1390 Donnerstag den 16. Januar Nr. 13 Gießener Anzeig er Kenerat-Wnzeiger Die Gießener M«micienötLlter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, Mit Ausnahme deS MontagS. Vierteljähriger AvonnementspreiA: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstratze Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Jamikienbkütter Dffi Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Gießen, den 14. Januar 1890. Betreffend: Die ReichStagsmahlen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Im Verfolg unserer Verfügung vom gestrigen — Anzeiger Nr. 11 — ertheilen wir Ihnen in Betreff der Vornahme der rubricirten Wahlen weiter nachstehende Weisungen. Die Entscheidung über die Einsprachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Wählerlisten, welch' letztere, wie bereits verfügt, unfehlbar vom Donnerstag den 23. Januar bis Donnerstag den 30. Januar, beide Tage einschließlich, nach vorausgegangener ortsüblicher Bekanntmachung offen zu legen sind, hat, sofern die Erinnerung nicht sofort von Ihnen als begründet erkannt wird, nach Maßgabe des Art. 48 II pos. 6 des Gesetzes vom 12. Juni 1874 (Reg.-Blatt Nr. 29 S. 268) durch den KreisauSschuß zu erfolgen. Diese Entscheidung muß spätestens den 12. Februar L. I., Abends, ertheilt und durch Ihre Vermittelung dem Betreffenden bekannt gemacht sein. Bei den Berichtigungen der Wählerlisten'sind die Gründe etwaiger Streichungen oder Nachträge am Rande der Liste unter Angabe deS Datums der Berichtigung von Ihnen kurz zu vermerken. Nach Ablauf der für die Offenlegung der Wählerlisten und zugleich für Neclamationen gegen diese festgesetzten Frist werden Sie, sofern die etwaigen Erinnerungen uidjt von Ihnen durch Berichtigung der Wählerlisten erledigt worden sind, die Acten unverzüglich mit Begleitbericht an uns einsenden. Andernfalls sehen wir bis Montag den 3. Februar unfehlbar Ihrem Berichte darüber entgegen, daß die Wählerlisten nach vorausgegangener ortsüblicher Bekanntmachung am 20. und 21. d. Ms, vom Donnerstag den 23. bis Donnerstag den 30. Januar, beide Tage einschließlich, offengelegen haben, und daß Erinnerungen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Listen nicht erhoben, bezw. von Ihnen erledigt worden sind. Wegen der weiter vorzunehmenden Schritte werden wir demnächst verfügen. Schließlich sprechen wir die bestimmte Erwartung aus, daß Sie unsere Anordnungen auf das Pünktlichste besorgen. v. Gagern. Bekanntmachung, die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugniffen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachfuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgen den, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizusügen: a) Geburtszeugniß; b) ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Ecklärung über Bereitwilligkeit den FreiwMgen während einer einjährigen actioen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrig- keitli.ch z^u bescheinigen; c) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und den sonstigen militärberechtigten Lehranstalten) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit ober ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugniffe für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugniffe für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämmtlich nach dem Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889 — ausgestellt sein müffen. Im Uebrigen wird aus die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Großh. Prüfungs - Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Deutscher Reichstag. 42. Plenarsitzung. Dienstag den 14. Januar 1890, 1 Uhr. Die ausgesetzten Positionen des Militär-Etats „Artillerie- und Waffenwesen" mit zusammen 107 037 100 Mk. werden zunächst berathen. Die Positionen werden, dem Anträge der Commission gemäß, ohne Debatte genehmigt. Das Mandat des Abg. Dr. Delbrück (Rp.) beantragt die Geschäftsordnungscommission als durch die Verleihung eines Gehaltes an diesen Abgeordneten in seiner Stellung als außerordentlicher Professor, für erloschen zu erklären. Abg. Frhr. v. Unruhe-Bomst (Rp.) tritt dafür ein, das Mandat für nicht erloschen zu erklären- ihm schließt sich an der Abg. R Intel en (Ctr.), während die Abgg. Klemm- Sachsen (cons.) und Träger (dsr.) für den Antrag der Geschäftsordnungs-Commission eintreten. Abg. Francke-Tondern (natl.) tritt ebenfalls für den Commissionsantrag ein. Das Ausschlaggebende^ für den Verlust des Mandats sei die Besoldung, nicht schorTdie Ueber- nahme eines Staatsamtes allein. In diesem Sinne muß die Verfassungsbestimmung ausgelegt werden. Abg. Dr. Enneccerus (natl.): Daß es auf die Besoldung allein oder hauptsächlich ankommt, ist nicht richtig. Es kommt sowohl aus die Besoldung wie auf das Staatsamt an, beides muß von einem Abgeordneten angenommen werden, wenn das Mandat erlöschen soll. Im vorliegenden Falle trifft das nicht zu. Dr. Delbrück hat kein neues Amt übernommen, sondern sein früheres Amt beibehalten. Will man durch die bloße Besoldung das Mandat für erloschen erachten, so müsse man zu dem Schluffe kommen, daß schon bei Gehaltserhöhungen in dem gleichen Amte das Mandat erlöschen kann. Das Haus erklärt mit geringer Mehrheit das Mandat des Abg. Dr. Delbrück für erloschen. Fcnilleton. Oberhessen im Jahre 1813 (Fortsetzung.) Unser oberhessischer Bauer kommt hier bitterübel weg, doch ist sehr die Frage, ob nicht viel Uebertreibung mit dabei unterlief, veranlaßt durch mangelhafte Beobachtung und der Verallgemeinerung einzelner Beobachtungen. Wenn weiterhin unsere Vogelsberger Pfarrer noch viel schlimmer wegkommen, so ist da mit Bestimmtheit Unkennt- niß der allgemeinen Verhältnisse anzuuehmen. Rh esa schreibt über dieselben: „Die Achtung für den geistlichen Stand ist hier so tief gesunken, daß ich lieber ein Handwerker seyn wollte, als ein hessischer Prediger. Ihre Hauptbeschäftigung ist die Jagd. Man sieht sie mit der Flinte in der Hand, von Hunden begleitet daherziehen. Weder an ihrem Gespräche, noch an ihren Kleidern erkennt man ihren Stand. Sie gehen in buntfarbigem Anzug, das Haar ä la Titus, und lieben Kartenspiel und Wein; daher sie in Gesellschaften sehr gelitten sind. Sie studiren vorher auf Anecdoten, um die Gesellschaft lustig zu machen. Einer von ihnen hielt, wie mir ein Offizier versicherte, eine Predigt über dem Weinfaffe, um die Anweseuden zu belustigen!! Die Mehrzahl lebt in befremdender Un- bekanntschast mit der Literatur, wovon folgende Erfahrung, die ich machte, ein redender Beweis ist. Ein Geistlicher, den ich am 2. December besuchte, fragte mich, vou wo ich gebürtig wäre- ich erwiderte: bei Memel. „Bei Memel" — sagte er — „wo liegt das?" Ich antwortete scherzhaft: am Kaspischen Meere. „Mein Gott", rief er aus, „von so weit kommen Sie her!" In den Kirchen ist wenig Polizei, die Predigt entweder Moral oder Politik, selten Religion. Und der Mensch schmachtet nach höherem Trost vom Himmel, er vergehet vor Durst, aber die am Brunnen stehen, verwehren es ihm, sich am Tropfen des Heils zu laben- sie reichen ihm den Becher dar, aber ach, der Becher ist leer! — Vor einigen Tagen fiel mir die gedruckte Predigt eines Hessischen