1890 Donnerstag den 17. April 91t- 88 Zweites Blatt. Amts- und Anzeigeblatt fiw den Areis Gieren. | Hratisöeikage: Hießener Aamikienbkätter. häufigsten als Ursache der H 1888/89 Grundbesitzes |iq iiiujuyiiiuj nuuj niuji giuci uuj jv 1------------> eigcnne wesentliche oder Mitschuld aus ihrem Besitze entfernt Io nahm« von Anzeigen zu der Nachmittag- für den senden Tag erscheinenden Nummer bii Bonn. 10 Uhr. Vierteljähriger AdounemcntspreiL 1 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 60 Pfg. Redactton, Sxpeditiaa und Druckerei: -chntftratzeNr.I. Fernsprecher 51. aus freiwillige ungünstige Uebernahme geschäftliche Verhältnisse . . - Familienverhältnisse und Krankheit Wirthschaftsunsälle und Naturereignisse ...... unzweckmäßige Erbregulirung . Wucher und Uebervortheilung im Handel...... chlcchte Lage der Landwirthschaft Die „freiwillige ungünstige Die Zwangsversteigerungen lamb- und sorflwirlhschastlicher Grundstücke und die Ursachen derselben. Seit dem Rechnungsjahre 1886/87 ist den bisherigen lpudiwirthschaftlicheu Erhebungen aus Anregung des Landes- rcon°>miecollegiums eine neue hinzugetreten, deren wesentlicher jroef es ist, einmal über den Umsang und die Vertheilung von Zwangsversteigerungen land- und forstwirthschaftlicher tzrun dstücke' in Preußen, insbesondere von solchen, deren Besitzer im Hauptberufe Landwirthschaft treiben, sodann aber inich über die wirthschaftlichen Ursachen jener Versteigerungen Wkunst zu bieten. Ueber die Resultate dieser Erhebungen P brr „Statistischen Correspondenz" folgendes zu entnehmen: An Zwangsversteigerungen, in welchen der Betroffene im Hauptberufe Land- oder Forstwirth war, sind Fälle ermittelt Worben: Die einzelnen Besitzklaffen waren in auffälliger Gleich- mhiIkeit an den Zwangsversteigerungen beteiligt und zwar der größere Grundbesitz durchweg am meisten, indem Procente Mficken bk, liem landwirthschastlichen Grundbesitze von der Gc- sammtfläche der Haupt- ! benriebe (nach der Erhebung , Don 1882)..... * Mainz, 14. April. Im Alter von 59 Jahren ist heute früh der Rabbiner der hiesigen JSr. Religionsgesellschaft, Dr. Marcus Lehmann, gestorben. Derselbe ist Gründer der seit 1860 hier erscheinenden Zeitschrist „Der Israelit", durch welche er in jüdischen Kreisen zu einer weit über Hessen hinausreichenden Bedeutung gelangte- außerdem zeichnete sich Dr. Lehmann durch einen besonderen Wohl- thätigkeitssinn gegenüber Angehörigen aller Confessioncn aus. *= Frankfurt a. M., 15. April. Die Kaiserin Friedrich mit den Prinzessinnen Victoria und Margarethe traf heute Vormittag auf der Reise nach Homburg hier ein. Mit demselben Zuge langte der Berliner Kaufmann Bonn, der stumme Verehrer einer der Prinzessinnen, hier an. Die Polizei nahm ihn in Empfang, um ihn mit einem spateren Zuge nach Berlin zurückzubesördern. *= Frankfurt a. M., 15. April. Ein beklagenswertheS Unglück ereignete sich gestern Abend auf der Dampfstraßenbahn nach Eschersheim. Der Kellner Josef Seng von Heddernheim- welcher gegen 9 Uhr mit dem Localbahnzuge nach Hause fahren wollte und in einem offenen Wagen der Bahn Platz genommen hatte, sprang während der Fahrt vom Wagen, obgleich ihn der Controleur dringend davor warnte. S. kam bei dem Sprunge zu Fall, das