Nr. 111 Mittwoch den 14. Mai 1890. Der Kießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AnmitteuStälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er General-Anzeiger. Vierteljähriger Aöonnementspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Gratisöeitage: Gießener Jamitienötätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Iteberfi d>t. Gießen, 13. Mai. Der Kaiser traf auf seiner Reise nach Königsberg am Sonntag Abend in Schloß Wirschkowitz in Schlesien ein und verweilt hier als Gast des Grafen Hochberg bis zum Dienstag Abend, um alsdann über Gnesen und Dirschau nach Königsberg weiterzureisen. In Dirschau gedenkt die Kaiserin mit ihrem erlauchten Gemahl zusammenzutreffen und mit ihm gemeinsam die Reise nach der ostpreußischen Hauptstadt fort» zusetzen, lieber die Rückkehr der kaiserlichen Majestäten nach Potsdam, resp. dem Neuen Palais sind entgültige Bestimmungen bis jetzt noch nicht getroffen worden. Obwohl die Reichstagssejsion kaum erst begonnen hat, werden doch schon allerhand Vermuthungen über ihre Dauer laut, die sich allerdings noch sehr widersprechen. Aber in ihnen allen wird doch das Mißliche der verhältnißmäßig so spät int Jahre erfolgten Einberufung des Parlaments betont, die angesichts der schwierigen Aufgaben deffelben entweder ein Tagen desselben bis tief in den Sommer hinein oder aber einen Abbruch der Session und somit eine Vertagung derselben bis zum Herbst höchst wahrscheinlich macht. Es wird zwar gemeldet, daß der Senioren-Convent die Ansicht ausgesprochen habe, die Erledigung der sämmtlichen Vorlagen werde sich bis Mitte Juni ungefähr ermöglichen lassen, aber dann würde sich der Seniorenconvent in einer merkwürdigen Täuschung befinden, denn daß das Haus in fünf oder selbst in sechs Wochen die ihm gestellten Aufgaben auch beim besten Willen nicht bewältigen kann, dürfte doch allseitig klar sein. Es würden dann die oben erwähnten zwei Möglichkeiten zu erwägen sein, aber eine Tagung bis in den Hochsommer hinein weist ebensosehr ihre mißlichen Seiten auf, wie dies von einer Verschiebung der Reichstagsgeschäfte etwa nach Erledigung der dringendsten Vorlagen zu gelten haben würde und so darf man einigermaßen gespannt sein, wie die Lösung dieses Dilemas erfolgen wird. Die ein gewisses Aufsehen erregende Meldung, wonach ein französischer Journalist, Herr des Houx, Chefredacteur des Pariser „Matin", letzthin zwei Tage als Gast des Fürsten Bismarck in Friedrichsruh geweilt haben soll, bestätigt sich dem Vernehmen nach. Welcher Art die Beziehungen zwischen dem Schloßherrn von Friedrichsruh und dem genannten französischen Journalisten sind und welchen speciellen Zweck der Besuch in Friedrichsruh gehabt hat, entzieht sich noch der Kenntniß weiterer Kreise, was jedoch verschiedene deutsche Blätter nicht hindert, bereits besondere Betrachtungen an-den Vorgang zu knüpfen. Jndeffen besitzt Fürst Bismarck doch mindestens das Recht, als Privatmann zu empfangen, wen er will, und daß der Fürst seinem französischen Gast etwaige „Enthüllungen" über Fragen discreter Natur gemacht haben sollte, erscheint sicherlich als ausgeschlossen. Die Verhandlungen des Antisclaverei - Congresses in Brüssel spinnen sich von einer Woche zur andern fort, ohne daß sich noch ein Zeitpunkt für die Beendigung der Conferenz- :arbeiten bestimmt angeben ließe. Es mag mit daran liegen, daß auf dem Congresse immer wieder neue und schwierige Fragen auftauchen. Eine solche bedeutet offenbar auch diejenige der Handelsfreiheit im Congo-Becken, welch letztere die Berliner Congo-Conferenz im ausgedehntesten Maße festgesetzt hat. In der Samstags-Sitzung des Congreffes brachte nun der belgische Generalstaatssecretär des Auswärtigen, Baron Lambermont, einen Antrag auf Durchsicht der bezüglichen Bestimmungen der Congo-Acte ein, mit dem Vorschläge, diejenigen Staaten, welche Ländergebiete im Congo-Becken besitzen, sollten ermächtigt werden, von allen eingeführten Waaren Werthzölle zu erheben. Jndeffen unterstützen nur die englischen Bevollmächtigten den Antrag nachdrücklichst, während die Bevollmächtigten Deutschlands, Italiens, Frankreichs und Portugals, obwohl sie im Princip zwar mit dem Anträge einverstanden waren, doch erklärten, sie müßten ihren Regierungen alle und jede Entscheidung vorbehalten. Der türkische Justizminister Djevdet Pascha ist plötzlich seines Amtes entsetzt worden und hat er den seitherigen Minister der Evkass oder geistlichen Stiftungen, Riza Pascha, zum Nachfolger erhalten. Der überraschende Personalwechsel in der Leitung des türkischen Justizministeriums, der übrigens noch eine Reihe anderer Personalveränderungen in dem höheren Staatsdienst der Türkei nach sich gezogen hat, ist zwar in seinen Ursachen noch nicht aufgeklärt, aber es scheint beinahe, als ob der Vorgang mit der Angelegenheit des deutschen Handelsschiffsmatrosen Hundt zusammenhinge. Derselbe war in angetrunkenem Zustande in Constantinopel von türkischen Polizeidienern festgenommen und arg mißhandelt worden und aus Betreiben des deutschen Generalconsuls wurden die betreffenden Beamten vor Gericht gestellt, welches indessen die Angeklagten trotz deren klar zu Tage liegender Schuld frei» sprach. Jetzt nahm sich aber der deutsche Botschafter v. Radowitz seines Landsmannes an und es heißt sogar, Herr v. Radowitz habe sogar gedroht, er würde eventuell seine Pässe fordern und es liegt da die Vermuthung nahe, daß der Rücktritt Djevdet Paschas irgendwie mit der Einmischung Herrn v. Radowitz zu Gunsten des Hundt zusammenhängt. Deutsche- Reich. Darmstadt, 12. Mai. Mit dem etwa im Juni ein» tretenden Schlüsse des gegenwärtigen sechsundzwanzigsten Landtags erlischt das Mandat der Hälfte der Landtagsabgeordneten. Die bei der Einführung dieser neuen Einrichtung seinerzeit stattgehabte Ausloosung hat es so gefügt, daß es vorzugsweise die Abgeordneten der Städte sind, welche jetzt auszuscheiden haben und zwar sind es für Darmstadt die Abgeordneten Ohly und Wolfskehl, für Mainz die Herren Jöst und Ulrich-Offenbach, für Offenbach Justizrath Dr. Weber, für Gießen Rechtsanwalt Metz-Gießen, für Friedberg Rechtsanwalt Jöckel-Friedberg, für Alsfeld Fabrikant Grünewald- Alsfeld, für Worms Fabrikant Reinhard-Worms, für Bingen Redacteur Pennrich-Mainz. Im Uebrigen sind es die Abgeordneten Bürgermeister Kredel-Michelstadt, Erster Staatsanwalt Arnold-Darmstadt, Brauereibesitzer Schönberger-Groß- Bieberau, Sparkassenrechner Lautz-Groß-Umstadt, Rechtsanwalt Metz-Darmstadt, Brandversicherungsrath Hechler-Darmstadt, Schriftsteller Wasserburg-Mainz, Apotheker Dr. Vogt-Butzbach, Frhr. v. Worbed zur Rabenau in Friedelhausen, Bürgermeister Zinßer-Schlitz, Bürgermeister Muth in Salz, Landwirth Sturmfels-Ulfa, Bürgermeister Möllinger-Pfeddersheim, Prof. Dr. Büchner und Dr. Schröder, beide in Darmstadt. Deutscher Reichstag. 