Geistlichen, die er im Jahre 1807 nach der Schlachr bei Friedland gehalten, in die Hände. Sollte man glauben, daß der Hauptsatz also lautet? „Das Unglück unserer Feinde (Preußen) ist unser Glück geworden." — Ein kalter Schauer überlief mich bei diesem unchristlichen Gedanken. Fast ein jedes Dorf und Dörfchen hat seine eigene Kirche, die aber jedesmal über alle Beschreibung klein, eng und finster ist. In solcher Kirche kann man nicht die geringste Andacht haben, und das heißt, die Religion in die Tasche stecken oder einschachteln. Gott will angebetet seyn in einem erhabenen Tempel, nicht aber in einem Kartenhäuschen. Wie viel herzerhebender ist es aber im alten Preußen, wo oft 20 bis 30 Dörfer eine große Kirche im Mittelpunkt haben. Alles wallfahrtet hinauf am Sonntage, wie nach Jerusalem- Bekanntschaften werden gemacht, oft Bande des Herzens geknüpft und die Dörfer betrachten sich als eine Familie, die zu eines Vaters Hause hingehören- statt daß hier zu Lande ein Dorf von dem andern keine Notiz nimmt, jedes sich als ein abgesondertes Ganze betrachtet. Man fragt oft vergebens nach dem Wege von einem Dorfe zum andern. Die Leute wissen und kennen nur ihre zwanzig Häuser, die ihre Welt sind. Ein anderer übler Umstand ist dieser, daß 4 bis 5 Dörfer oft nur einen Prediger haben, der alle Sonntage vier bis fünf Mal predigen, und von einem Dorfe zu Fuß nach dem andern lausen muß. Wer ein wenig Menschen- kenntuiß hat, weiß es, wie ekelhaft es dem Redner wird, denselben Vortrag zum zweiten uud dritten Male zu halten- Er muß ein Salbader werden, er mag wollen oder nicht. In keinem Lande sind die Geistlichen schlechter besoldet als hier, wo sie jährlich zwei- bis dreihundert Gulden Einkünfte haben (alle Emolumente eingerechnet), welches gar nicht hinreichet, ihre Kinder, deren Anzahl gewöhnlich bis an die Zahl der Musen, oft an die der Apostel reicht, anständig zu erziehen. Die Bauernkinder gehen daher besser gekleidet als die Pfarrerskinder. Wann wird sich ein Hessischer Landesfürst über sein Volk erbarmen und ihm besser besoldete Geistliche geben, damit die gesunkene Achtung für diesen ehrwürdigen Stand etwas gehoben werde!" Hier findet sich denn auch eine schriftliche Notiz am Schluß 6er Seite, durch welche das Jrrthümliche dieser Gehaltsangaben verbessert werden sollte: „Die geringste Psarrstelle im Großherzogthum Hessen beträgt 500 st., doch gibt es auch solche von 1000 bis 1500 sl., sowie mehrere von 2000 bis 4000 und 5000 ft." Wahrscheinlich rührt diese berichtigende Bemerkung von dem Rector Ludwig Schaaf in Romrod her, der außerdem über Rhesa handschriftlich bemerkt, er sei in Romrod bei dem Pfarrer Textor einquartiert gewesen und habe am ersten Adventsonntag 1813 in Oberrod über die Epistelworte: „sintemal unser Heil jetzo näher ist, als wir glauben", trefflich gepredigt, auch die Abendmahlsfeier mit den Kürassieren dahier (Romrod) gehalten und über die Worte: „Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unseren Herrn Jesum Christum", gepredigt habe. „Ging alles feierlich her." Vom 8. November bis 14. December 1813, also fünf Wochen lang, hatte sich Rhesa in verschiedenen Theilen des Vogelsbergs aufgehalten und so allerdings manche Gelegenheit gefunden, Land und Leute, die ihm so fremdartig entgegentraten , von ihrer guten und schlechten Seite kennen zu. lernen. Die Wahlprüfungscommission beantragt durch ihren Referenten, Abg. Vc'iel (natl.), das Mandat des Abg. Dr. Websky (natl.) für gültig zu erklären. Die angestellten Erhebungen haben ergeben, daß die behaupteten Unregelmäßigkeiten bei der Wahl theils nicht erweisbar, theils unerheblich sind. Abg. Gröber (Ctr.) tritt für Ungültigkeitserklärung der Wahl ein. Lasse sich auch nicht zahlenmäßig beweisen, daß die erforderliche Stimmenzahl sich auf Dr. Websky vereinigte, so fei dies doch sehr wahrscheinlich. Es handle sich um 101 Stimmen, die Websky mehr erhielt, als fein Gegen- candidat Eberty. Es ist höchst wahrscheinlich, daß die zur Urne geführten Arbeiter in dieser Anzahl in ihrer Freiheit bei der Wahl beschränkt worden sind. Eine solche Wahl muß cassirt werden. Abg. Hegel (cons.): Auf Schätzungen kann man sich bei Wahlprüfuugen nicht einlassen, zumal die große Mehrzahl der angegebenen Fälle sich als unbegründet erwiesen hat. Redner bittet den Commissionsantrag anzunehmen. Abg. Rickert (dfr.): Die Praxis der Wahlprüsnngs- commission ist in der letzten Zeit eine gegen früher erheblich schlechtere geworden und es wäre bedauerlich, weun dieser Reichstag als seine letzte That dieses Mandat für gültig erklärt. Der Kreisschulinspector Gregorovius hat allein 170 Schreiben an die Lehrer versendet. Die Schreiben würden allein genügen, um die Wahl für ungültig zu erklären. Das Verfahren des 2c. Gregorovius habe die bedauerlichsten Folgen gehabt. Für die freisinnige Partei gäbe es kein besseres Ägitationsmittel als die Annahme des Commissionsantrages. Man werde dem Ansehen des Reichstages einen Dienst erweisen, wenn man die Wahl cassirt. Abg. Veiel (natl.) bestreitet, daß die Commission in dem vorliegenden Falle von anderen Grundsätzen ausgegangen fei als früher. Abg. Singer (Soc.): Diese Wahl ist typisch für die 1887er Wahlen überhaupt. Rur durch diese Dreiheit: Amtliche Wahlbeeinflussung, Druck der Arbeitgeber und Verletzung des Wahlgeheimnisses, war es möglich, die gegenwärtige Mehrheit in den Reichstag zu bekommen. Wenn der Commissionsantrag auch angenommen werde, so wird Herr Websky doch sicherlich bei der nächsten Legislatur-Periode diesen Wahlkreis nicht wieder vertreten. Abg. Ku l em an n (natl.): Die Wahl ist unanfechtbar. Mit Gefühlen und Gemüthsstimmungen kann man nicht über die Gültigkeit einer Wahl entscheiden. Redner bittet die Gültigkeit der Wahl auszusprechen. Abg. Dr. Windthorst (Ctr.): Die hier stattgehabten Wahlmanöver muß man im Interesse aller Parteien ver- urtheilen, namentlich sollten das die Nationalliberalen thun, denn sie wollen doch liberal sein. Die Wahl ist ungültig, weil sie unter dem unzulässigen Druck der Behörden und der Arbeitgeber zu Stande gekommen ist. Das Haus beschließt mit schwacher Mehrheit die Wahl des Dr. Websky für ungültig zu erklären. Nächste Sitzung Mittwoch 2 Uhr. Initiativanträge. Schluß 5 Uhr. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Corrcspondenz-Bureau. Berlin, 14. Januar. Die Kaiserin empfing Mittags das Reichstagspräsidium, das die Theilnahme des Reichstags anläßlich des Todes der Kaiserin Augusta aussprach. Die Kaiserin antwortete tiefbewegt und gedachte rühmend der segensreichen Thätigkeit der Verstorbenen auf allen Gebieten. Hannover, 14. Januar. Der Ausschuß für den Rhein- Weser-Elbe-Canal beschloß unter Vorsitz des Landesdirectors Hammerstein die Absendung einer Deputation an den Minister der öffentlichen Arbeiten, um die Fortsetzung des Dortmund-Ems-Canals nach Weser-Elbe einerseits und den Rhein andererseits anzustreben. Die Deputation wird bestehen aus Vertretern der vom Canal berührten größeren „Am 14. December brachen wir von Altenburg auf und gingen nach Kirchhain bei Marburg. Es war mir angenehm, diesen schönen Musensitz Deutschlands näher kennen zu lernen. Die Professoren Marburgs nahmen mich mit auszeichnender Gefälligkeit auf. Lehrer nnd Lernende find von einem patriotischen Enthusiasmus beseelt, welcher sie unter der vorigen Regierung oft in Gefahr brachte. Itzt eilt Alles, was von Studirenden hier ist, selbst von den Schulen, zu den Waffen. Die Stadt zählt 6- bis 7000 Einwohner, sie liegt in einem halben Kranze an einem steilen Berge, auf dessen Gipfel das Schloß oder die alte Residenz der Landgrafen majestätisch pranget. Die Natur hat die umliegenden Berge mit unendlicher Anrnuth geschmückt,- ein weites Thal eröffnet sich nach Südrn und Norden, durch welches die Lahn sich malerisch schlängelt. Die Elisabeth- kirche mit den Gräbern fürstlicher Personen ist ein prachtvolles Werk der gothischeu Baukunst. Den silbernen Sarg der heiligen Elisabeth hat der König Hieronimus nach Cassel trausportiren lassen, um sich der Edelsteine zu bemächtigen, mit welchen er ausgeziert war. Das Volk ist über diesen Kirchenraub bis zur Wuth aufgebracht. Die Kirche ist ein Simultaneum von protestantischem und katholischem Gottesdienst. Der durch seine Bibelübersetzung bekannte Professor Van Eß predigt darin." (Schluß folgt.) * Dem „Wiesb. Gen.-Anz." ging von einem Abonnenten Folgendes zu: Ein Lehrer in der Bleichstraßenschule fragte die Schüler seiner Klasse, wer noch nicht die Influenza gehabt habe. Eine geringe Anzahl schnellt empor. „Auch du noch nicht?" fragt er den im Lernen nicht sehr eifrigen Karl. ^Nein!" antwortet er traurig, „ich wollte am Samstag nsangen, aber meine Mutter ließ mich nicht!" Städte, sowie solchen auS Hannover, Bremen, Magdeburg, Berlin. Merfeld, 14. Januar. Die Stadt Elberfeld beschloß die Errichtung einer Stiftung von 1OO,OOO Mk. zur Verbesserung der W o h u u n g s v er h ält n iss e der arbeitenden Klassen als Zeichen bleibender Erinnerung an die verewigte Kaiserin-Königin Augusta. Chemnitz, 14. Januar. Bei der heutigen Landtagswahl wurde für den verstorbenen Abgeordneten Clauß der gemeinsame Candidat der Conservativen, Nationalliberalen, des deutsch-freisinnigen Vereins und der Vereinigung der Neichstreuen, der hiesige Fabrikbesitzer Esche mit 3796 Stimmen gewählt. Socialist Zeißig erhielt 3174 St. Stuttgart, 14. Januar. Oberhofprediger Carl Gerok ist heute Mittag gestorben. Wien, 14.' Januar. Die Ausg teichs-Conf erenz berieth heute die Frage der Errichtung einer Handels- und Gewerbekammer im östlichen Böhmen. Die nächste Sitzung indet morgen um 1 Uhr statt. P-st, 14. Januar. Der „Nernzet" dernentirt das Gerücht, bei dem seitens des Kriegsministers geforderten Na ch- tragscredits handle es sich nur um die Frage, ob Austausch oder Umwandlung des Elfmillimetergewehrs in das Achtmillimetergewehr. Der Austausch erfordere 4%, die Umwandlung eine Million. Es würden bezügliche Verhandlungen geführt. — Staatssecretär Berzevicry wurde im 8. Pester Bezirke zum Abgeordneten gewählt. Paris, 14. Januar. Die neue Session der gesetzgebenden Körperschaften wurde heute eröffnet ohne eine Ansprache vom Altersvorsitzenden. Der Senat vertagte sich alsbald bis zum Donnerstag. Die Kamm erwählte Floquet mit 215 von 225 Stimmen zum Präsidenten. Die Wahl des Vicepräsidenten verlies resultatlos, weil die Kammer nicht mehr beschlußfähig war. Paris, 14. Januar. Die Zeitungen tadeln fast ein- timmig das schroffe Verfahren Englands gegenüber Portugal als eine Verletzung des Protocolls der Berliner C o n f e r e n z. Rom, 14. Januar. „Eseroito" meldet: Eine Commission höherer Generale trat heute zum ersten Male unter dem Vorsitze Cialdinis zusammen, um die Commandanten der Cadres und Armeecorps für den Kriegsfall festzustellen. Die Arbeit dürste 5—6 Tage beanspruchen. Brüssel, 14. Januar. In der Kammer brachte Janson einen Antrag ein, wonach den Arbeitern gemeinsam mit den Arbeitgebern das Recht der Ueberwachung der Arbeit in den Bergwerken zustehen soll. London, 14. Januar. Die „Times" veröffentlicht den Wortlaut des britischen Ultimatums. Darnach ist letzteres durch ein Telegramm des britischen Consuls in Mozambique veranlaßt worden, demzufolge Serpa Pintos Expedition im Mokolololande die besetzten Punkte befestige und mit Besatzungen versehe. Daraufhin forderte Salisbury peremptorisch die Räumung des Schire-Gebiets, des Makololo- und des Maschowalandes. London, 14. Januar. Der Feldmarschall Napier os Magdala, geboren 1810 auf Ceylon, ist heute Nachmittag gestorben. Madrid, 14. Januar. Nach einer Meldung von 3 Uhr 15 Min. früh lag der König in ruhigem Schlaf. Die Athmung war leicht und regelmäßig. Die Minister, welche bis dahin unausgesetzt im Königspalaste geweilt hatten, begaben sich in ihre Wohnungen. Belgrad, 14. Januar. Die Meldungen mehrerer Blätter von dem Abbruch der Handelsvertragsverh a n d l u ng e n mit Bulgarien sind unbegründet. — Der in Folge seiner Erkrankung nach hier zurückgekehrte serbische Delegirte Stefan ovic begiebt sich nach seiner Wiederherstellung nach Sofia zurück. Der ehemalige Gesandte in Wien, Bogicevic, der ehemalige Gesandte in Paris, Marinovic, und der bisherige Gesandte in Berlin, Christic, sind pensionirt, der Gesandte in Bukarest, Kalzevic, in Disponibilität versetzt, der Generalconsul in Uesküb, Popovic, entlassen. Kairo, 14. Januar. Stanley, Dr. Parke, Jeph- son und Stairs trafen heute Nachmittag am Bahnhofe ein, von Vertretern des Khedive und dem diplomatischen Corps empfangen. Stanley stattete alsbald dem Khedive einen Besuch ab. Baltimore, 14. Januar. Der der Northern Central Eisenbahn gehörige Getreide - Elevator im Werthe von 300,000 Dollar ist mit 75O,OOO Bushels Getreide nieder- gebrannt. Der englische Dampfer „Sacra Basco", welcher in der Nähe der Werft lag, wurde von den Flammen ergriffen und ist ebenfalls verbrannt. Locales nnd 4-roVinzrelles. Gießen, 15. Januar. k. Theater. Zunächst haben wir mit einigen Worten auf die Sonntagsvorstellung zurückzukommen. Gegeben wurde „Robert und Bertram", die bekannte lustige Posse, die schon ost den lauten Beifall eines auimirteii Publikums gesunden hat und sicherlich noch lange nicht vom Repertoir schwinden wird. Auch am Sonntag kannte die Heiterkeit kaum Grenzen, besonders dem famosen Spiele des Herrn Director Reiners zufolge. Auch Herr v. Gallas hat sein redliches Theil zum Gelingen der Vorstellung beigetragen und bewiesen, daß er in anerkennenswerther Vielseitigkeit auch in solche Rollen sich trefflich zu finden weiß. — Am Dienstag erfolgte die Aufführung des „Erbonkel", eines feinen und recht netten, nur etwas zu harmlosen Lustspieles. Die Palme des Abends kommt zweifellos bei Weitem Frau Anni Reiners zu. Sie erfreute uns mit einer allerliebsten Verkörperung ihrer an und für sich schon sehr sympathischen Rolle. Die herzige, kindlich unbefangene Art, wie sie mit ihrem Onkel verkehrt und fortwährend ihre Liebe, deren sie sich selbst noch nicht bewußt ist, verräth, ihr Schmerz darüber, von Curt so ganz verkannt zu werden, und daun die reizende Bereitheit,, sofort wieder Alles zu vergessen, gelangen ihr entzückend- natürlich und schön. Gegen Frau Anni Reiners kam Herr von Gallas (Curt Holm) gestern nicht recht aus. Wir lassen unentschieden, ob