Neuenweg §, Lw 4 * l'SÄSff "unter RjWi ^Uung uÄTm- * gttbfrflu Mv„ rdmdtzmD ** erlernen ohne fe ^Kreuzplatz 15 m unv dem EWnß ti, »on ®£ aus gebruir - qeoen tonnen. MvochmFMg^ W nch bann wltbuj omabschätzung bis si lsiu hoch und sind di 'OOOOOO Lire abjorbtic- - aber in den vnSffw wg. mchmederlAMilli-U Der Bankausweis K< rallelziffern der Boijüc »renbe Beminderung^ " K [edaiHe. MarU ■j 78 Börse. ouri vom 7./1I. 1< L 88189 b. SoÜ>- jllibahn- LL.A.. i§I880r d'-.M. 96.35 B 84.35 83.5Q; 86.90 8U( 1102.85 102. ■' 17.75/ 17.8 104.30 (104.4 \ W.45\ M 103.40 64.35 101.20 101.60 83.60 58.1» 65.35 92.70 92.40 5!' 65 9Ü ombardm do. do. n Hold. D (Salzt.) es Silber ent. Jlal. ihn . • v Eisend. '69 garnt. 101 ■ 95, W 101Ä 101-4 8i en . 175.70 118- 164.55 16Ü 168.20 1681 ' \1O.-W MI.' Ereditb.. -Verein • ereinsbank 180.60 116.- 105.75 127.50 M 114- 1062 1258 279.70 lagsanftalt lM-Otster, 270.80 26S? 19t’« KlundsO^ sandbr. ' 'aW«br- 101.6° 98.50 97.40 101.5° 101« 95« 91.« i • 91-5° 106. 133.2° 1401° 107.6« K M S«*1 1890 Mittwoch den 19. Februar Nr. 42. Der chießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener A«micie«ötLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. ießmer Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Vierteljähriger Avonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expedition und Druckerei: Schirlstraße Ar.1, Fernsprecher 51. 2(tnis* und Anzeigeblatt für den Ttveis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Ia < 1 p • (V ZZiri Q P”1£ Alle Annoncm-Bureaux des In- und Auslandes nehmm chralrsßerkage: Gleßmer Aamrllenblatter. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Gießen, am 15. Februar 1890. Betr : Die Beitreibung Oer Communal-Jntraden. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf. Gill, Gberftadt, Ettingshausen, Grüningen, Hattenrod, Holzheim, Hungen, Inheiden, Langd, LangSdorf, Lieh, Muschenbeim, Nieder-Befstngen, Nonnen- roth, Obbornhofen, Ober-Besstngen, Ober- Hörgern , Rabertshausen, Rodheim, Steiu- heim, TreiS-Horloff, Utphe und Billingea. Wir benachrichtigen Sie, daß wir den Kreisboten Horn dahier beauftragt haben, während der Krankheit des Kreis- boW Sier deffen Dienst zu versehen. v. Gagern. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß dem Comite für den Wiederaufbau der St. Rochuskapelle zu Bingen zum Zwecke der Gewinnung von Mitteln für den Wiederaufbau der Kapelle die Veranstaltung einer Verloosung und zwar in 2 Abtheilungen: erste Ziehung in der Zeit vom 31. August bis spätestens 30. November d. I. und zweite Ziehung sechs Monate später, gestattet worden ist. Als Gewinngegenstände sollen Gold- und Silberbarren, Werth- gegenstände von Silber und Rheinweine zur Verloosung gelangen. Es dürfen nicht mehr als 200,000 Loose zu 1 «M. das Stück ausgegeben werden und müssen mindestens 50% des Bruttoerläjes aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen verwendet werden. Der Veriried der Loose ist im Großherzogthum gestattet. Gießen, den 15. Februar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. _________________ Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß dem Stadtvorstand zu Alsfeld gestattet worden ist, gelegentlich des am 21. Juli d. 3 daselbst stattfindenden Zuchtvieh- marktes eine Verloosung von Vieh und landwirthschaftlichen Geräthen zu veranstalten. Hierbei dürfen nicht mehr als 4000 Loose a 1 J-L aus- aegeben werden und müssen mindestens 60% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen verwendet werden. Der Vertrieb der Loose ist im Großherzogthum gestattet. Gießen, am 15 Februar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießm. v. Gagern. __________-.-v-------nnjT---- politische Ueverficht. Gießen, 18. Februar. Der kaiserliche Erlaß an den Generalinspeetenr des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens, betr. die Reorganisation des Lehrplanes des preußischen Cadettencorps, wird von den Freunden dieser Reform mit großer Genugthgung begrüßt. Denn der bisherige Lehrplan des Cadetteneorps stellte m vielen Punkten eine unnöthige und schließlich auch schädliche Ueberlaftung der Zöglinge dar und mit Recht betont der kaiserliche Erlaß, daß die Lehrausgabe durch Ausscheidung jeder entbehrlichen Einzelheit derart vereinfacht werden müsse, daß auch der minder begabte Schüler dem Unterrichte ohne Ueberanstrengung zu folgen vermöge. Dafür soll aber der Unterricht anderseits an Gründlichkeit und Tiefe gewinnen und bezeichnet der Erlaß speeiell Religion, Geschichte, Erdkunde, Deutsch und die neueren Sprachen als diejenigen Fächer, in denen der Unterricht diese vermehrte Gründlichkeit und Tiefe gewinnen soll. Besonderen Werth legt der Kaiser in seiner Kundgebung auf das Deutsche, welches zum Mittelpunkte des gesammten Unterrichtes gestaltet worden soll und bemerkenswerth ist ferner auch, daß der Kaiser beim Geschichtsunterrichte eine größere Berücksichtigung der neueren und neuesten Perioden der vaterländischen Geschichte wünscht, eine Forderung, die schon längst von einsichtsvollen Schulmännern hinsichtlich auch des Geschichtsunterrichtes^ aus den Gymnasien und Realschulen erhoben worden ist. Jedenfalls darf gehofft werden, daß die in dem gedachten kaiserlichen Erlasse seizzirte Umgestaltung und Vertiefung des Lehrplanes für die Cadetten einst ihre erfreulichen Früchte tragen wird. Gleichzeitig mit dem erwähnten Erlasse ist noch eine andere Kundgebung Kaiser Wilhelms zur Veröffentlichung gelangt, nämlich die sich auf die Soldatenmißhandlungen beziehende Cabinetsordre an den preußischen Kriegsminister. In derselben rügt es der Kaiser, daß die Bestimmungen der hierauf bezüglichen Cabinetsordre König Friedrich Wilhelms IV. durchaus nicht in dem Geiste aufgefaßt und ausgefiihrt würden, in dem sie erlassen seien. Klar und bestimmt spricht es der kaiserliche Kriegsherr ans, daß in seinem Heere jedem Soldaten eine gerechte und würdige Behandlung zu Theil werde, damit er seine Pflichten gern und freudig erfülle und ausdrücklich verlangt er, daß in Fällen systematischer Mißhandlungen Untergebener die eommandirenden Generäle in ihren Nachweisungen die Vorgesetzten, welche hierbei eine Schuld oder Verantwortung trifft, namhaft machen. Hoffentlich wird diese entschiedene kaiserliche Willensäußerung dazu beitragen, die Soldatenmißhandlungen, welche einen dunkeln Punkt in dem sonst so strahlenden Bilde der deutschen Armee bilden, mehr und mehr verschwinden zu machen. In Bayern ist die kirchenpolitische Lage durch die von der Centrumspartei in der Altkatholikenfrage, sowie hinsichtlich des Placetum regium (des Einspruchsrechtes des Staates) und des Eides auf die Verfassung abgegebenen offieiellen Erklärungen zur Zeit wieder einmal eine gespannte worden. Die ultramontane Kammermehrheit beharrt demnach darauf, daß die Regierung den Altkatholiken He Anerkennung als Mitglieder der katholischen Kirche zu verweigern habe und will ferner auch nicht von ihrem dem Placetum regium und dem Verfassungseid gegenüber eingenommenen Standpunkt abgehen, während anderseits die Regierung, nach den Aeußer- imgen des Ministers von Crailsheim im Finanzausschnsse zu urtheilen, nicht gesonnen zu sein scheint, den ultramontanen Wünschen entgegenznkommen. Zunächst hat diese Spannung zwischen der Regierung und der Kammermehrheit die Absetzung der in den Cnltnsetat eingestellten netten Regierungsforderungen seitens des Finanzansschusses zur Folge gehabt und darf man ans die Weiterentwickelung des Confliets ge spannt fein. Die Jungczechen sind seit dem nationalen Ausgleich in Böhmen recht still geworden, sie scheinen sich indessen in die neue Lage noch nicht hinöingefunden zu haben. Dies bekundet der vom jungezechischen Club gefaßt gewesene Beschluß, für den 2. März eine Parteiversammluiig nach Pardubitz einzuberufen, in welcher die politische Lage erörtert werden sollte. Die Regierung hat aber die geplante Versammlung verboten und zwar offenbar nur deshalb, weil auf der Tagesordnung des Pardubitzer Parteitages auch ein Vortrag über die nationale Bedeutung Huß' stand und da lag allerdings die Ver- muthung nahe, daß sich der Parteitag zu einer der Regierung unerwünschten jungezechischen Demonstration gestaltet haben würde. • Die Bildung zweier neuen deutschen Armeeeorps, von denen das eine sein Generaleommando bekanntlich in Metz erhält, wird franzöfischerseits durch die Ergänzung der an der Ostgrenze stehenden Regimenter beantwortet werden, wie das „Echo de Paris" vernimmt. Dem gegenüber muß daran erinnert werden, daß Frankreich schon bislang Truppenmassen an seiner Ostgrenze angesammelt hatte, deren Stärke die Zahl der in Elsaß-Lothringen stehenden deutschen Truppen bedeutend überwog und durch die Errichtung eines besonderen lothringischen Armeeeorps würde dieses zu Ungunsten Deutschlands bestandene Mißverhältniß erst ausgeglichen worden fein. Nun wollen jedoch die Franzosen ihre Regimenter an der deutschen Grenze abermals verstärken, sie werden den Deutschen demnach von Neuem voraus sein, ein Wettlanf, an welchem sich indessen Deutschland wohl nicht weiter betheiligen dürfte. Deutsches Reich. Darmstadt, 17. Februar. Nr. 3 des Amtsblattes des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Seetion für Justizverwaltung, enthält Ausschreiben vom 21. Januar 1890, betreffend die Visitation der Schreibstuben der Großh. Notare im Jahre 1889. Darmstadt, 17. Februar. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde er- theilt durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 12. Januar dem derzeitigen ersten Hauptmann der Freiwilligen Gail scheu Feuerwehr zu Gießen, Lithographen Martin Loos daselbst. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Corrcspondenz-Burcau. Berlin, 17. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." weist gegenüber den wiederholten Versuchen, die von Frankreich 1887 drohende Kriegsgefahr abzuleugnen, darauf hin, daß die radieale französische Presse noch heute Boulanger verherrliche, „parcequ’il a voulu la guerre“. Boulanger selbst habe zugestanden, zweimal den Krieg gegen Deutschland gewollt zu haben, am Beginn von 1887 und bei der Schnäbele- Affaire, was der abtretende Minister des Aeußern, Goblet, mit den Worten bestätigt habe, er trete mit dem erhebenden Bewußtsein von seinem Posten zurück, zweimal verhindert zu haben, daß das Haar zerschnitten werde, an welchem die friedlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich hingen. Die Kriegsgefahr sei damals durch den Wahlausfall abgewendet worden, der Frankreich belehrt habe, wie stark der nationale Gedanke in Deutschland sei. Die französischen Staatsmänner hätten sich damals an die Thatsache gehalten, daß die Mehrheit des Reichstags vor den Neuwahlen aus Gegnern des Reichs und der Regierung bestanden. Das deutsche Volk werde sich dies jetzt vergegenwärtigen. Köln, 17. Februar. Wie die „Köln. Ztg." erfährt, war zum Oberpräsidenten der Rheinprovinz in erster Linie Oberbürgermeister Miquel in Aussicht genommen. Derselbe dankte vorläufig, weil seine Anwesenheit in Frankfurt bei einer Reihe größerer eommunaler Unternehmungen gerade in nächster Zeit nothwendig fei. Der Kaiser empfing gestern Herrn Miquel in Inständiger Audienz, in welcher dieser seine Gründe darlegte, welche ihn veranlaßten, den Kaiser zu bitten, von einer Berufung Abstand zu nehmen. Der Kaiser erklärte sich mit den Gründen einverstanden und besprach sodann eingehend die Arbeiterschutzfrage mit Herrn Miquel. Letzterer ist gestern Abend nach Frankfurt zurückgekehrt. Paris, 17. Februar. Ergebniß der gestrigen Ersatzwahlen in Paris: Im fünften Arrondissement hat Stichwahl stattzufinden zwischen dem Boulangisten Naquet, dem Radicalen Bourneville und dem Opportunisten Delombre^ im dreizehnten Arrondissement ist der Boulangist Mery gewählt, in Neuilly der Boulangist Laur, in Pantin der Boulangist Goussot, in Saint Denis der Boulangist Revest, in Seeaux der Boulangist Bellevall (mit 11,022 Stimmen gegen Goblet, der 9829 Stimmen erhielt). In Castel-Sarrasin wurde der Opportunist Lasserre gewählt, in Ajaeei der Radieale Ceeealdi, in Nantes der Liberale Lebaudy. Nuhestöriingen werden nirgends gemeldet. London, 17. Februar. Chaplin, der Staatsseeretär des Ackerbaudepartemeuts, erklärte, wenn die deutsche Regierung wirksame Mittel zur Bekämpfung und Einschränkung der Maul- und Klauenseuche ergreife, fei kein Grund vorhanden, die Zulassung schleswig-holstein'schen Viehes nicht zu erwägen. Er werde für die Aufrechterhaltung der Beschränkung der Einfuhr nicht länger eintreten, als unbedingt nöthig. — Der deutsche Botschafter Graf Hatzseldt theilte dem Reuter'schen Bureau zufolge Lord Salisbury die Einladung der deutschen Regierung zu einer internationalen Con- ferenz über Arbeiterschutz mit. Letzterer versprach eine sorgfältige Prüfung der