N. 1890 Mittwoch den 17. December Nr. 294 Gießener Anzeiger Kenerat-F 154.^ 104 67J?t 42 V le nahm e Bob IngeigcB zu der Nachmittags für bei folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- vor«. 10 Uhr. 66.45 98.50 99.60 84.95 92.- 101.« 18 » W 63« 93.3' 93.K 82.8t Vie Gießener Ht*. Gold- 1 imbihn- LL.A.. deckens), bei welche« die Injektion von Koch'schcr Lymphe den Harn verbesserte und die Eitermenge verminderte. Neueste Nachrichten. Wetfst telegraphische- Lorrespondenz-Vurcau. Berli», 15. December. Dem gestrigen Diner im königlichen Schlosse zu Ehren deö Erbgroßherzogs von Luxemburg wohnren Caprivi, Moltke, die StaatSminisler Bötticher, Maybach und Goßler, Staatssecretär Marschall und andere distinguirte Persönlichkeiten bei. Der Kaiser toastete aus daS Wohl des Großherzogs von Luxemburg- der Erbgroßherzog erwiderte dankend. Berli», 15. December. Die ständigen und nichtständigen Mitglieder der Commission für die zweite Lesung des deutschen bürgerlichen Gesetzbuchs trat heute unter Vorsitz des StaatssecretärS Oehlschläger im Retchsjustizamt zusammen, um über rein geschäftliche Fragen, insbesondere über Geschäftsordnung und Vertheilung des Berathungsmaterials zu beschließen. Königsberg i. Pr., 15. December. Die Schiffahrt ist infolge des starken Frostes wieder geschloffen. Berli», 15. December. Der „Reichsanzeiger" berichtet über den Schluß der Samstagssitzung der Schulfragen- conserenz: Uhlhorn beantragt, im Falle die Reifeprüfung überhaupt bestehen bleiben soll, müsse dieselbe auch die Prüfung über die Religion umfassen. Jedenfalls sei im Reife- zeugniß arzch ein Zeugniß über Religion wie bisher aufzunehmen. v. Bodelschwingh beantragt, bezüglich der Prüfung in der Religion für die evangelischen Abiturienten an Stelle der mündlichen Prüfung eine schriftliche Arbeit zu setzen, die eine tüchtige Kenntniß und inneres Verständniß der heiligen Schrift, sowie Bekanntschaft mit de« vorzüglichsten Ereignissen uud Personen der Kirchengeschichte und des evangelischen Kirchenliedes voraussetzt. Die Directoren Schlee und Matthias beantragen, in der schriftlichen Ergänzungsprüsung der Abiturienten der Realgymnasien nur Arbeiten wie Gymnasial- Abiturienten zu machen- in der mündlichen Prüfung fällt alte Geschichte fort. Der Antrag Frick enthält Forderungen, welche aus der Auffassung der Maturitätsprüfung als Versetzungsprüfung aus Oberprima hervorgehen. An der Debatte betheiligten sich Uhlhorn, Frick, v. Bodelschwingh,' Schlee, Fürstbischofs Kopp, Schrader, Rehrma»n, Kruse, Deiters und Paulsen. Der Commissar des CultuSministeriumS, Höpfner, wies aus die hohe Bedeutung des Religionsunterrichts hin. Die Abstimmung wird bis zur Formulirung der zur Abstimmung bestimmten Fragen ausgesetzt. — Sodann wurde die Frage erörtert: Welche Aenderungen sind bezüglich der wissenschaftlichen Ausbildung der künftigen Lehrer an den höheren Schulen erforderlich? Hierzu sprechen Klix, Tobler und der Commissar des Cultusministeriums Stander, welcher hervorhob, daß der Lehrerstand nach der heutigen Ausbildung auf einer hohen Stufe der Entwicklung stehe, gleichzeitig aber auf die Rothwendigkeit der Ergänzung der akademischen Ausbildung hinwies und im Einzelnen die Mittel hierzu zeigte. Der Commissar sprach ferner über die Fortbildung der Lehrer durch die Errichtung von Ferien- eursen. An der Discussion betheiligten sich noch Schiller, Uhlig, Hartwig und Kropatschek. Genf, 15. December. Gestern fanden hier mehrere Anarchisten-Versammlungen statt. In einer derselben wurde die Ermordung Seliwerstows von einem Anarchisten als eine ruhmreiche That gepriesen und dem muthmaßlichen Mörder Padlewski höchste Anerkennung gezollt. Die Anarchisten Brenard und Stojanow hielten Schmähreden gegen die Schweiz und ihre Institutionen. Wien, 15. December. Die „Reue Freie Presse" veröffentlicht eine Zuschrift Billrot Hs, in der derselbe alle Gerüchte, daß er die Behandlung mit Köchin sistirt habe, als völlig grundlos erklärt. Er setze systematisch die Behandlung fort und hoffe im Lause eines Jahres eine bestimmte Ansicht über den therapeutischen Werth der Behandlungsmethode Kochs zu gewinnen. Er halte die Entdeckung Kochs nach wie vor für eine der größten des Jahrhunderts und er warne vor nicht von ihm gezeichneten Mittheilungen aus seiner Klinik. Sharleville, 15. December. Der Strike der Eisen- Hüttenarbeiter in Nevin scheint größere Dimensionen anzunehmen- etwa 1000 Mann striken- Gendarmerie und Militär sind nach Revin abgegangen. Brüssel, 15. December. In Lalouviöre fand gestern ein Congreß von Bergarbeiter-Delegirten statt. Jnsgesammt waren 74 belgische Arbeitervereine vertreten. Es wurde mit 60 gegen 12 Stimmen beschlossen, den allgemeinen Strike zu beginnen, falls sich die Kammer nicht in der gegenwärtigen Session mit der Verfassungsrevision beschäftigte oder die Kammer die Revision verwerfen sollte. Paris, 15. December. Ein Telegramm meldet aus Bona: Während des Sturmes gestern Nacht wurde ein italienisches Korallenschiss an