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HS--5 t»"N d-l-b-- Är ?. 1 nnfl<'n faii6 rüLttg. W-W"n,°°» (»fort * «S'-S» Ter os”« Rr. 215. Dienstag den 16. September 1890 Der Gtetzemer Anzeiger rrscheinl täglich, «4i Ausnahme des Montags. Die Siebener Bewtriceirstt« »erben dem Anzeiger »Achentlich dreimal d eigelegt. WWW Anzeiger Aeneral-Mnzeiger. Vierteljähriger AdonnementspreiA- 2 Mark 20 Pfg. m» Vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Webactton, ExpedMo» und Druckerei: -chntftr-teAr.^ Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den ALreis Gietzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den felgenden Tag rrscheinmden Nummer bi- Sonn. 10 Uhr. —-I--«■— . ...»fBli. ■ LBJJJL’Jl .. M ■■■nwwti.i«—■ijnm'in Gratisbeilage: Gießener Kamikien5kätter. IIEllVM I7IWMIMVH HHIWI l II Illi» l!W>llli»M^«l,W,^M« IMf.1 t .. .3ULk±-------Lin." ,LlBr,1T'"U!'LSB| Alle Annoncen-Bureaur de- In- und Su-lande- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Shell. Gießen, den 11. September 1890. Betr.: Gesetzentwurf wegen Abänderung der Gewerbeordnung betreffend. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen cm die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 8. August l. I. (Amtsblatt) noch nicht entsprochen haben, werden an Erledigung derselben binnen 3 Tagen — bei Mei- dung unangenehmer Verfügung und Sendung eines Wartboten — dringend erinnert. v. Gagern. Bekanntmachung. Unter der Schafheerde zu Lindheim, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauenseuche sestgestellt worden. Gießen, den 12. September 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, die Abhaltung der öffentlichen Faselschauen betreffend. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß in Verbindung mit der am 22 l. M. zu Hungen stattfindenden Viehpreisvertheilung Vormittags 9 Uhr eine öffentliche Faselschau durch die Körcommission vorgenommen werden wird. Auf dem Markt zu Gießen am 23. l M. wird dagegen eine öffentliche Faselschau durch die Körcommissi.on nicht abgehalten werden. Die Schau am 22. d. M. in Hungen findet nur zum Zweck der Ankörung statt. Die Körcommission wird vorzugsweise Fasel der Berner und Simmenthaler Raffe (Reinzucht und Kreuzung) und der Vogelsberger Raffe (Reinzucht) berücksichtigen und Bullen anderer Raffen nur dann, wenn die Thiere besonders schön sind. Es werden nur solche Bullen angekört, welche entweder schon sprungfähig sind oder dies wenigstens in kurzer Zeit werden. Die Bullen müssen an einem Nasenring geführt werden. Gießen, den 5. September 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v Gagern. Bekanntmachung. WintereursuS 1890/91 der Ackerbaufchule des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberheffen zu Friedberg. Der diesmalige Wintercursus hiesiger Ackerbauschule beginnt Montag den 3. November und schließt gegen Ende März. Der Unterricht, welcher durch einen von Großh. Regierung vorgeschriebenen Plan geregelt ist, erstreckt sich auf allgemeine Schulfächer, Naturkunde und Landwirthschastslehre. Er wird von zwei Landwirthschaftslehreln, einem seminaristisch gebildeten Hauptlehrer und mehreren Hülfslehrern ectheilt. Die nöthige Anschauung bieten die reichen, alljährlich ergänzten Lehrmittel der Anstalt, sowie Ausflüge nach Gutswirthschaften und gewerblichen Anlagen. Der Lehrplan unserer Ackerbauschule ist aus zwei Winter berechnet und dementsprechend umfaßt dieselbe zwei Klaffen. Ausnahmsfähig sind alle unbescholtenen jungen Leute, welche die Volksschule mit gutem Erfolge durchgemacht haben und einige Kenntniß von der practischen Landwirthschaft besitzen. In die obere Klasse werden nur solche Schüler ausgenommen, welche bereits die untere Klaffe einer landwirthschaftlichen Winterschule mit Erfolg besucht, oder sich anderweitig die für die Oberklaffe nöthigen Kenntnisse angeeignet haben. Die Neuangemeldeten haben ein Zeugniß ihrer Bürgermeisterei über unbescholtenen Lebenswandel beizubringen. Das Schulgeld beträgt für eine jede der beiden Klassen 20 JL Anmeldungen nimmt mündlich oder schriftlich der Anstaltsvorsteher, Landwirthfchaftslehrer Dr. Tobisch, entgegen, welcher auch anderweitige bezügliche Auskunft ertheilt. Friedberg, im September 1890. Der Aussichtsrath der Ackerbauschule zu Friedberg. Dr. Braden, Kreisrath. Dr. Wallau, Amtmann. Schmidt, Schulrath. Dr. Tobisch, Landwirthschafts- lehrer. Bekanntmachung. Der landwirthschaftliche Bezirksverein des Kreises Gießen wird Montag den 22. September 1890 in Hungen auf dem Viehmarktsplatze eine Ausstellung von Zuchtvieh, verbunden mit einer Viehpreis verthellung veranstalten. An derselben können sich alle im Kreise Gießen wohnenden Viehzüchter mit ihren Zuchtthieren mit Ausnahme der Viehhändler betheiligen. Prämien werden nur für Zuchtthiere der Vogelsberger Raffe (Reinzucht) und der Simmenthaler Raffe (Reinzucht und Kreuzung) ertheilt An Geldpreisen hat der landwirthschaftliche Provinzialverein zur Prämiirung von Simmenthaler Vieh 300 «A und der landwirthschaftliche Bezirksverein zur Prämiirung von Simmenthaler und Vogelsberger Vieh 500 A zur Disposition gestellt. Die Stadt Hungen hat noch weitere 200 «A zur Verfügung gestellt- Dieser Betrag kann auch zur Prämiirung von außerhalb des Kreises Gießen gezüchtetem Vieh verwendet werden. Preise werden bewilligt: 1) für Bullen im Alter von einem Jahre und darüber, 2) für Rinder int Alter von einem Jahre ab und für Kühe jeden Alters. Nur preiswürdiges Vieh wird prämiirt. Sämmtliche auszustellende Thiere müssen bis Morgens 9 Uhr auf dem Marktplatz zu Hungen aufgetrieben sein. Bullen im Alter von IVs und mehr Jahren müssen an einemNasenring geführt und an demselben aus dem Ausstellungsplatze angebunden werden. Gelegentlich der Thierschau kann die Ankörung sprung- fähiger Bullen durch die Körcommission stattfinden. Es finden daher Gemeinden und Bullenhalter daselbst günstige Gelegenheit zum Ankauf von Gemeindebullen. Gießen, den 6. September 1890. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost, Regierungsrath. Die ^aifequfammenkiinft in Schießen. An diesem Mittwoch erfolgt auf Schloß Rohnstock in Schlesien die erneute Begegnung Kaiser Wilhelms mit seinem erlauchten Freunde und Verbündeten, dem Kaiser Franz Josef von Oesterreich, und mit freudigster Genugtuung schauen nicht nur die Völker beider Herrscher, sondern auch weite Kreise anderer Nationen auf den Kaisertag von Rohnstock, da . er abermals die Kette der europäischen Friedensgarantien um ein sehr gewichtiges Glied vermehrt. Denn nach wie vor bildet der innige Bund der beiden mitteleuropäischen Kaiserreiche, flankirt von Italien als gleichberechtigtem Dritten, den eigentlichen Hort des Völkerfriedens in unserm Welttheile und daß dieses erhebende Verhältniß in voller Kraft fortbesteht, dafür legt die Zusammenkunft der Kaiser Wilhelm und Franz Josef auf schlesischen Boden eben wiederum herrliches Zeugniß ab, während sie zugleich die Bande herzlichster persönlicher Freundschaft, welche die erlauchten Monarchen mit einander verbinden, aller Welt erneut offenbart. Erst vor wenigen Tagen hat Kaiser Wilhelm bei seinem Besuche an den Gestaden Schleswig-Holsteins an festlicher Tafel, hinweisend auf die Anwesenheit des österreichischen Geschwaders in den deutschen Gewässern, in markigen Worten des Weiterblühens der deutschösterreichischen Waffenbrüderschaft gedacht und nunmehr erfährt diese kaiserliche Kundgebung mit dem Besuche des österreichischen Monarchen in Deutschland eine kernige und klare Bekräftigung. In dem Ereignisse liegt die Versicherung ausgedrückt, daß Deutschland und Oesterreich auch fernerhin festgeschlossen Hand in Hand gehen und auch nicht dem leisesten Gedanken, der etwa störend zwischen die zwei Reiche treten könnte, Raum geben werde und die, wenn auch widerwillige, Erkenntniß dieser Thatsache selbst in den Reichen der heimlichen Gegner Deutschlands und des Donaukaiserstaates kann nur dazu dienen, die Gelüste nach einer freventlichen Störung der Völkerruhe in Europa im Zaum zu halten. Den äußeren Anlaß der Monarchenbegegnung von Rohnstock bildet die Theitnahme Kaiser Franz Josefs an den preußischen Manövern und unwillkürlich legt dies eine Parallele mit dem jüngsten Besuche Kaiser Wilhelms in Rußland nahe, dessen Ursache ja auch zunächst militärischer Natur war. Und wie es bei der Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und dem Czaren offenbar zu keinerlei Abmachungen gekommen ist, welche eine Aenderung in der auswärtigen Politik ihrer Regierungen und hiermit zugleich eine Aenderung in der allgemeinen politischen Lage bedingen könnten, so ist eine derartige Wirkung auch von der jetzigen Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit Kaiser Franz Joses nicht zu erwarten. Was bedarf es aber auch erneuter Abmachungen zwischen den beiden so eng befreundeten und verbündeten Monarchen, da doch ihre Stellungnahme bei etwaigen kriegerischen Verwickelungen ihrer Reiche durch den deutsch-österreichischen Allianzvertrag längst klar und bestimmt geregelt ist und da überhaupt die Grundlinien der auswärtigen Politik Deutschlands und Oesterreichs sich völlig decken? Hierin liegt eben der Unterschied zwischen den Kaiserbegegnungen in Rußland und in Schlesien, daß es sich bei der letzteren nur um die abermalige Besiegelung eines längst bestehenden festen und herzlichen Verhältnisses zwischen den beiderseitigen Souverainen und Völkern handelt, während die Monarchenentrevue von Narwa im Grunde genommen nicht wesentlich über den Rahmen eines fürstlichen Höflichkeitsactes hinausragt. Darum trug dieselbe auch unverkennbar ein gewisses conventionelles Gepräge, mag auch wirklich der persönliche Verkehr zwischen Kaiser Wilhelm und dem Czaren ein freier und ungezwungener gewesen sein, und die beiderseitigen Völker standen ihr, wenn auch.mit Interesse, so doch ohne sonderliche Wärme gegenüber. Anders ist es mit der Kaiserzusammenkunft in Schlesien, sie erscheint von jedem conventionellen Zwange frei und wird von den freudigsten Sympathien der Völker Deutschlands und Oesterreich-Ungarns getragen, welche wissen, daß das festliche Ereigniß aufs Neue laut aller Welt die innige Interessengemeinschaft der zwei mitteleuropäischen Kaiserreiche und den warmen Freundschaftsbund ihrer Herrscher verkündet. Dies erhebt den Besuch Kaiser Franz Josefs bei dem deutschen Kaiser weit über die Bedeutung einer fürstlichen Höflichkeitspflicht empor und gestaltet ihn zu einer jener geschichtlichen Begebenheiten, welche gleichsam die Meilensteine der Völkerentwickelung bilden und darum begrüßt ganz Deutschland den erlauchten Gast und Freund seines Kaisers mit den freudigsten und wärmsten Empfindungen — mögen die Tage, an denen der österreichische Herrscher neben seinem kaiserlichen Gastfreunde auf deutschem Boden weilt, für die erhabenen Monarchen wie für die verbündeten Länder reich gesegnete sein! Deutsches Aeteh. Darmstadt, 12. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, zum 12. September d. I. u. A. folgende Decorationen zu verleihen: Das Comthurkreuz erster Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen: dem Geheimen Staatsrath Ludwig Hallwachs,- das Comthurkreuz zweiter Klasse des genannten Ordens: dem Oberstaatsanwalt und Ministerialrath Paul Schlippe, dem Vorstande des Cabinets und Ministerialrath Karl Rothe, dem Ministerialrath in dem Ministerium der Finanzen Ludwig Baur- das Ritterkreuz erster Klasse des vorgenannten Ordens: dem Ministerialrath Dr. Emil Dittmar, dem Professor an der Technischen Hochschule dahier und dermaligen Director derselben Theodor Landsberg, dem Director des Realgymnasiums und der Realschule zu Mainz Dr. Friedrich Schön- dem Oberlandesgerichtsrath Dr. Eugen Frank dahier, dem Landgerichtsdirector August Baur dahier- das Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen: dem Kreisschulinspector des Kreises Erbach, Balthasar Rückert. Darmstadt, 12. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst zu verleihen geruht: dem Hauptmann der Landwehr Waldecker, Militär- Jnstituts-Vorsteher dahier und Rechner des Landesverbandes der Krieger-Kameradschaft „Hassia", das Ritterkreuz 1. Klasse und dem Bahnmeister Kabey zu Nieder-Olm, Bezirksvorsteher des Krieger-Vereins-Bezirks daselbst, das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen. Berlin, 13. September. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht zahlreiche Ordens- und andere Auszeichnungen anläßlich der Anwesenheit des Kaisers in Schlesien - darunter, außer den bereits bekannten, an den Fürstbischof Kopp der Rothe Adler zweiter Klasse mit Stern, an den Grasen Frankenberg-Tillowitz der Rothe Adler zweiter Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe, an Domprobst .Kayser der Kronenorden zweiter Klasse, an Landrath Kardorff (Oels) und den Abgeordneten Dr. Ritter das Kreuz der Ritter des Hohenzolleruordens- den Landesältesten Cösler (Schönbaulwitz) und Rittergutsbesitzer Jordan (Bunau) ist der erbliche Adel verliehen. Köln, 13. September. Die Delegirtenversammlung dcS Altkatholiken-Congresses beschloß eine Resolution gegen die Entscheidung der bayerischen Regierung vom 15. März, welche die Altkatholiken nicht mehr als Mitglieder der katholischen Kirche betrachtet. Ferner wurden Beschlüsse gesaßt, betreffend die Ausbildung der Krankenpflegerinnen in den Waisenhäusern und Vereinshäusern. Breslau, 13. September. Der Trinkspruch des Kaisers bei dem gestrigen Paradediner lautete: „Ich erhebe das Glas auf das Wohl des sechsten Armeecorps mit dem Gefühl vollster Anerkennung für die heutige Leistung. Wenn ich an die Phasen der Geschichte unserer Arme denke, an Keith und Winterfeld, welche uns in die Zeiten Friedrichs des Großen zurückversetzen, wenn ich an die Heldengestalt meines dahingegangenen Vaters denke, will mir das Herz, vor Wehmuth zerspringen, zumal wenn ich zurückdenke, wie vor acht Jahren mein noch blühend, gesund und frisch aussehender Vater meinem Großvater das Corps vorbeiführte. Diese Heldengestalten sind dahingegangen, sie werden jedoch fortleben in den Herzen des Corps. Ein dreimaliges Hoch aus das sechste Corps !" Breslau, 13. September. Der gestrige Zapfenstreich ist programmmäßig verlausen. Aus dem Schloßplatz wiederholten sich die enthusiastischen Kundgebungen. Breslau, 13. September. Der Trinkspruch, welchen der Kaiser bei dem gestern Nachmittag 6 Uhr für die obersten Behörden der Provinz Schlesien gegebenen Diner ausbrachte, hat folgenden Wortlaut: „Noch einmal wiederhole ich den Dank der Kaiserin und den meinigen für den freundlichen Empfang in der Provinz imi) für die treuen Gesinnungen, die uns entgegengeschlagen sind. Zugleich erneuere ich nochmals den Ausdruck meiner Freude darüber, daß es mir endlich vergönnt ist, einmal mit meinen Schlesiern zusammen zu sein. Wie in früherer Zeit, in der Zeit der Erhebung, die Provinz die erste war, die dem Ruse meines hochseligen Herrn Urgroßvaters folgte, um dem Lande seine Unabhängigkeit wiederzugeben, so ist zu meiner größten Freude auf dem inneren Gebiete die Provinz diejenige gewesen, die die ersten Schritte gethan hat, um meinen auf das Wohl der arbeitenden Bevölkerung gerichteten Gedanken Folge zu geben. In lobenswertem Wetteifer gehen hier Kirche und Laien zusammen, um das Wohlergehen der unteren Klassen zu heben und dem Leben der Provinz die Ordnung zu erhalten. Männer wie Fürst Pleß und wie der Fürstbischof sind mit gutem Beispiel vorangegangen, und das Beispiel ist nicht ohne Wirkung geblieben. Ich verfehle hierbei nicht, diesen Herren, sowie manchen Anderen in der Provinz, die diesem Beispiel sich angeschlossen haben, meinen königlichen Dank auszusprechen. Ich knüpfe hieran den Wunsch, daß dieses gute Beispiel, welches die Provinz gegeben hat, ohne Unterschied der Parteien und Confessionen von allen Theilen meines Staates be- solgt werde, daß unsere Bürger endlich aus dem Schlummer erwachen mögen, in dem sie sich so lange gewiegt haben, unö nicht blos dem Staat und seinen Organen die Bekämpfung der umwälzenden Elemente überlassen, sondern selbst mit Hand anlegen. Ich habe die Ueberzeugung, daß, wenn die Provinz beharrt aus dem jetzigen Wege, es nicht nur der Provinz, sondern auch meinem ganzen Lande gelingen wird, wiederherzustellen die Achtung vor der Kirche, den Respect vor dem Gesetz und den unbedingten Gehorsam gegen die Krone und deren Träger. Ich erhebe das Glas und trinke auf das Wohl und das Gedeihen der Provinz Schlesien. Sie lebe hoch! und nochmals hoch! und zum dritten Mal hoch!" Deutsch Liffa, 13. September. Das Kaiser paar und die anderen Fürstlichkeiten sind um 9^ Uhr hier eingetroffen. Kurz vorher war die Suite mit einem besonderen Zuge eingetroffen. Der Kaiser trug einen blauen Kürassierrock. Er stieg zu Pferde und ritt mit dem Gefolge auf das Manöverterrain. Die Kaiserin folgte in einem sechsspännigen Wagen. Ueberall wurde ihnen begeistert zugejubelt. Braunschweig, 13. September. Die hier tagende 16. Versammlung des deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Bötticher-Magdeburg ist von 250 Mitgliedern besucht. In den Ausschuß wurden wiedergewählt: Bötticher-Magdeburg, Sanitätsrath Rent und Stadtbaurath Stübben-Köln und Geheimrath Ziemßen-München- neu gewählt wurden Oberingenieur Meyer- Hamburg und Oberbürgermeister A d i ck e s - Altona. Die Versammlung berieth bisher ' die Fragen betreffend Krankenhäuser für kleinere Städte und ländliche Kreise, die Filteranlagen für städtische Wasserleitungen, und erklärte sich ferner für Einführung der obligatorischen Fleischschau in ganz Deutschland, sowie für Beförderung der Wohnungs-Desinsectionen. Nach Vortrag von Kalle-Wiesbaden „Ueber Arbeiterwohnungen" beschloß der deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege einen Betrag von 1000 Mk. auszusetzen zur Prämmiirung der besten Arbeit über Ventilation und Kocheinrichtungen für Arbeiter-Wohnhäuser. Oberingenieur Meyer-Hamburg sprach über Baum- pflanzungen und Gartenanlagen in Städten. Dann schloß Oberbürgermeister Bötticher-Magdeburg die diesjährige Versammlung mit Dank für die Aufnahme Seitens der Stadt Braunschweig. Für morgen ist ein Ausflug nach Harzburg beabsichtigt. Hamburg, 12. September. Der zweite Gegenstand der Tagesordnung des deutschen Anwaltstages betraf die Festsetzung der Rechtsstellung des Anwalts gegenüber den Clienten im bürgerlichen Gesetzbuch. Referent hierüber war Dr. Löwenseld - München. Die Versammlung stimmte im Allgemeinen den aufgestellten Sätzen zu. Um 3 Uhr wurde die Sitzung geschlossen,' sodann wurde eine Rundfahrt auf der Alster und der Elbe unternommen. Um 6 Uhr fand ein Festdiner statt. Hamburg, 13. September. Der heutigen Sitzung des deutschen Anwaltstages ging die ordentliche Generalversammlung der Hülfskaffe für die deutschen Rechtsanwälte unter Vorsitz von Bussenius-Leipzig voraus. Es wurde die Abrechnung der Kasse vorgelegt. Danach hat sich das Capital aus 207 651 Mk. erhöht; an Unterstützungen wurden 33 453 Mk. gezahlt. Hierauf folgte die Schlußsitzung des Anwaltstages. Der Vorstand wurde durch Acclamation wiedergewählt. Am Vormittag unternahmen die Mitglieder eine Fahrt aus der Elbe nach Blankenese, wo das Diner eingenommen wurde. Abends ist Beleuchtung des Elbufers. Morgen wird ein Ausflug nach Helgoland unternommen. ArrstaitH. Bern, 13. September. Der Bundesrath hat den Recurs der freisinnigen Bürger des Cantons Tessin gegen die Verschiebitng der Abstimmung über die Verfassungsrevifion für begründet erklärt und den Commissar Oberst Kucnzli beauftragt, nach Feststellung der Thatsache, daß das Begehren um Verfassungsrevision die genügende Zahl von Unterschriften habe, die Volksabstimmung über dasselbe in der kürzesten, gesetzlich möglichen Frist zuzusagen. Ferner hat der Bundes- rath seine frühere Instruction an den Commissar in Betreff der Freilassung der Verhafteten und Auflösung der provisorischen Regierung bestätigt und den Commissar beauftragt, zu berichten, in welchem Momente die gesprengte Regierung im Stande und gewillt sein werde, ihre Functionen wieder auszuüben. Einstweilen behält der Commissar ausschließlich die Staatsgewalt in Händen und kann sich mit Vertrauensmännern von beiden Parteien in Verbindung setzen. Der Commissar ist ermächtigt, den Telegraphendienst in den tessinischen Telegraphenbureaus zu überwachen und die Abhaltung von Schützenfesten zu untersagen. Bern, 13. September. Professor Schneider-Zürich ist vom Bundesgericht zum außerordentlichen Untersuchungsrichter in Tessin ernannt und als solcher vereidigt worden. Bern, 13. September. Aus Tessin sind wieder beruhigende Berichte eingetroffen. Danach wurden der eidgenössische Commissar und die Truppen in Bellinzona mit enthusiastischen Kundgebungen empfangen. Seit vorgestern ist die Ruhe nicht mehr gestört worden. Bellinzona, 13. September. Der eidgenössische Commissar hat heute Vormittag eine Proklamation erlassen, ebenso fand Vormittags die Eidesleistung der vom Bnndesrathe abgesandten Jnterventionstruppen statt. Die provisorische Regierung hat Vormittags 11 Uhr die Regierungsgeschäste an den Commissar Kuenzli abgetreten. Madrid, 13. September. Reuter-Meldung. In der Stadt Valencia sind 31 Cholera-Erkrankungen und 23 Todesfälle vorgekommen- ebenso werden einige Fälle aus einem Dorfe in der Provinz Castilien gemeldet. Im Dorfe Vallecas in der Nähe von Madrid wurden ebenfalls einige choleraverdächtige Fälle beobachtet. Chatham, 13. September. Mehrere Offiziere der Marinewerkstätte, darunter zwei höheren Grades, sind unter dem Verdachte, vertrauliche amtliche Mittheilungen nicht amtlichen Persönlichkeiten mitgetheilt zu haben, suspendirt worden. Washington, 13. September. Die Finanzcommission des Repräsentantenhauses beschloß bei der Berathung der Tarifbill, den von dem Senat beschlossenen Abänderungen der Liste der dem Zolltarif unterworfenen Maaren nicht zuzustimmen. Buenos Ayres, 13. September. In La Plata ist eine Ministercrise ausgebrochen, indem drei Minister ihre Entlassung genommen haben. Der General Racedo, welcher mit einer Anzahl von Mitgliedern der Unio Civica nach Entre Rios entsandt war, um die Ruhe daselbst wieder herzustellen, ist unverrichteter Dinge wieder hierher zurückgekehrt. Netteste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Breslau, 14. September. Heute früh fanden im königlichen Schlöffe Gesangsoorträge des kaufmännischen Dilettantenvereins und anderer Gesangvereine statt. Sodann begaben sich der Kaiser und die Kaiserin nebst Gefolge mittels Sonderzuges zum Feldgottesdienst des 6. Armeecorps nach Nimkau, der um 10 Uhr Vormittags seinen Anfang nahm. Divisionspsarrer Kolepke hielt die Liturgie und sprach das Schlußgebet mit dem Vaterunser. Militäroberpfarrer Con- sistorialrath Testor hielt die Predigt, der der Text zu