Angelegenheit und wurde die Antwort Englands bis dahin verschoben. — Sir Louis Mallet, Mitglied der gemischten Zolltarif-Commission in Wien 1865, und Unterhändler bei mehreren Handelsverträgen, ist gestorben. London, 17. Februar. Der Minister des Innern empfing heute Nachmittag eine Abordnung des Grubenarbeiter- Vereins von Großbritannien, welche, von mehreren Parlamentsmitgliedern geführt, die Einbringung einer Vorlage behufs Einführung von achtstündigen Schichten uachsuchte. Der Minister erwiderte, er werde immer bereit sein, die Lage der Arbeiter zu verbessern, und werde im Unterhause die Einbringung einer solchen Vorlage befürworten - er könne jedoch einem Gesetzentwürfe, welcher die männlichen Erwachsenen hinsichtlich der Verfügung über ihre Arbeit beschränken würde, die Unterstützung der Regierung nicht in Aussicht stellen. London, 17. Februar. Im Unterhaus kündigte Smith an, die Regierung werde voraussichtlich nächsten Montag in einer Resolution beantragen, den Bericht der Parnell- e o m m i s s i o n anzunehmen und deii Richtern für ihr unparteiisches Verfahren zu danken. — Unterstaatsseeretär F e r- gusson erklärte, für die Anklagen gegen den Kurdenhäuptling Moussa Bey würden neue Beweise gefordert. Stockholm, 17. Februar. Die Regierung erwiderte ans die vertrauliche Anfrage des deutschen Gesandten wegen der Theiluahme Schwedens an der internationalen Arbeiter- Conserenz, sie wünsche lebhaft durch weitere geeignete Maßregeln den Arbeitern eine bessere Lage bereiten zu können und werde gerne an einer Conserenz zu solchen Zwecken theilnehmen. Rom, 17. Februar. König Humbert hat für ein der Familie Cairoli in Pavia zu errichtendes Denkmal 10,000 Fr. gespendet. Rom, 17. Februar. Der „Risorma" zufolge ist der Papst seit Samstag bettlägerig. Heute befindet er sich etwas besser, ließ jedoch gegen seine Gewohnheit die Fastenprediger durch den Cardinalvicar empfangen. Nach einer Meldung des „Osservatore Nomano" dagegen empfing der Papst heute früh drei Bischöfe. Dasselbe Blatt erklärt die kürzlich im Auslande veröffentlichten Unterredungen eines deutschen Correspondenten mit hohen Persönlichkeiten der römischen Geistlichkeit für wenig wahrscheinlich oder doch sehr- wenig der Wahrheit entsprechend. Brüssel, 17. Februar. In der Untersuchungssache wtzgen der Explosion der Pulverfabrik bei Antwerpen ist von dem Appellhof das Strafmaß gegen den Hauptangeklagten Corvilain von 2 Jahren aus 5% Jahre Gefängniß erhöht, ebenso sind die allen Geschädigten zugesprochenen Entschädigungen hoher bemessen worden. Zanzibar, 17. Februar. Meldung des Bureau Reuter. Anläßlich der Flaggen hissung findet bei dem neuen Sultan heute großer Empfang statt, dem sämmtliche Europäer anwohnen. Fiume, 18. Februar. Graf Julius Andras sh ist um 3 Uhr Nachts auf Schloß Bolosca gestorben. Locales und provinzielles. Gießen, 18. Februar. — Diejenigen Studirenden des Finanz- und Forstfachs, welche sich zu Anfang des Sommersemesters 1890 der Fachprüfung zu unterziehen beabsichtigen, haben ihre Meldungen, unter Beifügung der im § 6 der Ordnung der Hochschulprüfungen im Finanz- und Forstfache in Gießen vom 25. Juni 1889 angeführten Belege, bis zum 19. April bei dem Vorsitzenden der cameralistischen Prüfungs-Commission, Herrn Prof. Thaer in Gießen einzureichen. — Die Gesuche der Studirenden der Rechtswissenschaft um Zulassung zu der im Frühjahr 1890 stattfindenden Facultätsprüfung sind spätestens bis zum 26. April mit den erforderlichen Belegen dem Decan der juristischen Facultät der Landes-Universität, Herrn Dr. Kretschmar in Gießen, einzureichen. — Der zweite Vortrag von Fräulein Dr. E. Mensch fand Samstag den 15. Februar in der Realschule statt. Vor einer sehr gewählten Zuhörerschaft behandelte die Rednerin in ausführlicher, klarer und dabei objecriver Weise die historischen und Gesellschastsdramen Ibsens, dabei 'die ganze Richtung, welcher der Dichter angehört, scharf characterisirend. Der nächste Vortrag, welcher erst am 1. März stattfindet und Ludwig Anzengruber zum Gegenstände haben wird, bringt mm im Gegensatz zu der düsteren Schroffheit Ibsens den Einblick in die frische, kräftige Hochgebirgsttgtur der bayrisch-österreichischen Landbevölkerung. Auch zu diesem Vortrage werden Tageskarten A 1.50 Mk. ausgegeben. Bad-Nauheim. Zu unseren acht dahier ständig anwesenden Aerzten werden sich im Lause dieses Sommers noch fünf weitere niederlassen. Drei davon, Dr. Stoll von Gladenbach, Dr. Bruck von Berlin und Dr. Baur von Falkenstein haben bereits Wohnungen dahier gemiethet. Gesundheitszustand und Sterblichkeitsvrrhättnisse im Kreise Gießen im Jahre 1889. Der Gesundheitszustand im Kreise Gießen war während des Jahres 1889 ein recht günstiger, insbesondere zeichneten sich die Monate August, September und October durch einen so geringen Krankenbestaud aus, wie er seit Jahren nicht beobachtet worden war. Auch blieb der Kreis bis unmittelbar vor Jahresschluß von ausgebreiteten Epidemien verschont - von Infektionskrankheiten erlangten nur Diphtherie und Scharlach erheblichere Bedeutung, aber auch sie suchten nur einen beschränkten Bezirk, vorwiegend den nördlichen und nordöstlichen Theil des Kreises, heim und zeigten nur an einzelnen Orten einen bösartigen Character. Masern erschienen erst im letzten Vierteljahr in Gießen, außerdem wurde ihr Auftreten nur noch von Rodheim bei Hungen bekannt; Keuchhusten kam jedenfalls nur in außerordentlich geringem Umfange im Kreise vor. Dagegen wurde Unterleibstyphus etwas häufiger wie in den Vorjahren constatirt. — Die umfangreichste Epidemie, welche der Kreis feit Menschengedenken gehabt hatte, brachte uns in der zweiten Hälfte des December die Influenza,- doch fällt der Höhepunkt derselben erst in den Beginn des folgenden Januars. Diese günstigen Verhältnisse finden ihren entsprechenden Ausdruck in einer relativ geringen Sterblichkeit, welche im Berichtsjahre mit 1412 Todesfällen den niedrigsten Stand während des verflossenen Jahrzehntes erreichte. Gegenüber dem Vorjahre bedeutet diese Zahl eine Verminderung der Gesammtsterblichkeit um 146 Todesfälle, gegenüber dem Durchschnitte des Decenniums eine solche um 133. Die Sterblichkeitsziffer berechnet sich demnach für das Berichtsjahr — die Einwohnerzahl deS Kreises auf 72 500 veranschlagt — auf 19,40/^, d. h. von je 1000 Einwohnern starben im verflossenen Jahre 19 bis 20. Das ist eine relativ niedrige