4. Plenarsitzung. Montag, 12. Mai 1890, 1 Uhr. Die Novelle zum Zeugen- und Sachverständigen-Gebühren- gesetz wird in dritter Lesung debattelos angenommen. Es folgt die erste Berathung des Nachtrags-Etats (Forderungen für Colonialunternehmungen und zu Einrichtungen für die Dienstwohnung des Staatssecretärs des Auswärtigen). Staatssecretär des Auswärtigen Frh. v. Marschall: Die Forderungen für Colonialzwecke sind auf Grund genauer Berechnungen nach den Schätzungen des Reichscommissar Wißmann und des Herrn Major Siebert gemacht. Der Zweck der Unternehmungen in Ostafrika, die Unterdrückung des Sclavenhandels, ist zum größten Theile erreicht durch zwei bedeutsame Ereignisse, die Niederwerfung Bana Heris und Buschiris, welch letzterer den Lohn für seine Schandthaten empfangen hat. Die deutsche Colonialpolitik in Ostafrika ist bisher stets Hand in Hand gegangen mit der englischen Regierung, und wird dies auch ferner thun, da die englische Regierung sich überall entgegenkommend gezeigt hat. Wir wollen das, was in Ostasrika errungen, festhalten und ausnutzen im Interesse christlicher Gesittung und Civilisation. Abg. Bamberger (dfr.): Wir sind keine grundsätzlichen Gegner jeder Colonialpolitik, wohl aber derjenigen in Ost- afrika. Wir könnten Colonien gründen, um unsere Auswanderung dorthin abzulenken. Dafür eignet sich Ostafrika nicht. Selbst Herr Kardorff wird das nicht behaupten können (Abg. v. Kardorff ruft: Ja doch!). Das deutsche Volk hat von der ostafrikanischen Colonisation Nichts zu erwarten, denn diese Gegenden eignen sich höchstens zum Plantagenbau, der mit deutschen Arbeitern nicht betrieben- werden kann. Außerdem bringt uns die Colonialpolitik leicht auswärtige Verwickelungen, wie wir das bei Samoa und bei dem Caro- linenstreit gesehen haben. Welches Interesse können wir daran haben, weite Terrains fern von der Küste zu occupiren? Wohin sind wir Plötzlich seit den ersten Anfängen unserer Colonialpolitik gedrängt worden? Wer noch vor kurzer Zeit von Colonialtruppen und festen Colonial-Garnisonen gesprochen und solche für uns gefordert hätte, der würde nur ironisch behandelt worden sein. Täuschen wir uns doch mit Ostafrika nicht- wir stehen vor einem Feldzuge, dessen Ende noch gar nicht abzusehen ist- das Reich ist dabei auf Glück oder Unglück angewiesen, wie ein Spieler. Die Operationen der ostafrikanischen Gesellschaft sind am Günstigsten für diese Gesellschaft verlaufen- für Deutschland ist diese Gesellschaft und ihr Unternehmen verhängnißvoll geworden. Die Herren vom Centrum tragen zunächst die Verantwortung dafür, daß wir in diese Politik hineingerathen sind. Die ostasrikanischen Colonien tragen den Character der Kronen-Colonien, zu denen wir nur die Ausgaben, die Lasten des Hoheitsrechtes, bewilligen, über die Einnahmen aber, wenn solche einmal vorhanden fein sollten, was nicht sehr wahrscheinlich ist, haben wir nichts zu bestimmen. Von der Beseitigung der Selaverei als Institution sind wir noch weit entfernt, denn das Weißbuch führt an, daß der Reichscommissar mit einigen Nationen Verbindungen unterhält, wo Sclaven gehalten werden. Vielleicht verlangt man von uns auch nächstens die Mittel zum Bau einer Eisenbahn in den Colonialgegenden. Die Colonialpolitik ist ein kostspieliges Project einer augenblicklichen nationalen Schwärmerei. Die Wahlen haben uns bewiesen, daß man unsere Zurückhaltung in der Colonialpolitik auch bei den Wählern theilt. Aus kleinen Beträgen sind die Summen für die Colonialpolitik massenhaft angewachsen. Jetzt verlangt man wieder 5000 000, um ein Heer von Zulus nebst Weibern und Kindern zu ernähren. Gegenüber der Engagirung Emin Paschas möchte ich doch ein Wort der Warnung sagen. Emin Pascha ist zunächst Reisender, dessen Anschauungen für die Colonialpolitik nicht immer vor- theilhaft sein mögen. — Aus allen diesen Gründen können wir uns mit den ostafrikanischen Eroberungen nicht befreunden. Wir haben von dem neuen Reichskanzler nicht erwartet, daß er sofort die ganze Colonialpolitik aufgebe - aber wir können als Partei unseren früheren Standpunkt völlig aufrecht erhalten. Die Ehre Deutschlands ist nicht mehr geschädigt. Wir haben ja gebrannt und gesengt genug. (Sehr richtig! links.) Wir können uns allmählich aus der ostafrikanischen Position zurückziehen, ohne daß unsere nationale Ehre dadurch Schaden litte. Diese Colonialpolitik aus Kopf und Kragen machen wir nicht mit. (Bravo! links.) Reichskanzler v. Caprivi: Der Vorredner ist aus dem engen Gebiete der Vorlage auf das weite Gebiet der Colonialpolitik im Allgemeinen übergegangen. Ich kann hierzu nur bemerken, daß ich genau auf dem Standpunkte meines Vorgängers stehe, daß das Reich Colonialpolitik nur soweit treibt, als diese von dem Empfinden der Nation getragen wird- ich habe früher Bedenken gehabt gegen die Colonial- poliük, ich bin aber zu der Ueberzeugung gekommen, daß wir heute ohne Einbuße an Ehre und Geld nicht zurück können und daß uns weiter nichts übrig bleibt, als sortzuschreiten, und ich hoffe, der Vorredner und seine Partei wird dabei nicht die Rolle eines Hannibal Fischer übernehmen. Bei der Lage der Dinge in den Colonien ist es ganz unmöglich, zwischen heute und zwölf Monaten Voranschläge für die Kosten zu machen. Ich bin kein Colonialschwärmer, aber ich bin entschlossen, soweit in der Colonialpolitik zu gehen, wie es die Ehre und die Interessen Deutschlands erfordern. Es mögen ja vielfach übertriebene Hoffnungen auf die Colonialpolitik gesetzt sein- es mögen Viele geglaubt haben, in den Colonien Klumpen Goldes und fertige Cigarren zu finden. Die Gründe, weßhalb sich das deutsche Capital den deutschen Colonialunternehmen nicht zuwendet, kennt Herr Bamberger besser als ich. Unsere Capitalisten legen nun einmal ihr Geld lieber in unsicheren auswärtigen Papieren an als in unseren Colonialunternehmungen. Trotzdem hoffen wir, aus der Colonialpolitik ohne materiellen Schaden herauszukommen, wie wir das heute schon zum großen Theile in Kamerun sehen, wo die Colonie ihre Bedürfnisse zum erheblichen Theile deckt. Die Pflicht zur Niederhaltung der ©datieret ist uns durch die Congo-Acte aufgelegt worden. In die Colonialpolitik sind wir durch den nationalen Enthusiasmus getrieben, der, ich gebe zu, blind dort hineintrieb. Es gibt solche Brennpunkte der nationalen Empfindung und diese Brennpunkte muß man beachten. Ohne solche Empfindungen in der Nation wären wir nicht hier. Freilich gebe ich zu, dieser Enthusiasmus ist schwer in klingende Münze umzusetzen. Leider fehlt es uns in der Colonialpolitik noch sehr an fachkundigen Männern. Ich kann mir wohl denken, daß für unser Vaterland eine Zeit kommen kann, wo wir jeden Mann, der heute nach Afrika geht, lieber in der Front und jede Mark lieber in unserer Kasse haben. Aber für die Entscheidungen im Kriege sind die Colonien tion nur geringem Einfluß. Ein günstiger Friedensschluß ersetzt reichlich, was wir etwa in den Colonien einbüßen könnten. Wir müssen auch daraus Bedacht nehmen, daß wir mit transoceanischen Völkern in Verbindung zu treten haben werden, die über ganz andere Schätze an Menschen und Geld verfügen als wir. Auch für die Kohlenstationen unserer Marine ist die Colonialpolitik von Wichtigkeit. Wir werden deßhalb die deutsche Colonialpolitik so führen müssen, daß der berechtigte Aufschwung deutschen Nationalgefühls nicht verletzt wird. (Beifall.) Abg. Gras Udo Stolberg (cons.):• Die Erfolge der Colonialpolitik sind für die kurze Zeit ihres Bestehens be- reits^ganz bedeutende und wir können nur wünschen, daß es dem Regierungscommissar Wißmann gelingen möge, seine Aufgabe zu erfüllen. Abg. v. Bo Ilmar (Soc.) erklärt sich gegen die Vor-- läge. Wir haken bei uns genug zu cultiviren und brauchen unser Geld nicht nach Ostafrika zu tragen, für Arbcitersachen hat man nie Geld. Mit dem Appell an die nationale Ehre gerathen Sie in den Sumpf- das ist das System Napoleons III. Deutschland ist nicht reich genug, um solche Politik zu treiben. Mögen Forscher nach Afrika gehen, wir werden gern Mittel zu ihrer Unterstützung bewilligen, jedenfalls sollte man ver- juchen, die ausgewendeten Kosten von der ostasrikanischen Gesellschaft zurückzubekommen. Abg. v. Kardorff (Rp.): Die Heranziehung der ostafrikanischen Gesellschaft wird noch zu erörtern sein, ebenso die Frage, ob der Sultan von Zanzibar der Gesellschaft für den derselben verursachten Schaden ersatzpflichtig ist. Mögen auch die Herren von der Opposition dahin wirken, daß die entstellten und unwahren Berichte der Presse über Ostafrika aushören, dann wird auch das deutsche Capital sich diesen Unternehmungen zuwenden. Jedenfalls sind die Fortschritte der Missionen auch ein Grund, für die Colonialpolitik zu stimmen. Abg. Dr. Windthorst (Ctr.): Ich kann der Colonialpolitik nur insoweit zustimmen, als die Ehre des Reiches diese Politik erfordert. Daß die ostafrikanische Gesellschaft zum Ersatz der in ihrem Interesse aufgewendeten Kosten heraltgezogen wird, scheint mir unanfechtbar. Wir sind nicht im Stande, die Nothwendigkeit der Forderungen zu prüfen, wir müssen uns hierin auf die Regierung verlassen. Herr Major Lieben hätte Näheres über seine Erfahrungen darlegen sollen. Es wird jedenfalls nöthig sein, Bagamoyo zu halten. Dem Reichskanzler kann man nur danken für die klare und offene Darlegung über die Ziele der Regierungspolitik. Wenn wir nicht schon drin wären in Afrika, so würde ich sagen.' Gehen wir nicht hinein! Jetzt, wo wir drin sind, müssen wir vor allen Dingen auch für die Mission sorgen. Wollen Sie aber diese, dann müssen Sie uns auch die Möglichkeit geben, unsere Missionare in Deutschland zu bilden, damit nicht fremde Missionare dorthin gehen. Möge der Reichskanzler auf seine Collegen im preußischen Staatsministerium einwirken, daß man dort das Nüthige veranlasse. Dem Major Wißmann und seinen Leuten gebührt unbedingte Anerkennung für ihre Leistungen.' Nach persönlichen Bemerkungen der Abgg. Bamberger (dsr.) und Liebknecht (Soc.) vertagt das Haus die weitere Debatte aus Dienstag 1 Uhr- außerdem steht die Militär- Vorlage auf der Tagesordnung. — Schluß 5 Uhr. Netteste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Chemnitz, 12. Mai. Den bekannten Beschlüssen des Fabrikantenvereins von Reichenbach, Mylau und Netzschkau gegenüber wurde in einer in Netzschkau heute abgehaltenen Arbeiterversammlung beschlossen, bei den gestellten Forderungen — zehnstündige Arbeitszeit und 25 pCt. Lohnerhöhung stehen zu bleiben. In Meerane haben viele Arbeiter aller Färbereien die Arbeit wieder ausgenommen, nachdem verschiedene Firmen eine Lohnerhöhung gewährt haben. Chemnitz, 12. Mai. Gestern sind s ch w e r e G e w i t t e r in verschiedenen Theilen des Sachsenlandes niedergegangen. Zwischen Wolkenstein und Wilischthal wurde durch ein Schloßenwetter der Bahnverkehr zeitweise gestört. Dort, wie in der Gegend von Scheibenberg und Schlettau boten die Fluren den Anblick einer vollen Winterlandschaft. Die Strecke Dresden-Chemnitz war bei Oederan durch Schlamm und Gerolle, das von dem Dammbruch eines Teiches herrührte, eine zeitlang vollständig gesperrt. Auch in der Gegend von Riesa und Lunzenau herrschten Unwetter. Wirschkowitz, 12. Mai. Se. Majestät der Kaiser brach heute früh 3 Uhr mit dem Grafen Hochberg und dem Oberförster Schulz zur Pürsche in das Tschotschwitzer Revier auf. Vciber war das Revier in der vergangenen Nacht durch Wilddiebe beunruhigt worden, so daß das Ergebniß der Jagd ein geringeres war, als man erwartet hatte. An dem Frühstück im Walde nahmen auch Prinz Reuß, Prinz Georg v. Schön- aich-Carolath, Graf Dohna-Schlobitten und Generalarzt Dr. Vciitf;o[b Theil. Bald nach 9-/, Uhr erfolgte die Rückkehr nach^ dem Schlosse. Nach einem kurzen Vortrage des Hausmarschalls v. Lyncker begab sich Se. Majestät zur Ruhe.' Das Diner findet um 2 Uhr statt. Um 4i/2 Uhr bricht Se. Majestät zur Pürsche im Nesselwitzer Revier aus. Wien, 12. Mai. Der Kaiser nahm das Protectorat e Landesausstellung in Prag an, welche für o) tft, und drückte dem in Audienz empfangenen Präsidium der Ausstellung seine Freude aus über das friedliche Zusammenwirken der beiden Volksstämme an dem patriotischen Unternehmen. Pest, 12. Mai. Heute wurde die vierte Session des Hausev der Abgeordneten eröffnet. Zu Vieepräsidenten wählte man Bokrosz und Theodor Andrassy. - Im Cbertjaufe ist das bisherige Bureau wiedergewählt worden. Prag, 12. Mai. Sämmtliche Arbeiter der Maschinenfabrik Danek haben die ihnen gestellten Bedingungen ange- ""wwenmid sind zur Arbeit zurückgekehrt. Zu ihrem Schutze wurde Militär aufgeboten. Als Abends die Arbeiter der Danek fcf)en Fabrik das Etablissement verließen, wurden sie von sinkenden Arbeitermassen insultirt. Das Militär verhaftete mehrere Haupttumultuanten und zerstreute die Massen, woraus Ruhe eintrat. r Ochern Abend ist das im Albnlathale gelegene 200 Einwohner zählende Dorf Tiefenkasten ab- § n ; a nr.n Nur die beiden Hotels und einzelne abgesonderte Hanjer find verschont. Wassermangel verhinderte die Löschversuche. , Niemand ist verunglückt. c ^ans, 12. Mai. Die Enquete-Commission für n Creöit goncier wird am Mittwoch zusammentreten. Der Bericht wird nicht veröffentlicht werden. m2’ 2JtQL hiesige Garnison wird demnächst urch ein Regiment Infanterie verstärkt werden. Rom, 12. Mai. Heute Vormittag trug heftiger Sturmwind das Dach der großen Schießhalle und den Triumphbogen am Eingänge derselben ab. Auch sonst wurde mehrfacher schaden an Fahnen, Zielscheiben u. s. w. angerichtet. Der Luftballon Godard platzte. Das Schießen mußte bis Nachmittags eingestellt werden, um die Schäden auszubessern. Cocates «nd provinzielle» Gießen, 13. Mai. — Zur Feier des Geburtstages Richard Wagners am Donnerstag den 22. Mai veranstaltet der hiesige Richard Wagner.Zweig.Verein in Steins Saalbau eine Musikaufführ ung. Diese Feier findet vor geladener Gesellschaft statt. Ein Eintrittsgeld wird selbstredend nicht erhoben, jedoch sind Freunde der Wagner-Sache als Gäste gern willkommen und gebeten, sich bei Herrn Challier gefl. melden zu wollen. -h Das neue Boothaus der Rudergesellschaft. Seit vergangener Woche flattert draußen an der Lahn von dem über 26 Meter hochstehenden Flaggenmast des Aussichtsthurmes, weithin im Lahnthale sichtbar, die Fahne der Gießener Ruder- gesellschaft, als Zeichen der äußeren Fertigstellung ihres neuen Heimes. — Die in diesem Fach bedeutendste und größte Zeitschrift „Der Wassersport", welche auch uns vorliegt, bringt in ihrer letzten Nummer eine genaue und schön entworfene Zeichnung des Neubaues nebst schwungvollem Leitartikel, welcher u. A. eine genaue Beschreibung der Einteilung der Gebäulichkeiten enthält. Letztere werden allen Rudervereinen als mustergiltig empfohlen und den Baumeistern, welche den Entwurf gefertigt und Mitglieder der Gesellschaft sind — den Architeeten Stein u. Mayer — warme Worte der Anerkennung gezollt. Gewiß ein Beweis, daß die hiesige Rudergesellschaft einen erfreulichen Aufschwung genommen hat und nicht nur hier am Platze Ansehen und Anerkennung findet, sondern auch nach Außen im ganzen deutschen Rudersport, trotz schlechter Wasserverhältnisse und örtlich isolirter Lage eine ehrenvolle und geachtete Stellung einnimmt. — Die Bau- und Einrichtungskosten belaufen sich aus ungefähr Mk. 10 000, welche Summe größtentheils aus freiwilligen Beiträgen der Mitglieder, theils geschenkt und theils auf alljährlich auszuloofende Anteilscheine (Mk. 25.