Grunde lag Jesaias 12 Vers 2 und 3: „Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht!" In der Predigt warf der Geistliche zugleich einen Rückblick auf die Geschichte dieses Jahrhunderts von 1813 bis 1890, mit besonderer Berücksichtigung Schlesiens, beleuchtete die Entstehung des Wahlspruchs: „Mit Gott für König und Vaterland!" und hob weiland Kaiser Wilhelms letzte Worte: „Ich habe keine Zeit müde zu sein!" und „Gott war mit uns- ihm sei die Ehre!" als Beispiel des Gottvertrauens der preußischen Könige hervor. Der Gesang der Gemeinde: „Nun danket alle Gott" schloß die gottesdienstliche, sehr erhebende Feier. Von Nimkau zurückgekehrt, fuhren der Kaiser und die Kaiserin nach Camenz zum Besuche bei dem Prinzen und der Prinzessin Albrecht. Bern, 14. September. Die Nachrichten aus Tessin lauten heute beruhigender. Die provisorische Regierung hat sich gestern Abend aufgelöst- die am 12. ds. Mts. in Bellinzona gefangen genommenen Personen sind gestern in Freiheit gesetzt, die in Lugano Verhafteten sollen heute freigelassen werden. Eine hier angelangte Deputation der ultramontanen Fraction der Bundesversammlung wünscht vom Bundesrath die förmliche Wiedereinsetzung der gestürzten Regierung von Tessin. Coctiks und prwhtjteßef» Gießen, 15. September. — Herr Polizeirath Fresenius ist aus Urlaub zurückgekehrt und hat seine Amtsthätigkeit wieder übernommen. — Die Kunstreitergesellschaft „CircuS Lorch" wird, wie man uns mittheilt, in nächster Zeit hier eintreffen und eine Reihe interessanter Vorstellungen mit ihrem vorzüglichen Personal und gut dressirtem Pferdematerial gehen. Die noch von früher in gutem Andenken stehende Gesellschaft wird hoffentlich auch diesmal eines zahlreichen Besuches seitens des hiesigen Publikums sich zu erfreuen haben. — Auf dem Marsche vom Manöver in ihre Garnisonen (Wiesbaden und Castel) passirten heute einige Batterien des Nass. Feldartillerie-Regiments Nr. 27 unsere Stadt. — Warnung. Jetzt, wo das Obst in den Gärten und auf den Feldern zu reifen beginnt, ist die Jugend stets bei der Hand, auch da zu ernten, wo sie nicht gesäet. Gärten und Zäune werden durchbrochen und mit Stöcken und Steinen in die Obst tragenden Bäume hineingeworfen und dadurch )en Besitzern derselben großer Schaden zugefügt. Zur Warnung der Eltern sei nun hier mitgetheilt, daß sie nach § 361 Abs. 9 des deutschen Reichsstrafgesetzbuchs für alle von ihren Kindern verübten Obstsrevel u. s. w. verantwortlich mb und daß jeder Fall mit Haft bestraft werden kann. — Als Warnung für Lehrmeister verdient ein Urtheil des Schöffengerichts in Dt.-Eylau mitgetheilt zu werden. Vor einiger Zeit verließen die Lehrlinge eines dortigen Handwerksmeisters den Unterricht in der Fortbildungsschule mit der Erklärung: „Der Meister hat gesagt, wenn wir um halb acht Uhr nicht zum Abendbrod kommen, kriegen wir keins." Auf Anzeige der Lehrer wurde der Meister zu 30 Mk. Strafe verurtheilt, weil er den Lehrlingen nicht die erforderliche Zeit zum Besuch des Unterrichts in der Fortbildungsschule gewährt hatte. — Eidesformel der Rathsverwandten anno 1693. „Ihr ollt geloben und einen leiblichen Eid zu Gott schworen, daß Ihr dem Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Ernst Ludwigen, Landgrafen zu Hessen (T. T.) getreu hold und gewärtig sein und mit Hrn. des Raths und gemeiner Stadt beneficia privilegia und Immunitäten getreulich Schützen und Handhaben, auch dahin sehen solltet, daß wenn einige von der Bürgerschaft oder sonsten Jemand wieder Gnädigster Herrschaft deren Beamten und des Raths Gcbott einige Gotteslästerung, H.....g, Ehebruch, Diebstahl, Schlägerey, Scheltwort und dergleichen, es geschehe in oder äusser der Stadt, hören oder sehen werdet, getreulich anzeigen, sich aber selbsten ehrbar und fromm halten, auch die (einigen dergleichen zu thun daheim anweisen, ansolglich der Bürgerschaft mit guten Exempeln vorleuchten, insonderheit aber alle Heimlichkeiten oder was sonsten bei versammeltem Rath geredt und geschlossen wird, Niemanden entdecken, sondern bis in sein Grab verschwiegen halten und sich sonsten in allwegen mit seinen Collegiis fried und schicklich begehen solle. — Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Todt- geborenen, betrug in der Woche vom 24. bis 30. August in Mainz mit Castel 38, in Darmstadt 21, in Offenbach 8, in Worms 13 und in Gießen 7, zusammen 87, darunter 36 im ersten Lebensjahre. — Die Todesursache anlangend, verstürben an Rachenbräune 4 (Mainz 1, Gießen 3), an Keuchhusten 1 (Mainz), an Unterleibstyphus 1 (Darmstadt), an Diarrhoe und Brechdurchfall 17 (Mainz 8, Darmstadt und Gießen je 1, Offenbach 3, Worms 4), an Lungenschwindsucht 11 (Mainz 6, Darmstadt 2, Worms 3), an acuten und entzündl. Krankheiten der Athmnngsorgane einschließlich Influenza 4 (Darmstadt und Worms je 2), an Gehirn-Apoplexie 4 (Darmstadt 3, Gießen 1), gewaltsamen Tod 8 Personen (Mainz 6, Worms und Gießen je 1) Staufenberg, 14. September. Gestern Nachmittag 3 Uhr brach in der Scheuer des Heinr. Vogel VI. Feuer ans, welcher binnen wenigen Minuten derart um sich griff, daß nicht nur die Vogel'sche Scheuer, sondern auch die Wohnhäuser, Scheuern und Ställe der Ortsbürger Casp. Geißler, Ludw. Stephan und Jos. Sommer (im ganzen 11 Gebäude) in Schutt und Asche sanken, außerdem mehrere Nachbargebäude stark beschädigt wurden. Bei dem anfänglich gänzlichen Mangel an Hülfe (die meisten Bewohner waren auf dem Fette beschäftigt) war die Befürchtung, daß die ganze Stadt der Vernichtung preisgegeben, eine nur zu begreifliche. Glücklicher Weise herrschte Windstille. Hauptsächlich durch das energische Eingreifen der Lollarer Feuerwehr mit ihren vorzüglichen Gerüchen und Löschmaschinen wurde dem Feuer Einhalt gethan. Ein Haus, demHerrn Stephan gehörig, war von brennenden Gebäuden umgeben und ist trotzdem durch die Thätigkeit der Hilfsmannschaft gerettet worden. Von allen benachbarten Orten, Odenhausen, Wismar, Ruttershausen, Mainzlar, Daubrmgen, Treis a. d. Lda. rc., waren Mannschaften mit Spritzen zur Bewältigung des Feuers erschienen und haben recht fleißig gearbeitet. Leider mußten aber die Spritzen sehr häufig außer Betrieb gesetzt werden, weil es an Wasser zur Bewältigung des Brandes öfters fehlte. Obgleich die Stadt Staufenberg eine Wasserleitung zur Speisung der Brunnen angelegt hat, genügte das Wasser doch nicht zur Füllung der vorhandenen Spritzen. Ein Weiher lieferte zwar viel Wasser, derselbe liegt aber ziemlich weit von der Brandstätte entfernt. Die Entstehungsursache des Feuers ist bis jetzt noch nicht ermittelt, es wird Brandstiftung vermuthet. Die zerstörten Hosraithen, deren Scheuern mit Erntevorräthen gefüllt waren, und aus denen heute noch die Hellen Flammen schlugen, gewähren ein schreckliches Bild der Zerstörung. Das vollständig zu Grunde gegangene Mobiliar, sowie die Erntevorrüthe waren nur zu einem kleinen Theile versichert. A. ArnSburg, 14. September. Der Taglöhner Valentin Betz aus Schlitz, zuletzt in hiesiger Gegend beschäftigt, hat sich in dem eine Viertelstunde von hier entfernten Walddistrict „Kirchberg" erhängt. Seine Leiche wurde gestern Vormittag von Kindern aufgefunden und nach gerichtlicher Besichtigung in die Anatomie nach Gießen verbracht. (:) Schotten, 14. September. Unlängst wurde von dem hiesigen Schöffengericht ein Arbeiter eines benachbarten Ortes verurtheilt, welcher sich bei der Krankenkasse als krank und halb erwerbsfähig angemeldet hatte, aber während seiner Krankheit sein Geschäft ungehindert weiter betrieben und den P* -He Das jr f lri tu, Roi l9 die Saiten P^ls *• IESTL *0TWer 2 EhreMipl(N * und Bek, ®le LaiMchMn 1 M EmtmMa btt W« PostmM übttqt1 find mb A-rmg dicht Spww; Mittel ®at"»«»t, im Der Ä ^Uels, Dem N*yt in ei« 3°™ ’ üom neunten ! ggngsprüfimg »""'S Le zmM°»nz-" w> m Md M beb Mmöms itt fittie He> * Warmes Elfen, leidet, N ml" Beispiel heute thue, me« mch^ch^Tuge^v^ MmrWlMe △ 8« Dir elfte Hälfte des Erft bis bato Woit gehalten, denn gehabt „wie sie im Bache ite Herzenslust, dir Mir werdm Nachtgleiche sieht vor der Thun nach räumen. Seither füllten die Keller füllen und es ha Scheuern nicht viel zurückbletba beginnt, sollte über der ratio Lüftung und Reinigung d aber ungemein häufig geftinblft' Kernig, wenn das Gröbste abge flächlichkeit beim Reinigen unt besonders dieses Jahr rachen. Mwurzeln, Weiherüben, Kc FeuchWrV wegen, die sie tu' haben. Nicht wenige Knolle angesressen und sollten, da t hauvt nicht eingelellert, sondc verfüttert werden. Wenn m finden sich in der ftagnirtnbai Md Worin, bie ihre nert *. Wer bem fiüfttn Irl om Wdjien eingedrachten E M & ®ie nodi I)(i6en. Eltens des UNI.« ät?tetien d°S 'ifUi" M sasiS tJ'h ”■ Dcmi'h°i>rt(idl 'M werden kann. "" .»trtitnt ein Unheil *»* zu weL hnnd- $*W< mit \ 9'Iagt, nenn toit um hitjen toit "n-d° der Mcher iu '11 ^Hingen nicht die Unterrichts in der Fort- wdten anno 1693. ih zu Gatt schwüren, datz und Henn, Herrn Emst r- T-) getreu hold und aths und gemeiner Stadt - ten getreulich Schützen und tet, daß wenn einige von wand wieder Gnädigster res Raths Gebott einige uch, Diebstahl, Schlägereh, rschehe in oder äusser der getreulich anzeigen, sich aber auch die (einigen dergleichen glich der Bürgerschaft mit derheit aber alle Heimlich- mmeltem Rath geredt und ecken, sondern bis in sein h sonsten in allwegen mit begehen solle. , ausschließlich der Todt- vom 24. bis 30. August dr 21, in Offenbach 8, in lammen 87, barunter 36 deSirrsache anlattgenb, linz 1, Gießen 3), an iistyphus 1 (Darmstadt), ' (Mainz 8, Darmstadt Kanns 4), an Lungenstadt 2, Wams 3), an der Athmungs-rM- -m- unb Womi je 2), an Gießen 1), 9*1*®" 6 und Gieß-n je 1) Gestern Nachmittag 3 Uhr el VI. Feuer aus,welches n sich griff/ d°ff * ”“J •>’Ä' ‘K W und We ,ubL- tof beschädigt »-tte beschäftigt war Sc Vernichtung W' V i > eMt9'’t[Ln Gerath." ren ««tT etton. tuet Ewhai 9 ^binden :Iffatl6 Vknrten Orte", ! Uen benach $ brul8en, ^'^'"Ät Spritz'" .ff rnjch°st-n,7° recht n und haben die jur g an Gaffer o f-fitfS 5'1 “ % i«**' i fe>>* Der ;ct t t'icgkltb b' Aalddt! r cntfern Äff** ’ tüt««1- , „ntle « ßttei vollen Tagelohn bezogen hatte. Das Schöffengericht bedachte "ähn mit einer Haftstrafe. DermiWfw« * Der erste deutsche Rekrut in Helgoland. Wir lesen in der „Fvrbacher Zeitung": Drei hiesige Schüler kamen in voriger Woche auf den Einfall, dem Baler des ersten deutschen Rekruten auf Helgoland brieflich zu gratulircn. Sie fügten dem Gratulationsbrief eine Anzahl seltener abgestempelter Briefmarken in der Voraussicht bei, daß der Junge später auch einmal Briefmarkensammler werden möchte. Gestern nun kam ein Brief üom Vater des Kindes an, in welchem derselbe den drei Genannten dankt und u. A. mittheilt, daß der Kaiser Pathenstelle bei seinem Sohne übernehmen werde und daß eine Familie in Malchow (Mecklenburg) sich erboten habe, den Jungen vom neunten Jahre an bis zur bestehenden Abgangsprüfung unentgeltlich in Schule und Pension aufzunehmen 2C. * Ein konsequenter Schlachtenbummler. Eine eigenartige -Erholungsreise unternimmt seit nunmehr 16 Jahren ein Fabrikant in Sachsen. Dieser Herr rückt nämlich iiujebem Jahre zur Manöverzeit mit dem 1. Jägerbataillon aus Freiberg aus und begleitet diese Truppe auf allen ihren Märschen zu Fuß und kehrt auch mit derselben erst nach Beendigung des Manövers in seine Heimathsstadt zurück. * Warmes Eisen. „Wissen Sie, seit meinem letzten Kopfleiden hat mein