Zahl, wie die Gegenüberstellung der vorjährigen Ziffer 21,6 °/00, welche dem 10jährigen Durchschnitt grade entspricht, beweist. Die Sterblichkeitsziffer für das ganze Großherzogthum stellt sich nach langjähriger Beobachtung durchschnittlich auf 24,4 °/00. Da Maseru und Keuchhusten fast ganz zurücktraten und Brechdurchfall erfahrungsgemäß verhältnißmäßig wenig Opfer im Kreise fordert, so ist von vornherein auf eine geringe Sterblichkeit unter den Kindern, insbesondere unter denen im 1. Lebensjahre zu schließen. Die Zahl von 216 Todesfällen, welche im Berichtsjahre auf die letztgenannte Altersklasse fallen, stellt in der That nur den 6,5. Theil der Gesammtsterblichkeit dar, oder, anders ausgedrückt, unter 100 Gestorbenen waren nur 15 Kinder, während im allgemeinen deren Betheiligung aus 30 angenommen werden kann. Absolut starben im Berichtsjahre 35 Kinder weniger als im Vorjahre, welches sich ebenfalls durch eine geringe Kindersterblichkeit auszeichnete und 76 Kinder weniger als im Jahresdurchschnitt des Decenniums. Auch unter den Kindern vom 2. bis 15. Lebensjahre wurde während des ganzen Decenniums keine so niedrige Mortalität beobachtet als im Berichtsjahre; dasselbe weicht mit 252 in dieser Altersklasse Gestorbenen zu seinen Gunsten von der entsprechenden Zahl des Vorjahres um 65 Todesfälle und von der 10jährigen Durchschnittszahl um 51 Todesfälle ab. Jnsgesammt starben 471 Kinder — 33,4% der Gesammt-Sterblichkeit gegen 38,5 % im erwähnten Durchschnitt. Die Sterbezahl der Erwachsenen bewegt sich im Gegensatz zu derjenigen der Kinder überhaupt in engeren Grenzen - im Berichtsjahre entfallen auf diese Altersklasse 941 Todesfälle, 49 weniger als im Vorjahre, doch nur 9 weniger, als nach dem Durchschnitt des Jahrgehalts auf ein Jahr gerechnet werden müssen. Von den einzelnen Quartalen nimmt nach der Zahl der in ihnen vorgefallenen Todesfälle das dritte mit 327 Gestorbenen die günstigste Stelle ein, entsprechend dem vorzüglichen Gesundheitszustand im August und September, dann folgen in absteigender Reihe das zweite (342 Todesfälle), das vierte (356 Todesfälle), endlich das erste mit 387 Todesfällen. Im ersten Halbjahre sind demnach nur 46 Personen mehr gestorben als im zweiten, da das vierte und das zweite Quartal ihre gewöhnliche Stelle mit einander vertauscht haben. Von den Monaten zeichnete sich diesmal der Juni durch die geringste Sterblichkeit aus (96 Todesfälle), während der durchschnittlich günstigste Monat September erst an zweiter Stelle kommt (101). Dann folgen August (102) und Oetober (104). Die meisten Personen starben, wie regelmäßig, im März (138), doch auch im December stieg die Zahl der Verstorbenen auffällig hoch (135). Für die Kinder im 1. Lebensjahre war, der Regel entsprechend, der Juli der gefährlichste Monat. Die vorstehenden Krankheiten betheiligten sich an der Mortalität des Berichtsjahres in folgender Weise: An Jnfeetionskrankheiten starben zusammen 133 Personen, 3 mehr als im Vorjahre - demnach von 10000 Lebenden 18,3 gegen 22,2 im Durchschnitt des Jahrzehnts. Weitaus die meisten Todesfälle dieser Kategorien fallen wie gewöhnlich den Bräunekrankheiten, Diphtherie und Croup, zur Last- ihre Zahl (80) ist der vorjährigen gleich und bleibt gegen den Durchschnitt der 80er Jahre um 9 zurück. Ein zusammenhängendes Verbreitungsgebiet fanden Diphtherie und Croup in der Rabenau bis nach Grünberg und Reiskirchen hin- auf diesen Bezirk kommen von den 39 Todesfällen im Landkreise allein 24. In Heuchelheim (6 Todesfälle), wo bereits zu Anfang des Jahres Diphtherie mit tödtlichem Ausgange vorgekommen war, ferner in Langgöns häuften sich im November, mehr noch im Deeember die Erkrankungen - im übrigen Landkreise aber wurde Diphtherie nur in vereinzelten Fällen conftatirt. — Unter den 41 in Gießen an Diphtherie Gestorbenen sind 29 ortsfremde Kinder, von welchen die Mehrzahl nicht im Kreise gewohnt hatte. Sch ar lack hatte sich bereits gegen Ende 1888 stärker in Gießen bemerklich gemacht, doch gewann es hier erst im Frühjahr 1889 weitere Verbreitung (8 Todesfälle), übrigens verschwindet Scharlach selten für längere Zeit völlig aus Gießen. Mit besonderer Hartnäckigkeit setzte sich die Krankheit im benachbarten Wieseck fest, wo sie fast das ganze Jahr hindurch herrschte (5 Todesfälle). Weiter verbreitete sie sich nach Großen-Buseck und einige Orte der Rabenau, in welchen sie zum Theil zu gleicher Zeit mit Diphtherie auftrat. Die Zahl von 21 Todesfällen ist als mittlere zu betrachten, namentlich in Anbetracht des heimtückischen Charaeters von Scharlach, sie übertrifft allerdings diejenige des Vorjahres um 8. Von Masern wurden 7 Todesfälle aus Gießen (fämmtlich bei Kindern unter 2 Jahren) und 1 aus Rodheim gemeldet. Keuchhusten war überhaupt nur in zwei vereinzelten Fällen als Todesursache angegeben worden (in Gießen und Muschenheim). Von den 11 Todesfällen an Unterleibstyphus fallen 8 nach Gießen- davon treffen jedoch 7 auf Personen, welche im Kreise nicht ansässig waren- der erste Todesfall ereignete sich bei der Garnison. Erwähnenswerth ist eine Typhus- Epidemie, welche unter den Kindern im Rettungshause des Klosters Arnsburg im Juli plötzlich ausbrach - trotz sorgfältiger Nachforschung konnte die Jnfectionsquelle nicht entdeckt werden. Die Epidemie verlief gutartig, ohne Todesfall und blieb völlig localisirt. In Langgöns kamen im Juli 3 Erkrankungen an Typhus vor, ohne daß ein Zusammenhang unter denselben nachgewiesen werden konnte, sie führten zur Genesung, während aus Villingen 2 Todesfälle gemeldet wurden, aus Allendors a. d. Lda. einer. An Krankheiten des Wochenbetts starben 15 Frauen, darunter an Wochenbettfieber 7. Eine durchschnittliche Berechnung ergibt, daß in den letzten Jahren im Kreise etwa von 200 Wöchnerinnen eine gestorben ist, vielleicht ist auch das Verhältniß noch ungünstiger, da leicht ein hierher gehörender Todesfall sich in eine andere Rubrik verirrt. Hoffentlich gelingt es, die Zahl der im Wochenbett gestorbenen Frauen, in welcher sich viel menschliches Unglück und Elend widerspiegelt, immer mehr herabzudrücken dadurch, daß unsere Hebammen mit den Vorschriften des antiseptischen Verfahrens immer vertrauter werden. Die ungeahnten Erfolge unserer modernen Chirurgie und operativen Gynäkologie, der totale Umschwung in den Gesundheitsverhältnissen unserer Entbindungsanstalten beruhen einzig auf der Einführung der Antisepsis, es wäre beschämend für unsere öffentliche Gesundheitspflege, wenn wir den Segen dieses Fortschrittes nicht auch unseren Wöchnerinnen konnten zu Theil werden lassen. Ein bedeutender Schritt zur Erreichung dieses hohen Zieles ist in Hessen durch die Herausgabe der neuen Dienstanweisung für Hebammen gethan worden - die Erfolge werden nicht ausbleiben, wenn die Hebammen den gegebenen Vorschriften entsprechend handeln und von Aerzten und Publikum auf die Befolgung dieser Vorschriften gedrungen wird. Nur diejenige Hebamme ist heutigen Tages zu brauchen, welche die antiseptische Methode kennt und ausübt. Ein großer Vorzug unseres Kreises, der auch schon in früheren Berichten gebührend hervorgehoben wurde, besteht in der geringen Verbreitung des Brechdurchfalles unter den Säuglingen. Allerdings ist jedesmal die Zahl der hierher gehörenden Todesfälle zu klein angegeben — im Berichtsjahre wurden 38 gemeldet — da manches Kind, welches angeblich an Krämpfen gestorben ist, oder bei welchem, weil es nicht ärztlich behandelt wurde, die Todesursache unbekannt blieb, in Wirklichkeit dem Brechdurchfall erlegen ist- allein die durchgängig mäßige Säuglingssterblichkeit des Kreises beweist, daß der Brechdurchfall hier nicht als der Würgengel unter den kleinen Kindern haust, wie in vielen anderer! Bezirken. Denn der wesentlichste Factor für die Sterblichkeit unter den Kindern im 1. Lebensjahre ist der Brechdurchfall- in unserem Kreise aber sind von 100 in einem Jahre Geborenen im gleichen Zeiträume durchschnittlich nur 13,5 gestorben , während im Allgemeinen 20 % als mittleres Verhältniß gilt. Immerhin ist cs möglich, auch in unserem Kreise, in welchem die Beschaffung guter Milch nirgends auf Schwierigkeiten stößt, den Brechdurchfall noch mehr einzu- schränken dadurch, daß bei der Ernährung derjenigen Kinder, welche zum künstlichen Auffüttern verurtheilt sind, überall die nöthige Sorgfalt auf das Kochen der Milch und auf die peinlichste Reinigung der Saugflasche und des Saughütchens verwandt wird und den Kindern vor Vollendung des ersten Vierteljahres weder Zwiebackbrei noch Kindermehl gereicht wird. Wir müssen auf das verweisen, was in vorjährigen Berichten in dieser Hinsicht gesagt wurde - es kann nicht nachdrücklich genug betont werden. Auch bezüglich der Verbreitung der Lungenschwindsucht ist unser Kreis im Verhältniß zu anderen Bezirken nicht ungünstig gestellt. Durchschnittlich sind im verflossenen Jahrzehnt von 100 Gestorbenen 14 der Lungenschwindsucht erlegen, das ist etwas weniger als der 7. Theil, während im Allgemeinen % als mittlere Zahl angesehen werden kann. Immerhin sind während des genannten Zeitraumes von 10 000 Lebenden im Jahre 28,8 durch Schwindsucht weggerafft worden, also erheblich mehr als durch alle Jn- fectionskrankheiten zusammen. Im Berichtsjahre wurden 207 Todesfälle an dieser Krankheit gezählt, säst genau so viel als der 10jährige Durchschnitt beträgt und 18 mehr als im Vorjahre, welches die geringste Sterblichkeit an Lungenschwindsucht während des Jahrzehnts aufwies. Erfreulich ist, daß unsere Fabrikorte nicht ausfällig durch Schwindsucht zu leiden haben. In Heuchelheim z. B. fällt noch etwas weniger als % der Todesfälle im Jahrzehnt der Schwindsucht zur Last, in Klein-Linden %, in Wieseck allerdings der 6,5 Theil. Die Schädlichkeiten, denen die Arbeiter in den Tabaksfabriken durch das unvermeidliche Einathmen des Tabakstaubes ausgesetzt sind, mögen dadurch compensirt werden, daß diese Leute durch den täglichen Marsch von und nach Gießen den hinreichenden Genuß frischer Luft sich verschaffen müssen - andernfalls ist anzuerkennen, daß die meisten unserer Fabriken derart eingerichtet sind, daß die erwähnte Schädlichkeit auf das möglich geringste Maß beschränkt ist. Uebrigens ist neuerdings Einrichtung und Betrieb der Tabaksfabriken, soweit dabei die Gesundheit der Arbeiter in Betracht kommt, durch ein besonderes Neichsgesetz geregelt. Durch die geringste Sterblichkeit an Lungenschwindsucht zeichnet sich unter den Orten des Kreises Hungen aus (nur 9,5 % fämmtlicher Todesfälle im Jahrzehnt, während Alten-Buseck (18,50/0) und Garbenteich (23,3 %) am ungünstigsten fituirt ist. In Gießen selbst fallen 16,7 % der Todesfälle auf Schwindsucht, doch sind dabei die vielen Ortsfremden, die in der Klinik an dieser Krankheit starben (im Berichtsjahre unter 76: 20) mitgezählt. Der Lungenschwindsucht stehen an Bedeutung kaum nach die acuten entzündlichen Erkrankungen der Athmungsorgaue, durch welche 11,2 % der Todesfälle durchschnittlich bedingt wurden. Im Berichtsjahre starben au diesen Krankheiten (Lungenentzündung, acutem Luftröhrenkatarrh, Brustfellentzündung) 149 Personen, 24 weniger als im 10jährigen Durchschnitt und 88 weniger als im Vorjahre, welches in eigenthümlichem Gegensätze zu der Sterblichkeit an Schwindsucht den höchsten Stand der Mortalität an den genannten Affectionen während des Decenniums erreicht hatte. Von den einzelnen Monaten bietet fast ausnahmslos der März die höchste Zahl der Todesfälle sowohl an Schwindsucht als auch an acuten entzündlichen Erkrankungen ber Athmungsorgane dar, der September dagegen die geringste- durch dieses Zusammentreffen kommt es, daß der März in unserem Kreise in gesundheitlicher Beziehung die ungünstigste, der September die günstigste Stellung einnimmt. Von namentlich aufgeführten Krankheiten sind ferner zu erwähnen: 50 Todesfälle an Gehirn schlagfluß, 8 an Gelenkrheumatismus, 4 an Rose. Ein Unterschied in der Häufigkeit des Gehirnschlagflusses zwischen Stadt und Land, wie er in einem anderen Kreise festgestellt wurde, existirt bei uns nicht. An allen übrigen bekannten Krankheit en zusammen starben im Berichtsjahre 695 Personen, eine Zahl, welche dem 10jährigen Durchschnitt genau entspricht. Durch gewaltsamen Tod kamen 32 Personen ums Leben. Die Differenz gegen das Vorjahr (— 15) wurde durch die verhältnißmäßig geringe Zahl der Verunglückungen {16 gegen 29 im Vorjahre) und der tödtlichen Körperverletzungen (1 gegen 3) bedingt. Die Zahl der Selbstmorde ist die gleiche geblieben (15), ein Unterschied in der Häufigkeit derselben zwischen Stadt und Land ist nicht zu conftatiren; dagegen variirt die Art des gewählten Todes insofern, als aus dem Lande 5mal Erhängen und 3mal Ertränken, in der Stadt dagegen 4mal Erhängen, Imal Ertränken, 2mal Erschießen vorkam. Unbekannt blieb die Todesursache in 92 Fällen oder in 6,5 °/o aller Todesfälle. Dieses Verhältniß ist in den letzten 5 Jahren immer kleiner geworden, in gleicher Weise haben die nur durch Leichenbeschauer bestätigten Todesursachen abgenommen, zwei Momente, welche die Zuverlässigkeit der aufgestellten Statistik gegen früher entsprechend erhöhen. Daß die Zahl der Todesfälle in Gießen selbst keinen unmittelbaren Rückschluß auf die gesundheitlichen Verhältnisse der Stadt zulassen, wurde bereits in früheren Berichten hervorgehoben und auch im vorstehenden bei den wichtigeren Krankheiten gezeigt. Es sind im Berichtsjahre 477 Personen gestorben, darunter 79 Kinder vor Vollendung des ersten Jahres und 97 Kinder im 2. bis 15. Jahre- die Zahlen des Vorjahres waren 451 bezw. 73 bezw. 103; die diesmalige Sterblichkeitsziffer berechnet sich aus 23,6 %0 — aber fast genau 33% sämmtlicher Todesfälle (157) fallen aus Ortsfremde, die krank hierher gebracht wurden, ein Verhält- niß, wie es sicher in keiner anderen Stadt Hessens wiederkehrt. Demnach ist Gießen vom gesundheitlichen Standpunkte aus doch günstiger zu beurtheilen, als es an der Hand der Mortalitärsstatistik aus den ersten Blick scheinen möchte. Allerdings ist in Gießen noch manches zu thun, bis die Stadt den Forderungen der öffentlichen Gesundheitspflege entspricht, allein die städtische Verwaltung ist sich dieser Aufgabe vollkommen bewußt, vieles ist nach der beispiellosen Passivität von früher in vechältnißmäßig kurzer Zeit geschehen, für das schwierigste Problem, die Canalisation der Stadt, sind die Vorarbeiten im Gange. Die Erfolge dieser Mühen und Ausgaben werden nicht fehlen, wenn sie sich auch in der ersten Zeit weniger in einer Verminderung der Zahlen in den Sterblichkeitstabellen als in einer Erhöhung der Behaglichkeit für die Lebenden geltend machen. Großherzogliches Kreisgesundheitsamt Gießen. Vermischtes. * Berlin. Am Stammtisch erzählte eines Abends einer aus der Tafelrunde, er habe sich ein Blumenbrett am Fenster angebracht und in verschiedene Kästen und Töpfe allerlei Blumensamen gesäet, der sehr bald zu keimen und zu sprossen begonnen habe. Der Erzähler forderte nun seine Freunde auf, zu rathen, was zuerst gekommen sei, und der eine rieth „Tulpen", der andere „Hyacinthen". „Falsch", sagte der Blumenliebhaber, „wer zuerst kam, war ein Schutzmann, der mir befahl, das Blumenbrett wieder abzunehmen." Verkehr, Land- unö Volkswirtschaft. Gietzen, 18. Februar. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter pr. Pfd. -* 0,90—1,05, Hühnereier 1 St. 5-6, 2 St. H, Enteneier 1 St. 6-7 H, 2 St. - H, Gänseeier 10—11 H, Käse pr. St. 5—8 4, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 19 Linsen vr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar AL 0,70—0,00, Hühner pr. Stück X 1,30—1,80, Hahnen pr. St- «AL 1,60—2,00, Enten pr. Stück «AL 2,00—2,30, Gänse pr. Pfd 50—60 H, Ochsenfletsch pr. Pfd 66—72 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 60-70 H, Hammelfleisch 56-68 Kalbfleisch 56-68 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo «AL 4,00—4,50, Weißkraut pr. St. 6—8 Zwiebeln per Centner «AL 10,00—12,00, Milch pr Liter 12-18 L. empfiehlt sich durch Reinheit, Aroma und Ergiebigkeit als die beste und PreiKkehC9te A- Zuntz Sel- WW- Ka Bonn^erÜD.Of1' t Gieße«, 18. Februar. Seit Mitte Januar d. I. hat die Einfuhr von Schweinen aus Italien einen größeren Umfcmg angenommen, weshalb zur Weiterbeförderung der von dort uvtt Basel etogesührten Schweine seit 1. Februar ein Sonderviehzug nach einem eigens vorgesehenen Fahrplan eingelegt worden ist. Dieter Sonderoiehzug, welcher nach Bedarf Beförderung findet, passtrt ote hiesige Station 26 Nachm. ____________________________ Schwarze Seidenstoffe von 95 Pfge. ! bis 18.65 p. Met. — glatt gestreift und gemustert (ca. 180 versch. 1 Qual ) — versendet roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-Depot G. Henneberg (K. u. K- Hoflief.), Zurich. | Muster umgehend. Briefe kosten 20 H Porto- 506 Zu haben bei J. M. Schulhof. 825 Wöchentliche Ueberstcht der ToderMe in Gietzen. 7. Woche. Vom 9. Februar bis 15. Februar 1890. Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600'Mann Mllitär). Sterblichkeitsztffer: 22,8 Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahn Diphtherie 1 — — 1 Lungenschwindsucht 3 3 — — Luftröhrenentzündung 1 — — 1 Gehtrnschlagfluß 1 1 — Gehtrnabceß 11 — — Nierenentzündung 1 (1) 1 (1) — Darmentzündung 1_______1__"_________ Summa: 9 (1) 7 (1) — 2 Anm. Die in Klammern gesetztm Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen Bekanntmachung. In der General-Versammlung des Vorschuß- u. Kredit-Vereins zu Langsdorf (Eingetragene Genoffenschast mit unbeschränkter Haftpflicht) vom 30. Januar l. Js. sind als Vorstandsmitglieder gewählt worden: 1.H ein rich Roth llr, als Director, L.Hetnrich Köhler llr, als Rendant, Z.Heinrich Köbler lOr, als Con- troleur und Schriftführer, 4. C h r i st i a n Köhler 4r, als Stellvertreter des Directors, 5.Johannes Köhler 4r, Bürgermeister, sämmtlich zu Langsdorf. Eintrag in das GenoffenfchaftS- register ist erfolgt. Lich, den 15. Februar 1890. . GroßherzogUches Amtsgericht Lich. Langermann. 1421 Bau- u. Brennholz- Vcrsteigerung. M onrag den 24. Februar e., Morgens 1U Uhr, werden in dem Privat - Wald der Frau Wittwe Sktwarzentraub zu Hof Bubenrod folgende Holzsortimente verkauft: 1) Distriet Kohlgrund» j0Kiefern-AbschnittIII.Kl --4,06kw, Buchen-Nutzholz (Felgen) 1,5 rm, Buchen-Scheitholz 58,0 „ Buchen-Knüppel 62,0 „ Buchen-Stockholz 33,0 „ Buchen-Oberholzreiser 175,0 „ 1 Hausen Eichen-Rutzstangen 6,7 „ 2) Distriet Rauer Strauch, recht- der Schwarzbach. 16 Fichten-Stangen 0,96 fm, Buchensorstreiser II. Kl. 55,0 rm, do. III. „ 340,0 „ Fichtenputzreiser IV. „ 234,0 „ 12 Haufen Kiefern - und Fichten-Nutzreiser 74,0 „ 8) Distriet Nauer Strauch, links der Schwarzbach. 18 Fichten-Abschnitt III. Kl. 7,70 fm, 24 do IV. „ 4,65 „ 18 Kiefern-AbschnittIV. „ 3,41 „ Fichten-Scheit u. -Knüppel 2,0 rm, Kiefern-Nutzholz 2,0 „ Fichten-Stockholz 11,0 „ 5 Haufen Kiefern-Rutzreiser 35,0 „ 10 do. FichteN'Oberholz- reiser 75,0 „ Versammlung auf dem Hof. Hof Bubenrod, 17. Februar 1890. 1420 Verwalter Paul. Frankfurter Würstel empfiehlt Carl Schwaabs 1298 Delicateffenhandlung. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 24. Februar 1890, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Di- strtcten Katharinenhütte und Lange- Schlag nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A Bau-, Werk- und Nutzholz. 