en Der ' Offerten mit "rm sub c. S** sucht. ?. U x drei Morm U-n» 1 >u schien gesucht. u der Exped. d. Bl. braver Junge zum Aus- k Backwaarrn gesucht. «il Noll, Äwengasse 23, tüchtige Dtenstm-gd auf eter gegen hoben Lohn gesucht. Neuemeg 33. [)0 Reiche -W ’’’ Tamm "M iifciuBeT^mta. Herren et unter bnbtnlbai Ti^- Wtft buMlencraUliucv J’5« itlin SW. 61. Pvilo 20 K^8 379 in-Weine: mer pr. U- 0.80, r n n ii 1' • Jer ,/ ,, « ^.20, leimer „ „ n jin.) lt. Rheinweine: « Gold. Silber u. Ä* Wilhelm, Hochheimer, MMssumderRothw-md tuosen, Liqueure und en eM>M » W M« W 'Mutter, ^roßmuttet Anzeige- je Mutter, hmidi- 11. I-"«-- . 116 t i Mitt-g JoU. UUHäl >n ist- Unterblieb""'- uar 1^90. »N*s •** 1890 Rr. 11 Gießener Anzeig er Kenerat-Wnzeiger Dienstag den 14. Januar Redaction, Expcditio» und Druckerei: Kchutßraße Ar.I. Fernsprecher 51. Vierteljähriger MonrrementspreiBr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener A««rittenStLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Hleßeaer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Amts- und Aiizeigeblatt für den Avers Gietzen. Gratisbeilage: Gießener IamitienöläLLer erfolgen. v. Gagern. Meldungen entgegenzunehmen und dieselben unter Begutachtung der Gesuche an den Unterzeichneten spätestens bis zum 1. Februar d. I. einzusenden, damit die Gesuche dem Ausschüsse zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt werden können. Zugleich ersuche ich Sie weiter, sich zu bemühen, geeignete Zöglinge für die genannten Obstbau-Curse ausfindig zu machen und zur Anmeldung zu veranlassen. Jost. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Arrsland. Zara, 11. Januar. Die Influenza ist hier sowie in Spalata und Ragusa im Zunehmen begriffen. Die Schulen sind geschlossen. Mailand, 11. Januar. Italienische Stärkefabrikanten reichten Petitionen um Erhöhung des Stärkezolles ein, weil derselbe zu dem Reiszoll in keinem richtigen Ver- hältniß stehe. Madrid, 11. Januar. Die letzten Nachrichten über das Befinden des Königs lauten beruhigender. Heute Morgen 2i/2 Uhr celebrirte der päpstliche Nuntius in der Hauscapelle der Königin-Regentin eine Messe für die Wiedergenesung des Königs, welcher die Mitglieder der königlichen Familie beiwohnten. Die Königin-Regentin kniete betend am Bette des Königs. Um 4 Uhr Morgens weckte man den König, um demselben etwas kräftigende Nahrung zu reichen, welche er auch zu sich nahm. Um 41/2 Uhr zog sich die königliche Familie zurück, um zu ruhen. Die Regentin verblieb auf dem Sopha neben dem Bett des Königs. Madrid, 11. Januar. Nach dem ärztlichen Bulletin von heute Nachmittag 1 Uhr ist der Zustand des Königs nach wie vor ruhig mit Neigung zum Schlaf. Das Fieber ist verschwunden. Madrid, 11. Januar, Abends 7 Uhr 30 Min. Nach den letzten ärztlichen Bulletins ist der Zustand des Königs derselbe wie den Tag über. Madrid, 11. Januar, Nachts. Dem ärztlichen Bulletin von 10Uhr Abends zufolge ist der König ruhiger geworden und kann auch leichte Nahrung zu sich nehmen, die er mehrere Male dringend verlangte. Madrid, 11. Januar. Im Senat und in der Kammer verlasen die Präsidenten ein Schreiben der Regierung, nach welchem die beiden Häuser angesichts der gegenwärtigen Lage sich vertagen sollen. ’ Die Conservativen erklärten, die monarchische Partei des Parlaments werde die Regierung unterstützen, was auch dem Lande widerfahren möge. Die Sitzungen wurden unter lebhaften Hochrufen auf die Königin-Regentin geschlossen. Madrid, 11. Januar. Der König genoß im Laufe des gestrigen Tages kräftige Brühe und Weine. Ein gestern Abend spät ausgegebenes Bulletin besagt, das Fieber sei vermindert und der allgemeine Zustand unverändert. — Bis heute Morgen 2 Uhr hielt die Ruhe an und war keinerlei Verschlimmerung eingetreten. Lissabon, 11. Januar. Der Kaiser von Brasilien ist nach Pau abgereist, woselbst er morgen früh 5 Uhr Eintreffen wird. Von dort begibt er sich nach Cannes. Newyork, 11. Januar. Dem „Newyork Herald" wird aus San Francisco telegraphirt, ein daselbst am 10. ds. eingelaufener Dampfer habe gemeldet, daß der deutsche Dampfer „Duburg" aus der Fahrt von Singapore nach Amoy mit 400 chinesischen Passagieren an Bord während eines Orkans untergegangen sei. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondcnz-Bureau. Berlin, 12. Januar. Dem Gedächtnißgottes- dienst in der Schloßcapelle mit Predigt Kögels wohnten das Kaiserpaar, die Kaiserin Friedrich, die badischen Herrschaften, der Großherzog von Weimar, Franz Ferdinand von Este, die Fürstlichkeiten, die Prinzen, die Generalität, Gießen, am 11. Januar 1890. Betr.: Ausbildung von Obstbaumwärtern. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen an die Groüh» Bürgermeistereien des Kreises. Der landwirthschaftliche Bezirksverein Gießen hat in dem Voranschlag pro 1889/90 eine Subvention von 700 für junge Leute, welche an einem Obstbaumwärter-Cursus Thell nehmen, in Ausgabe vorgesehen. Der Betrag von 300 JL ist zu diesem Zwecke dem landwirthschastlichen Bezirksvereme von der Sparkaffe zu Grünberg unter der Bedingung zur Verfügung gestellt worden, daß auch jungen Leuten aus den zum Sparkaffebezirk Grünberg gehörenden Orten zum Besuche eines Obstbaumwärter -Cursus die entsprechende Subvention bewilligt wird. _ , . Bewerber um Bewilligung dieser Subventionen aus den rum Kreise Gießen und den zum Sparkaffebezirk Grünberg gehörenden Gemeinden der greise Alsfeld und Schotten werden zur alsbaldigen Einreichung ihrer Gesuche und etwaigen Zeug- niffe bei der betr. Bürgermeisterei unter dem Anfügen auf- gesordert, daß unter mehreren Bewerbern die Priorität der Anmeldung Anspruch auf vorzugsweise Berücksichtigung gwt und daß die Subvention namentlich unbemittelten Personen zugewendet werden wird; zugleich ist von den Bewerbern anzugeben, welchen Obstbaumwärter-Cursus sie besuchen wollen und welcher Subvention sie zu diesem Behuse bedürfen Der Lehrcursus für Obstbaumwärter bei Baumschulenbesitzer Th. Jäger zu Bensheim a. d. B. beginnt im Monat März und endet im Monat Mai 1890. Der Sommer-Cursus beginnt daselbst im Monat August und dauert 3 Wochen. Die Unterrichtszeit dauert daher 2 Monate und 3 Wochen in Bensheim. Der ObstbaucursuS an der Ackerbauschule zu Friedberg dauert nur 8 Wochen, von welchen 5 Wochen aus die Zeit von Anfang April bis Mai und 3 Wochen in den Monat August fallen. _ . . Junge Leute, die an dem Obstbaumwarter - Cursus m Bensheim Theil nehmen, erhalten daher eine höhere Subvention (bis zu 100 eX) als Diejenigen, die an dem Obstbau- Cursus zu Friedberg Theil nehmen (70 bis 80 X). Die Großh. Bürgermeistereien werden ersucht, dieser Bekanntmachung die thunlichste Verbreitung zu verschaffen, An- sraß Klage geführt. Die Arbeiten zur Frühjahrsbestellung könnten genügend vorbereitet werden. Berlin, 11. Januar. Der Verband der oberschlesischen Walzwerke lehnte den Antrag der rheinisch-westfälischen Gruppe auf Erhöhung der Walzeisenpreise um l^Mk. ab, um die Gefahr einer ausländischen Concurrenz zu vermeiden. München, 11. Januar. Der Prinz r ege nt ordnete die Ausführung des Baues der Luitpold-Brücke unterhalb des Mapmilianeums auf seine Kosten, die 300,000 Mk. betragen, an. — Der „Allgem. Zeitung" zufolge schrieb v. Dö llin g er vorgestern an seinem historischen Werke, als ihn ein Schlaganfall traf- er erhielt von Prof. Friedrich die Sterbe- sacramente. München, 11. Januar. Im Finanzausschuß lehnte Minister Crailsheim die Ermäßigung der Kohlentarife ab, mit der Begründung, daß sie nur Zwischenhändlern nütze und die Staatskasse schädige. Die allgemeinen Unificirungs-Tarifvorschriften würden erwogen, aus böhmische Kohlen finde der neue Tarif keine Anwendung, die inländischen Kohlen bleiben geschützt. Deutsches Reich. Berlin, 11. Januar. Die heutige Trauerfeier in der Schloßkapelle, welcher die Majestäten, die anwesenden Mitglieder des königlichen Hauses, sowie die fremden Fürstlichkeiten, die Vertreter fremder Höfe, Hofstaaten, Minister, Behörden rc. beiwohnten, leitete der Domchor ein mit Gesang: „Ich weiß, bajs mein Erlöser lebt, Christus, der ist mein Leben", worauf der Geistliche folgende Sprüche verlas: Psalm 90, 2, 3, 10, 12, Marcus 14. 6, 8a, ersten Timotheus 5. 5, Epheser 2, 8—10, Matth. 5, 7, Offenbarung 22. 17 und fortfuhr: „Selig sind die Todten, die im Herrn sterben, von nun an!" worauf der Domchor antwortete: „Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, denn ihre Werke folgen ihnen nach." Nachdem die Gemeinde den Choral: „Was Gott thut, das ist wohlgethan" gesungen, hielt Oberhofprediger Generalsuperintendent Dr. Kögel die Gedächtniß- rede unter Zugrundelegung des Textes: „Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an im Gebet!" Die Gedächtnißrede schloß mit den Worten: „Und nun, Weimars edle Fürstentochter, Preußens pflichtgetreue Königin, Deutschlands erste Kaiserin aus dem Hohenzollernhause, ver- ständnißvolle Gefährtin eines unvergeßlichen Monarchen, begnadigtes Gefäß und Werkzeug einer großen Zeit, Diaconissin im Purpur, Bekennerin des Kreuzes deines Herrn und Heilandes, ziehe hin zu deinem Gott und zu unserem Gott, zu deinem Heiland und zu unserem Heiland! Amen." Hierauf folgte ein Gebet, das mit dem „Vater unter" schloß. Die Gemeinde sang nunmehr die beiden Choralverse: „Wenn ich einmal soll scheiden" rc. und „Erscheine mir zum Schilde" rc. und der Domchor schloß sich an mit den hehren Klängen aus Grauns Tod Jesu: „Wie herrlich ist die neue Welt" rc. _ Der Oberhofprediger ertheilte den Segen und der Domchor schloß mit dem „Heilig, heilig ist der Herr!" Damit erreichte die erhebende Feier ihr Ende. Nunmehr setzte sich der Zug in der programmmäßigen Form in Bewegung, verließ das Schloß an dem dem Dom zunächst gelegenen Portal und wandte sich der Straße Unter den Linden entlang dem Brandenburger Thore zu. Die Straße war eingerahmt von einer theilnahms- vollen Menge, die sich Kopf an Kopf hinter den Gewerken, Hochschulen, Corporationen, die mit ihren in Trauerflor gehüllten Fahnen im Spalier Aufstellung genommen hatten, drängte. Ehrfurchtsvoll entblößten Hauptes harrten sie des feierlichen Zuges^ der, so bald auf dieser Strecke sich wiederholend, an jenen Wintertag gemahnte, da man den greisen Heldenkaiser, ihren Gemahl, ihr voraustrug. Die Häuser hatten sämmtlich Trauerschmuck angelegt und Halbmast geflaggt. An der Kreuzung der Siegesallee mit Charlottenburger Chaussee löste sich der Zug auf. Die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften bestiegen die Wagen zur Fahrt nach Charlottenburg, während der Leichenwagen, escortirt von Garde du Corps und Königinkürassiren (Pommersches 2.) seinen Weg fortsetzte. Die Krone und Insignien wurden durch militärische Escorte nach dem Schloß zurückgebracht. Am Mausoleum stand die Leibcompagnie ersten Garde-Regiments zu Fuß- mit dem Sarg betreten nur die Majestäten und nächsten Anverwandten, sowie der persönliche Dienst die letzte Ruhestätte der ersten deutschen Kaiserin an der Seite ihres Gemahls und inmitten dessen unvergeßlichen Eltern. Berlin, 11. Januar. Der „Reichsanzeiger^ veröffentlicht die Bekanntmachung, daß seitens des Ministers des Innern der Termin für den Beginn der Auslegung der Wählerlisten auf den 23. d. M. festgesetzt ist. Berlin, 11. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Eröffnung des Landtags imWeißen Saale am 15. Januar, Mittags 12 Uhr, nach den vorherigen üblichen Gottesdiensten. — Die Uebersicht des gegenwärtigen Saaten stand es in der preußischen Monarchie ergibt, daß in Folge der günstigen Witterung die Herbstbestellung fast überall gut und rechtzeitig erfolgt ist. Die Wintersaaten sind bei dem milden Wetter im Allgemeinen gut ausgegangen, günstig entwickelt und meist kräftig bestockt. Der gegenwärtige Stand ist daher als ein guter, strichweise sogar als ein vorzüglicher zu bezeichneli. Teilweise wurde über Mäuse und Schnecken- Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Amtlicher Theil. Gießen, den 13. Januar 1890. Betreffend: Die Neichstagswahlen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des «reifes. Nachdem die Wahlen zum Reichstag zufolge Kaiserlicher Verordnung am 20. Februar d. I. vorzunehmen sind, ist das zur Vorbereitung des Wahlgeschäfts Erforderliche unverzüglich ins Werk zu setzen. Wir übersenden Ihnen daher mit nächster Post die hierzu erforderlichen Formularien (Wahlprotokoll und Wählerliste) unter dem Auftrag, die Wählerliste sofort in doppelter Ausfertigung auszustellen, jedoch vorerst nicht abzuschließen. Einlagebogen zur Wählerliste sind nach Bedarf mit der Feder herzustellen. , „ Zu Ihrer Instruction verwesten wir eie aus aus i—rf und 7 des Gesetzes vom 31. Mai 1869 (Bundesgesetzblatt 1869 Seite 145) und §§ 1 und 7 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 (Bundesgesetzblatt 1870 Seite 275) und bemerken hierzu noch, daß die Stimmberechtigten nach Vor- und Zuname, Alter, Stand oder Gewerbe und Wohnort in alpha- beti cher Ordnung in die Wählerliste einzutragen sind. Die Offenlegung der Wählerliste (§ 2 des Wahlreglements) hat unfehlbar Donnerstag den 23. bs. Mts. zu be- ginncn. „. Wir weisen Sie daher an, Montag den 20. und Dienstag den 21. ds. Mts ortsüblich bekannt machen zu lassen, vaß die Liste der Wähler von Donnerstag den 23. Januar bis Donnerstag den 30. Januar, beide Tage einschließlich, auf dem Gemeindehause bezw. dem etwa sonst von Ihnen hierfür bestimmten Locale Vormittags von 9—12 Uhr und Nachmittags von 2—5 Uhr zu Jedermanns Einsicht ausgelegt seien, und daß Einsprachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste innerhalb acht Tagen nach Beginn der Auslegung bei Meldung des Ausschlusses bei Ihnen vorzubringen seien. ■ Weitere Anweisung wegen des Wahlgeschäfts roirb noch bic Ijuljcn SJoüi’bcHttägcv cc. bei. Uut 1^/2 folgte in der HauScapelle des Palais eine besondere Erinncrungs- seier mit einer Rede Kögels für den Dienst, die nächste Umgebung und die Dienerschaft der verstorbenen Kaiserin unter Theilnahme des Großherzogs und der Großherzogin von Baden. Daran schloß sich das Abendmahl. Rach dem Gottesdienst empfing der Kaiser das Präsidium des Reichstages. München, 12. Januar. Der Magistrat beschloß heute in geheimer Sitzung die Nieder leg ung eines Kranzes am Grabe des Professors v. Döllinger und die Abordnung einer Gemeinde-Deputation zum Leichenbegängnis;. Luzern, 12. Januar. Der Ches des schweizerischen Generalstabcs, Oberst Pfyffer, ist heute früh gestorben. London, 12. Januar. Lord Hartington ist an der Influenza erkrankt. Petersburg, 12. Januar. Das „Journ. de St. Petersburg" fügt seinen gestrigen Bemerkungen