die Schuld daran, daß er den rechten Ton weniger gut als noch neulich in den „Starken Mitteln" traf, darin liegt, daß er sich in seine Rolle nicht ganz zu finden wußte und namentlich Frau Anni Reiners gegenüber einen schweren Stand hatte, oder hauptsächlich in Aeußerlich- feiten, namentlich in seiner unvortheilhaften Maske (häßlicher Bart, Zwicker) zu suchen ist. Wenig glücklich war dann Apcrr Ullrich (Assessor Saalfeld), der nach wiederholten Anläufen zu routinirterem Spiel gestern wieder nicht recht aus sich herausging und vor Allem zu sehr declamirte. Dagegen waren Frau Marie Jas ko w s ki als unglaublich mund- fertige Amalie Rehberg und in seiner kleinen, aber dankbaren Rolle Herr Rei n er s von vorzüglicher Wirkung. Die Fräulein Maas und N e u s ch i l l i n g wurden den Anforderungen ihrer Partien in völlig befriedigender Weise gerecht. Von den übrigen kleinen Rollen verdient nur diejenige des Westermeyer infolge der Wiedergabe durch Herrn Jaskowski Erwähnung. — Nach einer Verfügung des Eisenbahuministers werden künftighin alle Eiseubahnarbeiter, die 25 Jahre in Diensten der Bahn gestanden und sich tadellos geführt haben, au ihrem Jubiläumstage eine Gratification von 30 M. und solche, die 35 Jahre bei der Eisenbahn beschäftigt waren, eine einmalige Lohnerhöhung von 60 M. erhalten. — Interessante Angaben über den für Eisenbahn- reisende vorhandenen Luftraum in den neuen Durchgangswagen der preußischen Staatsbahnen enthält der soeben versandte stenographische Bericht über die Verhandlungen der XV. Generalversammlung des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege in Straßburg i. E. (Braunschweig, Fr. Vieweg u. Sohn, 1890, 174 S.). Danach stehen dem einzelnen Reisenden zur Verfügung in der I. Klasse 2,24 Cubik- meter, in der II. Klasse 1,50 Cubikmeter, in der III. Klasse 1 Cubikmeter und in der IV. Klasse 0,80 Cubikmeter. Tritt schon hier eine große Verschiedenheit zu Tage, so wird diese Verschiedenheit noch weit großer, wenn man die Frequenz, der verschiedenen Klassen in Betracht zieht und daraus berechnet, wie viel Luftraum durchschnittlich für den einzelnen Reisenden in jeder Klasse vorhanden ist. Berücksichtigt man,, daß in der I. Klasse nur durchschnittlich 8,9% der Plätze benutzt werden, so erhöht sich in dieser Klasse der Luftraum für den einzelnen Passagier auf 25,17 Cubikmeter/ in der II. Klasse werden durchschnittlich 20,5% der Plätze benutzt, der Luftraum für den einzelnen Passagier erhöht sich dementsprechend auf 7,32 Cubikmeter- in der III. Klasse werden durchschnittlich 21% der Plätze benutzt, der Luftraum für den einzelnen Passagier erhöht sich demgemäß auf 4,76 Cubikmeter - in der IV. Klasse werden durchschnittlich 31% der Plätze benutzt, dementsprechend erhöht sich der jedem einzelnen Passagier zur Verfügung stehende Luftraum auf 2,58 Cubikmeter. Es steht demnach dem Passagier I. Klasse fast genau ein 10 mal so großer Luftraum zur Verfügung als dem Passagier IV. Klasse, ein Verhältniß, das vielleicht durch andere Construction der Wagen etwas zu Gunsten der auch sonst wenig Bequemlichkeit bietenden IV. Klasse geändert werden könnte. . — Vor dem Studium der Thierheilkunde warnt die „Allg. Deutsche Universitäts-Zeitung". Während die Zahl der Studirenden an den Universitäten sich in den letzten 20 Jahren verdoppelte, hat sich diejenige der Zöglinge der thierärztlichech Bildungsanstasten in demselben Zeitraum vervierfacht. Sie betrug in Deutschland 276 im Jahre 1.869, 962 im Jahre- 1888. Im laufenden Halbjahr ist die Zahl abermals gestiegen. Sie beträgt in Berlin einschließlich der Militär- Roßarzt-Eleven 471, in Hannover über 200, in Dresden 130, in Stuttgart 84 und in Gießen etwa 25, zusammen- 1100 Studirende. — Der badische Oberschulrath warnt iw einem eigenen Erlaß vor diesem Studium. — In letzter Zeit wurden in verschiedenen Gemeinden des> Großherzogthums wiederholt Personen des Beurlaubtenstandes welche sich jahrelang der militärischen Controle entzogen hatten, durch Recherchirungen der Controlbehörden ermittelt. In einer Gemeinde des Kreises Friedberg wurde neuerdings ein Mann aufgegriffen, der sogar schon im Herbste 1886 von seinem Truppentheile desertirte. Derartige Control- resp. Dienst-Entziehungen konnten nur dadurch ermöglicht werden,, daß die zuständigen Bürgermeistereien das Militärverhältniß der betreffenden Personen zu prüfen versäumten. Vereinzelte Verwaltungsbehörden nahmen deßhalb kürzlich Veranlassung, auf ergangene Beschwerden Seitens der Bezirks-Commandos die Bürgermeistereien an ihre desfallsigen strengen Verpflichtungen zu erinnern und die Nichtbeachtung mit Disciplinar- ftrafen zu bedrohen. Hungen, 14. Jan. Auf Veranlassung des Localgewerbevereins wird Sonntag, den 19. d. Mts., Nachmittags um 3 Uhr, im Gasthaus „Zur Traube" Herr Ingenieur Brockmann aus Offenbach einen Vortrag halten, über: Neuere Werkzeuge für das Kleinhandwerk mit Erklärungen und unter Vorlage verschiedener Muster hiervon. Da dieses Thema auch für unsere Umgegend von besonderem Interesse sein wird und der Zutritt Jedermann unentgeldlich gestattet ist, so steht zu erwarten, daß dieser populär gehaltene Vortrag recht zahlreich besucht wird. -r- Betienhauseu, 14. Januar. Der Taglöhner Louis Seipp von hier hat sich heute auf dem Speicher feines Wohnhauses erhängt. Seipp war dem Trünke sehr ergeben- er hinterläßt eine Wittwe mit sechs Kindern. r. Herbstein, 12. Januar. Die leidige Gewohnheit, zur Besorgung von Angelegenheiten, die man am besten und sichersten selbst besorgt, dritte Personen zu benutzen, hat dieser Tage einen Schuhmacher aus H. in Schaden gebracht. Derselbe ersuchte einen ihm wohlbekannten Mann aus E., eine Summe Geldes, welche er nach E. schuldete, dem betr. und Benner. 497 495 482 Otto. Vogt. 502 ca. 20 n ein und ferner n 164 // 5392 verschiedene 370 375 4318 // II 20 10 15 30 40 I A.: Vogt. 10215 200 45 1000 1165 290 363 122 245 Flur Flur Flur Ctr- H n M Bremen kg Petroleum, cbm kiefern Scheitholz, kg weiße Seife, kg grüne Schmierseife, kg krystall. Soda, hl Streusand, Haarbesen, Piaffavabesen, Besenstiele Hongkong Slvney^ Brindisi 9kn)i)0' k B lnmore (gdbumerifa Cfhft-n Au Oral en Japan ^nmoa Porr iid soll fr- im rvaltung, woselbst auch die Bedingungen ausliegen, verdungen werden. Abschrift der Bedingungen 1 Mark. Zuschlagsertheiluna innerhalb vier Wochen. 523 Gießen, den 14. Januar 1890. . Großherzogliche Ga-nisonverwaltung- daselbst, I Nr 322a — 19 Meter Grabgarten und Weichholz-Knüppel, Buchen-, Eichen-, Nadel- und Weichholz-Wellen, Rmtr. Buchen-, Eichen-, Nadel- und Weichholz-Stöcke, Donnerstag den 27. Februar, Nachmittags 2^2 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die der Johann (A»org Jung Wittwe in Gießen zustehende ideelle Hälfte an nachbenannten Immobilien: Flur I. Nr. 315 — 12 Meter Hofraum, Mtststätte in der Kaplansgasse, Flur I. Nr. 322 — 62 Meter Hofraithe daselbst, Flur I. Nr. 322a — 19 Meter Grab- garten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, 15. Januar 1890. Großherzogl ches Ortsgericht Gießen. 