Nr. 63. 1890 Samstag den 15. März Der (rte&fuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Wamikien-sälier «erden dem Anzeiger «Schenll'.ch dreimal heiflriegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Bierteljähriger Avonne«e«1s,ret»r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerloh». Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kch«tftr«tze Ar.r. Fernsprecher 61 Stints« unft Anzergeblatt fiir den ICrets Gieren. M'11 - — —..... Lnnahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den fwlgntbrn Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Gratisöeikage: Gießener Aamitiknötätter. ~~ 'iiimii iiiiiiiiiiiii ■ i iuiii iiurwuim—irTriiTiniii rnr iHLiü uuu»iiiiiiiiiiii»iBi»iM—w ....... .. ........."" 1 ■■■■■ - - .............. A Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes »ehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Amtlichem Thril. Bekanntmachung, dil Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Sch u l z e u g n i s s e die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch aus die nachfolgende«, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen, aufmerksam gemacht, daß hiernach unvoll, ständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2J) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbstgeschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden- Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere Adresse angegeben wird. 4)i Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a) Geburtszeugniß; b) ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit den FreiwMgen während einer ein- jährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen; e) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasten, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und den sonstigen mllitärberechtigten Lehranstalten) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit over ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem EinwMgungS-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugniffe für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämmtlich nach dem Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889 — ausgestellt sein müssen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89, HO, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Großh. Prüfungs - Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. HM MU.......—1 11 । ' politische Neveoficht. Gießen, 14. März. Die von Kaiser Wilhelm II. so hochherzig angeregte im nationale Conferenz zur Regelung des Arbeiterschutzes ist miimehr zur Thatsache geworden und an diesem Samstag findet in Berlin ihre Eröffnung statt. Mit Ausnahme von Nchlland, der Länder der Balkanhalbinsel und Portugals sind Wmtliche europäischen Staaten auf der Berliner Arbeiter- ffchutz-Conferenz vertreten und zwar sind den officiellen Re- iMumgs-Delegirten von fast allen Staaten noch technische Hcir.athe Nigegebou ^vorden, was sich durch den Charakter dtr Berliner Conferenz, aus welcher eben die fachlichen und ttrchniischen Fragen weit überwiegen werden, hinlänglich erklärt. — Neber die Zwecke und Ziele der Conserenz hat das dem dkutsirhen Einladungsschreiben seinerzeit beigegebene Programm bkreius Ausschluß gegeben und erhellt aus demselben, daß lrdigglich die Arbeiterverhältnisse in den bergbaulichen und in fctn Fabrikbetrieben den Gegenstand der Conferenzberathungen bilden werden,- ein Hinausgehen der letzteren über diesen Rahmen gilt als durchaus ausgeschlossen. Was die formelle Seite der Berliner Conferenz anbelangt, so weiß der Pariser „Figaro" hierüber folgende und anscheinend zutreffende Erklärung zu geben. Die Delegirten der verschiedenen Staaten werden ihre Ansichten und diejenigen der von ihnen vertretenen Regierung über jeden Artikel zu erkennen geben. Kein Votum wird erfolgen, keine Entscheidung getroffen werden. Die Ansichten einer jeden Delegation werden ins Protoeoll der Conferenz ausgenommen und dann zur Kenntniß der vertretenen Staaten gebracht werden. Die aus diese Weise gesammelten Stimmen werden als Grundlage für die Arbeiten einer anderen Conferenz dienen können, die einen diplomatischen Charakter haben würde, deren Zusammentritt aber nichts weniger als wahrscheinlich ist, wie wenigstens das Pariser Blatt meint, doch dürfte wohl auch hierzu Rath werden. Die Erörterungen über die „Kanzlercrifis" wollen in der deutschen Tagespresse nicht verstummen und ihre stete Wiederkehr kann auch mit als ein Charakteristikum für die derzeitige innere Lage in Deutschland betrachtet werden. Die widersprechendsten Gerüchte tauchen dabei über die „Kanzler- crisis" auf und noch jüngst behauptete eine osficiöse Corre- spondenz im Gegensatz zu andern officiösen Stimmen, der Reichskanzler habe auf seine Absicht, nicht nur den Vorsitz im preußischen Staatsministerium, sondern auch den Kanzlerposten auszugeben, noch nicht gänzlich verzichtet. Diese Corre- spondenz dürfte indessen über die Pläne und Absichten des leitenden Staatsmannes ebenso gut oder ebenso schlecht unterrichtet sein, wie dies von allen übrigen Meldungen über die Kanzlercrifis gelten kann. Einen neuen Impuls hat den Erörterungen über die angeblichen Rücktrittsgedanken des Fürsten Bismarck augenscheinlich auch die Verleihung des Schwarzen Adlerordens an den Staatssekretär v. Bötticher gegeben und sind die merkwürdigsten Vermuthungen über die Ursache dieser besonderen Auszeichnung laut geworden. Man kann dieselben indessen einstweilen getrost auf sich beruhen lassen, denn aus dem gnädigen Handschreiben des Kaisers an Herrn v. Bötticher geht genügend hervor, daß der nächste Grund für die dem verdienten Staatsmanne zu Theil gewordene Auszeichnung in.seiner hervorragenden socialpolitischen Thätigkeit zu erblicken ist. Der neugewählte deutsche Reichstag soll also, wie alle hierüber vorliegenden Meldungen übereinstimmend bekunden, am 15. April zusammentreten und die Zwischenzeit bis dahin wäre demnach für die gesetzgeberischen Vorarbeiten eine ziemlich knapp bemessene. Indessen wird bereits von einzelnen Vorlagen für den Reichstag berichtet, die in ihren Grundzügen schon sertiggestellt sein sollen und auch das Reichsbudget dürste in seinen wesentlichsten Theilen bis zum 15. April ausgestellt sein, so daß das Parlament bei seinem Zusammentritte genügenden Arbeilsstoff vorfinden würde. Die „Polendebatten", zu welchen am Montag und Dienstag die Berathung des Etats der Ansiedelungscommission für Posen und Westpreußen im preußischen Abgeordnelenhause führte, fanden in der Mittwochssitzung ihre Fortsetzung. Anlaß hierzu gab der Antrag des polnischen Abgeordneten v. Stablewski, die polnische Sprache -bei dem Schul- und Religionsunterricht in den Volksschulen wieder einzuführen und befürwortete der Antragsteller seinen Antrag vom nationalpolnischen Standpunkte aus in nachdrücklichster Weise. Den offenbaren Uebertreibungen des Abg. v. Stablewski trat jedoch Culusminister Dr. v. Goßler energisch entgegen und warnte er namentlich vor einer Verquickung rein technischer Unterrichtsfragen mit religiösen und nationalen Fragen. Nachdem hierauf der Pole Neubauer noch einige Klagen seiner Landsleute vorgetragen und Abg. v. Stablewski seinen Antrag nochmals vertheidigt hatte, wurde derselbe gegen die Stimmen des Centrums und der Polen abgelehnt. Am Donnerstag erledigte das Haus mehrere kleinere Vorlagen und nahm dann die Etatsberathung wieder auf. Es wird in parlamentarischen Kreisen bestimmt gehofft, daß das Haus bis Ausgang nächster Woche die gesammte zweite Lesung des Etats beendigt haben werde. Deutsches Reich. Darmstadt, 13. März. Das heute ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 6 enthält: Allerhöchste Verordnung, die Handhabung der Feldpolizei in der Gemarkung Gießen betr. Darmstadt, 12. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzo^ hat am 11. März dem Hauptmann a. D. Ritsert, seither Compagniechef im 2. Großh. Jns.-Regiment (Großherzog) Nr. 116, nunmehr Bezirksoffizier in Alsfeld, das Ritterkreuz erster Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Corrcspondenz-Bureau. Berlin, 13. März. Es verlautet, als Secretär der Arbeiterschutzconferenz werde auch Oberbergrath Dr. Fürst vom Ministerium der öffentlichen Arbeiten fun- giren, der bereits als Commissar an den Sitzungen deS Staatsraths theilgenommen hat. — Die Ersatzwahl im ersten Berliner Reichstagswahlkreise ist auf den 24. März festgesetzt worden. Aachen, 13. März. In einigen Tuchfabriken haben die Weber die Arbeit gekündigt, wenn innerhalb 14 Tagen ihre Forderung höherer Löhne nicht bewilligt werde; in einer anderen Tuchfabrik legten sie die Arbeit nieder, weil ein College angeblich ungerechtfertigter Weise entlassen worden. Dresden, 13. März. Die zweite Kammer genehmigte heute den Bau der Bahnen Waldheim-Rochlitz, Saupersdorf-Wilzschhaus, Herrnhut-Bernstadt, Schönberg- Hirschberg, Zwickau-Crossen-Mosel und die Erweiterung der Station Erlau. Neusalz, 13. März. Redacteur Tomik, welcher auf dem hiesigen Bahnhofe den ehemaligen Reichstagsabgeordneten Dimitriewic schwer verwundete, ist wegen Mordes zu lebenslänglichem Zuchthaus verurtheilt worden. Haag, 13. März. In der zweiten Kammer wurde heute auf eine Interpellation über die Vertretung der Niederlande aus der Arbeiterschutzconferenz in Berlin von Seiten der Regierung erklärt, die Delegirten seien dahin instruirt, daß sie eine reservirte Haltung einzunehmen und in keiner Hinsicht der Industrie und Zollgesetzgebung zu präjudiziren hätten. Paris, 13. März. Tirard schlug im Ministerrathe vor, der Kammer eine Creditforderung von 100 000 FrcS. für den im Mai stattfindenden internationalen Telegraphen- Congreß zu unterbreiten. — Der Arbeitsminister ernannte den Ingenieur Pelle gleichfalls zum technischen Beirath der Delegirten zur Berliner Conferenz. / London, 13. März. Im Unterhause erklärte Fer- gussvn, daß er keine Nachricht darüber habe, daß die türkischen Truppen in Siwas (Armenien) Grausamkeiten verübten. Beach theilt mit, England sei auf der am 1. April beginnenden industriellen Conferenz in Madrid durch Unter- staatssecretär Stuart Worthley, Bergue vom auswärtigen Amte und Generalcontroleur Lack vertreten. Chaplin spricht sein Bedauern aus, daß die Vieheinfuhr aus Schleswig- Holstein noch untersagt bleiben müsse, da neuerdings die Maul- und Klauenseuche in Sihnelsen bei Pinneberg eingetreten sei. Der von der Regierung bekämpfte Antrag Hamleys, betreffend eine bessere Dotirung des Freiwilligencorps aus Staatsmitteln, wird darauf mit 135 gegen 102 Stimmen angenommen. London, 13. März. Nach einer Reutermeldung aus Johannesburg vom 13. März wurden in Folge der jüngsten Unruhen drei Personen unter der Anklage des Hoch- verraths verhaftet und nach Pretoria gebracht. In Johannesburg herrscht große Aufregung. Ein zahlreich besuchtes öffentliches Meeting beschloß die Bildung eines politischen Reformvereins und verurtheilte die Verhaftungen auf's Schärfste. Der Reformverein übernimmt die Vertheidigung der Verhafteten. Rom, 13. März. Der König verlieh anläßlich seines Geburtstages dem Herzog von Aosta und dem Generalstabschef Generallieutenant C o s e n z den Annunziatenorden. Madrid, 13. März. In Folge der Erkrankung des Mmisters Armijo ist die Ernennung der Delegirten für die Berliner Conferenz noch nicht endgiltig erfolgt. Wahrscheinlich werden der Deputirte Herzog Almodovar del Rio, Senator Fernandez Castro, ein Marineingenieur, ein Fabrik- inspector von Barcelona und der Jnspector der Rio-Tinto- Gruben designirt. Der Botschafter Gras Rasson dürste ebenfalls an der Conferenz theilnehmen. Sofia, 13. März. Da der letzte Handelsvertrag zwischen Frankreich nnd Griechenland einerseits und der Türkei andererseits am 10. Mai d. I. abläuft, verständigte die bulgarische Regierung die politischen Agenten dieser Mächte davon, daß fie sich bis zum Abschlüsse einer neuen directen Handelsübereinkunst mit Bulgarien ihre Actionsfreiheit Vorbehalte. Belgrads 13. März. Die „Agence Belgrade" meldet: Da sechs acrive Minister ihre Sitze im Staatsrathe einnehmen werden, erwarten die politischen