Brett des hinteren Wagens erfaßte ihn, die Räder gingen ihm über die Beine und auch der Kopf wurde dermaßen beschädigt, daß der Unglückliche auf der Stelle tobt blieb. Seng ist nach Darstellung des Zugpersonals rückwärts abgesprungen. Der Zug suhr sehr langsam, da die Steigung an der Unglücks- stelle beträchtlich ist. Genau an derselben Stelle gerieth übrigens vor etwa Jahresfrist ebenfalls ein Passagier beim Abspringen unter die Räder. Er hatte etwas mehr Glück, denn der Sprung kostete ihn nur -- ein Bein. * Als ein Berliner Schriftsteller vor Kurzem in Köln in einer Privatgesellschaft einem jungen Mädchen vorgestellt wurde, fragte dasselbe ihn, ob er etwa „auch zu den zusammen- geklebten Dichtern gehöre". Natürlich waren diese Worte so fremd seinem Ohr wie seinem Sinn und erst die nachstehende lustige Geschichte brachte ihm des Näthsels Lösung. Vor mehreren Jahren hatte die junge Dame, damals noch Pensionats-Backfischchen, in Gesellschaft ihrer Mitschülerinnen einen Ausflug an den Oberrhein gemacht; in einem Gasthause wurde Rast gehalten. An demselben Tische mit den jungen Mädchen saßen drei wackere Zecher, von denen der Eine gar manierlich mit den angehenden Damen sich zu unterhalten verstand und schließlich ein Mädchen fragte; ob sie auch schon „Literatur" hätten. Die Frage wurde stolz bejaht, und da meinte der joviale Herr, da müßte sie ihn ja auch schon „gehabt" haben; er stehe doch wahrscheinlich auch in der Literaturgeschichte; dabei nannte er seinen Namen: Victor von Schcfsel. In der Literaturgeschichte des klösterlichen Pensionats schien aber dieser profane Dichtersmann, der die Liebe und den Wein besingt, nicht zu stehen; denn beschämt mußte die Kleine eingestehen, „Scheffeln hätten sie noch nicht gehabt" — „ober sollten Sie unter den zusammengeklebten Dichtern stehen?" — Und richtig, so war es. Eines der jungen Mädchen hatte ihr Literaturbuch bei sich; darin waren gewisse Dichter und ihre Erzeugnisse mit Oblaten zusammen- geklebt und damit angezeigt, daß das keine Kloster-Pensionats- Dichter seien. Nach einigem Suchen fand sich der „zusammengeklebte" Scheffel, der sich über seine Gefährlichkeit für junge Mädchen nicht wenig amüfirte. * Wer gehört zu den Walen i Im „Südwestdeutschen Volksblatt" findet sich folgende ergötzliche Briefkasten-Notiz: „Nach Karlsruhe. Besten Dank für die Übersendung deS Schreibheftes der kleinen Volksschülerin- Fanny. Wir sehen daraus, wie die Politik in das Gebiet der Naturgeschichte hinüberspielt. Die kleine Fanny "sollte jene merkwürdigen Geschöpfe aufschreiben, die zu den Säugethieren zählen und nicht aus dem Lande leben können, nämlich die Gruppe der Wale; sie schrieb deßhalb in ihr Heft der Naturgeschichte: „Die Wale. Zu den Walen gehören: der Walfisch, der Delphin, der Ps lüg er, der Fieser, der Geck." (Die drei Candidaten bei der Karlsruher Wahl zum Reichstag.) * Eine heilere Geschichte hat sich kürzlich in einem Orte bei Kreussen zugetragen. Daselbst hatte ein des Lesens und Schreibens unkundiges altes Ehepaar eine gerichtliche Zuschrift erhalten. Selbstverständlich war das Ehepaar höchst neugierig, zu erfahren, was der Inhalt des Schreibens sei, zugleich aber auch sehr besorgt, daß denselben keine fremde Person erfahre. Endlich kam die Frau auf einen Einfall. I Sie ging zum lesekundigen Nachbar und bat ihn, sie von dem Inhalt der Zuschrift zu verständigen. Bevor der Nachbar aber das Schriftstück entfaltete, zog die kluge Frau ihm ein Der Mtntr Anzeiger 1 -richeint täglich, nt Ausnahme deS Montag». Die Gießener rcrlra dem Anzeiger «ichentlich dreimal deigelrgt. dem „eigenen Verschulden" am , _ Zwangsversteigerung auftritt, zeigt sich weniger häufig als ungünstiger Kauf, als vielmehr als Mangel an Mitteln zur Uebernahme eines an sich nicht zu theuer bezahlten Gutes. Dieser Mangel, der in Zeiten steigender Grundrente eben durch das Wachsthum derselben wieder ausgeglichen werden konnte, äußert seine Gefahr naturgemäß vorzugsweise in Zeiten des Stillstandes oder Rückschrittes. Die übrigen Gruppen ursächlicher Verhältnisse treten gegen die beiden vorigen in allen drei Jahren weit zurück. Was insbesondere die Gruppe „schlechte Lage der Landwirthschaft" betrifft, so ist die Zahl der Fälle, in welchen die Berichterstatter auf dieselben in Ermangelung einer anderen Ursache zurückgreifen, zwar an sich nicht groß. Die Bedeutung dieses Ergebnisses liegt aber wohl nicht darin, daß persönliches Verschulden oder Mißgeschick noch viel häufiger als allgemein ungünstige Verhältnisse Grundbesitzer in -Vermögensverfall gebracht haben, sondern daß überhaupt derartige ungünstige Verhältnisse alljährlich in mehreren hundert Fällen von den verschiedensten Berichterstattern der einzelnen Landestheile bekundet worden sind, wobei dieselben oft noch ausdrücklich hervorhoben, wie der Betroffene ein tüchtiger Land- und Hanswirth gewesen sei. Uebrigens treten auch hier wieder sehr bezeichnende Unterschiede nach Landestheilen und Besitzklaffen hervor. Wie der Osten und der größere Grundbesitz besonders stark an dem Umfange der zwangsweise versteigerten Fläche beteiligt ist, so ist dies auch hinsichtlich der Ursache „schlechte Lage der Landwirthschaft" der Fall. Dieselbe nimmt beispielsweise im Jahre 1888/89 — bei einem Gesammtdurchschnitte von 6,01 pCt. aller ursächlichen Verhältnisse — in Pommern 15,66, in Westpreußen 9,53, in Brandenburg 9,39 pCt. derselben in Anspruch, bei dem Besitze von 50 und mehr ha 14,13 pCt., in den beiden Vorjahren 14,91 und 17,54pCt., während der Westen, sowie der bäuerliche Mittel- und Kleinbesitz von 10—50 oder 2—10 ha, namentlich der letztere, dagegen weit zurücktreten. Dies wird gerade bei ungünstigen Allgemeiuverhältnissen allerdings wohl regelmäßig der Fall sein, da dieselben unter sonst gleichen Umständen den größeren Besitzer mehr schädigen müssen als den kleinen. Soweit Letzterer zugleich sein eigener Arbeiter ist, also keine Arbeitslöhne herauszuzahlen hat, bleibt ihm bei Rückgang der land- wirthschastlichen Rente ein Theil seines Einkommens, nämlich das Arbeitseinkommen, zunächst noch ungeschmälert, während Gießener Anzeig er ' Keneral-Mzeiger. Der größere, über den gewöhnlichen Umfang bäuerlichen tDctri ebe§ hinansgehende Grundbesitz von 50 ha auswärts mmfafäte also in jedem der drei Berichtsjahre fast genau den Aich en Antheil, nämlich etwas mehr als drei Viertel der Mstt-igerten Fläche, während er von der Gesammtsläche der llmdwirthschastlichen Hauptbetriebe noch nicht die Hälfte aus- wachte. Am meisten, und zwar wiederum fast genau gleich- dmm bleibt der kleinbäuerliche Besitz von 2—10, nächstdem Ät mittlere bäuerliche von 10—50 4ia bei seinem Procent- Mtil an der versteigerten Fläche hinter demjenigen an der ojfiQtiimten auf ihn entfallenden Wirthschaftsflächc zurück. Im Gilden sind gegenüber einer Gesammtfläche der landwirth- Milichen Hauptbetriebe von 24123 733 ha (1882) während ftr erwähnten Beobachtungsperivde 273 024 ha, also etwas äiter 1 pCt., alljährlich aber etwa Vs M. und darüber zwangs- titifc versteigert worden. Ungleich größer als im Westen ist die versteigerte Fläche M Osten; sie betrug im letzteren, d. h. in Brandenburg, chmmern und den vier an Rußland grenzenden Provinzen, i Uh-rend der drei Jahre zusammen 244 345, in dem westlich Ernii bclegenen, allerdings mir etwa zwei Fünftel der Mon- edjite umfassenden Theile derselben nur 28 679 ha, also wenig als ein Zehntel von der im Osten versteigerten Fläche. Ä« meisten sind regelmäßig die Provinzen Westpreußen und nächstdem auch Ostpreußen und Pommern, also die chovinzen des Nordostens, am wenigsten Westfalen, Hessen- ^üisiau und Rheinland, also der Südwesten, an der versteigerten Mche beteiligt. inJrchre 1886/87 2979 mit 110063 ha versteigerter Fläche „ ,, 1887/8$» 2355 „ 81681 „ „ , 1888/89 2446 „ 80280 „ „ srhem. Was die übrigen ursächlichen Verhältnisse anlangt, so tntpi.iten auf folgende Hauptgruppen derselben von sämmtlichen uchohlichen Verhältniffen Nicht nur das thatsächliche, sondern auch das gutachtliche NMrial, welches die Erhebung geliefert hat, zeigt eine mf'roürbige Uebereinstimmung während der Berichtszeit. Am llinfijgsten erscheint unter den ursächlichen Verhältnissen, welche ul? Grund der Zwangsversteigerung angegeben werden, irgend Knie Art eigenen Verschuldens des Betroffenen, schlechte Wirth- unwirthschaftliches Privatleben u. s. w.; denn wie litcr.all so wird auch in der Landwirthschaft bei günstigen liier auch nur regelmäßigen Verhältnissen in erster. Linie eigene Untüchtigkeit zum wirthschaftlichen Verfalle führen und Vh ungünstigen Zeiten, wie Landwirthschaft und Grundbesitz sie igegentoärtig im Allgemeinen wohl durchmachen, fallen junäichft naturgemäß die weniger guten Wirthe besonders zahlreich zum Opfer. Es ist für die landwirthschastlichen Gmlndbesitzer im Ganzen sicher kein schlechtes Zeugniß, wenn ^.alljährlich noch nicht zwei auf je Tausend derselben durch bei dem größeren Grundbesitzer, auch wenn er selbst wirth- schastet, die eigene Arbeitsthätigkeit verhältnißmäßig immer weniger und die Bewegung der Grundrente immer mehr entscheidend für seine Einkommensverhältnisse ist. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß die Gesammt- zahl der in den letzten drei Jahren aus Ursachen aller Art in Preußen der Zwangsversteigerung verfallenen ländlichen Grundbesitzer verhältnißmäßig keine große ist, daß sie im Ganzen noch kaum ein Proeent derselben ausmacht — wobei freilich zu berücksichtigen ist, daß oft auch hinter freiwilligen Veräußerungen sich ein Vermögensverfall verbergen und daß andererseits der Besitzer in seinem Eigenthnm lediglich deshalb belassen werden kann, weil die Gläubiger die Kosten der