Nr. 16. Erstes Blatt. Sonntag den 19. Januar 1890 Der Hieß euer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Ar«mitiett0tätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Sietteljäbvtger Aöonnemcntspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: SchuksiraßeWr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblntt für den Ärels Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener AamitienökätLer. Alle Annoncen-Burcaur des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung Bei der am 17. d. M. vorgenommenen Wahl ist Herr Nathan Stamm zum Mitglied des Vorstandes der israel. Religionsgemeinde dahier wiedergewählt worden- Es wird dies mit dem Anfügen öffentlich bekannt gemacht, daß während drei Tagen, nämlich am 20., 2t. und 22. d. M. das Wahlprotokoll mit allen Anlagen auf dem Bureau des 1. Vorstehers, Herrn Meier Homberger dahier, offen- gelegt fein wird, und daß während der unerstrecklichen Frist dieser drei Tage die Stimmberechtigten, sowie der Gewählte von dem Wahlprotocoll und dessen Anlagen Einsicht nehmen und Einwendungen gegen die Wahl oder gegen den Gewählten, bezw. Ablehnung der Wahl, bei Vermeidung des Ausschlusses bei der unterzeichneten Behörde vorbringen können. Gießen, am 18. Januar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V-: Jost. Bekanntmachung, die Bestellung der Experten in Brandversicherungsangelegenheiten betreffend. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß 1) der Bezirksbauaufseher Maringer zu Grünberg zum Ersatzexperten für den Experten Christoph Haas daselbst; „ 2) der Maurermeister Daniel Bork zu Grünberg zum Ersatzexperten für den Experten Christoph Bork daselbst ernannt und als solche verpflichtet worden sind. Gießen, am 14. Januar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I- V.: Jost. Bekanntmachung.. Bei dem im Monat November v. I. durch die Mitglieder des Wiesenvorstandes vorgenommenen Wiefengang hat es sich ergeben, daß die Privatwiesen an verschiedenen Theilen der hiesigen Gemarkung mit Maulwurfshügeln versehen sind und daß die in denselben befindlichen Be- und Entwässerungsgräben einer gründlichen Räumung bedürfen. Auf Grund der Wiesenpolizeiordnung fordern wir die Besitzer der gedachten Wiesen hiermit auf, innerhalb 3 Wochen das Verebnen der Hügel, sowie die Ausräumung der Gräben vornehmen zu lassen, widrigenfalls wir genöthigt sind, die gerichtliche Bestrafung der Säumigen, sowie das weiter Erforderliche zu veranlassen. Gießen, am 17. Januar 1890. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. F r e s e n i u s.___________________________ Gefunden: 1 Spannkette, 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 einzelner Handschuh, 1 Paar Handschuhe, 1 Cigarren- Etui, 1 Brille, 1 Migräne-Stift, 1 Haarring, 1 Strickbeutel, 1 Hundehalsband. Zugelaufen: 2 Hunde. Gießen, am 18. Januar 1890. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. F r e f e n i u s. Deutsches Resch. Berlin, 16. Januar. Kaisers Geburtstag wird unter Ablegung der Hoftrauer für diesen einen Tag in officiellen Kreisen begangen werden, aber ohne Musik. — Der Reichskanzler hat neuerdings wieder Veranlassung genommen, seine Verfügung vom Jahre 1881 gegen die Unsitte der unlesbaren Unterschriften seinen Beamten dienstlich in Erinnerung zu bringen. Deutscher Reichstag. 45. Plenarsitzung. Freitag den 17. Januar 1890, 1 Uhr. Der Gesetzentwurf, betr. eine Postdampferverbindung mit Ostafrika, wird in erster Lesung berathen. Abg. Dr. Bamberger (dsr.): Das hippokratische Aussehen des Reichstages macht es nicht wahrscheinlich, daß er diese Vorlage noch zu Stande bringen wird und hoffentlich wird daS Reich die 9 Millionen (in zehn Jahren), welche die Vorlage fordert, sparen, auch wenn man sachliche Gründe, welche gegen die Forderung sprechen, nicht vorbringt. Wenn aber dieser Reichstag die 9 Millionen nicht bewilligt, der nächste wird sie ganz gewiß nicht bewilligen. Redner wendet sich gegen die Unternehmungen in Ostafrika, deren Bedeutung in cvlonialfreundlichen Kreisen beständig in der unglaublichsten Weise übertrieben wird. Ueber die wichtigsten Fragen, so auch über die Nothwendigkeit der ostafrikanischen Dampferlinie, wechseln die Meinungen beständig. Die Hamburger Handelskammer hat vor zwei Jahren diese Dampserlinie für nicht erforderlich gehalten- heute hat sie ihre Meinung ins Gegentheil geändert. Vom Standpuncte der Rentabilität ist die Schloßfreiheits-Lotterie fast noch aussichtsreicher als diese Dampferlinie. Die Industrie wird gar keinen Nutzen haben und die mindestens 9 Millionen werden ins Wasser geworfen sein. Es sind Theorien vom grünen Tisch, wenn es in der Vorlage so dargestellt wird, als ob man mit solcher Dampferlinie auf den Marktverkehr der Völker irgend einen erheblichen Einfluß ausüben könnte. Die 900000 Mk. jährlich könnten in besserer Weise für den Verkehr und für die Interessen des Handels verwendet werden. Besser als diese Dampfersubvention wäre es, wenn man der ostafrikanischen Gesellschaft die 900 000 Mk. als Subvention gäbe. Eine Commissionsberathung der Vorlage wird kaum einen Zweck haben- aber den Einzelheiten des vorliegenden Projects wird selbst derjenige abgeneigt sein müssen, der im Princip mit Dampfersubventionirung einverstanden ist. Am besten wäre es, die Vorlage pure abzulehnen. Staatssecretär vr. v. Stephan: In der Geschicklichkeit seiner Gründe ist mir ja der Vorredner überlegen, aber in der Richtigkeit bin ich ihm doch über. (Heiterkeit.) Rücksichten auf parlamentarische Tactik haben uns fern gelegen - die Vorlage ist lediglich das Ergebniß unserer sachlichen Erwägungen. Die Erfolge unserer subventionirten Dampserlinien in Ostasien werden von den Engländern geradezu als phänomenal bezeichnet und wir werden in Erwägung zu ziehen haben, ob dieser Verkehr nicht zu verdoppeln ist. Die ablehnende Haltung der Hamburger Handelskammer vor 27 Jahren war nur eine bedingungsweise. Sollen wir denn gar keinen Anlaß nehmen, aus den Theilen des Reichscommissars in Ostafrika, über welche im ganzen 'Lande eine patriotische Freude herrscht, diese Unternehmungen zu unterstützen? (Bravo!) Sollen wir das den Engländern und Portugiesen überlassen? Dazu haben sich die früheren Verbindungen neuerdings so mangelhaft gestaltet, daß eine Verbesserung nöthig geworden ist. Dazu kommt, daß unsere Subventionen erheblich billiger sind, als die der französischen Linien. Die Vortheile eines regelmäßigen, gesicherten Verkehrs für den Handel sind so klar, daß darüber kein Wort weiter zu verlieren ist. Die Innehaltung der Lieferungsfristen usw. hängt von der Promptheit dieses Verkehrs ab. Wenn dem Abg. Bamberger die coloniale Einfuhr noch zu klein ist, so ist doch alles Anfangende im Leben klein, sogar alle Walfische sind klein gewesen- auch der mächtige englische Colonialbesitz war anfangs klein und ungesund. Der norddeutsche Lloyd hat im Jahre 1848 mit zwei Schiffen angefangen (Abg. Bamberger ruft: ohne Subvention!), ja, im Anfänge ohne Subvention, aber später bei der ostasiatischen und australischen Linie hat er sich auch die Subvention gern gefallen lassen. Von allen Seiten werden Stimmen laut für diese Unternehmungen, entsprechend dem cosmopolitischen Zuge des germanischen Characters und ich hoffe, daß der Tag, an welchem am Top des ersten deutschen Postdampsers die deutsche Flagge in Zanzibar wehen wird, im ganzen Lande mit pattiotischer Freude begrüßt werden wird. (Lebhaftes Bravo!) I Abg. Hobrecht (ntl.): Um ein möglichst vollkommenes Feuilleton. Aus der Provinzialhauplstadt. Gießen, 18. Januar. Wenn Derjenige, der zuerst die Worte gebrauchte. „Ruhe ist die erste Bürg erpslicht", damit eine Ruhe gemeint hat, die nachgerade unheimlich zu werden scheint, so hat er sich jedenfalls nicht vergegenwärtigt, was es heißt, in einer Ruhe zu verharren, wie sie seit Neujahr in unserer Provinzralhauptstadt herrscht. Es soll nun damit nicht gesagt sein, daß es absolut Skandal geben muß, damit mcht aU.es Leben aufhört, nein, durchaus nicht, aber etwas mehr Leben könnte doch nichts schaden. Unsern Geschäftsleuten, namentlich denjenigen, die vor lauter Langeweile nichts weiter zu thun wissen, als ihre treue und noch mehr ihre untreue Kundschaft mit Rechnungen zu beschicken oder sich sonst mit ihrem Ziffern- und Zahlenpack herumzubalgen, mag diese Art von ^,Ruhe" so ziemlich erträglich sein, ob aber die Empfänger all' dieser nach Neujahr sich einstellenden Papierchen, so man Rechnungen, wenn sie groß, Notas, wenn sie klein stn, e- namset, sich bei deren Anblick immer ihrer ersten Burgerpsuch erinnern, ist weniger wahrscheinlich, denn Ruhe halteii un — blechen ist einfach schrecklich! Also zur Unterhaltung ist le Ruhe nicht da, ob das Bezahlen unbezahlter Rechnungen nun unterhaltender ist, darüber streiten die „Geleerten schon lange nicht mehr. f Aber Unterhaltung muß sein, dafür hat schon unsere gütige Mutter Natur gesorgt, denn sie spendete uns a „Wetter", und wer sich darüber nicht unterhalten rann, der mag den Duft drücken oder dieser ihn, der nun einmal nicht zum Wetter gehört, sondern sich einstellt, wenn gern e kein Wetter mehr zu haben ist. Daß es vielerlei We i giebt, haben wir in den ersten Wochen des Januar beobachten können, denn wir hatten Eis und Schnee, grimmige Kälte und Schlittschuhbahn, Glatteis und Thauwetter, Regen, Wind, Sonnenschein, Mailüfteln und lebende Schmetterlinge, ordentlichen irnd außerordentlichen Schnupfen, Husten und — Influenza. Hoffentlich hat die letztere bald ausgespielt, nachdem sie Vielen mehr wie hinreichend mitgespielt hat. Ihr Auftreten hat gezeigt, daß mit ihr nicht zu spaßen ist, die Ruhe im geselligen Verkehr steht aus ihrem Conto, je eher sie gänzlich verschwindet, desto besser für die Gesellschaften. Die Eigenart des Wetters sowohl wie die erklärliche Furcht vor der Influenza lassen ein geselliges Vergnügen weder im Freien noch im Ballsaale zu. Wenn die Winterszeit im Allgemeinen als die Zeit des Verliebens und Verlobens gepriesen wird, wenn namentlich um die Weihnachtszeit der Umsatz in glühenden Herzen ein großartiger sein soll, so gehört dazu ein richtiger Winter, der sich in seiner ersten Hälfte über die Eisbahn, in seiner zweiten Hälfte über den Gesellschaftssaal breitet. Was sich auf dem Eise nicht zusammenläust, tanzt sich im Ballsaal zusammen — obgleich der Herzensmakelei fernstehende Spötter behaupten wollen, daß gerade aus dem Eise Niemand sitzen bleibt. „Still ruht der See!" könnte man beim Betrachten der Eisvereinswiese in den Eichgärten singen, wenn man sich nicht vergegenwärtigte, daß auch sie bald wieder -grünt und das sie bedeckende Wasser in seiner jetzigen Unverfrorenheit dahin laufen läßt, wohin es gehört — in die Wieseck. Aber welchen Eindruck machen erst unsere Ball- und Concertsäle, vom Theater ganz zu schweigen. Wahre Luftspeicher sind unsere größeren Localitäten, keine Geige, keine Flöte und keine Posaune stört die Ruhe, kein Tanzschuh berührt ihren Fußboden. Wie schwer wird in diesem Jahre dem Knaben Amor das Spiel gemacht, der sonst auf dem Parquet des Ballsaales so sicher ist, wie auf den Schlittschuhen. Sonst war dieses Jungen Macht so groß, daß selbst der ehescheueste Mensch, der hartgesottenste Junggeselle, der eingefleischteste Hagestolz seinen Pfeilen schwer auszuweichen vermochte, trotz einer wohlbewachten Hand und eines feuerfesten Herzens. Gar mancher der eben genannten Species des stärkeren Geschlechts wurde von dem Götterknaben nachher verlacht, wenn der Ballabend vorüber und all die Herzen gezählt wurden, die eine bedenkliche Entzündung — der gewöhnliche Mensch nennt dies Liebe — davongetragen, deren Heilung gewöhnlich nur dem Standesbeamten gelingt. Offenbar hat in unserer Stadtvertretung der kleine Amor auch Sitz und Stimme, und ist es wohl seinem Einflüsse mit zu danken, daß Gießen so rasch noch keinen neuen Saalbau bekommt. Zum Verlieben und Verloben, zum Tanzen und Festessen, Singen und Musiciren reichen nach seiner Ansicht die vorhandenen Saalbauten noch aus. Das Einzige, was uns vielleicht den Mangel eines Saalbaues mit möglichst viel Fußboden für die allernächste Zeit fühlbar werden läßt, ist das — Versammeln. Ohne Versammlungen ist nun einmal eine Reichstagswahl nicht denkbar, aber die so ost bekundete Geduld der Wähler ermöglicht es hoffentlich auch ohne neuen Saalbau, daß ihrer noch recht viele in einen alten Saal gehen. Ein richtiger Reichstagswähler — und als solcher betrachtet sich gewiß Jeder, der der Jahre wohlgezählte fünfundzwanzig hinter sich har und dessen bürgerliche Ehre nicht beschlagnahmt wurde — drückt sich gern ein wenig, wenn sich erst Jemand zu den Worten verstiegen: „Meine Herren!" So wenig wählerisch wir Gießener auch sonst sein mögen, wir wählen alle gern, einerlei, ob es sich um Reichsboten oder um Stadtväter handelt. Nachdem sich unsere Stadtväter nicht haben entschließen können, Schülers Garten für die zukünftige Großstadt Netz von fubventionirten Dampferlinien über den ganzen Erdball herznstellen, wäre es vielleicht zweckmäßig, auch mit anderen Nationen Abkommen zu treffen. Nichts aber erschwere derartige Unternehmen so sehr nnd nichts setzt das Ansehen der Deutschen im Auslande und im internationalen Verkehr so sehr herab, als die rücksichtslose Kritik, die solche Unternehmungen selbst im Jnlande finden. (Bravo.) Die Regierung ist doch wahrlich dem Drängen des Volkes in der Colonialpolitik nur zögernd und vorsichtig nachgekommen und doch regt sich schon jetzt jenseits des Oceans das Bestreben, sich wieder national zusammenzufassen- sollten wir diese Bestrebungen unbeachtet lassen? Wir würden eine schwere Schuld in der Entwickelung unserer Colonialpolitik aus uns laden, wenn wir diese Vorlage ablehnen wollten. Wir werden unsere Ausgabe in Ostasrika trotz aller Schwierigkeiten durchführen, namentlich auch soweit es sich um die Beseitigung der Sclaverei handelt. Zur Förderung dieser Ausgabe ist die Vorlage nöthig und zweckmäßig. Die technischen Fragen sind genügend erörtert, so daß nur die Berathung durch die Budget- Commission nöthig sein wird. Abg. Dr. Windthorst ((Str.) hat Bedenken gegen die Colonisirung Ostafrikas, da die Gegend unwirthbar sei und Niemand ohne Schaden für seine Gesundheit dort leben könnte. Der Verkehr nach dort ist noch unentwickelt und die neue Linie wird sich nicht rentiren. Die Hamburger Kaufleute würden die Linie selber Herstellen, wenn sie sich rentirte. Wozu nun auch die Eile? Wir können die Sache bis zur nächsten Session verschieben und brauchen nicht noch in der Agonie des Reichstags für Hamburg eine Subvention von 6 Millionen zu bewilligen. Abg. v. Helldor ff (conf.) erörtert die kulturelle und humanitäre Ausgabe Deutschlands in Ostasrika. Schon die Ablehnung der ersten Samoa-Vorlage war ein Fehler - wäre sie angenommen, es stände heute besser um die Interessen der Deutschen in der Südsee. Die subventionirten Dampfer in Ostafrika» haben sehr segensreich für unseren Handel gewirkt. Der Export von Maaren ist allein nicht maßgebend für die Beurtheilung der Wirkung der Dampfersubvention- die Dampfer werden in Deutschland gebaut und fördern unseren Schiffsbau. Die Vorberathung durch die Budget- Commission wird genügen. Abg. Nobbe (Rp.) ist mit letzterem Vorschläge einverstanden. Die Vorlage begrüßt er mit Freuden, da unsere colonialen Interessen gegenwärtig am stärksten in Ostasrika sind, ja es sei nicht zu bezweifeln, daß wir jetzt dort national engagirt sind. Die coloniale Entwickelung ist dort noch in den Anfangsstadien - der Gesundheitszustand ist durch die ungewohnte Lebenshaltung, der die Einwanderer sich unterwerfen müssen, bedingt. Wenn man sieht, wie andere Nationen das Prineip der Dampfersubventionen in weit höherem Maße befolgen als wir, so werden wir nicht zögern können, hier die geforderte Subvention zu bewilligen. Zu erwägen wäre, ob die Linie nicht über Zanzibar weiter zu führen wäre bis zu den portugiesischen Besitzungen. Die beste Begründung enthalten die Motive der Vorlage. Hoffen wir, daß der Handel der Flagge folgt. Im Laufe der Jahre wird der Handel sich bedeutend heben. Abg. Dr. Virchow (dsr.): Wir haben stets die rner- cantile und die politische Frage auseinandergehalten und nach diesem Princip unsere Stimmen abgegeben. Wir können froh sein, daß wir uns auf Samoa nicht festgesetzt haben, denn wir wären dort doch nur der Puffer zwischen England und Amerika geworden, derenJnteressen dort rivalisiren.Viel dankbarer würde eine Verbindung mit Brasilien sein. Mit dem englischen Colonialbesitz in Indien kann Ostafrika nicht verglichen werden. Was England in Indien gewonnen, werden Sie in Ostafrika nicht erreichen. In der That ist denn auch der coloniale Enthusiasmus, der ja sehr seicht war, vollständig verschwunden. Einen deutschen Bauernstand werden Sie in Ostafrika jedenfalls nicht schaffen, wie etwa die Boeren in Südafrika. Der Handel wird auch mit den subventionirten Dampfern nur ein mäßiger sein. Aber will man Ostafrika nun einmal festhalten, so muß man auch den Handel unter» Gießen, selbst nur miethweise, zu erwerben, bleibt den lieben Gießenern nichts anderes übrig, als sich weiter in ihren vier Anlagen zu bewegen, nachdem der letzte Rest der alten Schoor verschwunden sein wird. Mit der Aussicht auf einen Stadtpark, und wäre es auch nur ein auf 15 Jahre ge- mietheter, ist es Essig. Die gegenwärtige Generation wird sich darüber Hinwegsetzen, sie geht auch spazieren ohne Stadtpark, die künftige Generation aber wird per Pferdebahn — mit der es zur Zeit dito Essig ist — entferntere Lustgärten aufsnchen und sich höchstens darüber wundern oder ärgern, daß die Alten inmitten der Stadt nicht einmal einen Platz ließen, auf welchem dem Einen oder Anderen von ihnen ein Denkmal gesetzt werden könnte. Wir werden in nächster Zeit mindestens 1 bis 2 Denkmäler erhalten, daß es bei diesen bleibt, ist nicht wahrscheinlich und es wird der zukünftigen Großstadt Gießen wie jeder anderen Großstadt gehen, es wird sich — es soll hier nur auf Frankfurt verwiesen werden — ein Mangel an Standorten für Denkmäler solcher Personen geltend machen, die es jetzt schon nicht unterlassen können, sich um Staat, Stadt und Gesellschaft verdient zu machen. Wenn sich nicht bald Jemand findet, der da sagt: „Hier habt Ihr ihn", Schülers Garten nämlich, so wird es schon nach wenigen Jahren heißen: Hier war einmal u. s. w. (Anfrage des Setzerlehrlings: Läßt sich denn der Schülers Garten vielleicht nicht ä la Schloßfreiheit mittelst einer Lotterie erwerben, oder — ausknobeln?) * Zanuar Tochter. Ein altes Prognostikon für im Januar geborene Töchter besagt: „Ein Töchterlein, das Januar bescheert, hat in der Haushaltung großen Werth - es hält seine Pfennige hübsch zu Rathe, vertändelt sie nicht im Flitterstaate - ist einfältig, gut, wie die liebe Natur und küßt ihren Liebsten als Hausgespons nur." stützen. Man wird gut thun, sich in Ostafrika nicht eine zu große Aufgabe zu stellen, nicht ein zu großes Gebiet in Angriff zu nehmen. Redner ist gern bereit, die Interessen des Handels zu unterstützen. Abg. Oechelhäuser (nl.) sucht darzulegen, daß die klimatischen Verhältnisse in Ostafrika keineswegs so ungünstig seien, wie Abg. Virchow behauptet habe. Die Debatte wird geschlossen. Die Vorlage geht an die Budgeteommission. Es folgen Petitionen. Eine Petition von Rechtsconsulenten wird dem Reichskanzler als Material für die Civilprozeßordnung überwiesen. Eine Petition Von Wittwen früher kurhessischer Beamten und Offiziere bezüglich ihrer Wittwenbezüge wird dem Kanzler zur Berücksichtigung überwiesen. Nächste Sitzung Samstag 1 Uhr. — Jnitiativ-Anträge. Schluß 5 Uhr. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 17. Januar. Der Kaiser empfing heute Nachmittag das Präsidium des Herrenhauses, welches die Con- stituirung des Hauses meldete und das Beileid aus Anlaß des Todes der Kaiserin Augusta ausdrückte. Berlin, 17. Januar. Die B udget-Commisson des Reichstags beriet!) die Anträge Ow, Richter, Baumbach, Kalle, betreffend die Verbesserung der Lage der unteren Beamten. Sie lehnte die Anträge nach längerer Debatte ab und nahm den Antrag Huene an: Der Reichskanzler wolle: 1) spätestens in der nächsten Session einen Nachtragsetat vorlegen, demzufolge bereits für das Etatsjahr 1890—91 eine angemessene einmalige Erhöhung der Bezüge der unteren und mittleren Beamten eintrete- 2) demnächst eine dauernde Ausbesserung der Bezüge dieser Beamten von dem Etatjahr 1891—92 ab herbeiführen. Berlin, 17. Januar. Der Reichstagsabgeordnete Geh. Commereienrath Ziegler in Dessau ist gestorben. — Der Abgeordnete Frhr. v. Frauckeustein hatte zwar eine unruhige Nacht, der Husten und das Fieber haben sich aber im Lause des Tages vermindert. Die Entzündung hat sich nicht weiter gesteigert. Königsberg, 17. Januar. Emin Pascha dankte der philosophischen Facultät der hiesigen Universität auf telegraphischem Wege für feine Ernennung znm Ehreudoctor. Dresden, 17. Januar. Nachdem die Königin einige Tage hindurch fieberfrei geblieben war, trat vorgestern Abend abermals eine geringe Fiebersteigerung ein, die sich gestern Abend wiederholt hat. Die katarrhalischen Erscheinungen seitens der Lunge hatten sich in nicht unerheblicher Weise gebessert, insbesondere war der Husten weniger lästig. Neuerdings hat sich aber Schnupfen eingestellt und der Husten ist seit voriger Nacht wieder etwas vermehrt. Wien, 17. Januar. Ein Erlaß des Justizministers verfügt, daß die gerichtliche Correspondenz mit Elsaß-Lothriugen lediglich auf diplomatischem Wege zu erfolgen hat. Wien, 17. Januar. Die heutige Ausgleichs-Confer en z tagte von 1 bis Uhr und beriet!) die Frage der Errichtung nationaler Curien im böhmischen Landtage und der Revision der Landtagswahlordnung. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Paris, 17. Januar. Der Kriegsminister Freycinet bestimmte, daß dieses Jahr das 1. und 2. Armeecorps unter Billot gegeneinander manövriren - außerdem soll während der Herbstmanöver bei mehreren Armeecorps rauchloses Pulver in Anwendung kommen. London, 17. Januar. Kaiser Wilhelm telegraphirte an den Herzog von Cambridge anläßlich des Todes Lord Napiers und drückte seine tiefgefühlte, aufrichtige Theilnahme aus für die Königin und die ganze britische Armee. In Napier habe die englische Armee einen ihrer tüchtigsten Generale und tapfersten Soldaten verloren- fein (des Kaisers) Großvater und Vater hätten die persönlichen und militärischen Eigenschaften Napiers hochgeschätzt. Der Kaiser zeichnete das Telegramm als „admiral of the fleet“. Der Herzog Cambridge telegraphirte dem Kaiser seinen herzlichen Dank für die Kundgebung. Brüssel, 17. Januar. Die Kammer beschloß, den Antrag Jansons auf Errichtung eines statistischen Bureaus für Gruben- und Bergarbeiten in Erwägung zu ziehen. Kopenhagen, 17. Januar. Das golfet ljing ist auf den 24. d. M. einberufen worden. Stockholm, 17. Januar. Der König eröffnete heute den Reichstag. Die Thronrede kündigt die Aenderung des Strafgesetzes, die Fortsetzung der 1885 begonnenen Vervollständigung des Armeewesens, die Arbeiterunfallversicherung und die Fortsetzung des Baues der Nordbahn am oberen Lulea an. Madrid, 17. Januar. Die Königin hatte gestern eine Unterredung mit Jovellar und Martinez-Campos, welche ihr riethen, Sagasta mit der Reeonstituirung des Cabinets zu beauftragen. Die Königin wird heute eine Unterredung mit den ehemaligen Kammerpräsidenten Martos und Torero haben. Kairo, 17. Januar. Der Khedive gab zu Ehren Stanleys ein Diner, zu welchem die Minister und die eingeborenen Beamten geladen waren. Nach den Meldungen aus dem Sudan herrscht dort eine große Hungersnoth und die Sterblichkeit ist eine sehr bedeutende. Alle Ansammlungen von Kriegern haben sich in Folge dessen zerstreut. Laut neueren Briefen von Station Bey entbehren die Gerüchte über den Tod des Khalifen jeder Begründung. totales nnd provinzielles. Gießen, 18. Januar. — Der heutige Tag ist ein Merk- und Eckstein des neuen deutschen Reiches. Am 18. Januar 1871 nahm König Wilhelm von Preußen im Spiegelsaale des Versailler Schlosses die ihm von den deutschen Fürsten bargebotene deutsche Kaiserkrone an und erließ die Proclamation an das deutsche Volk, jenes denkwürdige Actenstück, in dem es heißt: „Wir übernehmen die Kaiserliche Würde in dem Bewußtsein der Pflicht, in deutscher Treue die Rechte des Reiches und seiner Glieder zu wahren, den Frieden zu erhalten, die Unabhängigkeit Deutschlands zu schützen und die Kraft des Volkes zu stärken. Wir nehmen sie an in der Hoffnung, daß es dem deutschen Volke vergönnt fein werde, den Lohn seiner heißen und opferwilligen Kämpfe in dauerndem Frieden zu genießen." Des greifen Heldenkaisers Wunsch und Hoffnung hat sich erfüllt bis zum heutigen Tage. — Die Stelle des verstorbenen Reallehrers Dietz ist vorläufig dem seither an der Anstalt thätigen Lehrer Herrn Klingelhöffer übertragen worden. — Wer darf zum Reichstag wählen? Wähler ist jeder Deutsche, der bis zum 20. Februar des 25. Lebensjahr zurückgelegt. Für die Personen des Soldatenstandes, des Heeres und der Marine ruht die Berechtigung zum Wählen so lange, als dieselben sich bei der Fahne befinden. Von der Berechtigung zum Wählen sind ausgeschlossen solche Personen, welche sich unter Vormundschaft oder (Suratei befinden, ferner solche, über deren Vermögen öffentlich der Conenrs eröffnet ist, dann solche, welche eine öffentliche Armenunterstützung beziehen oder im Jahre 1889 bezogen haben oder aber sich nicht im Vollgenuß der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. Mithin verlieren Personen, bei denen nach dem Beginn der Eintragung in die Listen, die im Vorstehenden genannten Umstände eintreten, ihr Wahlrecht. Einsprachen gegen die Listen, die übrigens vier Wochen vor dem Wahltage ausliegen müssen, sind binnen acht Tagen nach dem Beginn der Auslegung anzubringen. — Die Bestimmung des § 53 der Gewerbeordnung, wonach zur Vertheilung von Stimmzetteln und Druckschriften zu Wahlzwecken auf öffentlichen Straßen, Plätzen u. f. w. eine polizeiliche Erlaubniß nothwendig ist, tritt von dem Tage der Kaiserlichen Verordnung, welche anordnet, daß die Wahlen zum Reichstag am 20. Februar stattfinden, also vom 8. l. M. au, außer Wirksamkeit. Ebenso bebürfen auch während der Wahlperiode alle auf die Reichstagswahl Bezug habenden Versammlungen, Zusammenkünfte und dergleichen keiner vorgängigen polizeilichen Erlaubniß oder Anmeldung. Theater. Zur Aufführung am Sonntag ist bestimmt: „Der Leiermann und fein Pflegekind" von Charlotte Birch-Pfeiffer. Das Stück zählt unstreitig zu den beliebtesten und meist gesehenen Volksstücken- neben reichlichen komischen ©eenen kommt auch der Ernst zu seinem Rechte. Die reizvolle Musik von Conradi verleiht dem Werk noch einen besonderen Reiz. Frau Anni Reiners wird in einer großen Rolle (als Pflegekind'» mitwirken. Ebenso existirt für Herrn Director Reiners eine sehr wirksame Partie (Bäckergeselle Striegelmeyer) in dem „Leiermann". Damit sind ja alle Bedingungen zu einer genußreichen Darstellung gegeben, und es wäre zu hoffen, daß die Anstrengungen des Publikums nicht hinter denjenigen der Direetion zurück- bleiben. — Verkauft wurde heute das Fangmann'sche Haus, Kirchenplatz Nr. 6, nebst Hintergebäude, an Herrn Uhrmacher Fr. Scharmann. Friedberg, 16. Januar. Die deutsch-freisinnige Partei hat den „Neuen Hess. Volksbl." zufolge in dem Wahlkreis Friedberg-Büdingen Herrn Rechtsanwalt Dr. Gutsleisch zu Gießen als Reichstagscanbidaten ausgestellt und hat derselbe die Candidatur angenommen. Die Chancen sind für denselben nicht ungünstig, zumal die Anhänger der Centrumspartei in den katholischen Orten der Wetterau diesmal schon im ersten Wahlgang für Herrn Gutfleisch stimmen dürsten. Die social- demokratische Partei, welche in unserem Wahlkreis über eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Stimmen, insbesondere in Vilbel und Umgegend verfügt, die bei einer Stichwahl den Ausschlag geben konnten, hat Herrn Cigarrenhändler Prinz zu Darmstadt als Candidat ausgestellt. Die nationalliberale Partei hat noch keinen Candidaten nominirt, doch hört man als solchen den Herrn Grafen Oriola zu Büdesheim bezeichnen, für den auch die (Sonfervativen stimmen würden. v. Friedberg, 17. Januar. Am 12. Januar schied in stiller Zurückgezogenheit ein Mann aus dem Leben, der es beinahe ein halbes Jahrhundert lang sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Heranwachsende Jugend zu ehrsamen Menschen zu erziehen- es ist dies der pens. Lehrer Ramspeck. Derselbe entstammt der weitverzweigten Familie Ramspeck in Alsfeld. Nach vollendeter Vorbildung für den Lehrerberuf fand er vorübergehend Verwendung in einer Gemeinde des Hinterlandes und wurde darauf an die städtische Schule in Gießen versetzt, wo er gleichzeitig an dem Welker'schen Institut daselbst tljätig war. Diese Versetzung, wie seine später erfolgte weitere Beförderung an die damals neuor- ganifirte Musterschule dahier sind ein sprechender Beweis für die gute Meinung feiner vorgesetzten Behörde von seiner Berufstüchtigkeit und Diensttreue. Gleich seinen ziemlich gleichzeitig mit ihm hier angestellten, ihm im Tode vorausgegangenen Kollegen Storger und Volk hat er die besten Jahre seines Lebens dieser Schule gewidmet und Jahrzehnte lang waren die Namen Storger, Volk und Ramspeck mit der günstigen Entwickelung dieses Schulwesens aufs innigste verwachsen. Den Rest seiner Lebenszeit verbrachte Ramspeck in stiller Zurückgezogenheit, das letzte halbe Jahr in Friedrichsdorf bei feiner Tochter. Einen Ehrenkranz auf fein Grab und Friede feiner Asche! Schlitz, 14. Januar. Gestern verschied nach kurzer Krankheit der Gräflich Görtz'sche Kammerdirector i. P. Herr E. Eigenbrodt im Alter von 78 Jahren. Der Verewigte war früher lange Jahre Director der hiesigen Spar- und Leihkaffe. B. A. Vermischtes. * Darmstadt, 17. Januar. Die Gräfin Hartenau ger«nk in der Ireiherrlichen «beisirfterei Rabenau. ES werden versteigert Mittwoch d«a 29. Januar 1890 LtuSjirhtisch für 24 Personen, gew. 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Steinberg lagernde Holz wtro bei der Versteigerung nicht vorgezeigt und wollen Stetgltevhaber daffewe Eiche 16 12 dv Die Zusammenkunft findet Vormittags 9 Uhr auf ver Weltershainer Straße an der Abfahrt nach dem Roll statt. Das im Distrtct Noll stehende Nadelholz wird bei der Versteigerung mcht vorgezeigt und wollen Steigliebhaber daffelbe vor der Versteigerung emfehen. f , , Bei ungünstiger Witterung findet die Versteigerung im Klrebe scheu Ein wahrer Schatz für die uncflücklichen Opfer der Selbstbefleckung (Onanie) und geheimen Ausschweifungen ist das berührter Werk: l.416 vr. Kelaus Aetbstbewahrurg 80. Aufl. Mit 27 Abbild Preis 3 Mark. Lese es Jeder, der an den schrecklichen Folgen dieses Lasters leidet, seine aufrichtigen Belehrungen retten jährlich Tausende vom sichern Tode. Zu beziehen durch das BerlagS-Magazin in Leipzig, Neumarkt 34, sowie d. j. Buchhandlg. 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Im Abonnement Im Abonnement 577 Karten für Nichtmltglleder sind zu haben bei H. Wissner, Sonnenstrasse Meissen Seine Frau . Max Jaskowski Heinrich Samst August Bieber Adam Reiners Otto Frank Anfang 8 Uhr. Uhr. dasBeiirrid. von Slusstünd. werden jbtscret und bestens besorgt. | Nüh. Orünbergerstratze 4 IV. wird ein besseres Hausmädchen in die Nähe von Gießen, sowie Mädchen, die . Richard Lerch . LuiseNeuschilling . Fritz Mai im Saale des Caf6 Leib. Der Vorstand. Wir bedauern, in ihm einen durch langjährige treue Dienste ausgezeichneten Diener verloren zu haben, und werden ihn in stetigem Gedächtniss halten. In Uniform. [611J Dienstag den 21. Januar: Auf allgemeinen Wunsch: „Gespenster.