5(0] Ein Schmiedlehrling gesucht- Theodor Bogt, Löwengasse 15. Roggenstroh, Weizenstroh, Krummstroh und Haufen Spreu, Kartoffeln, Donnerstag den 30. Januar, Nachmittags 21/? Uhr, sollen auf dem hiepgen Ortsgericht die der Johann Georg Jung Wittwe und Kinder in Gießen gehörigen Jm- Vicinalweg. Lich, den 14. Januar 1890. Großh. Bürgermeisterei Lich. 494 Walz. Jagd-Verpachtimg. Die in der Gemarkung Treis a. d. Lfra., der Gemeinde Treis a. d. Lda. zustehende Jagd, bestehend: I. aus der Alleinjagd auf ca. 726 ha Feld und 33 ha Wald, II. aus der Koppeljagd im Mitgebrauchswalde auf ca. 406 ha soll Freitsg den 84l b- Mls.,- Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathhause dahier auf weitere 6 Jabre bis zum 31. Januar 1896 verpachtet werden. Treis a./Lda., den 14. Januar 1890. Großh. Bürgermeisterei Treis a./Lda. 509] Das Anfahren von Bruchsteinen von Beuern nach Güßen ist zu vergeben. , Offerten mit Preisangabe per Com- an H. Winn, Bauunternehmer, Kliniksneubau. Gläubiger zu übermitteln. Der Mann erklärte sich zu der ihm angesonnenen Dienstleistung bereit, setzte aber gleich hinzu, es wäre ihm lieber, wenn sein Begleiter, der ja auch aus E. sei, das Geld mitnähme, der besorge es so gut, wie er. Der Schuhmacher händigte nun auch dem ihm gar nicht bekannten Menschen das Geld ein und dieser versprach, es an seine Adresse zu besorgen. Zn seinem Leidwesen erfuhr der Schuhmacher, daß dies letztere nicht geschehen war- seine Frage bei dem Manne, welchen er zuerst um Besorgung des Geldes angegangen hatte, nach dem Namen des Unzuverlässigen wurde dahin beantwortet: Ich weiß nicht, wie er heißt. Um Weiterungen zu vermeiden, hat der Schuhmacher den Geldbetrag nochmals bezahlt, eine Warnung wird das Vorkommniß jedoch für ihn sein. Um die äußerst geringen Kosten einer Postanweisung zu ersparen, braucht man sich wahrlich nicht der Gefahr auszusetzen, sich sein Geld veruntreuen zu lassen! Erdgewächse, Dielabschnitte, soge- frie Anfuhr von ungefähr 55 Doppelwaggons Steinkohlen vom hiesigen Bahnhöfe ab am Mittwoch den S. Februar I., Vormittag- 10 Uhr Bureau der unterzeichneten Ver- nannte Schwarte, sowie Mobilien verschiedener Art öffentlich meistbietend versteigert werden. Reiskirchen, am 14. Januar 1890. Großh. Ortsgericht Reiskirchen. Jünger. 514 Holzversteigerung. Dienstag den 2L. d. M. Vormittags 10 Uhr anfangend, kommen im Wohnbacher Gemeinde-Wald, District Hinterwald, zur Versteigerung: 88 Eichen-Stämme von 25 bis 68 Centimtr. Durchmeffer, von 5 bis 17 Meter Länge, 139 Festmeter haltend, meist Werk- und Schnittholz, sowie eine Quantität Eichen - Scheit und sorstiges Brennholz. Die Zusammenkunft ist bei Nr. 1 am Münzenberger Feld. Wohnbach, am 14. Januar 1890 504] Fatum, Bürgermeister. Holz-Versteigerung im Kicher Gemeindewald. Donnerstag den 23. fr. M., Vormittags um 9 Uhr ansangend, kommen in den Distiricten Vorder- walfr und Kronau folgende Holz- Pbmos zu v@rmi®then. Monatliche Mietpreise: 3, 4, 5, 6 Hk. und höher. Freie Stimmung. Aut einzelne Tage KU Hochzeiten, Concerten, Tanzuuterhaltunggg.6ifl. 6, 7, b, 9 Mk. und höher (einschliesslich der Transportkosten). 143 Wiih.Rudolph., Pianohandlung, Neuen weg 9. Mobiliar- Versteigerung. Samstag den 18 fr. Mts, des Vormittags von 10 Uhr an, sollen erbvertheilungshalber die der Philipp Spaar HI Wittwe dahier gehörigen Mobilien, als 2 Kühe, eine hochträchtig, 1 Rind, 1 Wagen, Pflug und Egge und Stammholzverkauf. Die am 9. d. M. im Beuerner Gemeinde-Wald abgehaltene Versteigerung ist nicht genehmigt und soll deshalb sämmtliches vorhandene, circa 30 fm Eichen- und circa 150 fm Nadel-Stammholz, darunter von beider Gattung viel Schnittholz, im Submissionsweg vergeben werden. Schriftliche Angebote sind unter Bezeichnung „Submission aus Stammholz" versehen bis zum Eröffnungstermin, freu 20. Januar fr. I..> Vormittag- 11 Udr, an unterzeichnete Bürgermeisterei einzureichen. Nähere Auskunft ertheilt der Forst- wart Dort, sowie der unterzeichnete Bürgermeister. Beuern, den 12. Januar 1890. Großh. Bürgermeisterei Beuern. Vermischtes. *△ Mainz, 14. Januar. In der gestrigen Sitzung des katholischen Wahlvereins gab der Neichstagsabgcorduete für den Wahlkreis Mainz-Oppenheim, Herr Nicola Racke, die Erklärung ab, daß- er aus Gesundheitsrücksichten nicht mehr in der Lage sei, ein Mandat für den Reichstag anzunehmen. — Wie das „Mainzer Tgbl." erfährt, hat sich der liier wohnende Reichstagsabgeordnete für den zweiten hessischen Wahlkreis (Friedberg-Büdingen) Director Brand ^national- liberal) veranlaßt gesehen, aus geschäftlichen Gründen die Wiederannahme einer Wahl abzulehnen. — Herr Bischof vr. Haffner ist auch an der Influenza erkrankt. Im Allgemeinen ist die Krankheitserscheinung hier erfreulicher Weise sehr merklich im Abnehmen begriffen. In einzelnen Schulen wird der Unterricht bereits wieder ausgenommen. Bei der Krankenkasse der Hessischen Lndwigs- bahn, welche 3800 Mitglieder zählt, ist die Zahl der Erkrankungen von 276 auf 235 zurückgegangen. * Niedernbiel, Kreis Wetzlar, 14. Januar. Ein trauriges Schicksal hat eine hiesige Familie heimgesucht. Der Ackerer Wilhelm Schmidt von hier, dessen zwei Kinder schwer an der Diphthcritis darniederlagcu, wol^c dieselben heute Morgen in die Gießener Klinik verbringen. Als er mit denselben am Bahnhof anlangte, war eines der Kinder bereits gestorben. Bemcrkenswerth ist, daß dieselbe bedauernswcrrhe Familie bereits vor einigen Jahren drei Kinder kurz hintereinander verloren hat. * Einst und jetzt. In seiner Geschichte des Postwesens theilt Dr. Perrot aus dem Ansang des vorigen Jahrhunderts mehrere famose Erwägungen mit, die bei Anhängern der guten alten Zeit durch die Einführung der Fahrpost wackgerusen wurden. Auch die kurmainzische Regierung konnte sich mit der Neuerung nicht befreunden; hat sie doch einer preußischen Fahrvost den „Transit" und die „Stationshaltung" in ihrem Gebiet versagt, weil der Fiscus und das Land sich bei dem Prmatsuhrwerk weit besser befänden, denn die Posten zahlten kein Accisegeld. „Es können auch", heißt es weiter in dem betreffenden kurmainzischen amtlichen Schreiben, „die Posten, da sie sich nicht wollen visitiren lassen, allerhand verdächtiges Gesindel ins Land schleppen, welches denn auch Ihre jetzt regierende Kaiserliche Majestät bewogen hat, besonders als sie vernahmen, daß voriges Jahr der am Königlich schwedischen Hofe befindliche französische Emissarius von Bouac sich in einem solchen Postwagen mitten durch das gantze heilige römische Reich deutscher Ration „pra tisirt" habe, sowoll bei Uns als verschiedenen anderen Kurfürsten und Ständen des Reiches, ernst und nachdrücklich auf die gänzliche ab- und in- stellung all dieser Postwagen anzutragen." Weiter wird mit Entschiedenheit von den Postwagen betont: sie gingen auch viel zu schnell, so daß Gastwirthe, Bäcker, Sattler, Schmiede, Bierbrauer und Weinschänker an den Landstraßen nicht die Nahrung hätten, wie bei den Lohnfuhrwerken! Stück Fichtenreisstangen. Die Zusammenkunft ist an der Steinbruchsschneise am Hattenröder Schisfsnachrichteir. — Die Dampfer der Transatlantischen Fahrt des Norddeutschen Lloyd in '3 re men durchliefen im Jahre 1889 folgende Entfernungen. sortimente zur Versteigerung: 264,4 Rmtr. Buchen-Scheiter, Buchen-, Eichen-,Nadel- ein Pfuhlfaß, Heu und Grummet, Auf ter Fahrt 1. zwischen 2. „ 3. „ 4. „ 5 6. 