anläßlich des Protestes Rußlands gegen die bulgarische Anleihe hinzu, daß es sich um den Art. 22 des Berliner Vertrags handle, welcher Rußland die Zahlung der Occupationskosten zusichert. Für die Zahlung, welche durch ein besonderes Ueberein- kommen festgesetzt und seit 1886 im Rückstände sei, wären die Einkünfte der bulgarischen Eisenbahnen verschrieben. Die Regierung verfüge über die finanziellen Hilfsquellen des Staates und benachtheilige schwer die Rechte Rußlands, welche sich aus dem Art. 22 ergeben. Madrid, 12. Januar. Nach dem ärztlichen Bulletin von heute früh 3 Uhr erhält sich die Besserung in dem Befinden des Königs. Belgrad, 12. Januar. Die serbische Regierung sowie die Pforte, vom Wunsche beseelt, den Grenzverletzungen der Arnauten ein Ende zu machen, ernannten je einen Commissär, welche die Grenzlinie begingen, Anordnungen trafen und ein Protokoll aufnahmen, welches von der serbischen Regierung bereits angenommen wurde- es ist gegründete Aussicht vorhanden, daß auch die Pforte dasselbe annehme. — Das Amtsblatt veröffentlicht das Budget pro 1890. Der unbedeckte Betrag von 2 606000 Frcs. soll durch Vermehrung der Einnahmen bei den Eisenbahnen, dem Salzmonopol sowie durch Ersparnisse aufgebracht werden. Ljotic ist zum ersten Secretär im Ministerium des Auswärtigen ernannt worden. — Dem deutschen Consul in Nisch, Oberg, ist das Exequatur ertheilt worden. Konstantinopel, 12. Januar. Die gegen Bassora am persischen Golfe und gegen das Küstenland von Demen verhängte Quarantäne ist aufgehoben und nur eine fünftägige Beobachtung von Personen und Maaren angeordnet worden. Konstantinopel, 11. Januar. Aus Anlaß der Leichenfeierlichkeiten in Berlin fand in der hiesigen protestantischen Kirche heute ein Trauergottesdienst für weiland Ihre Majestät die Kaiserin Augusta statt, welchem das gesammte Personal der deutschen Botschaft und des Gencralconsulats beiwohnten. Der Sultan war vertreten durch den Finanzminister Agob Pascha und' Artin Pascha. Ferner waren viele andere ottomanische Würdenträger, alle accreditirten Botschafter und Gesandten sowie die vornehmsten Mitglieder der deutschen Kolonie zugegen. Pastor Suhle hielt die Ge- dachtnißrede. Madrid, 13. Januar. Bulletin gestern 7 Uhr 30Min. Abends. Der König hatte ruhigen Schlaf, nahm etwas Nahrung zu sich. Die Kräfte kehren merklich zurück. Bulletin 10 Uhr Abends. Zustand unverändert ruhig. Cocales und Krovinzielles. Gießen, 13. Januar. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 16. Januar 1890, Nachmittags 4 Uhr: 1. Mittheilungen. 2. Gesuch des Philipp Rühl zu Gießen um Ertheilung der Concession zum Wirthschaftsbetriev. 3. Gesuch des L. Huhn um Ausführung der allgemeinen Bauordnung- hier die Enteignung von Gelände des Ernst Wallenfels aus Grund des Art. 69 der Bauordnung. — In der Stadtverordneten-Versammlung vom 9. d. M. wurde das von den derzeitigen Besitzern des Schüler'schen Gartens gemachte Angebot, die Stadt möge dieses Besitzthum zum Preise von 60000 Mk. übernehmen, abgelehnt und zwar wegen der einschränkenden Bestimniung, nach welcher den Actionären einer innerhalb 15 Jahren sich constituirenden Saalbaugesellschaft das Recht gewahrt bleiben soll, nach Ablauf dieser Zeit gegen Zurückerstattung des Kaufpreises das Besitzthum zum Zwecke der Errichtung eines Saalbaues wieder zu übernehmen. (S. Anz. Nr. 287 von 1889, 2. Bl.) — Reichstagswahl. Wie dem „Frkf. Journal" von hier geschrieben wird, ist der gegenwärtige Reichstags-Abgeordnete unseres Wahlkreises, Herr Hugo Buderus in Hirzenhain, trotz der Schwierigkeiten, die ihm durch sein Mandat erwachsen, bereit, auf's neue eine Candidatur anzunehmen. — Weiter theilen wir mit, daß in einer gestern Mchmittag hier abgehaltenen Versammlung Herr Schreinermeister Carl Orbig als Candidat der Arbeiterpartei für die kommende Reichstagswahl aufgestellt wurde. r. Herbstein, 11. Januar. Vor einigen Tagen wurde in dem benachbarten Orte Salz ein 21 jähriges Mädchen von der Influenza befallen. Ohne auf die Krankheitserscheinungen recht zu achten, machte dasselbe eine Tanzbelustigung mit. Am andern Morgen war das Mädchen eine Leiche. * Amerikanisch. Scene: Das Local eines ingeniösen Gastwirths in Amerika. Gast (nach eingenommenem Souper): „Kellner, zahlen 1" — Kellner: „Belieben der Herr einen Augenblick auf die electrische Waage zu steigen. ©oft thut es. — Kellner: „Danke bestens! Gewicht vor dem Souper war 76,37 Kilogramm, nad)■ dem Souper 77,41 Kilogramm, also Zunahme 1,04 Kilogramm - macht einen Dollar vier Cent." Diese neue Art von Speiseberechnung berichten die amerikanischen Zeitungen ganz ernsthaft als eine epochemachende Neuerung. Univerfitäb - Nachrichten. Königsberg i. Pr., 11. Januar. Emin Pascha, welcher ein Jahr hier ftudirt hat, ist von der philosophischen Facultät der hiesigen Universität zum Ehrendoctor ernannt worden. vermischter. * Mainz, 10. Januar. Das Kriegsgericht verurtheilte letzter Tage einen Soldaten zu 8 Jahren Gefüngniß, weil derselbe während des Exercierens seinem Vorgesetzten das Gewehr vor die Füße geworfen, Schimpsworte gebraucht hatte und dann davongelaufen war. * Frankfurt, 11. Januar. Welch' eingreifende Wirkung die Influenza aus einzelne Geschäftszweige hat, erhellt aus dem riesigen Verbrauch der Mineralwasser von Ems und Niederselters. Die beiden fiscalischen Verwaltungen sind seit einigen Wochen mit Füllung und Verladung ihrer Wasser so überhäuft, daß sie kaum den Anforderungen entsprechen können, ein im Januar nock) nie dagewesenes Ereigniß. * Frankfurt, 11. Januar. Gestern fanden nicht weniger wie 30 Beerdigungen hier statt, der letzte Leichenconduct bewegte sich um 1 Uhr Nachmittags zum Friedhof. Es ist dies die größte Zahl der in letzter Zeit hier stattgefundenen Begräbnisse. Das Friedhofspersonal ist seit längerer Zeit verstärkt worden. * Niederschelden, 6. Januar. Eine höfliche amtliche Aufforderung. Folgende drastische Bekanntmachung veröffentlicht der hiesige Amtmann des Amtes Eiserfeld in dem amtlichen Kreisblatt: „Ich habe schon so manchmal gewarnt, daß der Fußtritt der Provinzialstraße von Eiserfeld nach Niederschelden nicht verunreinigt werden möchte. Trotzdem geschieht es aber nock; immer. Ich mache daher nochmals daraus aufmerksam, daß scharf aufgepaßt wird, und Diejenigen, welche dabei abgefaßt werden, strenge Strafe trifft. Vorläufig aber bitte ich alle Diejenigen, welche die Straße verunreinigt haben, siä) gefälligst vor sick; selber schämen zu wollen." * Die Erfindung der Stahlfedern wird gewöhnlich den Engländern zugeschrieben, aber wie eine in Nürnberg 1544 gedruckte Schrift beweist, kannte man schon zu jener Zeit neben den Federn aus „Genßkil, Psawenkil, Schwaneukil, Welschen Calami oder Ror, hartem Holtzleim und durchsichtig Horn^ auch solche von „Eysern und Kupfern Ror, auch Kupfern und Messine blechlein". Aber wie das in früheren Jahrhunderten noch häufiger vorkam, als jetzt, von der Erfindung und vereinzelten Ausführung gelangte man noch lange nicht zur Anerkennung und Verbreitung. Der Bürgermeistereischreiber Johann Jansen in Aachen erfand die Stahlfeder um die Mitte des 18. Jahrhunderts noch einmal und der Schreiblehrer Bürger zu Königsberg construirte auch Federhalter und wollte später die „Federschnäbel", die er anfangs aus Gänsekielen nach einem eigenen Apparat schnitt, aus Metall Herstellen. Dank sand er für seine Erfindungen jedoch nicht, sondern wüthenden Haß der Gänsesederhändler und anderer Neider, er verlor seine Schüler, ergab sich dem Trunk und starb im Elend. Da bemächtigten sich im zweiten Viertel des Jahrhunderts die Engländer der Idee und brachten sie schnell zu siegreicher Anerkennung. Perry, Mason und Gillot hießen die ersten Stahlfederfabrikanten, ihre Federn kosteten 5 Mk. anfangs, ziemliä) lange fiel der Preis nicht unter 1 Mk. Heute bestehen in Europa 20 Stahlfederfabriken, davon 14 in England und zwar alle in Birmingham, 3 in Frankreich, 2 in Deutschland, 1 in Oesterreich. In Nordamerika gibt es 2 Fabriken. Birmingham allein prvducirt im Jahr 749 Millionen Stück. * Hübsches Compliment. Eine Dame der englischen Aristokratie hatte längere Zeit zu dem französischen Botschafter gesprochen, ohne ihn zu Worte kommen zu lassen. Dasselbe endlich inne werdend, bemerkte sie: „Sie müssen glauben, daß ich den Ton meiner eigenen Stimme sehr liebe." — Der Franzose erwiderte: „Ick) wußte ja, daß Sie eine I große Freundin der Musik sind." Literatur und Ituitft. — Grundzüge der Realien für Volks- und Bürgerschulen. Bearbeitet von Earl A. Krüger, Rector in Königsberg t. Pr. Zweite Auflage. Mit 153 Abbildungen und 43 Karten. 254 Seiten. 8°. Preis dauerhaft gebunden 1 JL Danzig 1889. Ernst Gruihns Verlag. Das 254 Seiten starke Buch bringt die ge- sammten Realien in einheitlicher Darstellung. Bet aller Reichhaltigkeit zeigt sich doch überall weise Beschränkung. Der ganze Stoff ist anziehend und für den Schüler mundgerecht bearbeitet. — In der Naturgeschichte treffen wir bet lebendiger Schreibweise eine strenge Gliederung und überall bekundet die Auswahl, daß der Verfasser es meisterhaft verstanden, das rechte Maß zu treffen. — Leicht faßlich und klar ist der spröde Stoff der Naturlehre behandelt. Aus dem Gebiete der Mineralogie und Chemie wurde eine musterhafte Auswahl getroffen, die dem Bedürsniß durchaus entspricht. — Die deutsche und preußische Geschichte ist bis auf unseren jetzt regierenden Kaiser in höchst anziehenden Characterbildern geschrieben. Großes Wohlgefallen hat bei uns die Behandlung der deutschen Göttergeschichte erregt; auch sagt es uns zu, daß die alte Geschichte nicht ohne Berücksichtigung geblieben ist. — Erfreut hat uns auch die gediegene Behandlung der Geographie; insbesondere zeigen die kurzen vortrefflichen Schilderungen einzelner Landschaften die meisterhaft gedrängte Schreibweise des Verfassers. Bet fremden Namen ist die Aussprache angegeben und die vielen Erklärungen der Eigennamen beleben den Stoff. Es ist uns nicht entgangen, daß auf die richtige Schreibung der Namen große Sorgfalt verwendet ist. Ein reiches Kartenmaterial im engen Anschluß an den Text ersetzt dem Schüler den Atlas, und so ist das Buch nach allen Richtungen hin warm zu empfehlen. D. Ztg. Dr. A. G. Verkehr, £anö« uni V olkrrvirthschaft. Grünberg, 11. Januar. (Fruchtpreise). Weizen JC 20,00, Korn JL 18,9t), Gerste JL 18,10, Hafer 16,00, Erbsen Jt 00,CO, Samen 00,00, Lein JC 00,00, Kartoffeln JL. 0,00, Linsen JL 30. Frankfurt, 11. Januar. Erbsen ganze per Pfd. 14—18 H, do. geschälte 16—20 H, Linsen 15—25 H, weiße Bohnen 16—20 gelbe Kartoffeln per Gescheid 14—16 H, rothe Kartoffeln per Gescheid 12—14 4, Butter per Pfd. X 0,80-0,95 Eier das Stück 7—8 Blumenkohl 30—80 H, Weißkraut das Stück 12—20 H, Rothkraut 12—25 H, Wirsing 10—15 H. M Gaffel, 12. Januar. Etsenbabnproject Cassel-Köln. Wie das Mitglied des Eisenbahn-Comitäs, Herr Kaufmann Carl Has, in der nichtöffentlichen Sitzung der hiesigen Handelskammer mittheilte, hat das Comitä zur Herstellung einer dtrecten Eisenbahnverbindung Cafsel-Cöln eine eingehende Denkschrift über das Project ausgearbeitet, der ein aenauer Nachweis über Verkehr und Industrie der berührten Gegenden, eine Rentabilitätsberechnung, sowie eine UebersichtSkarte beigegeben wird. Nach einem Beschluß des Eisenbahn-Comit6s sollen diese Schriftstücke, Karten und Pläne rc. den Behörden und Jnteresfenten an der Verwirklichung des Projectes übermittelt werden. Die ersten Exemplare dieser Schriftstücke lagen der Handelskammer in der neulich stattgefundenen nichtöffentlichen Sitzung bereits vor. Auf Antrag aus der Mitte des Etfenbahn-ComitLs beschloß die Handelskammer, auch die für Herstellung der erwähnten Schriften entstehenden Druckkosten auf ihre Kasse zu übernehmen, ein Verfahren, was Anerkennung verdient und deutlich beweist, daß die Casseler Handelskammer das lebhafteste Interesse an der Ausführung des Projectes nimmt. M Gaffel, 13. Januar. Der hiesigen königlichen Staatsregierung ist ote amtliche Mtttheilung zugegangen, daß nach einem Beschluß des Bundesrathes, wie in früheren Jahren, in der zweiten Hälfte des Monats Februar 1890 eine Ermittelung des Ernteertrages für 1889 im gefammten Reichsgebiete stattfinden wird. Diele Ermittelung verfolgt den Zweck, durch directe Umfragen möglichst zuverlässige Angaben über die im Jahre 1889 wirklich geerntete Menge an Bodenproducten in Deutschland zu gewinnen. Schiffrnachrtchten. Der Postdampfer „Westernland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 10. Januar wohlbehalten in Newyork angekommen. Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen, in heißer Milch aufgelöst und während des Tages wiederholt genommen, leisten bei Influenza - Epidemien treffliche Dienste. Durch ihre ausgezeichnete Wirkung auf die asficirten Athmungsorgane wird die Heftigkeit, die Beschwerden und die Dauer der Krankheit sehr gemildert resp. gekürzt. Erhält!, in allen Apotheken und Droguen ü. 85 Pfg. Total «»verkauf. Wegen gänzlicher Aufgabe des Ladengeschäfts gebe von heute an fämmtliche Galanterie-, Leder- und Luxuswaaren zu Einkaufspreisen ab. Re Sefwnidte 335 27 Marktstraße 27. Entöltes Maisproduct Zu Puddings, Fruchtspeisen, Sandtorten, zur Verdichung von Suppen, Saucen, Cacao vortrefflich. In Colonial- und Drog.-Hdlg- Vi »• Va kkd, engL M 60 a. 30 Pfg. 39 Brennholz. Buchen- und Tannenholz, ir guter trockener Waare, per Meter und per Centner, billigst bei 343 Andreas Ruler* Keinen Bienenhonig, per Pfund 80 H, empfiehlt 261] Friede. Müller jr. > » » Poplltär-uatsrwiffellschafti. 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Man findet den echten Benedictiner Eiqueur bei Nachgenannten, die sich schriftlich verpflichtet haben, keine Nachahmung zu verkaufen. Emil Fischbach, Holzverkauf ! aus dem Gemeinde - Walde Witzmar, Distr. Reuschling. Kaltenbach, Kuhbachsdell und Winterberg Freitag den 17. d. M., von 9 Ubr ab, im Locale des Wirths L. Lanz in Wißmar und zwar: 1) Stammholz, a. Eiche«: 1 St II. Kl- mit 1,27 Festm-, k0 St. III. Klarst 10,04 Festm, 552 St. IV. Kl- mit 55,47 Festm-, b. Kiefern r 79 St. III./IV. Kl- mit 29,40 Festm. 2) Nutzholz: 8 rm Buchen rc-Felgen 3) Brenn- Holz, a Buche« rm: 403 Echt., 173 Kpl , 143 Stöcke, 845 Reis-, b. Gifte« rm: 9 Echt., 43 Kpl., e. Kiefer« rm: 2 Echt-, 3 Kpl, 60 Reis., d gemischte Reiser: 500 rm. Crofdorf, am 11 Januar 1890- 417 Das Bürgermeisteramt. Creield, Vertreten durch C. Th. G-laesener. Niederlagen bei Carl Hoffmann und Gustav Gerhardt. Rahmer, Physiologie, broschiert M.5.— gebunden M. 6.— Alsberg, Anthropologie, drosch. M. 6.— gebunden M. 7.