—) gedeckt wurde. Von nahezu 200 Mitgliedern haben sich 170 durch Beiträge beteiligt und dürste, wenn die noch fehlenden 30 ihr Scherflein beitragen, auch für die innere Ausstattung, welche den ganzen Anlagen entsprechend würdig ausfallen müßte, Sorge getragen werden können. — Mit der Fertigstellung des Boothauses wird die Gießener Rudergesellschaft ein eigenes Heim besitzen, welches durch seine reizende Lage und stundenweite freie Aussicht lahnaufwärts, sowie nach den Burgen Gleiberg und Vetzberg nicht nur dem Ruderer einen würdigen Aufenthalt — sondern an den heißen Sommertagen auch den passiven Mitgliedern ein lauschiges, kühles und idyllisches Plätzchen — bieten wird. — Dasselbe wird außerdem Zeugniß ablegen von der Opferwilligkeit und dem regen Sportsinn seiner Stifter und Gründer und es wird stets daran erinnern, daß auch im Hessenlande der schöne Rudersport blüht, es wird ein festes Bollwerk fein, den Niedergang des Rudersports in Gießen für alle Zeiten zu verhindern. — Verhaftet wurde ein Schlofferlehrling, welcher am Freitag und Sonntag in eine Wohnung in der Marktstraße eingestiegen war und daselbst aus einer verschlossenen Com- mobe jedesmal 14 Mk. entwendet hatte. Dieses Eigenthums- vergehen scheint dem jugendlichen Dieb besonders dadurch erleichtert worden zu fein, daß, als er vor Kurzem den Betrag einer Rechnung für seinen Meister erhob, in seiner Gegenwart das Geld aus der Commode entnommen und der Schlüssel zu derselben wieder nebenan gehängt wurde. Den Aufbewahrungsort des Schlüssels zur Wohnung hatte er ebenfalls ausfindig gemacht. Bis an die Wohnung war er durch Einsteigen vom Dache aus gelangt. -ll. Lollar, 12. Mai. Der hiesige Turnverein unternimmt am Himmelfahrttage eine Turnfahrt über das Forsthaus nach dem Dünsberge. Der Rückmarsch erfolgt über Fellings- haufen, Bieber, Rodheim und Krofdorf. Da der Turnverein Gießen ebenfalls auf seiner Turnsahrt das Forfthaus berührt, so dürsten beide Vereine wahrscheinlich dort zusammen- treffen. B. Aus Münzenberg wird uns geschrieben: Münzenberg und Umgegend wird jedensalls dieses Jahr wieder der Schauplatz militärischer Hebungen. Der eommaiibirenbe General ber hessischen Division, v. Bülow, hat bieser Tage das Terrain in Augenschein genommen und sich in obigem Sinne geäußert. x In Friedberg verunglückte, wie uns von dort berichtet wird, am Sonntag der Kutscher eines Fuhrwerksbesitzers dadurch, daß, als er das angeschirrt vor dem Hause haltende, unruhig gewordene Pferd etwas bewegen wollte, von diesem auf die Erde geworfen und sortgeschleist wurde. Der Kutscher erlitt hierbei so bedeutende Verletzungen, daß er besinninigslos vom Platze getragen werden mußte. Der Wagen wurde zertrümmert. Friedberg, 10. Mai. Heute Nachmittag 4 Uhr kam Se. Kgl. Hoheit der Großherzog und Ihre Großh. Hoheiten die Prinzessinnen Victoria und Alix, nebst den Kindern der ersteren, Prinzessinnen Alix und Victoria von Battenberg, mit Extrazug hier an, an der Bahn empfangen von Kreisrath Dr. Braden, Major Winter, Amtmann Wallau und Bürgermeister Steinhäußer. Zum Empfang im Großh. Schlosse Hutten sich die Spitzen der Behörden eingefunden, im Schloßhofe hatte sich der Kriegerverein ausgestellt. Im Gefolge der Allerhöchsten Herrschaften befanden sich Freiin von Grancy, tfrL von Fabrice, Oberhofmarschall von Westerweller, Ober- stallmeifter Freiherr v. Nordeck zur Rabenau und Flügeladjutant Hauptmann Frhr. Röder von Diersburg. Die Allerhöchsten Herrschaften wurden allenthalben mit lebhaften Hochrufen begrüßt, die Stadt hatte überreich geflaggt. Ueberall gab sich die lebhafte Freude zu erkennen, den geliebten Landesherrn auf längere Zeit in unseren Mauern zu wissen. — 11. Mai. Se. König!. Hoheit der Großherzog und Prinzessin Victoria fuhren heute 9 Uhr zur Bahn, um Ihre König!. Hoheiten den Prinzen und die Prinzessin Heinrich von Preußen abzuholen, die mit dem Kasseler Schnellzuge von Berlin eintrafen. Um 1 Uhr kam Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich nebst den Prinzessinnen-Töchtern von Homburg zum Besuch. Um 2 Uhr sand Tafel statt, zu der Kreisrath Dr. Braden. Major Winter und Bürgermeister Steinhäußer geladen waren und bei welcher die Musik des 116. Regiments von Gießen concertirte. Um 5 Uhr fuhr Ihre Majestät .bie Kaiserin Fredrich nebst Prinzessinnen Töchtern wieder nach Homburg zurück. Se. Königl. Hoheit der Großherzog machte mit gesummter Allerhöchster Familie eine Spazierfahrt nach Bad- Nauheim. — 12. Mai. Heute früh 8 Uhr fuhr Se. Königl. Hoheit der Großherzog nach Bad-Nauheim, um im Badehaus daselbst einige Anordnungen zu treffen; um 10 Uhr machten die Allerhöchsten Herrschaften eine Spazierfahrt - um V21 Uhr begab sich Se. Königl. Hoheit Prinz Heinrich nebst Gemahlin zum Besuche Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich nach Homburg. *** Trais.Horloff, 11. März. Ein hier in Dienst stehender Knecht von Watzenborn trank sich heute Nachmittag einen Rausch an, stieg dann auf den Heuboden, um den Rausch dort auszuschlafen, stürzte aber im Schlaf die Treppe herunter auf das Pflaster und zog sich hierbei solche Verletzungen zu, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Schotten, 12. Mai. Auf dem gestern in Betzenrod stattgehabten Bezirkstag des Kriegerbezirksverbands Vogelsberg wurde beschlossen, daß das diesjährige Kriegerfest in Eichelsdorf und zwar am 13. Juli stattfinden soll, verbunden mit der Fahnenweihe des dortigen Kriegervereins. vermischte-. * Mainz, 9. Mai. Unter den Eltern der Schüler des Gymnasiums und des Realgymnasiums circulirt eben eine Petition an die Leiter der Anstalten, in welcher der Wiedereinführung des Nachmittagsunterrichtes das Wort geredet wird. Zur Begründung des Verlangens wird hauptsächlich angeführt, daß es sich in der Praxis gezeigt habe, daß der fünfstündige fortlaufende Vormittagsunterricht auf den Gesundheitszustand des körperlich nicht sehr entwickelten Kindes im höchsten Grade nachtheilig wirke. * Worms, 9. Mai. Die Maikäferplage hat innerhalb weniger Tage derart zugenommen, daß man nur mit Bedauern die armen Bäume und Sträucher in Garten, Feld und Wald betrachten kann, die ber Gefräßigkeit ber Jnsecten also preisgegeben sinb. In gleichen Massen glaubt man bie Maikäfer noch in keinem Flugjahre wahrgenommen zu haben. Wenn man nun in Betracht zieht, baß eine Steigerung ber Plage beim nächstmaligen Auftreten ber Käfer gar nicht ausbleiben kann, so sollte man, so lange es noc^' thnnlich ist, boch mit allen zu Gebote stehenben Mitteln auf bie Vernichtung ber Maikäfer hinarbeiten. Selbst be» Spaziergängern werben die Maikäfer in diesem Jahre ganz außerordentlich lästig. * Frankfurt a. M., 12. Mai. Durch den Beschluß der Schuhfabrikanten in Frankfurt a. M., Mainz, Dann- stadt, Offenbach, Bockenheim und den Nachbarstädten, die Fabriken vom 24. Mai ab zu schließen, werden fünftausend Schuhmacher arbeitslos. Der Schuhmacherstrike in Frankfurt, der fast erloschen war, ist hierdurch neu aufgelebt. Eine gestern abgehaltene Versammlung ber Gehilfenschaft beschloß/ bie Strikenben mit allen Kräften zu unterstützen. In Offenbach haben bie Arbeiter bie Künbigung mit einer sofortigen Arbeitseinstellung beantwortet. * Einen Koffer mit Orden pflegt ber Kaiser auf seinen zahlreichen Reisen mitzuführen, deren Werth über 800,000 Mk. beträgt. Ein Geheimer Hofrath hat diesen Schatz zu ven walten und zu hüten. Der Kaiser liebt es, derartige Auszeichnungen persönlich zu überreichen und darum müssen die Orden immer zur Hand sein. In dieser kostbaren Sammlung sind alle Ordensklassen zugleich mit den Diplomen vertreten. * Koblenz, 10. Mai. Auf eine beim Hofmarschallamt in Berlin erhobene Beschwerde der Bewohner von Capellen ist die Maßregel, nach welcher Schloß Stolzenfels nur während einiger Stunden des Tages besichtigt werden konnte^ ausgehoben worben. Die Besichtigung kann wieder, wie früher, während des ganzen Tages stattfinden. Bei der genannten Behörde will man nun noch wegen Aushebung der Bestimmung eines Eintrittsgeldes von 25 Pfennig für den Besuch des „Stolzenfels" vorstellig werden; es ist Aussicht vorhanden, daß auch diese Belästigung der Reisenden demnächst in Wegfall kommt, zumal ber freie Eintritt in bic herrlich gelegene Burg auf einer ausbrücklichen Bestimmung des srühern Burgherrn, König Friebrich Wilhelms IV., beruht. * Das Lohnende der Fischzucht. Von wie großer Be- beutung für bie Lanbwinhschaft bie Ausnützung ber Gewässer durch eine rationelle Fischzucht ist, ist wenig bekannt. Es ergiebt sich inbeß baraus, baß das Wasser im Haushalte der Natur eine wichtige Rolle spielt, ist doch seine Productions- fraft um Vieles größer als bie der Erde. Das beste Ackerfeld kann im günstigsten Falle nur 400 Kilo Fleisch per Hektar jährlich liksern, während aus einem Hektar Wasserfläche 2000 Kilo Fische gewonnen werden können. Sehr viele Landwirthe besitzen auf ihrem Grund Heine,, fließende und stehende Gewässer, kleine Teiche, Feldbäche, Tümpel und Quellen, welche sie kaum zu etwas anderem als zum Tränken des Viehes benützen, ohne darauf zu achten, daß sie, unbeschadet dieser Benützung, mit ihnen einen doppelten Zweck erreichen können, wenn sie das Wasser zur Fischzucht verwenden. Wenn nur der Wille vorhanden ist, ist es leicht, die Gewässer mit junger Brut, die z. B. von den staatlichen Fischzuchtanstalten sehr billig abgegeben wird, zu besetzen. Meys Stosflragen, Manschetten und Vorhemdchen sind aus starkem,.pergamentähnlichen Papier gefertigt und mit einem leinenähnltchen Webstoff überzogen, was sie der Leinenwäsche im Aussehen täuschend ähnlich macht. Jeder Kragen kann bis zu einer Woche getragen werden, wird aber, wenn unbrauchbar geworden, einfach weggeworfen und trägt man daher immer nur neue Kragen rc. Meys Stoffkragen übertreffen aber die Leirrenkrageir durch ihre Geschmeidigkeit, mit welcher sie sich, ohne, den Hals zu drücken, um denselben legen und daher nie das unangenehme, lästige Kratzen und Reiben von zu viel oder zu wenig oder zu hart gebügelten Leinenkragen herbeiführen. Ein weiterer Vorzug von MeyS Stoffkragen ist deren leichtes Gewicht, was ein angenehmes Gefühl beim Tragen erzeugt. Die Knopflöcher sind so stark, daß deren Haltbarkeit bet richtiger Auswahl der Halsweite ganz autzer Zweifel ist. MeyS StoffwLfche steht daher in Bezug auf vorzüglichen Schnitt und Sitz, elegantes und bequemes Passen und dabei außerordentliche Billigkeit unerreicht da. Sie kosten kaum mehr als das Waschlohn für leinene Wäsche. Mit einem Dutzend Herrenkragen, das 60 Pfennige kostet, (Knabenkragen schon von 55 Pfennigen an) kann man 10 bis 12 Wochen ausreichen. Für Knaben, die ja bekanntlich nicht immer zart mit ihrer Wäsche umgehen, sind MeyS Stoffkragen außerordentlich zu empfehlen, was jede Hausfrau nach Verbrauch von nur einem Dutzend sofort einsehen wird. Für alle Reisenden ist MeyS StoffwLfche die bequemste, da erfahrungsgemäß leinene Wäsche auf Reisen meist sehr schlecht behandelt wird. Weniger als ein Dutzend von einer Form und Weite wird nicht abgegeben. Meys StoffwLfche wird in fast jeder Stadt in mehreren Geschäften verkauft, die durch Plakate kenntlich sind; auch werden diese Verkaufsstellen von Zeit zu Zett durch Inserate in dieser Zeitung bekannt gegeben; sollten dem Leser diese Verkaufsstellen unbekannt sein, so kann man MeyS StoffwLfche durch das Ber- fand-Gefchäft Mey & Edlich, Leipzig-Plagwitz beziehen, welches auch das interessante illustrtrte Preis- vserzeichniß von Meys StoffwLfche gratis und portofrei auf Verlangen an Jedermann versendet, auch die Bezugsquelle am Orte angiebt. 2000 verkehr, £anö» uni> votkrwirthschafi. Gietzen, 13. Mai. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,95—1,15, Hühnereier 1 St. 5, 2 St. 9- H, Enteneier 1 St. 5— H, 2 St. - H, Gänseeier 9—10 H, Käse pr. St. 5—8 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen vr. Liter 28 4, Tauben pr. Paar X 0,60—0,80, Hühner pr. Stück X 1,30—1 60, Hahnen pr. St. X 1,50-1,80, Enten pr. Stück X 2,00—2,30, Gänse pr. Pfd. 50—60 4, Ochsenfleisch pr. Pfd. 68—72 4, Kuh- und Rindfleisch 60-62 4, Schweinefleisch 60-70 4, Hammelfleisch 56—68 4, Kalbfleisch 52-60 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 3,00-3,50, Weißkraut pr. St. 6-8 4, Zwiebeln per Centner X 17,50—00,00, Milch per Liter 12-1« 4 Gründer-, 10. Mai. Auf dem heutigen Viehmarkt waren aufgetcteben 805 Schweine und 97 Stück Rindvieh. Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 12. Mai^ Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 206 Ochsen, Kühe und Rinder, und 884 Schweine. Der nächste Markt ist am Montag den 2. Juni l. I. Frankfurter Stadttheater. — Die berühmte Sängerin Frau Minnie Hauck, Kgl. preuß. Kammersängerin, wird im Frankfurter Opernhause Freitag den 16. d. Mts. in der Oper „Die Widerspänstige" von Götz auftreten und bei dieser Gelegenheit zum ersten Male die für die Künstlerin vom Componisten nachcomponirte große Arie singen. — Platzbestellungen werden von heute ab an der Kasse des Opernhauses entgegenommen. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde. Himmelfahrttag, 15. Mai. Vormittags 91/8 Uhr: Pfarrer vr. Naumann. Nachmittags 2 Uhr in der Friedhofskapelle: Pfarrer Schlosser. Temperatur der Lahn und der Lust am 13. Mai, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14^, Luft 13 Gr. Rübsamen. Bekanntmachung. In das Handelsregister wurde heute eingetragen: Georg Kalkbrenner in Gießen und Martin Steinmeyer in Gambach betreiben seit 1. ds. Mts. Handel mit Manschettenhaltern unter der Firma: Georg Kalkbrenner und Cie. Sitz der Firma ist Gießen. Gießen, den 12. Mai 1890. Neidhart, 4321 Gerichtsschreiber. Bullen-Versteigerung. Freitag ben 16. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll aus dem Bürgermeisterei - Bureau dahier ein entbehrlich gewordener, zum Dienst noch tauglicher Bulle (Vogelsberger Rasse), 33/4 Jahr alt, versteigert werden. Lauter, am 12. Mai 1890. Großh. Bürgermeisterei Lauter. Feldmann. 4301 Freitag den 16. d. M., Nachmittags 2 Uhr, im „Biergrund" — Ecke der Kat har ine n- unb Kaplansgasse — dahier sollen gegen gleich baare Zahlung durch den Unterzeichneten öffentlich versteigert werden: 1 Bierapparat mit Büffet, 1 größere Anzahl Wirthstische, Banke u- Stühle und sonstige Wirkhschaftsgegenstände, 7 Bitten, 2 Kleiderschränke, 1 Sopha, 1 Nähmaschine, 1 Commode, Waschtisch, Spiegel, Bilder rc. Versteigerung bestimmt. Gießen, den 13. Mai 189.'. Engel 4329 Gr. Gerichtsvollzieher. Aeilgeöotenes. la. Gonfenh. Spargel, von 35 4 an per Pfd-, in O. G. Kleinhenns Delikatesten-, Fisch- und Geflügel-Handlg., Bahnhofstraße 59.[4330 4331] Ein fast nenes Sopha billig z« verkaufen. Löwengaffe 28 III. Weinblüthen-Duft von Earl John & Co., Berlin X. und Cöln a. Rh. verbreitet lnirn Zerstäuben in Zimmern ein erfrischendes feines Aroma und ist ein liebliches Parfüm für das Taschentuch, ä Flacon Mk. 1.00 «. 1.50 zu hab. bei E. Dort, Walltborstr. 45, 3922] Wilhelm Fritsch. Badehosen g bei Robert Stuhl, Neustadt 23. Modes. Strohhüte, Blumen, Federn, Brautkränze. Band Agraffen, Gummiband rc. empfiehlt billigst Gustav Haustein, 4323 Engros-Lager, Afterweg 6 II. Grummet zu verkaufe«. 4314_______Lahnstraße 11 Prima Kalbfleisch, ä Pfund 33 empfiehlt Julius Rosenbaum, 4311 Metzger, Schloßgaffe. 4310] Ein gebrauchtes einspänniges Chaifengefchirr zu verkaufen K. Bender, Neustadt. Holzversteigerung. Es werden versteigert: Dienstag den 20. Mai d. I. aus den Districten Großer Seng, Schafbusch, Hainheege, Saaser Heegwald, Bauernhaide, Kälberstall, Bauschet, Zeileichen, Güntersgraben rc. der Forstwartei Saasen und aus District Beltershainerwald der Forstwartei Rein- hardshain: 11 Kichteustäwme mit 2 Fm.; Scheiter Rur : 23 Buche, 2 Hainbuche (rund), 14 Birke, 56 Eiche, 74 Nadelholz; Knüppel Rm.r 27 Buche, 4 Birke, 140 Eiche, 179 Nadelholz; Reisig Rm.: 32 Buche, 106 Eiche, 585 Nadelholz; Stöcke Rm»: 1 Buche, 61 Eiche, 113 Nadelholz. Zusammenkunft Vormittags halb neun Uhr im District Bauernhaide bei Reinhardshain bei Nr. 390. Das aus den Districten Hainheege, Saaser Heegwald, großer Seng, Kälberstall, Bauschet, Zeileichen, Güntersgraben und Beltershainerwald zur Versteigerung kommende Holz ist mit Kalk bespritzt. Dasselbe wird nicht vorgezeigt und wollen Kaufliebhaber solches vorher einsehen. Grünberg, 11. Mai 1890. Großherzogliche Obersörsterei Grünberg. __Schober.______________________4300 Der Ausverkauf des Conr. Jof. Keller'schen WaarenlagerS wird von heute an im Liud'schen Laden, Schulstrasse 4, fortgesetzt. 4308 F. Hoffmann, Coneursverwalter. Gänzlicher Ausverkauf in Herren-, Knaben-, Damen- und Mädchenstrohhüten (garnirt) wegen Aufgabe -es Geschäftes. 4307 L. Bertrasid, Wettergasse 3. Zahnärztliches Universitäts-Institut, MARBVBG, Marbacherweg Nr. 1, früher Roser'sehe Privatklinik. 7ahnär7flinhfi Klinik täglich von 9—II Uhr: Behandlung für Lalllldl Illlullu mllllh, Unbemittelte unentgeltlich. Meine Privatpraxis befindet sich Rothergraben Nr. 28. Sprechstunde: 2—5 Uhr Nachmittags. Sonntags 9—12: Anwendung des Schlafgases. Auswärtige Patienten werden um vorherige Anmeldung gebeten. •Julius Witzei, pract. Zahnarzt, Mehrer für Zahnheilkunde und Vorsteher des 4328 zahnärztlichen Universitäts-Instituts. werden innerhalb 4—8 Tagen gewaschen oder gefärbt und auf „Neu" ap- pretirt. In allen übrigen, in die moderne Färberei und chem. Wäscherei einschlagenden Arbeiten halte ich mich bestens empfohlen. 3413 Anerkannt vorzügliche Leistungen aus dem ganzen Gebiet dieser Branche. Louis Braubach, Neuenweg 4. Vermittlungen nimmt entgegen Frl. Louis« Roth, Sonnenstr. Adler- Seltersweg Nr. 39. Cocao, (tzcwürze, Spirituosen, Effenzc», Oele. Mcdic. Verbandstoffe, Mcdicinische Weine, Kiudcr-Nährmittcl, Dcsinfections- und Räucherartikel,_______| Schwämme, Putzmittel, Wäschcarttkcl, Belcuchtungöarttkcl, Zuckcrsabrikate. Badc-Jngrcdicnzicn, Pastillen, Parfümerien und Tollettemittcl, i Echt chinesische Thees. kacke, Farben, Materialwaaren, Specialität: Drogerie. Fußhodenanstrichk. Fabrikation chemisch-technischer Präparate für Haushaltung, Landwirthschaft und Gewerbe. 3689 Medieiiml- uub technische Drogen, Chemikalien. Otto Keysser’s peptonisirte Eisen-Mangan- Flüssigkeit von ärztlichen Autoritäten*) erprobte« und empfohlenes Mittel gegen Blutarmuth, > Bleichsucht, Schwächezustände, von unbegrenzter Haltbarkeit, Appetit anregend, leicht verdaulich, von angenehmem Geschmack, ohne die Zähne anzugreifen oder die Verdauung zu stören. AusführL Gebrauchflanweisung jeder Flasche beigegeben. — Man achte auf die vorstehende Schutzmarke, um keine Nachahmungen zu erhalten. — Preis pr. Flasche von 100 Gr. 1 Jt, 250 Gr. 2 vK Vorräthig in den Apotheken, od. direct zu beziehen von der Bathsapotheke Wilhelmshaven. •) Silke Dnieche Medic.-Ztg., Berlin, Nr. 80, v. 1889. „ AerxUUher Central-Anzeiger Nr. 3 von 1889. Berkn,9. M.Oct. 1890. Linoleum - Fussboden- Glanzlacke, sowie alle anderen Färbers, in Oel gerieben, fertig zum Anstrich, empfehlen billigst Benner & Krumm, 3929 Bahnhofstraße 40. 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StaatSbahn 193 50 Ver. Kön.- und Laurahütte-Act. 136.90 Lomdard. Eisenbahn 11075 Oesterr. Alpine-Montan 77 50 T ndenz: schwach Telegraphischer Lsursdrricht der Berliner Börse vom 13. Oesterr. Ereditactiev Oesterr. StaatSbahn-Actien Dortmunder Union-Actttu Darmstädter Bankaetten 16140 97 20 87.30 155.25 DiSconto-Lom.-AutHeitt Harpen er Ostpreußen Bochumer Gußflahlaettev Tendenz: ziemlich fest. Mai 1890 217.25 188.75 97 90 158.75 4 pCtt Gießener Obligationen —.—15 pCt- BuderuS-Obligationen 103,90 ReichSbank-DiScont 4 pCtt - Frankfurter Bank-Diskont 4 pCt. Angiiste Scliei da, geb. Moeser, gestern Abend 10 Uhr im Alter von 37 Jahren sanft entschlafen ist. Ö Um stille Theilnahme bittet im Namen der trauernd Hinterbliebenen Scheyda Giessen, 13. Mai 1890. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag V25 Uhr vom Sterbehause, Gartenstrasse 17, aus statt. Um mein Lager schneller zu räumen, verkaufe: Meter von 0.30 an Große ächt rothe reinwollene Schlafkvlter das Stück von 4.50 an Staubmäntel, Fichus, Jaquets etc. etc. Kleiderstoffe aller Art, Seidenstoffe, schwarz und farbig, Handtücher, Tischtücher, fertige Wäsche RBRILUK A. Dieter, Seltersweg 57. 4218 4327 Concordia AmmelfahrttG: Ausßug nach Biedenkopf. Der Vorstand Abfahrt Morgens 345. 3KF* Bier im Glas. -MDG 4264 ■ 4303] , Vater, II Lebensjahre Die Beerdigung findet Mittwoch den 14. Mai, Nachmittags 5 Uhr statt. ' 4320 A. Menges 4306 Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 2 Uhr statt. 4316 ii V II II U II das - n it ii Theilnehmenden Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mittheilung, dass meine brave, gute Frau, unsere liebe Tochter, Schwester und Tante Hochachtungsvoll EtniF Dlttert, Gastwirt!). Im Pamen der trau, rüden Hinterbliebenen: Heinrich Voelzel II. Wieseck, den 12. Mai 1890. T-^des-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerz- R-daction: A. Scheida. _ Druck Mld P-rlag brr Brübt'icheu Druckerri (irr. Cdr. Sjlctfd)) In sieben. M« Nummer umfatzt 6 Seite». „ OSO „ 1.25 „ 0.75 Wetzlar I Einem geehrten Publikum und den löblichen Vereinen Gießens halte bei Ausflügen nach hier mein mit großem Saal und geräumigen Zimmern ausgestattetes HartenrestaurM „Zur Erholung" bestens empfohlen unter Zusicherung aufmerksamer Bedienung bei civilen Preisen. ff. Biere, kalte und warme Speisen, Piano, Kegelbahn. Steins Garten. Ain Himmelfahrttage: GROSSES MILIT&R-CONCERT ausgesührt von dem Trompeter-Corps des 1. Hess. Husaren-Regimeuts 9h. 13 unter Leitung seines Capellmeisters Herrn Stabstrompeter Hech t. Anfang 3 Uhr. Entree 50 Pfg. Ende gegen 11 Uhr. Waschechte Kleidereattune „ Wollen- Mouffelin Doppeltbreite reinwollene Kleiderstoffe . Pelz sFloM-Piguc, schwere Qualität . . . Damen-Umhänge RegenpaletotS für ffltäbtfyen von 3 für Damen Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mittheilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren innigst geliebten Vater, Schwiegervater und Grossvater, Wilhelm Walter III., früherer Gr. Bürgermeister, gestern Nachmittag 4 V2 Uhr nach kurzem Krankenlager im 72. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzurufen. Oie trauernden Hinterbliebenen. Daubringen, am 13. Mai 1890. ©*©^*©^©^©*©>»©*©*©!ch©^©*©*©*©^©*©ch©*©*©*© f Grosser Ausverkauf! X 4318] Ein unmöblirtes Zimmer mit Küche zu vermiethen. Marktstraße 11. 4324] Der seither von Herrn L. Ber- trand innegehabte Laden nebst Zimmer, Wettergasse 3, per 1. Aug. a> der- weit zu vermiethen Jnl. Buch. 4315] Am Sonntag wurde vom Bahnhof in die Stadt ein Portemonnaie mit 35.—, einem Trauring (J. B.) und anderen Ringen, Medaillon rc. verloren. Abzugeben auf dem Poiizeiamt. 4321] Ein Acker ewiger Klee in der Nähe oer „Schönen Aussicht" ist zu verpachten. ______LouiS Lotz, Bahnhofstraße 22. 4326] Ein gebrauchter, noch gur erhaltener EiSschrank zu kaufen gesucht. Näheres Neuenweg 60 4325] Gedeckten Sommerwagen hat zu verleihen C. Spieß, Neuenw. 29. 2000 Mark gegen gute Bürgschaft zu leihen gesucht. Offerten unter Z 7091 postlagernd Gießen erbeten[4317 Gesucht 42 4—5000 Mark als zweite Hypothek auf einen sehr rent Besitz im Kreise Gießen nach 28000 Mark Bankgeld, r. Taxation 52000 Mark. Gest. Offerten erbeten unter A. B. 100 postlagernd Gießen. 4304] Suche für meine Tochter Stelle als Lehrmädchen, Branche fast gleich Offerten erbeten unter A. K. postlagernd Lollar.__ Tüchtige und selbstständige Maschinenschlosser u. Dreher finden bei hohem Lohn dauernde Beschäftigung. Aushiilfskellmr gesucht. 4319 Steins Garten. Mnkellner gesucht Z von H. Leib, Philosophenmald 4313] Ein gesetztes Mädchen oder Frau gesucht. Rübsamen'sche Badeanstalt. Als alleiniger Vertreter einer der größten Hypothekenbanken vermittele ich die Beleihung von Immobilien zu günstigen Bedingungen. 2240 B.Äatzeu8teiM,©$üIßrftr.27. Der heutigen Nummer liegt für die Stadtauflage eine Preisliste der bekannten Firma F. SoenneckenS Verlag bei, welche wir der eingehenden Beachtung unserer Leser anempfehlen. Ein besondere- Interesse werden die Seiten 1 und 4 finden, mit dem trefflichen Leitfaden, wie mau feine Schreibfeder zu wählen habe, und mit der übersichtlichen Darstellung de- practiscben Soennecken'schen Briefordner- System-. 4309 3MF- Der Gesammt-Auflage unserer heutigen Nummer liegt eine Abhandlung bei: „Ueber da- wirksamste Heilverfahren bei Gelenk- und Mu-kel - Rheumatismus, Gicht, Hüftweh, GefichtS- u. Ohrenreißen, Kopf- und Zahnschmerzen re.", welche wir der Beachtung unserer werthen Leser empfehlen. 4322 I liche Mittheilung, daß unser innigstgeliebter Gatte, Schwiegervater und Großvater LMnmth Melchior Mache! nach längerem Leiden heute Nachmittag 4 Uhr im 74. Lei sanft entschlafen ist. ■ Um stille Theilnahme bittet Mittwoch den 14. Mai (Siebener Anzergev. Beilage zu Nr. in. - 1890. Ferrillstsn. A m pfingstmorgen Novellette von M. Elsner. (Nachdrkkck verboten.) Vielleicht zum erstenmale seit seiner Lehrlingszeit war es Herrn Hans Bornemann geschehen, daß er einen an- gefangenen Geschäftsbrief zweimal zerreißen mußte, weil ihm irgend ein neckischer Kobold, der in seiner Bremer Börsenfeder zu sitzen schien, die Worte durcheinander warf und den Sinn der Sätze verdrehte. Wie er sich nun mit einem kleinen Stirnrunzeln den dritten Bogen zurecht legte, konnte er sich nicht enthalten, einen ingrimmigen Blick durch das Fenster zu werfen, neben welchem seit beiläufig zehn Jahren sein hocbbeiniges Stehpult stand. Die Kinderschaar, die sich so ausgelassen da unten auf dem Hofe tummelte, konnte ja mit ihrem Lärmen und Jauchzen allein die Schuld daran tragen, daß ihm etwas so ganz Ungewöhnliches passirte, und Herr Hans Bornemann fühlte sich sehr geneigt, den ganzen kraushaarigen und flachsköpfigen Hausen mit einem Donnerwetter auf die Straße hinauszuweisen. Aber das Donnerwort blieb ungesprochen, obgleich man sich da unten eben anschickte, Indianer und Büffelheerde zu spielen, eine Unterhaltung, bei welcher es naturgemäß nicht ganz geräuschlos hergehen konnte. Die runden Kindergesichter mit ihren leuchtenden Augen und ihren von der ungebundenen Ferienlust gerötheten Wangen hatten den Zorn des Herrn Bornemann entwaffnet und über sein eben noch so düster umwölktes Antlitz huschte es sogar wie ein wirkliches Lächeln, als jetzt die Büffelheerde mit einem wahrhaft Furcht erregenden Gebrüll vor den ansprengenden Indianern nach allen Winden auseinanderstob. Und nicht nur über die eigenthümlichen Sitten und Gebräuche der Rothhäute wurde Herr Bornemann bei dieser Gelegenheit unterrichtet, sondern er machte noch eine weitere Entdeckung, die ihn sehr merkwürdig bedünken mußte, da sie seine Aufmerksamkeit so lange fesselte. Und doch war es nichts anderes als die Wahrnehmung, daß der alte, breitwipflige Kastanien- baüm, der da über die Mauer des benachbarten Gartens schaute, Plötzlich mit einer Unzahl großer, saftig grüner Blätter bedeckt war, während der Beobachter sich doch ganz deutlich erinnerte, vor wenig Tagen noch beinahe kahle Zweige gesehen zu haben. „Sonderbar!" murmelte er. „Wie schnell das doch geht! Nun haben wir also wirklich wieder Frühling'/' „Wie beliebt, Herr Prinzipal?" klang es fast erschrocken von der Wand herüber, an welcher der junge Buchhalter Steinitz seinen Arbeitsplatz hatte. „Ja, ich habe die Bestellung schon gestern abgehen lassen." Verwundert sah sich Bornemann nach seinem Untergebenen um. „Was fällt Ihnen ein, Steinitz? Ich habe von keiner Bestellung gesprochen. Und wie verträumt Sie aussehen! Ist Ihnen etwa nicht wohl?" Der Buchhalter lächelte und strich sich mit einer verlegenen Geste das genial gelockte Haar aus der Stirn. „O, sehr wohl, Herr Prinzipal! — Nur der Frühling liegt mir vielleicht ein wenig in den Gliedern und die Freude, daß ich morgen auf zwei Tage nach Hause reisen kann, um meine Braut wiederzusehen. Die Pfingstzeit ist doch nun mal die schönste im ganzen Jahre!" Herr Bornemann räusperte sich und brummte etwas Unverständliches vor sich hin. Dann vertiefte er sich wieder in seinen Geschäftsbrief und diesmal brachte er ihn denn auch glücklich zu Stande, obgleich er doch um ein Haar den Lieferungstermin für die bestellte Waare statt aus den 1. Juli dss. Js. auf Pfingsten festgesetzt hätte. Aber die grünen Kastanienblätter, die sich über Nacht entsaltet hatten, wollten ihm bei all seiner emsigen Arbeit nicht aus dem Sinn, und die unsinnigen Worte seines Buchhalters, der da behaupten wollte, der Frühling läge ihm in den Gliedern und die Pfingstzeit sei die schönste im ganzen Jahre, klangen ihm so lange im Ohre nach, daß er endlich ganz und gar um seine gute Laune gekommen war, und nach Beendigung der Comptoirstunden den Hausdiener barsch anfuhr, der ihm behilflich sein wollte, in den Ueberrock zu schlüpfen. „Glauben Sie denn, ich sei ein Greis, der sich nicht mehr ohne Hilfe anziehen kann? Mir liegt der Frühling nicht in den Gliedern — mir nicht!" „Vergnügte Feiertage, Herr Prinzipal!" rief der Buchhalter, der schon mit strahlendem Antlitz ans der Scbwelle stand, und „Fröhliche Pfingsten, Herr Prinzipal!" fügte beinahe jauchzend der blonde Lehrling hinzu, der seit einer Stunde auf seinem Drehsessel hin- und hergerutscht war wie auf einem Marterrost. „Danke, — danke!" klang es ziemlich verdrossen zurück, und innerlich fügte Herr Hans Bornemann hinzu: „Wollte Gott, das langweilige Fest wäre erst wieder einmal vorüber!" Er ging in das Restaurant, um am gewohnten Platze den gewohnten Abendimbiß zu nehmen- aber er hielt es heute nicht lange an seinem Stammtische aus, denn da war von nichts anderem die Rede, als von Feiertagen, von Pfingst- reisen und anderen für Herrn Hans Bornemann überaus uninteressanten Dingen. Als er den Heimweg nach seiner einsamen Junggesellenwohnuug einschlug, war er viel ernster und nachdenklicher gestimmt als sonst, die fröhliche Erwartung und die beinahe kindliche Freude, mit welcher alle Welt den kommenden Tagen entgegensah, hatten ihn nachgerade beinahe traurig gemacht. Warum nun vermochte gerade er diese Empfindungen nicht zu theilen? Mit seinen vierzig Jahren und bei seiner ausgezeichneten Gesundheit war er doch im Grunde weder so alt, noch so stumpf, um die Genußfähigkeit für die Freuden des Lebens verloren zu haben. Und seine Vermögensverhältnissc waren günstig genug, um ihm nach den Tagen der ernsten Arbeit auch Tage des Vergnügens und der frohen Erholung zu gestatten. Aber freilich — er hatte es im Laufe der Jahre verlernt, sich nach solcher Erholung zu sehnen, weil er eine lange, lange Zeit hindurch gezwungen gewesen war, sie sich zu versagen. In Armuth und Dürftigkeit aufgewachsen und fast noch als Knabe in den erbarmungslosen Kampf ums Dasein hinausgestoßen, hatte er sich in harter Schule die schwere Kunst zu eigen gemacht, neidlos zu sehen, wie Andere die Nächte durchschwärmten, die er durcharbeiten mußte, und gleichmüthig mit knurrendem Magen an reich besetzten Tischen vorüberzugehen. Weil er von dem kargen Lohn seiner Thätigkeit die verarmten und erwerbsunfähigen Eltern erhalten mußte, hatte er mit eiserner Willenskraft alle vermessenen Wünsche seines Herzens schon im Keime erstickt und sich selber jederzeit mit unerschütterlichem, erbarmungslosem Nein geantwortet, wenn seine warmblütige Jugend sich begehrlich regen wollte zu irgend einem bescheidenen Verlangen. (Fortsetzung folgt.) j vermischtes. * Marburg, 12. Mai. Der Marburger Zweigverein des Hessischen Geschichtsvereins beabsichtigt zur Feier des 4 5 0. Geburtsjahres der Erfindung der Buchdruckerkunst eine Ausstellung zu veranstalten, welche die Entwickelung des Buchdruckes und der mit ihm verwandten Kunstzweige und Gewerbe — Buchausstattung, Buchillustration, Holzschneidekunst, Kupferstecherkunst, Bucheinband, Buchhandel — in Hessen von frühester Zeit bis zur Gegenwart zu umfassender Anschauung bringen soll. — Marburg ist zunächst in Hessen dazu berufen, mit einer solchen Feier vorzugehen, denn Marburg ist es, wo gleichzeitig mit der Gründung der Universität die Buchdruckerkunst zuerst eine Heimstätte in Hessen fand. Aus Marburg ging im Jahre 1527 der erste hessische Druck in die Welt hinaus, Jahrzehnte später erst folgten andere hessische Städte nach. — In dem schönen Rittersaale des Marburger Schlosses soll unsere Ausstellung am 24. Juni, als dem Namenstage Johann Gutenbergs, eröffnet werden und bis Ende Juli währen. — Als dauernde Erinnerung, die zugleich einen bleibenden wissenschaftlichen Gewinn darstellt, ist eine Festschrift in Aussicht genommen, in welcher die ersten Marburger (Hessischen) Drucke beschrieben werden sotten. Da es dem Zwecke einer allgemeinen wissenschaftlichen Veranstaltung widersprechen würde, den Besuch der Ausstellung auf die Mitglieder des Hessischen Geschichtsvereins zu beschränken oder ein Eintrittsgeld von den Besuchern zu erheben, so wendet sich der Marburger Geschichtsverein an erster Stelle vertrauensvoll an seine Mitbürger mit der Bitte um Zeichnung freiwilliger Beiträge zur Deckung der nicht unerheblichen Kosten. Sie ersuchen aber auch alle Bewohner des Hessenlandes, welche für die Geschichte des Buchdrucks, dieses wichtigen Culturträgers, Interesse haben, das Gelingen ihres Unternehmens durch Ucbersendung von Beiträgen zu fördern. — Gleichzeitig bitten sie das Erscheinen der Festschrift, deren Preis 3 Mk. nicht übersteigen wird, durch Subscription zu erleichtern. Schließlich wird an alle Diejenigen, welche etwa im Besitz älterer und seltener Hessischer Druckschriften, Kupferstiche, Holzschnitte u. a. sind, die Bitte gerichtet, solche rechtzeitig für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung stellen zu wollen. Auswärtige wollen Geldbeträge und Ausstellungsgegenstände an Herrn Archivrath Dr. Koennecke, Vorsteher des Hessischen Geschichtsvereins (Marburg, Schloß), einsenden und sich bei demselben zur Subscription auf die Festschrift anmelden. Nniverfttäts. Nachrichten. — An der Universität Straßburg betrug im letzten Halbjahre die Zahl der Hörer zum ersten Male mehr als 1000. Die Zahl der elsaß-lothringischen Studenten ist beständig im Wachsen begriffen. Dabei ist zu mindestens drei Viertel das Unter-Elsaß betheiligt; im Ober-Elsaß und Lothringen gehen die jungen Leute der höheren Stände meist noch nach Frankreich. Mit Stipendien ist die Straßburger Hochschule reich bedacht. Im letzten Jahre konnten nicht weniger als 35000 Mk. an bedürftige Studenten verliehen werden. Die Universitätsgebäude sind bis auf eins jetzt ferttggestellt. Im letzten Jahre wurde das mineralogische Institut vollendet, welches nunmehr in Benutzung genommen werden soll. — Für Freiburg ist die Errichtung einer neuen, hauptsächlich zur wissenschaftlichen Erläuterung des ^deutschen bürgerlichen Gesetzbuches bestimmten Professur vorgesehen; als berufen hierzu wird das bisherige badifche Mitglied der Civtlgesetzbuchcommisston, Ministerial- rath Gebhard, bezeichnet. Außerdem ist die Errichtung einer neuen außerordentlichen Professur für Geographie im Gange. £iteratur und Ktrnft — Die Stummen des Serail. Eins der interessantesten Bilder der modernen französischen Malerei ist das „Die Stummen des Serail" betitelte Gemälde von Paul Bouchard, welches das Eindringen der ihrer Zungen beraubten, gefühllosen Henker des Sultan-Palastes in das Frauengemach desselben schildert. Das Bild, in welchem der Maler einen vollgültigen Beweis eines originellen Talents gegeben hat, ist in verschiedenen Otten Deutschlands dem Publikum durch eine Sonderausstellung bekannt geworden. Das neueste, achte Heft der bekannten illustrtrten Zeitschrift »Moderne Kunsts (Berlin W. 57. Verlag von Rich. Bong) bringt eine treffliche zweiseitige Reproduction dieses Bildes und sichert demselben so ein dauerndes Andenken. Wir erblicken auf der einen Seite des Gemaches die entsetzten Favoritinnen des verstorbenen Sultans, den Henkersknechten ausgeliefert, die der Nachfolger des Sultans gegen die wehrlosen Weiber aussendet, auf der anderen Sette die mit Stricken in den Händen erscheinenden Mordgesellen, in deren stumpfsinnigen Zügen keine Spur von Rührung über den Jammer der unglücklichen Frauen zu sehen ist. Das Werk dürfte eines nachhaltigen Erfolges bei dem Publikum sicher sein. Ein nicht minder interessantes Bild, gleichfalls vorzüglich reproducirt, ist das andere Doppelblatt der Lieferung: „Bon soir, messieurs“ von Arthur Kampf. Das Bild stellt die bekannte Scene aus dem Leben Friedrichs des Großen dar. Ferner sind zu erwähnen zwei Thierbilder von Maffei, interessante Genrebilder von Otto Lingner, Max Michael, Nathanel Sichel, eine humoristische Scene von Adolf Oberländer, ein vorzügliches Portrait der Primaballerina Antoinetta del' Era. Textlich bringt das Heft einen illustrirten Artikel über die Schloßfreiheit zu Berlin von Paul Dobert, eine Erzählung von R. v. Seydlitz: „Die Paletteuse", eine Untersuchung über die Freilichtmalerei von Georg Buß, eine interessante, gleichfalls illustrirte Plauderei: „Paris im Frühling", ferner Ausstellungsberichte, Kunstnotizen, Literatur und Humoristisches. Der Preis des vortrefflich ausgestatteten Heftes beträgt 1 Mk. verkehr, Land- und volkswirthschaft. )( Nutzen der Fledermäuse. Mit wahrem Eifer verfolgt man fast überall die Fledermäuse, die durch ihre häßliche Gestalt und ihren Flug zwar nicht besonders ansprechen, doch aber zu dm nützlichsten Thieren gehören. Da jetzt die Zeit herankommt, in welcher dieselbe in den Dämmerstunden ihre Ausflüge macht und man häufig siebt, wie dieselbe von Jung und Alt belästigt wird, so soll an dieser Stelle auf die große Nützlichkeit hingewiesen werden. Die Fledermaus ist ein fleischfressendes Thier und nährt sich nur von Jnsecten, die in der Nacht ihr Wesen treiben. Nachtschmetterlinge, welche so viele schädliche Raupen erzeugen, Nachtflieger und Käser, namentlich Maikäfer, von denen eine einzige Fledermaus in einer Nacht mehrere Hundert fängt, sind beliebte Bissen der Fledermäuse. Erwägt man, daß im Ganzen die Zahl der Feinde der Landwirthschaft, der Gärtnerei, der Gemüse- und Obstbaumzucht u. s. w. sehr groß und sie meistens Zerstörer der Gewächse sind, aus denen unsere Nahrungs- und anderen Lebensbedürfnisse gewonnen werden und ihre Zahl bei Weitem größer ist, als die natürlichen Vertilger, ferner, daß der Mensch völlig ohnmächtig ist den Verheerungen jener Feinde gegenüber, wenn sie in Massen auftreten (z. B. Raupen, Maikäfer u. s. w.), so leuchtet der Nutzen unserer Freunde aus dem Thierreiche ein und es erschein: als Pflicht unserer Landwtrthe, Gärtner und Weinbauer, die in dieser Beziehung nützlichen Tbiere zu schonen und ihre Vermehrung zu fördern. Farbige Seidenstoffe von 95 Pfge. bis 12.55 p. Met. — glatt gestreift, karrirt und gemustert, (ca. 2500 versch. Farben und Dessins) — vers. roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-D6pöt G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pfg. Porto. 15 Radeumrrns Kindermehl, der goldenen Medaille, unerreicht i. Nährwerth und Leichtoerdaulichkeit, ist nächst der Muttermilch thatsächlich die beste und zuträglichste Nahrung für Säuglinge. Zu haben ä JL 1.20 pro Büchse in allen Apotheken, Drogen- und Colonialwaarenhandlungen. [7 Geschäfts-Empfehlung. 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