Zwangsversteigerung fürchten und an dem Erfolge derselben zweiseln. Detttjches Reich. Stuttgart, 14. April. Nach einer Meldung des hiesigen socialdemokratischen Wochenblatts beschloß die in Halle versammelte socialdemokratische Reichstagsfraction, den deutschen Arbeitern nicht zu empfehlen, den 1. Mai zu einem Tage allgemeiner Arbeitsruhe zu machen; wo Arbeitsruhe ohne Conflict erwirkt werden könne, möge es geschehen. Die Fraction legt besonderes Gewicht auf die Absendung von Massenpetitioneii an den Reichstag zu Gunsten des^acht- stündigen Arbeitstages. Im Uebrigen genüge es, den 1. Mai Abends durch Versammlungen, Feste und ähnliche Kundgebungen zu feiern. nun Iner Fläche des > Mngsweise der- 1886/87 steiigerten bezügl. 1887/88 ——■ ■ ,i,i . . j?-. jjjj» Alle Annoncen-Bureaur bc8 In- imb AuSIarrdk» nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen in den Jahren 1886/87 1887/88 1888/89 P r o c e n t 19,97 6,65 9,99 23,31 6,41 11,66 23,46 5,86 12,52 6,19 5,50 5,15 2,75 5,76 2,68 3,05 2,01 1,84 6,04 5,85 6,01 Uebernahme", welche nächst aus Betriebe unter von von über 2 2—10 10—50 50 H e e t a r 1,52 14,68 37,90 45,90 0,79 5,10 15,99 78,12 0,81 5,02 15,50 78,67 0,77 5,87 15,72 77,64 Frühjahrs-Katalog kommen zu lassen. 15% Beim Herannahen des Frühlings machen sich in der Familie wie bet dem Einzelnen die verschiedensten Bedürfnisse für die wärmere Jahreszeit geltend. Nun ist es gewiß sür Jedermann ebenso vortheii- hasl als angenehm, seinen Bedarf in einem einzigen bedeutenden und durchaus soliden Geschäfte zu decken. Als solches ist das Berfa«-. Geschäft Mey & Gdlich in Leipzig-Plagwitz allgemein bekannt; es hat in der langen Reihe von Jahren ietl seiner Begrün» düng stets bewiesen, daß es immer an dem Grundsätze festhält, und wirklich gute Maaren zu möglichst niedrigen Preisen zu liefern. Wie wir bestimmt versichern können, verkauft das genannte Geschäft nur dtrect an das Privatpublicum ohne jede Vermittlung von Reisenden, Agenten oder Vertretern. Augenblicklich gelangt von dem Versand' Geschäft Mey & Edlich in Leipzig-Plagwitz der fehr reichhaltig ausgestattete Frühjahrs-Katalog zur Ausgabe, der aus Verlangen Jedermann unberechnet und portofrei zugeschickt wird. Dieser Katalog enthält eine überraschende Auswahl von allen zur Damen-Confectton gehörigen Artikeln und bietet ebenso viel Neues und Vortheilhastes in Herrengarderobe, Damen-, Herren- und Kinderwäsche, wie er auch Vielen durch die Vorführung geeigneter Gegenstände die Wahl eines passenden F e st ge schenket erleichtern dürfte. Wir können daher Allen, Welche in dem einen oder dem anderen Artikel Bedarf haben, nur empfehlen, sich diesen bereitgehalteneS Tuch über die Ohren und sagte: „So, vorlesen kannst merS jetzt, aber hören darfst net, was drin steht." * In Paris sind jetzt Bureaus ermittelt, welche viele kleine Knaben und Mädchen, auch Säuglinge mit armselig zuschicken. Bureaus. Die Negierung ist ausgefordert worden, gegen aussehcnden Frauen von armen Eltern und Familien miethen, nm sie zum Musiziren in Nachtlokalen oder zur Bettelei aus- Den Musikunterricht erhalten die Kinder in Kammgarne, reine Wolle, nadelfertig, ca. 140 cm breit, ä Mik. 3.45 per Meter [Ußs I bis 8.75 versend jed. belieb. Quantum das Buxkin-Fabrik-Dfcpot Oettinger &, Co., Frankfurt a. M. — Muster-Ausw- umgeh, franco. Die Ratten sind ungemein schlaue Burschen, die Beseitigung derselben macht daher ein wahres Studium aus. In den Fallen werden sich höchstens einige dumme Teufel fangen lasten, die übrigen gehen ihnen aus dem Wege, wenn man auch die leckersten Bissen als Lockmittel gebraucht. Mit Gift, z. B. Strychnin oder Arsenik, machen sie es ebenso. Wenn ein paar Thiere dasselbe angenommen haben und zu Grunde gegangen sind, so rühren die anderen die leckere Speise nicht mehr an; — die Verwendung des letzten Mittels kann sogar gefährlich werden, besonders da, wo Schweine sind. Nur ein Vertilgungsmtttel hat uns bisher gründlich geholfen. Es ist dies Käse (Backsteinkäse) mit Phosphor. Dieser Lockspeise scheint kein Nattengaumen widersteben zu können. Damit haben wir einen Keller, in welchem sich Hunderte von Ratten aufhielten und die dort befindlichen Kartoffeln, Rüben rc. verwüsteten und verschleppten, in einer Woche gründlich gesäubert. — Da nur sehr wenig Phosphor erforderlich ist, kann man denselben nothigenfalls von Schweselhölzern abschaben. Tausend Hölzchen liefern genug, um hundert Ratten zu tobten. Ein anderes Mittel, angeblich von ausgezeichneter Wirkung, kam uns jüngst gesprächsweise von einem Schiffscapitäne zu; wir geben in Nachstehendem dessen Erzählung wieder: Der englische Schiffscapitän W. machte im Jahre 1858 wiederholt Fahrten nach Cuba; schon im Meerbusen von Mexico beklagte sich die Mannschaft über Natten. Dies Ungeziefer nahm so furchtbar zu, daß, wörtlich gesagt, dasselbe mit der Mannschaft aus einer Schüssel atz. Von einer der Inseln, wo die Mannschaft gelandet, waren grüne Pflanzen mitgenommen worden. Schon in der folgenden Nacht bemerkte die Schiffswache, daß Ratten auf das Verdeck kamen und ängstlich thaten, am folgenden Tage sprangen Ratten über Bord. Dies wurde dem Capttän W. gemeldet; derselbe untersuchte alles, ließ nichts unberücksichtigt und sand endlich, daß da, wo die grünen Pflanzen lagen, sich auch gar kein Ungeziefer mehr aufhtelt. Er^ttetz nun die Pflanzen in alle Räume des Schiffes vertheilen, beachtete im Verlaufe der Zeit die Wirkung und sah zu seiner und der Verwunderung Aller, daß die Ratten schaarenweise auf das Verdeck kamen und in ihrer Angst über Bord sprangen. In ganz kurzer »eit war das Schiff auch nicht von einer einzigen Ratte mehr bewohnt. Bei seiner Landung übergab der Capitän die Pflanzen einem Botaniker, und dieser erkannte sie für die auch in Deutschland wildwachsende Hundszunge (Cynogloasum officinale). Der Schiffscapitän, welcher mir diesen Vorgang erzählte, hat mit noch mehreren Anderen dies Mittel auch später zur Vertreibung der Ratten angewendet, indem da, wo nur irgend eine Ratte sich aufgehalten, die Hundszunge hingelegt wurde, woraus dies Ungeziefer jedesmal verschwunden ist. — Er erzählte ferner: Im ^ahre 186b bezog ich ein Besitzthum, wo Ratten genug sein sollten, namentlich unter dem Schwetnestall, der ganz von Holz und auf Pfählen gebaut war. Wenigstens wurde mir dies später mitgetheilt, und zwar erst bann, als meine Frau in eine dieser Stallabtheilungen mehrere Enten zum Brüten gesetzt hatte. Sosort wurde genaue