch von Resten Alerdevstossen NN- Lattunen, zu antzergewöhulich billigen Preisen Marktplatz 10. Ang. Montamis Chemisch untersucht von Hrn. Geh. Hofrath Prof. Dr. B. Fresenius u.von ärztlichen Autoritäten allen schwächlichen Personen empfohlen. Geschäftsverlegnng. 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