°°00000 * eg äs. =7=5500000 WssZ fe« Blatt«,' 6lt ^kped. Handlanger *"SMWeung bei 8 Äa8. 8ürfd)dittt n?r 1 r>ri b- ^rQU Hüttinberger, Selteriw. ft. nsche große Schellfische, Cabltav, i J* *n^ctt Sluß. uns See L"SS^m’ srrner feinste Ut Buäingr und Sprotten, aucherte Scheucht und sLmmt. i< «eue A. Koch Nachfolger, fisch- und Delikatessen-Handlung, Neuen Laue 21. [7^ 3 h. A. Pasteurs Essig-Essenz on Max Elb, Dresden ir augenblicklichen Selbstberei- mg des besten Speise-Essigs nd zuverlässigsten Einmache- ;ssigs; empfohlen von den höch- ten Autoritäten als der gesündeste Essig d Man hüte sich vor $ach- B' n abgetheilten Original- IfMiiszulO Literflasohen Essig I Mark. » Pestragon I Mk. 25 ft, ix W« 91-00 95^ bOOO 80-00 zsB 2170Ö! 1663 bB W 176A r n:AaRen C. G. Kleinhenn, Sl*w*S 66 e«t» M- --- [6891 Smfel« ZS- g&ft»”** I ‘5160 DBV- ,11 Olrf 9 .^LSL-7" on einem zum andern glitt, ohne Zeichen des Erkennens. Der Arzt schüttelte nicht unbedenklich den Kopf, sprach von nervöser Ueberreizung und rieth dringend zu einer recht baldigen Luftveränderung- doch Frau von Wehlen erklärte energisch: „Vor der Hochzeit wird nichts daraus- bis dahin muß sich Julie zusammennehmen, denn der Mensch kann alles, was er will und kann sich auch beherrschen." Juliens Lippen preßten sich dann immer fester auseinander und sie raffte sich scheinbar, mit neuer Kraft auf, nur der Arzt selbst sah, wie ein nervöses Zittern durch ihren ganzen Körper lies. Milder war Juliens Wesen auch nicht geworden und Lilli vertraute ihrem Verlobten ganz heimlich an, daß sie sich fast vor der Schwester fürchte, denn sie könne mitunter so zornig auffahren und wild um sich blicken. Zärtlich tröstend drückte Leopold die Geliebte dann an sich. „Sei gut mit der armen Julie," meinte er freundlich, „sie ist lange, lange nicht so glücklich wie wir und zudem krank." Der Hochzeitstag kam heran, warm und sonnig, voll Frühlingszauber, wie geschaffen für die liebliche junge Braut - die Kirche war festlich geschmückt, das stattliche Wehlen'sche Haus gleichfalls- überall herrschte ein frohes, festliches Treiben. Nur in Lillis trautem Mädchenstübchen war es feierlich still, die junge Braut lehnte am offenen Fenster und schaute hinaus in das Blüthenmeer, während eine Thräne an ihrer Wimper zitterte. Sie war glücklich aus vollem Herzen und dennoch ergriff sie diese Abschiedsstunde von ihrem bisherigen Mädchenleben mit ernster Wehmuth. Die Mutter hatte für Lillis innerstes Wesen kein rechtes Verständniß, denn wenn Frau v. Wehlen auch ihre Töchter herzlich liebte, so war ihrem Wesen doch die zarte Theilnahme an den Regungen des Mädchenherzens fremd. Sie wollte daher auch nichts davon wissen, als Lilli sie bat, ihr selbst den Kranz aufzusetzen und den Schleier zu befestigen. „Ach, Kind, das hält mich unnöthig aus. Deine neue Jungfer srisirt ja so gut und wird es gewiß besser machen als ich," hatte die Mutter gesagt. Auch Julie wollte den Liebesdienst nicht leisten- eine dunkle Röthe überflog ihr strenges Gesicht, als. sie den Wunsch der Schwester vernahm, und dann lachte sie bitter auf. „Nein, Lilli, das verlange nicht von mir. Es wird auch ohne meine Hilfe gehen," sagte Julie dann noch. Auf dem Sopha lag das schimmernde weiße Seidengewand ausgebreitet, welches die schlanke Gestalt des bräutlichen Mädchens umhüllen sollte, ein flimmernder Sonnenstrahl glitt darüber hin und Lilli faltete unwillkürlich die Hände. „O, lieber Gott," murmelte sie in zitternden Tönen, „wie soll ich Dir danken für mein Glück und seine Liebe? Ja, ich fühle es in dieser stillen Stunde, sein Glück soll meines Lebens köstlichster Inhalt sein, wenn Dein Segen mit uns ist." Auch Julie war im Begriff, Toilette zu machen, wenn schon sie sich zum Sterben elend fühlte. In ihren Schläfen toste und hämmerte es, das Herz that ihr weh und vor ihren Augen tanzten rothe Lichterflämmchen - das Stubenmädchen hatte keinen leichten Stand, dreimal riß die Herrin zornig die vollendete Frisur herab und erst beim vierten Versuch gab sie sich zufrieden. Endlich war Julie fertig- die lilafarbene Seidenrobe stand ihrem farblosen Gesichte nicht gut, die Theerofen ließen sie womöglich noch bleicher erscheinen als sie war und als das Mädchen gegangen, lachte Julie grell und unheimlich auf: „Haha, ich werde eine gute Folio abgeben für Lilli. Es ist ja natürlich, daß er sie wählte!" Langsam schritt Julie zur Thür, die Schleppe ihres Gewandes rauschte knisternd hinterdrein, aber dem erregten Fräulein klang dieses Rauschen und Knistern wie Hohnlachen unsichtbarer Wesen und ein Schaudern durchflog ihre Glieder. Die Hochzeitsgäste waren bereits versammelt, daS Brautpaar ebenfalls erschienen und als nun Julie eintrat, rüstete man sich zur Abfahrt. Wie schön die holde, erröthende Braut aussah und wie hoch und stattlich der Bräutigam! Bevölkerung nach der Festhalle beim Provinzialständehause Die Stadt, namentlich die Altstadt, ist Weuti ifikvi.. erhielt auch Commissar die der zum Provinzfeste, glänzend illuminirt. des ein Liberalen in schlossen sich um be- Jahre Großh. Ministerium des Innern und der Justiz 11 Standesbeamten belobende Anerkennungen ertheilt. In Oberhessen wurden 6, in Rheinhessen 5 Standesbeamte belobt, während Starkenburg leer ausging. — Sitzung der Stadtverordneten am 11. September. Anwesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Keller und die Herren Stadtverordneten Georgi, Grüneberg, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Heyligenstaedt, Hoch, Homberger, Jughardt, Keller, Löber, Dr. Ploch, Scheel, Schmall, Schop- bach, Simon und Wallenfels. Das am 24. August d. I. dahier verstorbene Fräulein Minka v. Haxthausen hat der Stadt ein Legat in Höhe von 2000 Mk. mit der Bestimmung ausgesetzt, daß das Capital verzinslich angelegt und der. Zinsen ertrag alljährlich am 2. Weihnachtsseiertage an Kurz darauf kam auch die Kaiserin an. Um 8 Uhr 10 Min. reiste das kaiserliche Paar mit dem Prinzen und der Prinzessin Leopold, dem Herzog und der Herzogin von Connaught, Moltke und Gefolge nach Breslau. Breslau, 11. September. Das kaiserliche Paar ist um 2 Uhr hier eingetroffen und von der gesammten Generalität und den Spitzen der Behörden empfangen worden. Die Ehrencompagnie stellte das Grenadierregiment Nr. 11. Das kaiserliche Paar begrüßte der Prinz Georg von Sachsen und der Corpscommandeur Lewinski. Nach Abschreiten der Ehrencompagnie fuhren Kaiser und Kaiserin nach dem Schloß, wo sie von dem Magistrat und Ehrenjungfrauen begrüßt Paris, 11. September. Dem „Echo de Paris" zufolge sind sämmtliche Mitglieder des höheren Kriegsraths in diesem Jahre beauftragt worden, den Manövern der einzelnen Truppentheile beizuwohnen, welche sie im Ernstfälle befehligen sollen. General Saussier und General Miribel folgen den Manövern des VI. und VII. Corps - Ersterer in- spicirt die Maaslinien und die Thäler im Oberlaufe der Mosel, Miribel die verschiedenen Operationsgebiete in den Vogesen. „Ein schönes Paar," flüsterte man ringsum, und Julie empfand dabei einen stechenden Schmerz in der Brust, als durchbohre sie ein zweischneidiges Schwert. Unter leisem Orgelspiel betrat die Versammlung das hübsche Gotteshaus und nahm auf den bereitstehenden Stühlen Platz- der Geistliche erschien und begann seine Rede. Schlicht und innig ermahnte er die Verlobten, treu zu bleiben bis ans Ende und sich lieb zu behalten in den lichten Glückstagen wie auch in den trüben Stunden, welche in keinem auch noch so gesegneten Leben fehlen. Das Amen war gesprochen, der Trauungsact begann und jetzt erscholl Leopold v. Nordecks „Ja" klar und vernehmlich durch den hohen Raum, dem das gleiche Gelöbniß der Braut, wenn auch ziemlich leise, folgte. Die Ringe wurden gewechselt, segnend legte der Geistliche seine Hände auf die Häupter der Neuvermählten — da erscholl ein unheimliches Lachen durch die Versammlung, welches den Hörern Entsetzen einflößte. „Haha, sie sind nun Mann und Weib! Nur der Tod kann sie scheiden! Oder willst Du auch dann noch ein Anrecht auf ihn erheben, Lilli, wenn er tobt ist? Nein, ich leide es nicht, er darf Dir nicht gehören, es war ja alles falsch «nd ein Jrrthum, Du bist nicht sein Weib- sage es mir rasch, hörst Du — ich könnte sonst vergessen, daß man Dich meine Schwester nannte!" Wahnsinn in dem glitzernden Blicke, stand Julie vor dem erschrockenen Paare, die Hand erhoben, die Brust keuchend in wilder Erregung, während im ersten Moment die Versammlung wie gelähmt von Entsetzen erschien. Nur Leopold v. Nordeck empfand keine Angst, schützend legte er den Arm um sein junges, bebendes Weib und sein Auge richtete sich fast beinahe drohend aus Julie. „Wünsche uns Glück, Julie!" sagte er langsam, jede Silbe schwer betonend, „wir sind durch Gottes Wort vereint und keine Menschenmacht wird uns jemals trennen." (Fortsetzung folgt.) Bruni, Lepori, Battaglini, Perruchi. Die Lugano, Mendrisio, Chiasso, Locarno, Brissago der aufständischen Bewegung an. — Außer dem 39. Infanterie-Bataillon das 38. Befehl, morgen nach Tessin abzugehen. Künzli begibt sich ebenfalls morgen dorthin. zur Annahme des Legats constatirt war, daß er sich für ermächtigt halte, Namens der Stadt den Testamentsvollstreckern zur Uebermittelung an die Hinterbliebenen der Stifterin den Dank für diese hochherzige Stiftung auszusprechen. — Das aus Anlaß der Feier des 90. Geburtstags des General- Feldmarschalls Grafen Moltke in Berlin zusammengetretene Comite hat sich auch an die Stadt Gießen gewandt mit der Bitte, der Verehrung für den General-Feldmarschall in der von dem Comite vorgesehenen Weise mit Ausdruck zu verleihen. Seitens dieses Comites ist beabsichtigt, an den Grafen Moltke eine die Unterschriften der Stadtvertretungen sämmtlicher deutschen Städte enthaltende, von bewährten künstlerischen Händen gefertigte Adresse zu richten. Die Unterschriftbogen der Städte sollen nach Provinzen, füt welche je eine besondere Mappe angefertigt wird, geordnet und dann in einem kostbaren Schrank, dessen zur Verzierung dienenden allegorischen Figuren aus Metall von eroberten Geschützen hergestellt werden, dem Jubilar am 26. October, seinem Geburtstage, überreicht werden. Die Kosten sind auf 30 Mk. für jede Stadt berechnet, der sich ergebende Ueberschuß soll einer „General-Feldmarschall Moltke-Stiftung" überwiesen werden. Herr Homberg er spricht sich, da er bei den Verdiensten des Grasen Moltke ein Eingehen auf das Vorhaben des Comitös für selbstverständlich halte, für einstimmigen Beitritt zu der im Wortlaut beigesügten und verlesenen Adresse aus. Es wird demgemäß beschlossen. — Ueber die im Zusammenhänge stehenden Punkte 3 und 4 der Tagesordnung wird die Beschlußfassung ausgesetzt. Herr Bauunternehmer G. Koch beabsichtigt nämlich die Verbindung seines in der Errichtung begriffenen, am Schiffenberger Weg gelegenen Ziegelei- und Thonwaaren-Betriebs durch ein Lade- Cocates nnO protHnjieUes. Gießen, 12. September. — Zur Feier des Geburtstags Seiner König!. Hoheit Großherzogs fand heute Mittag 1 Uhr im Hotel Einhorn F e st m a h l statt. — Wegen tadelloser Standesbuchführung hat in diesem der wahrhaft großen Generäle und Heerführer aller Zeiten ist nur gering, und von ihnen war wieder ein Theil schließlich doch nicht vom Erfolge gekrönt. Moltkes Thaten steigen im Werth, weil der aus ihnen erzielte Erfolg ein dauernder ist und damit steigt auch unsere Werthschätzung seiner Person. Die Verantwortung, welche der Feldmarschall in den verschiedenen Kriegen aus seinen Schultern lasten hatte, war eine wenig sichtbare und doch eine ungeheure. An kritischen Momenten hat es nicht gefehlt, an Momenten, in welchen selbst der König Wilhelm I. einer gewissen Unruhe sich nicht erwehren konnte. Das war namentlich der Fall bei Königgrätz und bei St. Privat. Mancher Blick richtete sich damals aus das unbewegte Gesicht des Generalstabschefs, aber Moltke blieb unverändert. Dieser unerschütterliche Gleichmuth verließ den Marschall auch nicht beim Erfolge. Characteristisch ist die bekannte Episode aus einem heißen Kampfe, in welchem Generäle und Fürstlichkeiten freudig den König Wilhelm umringten, als der Sieg sich nach mancher sorgenvollen Stunde aus die Seite der deutschen Truppen neigte. Während die Herren sich froh über den Erfolg aussprachen, hielt Moltke still bei Seite, zog eine silberne Dose aus der Tasche und nahm behaglich eine Prise. Das war der Ausdruck seiner Freude. Wohl ist Graf Moltke kein äußerlich blendender Heerführer gewesen - sein Character machte ihn nicht geeignet für große Scenen, mit Recht hat er den Namen des „Schweigers" erhalten. Aber der vornehme, seine Herr war Soldat durch und durch, das wußte die Armee, und brausender Jubel schallte dem Schlachtendenker zu jeder Stunde entgegen, wenn er still seines Weges ritt. Moltke ist so populär im deutschen Volke geworden, wie er es verdient, trotzdem er die Oeffentlichkeit nicht suchte, sich vielmehr oft geflissentlich daraus zurückzog. Das deutsche Volk weiß aber, was es an seinem Feldmarschall hat, es ehrt und liebt nicht den genialen Feldherrn blos, sondern auch den guten und edlen Menschen, den Mann der treuesten Pflichterfüllung. Wer weiß, was Moltkes Stellung als Generalstabschef bedeutete, der empfindet erst, was die bekannten Worte aus seinem Rücktrittsgesuch: „Bei meinem hohen Alter bin ich nicht mehr im Stande, ein Pferd zu besteigen - ich bitte deshalb um meine Entlassung" besagen. Das war ein Act der treuesten Pflichterfüllung, wie er größer und schöner nicht gedacht werden kann. Nun feiert der Feldmarschall in Kürze (26. October) seinen 90. Geburtstag und in irgend einer Form soll ihm ein Nationaldank, ein Beweis der Verehrung und Liebe dargebracht werden! Bedarf es noch eines langen Appells an die Herzen, s. Z. ein Scherflein beizusteuern? Wohl kaum! Bezahlen und belohnen kann das ganze Deutsche Reich den bescheidenen Mann nicht so, wie er es verdient, aber aus treuem deutschen Herzen können wir ihm sanken, ihm beweisen, was wir von ihm halten. 90 Jahre zählt der Marschall bald, die Sonne seines Lebens sinkt, wenn sie auch noch freundlich scheint. Bereiten wir ihm noch eine besonders frohe Stunde. Moltke hat es wahrlich um uns verdient. Neueste Nachrichten. WolfsS telegraphisches Lorrespondenz-Bureau. Charlottenburg, 11. September. Der Kaiser ist mit dem Grasen Moltke und Gefolge um 7^2 W eingetroffen. wurden. Breslau, 11. September. Der Kaiser fuhr heute 5 Uhr zur Kaserne der Leibkürassiere. Das Publikum grüßte ihn lebhaft. Breslau- 11. September. Der Kaiser und Kaiserin fuhren S1^ Uhr Abends unter dem Jubel Deutsche- Darmstadt, 9. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog hat dem Redacteur der Deutschen Krieger-Zeitung, des amtlichen Organs des hessischen Landeskrieger-Verbandes, Hofrath Dinckelberg in Sondershausen, in Anerkennung seines langjährigen, erfolgreichen und uneigennützigen schriftstellerischen Wirkens für die patriotischen Bestrebungen der „Kriegerkameradschaft Hassia" das Ritterkreuz zweiter Klaffe des Großherzoglich hessischen Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Bordeaux, 11. September. Die Handelskammer beschloß, die Regierung zu ersuchen, die Einfuhr von amerikanischem gesalzenem Fleische schleunigst freizugeben. Southampton, 11. Septemner. Ein heute gemachter Versuch, eine Verständigung zwischen den Strikenden und den Dockgesellschaften herbeizuführen, scheiterte an der Weigerung der Letzteren, mit Vermittlern, die nicht Arbeiter sind, zu verhandeln. Southampton, 11. September. Der Centralverband der Londoner Dockarbeiter sprach sich in einer Zuschrift gegen das Vorgehen der hiesigen Dockarbeiter aus und theilte den Strikenden mit, sie würden, wenn sie den Kamps fort- setzten, keine Unterstützung aus der Strikekasse erhalten. Der hiesige Localausschuß beschloß, die Arbeiter sollten die von den Dockgesellschaften früher angebotene Basis für ihre Zu- geständnisfe acceptiren. Arras, 11. September. Der Strike der Grubenarbeiter ist b e i g e l e g t. Mons, 11. September. In der Kohlengrube Agrappe bei Fameries wurden zwei Arbeiter durch schlagende Wetter getobtet. Alle Arbeiter würben sofort aus ben Gruben heraufgeholt. Rom, 11. September. Die „Tribuna" meldet: Die Polizei entfernte eine in der Straße aufgehißte rothe Flagge mit der Inschrift: „Es lebe die Revolution! Es lebe die Republik." Madrid, 11. September. In Valencia gab es gestern 24 Cholerafälle, darunter 7 tödtlich.' Malaga, 11. September. In den benachbarten Ortschaften wurde heute früh ein starkes Erdbeben bemerkt, das jedoch keinen Schaden anrichtete. Belgrad, 11. September. Anläßlich des Alexander tag es fand ein Gottesdienst unter officieller Betheiligung, sodann Empfang bei der russischen Gesandtschaft statt, wo mehrere Minister und der Ministerpräsident erschienen. Petersburg, 11. September. Der Kaiser schenkte dem Fürsten Dolgorukow anläßlich feines 25jährigen Jubiläums als Generalgouverneur von Moskau fein und des Kaisers Alexander II. Portrait in Brillanten. Anläßlich des Namenstags des Kaisers werden zahlreiche Ordensverleihungen veröffentlicht. Der Militärbevollmächtigte in Paris, Fredericks, erhielt ben Stanislausorben erster Klasse. Konstantinopel, 11. September. Der armenische Bischof Tadjab Oscanian würbe gestern von einem jungen Armenier überfallen und burch einen Messerstich am Arm verwundet. Der Bischof konnte entfliehen. Die Ursache des meuchlerischen Uebersalles ist eine Zeugenaussage des Bischofs, in Folge deren die Verurtheilungen der Armenier wegen des Tumultes in der Kirche von Kamkapu erfolgten. Der Thäter ist bekannt, aber nicht aufzufinden. ’fn. si Kiel, 11. September. Prinz Heinrich wurde zum Commandanten der ersten Matrosendivision ernannt. Kiel, 11. September. Das österreichische Geschwader ist um 1 Uhr hier eingelaufen. Kiel, 11. September. Das Manövergeschwader, bestehend aus den Panzerschiffen „Baden", „Bayern", „Württemberg", „Oldenburg", ist heute um 6 Uhr Abends in den hiesigen Hafen eingelaufen. Königsberg, 11. September. Die heutige 25jährige Jubiläumsfeier der Ostpreußischen Süd bahn feiern die Zeitungen mit Festartikeln über die Bedeutung der Südbahn für den Handel Königsbergs. Zu dem heute Nachmittag statt- findendcn Festdiner sind hundert Einladungen an die Spitzen der Civil- und Militärbehörden und andere, auch russische, Notabilitäten ergangen. Abends findet ein Fest in der Flora auf den Hufen für die Südbahnarbeiter statt, morgen ein Fest der Beamten im Schützenhaus. Auch Director Wend- land begeht heute sein 25jähriges Jubiläum. Königsberg, 11. September. Bei dem Festdiner zur 25jährigen Jubelfeier der Süd bahn brachte der comman- dirende General ben Toast auf bie Sübbahn aus, in welchem er bie Bedeutung derselben für die Provinz wärmstens würdigte. Zugegen waren der Regierungspräsident, der Oberbürgermeister, die Divisionscommandeure und andere Notabilitäten. Hamburg, 11. September. Der Kaiser ließ für den Wißmann-Dampser auf dem Victoria Nyanza dreitausend Mark zeichnen. Wien, 11. September. Der „Polit. Corresp." zufolge erklärte sich die österreich-ungarische Regierung bereit, an der von der italienischen Regierung vorgeschlagenen, in Rom abzuhaltenden internationalen Sanitätsconferenz theilzunehmen. Prag, 11. September. Infolge des Regens stürzten in der Ausstellung 3 Bogen der Maschinenhalle ein. Der Schaden wird auf 30,000 Gulden geschätzt. Szekelyhid (Ungarn), 11. September. Bei dem heutigen Hof diner, welchem auch die fremdländischen Militärattaches beiwohnten, sprach der Kaiser folgenden Toast: „Auf das Wohl Sr. Majestät des Kaisers Alexander! Gott erhalte, Gott schütze Seine Majestät!" Westerland, 11. September. Das Strandhotel ist in der vergangenen Nacht vollständig abgebrannt. Das Feuer brach um 10 Uhr Abends aus und währte bis zum Morgen. Es ist Niemand verunglückt. Die Feuerwehr mußte ihre Thätigkeit auf den Schutz der Nebengebäude beschränken. Bafel, 11. September. Telegramme aus Bellinzona (Tessin) melden, daß infolge der Weigerung der conservativen Regierung, die Abstimmung über die vom Volke verlangte Verfassungsrevision anzuordnen, heute Mittag ein Auf st and der Liberalen ausgebrochen sei, wobei das Zeughaus und die Negierungsgebäude besetzt wurden. Die Conservativen haben keinen erheblichen Widerstand geleistet. Die Staatsräthe Respini, Castella, Gianella sind verhaftet. Es werde alsbald die Ernennung einer provisorischen Regierung erfolgen. Bern, 11. September. Infolge der aus dem Kanton Tcssin eingegangenen Berichte über eine in Bellinzona ausgebrochene aufständische Bewegung trat der Bundesrath zu einer Sitzung zusammen. Die sofortige Absendung von Truppen nach dem Kanton Tessin gilt als wahrscheinlich. — Der Bundesrath erhielt Depeschen aus Bellinzona, wonach die Regierungsräthe Castella und Gianella verhaftet, Staatsrath Rossi durch einen Revolverschuß ge- tödtet fei. Der Bundesrath ernannte den Oberst Künzli zum eidgenössischen Commissär. Das hiesige 39. Bataillon marschirt morgen nach Tessin. Das Bataillon 38 steht gleichfalls in Bereitschaft. Die Anklagekammer des Bundesgerichts ist aufgefordert, einen Untersuchungsrichter zu ernennen. — In Belinzona ist die neue Regierung aus- gerufen. Dieselbe besteht ans den Liberalen Simmen, vier nach Angabe des ersten evangelischen und des katholischen Geistlichen arme und bedürftige Familienväter oder -Mütter .. U| zu gleichen Theilen vertheilt werde. Herr Oberbürgermeister ^Messm [ejen Gnauth bemerkt, nachdem die Zustimmung d.er Versammlung der 06* i «tit» i tljfiWl' »ech utn f°* » btr L iat B 1' des Sffie geln!' ‘”Sn ©nfriti «ii ""'Le 2,50 ®r“nb iUr6 .. itnten, °b b" : aff?- ^rl*D°nXter infolge*« ein ter Betreff eingere* einem untern 10. W Gesuche, in welchem er bezeichnete Dismete Felder um die Borna nach Thonerde n* Protokoll öorcelegt, at werden könne. Laut nehmer bei Stellung pslichten, für allen bei den Schaden zu haften, Forstbeamten auszuheb in den früheren Zustau UnfäOcn die Schmslöch probeweise entnommen eines Schürfloches an Die Baudeputation ha biihr str jede Schurs Unternehmer auf den Försterei/ das Gesuch Genehmigung anderem solle. Ferner soll di Jungen auf die ftädt Es wird dem Anträge Erlaubnis an beide 1 fügen ertheilt, daß vi Probeerde besondere '• Punkt der Tagesori nach dem hardtb Schlenke an die ( Vernehmungen von Wegfchießen der Vögel hübet feit I in ben Stabtoeroibne. P lreien'L "°n ötabt habf ld Spazierwege Wen de ?Ur^n g Heuten. V beim EngereSchm Ie"b dir grnt®einW Wen fej der d« @cn..,°"lhon an. «Mo, H die nöthiq T? Ex W Ä üiter u ^Weifte/ SS J Herbe ÖEr i * ssfe Wi Entscheide 1111 dem Abschch Herr Oberbürgermeister MGrchen" gerecht gctioffen rourbe. Wchvm Raben, Si ™ Ne des letzten0 ®enä der Sperlinge t ®W unb freie Mnnit wwbeB. Die landwirt! ’N letzten Sitzung- ** 5«t beantrm sirr ben b« Besprechung biej «7" die BeWjgum M M'^eri mit ‘ ft Nie N «u n,2jn Garten u. ( ld) tu ft lichster Weise, indem nicht nur willkommene Gäste sich einfanden, sondern eine noch größere Anzahl im Voraus schriftlich ihre Zustimmung kundgab. Die Verhandlungen verliefen auf Grund eines sehr ausführlichen und gediegenen Referates in äußerst anregender Weise. Die warme, lebhafte Betheiligung aller Erschienenen an der Discussicn gab Zeugniß, daß das geplante Unternehmen zeitgemäß und ein tiefempfundenes Bedürsniß ist. Zweck des Vereins ist geschlossenes Eintreten für die Ehre und das Ansehen des evangelischen Pfarrstandes und gemeinsames Auftreten gegenüber allen die Lebensregungen der evangelischen Kirche schädigenden Einflüssen. Ein Ausschuß wurde mit der vorläufigen Geschäftsführung betraut, bis eine baldigst zu berufende Generalversammlung den Verein zunächst für Oberhessen definitiv constituiren und die Amtsbrüder der anderen Provinzen zum Anschluß einladen wird. Butzbach, 11. September. Am 18. September, Vormittags von 9 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, findet die Wahl der Beigeordneten für die Stadt Butzbach im Rathhaussaale statt. — An Stelle des zum Bezirksbauaufseher in Vilbel ernannten Herrn Kreisbauaufseheraspiranten Jacob Jungmann wurde Herr Kreisbauaufseheraspirant Adam Steinbrecher von Mainz an das hiesige Bauamt für die Zellenstrafanstalt Butzbach versetzt. für jeden Raben, Saatkrähe u. s. w. sestzusetzen, jedoch das Schießen nur auf das freie Feld zu beschränken. — Wegen der erschwerten Absatzsähigkeit des Kaldaunendüngers aus dem städtischen Schlachthause, für welchen bei Versteigerungen keine oder nur ungenügende Gebote eingelegt wurden, hat die Landwirthschaftliche Commission die Verarbeitung der Kaldaunenabsälle mit gesiebtem Straßenkehricht zu Compost beantragt und als Zubereitungs- resp. Lagerplatz ein ausgegrabenes Geländestück am Wartberg, ca. 200 Meter hinter dem Tonnenschuppen, vorgeschlagen. Der dort bereitete Dung soll entweder versteigert oder zur Düngung städtischer Wiesen verwendet werden. Herr Simon hält die vorgeschlagene Art der Verwendung städtischer Schlachthausund Straßenabfälle für zweckmäßig und empfiehlt Annahme des Antrags, auch bezüglich des Lagerplatzes, dessen Zufuhrweg von dem Tonnenschuppen an aber chaussirt werden müsse. Die Versammlung erklärt sich mit dem Antrag der Commission und Herstellung des Weges einverstanden. — Herr Schmal! fragt an, ob sich nicht ein Local-Reglement vorbereiten lasse, nach welchem die am Tage in höchst unangenehmer Weise den Verkehr störende Abfuhr der Tonnen und des Latrineninhalts auf die Nacht- oder ersten Morgenstunden beschränkt würde- einzelne Straßen würden an manchen Tagen durch diese Art Fuhrwerke geradezu versperrt. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß angesichts der noch der Erledigung harrenden Localverordnungen anderer Art die Vorlage von neuen nicht empfehlenswerth erscheine. Schon der zur Zeit noch bestehende Vertrag mit dem Absuhrunternehmer biete der Einführung eines neuen Reglements Schwierigkeiten, der Unternehmer beanspruche, wenn die Arbeit in de» Nacht- und Morgenstunden ausgeführt werde, doppelte Vergütung, weil er doppeltes Personal, Pferde und Wagen verwenden müsse. Auch die noch im Stadium der Vorberathung stehende Canalisaiiou der Stadt lasse es zur Zeit nicht räthlich erscheinen, dauernde Anordnungen in Betreff der Entfernung , der Fäcalien zu treffen. Ein nach Zustandekommen eines, das Gelände zwischen dem Cvmmerzienrath Noll'schen und dem Brücher'schen Hause betreffenden Kaufvertrags verbleibendes Stück Grabengelände am Brücher'schen Hause an der Ostanlage soll demnächst einer Versteigerung Äusgesetzt werden. — In Folge Gesuchs des Herrn Architect S e u l i n g um Herstellung eines Wasserabflusses aus seinem Hause in der Bleichstraße wird beschlossen, die Kreuzung der Ludwigs- und Bleichstraße, an welcher der erforderliche Canal nebst Einfallschacht angelegt werden soll, zu pflastern. Die auf 1080 Mk. veranschlagten Kosten werden bewilligt. — Dem wenig erfreulichen Zustande der Löb erstraße soll laut Antrag der Baudeputation bald abgeholfen werden. Die Deputation schlägt vor, die nach der Wieseck gelegene Seite der Straße mit einem 2 Meter breiten Trottoir zu versehen, längs diesem Trottoir Bäume (Kugel-Akkazien) zu pflanzen und das Trottoir von der Straße durch eine gepflasterte Gosse zu scheiden. Der Aufwand an Randsteinen, Pflastersteinen, Bäumen u. s. w. ist auf 1750 Mk. veranschlagt, der Betrag soll ins nächstjährige Budget eingestellt, das Pflanzen der Akkazien noch in diesem Herbste ausgeführt werden. — Zu dem Baugesuch des Herrn Tb. Vogt, welcher neben seinem Wohnhause in der Löwengasse einen Anbau zur Aufstellung ihm zur Repa- tatur übergebener Chaisen errichten will, hat die Baudepu- ration Beanstandung beantragt. Obwohl eine massive Ausführung vorgesehen, entspricht das Bauproject nach dem Gutachten der Deputation nicht den einschlägigen Bestimmungen der Bauordnung, es kann weder als selbständiges Ganze noch als im harmonischem Zusammenhänge mit vorhandenen Hauptgebäuden stehend bezeichnet werden. Das Gesuch wird beanstandet. — Anläßlich des Geburtsfestes Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs wurden auch einige Herren in unserer Stadt mit Auszeichnungen bedacht- u. A. die Herren Regierungsrath Jost, Oberamtsrichter Fresenius, Rendant Platz und Bürgermeistereisecretär Demuth. — Auf der Baustelle neben dem Lahnstein (früher Herrn W. Gail gehöriger Platz) vollzog sich gestern Nachmittag ein einfacher aber erhebender Act, nämlich- die Grundsteinlegung des schon bereits vorgeschrittenen Baues einer Turnhalle des hiesigen Turnvereins. Unter Beisein des Vorstandes und des demselben beigegebenen Bauausschusses wurden die üblichen Feierlichkeiten vorgenommen und eine gläserne Urne, enthaltend eine kurze Geschichte des Vereins von seiner Entstehung bis aus die Jetztzeit rc., eingemauert. Der Abend vereinigte noch eine größere Zahl Turngenossen zu einem gemüthlichen Zusammensein im Vereinslocale (Cafe Schnell). — Vorgestern wurde einem hiesigen Metzgermeister mittelst Nachschlüssels aus der Commodeschublade ein größerer Geldbetrag entwendet. — Gegen einen hiesigen Droschkenkutscher, welcher einen Fahrgast um mehrere Mark übervortheilte und zugleich seinen Dienstherrn betrog, indem er einen Theil des abzuliefernden Fahrgeldes unterschlug, ist Anzeige erhoben worden. — Eine weitere Anzeige wegen Diebstahls und zwei Unterschlagungen sind gestern bei der Polizei erhoben worden. — Gegen einen älteren Mann wurde wiederholt Anzeige auf Grund des § 183 des R.-St.-G.-B. erhoben. — Ein 9 Jahre alter Junge machte sich seit einigen Tagen das Vergnügen, mit einer Stange die Hahne au einer Reihe Straßenlaternen in verschiedenen Straßen hiesiger Stadt aufzuziehen, wodurch ein erhebliches Quantum Gas entwich. 8. Aus Oberhesien. Am 8. September sand zu Gießen eine Besprechung evangelischer Pfarrer unterschiedltcher Richtungen statt, welche die Gründung eines evangelischen Pfarr-Vereins für Hessen ins Auge gefaßt hatten und beschlossen. Obgleich die Einladungen mit Rücksicht aus Zeit und Umstände zunächst in beschränkter Zahl ergangen waren, drang die Kunde doch vorher schon in weitere Kreise. Das rege Interesse an der Sache zeigte sich daher in erfreugeleise mit der Oberhessischen Eisenbahn. Das Geleise soll theilweise einem städtischen Feldweg entlang gelegt werden und sucht Herr Koch um käufliche Ueberlassung eines entsprechenden, bereits als Weg dienenden Geländestreifens nach. Die Baudeputation hat sich für Bewilligung des Gesuches ausgesprochen, sofern Gesuchsteller sich verpflichtet, das Bahngeleise entlang des Weges an den tiefer gelegenen Stellen mit einer festen Einfriedigung zu versehen, für die Quadrat- Klafter Gelände 2,50 Mk. entrichtet und die von der Bahn durchschnittenen Wegübergänge zwischen und neben den Schienen pflastert. Grund zur Aussetzung der Beschlußfassung waren die von den Herren Georgi und Simon erhobenen Be- j denken, ob die nach Herstellung der Verladebahn für den Feldweg noch verbleibende Breite von 4 Metern den Fuhrwerken das Ausweichen ermögliche - Beschluß soll nach Abgabe des von der Landwirthschaftlichen Commission einzuholenden Gutachtens erfolgen. — Herrn Bauunternehmer Koch wurde im Laufe dieses Jahres nach Anhörung der Oberförsterei aus die Dauer von 2 Monaten die ausschließliche Erlaubniß zur Vornahme von Bohrungen nach Thon im Stadtwalde ertheilt, infolgedessen ein später von Herrn L. Petri II. in gleichem Betreff eingereichtes Gesuch zurückgestellt werden mußte. Zu einem unterm 10. August weiter von Herrn Koch eingereichten Gesuche, in welchem er auf die Dauer eines Jahres für näher bezeichnete Districle des Stadtwaldes, städtische Wiesen und Felder um die Vornahme von Bohrungen und Schürfungen nach Thonerde nachsucht, hat die Großh. Oberförsterei ein Protokoll vorgelegt, auf Grund dessen dem Gesuch stattgegeben werden könne. Laut diesem Protokoll hat sich der Unternehmer bei Stellung einer Caution von 800 Mk. zu verpflichten, für allen bei Vornahme von Schürfungen entstehen- den Schaden zu haften, die Schürsflächen nach Anweisung der Forstbeamten auszuheben, die ausgeschürften Stellen wieder in den früheren Zu stand zu versetzen, zur Vermeidung von Unfällen die Schürflöcher elnzufricdigcn, sowie für die Fuhre probeweise entnommener Erde 2 bezw. 4 Mk., für Anlage eines Schiirsloches außerdem 2 Mk. zu eutrichten u. s. w. Die Baudeputation hat beantragt, unter Erhöhung der Gebühr für jede Schürffläche aus 12 Mk. und Eingehen der Unternehmer auf den Inhalt des Protokolls Großh. Ober- fürfterei, das Gesuch zu genehmigen, ohne daß durch diese Genehmigung anderen Genehmigungen vorgegriffen werden fülle. Ferner soll die Erlaubniß zur Vornahme von Schür- stlngen auf die städtischen Wiesen nicht ausgedehnt werden. Es wird dem Anträge der Baudeputation gemäß die erbetene Erlaubniß an beide Gesuchsteller widerruflich mit dem Anfügen ertheilt, daß vor Entnahme von mehr als einem Wagen Probeerde besondere Genehmigung einzuholen ist. — Der 7. Punkt der Tagesordnung: „Ueberlassung eines Weges rach dem Hardtberge Seitens des Herrn Oeconomen Sch lenke an die Stadt" wird wegen noch ausstehenden Vernehmungen von der Tagesordnung abgesetzt. — Das Wegschießen der der Landwirth schast schädlichen Böge! bildet seit Jahren einen ständigen Berathungspunkt in den Stadtverordneten - Versammlungen, da seither eine principielle Entscheidung über die Art und Höhe der an die mit dem Abjchuß der verschiedenen Vogelarten (zu denen, wie Herr Oberbürgermeister Gnauth scherzweise bemerkte, auch die „Eichhörnchen" gerechnet werden), betrauten Personen nicht getroffen wurde. So wurden in den vierziger Jahren für den Abschuß von Raben, Saatkrähen, Dohlen u. s. w. 4 kr. bezahlt, im Lause des letzten Jahrzehnts kamen infolge Ueberhandneh- mens der Sperlinge auch diese hinzu, für welche 3 Pfg. pro Stück und freie Munition, später 5 Pfg. ohne Munition gezahlt wurden. Die landwirthschaftliche Commission, die sich in einer ihrer letzten Sitzungen mit der Regelung der Vergütungen befaßte, hat beantragt, nur Schußprämien festzusetzen, und zwar 5 Psg. für den Sperling, 15 Psg. für Krähen rc. In der Besprechung dieses Antrages spricht sich Herr Löb er gegen die Bewilligung von Schußprämien und dagegen aus, daß Feldschützen mit dem Abschuß der Vögel betraut werden, denn darunter würde der eigenliche Feldschutz leiden. Herr Georgi ist für Einschränkung des Schießens, dasselbe würde zu sehr als Sport ausgeübt und oft in nächster Nähe der Stadt, in Gärten u. s. w., wo die Vögel am zahlreichsten anzutreffen seien; man möge den Feldschützen aufgeben, nur im freien Felde zu schießen. Das Schießen in Nähe der Stadt habe auch noch andere Nachtheile: seither beliebte Spazierwege würden gemieden- er selbst habe wahrnehmen müssen, daß die Feldfchützen keine Rücksicht auf Fuhrwerke nähmen, so daß beim Schießen an der Straße die Pferde scheuten. Herr Sch mall constatirt, daß er dieselben Erfahrungen gemacht habe. Herr Wallenfels möchte namentlich während der Ernte das Schießen ganz verboten wissen. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß gerade während der Ernte der von den Vögeln angerichtete Schaden am größten sei. Nach im Jahre 1883 von der landwirthschaft- ichen Commission angestellten Erhebungen belief sich der in der Gemarkung Gießen durch Sperlinge u. s. w. angerichtete Schaden schätzungsweise auf 4000 Mk. Herr Simon be- zeichnet den durch die Vögel angerichteten Schaden ebenfalls als hoch, nicht zur Erntezeit, sondern auch zur Saatzeit sei es nöthig, daß öfter unter sie geschossen würde. Herr Scheel pricht sich für Beibehaltung des Abschießens aus, doch solle okches auf die Feldgemarkung beschränkt werden. Herr Ober- ürgermeister Gnauth. bemerkt zu dem Anträge, die Feldmützen überhaupt nicht mehr mit dem Abschuß der Vögel zu beauftragen, daß es schwer halte, geeignete Personen zu finden. Es müßten bei nächster Gelegenheit, wenn wieder über das mberhandnehmen der der Landwirthschast schädlichen Vögel Magt werde, doch Maßregeln ergriffen werden- es bleibe >aim der Stadt nichts übrig, als wieder die Feldschützen mit lern Schießen zu beauftragen. Herr Grüneberg spricht ift$ aus den vorgebrachten Gründen für Abschaffung der Lcchußprämien aus und hält es für zweckmäßiger, wenn in, Feldschützen Gewehr und Munition gestellt würden. wird beschlossen, die Schußprämien beizubehalten und gelben aus 5 Psg. für jeden Sperling und 15 Pfg. 12. (September. rtstegS Seiner König!, ttaa, 1 Uhr im Hotel Mhvrn be§ Irmin und der Miz t Anerkennungen ertheilt. mheßen 5 Ltandesbeamte belobt, jrqinq. m ÄSUfSf A 6gt i! " , «nWM «W u”b ((ipltol Dlt\ itfafeterW fln werde. &^wWtanj u U « W KZ lüatirt * ® S* "CStiftet » i S°bur«L infam* . B btt ita : N d°« **SJ*rf * MM S* w S ■ 1 '»----- 'S« 1 l n 5”'r <* /L jit ®tj S* ,»> 1 Gerichtliche Entscheidungen. — Wasser gehört zu den Baumaterialien, so entschied das Gericht in einer Streitsache zwischen einem Hausbesitzer und einem Maurermeister. Der erstere hatte, wie dies meist geschieht, dem letzteren die Ausführung von Baulichkeiten incl. Materiallieferung für einen vereinbarten Preis übergeben. Das Wasser dazu mußte, wie fast überall, aus der Leitung entnommen werden und wurde der dafür zu zahlende Beitrag von dem Grundbesitzer eingezogen. Natürlich kürzte dieser denselben dem Meister bei Bezahlung der Rechnung, was dieser nicht gelten lassen wollte. In dem dann deßhalb entstandenen Processe erzielte der Hausbesitzer ein obsiegendes Urtheil. In den Gründen hieß es, daß das Wasser u. a. einen integrirenden Theil des zum Mauern nothwendigen gelöschten Kalkes bildet. — Das Verfahren mancher Bäcker, welche alte Backwaare aufweichen und so aus derselben einen Teig Herstellen, der dann mit anderem frischem Teige vermischt und verbacken wird, ist nach den Bestimmungen des Nahrungsmittelgesetzes strafbar. Die neueste Nummer der amtlichen Nachrichten aus dem Reichsgesundheitsamt enthält eine größere Anzahl hierauf bezüglicher ftrafgertchtlicher Entscheidungen. verkehr, fxmb« unö vslkswirthschaft Butzbach, 10. September. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund at 1,10—1,15, Käse per Pfund 45—46 H, Eier zwe, Stück 13 Friedberg, 10. September. Buttermarkt. Butter kostet per Pfd. at 1.10-130, Eier 1 St. 7 Friedberg, 9.September. Fruchtpreise. Weizen at 19.00 bis 00.00, Korn at 15.50—16.00, Gerste at 15.00—16.00, Hafer, neuer, at 14.00—00.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo — 200 Zollpfund. Nidda, 10. September. Bei der gelegentlich des Niddaer Herbstmarktes am 8. September 1890 stattgehabten Verloosung von Vieh, landwirthschaftlichen Geräthen rc. gewannen folgende Loose Hauptpreise: 1622 eine Kalbin, 1681 ein Rind, 1702 ein Schaf, 1749 ein Rind, 1903 ein Rind, 1949 ein Lamm, 1986 ein Rind, 3527 ein Rind, 4216 ein Rind, 5202 ein Schaf, 5448 ein Rind, 5590 ein Schaf, 5635 eine Nähmaschine. Marktpreis- in Berlin, am 10. Septbr., nach Ermittelungen des Königlichen Polizei-Präsidiums. Weizen per 100 kg guter von 19,60-19,20 Mk., mittlerer von 19,10-19,00 Mk., geringer von 18,80—18,50 Mk. Roggen per 100 kg guter von 17,10—16,80 Mk. mittlerer von 16,70—16,50 Mk., geringer von 16,40—16 20 Mk' Gerste per 100 kg gute von 20,50—17,50 Mk., mittlere von 17 00 bis 15,50 Mk., geringe von 15,00-14,00 Mk. Hafer per 100 kg guter von 15,50-14,00 Mk., mittlerer von 14,60-14,00 Mk., acrtnaer von 13,80—13,30 Mk. Stroh, Richt- per 100 kg von 5,00—4 00 Mk Heu per 100 kg von 6,80—4.00 Mk. Erbsen per 100 kg von 3000 bis 22,00 Mk. Speisebohnen, weiße per 100 kg von 40,00—20 00 Mk Linsen ver 100 kg von 56.00-26,00 Mk. Kartoffeln per'100 kg' von 7,50—3,75 Mk. Rindfleisch von der Keule per 1 kg von 180 bis 1,20 Mk. Bauchfleisch per 1 kg von 1,40-1,00 Mk. Schweinefleisch per 1 kg von 1,80-1,20 Mk. Kalbfleisch per 1 kg von 180 bis 1,20 Mk. Hammelfleisch per 1 kg von 1,60—1,20 Mk Butter per 1 kg von 2,80—1,80 Mk. Eier per 60 Stück von 4.50—2,60 Mk. Marburg, 11. September. Die Tendenz des heutigen Schweine-' Rindvieh- und Schafmarktes zeigte namentlich bet Schweinen bedeutenden Umsatz und hohe Preise. Letztere erlitten gegenüber den Preisen des vorigen Marktes eine weitere Steigerung besonders in Großvieh ledoch auch Kleinvieh fand regen Absatz und wurde gut bezahlt Rindvieh zeigte Mangel an Auftrieb bet großer Kauflust und hohen Preisen, wahrend der Handel in Schafen belanglos blieb. Angetrieben waren insgesammt 1291 Schweine, 17 Stück Rindvieh und 107 Schafe — Leider erwies sich auch heute wieder der den hiesigen Vtehmärkten zur Verfügung gestellte Marktplatz als zu klein, sodaß eine baldige Abhilfe ebenso dringend als wünschenswerth erscheint, wenn anderseits die Marburger Märkte selbst unter diesem offenkundigen Uebelftande nicht leiden sollen. War doch das Gedränge von Menschen, Vieh und Wagen auf dem genannten Platze heute morgen ein so großes daß es gefährlich wurde, fick in dasselbe htneinzuwagen und es einige Viehbesitzer vorzogen, vor Beendigung des Marktes, lediglich weil sie ihr Vteb nicht unterzubringen vermochten, wieder abzuziehen. Kirchliche Anzeigen der Stadt^Meßeni Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 15. Sonntag nach Trinitatis, 14. September- Frühgottesdienst in der Kirche: Vormittags 73// Pfarrer vr. Naumann. v * Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Dingeldey. Kirchliche Feier des Geburtstags Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs. »vor Die Vfarraeschäsfe in der Woche vom 14. bis 20. September besorgt Pfarrer Drngeldey. Katholische Gemeinde. 16. Sonntag nach Pfingsten, 14. September: Samsta g: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um W Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. «^°n"tag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl Beichte: um 727 Uhr Austheilung der hl Communion; um V$8 Uhr Früb- meffc; um //JO Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um V83 Uhr Christenlehre und Andacht. v Gottesdienst in der Synagoge. 13. September. Abend 600 Uhr, Samstag Morgen 8« Uhr, SamStaa Mittag 4°o Uhr, Samstag Abend 70d Uhr. ** 'Men' '“ Je t ?'1 ( ~nn fc ben gL ,* '.er Strikt etu. p fo,l= b'° arbeitet ®rubenatbeiter In den benachbarten Ort- S6rbbt6£"6^ Wiii des Alexander .»"ter officieBer Bttheilignng, *n Öe'anbtfdjQfc swt, wo nfteryräszdent erschienen. -er Kaiser schenlle dm Älch seines 25jährigen Jubi- ' von Moskau sein und des r in Brillanten. AnlWch des n zahlreiche Ordensverleihungen wollmächtigte in Paris, Fre- ausorden erster Klasse, ctember. Der armenische ourde gestern von einem jungen irch einen Messefftich am Arm ite entfliehen. Die Ursache des eine Zeugenaussage des Bischofs, lungen der Armenier wegen des lamfapu erfolgten. Der Thäter nden. 7545 Gießen 1 7546 Neues Theater Caf« Leib Gnauth. 7530 Gnauth. 7557 Kassaeröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Ausführliches Programm an der Abendkasse. 7556 Wahl, Dekan des Dekanats Gießen. 7548 K 99.95 wir Herrn [7544 übertragen. 7551 Brandplatz ein. Lvlweaz: fest Telegraphischer LovMnich- Hk» Berliner Börse vom 12. September IWt 175.40 [7541 wozu ergebenst einladen ifipreu6e?T Ludwig Wetter Philipp Schäfer Neichsbarck-DtScont 4 pEr — Frankfurter Ban^Diseont 4 vCt. Uhr: [7553 440 50 217.25 16620 15220 94 20 180.10 154 00 89 70 91.20 95 40 8010 82.00 23010 21475 103 75 '72.00 164.10 Bochumer Gutzstahlsetiev TeudtNL besser. Oesterr. Eredtt^cLirv Oesterr. StkütLbechu-RLtteu Dortmunder Union-Neüeu Darmstädter Bsnkaetten Meine säniiiitllchen Geschäftsräume bleiben ülcmtag den 15. und Dienstag deaa 16. d. M. 7542] Für das Comptoir eines hiesigen Fabrikgeschäftes wird ein Lehrling mit guten Schulkenntnissen gesucht. Offerten sub H. 100 an die Exp. d- Bl. Giessen, den 11. September 1890. Die Beerdigung findet statt: Samstag den 13. d. M., Nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause (Neustadt 77) aus. Buschtherader Elbethal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordoft , West Gelsenkirchener Ber. Kön.- und Laurahütte-Act. Oesterr. Alvine-Montcwl zum Einmachen trifft heute Samstag Morgen auf dem Lindenplatz und 7543] Ein braoes ordentliches Dienstmädchen, welches auch in Handarbeit erfahren ist, wird in eine kleine Familie ohne Kinder gesucht. Zu erfragen in der Exped- d. Bl. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass unsere liebe Gattin, Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin Submission aus Pstasterarbeit. Die Pflasterung einer Strecke in der Bahnhofstraße, veranschlagt zu 2875 Jt. 70 H, soll mittelst Submission vergeben werden, wofür der Voranschlag nebst Uebernahmsbedin- gungen auf dem Stadtbauamt einzusehen und die Angebote bis zum 17. I. Mts., Vormittags 11 Uhr, einzureichen sind. Gießen, 12. September 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen. hoher Feiertage halber geschlossen. Gießen Alexander Mayer Irische Osten 0. ki. P. Musgraves System langsamer Verbrennung. Vorzüglicher Ofen für Gascokes Brand. Brennt dauernd und heizt bei sparsamem Verbrauch die größten Räume. Den Verkauf der Oefen haben V29 80 n 450 166 40 172.50 279 62 107 12 227 60 13587 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: J. <>. Pfaff, Maurermeister. Schiitzcnhof-Restaurant (Grünberger- und Licherstratze) C. Dralling (trüber Bahnhof-RestaurationLollar) empfiehlt gutes Mittag- und Abendessen, feine Frankfurter Biere (Brauerei Henninger & Sohn), gute Weine. Bequeme Räume für kleine Gesellschaften, separate Zimmer, franz. 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Geflügel gut u. billig beziehen will, verlange Preisliste von Hans Maier in Ulm a. 0. tirosset Import ital. Produkte. Sonntag den 14. und Montag den 15. September. RirMM zu Annerod BürgergeseBlschaft. SamStag den 13« September, Abends 8 Familienaben- im Locale des Herrn Chr. Haubach (Rodheimerstraße). Margaretha Pfaff, geb. Rheinländer heute Morgen 93A Uhr nach schwerem Leiden sanft im Herrn entschlafen ist. Um stille Theilnahme bittet UM EL Wasserschlsbeu, Vsmkgsfchäft. VSess »E 12. September ILvo. SchluHcourk. 1 tthr 15 Min GMilPistorinkimsn & Co., Mannheim Versteigerung Samstag den 13. Septbr. d. IS., Nachm- 2 Uhr, versteigere ich Marktplatz Nr- 20 dahier: 1 Partie Damen- und Kinderhüte, 2 Schreibsecretäre, 1 Verticow, 1 Spiegelschrank, 1 Kassaschrank, Commoden, Kleiderschränke, Tische, Nähmaschinen, Bilder, 12 goldene und 12 silberne Kaffeelöffel, 4 Dutzd. silberne Eßlöffel, Gabeln und Messer u. a- S- gegen Baarzahlung Born, 7554 Gerichtsvollzieher. 4 pEt. ReichSanleihe 4 , Preuß. ConfolS 8V> , 114.50 Harpener 96.10 Ostpreußi 106 80 4 pCt. Ungar. Goldrente 99.95 5 , Italiener Rente •06 60 Oesterr. Silberrentei 99.95 Ruff. Orient m. MWonsfest in Lang - Göns am Donnerstag den 18. September l. I. Der Vormittagsgottesdienst beginnt bald nach dem um 1010 Uhr von Gießen her ankommenden Zuge. In demselben predigt Herr Misfionav Thumm aus Frankfurt. Die Festpredigt über innere Mission im Nachmittagsgottesdienst hat Herr Pfarrer Dietz aus Messel übernommen. Bei günstiger Witterung Nachversammlung mit Ansprachen im Freien. Um recht zahlreichen Besuch des Festes seitens der Gemeinden des Dekanats Gießen und anderer benachbarter Gemeinden wird freundlichst gebeten. I- A.: ee* an einer 3clt' Höhe £tic n, bieUrfi S'"-W Preisen f ( sek' 5 / Die Une £er «w ih°> * hohen Weh-«ndM wenn der Nnschn würbe er billiger wirklich entbeut w Uttheil nach Durch! Auf einem gut ebenso einer mittlere Fleischermeister gm dem gesummten Aus- Publikum in allen g< nur eben Rindsleisch schmack stellt ganz be des Geschäfts, nach schiedenen Ansprüchei Es genügt nid) Anzahl Schweine in allererster Linie au Woche werden bejoi Thiere gebraucht; < nun aus Zartheit d besondere Ansprüche und da man Schla davon ein Muster denn der Meister i der eigenen Provin um seinen Bedarf , reisen, welcher 5- jenige, welcher 20 Kosten, welche die ( Kosten von vierte! gegenüber den gern eme größere ßafyl t in§ &enüfjt. Wenn nicht gestattet, dann während bei. Abweser unbedingt zu Grunds gegen das Nahrungs auch hier müßte ei tonnte dies Thema seitenlang ausgesühi -h-nweises, daß au beseitig! werden kcu Wenn nun de tnnn, warum komrr Warum verdient st, . 3wischenhändle )» «taa ®ele3Cn| verkaufen. Menöen Landwirth '6,tl,6e &ntairtb । unb mürbe L au** ?ertQufen Ml DZ ^reb t io« vOi h>ürbetotm Men.’ eine K»f> ■ ”er !ei” Xrf . C br k'r t» ' eti' ftÄ S: der fi • ^le - “«4 £ Die nur erft y i! ^4 Sonntag den 14. September: Freiskegeln. ß Neue Hellerlinsen, forotel ächte Frkf. Würstchen empfiehlt 7549 _______L. Kalkhof. Prima Montag -en 15., Dienstag den 16. n. Mittwoch -en 17. Ze-t.: Nur dreimaliges Gastspiel der berühmte« 12 Wiener Sängerinnen 12 (Directiou: Gothow-Grüneke) unter Mitwirkung der Stadtkapelle. Bolkstbümliche Coneertvorträge. Humoristische Soio- Scenen mit Gesang au- dem Wiener Leben. Aufführung neuer und eigenartiger Wiener Liederspiele. WEM' TägHeh neues Programm! Preise: Im Vorverkauf bei den Herren Musikalienhändler Rudolpb, Friseur Gerhard, Lindenplatz: Reservirter Platz 80 Entre 50 Gallerie cO An der Kasse: Reservirter Platz 1 M, Entree 60 Gallerie 40 garantirt frisch, per Stück 6 Pf§., 2 Stück 11 Pfg.. 25 Stück 1.40 Mk. 50 Stück 2.70 Mk., 100 Stück 5.40 Mk. empfiehlt [66t>u Ach. Arnold II.. Sckloßgosse 5. Tagt irische ChaMpWMNS bei W. W i p p e r, [7522 Blumengeschäft — Neustadt 11. 7550] Kleines Logis z» vermiethen. ______________________Schillerslraße 29. 7547] Liebigstraße 15 ist ein Logis, be- stehend aus zwei Zimmern, Küche und allem Zubehör, sofort an eine ruhige Familie zu vermiethen. 7515 7546 M.e 60 H Galleries . v*. Allsang 8 Uhr- 755k an der AöendkA 9t20 9540 M)10 82.00 211.23 15120 912 180.10 1M0J W U.Pioi|täii7M itspiel der berllhmte« igtrinntnlZ >w-Grüoeke) ( Ltadt?»V«ll«- e. Hom»ri-^che To>o jem SBientt red««. Hfltt Wiener LiedttMlr »rogramml "BE n-üMkalimh-rdlilRudolpd X M SO 4, 50 * * ericht Ä ßacktzM MiMMt 'M. •sä* fissrsr K« ■rfttrr. rufest Samstag den 13 Septbr. (Btefeener Anzer^ev. Beilage zu Nr. 213. - 1890. Einige Betrachtungen über den Viehhandel. Zu einer Zeit, wie der jetzigen, wo die Preise Vieler, man möchte sagen säst aller Lebensmittel, eine bedeutende Höhe erreicht haben, ist man namentlich in Consumentenkreisen gern geneigt, die Ursache der Vertheuerung unserer Nahrungsmittel dem Zwischenhandel zuzuschreiben. Wenn nun auch nicht abzuleugnen ist, daß der Zwischenhandel aus steigenden Preisen seinen Nutzen zieht und den sich ihm widmenden Personen oft zu Wohlstand Verholsen, so ist anderseits bis jetzt noch kein Mittel gesunden, den Zwischenhandel entbehrlich zu machen. Die Unentbehrlichkeit des Zwischenhandels ergibt sich namentlich in unzweideutiger Weise im Viehgeschäfte. Einer von ihm empfangenen Fleischerdeputation äußerte sich Staatsminister von Boetticher ebenfalls dahin, daß an den hohen Vieh- und Fleischpreisen der Zwischenhandel schuld sei- wenn der Fleischer direct vom Producenten kaufen könne, würde er billiger verkaufen können. Ob der Viehhandel wirklich entbehrt werden kann, darüber mag man sich ein Urtheil nach Durchlesen nachstehender Betrachtungen bilden. Aus einem gut beschickten Markt einer jeden Großstadt, ebenso einer mittleren oder kleineren Provinzialstadt wird es Fleischermeister geben, denen es schwer möglich wird, aus dem gesammten Austrieb passende Waare zu erhalten. Dem Publikum in allen größeren Städten genügt es nicht mehr, nur eben Rindfleisch zu kaufen, sondern der verfeinerte Geschmack stellt ganz besondere Ansprüche- je nach Einrichtung des Geschäfts, nach Geschäftslage muß der Fleischer den verschiedenen Ansprüchen genügen. Es genügt nicht nur, daß ein Wurstsabrikant die nöthige Anzahl Schweine in seinen Besitz bringt, er muß auch in allererster Linie aus die Qualität der Thiere sehen. Eine Woche werden besonders fette, in anderer Woche mehr magere Thiere gebraucht; an diese mageren und fetten Thiere werden nun auf Zartheit des Fleisches, Festigkeit des Fettes wiederum besondere Ansprüche gestellt, je nach Bedürsniß des Geschäftes, und da man Schlachtthiere nicht nach Probe kaufen und erst davon ein Muster ohne Werth erhalten kann, so müßte sich denn der Meister ausmachen und umherreisen, nicht nur in der eigenen Provinz, sondern auch in den Nachbar-Provinzen, um seinen Bedarf zu decken. Da müßte der Fleischer so gut reisen, welcher 5—10 Schweine pro Woche braucht, wie derjenige, welcher 20 und 30 braucht. Diese Kosten, dazu die Kosten, welche die Einzelfracht mit sich bringt, und die theuren Kosten von viertel und halben Wagen im Eisenbahnverkehr gegenüber den geringeren Kosten, die ein Viehhändler, welcher eine größere Zahl von Thieren verladet, hat, fallen schwer ins Gewicht. Wenn die Gesundheit des Meisters solche Reisen nicht gestattet, dann muß er eben einen Aufkäufer haben, während bei, Abwesenheit des Meisters das Geschäft zu Hause unbedingt zu Grunde geht. Der Meister ist bei Vergehen gegen das Nahrungsmittel-Gesetz der „Verantwortliche", also auch hier müßte ein Stellvertreter angestellt werden. Es könnte dies Thema in den verschiedensten Erörterungen noch seitenlang ausgesührt werden, es bedarf aber keines weiteren Hinweises, daß auf diesem Wege der Zwischenhandel nicht beseitigt werden kann. Wenn nun der Fleischer nicht zum Landwirth kommen kann, warum kommt dann der Landwirth nicht zum Fleischer? Warum verdient sich der Landwirth nicht selbst den Gewinn des Zwischenhändlers? Die öffentlichen Viehmärkte geben ja überall Gelegenheit für den Landwirth, sein Vieh selbst zu verkaufen. Zunächst fehlt dem nur ab und zu einen Markt besuchenden Landwirth die nöthige Personenkenntniß- der größte Theil der Fleischer braucht Credit, der fern in der Provinz lebende Landwirth kennt die Creditfähigkeit des Einzelnen nicht und würde schweren Verlusten ausgesetzt sein, wenn er selbst verkaufen wollte. Diese nöthige Personenkenntniß fehlt auch dem Viehhändler- beide können sich diese Kenntniß nicht erwerben, wohl aber hat diese Kenntniß der am Ort wohnende Viehcommissionshändler. Er kennt die Fleischer, sieht, beobachtet und läßt das geschäftliche Thun und Treiben seiner Kunden beobachten und zieht daraus seine Schlüsse, gibt und versagt Credit. Oder sollte man der Meinung sein, daß der Credit, jener mächtige Hebel in Handel und Gewerbe, nicht nöthig sei? Ein einziges Experiment mit ungünstigem Erfolge würde für manchen Landwirth die verhängnißvollsten Weiterungen haben. Der Landwirth, welcher nur zwei Kühe, einige Schweine, und der ganz kleine Wirth ober Tagelöhner, welcher eine Kuh, ein Schwein zu verkaufen hat, soll der es auch selbst zu Markte bringen? In der nahen Stadt ist vielleicht kein Bedarf, er erzielt nur einen sehr schlechten Preis, aber in der entfernten größeren Stadt ist Bedarf, soll er es selbst hinbringen? Die Spesen würden unverhältnißmäßige sein. Was der kleine Landwirth nicht kann, der Händler kann es thun, er kann einen höheren Preis zahlen, als in der kleinen Stadt selbst erzielt wäre, der größere Transport verbilligt die Spesen und läßt den Händler dennoch verdienen. Ferner: Die Fleischschau in allen größeren Städten verwirft viel, sehr viel Thiere. Der Fleischer, welcher oft nur erst seit Stunden im Besitz der verworfenen Thiere ist, lann gerechter Weise den Verlust nicht tragen. Bei eingetretenem Verlust gilt es, die Jndentität des Thieres, sowie Len Einzelwerth desselben festzustellen, wenn, wie in den meisten Fällen, eine größere Anzahl verschiedenwerthiger Thiere zusammen verkauft sind. Die möglichst günstige Verwerthung des beanstandeten Thieres oder einzelner Theile nach gesetzlichen Vorschriften ist Ausgabe des Verkäufers. Bei Allem gilt es Interessen dcs Verkäufers wahrzunehmen, also müßte ler Landwirth am Orte bleiben, bis das letzte Thier seines Verkaufs getödtet ist. Auch der Viehhändler kann dies nicht, denn gleich nach dem Verkauf muß er zu neuem Einkauf eilen, folglich muß ein Bevollmächtigter da fein, in größeren Städten der Viehcommifsionshändler. Da nun der Fleischer nicht zum Landwirth, der Landwirth nicht zum Fleischer kommen kann, so tritt der Viehhändler hier ausgleichend ein. Durch den Händler wird es dem einzelnen Landwirth möglich, große Spesen zu ersparen- ebenfalls dem Fleischer. Der Zwischenhandel ist es, welcher den Viehhandel in sichere, geordnete Bahnen lenkt, er führt die Vermittelung mit Producenten (Landwirth) wie Consumenten (Fleischer) nach allen Beziehungen hin- ja wir stehen nicht an, zu erklären, der Zwischenhandel führt dem Fleischer bessere, ausgesuchtere und billigere Waare zu, als der Fleischer solche sich direct beim Producenten aufsuchen könnte. Die Wochenspesen eines Viehhändlers ersetzen die Spesen von vielleicht 50 Fleischermeistern, wenn diese selbst reisen sollten, wodurch natürlich die Thiere nicht theurer, sondern billiger werden. Der Zwischenhandel setzt den Producenten in die Lage, sein Vieh unter Benutzung günstiger Conjuncturen besser verwerthen zu können, als der Producent dies jemals direct könnte. Der Zwischenhandel vertheuert nicht das Schlachtvieh, sondern der Zwischenhandel verbilligt das Schlachtvieh, erleichtert den Verkehr, berücksichtigt die Bedürfnisse der einzelnen Gegenden und Städte und lenkt demgemäß die Zucht und Mästung aller Viehgattungen in die richtig geeigneten Bahnen. Leider beachten die Landwirthe die ihnen hieraus gegebenen Winke noch viel zu wenig. Wäre es möglich, den Zwischenhandel mit einem Schlage zu beseitigen, so würde dies gleichbedeutend mit einem Nationalunglück sein. Die vielfach vertretene Ansicht von einem „Ring", welcher sich stellenweise gebildet habe, beruht aus vollständig falschen Berichten. Der Absicht einer kleinen Anzahl von Verkäufern, theuer zu verkaufen, steht überall, ob in Berlin oder Cöln, Breslau, Chemnitz oder Fürth, oder wo es auch sein möge, eine größere Anzahl von Käufern gegenüber, welche billig kaufen wollen. Da ist von einem „Ring" nicht mehr die Rede, der Ring würde, wenn er wo sich bilden wollte, bald gebrochen fein. Die Nothwendigkeit des Zwischenhandels tritt bei allen Viehgattungen hervor, es sei hier beispielsweise nur des Handels mit Hammeln gedacht. Es fällt keinem Gutsbesitzer ein, aus feiner Heerde etwa 5, 10 oder 15 Stück heraus zu verkaufen - es ist schon eine bedeutende Schlächterei, welche wöchentlich 5 Hammel braucht. Soll nun ein Fleischer auf 10 his 20 Wochen Hammel auf Lager kaufen? Denn weniger wie 50 bis 60, auch 100 Hammel werden in keiner größeren Schäferei verkauft. Möge man daher jene Züchter und Mäster fragen, welche mit Fach- und Sachkenntniß ausgerüstet, die Marktverhältniffe der Stadt und Provinz kennen, Alle werden hohe Preise durch den Zwischenhandel erzielen. Die Pfuscher unter den Landwirthen, denen Ochs — Ochs, Schwein — Schwein ist, das sind diejenigen, welche über niedrige Preise klagen, welche den Zwischenhandel beschuldigen, welche vor allen Dingen den Markt mit unreifem Vieh überschwemmen, zum Schaden der reellen Viehzucht, diejenigen, welchd ohne Kenntniß, ohne Berechnung, unter größter Selbstüberschätzung gelegentlich Vieh nach irgend einem größeren Viehmarkt senden und dann klagen über einen „Ring", welcher ihnen nicht gestattet, für ihre Knochengerüste ohne Fleisch die Preise zu erzielen, welche Prima-Waare wirklich erzielt, welche in allen landwirthschastlichen Zeitungen über unrichtige Preisnotirungen zetern und der Ansicht sind, nur Prima-Waare zu haben. Es ist bekannt, daß ein Landwirth einen Posten Hammel für den Montag schon am Donnerstag in Berlin eintreffen ließ - natürlich erhöhten sich die Futterspesen ins Ungeheure. Einem Händler passirt so etwas nicht. Die Fleischpreise sind unendlich hoch gestiegen. In der Hand der gesetzgebenden Factoren liegt viel, diese Preise auf ein normales Maß herabzuführen - will man dies, so müssen die Ursachen richtig erkannt werden, nicht aber im Zwischenhandel gesucht werden. Dieser Zwischenhandel vertheuert das Schlachtvieh nicht, sondern er leitet die Producte des Land- wirths dahin, wo solche zum Vortheil des Landwirths am besten zu verwerthen sind. * Wittlich, 8. September. Zur großen Verwunderung der von der Natur mit kräftigem Bartwuchs gesegneten Einwohner von Wittlich erschienen Ende voriger Woche die verschönernden Figaros nicht zur gewohnten Stunde. Diese Verwunderung steigerte sich, als die zur Nachfrage ausgesandten Boten die Nachricht brachten, an der Atelierthür der Haarkünstler seien große Plakate angeheftet mit der Aufschrift: „Strike der Na- und Frifirer. Honoraraufschlag 100 Procent. Vermittler wollen sich nach der Griebler'schen Bierbrauerei bemühen, wo das unterzeichnete Strikecomite während des ganzen Tages zu sprechen ist." Dieser ganz unvermuthet ausgebrochene Ausstand versetzt natürlich die , Einwohnerschaft in nicht geringe Bestürzung. Die Aus- ständischen bleiben anscheinend fest, so daß sie unzweifelhaft den Sieg davontragen werden. Das Kreisblatt, welchem diese inhaltschwere Meldung entnommen ist, fügt beruhigend hinzu, daß Ruhestörungen bis jetzt noch nicht vorgekommen seien. * Anonymen Brieffchreibern möge folgender Fall zur Warnung dienen. Bereits seit dem Jahre 1882 erhielten eine Reihe der angesehensten Familien in Merrsburg, ferner der dortige Kreisschulrath und die Oberschulbehörde anonyme Briefe, in denen einzelne Familienglieder oder Lehrer in der niedrigsten Weise gemeiner Vergehen und Verbrechen bezichtigt wurden, ohne daß es gelang, des Thäters habhaft zu | werden. In der letzten Zeit häuften sich die Verdachtsanzeichen gegen, eine im Orte wohnende frühere Pfarrersköchin derart, daß dieselbe vor einigen Wochen in Hast genommen wurde. Vor einigen Tagen kam die Sache in Constanz zur gerichtlichen Verhandlung. Während eine minder belastete Helfershelferin der Hauptschuldigen zu vier Wochen Gefängniß verurtheilt wurde, erhielt diese selbst zehn Monate. Und das von Rechtswegen! * Dauer französischer Staatsformen. Während in diesen Tagen die zwanzigste Wiederkehr des Tages von Sedan, des eigentlichen Geburtstages des neuen deutschen Reiches, in ganz Deutschland festlich begangen wurde, hat Frankreich zu derselben Zeit seine Rückkehr zur republikanischen Staatsform zum zwanzigsten Male gefeiert. Der auf die gewaltsamste und unrühmlichste aller hauptstädtischen Straßenrevolutionen gegründeten Ordnung der Dinge ist eine Dauer beschieden gewesen, welche diejenige aller übrigen französischen Staatsexperimente der letzten hundert Jahre übertrifft. Es haben bestanden die erste Republik 14 Jahre lang, das erste Kaiserreich 10 „ „ das restaurirte Königthum 16 „ „ das Bürgerkönigthum 18 „ „ die zweite Republik 5 „ „ das zweite Kaiserreich 18 „ „ die dritte Republik 20 „ „ Danach sind auf die letzten 101 Jahre französischer Vergangenheit gekommen 39 Jahre Republik, 34 „ Königthum, 28 „ Kaisertum, was ein Plus von 5 Jahren zu Gunsten der gegenwärtig. bestehenden, vor 20 Jahren zum dritten Male angenommenen republikanischen Staatsform ergibt. ’ Die dritte Republik besteht zur Zeit viermal so lange, als ihre letzte, und doppelt so lange, als ihre erste Vorgängerin, und sie hat sich während dieses Zeitabschnitts ungestörten Friedens erfreut. * Als ein Zeichen der Zeil berichtet die Schweizerische Frauenzeitung aus Zürich Folgendes: „Ein hiesiges Papiergeschäft suchte vor Kurzem durch die Zeitungen einen Commis - auf die Annonce hin meldeten sich über 200 junge Leute. Dasselbe Geschäft sucht seit einiger Zeit einen tüchtigen Werk- sührer, nicht allein durch die Zeitungen, sondern auch auf dem Wege der Correfpondenz nach allen Richtungen hin, ohne daß sich selbst nur ein einziger Bewerber bis jetzt gemeldet hätte". — Auch die Frauenarbeit weist ähnliche Verhältnisse auf. „Irgend welche leichte, bezahlte Arbeit" wird von einer großen Menge von Frauenspersonen stets gesucht. Als Gesellschafterin, Stütze der Hausfrau, wo die Tochter weder Fisch noch Vogel ist, gehen immer eine Menge von Anmeldungen ein, tüchtige Köchinnen dagegen muß man oft lange suchen. Groß ist das Heer der Nähterinnen, das richtige und selbständige Zuschnetden aber verstehen nur einzelne. Es mangelt an gründlicher Durchbildung und mit Oberflächlichkeit und halbfertiger Berufsbildung glaubt man vielfach seinen Lebensweg machen zu können. eiter atar und Knnft Der Landkalender für das Grotzherzogthnm Hessen für das Jahr 1891 bringt seinen zahlreichen Freunden auch indiesem 181. Jahrgang wieder viel Neues und Interessantes, so daß dessen Anschaffung mit Recht empfohlen werden kann. Von den seit Jahren gebrachten Städtebildern ist es diesmal Butzbach, welches in Wort und Bild trefflich gezeichnet ist. Trotzdem der „Landkalender" auch diesmal wieder um einen Bogen vermehrt erscheint, ist der billige Preis von 20 Psg. (Verlag der Großh. Jnvaliden-Anstalt in Darmstadt) derselbe geblieben. Verkehr, Land- unö Volkswirthschaft. - Werth des ObsteS als Nahrungsmittel. Wenngleich der Gehalt an wichtigen Nährstoffen, welchen das Obst besitzt, kein sehr hoher ist, so hat dasselbe doch einen unvergleichlich hohen Werth für die Ernährung des menschlichen Körpers, wegen seiner gesundheitlichen nerven-, besonders die Verdauungsnerven anregenden Eigenschaften. Es genügt nicht, daß wir dem Organismus die nöthigen fleisch-, wärme- und krastbtldenden Stoffe zuführen, sondern derselbe bedarf auch der Genußftoffe, welche in den verschiedenen Nahrungsmitteln in verschiedener Menge vorhanden sind, in besonders hohem Maße aber im Obst. Es ist im Interesse des Volkswohls b. sonders zu wünschen, daß das Obst auch immer mehr auf der Tafel d:r kleineren Leute erscheine und dort die Kartoffel etwas verdränge Ader auch in den Mittelstandskretsen wird demselben noch nicht der gebührende Platz eingeräumt und sollte man namentlich auch für den Winter größere Quantitäten etnkaufen. — Sylvinit für die bevorstehende Herbstdürrarrrra. Der erst in neuerer Zett aufgefundene Sylvinit wird als Kalidünger namentlich in den vom Gewinnungsort weiter entfernt lieacnben Senügend beachtet. Sein ungemein hoher Gehalt an Kali (35pEt. schwefelsaures und ca. 30pCt. Chlorkalium) macht ihn für weitere Verfrachtung besonders geeignet; Kainit, besonders aber Karnallit wird durch eine solche ungemein vertheuert, während das beim Sylvinit nur in geringem Maße der Fall ist. Dabet kostet das Pfund Kali tm Sylvinit am Bezugtzort nicht mehr als in den andern Kalisalzen. Zur Conservirung des Stallmistes ist das Sylvinit nickt so geeignet wie Katnit und Karnallit, weil er einen weit geringeren Gehalt an Magnestasalzen besitzt. Burkin, reine Wolle, nadelfertta, 1168 ea. 140 cm. breit, ä Mk. 1.95 Vfg. per Meter versendet direct jedes beliebige Quantum das Buxktu.FabrttDöpn ovttlngvi-L6o-, krankfuete. H.—Musterauswahl umgehend franco. ~ Unterscheidung von Stahl und Eisen. In vielfacher Beziehung kann ein leichtes Unterscheidungsmerkmal dieser beiden Metalle dem Landwirth von Nutzen fein. Man nehme zu dem äwcck einige Tropfen Salpetersäure und träufelt sie auf das zu vrüiende Metall. Ist es Stahl, so bleibt ein dunkler Fleck zurück, während Eisen niemals einen solchen aufweisen wird. v Drogen-, Dellcateßgeschäften rc. Man verlange ächt ffr zum Lintritt ins Abonnement. Wer.sich und ,'rincr eine «nerslüöps.iÄe HueUe der Ztnleryaltung v, ßc-siökffcn oder es einmok mit einer andern^^ . ftfivifi versuchen roitt, abonnrre anf^^ GMWKM MUMWA WWM Aedacttnn? HL SckeSda» —; Druct und Lerlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen, II 3OOOOCXX)OO0dOCXX)OOOOOÖOOOOCXX)OOOCX3OOOpO® QOOOOOCOOOQÖOOOO Höchste Auszeichnung | Cöln 1889 j Irische Bückinge, Verkaufsstelle Giessen: Hell« ft-iSftCSl •> Markt 8. t, A. Kröll, Selterswea 12 6328 Neustadt 1U 6552 J. M> Schulhof 7537 iverthe Speisen 7024 Sprotten, Gänsebrust, Goldene Medaille. Silberne Medaille. dem Zimmer, auf Wunsch auch mit Logis, alsbald zu oermiethen- Näheres 7388 Kirchenplatz 10. lnn«b®< •«" 11,1 fdlgmbtn toj Bis zum 1. 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Die Nachtzeiten von 6 Uhr Abends bl« Die fetten Atffern bezeichn« die Sc Gedern, Laubach bezw. Stockheim bm Uhr früh find durch Unter nellzüge. Vie mit • bezeichnete, 700 1210 442 800 8». ireich« der Mimttenzahlen Züge stihr« nnr 1. nnd 2.