Untersuchung gehalten und ich fand bald die Aussage meines Nachbars bestätigt. Dessen Federviehstall stieß an meinen Schwetnestall und jenem waren in einer Nacht von den Natten einige zwanzig Gänseküken gefressen worden. Sogleich schickte ich zur Apotheke und ließ um Hundszunge bitten, konnte diese aber nur trocken und in geriebenem Zustande erhalten, mit dem Bemerken, daß auch die getrocknete Hundszunge noch sehr kräftig sei. Ohne solches nun näher beurteilen zu können, nahm ich dieses trockene Pulver und streute bei mir und meinem Nachbar, wo ich nur irgend ein Loch ober eine Ritze fanb, dasselbe hinein. Den ganzen Sommer über haben wir keine Ratte gesehen. Gegen den Herbst wurde indessen ein Exemplar in dem ganz »n, entgegengesetzten Orte belegenen Schafstalle gesehen. Auch bort ich das Pulver hingestreut, und dann bis 1869, in welchem ich den Ort verließ, hat uns nie wieder eine Ratte belästigt. Auck einem Förster, der in meiner Nachbarschaft wohnte, theilte ich diese« Verfahren mit, derselbe hat sich die Hundszunge frisch aus dem Walde mitgebracht und will den besten Erfolg davon gebäht haben. Soweit hier der Erzähler. — Die Hundszunge (Uynogioesum officinale) gehört zu den betäubenden Gewächsen: es entspricht tri feiner Wirkung etwa dem Binsenkraute. Daher läßt sich wobt auch der Abscheu erklären, den nach Obigem die Ratten gegen die Huvd^ zunge hatten. — Immerhin dürste ein Versuch dieses äußerst einfachen Medikamentes gegen die unliebsamen Gäste als empfehlens, werth erscheinen. Der englische Statistiker Robewall stellt ble Behauptung auf baß Mäuse, Ratten unb ähnliche Schabenthiere auf allen englisch^ Lanbwirthschaftshöfen ebensoviel verzehren, als bte doppelte Bevölkerung einer Stadt wie London. Wenn man die Ration an Roggen erhebt, welche für eine solche Besatzung während eines Jahres erforderlich wird, so erhält man den Werth von über vierhundert Millionen Mark, um welche diese Sckadenthiere das Budget des Grundeigcnthümers belasten. — Diese Ziffern mögen bei einer Nachrechnung an ihrer Größe verlieren, sie können uns aber die Gefahr vor Augen halten, welche damit verbunden ist, wenn wir diese Kostgänger gewähren lassen und an den Nutzen erinnern, den ihre Vertilgung haben muß. (Aus der landw. Zeitung für „Feld unb Wald".) einen derartigen Menschenhandel einzuschreiten.______________ Verkehr, Land, und Volk-wirthschaft. — Nach der im Reichs-Eisenbahnamt aufgestellten, im „R.- u. St.-A." veröffentlichten Nachweisung über die im Monat Februar d. I. auf deutschen Bahnen (ausschließlich der bayerischen) bei den «ügetr mit Personenbeförderung vorgekomrrrenerr Verspätungen haben auf 42 größeren Bahnen, bezw. Bahnnetzen mit einer Gefammtbetriebslange von 35,276,02 Km. von den fahrplanmäßigen Zügen überhaupt sich verspätet: 544 Schnellzüge, 780 Personenzüge und 139 zur Personen-, sowie zur Güterbeförderung gleichzeitig dienende Züge, zusammen 1463. Von den fahrplanmäßigen >^ügen mit Personenbeförderung wurden geleistet: 11,668,193 Zug- ttlometer, 237,235,439 Achskilometer. Von den Verspätungen wurden 464 durch das Abwarten verspäteter Anschlußzüge veranlaßt, so daß den aufgefübrten Bahnen nur 999 Verspätungen zur Last fallen. Davon kommen auf 1,000,000 Zugkilometer — 85,62 Verspätungen, auf 1,000,000 Achskilometer = 4,21 Verspätungen. In Folge der Verspätungen wurden 914 Anschlüsse versäumt (gegen 3304 in demselben Monat des Vorjahres und 1221 im Vormonat). Bet 11 Bahnen sind Zugverspätungen unb bei 19 Bahnen Anschlußoersäumnisse nicht vorgekommen. In ber Nachweisung sind diejenigen Bahnen, auf welchen Zugverspätungen vorkamen, nach der Verhält- nitzzahl (geometrisches Mittel) zwischen der Anzahl der von den fahrplanmäßigen, der Personenbeförderung dienenden Zügen auf 1,000,000 Zug-, bezw. 1,000.000 Achskilometer entfallenden eigenen Verspätungen geordnet. Danach nehmen die Güstrow-Plauer Bahn, die Hessische Ludwigsbahn unb bie Wismar-Rostocker Bahn die ungünstigsten Stellen ein. Wird die Reihenfolge der Bahnen statt nach der Anzahl ber Verspätungen nach der Anzahl der Anschluß- Versäumnisse bestimmt, so treten die Güstrow-Plauer Bahn, die Hessische Ludwigsbahn unb bie Werra Bahn an ble ungünstigsten Stellen. In ben vorstehenben Angaben sinb bie Verspätungen bei denjenigen Zügen, welche in Folge von Felsrutschungen unb ber- oleichen ausfielen, unberücksichtigt geblieben. Aus diesem Grunde sind 20 Züge ganz und 4 Züge streckenweise ausgefallen, 16 Züge haben Verspätungen erlitten, wobei 4 Anschlüsse verfehlt wurden. — Zur Vertreibung der Ratten. ES gehört gewiß zu den bemerkenswerthen Erscheinungen, daß neben der Mäuseplage, von welcher seit Jahren ein großer Theil Deutschlands heimgesucht wird, in jetziger Zett auch noch Klagen über Ratten vielfach verlauten. — Mäuse und Ratten zählen bekanntlich zu den ärgsten Feinden der Landwirthschaft, sie sinb als solche treu Detbunben. Währenb jene Felb unb Wiesen als erwünschtes Terrain für ihre Zerstörungsgelüste erwählen, sinb bie Ratten äußerst lästige Gäste in Küche unb Keller, um hier nach Gefallen zu zernagen, was burch Mäuse in Felb und Garten noch verschont geblieben. 2327 8chmarze Lachemire, i Schwärze -fanlasiestoffe durch besonders günstigen Einkauf empfiehlt Aug. Montanus Die Bau-Abteilung. 3255 3154 München 2997 3366 vttlig r« verkaufen. Neuenweg 22. 2192 I. A-: Bogt. Engel, Gr- Gerichtsvollzieher. 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Der Verdingung liegen die in ben Regierungsamtsblättern bekannt gemachten Bedingungen für bie Bewerbung von Arbeiten unb Lieferungen vom 17. Juli 1885 zu Grunbe. Bebivgungen unb Zeichnung liegen im Abtbeilungsbureau, Gartenstraße 21, zur Ansicht aus, auch können Abbrücke der- felbcn gegen poftfreie Einsenbung von 1 JL von bort bezogen werben. Angebote sinb unter Benutzung des Derdingungsanschlags portofrei und mit der Aufschrift: „Angebot auf Lieferung von Werksteinen unb Deckplatten", bis zum 21. April, Vormittags 11 Uhr, an die Bau-Abtheilung einzuretchen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Erfurt, den 3. April 1890. /‘■^•^***»^**4*4t*««***a größte Neuheiten, empfehle in bedeutender Auswahl zu billigsten Preisen. 2684 1. Fangmann, Bahnhofstraße 29. "I «<Ä> k'*5Ä «iltt S ete M ■*WK »ne.n ^!d imb^, uadGh er,Mtük 1 axklo-F^ ■ l'4*4>4»H»H8HH Möbelfabrik °°» ««tÄn'Äimmer Uin '"-mdm Entwürfen. - ®8” Hermiethungen. Th. Brück in Giessen, ™,n. ........ 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