“ Mitwirkende: Fräulein Pia von Sicherer aus München, Fräulein Johanna Beck und die Herren Gustav Wulff und Anton Sistermans aus Frankfurt a. M., die activen Mitglieder des Concert-Vereins, sowie die verstärkte Concert-Capelle. Ein alter Matrose . Frieder Kranich, UT^* Statt jeder besonderen Anzeige widmen wir theilnehmenden Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß es Gott dem Allmächtigen in seinem unersorschlichen Rathschluffe gefallen hat, unsere innigstgeliebte Gattin, Mutter, Tochter und Schwiegertochter Frau Margarethe Will, geb. Ffefier, im 33. Lebensjahre nach kurzem Krankenlager heute früh 9'/- Uhr in ein besseres Jenseits abzurufen. 590 Annerod, den 17. Januar 1890. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag den 19. Januar, Nachmittag« 2 Uhr, von der Anneröder Mühle aus statt. Vereinskarten gültig. Sonntag den 19 Januar: „Der Leiermann und sein Pflegekind“. Volkestück mit Gesang in 5 Acten von Birch-Pfeiffer. Personen: Frau Stevens, Bäckermeisterin . . . Marie Jaskowski Wilms, Matrose, ihr Neffe Paul v. Gallas LudeKnöllhammer,Obergeselle . . • Albert Ullrich Jette, Ladenmädchen . Helene Pauli Balder, Tischler u Bader Otto Frank Margarethe, sein Weib Luise Maas Riekchen, seine Tochter Anni Reiners Böcklein, Schneider aus Neues Theater, Giessen (Direotion: Adam Reiners). 606 525J Zwei einzelne Stuben zu Der; miethen. I. Zufall. Marktstraße 7. ^Bi] Schön möblirtes Zimmer zu ver- miethen.__Seltersweg 31, 2. St- 573] Zwei möbl. Zimmer nut od- ohne Kost zu vermiethen. Steinstr. 50 II. mann . . w . Fabian ) Vagabonden Gunther \ 6 Xaver Striegelmeier, Bäckergeselle Ein Geselle . . • Kassenöffnung 7 Uhr. ' Ende 10i/2 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß unser innigstgeliebter Gatte, Vater, Sohn, Bruder und Schwager Herr Peter Seipel, Corpsdiener der Teutonia, gestern Mittag um Vr2 Uhr nach langem Leiden saust entschlafen ist. Um stilles Beileid bitten 587 Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, 18. Januar 1890. Die Beerdiguna findet Sonntag den 19. ds., Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause (Wiener Hof) aus statt. Zur Stadt Marburg. Dem verehrlichen Publikum zur Nachricht, daß ich in meinem Saale eines der größten (neu hergerichtetes) SS Orchestriosi 5g aufgestellt habe- Gleichzeitig empfehle ich ein gutes Glas Gxportbier aus der Actienbrauerei Gießen und lade zu recht zahlreichem Besuch Höf- ein. 614 H. Carle. PROGRAMM. Magnificat fiir Soli, Chor und Orchester.........3oh. Seb. Bach. Neunte Symphonie mit Schlusschor über Schillers Ode an die Freude L van Beethoven. Programme mit dem Text der Gesänge sind a 10 Pf. an der Kasse zu haben. — Nummerirte Karten ä 3 Mk., nichtnummerirte ä 2 Mk. sind in der Elwert'schen Akademischer Concert-Vereiu. Im Saalbau zu Marburg. Dienstag den 21. Januar, Abends T'/j Uhr: Drittes Concert unter Leitung des Herrn Universitäts-Musikdirectors Richard Barth. 589] Gut möbl. Zimmer oermietbet I 616] Möbl. Zimmer zu vermiethen. «. Bthrrnd, Marktftr. SS. \ Wolltharstraße 23. Montag Abend: im »gdmen*. Concordia/ Heute Samstag Abend 9 Uhr: Singstunde. |596 Morgen Sonntag: Aamilienabend» Gesucht 612 588] Mansardenwohnung, zwei Tr. hoch, 6 Simmet? ic., Wafferlei- tung, per 1. April an ruhige Leute zu verm.__Schillerstratze 5* 593] Suche Wohnung von 5 Zimmern, desgl- für Bureau 2—3 Zimmer nebst Zubehör bis Mat. Anerbieten baldigst an Culturingenieur Witzmann, ________________„Hess. Hof"._____________ 605] Logis, 3—4 Zimmer nebst Zubehör, an ruh. Leute zu verm- Seltersweg 31. 599] Logis, sowie mehrere Zimmer zu verm- S Elsoffer, Maiktstraße 27. 601] Hammstraße Nr 12 ein kleines Familien-Logis mit Zubehör zu vermiethen. Näheres__Lahnstraße 11. 604] Freundliche Mansardenwohnung v. 4 Z. u. Wasserl nehft Zub. zu verm. ______________________Kirchenplatz 1L 592] Die von mir bewohnten Räume, Seltersweg 20, 1. Stock, 4—5 große Zimmer, mit oder ohne Mansarden, Garten und allen Bequemlichkeiten, per 1. April zu vermiethen. Frau M. Heichelheim. iKriegeroerein fließen. Die Beerdigung des Kameraden Kathsdiener Philipp Schmidt findet statt: Sonntag den 19. d. M., Nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause __________aus- — Zusammenkunft: l/t2 Uhr im Vereinslocal. 609 wr ei Ileiterikeit Samstag den 1. Februar^ Abends 8 Uhr: Fahnenweihe mit CONCERT und BALL Redaction: A. Scheyda. — Drucr und Verlag der Brühl'schm Drmkcrel (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießern Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten