1890 Dienstag den 17. Juni Nr. 137 Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener AnmilienvtLiter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Meßmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Aöonnementspreis, 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutsiraße Wr.7« Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt fut? den Ttreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Wummer bis Vorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamilienökäiter Aklc Autloncen-Burcaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtlid?er Theil. Bekanntmachung, den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche zu Hungen bett. Im Anschluß an unsere Bekanntmachung vom Heutigen — Anzeiger Nr. 136 — wird noch das Folgende zur öffentlichen Kenntniß gebracht: 1 Das Durchtreiben von Wiederkäuern und Schweinen durch die*Gemarkung Hunden sowie das Betreten des der Hungener Gemeindeschafherde als Weideplatz angewiesenen Hungener Gememdewaldes mit Wiederkäuern u> d Schweinen ist verboten- 2. Rindvieh, Schafe, Schweine und Ziegen dürfen aus den Gemarkungen LarrgSdorf, Dillingen. Langd, Rodheim,Steirrheim,Jnheidenund TraiS-Horioff allgemein nur ausgeführt werden, wenn der Besitzer ein thierärztliches Zeugniß aufweisen kann, in welchem bescheinigt ist, daß die fraglichen Thiere sich seit mindestens 7 Tagen in seuchenfreiem Zustande an dem Ort der Untersuchung befunden haben. Dieser Bestimmung unterliegen in den ausgesührten Gemarkungen alle Besitzer, welche Vieh aussühren, einerlei, ob Händler, Landwirthe oder Metzger, und einerlei, ob die Aussührung zum Zweck des Schlachtens oder zur Weiterveräußerung erfolgt. 3. Aus den Gemarkungen Utphe, Nonnenroth, Röthges, Ober-Bessingen, Rieder-Bessingen, Lich Birklar, Muschenheim, Bettenhausen, Bellersheim, Obbornhofen und Rabertshausen darf Schlachtvieh der obenbezeichneten Gattungen von Händlern gleichfalls nur ausgeführt werden, wenn der Händler im Besitze eines den Anforderungen unter 2 entsprechenden thierärztlichen Zeugnisses ist. 4. Viehmärkte dürfen in Hungen unc> in den 3 Stunden im Umkreise belegenen Orten nicht nbgehalten werden. 5. Die unter 2. und 3. erwähnten Zeugnisse sind 5 Tage gültig. Dieselben müssen den Erfordernissen der Bekanntmachung vom 13. Novbr. 1889 — Anzeiger Nr. 267 — ' entsprechen. Gießen, den 14. Juni 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. —" Gießen, 14. Juni 1890.“ Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien Langsdvrf, Vellingen, Langd, Rovheim, Steinheim, In- hriden, TraiS-Horloff, Utphe, Nonoenroth, Röthges, Ober Mesfingen, Nieder-Bespngen, LSch Birklar, Muschenheim, Bettenhausen, Bellersheim, Obbornhofen und Rabertshausen. Unter Hinweis aus vorstehende Bekanntmachung, die wir Ihnen, soweit sie Ihre Gemeinden betrifft, zur strengsten FsrrLlLetsn. Im Feldlager von Parna. (Fortsetzung.) Ich kann nicht sagen, daß ich von Sr. Excellenz dem Marschall allzu liebenswürdig empfangen worden sei, als ich am nächsten Tage, geführt von einem Offizier der Guiden, mich durch einen Wall von Ordonnanzen, höheren und höchsten Militärchargen hindurch gearbeitet, um ihm die Empfehlung eines bekannten Diplomaten zu überreichen. Der Marschall stand inmitten eines großen orientalischen Divan-Salons und verspeiste in einem Kreise von Osfizieren eine Pastete- er nahm die Karte mit ausgespreizleit mageren Fingern. Während er las, hatte ich Zeit, die scharfe Prägung seiner eingefallenen Züge zu beobachten, auch seine ganze Haltung, die eine mühselige, denn die Aerzte boten damals schon ihre ganze Kunst auf, eine wandelnde Leiche zu galvanisiren. So wenig Hochachtung ich nach den Reden der Offiziere für ihn hegte, °e'r imponirte mir dennoch. Wie alle Welt hatte ich damals hohe Begriffe von den Tugenden der französischen Armee und schrieb den theatralischen Aufputz derselben eben auf Rechnung nationaler Eitelkeit. Der Marschall hatte ja auch seine Verdienste, und wenn seine Armee durch Krankheiten fast declmirt wurde, so durfte man nicht alles aus Rechnung dieses alten und kranken Mannes schreiben. Ich las also mir Wohlwollen in seinen welken, aber doch noch von französischem Geiste und Energie sprechenden Zügen, selbst als er mich, einen Preußen, mit seinen verblaßten Augen maß. Abgesehen von meiner Nationalität, denn er Hatzte die Preußen, wie ich später hörte, waren ihm alle nicht französischen Schriftsteller derart unbequem, daß er kürzlich deu Nachachtung empfehlen, beauftragen wir Sie, die für Ihre Gemeinden gegebenen Anordnungen noch durch ortsübliche Bekanntmachung zur allgemeinen Kenntniß bringen zu laffen. v. Gagern. Deutsches Reich. Darmstadt, 15. Juni. Die Zweite Kammer der Stände ist auf Mittwoch den 25. Juni cinberufen worden, am 28. Juni wird der Landtag voraussichtlich geschlossen werden. Berlin, 14. Juni. Die Commission für die Berathung des A r b e i t e r s ch u tz g e s e tz e s beendete den dritten Abschnitt der Vorlage (Lehrlingsverhältnisse) und nahm nach der Vorlage die Paragraphen I26—133 an. Bei § 135 (Kinderarbeit) beantragte Hirsch, die Fabrikarbeit für Kinder unter 14 Jahren, statt, wie die Vorlage will, unter 13 Jahren, zu verbieten. Der Vertreter Bayerns und der Abg. Stumm traten für die Vorlage ein. Minister Berlepsch wandte sich gegen den Antrag Hirsch und erklärte, die Grenze von 13 Jahren sei gewählt, weil sie die Bedürfnisse treffe, die Verhältnisse in den Einzelftaaten unverändert lasse. Hirsch zog hierauf seinen Antrag zurück, welcher von Bebel wieder ausgenommen, jedoch abgelehnt wurde. Nach Ablehnung desselben wurde Absatz 1 der Regierungsvorlage unverändert angenommen. — Die neue Reparatur-Werkstätte am Bahnhofe Stralau- Rummelsburg ist heute Mittag v 0 l l st ä n d i g e i n g e st ü r z t, ohne jedoch Verwundungen oder Verluste an Menschenleben zu verursachen. Berlin, 15. Juni. Ein officieller Gedächtnrtz- Gottesdienst bei der Wiederkehr des Todestages Kaiser Friedrichs III. sand heute in der Friedenskirche bei Potsdam statt. Ihre Majestäten, die hier anwesenden Mitglieder der Königlichen Familie, sowie alle Personen, die in der Umgebung des hochseligen Kaisers waren, nahmen daran Theil. Für die Kaiserin Friedrich und ihre hier anwesenden Kinder war ein zweiter privater Gottesdienst in der Dorfkirche von Bornstedt abgehalten. Die Kaiserin Friedrich verbrachte den Tag in stiller Zurückgezogenheit in Potsdam und Bornstedt. — Das Mausoleum sür Kaiser Friedrich III. bei der Friedenskirche zu Potsdam konnte bis zum 15. Juni, wie es bestimmt war, nicht vollendet werden. Gerade die künstlerischen Arbeiten, namentlich das Einsetzen der Mosaikbilder in die Kuppel, wozu venetianische Arbeiter berufen sind, verlangsamten den Bau. Auch die Apsis wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen; dagegen zeigt sich der ganze Bogenbau, gestützt von den schwarzen Marmorsäulen, schon in seinem ganz ernst-feierlichen Character. Der äußere Bau ist vollständig fertig, das Kuppeldach mit Kupfer bedeckt und auf der Spitze leuchtet ein goldenes Kreuz. Man hofft mit nrnii---------- Besehl gegeben, dieselben auszuweisen, obgleich gar keine in Varna anwesend. Er hatte sein literarisches Bureau, das die ganze Welt raketenartig mit glänzenden Nachrichten versah, wie das schon während des Donaukrieges auf russischer Seite von Bukarest aus geschehen. Dem Marschall kam es also eben erwünscht, als einer seiner Adjutanten ihm wichtige Depeschen überreichte- er gab dem Guiden-Offizier Ordre, für mich besorgt zu sein und entließ mich mit einer gnädigen Handbewegung. Eine andere interessante Bekanntschaft machte ich durch den Letzteren in den unteren Räumen des Palastes, in welchem einige vornehme Orientalen in Gesellschaft der Offiziere ihre Nargilehs, ihre Wasserpfeifen, rauchten. Der famose General Jussuff wars, dem ich hier vorgestellt wurde, ein Mann, dessen Haupt ein so romantischer Heiligenschein umgab, daß ich dem Zufall dafür dankte, ihn kennen zu lernen. Uussuff, so hatte man mir schon in Sch um la gesagt, war eigens von Napoleon hierher gesandt, um die Baschi-Bozuks zu dis- cipliniren, deren Excesse überhand genommen. Er als Araber hatte schon in Algerien gute Dienste als tapferer und strenger Führer geleistet, er mußte der Mann hierzu sein. Jussuff hatte aber sehr bald einsehen müssen, daß er nichts auszurichten im Stande, denn die Irregulären hatten dem kleinen Mann unter die Nase gelacht. Mit Interesse blickte ich in das tief gebräunte Gesicht dieses Mannes, das Horace Vernet in seiner Löwenjagd schon benutzt, in die dunklen, blitzenden Augen. War er doch in Paris der Gegenstand toller Schwärmerei der Damenwelt gewesen, als Louis Philipp ihn nach dort gerufen und die Zeitungen sich in den abenteuerlichsten Schilderungen seiner Erlebnisse überboten. Yussuff, so hieß es, sei kein geborener Afrikaner, sondern sammt seinen Eltern von marokkanischen Piraten geraubt worden, sei aber diesen nach Tunis entflohen Bestimmtheit, den Bau bis zum Geburtstag des hochseligen Kaisers (18. Ocröber) fertig zu bringen. Berlin, 14. Juni. Die von Blättern bereits als Ver- muthung geäußerte Nachricht, daß der Reichskanzler v. Caprivi Sr. Majestät den Kaiser nach Rußland begleiten werde, ist seit einigen Tagen zur Wahrheit geworden. Gegenüber der Meldung des „Standard", die Zusammenkunft des Kaisers Wilhelm mit dem Kaiser von Oesterreich in Liegnitz sei erst vor wenig Tagen beschlossen, dieselbe bezwecke, aller Welt den Beweis der unverändert guten Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich zu liefern, bemerkt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung": die Zusammenkunft in Liegnitz sei bereits vor zwei Monaten beschlossen worden, für den unveränderten Fortbestand der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich bedürse es sür Niemand eines Beweises. Remscheid, 14. Juni. Der Feilenfabrikanten-Verein hat in einer heute stattgehabten, zahlreich besuchten Versammlung die von den ausständigen Feilenhauern geforderte Erhöhung des Hautarifs ab gelehnt und beschlossen, bis aus Weiteres den Feilenhauern keine Feilen mehr zu geben. Ausland. Rom, 14. Juni. Dem „Esercito Jtaliano" zufolge werden einige 20 italienische Schützen an dem zehnten Deutschen Bundesschießen in Berlin theilnehmen. Rom, 14. Juni. Das „Militärblatt" veröffentlicht die Versetzung des Generals Orero als Brigadeeommandant nach Parma. An dessen Stelle wurde General Gandolfi zum Civil- und Militärgouverneur der Erythräischen Colonie ernannt. Rom, 14. Juni. In der Deputirtenkammer griff bei der Berathung des Kriegsbudgets der Deputirte Ardo den Ministerpräsidenten Crispi heftig an, der trotz zweimaliger Aenderung der auswärtigen Politik und sünfmaliger Aenderung des Finanzprogramms auf dem Posten verblieben sei. Man sei durch das Verschulden der Kammer dahin gelangt, eine neue, durch die Verfassung nicht vorgesehene Einrichtung zu schaffen, die darauf hinausliefe, viele Gewalten in der Hand des ersten unabsetzbaren Ministers zu vereinigen und so eine Art von Kanzler-Statthalterschaft zu creiren. Belgrad, 14. Juni. Der „Agenee de Belgrade" zufolge hat die Regierung den serbischen Generalconsul in Pest beauftragt, gegen die Maßregeln, betreffend die Schweineeinfuhr, als dem bestehenden Vertrage zuwiderlaufend, Protest einzulegen. __________________ Deutscher Reichstag. 17. Plenarsitzung. Samstag, 14. Juni 1890, 2 Uhr. Das Haus tritt in die zweite Berathung der Vorlage betr. die G e w e r b e g e r i ch t e ein. § 1 der Vorlage be- und, von einem Griechen verrathen, in einem süßen tete-ä-tete mit der Favoritin des Beys ertappt worden. Nachdem er einen oder mehrere der ihn angreifenden Sclaven des Beys niedergestochen, habe er auch den Griechen ermordet und seiner angebeteten Prinzessin „die Hand, welche sie zu berühren gewagt, die Zunge, welche sie gelästert, die Augen, welche gesehen, was kein Sterblicher habe gewahren dürfen", übersandt. Endlich aber doch ergriffen und zum Tode verurtheilt, sei er durch unterirdische Gänge des Palastes entflohen, habe bei den Franzosen Dienste gegen die Kabylen genommen und Wunder der Tapferkeit" verrichtet. Das Alles genügte, einen Mann interessant zu machen, selbst wenn er gar nicht so zierlich und hübsch wie der kleine Yussuff war. In Varna gab es natürlich keine Damen, die ihn in den Schooß hätten nehmen können, wie es in Paris geschehen,' ein weibliches Geschöpf war hier eine ebensolche Seltenheit wie im Paradiese, ehe Gott die Eva schuf. Ich erinnere mich, wie die Soldaten truppweise der jungen und hübschen Frau des Capitäns eines Lloyd-Dampfers nachliefen, als dieser dieselbe durch die Straßen zu führen wagte. Da nun Yussuff seine Mission als nutzlos betrachtete, war er im Begriff, wieder nach Blida in die Provinz Oran zurückzureisen, wo er die Stelle eines Chess des kaiserlichen Gestüts bekleidete. Ich begegnete ihm während der nächsten Tage mehrmals im „restaurant des officicrs“, wo er mir zum Andenken eine kleine Thonpfeife schenkte und mich einlud, ihn zu besuchen, wenn mich mein Weg nach Afrika führe. Von dieser Einladung machte ich in der That einige Jahre später Gebrauch, als ich, durch Blida kommend, das Gestüt zu sehe:i wünschte. Im Commandantur-Gebäude mich durch einen Hausen von Spahis drängend, sandte ich ihm durch einen Ordonnanz - Offizier meine Karte mit einigen Worten der Erinnerung an Varna- der kleine General ließ stimmt, daß unter gewissen Voraussetzungen Gewerbegerichte errichtet werden können. Ein Antrag Auer u. Gen. (Soc.) beantragt zu setzen: sind Gewerbegerichte zu errichten. Ein anderer Antrag Eberty u. Gen. (dfr.) wünscht in § 1 den Zusatz: Die Genehmigung des Ortsstatuts darf nur versagt werden, wenn dessen Bestimmungen den Anforderungen des Gesetzes nicht entsprechen. Abg. Dresbach (Soe.) hält die Vorlage für unvollkommen, wenn man die Gewerbegerichte nicht obligatorisch macht. Die Gemeindebehörden haben sich mehrfach der neuen Einrichtung gegenüber ablehnend verhalten und in andern Fällen, so z. B. in Mannheim und- Berlin, haben die Gemeindebehörden sich Jahre lang vergeblich um die Einrichtung von Gewerbegerichten bemüht, die oberen Verwaltungsbehörden sind ihnen ablehnend entgegengetreten. Entweder sind die Gewerbegerichte eine Notwendigkeit, dann mache man sie obligatorisch, oder sie sind nicht obligatorisch, dann lehne man die Vorlage ab. Mit der Vorlage schafft man Confusion int Rechtsleben. Wie soll ein Arbeiter, der heute hier, morgen dort beschäftigt ist, diese Unterscheidungen machen? Selbst Juristen sind darüber zweifelhaft. Gewerbegerichte sind für alle Arbeiter von gleicher Wichtigkeit- wir hoffen, auch ländliche Arbeiter für diese Einrichtung zu gewinnen. Nehmen Sie deßhalb den Antrag Auer an. Abg. Eberty (dfr.): Für den Antrag Auer liegt kein Bedürfniß vor, da die Vorlage genau angibt, unter welchen Voraussetzungen die Gewerbegerichte eingerichtet werden sollen. Nehmen Sie den Antrag meiner Freunde an, so ist auch jede Willkür der oberen Behörden ausgeschlossen und die Bedenken meiner Vorredner sind dann ganz beseitigt. — Abg. Kurtz (cons.): Im Princip kann man den obligatorischen Gewerbegerichten zustimmen und dennoch der Vorlage beitreten aus Zweckmäßigkeitsgründen. Ob ein solches Gericht zu schaffen ist, muß man nach den örtlichen Verhältnissen beurtheilen. Die Commissionsvorschläge rechtfertigen sich aus Zweckmäßigkeitsrücksichten. — Minister Bötticher: So lange man an dem Grundsatz sesthält, daß die Gewerbegerichte durch Ortsstatut eingesetzt werden sollen, können Sie die Communalaufsichtsbehörden nicht so beschränken, wie es der Antrag Eberty will. Es ist doch leicht denkbar, daß eine kleine Gemeinde den Entschluß saßt, die Gewerbegerichte in eine Form zu kleiden, die offenbar fehlerhaft ist- wollen Sie da die Remedur ausschließen? Wir wünschen, daß von der Vorlage ein möglichst weiter Gebrauch gemacht werde- aber für den Antrag Auer ist kein Bedürfniß vorhanden. Weigert sich eine Gemeinde, auf den Wunsch der Arbeiter oder der Arbeitgeber ein Gewerbegericht einzurichten, so wird auf eine Beschwerde die vorgesetzte Behörde die Sache in die Hand nehmen. — Abg. Frhr. v. Pfetten- Arnbach (Ctr.) ist gegen die Anträge. Es ist zu bedenken, daß kleine Gemeinden durch diese Einrichtung der Gerichte schwer belastet werden könnten. Abg. Singer (Soe.): Durch diese Art der communalen Selbsthilfe wird den Arbeitern -nicht geholfen werden - es muß von Staatswegen zu Gunsten Ser Arbeiter eingetreten werden. Die Vorlage kann nur dann segensreich für die Arbeiter wirken, wenn unser Antrag angenommen wird. — Abg. Dr. v. Cuny (ntl.) ist gegen die Anträge Auer und Eberty. Gegen letzteren sprechen nicht blos Zweckmäßigkeits-, sondern prineipielle Gründe. Wo es sich um ein Gericht mit Zwangsbesugnissen handelt, da muß dem Staate ein freies Erwägungsrecht gesichert werden. — Abg. Harmening (dfr.): Von dem Wohlwollen des Ministers kann man eine so wichtige Einrichtung nicht abhängig machen- das Wohlwollen kann mit dem Minister schwinden. Man soll den Gemeinden das Recht sichern, Gewerbegerichte schaffen zu können. Im Gegensatz zu meinem Freunde Eberty stimme ich für obligatorische Gewerbegerichte. Sollte aber der Antrag Eberty nicht die Mehrheit finden, so beantrage ich, die Versagung der Genehmigung nur dann zu- Massen, wenn das Statut gegen die Gesetze verstößt. Ich glaube, diese Forderung ist eine sehr bescheidene. — Abg. Heine (Soe.) befürwortet die Nothwendigkeit der Einführung von Gewerbegerichten, namentlich für ländliche Arbeiter, wo die große Mehrzahl der Arbeiter noch als Gesinde arbeitet. An den nöthigen Kräften zur Besetzung der Stellen im Ge- mir aber sagen, ich möge morgen wiederkommen, wenn ich ihn zu sprechen wünsche. Da nun aber, was ich ihm zu sagen hatte, ebenso gut ungesprochen bleiben konnte, setzte ich meinen Ritt durch Blida fort, nachdem mir einer der Ordonnanzen gesagt, der General speise eben bei seinen Frauen im Harem. Wer hätte ihn da stören wollen! In großen Massen waren inzwischen immer neue Truppentransporte eingetroffen, die Küste bis Burgas war bedeckt von ihnen, aber bei ihrer Unfertigkeit und der Nothwendigkeit, die schweren Belagerungsgeschütze herbeizuschaffen — denn St. Arnaud hatte es gleich aus Sebastopol gemünzt — kam es zu keiner That. Meine Lage ward inzwischen auch eine schwierige. Schon gleich nach meinem Eintreffen war ich