7. „ . 8 726 019 Seemeilen, 301 345 551513 „ 301 600 341 900 „ 44 200 65 100 „ 48 360 mobilien: I Nr. 315 — 12 Meter Hofraum Mistsiätte in der Kaplansgasse, I Nr. 322 — 62 Meter Hofraithe Univerfitäts - Nachrichten. Berlin, 12. Januar. Der Besuch der deutschen Universitäten hat im laufenden Wintersemester nur eine Steigerung von 0,23 pCt. erfahren. Auf den 21 Universitäten (einschließlich der Akademie in Münster) sind 29007 Studenten immatrieultrt gegen 28 929 im entsprechenden Wintersemester des vorigen Jahres. Schwarze Seidenstoffe von 95 Pfge. bis 18.65 p. Met. — glatt gestreift und gemustert (ca. 180 verseh. Qual.) — versendet roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-Depot G. Henneberg (K- u. K- Hoflief.), Zurich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 JBorto.506 Rademan nÄ Kinder me hl, der goldenen Medaille, unerreicht i. Näbrwerth und ßeichr >erdaulichkeiü fft nächst der Muttermilch «tatsächlich die beste und zuträglichste Nahrung für Säuglinge. Zu bib-n ä .A 1.20 pro Büchfe in allen Apotheken, Drogen- und Colonial.oaarenhandlungeru\J hierheillunde warnt bie . Während die M der |UI den letzten 20 Zähren oglinge der thierärztlicheik träum vervierfacht. Sie [e 1.869, 962 hn Jahre die Zahl jemals ge- MilM- iiber M i" ®teoDtn i6tn(W25;iuf«mm i cbtritM roaxnt "l studim- te,*e R tonaen i6, 5c>'eitijeit "'ch' tetf ”> fet J”' er ;J' Wir R°lle >n> 3)eine« » sachlich in Äeilii6er »«ich ’ "'cht red) 4 “1,,cn ‘^SniöPh^’ $ott ‘ 6Ä ?,8*» ^^kowski St?*« i»er. ’S Ä .ben l»r @ifcnbat|n, *°>t der soeben ver- Berhwdlnngen der V-rems für öffent- >•6. MramschiDeiz, kl 5? J* ä ÄSSi 511 rage, so wird diese 'enn man die Frequenz. : älkht und daraus be- Eich für den einzelnen ijt. Berücksichtigt mau, ^ttlich 8,9% der Plätze er Klasse der Luftraum 11 Gubihnetcr;' in der o der Plätze benutzt, ssagier erhöht sich dern- n der UI. Klasse werden nutzt, der Luftraum für 'erngemätz aus 4,76 Cnbik- burd)[d)nittüd) 31% der 1 sich der jedem einzelnen istraum auf 2,58 Cubik- per I. Klaffe fast genau ur Verfügung als dem. h, das vielleicht durch rs zu Gunsten der auch n IV. Klasse geändert -----------------«-------- Wein-Versteigerung. Freitag den 17. Jar-uar cr.^ Vormittags 10 tthr, werden Südanlage 17 die zur Ver- lassenschast des verstorbenen Canz- Icirctfr Clemm gehörigen Weine, fämmtlich rein gehalten und meist ältere Jahrgänge, in Gebinden einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt. Proben werden vor der Versteigerung an Kaufliebhaber abgegeben. Gießen, 14. Januar 1890. Großherzogliches Ortsgericht. i Kinderwagen in größter wähl zu bAigsten W L Preisen bei [511 , M «. Kilbinaer, M V L. Sermers Nchf. Kaite», s-i^eitaunte iranzödiselie Biquetkarten lOeldruck, .2 Blatt) in prima Qualität mit runden Ecken, marmorglatt, kosten bei mir nur 10 gestempelte Spiele 4 Mk. Dieser Preis ist nur für meine auswärtigen Kunden, welche die Karten per Post beziehen. 1 Probespiel kostet 50 Pf. frei in’s Haus. Briefmarken nehme ich in Zahlung. Versandt nur gegen vorherige Einsendung des Betrages. H. Mehles BERLIN W. 159 Fri edrich-StraRRC 159. MM Gemeinde» W ‘ ,(ä Bmrlaubtenst-"dks “SÄ“® ; der Bezlrrs M" ftr"t9 Miplinar- eachtin'g 11,11 ... jiMlg-wcrbc- fmW ^Mittags u« H-n Wer- °g daM, ° ^d im^ -i6'TU5,K »°n. „ ->ntereß° ,e ,ef0"trSi* » «■Ä pvulül 9 1* ^5 ich '** LM/ Neue KHideroäiirniillel der Ges. für Fabrikation diätet. Producte Ed. Leeflnnd L Co., Srattoart. ___________ 421 Loeihmd’s Reine Steriiisirte Alpenmilch cfe°nn.’ airte Soxhlet Milch) ist absolut keimfrei, mit allem Rahm, aber ohne Zucker auf ’ 3 eingedickt und in jeder Jahreszeit zuverlässig haltbar. Für Kranke und Kinder ärztlich empfohlen. I 65 Pfg. per Büchse. Für Säuglinge wird Loeflumd’s Peptonisirte Kindermilch extract jetzt als sicherster Ersatz für Muttermilch verordnet, da die sog. Kindermehle. weil unlöslich, keine passende Nahrung für Kinder in den ersten 4 bis 6 Monaten abgeben können. Mk. 120 per Büchse. — Für entwöhnte Kinder ist Loeflund’s Peptonisirter Milch-Zwieback X’ weise zu empfehlen, der viel Milchsubstanz und entsprechend i Kalksalze enthält und eine leicht verdauliche , kräftig knochenbildende Nahrung liefert, die sich sowohl im Ge-1 schmack, als in der Wirkung von den mehlartigen Nährmitteln ganz wesentlich unterscheidet Mk. 1.— per Büchse. Diese Präparate sind in jeder Apotheke zu haben, auch direct von Stuttgart zu beziehen. Ausschreibung. Für die Menage der Unteroffiziere und Mannschaften des 2. Bataillons Infanterie-Regiments Nr. 116 sollen für den Zeitraum vom 1. April bis 31. October 1890 nachstehende FSeischwaaren auf dem Submissionswege contractlich zur Vergebung gelangen: Ochsenfleisch bezw. Rindfleisch, Schweinefleisch — frisch, gesalzen und geräuchert —, Kalbfleisch, Hammelfleisch, Nierenfett, Schweineschmalz und Speck, Frankfurter Würstchen, Brat-, Leber- und Blutwurst. Bedingungen liegen aus dem Bataillons-Geschäftszimmer — Schloß- gaffe 19 — zur Einsicht offen. Offerten sind unter der Aufschrift: „Angebot auf Lieferung von Fleisch- waaren für das 2. Bataillon" verschlossen an die Menage-Commission desselben bis zum 1. Februar 1890 einzureichen. Gießen, 15. Januar 1890. Die Menage-Commission des 2. Bataillons Infanterie-Regiments Nr. 116. W e i m e r Hauptmann und Präses. 515 VerdiriMAg. Die Lieferung des Bedarfs an Verbrauchsgegenständen für 1890/91, und zwar ungefähr: Kouqukls, Prüiyr und dergleichen fertigt billigst 501 We WippCT) Mäusburg 1.' daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 8. Januar 1890. Großh. Ortsgericht. Bogt.281 zusamimn 2 380 0v7 Seemeilen ober runb llOmal den Umfang der irre. - Den hohen Werth der Genutzmittel rühmt die Autorltat Mar von Pet>enkofers in seiner Abhandlung: „U ber Nahrungsmittel im Allgemeinen" folgendermaßen: „Genußmtttel und Stoffe, welche nicht nothwendig Material zum Aufbau unfercs Körpers ab- aebcn, aber doch sowohl für die Processe der Ernährung, als auch für andere organische Functionen wesentliche Dienste leisten. Das Fleisckertroct gehört, abgcsehen von setnein hoben Gehalt an vcahr- salzen, vorwal.'end zu den Genußmiiteln, ist daher auch keine Nahrung, aber ein Genußmitiel der hervorragendsten Art- — Die Genußmittel sind wahre Menschenfreunde, sie helfen unferm Organismus über manche Schwierigkeiten hinwea. ich mochte sie mit der Anwendung der w chrigeu Sch-inerc det B weaungsmaschtnen ve^ gleichen, welche zwar mcU die Dumpfkrafl ersetzen und entbehrlich machen kann, aber dieser zu einer viel leichteren und regelmatztgcr.i'. Wirksamkeit verhilft und außerdem der A-Nutzung dec Malchme ganz wesentlich oorbeual." - Das ächte Liebig'sche F'e^sch.xtract wird erlt nach sorgfältiger Untersuchung auf untndndaft-. Ouautäl durch d^n Dtrcctor' des wissenschaftlichen Departements der L eotgS-GeseUschast und seinen Delegirten in den Handel gebracht [457 Vogt. zur Grossherzogliche Direction. Vigelius. gefl. Theilnahme noch speciell ein. Der Borftsnd [522] 516] Vb Der Vorstand des Maurerfachvereins. 