— Roßmäßler.Engel, Die Geschichte der Erde, 4. Aufl., br. M. 6, geb.M. 7. Rotzmäßler, Die vier Jahreszeiten, 6. Aufl.. br. M. 5, geb. M. 7. ElaruS Sterne, Die allgem. Weltan- schannng, br. M. 6., geb. M. 7.50. Klein, Allgem. Himmelskunde, 2. Aufl. br. M. 5.—, geb. M. 6.—._______ bei Andreas Guter. Täalich geöffnet von 6 Uhr Morgen» bi» 1 Uhr Abend» Sonntags bi» Mittag 12 Uhr. Die Zellen sind durch Dampf geheizt. [121 Außer verschiedenen Salzen und Mutterlaugen sind sämmtliche Bade- Extracte, aU: Fichtennadel-, Malz-, Loh- und Weizenkleie-Extracte zu haben. MM" Abonnement« werden jederzeit entgegengenommen. H^Prof. vr. W-, Spezielle Zoologie, Bd. I-, br. M. 4., geb. M. 5. „ St. Julien,, Raster Ausbruch „ Menescher Ausbruch „ Tokayer Ausbruch „ „ „ (extraf.) „ Capwein » Deutsche. o Möbelfabrik u o_______________________________ Mlkkrei-Mkider von den billigsten bis hochfeinsten in großer Auswahl neu eingetroffen. Tülle. 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Clarus, Die rationelle Ernährung, b. 60 Pf. 122 Hübner. I. G., Pflanzenatlas, 6. Aufl:, neue Ausg., kart. M. 4L0. von Martens u. Kemmler, Flora von Württemberg und Hohenzolleru, Band I u. II., drosch. M. 10.50. ch'-N- tSSStSS Jllustrirtes Familienblatt. Programm der im Jahrgang 1890 erscheinenden Erzählungen und Nomane: Flammen?eichen. Von C. Werner. Ein Mann! Von Hermann Helberg. Muitt. Von Theodor Kontane. Woronin Müller. Von Karl von Heigel Sprung im Glase. Von A. v. Verfall. Eine unbedeutende Krau. Von W. Heimburg. U s. w. U s. w. Belehrende und unterhaltende Beiträge erster Schriststeller. Prachtvolle Illustrationen bedeutende, Künstler. Abonnements - Preis der Gartenlaube in Wochennummern 1.60 vierteljährl., in jährl. 14 Heften ä 50 ob. 28 Halbheften a 25 vj. Man abon«irt auf die Gartenlaube bei den meisten Duchhand« lunaen, auf die Woche« • Ausgabe auch bei den Post' Anstalten 9 (Post-ZeitnngSliste Nr. 2273). Für Kenner! Garantirt beste« IrasiAöf. 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Die Landbriefträger führen auf ihren Bestellgängen Bücher mit sich, welche zur Eintragung der ihnen vom Publikum zur Beförderung nach der nächsten Poftanstalt übergebenen Sendungen mit Werthangabe, Emschrew- sendunaen, Postanweisungen, gewöhnlichen Packete und Nachnahmesendungen bestimmt sind und zur größeren Sicherheit für die richtige und rechtzeitige Ablieferung dieser Gegenstände dienen. Will der Absender die Eintragung selbst bewirken, so hat der Landbriefträger demselben das Buch vorzulegen. Bei Eintragung des Gegenstandes seitens des Landbriesträgers muß dem Absender nuf Verlangen durch Vorlegen des Buches die Ueberzeugung von der stattgehabten richtigen Eintragung gewährt werden. Da diese Einrichtung und das dem Publikum durch dieselbe gebotene Mittel zu seiner Sicherstellung immer noch nicht genügend bekannt zu sein scheint, so wird auf das Bestehen derselben besonders aufmerksam gemacht. Darmstadt, den 4. Januar 1890. Der Kaiserliche Ober-Postdirector. Clav eh________________________ Holzverstrigermrg. Montag den 20. Januar werden aus den Districten Belters- hainerwald, Steinkaute, Neuhofstannen, Neuhofsheege, Wirberger Waldlache, Steinweg, Hain, Kaulhain, Laubachskopf, Alterhaag^Ochfenstall und Sohl, wald der Forftwartei Reinhardshain versteigert: Stamm«: 2 Eichen mit 1,5 Fstm, 24 Fichten mit 7 Fstm.; Derbstang«»: 827 Fichten mit 33 Fstm.; R.iSstangen: 260 Fichten mit 4 Fstm.; Sliter Rm : I Buche, 4 Eiche, 52 Nadelholz, 4 Aspe; Knüppel Rm.: 2 Buche 99 Eiche, 550 Nadelholz, 15 Eile, Aspe; Neifig Nm.: 4 Buche,'9S Eiche, 421 Nadelholz; Stöcke Rm.: 5 Nadelholz. Zusammenkunft Vormittags >/,9 Uhr im District Kaulhain auf der Staatsstraße von Beltershain nach Geilshausen. Nur das in den Districten Kaulhain, Ochsenstall und Sohlwald befindliche Holz wird bei der Versteigerung vorgezeigt und wollen Äaufliebhabsr das übrige Holz vorher einsehen. Grünberg, den 12. Januar 1890. Großh. Obersörsterei Grünberg Span. Cötes e pr. Fl. Jt 1.— Portug. Gebirgwein Saison-Ausverkauf der Commanditgesellschaft für Mercerie S. Reinach & Cie. 5 Markt 5 Um für die im Frühjahr eintreffenden Maaren Platz zu schaffen, unterstellen wir unser Lager in Winterwaaren einem Saison-Ausverkauf und gewähren aus d e schon außerordentlich bMgen Preise nachstehend ver- zeichneter Maaren einen Rabatt von »O°|0 und zwar auf : Wollrwaaren, als Hülle», Kaputzen, Tücher, Besatzartikel, Trieottaillev, Trieotkleidchen, Jäckchen, Unterröcke, CorsettS re re. 20 °|0 Rabatt. 20 °|0 Rabatt 0 Durch Ersparniss der Dadenmiethe billigste Preise. 0 Ö o QC^OOO o 0000000000000000000^ B . Zucker, sondern nach dem einmuthigen ur- N H ■ Ä ■ theile der Wissenschaft ein vollkommen un- Ba 8 S Eue 81 fr J | schädliche» Gewürz. Man verwende nur die BB i Ens 81 WH I Eva leicht lösliche oder die Tabletten-Form Zu Onü uHfiniii hera. List & Co., Salbke-Westerhüsen a E. Zur Abwehr! Die autzerordentUche Auszeichnung, welche unser Fabrikat 1889 tn Paris gefunden hat, indem dasselbe als das vorzüglich st e anerkannt und mit der „Goldenen Medaille“ prämiirt wurde, hat auf einen in Fäcamp (Frankreich) wohnenden Destillateur eine erschütternde Wirkung hervorgebracht, und scheint unter dieser Wirkung in erster Reihe das Rechtsgefühl desselben gelitten zu haben, denn nur diesem Umstande können wir eszusLreiben,wenn dieser Herr sich erdrecktet, unsere An gaben, betreffend die Prämiirung unseres Fabrikats 1889 Paris als ««■ wahr zu bezeichnen und zu behaupten, I daß wir in Parts 1889 überhaupt nicht vertreten waren, also nicht ausgezeichnet werden konnten! [447 Wir wollen diesem Herrn Franzosen in erster Reihe bemerken, daß deutsche Fabrikanten in Bezug auf Wahrheit L I doch anderen Grundsätzen huldigen, ■ I als unsere französischen Nachbarn. — ■ I Es beweist dies wiederum einmal, wie ■ I wenig die Franzosen in ihrem eigenen ■ I Lande zu Hause sind, denn wie überall ■ I bekannt, gab es 1889 in Paris eine I „Grande Exposition universelle“, zu ■ I „demsch: „GrosseWeltausstellung“, ■ „und eine „Expositioninternationale ■ „de produits alimentaires et hygi6-1 „niques“, JU beutlet): „Internationale I „Ausstellungvon Nahrungsmitteln u. I „hygienischen Erzeugnissen“, also, wie jener Herr behauptet, n u r I eine „Exposition internatio- I naie“ gab es überhaupt nicht. I Auf Grund dieser plumpen französi I scheu Verdächtigung mußten wir uns I entschließen,die im Jahre1889 in Paris I an uns erfolgte Verleihung der „Golde-1 nen Medaille“ in nachstehendem Attest I notariell conftatir?n zu lassen. Wir werden auf die unverfrorenen I Herausforderungen des von uns so-1 wohl in Qualität als auch im Umsatz der Waare vollständig besiegten franzö-1 fischen Concurrenten nicht mehr ant-- wortenund überlassenes dem deutschen Publikum, den richtigen Namen zu finden für dieses neueste in Devtschland ausgeführte Manöver, unternommen zu dem Zweck, ein »Deutsches Aahri- 1 tat* zu schädigen. Waldenburg i. Schl. Deutsche Benedictine-Liqueur-Fabrik Waldenburg i Schl. Notarielles Attest: „Auf Grund des mir im Original „voraeleaten und wie folgt: Ville de „Paris, Concours International de Pro- „duits Alimentaires üderschriebenen „DlplomS, de dato Parts, den 15. Sep „tember 1889, und der dazu gehörigen „mir ebenfalls vorgelegten Goldenen „Medaille, befcheintge ick hierdurck, „daß der Deutschen Benedictine-Li- "queur-Fabrik zu Waldenburg von der „Jury der vorbezeichneten Ausstellung „die Goldene Medaille „zuerkannt worden ist. Waldenburg tSchl., 3 Januar 1890. (DL.) Hermann Behrends, Königl. Preuß. Justizratb u. Notar. ,,«!!*184 gart) gO n " 2$ II raiiart) " 153 Beerenweine eig. Bereitung. 2._ Johannisbeeren-W ein pr.Fl. 70 1 JO Heidelbeeren-Wein w , 90 ,, empfiehlt unter Garantie der Reinheit nachstehende Weine: ' Bordeaux Medoc pr. Fl. «al 1.40 ----- 1.60 1.80 1.80 2.— 3.- 2.60 158 Di© trauernde Gattin Die Beerdigung findet Mittwoch den 15. Januar 1. J., Nachmittags 2 Uhr, statt. 433 'ersuchen Sie gefl. 455 413] Gebhardt. Im Abonnement Im Abonnement Der Vorstand 446 S3 miethet Eduard Noll Familie Orth. 427 Familie Moos. 444 Tendenz: fest. Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 13. Januar 1890. 425 428 V3 50 25150 299.25 85.75 265.90 Metas Nichte August Litzemann Jos. v. Westermeyer Pietsche, Professor Anni Reiners. Adam Reiners. Max Jaskowski. Otto Frank. Marie Jaskowski Albert Ullrich. in der [414 Amalie Rebberg Saalfeld, Assessor Koppert, Polizei-Com- missarius Ein Aufwärter Fritz Mai. Heinrich Samst. sondern am 17. Februar d. I. stattfindet. 424 Fritz Schreiner Lindenplatz 4. Für bie vielen Bewerfe herzlicher Theilnahme ber dem uns so schwer betroffenen Verluste sagt hiermit Allen herzlichen Dank im 44. Lebensjahr sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Balth. Schomber Bäckermeister. 430] Ein Mädchen, welches kochen kann und alle Häusl. Arbeiten versteht, sucht nach auswärts Stelle. Näheres Bachgasse 12, PistorS Garten. Vermischte Anzeigen. Forderungen jeder Art an den Nachlaß meines Schwiegervaters Carl Balthaser Stohr sind innerhalb 14t Tagen bei mir geltend zu machen, anderenfalls dieselben keine Berücksichtigung finden. 180-30 Disconto--Cour.-Avthei!t 10100 Harpn er 134.10 Ostpreußen 186.00 Bochumer Gußstahlattieu Tendenz: schwach. Für die Beweise herzlichster Theilnahme bei der Beerdigung unseres unvergeßlichen Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Carl Balthaser Stohr sagen herzlichsten Dank Familie Schomber, Oesterr. CreditacÜen Oefterr. StaatLbahu-Actien Dortmunder Union-Actil.n Darmstädter Bankactien Täglich frische Krepp el» Die trauernden Hinterbliebenen Gießen, den 13. Januar 1890. Die Beerdigung findet Dienstag den 14. Januar, Vormittags 11 Uhr, vom Sterbehause (Schöne Aussicht) aus statt. Kassenöffnung 7t/2 Uhr. Anfang 8 Uhr Ende ioy2 Uhr. Freitag den I7. Januar: Auf Verlangen: „Starke Mittel“. Ein wahrer Schatz I für die unglücklichen Opfer der 8 Selbstbefleckung (Onanie) | und geheimen Ausschweifungen 8 ist das berühmte Werk: [HO 8 Dr. Metaus Seibstbewahrm-q | wiTiewwwrr H in der Aula deS Gymnafiums: Dr» twroos: Probleme der Malerei und der Plastik. Abonnementskarten, Einzelkarten und Studentenkarten sind Ferberffchen Buchhandlung zu haben. Schusters Caffee. Höchste Auszeichnung i Goldene Medaille. CÖln 1889 j Silberne Medaille. Verkaufsstelle Giessen: Heb, "Wallach, Markt 8. 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Pietsch) in Gießen. Me heutige Nummer umfeigt 6 Seiten (8®- Stellensuchende jeden Berufs plactrt schnell Reuters Bureau in Dresden, Maxstraße 6. 982 80. Aufl. Mit 27 Abbild Preis B 3 Mark. Lese es Jeder, der an den 8 schrecklichen Folgen dieses Lasters 8 leidet, seine aufrichtigen Belehrungen 8 retten jährlich Tausende vom 8 sichern Tode. Zu beziehen durch 8 das VerlagS-Magazin in Leipzig, E S Neumarkt 34, sowie d. j. Buchhandlg. 8 Richard Lerch. Minna, dessen Tochter Helene Pauli.* Graf Karaskoy Lenz'scher Feisenkeller. Heute Montag: Abschieds-Vorstellung der wohlbekannten Llliputanertruppe (3 Damen, 4 Herren) mit neuem Programm zu Gesang, Tanz, Deelamation, komischen Borträgen, verbunden mit Pantomimen und fL Lustspielen. Gastspiel der deutsch-jüdischen Gesang-, Tanz- und Jnstrumental-Duettisten Gebr. Schwerin, sowie des kleinsten Gesangs-Humoristen HugoFischer, 21 Jahre alt, 90 Ctm. groß. Gntrse 25 Pfg Anfang und 8 Uhr. 439) - »ir. Herz. 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Seit Samstag wölbt sich die Gruft des Mausoleums zu Charlottenburg über den Sarg, welcher die irdische Hülle von Deutschlands erster Kaiserin umschließt, und an der Seite ihres kaiserlichen Gemahls schlummert nun Kaiserin Augusta für immer. Der eigentliche Beisetzungsact selbst vollzog sich schlicht und einfach und nur in Gegenwart der fürstlichen Traucrgäste, um so imposanter und prunkvoller gestaltete sich der Leichenzug, der in seiner Anordnung vielfach dem Cere- moniell beim Begräbniß Kaiser Wilhelms 1. glich. Dem Beginne des Zuges ging ein Trauergottesdienst in der Kapelle des Berliner Residenzschlosses voran, nach dessen Beendigung der Sarg von 24 königlichen Kammerherren von der Estrade gehoben und. nach dem Leichenwagen getragen wurde. Nachdem der Sarg auf demselben niedergesetzt worden war, setzte sich der großartige und glänzende Trauerconduct in der zwölften Mittagsstunde in Bewegung, voran die militärische Leichenparade, und nahm er seinen Weg über die Schloßbrücke durch die Mittelpromenade unter den Linden und durch das Brandenburger Thor bis zur Sieges-Allee und von da weiter nach Charlottenburg. Zur Spalierbildung von der Sieges-Allee waren die nicht im Zuge befindlichen Mannschaften der Berliner Garnison, zur Spalierbildung in Charlottenburg selbst bis zum Mausoleum die Truppen der Garnisonen Charlottenburg , Spandau und Lichterfelde commandirt. Den Mittelpunkt des feierlichen Zuges bildete natürlich das fürstliche Trauergesolge, an dessen Spitze der Kaiser, umgeben von dem Könige von Sachsen sowie den Grobherzögen von Baden und von Weimar, schritt, woraus die übrigen Fürstlichkeiten folgten. An der Sieges-Allee verließen die allerhöchsten und höchsten Herrschaften den Leichenzug und begaben sich zu Wagen voraus nach dem Mausoleum, wo inzwischen bereits die Kaiserin, sowie die Großherzogin von Baden nebst den übrigen hoch- fürstlichen Damen direct vom Schlosse aus eingetroffen waren. Nach Ankunft des Trauerzuges am Mausoleum wurde der Sarg in die Grltft getragen und hier nach den speciellen Anordnungen des Kaisers beigesetzt. — Die Mehrzahl der zum Leicheubegäilgniß erschienenen fremden Fürstlichkeiten verließ bereits am Samstag Abend wiederum die Reichshauptstadt. Das abenteuerliche Gerücht, dem zttsolge sich der Kaiser von Oesterreich mit Abdantungsplänen tragen solle, ist von dem österreichisch-ungarischen Botschafter in Paris, Grafen Hoyos, einem journalistischen „Interviewer" gegenüber mit dankenswerther Bestimmtheit als erfunden bezeichnet worden. Hierbei soll sich nun Gras Hoyos auch über die Rolle Oesterreich-Ungarns, als Verbündeten Deutschlands, im Falle eines deutsch-sranzösischen Krieges geäußert haben, und zwar dahin, daß Oesterreich alsdann Deutschland im Rücken gegen einen etwaigen Angriff Rußlands decken, aber jedenfalls nie direct gegen Frankreich vorgehen würde. Ob diese Mittheilungen des österreichisch-ungarischen Vertreters in Paris indessen authentisch sind, muß noch dahin gestellt bleiben- wäre sie es aber, dann würde das Donaureich für den Fall eines deutsch-französischen Krieges freilich eine etwas seltsame diplomatisch politische wie militärische Shilling einnehmen. Der englisch-portugiesische Streit wegen des Nyassa-Gebietes in Südafrika ist, wenn man den jüngsten hierüber vorliegenden Meldungen glauben darf, mit einem Male als beigelegt zu betrachten. Portugal soll eingeiuilligt haben, Englands Forderungen gemäß jede weitere Action am Schireslusse und im Nyassalande einzustellen und seine bewaffneten Streitkräfte aus dem strittigen Gebiet zurückzuziehen. Das wäre freilich ein kläglicher Rückgang der portugiesischen Negierung, nachdem sie in dem Streithandel mit England bis jetzt immer so stolz ausgetreten war! Deutsches Reich. Berlin, 11. Januar. Ein erste r lieber blick über das Tableau der bislang auf geteilten Candida t e n ergießt, daß die Parteien sämmtlich noch ziemlich weit mit den vorbereitenden Arbeiten im Rückstand sind, daß also die knappe Frist von sechs Wochen bis znm Wahltag noch sehr kräftig ausgenutzt sein will. Soweit bis zur Stunde nach Mittheilungen der Presse die Candidatenaufstellung sich übersehen läßt, gestaltet sich das Gesammtbild folgendermaßen: Die Deutschconservativen haben in den SO Wahlkreisen ihres Besitzstandes 15 bisherige Vertreter lind 11 neue Candidaten ausgestellt, außerdem 4 gegen freisinnigen, 1 gegen national- liberalen, 2 gegen socialistischen, 1 gegen polnischen, 1 gegen demokratischen Besitzstand, zusammen 35 Candidaturen. — Die Freiconservativen haben in den 39 Wahlkreisen ihres Besitzstandes 19 bisherige und 2 neue Bewerber ausgestellt, außerdem 1 gegen den freisinnigen, 1 gegen den antisemitischen Besitzstand, zusammen 23 Candidaturen. — Die Natio- nalliberaleit haben in ihren 94 Wahlkreisen 46 bisherige und 13 neue Bewerber ausgestellt (es sind also noch 35 Wahlkreise des Besitzes mit der Erledigung der Candidatcnfrage im Rückstand), außerdem 10 gegen freisinnigen, 2 gegen ultramontanen, 4 gegen socialistischen, 5 gegen welfischen, 1 gegen demokratischen, 1 gegen wildliberalen Besitzstand, zusammen 77 Candidaturen. — Die Centrumspartei hat bis jetzt erst.15 alte und' 2 neue Bewerber in ihren 99 Wahlkreisen definitiv benannt, außerdem 2 Candidaten gegen con- scrvatioen Besitzstand, zusammen 19. — Die Deutschfreisinnigen haben 35 Wahlkreise im Besitz, woselbst bisher 16 alte und 3 neue Candidaten ausgestellt sind, außerdem 1 gegen ultramontanen, 25 gegen nationalliberalen, 25 gegen conservativen, 5 gegen socialistischen, 1 gegen wildliberalen Besitzstand, zusammen 76 Candidaturen. — Die Socialdemokraten haben in ihren 11 Wahlkreisen die Candtdatenfrage durchweg erledigt und 10 alte und 1 neuen Bewerber ausgestellt, außerdem 27 gegen freisinnigen, 27 gegen ultramontanen, 49 gegen nationalliberalen, 47 gegen conservativen, | 1 gegen welfischen, 1 gegen antisemitischen, 1 gegen wild- ' liberalen Besitzstand, zusammen 164 Candidaturen! — Die 1 Polen haben in ihren 13 Wahlkreisen bislang 5 alte und 1 neuen Bewerber, dazu 2 gegen nationalliberalen, 2 gegen conservativen Besitzstand benannt, zusammen 10 Candidaturen. — Die Welsen haben ihre 5 Vertreter wieder ausgestellt und greifen die Nationalliberalen in 3, die Socialisten in 1 Kreis an, zählen auch ihre Stimmen in Braunschweig, das bisher wildliberal vertreten war, zusammen 10 Candidaturen. — Die Demokraten haben ihren einen Alaun in Ansbach wieder ausgestellt und greifen in 5 Kreisen den national- liberalen, in 4 den conservativen Besitzstand an, zusammen 10 Candidaturen. — Die Antisemiten haben ebenfalls ihren einen Mann in Marburg wieder ausgestellt und greifen 1 mal den Freisinn, 5 mal die Nationalliberalen, 4 mal die Conservativen an, zusammen 11 Candidaturen. — Endlich sind zu verzeichnen 1 unbestimmt liberale Candidatur nichtfortschrittlicher Richtung in Dessau (bisher nationalliberal), 1 liberale Candidatur in Bückeburg (bisher conservativ), 2 liberale Candidaturen fortschrittlicher Richtung in Dithmarschen und Jena, endlich 1 Arbeiter-Candidatur in Saarbrücken und 1 nationale katholische Candidatur. (F. I.) Ausland. Wien, 11. Januar. Die „Polit. Corresp." erklärt in einer Zuschrift aus Konstantinopel die Darstellungen, nach welcher in jüngster Zeit in Armenien eine gewisse Gährung ausgebrochen und Ruhestörungen und blutige Zusammenstöße in Saturn Bezirk Musch vorgekommenen seien, sür unbegründet. Die Zustände in Armenien feien vollkommen normale. Ebenso sei es unrichtig, daß die Pforte Schakir Pascha anstatt Muktar Paschas als außerordentlichen Commissar für Egypten ernennen wolle und Muktar Pascha behufs Durchführung angeblich geplanter Reformen nach Armenien zu senden gedenke. Triest, 11. Januar. Der deutsche Aviso „Wacht" feuerte hellte von 8 Uhr Vormittags bis Mittag alle 5 Minuten' Kanonenschüsse ab anläßlich der T r a u e r f e i e r in Berlin. Bern, 11. Januar. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm hat dem Bundespräsidenten Ruchonnet für die beim Tode Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta Namens des Bundesrathes bewiesene Theilnahme telegraphisch Dank ausgesprochen. London, 11. Januar. Das „Reutor'sche Bureau" ist ermächtigt, das Gerücht, die Königin von England beabsichtige im Frühjahr Bad Homburg zu besuchen, für unbegründet zu erklären. Cocates und provinzielles Gießen, 13. Januar. v. Theater. Selbst die „Gespenster" von Ibsen, eine Bühnenschöpsung, die seit geraumer Zeit die ganze gebildete Welt beschäftigt und aufregt, bieten, wie der dürftige Besuch der Freitagsvorstellung erkennen ließ, nur für einen kleinen Bruchtheil der Gießener Bevölkerung Interesse. Eine ästhetische Würdigung des Familiendramas zu versuchen, kommt uns nicht 311, nachdem unsere ersten Aefthetiker sich theils sür, theils wider die „Gespenster" entschieden haben. Wer sich über Ibsen und die Richtung, die er vertritt, unterrichten will, dem können wir u. a. einige treffliche Aufsätze in der „Nation" oes Dr. Barth empfehlen. In Bezug auf die Vorstellung geziemt es sich, den Beneficianten die ersten Worte zu widmen. Die Rolle der Wittwe Alwing ist neben derjenigen Oswalds die dankbarste im Stücke. Freilich bietet sie der Darstellerin nicht geringe Schwierigkeiten. Ihrer wurde Frau Jaskowski völlig Herr- sie verstand es, eine packende Verkörperung der seelenstarken Frau und Mutter zu geben. Besonders ergreifend war ihr Spiel im zweiten und letzten Acte. Schade war nur, daß es durch eine katarrhalische Indisposition der Beneficiantin einigermaßen beeinträchtigt wurde. Pastor Manders ist eine mehr episodische Figur: er soll mit seinen starren Anschauungen von Selbstüberwindung und kategorischer Pflicht den Gegensatz zu der Frau bilden, die aus Grund ihrer Lebenserfahrungen in der Erregung zu sagen vermag, daß das Gesetz alles Unglück in der Welt verschulde. Herr Jaskowski spielte seine weniger dankbare Partie mit vollem Verständniß und bewahrte auch im Asfecte eine vornehme Würde. Die wirksamste und zugleich schwierigste Rolle in den „Gespenstern" ist die des unglücklichen Oswald. Ihre Wiedergabe durch Herrn v. Gallas kann wohl als großartig bezeichnet werden. Wir haben den Ausdruck reiflich erwogen und halten ihn nicht sür zu stark. Nur wer das Jbscn'sche Drama jdjon vor der Vorstellung genau gelesen hatte, konnte würdigen, mit wie geistvollem eindringenden Verständniß Herr v. Gallas seine Ausgabe erfaßt und aufs Lorgsültigste ausgearbeitet hatte. Schon das erste Auftreten dieses Oswald mii den bleichen eingefallenen Wangen und dem nnftäten Blick mußten jeden Kenner des Stückes heftig bewegen. Dann folgte eine ins Herz greifende Darstellung seiner Liebe zur Mutter, der Bitterkeit, die ihn Manders gegenüber befällt, seiner reuc- ! vollen Vorwürfe gegen fiel) und der jagenden, rasenden Angst, । die ihn quält. Erschütternd war vollends fein Spiel nach ! der Heimkehr von der Brandstätte, wie er in der furchtbaren | Ahnung des neuen Anfalles seiner Krankheit der Mutter alles I bekennt, um dann mit stierem Blicke, gebrochenem Körper und den ausdruckslos gesprochenen Worten: „Die Sonne . . die Sonne . ." zu offenbaren, daß das Gräßliche eingetreten ist. Schon manche .tüchtige Leistung haben wir von Herrn v. Gallas gesehen-Ksein Oswald hat alles bis jetzt von ihm Gebotene völlig in Schatten gestellt und aufs Neue überzeugend dargethan, daß der junge Künstler einen Lebensberus gewählt, in dem er sich anszuzeichnen, wie nicht sehr viele, berufen erscheint. Die Darsteller der Nebenrollen fielen begreiflicher Weise ziemlich ab, und es verräth ein geringes Unheil, wenn man Herrn v. Gallas mit ihnen in einen Topf wirst. Fräulein Maas entsprach ja ihrem gefälligenAeußeren nach wohl den Anforderungen ihrer Partie, aber ihre Darstellung war zu monoton, viel zu wenig vertieft und indi- vidualisirt. Sie repräsentirte im besten Falle in eben auch nicht zu prägnanter Weise eine Reginc, aber gewiß nicht die Negine Ibsens. Was sie zu wenig hatte, war bei Herrn Frank zu viel. Der Herr gab sich alle Mühe, scharf zu characterisiren, doch ging er zu weit. Die Ueberzeugung, daß er ein Heuchler sei, schien er einem mit aller Gewalt auf' drängen zu wollen - selbst in einem Schwank wären seine Farben zu stark aufgetragen gewesen. Das mußte viel seiner gemacht werden. Namentlich führten im ersten Acte die Uebertreibuiigen bis zur Unverständlichkeit ganzer Worte und Sätze. Uebrigens steht, wenn wir recht sind, im Ibsen nichts davon, daß Engstrand hier völlig betrunken erscheinen müsse. Daß auch sonst Herr Frank nicht gerade ängstlich bemüht war, den Intentionen des Dichters gerecht zu werden, zeigt auch der an und für sich unwesentliche Umstand, daß er — unseres Erinnerns — Ibsens Vorschrift zum Trotz im zweiten Acte nicht in Sonntagskleidung auftrat. Von diesen oberflächlichen Ausstellungen abgesehen, war die Vorstellung eine so treffliche und abgerundete, ihr Eindruck sichtlich ein so gewaltiger, daß sich die Direction durch eine Wiederholung den Dank vieler Interessenten sichern würde. — Ernannt wltrde am 8. Januar der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Ulrichstein Ludwig Schnur znm Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Zwingenberg mit Wirkung vom Tag des Dienstantritts seines Nachfolgers ab. — Die therrren Fleischpreise geben den Hausfrauen zu steter Klage Anlatz, welche auch gewitz in vielen Fallen berechtigt ist. Zum Glück gewährt der Fletschreichthum überseeischer Länder den Bewohnern Europas einigermaßen eine Ausgleichung. Besonders Liebigs Fleischextract, vernünftig angewendet, ist sehr geeignet, Abhülfe zu schaffen. Das früher zur Suppe verkochte frische Fleisch kann jetzt in gebratenem oder gedämpftem Zustande auf den Tisch gelangen. Die von den Knochen und dem Fett unter Zusatz einer kleinen Quantität Liebigs Fleischextract und etwas Suppenkraut oder Gemüse hergestellte Suppe unterscheidet sich durchaus nicht von der Bouillon aus frischem Fleische. Auf diese Weise kann das Gleichgewicht in manchem Hausstands-Budget wieder hergestellt werden; auch hierin spielt das ächte-Liebig'sche Fletschextract den Allerwelts- belfer in der Küche. Die vollkommenste Stahlfeder. Es ist lange das Ziel aller Stahlfedern-Fabrikanten gewesen, eine vollkommene Feder herzustellen, welche nicht klext, weder in das Papier eindringt, noch kratzt, und Einigen ist es gelungen, diesem Ziele sehr nahe zu kommen. Das Neueste auf diesem Gebiete ist von den Herren D. Leonardt & Co., Birmingham angeferttgt worden, welche diese Feder »Errreka" oder Kugelspitzfeder genannt haben, und wenn damit nicht das Richtige erfunden ist, so wird es niemals erfunden werden. Die Verbesserung ist erstaunlich einfach; sie besteht aus einer Einbiegung des äußersten Punktes der Federspitze, wodurch an der unteren Seite eine Halbkugel entsteht, welche die schreibende Spitze bildet. — In welche Lage auch immer die Feder gebracht wird, so berührt doch stets eine runde Oberfläche das Papier, so daß es eine vollkommene Unmöglichkeit ist, daß die Feder kratzt. Außer dem sanften Gleiten über das Papier trägt die Verbesserung dazu bei, daß die Feder mehr Tinte enthält und macht daher das Eintauchen ins Tintenfaß weniger oft nothwendig. Ein anderer Vortheil dieser Kugclspitzfeder ist, daß sie größere Dauerhaftigkeit hat, als gewöhnliche Federn, indem die Reibung lange nicht so groß ist. In der That hat die Kugelspitzfeder große Vortheile vor gewöhnlichen Federn voraus. Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 14. Januar: Afrikanerin. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 15. Januar, Nachmittags 3>/, Uhr: Dorfbarbier. Hierauf: Die Puppenfee. Ermäßigte Preise. Donnerstag den 16. Januar: Neu einstudirt: Der Nordstern. Große Preise. Freitag den 17. Januar geschlossen. Samstag den 18. Januar, Nachmittags 3*/r Uhr:Dorfbarbier. Puppenfce. Ermäßrgte Preise. Abends 7 Uhr: Die Jüdin. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 19. Januar, Nachmittags 3V2 Uhr: Dorfbarbier. Puppenfee. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Nordstern. Große Preise. Schauspielhaus. Dienstag den 14. Januar: Hüttenbesitzer. Gewöhnliche Preise. Mittwocb den 15. Januar: Gastspiel des Herrn Felix Schweighofer. Zum ersten Male: Der Schutzgeist. (Robert Blank: Herr Schweighofer.) Hierauf: Zum ersten Male: Höllenzwang. (Lenz: Herr Schweigböser.) Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 16. Januar: Gastspiel des Herrn Felix Schweighofer. Zum ersten Male wiederholt: Fi ft. (Musardidre: Herr Schweighofer. Außer Abonnement. Gewöhnliche Preise. Freitag den 17. Januar: Vorletztes Gastspiel des Herrn Felix Schweighofer. Zum ersten Male wiederholt: Schutzgeist. Hierauf: Höll en zwang. Gewöhnliche Preise. Samstag den 18. Januar: Nathan der Weise. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 19. Januar: Letztes Gastspiel des Herrn Felix Schweighofer. Neu einstudirt: Raub der Sabinerinnen. (Striese: Herr Schweighofer. Gewöhnliche Preise. 248 Fft neuen grobkörnigen [204 empfieb't Emil Oebig, Bahnhosstr. 30. Marktstr. 32. 395] 202 Bl- erdeten. 420 18 9 0 Verpackt in I u. 2 Pfd.-Büchsen, sowie Prachtexemplar Prachtexemplar l ausgewogen. 2' ’5] Zwei möblirte Zimmer an ruhige Besonders empfehlenswerth: Germania- Biseuit. sehr schmackhaft als Dessert; Kinder-Biscuit leicht verdaulich und nahrhaft selbst für Kinder von drei Monaten ab. GEGR: 1846 Wohnung von ca. b Zimmern und Zubehör gesucht zum Preise von 5—600 X Offerten unter X. an die Exped d. JeikgeSoLenes. 86] Wollene und wasserdichte Pferdedecken empfiehlt billigst Louis Wittich II», Sattler, Neustadt 6. I. A.: Bogt. Die Möbel und da» Clavier kommen am Dienstag zur Versteigerung. 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