39 Eichenstämme mit 6,20 Festmtr., 333 Fichtenstämme m. 134,09 Festmtr., 391 Fichten-Derbstangen m.51,76Fest- meter. B. Brennholz. Scheith. Kuüppelh Stockh. Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen. Eichen- — 18,5 3 270 Radel- 125,2 345,4 159,5 3800 Die Zusammenkunft ist an der Schiffenberger Chauffee, 2. Schneise. Gießen, am 18. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 1416 Holzversteigerung im Allendorfer Stadtwalde. Freitag den 21. Februar d. Z, von Morgens 9 Uhr an, sollen im hiesigen Stadtwalde, Districten Langebruch und Läusköppel rc. nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: ca- 34 Eichenstämme mit 15,20 Fm-, „ 195 Rmtr. Buchen-Scheitholz, „ 38 „ Eichen- „ 15 „ Radel- „ „91 „ Buchen-Knnppel, „ 46 „ Eichen- „ „ 207 „ Radel rc.- „ „ 36 Hdt. Wellen Buchen-Reisholz, „ 7% Hdt. Wellen Eichen- „ „ 821/2 „ „ Radel- „ „ 54 Rmtr. BucheN'Stöcke, „ 16 „ Eichen- „ Die Zusammenkunft ist auf der Heerstraße. Mendorf a. d. Lumda, am 15 Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Allendorf. _________Rein.________1415 Holzversteigerung. Freitag den 21. d. MtS», von Morgens 9 Uhr an, sollen im Hachborner Jntereffenten-Wald, Schlag Kinsbach, am Weg nach Wolfshausen, 15 Minuten von der Frankfurter Straße entfernt: 112 Stück Eichen - Abschnitte, von 7 bis 17 Meter lang, von 20 bis 42 Ctmtr. Durchmesser an Ort und Stelle meistbietend verkauft werden. Hachborn, am 17. Februar 1890 Der Waldvorstand: 1413 Preiß. 1273] Ein tranSport. GartenhüuS- che« billig zu verkaufen. Neuenweg 20. Holzversteigerung in der Königlichen Oberförsterei Krofdorf. Frische Bratbückinge i«§ Carl Schwaabs Delieatessenhandlg. 1417 Müller. 1418 Große Goldene Medaille. Köln 1887. Pepsin-Wein und Pepsin-Magenbitter, von dem ersten vereidigten Chemiker Herrn Dr. 6 J. Schulte als Verlag von Becker 8? Laris, Gießen und Berlin. Der kleine Holzberechner für den Holz-Handel und -Verkehr. Von Eugen LariS, Redacteur des „Handelsblatt für Walderzeugnisse." Dieses Büchlein, welches in den interessirten Kreisen sich schnell Eingang verschaffte, hat folgenden Inhalt: Cubiktabelle zur Bestimmung des Cubik-Jnhaltes runder Hölzer. — Tafel zur Verwandlung rheinischer Cubckfuß in Cubikmeter. — Erläuterung der metrischen Maß- und Gewichtseintbeilung. — Tafel zur Verwandlung von Cubikmetern in rheinische Cubikfutz. — Kreisflächentafel. — Verhältnißzahlen — Tafeln zur Bestimmung des Cubikinhaltes der gangbarsten Brettersorten, Balken und Kanthölzer. — Wichtige Zahlen und Formeln zur Körper- und Flächen-Berechnung. — Tafeln zur Verwandlung von Metern in rheinische Fuß. — Tafel zur Verwandlung rheinischer Fuß in Meter und Zoll in Centimeter. — Tafel zur Bestimmung der Dtmensionsverhältnisse beim Rundholz-Beschlag. — Tabelle zur Maß- und Gewtchtss Vergleichung in den deutschen und außerdeutschen Staaten- — Verhältnißzahlen — Kurze Notizen über die Einheitsmaße im Holzhandels-Verkehr zur See. — Preisvergleichungs-Tabelle zwischen dem rheinischen Cubtkfuß und Cubikmeter. — Preisvergleichungs-Tabelle zwischen dem Cubikmeter und dem Quadratmeter (Bretter). — Preisvergleichunqs-Tabelle zwischen Fuß (rhein ) und lauf. Meter; Ruthen und lauf. Meter und lURuthen und lauf. Meter. — Preisvergleichungs-Tabelle zwischen dem Quadratfuß und Quadratmeter. — Preisvergleichungs- Tabelle zwischen dem Schock und dem lauf. Meter; Bretter, Latten rc. — Tabelle zur Ablesung des Cubik-Jnhaltes eines Schock rc Durch jede Buchhandlung zu beziehen. — Preis Mark !♦—• Weißbrod zu Salzböden, Schutzbezirk Salzböden, Distriet 80 a Hardt. Gilben: 45 Stämme II., III. und IV. Klasse mit 16,12 fm c. I., 8 rm Klafter- Nutzholz. 17 rm Scheit, 16 rm Knüppel, 131 rm Reiser. Buchen: 53 rm Scheit, 32 rm Knüppel, 459 rm Reiser Weich- Holz r 3 rm Knüppel- Kiefern r 2 Stämme IV. Klasse mit 0,70 fm c. I. Fichtenr 17 Stangen I und 83 II. Klasse, 153 rm Reiser 11. Klasse. Distriet 82 Hardt. Buchen: 866 rm Reiser. Distriet 83 Hardt. Eichen: 133 Stämme L, H., III. und IV. Klaffe mit 103,34 fm c. I, 3 m Klafter-Nutzholz, 31 rm Scheit, 23 rm Knüppel, 308 rm Reiser. Buchen: 31 rm Scheit, 6 rm Knüppel, 65 rm Reiser Distriet Totalität 80ab 81, 82 und 83. Eichen: 71 Stämme II , HI. und IV. Klasse mit 28,35 fm c. I., 38 Stangen I., 11. und HI Klasse, 12 rm Klafter-Nutzholz, 10 rm Scheit, 18 rm Knüvpel, 14 rm Stöcke, 159 rm Reiser. Buchen: 12 rm Schert, 16 rm Knüpvel, 13 rm Stöcke, 128 rm Reiser. Krofdorf, den 17. Februar 1890. Der Königliche Oberförster: DienStag den 25. Februar er.» ----- Bormittags 10 Uhr, bei Wirth bester alleinstehender Magen-Wein und Magenbitter anerkannt und beständig controlirt. Preisgekrönt auf den ersten Ausstellungen und von ersten hiesigen Aerzten als vorzüglich anerkannt. Alleinverkauf für Gießen und Umgegend bei Herrn Ang. Saume, Gietzen, Frankfnrterstratzc 11 (neben dem „Hess. Hof"). Jeilgeöolenes. Wichtig für Hausfrauen. Die Holländische Kaffee-Brennerei H. 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Es ist nicht wahr, daß die Rationalliberalcn irgend welche Rechte des Volkes preisgegeben hätten oder preisgebeu wollten. Wohl aber haben sie gegen die Stimmen der Deutschfreifinnigen die großen, dem Volkswohle dienenden Einrichtungen der Arbeiter-Versicherung, der Zoll- und Wirthschafts-Gesetzgebung, der Rechtseinheit u. A. im deutschen Reichstag durchbriugen Helsen. Wer die Frechheit besitzt, seine politischen Gegner fälschlich und wider besseres Wissen der „Gesinnungslosigkeit" und des „Verraths an der Sache der Freiheit" zu beschuldige«, darf sich uicht beschwereu, wenn ihm auch einmal derb geantwortet wird. Wühler des ersten Hess. Wahlkreises! Laßt Euch uicht beirren, wenn unsere Gegner es versuchen, die Fahne, der Ihr zweimal zu gläuzeudem Siege gefolgt seid, mit Schmutz zu bewerfeu. Gebt am Wahltage einmüthig Eure Stimme dem Herrn Carl Schlenks. Gießen, am 18. Februar 1890. 