520] Ausländische (dir. importirt). Priorato pr. Fl. JC. Größtes Lager 510 ■ Placat-Fahrpläne U eintreien- Ed. Klinke!. cs Verkaufsstelle Giessen: Hch. WaiBacb, Markt 8. von heute D®oneF8tag täglich 519 103.10 103 501 Rufs. Orient III. Dresdener 191.50 Berliner Handelsaesellsch.-Antheile 202.40 Schweizer Nordost-Bahn-Actien Oesterr. Credit-Actien 281.50 „ West- , Staatsbahn-Actien 202 25 524 Lombard. Eisenbahn- 119.37 Tendenz: abgeschwächt. Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 15. Januar Kosenthal'sche Verlagshandlung. 101 oo 132.00 Bürsten-, Korb- und Küftrwaaren 103.50 Nedaction: A. Scheyda. 249.60 181.90 Laubenheimer Dürkheimer 35800 193.50 168.70 132 50 37.90 215 50 94.60 1.10 1.20 1.40 1.40 88.00 94.30 76 70 7100 1.20 1— 1.75 3.— Span. Cötes j Portug. Gebirgwein 388BT Wer Sprachen kennt, ist reich zu nennen. 1890. 252.40 289.50 86 75 264.00 Ingelheimer Roth- wein Elsässer Rothwein Wachenheimer Sect Oppmann Sect Aeitgeöotenes. Medicinal-Tokayer in Va Litcrflafchen 2 Mark, Buschtherader Eisenbahn-Actten Elbethal-Bahn-Actien Gotthard- .. Oesterr. Sreditactien Oesterr. Staatsbahn-Actien Dortmunder Union-Actien Darmstädter Bantactien Gelsenkirchener Bergwerks-Actten Oesterr. Alpine-Montan- , Der Unterricht in der höheren Mädchenschule wird Donnerstag den Id. Januar, Morgens 8 Uhr, wieder beginnen. Giessen, den 15. Januar 1890. Zur Carnevalsaison: CouleurteTheateratlasse,Seide Meter 60 Rittern, Bries 10 H Schellen, Halbmonde.Münzen. Schmetterlinge. Lohnbänder von Mtr- 2^ an. Wegen vorgerückter Saison verkaufe-r: Damenkopshüllen von 50-^ an- Damenunterröcke Jt. 1.20. Reinwollene Tricottaillen Stck ^.2.50 bis zud.seinst- Rein wollenes Strumpsgarn Psd. 1.80 Pelz-u Federnbesatz Mtr 35^r Garnirte, Ungarn. Damenhüte Stck 3^.anb zu d. elegant. Kinderhüte Stck- «X 180. A. Koch Hachf., Zisch- und Aelicatessen-Handlung, Reuen Baue 21. im Zapf. Brauerei Weietig Höchste Auszeichnung Cöln 1889 Vermischte Anzeigen. Eine junge Engländerin wünscht englische Eonversations-Stunden zu geben. [496 Näheres Bahnhofstraße 50, dritter Stock ^503] E eltl. Mädch. m. g Zeugn. s. Stelle in ein. bürgl. Haush. ob. Restauration, wos. ihr Gelegenh. geb. ist, sich im Kochen auszubilden. Es wird wen- auf Lohn a auf g- Behandlung ges. Off. u. Nr. 503 an die Exped. d. Bl___________________________ 517] Sofort zwei möblirte Zimmer mit Burschenstube gesucht Offerten mit Preisangabe unter L. an die Exped. d. Bl. erbeten.________________ 459] Eine zweUftillerr-e Amme sucht Stelle. Näheres in der Exped. d. Bl. 426] Ein braver Arbeiter krnn sofort ersuchen Sie gefl. 455 Schusters Oaffee. Donnerstag Nachmittag » Uhr: Iortsehung der Versteigerung in der Wohnung des verstorbenen Herrn Canzleirath Clemm^ Südanlage 17» Gießen, den 15. Januar 1890. Großherzogliche- OrtSgericht. Tarragona (siiaeer) V aldepennas Malaga Xeres Pajarete Portwein (weiaaer) Sherry Malaga „ (alter) Madeira » (a^er) Alicante Mnscateller Samos Barletta (alt) Marsala Burgunder (herb) (mild) (süss) (süss, alt) 4 pCt. Gießener Obligationen _________ReichSbank-DiScont 5 pCt. 1 „ 50 Pfg. DiSconto-Commandit-Antheile Darmstädter Bank-Actien Friedrich Leo, Seltersweg 71 empfiehlt unter Garantie der Reinheit nachstehende Weine Frisch eingotroffen: aMT* Prima Ausiem Niouwedikper Schellfische, Eabliau, Pa. Salm, Zander, Hechte, Seezunge«, grüne Häringe zum Backen, lebende Schleihen bei M *n (ier n I Expedition des „Giessener Anzeiger“. § 107.3014 pCt. Ungar. Goldrente 122.1915 „ Italiener Rente 106.751 Oesterr. Silberrente Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) tu Gieße» Die heutige Nummer umfaßt 6 Seiten. 186.00 Bochumer Gußstahlactien Tendenz: matt. _ CoursÄericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. AraEurter Börse vo« 15. Januar 1880. Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. Das Meisterschafts-System zur praktischen und naturgemäße« Erlernung der französischen, englischen, italienischen, spanischen, portugiesischen, Holland - scheu, dänischen, schwedischen und russischen Geschäfts- und TT mgangssprache. Eine 'neue Methode, in 3 Monaten eine Sprache sprechen, schreiben und lesen zu lernen. Zum Selbstunterricht von Dr. Richard 8. Rosenthal Französisch — Englisch — Spanisch, complet in je 15 Lectionen ä 1 Italienisch — Russisch, complet in je 20 Lectionen ä 1 JL Schlüssel dazu ä 1 Mk. 50 Pf. Portugiesisch — Holländisch — Dänisch — Schwedisch, complet in je 10 Lectionen ä 1 JL Probebriefe aller 9 Sprachen a 50 Pf. i Goldene Medaille, j Silberne Medaille. Beerenweine eig. Bereitung. J ohannisbeeren-Wein pr.Fl, 70^ Heidelbeeren-Wein „ n 90 „ Zur Ballsaison empfehlen: Gestickte Kleider, Tülle, Spitzen, Blumen, Schärpe« und andere Bänder in Atlas und Moirse. 36' Für Maskeraden "»c ist unser Lager in allen Artikeln gut sortirt. [507 Vorlagen?u Maslren-Anziigen stehenzur Verfügung. pr.Fl.^1.40 L j> >, » 1.60 » » ,, 1-80 L,, » ,, 1-80 V V f) 2. ) „ » v b. „ » „ 2.60 158 180.75 DiScontoeCom.-AntHrtls " Harper er Ostpreußen 4 pCt. Reichsanleihr 3V2 , 43 „ Preuß. Consols 3V» - Gesucht ein erfahrenes und durchaus zuverläsfigeS Kindermädchen. [508 Frau Prof. Spengel, Südanlage 14. 498] Ein tüchtiges, braves Mädchen vom Lande gegen guten Lohn sofort oder bis 1. Februar gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl- Allgemeine Maurerversammlung DonnsrstKg den 16. M^-Ämittags S Uhr, lm Locale des Herrn iOthig, Ilittergasse. Tagesordnung: Die gewerkschaftliche Bewegung der Maurer Deutschlands. — Die Presse und ihre Bedeutung für den Arbeiterstand. Referent: Herr Paul aus Hannover. Bab27,tr'Louis Lony “27“ empfiehlt ein reichhaltiges Lager in Küchen- und. Haushaltartikeln, pr, Fl. JL 1.— L ,, » n 1 20 „ „ 1.30 „ » „ 130 „ „ „ 140 „ „ „ 1.50 » » „ 1 40 n » » 150 „ » h 1 50 v >> »> 2. » »> » 2. » >> » 2. „ » ,» 2.50 ,, i) „ 2. n » „ 2 56 ,, » » 2.50 „ „ „ 2.50 » » „ 140 „ „ n MO ,, ,, ,, 1.10 • S. Reinach & Oie. • Markt Giessen Markt 2 Wir erlauben uns unserer hochgeehrten Kundschaft einen kleinen ♦ Auszug unseres neuen Preiscourants zur gefl Kenntniß zu bringen, mit dem Bemerken, daß, trotzdem sämmtliche Waaren bedeutend im Preise gestiegen sind, es uns gelungen ist, durch großarttge Abschlüsse MM und Cassaeinkäufe, noch billiger als früher folgende Artikel zu offeriren: Bordeaux Medoc 1 „ St. Julien Rüster Ausbruch Menescher Ausbruch Tokayer Ausbruch ,9 99 (extraf.) Capwein Deutsche. Garant 500 Ms. Maschinen- garn, Rolle 13 Garant. 200 Ms Maschinen- garn, Rolle 6 Garant. 80 Ms. Maschinen- garn, Rolle 3 1 Stück Schürzenschnur 4 1 Strähne Chappseide, in allen Farben, 4 1 Rolle Nähseide —450 Ms. 38 $ Couleurte rein wollene Lamalitze Mtr- 4 25 Stück Nähnadeln 2 1 Strähne Reihgarn 5 Ueberzog.Taillenstäbe Dtzd 7^ „ Rockreifr 2 H Knöpfe, Dtzd von 1 an bis zu den feinsten. i A Technicum Mittweida \ e % \ — Sachsen. — \ ») Maechinen - lagenieer • Solele e ds Werkmeister-Schule. 1 e — Voruntarrleht frei. — ■» 15 4)ßt. Buderuö-Obligationen ~ Frankfurter Bank-Diskont 5 pCt. in Mercene-, Molle- und Meißwauren. Aechlen franföf. Cognac in 1/i und ilz Flaschen in verschiedenen Preislagen empfiehlt 521 Daniel Heil, Lindenplatz 3. LkräftigeArbeitspferde preiswerth zu verkaufen. Wo?Lsagt die Exped. d. Bl. (512 Gictzmer Nudergesellschaft. Donnerstag den lt> Januar, Abends präcis 8^ Uhr, im Cafe Ebel (Vereinslocal) Haupt - Versammlung. Tagesordnung: 1) Jahresbericht. 