den Hasendamm geschleudert- sechs Matrosen ertranken. Loudon, 15. December. Die aus heute anberaumte Enthüllung deö Standbildes des Kaisers Friedrich ist verschoben worden. Rom, 15. December. Die „Risorma" erklärt, die von der „Times" aus Philippopel gemeldeten Differenzen zwischen der bulgarischen und der italienischen Regierung reichten mehrere Monate zurück, seien rein administrativ und keineswegs so bedeutend, daß die Beziehungen zu Bulgarien gestört würden, welchem Italien kürzlich noch seine Sympathien kundgegeben habe. Die „Risorma" fügt hinzu, Italien habe Sorge getragen, daß den Reclamationen der an dem Rechtshandel betheiligten italienischen Unterthanen Folge gegeben werde. Madrid, 15. December. Ein junger Mann, der am vergangenen Montag im hiesigen Hospital mit der Koch- schen Lymphe behandelt wurde, starb in der vergangenen Nacht nach mehrtägigen Athmungßbeschwerden und Pulsstörungen. Die Autopsie ergab die gewöhnlichen Schwindsuchtserscheinungen und Herzsellanschwellung. Mehrere andere Fälle Koch- scher Behandlung, insbesondere zwei Lupusfälle, sind günstig verlausen. Petersburg, 15. December. Die neuen Gürertarise für den internationalen Eisenbahnverkehr Rußlands wurden heute veröffentlicht. Sie werden angewendet für die directe Verbindung Moskaus mit dem Auslande über die russischen Nordhäfen, für die Grenzorte Wirballen, Grajewo, Mlawa, Alexandrows, Sos»owicc und treten in Kraft am 1. Januar 1891 n. St. Petersburg, 15. December. In Helsinsorö und Abo fanden Setzer st rikeS in mehreren Zeitungsdruckereien statt, weshalb die Blätter in kleinerem Umfange unregelmäßig erschienen. Die Strikenden rotteten sich zusammen und durchzogen die Umgegend. — Eine höhere Anordnung gestattet der Universität Helsinfors die Aufnahme weiblicher Studirenden. Jede Aufnahme bedarf die Genehmigung des Vorstandes der Universität. Warschau, 15. December. Das Petrokower Bezirksgericht verurtheilte auch den Auswanderungsagenten Mergel aus Lodz wegen unerlaubten gemeinschädlichen Geschäftsbetriebs zu einjähriger Gefängnißstrase. tzelfingforß, 15. December. Ein kaiserlicher UkaS bestimmt, daß die Einführung deS neuen finnische« Strafgesetzbuches, welches am 1. Januar 1891 in Kraft treten sollte, bis zum Zusammentritt deS finnischen Landtags am 8. Januar zu verschieben sei. Koustautinopel, 15. December. Cvntreadmiral Schröder, Commandant des deutschen Sch ul ge s ch waders, ist gestern an Bord des Aviso „Pfeil" mit fünf Offizieren zur Begrüßung deS Sultans eingetroffen. OctUe* ewini8^Ä€». Gieße», 16. December. — Aus dem Verwaltu»gsbericht der Großh.Bürgenueisterei Gießen. Für die öffentliche Armenpflege wurden im Jahre kleinen Hügel, dann gingen sie dem Wärterhäuschen zu, wortlos, eins dicht an das andere geschmiegt, in überseligem Entzücken, daß sie den Weg zu einander gefunden hatten. Im Bereiche der hellbrennenden Lampe sah Hanna erst die Verwüstung, die im Aeußeren deS Mannes vorgegangen war. ES blieb ihr aber nicht viel Zeit, darüber zu grübeln, denn Franz wurde, kaum in die Wärme zurückgekehrt, von einem Schüttelfrost überfallen, der nur der Vorläufer einer schnüren Krankheit sein sollte. Tagelang und viele Nächte wich Hanna nur dann von sein in Lager, wenn die Pflicht, die sie für Franz übernommen, hinauSries. Und schien es auch anfangs, als sollte er dem grinsenden Sensenmanne zur Beute fallen, spottete das Fieber auch allen Mitteln deS Arztes, der aus der Stadt täglich hinaus kam, so war doch nach zwei Wochen ein leichter Fortschritt bemerkbar- die Gewalt deS FicberS war gebrochen, in den erschöpften Körper trat Ruhe nach den unaufhörlichen Beängstigungen, die ihn gepeinigt, und ein langer, wohl- thuender Schlaf, der nur durch da» Einflößen stärkender Mittel unterbrochen werden mußte, brachte ihn der Genesung entgegen. An seinem Lager sitzend, den wirren Phantasien lauschend, durchlebte Hanna noch einmal daS vergangene, so aussprech lich leidvolle Jahr. Jetzt erst ermaß sie voll und ganz, was sie verschuldet, jetzt begriff sic erst, was den ehemals so eisen- festen Körper ihres Franz so heruntergebracht. O, waS mußte er gelitten haben, daß selbst jetzt, nachdem doch alles zum guten Ende gelangt war, daS Erlebte so nachwirken konnte! Und als der erste Hoffnungsstrahl durch die dunkle Nacht der Verzweiflung brach, als der alte, menschenfreundliche Arzt ihr Muth ^usprach, da zog eS sie unaufhaltsam aus die Knie nieder und während sie die matte unruhige Hand deS Geliebten mit der ihrigen umfaßte, da stieg das Gelöbniß in ihrem Herzen zu dem Höchsten empor, daß sie fortan nur den einen Gedanken hegen wolle, den, ihn zu lieben, ihm zu dienen und ihn daS schwere Leid vergessen zu machen. WaS sie selbst geduldet unter der selbftgeschaffenen Qual, trat vor der großen, heiligen Aufgabe, die sie sich gestellt, weit in den Hintergrund zurück, und nur, wenn sie im Spiegel ihr Bild betrachtete und den breiten Silberstreiseu, die vielen Fäden sah, die ihr glänzendes Haar durchzogen, wurde sie daran erinnert, daß die vergangene Zeit auch an ihrem Aeußeren nicht spurlos vorübcrgegangen war. Und doch, was bedeutete dies alles gegen die Gewißheit, ganz mit ihm eins zu sein, mehr noch, als eö vor Hansi's Tod gewesen? Als das Weihnachtsfest zum drittenmale anbrach, stand der Mond am Himmel. Mehr und mehr neigte er sich der Erde zu, und war es Neugierde, daß er versuchte, in die ycllerleuchteten Fenster des Bahnwärterhäuschens zu schauen oder freute er sich mit Franz und Hanna an den traumhaft großen Kinderaugen, die unverwandt in daS helle Licht der aufstrahlenden Kerzen an dem Tannenbäumchen schauten? — Nun sah er, wie Franz, der zu voller Kraft und Gesundheit erblüht war, den Säugling von der Mutter Arm nahm, ihn freudestrahlend in die Höhe hob, küßte und ihn Hanna wieder zurückgab. Dann aber holte Franz eine unscheinbare roihe Mütze und legte sie unter daS brennende Bäumchen und wahrend sich ihre Augen mit Thränen füllten, sanken sie sich stumm in die Arme. . . . Der neugierige Mond aber zog einen Schleier Über sein Gesicht, um seine Rührung zu verbergen. 1889/90 verausgabt: AuS eigenen Mitteln der Armenkasse 26 708 Mk. 35 Pfg., auS Mttteln der Plockischen Stiftung 3 900 Mk., Zuschuß aus der Stadtkasse 37 900 Mk., zusammen 68 508 Mk. 35 Pfg. Die Durchschnittszahl der ständig Unterstützten betrug 210. Aus Kosten der Armenkasse waren im Durchschnitt 38 Kinder in Privatpflege gegeben, darunter 33, deren Eltern bezw. Mütter hier nicht heimathS- berechtigt waren. Im städtischen Hospital haben sich 11 Männer und 7 Frauen befunden. Im Landeshospital Hofheim waren 10 Personen, in der Landes-Irrenanstalt Heppenheim 6 Personen, in der Taubstummenanstalt zu Homberg, h» Reichswaisenhaus zu Lahr, in der Anstalt für Epileptische in Bethel je 1 Person, in hiesigen Lehrstellen 3 Personen untergebracht, während in Besserungsanstalten 16 Kinder erzogen werden. Aus der Armenlifte stehen 487 Familien bezw. einzelne Personen verzeichnet, die aus Grund bestehenden Vertrages freie ärztliche Behandlung, Verpflegung und Medikamente in den Universitätskliniken erhalten. Im Berichtsjahre waren 124 Personen mit 3193 VerpflegungStagen in den Kliniken untergebracht. Daneben wurde die bisher mangelnde Fürsorge für arme Wöchnerinnen derart getroffen, daß die erwachsenen Hebammenkosten auf die Armenkasse übernommen werden. 62 ortsfremde Personen mit zusammen 1756 Ver- pflegungstagen mußten aus Grund des Unterstützungswohnfitz- gesetzes in das akademische Hospital und 26 Personen mit 130 Verpflegungstagen wegen Platzmangel in die Herberge zur Heimath eingewiesen werden. — Von der Plockischen Stiftung wurden 10210 Mk. 71 Pfg. verausgabt, darunter 3 900 Mk. Zuschuß zur Armenkaffe für Bestreitung von 13 Pfründe» im städtischen Hospital. — An neuen Stiftungen sind zugegangen: Die Curschmann-Stiftung mit 2 394 Mk., die Heichelheim'sche Stiftung mit 50000 FreS., daß Legat des verstorbenen Herz Schulhof, über dessen Höhe zur Zeit noch die Auseinandersetzung mit den Miterben schwebt. — Der Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege hat bei einer Thätigkeit von 5, zeitweise 6 Schwestern zusammen 805 Tagpflegen, gegen 5000 Pflegbesuche, 566 Nachtwachen, 740 Massagen, wovon aus die Armenpflege bei insgesammt 192 Familien 365 Tagpflegen und über 3100Pflegebesuche fallen, leisten lassen- er hat in 229 Familien Unterstützungen verabreicht, 17 kranke Kinder und Erwachsene zur Badekur in daS ElisabethenhauS zu Bad-Nauheim geschickt. Die gesummten Aufwendungen des Vereins und laufenden Ausgabe« haben im Berichtsjahre 13085 Mk. 10 Pfg. betragen. — Der Verein für Krankenpflege hat im Jahre 1889/90 siebe« Schwester» beschäftigt, die Aufwendungen des Vereins betrugen 2 634 Mk. 66 Pfg. — Die Ortskrankenkasse verzeichnete an Sm- nahmen 22 305 Mk. 15 Pfg., an Ausgaben 19 580 Mk. 80 Pfg. Außer der Ortskrankenkasse bestehen in Gieße» noch 14 Fabrikkrankenkasse n. — Gießener Soncertverein. (Zweites Concert). DaS zweite Concert des Gießener Concertvereins war, wie auch das entsprechende vorjährige, der Kammermusik gewidmet. Voriges Jahr hatte man zum ersten Mal den Versuch gemacht, an Kammermusikabenden durch Einführung von Ge- sangSvorträgen das Programm auch für weitere Kreise anziehender und unterhaltender zu gestalten, weil mau die Erfahrung gemacht hatte, daß diejenigen Concerte, in denen lediglich Streichquartette zur Ausführung gelangten, von jeher bei einem größeren Publikum eine geringere Beliebtheit genossen. Dieses Mal hat man den Versuch unterlassen, vielleicht weil der geringe praktische Erfolg im vorigen Jahre seine Wiederholung nicht räthlich erscheinen ließ, vielleicht auch, weil man überzeugt war, daß der Namen des Künstlerquartettes, das zur Aufführung deS Concertes gewonnen worden war, jedem Musikkenner ausreichende Gewähr für die Höhe deS zu erwartenden Kunstgenuffes leisten werde. In der That war das Publikum — das sich allerdings nicht in der gewöhnlichen Anzahl eingesunden hatte, — für die Gaben der abftractcn und darum oft so schwer verständlichen Quartettmusik in einer Weise empfänglich und dankbar, wie dies hier seit einer geraumen Zeit nicht mehr vorgekommen ist - wir erinnern nur an die kühle Ausnahme, die in der vorigen Saison die trefflichen Leistungen des Künstlerquartettes Gustav Holländer, Josef Schwarz, Carl Körner und Louis Hegyesi hier gefunden haben. Ganz anders, dies Mal, wo zu dem großen Erfolg des Abends wesentlich auch die vorzügliche Wahl des Programm- mit beigetragen haben mag. Zur Aufführung gelangten daS Quartett für zwei Violinen, Viola und Violoncell von I. Haydn in D-dur, das Schumann'sche Quintett für Pianoforte und Streichinstrumente in Es-dur op. 44 und zum Schluffe das B c e t h o v e n'sche Quartett in F-dur op. 59. Die ausführenden Künstler waren der kgl. Hosconcertmeister Henri Petri aus Dresden (1. Violine), Hjalmar von Damek (2. Violine), Bernhard Unkenstein (Viola) und Kammervirtuos Alwin Schröder (Violoncell), die letzteren drei aus Leipzig. Dem Quartett war ein bedeutender Ruf vorausgegangen, der in dem gestrigen Concerte nur eine neue glänzende Bestätigung erhalten hat, indem die Ausführung des Programms in ihrer außerordentlichen Exactheit und technifchen Vollendung und mit ihrem geist- und temperamentvollen Eingehen auf die Intentionen des Tondichters in Wahrheit eine künstlerische Leistung ersten Ranges bedeutete. In dem Schumann' scheu Quintett war die schwere Pianofortepartie Fräulein Sophie GrooS von hier anvertraut. Wir haben die hohe technische Fertigkeit der Dame, sowie ihre verständnißvolle Auffassung ihrer Vorlagen schon gelegentlich der Zlatarogausführung und sonst hervorgchoben. Auch vorgestern zeigte sich Frl. Groos mit der wirklich künstlerischen Bewältigung ihres Partes ihrer Ausgabe völlig gewachsen, waS dem prosessionsmäßigcn Quartette gegenüber alS ein besonders großer Erfolg angesehen werden muß. Der lebhafte Beifall gerade nach den einzelnen Sätzen des Quintettes galt darum auch nicht zum kleinsten Theile Fräulein GrooS. ^urd) eine be' Hauses. Der ^ile fließt h Mitglied den tunlichst schne beträgt.- für c ?ind, Stier, S 2° W, für . Gebühr ist b01 ln einem $0 ""hmen und d f)ctrQ9 durch 1; in '^achteten Tbi Ar Bereinsge Borst, _ Theater- iit W- die , rot( i lDtt Schi""" in M"" / w» m W lei** i1 c jllJlW m bem 1 p Mrsam) em *tnb in unb KW« yanblung W' beider Rollen g> übet ein ganz fügen mW. < Brümmer, ein | nach dem, W« Beweises n eine fulminante sich ja ein eng Migkeit alisge nni) was er in i feiner Character selben Fache aw .Hilfsmittel zur psychologischer 5 Individualitäten slaimlich. Der geradezu stilrmisi - Hier l sichttungs.Vnein fassende Vereins festig gegen Ve< VereinSmitglied, für Menschen i Mitglied ist It. stinmteS Vieh hat sofort unte Thieres dem ? deS Vorbesitzer Dom ftleifäte/a ober iMweife, Aerwerthung aö befundenen Schl< ift nicht gestatt, M 8en- ft $ iolne ™«t wirb “ Hut LZ» Ä1 *(®*M 33 £ <0 90 13 SjMl «fi «JS I? 37 900 Ä t : hi« 2.^-«, > 'W mbtgh0|J2 .* l «fe :?s-Äi ■««friS 8“mi[itn btjtt'L "= ^lt-h-nd-n jtt, 77 N-diw :&« ""Nt 5b«»»w. 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(S)r»’7 it äop^L, Fertigt Ul» lJ"? ", „ mafei0cn M ' ' „ 6'io|9 ° eml'1' gt: ■ not» 6(,r( >B I Uni nach dem Eindrücke der gestrigen Ausführung find wir fieber, daß die folgenden Vorstellungen eine ihrem wirklich hohen Kunstwerth mehr entsprechende Beachtung finden werden. — Theater. Etwas besser als am letzten Dienstag war die letzte Vorstellung besucht, wenn auch noch längst nicht so reichlich, wie man nach den gegenwärtig hier ja so hoch gehenden Wogen neuerwachten KunstinteresseS hätte vermuthen können. Die beiden Stücke, die die Direction neu hatte ein- studiren lasten, das zweiactige Lustspiel von A. Bahn „Man sucht einen Erzieher" und der Moser'sche Einacter „Der Schimmel" können an sich betrachtet keinen Anspruch auf höhere poetische Bedeutung machen, aber sie bieten in ihren weit überwiegenden Hauptpartien einem Schauspieler von Talent die umfassendste Möglichkeit, seine Fähigkeiten nach allen Seiten hin in die hellste und vortheilhaftesle Beleuchtung zu rücken. Einen besonderen Reiz gewährt ins- --sondere eben die Nebeneinanderstellung der beiden Stücke, indem in dem Bahn'schen Lustspiel als Titelheld (Arthur v. Marsam) ein blasirter und überlegener Weltmann figurirt, während in dem Moser'schen „Schimmel" ein natürlicher und frischer Mensch, Gustav Rohr, im Mittelpunkte der Handlung steht. Ein Schauspieler, der den Anforderungen beider Rollen gleichmäßig gerecht werden will, wird demnach über ein ganz bedeutendes Characterifirungsvermögen verfügen müssen. Daß dem Gaste am „Neuen Theater", Adalbert Brümmer, ein solches in hoher Vollendung eignet, bedurfte nach dem, was wir bereits seither von ihm gesehen haben, deS Beweises nicht mehr, hat aber gestern aufs Neue eine fulminante Bestätigung erfahren. §err Brümmer hat sich ja ein eng und scharf begrenztes Gebiet für feine Thätigkeit ausgesucht. Aus diesem ist er aber auch Meister, und was er in Bezug auf geistreiche und feine Differeuzirung seiner Charactere, die ja äußerlich betrachtet doch alle demselben Fache angehören, leistet, und wie er der äußerlichen Hilfsmittel Zur Characteristik beraubt, infolge feinster psychologischer Beobachtungen doch die verschiedenartigsten Individualitäten zu verkörpern versteht, ist geradezu erstaunlich. Der Beifall, den Brümmer fand, war denn auch geradezu stürmisch, namentlich am Schluste des ersten Stückes, — Hier hat sich unter dem Namen „Schlachtvieh-Ver- stcherungs'Berem" eine fast sämmtliche Metzger Gießens umfassende Vereinigung gebildet, deren Zweck es ist, sich gegenseitig gegen Verluste zu schützen, wenn das Fleisch des von Vereinsmitgliedern geschlachteten Viehes ganz oder theilweise für Menschen ungenießbar befunden wird. Jedes Vereins- nntglied ist lt. Statut verpflichtet, sein zum Schlachten bestimmtes Vieh bei dem Verein zu versichern- das Mitglied hat sofort unter genauer Angabe des Selbstkostenpreises eines Thieres dem Vorstande Anzeige zu machen und den Namen des Vorbesitzers anzugeben, wenn das Fleisch des betr. Thieres vom Fleischbeschauer des städtischen Schlachthauses für ganz oder theilweise ungenießbar erklärt worden ist. Eigenmächtige Verwerthung aller oder einzelner Theile eines nicht gesund befundenen SchlachtthiereS, wofür Entschädigung verlangt wird, st't nicht gestattet- eine Verwerthung soll vielmehr durch den Vereinsvorstand bewirkt werden und zwar, soweit thunlich, burd? eine bestimmte Perlon in der Freibank des Schlachthauses. Der Erlös für auf diese Weise verwerthete Schlacht- theile fließt in die Vereinskasse, welche dem betr. Vereinsmitglied den vollen Betrag der festgestellten Entschädigung thunlichst schnell und baar auszahlt. Die Versicherungsgebühr beträgt: sür einen Ochsen oder Fasselochsen 3 Mk., sür ein Rind, Stier, Kuh oder Fasselftier 1.50 Mk., für ein Schwein 20 Pfg., für ein Schaf, Hammel ober Kalb 10 Pfg. Die Gebühr ist vor der Schlachtung zu entrichten. Sollten die in einem Monat auszuzahlenden Entschädigungen die Einnahmen und den Kaflenbestand übersteigen, so wird der Fehlbetrag durch Umlage bei allen Mitgliedern nach Maßgabe der von diesen im vorhergehenden Monar im Schlachthause ge- ‘ schlachteten Thiere aufgebracht. Die Leitung und Verwaltung aller Vereinsgefchäfte besorgt ein aus drei Mitgliedern bestehender Vorstand und drei Stellvertreter. — In der gestrigen Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberheffeu, der einzigen im 4. Quartal 1890, wurde Christian Weisel von Freienseen wegen gewaltsamer Vornahme unzüchtiger Handlungen zu einer Gesängnißstrase von 9 Monaten verurtheilt. Friedberg, 15. December. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben Allergnädigst geruht: Am 4. December den Landwirthschastslehrer l)r. Hugo Tobisch zu Friedberg auf fein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner geschwächten Gesundheit mit Wirkung vom 1. April k. Js. au in den Ruhestand zu versetzen. Bad-Nauheim, 14. December. Am vorigen Samstag wurde die achte außerordentliche Generalversammlung des Spar- und Vor sch ußver e ins, e. G. m. u. H., dahier abgehalten. Die Versammlung galt der Ergänzung des Aufsichtsraths und der Abänderung der §§ 54 und 55 des VereinSstatuts, wonach zwar der Höchstbetrag des Stamm- antheils für ein Mitglied auf die Summe von 500 Mk. wie bisher festgesetzt bleiben soll, die Mitglieder aber nur zur Einzahlung von 50pCt. dieses Betrags, also von 250 Mk. entweder sogleich oder durch Nachzahlung innerhalb 10 Jahren mit mindestens 2 Mk. monatlich verpflichtet erscheinen. Da die erforderliche Anzahl von einem Drittel aller Mitglieder nicht vollzählig erschienen war, so ist weitere Generalversammlung auf den 18. l. M. zur definitiven Erledigung der vorgeschlagenen Statutsveränderung anberaumt. E. Nidda, 15. December. Ernannt wurden am 13. December der Kreisveterinärarzt des Kreisveterinäramtes Nidda, Jacob May, zum Kreisveterinärarzt des Kreisveterinäramtes Friedberg und der Kreisveterinärarzt des Kreisveterinäramtes Reichelsheim, Christian Schmidt, zum Kreis- veterinärarzt des Kreisveterinäramtes Nidda. Ockstadt, 12. December. Vergangene Nacht um 10 Uhr brannte ein großer Strohhaufen, der auf dem Felde nach Nieder-Rosbach zu faß, nieder. Man vermuthet, daß ein entlassener Kriecht denselben aus Rache ansteckte. x Unter-Widdersheim, 14. December. Nachdem verschiedene Nackibargemeinden die Drainirung ihrer Feldgemarkungen vorgenommen haben, wird im nächsten Jahre mit der Drainage auch in unserer Gemarkung begonnen werden. Folgende Städte des deutschen Reichs haben jetzt mehr als 100 000 Einwohner: Berlin, Hamburg, Leipzig, München, Breslau, Köln, Dresden, Magdeburg, Frankfurt a. M., Hannover, Königsberg, Düsseldorf, Altona, Nürnberg, Stuttgart, Chemnitz Elberfeld, Bremen, Straßburg, Danzig, Barmen, ©tettii:, Aachen, Crefeld, Halle a. S., Braunschweig. * Offenbach, 14. December. Rach der neuesten amtlichen Zusammenstellung beträgt die hiesige Einwohnerzahl 35 809. * Michelstadt, 11. December. Die Vo lkszählung ergab für Michelstadt 3068 (gegen 3157 in 1885), Stockheim 258, Momart 324, Rehbach 214, Bullau-Entergrund 447 Personen. * Gernsheim, 11. December. Die Volkszäh lung ergab 3647 Seelen, gegen 3557 Einwohner im Jahre 1885, somit einen Zuwachs von 90 Personen. * Alzey, 13. December. Eine Dame von 26 Jahren, welche an ziemlich vorgeschrittener Kehlkopftuberkulose erkrankt war, starb gestern, nachdem sie mehrmals mit dem Koch'schen Impfstoff behandelt worden war. * Lampertheim, 12. December. Das Ergebniß der am 1. December ftattgesundcnen Volksz ählung beträgt für Lampertheim mit Hüttenfeld, Neuschloß und Rosengarten 6753 Seelen (3248 männlich, 3505 weiblich), gegen 6445 im Jahre 1885- fonach eine Vermehrung von 3u8 Seelen. * Müöfter, 11. December. Bei der am I. December stattgefundenen Volkszählung war die hiesige orts- anwesende Bevölkerung 2111 Personen (1042 männliche, 1069 weibliche). 1885: 2028, mithin eine Zunahme von 83 Personen. * Ergebnisse der Volkszählung vom 1. December 1890. Coblenz 32 669, Fulda 12944, Danzig 119 714, Iserlohn 22 026, Essen 78 5U0, Elbing 40714. Nnirx-sität». Nachricht«,. — Dir UtttversiLt Königsberg zählt in diesem Winter 682 Studirende (659Preußen, 22Ntchtpreußen). — Bonn 1219. — Greifswald 773 (675 Preußen, 98 Ntchtpreußen). — Marburg 855 (691 Preußen, 164Ntchtpreutzm ) — Halle 1585 (1287 Preußen, 237 Nichtpreußen). - Göttingen 890 (658 Preußen, 232 Nicht- prcußen). — Basel 388 (319 Schweizer, 69 Nichtschweizer). — Wie aus Straßburg geschrieben wird, ist an der Kaiser- Wilhelms-Untoersität die bisherige höchste Besuchsziffer — 936 im vorigen Winter — wieder etwas überschritten worden. Die Uni- oerfität zählt im laufenden Semester 947 immatriculirte Studenten, wovon 121 auf die theologische, 203 auf die juristische, 329 auf die medictnische, 127 aus die ph-losopbtsche und 167 auf die mathematisch- naturwissemchastliche FacultÜt entfallen. Von den Staaten, denen die Studenten angehören, ist Elsaß-Lothringen selbst mit 382 vertreten, weitaus die höchste Zahl von Elsässern, die je hier studirt hat, Preußen mit 257, dann Baden mit 65 und Bayern mit 57. Ausfallend groß ist wieder, wie gewöhnlich, die Zahl der hier studirende« Ausländer: 62 aus europäischen Staaten, 19 Amerikaner und 6 Japaner, zusammen 87, also mehr als der elfte Theil der Gesammt- zahl; bei den europäischen Staaten geben 20 Schweizer, 13 Engländer und 10 Luxemburger den Ausschlag. Außer den immatriculirten Studenten haben noch 51 Personen die Erlaubniß zum Besuche der Vorlesungen; die Zahl der überhaupt zum Hören Berechtigten beträgt also 998. £iteratur unO Munft — Geschenkliteratur. Als herrliche Gaben für den Weihnachtstisch deutscher Frauen und Jungfrauen dürfen zwei Werke: »Herzend- klänge", Dichteraltmm von Arnold Pers (Leipzig, E. A. KowS Verlag, Preis tn Prachtband 3 X 60 H), und ,LiebeSvlütherr", reiche Auswahl der schönsten älteren und neueren Liebeslieder von G. Amor (Leipzig, E. A. Kochs Verlag, Preis in Prachtband 2 X 50 H) bestens empfohlen werden. Zur Saison! Bei Vorbereitungen von Familtensesten, wo die Hausfrau neben dem Hauptzweck, ihren Gästen etwas Gutes zu bieten, ein wachsames Auge auf Sparsamkeit und Erleichterung der Küchenarbeit hält, möge sie stets an die Hälfe denken, welche der vorzügliche Artikel Mandantin, fabrlcirt von der schottischen Firma Brown & Polson, ihr leisten kann. r Mondamin, ein Maisproduct — zu Puddings, Fruchtspeisen, Sandtortm rc. anwendbar — besitzt vermöge einer eigenen Herstellungsart resp. völliger Entölung neben anderen werthoollen E'gen- schaften eine speciell bemerk nSwerthe Etgentbümlichkett. Eine Dton- damtnspeise nämlich nimmt außerordentlich leicht jeden Geschmack an, welcher derselben verliehen werden soll. Jnfolgedesien erspart man bei Mondaminsveisen wesentlich an Zuthaten, wie Zucker, Vanille, Citronen re., indem das allerkleinste Quantum davon genügt; ferner wird in solchen Speisen der besondere Geschmack jeder dazu verwendeten Frucht- oder Obstsorte rein erhalten. AuS demselben Grunde erzielt man mit Mondamin beider allergeringsten Beifügung von Eiern einen sehr seinen, wohlschmeckenden Pudding. Wenn man an die große bindende Kraft des Mondamin erinnert, wodurch Gelatine fast überall ersetzt wird, sowie daran, daß damit in der kurzen Zeit von 10 Minuten eine schöne Speise bereitet werden kann, so rechtfertigt sich der gute Ruf, welchen Mondamin thatsächlich bei den Köchen besitzt. Man lasse jedoch nicht außer Acht, daß Mondamin, mit Milch gekscht, als Nahrung für Kinde, und Neconvalescenten gleich hohen Werth besitzt, und es bedarf in dieser Beziehung kaum weiterer Empfehlung, da in allen Theilen Deuischlands von Müttern und Krankenpflegern Mondamin hochgeschätzt wird. Aus den von Zett zu Zeit in diesem Blatte erscheinende» Annoncen ist zu ersehen, daß der Artikel In allen besseren Deltcateß-, Speceret- und Droyuenbandlur'gen zu haben ist. Gieße«, 16. December. Marktbericht. Auf Dem heutige» Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pft>. X 1,05—1,20, Hühnereier 1 St. 7-9, 2 St. — Enteneier 1 St.--H, 2 St. - Käse pr. St. 5—7 H, Käse matte pr. St. 3 Erbsen vr. Liter 18 4, Ansen pr. Liter 28 H, Tauben pr. Paar 0,40—0,50, Hühner pr. Stück Jfc 0,80—1 00, Hahnen pr. St -* 0,75—1,00, Enten pr. Stück 1,40—1,80, Ochsenfletsch pr. Pfd 70—74 H, Kuh- und Rindfleisch 60-64 Schweinefleisch 60 -70 L, Hammelfleisch 62 -68H, Kalbfleisch 60-64 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 5,(0-0,00, Weißkraut or St- 3—7 .51, Zwiebeln per Centner X 6,00—0,00, Milch per Liter 12-18 4. Äänse pr- Pfd. 50—60 H. x Hungen, 15. December. Der heute dahier stattgefundene sogenannte „Wethnachtsmarkt" war nicht so zahlreich besucht, wie man es sonst gewohnt ist. Es mag wohl hieran die kalte Witterung schuld gewesen sein, so daß namentlich der Vtedmarkt beeinflußt wurde. Von Setten der Landwirthe waren verhältn tz- mäßig wenig Fetkel und Läufer, von dm Händlern jedoch eine ziemliche Anzabl au^etrteben worden. Die Preise waren keine sonderlich hoben. Das Paar Ferkel wurde mti 20 bis 35 X und daS I Paar Läufer mit 35—50 .X bezahlt, je nach Alter und Qualität. — ! Der nächste Markt, unser sogenannter „Frühjahrs-Markt", findet am 2. März n. I. statt. Wekanntwachung. Diejenigen hiesigen Emwobrer,' welche im Laufe dieses Jahres Hunde obgeschafft haben, wollen dies spätestens bis zum 31. December d I entweder schriftlich oder mündlich in Selbstperson bei der unterzeichneten Stelle anzeigen, indem sonst die Verbindlichkeit zur Entrichtung der Hundeabgaben auch im folgenden Jahre und solange fortbauert, als diese Anzeige versäumt wird Gießen, den 14. December 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnaurh. 10445 in dem Arnsburger Walde. Freitag de» 19. December 1. IS sollen in den Districten Hain, Deckelborn, Hardt, Mucken- und Ganterbachs * Wäldchen öffentlich Versteigert werden: 13 Eiche^-Schnittbolz-Abschnitte mit 14 fm (40—FO cm m. Durchm.), 100 Eichen - Stämme (Bou-, Schwellen- und Wagnerholz) mit 53 fm (20 40 cm nt. Durchm), 33 Buchen-Stamm-Abschnitte mit 24 fm (35-50 cm m. Durchm.), 90 Fichten-Stämme mit 25 fm (15—40 cm m. Durchm.), 13 Kiesern-Stämme mit 7 fm (25-35 cm m. Durchm.), 6 rm Eichen-Nutzschefiholz 13 rm Fichten-Nutzprügelholz. Zusammenkunft Vormittags 10 llbr im Distr. H^in am Vflanzgarten. Dos Eichenfcbnittholz in den Dfftr. Haidt und Muckenwälvchen wird etrst von 10z Ibr Nachm. ab verkauft. Arnsburg, den 9. December 1890. 10347 Gräfliche Revi-rverwaltung. ! Bekanntmachung. Habe Geschäfte aller Art zum An- und Verkaufe, An- und Ablage von Hypotheken, besonders noch Beleihung j auf Feldgrundsiücke. 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Eine durch eine Reihe von Zeitungen gehende Nachricht besagt, daß die hiesige Feuerwehr sich von der Firma Karl Metz in Heidelberg ein Spritzenwerk habe liefern laffen, das nur 425 Mark koste und sich bei einer amtlichen Prüfung vorzüglich bewährt habe- Es liegt mir selbstverständlich fern, die Qualität dieser Spritze bemängeln zu wollen, da aber gerade in dem gegenwärtigen Augenblicke, wo viele Gemeinden des Großherzogthums neue Löschmaschinen anzuschaffen in der Lage sind, die ganze Mache in Scene gesetzt wurde, so liegt für mich klar, daß man beabsichtigte, mich in meinem Geschäft zu schädigen. Warum die hiestge Feuerwehr, beziehungsweise ihr Cowmandant, Herr Landtag- - Abgeordneter Schönberger, die Spritze nicht bei mir, al- dem am Platze wohnenden Spritzen- fabrikauten bestellte, ist eine private Angelegenheit, deren Erörterung für weitere Kreise kein Interesse hat. Der kaum glaublich geringe Preis veranlaßte mich, der Sache nachzusorschen und kam ich in den Besitz des folgenden Schreibens der Firma Karl Metz vom 26. v. Mts., welches die- jelbe an einen hessischen Feuerwehr-Commandanten auf dessen Anfrage richtete: „Im Besitze Ihres Geehrten vvm 24. er. habe ich von dessen Inhalt Kenntniß genommen und kann Ihnen die Angabe des Preises in fragt. Zeitungsartikel nur bestätigen, es ist diese Summe insofern richtig, als die Feuerwehr in Groß-Bieberau mir nach Abzug des alten Werkes, welches sehr schwer im Metall war, noch Mk. 425 — bezahlte, während ich von einem Herrn, der genannt fein will, vorher «ine ganz bedeutende Summe für diefe Arbeit erhielt, von welcher auch in der Rechnung nicht- erwähnen durfte. Die dazu verwendeten Materialien sind die in meinem Betrieb ein* geführten : Kupfer, Messing, Phosphorbronce und Eisen. Beifolgend lege Ihnen einige Preisblätter bei, worauf Ihnen meine billigsten Offerten vermerkte und würde Ihnen unparteiisch dazu rathen, eine ganz neue Spritze, welche für Ihre Verhältnisse passend ist, anzvlegen, als ein Werk machen zu lassen und dasselbe auf cimn bei Ihnen gemachten Wagen oder in den alten Wafferkasten setzen zu lassen, denn gespa t wird auf diese Art nicht viel." Dieses Schreiben, welches jeder Zeit im Original bei mir eingesehen werben kann, bedarf keiner Erklärung. Der Mann, welcher so uneigennützig „eine ganz bedeutende Summe" zahlt, und nicht einmal genannt sein will, hat die Sache nicht schlau genug angefangen und wird so hoffe ich, mir das in so reichem Maße geschenkte Vertrauen nicht entziehen. Unbegreiflich ist nur, wie eine so geachtete Firma zu einer solchen Machination die Hand bieten konnte. 10456 Andreas Hartmann, __ __________Fcuerlösch-Maschincn-Fabrik. Akademischer Gesangverein. Die Probe am nächsten Freitag fällt aus. Im neuen Jahre werden wieder wöchentlich zwei Proben, und zwar jeden Montag und Freitag, Abends 8 Uhr, stattfinden und am 5. Januar beginnen- *0462_____________________________Der Vorstand Stammtisch „zum fidelen Raubein“^ 17. 12. 9 Uhr. 12 Apostel. SamStvs den 20. er.: W ei h nacht »feier, verbunden mit großem Rau Rau Gäste und Freunde des Humors sind freundl. geladen und hoch w llkommen. _______ DaS Ober Rauvetn. Bayerisch Bier. Wir empfehltn unsere vorzüglichen bayer. Export-Biere (hell und dunkel), welch- mehrfach prämiirt wurden und machen besonders auf den billigen Frachtsatz gegenü er orderen bayer. Brauereien aufmerksam. Aschaffenburger GeseESschaftsbrauerei (Tev. raum, Kgl Bayer. Sosti-ferant und Ludwig Geiger, Brauerei Wurstbende»), Aschaffenburg (Bayern). NB. Tüchtige solide Vertreter erwünscht. ________ [ 10454 Ghristbäume in großer Auswahl zu haben auf dem Brand bei Dienstm. Kerber [10468 10447] Junger Hund zugelaufen. __Bahnhofstraße 49 1M48] eilb. gefunden bei der .Germania". Abzubolen Neuenweg 48 bei Backhaus. Bekanntmachung. Mittwoch den 17. diese- Monat-, von Nachmittags 1 Uhr i an, und die folgenden Tage werden in dem städtischen Magazin neben der Schule am Oswsldsberg Christbäumchen zu dem Preise von 10, 20, 30, 40 und 50 Pfennigen ausgegeben. Gießen, 16. December 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth. 10459 Bekanntmachung. Die am 1. Februar k. I. frei werdenden Räume in dem nordwestlichen ThorhauS am Wallthor sollen Montag, 22. dies,- Monat-, Vormittag- 11 Uhr, int Bürgermeisterei'Bureau anderweit vermiethet werden. Gießen, 15. December 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen Gnauth. 10458 Ieilgeöotenes. pch bei Ernst Kaiser, Maueburg- in allen gangbaren Größen, Bilder-, Photographien-, HauSfegen- rahwen in großer Auswahl billigst bei J. Hirz, Glaserei und Einrahme - Geschäft, Seltersweg 22. [10460 3. 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Haupt, Aster weg 2$L_ 92i 8] Zwei Zimmer mit Cabinet, Wasserleitung und Zubehör, sofort zu vermiethen. ___ Markt- und Schulstraßen-Ecke. 9904] Fein möbl. Zimmer mit Cabinet per 1. Januar zu verm. Seltersweg 19. 10453] Ein Zimmer mit ob. c. Bett zu vermiethen. Neuenweg 33. I 10364] Ein Laden mit Logis zu oer-- i mietben bei Wilh. Plank, Bahnhofstraße 18. Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 16. December 1890. 3*/o Reichs anleihe 3V2°/n do. 3% Preuß. ConselS 3'/»o/o do. Schlußcourse 1 Uhr 15 Mtn- 86 20 4% Ung. Gold-Rente 97.75 86 25 97.25 bo/o Jtal. Rente 4V5o/o Oeft. Silber-Rente 5% Rufs. III. Orient Dlsconto-Command^Anth. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankvcr.-Atl. Oest Credit-Act. Oeft. Staatsb.-Act. 3V-0/o Gießener Gelsenk. Bergw.-Aci. 207.00 Lomb. E.-B.-Act. 152.70 Buschtberader E. B.-Vct. 150.60 Elbtbal-BahmAct. 147.50 Gotthard-Bohn-Act. 101.62 Schweizer Nordoft-B.-Aet. *265 37 Mainzer E.-B.-Act. 212 50 Marienburger E.-B.-Act. 96 oo । Der. Königs-Laurah.-Act. 174.001 Tendenz: sester- 90.70 92 60 7*80 77 3V 117.25 412.25 197.75 150.80 137.60 114.80 54 50 135.20 Reichsbank-Discont 5Ve pCt. — Frankfurter Bank-Discont 5*/a pCt 9tebtictUn: Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. L-e -euttse Rnwmer umfatzt 6 Sette» k t I L I Mittwoch den 17. December. (Siebener Anzeigen. Beilage zu Nr. 294. - 1890. Bekanntmachung. - Crrossei* Ausverkauf. 1890, S ä m m t l i ch e 10444 S » bei Fr. Seibel [10053] Wir empfehlen u. A.: große Auawahl $>am«*tvrt«"--»»*.« 10.1*3 «N0.d-,^.n sucht t»f»rt «-sucht. B. «tca.ch. | den 17. December „ 18. „ 20. 23. „ 24. , 30. „ 31. „ Fehsenfe Id’s üniversitäts - Buch-, Kunsthandlung und Antiquariat Seltersweg 53 k>SS8 & TaSCh© Selteraweg 53 1 empfiehlt für Weihnachtan ihr re ‘ihaltiges und gewählte» Lager iyon Prachtwerken, Classikern, Gebet- u. Gesangbüchern, jygendschriften und Bilderbüchern für jede« Alter, Geschenklitteratur und Miniaturausgaben in elegantester Ausstattung, Gänzlicher Ausverkauf von Uhren, lbaiim-£oiife( 1, melftngev. 14-5 Zimmer, zu nenn iIo0U(rI.JIfterwfg 43. vritte Stock meines M«, . sechs Zimmer iiärz an zu mitlfrn. _____rr.Mer. Ms von 4 Muierv, Cor; lerlettung, zu vermieden. Aanzleibery 7 -ergmchkete schöne Man- mit abgeschioss. Conidor str in vermiethen. er Eiped d. Bl. ung mit 7—8 Piecen p e 60 bei A«s» Nerz. :eüetnereffamilieologisj': fyrt§ florbonlagt M- Aock meines fyufä e je-, per sofort zu ver> & HLetw, am ftttm Mmer Ä Bub. g vnm. 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