1890 Donnerstag den 13. November Nr. 205 ichmer Anzeiger liihe. Kenerat-Unzeiger 1 Amts- und Anzeigeblirtt fSr den ICreU Gieren. HraLisöeikage: Meßmer JaMlimRätter 4. v. Gagern- y 'I nge. // // der M nach Maid-Watzenborn, // nach Kremen und des B e n der-Hungen, Bopp-Bellersheim, Geißler-Lollar, Der Vorsitzende: v. Gagern. Die Gießener W<«rtte«»rüite, »erden dem Anzeiger «GcheMlich dreimal beigelegt. Mw SchmlldMfsM Meuten Md n man die Wß 1,011 ulllWI 1 I----J-"1----L----------------- Annohmt von Änzcigen zu der Nachmittags für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Corrn. 10 Uhr. Die Urknndspersonen: Gnauth. Georgi. 1. für den Bezirk Gießen: Herr Ortsgerichtsvorsteher Gros zu Gießen und Herr- Stadtverordneter Vogt daselbst,- Der Protocollsührer: H a ch. Der Hietzrnrr Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. 2. für den Bezirk Lich: Herr Bürgermeister Roth zu Muschenheim^ 3. für den Bezirk Grünberg: Herr Müller Keil zu Grünberg. Wahl von 6 Sachverständigen für die Abschätzung der durch die Truppenübungen veranlaßten Flurbeschädigungen. Gießen, den 7. November 1890. Betr.: Jahresbericht der Fabrikinspectoren für 1890. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 22. v. Mts. — Anzeiger Nr. 254 — noch nicht entsprochen haben, werden hierdurch an alsbaldige Erledigung derselben erinnert. Geschehen Gießen, den 22. October 1890. VierMdswLirpgste Sitzung drs Kreistags des Kreises Gießen. Gegenwärtig: 1) der Vorsitzende: Großh. Provinzial-Director Freiherr von Gagern, 2) Großh. Amtmann Nebel, 3) . die Kreistagsmitglieder: Bürgermeister Balser-Albach, Fabrikant Georgi- Gießen, Oberbürgermeister Gnauth- Gießen, Rentner Ang. Heß-Gießen, Fabrikant M. H om b er ger-Gießen, Bürgermeister Jünger- Reiskirchen, Gemeinde-Einnehmer Lang- Wieseck, Bekanntmachung, die Abhaltung der Viehmärkte betreffend. Mit Rücksicht auf die große Verbreitung der Maul- Bekanntmachung. Montag den IT November l I., Nachmittags 1 Ubr, findet zu Grünberg im Gasthaus „Zum Hirsch" eine Zeltious-Uersammlung des lürttcrmifr Obstbamreins statt, in welcher Herr Landwirthschaftslehrer Dr. v. Peter aus Friedberg über die im Herbst d. Js. zu Friedberg stattgehabte Obstausstellung, was sie gelehrt hat und was man daraus lernen soll, sowie Herr Obstbautechniker Metz von Friedberg über die Obstsortenfrage sprechen werden. Alle Mitglieder des Obstbauoereins und alle Freunde des Obstbaues werden zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen. Gießen, den 11. November 1890. Der Vorsitzende der Section Gießen des Obstbauvereins. Nebel, Amtmann. Bekanntmachung. Gemäß § 39 der Kreisordnung wird nachstehend das Protokoll über die am 22. v. Mts stattgehabte außerordentliche Sitzung des Kreistags des Kreises Gießen zur öffentlichen Äenntniß gebracht. Gießen, den 8. November 1890. Der Vorsitzende des Kreistags des Kreises Gießen, v. Gagern. Alle Annonceri-Bureaur des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Klauenseuche verbieten wir auf Grund des § 28 Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung der Viehseuchen und des S 64 der hierzu erlaffenen Reichs-Instruction den Austrieb von Rindvieh, Schafen, Schweinen und Ziegen auf sämmtliche während des Monats November innerhalb des Kreises Büdingen stattfindenden Viehmärkte, ebenso das Feilbieten von Thieren der genannten Gattungen im Umherziehen im Bereiche der Gemarkungen der Marktorte an den Markttagen. Zuwiderhandlungen werden auf Grund des § 66 des angeführten Gesetzes bestraft. Büdingen, den 5. November 1890. Großherzogliches Kreisamt Büdingen. Kliets ch. Oeconom von Oven-Hungen, Bürgermeister Pracht- Grünberg, Adalbert Freiherr v. N o r d e ck zur Nabenan-Friedelhausen, Bürgermeister Roth- Muschenheim, „ S o m m e r l a d - Wieseck, Professor Dr. Streng-Gießen, Forstmeister Thaler-Gießen, Apotheker W e lker-Allendorf a. d. Lda., 4) Kreisamtsgehülfe Hach, als Protocollsührer. Nachdem der Vorsitzende die Sitzung eröffnet, die Versammlung begrüßt und die Beschlußfähigkeit derselben durch Feststellung der Präsenzliste constatirt hatte, werden auf seinen Vorschlag per Acclamation als Urkundspersonen für die heutige Sitzung die Herren: 1) Fabrikant Georgi- Gießen, 2) Oberbürgermeister Gnauth- Gießen bestimmt und Kreisamtsgehülfe Hach zum Protocollsührer für die heutige Sitzung bestellt und durch den Vorsitzenden mittelst Handschlag verpflichtet. Hieraus wird in die Tagesordnung eingetreten: 1. Prüsung der Ergänzungswahlen zum Kreistage. Die bereits vom Kreisausschuß nach Art. 28 der Kreis- 'vrdnung vorläufig geprüften und nicht beanstandeten Ergänzungswahlen zum Kreistage wurden für gültig erklärt und wurde auf Antrag des Vorsitzenden beschlossen, daß der mit der geringsten Stimmenzahl durch die 50 Höchstbesteuerten gewählte Rechtsanwalt Hirschhorn zu Gießen auf 3 Jahre zu fungiren habe. 2. Neuwahl eines Mitglieds der Einschähungscommisfion 1. Ab- theilung im Steuercommiffariat Griinberg für die Periode 1890/92. An Stelle des Gr. Bürgermeisters Pracht zu Grünberg wurde Sparkassenrechner Karl daselbst zum Mitglied der Einschätzungscommission 1. Abtheilung für den Steuer- commissariatsbezirk Grünbcrg und Bürgermeister Pracht zu dessen Stellvertreter für die laufende Periode gewählt. 3. Wahl der Sachverständigen für die nach dem Gesetz über die Kriegsleistungen vom 13. Juni 1873 vorzunehmenden Abschätzungen. Aus Antrag des Vorsitzenden wurden per Acclamation gewählt: -ferner öbeutfN -M Politische Uebersicht. Gießen, 12. November. Die wiederholt aufgetauchte und immer wieder demen- tirte Nachricht, Kaiser Wilhelm beabsichtige noch im Laufe dieses Herbstes seinen neuen Besitz, Schloß Urville bei Metz, zu besichtigen, ist jetzt aufs Neue aufgetaucht. Anlaß hierzu hat augenscheinlich der Umstand gegeben, daß der Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürst Hohenlohe, kürzlich in Urville weilte und hieraus direct nach Berlin reiste, vermuthlich, um dem Kaiser eingehenden Bericht über den Zustand seiner neuen lothringischen Besitzung zu erstatten. Ob sich nun der Monarch nach Lothringen begeben wird, dürste wohl bald bekannt werden. Mit dem erfolgten Zusammentritte des preußischen Landtages zu seiner neuen, durch die großen Reform-Vorlagen so besonders bedeutungsvollen Session sind wir wiederum in die Zeit der alljährlichen parlamentarischen Winterhochfluth eingetreten, welche mit der zwischen dem 25. November und dem 3. December zu gewärtigenden Wiedereinberufung des Reichstages ihren Höhepunkt erreichen wird. Das Interesse an den parlamentarischen Verhandlungen der Wintersaison wird sich diesmal gleichmäßig zwischen dem Reichsparlamente und dem preußischen Landtage zu theilen haben. In letzterem werden die hochwichtigen Vorlagen über die Reform des directen Steuer- und des Volksschul-Unterrichts-Wesens, sowie über die Landgemeinde-Ordnung für die östlichen Provinzen Preußens das Feld beherrschen, im Reichstage aber werden die weiteren Verhandlungen über die Arbeiterschutz-Vorlage im Mittelpunkte der Session stehen. Außerdem sind hier durch die Berathung der Novelle zum Krankenkassengesetz noch andere wichtige Verhandlungen socialpolitischen Characters zu erwarten, ferner gilt es, den neuen Reichsetat festzufetzen und höchst wahrscheinlich werden sich die Reichsboten auch mit der Frage der künftigen Verwaltung und Organisation von Deutsch-Ostafrika zu befassen haben. Diese Hauptpunkte im Arbeitsprogramm des Reichstages lassen genugsam die Wichtigkeit seiner bevorstehenden Winterthätigkeit erkennen, während doch anderseits auch die neue Session des preußischen Landtages sich zu einer hochbedeutungsvollen zu gestalten verspricht und kann man nur wünschen, daß das leidige Nebeneinandertagen der beiden parlamentarischen Körperschaften nicht in bedenklichem Grade auf ihre Arbeiten zurückwirken möge. Jedenfalls werden aber diejenigen des preußischen Landtages zunächst vorwiegeu und dürfte der Reichstag erst im kommenden Januar zur eigentlichen Entfaltung seiner Thätigkeit gelangen. Es heißt, dasi Finanzminister Dr. Miquel an diesem Donnerstag die in seinem Ressort sertiggestellten Entwürfe, betr. die Reform der Einkommen- und Klassensteuer und die Erbschaftssteuer, mündlich einbringen und hierbei eine große Programmrede halten werde. Der Gewerbesteuerentwuts dagegen soll dem Hause erst später vorgelegt werden. Ob sich die Minister v! Goßler und Herrsurth bei den von ihnen zu vertretenden Reformvorlagen zu einem gleichen Verfahren entschließen oder ob sie dieselben schriftlich einbringen werden, scheint noch nicht ganz festzustehen. In Italien wirkt noch immer der Besuch des deutschen Reichskanzlers in Mailand nach. Der Eindruck der Ministerbegegnung von Mailand ist offenbar auch in denjenigen Krisen der italienischen Nation, in denen man nicht übermäßig für das Zusammengehen Deutschlands und Italiens begeistert ist, ein tiefer und liegen hierfür eine ganze Reihe von Beweisen vor. Das Nachwort, welches die „Risorma", das Organ des italienischen Ministerpräsidenten, in einem sehr warm gehaltenen Artikel der Begegnung zwischen Caprivi und Crispi widmet, wird darum sicherlich bei der großen Mehrheit der Italiener ein lebhaftes Echo finden. Auch in den Wahlreden zweier hervorragender italienischen Politiker, des oppositionellen Nicotera und des ministeriellen Luzzatti, lassen sich unschwer die Wirkungen der Mailänder Begegnung erkennen, denn in beiden Kundgebungen wird entschiede:! das Festhalten Italiens am Dreibunde betont. In England bilden den Hauptgegenstand des Tages- interesses augenblicklich die von Stanley erhobenen schweren vierteljähriger 2 Mark 20 Psg. aÄ Bringerlohn. Durch die Post bezog«» 2 Mark 50 Psg. Webaction, Txpedttü» und Druckerei: Fernsprecher 51, Als Mitglieder der Commission wurden auf die Dauer von 6 Jahren die seitherigen Mitglieder und deren Stellvertreter, sowie Bürgermeister Geißler von Lollar einstimmig und Bürgermeister Stein von Kesselbach mit Stimmenmehrheit gewählt. 5. Wahl je eines Wahlmanns zur Wahl der Vertreter der Arbeitgeber und der Vertreter der Versicherten in den Ausschuß der Landesversicheruugsanstalt für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Auf Vorschlag des Kreisausschusses wurden als Vertreter der Arbeitgeber mit Stimmenmehrheit Herr Fabrikant Schirmer jun. von Gießen und als Vertreter der Versicherten auf Antrag des Kreistagsmitglieds Hornberger Herr Schmied Friedrich Müller von Gießen per Acclamation gewählt. Das Mitglied Freiherr von Nordeck zur Rabenau bat zu Protocoll festzustellen, daß er sich wegen seiner Un- kenntniß der vorgeschlageneu Personen der Wahl habe enthalten müssen. 6. Gesuch der Stadt Gießen um Entlastung von der aus sie entfallenden Quote des Gehalts des Kreisboten. - Dem Antrag des Kreisausschusses gemäß wurde beschlossen, dem Gesuch mit Wirkung vom 1. Mai d. Js. an zu willfahren. 7. Gesuch der Stadt Lich um nachträgliche Uebernahme der Kosten des recurrensfieberkranken Louis Börner von Apolda. Der Antrag der Stadt Lich um nachträgliche Uebernahme dieser Kosten wurde einstimmig abgelehnt, da der Unterstützte einen Unterstützungswohnsitz in Mühlhausen besaß und daher nicht zu der Categorie der landarmen Recurrensfieberkranken zu rechnen war, für welche die Uebernahme eines Theils der Kosten auf den Kreis seiner Zeit beschlossen wurde. , 8. Gesuch des Wetterauer Obstvereins um Bewilligung eines Zuschuffes aus Kreismitteln. Nachdem die Herren Oberbürgermeister Gnauth, Bürgermeister Bopp, Professor Dr. S.tre n g, von Oven, Freiherr von Nord eck zur Rabenau uud Bürgermeister Pracht bezüglich des Gesuchs gesprochen hatten, wurde einstimmig beschlossen, einen Zuschuß von 200 Mark aus Kreismitteln zu bewilligen. Nachdem hiermit die Tagesordnung erledigt war und weitere Anträge nicht gestellt wurden, wurde die Sitzung durch den Vorsitzenden geschlossen. zwaaren. •eiten, die in das Kürschner« lagen, werden prompt und ausgesührt in der Kürschnerei von irelzscismar Seltersrveg 41. 8450 8flrjüßüJ)tr tagst isch, im Abonnement 1 4 Steins Garten. D^anoram« :U & seiner Ver« MW 1 Jur? A Schüler ----RQQA fr»"- r>»erei QenSunb# M, Mn* M ich * yy «h. hknplch 9 , x y 9334 Hochachtungsvoll arl Berger, Amtliche* TheU. ÜDfi Aenerat'A^ Emil vor^o"' Bubach a- [3197 Beschuldigungen gegen die ermordeten Mitglieder seiner Emin- Pascha-Expedition, des Majors Barttelot und des Lieutenants Jamesson. Namentlich Major Barttelot, der Führer der am Aruwuhmi zurückgelassenen Nachhut der Stanley'schen Expedition, ist von Stanley einer Reihe grausamer und verab- scheuungswerther Handlungen bezichtigt worden, an die man in England Anfangs nicht glauben wollte. Jetzt aber erklärt ein anderes Mitglied der Stanley'schen Expedition, Bonny, in einer längeren Zuschrift an die „Times" alle die von Stanley erhobenen Anschuldigungen Barttelots und James- sons für wahr, die also durch ihr Verhalten einen dunklen Flecken auf die Ehre des englischen Namens in Afrika geworfen haben. Anderseits freilich werden Barttelot und Jamesson für unfähig erklärt, die ihnen zur Last gelegten Grausamkeiten begangen zu haben, aber gegenüber den bestimmten Aussagen Bonnys ist leider an der Wahrheit der von Stanley erhobenen Anklagen kaum mehr zu zweifeln. Die neue griechische Deputirtenkammer ist am Montag mittels Thronrede eröffnet worden. Dieselbe erwähnt die Geburt des Sohnes des Kronprinzen Constantin, betont den Wunsch Griechenlands nach Aufrechterhaltung seiner guten auswärtigen Beziehungen, gedenkt der Wahlen und des Cabinetswechsels und verheißt Verbesserung der Finanzen und her Municipaleinrichtungen, sowie Förderung der Organisation der nationalen Vertheidigung. Die Rede wurde von der Kammer mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Reich. Darmstadt, 11. November. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 1. l. M. in Gemäßheit der Art. 3 und 6 des Gesetzes vom 17. Juni 1874, die landständische Geschäftsordnung betreffend, den Geheimerath v. Werner zum landesherrlichen Commissär für die Erste Kammer der Stände, sowie den Geheimerath Br. Jaup und den Ministerialrath Emmerling zu Mitgliedern der landesherrlichen Einweisungs-Commission für die Zweite Kammer der Stände zu ernennen geruht. Netteste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 11. November. Der Kaiser machte Nachmittags 4*/4 Uhr dem Reichskanzler einen längeren Besuch. — Der „Reich sanzeiger" meldet: Die Einfuhr lebender Schweine aus Bielitz und Steinbruch ist nunmehr auch in die Schlachthäuser von Sagan, Sprottau, Lauban und Jauer widerruflich gestattet. Berlin, 11. November. Der Minister von Bötticher empfing heute die Vertreter der Ostseestädte von Königsberg, Danzig, Stettin und Lübeck, welche ihre Wünsche bezüglich der in Vorbereitung befindlichen zollpolitischen Vereinbarungen vortrugen. Berlin, 11. November. Die Arbeiterschutz- Commission nahm den § 134, nach welchem auf die Fabrikarbeiter die Bestimmungen der §§ 121 —133 über die Verhältnisse von Gehülfen, Gesellen bezw. Lehrlingen Anwendung finden, unverändert ein; § 134a betreffend die Arbeitsordnungen wurde mit dem Amendement Stumm, wonach für einzelne Betriebsabtheilungen besondere Arbeitsordnungen zu erlassen seien, angenommen. Berlin, 11. November. Der heutigen besonderen Sitzung des Landes-Oeconomie-Collegiums im landwirth- schastlichen Ministerium wohnte der Kaiser bei. Er griff bei dem Antrag des landwirthschastlichen Centralvereins Königsberg, betreffend Schutzmaßregeln bei Landwirthschastsmaschinen (Generalreserent Geheimrath Thiel), in die Debatte ein und hob die häufig vorkommenden Verletzungen durch Riemen- tranZmissionen hervor. Der Kaiser betonte die Nothwendigkeit eines erhöhten Schutzes für Leben und Gesundheit der Arbeiter. An dem sich anschließenden Diner nahm der Kaiser ebenfalls in regster Unterhaltung theil. BreSlau, 11. November. Die Provinzialsynode sprach sich der „Schlesischen Zeitung" zufolge dahin aus, daß den polnisch sprechenden Sachsengängern an ihren auswärtigen Arbeitsstätten kirchliche Pflege in deren Muttersprache zu Theil werde. Die Provinzialsynode beschloß ferner, die Generalsynode um eine entscheidende Erklärung darüber anzugehen, auf welche religiösen Lehrbücher sich das Recht der Synode aus Paragraph 65 der Kirchengemeindesynodalordnung, betr. die Zustimmung zu deren Einführung, beziehe. Breslau, 11. November. Auf ihre an Se. Majestät den Kaiser gerichtete Adreffe ging der Provinzialsynode, wie die „Schlesische Zeitung" meldet, ein Allerhöchstes Cabinet- schreiben zu, in welchem es heißt, Se. Majestät der Kaiser, Allerhöchstwelcher ebenso wie Ihre Majestät die Kaiserin mit Vergnügen des diesjährigen Verweilens unter den in Treue erprobten Schlesiern gedenke, sei auf das Angenehmste durch die Segenswünsche der Synode berührt. Se. Majestät laffe danken und hoffe, die Arbeiten der Synode würden mit Gottes Hülfe der evangelischen Kirche und deren Mitgliedern zum Segen gereichen. — Die Synode beschloß ferner, den Oberpräsidenten zu bitten, eine generelle Verordnung zu erlassen, welche Mädchen unter 17 Jahren und Männern unter 18 Jahren den Besuch von öffentlichen Tanz-Lustbarkeiten untersagt. Speyer, 11. November. In Pirmasens erfolgte ein Ausstand der Arbeiter des Schuhmachergewerbes. Die Fabrikanten weigerten sich, mit den Arbeitern zu unterhandeln und die Fabrikordnung abzuändern. Helgoland, 11. November. Der Gouverneur erließ eine Mittheilung an die Lootsen, wonach diejenigen Lootsen welche im Kriegsfälle Lootsendienste an der deutschen Marine verrichten wollen, einige Zeit behufs besonderer Ausbildung aus der deutschen Marine Dienst zu thun haben. Bern, 11. November. Bei der Wahl des Großen Raths in Gens wurden 51 Liberalconservative, 44 Radical- liberale, 4 Dissendenten und 1 Unabhängiger gewählt. Der in dieser Weise neu gebildete Große Rath wird voraussichtlich die bisherigen radicalliberalen Mitglieder des schweizerischen Ständeraths durch Liberalconservative ersetzen. Danach würden von den 44 Mitgliedern des Ständeraths 22 der conservativen Gruppe und dem Centrum angehören. Wien, 11. November. Heute sand im erzbischöflichen Palais die erste Bischossconserenz statt. Den Vorsitz führte Cardinal Schönborn unter Theilnahme auch des Fürstbischofs Kopp. Salzburg, 11. November. Der Landtag beschloß, die für die Errichtung einer freien katholischen Universität gesammelten 10,000 Gulden künftighin nicht durch den Universitätsverein, sondern durch den Landesausschuß verwalten zu lassen. Der Erzbischof von Salzburg sprach sich gegen den Antrag, Abgeordneter Lienbacher für denselben aus. Paris, 11. November. Nach Meldungen aus Rosario (Argentinien) vom 10. d. Mts. kamen anläßlich der Wahlen Ruhestörungen vor, wobei einige Personen getödtet und einige verwundet wurden. Die Ruhe wurde wieder hergestellt. Loudon, 11. November. Heute Morgen stieß bei Taunton ein Güterzug mit dem Extrazuge, der von Südafrika in London angekommene Passagiere nach Plymouth brachte, zusammen. Zehn Personen sollen getödtet, acht — mehrere schwer — verwundet sein. London, 11. November. In der bereits erwähnten Rede beim Lordmayors-Banket sagte'Lord Salisbury noch, daß alle Anzeichen auf Frieden deuten, jedenfalls auf ein Jahr. Die Verwirklichung der Beschlüsse der Antisclaverei- Conferenz stelle Holland allein in Frage; es sei offenbar, daß, wenn nicht die Wünsche der Majorität irgend einer Conserenz die Zustimmung der übrigen erhalten, sich kein großes Resultat erlangen lasse. Holland werde diese Wahrheit eventuell erkennen und England Mittel finden, die Schwierigkeit zu beseitigen, welche das edelste Unternehmen zur gänzlichen Unterdrückung des Sclavenhandels zu vereiteln drohe. In Betreff Afrikas sei das Abkommen mit Frankreich und Deutschland complet. Das mit Portugal auf sechs Monate abgeschloffene zeitweilige Abkommen halte die territorialen Abmachungen vom August augenblicklich ausrecht und lasse beiden Parteien nach Ablaus der sechs Monate absolute Freiheit, die territorialen Arrangements von Neuem zn erwägen. Er sei erfreut, daß der Freihandel jenseits des atlantischen Oceans einen Sieg oder einen scheinbaren Sieg errungen habe, oder wenn es sich nicht um eine Sache des Freihandels handelte, sei es mindestens ein Protest gegen eine extravagante Schutzzollpolitik, aber der Tarisconflict dauere in der ganzen Welt fort; überall würden Resolutionen gefaßt und Pläne entworfen, den Verkehr der Nationen mehr zu beschränken. „Wir müssen diesen Kampf aussechten können, aber keine Repressalien üben, denn unser Taris ist schon auf den niedrigsten Stand gebracht." Mit Bezug auf den Conflict zwischen Capital und Arbeit bekämpfe er eine Beschränkung der Arbeitszeit auf dem Wege der Gesetzgebung. „Der einzige Vortheil, den wir vor anderen Ländern im Handelsverkehr haben, ist die Freiheit unserer Institutionen. Begeben wir uns dieser Freiheit, so werden uns andere Länder an Capital, Handel und Wohlstand überflügeln, und die ersten, welche darunter leiden, wären die Arbeiter." Madrid, 11. November. Heute Vormittag brach in einer hiesigen Tabaksabrik eine große Feuersbrunst aus, die den größten Theil der Fabrik eingeäschert hat. An 6000 Personen sind dadurch arbeitslos geworden. Das Feuer war noch am Abend ungelöscht. Die Königin besuchte Nachmittags die Brandstätte und versprach den arbeitslosen Frauen Hülse. Die Menschenmenge begrüßte die Königin enthusiastisch. Die Wiederaufnahme der Arbeit in der Tabaksabrik soll möglichst bald erfolgen. Brüffel, 11. November. Die Manifestation zu Gunstendes allgemeinen Stimmrechts verlies in guter Ordnung. Der Zug zählte gegen 10000 Personen. Bei Entgegennahme der Petition erklärte Bürgermeister Buls, er sei für die Erweiterung des Stimmrechts, aber ein Gegner des allgemeinen Stimmrechts. Der progressistische Deputirte Janson sprach sich für die weitere Ausdehnung des Stimmrechts aus, dessen Modus eventuell eine neue Kammer bestimmen würde. Der Senator Debroukere erklärte sich entschieden gegen eine Verfassungsrevision im gegenwärtigen Augenblicke. totales mtfc protmtsicUes* Gießen, 12. November. — Ernannt wurden am 23. October d. I. der Schaffner bei den Oberhessischen Eisenbahnen Heinrich Biedenkapp zum Zugführer und der Bremser Ludwig D ö ll zum Schaffner bei diesen Bahnen. — Der gestern Abend aus Beranlaffung des Gewerbe- Vereins in Steins Garten von Herrn A. Egts gehaltene Vortrag über den 1. Theil des Themas: „Die Maschine in tzer Eleetrotechnik und die Hilfsmittel znr Versorgung ganzer Städte mit Strom" hatte ein recht zahlreiches Publikum versammelt. Bei dem Jntereffe, welches sich der Electricität aus fast allen Gebieten unseres öffentlichen und gewerblichen Lebens in dem letzten Jahrzehnt zugewendet, kann es natürlich nicht fehlen, daß die Gelegenheit, durch Veranschaulichung von Experimenten und der dazu erforderlichen Apparate einmal etwas tiefer in das Wesen derselben einzudringen, wahrgenommen wird. Das, was über die Vortragsweise und die vorgeführten Maschinen bereits in einigen Nummern des „Anzeigers" (s. Nr. 257 u. 262) berichtet, entsprach voll und ganz dem Gebotenen; die Anwesenden folgten deshalb mit besonderer Aufmerksamkeit dem äußerst lehrreichen Vortrage des Herrn Egts. Besonders sei aus der Fülle deS Vorgetragenen angeführt die streng methodisch durchgeführte Erläuterung des Baues und der Wirkungsweise der dynamo-electrischen Maschine, die vielfache Verwendbarkeit des electrischen Stromes zu Löthungen, Schmelzungen, zurReparatur gesprungencrDampfkessel,zu Schweißungen u.s.w.,. die electrische Kraftübertragung und die Verwendung der Electricität im Gewerbe und bei der electrischen Eisenbahn. So erregte namentlich ein electrisch erleuchteter und durch Electricität bewegter Miniatur-Eisenbahnwagen, der mehrere Male seinen die ganze Breite des Saales messenden rasch hergestellte» Schienenweg in beiden Richtungen durchfuhr, besondere Freude, so daß wir wohl im Sinne aller Anwesenden handeln, wenn wir hier die Bitte aussprechen, daß diese kleine Eisenbahn heute Abend noch einmal vorgeführt werden möchte. Wenn man die Aufwendung von bedeutenden Mitteln, das Herbeischaffen und Ausstellen der vielen complicirten, zum richtigen Verständniß des Vortrages aber unentbehrlichen Maschinen und Geräthe berücksichtigt, so kann man dem Gewerbeverein es als ein besonderes, seinen Bestrebungen würdiges Verdienst anrechnen, wenn er der hiesigen Einwohnerschaft Gelegenheit gab, einem so interessanten und lehrreichen Vortrag beizuwohnen. Die gestern Abend bewiesene Meisterschaft des Herrn Egts in der allgemein verständlichen Erläuterung der den Experimenten zu Grunde liegenden Vorgänge wird nicht verfehlen, auch dem heutigen zweiten Vortragsabend ein zahlreiches Publikum zuzusühren. — Die am 6. November beim 116. Regiment eingestellten Rekruten leisteten heute Vormittag 9 Uhr in der Stadtkirche, wohin die Fahnen des Regiments gebracht wurden, den Fahneneid. p. Theater. Die Vorstellung des bekannten L'Arrong e- schen Lustspiels „Der Compagnon" erfolgte erfreulicher Weise vor einem etwas zahlreicheren Publikum, als es die letzten Wochenaufführungen aufzuweisen hatten. Wünschen wir, daß diese Erscheinung Dauer gewinnen und so dazu beitragen möge, unser Gießener Theaterunternehmen zu stützen, zu sördern und aus eine immer schönere Höhe zu heben. — Gespielt wurde das nette Stück recht gut. Vor Allen zeichnete' sich Herr Director Adam Reiners durch sein feines wahre- Spiel aus. Es ist wirklich anerkennswerth, wie unermüdlich sich Herr Reiners, aus dessen Schultern doch auch die ganzen umfassenden Directorialarbeiten ruhen, auch als Schauspieler zeigt. Sehr hübsch war Frl. Elisabeth Bischoffs Spiel in der Rolle der Adele, während Herr Goullon schon bei etwas weniger Zerstreutheit und seltenerem Versprechen mehr hätte fertig bringen können. Sehr sympathisch berührte das warme Spiel Frl. Ungers, die sich immer mehr als ein äußerst vielseitig verwendbares und nach den verschiedensten Richtungen hübsch talentirtes Mitglied unseres Theater- herausstellt. Sehr erheiternd wirkte Herrn Biebrach- treffendes Spiel als Dichter Winkler und mehr noch der allen Sätteln gerechte Herr Winolt. Frl. Martin schädigte wieder einmal durch eine unpassend jugendliche Maske und Haltung ihre sonst recht ordentliche Leistung. Sehr nett war hingegen Frau Anni Reiners in der kleinen Rolle der Marie. An Stelle von Frl. Reilst ab hätten wir lieber Frl. Antonie Roland gesehen, da die erstere ihrer Aufgabe nicht gerecht wurde. Die übrigen Mitwirkenden thaten das Ihre. Grüllberg, 8. November. Der hiesige Turnverein beabsichtigt die Erbauung einer Turnhalle. Von Interesse ist, daß der Verein hierbei auch aus eine Unterstützung von Seiten der in New-Aork lebenden Landsleute hoffen darf. Der dort bestehende „Grünberger Verein" hielt nämlich neulich seinen sechsten Jahresball zur Feier des Grünberger „Gallusmarktes". Gelegentlich dieser Feier forderte Herr John W. Fleck, der im Lause des Sommers einige Woche« in unserer Stadt weilte, alle anwesenden Grünberger auft sie möchten dem Grünberger Turnverein als außerordentliche Mitglieder beitreten, um durch ihre Beiträge das Baucapital zu verstärken, damit der Bau einer Turnhalle recht bald in Angriff genommen werden könne. Friedberg, 8. November. Die hiesige erweiterte Handwerkerschule zählt seit Beginn des Winterhalbjahres über 100 Schüler ans Friedberg und der Umgegend. Der Vorstand des Ortsgewerbevereins hat gerne die Gelegenheit eines so starken Besuches benutzt, in ausreichendster Weise den Unterricht einzurichten, und hat, unterstützt durch dir bereitwillige Ueberlassung zweier weiteren Schulsäle durch die Stadt, nunmehr sechs Lehrer gewonnen, die an der Anstalt thätig sind. Lorbach a. H^ 11. November. Gestern fand dir Wahl des neuen Bürgermeisters statt, da der frühere langjährige Bürgermeister mit Tod abgegangen ist. Als Nachfolger war Herr Beigeordneter G. Frey ausersehen, welcher das Vertrauen seiner Mitbürger besitzt. Er lehntr jedoch ab, weil er glaubte, daß er schon in etwas vorgerücktem Alter (Sechziger) sei. Die Wahl fiel daher aus Herrn H. Frey, welchem 33 von 55 Stimmen zufielen. E. Büdingen, 11. November. Angesichts der großen Ausdehnung, welche die Maul- und Klauenseuche in mehreren Gemeinden des Kreises genommen hat, liegt die Befürchtung nahe, daß bei weiterer Durchführung der seither ersoffenen Anordnungen die jetzt dringlich gewordenen Feldbestellungsarbeiten nur unter großen Schwierigkeiten vollendet werden können und der Landwirthschaft hieraus ein bedeutender Schaden erwachsen würde. Es hat deshalb das Großh. Kreisamt Milderungen der gegen die Seuche erlassenen Anordnungen getroffen und zunächst die betr. Bürgermeistereie» ermächtigt, die Verwendung solcher Thiere aus gesperrte« Gehöften, die nicht erkrankt sind oder zwar von der Seuche befallen waren, aber augenscheinlich wieder gesund geworden sind — auch bevor die Abheilung der Seuche amtlich fest- gestellt worden ist — zur Feldarbeit innerhalb der Gemarkung zu gestatten. Ebenso hat Großh. Kreisamt Büdingen das Durchfahren mit Zugthieren (Rindvieh) durch gesperrte Gemarkungen, ohne Aufenthalt, gestattet. Die Er- laubniß zur Verwendung von Rindvieh als Zugvieh ist aber nur dann zu ertheilen, wenn die betr. Bürgermeister resp. die mit der Besichtigung der Thiere betrauten Sachverständigen die Ueberzeugung gewonnen haben, daß diese Thiere .«Ä * Damstadt, 1000 9» UI'F“’ n Person rourlen. H'äl getreten, W® 8*'® gezecht W' " . y,gleit 9** -senden Grünb-rz-r auf, rein als autzerordentlche Beiträge das 8a«*?1 Turnhalle recht bald i° ^»eifeunoenu, "'»eilbun.k ■|,”v Men w • tr El-e- ^«unM"' ®« »Sen, der ®«= Enb=nraStetc^I= khr, dKAE'-' diese I» *« ’S» «nt’S" Ä?‘“Ä Ä Ä&ffi fS’Ä’Js 5* k >» £ .W Nb nicht Der- ■"««»,4 tin ^(= " 116' Nmm e» 'rnnttag 9 Uhr fa T« Mnts gebracht wurden, Flamen L'Arronge- « ^°lgte erfreulicher Publikum, als es die en hatten. Wünschen gewinnen und so dazu unternehmen zu stützen, [eie Höhe zu heben. — sut. Vor Men zeichnete durch sein seines wahres swerth, wie unermüdlich •rn doch auch die ganzen i, auch als Schauspieler >eth Bischosss Spiel rr Goullon schon bei euerem Versprechen mehr sympathisch berührte das ch immer mehr als ein nach ben verschiedensten leb unseres Theaters 1 Herrn Biebrachs id mehr noch der allen l. Martin schädigte jugendliche Maske und istung. Sehr nett war der kleinen Rolle der ab hätten wir lieber die erstere ihrer Aus- n Mitwirkenden thaten (8 st-«, b" ift M °d «Äwirf** ter ®-8 ’ @r > " Ä fiel d-h-laui Die ®^ Ljieien. 55 »’S*» groß-" , M' „enfe“*'/ n«6 fll“ ( at di-f' ,nofflfflen ,-i.h- ' 1^". enen 8-16' ^ngl'ch fr ienw^ !2leihen event. auch zu verkaufen bei D. W. Karnbach, 9067] Marktplatz 1, zwei Treppen. 8114] Fr. Schellfische, Kiel. Sprotten «. Bückinge bet E Dort. Walli ho rstr 94711 Mnd-rbettstelle mit Matratze und Köpftet! billig abzugeven. KaplanSgaste 5 (Nebeuhaus). Oeffenlliche Bekanntmachung. Max Wafferschlebeu zu Gießen ist wegen Geisteskrankheit entmündigt worden. Rechtsgeschäfte mit demselben können gültig nur unter Zustimmung seines Vaters und Pflegers, des Großh. Professors i P. Geheimerath Dr. Waffersch- leben zu Gießen, abgeschlossen werden. Gießen, 10. November 1890. Großh. Amtsgericht. ______Stammler._____9448 Aufforderung. Die unbekannt wo abwesenden In, Haber der in unserem Firmen-Register eingetragenen Firmen: 1) „Rosa Appel", 2) „Fabrik in Thürdrückern von Cdr. Daudt", 3) „Wilhelm Heyrr", 4) „Fr. Levy", 5) „Oberhefsische Actiengesellschast für Bergbau und Hüttenbetrieb" und beziehungsweise deren Rechtsnach, ' folger werden ausgefordert, binnen drei Monaten etwaigen Widerspruch gegen die Löschung dieser Firmen schriftlich oder zu Protocoll des Gerichtsschreibers geltend zu machen, widrigenfalls die Löschung von Amtswegen vollzogen wird. Gießen, 30. October 1890. Großh Amtsgericht. _____Kullmann._____9453 Donnerstag den 11. December, Nachmittags 2Va Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsaericht die dem Martin Schmidt in Gießen gehörige Hofraithe: Flur I Nr. 797 — 37 Meter in der Schloßgasse öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 29. October 1890. Großh- Orisgericht Gießen. I V.: Bogt. 9078 Aeilgeöotenes. Mühlenverkauf. 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Kupferberq „Nichts Unrechtes, Herr Doctor, nichts Unrechtes! Sie war unter meinen Augen herangewachsen, zur Jungfrau emporgeblüht. Ich hatte nie ein Wort zu ihr gesagt, nie, daß sie mein Ein und Alles war, mein Traum zur Nacht, mein. Gedanke zu Tage. Ich wußte, daß es eine thörichte Leidenschast war, denn sie war die Tochter eines Millionärs und ich — ein armer deutscher Schulmeister. Aber dennoch — ja, ich konnte es nicht lassen, ich liebte sie, Herr, liebte sie wie den Stern und Kern meines Lebens. Eines Tages war sie eben hinausgegangen, um ein Buch^ zu holen. Da griff ich zufällig nach dem kleinen alten Gebetbuch, das unter ihren Schriften lag- ich blätterte darin und finde am Rande mit Bleistift geschrieben die Worte: „Der liebe gute alte Walter — Liebe — " Ich steckte das Büchlein hastig ein, als sie wieder eintrat, ich stahl es, wenn Sie wollen! Ich kam so befangen zurück, so verwirrt — die Stunde war auch bald zu Ende, ich ging. Ein paar Wochen darauf — die Ferienzeit war vorübergegangen — kam ich in das Haus des kleinen Mädchens zurück. Da ich ja im Hause bekannt war, hatte mich zufällig Niemand gemeldet, ich ging leise in das Besuchszimmer, da stand sie Arm in Arm mit einem jungen hübschen Manne. Sie hatte das Haupt an seine Brust gelehnt und flüsterte zärtlich, o, so zärtlich: „Walter, mein lieber, guter Walter, meine Liebe, mein Alles!" Ich schlich still zurück. Die Liebenden hatten nichts vernommen, da aus den weichen Teppichen mein Schritt unhörbar blieb. Ich verließ das Haus — und dann kam der Wahnsinn über mich. Ich war nicht ihr Walter gewesen. Sehen Sie, Herr Doctor, das ist die Geschichte des * Darmstadt, 7. November. Daß die Pferd ezucht bei entsprechender Leitung noch rentiren kann, beweist ein dieser Tage stattgehabrer Berkaus. Herr Landstallmeister v. Willich kaufte nämlich im Auftrage eines Berliner Vereins von den Großh. Hofmeiereigütern ein 2^/zjähriges Fohlen zu dem enormen Preise von 2400 Mk. Es ist dies wohl der höchste Preis, der in Hessen überhaupt einem Züchter für ein selbstgezogenes Thier geworden ist. Zu diesem schönen Erfolg kann man der Leitung der Hofmeierei-Güter nur gratuliren. * Groß-Umstadt, 9. November. In einer Rolle silberner 20 Pfg.-Stücke wurde kürzlich aus einem Bureau dahier ein ebenso seltener, als in seiner Art werthvoller Fund gemacht. Unter den Stücken fand sich nämlich ein solches, welches auf seiner Reversseite das ganze Vaterunser in erhabener lateinischer Schreibschrift enthielt. Die Arbeit ist in so verkleinertem Maßstab ausgeführt, daß sie nur mit bewaffnetem Auge lesbar ist. * Berlin, 9. November. In den Volksküchen speisen wöchentlich ca. 40 000 Menschen, Beweis genug für die Güte der Speisen. Am 17. November wird die Abendspeisung in allen Volksküchen von 6—8 Uhr beginnen und trotz der theueren Nahrungsmittelpreise behält auch dieses Jahr der Verein die alten Portionspreise bei, nämlich 10 Pfg. für Bratkartoffeln und Wurst, 8 Pfg. für Kartoffeln und einen Hering, 5 Pfg. für 4/ö Liter Suppe oder einen Becher Thee resp. einen Becher Kaffee mit Milch und Zucker. * Frankfurt a. M., 6. November. Einem Beschlüsse der letzten Hauptversammlung des Zweigverbandes V (Frankfurt a. M.) des Deutschen Schriststellerverbandes entsprechend, wird Samstag den 29. d. Mts. dahier eine gesellige Vereinigung der Verbandsmitglieder stattfinden. Es ist bereits ein Ausschuß ins Leben getreten, der sich bemühen wird, den Abend zu einem möglichst gemüthlichen und zugleich für die Zwecke des Vereins ersprießlichen zu gestalten. An der Vereinigung werden auch die Damen der Verbandsmitglieder theilnehmen. * Eisenberg, 7. November. In der benachbarten Gemeinde K, war dieser Tage eine große Treibjagd angesagt. t bei dem schmerz- )ie reichen Blumen- er Dr. Naumann 9467 e Michel. r Sämrrrtltche Beuheiten in Taschentüchern Gustav Haustein, Asterweg 6. Eben war das erste Treiben beendet, !71 Hasen waren zur Strecke gebracht und unter den Schützen herrschte stolze Freude über das befriedigende Ergebniß, als plötzlich der — Gerichtsvollzieher aus der Bildfläche erschien und die ganze Jagdbeute im Auftrage eines Gläubigers des Jagdpächters pfändete. Unter solchen Umständen fand natürlich das Jagdvergnügen ein vorzeitiges Ende. * Eine Unsitte, welche nur zu häufig beim fröhlichen Zusammensitzen am Wirthstifche geübt wird, ist das Werfen mit Schalen, Pfropfen, Brodkügelchen u. dgl. Dingen nach anderen Gästen. In einem dieser Tage in Worms vorgekommenen solchen Falle nahm dieser vermeintliche Scherz einen recht üblen, zur Warnung dienenden Ausgang. Ein Gast, welcher sich bei einem Italiener in der Wirthschast heiße Maronen gekauft, warf im Scherze eine solche dem Verkäufer nack, dieselbe flog über jenen weg und traf einen Handlungsreisenden so unglücklich ins Auge, daß letzterem sofort die Sehkraft schwand und alsbald ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Der Verletzte war in Folge des Unfalls genöthigt, seine Geschäftsreise zu unterbrechen. * Ein Sprachkenner. „Jo wissen's" — so läßt sich ein biederer Ungar über die Schwierigkeiten der deutschen Sprache aus — „das Lächerlichste in deutscher Sproche sind Geschlechtswörter, wos man sogt, die Artikel. Jedes Wort Hot anders Geschlechtswort und meistens umgekehrt ols wie wos richtig. Ols wie zum Beispiel: Dos Frauenzimmer! Dos ist jo unrichtig und sollte richtig sein: Die Frauenzimmer. Oller- dümmstes ober ist, doß gibt ebadta in deutscher Sproche Wörter was hoben gor drei Geschlechtswörter auf einmol, ols wie. mou zum Beispiel sogt: Doß di' der (das die der) Teiwel hol'! No wissen Sie, do hört sich ober Olles auf!" feinstes Tafel- und Kochobst empfiehlt H. Klotz. MäuSburg 17. M, sowie besonders T»t Dr. Naumann 1 9461 lin- Goldie 127.87 422 50 208 50 158-50 141'50 11750 6i69 Fenilleton. Nr. 586. Scizze von Ernst Otto Hopp. (Schluß.)/ Der Gesprächsstoff ging endlich aus und wir saßen schweigend da. „Es wird Zeit, daß wir hintergehen," sagte ich. Er nickte. „Noch ein kurzes Wort, Herr Doctor," entgegnete er. „Es geht etwas vor im Lager- ich habe gehört, daß wir morgen oder übermorgen angreisen werden. Und nicht Jeder kommt aus der Schlacht zurück. Meine Stunde hat geschlagen, ich weiß es, ich falle im nächsten Gefecht." „Unsinn, Mann!" erwiderte ich. „Solchen Einbildungen muß Keiner sich hingeben." „Nein," sagte er leise, „meine Ahnung wird mich nicht täuschen. Ich stehe allein in der Welt, ich habe weder Vater noch Mutter mehr, noch sonst Jemand, der sich um mich kümmert. Aber ich habe eine kleine Erinnerung bei mir, ein altes kleines Gebetbuch — wissen Sie, dasselbe, das mir einst aus der Tasche fiel, als ich im Betsaale der Anstalt zu Utika stand. Erinnern Sie sich noch — Sie riesen mich damals an —" „Ja," sagte ich. „Das kleine Buch," fuhr er fort, „ist mein einziger Schatz, die einzige Erinnerung an Leben und Liebe für mich. Ich war vor Jahren Lehrer in Newyork und gab Privatunterricht in einer reichen Familie. Da war ein kleines Mädchen —" er holte tief Athem. u. dgl. Der Grund besteht darin, daß die einzelnen Particular- gesetze in dieser Frage zu sehr von einander abweichen. War doch üur Zeit der Entstehung des deutschen Handelsgesetzbuches sogar noch der Eintritt der Großjährigkeit im Deutschen Reiche verschieden! Maßgebend sind also für jeden einzelnen Staat die Particulargesetze. lieber die Frage, ob ein Minderjähriger als Procurist zuzulassen und im Firmenregister einzutragen sei, enthält das Hessische Einführungs- gesetz feine Bestimmung. Gemeinrechtlich stehl nun der Besugniß der Minderjährigen, Handel zu treiben, nichts entgegen, sobald der Curator zustimmt. Letzterer kann seine Zustimmung ausdrücklich ober stillschweigend ertheilen und braucht in die einzelnen Handelsgeschäfte nicht besonders einzuwilligen, sobald er in den Betrieb des Handels überhaupt eingewilligt hat. Ist der Minderjährige Haussohn, so genügt die ausdrückliche oder stillschweigende Gutheißung des Gewerbebetriebes durch den Vater (ogl. Endemann, Handelsrecht, § 34, S. 161). Nach einer Entscheidung des Preußischen Ober; iribunals (vgl. Makower, Eommentar z. H.-G.-B. zu Art. 4, Anm. 5b, 5. Aufl.) ist ein Minderjähriger, welcher mit Genehmigung seines Vormundes, wenngleich ohne Autorisation des Vormundschaftsgerichts, Handel treibt, für die in demselben geschlossenen Geschäfte verhaftet. Es kommt also für den Handelsbetrieb Minderjähriger nur darauf an, ob dieselben hierfür die ausdrückliche ober ftill- schweigenbe Genehmigung des Vaters oder Vormundes erhalten haben. Daß unter dieser Voraussetzung auch im (rechtsrheinischen) Gebiete des Großherzogthums Hessen Minderjährige selbständig Handelsgeschäfte betreiben können und daraus verhaftet werden, ist aus Artikel 22 des Hessischen Gesetzes vom 1. August 1862, die Einführung des allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuches betreffend, zu folgern. Kann ein Minderjähriger aber unter jener Voraussetzung sogar selbständig ein Handelsgeschäft betreiben, so ist nicht abzusehen, warum er nicht unter gleicher Voraussetzung Procurist sein könnte, wobei er ja nicht einmal sich, sondern den Geschäftsherrn verpflichtet. Auch Puchelt (Eommentar zum H.-G.-B. zu Art. 41, Note 4) spricht sich dahin aus: „Mit dem Worte „Wer" ist die Wahl des Procuristen ganz freigegeben, es kann selbst ein Minderjähriger sein, sofern er überhaupt handlungsfähig ist." Daß diese Eigenschaft einem zwanzigjährigen Minderjährigen — um einen solchen handelt es sich im Fragefalle — an sich nicht abgesprochen werden kann, bedarf feiner .weiteren Ausführung. (Entscheidung deS Grotzh. Landgerichts der Provinz Oberhesien, Ciotl- fammer II, T. 145/90, vom 10. Octodec 1890). Eine große Parihie Damen-Mäntel ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦ Sämmtliche Neuheiten | ♦ der Derbst- und Winter-Saison ♦ o I« BukBkins und Paletot-Stoffen * ▲ in allen Fabrikaten empfiehlt in größter Auswahl bei billigsten Preisen 8279 ▲ ♦ J Klipstein, Kndenplatz. ♦ J MW" Anfertigung nach Maaß unter Garantie für tadellosen Sitz. "iKME JKmif Wschbach. 9105] Kornsiroh, sowie eine Ulmer Dogge, iV-stährlg, zu verkaufen. 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