2) Rechnungsablage, — Wahl von 2 Revisoren. 3) Bericht über den Boothausbau. 4) Vorstandswahl. 5) Wahl von 2 Vertretern der passiven Mitglieder. 6) Stiftungsfest. Unter Hinweis auf Punkt 5 der Tagesordnung laden wir unsere verehrt, passiven Mitglieder Wermiethungen. 518) Freundliches Logis im Hinterhause, 2 Zimmer, 2 Cabinette, Küche und Zubehör, zu vermietben. _____________________Bahnhofstraße 24. 513] Kleines Familienlogis zu ver- miethen PH. Ktotz, Wetzsteingasse 18. Donnerstag den 16. Januar in Doppelcentnern ,> 1.80 der Ausfuhr von Jndustrie-Erzeug- icutsche. pr.Fl.Jtl.10 Dieser langen Reihe von unbestreitbares Ergebniß übrig. Mactieo 81,080,064 85,241,311 81,080,064 85,241,311 war der Andrang des Volkes so gewaltig, nicht Alles überblicken und das Besteigen // // // // daß die Polizei der Bäume ver- des der daß 8,273,432 3,405,822 786,505 749,978 100,188 1,513,187 146,647 25,419 48,666 14,279 67,725 303,208 260,105 31,340 60,098 255,769 62,165 11,434 2,126 63,384 9,536,841 1,049,861 1,784,828 1,013,857 318,112 66,621 130,576 85,241 614,126 1,170,207 164,339 304,142 561,149 11,095 22,461 17,906 94,312 27,541 1,986,684 267,673 130,423 32,081 9,963 16,452 34,820 2,057,426 10,915 105,856 31,534 383,464 1,077,676 Baumwollenwaaren . . Leinenwaaren.... Seideuwaaren . . • Wollenwaaren . . . Wollengarn .... Leinengarn .... Nähgarn und Nähzwirn Kleider und Wäsche. . Eisen, überhaupt . - Eisenbahnschienen . • , Eisendraht .... Grobe Eisenwaaren. . Blei Küpser- und Messingwaarer Zinkwaaren .... Locomotiven, Dampskessel Andere Maschinen . . Bier Wein Spiritus Melasse Mehl ..... Steinkohlen .... Coacs Cement Chlorkalium .... Glas Glaswaaren .... Bretter Grobe Holzwaaren . . Möbel Feine Lederwaaren . . Lichte Rüböl Thonwaaren .... nähme i. Proc. 36.3 47.3 83.0 57.3 3.8 41.3 30.0 53.2 60.9 51.5 35.8 15.6 16.1 24.2 86.1 87.2 94.9 46.4 Kühe, Ochsen, Jungvieh Kälber Schweine u. Spanferkel Schüfvieh .... An der Abnahme 7,499,213 3,112,745 703,884 577,006 97,093 917,975 120,713 19,204 40,780 8,950 63,172 261,259 7,076 11,841 3,046 40,269 26,761 1,166,561 187,500 61,076 12,551 4,832 10,564 29,384 1,715,513 8,270 14,670 4,034 19,556 577,073 hindern konnte. Ein von einem Baume herabfallender junger Mensch brach das linke Bein und zerschmetterte obendrein im Falle einer Dame das Schlüsselbein,- ein anderer fiel so unglücklich auf den Kopf, daß er sich in einer Astspitze das rechte Auge ausstieß. Einer Dame wurde im Gedränge eine Rippe eingedrückt, so daß sie bewußtlos zusammenbrach, eine andere erhielt von dem Pferde eines Schutzmannes einen Tritt, daß der Stiefel in Fetzen sprang und das Blut stark hervorquoll. Durch das lange Warten in der dichtgedrängten Masse kamen vielfach Ohnmachtsanfälle vor, gegen welche jedoch rasche Hülse geschafft wurde, indem fliegende Budiker mit ihren Erfrischungen herbeeilten und den Ohnmächtigen die Zunge mit Cognac netzten. *ßijfa i. P., 8. Januar, lieber eine scheußliche Mord- that berichtet der „Lissaer Anzeiger" Folgendes: In Bogdanki (Kr. Gostin) hatte die 25 Jahre alte Wirthsfrau Jähner ihren 33 Jahre alten Ehemann, während derselbe schlief, durch Axt sch läge auf den Kops ermordet, ihm den Kopf, die Beine und die Arme abgehackt, Rumps und Kopf in ihrer Kammer vergraben, Arme und Beine aber im Dünger versteckt. Bald nach der Blutthat zeigte sie dem Schulzen an, ihr Mann, mit dem sie zwei Kinder hatte und nicht schlecht lebte, habe sie heimlich verlassen und sei vielleicht verunglückt. Die darauf gerichteten Ermittelungen hatten natürlich keinen Erfolg. Als der Frau vom Gendarmen direct in's Gesicht gesagt wurde, daß sie wohl den Mann beseitigt habe und zeigen solle, wo sie ihn verborgen habe, verlor sie ihre Fassung, holte einen Spaten und grub den verstümmelten Rumps aus. Der erste Staatsanwalt von hier war bereits am Thatorte. Es wurde nicht nur die Mörderin verhaftet, sondern auch deren Bruder und beide Eltern, weil ersterer seiner Schwester bei Ermordung und Zerstückelung des Schwagers geholfen, die Eltern aber ihre Kinder zum Morde gegen den Schwiegersohn angestistet haben sollen. * Aus den Geheimnissen der Cognac-Fabrikation theilt das Reichsgesundheitsamt in seinen amtlichen Nachrichten zwei 237,137 26,132 42,706 246,505 60,763 9,949 1,657 62,788 8,745,140 1,015,932 1,461,955 836,964 291,329 59,196 124,613 60,548 613,144 842,494 147,023 187,673 128,253 Die deutsche Handetvbitsiy 1889. Bon unserer Handels st ati st ik liegen jetzt die Ausweise für die Ein- und Ausfuhr in den ersten elf Monaten des Jahres 1889 vor. Da der noch ausstehende Monat December kaum wesentliche Abweichungen gebracht haben dürste, so läßt sich aus dem nunmehr vorliegenden Material bereits ein in der Hauptsache vollständiges Bild von dem 455 iffee. Medaille. Medaille, ich, Markt 8. 35800 193 50 168-70 13250 3790 21550 94.60 Abnahme i. Proc. 8.6 16.6 12.3 3.6 2.2 12.9 22.0 1.0 8.2 3.2 18.1 17.4 8.4 11.1 4.6 28.9 0.2 28.0 10.5 38.3 77.1 0.8 4.8 8.3 8.6 10.4 23.1 3.1 39.3 17.0 24.4 16.2 67.3 6.7 13.8 vermischter. * Worms, 11. Januar. Auf den ersreulichen Aufschwung städtischen Gemeindewesens wies in der letzten Sitzung Stadtverordneten der Vorsitzende hin, indem er betonte, in den abgelaufenen drei Jahren die Stadt eine Periode 1BI15.3n an'ibliothek“ bietet gediegene VnterhaUungsIektiire für den ungemein billigen Preis vm nur 2 Mark vierteljährlich für 13 Wochen-Nmnmein oder nur 35 Pfennig -3j<— für das viel zehntägige Heft. ärztlich empfohlen — Liter - Flasche Mk. 2.—. — On Logis, 3 Zimmer und Cabinet, an ruhige Leute sofort oder später oer- miethet Eduard Noll. Bringe hiermit zur gefälligen Kenntniß, daß ich mich in der liegt im „Gasthaus zum Schwanen' offen.; 4j9]Der Borstand. 435] Bringe hiermit meine Rmb- u. Auhlflechterei in empfehlende Erinnerung. Aug. Werner, Korbmacher, Weidengasse 8, 435]_______vis-k-vis dem Polizeiamt. Ausgekämmte HaareV kauft H. Plank, Kaplansgasse 2._ 44 ] Mehrere Mädchen finden sofort und später Stellen durch die Stellenoer- mittelung von Frau Hüttenberger, Seltersweg 62. 357] Ein tüchtiger junger Mann, mit allen Comptoirarbeiten vollständig vertraut, wird zum alsbaldigen Eintritt von l einer hiesigen Liqueurfabrik für Comptoir und kleinere Touren gesucht. Offerten bittet man in der Expedition dieses Blattes unter A. 40 abzugeben. 476] Einen Burschen von 17 bis 20 Jahren mit guten Zeugnissen sucht Carl Steinberger, Bäckereibesitzer. 199] Eine neu hergerichtete Familienwohnung zu vermiethen __ ____Schöne Aussicht. 355]'Logis zu vermiethen. Marktplatz 19. 271] Passende Wohnung für einzelne Person im Hinterhaus zu vermiethen. Ludwigsplatz _4^_ 270] Ein freundliches? gut möblirtes Zimmer mit Schlafzimmer zu vermiethen. __Asterweg 45, 1. Stock. 449] Eine Stube mit Küche zu ver- miethen. Neustadt 52. zZx> £ s***- Billigste Unterhaltungs-Zeitschrift. D.OJ4 JAM Ncdaction: 8L Scheydcb — T>ruck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen,