ass unsere neu. ilmhme während der 135.1» b'/> P®1 »•** 90- 92 ö) 78 00 79-50 »chrmdLchwägmr! >uker, ler. Der Borstand. 9583 yterbliebrne". iss.se 419-7 50 157-SO 140.10 116 60 59 40 >we bei dem sc-mer? ir die reichen Blumen , Psarrer Dr. 9lau# t unb Lvffcrt.__ -gen wir * '» iann für d>- ** B* @Us urfl* * >*•* "od Kehlkopfcatarrh etc. a. Harz, erhältlich ist. — )er die dem Importeur ge- __ 7054 est andes Giessen inz u Bier im Slas. v«8 Comite. iterkeit i»irr: _______ 1890 Kr. 268. Zweites Blatt. Sonntag den 16. November Der Kießener Anzeiger erscheint täglich, mit AuSnshme deS Montags. Die Gießener MimitterrötLlter werden dem Anzeiger -»Schentlich dreimal beigelegt. Kenerat-Unzeiger. Vierteljähriger AVonnemeutspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge? 2 Mar! 50 Pfg. Redaction, Expeditivv und Druckerei: Schutffraße 3lr.1t Fernsprecher 51. Aintr- und Anzergeblntt fwt? den Ureis Gieren. "unn°bm^°n An,.ig-nzu d.r Nachmittag- -ür den chratisöeikage: chießener Kamikienökätter. A7z°?g7n"ürd777Gi-ß?n^^ folgenden Tag erscheinenden Nummer biS Vorm. 10 Uhr. ö **** V) XC cs- _ _ ................ Loeorles und provinzielles. Gießen, 15. November. — Wir bringen heute unseren Lesern einige Urtheile der auswärtigen Presse über Signora Tosti: „Neue Zeitschrift für Musik", Leipzig. Signora Teresa Tosti ist in der Kunstwelt durch ihr erfolgreiches Auftreten rühmlichst accreditirt. Sie entzückte die Zuhörer ebenso sehr durch Schönheit der Stimme, wie durch Gesangskunst und lebendigen Vortrag. Der lebhafte Beifall steigerte sich bei jeder ihrer weiteren Piecen, unter denen wir besonders den in ergreifendster Weise vorgetragenen Schubert'schen „Erlkönig" hervorheben. „Berliner Tageblatt", October 1889. Teresa Tosti gab am Sonntag ein Concert in der Singakademie. Die ausgezeichnete Sängerin zeigte auch diesmal alle ihre Vorzüge, die wir früher an ihr zu erwähnen Gelegenheit sanden. Sie kam, sang und siegte. Ihre Stimme ist von ungewöhnlicher Kraft und ungewöhnlichem Timbre, auch haben wir an der Künstlerin eine Kunstfertigkeit des Gesanges zu bewundern, eine virtuose Beherrschung der schwierigsten Aufgaben, wie sie in dieser Vollkommenheit nur wenigen Sängerinnen gegeben ist. Wer bei . den ersten Tacten der Arie aus dem „Barbier" die fast zu schwere, dunkle Tiefe des Organs vernahm, Zweifelte, daß diese mächtige Stimme die Cadenzen der Mittel- lage so außerordentlich mühelos und duftig bewältigen würde. Leicht und tadellos rein sprach .jeder Ton an, wunderbar ausgebildet zeigte sich der Triller und ein ähnliches „mezza voce“, wie das der Signora Tosti habe ich überhaupt noch nicht gehört. Besonders kam diese letzte Eigenschaft in dem Rubin- stein'schen „Gelb rollt mir zu Füßen" zur entzückendsten Geltung. Signora Tosti darf sich schon heute den Künstlerinnen rrsten Ranges beizählen. — Da8 Kaiser-Panorama aus der Mäusburg 12 erfreut sich täglich eines lebhasten Besuches. Von heute Sonntag ab gelangt eine prachtvolle Reise durch Belgien zur Ausstellung - es werden sämmtliche Sehenswürdigkeiten der .Hauptstädte vorgesührt, worunter besonders die Paulskirche in Antwerpen mit den prachtvollen Gruppen, das Leiden Christi darstellend, sowie die weltberühmte Kanzel von St. Römbaud hervor- zuheben sind. Sodann werden verschiedene plastische Aufnahmen von der Katastrophe von Antwerpen (Explosion der Patronenfabrik) in dieser Serie enthalten sein. Diese Ansichten wurden bis jetzt in Brüssel und Antwerpen'gezeigt und von Tausenden besucht. Nach allem dem bisher Gebotenen wird auch hier ein zahlreicher Besuch zu erwarten sein. H, R. Lang-Göns, 13. November. Durch allerhöchstes Decret wurde Herr Pfarrverwalter Köhler nach einer Wirksamkeit von 13 Monaten in hiesiger Gemeinde nach Rohrbach im Kreise Büdingen versetzt. In der kurzen Zeit seines Hierseins hat Herr Köhler sich die Liebe und Verehrung aller Gemeindeglieder in so hohem Grade erworben, daß man ihn sehr ungern von hier hat scheiden sehen. Welch inniges Verhältniß zwischen Herrn Köhler und der Gemeinde bestand, zeigte sich recht deutlich, als die Scheidestunde nahte. Am Abend des 8. November brachte der Gesangverein //Frohsinn" dem Scheidenden eine Serenade. Nachdem einige Lieder gesungen, richtete der Präsident des Vereins herzliche Worte des Abschieds an Herrn Köhler, die derselbe ebenso herzlich dankend erwiderte. Die Tags darauf gehaltene Abschiedspredigt unseres scheidenden Seelsorgers über 1. Chor. Cap. 2 Vers 1—5 ergriff die Herzen aller Zuhörer. Möge eS Herrn Pfarrverwalter Köhler gelingen, sich ebenso rasch und sicher die Liebe und Zuneigung seiner neuen Gemeindeglieder zu erwerben, wie es ihm hier in so reichem Maße gelungen ist. Die Gemeinde Lang-Göns wird Herrn Pfarrverwalter Köhler stets ein treues Andenken bewahren. In diesem Sinne rufen wir dem Scheidenden nochmals ein herzliches Lebewohl zu. Vermischtes. Kassel, 13. November. Attentat aus einen Zeitungsredacteur im Circus Kreuibser. Ein brutaler Ueberfall, gestern Abend im Circus Krembser auf einen hiesigen Zeitungsverleger und Redacteür ausgesührt, beschäftigt seit heute Morgen die Gemüther in unserer sonst so ruhigen und friedlichen Stadt. Die „Hessische Morgenzeitung" hatte aus der Feder ihres Verlegers und Redacteurs Gosewisch gestern Morgen einen Artikel über den gegenwärtig hier Vorstellungen gebenden Circus Krembser gebracht, sowie verschiedenes Unzulässige kritisirt und u. A. bemängelt wurde, daß das Austreten der kleinen Kinder bei den Akrobaten peinlich berühre, die Vorführung der acht Löwen durch den Löwenbändiger Mocomo zu sehr gewagt und gefahrvoll sei, denn wie leicht könne etwas passiren, das weibliche Publikum werde dann sicher Schaden nehmen rc.; auch war aus das Unschickliche einiger Späße der Clowns hingewiesen. Als nun gestern Abend Herr Gosewisch im Circus aus Grund des ihm bewilligten Redactionsbillets Platz genommen hatte, wurde er auf den Corridor gerufen, weil ein Herr ihn zu sprechen wünsche. Draußen harrte als der Betreffende Mr. Mocomo, der Löwenbändiger, welcher Herrn Gosewisch ins Kassenzimmer hineincomplimentirte, wo noch weitere drei Circusmitglieder anwesend waren. Ueber die hier nun vorgekommene gewalt- thätige Scene macht Herr Gosewisch nun in einem längeren Artikel in der heutigen „Morgenzeitung" sehr ausführlich Mittheilung, wodurch der Vorfall überhaupt erst bekannt geworden ist, denn gestern Abend hat weder im Circus (wir wohnten selbst der Vorstellung bei) noch davor irgend Jemand etwas von dem Ueberfall wahrgenommen. Nach der eigenen Darstellung wurde Herr Gosewisch zuerst über den obenerwähnten Artikel in brutaler Weise zur Rede gestellt, trotzdem er jede gehässige Absicht entschieden in Abrede stellte, daraus erschien auch die Frau Director Krembser und überhäufte den Zeitungsredacteur mit groben Schmähreden. Nachdem nochmals Herr G. den Versuch machte, sich zu vertheidigen, wurde er von dem Schulreiter „Pauk" im Rücken angegriffen. Und nun fielen alle Fünf, unter „persönlicher und thätlicher Anführung der Frau Directorin" über G. her und mißhandelten ihn in brutaler Weise — „ein Ueberfall — so heißt es in der „Morgenzeitung" — wie er brutaler vielleicht in Amerika, sicher aber niemals in Kassel dagewesen sein dürfte." Die gerichtliche Untersuchung ist im Gange. * Marburg, 12. November. Die bei dem hiesigen Jägerbataillon abgehaltenen Belehrungsschieben mit dem Jnfanteriegewehr M. 88 haben ergeben, daß das neue Gewehr, womit die deutsche Armee jetzt ausgerüstet ist, in jeder Beziehung die vorzüglichsten Eigenschaften besitzt. Es wurde dahier u. a. auf mit Sand gefüllte Kasten geschossen, die aus 3 Cm. starken Brettern gefertigt waren und eine Sand- süllung von über einen halben Meter Durchmesser hatten. Hier gingen bei 200 Meter Entfernung die Geschosse glatt durch, folglich, können in Zukunft nur die Schützengräben Schutz gewähren, die eine Erddeckung von 1 Meter Durchmesser haben. Von Baumstämmen bieten nur ganz starke Stämme Deckung, die schwächeren durchschlägt das Geschoß. Um die Schußwirkung aus Knochen zu erproben, wurde auf mehrere zusammengebundene Kuhbeine gefeuert. Hier fand sich, daß bei naher Distanz (150 Meter) im Umkreis von 5 Cm. um die Schußwunde alles zertrümmert war, während bei weiterer Entfernung (300, 400 Meter rc.) die Kugel den Knochen glatt durchbohrte. Die neue Waffe ist insofern „humaner" als die alte. Bei den früheren Gewehren schlug sich das Geschoß, das nur aus Blei bestand, sobald es einen harten Gegenstand traf, breit und verursachte so bei einem Aufschlag auf Knochen Zersplitterung. Bei 200 Meter Entfernung wurde ferner bei den Uebungen mit dem Gewehr M. 88 auf mit Wasser gefüllte Blechbüchsen geschossen, die Kugeln gingen glatt durch, nur war das Eingangsloch rund, während der Ausgang länglich war. Bei dem Feuern auf mit Steinen gefüllte Kisten ging allerdings von 7 Geschossen nur eins durch, das jedenfalls eine Lücke getroffen haben mag, die anderen blieben stecken. Zum Schluffe wurde auf vier hintereinander aufgestellte feldmarschmäßig gepackte Dächse (Tournister) geschossen, auch diese durchbohrte die Kugel. * Marburg. Sie wollen nicht mehr pfeifen. Die Nachtwächter unserer Musenstadt haben bei zuständiger Behörde den Wunsch geäußert, man möge ihnen die Angabe der Stunden durch Pfeifen erlassen, da ihnen hierdurch das Abfangen nächtlicher Ruhestörer und sonstiger Bösewichte ganz bedeutend erschwert werde. Sei nämlich jetzt irgend ein nächtlicher Streich geplant, so lasse man zunächst den Nachtwächter ruhig vorbeipseisen und gehe dann ungestört an die Ausführung ; auch in Fällen, in denen eine Entdeckung und Festnahme der Uebelthäter leicht zu bewerkstelligen sei, werde das Herannahen des Nachtwächters stets durch ihn selbst, d. h. durch seine Pfeife verrathen. Im Interesse der nächtlichen Ruhe würde die Pfeife also schon zu entbehren sein, — auch sonstige frohe kluge Zecher werden die Pfeife gerne miffen, die ihnen durch allzu genaue Angabe der Nachtstunden so manchen vorwurfsvollen Empfang bei ihrer Heimkehr bereitete. * Pferdeschutz. Ueber die dem Pferde geschlagenen Striemen und über die Schwielen, welche demselben von hartherzigen Gesellen beigebracht werden, über Blindschlagen mit der Peitsche — alles etwas, was gesehen werden kann, wird wohl geschrieben. Schlimme, ja oft die schlimmste Pein aber hat das arme Thier da zu erdulden, wohin wir selten einmal blicken können, im Munde. Ihr werdet Euer Pserd im Winter vor einem wunden Munde schützen, wenn Ihr stets das Gebiß in einen Eimer mit kaltem Wasser tauchen werdet, bevor Ihr es dem Pferde in den Mund thut. Legt einmal Eure Zunge an das Gebiß, nachdem es die ganze Nacht hindurch in einer Temperatur unter Null Grad gehangen- Ihr werdet die Zunge nicht so leicht wieder von dem Geschirr zurückziehen können, und wenn Ihr freikommt, so werdet Ihr ein Stück von der Haut Eurer Zunge eingebüßt haben. Wenn das Gebiß vorher wird in kaltes Wasser gebracht sein, dann wird sich das nicht ereignen. Noch einmal: Im Munde, oder wenn man das lieber hört, im Maule der Pferde sieht es manchmal recht zum Erbarmen aus. Wie Viel wird da durch das Geschirr verbrochen! Schaue man doch nur mal die Pferde vor unseren eleganten Carossen, ich meine die mit den infamen, stramm angezogenen Aussatz- oder Stolzmachezügeln an, wie sie unaufhörlich lecken und mit den Lippen thun, um den heftigen Schmerz im Innern des Mundes nur ein wenig zu mindern. Bitte, nur einmal einen Blick dahin. Der Kutscher in der feinen Livre wird sagen: „Das ist halt so 'ne schlechte Gewohnheit meiner Pferde." Ach ja, es ist halt so 'ne schlechte Gewohnheit der Thiere, Schmerzen zu empfinden, die ihnen von den Menschen bereitet werden. Wenigstens sollten sie es doch nicht zeigen. Nicht nur in deutschen, sondern auch in amerikanischen Blättern _ wurde dieser Artikel schon mit Erfolg verbreitet, und wird jeder Pferdebesitzer und -Freund ersucht, den Pferdeschutz nach besten Kräften zu unterstützen. * Vom Main, 12. November. Auf fast sämmtlichen Bahnstationen des Mainthales herrscht trotz der vorgerückten. Saison immer noch ein ganz enormer Kartosselexport. Die Kartoffeln sind wegen der starken Nachfrage von anfänglich 3 Mk. und später 3,50 Mk.. aus 4 Mk. gestiegen. Unter diesen Umständen beeilen sich die Landwirthe, ihre bereits eingekellerten Kartoffelvorräthe zu Markt zu bringen. Bessere Kartoffelsorten werden sogar mit 5—7 Mk. bezahlt. Bei solchen Preisen erwies sich Heuer der Kartoffelbau als überaus rentabel, zumal die Ernte eine reich gesegnete war. Einzelne Unterhändler, welche bedeutende Verkäufe um geringere Preise abschlossen, erleiden jetzt mitunter empfindlichen Schaden, weil sie die eingegangenen Lieferungsbedingungen einhalten müssen, aber um die früheren Preise keine Kartoffeln mehr erhalten können. * Freiburg, 12. November. Bei einer in der hiesigen Klinik vorgenommenen Operation wurde in der Brust des Kranken in ziemlicher Tiefe und nachdem Theile zweier Rippen entfernt waren, ein fest zugeklapptes Taschenmesser gefunden / welches bei einer Rauferei in Spanien seinen Weg dorthin gefunden hatte. In Spanien selbst wurde der Verletzte mehrere Wochen hindurch von Aerzten behandelt, die das Messer nicht fanden. * Wir erhalten aus Hamburg die Mittheilung, daß die Seitens der Hamburg • Amerikanischen Packetfahrt - Actien- Gesellschaft seit längerer Zeit geplante Reise nach Italien und dem Orient nunmehr zur Ausführung gelangen soll und zwar mit dem bekannten Doppelschrauben-Schnelldampfer „Augusta Victoria". Die Abfahrt ist auf den 21. Januar 1891 festgesetzt und der Fahrplan umfaßt die Häfen von Southampton, Gibraltar, Genua, Alexandria, Port Said, Jaffa, Beirut, Konstantinopel, Athen, Malta, Palermo, Neapel, Algier und Lissabon. Die Dauer der ganzen Rundreise dürfte sich auf 52 Tage belaufen. Wohl noch niemals ist mit einem Schiffe von der Größe, Geschwindigkeit und Pracht der „Augusta Victoria" eine solche Vergnügungsreise unternommen worden und es kann kaum bezweifelt werden, daß sich eine große Zahl von Theilnehmern einstellen wird. Eine sehr wesentliche Annehmlichkeit ist, daß nur eine beschränkte Anzahl von Billets ausgegeben werden soll. Gutem Vernehmen nach hat ein speculativer Unternehmer der Packetfahrt die Summe von 100,000 Mk. geboten, wenn ihm das Recht ertheilt wird, die „Augusta Victoria" in den ausländischen Häfen gegen Erhebung eines Eintrittsgeldes besichtigen und die Schiffseapelle dortselbst concertiren lassen zu dürfen. * Rödelheim, 10. November. Dem hiesigen Arzte Dr. Momberger wurde von einem inzwischen verstorbenen Patienten ein Finger bis zum Knochen durchgebisscn und zwar fott der Arzt dem Patienten mit dem Finger eben etwas im Halse befühlt haben, als der Patient einen Krampf bekam und die Kinnladen aufeinander klappten. * Die Unsitte, in öffentlichen Localen Stühle zu belegen, tritt jetzt wieder, wo man sich häufiger in den geschlossenen Vergnügungslocalen zusammenfindet, in die Erscheinung. Wie oft sieht man einen von vielleicht sechs Stühlen umstellten Tisch, an welchem nur vier Personen Platz genommen haben, und erhält aus seine höfliche Frage: „Diesen Stuhl darf ich mir wohl nehmen?" zur Antwort ein barsches: „Nein, der Stuhl ist besetzt!" Der bescheidene Mensch zieht sich nach dieser Auskunst zurück, aber er thut unrecht daran. Denn meist ist der Stuhl durchaus nicht besetzt, d. h. sein gegenwärtiger Eigenthümer ist nicht etwa nur für einige Minuten ausgestanden, sondern derselbe wird im besten Falle erwartet, Tommt endlich nach einer halben Stunde, einigen Stunden oder gar nicht an und der Stuhl bleibt so lange der Benutzung durch andere Personen entzogen. Es liegt in dieser Gepflogenheit eine große Rücksichtslosigkeit sowohl gegen das Publikum, wie gegen die Localwirthe, die doch ihre Stühle für die Anwesenden hingestellt haben. Es ist angebracht, gegen diese Unsitte entschieden anzukämpfen. * Ein probates Mittel gegen Paletotmarder ist bei Berliner Studenten in Gebrauch. Im Innern des Ueberziehers, in der Gegend der Brusttasche, wird in großen Schriftzügen, etwa in der Ausdehnung von 6 Zoll Breite und Hohe, der Name des Besitzers des Kleidungsstückes mit unaustilgbarer Schrift in einer von dem Tuchstoffe sich unterscheidenden Farbe ausgetragen. Wollte ein Dieb diesen Namen entfernen, so würde er eine mühsame Umänderung vornehmen lassen oder den Ueberzieher so zerreißen müssen, daß derselbe für den Pfandleiher werthlos wird. Eine Reparatur an dieser Stelle würde das Kleidungsstück auch verdächtig machen. In Berliner Localen findet man zahlreiche Ueberzieher mit diesen auffallenden Inschriften und sie erfüllen ihren Zweck. * Petersburg, 10. November. Der hl. Synod hat eine Verfügung erlassen, die Personen, welche die dritte Ehe eingehen, einer drei- bis fünfjährigen Buße unterwirft. Die Geistlichen können diese Frist unter Umständen verkürzen. Wittwen von mehr als 60 Jahren werden bei Eingehung einer zweiten Ehe einer zweijährigen Klrchenbuße unterworfen. Literatur und Kunft. Im Verlage der Haude & Spener'schen Buchhandlung (F. Weidling) zu Berlin erschien soeben in gewohnter eleganter Ausstattung: »Damen-Almanach für das Jahr 1891*« Preis: 2 Gleichwie in früheren Jahren können wir das nützliche Büchelchen namentlich als F>stgeschenk für Damen aufs Beste empfehlen. Ein Sieg des deutschen Buchgewerbes. Vor Kurzem haben wir auf die neue eigenartige Farbeudruck-Manler aufmerksam gemacht, welche von dem Kunstverlage Richard Bong in Berlin in der ersten Nummer des fünften Jahrgangs der „Modernen Kunst" angewendet worden ist. Die mit dieser Methode hergestellten Aquarelldrucke kommen an Güte völlig den Leistungen des Pariser „Ftgaro- Jllustre" gleich, deren Herstellung von cher Pariser Firma Boussod, Valadon & Cie. als Geheimniß angesehen wird. Welchen Eindruck die deutschen Leistungen in Paris gemacht haben, geht am Besten daraus hervor, daß eine große Pariser illustrirte Zeitschrift sich an die technische Anstalt des Herrn Bong gewandt hat, um Farbendrucke Herstellen zu lassen. Wie wir erfahren, ist die technische Anstalt des Herrn Bong unermüdlich bestrebt, das eigene Verfahren zu vervollkommnen. Die Resultate hiervon werden zunächst in der am 27. November erscheinenden Weihnachtsnummer der „Modernen Kunst" zu Tage treten. „Der Stein der Weisen". Das soeben erschienene 22. Heft dieser weitverbreiteten populär wissenschaftlichen illustrirten Halb- monatschrtst (A. Hartlebens Verlag, Wien) hat nachstehenden Inhalt: Ein Bollwerk des Islam (mit 2 Vollbildern und 6 Text-Illustrationen); Die Veredelung des Wetnstockes durch Ablactton (mit einer Beilage, 12 Bilder enthaltend); Kamin- und Ofenheizung (16 Bilder); Solare Wtrbelerschetnungen; Der KönigLtteger und seine Jagd (4 Bilder); Die Gewinnung der Blumendüfte (4 Bilder). In der „Kleinen Mappe" (17 Bilder) finden wir diesmal ausschließlich Themen von Liebhaber-Beschäftigungen behandelt, und zwar: Modellir- orbeiten, Der kleine Glasarbeiter, Miniatur- und Detrempemaleret, Kretdemalerei, einen neuen automatischen Znchenapparat u. s. w. Der Reichthum an Illustrationen, mit dem das vorliegende Heft seine Leser überrascht, prägt sich nicht nur in dessen Zahl aus — es sind 61 Bilder vorhanden — sondern kommt vornehmlich durch die Schönheit ihrer Ausführung, beziehungsweise durch die erstaunliche Vielseitigkeit der Motive zur Geltung. Eine besondere Empfehlung bedarf die Zeitschrift sonach nicht; sie empfiehlt sich von selbst durch ihre Leistungsfähigkeit. — Wassersport 1890. Nr. 46. Inhalt: Termine. — Unter Amtlicher Therl: Mitthetlungen der Clubs. — Unter Rudern: Schüler-Ruder-Vereine. Die Wettfahrten im Jahre 1890. Statistische Rückblicke. (Fortsetzung aus Nr. 45). Internationale Regatten. Nachrichten. — Unter Segeln: Die Höhe der Mecreswellen (Fortsetzung und Schluß aus Nr. 45). Gesunkene Aachten. Ein neuer internationaler Wanderpreis. Nachrichten. — Uater Schwimmen: Nachrichten. — Unter Eislauf: Ausschreitungen des Deutschen und Oesterretchischen Eislauf-Verbandes, des Münchener Eislaus-Vereins und des Eislauf-Vereins „Berlin". Nachrichten. — Anzeigen. — lieber Schwitzbäder, nebst einem Anhänge: DaS Dampfbad im Hause. Von Dr. med. et phil. Axel Winckler, pract. Arzt. Mil 35Abbildungen. Preis 2.50Mk. Verlag von Martin Hampel in Berlin-Friedenau. Angesichts der mehr und mehr sich ausbreitenden Anwendung der schweißtreibenden Bäder als Mittel der Gesundheitspflege und als Heilmittel, ist es ein dankenswcrthes Unternehmen, den Laten vom ärztlichen Standpunkte aus über die Anwendung der Schwitzbäder einen Rathgeber in die Hand zu geben. Nach einer Einführung in die Geschichte der Schwitzbäder gibt der Verfasser eine leichtoerständltche Darstellung der Construction der Dampfbäder, Kastenbäder in jeder Form, Heißluftbäder, Sandbäder rc., deren Gebrauchsweise und Nutzen für das allgemeine Wohlbefinden. Es folgt eine Besprechung der verschiedenen Krankheiten, bet denen sich Schwitzbäder als wirkungsvolles Heilmittel erwiesen haben und Rathschläge über die geeignetste Art und Ausführung der Cur in jedem einzelnen Falle. Der Verfasser gibt sodann eine Aufstellung derjenigen Erkrankungen, bei denen Schwitzbäder zu verbieten sind. Zum Schluß erhalten wir eine Anleitung, wie man bet ganz geringen Kosten mit Leichtigkeit im eigenen Zimmer eine Reihe verschiedener Dampfbäder herstellen kann. 35 Illustrationen sind zur Erläuterung der gegebenen Anweisungen in den Text eingedruckt. Wir können das interessant geschriebene Buch als Rathgeber bestens empfehlen. — Nr. 45, v. Band der Naturwissenschaftlichen Wochenschrift, Redacteur Dr. H. Potont6, Verlag von Ferdinand Dümmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin, hat folgenden Inhalt: H. Potonie: Auszählung von Gelehrten, die in der Zeit von Lamarck bis Darwin sich im Sinne der Descendenz-Theorie geäußert haben. — Dr. F. Ktenitz-Gerloff: Die Schutzmittel der Pflanzen. (Fortsetzung und Schluß.) — Die Beoölkerungscapazität der Erde. — Die Todesursache diluvialer Säugelhiere. — Die Grünfärbung des Parmesankäses. — Literatur. — Briefkasten. CattS« rinL vstksMirthschcrsr. — Im Publikum ist vielfach die Ansicht verbreitet, daß für die an die Posibehörden gerichteten Schreiben Porto nicht zu zahlen sei. Den Oberpostdtrecwren und den Postanstalten gehen daher häufig aus den Kreisen des Publikums Schreiben und E ngaben zu, welche unfranktrt in die Briefkästen gelegt worden sind, für welche die Absender dann nachträglich das höhere Porto für unfranktrte Briese zu zahlen haben. Es wird daher im allgemeinen Interesse darauf aufmerksam gemacht, daß auch für alle an die Postbehörde gerichteten Sendungen, welche in die Postbriefkasten gelegt werden, das volle Porto zu entrichten ist. Wer diese Ausgaben ersparen will, muß die betreffenden Sendungen im Bureau der Postdtrectionen oder im Amtszimmer der Postanstalten abgeben. — Z«r Verwendung der Magermilch im Haushalt» Vielfach steht der Verwendung der Magermilch zur Bereitung von Speisen, welche schwer gar werden, der Umstand entgegen, daß die Magermilch bedeutend leichter anbrennt als Vollmilch. ES läßt sich dieser Uebelstand aber vermindern, wenn man der Speise ein wenig Fett zusetzt und dm Kochtopf vor dem Gebrauch gehörig ausspült. Der Zusatz von Fett wird in den mciften Fällen auch schon am Platze sein, um ein richtiges Nähroerhältnitz in der Speise herzu- stellen und eine bedeutende Ersparniß gegenüber der Verwendung von Vollmilch wird trotzdem zu verzeichnen fein. Man unterhalte ferner beim Kochen stets ein so lebhaftes Feuer, daß die kochende Speise brodelt und möglichst schnell gar wird. Umrühren trägt auch viel zum Verhüten des Anbrennens bei. — Wirb das Sauerwerden der Milch durch die Art der Fütterung beeinftrrtzt? Es ist eine bekannte Thatsache, daß die Zett, in welcher die Milch sauer wird, bei Schlempefütterung, starker Rübenblattfütterung beträchtlich kürzer ist als bei der ausschließlichen Verabreichung von Rauhfutter. Es hat dieser Umstand verschiedentlich zu der Meinung Veranlassung gegeben, daß durch die verschiedene Art der Fütterung die Beschaffenheit der Milch derartig verändert werde, daß letztere mehr oder weniger zum Sauerwerden neige oder daß Die Säure bildenden Organismen schon bei der Kuh in größerer Menge in die Milch gelangtm. Es ist diese Ansicht aber eine irrige. Nicht die Beschaffenheit der Milch, sondern die deS Kothes, welcher beim Melken stets in größeren oder geringeren Mengen in die Milch gelangt, wird durch die Art der Fütterung beeinflußt. Er führt der Milch die Säure bildenden Fermente zu, diese sind aber je nach Fütterung in sehr verschiedener Weise in ihm vertreten und zwar je flüssiger der Koth in so viel höherem Matze. Ferner ist zu bemerken, daß die Kothmengen, welche in die Milch gelangen, um so größere sind, je flüssiger der Koth ist, denn es ist bekannt, daß bei Durchfall das Euter weit schwerer rein zu halten ist als bei normal consistentem Koth. Man sieht aus Vorstehendem wieder, wie ungeheuer wichtig die Reinlichkeit für die Milchwirthschast ist. Peinlichste Sauberkeit muß beim Melken beginnen. — Welche DurchschnittStemperalur ist für Knhställe die richtige? Bet Eintritt des Winters ist daran zu erinnern, daß das Vieh vor Zugluft in den Ställen geschützt werden muß; jedoch muß andererseits nachdrücklich betont werden, daß man des Guten nicht zu viel thue und die Ställe derartig verschließt, daß jegliche Ventilation beinahe aufgehoben ist. Reine Luft ist mindestens ebenso nothwendig wie die nöthige Wärme, um die Leistungsfähigkeit der Thiere aufrecht zu erhalten. Kohlensäure und ammoniakalischen Ausdünstungen setzen die Leistungsfähigkeit, somit Milchmenge, aber auch die Milchgüte herab. Unter 13° R. soll die Temperatur für Milchkühe allerdings nicht sinken: das Optimum liegt bei er. 14o R. und das Maximum bei 15° R. Gleichmäßigkeit der Temperatur ist die Hauptsache. Zu niedrige Temperatur führt leicht Erkältungen herbei, zu hohe erschlafft den Organismus. * Gut gewählt muß ein Geschenk sein, wenn der Geber seinen Zweck, wirkliche Freude zu bereiten, erreichen soll. Das kann aber nur der Fall sein, wenn dsö Geschenk recht praktisch, durch und durch solid und das Auge befriedigend ist. Kein Wunder, daß oft die Wahl zur Qual wird. Bequem dagegen ist das AuSsuchen für Alle, die sich den neu erschienenen WeihnachtS-Eatalog des Ber- sandt-GeschüftS Mey & Edlich in Leipzig-Plagwitz kommen lasten. Bekanntlich steht diese Weltfirma sowohl bezüglich der Zahl und Verschiedenheit, als auch der Güte und Preiswürdigkeit threr Artikel unerreicht da. Durch ungefähr 2000 getreue Abbildungen führt der erwähnte Catalog in anschaulichster Weise Stück für Stück aller nur denkbaren Waarengattungen oors Auge; eine Postkarte oder Brief genügt bann, um in Kürze den gewünschten Gegenstand ins Haus geliefert zu erhalten. Für den Weihnachtstisch insbesondere sind die Abtheilungen: Uhren, Schmuck- und WirthschaftS- Gegenstönde, Versilberte Waaren, Musikwerke. 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Dieselbe besteht aus mehr als 150 Sorten in grossartigstem und mannigfaltigstem HBlikthenschmuck« Gleichzeitig verbinden wir damit eine Ausstellung von Cyclamen in seltener Blütheaipraclit, ebenso ein bedeutendes Sortiment verschiedenartigster Blattpflanzen u. s. w. Indem wir ein sich hierfür interessirendes Publikum zu einem Besuche höflichst einladen, bemerken wir noch, dass die Ausstellung von heute bis kommenden Montag täglich von Morgens 9 Uhr bis Abends 7 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet ist. Hochachtungsvollst Louis Becker, Carl Becker, 9525 Mrmiethungen. 7941] „Erlengasse 15" ein Logis zu vermiethen- Näheres Neuenweg 15 ’ 8479] Sandgasse 46 kleines Logis sofort zu vermiethen.__ 8193] Der II Stock meines Hauses, 5 Zimmer mit Zubehör, neu hergerichtet, ist sofort zu vermiethen. Chr. 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JL 57 119 868. 86 H Die Gesellschaft schließt Lebens-, Aussteuer-, Sparkassen- und Renten- Versicherungen zu festen und billigen Prämien, ohne Nachschußoerbindltchkeit für die Versicherten. Jeder, der bet der Gesellschaft nach den Tabellen ld-5 versichert, nimmt am Geschaftsgewrnne Therl, ohne deßhalb, wie bei den anderen Gesellschaften, eine höhere Prämie zahlen zu müssen. Der Vortheil, den die Gesellschaft bietet, besteht also in den von vornherein äußerst niedrig bemessenen Prämien, sowie darin, daß die Versicherten trotzdem 75 Procent des ganzen Geschäftsgewinnes erhalten. Der Gewtnnantheil für jede einzelne Versicherung ist ein von 4 zu Jahren steigender, und zu dem Vortheil der von Anfang an möglichst nied rigen Prämie tritt noch der, daß diese niedrigen Prämien sich mit der Dauer der einzelnen Versicherung stetig ermäßigen. Dieser Gewinnantheil, welcher am Schlüsse des je 4. Jahres ausbezahlt wird, betrug bisher durchschnittlich: für die erste 4jährige Vertheilungsperiode: 16,73 Procent einer Jahresprämie, " " Zwtite „ „ 37,65 „ " " mitte „ „ 50,38 „ „ „ „ „ vierte „ „ 60,10 Jede gewünschte Auskunft wird kostenfrei von der Gesellschaft und ihren aller Orten bestellten Vertretern ertheilt. In Frankfurt a. M. von Georg Lomer, General-Agent, Katha- rinenpiorte 2a. orrÄ."r. ntr ,/ Franz Schwind, Bergerstr. 17. Alsfeld von L. M. Schloß, Kfm. Braunfels von Hch. Möhl. Dauborn von Ehr. Wilh. Löber. Friedberg von Leopold Aaron. Gladenbach von Louis Schneider. Fronhausen von Joh. Hormel. Grünberg von Eonr. Schenk. Heuchelheim von Wilh. Rinn III. Hopfgarten bei Alsfeld von Louis Christ. Kirchhain von Heinrich Lang, Techniker. Lang-Göns von Johannes Weil. Lich von Turnwart Langsdorf. Marburg von Emanuel Kisselbach. Nauheim von Carl Kersting. Rockenberg von H. Bingel. Storndorf bei Alsfeld von Joh. Hofmann. Ehringshausen von Fr. Wilh. Neuhaus. Dillenburg von Carl Fischer jr., Bankier. Herborn von Aug. Müller. [6673 Neukirchen (Kr. Ziegenhain) von Conr. Mager, Maurermftr. Jagd- und Ztraßm Gamaslhe« bei A. Kllbinger (L Senners Nachf.), Seltersweg 19. ______[8558] __Nr. Seibel. 9508] Ein tüchtiger Pferdeknecht wird in ein hiesiges ^ruchtgeschäft gesucht. Eintritt kann sofort erfolgen. Neuenweg 39. Aechken fravzös. Cognac, ärztlich empfohlen, 88er rein gebrannt. Trester, diverse Ligueure, Cigarren und Cigaretten in allen Preislagen, Caeao und Chokolade, rohen u. gebrannten Kaffee von 1.40 bis AL. 2.— empwt August Voigt, 8959 Seltersweg 46. Mach Vorschrift des Universitäts- Professors Dr. Harless, Königl. Geheim. Hofrath in Bonn, gefertigte: StollwerckBChe Brust-Bonbons, seit 50 Jahren bewahrt, nehmen unter allen ähnlichen Hausmitteln den ersten Rang ein. Als Linderungsmittel gegen Husten, Heiserkeit und katharrhalische Affectionen gibt es nichts Besseres. 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