ins österreichische Consulat gegangen, das zugleich die Agentur der Lloyd-Dampfer, um eine hier erwartete Geldsendung in Empfang zu nehmen. Meine Kleidunsgstücke waren in einem traurigen Zustande - die Leibwäsche war dem Ungeziefer zum Opfer geworden, das uns in den türkischen Lagern furchtbar geplagt- die Reitstiefel hingen schon zerrissen von den Knieen herab - kein Wunder wars also gewesen, wenn das hübsche, schwarzäugige junge Mädchen, die Tochter des Hauses, die eben in der offenen Speisehalle damit beschäftigt, die silbernen Löffel zu den Couverts zu legen, bei meinem Anblick das Silberzeug vorsichtig wieder in ihre Schürze that, ehe sie ging, um dem Papa meine Karte zu bringen. (Schluß folgt.) * Müller: „Es ist doch merkwürdig, in den meisten Berufszweigen haben die Juden etwas geleistet, blos als Feldherren haben sie sich nicht hervorgethan." — Schulze: „No? Un der alte Dessauer?" Werbegerichte fehlt es aus dem Lande nicht. Abg. Dr. Meyer- Berlin (dfr.): Die Hereinziehung der ländlichen Arbeiter würde mindestens das Zustandekommen des Gesetzes verzögern. Die Annahme des Antrages Eberty ist zu empfehlen. — Abg. Dr. Windthorst (Ctr.) kann nur für die Cvmmissiosvorlage stimmen. Gegen den Antrag Auer fei er, weil ein Bedürfniß für diesen nicht nachgewiesen ist- ebenso hat er Gründe für den Antrag Eberty nicht finden können, ist aber bereit, für den Antrag Harmening zu stimmen. — Abg. Eberty (dfr.) zieht seinen Antrag zu Gunsten des Antrages Harmening zurück. — Minister v. Bvetticher: Auch gegen den Antrag Harmening liegen dieselben Bedenken vor, wie gegen den Antrag Eberty. Uebrigens ist es an den östlichen Provinzen Preußens gemeines Recht, daß Ortsstatuten der Bestätigung der Regierung erhalten. — Abg. Eberty (dfr.): Die Städteordnung steht dem Anträge Harmening nicht entgegen. Es handelt sich hier darum, ob man Bevormundung oder Rechtsordnung will. — Die Debatte wird geschlossen. — Der Antrag Auer wird abgelehnt gegen die Stimmen der Soeialdemokraten. Bei der Abstimmung über den Antrag Harmening wird Auszählung nöthig. Es stimmen 76 Abgeordnete mit Ja, 69 mit Nein. Das Haus ist nicht beschlußfähig. — Nächste Sitzung Montag 1 Uhr: Schweizer Niederlassungsvertrag (dritte Lesung), Gewerbegericht. — Schluß 4*/, Uhr. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correjpondenz-Bureau. München, 15. Juni. Das Befinden des Freiherrn v. Lutz war während der letzten Nacht sehr befriedigend. — Der Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürst von Hohenlohe, ist hier eingetroffen. München, 15. Juni. Die Bayerische Staatsbahn wird am 1. August einen neuen Gütertarif zur Gleichstellung mit dem Tarif der Preußischen Staatsbahnen einführen. Zu demselben Termine steht auch die Einführung eines neuen Gütertarifs für den Loealverkehr bevor. Petersburg, 15. Juni. Eine Meldung der „Samarkander Zeitung" zufolge sind in Taschkent einige Cholerine-Fälle vorgekommen. Es sind daher Vorbeugungsmaßnahmen gegen den Ausbruch der Cholera getroffen worden. Bukarest, 15. Juni. Die Regierung hat in der Depu- tirtenkammer eine Creditvorlage, betreffend die örganifirung des Güterverkehrs auf der Donau, namentlich für Salz, eingebracht. Bukarest, 15. Juni. In Folge der Obstruetionspolitik der Opposition im Senat mußte die Session des Parlaments bis zum 21. Juni verlängert werden. Valencia, 16. Juni. Nach amtlichen Berichten sind in Puebladerugat am Sonntag neun weitere choleraverdächtige Erkrankungen vorgekommen, wovon vier tödtlich verliefen. Die Behörden Puebladerugats und Mvntichelves verlangten telegraphisch ärztliche Hilfe und Arzneimittel. Von Albaita wird der gleichartige Tod einer von Puebladerugat eingetroffenen Person gemeldet. Der Civilgonverneur von Valencia erkrankte gestern in beunruhigender Weise, erholte sich jedoch sofort. Cocates und prooiitiieUei. Gießen, 16. Juni. ][ Den diesjährigen Herbstübungen der Grobherzoglichen (25.) Division ist dem Vernehmen nach folgende Zeiteintheilung zu Grunde gelegt worden: I. Regiments-Exerciren: 1. Großh. Ins.- (Leibgarde-) Regt. Nr. 115 vom 23. bis 29. August bei Darmstadt, 2. Großh. Jnf.-Regt. (Groß- Herzog) Nr. 116 vom 25.—30. August bei Gießen, 3. Großh. Jnf.-Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117 vom 19.—25. August bei Mainz, 4. Großh. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118 vom 18.—26. August bei Darmstadt, 1. Großh. Drag.-Regt. (Garde-Drag.-Regt.) Nr. 23 vom 11.—20. August bei Darmstadt, 2. Großh. Drag.-Regt. (Leib-Drag.-Regt.) Nr. 24 vom 21. August bis 2. September bei Darmstadt. II. Brigade-Exerciren: 49. Infanterie-Brigade vom 1.—6. September bei Gießen, 50. Infanterie-Brigade vom 28. August bis 2. September bei Darmstadt. III. Detachements-Uebungen mit gemischten Waffen. Die 4 9. Brigade übt vom 8.—12. September bei Staden. Dieser Brigade werden die 2., 3. und 4. Escadron des 24. Dragoner-Regiments, sowie die erste Abtheilung des Großh. Feld-Artillerie-Regts. Nr. 25 (Großh. Artillerie- Corps) und die nöthigen Pionier- und Train-Abtheilungen zugewiesen. Die 5 0. Brigade übt vom 6.—10. September bei Langenselbold- ihr werden die Leib- und 5. Escadron des 24. Dragoner-Regts. und die 2. Abtheilung des 25. Feld- Art.-Regts. zugetheilt - ebenso eine Pionier-Abtheilung vom 11. Pionierbataillon und eine Abtheilung der Großh. Traincompagnie. Das 1. Großh. Dragoner-Regt. (Garde-Drag.- Regt.) Nr. 23 nimmt an den Manövern der Großh. (25.) Division in diesem Jahre nicht Theil, vielmehr ist das genannte Regiment vom 5.—12. September an den Manövern bei Metz, vom 16. —18. September bei St. Avold betheiligt. IV. Die eigentlichen Divisionsmanöver finden vom 14.—20. September zwischen Wenings und Schlüchtern statt. Am letzten Manövertag werden die Fußtruppen per Eisenbahn in ihre Garnisonen zurückbesördert, während die Cavallerie und Artillerie per Fußmarsch dahin zurückkehren. Unmittelbar nach dem Eintreffen der Truppen in den Garnisonen erfolgt die Entlassung der Reserven und Dis- positionsurlauber. — Die Großh. Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein hat ein Preisausschreiben behufs Gewinnung »euer Muster für Schnitzereien in Elfenbein und verwandten Materialien, sowie für Holzbildhauerei erlassen, gleichfalls in der Absicht, die Erfinder derartiger Muster in ihren Bestrebungen zu unterstützen. Als Bewerber können Verfertiger der Entwürfe und nicht Auftraggeber auftreten. Die Entwürfe sind durch vollständige Zeichnungen darzustellen, sodaß nach denselben ohne Weiteres gearbeitet werden kann. Zu Preisen sind im Ganzen 500 Mk. ausgesetzt und zwar zwei Preise von 150 bezw. 100 Mk. für die besten bezw. zweitbesten Entwürfe von Schnitzereien in Elfenbein und zwei Preise von 150 bezw. 100 Mk. für die besten bezw. zweitbesten Entwürfe zu Holzbildhauerarbeiten. Zeichnungen und Modelle sind bis 1. November 1890 an die Großh. Centralstelle in Darmstadt einzusenden. Die Entwürfe werden nach der Preisvertheilung in Darmstadt öffentlich ausgestellt. Als Preisrichter werden fungiren: Bildhauer Barth in Mainz, Hermann Müller, Professor an der Landesbaugewerkschule zu Darmstadt, Julius Bach, Elsenbeingraveur in Gießen, Fr. Hartmann, Elfenbeinschnitzer in Michelstadt und Fr. Eick Pfeifensabrikant in Erbach i. O. — Die auf einer Kunstreise nach Bremen befindliche Capelle des in Darmstadt garnifomrcnben 2. Großh. Hess. Dragoner-Regiments Nr. 24 (Leib-Dragoner) wird morgen Dienstag in Steins Garten conccttiren. Die Leistungen dieser Capelle, welche während der im vorigen Jahre stattgehabten Ausstellung in Hamburg in derselben längere Zeit mit vielem Beifall Concerte gab, sind als hervorragend bekannt- insbesondere erzielt dieselbe mit den in jedes Programm eingestellten Saxophon-Solis und Quartettvorträgen überall den besten Erfolg. Einige genußreiche Stunden werden den Besuch des Concertes lohnen. — Das für gestern auf dem Feldberg angesetzte Wett- turnen konnte wegen allzu ungünstiger Witterung nicht abgehalten werden und wurde auf Sonntag den 17. August cr. verlegt. — Die gestrige Gauturnfahrt, verbunden mit der 25 jährigen Jubelfeier der Turngemeinde Wölfersheim, war von Seiten der Gauvereine sehr zahlreich besucht. Die Gemeinde Wölfersheim hatte zur Feier des Tages ein Festtagsgewand angelegt- es gab kein Haus, welches nicht einen besonderen Schmuck aufwies. Von allen Seiten der Wetterau war man herbeigeströmt, um damit der Turnsache das Interesse zu bekunden. Die Zahl der Festplatz-Besucher dürfte auf Tausende zu schätzen sein- von Seiten der Gauangehörigen waren allein über 300 Turner anwesend, wovon 127 sich zum Wettturnen angemeldet und 104 bis zum Schluß mitgeturnt hatten. Nachdem Morgens 10 Uhr eine Sitzung des Kampfgerichts und um 1 Uhr ein gemeinschaftliches Mittagessen stattgefunden, bewegte sich ein imposanter Festzug durch die Ortsstraßen nach dem Festplatz. Hier begrüßte Herr Bürgermeister Heyer die Festgäste und übergab Herrn Pfarrer Menke das Wort zur eigentlichen Festrede, deren Sinn den Turnern wie aus dem Herzen gesprochen war. Nachdem noch der Gauvertreter Herr Carl Demuth-Gießen im Namen der Turner des Gaues Hessen für die Einladung, Begrüßung und herzlichen Empfang gedankt und hierbei auch die herzlichste Gratulation zur Jubelfeier übermittelt hatte, wurde der Turngemeinde Wölfersheim von Frauen und Jungfrauen eine prachtvoll gestickte Fahnenschleife überreicht. Nunmehr begann das Wettturnen, welches bis gegen 8 Uhr Abends dauerte. Währenddem entwickelte sich auf dem Festplatz ein ächt volkstümliches Treiben, welches bis gegen Mitternacht gedauert haben dürfte. Schreiber dieses, wie alle auswärtigen Turner mußten, um wieder rechtzeitig in die Heimath zu kommen, zwischen 9 und 10 Uhr die Rückreise antreten. Bei dem Wettturnen vertheilten sich die Preise wie folgt: 1. Preis PH. Hadermann, stud. jur., (A. T. V.) Marburg, mit 39 Punkten. 2. Preis Carl Bär, stud. jur., (A. T. V.) Marburg, Jacob Diehl, Wetzlar, Leonhard Metznerdorf, Lauterbach, mit 36 Punkten. 3. Preis Carl Decher, Alsfeld, Wilhelm Evers, Gießen (T. V.) mit 35 Punkten. Im Ganzen vertheilen sich die Preise unter die Vereine: Alsfeld 2, Anspach 1, Bad-Nauheim 4, Butzbach 3, Gießen (M. T. V.) 3, Gießen (T. V.) 4, Heuchelheim 3, Hungen 2, Lauterbach 2, Lich 2, Lollar 1, Marburg (A. T. V.) 4, Schotten 2, Usingen 3, Wetzlar 6, Wieseck 3, Wölfersheim 2. — Indem wir diesen Bericht schließen, können wir nicht umhin, der Turngemeinde Wölfersheim für ihre Leistungen nochmals zu danken, und hoffen, daß der gestrige Tag der Turnsache in der Wetterau nutzbringend sein möge. n. Trais-Horloff, 15. Juni. Zwei Arbeitern, welche auf der hiesigen Brcmnkohlen-Grube und Brikett-Fabrik Friedrich arbeiten und daselbst in Logis sind, wurde gestern Abend ihre Baarschast, bestehend in 90 Mark, die sie zusammen in einem Beutel verschlossen in einen Koffer gethan hatten, vermittelst Nachschlüssel entwendet. § Ortenberg, 14. Juni. Ein trauriger Unglücksfall hat sich hier ereignet. Der sehr brave unb allgemein beliebte Fuhrmann Wilhelm Wißner von hier fuhr heute Morgen in den oberhalb unseres Orts gelegenen Steinbruch, um einen Wagen Sandsteine zu holen. Aus dem Heimweg in der sogenannten Breitenhaide führt der Weg sehr steil bergab. Plötzlich brach grabe an biefer gefährlichen Stelle bie Hemmvorrichtung. Bei bem Versuche, die Pferde sammt dem arg ins Rollen gekommenen Wagen zu halten, kam Wißner zum Fallen und der Wagen ging über die Brust, die förmlich eingedrückt wurde, so daß der Tod augenblicklich eintrat. Der Wagen ging dann mit den Pferden bie Böschung hinunter in eine Sandgrube, ohne daß bie Pferbe erhebliche Verletzungen davontrugen. Dermifdytes* *△ Mainz, 14. Juni. Durch Gouvernementsbefehl ist den Soldaten der Garnison Mainz-Castel das Halten unb Lesen ber „Mainzer Nachrichten" verboten worben. Das Blatt war früher parteilos, ist aber vor Kurzem osficielles Organ der hiesigen Arbeiterpartei geworden. — An dem Bau des neuen Garnisonslazareths hier ereignete sich gestern Nachmittag ein schwerer Unglücksfall. Ein Maurer stürzte von dem Gerüste herab und verletzte sich dabei das Rückgrat derartig, daß an ein Auskommen nicht mehr zu denken ist. — Bei dem gestrigen Gewitter schlug ein kalter Blitzschlag in das Verwaltungsgebäude der hessischen Ludwigsbahn, ohne indeß sonderlichen Schaden anzurichten. *△ Mainz, 15. Juni. In Ergänzung eines bereits bestehenden Reglements haben sich die hiesigen Stadtverordneten nächster Tage mit einer Vorlage zu beschäftigen, durch welche den Hunden auf den Leib gerückt werden soll. Eine gewisse Gattung Hunde soll nur noch an der Leine geführt werden dürfen und das Mitnehmen aller Hunde in Wirth- schaften ganz verboten werden. Da die Hunde in den letzten Jahren derart zugenommen, daß sie zu einer wahren Plage geworden, findet die Vorlage allseitigen Anklang. *△ Vom Rhein, 15. Juni. Die allen Rheinreisenden wohlbekannte Bremserburg bei Rüdesheim ist von dem Fiscus sammt den dazu gehörigen Grundstücken um den Preis von 200 000 Mk. in den Besitz der Weingroßhandlung I. B. Sturm übergegangen. * Bensheim, 13. Juni. Die Großh. Taubstummenanstalt zu Bensheim beging vorgestern das Fest ihres 50jährigen Bestehens. Einige Hundert frühere Zöglinge der Anstalt beiderlei Geschlechts betheiligten sich an der Feier. — Frankfurt a. M., 14. Juni. Heute Vormittag, prä- cise 9 Uhr 40 Minuten, traf der Kronprinz von Italien mit dem von Berlin kommenden Schnellzug aus dem hiesigen Hauptbahnhof ein. Zum Empfange hatten sich auf dem Perron u. a. eingesunden: der commandirende General des XI. Armeecorps, Excetlenz v. Grolmann, Divisionscommandeur Excell. v. Lindequist, Stadtcommandant v. Stülpnagel, Oberpräsident Staatsminister Graf zu Eulenburg, Oberbürgermeister Dr. Miquel, Ober-Regierungsrath Heinsius aus Wiesbaden als Vertreter des Regierungspräsidenten, Polizeipräsident Freiherr v. Müffling, der italienische Generalconsul v.Neusville und viele andere. Aus dem Bahnhofe hatte eine Compagnie des 81. Jnsant.-Regiments mit Fahne und Musik Ausstellung genommen. Als der Kronprinz dem Wagen entstieg, intonirte die Musik die italienische Königshymne, das Publikum brach in Hochrufe aus. Der italienische Thronerbe, welcher die Uniform der Bockenheimer Husaren trug, dankte mit ernstem Antlitz nach allen Seiten. Nach der Vorstellung einiger Osficiere und Abnahme des Parademarsches fuhren die Herrschaften nach der Taunusanlage, woselbst die Parade des Husarenregiments stattfand. Der Kronprinz nahm den Parademarsch des Husarenregiments zu Pferde ab, bestieg dann einen Wagen und machte dem Palmengarten einen Besuch, )otoie eine Rundfahrt durch die Hauptstraßen der Stadt. DaS Frühstück wurde im südlichen Wartesaal II. Classe servirt. An demselben nahmen 45 Personen Theil. Zur Rechten des hohen Gastes saß bei der Tafel General v. Grolmann, zur Linken Divisionscommandeur v. Lindequist. Dem Kronprinzen gegenüber saßen Oberstlieutenant v. Bissing und Prinz Bernhard von Sachsen-Weimar. Um 121/a Uhr war das Frühstück beendet, die Musik ertönte und der Kronprinz trat aus dem fürstlichen Zimmer und schritt auf den planmäßigen Zug zu. Der Abschied war kurz aber herzlich. Ein prachtvolles Bouquet wurde dem italienischen Thronerben in den Wagen gereicht, das zahlreich anwesende Publikum brach in enthusiastische Hochs aus, dann ertönte das Pfeifchen des Zugführers und das Dampfroß entführte den jugendlichen Gast unseres Kaisers nach den sonnigen Gefilden Italiens. Aufmerksame Beobachter wollen gefunden haben, daß Kronprinz Victor Emmanuel bei seiner Abreise weniger ernst ausgesehen habe und ziehen daraus den Schluß, daß er von dem kurzen Aufenthalt in der alten Mainstadt recht befriedigt war. Sie mögen Recht haben, denn mit ehrlicher Herzlichkeit ist der Prinz hier empfangen worden. * Die Eisenbahn-Katastrophe aus dem Bahnhof Dirschau wird jetzt auf folgende Ursache zurückgesührt: Einer der Bahnwärter, der infolge eines Blitzschlags längere Zeit bewußtlos krank darnieder gelegen, jetzt aber sein volles Bewußtsein wieder besitzt, will vor dem ihn betroffenen Schlag deutlich wahrgenommen haben, wie der Locomotivsührer Hennig vom Mitze getroffen, in die Arme seines Heizers gesunken ist. Hiermit stimmt auch der Leichenbefund überein, indem an dem Körper des getödteten Locomotivsührers Henning die Spuren von Brandverletzungen gefunden sind, welche man damals nur widerwillig auf das Herausschleudern von glühenden Kohlenstücken zurückzusühren zu müssen glaubte. Nimmt man nun noch hinzu, daß bei diesem Vorgang auch der Heizer in Mitleidenschaft gezogen worden ist, dann kann die tolle Fahrt der führerlos gewordenen Locomotive auch nicht Wunder nehmen. Scbisfrnacb kickten. Bremen, 14. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Saale, Eapt. H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4. Juni von Bremen und am 5. Juni von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. Perfekt, Cxmk* und Grünberg, 14. Juni. (Fruchtpresse). Weizen JL 21.50, Korn 19.—, Gerste JL 17.—, Hafer JL 18.—, Erbsen JL 18.—, Linsen ——, Lein 26.—, Wicken —, Samen —, Kartoffeln 3.70. Gummi- Paris. Feinste Specialitäten. Zollfr. Versandt durch W. H. Mielck, Frankfurt a. M. Ausführl. Special-Preisliste gegen 20 Pfg. Portoauslage. 14447 Spielplati der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 17. Juni: Margarethe. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 18. Juni: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Der arme Jonathan. Außer Abonnement. Donnerstag den 19. Juni: Sommernachtstraum. Gewöhnliche Preise. treitag den 20. Juni geschlossen. amstag den21. Juni: Götterdämmerung. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 22. Juni: Die weiße Dame. Puppenfee. Gewöhnliche Preise. Schauspielhaus. Dienstag den 17. Juni: Gastspiel des Herrn Jean Hofmann vom Stadttheater in Hamburg. Hamlet. (Hamlet: Krr Hofmann.) Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 18. Juni: Die Neuvermählten. Hierauf: Durch den Kaufmännischen Verein. Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 19. Juni geschlossen. Freitag den 20. Juni: Doctor Klaus. Gewöhnliche Preise. Samstag den 21. Juni: Gastspiel des Herrn Jean Hofmann. Donna Diana. (Don Cesar: Herr Hofmann.) Gewöhnliche Preise. Sonntag den 22. Juni: Die Neuvermählten. Hierauf: Durch den Kaufmännischen Verein. Zum Schluß: Die Verlobung bei der Laterne. Gewöhnliche Preise. Semperatur der Lahn und der Lust am 16. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 13i/2, Lust 15V- Gr. R ü b s a m e n. Bekanntmachung. Vom 1. Juli d. 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Der Anfang ist hinter dem Kirchhoi an der Straße nach Grünberg. Lich, 9. Juni 1890. 5092___Winheim. Heugras- Versteigerzmg. Das diesjährige Heugras von den Wiesen der Gemeinde Wieseck soll nächsten Donnerstag den 19» b. M. versteigert werden. Der Anfang ist zu den Wiesen bei Wieseck ;es Vormittags 10 Uhr in dem Dorfeld "scheu Garten und zu den Wiesen iei der Badenburg des Nachmittags 5 Uhr auf der Badenburg. Wieseck, am 16. Juni 1890. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. 5175 in E» St-engel? Professor. 5157 Ginträge das Firmenregister Großh. Amtsgerichts Gießen am 2. Juni 1890. strafbaren Wuchers sich nicht begründen ließ, eingestellt worden. Die zahlreichen Anfragen, die über diese Angelegenheit an mich ergehen und theilweise ein Mißverständniß meines Verhaltens bekunden, veranlassen mich, hiermit zu erklären, daß ich weder selbst, noch durch Andere ein Strafverfahren gegen Herrn Pickenbach veranlaßt habe und daß mein Urtheil über die Fähigkeit dieses Herrn, den Wucher zu bekämpfen, von der strafrechtlichen Beurtheilung seines Verhaltens völlig unabhängig war und noch ist. Der von mir veröffentlichte Brief des Herrn Pickenbach ist von ihm als ächt anerkannt worden; was aus ihm zu folgern ist, kann jeder Denkende selbst feststellen. Marburg, den 14. Juni 1890. Am 6. April d. I. habe ich einen Brief des jetzigen Abgeordneten, damaligen Candidaten zum Reichstag, Herrn Pickenbach, veröffentlicht. Es galt wir darum, den Zweifel zu begründen, ob der Schreiber dieses Briefes, der im Kreise Gießen als Vorkämpfer gegen den Wucher empfohlen wurde, sich für diese Aufgabe eigne. Hieraus ist vom Staatsanwalt in Berlin ein Ermittelungsverfahren gegen Herrn Pickenbach wegen Wucher I ^prfn ftrpti Ynptf hPT Vprdacklt ' 1. Die Firma Ottilie Schmidt, vorm. „Pauly & Schmidt" in Gießen wurde gelöscht. 2. Die Firma CarlHuhold L Co. 1 in Lang-Göns wurde gelöscht. o z v v „ Neid hart, cingcleitet; kürzlich ist aber das Verfahren, weil der Verdacht! 5156 Gerichtsschreiber. Erklärung Dienstag den 17. Juni: GROSSES MILITÄR-CONCERT uusgesiihrt von dem auf einer Concertreise befindlichen Trompeter-Corps des 2. Gr. Hess. Leibdragrmer- Regiments Nr. 24 ?u Darmstadt unter Leitung seines Capestmeisters Herrn Stabstrompeter Stützet. Anfang 7 Uhr. =- Bier im Glas. — Entree 40 Pfg. I Kmjlomm für das GrHeyaMm Hcha. Ausstellung von Scizzen und Copieen des Malers H. Dietz aus Düsseldorf im alten Hofgerichtsgebäude (Brandplatz). Täglich geöffnet von 11-1 Uhr._______________________________ 5028 Central Kranken - und Sterbe-Kasse -er Tischler. Samstag den 21. Ium, Abends 8Vr Ahr: orüenlstche JHitg(ieÖeroerfammfurifl im Restaurant Kliugrnbrrg (Wramm), Nebenzimmer. Tagesordnung: 1) Neuwahl der Ortsverwaltung. 2) Rechnungsabschluß pro IV. Quartal 1889 u. I. Quartal 1890. dl58 Der Bevollms^rtigte. Textors Terrasse. 5159 Dienstags u Donnerstags: frische Waffel«. Wir übertrugen mit dem heutigen Tage den Alleinverkauf unserer garantirt reinen Vorl-i 8herry- unö fflflömralDemß für Gießen: Herrn Carl Schwaab, 23 Seltersweg. Imperial Wine Company, London E. C. 4559 Populär-nalurwiffenschaftl. Nerlag von Stts Weisert- Stuttgart. WWWW Pianos xm ¥®rmietheo. Monatliche Mietpreise: 3, 4, 5, 6 Mk. und höher. Freie Stimmung. Aut einzelne Tage zu Hochzeiten, Concerten, TanzunterhaltungjU^Jft. 6, 7, 8, 9 Mk. und höher (einschliesslich der Transportkosten). 143 WiHi.ütidoBpbiPianohandliKig.lVeaemvegfl. Nahmer, Physiologie, broschiert M. 5.— I gebunden M. 6.— Alsberg, Anthropologie, brosch. M. 6.— gebunden M. 7.— Rotzmäßler-Engel, Die Geschichte dex erbe, 4. Ausl., br. M. 6, geb.M.7. Roßmäßlcr, Die vier Jahreszeiten 6. Ausl., br. M. 5, geb. M. 7. Clarus Sterne, Die aügem. Meltau« schauung, br. M. 6., geb. M. 7.50. Klein, Allgem. Himmelskunde, 2. Aufl. br. M. 5.—, geb. M. 6.—. Bezugnehmend aus obige Annonce empfehle ich: Sherry von 2.— an bis zu JL 10.— pr. Fl., Portwein „ „ 2.— „ „ „ „ 10.— „ „ Madeira „ „ 3 — und j-l 4 — pro Fl. Jede Flasche ist mit Trabe-Marke und Firma versehen. Specialität in alten Weinen für Reconvalescenten. Seltersweg 23. Heß, Prof. Dr. W, Spezielle Zoologie, js Bd. L, br. M. 4., geb. M. 5. Ledebur, Die Metalle, br. M. 3.50, H geb. M. 4.50. Clarns, Die rationelle Ernährung, g b. 60 Pf. 122 1 Hübner,. I. G., Pflanzenatlas, 6. Anfl., ’ neue Ausg., kart. M. 4.50• Wa von Martens u. Kemmler, Flora von $ Württemberg und Hoheuzollern, [j Land r u. II., brosch. M. 10.50. LI Hengras- Versteigerung. Das Heugras von den hiefigen Pfarrwiesen soll nächsten Donnerstag den 19. d. M., Vormittags 10 Uhr, versteigert werden. [5148 Wieseck, den 16. Juni 1890. Sommerlad, Bürgermeister. _ Heugras- BersteigerrmH. Das Heugras von den Kempsf- schen Wiesen soll nächsten Donnerstag den 19. d. M., Vormittags 10 Uhr, versteigert werden. [5149 Wieseck, den 16. Juni 1890. Sommerlad, Bürgermeister. Donnerstag den 19. Iunil. I., Nachmittags 2Vr Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Firma Koch & Patz in Liquidation in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 3 5 Nr. 34/io — 242 Meter Grabgarten am Altenschlag und am Altenfeld links des Wegs, Flur 33 Nr. 37/i0 — v58 Meter Grabgarten daselbst. Flur 33 Nr. 643/iOo — 530 Meter Hof- raitbe daselbst, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 2. Juni 1890. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A: V o g t. 4783 Montag den 30. Inni l. I., Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Heinrich Lind in Gießen gehörige Hof- raithe: Flur l Nr 773,g — 113 Meter auf dem Marktplatz öffentlich mcift&iehi d versteigert werden. Gießen, 19. Mai 1890. Großherzogvches Ortsgericht I. A.: _________Vogt._______4451 Montag den 30. Inni L I., Nachmittags 3V4 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den ffrauz Gerbode Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur I Nr. 228 — 94 Meter Hofraithe in der Kaplansgasse, Flur l Nr. 229 — 19 Meter Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen. 19. Mai 1890 Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: _________Vogt._______4453 Zum Verkauf von circa 57 Psund Butter auf dem Empfangs - Güterschuppen der Main-Weser-Bahn dahier ist Termin auf Dienstag Vormittag 10 Uhr anberaumt. Horst, 5165 Güter-Exp.-Vorsteher. Mittwoch den 18. Inni l I., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Adler" dahier gegen Baarzablung: Sophas, Commoden, Console, Glasschrank, Kleiderschr., Weißzeugschr., Tische, Stühle, Bilder, Spiegel, Uhren, Köchenschr- mit Glasaufsatz, 6 vollst Betten, 2 hochf Buffets, 1 Nähmaschine, 1 Tafelclavier, 1 Papp- scheere, 1 Hobelbank, 1 Theke, 1 Pferd, 1 Kuh, 2 Wagen u. a. m. Versteigerung theilweise bestimmt. Geißler, 5171 Großb. Gerichtsvollzieher- Dienstag Nachmittag von 2 Uhr an, werden die nachgelassenen Mobilien von Frl Christine Sony, SelterSweg 16111, meistbietend versteigert; besonders ist dabei: eine schöne Commode, ein Sopha, Stühle, Tisch, 'Leitwerk, Weißzeug und andere Gegenstände. Im Auftrag: [5052 Louis Rothenberger, Ger.-Taxator. Donnerstag, 19. Juni, Nachmittags von 2 Uhr an, werden in der Restauration Miugen- berg, Neustadt Nr» 55: 1 Parthie neue Buckskin - Hosen, Westtn, Knabenac-züge, Herrenhemden meistbietend versteigert- Ferner kommen zum Ausgebot: 1 Parthie Herrenkleider, dabei 1 fast neuer Winterüberzieher, 52 fast neue Hemden und andere gute Wäsche. Louis Rothenberger, 5173__Gerichts Tarator.__ Donnerstag, 19. Juni, Nachmittags 3 Uhr, wird in der Restauration Klingenberg, Neustadt 55: 1 vollständiges Jöeti, bestehend in 1 Bettstelle, Sprungfedermatratze, Ltheil Roßhaarmatratze, 2 Kissen, 1 Decke meistbietend versteigert. Louis Rothenberger, 5174___________Ger-Taxator.________ Gutsversteigerimg. Dienstag den 1. Juli I. I., BorrvittagS 10 Uhr, soll durch Großh. Ortsgericht Reimenrod das zur Concursmaffe des Landwirths Johannes Kalbfleisch von Reimenrod gehörige Gut, bestehend in 57 Morgen Ackerland und 17 Morgen Wiesen nebst den dazu gehörigen Wohn- und Oeconomiegebäuden, unter günstigen Bedingungen sowohl im Einzelnen als auch im Ganzen versteigert werden. Bemerkt wird, daß die Gebäude und das Gut m Bau und Besserung sich befinden. Alsfeld, den 13. Juni 1890. Bing, Concurs Verwalter. 5151 Gutsversteigerimg. SEwstag den S Juli l. I., NachMittags S UHr, soll durch Großh. Ortsgericht Schwabenrod die zur Concursmasse oes Heinrich Korell TL gehörige Mahlmühle mit Wasserbetrieb und mit 2 Gängen, sowie das dazu gehörige Gut, bestehend in 46 Morgen Ackerland und 15 Morgen Wiesen, nebst den dazu gehörigen Wohn- und Oeconomiegebäuden unter sehr günstigen Bedingungen sowohl im Einzelnen als auch im Ganzen versteigert werden. Bemerkt wird, daß die Oeconomie- gebäude noch neu und das Gut in gutem Cultur-Zustande sich befindet. Alsfeld, den 13. Juni 1890. Bing, Concursverwalter. 5150 3928] Ein kleines Familrenlogis verm. Ehr» Noll Ul. Wittwe, Kansteiberg 5. 2664] Mehrere Logis von 3 Zimmern mit Wasserleitung u. s w. zu vermiethen bei LouiS Hellmold, Steinstraße. 241UJ Ente Mansarden-Wohnung, vier Zimmer mit Zubehör und Wasserleitung, zu vermiethen._____________Asterweg 6. 5086] Das von Herrn Boller bewohnte Familien-Logis, Bahnhosstr. 55, ist per 15. Juli ober später anderweitig zu vermiethen.__ 4027] Eine schöne Wohnung, 5 bis 6 Zimmer nebst allem Zubeh-, zu vermiethen» _____Bahnhofstraße 62. 5070] Eine kl. Wohnung zu vermiethen. __________M. Kann, Kirchenplatz 8. 6078] Ein Logis zu vermiethen. ^chrei^r^Heß^ Kaplans gaff e._ 4787] Ein Familienlogis zu vermiethen ____Neuenweg 4(1 I. St. 3701] Eine Mansarden-Wohnung per 1. August zu vermiethen. ___________________63 Seltersweg 53. 2346] Kleines und ein größeres Logis zu vermiethen._________Seltersweg 31. 4887] Möblirtes Mansardenzimmer zrr vermiethen und alsbald beziehbar. __ ____Marktplatz 1. 476 ] Ein möbl. Zimmer zu vermiethen. A. Wallenfels Wwe., Kirchenplatz 21. 3470] Ein einfach möblirtes Zimmer zu oermietben.___________Mäusburg 1. 3672] Möbl. Zunmer mit Cabinet^sofort zu vermiethen. 9 Schulstraße 9 4201] Zwei ineinandergehende Helle Keller und ein 50 lH-Meter haltender Purterreraum zu vermiethen. Auf Wunsch kann möbl. Wohn, dazu gegeben werden. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 3499] Stallung für zwei Pferde zu vermiethen. Näheres __Nordanlage 33. mit ober ohne Logis, sowie ein kleines Logis zu vermiethen. 4522 Darmstädter Haus, Wallthorstraße 6. 5144] Ein Herr sucht ein hübsch möblirtes ungentrtes Zimmer. Offerten unter 6. V. an die Expedition dieses Blattes___________________________ 5154] Trauring gefunden. Abzuholen bei Frau Dech, Marktplatz 10. Abhanden gekommen: St. 2 Raab-Grazer 4Vo Thaler- 100'Loose Ser. 5746 Nr. 9 Ser. 5766 Nr. 8. Wer über den Verbleib der Loose nähere Auskunft geben kann, erhält eine gute Belohnung. - Näheres^ in der Exped. d- Bl. 5145 5164] Mk. 12—15,000 sind auf erste Hypothek auszuleihen. Gesuche unter A '0 in der Expedition dieses Blattes niederzulegen____________________________ 5170] Ein ordentliches Dienstmädchen findet Stellung_________Neuenweg 30. 51631 Ein braver Junge als Haus- bursche gesucht. Darmstädter Haus. GsKVsßrKNicht von L. Wasserscheuen, Bankgeschäft MüMsurtn GSrsr! 16. Juni 1880. 4 pCt. Reichsanleihe 3V9 , 4 „ Preuß. ConsolS 3Vt , Schlußcourl^ 1 Uhr 15 Min 106 90 100 50 106 50 100,65 4 pCt. Ungar. Goldrentr 5 , Italiener Rente Oesterr. Silberrente Rufs. Orient III. DiSconto-Comm. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Berliner Handelsaes. Oesterr. Credtt-Act. Wiener Bankvereins-Act- Oesterr. Staatsbahn Lombard. Eisenbahn 222 30 158 50 154.30 167.80 263 37 105 CO 199 25 120 75 Buschtherader Elbethal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost „ West Gelsenkirchener Ver. Kön.- und Laurahütte-Act. Oesterr. Alpine-Montan Tendenz: fest. 8960 95.40 77.50 73.00 406.00 203 87 170.75 140 50 3740 160.80 142 00 85.40 4 pCt. Gießener Obligationen —15 pCt. BuderuS-Obligationen 104.30 Reichsbarrk-DtSeont 4 pCt. — Frankfurter Vank-DiSkont 4 pCt. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.