Streife den Ein- tritt zweier oder dreier neuer Mitglieder ins Cabinet, sobald der Staatsrath seine Thätigkeit begonnen haben wird. Lanea, 13. März. Shakir Pascha beantragte, wie das Bureau Reuter zu melden weiß, bei der Pforte anläßlich der jüngsten Unruhen für die Berurtheilten Amnestie, welche sich jedoch nicht aus die in contumaciam Berurtheilten erstrecken soll. Die Kriegsgerichte werden demnächst aufgehoben werden. Petersburg, 13. März. Nach einer offiziellen Bekanntmachung soll die in der Wehrpflichtsordnung vorgesehene Einberufung der L a n d w e h r l e u t e erster Kategorie zu Uebungs- versammlungen alljährlich erfolgen und zwar 1890 und 1891 aus vier Wochen. Locale» und provinzielles. Gießen, 14. März. — Sitzung der Stadtverordneten vom 13. März. Anwesend: Herr Bürgermeister Gnauth, Herren Beigeordneten Keller und Langsdorfs, Seitens der Stadtverordneten die Herren Georgi, Grüneberg, Habenicht, Heyligenstaedt, Hoch, Homberger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Schiele, Schmall, Schopbach, Pros. Thaer und Wallenfels. — Die Firma Heyligenstaedt & Co. beabsichtigt in ihrer Fabrik einen Dampfkessel von 40 Pserdekraft auszustellen, das Gesuch wird nicht beanstandet. — Das Gesuch der Herren C. Kockerbeck und Joh. Gg. Pfasf um Erlaubniß zum Umbau des Zöller'schen Hauses, Ecke der Bahnhofstraße und Neustadt, wird beanstandet, da fragt. Umbau als dem § 26 der Allg. Bauordnung wie den §§ 18 und 19 des Ortsbaustatuts zuwiderlausend erachtet wird. — Gleichfalls beanstandet wird das Gesuch der Herren H. E. Jughardt und F. T e i p e l um Bauerlaubniß. Gesuchsteller beabsichtigen bei Umbau ihrer Häuser nur die Giebelselten und die den Nachbargebäuden zugekehrten Wände massiv, das übrige m Holzwerk auszuführen, was als im Widerspruch mit § 18 des Ortsbaustatuts stehend befunden wird. — Dem städtischen Straßenwart, dem mit Einführung der Gehaltsordnung für die städtischen Beamten ein jährlicher Gehalt von 800 Mk. vom 1. April nächsten Jahres ab zusteht, wird für das ab- gelausene Jahr eine Gratification von 40 Mk. bewilligt. — Heber die Verwendung einer aus Antrag der Armendeputation in das Budget für das Jahr 1890/91 eingestellten Summe zur Beschaffung von Hebammenhülse für arme Wöchnerinnen hat die Armendeputation beantragt, daß aus der Armenkasse die nach noch festzustellenden Sätzen zu bemeffende Minimalvergütung für von Hebammen geleistete Hülse in allen den Fällen geleistet wird, in denen die Zahlungsunfähigkeit der Betreffenden erwiesen ist, vorausgesetzt, daß die Wöchnerinnen Ehefrauen und ihre Familien Stadtarme sind. Die Hebammen haben vierteljährlich das Verzeichniß der von ihnen behandelten Frauen beim städtischen Armenamt einzureichen. Die Art, 2 bis 3 zu ernennenden Hebammen die Armenpraxis gegen eine Pausckalvergütung zu übertragen, wurde für nicht empsehlenswerth erachtet. Der Antrag der Armendeputation wurde zum Beschluß erhoben. — Herr Heinrich Hettler aus Frankfurt beabsichtigt im Hause des Herrn B. Emmerich an der Südanlage eine Conditorei, verbunden mit Ausschank von Wein, Liqueur 2c. einzurichten. Die Versammlung spricht sich bezüglich der Frage über das Bedürfniß zum Ausschank von Liqueuren bejahend aus. — Herrn Lorenz Schäfer soll auf diesbezügliches Gesuch ein durch die von Schleunings Erben erworbene Sandgrube führender städtischer Fahrweg zum Preise von 41,47 Pfg. pro Quadratmeter käuflich über- laffen werden, nachdem sestgestellt worden, daß der Weg entbehrlich, auch Ansprüche an denselben nicht erhoben worden find. — Die Satzungen, betr. Ausübung der offenen Armenpflege, über welche eine Generaldiscussion schon in der Sitzung vom 6. Februar d. I. stattfand, wurden durchberathen, die Dienstanweisung hierzu bis einschließlich § 3. — In der gestrigen Nummer machten mir auf den Orchideen-Schmuck in der Gärtnerei des Herrn L. Becker aufmerksam. Heute möchten wir unseren Lesern empfehlen, sich in den Treibhäusern des Herrn C. Berger an der (irünbergerstraße den eben in vollster Pracht prangenden Rosenstar anzusehen. Die besten und schönsten Theerofen in gelb, rosa, dunkelroth rc. erfreuen den Liebhaber durch ihren herrlichen Schmuck und Geruch und möchten den Beschauer säst in die Rosenabtheilung des Frankfurter Palmeugartens versetzen. Aus Oberhesseu geht folgende Notiz durch die Blätter: In einem kleinen One in Oberhessen ergab sich bei der letzten Wählerversammlung das merkwürdige Schauspiel, daß ein Polizeidiener als Ruhestörer aus dem Saale entfernt werden mußte. Trotzdem drei Gendarmen vor dem Saale Posto faßten, kam er doch wieder und krakehlte von Neuem. Wo? Grunberg, 10. März. In der Nacht von Sonntag auf Montag kam ein Nachtwächter mit mehreren Burschen in Conflict und wurde von denselben durch Schläge oder Stiche am Kopfe erheblich verwundet. Die Thäter sollen drei hiesige, tu üblem Leumunde stehende Persönlichkeiten sein. Butzbach, 13. März. Dem sich um das Kriegervereinswesen verdient gemachten, äußerst thätigen Schriftführer des Kriegerverbandes Hafsia, Herrn Dr. E. Vogt, wurde von Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm II. der preußische Kronenorden 4. Klasse verliehen. Friedberg, 12. März. Die öffentliche Prüfung am Großh. Taubstummen-Jnstitut findet Freitag den 14. März, Vormittags 9 Uhr beginnend, statt. vermischter. * Aus Hessen, 12. März. Die von der zweiten Ständekammer kürzlich fast mit Stimmeneinmüthigkeit beschlossene Erhöhung der Volksschullehrer-Gehalte gibt voraussichtlich zu zahlreichen Pensionirungsgesuchen Veranlassung, da die nunmehrigen Besoldungsverhältnisse auch aus reichende Nuhegehalte sichern. Letztere übersteigen in vielen Fällen die bisherigen Gehaltsbezüge. Die Massenpensio- nirungen dürften indessen kaum einen Lehrermangel nach sich ziehen, weil gegenwärtig die Seminarien stark frequentirt sind und gerade die finanzielle Besserstellung des Lehrer standes dem Lehrberufe ausreichenden Nachwuchs zuführen wird. *= Frankfurt a. M., 13. März. Aus dem ersten hessen-uaffauischen Wahlkreise wird folgendes Wahluuikum gemeldet: In dem Dörfchen Cleeberg, im Amt Usingen gelegen, wurden bei der ersten Wahl — es fand bekanntlich eine Stichwahl zwischen dem Freisinnigen Junck und dem Soeialdemokraten Brühne statt — von 84 eingeschriebenen Wählern ebenso viel Stimmen für den Candidaten der Nationalliberalen und Conservativen, v. Reichenau, abgegeben. Bei der Stichwahl übte nicht ein einziger Einwohner fein Wahlrecht aus, es kounte nicht einmal die nach dem Wahlreglement vorgeschriebene Wahleommission gebildet werden. — Für das nächste Jahr plant der hiesige Verein zur Züchtung reiner Hunderaffen abermals eine internationale Hundeackstellung. Mit einer gleichen Ausstellung im Jahre 1888 hatte der genannte Verein glänzende Erfolge erzielt. — Die Influenza, dieser ungebetene russische Gast, wird von einigen hiesigen Blättern als erloschen bezeichnet. Das ist ein Jrrthum. Erloschen ist die Epidemie noch keineswegs, sie ist nur nach und nach in Vergessenheit gerathen. * Die „Berliner Neueste Nachr." bringen in Nr. 121 folgendes naturhistorische Curiosum: Känguruhs-Colonien in England. Auf der Besitzung Walter Rothschilds in England, Tring-Park, ist es endlich gelungen, Känguruhs in England zu acelimatisiren. Die 38 Thiere laufen frei im Parke herum. Es befinden sich unter ihnen die verschiedenen als schwarzes, als rothes und Riesenkänguruhs bekannten Arten. Da die Thiere auch fleißig brüten, so scheint das Problem der Aeelimatisirung gelöst zu fein. * Ein „Verein heiratsfähiger Mädchen" ist die neueste Blüthe, welche das Vereinsleben in England gezeitigt hat. Zweck des Vereins ist, seine Mitglieder „vor der Ausbeutung durch Schwindler und Abenteurer" zu schützen. Dem Verein dürfen nur unverheiratete Damen beitreten, welche das dreißigste Lebensjahr noch nicht überschritten haben und mindestens 17 Jahre alt sind. Jedes Vereinsmitglied erhält eine vollständige Liste aller heirathssähigen jungen Männer nebst genauen Angaben über deren Alter, Vermögen, Aussehen, Lebensgewohnheiten u. s. w. Auf einer „schwarzen Liste" sind alle Heirathsschwindler, Trunkenbolde re. namhaft gemacht. Der Verein zählt schon sehr viele Mitglieder. * Rendsburg, 12. März. Die Nordostsee-Canalarbeiten sind in diesem Winter ohne wesentliche Einschränkung des Betriebes rüstig gefördert worden. Durch die jetzt auf der ganzen Canallinie am südlichen Uferrand derselben hergestellte Telegraphenleitung, welche sowohl die verschiedenen Bauämter unter sich, als auch die Baracken und Privatwohnungen der Jnspeetoren verbindet, läßt der eigentliche Canal sich in seinem späteren Laufe schon jetzt klar erkennen. Mit dem Bau der großen Schifffahrtsschleuse bei Rendsburg wird mit Anfang des Sommers begonnen werden. Für zwei Eisen- bahnbrücken und eine große Drehbrücke bei Rendsburg — letztere zur Uebersührung der Chaussee Rendsburg-Itzehoe — werden demnächst die Vorarbeiten beginnen. * Folgender klassischer Bericht eines Dorfschulzen lief vor einiger Zeit bei dem königlichen Amt zu Neustadt a. R., Provinz Hannover, ein. „Anzeige von einem von Tollheit oeeipierten Hunde. Dieser Nacht bluß der Nachtwächter Jsermann auf seiner Trumpete, da kam ein in der Dunkelheit unverkennbarer Hund von rückwärts herbei und ward der Nachtwächter Jsermann von sulftigem durch feiner Hand gebissen und zwar von hinten, ohne dabei zu bellen. Da dies ein gegen die Gewohnheit der Hunde verwirrter That- bestand ist und ich mich verpflichtet halte, so möge das königl. Amt damit sein Auskommen finden. Der Schulze Sch." * Sportliches. Anläßlich der herannahenden Radsahr- saison schreibt uns ein Correspondent: Die vergangene Saison ist für die deutsche Fahrrad- industrie von außerordentlicher Wichtigkeit gewesen, weil die letztere nach mehreren Lehrjahren zum ersten Male eine eigentliche Kraftprobe abgelegt hat. Es unterliegt heute keinem Zweifel mehr, daß sich unsere Vaterländische Fahrradindustrie dauernd und sicher des deutschen Marktes bemächtigt und auch im Auslande schon zahlreiche werthvolle Verbindungen angeknüpst hat. In diesem durchschlagenden Erfolg liegt die Bedeutung der Saison 1889 für den deutschen Radfahrersport. Niemand wird heute mehr behaupten wollen, daß die deutschen Räder nicht in jeder Beziehung den englischen ebenbürtig feien; ja es hat sich vielfach erwiesen, daß in Bezug auf gewissenhafte und saubere Arbeit das deutsche Fabrikat dem englischen in vieler Hinsicht überlegen ist. Es kann hier natürlich nur von solchen deutschen Fabrikaten die Rede sein, welche an der Spitze der deutschen Fahrrad-Industrie stehen und welche sich durch ihre Erfolge bereits in der ganzen Radfahrerwelt populär gemacht haben; z. B. die Opel-Fahrräder, welche nicht nur auf unzähligen Rennen ihre Tüchtigkeit erprobten (wir erinnern an die von Aug. Lehr auf Opel-Rädern errungenen Meisterschaften von England, Europa rc. rc.), sondern auch als Tourenräder sich mit Recht großer Popularität erfreuen und überall zu finden sind, wo Radfahrer verkehren. Außerdem gibt es noch eine Reihe anderer deutscher Fabrikate, welche nicht minder geeignet sind, dem deutschen Namen Ehre zu machen. Sehr erfreulich ist es auch, daß sich die Zahl derjenigen ärztlichen Stimmen stets vermehrt, welche offen für den Radfahrersport vom gesundheitlichen Standpunkt aus eintraten und welche sehr viel dazu beigetragen haben, daß heute das veraltete Vorurtheil gegen das Radfahren fast ganz verschwunden ist. Hoffell wir also, daß uns die kommende Saison einen weiteren bedeutenden Fortschritt und eine noch regere Entfaltung auf dem Gebiete des Radfahrersportes bringen wird. * Ein recht kecker Spitzbubenstreich wird aus Amerika berichtet. Bei einem Zahnärzte in Willimantic, Connecticut erschien vor einigen Wochen ein höchst anständig gekleideter Fremder, um sich einen Zahn ziehen zu lassen. Während der Doctor die Zange zu der Operation ansetzte, stahl ihm der Destingnirte sieben Dollar fünfzig Cent aus der Westentasche, ohne daß der Arzt etwas davon merkte. Nachdem er von dem gestohlenen Gelde den Zahnarzt bezahlt, empfahl sich der Fremde in sehr höflicher Weise, von dem ahnungslosen Doctor eingeladen, in betreffenden Fällen doch gefälligst wieder bei ihm vorzusprechen. * Das Geschenk für den König von Italien. Das dem König von Italien von unserem Kaiser zum Geschenk gemachte Bild, die Abnahme der Parade des ersten hessischen Husaren-Rcgimcnts Nr. 13 durch seinen Chef König Humbert bei dessen vorjährigen Anwesenheit in Frankfurt darstellend, welches der Regimentscommandeilr Oberstlieutenant Freiherr v. Bissing dem König zll überbringen hatte, ist mit gänzlich zertrümmertem Rahmen an seinem Bestimmungsorte aitgekommen. Hnix>erfitats - Nachrichten. — In Erlangen hat sich vr. Paal aus Salzburg als Privat- docent für Chemie habtlittrt. — Zum Nachfolger des verstorbenen Professors Weizsäcker ist Professor vr. Max Lenz in Breslau (vordem in Marburg) ah Ordinarius für Geschichte an die Universität Berlin berufen luib hat den Ruf auch angenommen. — An Stelle des nach Breslau berufenen Professors Förster ist Professor Dr. I. Bruns zum ordentlichen Professor in der philosophischen Facultät der Universität Kiel ernannt. — Der berühmte englische Zoologe Professor Str Rich. Owe» ist schwer erkrankt. In Anbetracht seines hohen Alters — her Professor zählt 85 Jahre — hegt man geringe yÖffnung, daß er wieder genesen wird. Citer atur und Itunft. — Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen. Ein Blick in eine beliebige Nummer der bekannten, in Dresden erscheinenden Hausfrauen-Zeitung rftürS Harr-" zeigt uns, daß sich die Schrift- stelle dieses Blattes das bekannte Goethe'sche Wort als Leitschnur erwählt hat, mit welchem Erfolge, ist aus der ungeheuren Verbreitung von „Fürs Haus" zu ersehen. Es gibt kein Gebiet des häuslichen Lebens, welches nicht in diesem wahrhaft praktischen Wochenblatte in fesselnder und verständlicher Weise behandelt wird. Wir könne» daher unseren Leserinnen ein Abonnement nur dringend empfehlen, zumal dies der billige Preis von 1 vierteljährlich auch weniger Bemittelten ermöglicht. — Im Verlage von Robert Hupfer in Forbach erscheint unter dem Titel »Die deutsche Presse" soeben in vierter Auflage ein Verzeichniß der dkunwen Rettungen und Zeitschriften, welches nicht nur über Titel, Erscheinungsweise und Jnserttonspreis, sondern auch über Tendenz, Bezugspreis, Verbreitung, Alter rc. der deutschen Zeitungen und Zeitschriften Aufschlüsse gibt. Der die politischen Zeitungen, Amts-, Locat- und Anzeigeblätter umfassende erste Band, welcher auch unserem Blatte die gebührende Beachtung schenkt, ist soeben erschienen. Der zweite Band, die Fachzeitschrift» enthaltend, erscheint in Kürze. 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Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. Btbelstunde am Montag den 17. März, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule, Offenbarung Joh. Cap. 3, von VerS 14 an, Sendschreiben des Herrn für die Gemeinde zu Laodicea. Pfarrer Dr. Nau manu. 5. Passionsandacht am Mittwoch den 19. März, Abends 6 Uhr. Pfarrer Schlosser. Am Sonntag den 23. März: Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst. Die Pfarrgeschäste in der Woche vom 16. bis 22. Dtä« besorgt Pfarrer Dingeldey. Katholische Gemeinde. 4. Fastensonntag, 16. März. Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um t/»8 M Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um W Uhr Austheilung der hl Communion; um Vi8 Frühmesse; um ®/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags u» Vi3 Uhr sacramentalische Bruderschaftsandacht. Abends um 6 Uhr Fastenpredigt und Andacht. 9 Montag und Dienstag: Abends um 6 Uhr Andacht. Mittwoch: Morgens um 7 Uhr Hochamt. Abends um 6 M Andacht mit Predigt. Gottesdienst in der Synagoge. ".März- Freitag Abend 5<5 Uhr, Samstag Morgen 8* Uhr, SamStag Mittag 3« Uhr, SamStag Abend 6“ Uhr. Der Gesangs Komiker. Ausgewählte Couplets, Duette, Toloscenen rc. mit Pianoforte-Be- gleitung. 23 Bände (Bd. 20—23 neu) ä 23b. 1 Jnhaltsverzeichniß gratis und franco. Vademekum für Dilettanten. Eine theoretisch-praktische Anleitung zum öffentlichen Austreten. Von Max LraufU. Geh. Preis 1 20 4. Die besten Deklamationen u. komische Dorträge für frohe Menschenkreise. 1<. Aufl. Geh. Preis 1 JL 50 Die Bauchrednerkunst von Gustav Lund. Mit Illustrationen- Geh. Preis 50 H. E. A. Uoch'S Verlag, Leipzig. 2206) Einen Lehrling sucht Karl KSHler, Schreiner meister, Flügelsgaffe. Annst. 1 W bringen. W' ’■ In Dresden erscheine daß sich biegi- fte !che Wort als M ' der ungeheuren Verbre l kein Gebiet des Wt praktischen WojeL ehandell wird. 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I in der Freiherrlichen Oberförster e» Rabenau ist genehmigt. Die Absuhrscheine können vom 24. d. M ab auf Freih Rentei zu Lopidorf in Empfang genommen werben. Ueberweisung des Holzes und- erster Fahrtag Dienstag am 25, März. .Hesselbach, den 12. März 1890. Kn Herrliche Obersörsterei Rabenau. Schlotterer. 2251 Bekanntmachung. Die am 11. und 12. März 1890 in dem Stadtwald zu Hungen ab-: gehaltene Holz Versteigerung ist nenelp' migit und können die Abfuhrscheine' gegen Hinterlegung genügende>- Bürti- sihcht vom 18 d. M. an bei Groß- herzoglicher Bürgermeisterei Hungen in Empfang genommen werden Hunge»-, am 13. März 1890. Großh. Bürgermeisiercr Hungen. Bender. 2233 Neubau von Kliniken $u Gießen. Erdarbeiten. Kür die Erd- und Planirungs- fltbeiten auf dem Bauplatze der neuen Kliniken dahier sind circa 6000 cbm Boden zu bewegen. Voranschläge, AeUngmigen und Zeichnungen hierzu taen auf dem Baubureau der Kliniken Vormittags von 8 bis 12 imi Nachmittags von 2 bis 6 ein* geschen werden. Die Angebote sind bk zum 20. März, Vormittags 10 ebendaselbst einzureichen. Gießen, den 13. März 1890. 8rc»ßherzogliches Kreisbauamt Gießen. I. V.: 2217 Hummer, Gr. Kreisbau-Asseffor. Montag dm 17. i>. M-, Nachmittags von 2 Uhr an. werben im Hause des Herrn Metzger ikeater, Neustadt Nr. 17, die zum Nachlaß der Frau Friedrich Häuser Sittwe gehörigen Mobilien meistbietend versteigert; dabei sind: 1 Sopha ovaler Tisch, 4 gute Ltühie, 2 Selten. 1 Kleider» schrank Corumode, Spiegel, Uhr, Bilder Weißzeug Küweu- schrank, KüchengerLthe u. a. HauShaltungssachen; Jttner; 3 Malter Kartoffeln. Sämmtliche GegmstLnde sind gut phkalten. Im vormundschaftlichen Auftrag: LouiS Rothenberger, 2216] Gerichtstaxator. Freitag den 21. d. Vormittags 10 Uhr, Dirb in der Villa des Herrn Pietsch, HahruugSberg 8, wegzugshalber 1 Reitpferd (Fuchs-Wallach), 1 «euer Sattel, Zaumzeug, neue und gebrauchte Schabraten, Satteltaschen und Pferdedecken rästbietend versteigert. Im Auftrag: LouiS Rothenberger, A5 Gerichtstaxator. Ieitgeßotenes. KanarienvögelWsmd^ B«n [2223s Sonnenftraße 18. KorbacherFalzzicD renowwirteS Fabrikat mr Leon Couturier, Forbach, mposehlen als Alleinverkäuser [1936 Jean D rn 8t Cie. 2221] Ein Spitzhnnd (reine Race), sehr: wachsam, ist zu verkaufen bei Echreinermeister Muth in Lollar. Holzverstei^exung in der Ireiherrlichen Oberförsterei Rabenau. Es werden versteigert: Montag den 24. Marz 1890 aus den Districten Hörn es und Rangen: Scheeler rin Knüppel rm Reisig rm Buche 3581. Cl. 2 II. Cl. 40 360 Eiche 4 4 2 Nadelholz 27 921. Cl. 16II. Cl. 130 Stöcke rm 15 2 Die Zusammenkunft findet Vormittag 9 Uhr aus der Kreisstraße Keffelbach—WeiterShain am Distr. Hörnes statt. Kesselbach, den 12. März 1890. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau. Schlotteter. 2250 Zwangsversteigerung. Montag de« 17. März, Nachmittag- 2 Uhr, werden im „Adler" dahier — Marktplatz 20 — gegen Baarzahlung versteigert: 65 Flaschen Champagner, 80 Flaschen Rhein- und Uugar- Weine, 130 Flaschen f. Cognac, Rum Punscheffenzen, 1 gr. Faß Aepfelspalten, 1 Ballen ReiS, 1 Petroleum - Meß- apparat, verschiedene Oelbehälter, Salz- und Mehlkasten. MT Versteigerung ganz bestimmt. 2238 VvlsslSi*. Gr. Gerichtsvollzieher. 2234 Opel-Fahrräder Ausländische (dir. importirt). Priorato Heidelbeeren-Wein 90 I 526] Emil Fischbach, Gießen. Laubenheimer Dürkheimer Ingelheimer Both- wein Elsässer Bothwein Wachenheimer Sect Oppmann Sect Beerenweine eig. Bereitung. J ohannisbeeren-W ein pr.Fl. 70 aus der renommirten Fabrik von Adam Opel, Rüsselsheim a, M. > Deutsches Fabrikat Zk ersten Ran^SL M I>ie grossartigsten Erfolge der letzten Saison wurden mit Opel-Fahrrädern errungen, so die Meisterschaften von Europa, England, Deutschland, Preussen, Süddeutschland, Westfalen, Böhmen, Hessen, Bayern, Mähren, Schlesien und des Continents Opel-Räder sind zu beziehen durch: Wilhelm Hamel, Bleichstrasse, Giessen. [2212 W. Wolter, Obergärtner. Bordeaux Medoc ] ,, St. Julien Buster Ausbruch Menescher Ausbruch Tokayer Ausbruch „ „ fextraf.) Capwein Deutsche 1 20 1.30 1.30 1.40 1.50 1 40 1.50 1 50 2 — 2 — 2.— 2 — 2. SO 2.- 2 50 2.50 2.50 1 40 1.40 2 — 1.10 1.20 1— 1.75 3.- Hernihaager Baumschule b. Büdingen. Bei voraussichtlich gänzlicher Räumung unserer Baumschule in diesem Frühjahre empfehlen wir Apfelhochstämme (Borrath 10 000 Stück) zu außerordentlich billigen Preisen I. Wahl 60 Pf., II. Wahl 40 Pf., III. 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Bl-_____________________ 2246] Nach Ostern beabsichtige ich einen UnterrichtScnrsrrS für schul- pfttchtige Müdchen etnzurichten. Beste Referenzen über mein seitherige Thätigkeit stehen zu Diensten; auch ist Herr Pfarrer Schlosser gern bereit, nähere Auskunft zu ertheilen. Gef. Anfragen nehme ich täglich von 12 bis 2 Uhr entgegen. Anita Stix, geprüfte Lehrerin, Neuen Bäue 16 III. Hamburg - Ameriksnisehe ** _ Pß s td awt p fs e h' i f fa br t 5 Hamburg - NwYork mri-ig'-g ud g0t>- ®eV qjiimbnrt, dal> Junten; « 9 er diel-s «V ulb ein kl-'ne- et gedacht, zwanzig Pstnn ailoge," sclllov Minden demokratischen verschiedenste" Ivcvern gebildet. Mvölkerung in Kwnßtsein uni breiten, den 'N 1 hatkräftig helft Telegraphischer S-urSbericht der Berliner Börse vom 14. Marr 1890 ?efterr. Lreditacttev 172 401 DiSconto-Com.-Amhette 93 75 1 ~ Gnauth, Hahn, Fuhr, Bürgermeister Oberlehrer- Oceaährt «, 7 Tegel Ausserdem regelmässige Postdampfer-Verbindung J z wisöh eu Hftvre—Newyork. Hamburg—Westindier. «S Stettin—Newyorkc Mainburg—Havana. Hamburg— Baltimore. Hamburg—Mexico. Nähere Auskunft ertheih: Generalagent J. F. Hillebrand in Mainz, S- Elsoffer in Giessen, L. Waldbaum in Wohnbach, Jos. Gott lieb in Nidda, Jobs. Walther io Stockheim, Leopold Stern n in Schotten, Th. Andreas in Bad-Nauheim, Louis Gnifkowsky in Homberg a. d. O. [2214 Wermiethurrgen. 2237] Per 1. April eine Wohnung an ruhige Leute zu oerm. Kreuzplatz 15 III. Das von Ararr G. D. Brühl Wwe. bewohnt gewesene Logis Schulstratze Nr. 7 ist alsbald zu vermiethen. Näheres daselbst in der Exp. d. Bl. 2220] Wohnung, 5—6 Zimmer mit allem Zubehör, zu vermiethen. Bleichstraße 5. 2226] Aranksurterstratze 68 schöne Familienwohnung mit allem Zubehör, auf Wunsch auch Gartenantheil, zu vermiethen. 2249] Eine schöne Wohnung, 5 bis 6 Zimmer und allem Zubeh-, zu vermiethen, beziehbar am 15- Juli- __Bahnhofstraße 62. 2222] In bester Lage WetzlarS ist ein geräumiger Laden nebst Wohnung, zu jedem Geschäft geeignet, sogleich zu vermiethen. Näheres bei H. Rühl, Wetzlar. um >en >urg n a. er Lorstand. b. c. 2197 Dr. Dieffeubach 2144 o 2107 empfiehlt billigst in ReiSH. aßst-Mtv i 5 x I I j!5 7 12 K S 11 1110 121,5 4020 27,8 1296 Priigelh. Rmtr. 20 131,5 47,1 :pikanisehe ' hin- aito ^laufend Ä __ lb mit 1892 Born, Gerichtsvollzieher Wellen, 3900 Kiefern-Wellen, 2 Eichen Schwellenhölzer von 34 resp. 39 cm Durchmeffer und 10 resp. 12 m Länge; in den sogenannten „Dippelöchern" (Höler, Albacher Hofseite): 560 Weichholz-Wellen und 265 Birken - Stangen von 3—14 cm Durchmeffer und 4—8 m Länge — 6,29 im Wagnerholz; beim Teich an der Chaussee: V/2 rm Erlen-Knüppel, 2 rm Erlen- 2) Nachmittags 2 Uhr im Gasthaus „zum Adler", Marktplatz 20: 1 Ladentheke, 3 Ladenschränke, Ca- potten, Umhängtücher und Kinderhütchen, Herren- und Damen-Uhren und sonstige Schmucksachen. Versteigerung ad 1) bestimmt. Gießen, IS. März 1890. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde Mon-ag den 17. März 1890, eon Vormittags 9 Uhr an, soll im Geßener Stadtwalde in den Districten Lchützenschlag und Falkenhorst nach- «^eichnetes Holz versteigert werden: X Bau-, Werk- und Nutzholz. Vormittags 11 Uhr Wallthor ftratze 23 r 2 vollständige Betten, darunter 1 mit Sprungfeder-Matratze, 1 Commode, 1 Waschisch, 1 Nachtschränkchen, 1 Tisch 1 Spiegel und 26 V-'Alaschen Forster Tra- Miner Wein. Ganz seid. bebrucF t<> Fonlards Mk.1 »0 bis 6.25 pr. Met. — vers. roben- und stückweise porto- und zollfrei ins Haus das Seidenfabrik-D6pöt €r. Henneberg (Ä- u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. [1701 0.80^'* Ladung. Der Dachdecker Jost Zahrt, geb. am 18. Juli 1854 zu Londorf, zuletzt in Gießen, jetzt mit unbekanntem Aufenthalt abwesend, wird beschuldigt, als Landwehrmann 1. Aufgebots ohne krlawbniß ausgewandert zu sein. Übertretung gegen § 360 Nr. 3 ks «Strafgesetzbuchs. D erselbe wird auf Freitag den 8 MdL 1890, Vormittags 81/2 thr, vor das Großherzogliche Schöffen- zeucht Gießen zur Hauptverhandlung zeladen- B>ei unentschuldigtem Ausbleiben mrd derselbe aus Grund der nach 472 der St P.O. von dem Groß- lserzaglichen Bezirks - Commandv zu fefcen ausgestellten Erklärung ver- mthrilt werden. Gießen, den 18. Februar 1890. Der Großherzogliche Amtsanwalt. Dr. Zimmermann. 1515 .j1 Otto Rathschlag, Leinen-, Weißwaaren- u. Ausstattungsgeschäft. lgvug unseres VN- üdes. Hem nr Enders 2211 >en 16. Marz, tags 4 Mr, Der Borstand. | Diie Zusammenkunft ist Licherstraße Schneise. Glichen, am 11. März 1890. Moßh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 2130 nnbet Sawstag bm Mmenkunst yW 6 bei Andreas Euler. Täglich geöffnet von 6 Uhr Morgen- bi- 7 Uhr Abend- Sonntag- bi- Mittag 12 Uhr» Die Zellen sind durch Dampf geheizt. [121 Außer verschiedenen Salzen und Mutterlaugen sind sämmtliche Bade- Extrakte, als: Fichtennadel', Malz-, Loh- und Weizenkleie-Srlracte zu haben. Abonnements werden jederzeit entgegengenommen. '"9ME Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Mch Montag den 17« März, is fi fl! 6* man das Thier lieber schlachten. Das Fleisch kann tm eigenen Haushalte noch verwerthet werden, da die Gesundheit nicht bircct geschädigt wird, jedoch bleibt der Genug, wie schon erwähnt, für Viele ein ekelhafter. Der Verlauf der Krankheit ist ein schneller, in 24 bis 48 Stunden ist sie meist entschieden und endigt in der Regel mit dem Tode. Dauert sie länger, so kommen die Kranken oft mit dem Leben davon, doch haben sie noch lange an den Folgen zu laboriren und bleiben oft Kümmerlinge. Sie haben lange Zeit noch Schenkelschmerzen, durch eine Muskelentzündung entstanden und bleiben häufig steif in den Gelenken. Am besten ist es daher, sic werden frühzeitig geschlachtet. Bei den geschlachteten oder gestorbenen kranken Schweinen findet man nicht viel. Die Darmschleimhaut zeigt oft entzündliche Erscheinungen, das Fleisch hat eine weiche, wässerige Beschaffenheit. Unsere Hauptaufgabe ist es nun, diese Pilze möglichst fern zu halten oder zu zerstören. Die Verschleppung geschieht leicht durch Schlächter, Händler, durch die verpestete Stallluft, die noch an den Kleidern haftet, dann durch Gegenstände, die vom geschlachteten kranken Schweine herrühren, als Dünger, Borste, Blut, Fleisch, Abwasch- und Spülwasser - auch durch schmutzige Hände, an denen die Krankheitskeime hasten können, ist es möglich, die Krankheit zu übertragen. Jüngere Schweine erkranken mehr an Rothlauf als ältere. Als Beispiel der Uebertragung der Krankheit durch Fleisch kann der Fall dienen, der in der Stadt N. passirte. Dort hatte eine Familie ein rothlaufkrankes Schwein geschlachtet und das Fleisch in Gebrauch genommen, auch nach einem anderen Orte an Verwandte geschickt. Nach einigen Tagen sollten letztere wieder Fleisch aus N. haben, jetzt jedoch konnten sie keinen Gebrauch davon machen, da sie selbst ein am Rothlauf erkranktes Schwein hatten schlachten müssen- dabei war in dieser Gegend kein Fall der Seuche bekannt, mithin ein sicherer Beweis für die Uebertragung der Krankheit. Es ist erforderlich, daß das Schlachten kranker Schweine an einem Orte vorgenommen wird, an welchen die anderen Schweine nicht hinkommen können, um dort nach Schweiucart zu wühlen, wobei sehr leicht eine birecte Ansteckung stattfinden kann. In heißen Sommern tritt die Seuche deshalb am häufigsten aus, weil dann Gährung, Fäulniß und Verwesung — die Pilzbildung — stärker als sonst vorkommen und auch der Rothlaufpilz am leichtesten in solchen Zeiten seine Entwicklung findet. (Schluß folgt.) 5' G r r r r r ^uampfer-VerbMu.; lamburg-WestindioD -amburg-Havana. iamboi^-Mexito. DUebrand ir, flail ohnbach. M.fr Leopold Stern *’ Lotus Gnifkow- [2214 Schürzen. HsusfchürM, Servir- und Vsmenfchürzen Kinderfchüyen in allen Größen von Vormittags genau 9y2 Uhr an, soll der Rest des zur Versteigerung aufgearbeiteten Holzes im District Höler ausgeboten werden, und zwar: in den sogenannten Pfaffentannen (Höler, Garbenteicher Seite): 6 rm Buchen - Scheiter, 4 rm Buchen - Knüppel, 56 rm Nadel- Knüppel, 2 rm Eichen-Stöcke, 194 rm Nadel-Stöcke, 50 Buchen- Stöcke, 60 Erlen-Wellen. Die Zusammenkunft ist bei den sog. Pfaffentannen auf dem Weg von Lich nach Garbenteich beim Abtrieb. Von etwa 11 Uhr ab wird in den sog. Dippelöchern versteigert werden. Lich, am 6. März 1890. IMer den sogen. Rothlauf der Schweine, sowie einige Mängel in der Schweinehaltung. l;on Hk'tu Professor Dr. Kaiser von der Königlichen thierärzllichen Hochschule zu Hannover. (Fortsetzung.) Für uns hat der Rothlauf die größte Bedeutung, weil ir bei uns die häufigste Schweinekrankheit ist. Er richtet oft Löse Verheerungen an, namentlich im Sommer und Herbst. Siam kennt die Krankheit allerdings schon lange, hat sich aber,, wie schon vorher "bemerkt, lange" vergeblich bemüht, ihre Ursache ausfindig zu machen. Früher rechnete man sie zum lankgOiisl irr 1880. l r. Koldrentr berrente t m Stockh. Rmtr. Wellen- Milzbrand, ist aber jetzt davon zurückgekommen, weil man in den am Rothlauf gestorbenen Schweinen wohl Pilze, aber keine Milzbrandptlztz gesunden hat. Das Fleisch von rechtzeitig geschlachteten rOthlaufkraukeu Schweinen kann genossen werden und hat keine nachtheiligen Folgen, obwohl es gerade nicht appetitlich ist. Die Behandlung des Rothlauss ist seit der genaueren Erkennung der Krankheit und der Verbesserung der Thierheilkunde eine exaetere geworden. i Die Krankheit entsteht weder durch Erhitzung noch durch Erkältung, sondern durch Pilze. Die Pilze dringen mit dem Futter oder durch die Luft in den Körper. Magen, Lungen und Haut nehmen diese gefährlichen Feinde auf und befördern sie ins Blut, welches dadurch schnell entmischt wird. Sind sehr viele Pilze eingedrungen, so stirbt das Thier, andererseits kann es wohl mit dem Leben davon kommen. In manchen Jahren ist der Pilz bösartiger als in anderen. Dann kommt auch die Widerstandskraft der Schweine in' Betracht. Sind dieselben durch die Zucht verfeinert ober schlecht, d. h. nicht rationell ernährt, leiden sie in Folge der schlechten Athmungslust an schlechter Blutbeschaffenheit, dann werden sie der Krankheit weniger Widerstand entgegensetzen können. Deshalb leisten schlecht veutilirte nasse Stallungen der Krankheit doppelten Vorschub. Einige Schweine sind gegen die Seuche allerdings vollständig widerstandsfähig, es ist das aber immer nur ein geringer Procentsatz. Das Krankheitsbild des Rothlauses ist folgendes: Die Thiere werden zuerst traurig und theilnahmlos, sie haben eingenommenen Kopf, werden matt, wollen nicht fressen, verkriechen sich, haben Durst, sausen gern reines kaltes Wasser, besonders gern auch Mistwasser. Die Schleimhäute der Augen sind geröthet und die Hauttemperatur wechselt. ,T)ie Blut- wärme steigt von 38,5° Celsius rasch aus 40 bis 43° C. Die Thiere verbrennen förmlich bei so hoher Fiebertemperatur- sie müssen erliegen. Bewegung scheuen sie und wenn sie sich erheben, so schwanken sie im Kreuz. Es tritt bann eine Röthung ber Haut ein, oft zuerst erst an den Ohren. Die Flecke werben blauroth unb größer, fühlen sich heißer an als bie Umgebung - schließlich werben sie rothbraun unb breiten sich wohl auch auf größere Körperstellen aus. Die Kranken athmen nun schneller unb kürzer unb stehen gar nicht mehr auf - selten haben sie Zuckungen. Die Hantröthe kommt oft kurz vor, manchmal erst kurz nach bem Tode. Aber auch bei anberen Krankheiten röthet sich bie Haut, z. B. auch nach ber Castration, wenn sich babei eine töbtliche Banchsellent- züubung einstellt, beshalb ist bas Rothwerben ber Haut an sich feine specifische Erscheinung bes Rothlauses. Ein wichtiges Erkennungszeichen für bie Voraussage bes Verlaufes ber Krankheit ist bie Mastbarmtemperatur. Steigt bas Thermometer in demselben bis zu 42 bis 43° C., so soll Scheilh. Rmtr. Älchen 56 Wm 162 MÄ 33,2 Liebigs Puddingpulver 3 '^nbe^ m V [1781 T inhinc? ttanb-mohl )um schnellen Backen von Kuchen, Torten, Brod rc. liluUlUb JDdLlLlllvlll ohne Hefe anzuwenden. Liebigs Gel6epulver —r^iÄte^ack-" u"Äch?eceptb'ücher gratis tn Drogen-, Delicateßgeschästen rc. Man verlange ächt „Itiebig“. ! Versteigerung. Samstag den 15. März ds. IS. versteigere ich dahier r Die nachweislich sehr rentable Wirth- schaft „Schöne Aussicht“ bei Wetzlar, bettel), aus 3 Gastzimmern (Billard), großem Saal, Wirthschafts-Garten mit Hallen, Scheibenstand, Garten rc., sowie die kleinere aut gehende Wirthschast „Feldschlosschen“ in Wetzlar werden wegzugshalber am Donnerstag den 20. März, Nachmittags 2 Uhr, in der „Schönen Aussicht" unter günstigen Zahlungsbedingungen meistbietend versteigert werden. 2080 Nähere Auskunft ertheilt M. Roth, „Feldschlößchen-. Vermischtes. * Köln, 9. März. Ein Speculant. Ein kleiner ' junge kaufte in einem Bäckerlaben 5 - Pfennig - Röggelchen Pröbchen). Bald darauf erschien bei Kleine wieber unb dufte noch vier Stück. „Hats geschmeckt?" fragte ber Bäcker- necfter den Jungen. Dieser antwortete jeboch nicht unb verliefe, nachdem er ein Zwanzigpfennigstückchen auf bie Theke gclrgt, eiligst ben Laben. Nach einer Zeit ftanb ber Bäcker- meLfter vor feiner Hausthüre, als ber betreffenbe Kleine vor beiging unb bem Meister zurief, baß er nun aber „Pech" gehabt. Der Bube erzählte bem Bäcker in echt Kölnischer Mundart, daß er auf bem Waibmarkt ein Fünfpfennigstück gtfiinben; er habe bafür baS erste Röggelchen gekauft. Als I er dieses verzehrte, habe er auf etwas „Hartes" gebissen | jimd ein kleines Zwanzigpfennigstückchen gesnnben. Halt, habe I |ir gedacht, jetzt speeulirst Du weiter unb kaufst bir für bie ziviunzig Pfennig vier neue Röggelchen — „aber et wor ! gefoege," schloß ber Junge, „et wor fei Geld mieh brin!" ::: Minden, 10. März. Zur Bekämpfung ber soeial- - ^emok'. arischen Lehren hat sich hier ein aus Angehörigen ber W len chiebensten Stäuben bestehenber evangelischer Mänuer- ■Leuc’iu gebildet. Derselbe will besonders mit der arbeitenden ■ jfeölIrrung in persönlichen Verkehr treten, das evangelische »^«uißtsein unter ihr stärken, gute verständige Lehren verbreiten, den Patriotismus heben und in vorkommendeu Nöthen tharkräftig helfen. Stößt er bei verbitterten Gemütheru auf d)leüchgiltigkeit ober Wiberstaub, so soll ihn bas nicht ab- s-hwcken von seiner mühevollen, aber Gutes versprechenbeu Arbeit, beim es werben sich noch Leute genug finben, bie tmtrnt vernünftigen, wohlwollenben Worte zugänglich finb unb ent ihnen bargereichte Haub gern ergreifen, um wieber einen festen Boden unter bie Füße zu bekommen. Treten bie Ge- bilireten unb Besitzenben allgemeiner mit ben minber Gut- gestellten in persönliche Beziehung unb befunben bas rechte n>eikthätige Interesse für sie, so wird daraus zweifellos icidjeer Segen erblühen und vielleicht die Begründung ähnlicher Einrichtungen auch an anderen Plätzen herbeiführen. lordofl 3d» Fichtenstämme mit 37,87 Fstm-, Eichenstangen „ 0,78 Fichtenstangen „ 1,33 B. Brennholz. | Confirmationshemdeu $ N für Mädchen und Rnaben billigst und in solider Ausführung X M empfiehlt [2097 X Otto Rath^cEiia^ } 2 Leinen-, Wäsche «ud Au-stattung-geschäst. 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