Gedächtnis; ungemein gelitten- was ich zum Beispiel heute thue, weiß ich schon in drei bis vier Tagen nicht mehr/' — „Nicht möglich! Appropos, können Sie mir nicht aus acht Tage hundert Mark leihen?" LandwirthschaftUche Winke und Rathschläge. △ Au» Oberhefferr, Mitte September. Die erste Hälfte des September ist vorüber, der Aegiditag hat bis dato Wort gehalten, denn wir haben zwei Septemberwochen gehabt „wie sie im Buche stehen". Die Arbeiten fördern nach Herzenslust, die Nächte werden länger und kühler, Herbst-Tag- und Nachtgleiche stehl vor der Thüre, nun heißt es die Felder nach und nach räumen. Seither füllten sich die Scheuern, jetzt werden sich die Keller füllen und es hat den Anschein, daß diese hinter den Scheuern nicht viel Zurückbleiben werden. Ehe die Füllung der Keller beginnt, sollte aber der rationelle Landwirth eine sorgfältige Lüftung und Reinigung derselben vornehmen. Hiergegen wird aber ungemein häufig gesündigt. Viele Bauern meinen, es sei schon genug, wenn das Gröbste abgekratzt und abgerecht sei. Die Oberflächlichkeit beim Reinigen und Lüften rächt sich bitter und wird sich besonders dieses Jahr rächen, weil die Knollengewächse: Kartoffeln, Dickwurzeln, Weißerüben, Kohlraben, Gelberüben u. A. der vielen Feuchtigkeit wegen, die sie aufnehmen mußten, Neigung zum Faulen haben. Nicht wenige Knollen find von Engerlingen und Mäusen angefressen und sollten, da die wunden Stellen leicht faulen, überhaupt nicht eingekellert, sondern ausgeschieden und von vornherein verfüttert werden. Wenn nun ein Keller schlecht gelüftet ist, dann finden sich in der stagntrenden, dumpfen Luft Mtllonen von Fäulntß- und Ptlzsporen, die ihre verderbliche Wirkung sehr bald bemerklich machen. Außer dem Lüften ist das Beseitigen der im Vorjahr mit den Gewächsen eingebrachten Erde, die darin befindlichen faulenden Wurzelreste, die in den dunkelen Ecken liegenden Kartoffeln, welche nicht bemerkt wurden und inzwischen mannslange Keime getrieben haben, vorzunehmen. Selbst auf die Wände, wo mitunter große Spinngewebe hängen, sollte sich die Reinigung erstrecken und der Fußboden müßte mit einer trocknen Sandlage versehen werden. Diese Arbeiten sind bald gethan und verursachen einen Kostenaufwand von wenigen Mark. Das Hundertfache ist Manchem schon verloren gegangen, wenn er die r-othwendige Sorgfalt außer Acht liefe; denn sobald Fäulnitz eintritt und sie wird nicht rechtzeitig gemerkt, gehen Kartoffeln und Futtergemächsc wagenwetse zu Grunde. Sorgfalt und Reinlichkeit lohnen sich bet Vieh und Gewächsen, das darf der Bauer nie außer Acht lassen. * Ein Anderes: Man hat mit dem Ernten und Etnkeltcrn der Kartoffeln begonnen. Gegenwärtig wird, da die Sonne tagsüber sehr warm scheint, der Erdboden und mit diesem werden die Kartoffeln sehr warm. Es ist ein entschiedener Fehler, diese so warm in den Keller zu bringen, denn wenn angestoßene, halb kranke darunter sind — was bei der größten Sorgfalt niemals ganz zu vermeiden ist — wird es geschehen, daß durch die vorhandene Feuchtigkeit und Wärme alsbald der Gährungsproceß beginnt und es können viele Malter verloren gehen. Man lasse daher die an heißen Tagen geernteten Kartoffeln erst tüchtig abkühlen, ehe man sie einkellert. Die Grummeternte schreitet weiter voran. Hierbei zeigt sich, wie die landwirthschaftlichen Arbeiter, besonders Frauenzimmer, zuweilen aufschreien, wenn eine Eidechse oder Blindschleiche unverhofft auftaucht und davon huscht. Der Mensch kann das Schleichen, Huschen und Schlängeln nicht leiden und darum geht es mit Rechen, Heugabeln und Sensen hinter den genannten unschuldigen und arglosen Thterchen her. Viele glauben eine besondere Heldenthat verrichtet zu haben, wenn sie eine Eidechse oder Blindschleiche ums Leben bringen. Leider schaden sie sich selber dadurch, denn beide Thiere sind dem Landwirthe durch Vertilgung von zahllosen Jnsecten und Ungeziefer aller Art vom größten Nutzen. So sind sie z. B. entschieden nützlicher als der so beliebte und allseitig gehegte Storch, der dem Landwirth eigentlich gar nichts nützt. Man kann nicht oft genug lehren und mahnen: Legt Eure Vorurtheile gegen nützliche Thiere ab, schadet Euch nicht selbst durch nutzloses Vernichten nützlicher Geschöpfe. Zum Dritten: Die Zett der Brände ist gekommen! Wenn die Nächte lang werden, muß der Bauer Morgens und Abends mit Licht in Scheuer und Stall, die nö'.hige Vorsicht wird außer Acht gelassen, ein Funke fliegt ins dürre Stroh und „das Unglück schreitet schnell". Nicht blos Haus und Hof, auch die Ernte- und Futtervorräthe gehen zu Grunde, mit der Versicherung sieht es schlecht aus und der Bauer ist unglücklich für sein halbes Leben. Schon liest man da und dort in den Zeitungen: Es hat gebrannt- eine oder mehrere Scheuern, Wohnhäuser, Stallungen u. s. w. sind zu Grunde gegangen; die Leute waren nicht versichert! Welche Summe von Kummer und Schmerz liegt in diesen wenigen Worten! Darum versichert Eure Habe und „bewahrt das Feuer und das Licht". Noch eins, das Vierte, zum Schluß: Der Versandt der Zwetschen nach Holland und England hat begonnen. Die Früchte werden, damit sie den Druck und die Pressung besser aushalten können und nicht matschig werden, vor der Reife abgenommen. Aber wie gehen die Leute, besonders Kinder, die nicht beaufsichtigt werden, mit den armen Zwetschenbäumen um! Es ist ein Jammer. Weil die Früchte nicht ganz reif sind, hängen sie noch ziemlich fest. Nun peitschen die Unverständigen drauf los und schlagen die Tragästchen, das fruchtbare Hol;, mit herunter. Fingerslange Aestchen hängen an den Zwetschenstielen; manche Bäume werden so zugerichtet, daß die nächste Ernte in Frage kommt. Das Nutzthier, der Baum, die Wiese, der Garten, das Feld lohnen Demjenigen am reichsten, der am Sorgfältigsten und Aufmerksamsten mit ihm umgeht. Wer diese Gegenstände schindet und mißhandelt, der kann sich nicht beklagen, wenn seine Resultate schlechter sind, als diejenigen seines Nachbars. Prüfet Alles und das Beste behaltet. Schiffsnachvichten. Bremen, 12. September. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Werra, Eapt. C. Pohle, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. September von Bremen und am 3. September von Southampton abgeaangen war, ist gestern 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyorr angekommen. Bremen, 12. September. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Saale, Eapt. H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 3. September von Bremen und am 4. September von Southampton abgegangen war, ist heute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. verkehr, Land- nnd volksrvirths^aft. Grünberg, 13. September. (Fruchtpreise). Weizen JL 1910, Korn v4t 16.30, Gerste JL. 15.60, Hafer JL 13.30, Erbsen JL--, Linsen ——, Lein — —, Wicken — , Samen —, Kartoffeln ——• Gummi- Paris. Feinste Specialitäten. 4447 Zollfr. Versandt durch W. H. Mielck, Frankfurt a. M. Special-Preisliste in verschloss. Couvert ohne Firma geg. Eins, v. 20 Pfg. in Briefm. Hpielplau der vereinigten frankfurter Stadttheater. Vpernhan». Dienstag den 16. September: Hugenotten. Große Preise. Mittwoch den 17. September: Lohengrin. Große Preise. Außer Abonnement. Donnerstag den 18. September: Martha. Große Preise. Freitag den 19. September: Der arme Jonathan. Puppenfee. Große Preise. Außer Abonnement. Samstag den 20. September: Margarethe. Große Preise. Sonntag den 21. September: Oberon. Große Preise. Schauspielhaus. Dienstag den 16. September: Ein Tropfen Gift. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 17.September: Torquato Tasso. Gewöhnliche Preise. Donnerstag ben 18. September: Gastspiel des Fräulein Thessa Klinkhammer. Francillon. (Fran?oise: Frl. Klinkhammer.) Gewöhnliche Preise. Außer Abonnement. Freitag den 19. September: Die arme Löwin. Gewöhnliche Preise. Samstag den 20. September: Uriel Acosta. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 21. September: Letztes Gastspiel des Fräulein ThessaKlinkhammer. DorfundStadt. (Lorle: Frl.Klinkhammer.) Gewöhnliche Preise. Montag den22.September: Neu-Frankfurt. Gewöhnliche Preise. Temperatur der Kahn und der Luft am 15. September, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 12^, Luft lß1^ Gr. Rübsamen. Bekanntmachung. Die Landbriefträger führen auf ihren Bestellgängen Bücher mit sich, welche zur Eintragung der ihnen vom Publikum zur Beförderung nach der nächsten Postanstalt übergebenen Sendungen mit Werthangabe, Einschreiblendungen, Postanweisungen, gewöhnlichen Packete und Nachnahmesendungen bestimmt sind und zur größeren Sicherheit für die richtige und rechtzeitige Ablieferung dieser Gegenstände dienen. Will der Absender die Eintragung selbst bewirken, so hat der Landbriesträger demselben das Buch vorzulegen. Bei Eintragung des Gegenstandes seitens des Landbriesträgers muß dem Absender auf Verlangen durch Vorlegen des Buches die Ueberzeugung von der stattgehabten richtigen Eintragung gewährt werden. Da diese Einrichtung und das dem Publikum durch dieselbe gebotene Mittel zu seiner Sicherstellung immer noch nicht genügend bekannt zu sein scheint, so wird auf das Bestehen derselben besonders aufmerksam gemacht- Darmstadt, im August 1890. Der Kaiserliche Ober-Postdirector. Clavel. H. NESTLE’S KINDERMEHL Zahlreiche ZEUGNISSE der ersten medicinisohen Autoritäten. für kleine Kinder. Vollständiges ftOjähriger Erfolg 32 Auszeichnungen, worunter 12 Ehrendiplame und 14Gold. Medaillen, ’jä Fabrik-Marke Ersatz bei Mangel an Muttermilch, erleichtert das Entwöhnen, leicht und vollständig verdaulich, desshalb auch EB3VAC/.HSENEN bei MAticEN- EE1DEN bestens empfohlen. 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September l. I. Der Vormittagsgottesdienst beginnt bald nach dem um 1010 Uhr von Gießen her ankommenden Zuge. In demselben predigt Herr Misfionar Thumm aus Frankfurt. Die Festpredigt über innere Mission im Nachmittagsgottesdienst hat Herr Pfarrer Dietz aus Messet übernommen. Bei- günstiger Witterung Nachversammlung mit Ansprachen im Freien. Um recht zahlreichen Besuch des Festes seitens der Gemeinden des Dekanats Gießen und anderer benachbarter Gemeinden wird freundlichst gebeten. Die Akascßenbier-Handlung von Daniel Heil, Telephon Nr. 55 Lindenplatz 3 Telephon Nr. 55 empfiehlt: Mer der Arlien-Braucrei Gießen: Lagerbier, hellfarbig (Wiener Brauart) per Flasche 18^ do. dunkelfarbig (Bayr. Brauart) „ „ 20 „ Gxportbier, hellfarbig (Wiener Brauart) „ „ 23 „ Jedes Quantum frei in’s Hau». 153 Die Bersteigermig findet bestimmt statt. Born, Geissler, Gerichtsvollzieher. Todes-Anzeige. Heute verschied plötzlich nach kurzem Leiden im 45. Lebensjahre Frau Forstwart Freudenberger was Verwandten und Bekannten mit der Bitte um stille Theil- nähme tiefbetrübt anzeigt Der trauernde Gatte: 7615] Hch. Freudenberger, Großh. Forstwart. Glashütten (Post Gedern), 12. September 1890. Danksagung. Für die so überaus zahlreichen Beweise herzlicher Theil- nahme bei dem so schweren Verluste unserer unvergeßlichen Gattin, Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin Margaretha Pfaff, geb. Rheinländer, sagt im Namen der Hinterbliebenen den tiefgefühltesten Dank d Auö.'uust crtheilcr.i: d-r DepEn, g? vertret Handlungen (ii,,9t> !"n°>lnng einen s?le tth" Sehend, L “en Antrag , Ammern t mrT®01’ntag > Rationen P-°din J*«« besch ’ « Fr». Mtrn dei T s'ch die dnncipß einpä e^Qn^unQ n«»e, I’CIQ iftitx.. 1