Nr. 14 Freitag den 17. Januar 1890. Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aaruittenvkälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger AöonnemcntspreiFr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: SchutstraßeAr.?. Fernsprecher 51. Aints- und AnzeigeblaLt für dsn Kreis Gieren. chratislieilage: chießener Kainikienökätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux be5 In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. ft»?«».» politische Nevexsicht. Gießen, 16. Januar. Der preußische Landtag ist am Mittwoch Mittag durch Staatsminister v. Bötticher mit Verlesung einer Thronrede eröffnet worden, die indessen keinerlei Ueberraschendes brachte, sondern sich im Allgemeinen mit der Aufzählung der schon bekannten hervorragenderen Ausgaben der neuen Session, nämlich des Etats und der Eisenbahn-Vorlagen, begnügte. Aus größeres Interesse wird aber auch der preußische Landtag diesmal schwerlich rechnen dürfen, denn die gesammte politische Aufmerksamkeit ist zunächst den bevorstehenden Reichstagswahlen. zugewendet und bis dahin werden eben die Verhandlungen des preußischen Landtages gegenüber der Frage nach dem Ausfälle der Reichstagswahlen zurücktreten müssen. Unter diesen Umständen ist es nicht unwahrscheinlich, daß die neubcgonnene Landtagssession noch vor Ostern ihren Abschluß findet, vorausgesetzt, daß dem Landtage in der Zwischenzeit nicht etwa noch ein neuer größerer Berathungsstoff unterbreitet wird, was jedoch kaum zu gewärtigen ist. Die bayerische Regierung plant, Münchener Privatnach- richteu zufolge, in Sachen der Kirchenpolitik einen entscheidenden Schritt. Sie will, um eclatante und absichtliche Mißverständnisse in der Umgebung des Papstes zu beseitigen, dem Vatican Material übermitteln, das den Papst über die wahre kirchenpolitische Lage in Bayern ausklären soll. Von Leo XIII. allein würde alsdann die Entscheidung über die weitere Entwickelung der kirchenpolitischen Lage in Bayern abhängen. Auch die ungarische Regierung gedenkt nach den in der Dienstagssitzung des Unterhauses abgegebenen Erklärungen des Handelsministers Baroß energisch die Bahn socialpolitischer Reformen einzuschlagen. Im Schooße des Cabinets Tisza wird zur Zeit ein Entwurf über die Krankenversicherung der Arbeiter ausgearbeitet und die Frage der Unfallversicherung einer Prüfung unterzogen. Die Einrichtung von Fabrik- inspectoren soll ebenfalls auf dem Wege der Gesetzgebung erfolgen. Auch die Frage der Sonntagsruhe versprach Baroß in Erwägung zu ziehen, doch erklärte er, daß er für seine Person mit dieser Sache nicht sympathisire. Jedenfalls darf man erwarten, daß die parlamentarischen Parteien Ungarns für die dargestalt angekündigte Socialpolitik der Regierung auch das nöthige Verständniß entwickeln werden. Der englisch-portugiesische Streithandel ist, nachdem er eben erst eine Wendung zum Bessern genommen haben schien, durch das von England an Portugal gerichtete Ultimatum plötzlich in ein hochkritisches Stadium getreten. Denn der Beschluß des portugiesischen Staatsrathes, die portugiesischen Streitkräfte aus den strittigen Theilen Südafrikas, wenngleich unter formeller Wahrung der Rechte und Ansprüche Portugals, zurückzuziehen, ist erst unter dem Drucke des englischen Ulti- matums erfolgt- dieses verlangte die Zusage der Zurückziehung der portugiesischen Streitkräfte, widrigenfalls der englische Gesandte mit seinem Personal Lissabon binnen 24 Stunden verlassen würde. Die englische Regierung ist nun zu ihrem scharfen Auftreten allerdings erst durch die jüngsten Nachrichten über das aggressive Vorgehen der Portugiesen in Südafrika veranlaßt worden, aber trotzdem veranlaßte das Ultimatum den Ausbruch eines sich gegen England wie gegen die eigene Regierung kehrenden Entrüstungssturmes in der Lissaboner Bevölkerung. Vor demselben hat bereits das bisherige portugiesische Ministerium zurücktreten müssen und auch Ausschreitungen gegen das englische Gesandtschaftsgebäude in Lissabon seitens der erregten Volksmenge meldete der Telegraph aus der portugiesischen Hauptstadt, aber noch Niemand vermag zu sagen, wohin in Portugal diese erregte Stimmung der Bevölkerung führen wird, jedenfalls ist nicht ausgeschlossen, daß die republikanische Partei des Landes diese Vorgänge benutzt, um eine Schilderhebung gegen das Königthum in's Werk zu setzen. Deutsches Reich. Darmstadt, 15. Januar. Der „Frkf. Ztg." wird von hier gemeldet: Als Candidat der freisinnigen Partei für den Wahlkreis Darmstadt-Groß-Gerau soll Architect Rückert von hier ausersehen sein. Die Nationalliberalen werden den Rechtsanwalt Osann attsstellen. Darmstadt, 15. Januar. Wie der Bericht des Ersten Ausschusses Zweiter Kammer über den Gesetzentwurf betr. die Volksschullehrergehalte des Weiteren aussührt, gab bisher die gesetzlich bestehende Verschiedenheit der Lehrergehalte in den Gemeinden unter 10000 Seelen, zum Nachtheil der Schule, den Lehrern vielfach Anlaß zu Dienst- und Ortswechsel. Der neue Gesetzentwurf schafft hier Abhilfe. Nach Art. 2 des Gesetzes vom 9. März 1878 hat jeder definitiv angestellte Lehrer an Volksschulen: 1) nach lOjähriger Dienstzeit einen Gehalt von 1050 Mk., 2) nach 15jähriger 1150 Mk., 3) nach 2Ojähriger 1225 Mk., nach 25jähriger 1300 Mk. zu beziehen. Die neue Gesetzesvorlage proponirt dagegen: 1) nach bjähriger Dienstzeit einen Gehalt von 1000 Mk., nach lOjähriger 1100 Mk., nach 15jähriger 1250 Mk., nach 2Ojähriger 1400 Mk., nach 25jähriger 1500 Mk., nach 3Ojähriger 1600 Mk. Der Ausschuß hat sich bekanntlich, der Petition des Vorstandes des hessischen Landeslehrervereins entsprechend, dafür ausgesprochen, daß die Gesetzesvorlage dahin abgeändert werde, daß das Maximalgehalt von 1600 Mk. schon nach 25jähriger statt nach 3Ojähriger Dienstzeit erreicht werde. Das frühere Maximum von 1300 Mk. nach 25 Dienstjahren tritt demnach künftig schon bald nach 15jähriger Dienstzeit ein. Da im Groß- herzogthum die Lehrer meist nach dem 26. Lebensjahre ihre definitive Anstellung finden, so kommen dieselben bereits nach dem 50. Lebensjahre in den Genuß des Maximalgehalts. Das Gehaltsminimum eines definitiv angestellten Lehrers von 900 Mk. ist beibehalten, weil doch schon nach 5jähriger Dienstzeit künftig durch Alierszulagc lOOOMk. sichererreicht werden. Wird der neue Gesetzentwurf zum Gesetz erhoben, woran bei der wohlwollenden Gesinnung unserer Großh. Negierung und der Stände für die Schule und den Lehrerstand des Landes wohl nicht zu zweifeln, so werden sich die Gehälter der Lehrer in den Landgemeinden des Großherzog- thums im Vergleich mit den entsprechenden Gehaltssätzen in anderen deutschen Staaten mit als die günstigsten darstellen. Man erhofft wohl mit Recht hierdurch den größten Vortheil für unsere Schulen und die Großh. Regierung wie der Finanzausschuß dürfen sich des wärmsten Dankes der hessischen Lehrer versichert halten. Besonders wohlthuend berührt das ernstliche Bestreben zur möglichen Gleichstellung, welches in dieser, wie in den anderen die Lehrergehälter berührenden Fragen und Separatpetitionen einzelner Lehrer aus dem von Herrn Dr. Schröder erstatteten Berichte des Ersten Ausschusses hervorleuchtet. F- I- Offenbach a. M., 15. Januar. Zur Reichtagswahl. Im Wahlkreise Offenbach-Dieburg wurde von nationalliberaler Seite wieder Herr Böhm, von socialdemokratischer Seite dagegen Herr Ulrich, beide zu Offenbach, als Candidat ausgestellt. Berlin, 14. Januar. Wie auf den mit dem 1. October v. I. neu eingesührten Postwerthzeichen, so wird auch auf den Münzen der Reichsadler einer Abänderung unterzogen und demselben eine mehr den Anforderungen der Heraldik entsprechende Gestalt gegeben. Zwanzig-Markstücke mit dem nchren Reichsadler sind der „Magd. Ztg." zufolge in diesen Tagen im Verkehr erschienen. Deutscher Reichstag. 43. Plenarsitzung. Mittwoch den 15. Januar 1890, 2 Uhr. Das Haus tritt in die Tagesordnung ein: I. Erste Beratung des von den Abgg. Barth und Gen. (dfr.) beantragten Gesetzentwurfs, betr. Abänderungen und Ergänzungen des Reichswahlgesetzes. — Die Vorlage bestimmt, daß die Stimmzettel in der Weise abgegeben werden, daß jeder Wähler von dem Wahlvorsteher ein Couvert empfängt und sodann in einem für Dritte nicht zugänglichen und nicht zu beobachtenden Orte seinen Stimmzettel in diesen Umschlag steckt und dem Wahlvorsteher einhändigt. Abg. Rickert (dsr.) begründet die Vorlage. Was hier gefordert wird, ist in den anderen parlamentarischen Staaten Fsuilleton. Gberhessen im Jahre 1813 (Schluß.) Wir übergehen seine persönlichen Beziehungen zu den Gliedern der Hochschule, namentlich der theologischen Facultät, die er anzuknüpsen Gelegenheit fand. Dann fährt er fort: „Uebrigens ist Marburg, durch das Gespräch zwischen Luther und Zwingli berühmt, im Jahre 1528, und durch den früheren Ketzer-Jnquisit Conrad von Marburg, der eine Stunde von hier erschlagen wurde. Eine Straße Marburgs heißt noch die Ketzerstraße, und ein Wasser der Ketzerbach. Die umliegenden Berge tragen viele Ruinen von alten Schlössern, die zum Theil Raubschlösser gewesen seyn mögen. Sehr prachtvoll auf dem abgestumpften Kegel eines Basaltberges erhebt sich die Stadt Amöneburg,' gewiß eine der höchsten Städte Europas. Die katholischen Einwohner haben die Beschwerde, fast immer in den Wolken zu schweben- der Ort gehörte ehemals nach Mainz, itzt aber nach Cassel. Am 6. Januar (1814) war ich in Giessen, welches nur drei Meilen von Marburg entfernt ist. Der Weg an den Ufern der Lahn ist sehr abwechselnd und unterhaltend. Die Stadt liegt in einer flachen Ebene, enthält 10- bis 11,000 Einwohner und einige schöne Wohnhäuser. Ringv um die Stadt, wo die Festungswälle abgetragen sind, ziehen sich anmuthige Spaziergänge und prachtvolle Häuser- im Innern der Stadt ist aber alles altmodisch, schief und krumm gebauet, gleichend einem alten Bilde mit goldener Einfassung. Die Universität ist in vielen Stücken Antipode von Marburg. Dort war der Patriotismus Feuer und Flamme, hier herrscht Lauigkeit und Kälte, wie denn überhaupt Hessen- Darmstadt durch Anhänglichkeit an Frankreich sich ausgezeichnet hat. Ein Professor Namens Cr om e hat sogar eine Schmähschrift auf die Verbündeten geschrieben, dagegen ist der patriotische Aufruf Wachlers aus Marburg wie eine Prophetenstimme voll Geist und Leben. Dort begnügen sich die akademischen Lehrer mit dem bescheidenen Titel Professor, hier aber prangen sie als Geheime Räthe, Ritter und Com- mandeurs der Ritter-Orden. Abends war ich auf einem Symposio, wo die Professoren zu geistigen Gesprächen und zum Wein sich täglich versammeln. Die Geheimen Räthe Schmidt, Grolmann, die Professoren Diesenbach, Künöl, Psannkuche, Buchhändler Heyer, Pfarrer Wolf u. a. lernte ich hier kennen. Besonders sreuete es mich sehr, einen Freund und wackeren Vertheidiger unseres ehrwürdigen Kant hier anzutreffen, den Prof. Sn e l l. Nach einer philosophischen Unterhaltung hatte ich schon lange getrachtet und ich genoß sie diesen Abend auf eine stärkende Weise in der Gesellschast dieses schätzbaren Philosophen." Daß hier in Gießen unser Reisender den Professor Crome als einen berüchtigten Franzosensreund kennen lernte, ist nicht ohne Interesse. Hatte er doch auch die Geschichte von den Ohrfeigen erzählt — sie muß damals' ganz frisch und in aller Leute Mund gewesen sein — die er für feine französische Spioniererei sehr am rechten Platze davontrug. Jetzt werden nur noch wenige leben, die sichere Auskunft darüber zu geben wissen. Möchte einer sich veranlaßt sehen, die Geschichte vor gänzlicher Vergessenheit zu bewahren. Zum Schluß sei noch erwähnt, was Rhesa über Wetzlar sagt: „Am folgenden Morgen fuhr ich nach Wetzlar, wo das Reichs-Kammergericht seinen Sitz hatte, als das heilige Römische Reich noch auf Füßen stand. Seit Aushebung dieses Schöppenstuhls sind gegen 800 Offizianten von hier fortgezogen, wodurch die Stadt viel verloren hat. Man sieht die ehemalige Wohlhabenheit an der Pracht der Häuser. Alles hat hier ein vornehmes Gesicht. Das Straßenpflaster sogar ist von Marmorsteinen. Bei der hiesigen Simultankirche ist es eine einzige Erscheinung, daß der katholische Dechant den lutherischen Pfarrer zu wählen und zu introduciren hat. Die protestantischen Prediger sind zugleich Lehrer am Gym- nasio, um welches der Consistorialrath und Pfarrer Follenius Hierselbst große Verdienste hat. Der Fürst Primas, zu dessen Gebiete die Stadt Wetzlar gehörte, hat die Schulen neu organisiren lassen, aber nach französischem Zuschnitt. Der Religionsunterricht ist bei den Gymnasien gar nicht berücksichtigt, sondern dagegen eine Moralstunde festgesetzt. Welche nachtheilige Folgen diese Verbannung der Religion aus den Schulen äußert, kann folgendes Beispiel beweisen. Der Sohn des Pfarrers Textor aus Romrod, ein zwölfjähriger Knabe, kam von dem Franksurther Gymnasio nach Hause. Der Vater wollte natürlich wissen, was sein Sohn gelernt hätte, und befragte ihn auch unter cmderm über das Christen- thum. Hier wußte der sich weise dünkende Gymnasiast zu erzählen, daß Christus nicht wirklich gestorben, sondern nur in Ohnmacht gefallen sey, daß die Auferstehung Erdichtung wäre u. dergl. Mit Erstaunen hörte der Vater diese Weisheit seines Sohnes an, und fragte, wer ihn so etwas gelehrt habe? „Unser Lehrer Röntgen", erwiderte er, „hat uns das erzählt." Wir haben aus dem an zeitgenössischen Beobachtungen so reichen Buche das ausgezogen, was auf unsere Gegend ein wenn auch nicht allgemein erfreuliches Licht zu werfen im Stande ist. Es bleibt dabei, jedem Einzelnen überlassen, die Zustände unserer Gegend zu Anfang und zu Ende des 19. Jahrhunderts gegen einander abzuwägen und zu untersuchen , ob sich dieselben verbessert oder verschlimmerL haben. ------------ längst anerkannt, namentlich in England und Amerika. Wenn man das geheime Wahlrecht sichern und nicht der Zerstörung und systematischen Verfälschung preisgeben will, so muß man Garantien schaffen, daß dieses Wahlrecht auch wirklich frei und geheim ausgeübt werden kann. Es ist namentlich von Arbeitgebern ein unglaublicher Terrorismus geübt worden. Fabrikanten haben ihre. Stimmzettel vertheilen lassen an ihre Arbeiter mit der Weisung, daß diese Zettel vor der Abgabe in den Wahlvorstand nicht geöffnet werden durften. Es muß allen Parteien gleichmäßig daran liegen, daß das geheime Wahlrecht erhalten bleibt, denn darin liegt allein die Garantie, daß der Wille und die Meinung des Volkes richtig zum Ausdruck kommt. Abg. Struckmann (nl.): Daß wir das geheime Wahlrecht erhalten müssen, ist selbstverständlich; es ist auch richtig, daß schwere Verstöße gegen die Geheimhaltung der Wahl vorgekommen sind, aber ebenso oft, vielleicht in noch viel zahlreicheren Fällen, sind unbegründete Beschuldigungen erhoben worden. Es könnten darüber viele interessante Daten aus den Wahlprüfungsacten gesammelt werden. Ob die Einrichtung des Couverts eine zweckmäßige ist, scheint zweifelhaft. Die Stimmen darüber sind getheilt. Herr Rickert verlange in seinem Gesetz-Entwürfe so zahlreiche Einzelnheiten, daß das Wahlverfahren und namentlich die Wahlprüfungen ungemein erschwert werden würden. Redner hat keinen Grund, eine Commissionsberathung zu beantragen. Thut Herr Rickert das, so werden die Nationalliberalen zustimmen. Abg. Dr. Barth (dfr.): In derselben Form wie der vorliegende Antrag bestehen gesetzliche Bestimmungen in anderen Staaten, die in der Cultur nicht höher stehen als Deutschland. Namentlich bestehen solche Bestimmungen auch für England und für Norwegen. Das Vorschützen formalistischer Gründe soll nur verdecken, daß Sie das Gesetz nicht wollen. (Bravo links, Widerspruch bei den Nationalliberalen.) Thatsächlich hat sich jede der vorgeschlagenen Einrichtungen bewährt, wo sie eingeführt ist. Abg. Müller-Marienwerder (Np.): An der geheimen Ausübung des Wahlrechts haben alle Parteien das gleiche Interesse. Verletzungen des Wahlgeheimnisses haben immer den Parteien am meisten geschadet, von der sie ausgegangen find, und aus diesem Grunde kann vor solchen Manövern nur dringend gewarnt werden. Dem Anträge stehen zahlreiche formale Bedenken entgegen. Die von dem Anträge verlangten Einrichtungen werden sich vielfach als undurchführbar erweisen- die heute bei den Wahlen benutzten Locale eignen sich wenig zu diesen Einrichtungen. In dieser Session noch ein Gesetz zu Stande zu bringen, das diese Angelegenheit regelt, wird nicht möglich sein. Abg. Dr. Windthorst (Ctr.): Ich bin stets für- öffentliche Stimmabgabe, habe aber in Berlin gelernt, daß das nicht gut ist und bin deshalb dafür, daß man die geheime Stimmenabgabe möglichst sichern muß. Von diesem Anträge Schaden zu fürchten, beweist eine Kurzsichtigkeit, welche die meinige weit übertrifft. (Heiterkeit!) Commissionsberathung scheint nicht mehr angezeigt. Glauben Sie nur nicht, daß Sie gegen die Socialdemokratie und deren Terrorismus das geheime Wahlrecht ohne weitere Maßregeln schützen können. Die Sache ist angeregt und der nächste Reichstag wird darüber zu entscheiden haben. Abg. Hegel (cons.): Die deutschfreisinnige Partei hat nicht das Recht, sich als einzige Schützerin des Wahlgeheimnisses aufzuspielen- bei den Stadtverordneten-Wahlen hat sie derartige Maßnahmen nie verlangt, obwohl die Verstöße dort am zahlreichsten sind. Am besten wäre es, wenn bei den Wahlen die maßlosen Hetzereien der Deutschfreisinmgen aufhörten. Abg. Munckel (dfr.): Das Prinzip des Antrages ist allerseits als ein berechtigtes anerkannt, die formellen Bedenken sind nicht erheblich, jedenfalls kann man ruhig abwarten, ob aus solchen Bestimmungen wirklich sich erhebliche Nachtheile für die Wahlprüfungen ergeben werden. Abg. Singer (Soc.): Meine Partei wird für den Antrag stimmen. Die heutige Debatte wird nicht unfruchtbar sein, wenn auch für die Durchführung des Gesetzes bei der Abgeneigtheit der Regierung gegenüber Anträgen aus diesem Hause wenig Aussicht vorhanden ist. Wenn die Unternehmer bei den nächsten Wahlen sich in der Beeinflussung ihrer Arbeiter nach den heutigen übereinstimmenden Erklärungen aller Parteien etwas zurückhaltender zeigen als bisher, so ist das Resultat der Debatte ein gutes. Abg. v. Koscielsky (Pole) erklärt Namens seiner Fractionsgenossen, daß ihnen der Antrag sehr sympathisch sei und die Polen für denselben stimmen werden. Nach einem Schlußwort des Abg. Rickert, der die ablehnende Haltung einzelner Redner auf eine Abneigung gegen das geheime Wahlrecht zurücksührt und die spätere Wiedereinbringung des Antrages in Aussicht stellt, ist die erste Be- rathung beendet. Es folgt die dritte Berathung des von dem Abg. Rickert (dfr.) eingebrachten Antrages aus Abänderung der Militärstrafgerichts-Ordnung (wonach in Zukunft die verabschiedeten Offiziere der Militärgerichtsbarkeit nicht unterworfen sein sollen). Die Vorlage wird ohne wesentliche Debatte mit einer redactionellen Aenderung, die der Abg. Klein-Sachsen, beantragt, angenommen. Sodann vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr. Rest des Etats. Schluß 51/4 Uhr. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Berlin, 15. Januar. Der Landtag wurde durch den Minister v. Bötticher im Auftrage des Kaisers eröffnet. Die Thronrede gedenkt der Therlnahme an dem Hinscheiden Ser Kaiserin Augusta, erwähnt die günstige Finanzlage bei indeß steigendem Ausgabenbedarf, sowie auch des Matricular- bcitrags für das Reich. Die Erhöhung der Einnahmen der unteren und mittleren Beamten sei noch zu vereinbaren. Die Reform der Einkommensteuer und die Ueberweisung von Realsteuern au die Communalverbände sollen in einer Vorlage erledigt werden. Angekündigt wird die Erwerbung noch einiger Privatbahuen. Die Thronrede spricht die Hoffnung aus, daß die schwierige Lage durch den ungünstigen Ausfall der Ernte ohne dauernde nachtheilige Folgen werde überwunden werden. Ferner wird eine Vorlage zur Erleichterung der Seßhaftmachung über die Grundeigenthums-Erwerbung durch das Rechtsinstitut der Rentengüter angekündigt. Im Weiteren wird die Befriedigung des Kaisers über das Entgegenkommen der Arbeitgeber gegenüber den Bergarbeitern ausgesprochen. Die Beziehungen Deutschlands zu den auswärtigen Mächten seien allerseits gute. Berlin, 15. Januar. Herrenhaus. Der Präsident Herzog von Ratibor eröffnet die Sitzung mit einem Hochsauf den König. Das bisherige Präsidium wird wiedergewählt. Der Herzog von Ratibor gedenkt in warmen Worten des Andenkens an die Kaiserin Augusta. Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr. Berlin, 15. Januar. Abgeordnetenhaus. Präsident I v. Köller eröffnet die Sitzung mit einem Hoch auf den Kaiser und König, in welches das Haus dreimal begeistert j einstimmte. Der Präsident hebt den schmerzlichen Verlust, den das kaiserliche und königliche Haus und das Vaterland durch das Hinscheiden der Kaiserin Augusta erlitten habe, mit den wärmsten Worten hervor und theilte mit, er werde dem Kaiser die Theilnahme des Hauses in geeigneter Weise zum Ausdruck bringen. Das Haus ist damit einverstanden. Es waren 290 Mitglieder anwesend. Morgen 12 Uhr: Wahl des Präsidiums, Entgegennahme der Regierungsvorlagen. Berlin, 15. Januar. Wie die „Bert. Polit. Nachr." vernehmen, liegen dem Auswärtigen Amte briefliche Mittheilungen aus Oftasrika bis zum 16. December, Jahres- und telegraphische Berichte bis Ende der ersten Januarwoche vor, welche als Fortsetzung der Weißbücher demnächst dem Reichstage zugehen werden. In diesen Meldungen seien die neuesten Berichte Wißmanns enthalten, wonach die Zeitungsnachricht von der Gefangennahme Gravenreuths absolut unbestätigt bliebe. — Der Reichstagsabgeordnete von Franck en stein ist gestern Abend plötzlich erkrankt, anscheinend an der Jnlluenza, welche auch die Lunge ergriffen hat. Berlin, 15. Januar. Nach einem Telegramm aus Zanzibar ist eine vollständige, die Interessen beider Factoren fördernde Verständigung über die Zollpachtung zwischen dem Sultan von Zanzibar und dem Bevollmächtigten der Deutschostafrikanischen Gesellschaft, Vohsen, erzielt und unterzeichnet worden. Die Gesellschaft begrüßt das Resultat mit großer Genugthuung. München, 15. Januar. Zu Döllingers Nachfolger als insulirter Stiftsprobst der hiesigen St. Cajetans- hofkirche ernannte der Prinzregent den Stiftsdecan Türk. — Nußbaums Befinden hat sich verschlimmert. Hamburg, 15. Januar. Den „Hamburger Nachrichten" wird von dem Vorsitzenden der deutschen Levante-Linie mit- getheilt, derselben sei von dem Projecte einer Anschluß- linie Hamburg-Salonichi an eine von dem Nord- I deutschen Lloyd einzurichtende Zweiglinie Salonichi-Port Said- Aden-Zanzibar, wovon ein Telegramm der „Hamb. Nachr." aus Berlin spreche, nichts bekannt. Die Levante-Linie sei nicht in der Lage, noch könnte sie daran denken, eine derartige Verbindung herzustellen. In kaufmännischen Kreisen herrsche die allgemeine Ansicht vor, nur eine dritte Linie Hamburg- Zanzibar könnte den Zweck erfüllen, welchen die Reichsregierung durch den dem Reichstage vorliegenden Gesetzentwurf zu ! erreichen hoffe. Wien, 15. Januar. Die Beschwerde des Schulvereins für Deutsche wegen der Auflösung wurde vom Reichsgericht zurückgewiesen. Wien, 15. Januar. In der heutigen vierstündigen Sitzung der A u s g l e i ch s c o n f e r e n z wurde die Berathung der Justizangelegenheiten fortgesetzt. Nächste Sitzung morgen 2 Uhr. Klagenfurt, 15. Januar. Um 9*/2 Uhr Abends fand hier ein heftiges Erdbeben statt. Im dichtgefüllten Theater entstand infolge eines Feuerrufs eine vorübergehende Panik - das Publikum beruhigte sich jedoch bald wieder. Sedan, 15. Januar. Oberst Le b el, Erfinder des Lebel- gewehres, ist g e st o r b e n. Rom, 15. Januar. Eine Encyclica des Papstes über die Pflichten der Katholiken in der jetzigen Zeit erscheint morgen. Rom, 15. Januar. Der Kronprinz hat mit seiner Begleitung die Orientreise angetreteu. London, 15. Januar. An Todesfällen sind in der vergangenen Woche infolge von Lungenerkraukungen 1070 vorgekommen, 522 mehr als im Durchschnitt. In Edinburg, Glasgow und Dublin ist die Sterblichkeit ebenfalls bedeutend gestiegen. London, 15. Januar. Einer Meldung der „Times" aus Kairo zufolge hat auf das Gesuch Stanleys hin der Khcdive zugesagt, Emin Pascha im egyptischen Staatsdienste anzustellen. Der Khedive versprach, Emin Pascha davon telegraphisch zu verständigen. London, 15. Januar. Reutermeldung. Aus Zanzibar wird unterm heutigen gemeldet: Emin Pascha hatte einen Rückfall. Der Zustand soll sehr ungünstig sein. — Die hiesige Polizei ist mit den Nachforschungen betreffs des großen Diebstahls au fünfprocentigen türkischen priviligirten Obligationen und anderen Werthpapieren beschäftigt, welcher am 12. d. M. zwischen Paris und London stattgesunden bat. Die gestohlenen Werthpapiere bestehen and 5 türkischen Obligationen zu 20 Pfund und 84 Obligationen zu 100 Pfund, ferner aus 25 Actieu der Nationalbank von Mexiko. Dieselben waren über Boulogne und Folkestone expedirt. Belgrad, 15. Januar. König Alexander erhielt vom Zaren dessen Porträt in Erwiderung eines gleichen Geschenkes, welches der König anläßlich seiner Salbung dem Zaren übersandt hatte. Athen, 15. Januar. Mehrere Mitglieder der Königs- . familie sind an der Influenza leicht erkrankt. Rewyork, 15. Januar. Ueber einen Aufstand in Rio de Janeiro am 18. December v. I. wird gemeldet: Vormittags ging eine Anzahl dem Kaiser ergebene Bürger, unterstützt von dem zweiten Artillerie-Regiment, vor das Palais, nahm von demselben die republikanische Fahne herab und zog die kaiserliche Flagge auf. Bald darauf marschirten der Regierung ergebene Soldaten auf den Platz und es begann ein Gemetzel. Die aufständischen Bürger und Soldaten wurden rasch besiegt, die Anführer verhaftet und die rebellirenden Soldaten in die Kasernen eingesperrt. Unter den Beifallskundgebungen der Republikaner wurde die Fahne der Republik wieder aufgezogen. Gegen 100 kaiserlich Gesinnte kamen um - 21 Anführer wurden auf Befehl der Regierung erschossen. Der Aufruhr entstand infolge Unzufriedenheit der Soldaten mit ihrem Solde. Cocales nnd provinzielles. Gießen, 16. Januar. — Es wird für unsere Leser von Interesse sein, die Gründe kennen zu lernen, aus welchen die hiesige Stadtverordnetenversammlung das unserer Stadt bezüglich der ehemals- Dr. Schüler'schen Besitzung am 5. v. Mts. gemachte Verkaufs- Anerbieten abgelehnt hat. Wir lassen daher das von Groß- herzogl. Bürgermeisterei am 10. d. Mts. erlassene Antwort- schreiben hier im Wortlaute nachfolgen: Großherzogthum Hessen. Gießen, am 10. Januar 1890.. Großh. Bürgermeisterei der Provinzial-Hauptstadt Gießen. Herrn Rechtsanwalt Dr. Rosenberg Dahier. Auf die geehrte Zuschrift vom 5. v. Mts. benachrichtigen:' wir Sie ergebenst, daß die Stadtverordneten-Versammlung in ihrer gestrigen Sitzung nach Antrag ihrer vereinigten Bau- und Finanz-Deputation beschlossen hat, „die Verkaufsofferte mit einem Kaufpreis von 60,000 Mk. unter den gestellten einschränkenden Bedingungen abzulehnen." Maßgebend für diesen Beschluß war im Wesentlichen die von den meisten Mitgliedern der Stadtverordneten-Ver- sammlung geäußerte Abneigung, das Besitzthum ohne vollständig freie Verfügung über die fpätere, immerhin nur im öffentlichen Interesse erfolgende Verwendung desselben sozusagen nur miethweise zu erwerben, selbst wenn der dabei geforderte Kaufpreis hinter dem Marktwerth zurückbliebe. Unter diesen Umständen müssen wir es Ihnen überlassen, zu erwägen, ob die von Ihnen vertretenen Interessen eine etwaige erneute Verkaufsofferte unter Verzicht auf alle rechtlich bindenden Einschränkungen zulassen, wir wollen aber nicht verfehlen, schon jetzt anzudeuten, daß in der Stadtverordneten- Versammlung vielfach die Meinung vertreten ist, daß auch in solchem Falle die Stadt wegen der für sie gegebenen weniger lucrativen Ausnützung des Anwesens und der ihr erwachsenden moralischen Verbindlichkeiten nicht in der Lage sein werde, etwa denjenigen Kaufpreis anzulegen, welcher allenfalls bei Parcellirung des Ganzen zu erzielen sein würde. Bei diesem Anlaß kann der ergebenst Unterzeichnete nicht umhin, Ihnen und den derzeitigen Besitzern des Anwesens sein Bedauern darüber auszusprechen, daß er — in falscher Beurtheilung der Stimmung der Stadtverordneten-Versamm- lung — Sie zu einer Offerte mitveranlaßt hat, deren Annahme Seitens der Stadt ihm persönlich heute noch zulässig erschieuen sein würde, und für seine Person Ihnen zu danken für die in dem Offert zu Tage getretene Würdigung weiter- gehender idealer Interessen unserer Stadt und ihrer Einwohnerschaft. Gnauth. — Herr Ortsgerichlsvorsteher Lüdeking hat sein Amt niedergelegt. Büdingen, 13. Januar. Wegen der Influenza ist heute das Großh. Gymnasium auf 8 Tage geschlossen worden. Der Unterricht soll, wenn die Influenza uachläßt, nächsten Montag wieder beginnen. vermorschtes. * Mainz, 15. Januar. Die hiesige Genossenschaftsschlächterei wird sich demnächst vollständig auflösen. Wie verlautet, soll die Gesellschaft während der^ erst anderthalb Jahre ihres Bestehens nicht weniger als 70,000 Mk. zugesetzt haben. * Darmstadt, 15. Januar. Da der neue Gasometer nunmehr in Betrieb genommen ist, wird einem Beschlüsse der Stadtverordneten-Versammlung vom 27. Mai vor. Js. entsprechend, der Preis des zum Kraftmaschinenbetrieb und zu Heiz- und Kochzwecken verwendeten Gases vom 1. Februar d. I. ab aus 15 Pf. für den Cubikmeter herabgesetzt. — In der am 13. ds. im Reichstage stattgehabten zweiten Berathung des Militärgesetzcs wurden u. a. bewilligt: Für eine Cavallerie-Kaserne in Darmstadt 344,000 Mk. als dritte Rare, die Regierung hatte 844,000 Mk. als letzte llm 10. Januar 1890.. Mzielles. 8it8tn- 3«n««t, ''M fein, die " “1£ Häe Stadwer- ' füglich ehemals "s-gemachte Verkauss- das bon Groß- Ks. erlassene Antwort- * N°ti°n «°n-n '3nc ■">» üolfe|toiie !llef«nbev '9 eines ni.;* ct|),elt einet gl $£" Öe-- öal6l>«9 d«n Glieder der a- . erkrankt. A'Q'ihp । ' rö(dt§ Re- und ^olK,. 9Qnn ein Unui h*Ä i4ÄÄ °dk"he,t der Sch«m losenberg Dahier. . v. Ms. benachrichtigen erordneten-Versammlung lg ihrer vereinigten Bau- it, „bie Äerkaujsosserle ?f. unter ben gefeilten \en." war im Wesentlichen Itadtverordneten-Ler- Besrtzthum ohne voü- tere, immerhin nur im wendung desselben sozu- selbst wenn der dabei vkarktwerth zurückbliebe, es jöneii überlassen, zu teilen Interessen eine et- Berzicht auf alle rechten, wir wollen aber nicht ; in der Stadtverordneten- vertreten ist, daß auch in Ar sie gegebenen weniger Rubber ihr erwachs der Lage sei» mr e,^ , welcher allenfalls bei 'jein mürbe. benff Unterzeichnete mcht Besitzern des Anwe.en- d er - m ,-lfcha ^erardneten-Bechrnm- tranlo§t f)Qt' c”läj|ig ä-ä Stabt n»d chr Gnauth. Adelin« 1)«‘ I* W ***’ (ieniü)°i£ä’ ’SS^SerZ hr-nd tioö ««• 5" iqer I- b" " seidjluii' „,t6 einem-ö£ \3S,t«n Ä M00 ;b „nb zu ^'aichiu£"^"i «Ä» * ‘ Rate gefordert- für einen Frontirungsbau der Artillerie- Kaserne in Darmstadt 150,000 Mk. (gefordert 485,000 Mk.), für eine Älrtitterie-Kaserne in Mainz 350,000 Mk. (statt 477,000 Mk.), für ein Garnison -Lazareth in Mainz 600,000 Mk. (Tgl. Anz. — Den Beamten der Main-Neckar-Bahn ist Non der Direction während der Arbeitszeit in den Bureanx bis ans Weiteres das Rauchen gestattet rporden. Es sott das auf ärztlichen Rath geschehen sein, um das Umsichgreifen der Influenza zu verhüten. Vielleicht dürfte sich als weiteres Schutzmittel gegen Ansteckungsgefahr die Verabreichung eines guten Cognacs an die Beamten empfehlen. * Darmstadt, 14. Januar. In Folge vorliegender Verfügung Großh. Kreis-Schut-Commission wird der Unterricht an den hiesigen Mittel- und Stadtschulen morgen Donnerstag Vormittag 8 Uhr wieder beginnen. Gymnasium, Realgymnasium und Realschule werden am Freitag den Unterricht wieder aufnehmen. * Wetzlar, 15.Januar. Im hiesigen Handelsverein wird am nächsten Freitag (den 17. Januar) Herr Geh. Hofrath Professor Dr. Oncken aus Gießen einen Vortrag über „Bismarck am Bundestage 1851—1858" halten. — Im kleinen Saale des „Schützcngartens" findet am Samstag Abend eine allgemeine Arbeiter- und Handwerker- Versammlung statt. * Marburg, 15. Januar. Ein Bubenstreich niederträchtigster Art wurde heute Morgen von dem hiesigen Dachdeckermeister D. entdeckt. Als derselbe nämltch sein an einem Neubau in der Haspelstraße angebrachtes Ö3erüft abnehmen wollte, gewahrte er zu seinem nicht geringen Schrecken, daß der dasselbe haltende Strick dergestalt durchschnitten war, daß der Erste, der das Gerüst betreten hätte, unfehlbar in die Tiefe gestürzt wäre. Die Polizei wurde von diesem Vorfälle alsbald in Kenntniß gesetzt. Da die That nur bei Nachtzeit ausgesührt sein kann, so läßt sich annehmen, daß dieselbe von einer mit den Örtlichen Verhältnissen vertrauten Person ausgesührt wurde. * Berlin, 11. Januar. Was die Liebe vermag davon gibt ein Ereigniß, das in den Kreisen der Berliner Gesellschaft eifrig besprochen wird, ein glänzendes Zeugniß. Die 38jährige kinderlose Wittwe H. G. war in einen jungen Mann, von dem sie wußte, daß er bereits verlobt ist, dem jedoch Lie Mittel zum Heirathen fehlten, sterblich verliebt. Ihre großen Reichthümer und alle Künste, den Geliebten in ihre Netze zu ziehen, blieben erfolglos. Er liebte seine Braut und verschmähte das Geld. Dies imponirtc der Wittwe ganz gewaltig und sie beschloß, den Mann, welchen sic über Alles liebte, glücklich zu machen, wenn auch an der Stelle einer Anderen. Vor mehreren Tagen entsagte sie dem weltlichen Leben und kaufte sich einen Platz in dem Frauenstift, in dem sie fortan zu leben gedenkt. Weitaus die größere Hälfte ihres Bcsitzthums jedoch ließ sie dem Mann ihrrs Herzens auszahlen, damit er, wie es darin heißt, endlich das Ziel seiner Wünsche, seine Braut Heimzuführen, erreichen könne. Es handelt sich um eine Schenkung von 210000 Mk. Die Verwandten der hochherzigen Dame, die übrigens nicht Millionäre sind, behaupten nun, die Schenkung sei in einem Zustande von Geistesgestörtheit erfolgt und es dürfe deshalb die Ablieferung des CapitalS an den jungen Mann nicht erfolgen. Es entspinnt sich in Folge dessen nun ein Rechtsstreit, der viel von sich reden machen und nicht ohne Interesse sein wird. * Der Andrang zum Studium des Baufachs hat, wie die „Baugewerkztg." mittheilt, in ganz erheblicher Weise nachgelassen. An Regierungs-Bauführern ist thatsächlich schon jetzt Mangel vorhanden und müssen vielfach die Bauführerstellen mit Baumeistern besetzt werden, an welchen allerdings noch kein Mangel ist. Dieser Mangel dürste im Laufe der nächsten Jähre noch größer werden, weil nur verhältniß- mäßig wenige Leute sich dem Bausache zuwenden. Die Be dingungen zur Ablegung der Prüfungen sind erschwert worden und das Studium selbst dauert länger als irgend ein anderes. Auch an Privatbautechnikern ist kein Ueberfluß^ die guten Kräfte sind sämmtlich untergebracht und es hält schwer, nach kleineren Städten bautechnische Hilfskräfte zu bekommen. So ist jetzt die Aussicht sowohl für das Staarsbausach, wie für das Privatbaufach gut. * Die Photographie als Entlastungszeugin. Eine hübsche Anwendung der Photographie hat der Bauunternehmer des vor einiger Zeit beendeten neuen Themse-Tunnels gemacht. Die Besitzer einiger über den Enden des Tunnels am Themseuser gelegenen Häuser strengten eine Klage aus Schadenersatz an, indem sie behaupteten, daß gewisse Risse in den Wänden dieser Häuser durch die von den Tunnelarbeiten her- rührenden Erdsenkungen entstanden seien. In der Gerichtsverhandlung wies der Unternehmer nach,, daß er alle über seinen Arbeiten stehenden Häuser in aller Stille vor Beginn der Arbeit hatte photographircn lassen. Die Ausnahme der den Klägern gehörigen Häuser zeigten deutlich dieselben Mauerrisse, welche angeblich erst durch die Tunnelarbeiten entstanden sein sollten. Die Kläger wurden natürlich ab' gewiesen und in die Kosten vernrthcilt. Welchen schlimmen Einfluß der regelmäßige Genuß größerer Mengen geistiger Getränke auf den Organismus ausübt, beweist ein Ausspruch des berühmten Sir James Paget, daß habituelle Trinker nur ausnahmsweise größere Operationen überstehen, welche Nichttrinkern keine besonderen Gefahren bieten, und daß die Gefährlichkeit mit der Gewohnheit zu trinken wächst. Für diese Bemerkung hat Heyselder in dem letzten Kriege zwischen Rußland und der Türkei eine interessante Bestätigung gesunden. Während bei den als Muhamedaner keinen Alcohol genießenden Tartaren und Türken sehr complicirte Körperverletzungen ohne Fieber und andere unangenehme Erscheinungen heilten, war 'bei den Russen, obwohl sie in denselben Lazarethen lagen und dieselbe ärztliche Pflege genossen, die Wundheilung eine bei Weitem ungünstigere. Derselbe hob auch mehrfach hervor, daß aus dem gleichen Grunde die Türken den Russen im Ertragen von Strapazen und Witternngseinflüssen bedeutend überlegen gewesen seien. Schiffsnachrichten. Bremen, 14. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Eider, Capitän H. Baur, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 3. Januar von Bremen und am 4. Jan. von Southampton abgeqangen war, ist heute 1 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Allen an Influenza Erkrankten, die sich Erleichterung und Linderung verschaffen wollen, feien auaeleaentltchst Fays ächte Sodener [Mineral-Pastillen empfohlen. Je 5-6 Pastillen tn heißer Mllch aufgelöst, und in wiederholten Gaden heiß getrunken, üben einen wohlthätigen Einfluß auf bie_ catarrhalisch aificirten Organe aus, bewerkstelligen eine leichte ^-chletmabsonderung und lindern somit die Heftigkeit und die Beschwerden des Eatarrhs. Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen sind in allen Apotheken und Droguen L 85 Pfg. zu Haden. verkehr, Land- unö Volkswirthschaft. Limburg, 15. Januar. (Fruchtmarkt). Rother Weizen JL 17.00, weißer Weizen JL 16 80, Korn JL 13.60, Gerste JL 12.45, Hafer JL 7.65, Erbsen JL. 00.00, Kartoffeln JL 0.00. Frankfurt, 15. Januar. Erbsen ganze per Pfd- 14—18 H, do. geschälte 16—20 X Linsen 15—25 X weiße Bohnen 16—20 gelbe Kartoffeln per Gescheid 14—16 H, rothe Kartoffeln per Gescheid 12-14 X Butter per Pfd. 0,90-1,00 H, Eier das Stück 7—9 X Blumenkohl 40—80 X Weißkraut das Stück 12—20 H, Rothkraut 12-25 X Wirsing 10—15 X Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesestschast. Freitag Abend 415 Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, Samstag Nachmittag 300 Uhr, Samstag Abend 515 Uhr Holz-Versteigerurig. Dienstag den 21. und Mittwreb den 22. Januar, Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen in dem Oppenröder Gemeindewald, District Lehmkaut und Eichbufch nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: a) Bau-, Werk- und Nutzholz. 273 Nadelstämme von 13—37 cm Durchmesser, 8—15 m lang, 6 Eichenstämme „ 24—29 „ „ 12—15 „ „ 180 Derbstangen. 680 Reisstangen. b) Brennholz. Scheit rin Knüppel rm Reisig Wellen Stock rm Buche 25 4 300 6 Nadel — 115 4675 35 Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde in der Lehmkaute und zwar kommt am ersten Tag das Bauholz, am zweiten Tag das Brennholz zur Versteigerung. Bemerkt wird noch, daß am zweiten Tag 8—10 Haufen Bohnenstangen zur Versteigerung kommen. Oppenrod, den 13. Januar 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Oppenrod. ____________________________Petri.________________________536 jtfntipyrin. | Feinsten Medicin Cognac Medicin. Kothweine. Tfoee gegen Hunten und Heiserkeit« Husten-Bonbons. Salicylsaures Natron. Lindenblüthen. Sennesblätter H Carlebader Saiz. 471 H Pastillen. RicinirsSl. — Ricinusölgelatinecapfeln. Pepsfinesseuz, sowie alle anderen gesetzlich freigegebenen Medicinalwaaren zu haben in der Drogenhandlung OtloSchaafl 39 ____M Schellfische Kreppet treffen Donnerstag Abend ein. 315]Emil Orbig. täglich frisch bei [410 Aug. Noll im Stern. 364] Die berühmten Wiesbadener Hansmacher Nudeln von E. Weiner, keine sog. Fabriknudeln, empfehlen Schomber und C. Roth. 86] Wollene und wasserdichte Pferdedecken empfiehlt billigst LouiS Wittich II., Sattler, Neustadt 6. Wein-Versteigerung. Freitag den 17. Januar rr., Vormittags 10 Uhr, werden Südanlage 17 die zur Verlassenschaft des verstorbenen Canz leirath Clemur gehörigen Wsine, sämmtlich rein gehalten und meist ältere Jahrgänge, in Gebinden einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt. Proben werden vor der Versteigerung an Kaufliebhaber abgegeben. Gießen, 14. Januar 1890. Großherzogliches Ortsgericht. I A.: 495 Vogt. Schellfische, Cabliau, Zander, Hechte, Kieler Bücklinge, Kieler Sprotten, prima gemästetes Geflügel, lrbend und geschlachiet. in C. G. Kleinhenns Delicatessen-, Fisch- u. Geflügel-Handlung, __________Bahnhofstraße 59.__[543 efur Metzger! Hackbretter und Hackklötze in allen Größen und Breiten stetr oorräthig bei 85_____Andreas Euler« Bouquets, Kränze und dergleichen fertigt billigst 50! IV. Wipper, Mäusburg 1. Emser Krähnchen, Selterswaffer frisch eingetroffen bei 490] jßmil triachbach. Bauplatz zu verkaufen. Off, u. B. 1 an die Exp. d Bl. [320 Vas Settfedern-Lager Schliemann & Kähler in Hamburg versendet portofrei gegenNachnahme Ten, Bettfedern 9 Pfund für.........., geb. M. 7. Roßmäßler, Tie vier Jahreszeit!», 6. Aufl.. br. M. 5, geb. M. 7. Clarus Sterne, Die allgem. Weltan« schanung, br. M. 6., geb. M. 7.50. Klein, Allgem. Himmelskunde, 2. Aufl. br. M. 5.—, geb. M. 6.—._______l Hch, Prof. Dr. W., Spezielle Zoologie, Vd. I., br. M. 4., geb. M. 5. Ledebur, Die Metalle, br. M. 3.50, geb. M. 4.50. Glarus, Tie rationelle Ernährung, .60 Pf. J22 Hübner, I. (5., Pflanzsuatlsts, 6. Aufl., | neue AuSg., fort M. 4.50. von Martens u. Kemmler, Flora von Württembera und Hoheuzolleru, Band I u. II., brosch. M. 10.50, I Mafchinen.TreibriemenL'r.'L?L 30—150 mm, empfiehlt in bester Qualität bMgst 5651 A. Kllbingerj Louis Senner Nachfolger, Giessen Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 20. Januar 1890, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem Districte Blumenberg nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A Bau-, Werk- und Nutzholz. 5 Buchenstämme mit 5,15 Festmeter, 29 Eichenstämme „ 12,95 „ B. Brennholz. Scheith. Knüppelh Stockh. N h Rmtr. Rmtr. Rintr. Well'n Buchen 190,4 38,5 44,7 2248 Eichen 28,3 16,7 28,7 742 Erlen — 1 — — Die Zusammenkunft ist an der Alten-Tischwiese. Gießen, am 13. Januar 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 459 Holzversteigerung in der Königlichen Obrr- försterei Krofdorf. Freitag de» 24. Januar, Vorm. 9 Uhr, bei Wirth Kahlert in Krofdorf, Schutzbezirk Krofdorf, Distrikt Kuhbett 20b. Eichenr 1 rm Scheit, 5 rm Reiser Buchen r 7 rm Scheit, 8 rm Knüppel, 270 rm Reiser Distrikt Kuhoett 20c. Eichen: 4.5 Stämme III. und IV. Kl. mit 13,31 fm c. I., 111 rm Klafter-Nutzbolz II. u. III Kl, 19 rm Scheit, 19 rm Knüppel, 2SO rm Reiser. Distrikt Totalität 13, 16, 17b, J8b ( Lchm ißenaujfchub -Eichen r 219 Stämme III. u. IV. Kl. mit 68,08 fm c. I, 23 rm Klafter-Nutzholz HI. Kl., 1 rm Scheit, 25 rm Knüppel, 40 rm Stöcke, 17u rm Reifer. Buchen: 4 rm Klafter-Nutzholz II Kl, 6- rm Scheit, 30 rm Knüppel, 27 rm Stöcke, 190 rm Reiser. Distrikt 22 u. 21a (Lchneißenaufhieb). Eichen: 22 Stämme II., III. u IV. Kl. Mit 8,17 fm c. I., 4 rm Scheit, 102 rm Reiser. Nadelholz: 63 Stämme ur.d Stangen mit 8,03 fm c I Distrikt Krrhvett 21b Totalität Fichten: 2 Stämme IV. Kl. mit 0,38 fm c. I., 95 Stangen 1, 145 II und 65 III. Kl. Distrikt Kuhbett 21a, Erlen: 1 rm RoUscheit, 4 rm Knüppel, 120 rm Reiser. Krofdorf, den 15. Januar 1890. Der Königliche Oberförster: 535 Müller. Holzversteigerung. Donnerstag den 23. Januar, von Nachmittags 1 Uhr an, soll im hiesigen Kemeindewald Wehrholz, Dislrict Rosengarten, nachver- zeichnetes Holz versteigert werben: 50 Eichenstämme von 36—66 cm Durchmesser und 6—10 Meter Länge — 60 Festmtr-, 130 Fichtenstämme und -Stangen — 6 Festmtr., 30 Rm. Eichenscheiter, zu Küferholz geeignet. Die Zusammenkunft ist auf der Kreisstraße nach Niederkleen am Wald. Lang-Göns, den 15. Januar 1*90. Großh Bürgermeisterei Lang-Göns. Brückel. 530 IaOoerpachtuug. Donnerstag den 30. Januar, Nachmittags 2 Uhr, soll die Staufenberger Gemeindejagd auf hiesigem Rathhaus auf 6 Jahre verpachtet werden. Staufenberg, 14. Januar 1890. Großh Bürgermeisterei Staufenberg. 529 Stephan Berfteigeruugs- Anzeigc. Freitag den 17. Januar, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der Restauration Klingenberg — früher Bramm — dahier zwangsweise gegen Baarzahlung: 1) 1 Billard, 10 Tische, 70 Stühle, Sophas, Commoden, Nähtische, Spiegel, Bilder, Nähmaschinen, Kleiderschränke, Schreibsecretäre, Regulatoren, Berticows, Betten und 1 Kassasch^ank. 2) Gold- und Silberwaaren, insbes. 1 goldene und 1 silberne Herren-Uhr, 2 goldene Damen-Uhren, darunter eine mit Kette, Medaillons, Fingerringe, Brachen, Ohrringe und Borstecknadeln- Versteigerung zum Tyell bestimmt. Born. 545 Gerichtsvollzteh-r in Gießen. Ein junges Pferd § von 4 Jahren, zugfest, dunkler Grauschimmel (Wallach) ist zu verkaufen bei Schultheis Fiedler in Dorlar b. Wetzlar. Samstag drn 18. fr. Mts., versteigere ich zu Gießen: a Mittags 12 Uhr auf der sog. Insel bei der unt-ren Burk'schen Mühle (Zusammenkunft bei dieser Mühle): 1 FlfHernachen (fast neu), b. Nachmittags 2 Ubr in der früher Bramm'schen Hofiaithe: 2 Berticows, 1 Sopba, 1 Commode, 2 Kleiderschränke u d andere Mobilien, ferner eine größere Parthie Korbwaat en (Marktkörbe aller Facons , Blumen-1 tische, Kleiderg stelle, Bapierköibe, ein! Rohrsissel, Puppen- u. Kinderwagen rc.) Versteigerung a. und die der Korb- waaren bestimmt und der übrigen Sachen voraussichtlich theilweise bestimmt. Gießen, den 15. Januar 1890. Engel 537 Gr. Gerichtsvollzieher. Jermiethungen. 541] Logis, sowie einzelne Zimmer zu vernriethen-__S. Elfoffer. 539] Der 3. Stock (mit oder ohne Mans) in meinem Vorderhause per 15. April zu vermitthen. Euler, Ludwigsstr. 14. 542] Die 1. und 2. Etage in meinem Hause, bestebend aus je 5 Zimmern mit all:m Zubehör, großem Blrichplatz 2C., sind per März und April anderweit zu ver- miethen. Heinrilü Muckftuhl II., ___________________Asterweg 50.________ 3u5] Kleines Logis zu vermiethen. Lina Greiner, Frankfurterstr. 103. ~ 312] Die von Herrn Hauptmann Fulda bisher innegehabte Wohnung in meinem Haus, Nordanlage 41, ist vom 1- April 1890 an wieder zu vermiethen.^ Mieth- lustige können die Wohnung täglich — außer Dienstag und Sonntag — von 11 bis 1 Uhr besichtigen. Die Schlüssel sind im unteren Stock desselben Hauses zu erfrage m______ 491] Der mittlere Stock, bestehend aus 5 Zimmern, Küche, Wasferleitung nebst Zubehör, ist bis zum 1. April d I. zu vermiethen. M. Langsdorf, Lndwigsstraße 57. ""176] Der zweite Stock meines Hauses Kreirzplatz 3 per 1 April a. c. anbei weit zu vermiethen. Hermann Mettenheimer. 95] Die Bel - Etage meines Hauses, Ludwigsplatz 9, ist in Folge Berufung des Herrn Professor von Hippel naw Königsberg zum 1. April d- I zu ver- miethkn-_________________Mylius. 492] Eine Mansardenwohnung mit Wasserleitung zu vermiethen. M. LangSdorf, Ludwigsftraße 57. 89] Wollthorstraße 71 I. St. (früher Meyerfeld'sche Besitzung), schöne Wohnung von 6 großen Zimmern rc. rc., schönem großem Garten, per April b> ziehbar, ver- wiethet__ L. Seuling, Asterweg 48. 70] Der mittlere Stock meines Hauses, Frankfurterstraße 76, ist zusammen oder auch getrennt, per sofort oder spater, zu vermiethen. I. Dern. 83] Eine Wohnung von 3—i Zimmern mit Wasserleitung und allem Zubehör, sogleich beziehbar, an eine ruhige Familie zu vermietben. _________W. Ferber, Buchhändler. 881 Grünbergerstraße 14: 3. Stock zum 5. März zu vermiethen. Näheres _______Grünbergerstr. 16 tm 1- Stock 415] Die von Herrn Dr. med. Aoellis innegehabte Wohnung ist anderweit zu vermiethen Frau Dr. Franz Eckstein, -Alicestr 13. 42^ Kleine Wohnung an eine ruhige Familie zu vermiethen. ___________________Frankfurterstraße 1. 53-1] Em kleines freundlich möblirtes Zimmer, ver Monat 10 «X, zu vermiethen. Grünbergerstraße 24, zwei Treppen. 525] Zwei einzelne Stuben zu oer; miethen- I. Zufall, Marktstraße 7. 306] Ein fein möbl. Zimmer mit Cab zu vermiethen. Grünbergerstraße 36. 82] Zwei mödlirte Zimmer im Nebenhause zu vermiethen. Louis Petri l. Wwe., Neuenweg 39. " 84] Möbl. Zimmer zu vermiethen- ___________Alicestraße 19, Nebenhaus. 185] Schön möblirtes Zimmer sofort zu vermiethen- Bahnhofstraße 61 III.__ 40b] Zwei gut mödlirte Zimmer zu vermiethen.________Südanlage 22 UL 484] Möblirtes Parterre - Zimmer, JL 10.— per Monat, sofort zu vermiethen- Bahnhofstraße 48, Cig.-Laden. Ein Liaden mit ober ohne Logis sofort zu vermiethen. 442]C. Loth. IjtofllCKB, sehr geräumig, mit zwei großen Schaufenstern, zu vermiethen. 474] A. Happel, Neustadt 56^ 538] Kleiner Laden mit ober ohne Wohnung zu vermiethen. E. Harms, Neustadt 48. Vermischte Anzeigen. Gießener RmdviehassecurML Tie Taxation des 1. Quartals 1890 liegt im „Gasthaus zum Schw.nen offen. 439] Der Vorftand. FordermMen jeder Art an den Nachlaß meines Schwiegervaters Earl Balthaser Stodr sind innerhalb 11 Tage» bei mir geltend zu machen anderenfalls dieselben keine Berücksichtigung finden. Balth. Scdomber, 428__Bäckermeister.______ Neue ntt» e g 22. An- und Verkauf Reichstagswahl. Sonntag den 10 Januar, NachWittag» 2 Uhr findet im Gasthaus ,,zum Ginhorn" zu Steinbach eine Wähl er Versammlung statt, zu deren zahlreichen Besuch eingeladen wird. [532 von: Möbeln, Betten, Kleibern, Haushaltungsgegenständen, Gold- und Sil'ersuchen, Kupfer, Zinn, Messing, Blei, Zink, alterthümlichem Porzellan, Münze«', alten Büchern, Papier und Acten zum Einstampfen, Flaschen u. a. gebrauchten Gegenständen- ____Neuenw e ö JB 2. [331 528] Einige Grundstücke (Wiesen) zu verpachten. Näheres bei Frau S. Katzenstein, ______Wilhelmstratze 1. 487] Ein in unmittelbarer Nähe der Stadt im Bauplan gelegener, zwei Morgen großer Garten — auch zur Gärtnerei geeignet —, mi> Gartenhaus und Brunnen, ist zu vermiktben oder zu verkaufen. Auf agen unter K R. befördert b e Expedition d. Bl_____ 503] jE eltl. Mädch m. g Zeugn. s. Stelle in ein. bürgl. Haush. ob. Restauration, wos. ihr Gelegenh. geb. ist, sich im Kochen auszubilben. Es wirb wen. auf Lohn a- auf g Be- hanblung ges. Off. u. Nr. 503 an bie Expeb._d. Bl___ 479] Für ein Mäbchen vom Lanbe, aus guter Familie, bas in allen häuslichen, sowie in Hanbarbeiten erfahren ist, wirb Stelle als Stütze der Hausfrau gesucht. Auf hohen Lohn wirb nicht gesehen, wohl aber auf anstänbige Be- hanblung. 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Köser über: „Die mißliche Lage der deutschen Creditver- haitniffe, ein Krebsschaden an der Entwickelung unserer Dolkswohlfahrr", wozu unierc Mitglieder, sowie auch NicktMitglieder des Vereins freundlichst eniydaüeii u* erben. 475 tritt frei. Der Vorstand. t 8. lieinach & Cie. t E Markt Griessea Markt ▼ Wir erlauben uns unserer hochge-hrten Kunbschaft einen kleinen Danksagung lichsten Tank. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir unseren herz- 25 Stück Nähnadeln 2 H 1 Strähne Neihgarn 5 H Ueberzog Taillenstäbe Dtzd.7^r „ Rockreife 2 Knöpfe, Dtzd von L an bis zu den feinsten. Garant. 500 Hds Maschinen- garn, Rolle 13 H Garant. 200 Pds Maschinen- garn, Rolle 6 Garant. 80 ?)ds. Maschinen- garn, Rolle 3 1 Stück Schützenschnur 4 1 Strähne Chappseide, in allen Farben, 4 1 Rolle Nähseide —450 ?)ds. 38 Couleurte. rein wollene Lama- 540 Jamilie Dietz. 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Im Abonnement Im Abonnement Vereinskarten gültig. Schwank in 4 Acten von J. Rosen. Personen: Mohrmann, Canzleidir. Max Jaskowski. Babette, seine Frau ^nzfibre Kinder Selma s Olga Kratzer Luise Grüner Dr. Bruno Sturm Luise Maas. Albert Ullrich. Anni Reiners. Marie Jaskowski. Luise Neuschilling. Paul v. Gallas. Pamperi, Registrator Adam Reiners. Karoline,Dienstmädchen Helene Pauli. Anna, Dienstmädchen Franzis Martin. Conditor Richard Lerch. Ball-Commissär Otto Frank. Kassenöffnung 7* 2 Ubr Anfang 8 Uhr. Ende 101/4 Vhr. Sonntag den 19. Januar: „Der Lei ermann und sein Pfle gekind66. nen E. Wasserschieben, BaMgeMfL. FraEurter Börse vom 16. Januar 18$0. Schlußcourse 1 Ubr 15 Mim 4 pCt. Reichsanleihr 107.5514 pCt. Ungar. Golbrente 88 00 3Va * „ 103.1515 „ Italiener Rente 94 30 4 „ Preuß- Consols 106.601 Oefterr. Silberrente 76 50 3V, „ v 103.50! Ruff. Orient III. 70 50 Disconto-Commanbit-Antheile 249.80 Darmstäbter Bank-Actien 181.90 Dresbener „ „ 192,20 Berliner Hanbelsgesellsch.-Antheile 202.30 Oefterr. Crebit-2lctien 28112 , Staatsbahn-Actien 203.75 Lombarb. Eisenbahn- w 119.75 Buschtheraber Eisenbahn-Actien Elbethal-Bahn-Actien Gottharb- „ „ Schweizer Storbost-Bahn-Actien „ West- Gelsenkirchener Bergwerks-Actten Oefterr. Alpine-Montan- , Tendmz: schwankenb. 356 50 19525 168.50 133 30 37.90 21450 92 00 Telßgraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 16. Januar 1890. 10440 254.00 292 50 88 00 26300 Oefterr. Credttaetien Oefterr. StaatSbahn-Aettea Dortmunber Union-Actien Darmstädter Bankaktien 181-OOh DiSconto-tzom.-Antheilr 102 25 Harper er 133.10 Ostpreußen 186.30 Bockumer Gußstahlactien Terrdenz: fest. 4 pCt. Gießener Obligationen —.— >5 pCt. BuderuS-Obligationen Reichsbank-Ltscont 5 pCt. — Frankfurter Bank-DtSk-nt 5 pCt. kiedacti-n: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gieße»