1365 Der nationalliberale Wahlausschuß. von Mk 3.80 an bis zudenfeinsten sind stets vorräthig. s. Reinach lehrunz» hilft jährlich vielen Tausenden zur Gesundheit und Kraft. Gegen Einsendung von 1 Mark in Briefmarken zu beziehen oo» l)r. med. L.Ernst, Homöopath,N'ien,6i80w' Strasse Nr. 11. Wird in Conv. verschl. überschlag Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer umfatzt 6 Seiten. Mittwoch den 19. Februar. (Stegner Anzeiger. Beilage zu Nr. 42. - 1890 Der Bericht über die Ergebnisse der Erhebungen über die Lage der Landwirthschast ist von dem hierfür eingesetzten Sonder-Ausschusse fertig- gestellt. Die Einleitung zum allgemeinen Theil führt die bei der Enquete ausgestellten zehn Fragen auf, berichtet über die Wahl des Sonder-Ausschusses (zu dem die Herren Dr. Gutfleisch, Haas, Kredel, Michel, Möhn, Schade und Dr. Schröder gehören) und die wegen der Reichhaltigkeit des Materials nothwendig gewordene Arbeitstheilung in demselben, sowie über die bezüglichen Anträge der Großh. Centralstelle für die Landwirthschast an die Großh. Regierung. Der Abschnitt II. des Berichts gibt allgemeine Betrachtungen über die Ergebnisse der Enquete, insbesondere die Frage der Rentabilität des Betriebs, sowie über die aus der Zusammenstellung gezogenen Schlußfolgerungen. Wird auch der Plan, die Fragestellung re. der Enquete als richtig anerkannt und der Nutzen des Enquetewerkes im Ganzen als von weitreichender Bedeutung bezeichnet, so werden doch vom Sonder-Ausschuß die von der Enquete-Commission aus den Enquete-Ergebnissen gezogenen Schlußfolgerungen vielfach als unrichtig bezeichnet. Hinsichtlich der Frage der Rentabilität des Betriebes lieferte die Enquete das Resultat, daß von den 68 in Untersuchung gezogenen Wirthschaften nur 34 eine Rente von über 1 pCt., während 11 unter 1 PC., 1 keine Rente lieferte und 22 mit einem mehr oder weniger bedeutenden Deficit arbeiten. Der Bericht des Sonder-Ausschusses gelangt bei Untersuchung dieses Ergebnisses zu dem Resultat: Nur in den von der Natur beson ^Wr s begünstigten Gegenden des Landes ergibt sich eine mäßige Bodenrente, in den weniger begünstigten Landestheilen rentirt die Landwirthschast nicht mehr. Hierbei constatirt der Sonder-Ausschuß eine auch bei uns in Hessen stattgehabte Werthbessernng der wichtigsten landwirthschastlichen Erzeugnisse und gibt in seiner Mehrheit der Ansicht Ausdruck, daß eine Abschaffung der land- wirthschafrlichen Zölle, wie sie vor einiger Zeit im Reichstage beantragt war, unter den jetzt b e st e h e n d e n allgemeinen wirthschaftlichen Verhältnissen ein schwerer Schlag für die hessische Landwirth- schaft sein würde. Ein weiterer Grund für die unbefriedigende Rentabilität gewisser abgelegener Gegenden liegt in der totalen Umgestaltung unserer Verkehrs- und Absatzverhältnisse. Die Erbauung von Seenndärbahnen erscheine auch als im landwirthschastlichen Interesse gelegen. Der mächtigste Hebel zur Besserung dieser schwierigen Verhältnisse liege aber in der Selbsthülse. Vor Allem müsse jeder Landwirth bestrebt sein, durch intensive Bewirth- schastung die höchstmöglichen Erträge aus dem Boden herauszuholen. Der Abschnitt B. besonderer Theil behandelt III. Technik des landwirthschastlichen Betriebs, Nebengewerbe, Arbeiterverhältnisse, Hausindustrie u. s. w. und zerfällt in die 17 Unterrubriken: Getreidebau, Viehzucht, Viehhandel und Viehabsatz, Fleischbeschau, Molkereien, Weinbau, Obstbau, Handelsgewächsbau, Zustand der Staatsgüter, landw. Nebengewerbe, Hausindustrie, Arbeiterverhältnisse, Maschinenwesen, Düngung, Streuabgabe, Prämiirung ganzer Wirthschaften. Beim Getreidebau spricht sich der Sonderausschuß dahin aus, daß derselbe zu einem rationellen landwirthschaftlich technischen Verrieb gar nicht zu entbehren und das Barometer für die Rentabilität der Landwirthschast sei, denn da, wo er nicht mehr rentire, rentire die Landwirthschast überhaupt nicht mehr. Bei der Viehzucht liege der wichtigste Schritt in der Bildung von Zuchtgen ossen- sch asten und die landwirthschastlichen Bezirksvereine sollten angelegentlichst dahin wirken, dieselben überall ins Leben zu rufen. Für diese Vereine und diese Zuchtgenossenschaften sei es auch eine sehr dankbare Ausgabe, den Viehhandel besser zu organisiren und reeller zn gestalten, namentlich auch den kostspieligen Zwischenhandel entbehrlich zu machen. Bei der Fleischbeschau wird gewünscht, daß man nicht jeder angeschwollenen Halsdrüse rc. wegen ein sonst ganz gesundes Stück Vieh für tuberculös erkläre, wodurch dem Besitzer ohne Noth ein empfindlicher Schaden zugefügt würde. Bei der Molkerei fei für den Kleinbesitz eine genossenschaftliche Organisation erforderlich. Der Wiesenbau müsse besser als bisher gepflegt werden. Der Weinbau liefere wohl in den hierzu geeigneten Gegenden eine ergiebige Einnahmequelle, doch habe man vielfach feine Bedeutung als Quelle des Wohlstandes überschätzt. Beim Obstbau sollte man mehr auf eine zweckmäßige Behandlung der vorhandenen Bäume und deren Wiederersatz, als auf eine ungemessene Vermehrung sehen. Bedauert wird das Aufhören der Flachs- und Hansen ltnr u. s. w. Abschnitt IV des Berichts behandelt die Besitzvertheilung, Grundbesitz des Staats, Fideicommiß- verhältnisse und Anerberecht, Grundverschuldung, Personalverschuldung, Grund- und Personalcredit, Pachtverhältnisse, Stempel und Gebühren. Abschnitt V Versicherungswesen. Abschnitt VI Steuern und Zölle. Abschnitt VII Handel, Verkehr und Verkehrswege. Abschnitt VIII Landwirtschaftliches Unterrichtswesen. Schiffrnachvlchten. Der Postdampfer „Bklgrnlond" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Leu graium am 13 Februar wohlbehalten in Newyork angekommen. Reichstagswahl. Mittwoch den 19. Februar 1890, Abends 8 Uhr, im großen Saal des Eaf geschäft gesucht. Offerten sub Chiffre 0. S 200 an die I Exped d Bl- [lJÜL- 1385] Tüchtige Agenten und Aquistteure werden von einer deutschen Lebens- und Ktnder-AuSst.- Bers.-Gesellschaft ersten Ranges allerorts gegen hohen Verdienst gesucht. Offerten sub T. A 414 an Haasen- stein & Vogler, A -G., Frankfurt a. M._______________________ 1351] Ein Mädchen, welches perfect bügeln kann, sucht Beschäftigung in und außer dem Hause. Zu erfragen Wolkengasse 26. ' . _ ■ . ~ C leUhtverdaulichstes und nahrhaftestes Fröhstacks-Getrank. g S Aagenkranken besonders empfohlen. , 3u pos, der Re die Nachsuch Dienst Diejeni Schuizeug Dienst nächst den, bei Ani mit dem An ständige Ges 1) Das G Cornn Melden lungs Ausen 2) Die Bei nicht v spälesi nachgch 20. Lei Del jährig späte zu eck 3) Das G sein u Briesp bienlid 4) Dem ( a)Ge b) ein Bo wil H' jow Übei lei c) ein 3ö$ Wt sch nn du iui ÖOI d) da Sodan Zu pos. süninillll 22- N Destel Innot)”11 ® ftlgenden ßz wir! daß Großherz bie bet ,3«” 17. Ium ivv •um GeschM Weiteres zm Gießen Stet 1 61