1890 Sonntag den 13. Juli Erstes Blatt Nr. 160 Vierteljähriger fen Keneral-Mnzeiger Amts- unb Anzeiget»latt für den Ureis Gieren. chratisöeikage: chießener Iamitienökätten [ Amtlicher» Thell. die b) Der Himmel ist bezogen und das Wetter kühl; es klärt an. c) d) 89, Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. Zu Pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift des Vaters ober Vormundes beglaubigt sein muß. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme Scl. .ZUt. boft Die Gießener Inmitteuvkätter werden dem Anzeiger «Schenllich dreimal beigelegt. Der chießeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. 8900 93 93 7740 73.00 Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. bei Leipzig benutzt und viele hundert Soldaten aller Nationen starben darin an dem furchtbar wüthenden Lazar ettyp hu:-. Auch später, als es seiner Bestimmung übergeben war, erlosch das Wochenbettfieber nicht dauernd. Das Hauptklinikgebäude aber war als Kaserne erbaut, hoch und luftig gelegen, aber als Krankenhaus nur nothdürstig brauchbar. Ein Neubau, oder besser eine große Reihe von Neubauten war unabweisbares Bedürfniß geworden, und nun stehen wir vor der erfreulichen Thatsache, daß diese Bauten nach dreijähriger Bauzeit beendigt sind und ihre Einweihung, die Ueberweisung zur thatsächlichen Verwendung, noch in diesem Monat stattfinden wird. Schon konnte am 24. v. M. Se. Königl. Hoheit der Großherzog Einsicht nehmen und unter Führung des geschästsleitenden Baumeisters und der Directoren der einzelnen Anstalten sich davon überzeugen, daß hier den strengsten und neuesten Anforderungen der Wissenschaft in mustergiltiger Weise Rechnung getragen wurde. Auch an der Einweihung selbst wird Se. Königl. Hoheit sich nebst dem gesummten Ministerium betheiligen. Aber welche Schwierigkeiten waren auch zu überwinden, um dieses Ziel endlich zu erreichen. Die Auswahl des Platzes, die Verhandlung mit den Ständen, welche die P/2 Millionen zu verwiegen hatten und auch verwilligten, dann die Verhandlungen mit der Stadt über Grund und Boden, die Baupläne, die immer wieder umgeändert und verbessert wurden, die Versorgung der Anstalten mit Wasser, die bis ins Kleinste durchdachte innere Einrichtung der verschiedenen Anstalten, um diese so zweckentsprechend als nur irgend möglich zu gestalten — wieviel Geistesarbeit, wieviel gereifte Erfahrung war nöthig, um endlich das zu erreichen: eine Reihe von Anstalten, die aufs vollkommenste ihren Zwecken entsprechen und von anderen Klinikbauten vielleicht an Größe, gewiß aber nicht an Zweckmäßigkeit der inneren Einrichtung übertroffen werden. Und so erscheint die Annahme keineswegs gewagt, daß diese so außerordentlich vervollkommneten Lehrmittel in Verbindung mit den seither schon vorhandenen ausgezeichneten Lehrkräften zur Hebung des medicinischen Studiums sehr wesentlich beitragen müssen. Die klinischen Neubauten bestehen aus der medicinischen Klinik, der gynäkologisch-geburtshilflichen Klinik, dem pathologischen Institut, einer Jnfectionsbaracke und einer Anzahl zur Verwaltung und Verpflegung nöthigen Bauten, als da sind Verwaltungsgebäude und Apotheke, Küche, Eishaus und Maschinenhaus. Dazu kommt noch ein Wohnhaus ftir den Director der Frauenklinik^ ein solches für den Leiter der internen Klinik ist in Aussicht genommen. Für die Neubauten einer psychiatrischen Klinik ist das Geld bewilligt und der Platz unweit der vorerwähnten Klinikbauten bestimmt, aber noch keine endgiltigen Baupläne entworfen. Die chirurgische und ophthalmologische Klinik bleiben vorerst noch in ihren alten Räumen und haben Gelegenheit, sich mehr als seither nach Bedürfniß auszudehnen. Dieser Complex von z. T. sehr ausgedehnten Gebäuden liegt aus der Höhe des Seltersberges frei und luftig und bieten die oberen Räume eine herrliche Aussicht, was auch für Genesende nicht genug zu schätzen ist. Die weiten Räume zwischen den einzelnen Gebäuden werden als Garten angelegt. Eine genaue Schilderung aller Einrichtungen muß fachmännischer Seite überlassen werden,- unsere Aufgabe ist hier nur, auch weiteren Kreisen den Beweis zu liefern, in wie vollkommen zweckentsprechender Weise die neuen Anstalten ihrer doppelten Aufgabe gerecht werden, nämlich einmal nach ihrer ganzen Einrichtung vollendete Krankenhäuser zu sein, die allen heutigen Erfordernissen vollkommen entsprechen, dabei aber auch ihren Zweck als Lehrinstitute für werdende Aerzte vollkommen erreichen. Das nordöstlichste der zahlreichen Gebäude, die medi- cinische Klinik, ist zweistöckig und in Gestalt eines lateinischen H gebaut. Der Querschenkel, der den Mittelbau bildet, dient fast ausschließlich Unterrichtszwecken- an ihn schließen sich nach der vorderen Straße und der Hinteren Gartenseite vier Pavillons mit je einem Krankensaal in jedem Stockwerk für je 10 Personen und den dazu gehörigen Hilssränmen. Alle Fenster sind doppelt verglast und mit Jalousien versehen. Auf drei Seiten vollkommen frei, sind diese Bauten für Licht, Wärme- und Ventilations-Bedingungen so günstig wie möglich gelegen. Die Schmalseite eines jeden Krankensaales läuft in eine große Veranda aus, auf welcher sechs Betten bequem stehen können. Auf diese Weise ist die Möglichkeit geboten, auch Schwerkranken, welche daö Bett nicht verlassen können, den Aufenthalt in frischer Luft zu gewähren. Auf jeden Pavillon kommt in jedem Stockwerk ein Badezimmer und eine Aborteinrichtung, so daß also für die Kranken im Ganzen 8 Badezimmer benutzbar sind. Neben jedem der- 1890- 21950 196 00 M 16150 ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit den FreiwMgen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen; ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und den sonstigen mllitärberechtigten Lehranstalten) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; Gießener Anzeiger 402 29 20687 '62.00 13700 3930 164.90 141’’ 82.70 , 11. J"“ sich auf. Der „Hohenzollern" fährt über Bergen nach Gud- wangen, um dort den Kaiser zu erwarten. Rom, 11. Juli. Die „Riforma" sagt heute bezüglich des deutsch-englischen Abkommens, augenscheinlich seien die Gebiete südlich und westlich vom Gjuba-Flusse bis zu den Grenzen des Galla-Landes und Abessyniens für England reservirt, während die Gebiete nördlich und östlich dieser Linie, einschließlich des Somali-Landes, Italien zugehören. Durch Vereinbarung zwischen Italien und England sei außer der Verwaltung Italien, gemeinschaftlich mit der englischen Kismaju-Gesellschast, freie Schifffahrt auf dem Gjuba-Flusse nebst seinen Zuflüssen zugesichert, um Italien den freien Eintritt in feine Einflußsphäre zu ermöglichen. Madrid, 11. Juli. Die So cialist en beabsichtigen, am Sonntag ein Meeting abzuhalten, um gegen die von den Arbeitgebern auferlegten unannehmbaren Bedingungen zu mnnifeftiren. — Wie verlautet, kamen in der Provinz Valencia sechszehn Cholera-Erkrankungen und dreizehn Todesfälle vor. Mexiko, 11. Juli. Die Zustände in San Salvador sind anarchisch. General Ezera hält die Hauptstadt mit einer bewaffneten Truppe, und Banden von Anhängern der verschiedenen Prätendenten durchziehen das Land. Es haben bereits mehrere kleine Gefechte stattgefunden. Neueste Nachrichten. DotffS kclkgraphücheS Torrespondenz-Burcau. Berlin, 11. Juli. Der „Reichsanzeiger" meldet, Prinz Heinrich ist mit der „Irene" aus dienstlicher Veranlassung am 8. Juli in Kiel eingetroffen. Das Schiff geht am 12. Juli wieder in See, um zur Manöverflotte zu stoßen. Die umlaufenden Nachrichten, welche das Eintreffen des Prinzen mit der Erkrankung der Prinzessin verknüpfen, beruhen auf Erfindung. Gefunden: 1 Peitsche, 2 Fahnenstangenknöpfe, 1 Handschuh, 1 Kinderhemd, 1 Ring, 1 Körbchen, 1 Sonnenschirm, 1 Taschentuch, 1 Paar Strümpfe, 1 Zwicker, 1 Regenschirm, 1 Halstuch. Augeflogen: 1 Kanarienvogel. Gießen, am 12. Juli 1890. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. i ein möbl. M«, &!<%« Nr» 5793 an die Exped. Die neuen Klinikbauten in Gießen. Die medicinische Klinik. Wie hat sich im Laufe dieses Jahrhunderts unsere alte Universitätsstadt verändert. Die Festungswerke sind längst gefallen, aus einem armen spießbürgerlichen Landstädtchen wurde ein wichtiger Knotenpunkt des Verkehrs und die Bauten rückten immer weiter in allen Richtungen nach außen. Die Einwohnerzahl verdreifachte sich. Damit Hand in Hand mußten natürlich die Ansprüche au die Hochschule wachsen. Das erste Universitätsgebäude, stilvoll, mächtig, massiv, wurde durch ein neues ersetzt, groß, aber nüchtern und armselig. Aber auch dieses genügte nicht mehr und so steht jetzt schon das dritte im Gebrauch. Das chemische Laboratorium, zu Liebigs Zeit berühmt in der ganzen Welt, war unhaltbar geworden und wurde durch ein neues ersetzt, das in der Zweckmäßigkeit seiner Einrichtung von keinem anderen, wenn auch größeren, übertroffen wird. Am stiefmütterlichsten aber waren die verschiedenen Klinikbauten der Hochschule bedacht. Der älteste aus unserem Jahrhundert, die Frauenklinik, wurde zuerst nach der Schlacht flößte rente 1. das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: der Reisezeugniffe für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reisezeugniffe für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämmtlich nach dem Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889 — ausgestellt sein müffen. Im Uebrigen wird aus die Bestimmungen der §§ 88, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Gtoßh. Prüfungs - Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. — Der „Reichs - Anzeiger" publicirt den Niederlassungsvertrag mit der Schweiz. Berlin, 11. Juli. Weber, der Präsident der New- yorker Independent-Schützen, erhielt ein kaiserliches Dankschreiben für das Begrüßungstelegramm bei der Feier des 4. Juli. Danzig, 11. Juli. Der Magistrat und die Stadtverordneten beschlossen einstimmig, das Rücktritt sg esu ch des Oberbürgermeisters v. Winter zu genehmigen und demselben in dankbarer Anerkennung der unvergänglichen Verdienste v. Winters um die Stadt Danzig das volle Gehalt von 18 000 Mark als Pension zu belassen, sowie das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Kiel, 11. Juli. Anläßlich des Geburtstages der Prinzessin Heinrich sind Häuser und Schiffe geflaggt. Mittags stellte sich die Besatzung der „Irene" in dem inneren Schloßhofe auf. Prinz Heinrich wies in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung des Tages hin und brachte ein dreifaches Hurrah auf die Prinzessin aus, welche von der Schloß- terraffe zusah. London, 11. Juli. Die Königin verlieh Stanley ihr Miniaturporträt mit Brillanten in Anerkennung seiner Verdienste als Afrikaforscher. — Der Generalpostmeister empfing heute eine Briefträgerdeputation. Es ist wahrscheinlich geworden, daß in Folge des günstigen Eindrucks, den die Beamten bei diesem Empfange erhielten, ein allgemeiner Strike der Briefträger nicht ausbricht, sondern die Krisis beseitigt ist. London, 11. Juli. Der Verband der Londoner Briefträger macht mittels verteilter Zettel bekannt, er habe einen allgemeinen Strike beschlossen, bis den Briefträgern das Versammlungs- und Vereinsrecht zugestanden ist. London, 11.Juli. Das Oberhaus erledigte in feiner heutigen Sitzung debattelos die Einzelberathung der auf die Abtretung Helgolands bezüglichen Bill. Eide, 11. Juli. Der Kaiser trat heute früh um 8 Uhr eine Carriolsahrt über Voffewangen nach Stahlheim Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expedition und Druckerei: Schurstraße Zlr.1. Fernsprecher 51. Bekanntmachung, Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwMgen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwMgen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig freiwMgen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben fein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a) Geburtszeugniß; W !•*«« 'M mit fotmn“ > Am SBIebttbiinitr iindeu rdeloos. vWW' tS80. Gort» is Concert Vereinsjahr) den 16. Juli 1890, mittags 5 Uhr, Stadtkirche ter Leitung livertitate - Musikdirectors Wolf Felchner. wirkende: k-Lechner aus Karlsruhe Sopran), ckow aus Berlin (Tenor), Ch aus Giessen (Orgel), Gesangverein und das , Künstler verstärkte nsorchester. g r a m m. [. Theil. und v. G.F.HaendeL II. W Sym- , nach * v F_ Mendelssohn- Bartholdy: ttz un scoill Emp-rbiih»« * z„ * , R;nd in der Herr» HÄ? 1 i|hr. *$' “• " 1 5332 eSSrfl den BaWsen 23II. iüchl ber wird auf sofort ein Hausarbeit erfahrenes ucht, ev. zur Ashülse. adavlage IIII. ngtrö Dienstmädchen Kreuzplah 3. htigks Mädchen, weW hat, per August gesucht. Neuenweg M selben befindet sich ein Abwurf für die schmutzige Wäsche, der in das Kellergeschoß führt- von hier aus wird die Abfuhr bewirkt, nichts wird über die Treppen getragen, auch die Speisen nicht. Von dem besonderen Küchenbau aus gelangt das Essen in eine für je zwei Pavillons gemeinsame Vertheilungsküche und von da durch einen Speiseaufzug in das betr. Stockwerk, um an die Kranken vertheilt zu werden. So sind die Räume für die Kranken außerordentlich bequem eingerichtet und dabei doch so gegliedert, daß, wer 7s ber ganzen Anstalt kennt, sich in jedem anderen Theil ebenso zurechtfinden kann, was bei dem zahlreichen Hilfspersonal von großer Bedeutung ist. Daß für reines Wasser und seinen Abfluß reichlich gesorgt ist, versteht sich von selbst, ebenso, daß Staubbildung, sowie Staubansammlung nach Kräften verhütet ist. Der Mittelbau wird durch einen breiten, schönen Cor- ridor in eine vordere und Hintere Hälfte getheilt. In der ersteren nach der Straße ist der freundliche hohe Treppenbau mit drei Freitreppen, zu seinen Seiten links die Räume für den Director, rechts die für die Poliklinik. Der Hintere Theil ist tiefer ausgebaut und enthält im ersten Stock die Arbeitsräume für das Laboratorium, nämlich einen großen Saal mit zehn chemischen Arbeitstischen und vier für mikroskopische Zwecke- die kleineren Zimmer sind für besondere Arbeiten Vorbehalten. Ueber dem Arbeitssaal liegt das außerordentlich Helle und geräumige Auditorium für wenigstens 80 Hörer, die durch verschiedene Eingänge zu ihren treppenartig angeordneten Sitzen gelangen können- die vorzustellenden Kranken können im Bett aus dem Krankensaal unmittelbar in das Auditorium gefahren werden, ohne dabei unterwegs den Studenten zu begegnen. Die Nebenräume dienen hier als Vorbereitungsräume für den Unterricht. Da ist das Dienstzimmer des Assistenten, die Bibliothek, die Jnstrumenten- sammlung u. dgl. Die Zimmer im Vorderraum des Mittelstocks sind für einzelne Kranke bestimmt. Der Mittelraum wird in beiden Stockwerken von den Pavillons durch Glasthüren getrennt, so daß die Studenten und das in dem Hause verkehrende poliklinische Publikum mit den Kranken gar nicht in Berührung kommen. Das ganze Haus wird, wie alle anderen Gebäude, von der Centralstelle aus geheizt durch ein complicirtes Dampf- Luftheizungssystem, das mit einer Anzahl von Ventilationseinrichtungen verbunden ist, durch die die Ventilation an den Fenstern unterstützt wird. Außerdem , dient das Centralkesselhaus zur Speisung aller Gebäude mit Electricität sür die Beleuchtung. Gas wird nur als Kochgas verwendet. Da das Haus auf einem sanft ansteigenden Hügel liegt, so ist für die nordwestliche Hälfte des Mittelbaues und den ganzen daranstoßenden Seitenflügel noch ein Erdgeschoß gewonnen. Hier befinden sich die Räume für die Assistenten und unter dem Auditorium ein großer Speisesaal sür die Reconvalescenten. Hier ist der Mittel- und Glanzpunkt aller humanitären Bestrebungen der Anstalt. Setzen wir den Fall, ein Schwerkranker ist nach wochenlangem Liegen so weit hergestellt, daß er wieder im Hause und bei gutem Wetter auch im Freien umhergehen darf, aber er kann noch nicht zu den Seinen entlassen werden. Die fortschreitende Genesung, die Wiederkehr der alten Kraft äußert sich auch in dem Bedürsniß, alte Gewohnheiten wieder aufzunehmen. Rauchen darf er nicht im Krankensaal, auch nicht aus der freien Veranda. Nun nimmt er seine Zuflucht zu dem Bier- und Rauchsaal, einem elegant und bequem eingerichteten Raum, dessen gewölbte Decke aus Säulen ruht. Hier findet er Gesellschaft von anderen Genesenden. Hier kann er rauchen, er findet Spiele verschiedener Art, um die Zeit zu kürzen und auch ein Glas Bier ist gestattet. In der ganzen Stadt findet er kein so schönes, gemüthliches Kneipzimmer, als hier im Krankenhaus der Hochschule. Auch die gemeinsamen Mahlzeiten der Genesenden werden hier eingenommen, nicht in den Krankensälen selbst, denn für die meisten ist es unangenehm und peinlich, jhre Mahlzeiten in Räumen einzunehmen, wo nebenan Schwerkranke liegen. Wie die ganze Anlage in Bezug aus die möglichst zweckmäßige Vertheilung des Raumes, so ist auch jeder einzelne Theil der Emrichtung bis ins kleinste genau durchdacht- die Größe eines Tisches ist nicht dem Zufall oder der Willkür des Schreiners überlassen worden, sondern alles und alles nach strengster Zweckmäßigkeit durchaus nach Bedürf- niß hergestellt. Ueberall hat der Director der Anstalt die Einrichtung selbst angegeben, er hat während des Klinikbaues nicht nur sein schweres und verantwortungsvolles Amt als Arzt und Lehrer, er hat auch noch vielmehr die Ausgaben eines Baumeisters erfüllt- aber nur so war es möglich, daß auch nun ein Gebäude beendigt worden ist und demnächst dem Gebrauche übergeben werden wird, das seiner doppelten Aufgabe als Lehr- und Krankenhaus aufs vollkommenste entsprechen wird. Cocafc* nnö provinjicUc». Gießen, 12. Juli. — Sicherem Vernehmen nach steht es nunmehr fest, daß Se. Kgl. Hoheit der Großherzog das am 28. Juli hier zu feiernde Doppelsest der Einweihung der neuen Kliniken und der Enthüllung des Liebig-Monuments mit Seiner Gegenwart verherrlichen wird. Die Ankunft unseres Landesherrn erfolgt am Festtage gegen 3/410 Uhr Vormittags. Um 10 Uhr findet dann die Feier in den Kliniken, um 12 Uhr die Enthüllung des Liebig-Denkmals statt und um 2 Uhr wird die Stadt Gießen den Festtheilnehmern ein Essen in den Räumen des „Club" geben. Friedberg, 10. Juli. Als Reinertrag des letzten Kirchen- concerts des Musikvereins können dem Stadtkirchenbauverein Mk. 105.64 überwiesen werden. Friedberg, 10. Juli. Der „Oberhess. Anz." schreibt: In dem Halbeinuhrschnellzuge von Frankfurt kam eine Frau, die sich nach dem Entbindungshause in Gießen begeben wollte, zwischen Friedberg und Bad-Nauheim in die Wochen. Anstatt nun die arme Person die halbe Stunde kurzer Hand weiter bis nach Gießen mitzunehmen, wo ihr ausgiebige Hülse hätte geleistet werden können, wurde dieselbe in Bad-Nauheim bei dem schauderhaften kalten Regen ausgeladen und sammt dem Kinde auf den offenen Bahnsteig gesetzt. Bis zum Abgang des anderen von Gießen kommenden Zuges, also während einer Zeit von 5 bis 10 Minuten, konnte gar nichts für die Frau geschehen. Später wurde dieselbe mit einem Wagen zu der hiesigen Hebamme gebracht und von da dann doch noch mit der Bahn nach Gießen. Friedberg, 10. Juli. Wie so viele andere Corporationen, hat auch seit einigen Wochen der Vorstand des Landwirth- schaftlichen Vereins sür Oberhessen mit der Lebensversicherungsund Ersparniß-Bank in Stuttgart einen Vertrag zum Zweck der Versicherung seiner Mitglieder abgeschlossen. Unter den 50 in Deutschland wirkenden Lebensversicherungs-Gesellschaften wurde diesem Institute wegen seiner absoluten Sicherheit, verbunden mit größter Billigkeit, der Vorzug zuerkannt. Aus dem Decanate Gießen, im Juli. Ein erhebendes Fest durfte der Gießener Zweigverein der G u st a v - Adolf- Stiftung am 5. Sonntage nach Trinitatis (6. Juli) zu Kirchberg feiern. Leider tonnte die ziemlich große Kirche nicht alle Festbesucher aufnehmen, obgleich dieselbe bis an die Stufen des Altars in allen Gängen und aus allen Treppen dicht besetzt war. Nach Verlesung des Altardienstes durch den Ortsgeistlichen, Herrn Pfarrer Heintze, durchdrang das Lutherlied „Ein' feste Burg" gewaltig das Gotteshaus. Hierauf bestieg Herr Pfarrer Adolf von Watzenborn die Kanzel und wußte, auf Grund von I. Petr. 3, 15, in einer klaren, gedankenreichen Predigt, die gerade eine Stunde dauerte, die andächtig lauschende Festversammlung bis zum letzten Worte in gespannter Anfmerksamkeit zu erhalten. Ein Gesangverein von Lollar, unter Leitung des Herrn Lehrers Korell, leitete sodann über zur Begrüßung der Versammlung durch den Präsidenten des Zweigvereins, Herrn Decan Wahl von Wieseck, nachdem ein anderer Verein unter derselben Leitung die Festtheilnehmer schon beim Betreten des Gotteshauses begrüßt hatte. Nachdem noch der Schlußvers bef Hauptliedes gesungen und der ausführliche Rechenschaftsbericht durch den Secretär des Vereins, Herrn Professor Stamm-Gießen, vorgetragen worden war, schloß der Ortsgeistliche unter Gebet und Segen den Festgottesdienst. Die reichliche Collecte von über 87 Mk. wurde der Gustav-Adolf- Gemeinde Herbstein überwiesen. (D. Z.) Ortenberg, 10. Juli. Der am 13. l. Mts. hier stattfindende Verbandstag der freiwilligen Feuerwehren Oberhessens wird unserem freundlichen Städtchen zahlreiche Besucher von nah und fern zuführen. Aus allen Theilen der Provinz sind Anmeldungen eingegangen und auch einige Wehren aus Preußen werden uns mit ihrer Anwesenheit erfreuen. Es sind die entsprechenden Vorkehrungen getroffen, um selbst im ungünstigen Falle schlechter Witterung unsere Gäste in dem neu, erbauten Allendorf'schen Etablissement gut unterzubringen und zu unterhalten. Herr Capellmeister Krauße aus Gießen wird während des Festes mit seiner renommirten Capelle des 116. Regiments concertiren. Aus Oberheffen, 8. Juli. Der landwirthschastliche Provinzialverein zählte Ende 1889 sechs Bezirksvereine mit ins- gesammt 1412 Mitgliedern gegen 1380 Mitgliedern zu Beginn des Vereinsjahres 1889. Im Lause des Jahres sanden 2 Hauptversammlungen und 6 Ausschußsitzungen statt. 1/3 der Vereinsbeiträge wurden mit insgesammt 1989 Mk. 87 Psg. auf die Bezirksvereine verwendet. Die Aachener-Münchener Feuerversicherungsgesellschaft leistete 1230 Mk., die theils (720 Mk.) dem Provinzialverein, theils (480 Mk.) den Bezirksvereinen zuflossen. Nidda, 10. Juli. Gestern starb nach schwerem Leiden Stations-Assistent Vogel, erst 46 Jahre alt. □ Vom Vogelsberg, 11. Juli. Als sich in den gestrigen Nachmittagsstunden der Himmel vollständig aushellte, die Luft von der bekannten Negenrichtung SW nach NW umsprang und das Barometer sich anschickte zu steigen, da glaubte Jedermann, die Regenperiode hätte ein Ende und besseres Wetter würde endlich eintreten. Diese Hoffnung schien um so berechtigter, als das in der vorgestrigen Nacht und am gestrigen Morgen unaushaltsam herabströmende Regenwetter als ein in der That würdiges Finale gelten konnnte. Schwollen doch die Bäche so hoch an, daß das Wasser den Uferrand bestrich und jeden Augenblick eine Ueberschwemmung drohte! Leider aber zeigt uns der heutige Nachmittag, daß wir noch nicht am Schluß der Regenperiode sind, daß diese vielmehr nur eine Pause gemacht und jetzt wieder frisch einsetzt. Der Landmann macht ein bedenkliches Gesicht hierzu. Und wer will's ihm verdenken angesichts dieses trostlosen Wetters! Das Heu auf den Wiesen ist zu Grunde gegangen, taugt höchstens noch zur Streu, der Wintersamen (Raps) lagert aus den Aeckern und fällt aus, und dem Korn, welchem „aus Peter und Paul", wie die Kalenderregel besagt, „wird die Wurzel faul", droht auch, wenn dieses Wetter so weiter anhält, Halm und Aehre faul zu werden. Hoffentlich bringt die „amerikanische Hitzwelle" auch heiteren Himmel mit. — Ulrichstein, 11. Juli. Unser dreitägiger, weit und breit bekannter Jacobimarkt, der mit dem 14. d. M. seinen Anfang nehmen sollte, muß bis aus Weiteres unterbleiben, da in dem benachbarten Helpershain in zwei Stallungen die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist. Auch ist durch kreisamtliche Verfügung das Feilbieten von Schweinen im Umherziehen bis aus Weiteres im ganzen Kreis Schotten verboten. § Rupertenrod, 11. Juli. Ein Stromer, angeblich von Rodheim,' bei dem es im Oberstübchen nicht klar scheint, da er verworrenes Zeug redet, suchte gestern und heute mehrere ' Stück leinen Tuch von der Bleiche zusammenzurollen und fortzuschleppen. Gendarm Seum arretirte den Vaganten und führte ihn nach Grünberg in Sicherheit. Lauterbach, 10. Juli. Se. Königliche Hoheit der Großherzog hat den Steuercontroleur Albert Nispel zu Groß- Umstadt, mit Wirkung vom 1. Juli d. I. an, zum Steuer- commissär des hiesigen Steuercommiffariats ernannt. Schlitz, 10. Juli. Se. Majestät der Kaiser haben dem Director der Großh. sächs. Kunstschule zu Weimar, Standes- herrn Grafen Emil von Schlitz, genannt von Görtz, aus Schlitz in Hessen, den Königl. Kronen-Orden zweiter Klasse mit dem Stern verliehen. — In Angersbach wurden am 8. und 9. dss. Mts. beim Ausgraben der Baustellen der Schul - Retiraten sieben Menschenschädel nebst Knochenresten aufgefunden. Während ein gmerhaltenes Scelett, an welchem der Schädel noch mit Haaren vollständig bedeckt war, in einem Sarge lag, ließ sich zu den übrigen Knochenresten jedoch kein Sarg mehr finden. Ringsum lagen Steine, bei einem derselben fand man, wenig von Rost angegriffen, einen Säbel, einen Steigbügel, ein Pferdegebiß und zwei Hufeisen. Es rühren diese Ueberreste von Soldaten her, welche in der Kirche zu Angersbach verstorben sein sollen. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß es Soldaten aus dem 7jährigen Kriege sind, welche in Angersbach in Quartier lagen. Wetzlar, 12. Juli. Neuerdings hat die Kgl. Regierung in Coblenz angeordnet, daß vom 1. October d. I. ab in den Schulen auf dem Lande eine landwirthschastliche Buchführung eingeübt werden soll. Dieselbe-soll enthalten Inventar und Kassabuch in Einnahme und Ausgabe. Das Schema zu einer solchen Buchführung ist von Herrn Kreisschulinspector Klein- Boppard eingereicht worden. Den Schulinspectoren ist aus- getragen worden, bis zum 1. October n. I. über die neue Einführung zu berichten. * Königshütte (Oberschlesien), 5. Juli. Die russische Regierung hat jetzt den Kindern derjenigen deutschen Familien, welche jenseits der Grenze wohnen und ihre Kinder in deutsche Schulen in die auf dieser Seite gelegenen Ortschaften schicken, verboten, deutsche Schulbücher nach Hause mitzubringen. Diese deutschfeindliche Maßregel legt den Änterricht so ziemlich lahm, da ein gedeihliches Fortschreiten in der Ausbildung nicht gut denkbar ist, wenn die häuslichen Schularbeiten nicht gefertigt werden können. * Meißen 7. Juli. Eine gemüthliche — und billige Hochzeitsfeier wurde hier gestern veranstaltet: Ein soeben getrautes Ehepaar kam aus der Kirche, wo die jungen Gatten während der Rede hungrig geworden sein mochten- denn die Neuvermählte ging schleunigst in einen Fleischerladen, kaufte eine Schnur warmer Würstchen und ließ sich mit dem Gatten zu Füßen der „Saxonia" auf dem Theaterplatze nieder. Die Frau legte den duftenden Hochzeitsstrauß einstweilen bei Seite, der Mann holte beim nächsten Bäcker Semmeln und begann auf dem nassen Steinstufen den Hochzeitsschmaus! * Schwerin a. W., 7. Juli. „Eine Schwerinötherin." Sehr häufig hat man gehört, daß Miethern, welche viele Kinder hatten, gekündigt worden ist- daß aber ein Miether ziehen mußte, weil er keine Kinder hat, ist doch gewiß ein Curiosum. Dies ist hier am 1. Juli tatsächlich vorgekommen, und zwar aus dem Grunde, weil die Wirthin sehr oft die Kinder zum „Gänge gehen" braucht und sie solche stets „bei der Hand" haben muß. * Eine neue Modethorheit hat sich der Pariser Damenwelt bemächtigt. Die Damen parfümiren jetzt nämlich nicht nur ihre Kleider und ihr Haar ober ihre Haut, sonbern ihr Fleisch und Blut, unb zwar burch Einspritzen ber stärksten Essenzen unter bie Haut. Die Sache würbe burch eine ber Berühmtheiten bes Boulevarbs entbeckt, welche sich häufig Morphium-Einspritzungen machte unb eines Tages nach An- wenbung einer ungewöhnlich starken Menge bemerkte, baß ihr Körper sehr deutlich nach Morphium duftete. Aus Neugierde lud sie nun ihre Spritze mit einigen Tropfen Patschuli unb sofort strömte sie einen so starken Patschuligeruch aus, baß selbst ihre Leibwäsche banach buftete. Die Dame war entzückt über bie Entbecknng, welche sie geheim hielt. Eines Tages jeboch kam ihr Kammermäbchen hinter bas Geheimniß, unb balb baraus war bie Sache Mobe geworben. Damen ber großen Welt nahmen bie Mobe auf, unb gegenwärtig fehlt bie „subcutane Parfümspritze" aus keinem Toilettentische. Die Mobe hat bie merkwürbigsten Folgen. Einige Damen bleiben einem Parfüm getreu, anbere wechseln mit bemselben. Eine „grande dame“ duftet z. B. bei der Tafel nach Rosen, in der Oper nach Jasmin und auf dem Ball nach Veilchen. Indessen ist diese Mode gefährlich, weil durch chemisch nicht reine Parfüms das Blut vergiftet wird, während gewisse Extracte an und für sich giftig sind. Mehrere Damen sind schon gefährlich erkrankt, und die Aerzte wollen auf dem Wege der Gesetzgebung diesem Unsinn zu steuern versuchen. * „Sagen Sie, wie heißt doch der wunderbar feurige Wein, der da unten am Fuße des Vesuv gewonnen wird? Mir ist der Name entfallen." — „Ach, Sie meinen wohl — Glühwein,!" Eingesandt. P. Gießen, 12. Juli. Die Fleischer-Innung zu Gießen hat am 9. ds. Mts. ihre dritte ordentliche Generalversammlung für das laufende Jahr abgehalten. Auf der Tagesordnung standen u.A.: Krankenkasse, Schlachtvieh-Versicherung, Schlachtgebühr auf Rinder und Stiere u. s. w. Anschließend an die Verhandlungen des Bezirksvereins beider Hessen und Nassau in Kassel schlug der Vorstand der Generalversammlung die Gründung einer eigenen Krankenkasse vor. Die Innungen zu Kassel, Frankfurt und Mainz haben hiermit recht schone Erfolge aufzuwetsen. Aus dem Bericht der Innung zu Mainz geht hervor, daß bet ungefähr anderthalbjährigem Bestehen ihrer Krankenkasse, trotz des sehr geringen Beitrags von 50 Pf. für Gesellen und 25 Pf. für die Lehrlinge, ein Reservefond von über 200 Mk. erwachsen ist. Die Generalversammlung stimmte einstimmig dem Anträge des Vorstandes zu. — Die strenge Handhabung der Fleischbeschau im Gießener Schlachthause hält viele Landleute ab, ... „ to,6 640 1 ®ept Gericht ob bi d Erlchn bat, ist jn ^toinblittrttbeä vauplschuldunS weaae pbet, ob bie Serbin Ä ~io w1 Wderung an unb ftaÄ* Nh°d!, ta, A'4 Enk! Ion r'Nl gewähren nur frei dm »bjutrel r Wie S ßS)n \ ,0 h r 1 e. % baren tRw ~ fine1 leben waren. ( ^r^m^BeMigang betraut^ __—■ ggg (StörttnW fc»; liefertet aus dem Stu aus bem Corps- und 1848 Mcerfturm ai Studentenschaft aut \ Verfassers Meinung i Eroberungen über m liche moderne Gebram lesen, der sich sür das Wti W IefritdlglM beziehen ist das Md oersitiiis-Buchhandlung - Der lustige rislisch poeiischer Führe starl Brüning. Jl Piels Mk. 1- Wir haben vor l gart erscheinende „Bibi gewiesen. Damals ist auch Wiesbaden seine: d)en ist von Karl B Theater in Wiesbade Künstler Thomas i' auherordentlich nhe Wiesbaden, die jede: baß der „Lustige Bc Gewährt uns doch 4inb zuver/ä/stgen Ai wir in erster Linie z Strfen nicht nur eine, CltmierungMtter, a; können, um so mehr, ztichnungen den Eindi 'W m „Lustigen Bae München, Dresden, F and soeben Wiesbaden ffl Ford. Harnlekei. 5441 oder läßt fie ungern schlüssig werden, Vieh nach hier zu verkaufen. Hierdurch werden die hiesigen Metzger erheblich in ihren Einkäufen geschädigt. Diesem Uebelstande soll durch Gründung einer Schlachtvieh-Versicherung möglichst abgeholfen werden. — Im April 1889 ist von der Stadtoerordneten-Versammlung der Beschluß gefaßt worden, die Schlachtgebühr für Rinder und Stiere auf 3 Mk. zu ermäßigen. Dieser Beschluß ist bis jetzt, trotz wiederholter Anfragen, noch nicht zur Ausführung gekommen. Bei den gegenwärtig enorm hohen Viehpreisen ist die seitherige Abgabe eine wahrhaft drückende zu nennen; kommt dock zuweilen bet dieser Viehgattung auf das Prund verkaufbaren Fleisches 1,8 Pf. Schlochtgebübr, während nur 2/3 Pf. vorgesehen waren. In einer erneuten mottvirten Eingabe an Großherzogl. Ministerium soll die Sache nochmals angeregt und um baldige Abhülfe bzw. Bestätigung des Stadtoerordnetenbeschlusses gebeten werden. Der Innungs-Vorstand wurde mit Einleitung der erforderlichen Schritte betraut. verkehr, Land» rind vslkrwirthscbaft. Gießen, 12. Juli. Auf dem am 8. und 9. d. M. dahier abgehaltenen Vtehmarkte waren aufgetrieben 1 Pferd und 843 Stück Rindvieh. Bei lebhaftem Handel fand der Markt für Käufer und Verkäufer einen befriedigenden Abschluß. Nächster Markt Dienstag den 22. und Mittwoch den 23. d. M., am letzteren Tage auch Krämermarkt. Zu haben in den Colonial-, Delicatesewaaren- und Drögen- Geschäften, Apotheken etc. 207 5879] Junge Leute von 14 bis 16 Jahren finden Beschäftigung. F» Habenicht, Lampenfabrik. Juli.. Die russische 'n deutschen Familien, chre Kinder in deutsche en Ortschaften schicken, Hause mitzubringen. 'n Unterricht so ziem- en m her Wu$bilbun$ in Schularbeiten nicht — Der luftige Baedeker. Band VI. Vollständiger humoristisch-poetischer Führer durch Wiesbaden. Herausgegeben von Karl Brüning. Jllustrirt von V. Thomas. Mit Stadtplan. Preis Mk. 1.— Wir haben vor Kurzem auf die bei Levy & Müller in Stutt- gart erscheinende „Bibliothek humoristisch-poetischer Reiseführer" hingewiesen. Damals ist uns der Band Berlin vorgelegen. Run hat auch Wiesbaden seinen „Lustigen Baedeker" gesunden. Das Merkchen ist von Karl Brünmg, Jnsptcient und Bibliothekar am Kgl. Theater in Wiesbaden, verfaßt und von dem trefflichen Münchener Künstler Thomas illustrirt worden. Die in ihrer Schlagfertigkeit außerordentlich erheiternden Verse bieten eine Beschreibung von Wiesbaden, die jeden andern Führer entbehrlich macht. Es scheint, daß der „Lustige Baedecker" beim Publikum rasch Eingang findet. Gewährt uns doch dieser heitere Reiseführer neben seinen knappen und zuverlässigen Aufschlüssen über die örtlichen Einrichtungen, die wir in erster Linie zu wissen benöthigen, in seinen humoristischen Versen nicht nur eine angenehme Reiselectüre, sondern auch kurzweilige Erinnerungsblätter, an denen wir noch lange unser Vergnügen haben können, um so mehr, als die reichlich eingestreuten drolligen Federzeichnungen den Eindruck doppelt lebendig gestalten. Es sinv bis jetzt im „Lustigen Baedecker" folgende Städte (ä M. 1.—) erschienen: München, Dresden, Frankfurt a. M., Stuttgart, Berlin, Nürnberg und soeben Wiesbaden. Temperatur der Lahn und der Lust am 12. Juli, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 13, Lust 12 Gr. Rübsamen. Selbstverschuldete Schwäche der Männer, Pollut., sümmtl. schlechtSkrankh. heilt sicher n 25jähr. pract. Erf. Dr. Mentzel, nicht appro- birter Arzt, Hamburg, Kielerstraße 26. Ausw. briefl. [1836 ! Pianos zu vermiethen- Monatliche Mietpreise: 3, 4, 5, 6 Mk. und höher. Freie Stimmung. Aut einzelne Tftge zu Hochzeiten, Conoerten, Tanzunterhaltungy^Sfl* 6, 7, 8, 9 Mk. und höher (einschliesslich der Transportkosten). 143 Wl I b.Rudolph, Pianohandlung, Neuenweg S. Auszug aus den Stanöcsamtsregifteru der &tabt Gießen. Aufgebote. \ Juli: 5. Dr. Friedrich Emil Theodor Conrad Christian Ferdinand Landmann, Realgymnasiallehrer dahier, mit Adelheid Johanna Emilie Ottilie Sophie Charlotte Kehrhahn zu Stralsund. 5. Heinrich Jacob Ernst Schäfer, Zimmermann zu Frankfurt a. M., mit Kunigunde Schießer daselbst. 8. Ludwig Schmidt, Taglöhner zu Alten-Buseck, mit Katharine Becker, geb. Werner zu Gießen. 11. Heinrich Carl Semmler, Kaufmann dahier, mit Theodore Luise Katharine Gimbel Hierselbst. Eheschließungen. Juli: 10. Johannes Wahl, Vtcefeldwebel dahier, mit Eleonore Koch von Wiederstein. 11. Christian Grünewald von Nieder-Breiden- bach, Schlosser dahier, mit Anna Kraft von Ulrichstein. 11. Dr. jur. Karl Faul, Rathsassessor zu Dresden, mit Johannette Marte Friederike Wittich von hier, König!. Hofopernsängerin zu Dresden. Geborene. Juni: 29. Dem Schuhmacher Heinrich Lepper eine Tochter. 30. Dem Schneider Heinrich Loos ein Sohn, Karl. Juli: 1. Dem Hauptmann und Comp.-Chef Wilhelm Müller eine Tochter. 2. Dem Maschinenwärter Christoph Kartenkamp eine Tochter, Marie Elisabeth. 3. Dem Realgymnasiallehrer Johann Wilhelm Geiger eine Tochter, Katharina Karoline. 4. Dem Schreinermeister Johannes Lenz IX. ein Sohn, Richard Paul. 4. Dem Metzger Heinrich Simon ein Sohn, Karl Heinrich. 4. Dem Postillon Johannes Trank eine Tochter. 5. Dem Schriftsetzer Peter Muth eine Tochter. 7. Dem Fuhrmann Michael Hetdmann ein Sohn, Karl. 8. Dem Hilfsbremser Johs. Stehling ein todtgeborenes Kind männlichen Geschlechts. Gestorbene. Juli: 5. Heinrich Kipp von Matzhausen, 25 Jahre alt, Kellner dahier. 6. Elisabethe Stamm, geb. Vogel, 60 Jahre alt, Wtttwe von Ztmmermeister Johann Balthaser Stamm dahier. 7. Johann Heinrich Wolf, 5 Jahre, Sohn von Schutzmann Johann Heinrich Wolf dahier. ____________ Auszug aus den Mecheubüchevu der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 10. Juli. Johannes Wahl, Vicefeldwebel zu Gießen, und Eleonore Koch, Tochter des Johann Wilhelm Koch zu Wiederstein. Den 11. Juli. Christian Grünewald, Schlosser zu Gießen, und Anna Kraft, Tochter des Maurers Carl Kraft zu Ulrichstein. Getaufte. Den 6. Juli. Ein Sohn des am 11. April 1890 zu Bacharach verstorbenen Districtsarztes Dr. Carl Dietz, Carl Eduard Emil Ludwig Wilhelm, geboren am 7. Mai. Denselben. Dem Kutscher Heinrich Kempf eine Tochter, Marie Henriette Luise Margarethe, geboren am 13. Juni. Denselben. Dem Taglöhner Christoph Wagner ein Sohn, Georg Carl, geboren am 18. Mai. Denselben. Dem Taglöhner Heinrich Hopp ein Sohn, August Heinrich, geboren am 26. April. Denselben. Dem Schreiner Berthold Goß ein Sohn, Max Ludwig, geboren am 11. Mai. ~ D*Ä^en. Dem Hilfsbremser Johann Hofmann eine Tochter, Justina Elsa Caroline Dina Bertha, geboren am 21. Mai. Denselben. Dem Taglöhner Konrad Maus eine Tochter, Caroline Bertha, geboren am 9. Mai. Denselben. Dem Wagner Ferdinand Löffler ein Sohn, Otto Johann Eduard, geboren am 5. Juni. Den 11. Juli. Dem Rangtrmeister Bathasar Becker ein Sohn, Johannes Heinrich Konrad, geboren am 3. Mat. _ „ Beerdigte. Den 5. Juli. Mathilde Lang, geb. Dieterichs, Wtttwe des Oberförsters Ludwig Lang, alt 54 Jahre, starb am 2. Juli. Denselben. Heinrich Schraner, Küfer, alt 39 Jahre, starb am 3. Juli. Den 8. Juli. Elisabeth Stamm, geb. Vogel, Wtttwe des Ztmmermeisters Balthasar Stamm, alt 60 Jahre, starb am 6. Jult. Literatur und Kunft. — »Akademische Erinnerungen", Culturgeschichtliche Beiträge unD Erörterungen von Dr. jur. Ernst Kle tn (früher Hofgerichtsrath in Gießen). Verlag von Oscar Ehrhardt in Marburg. Mit größtem Interesse haben wir von dem Inhalt dieses 56 Setten umfassenden Merkchens Kenntniß genommen. Als Angehörtger des Corps „Teutonia" schildert Verfasser Selbsterlebtes und lieber liefertet aus dem Studentischen Leben der Universität Gießen, spectell aus dem Corps- und Studentenleben der bewegten Jahre 1839 und 1848 (Carcersturm am 28. Juli 1839) und Auszug der Gießener Studentenschaft auf den Staufenberg (7.-9. August 1848). Des Verfassers Meinung über Duelle und Schlägermensuren, sowie seine Erörterungen über modernes Fechten und Pauken und über schädliche moderne Gebräuche und Gewohnheiten der Corps möge Jeder lesen, der sich für das akademifche ßtben interessirt. Er wird gewiß Mtt hoher Befriedigung das Weikchen aus der Hand legen. — Zu beziehen ist das Merkchen (Preis 1 J4) von der Ferber'schen Universitäts-Buchhandlung hierfelbst. Restauration Karnickel (Brauerei Röhrle). Einem geehrten hiesigen wie auswärtigen Publikum bringe ich meine schönen Localitäten in empfehlende Erinnerung. Wie bekannt, verzapfe ich das beliebte Pilsener von Gebr. Röhrle; auch führe ich neben anerkannt guter Küche reingehaltene Weine. Mein ausgedehnter Biergarten mit gedeckter Halle bietet gerade im Sommer einen äusserst angenehmen Aufenthalt. Hochachtungsvoll Schlffrrrachptchten. Der Postdampfer „Belgenland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 9. Juli wohlbehalten in Philadelphia angekommen. liche — und billige poltet: Ein soeben wo die jungen Gatten ein mochten; denn die Fleischerladen, lauste ß sich mit dem Gatten aterpW nieder. Die einftwiten bei Seite, Semmeln und begann tsschmaus! ne Schwennötherin." iethern, welche viele raß aber ein Miether t ist doch gewiß em li tatsächlich vorge- weil die Wirthin sehr ^ucht und sie solche erst erfolgen müsse, ehe die Abtretung stattzufinden habe. Das Richtige ist wohl, daß das Eine Correlat des Andern ist. Windscheid $481, Note 8. Dernbura § 80, Note 7, 8. (Entscheidung Großh. Oberlandesgerichts vom 17. Mai 1890 in der Sache U. 42/89.) e®afieisch-Extracf Nuraecht den Namenszug i —■■ io B1AUER FARBHoiiL -«.? 6‘* haben bem En Slafie Äi dK Az. .ft.?“®®» s'°b°« D I 7>s-sundrn. ‘*cm d-r Schädel “ °'»°m @arqe . k-iii Sarg b°> einem derielben Sibel, einen Es rühren ® der Kirche zn unwahrscheinlich ist " ^-gk find, welche na ,JL sran ^-nder u.auf "■T. Gießen, 12. Juli. (Marktbericht). Auf bem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. 0,85—0,90, Hühnereier 1 St. 5-6, 2 St. - H, Enteneier 1 St. 6- H, 2 St. - 3,, Käse pr. St. 5—7 H, Käsematte pr. St. 3 Sy, Erbsen pr. Liter 17 Linsen pr. Liter 28 Sy, Tauben pr. Paar JL 0,60—0,90, Hühner pr. Stück v* 0,90—130, Hahnen pr. St. A 0,70-1,20, Enten pr. Stück JL 1,50—1,80, Ochsenfleisch pr. Pfd. 68—72 Kuh- und Rindfleisch 60—62 Sy, Schweinefleisch 60—70 H, Hammelfleisch 56—68 Sy, Kalbfleisch 52-60 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 5,00-5,50, Weißkraut pr. St- 6—8 A, Zwiebeln per Centner JL 12,00—00,00, Milch per Liter 12—18 S>, Kirschen per Pfd. 16—20 Sy. Ausftellungs-BerLoosung veranstaltet vom Gewerbeverem za Heppenheim a. d. B- 640 Gewinne i. W. v. ca. Mark 15,000. Erster Hauptgewinn i. W. Mark 1200* Ziehung 17. Sept. d. I. Rückkauf der ersten Gewinne gegen Nachlaß. 1 Loos 1 Mark. Generalvertrieb der Loose: 5639] Hch. Hil-dorf in Darwstadt, Ernst-Ludwigstraße 9. Gerichtliche Entscheidttngen. — Die Frage, ob die Bürgschaft dann erlischt, wenn der Hauptschuldner weggefallen und einen ^allgemeinen Rechtsnachfolger nicht hinterlassen hat, ist zu verneinen. Wenn es auch richtig steht, daß die Verbindlichkeit des Bürgen aufhört, wenn die Verbindlichkeit des Hauptschuldners weggefallen ist, und daß es keinen Unterschied begründet, ob die Verbindlichkeit des Hauptschuldners direct aufgehoben oder nur eine Einrede gegen dieselbe begründet wird — Windscheid SS 477, 1b —, so ist dieses doch nicht auf den Fall auszudebnen, wo die Forderung an und für sich odjectiv besteht, Einreden bezüglich derselben nicht erhoben werden könnten und nur der subjective Bestand dadurch altertrt ist, daß der Schuldner weggefallen ist. Gegen solche Ereignisse soll gerade die Bürgschaft dem Gläubiger einen Schutz gewähren. Dies ist ausdrücklich für den Fall bestimmt, daß der Schuldner gestorben und weder ein Erbe noch ein sonstiger Rechtsnachfolger vorhanden ist. 1. i. § 14 D. depositi 16, 3. Um so mehr muß dies gelten, wenn der Schuldner ein künstliches Rechts- subject (Handelsgesellschaft) ist, welches durch Beschluß seiner Mitglieder. obrigkeitliche Verfügung, Beendigung der Zeit, für welche es geschaffen ist, und aus anderen Gründen aufgehoben werden kann, ohne daß dem Gläubiger irgend ein Mittel gegeben ist, dm Fortbestand herbetzuführen. Es läßt sich sehr wohl denken, daß in einem solchen Falle weder ein Rechtsnachfolger noch Vermögen vorhanden ist; ein Grund, warum hier der Bürge frei werden sollte, ist ebensowenig ersichtlich, als etwa angenommen werden könnte, daß Hypotheken oder sonstige Sicherungen erlöschen wüten. Das beneficium cedendaram xotionum hat nicht den Sinn, daß der Gläubiger dafür zu sorgen hat, daß solche Klagen bestehen bleiben und mit Erfolg geltend gemacht werden können, sondern nur den, daß der Gläubiger diejenigen Klagen, welche er hat, abzutreten verpflichtet ist, und daß der Bürge dann frei wird, wenn durch Nachlässigkeit des Gläubigers die Klagen erloschen sind oder zu keiner Befriedigung führen können. I. 46, S 11, D. de solut 46, 3. Windscheid, § 478, Note 18. Daß die Abtretung der Klagen an die zahlenden Bürgen vor der Zahlung oder gar vor der Klage bezw. Verurtheilung erfolgen Ulüsse, ist aus 1. 21 C. de fidejuss 7, 8. 41 nicht zu deduciren. Man konnte eher aus 1. 36 D. de fidejuss 46,1 folgern, daß die Zahlung d btt P-ristr Da«- iten W ««W * ihre Hwl, Sonbern wurde dmih b“ ft, mlche sich eines T-g-s < J L. äuSW* L« N*1 ,'chuligeruch au§' 'Die Dame war eM , • hielt Eines i ßiniae D-m--- i der ^tt )em nicht veil durch griffe EL Landrvirthschaftliche Umschau. △ Aus Oberheffen, 11. Juli. Eine harte Geduldsprobe hat der Monat Jult mit seinem Aprilwetter dem Landwtrthe auf ei legt und wie es den Anschein hat, will die Geduldsprobe noch länger währen „Es gießet unendlicher Regen herab, von den Bergen stürzen die Quellen", sagt der Dichter. Ohnehin sind alle Menschen des Regenwetters bald satt; wie es aber dem fleißigen Landwtrthe zu Muthe tu, wenn er unmittelbar vor einer schönen Ernte steht und er muß rath- und thatlos zusehen wie die Stürme und Regengüsse die Früchte seines Fleißes dectmtren, das ist den Stadtbewohnern schwer zu schildern. Wteoiele Mühen und Plagen, Sorgen und Schweißtropfen an den schönen Gemüsen und Früchten aller Art hängen, bis sie auf die Tische gelangen, das stellen sich die Wenigsten vor. — Nun sehen wir einmal zu, wie sich die landwirthschastltchen Verhältnisse seit meinem letzten Berichte Ende Juni gestaltet haben. Die RapSernte hatte in den südlichen, warmen Lagen begonnen und es konnte angenommen werden, daß die Einheimsung überall in ganz wenigen Tagen vollendet sein würde. Der Raps hatte gut verblüht und die Schoten haben schwer geladen. Was hilft aber das Alles bei schlechter Witterung! Die Körner liegen draußen auf den Aeckern und was nicht trocken nach Hause kam, wird schimmelig, leidet also bedeutend an der Qualität. Noch schlimmer ergeht es den hohen, späten Lagen mit der Heuernte. Während die frühen, marinen Lagen schon drei Wochen fertig sind und ein vorzügliches Futter geerntet haben, ist dasjenige der späteren Lagen zu Grunde gegangen und taugt vielleicht noch als Streu. Während der zweite GraS- und Kleeschnitt durch die überreichliche Feuchtigkeit wenigstens oorangehen konnte, verlieren die späten Lagen auch in dieser Beziehung. Gehen wir zu den Getreidearten über, so findet man, daß diese durch die anhaltende Nässe glücklicherweise noch keinen sonderlichen Schaden genommen haben. Das Korn ist reif zum Schneiden, wir dürften nur warmes, trockenes Wetter bekommen. Der anhaltende Regen hat massenhafte Vogelwicke zum Keimen gebracht, welche die Frucht niederzieht. Es ist für die Qualität der ersten Brodstucht zu fürchten, wenn die Witterung nicht bald günstiger wird. Der Weizen ist langsam weiter Dorangegangen, ohne daß ihm bis dato Schaden zugefügt wurde. Da sich die Ernte aber schon jetzt um 14 Tage verspätet har, neue Früchte also vor Ende Juli nicht zu erwarten sind, so haben die Preise auf allen Gebieten angezogen. Dies spricht sich besonders bei den Kartoffeln aus. Vor 14 Tagen fragte Niemand mehr darnach; eben werden sie so theuer bezahlt wie zu Martini, denn was bei der jetzigen Witterung aus den neuen werden wird, ist nicht abzusehen. Bis jetzt sehen sie noch gesund und vielversprechend aus. Von den sogen. Sommerfrüchte«, Gerste und Hafer, läßt sich das Gleiche sagen; ihnen Hal die Feuchtigkeit, da Lagerung nicht erfolgte, nur genützt. — Geradezu beffer sind die Aussichten hinsichtlich der Obsternte geworden. Das feuchte Wetter hat das Wachsthurn der Früchte ungemein gefördert und man muß, wenn keine Astbrüche entstehen sollen, schon jetzt mit Stützen kommen. Sieht man aber genauer zu, so findet man bei Bäumen, die man für ganz leer hielt, innerhalb und unter dem Schutze der Aefte eine ganz hübsche Partie von Früchten, welche man vorher ihrer Kleinheit wegen nicht bemerken konnte. Der Sturm in der Nacht vom ö.^bts 6. Juli hat an den Aesten und Früchten nicht unbedeutenden Schaden angerichtet. In Bezug auf die Dickwurzeln läßt sich berichten, daß sie gut aussehen. Das Behacken wäre aber, weil seither unmöglich, sehr nothwendig, wenn das Unkraut nicht Alles überwuchern soll. Das Unkraut — diese Plage des Landwirths — feiert bei dem.'jetzigen feuchtwarmen Wetter feine höchsten Triumphe. Den Zuckerrübe« hat die Feuchtigkeit bis hierher genützt, nun aber müßte es für sie warm und trocken werden, denn wenn Zucker entstehen soll, einerlei ob in der Traube, im Obste ober in der Rübe, ist Sonnenschein, viel Sonnenschein von Nöthen. Die Fehlstellen, welche durch Jnsecten- fraß (Engerlinge) verursacht wurden, haben manche Oeconomen mit Gemüsepflanzen ausgefüllt. Hierbei streife ich die Gartengewächse, die fast überall, wo der Boden nicht zu naß und schwer ist, sehr gut aussehen. Das nasse Wetter hat für den Landwirth aber noch einen in- directen Nachtheil, nämlich er kann seine Arbeits- und Zugkräfte nur sehr unvollkommen ausnützen. Die Gespanne stehen zu Haus und das Dienstpersonal thut wenig. Hacken und Pflügen lassen sich nicht vornehmen; Holz, Dung, Compost u. s. w. sind gefahren; die Jahreszeit rückt vor und zuletzt drängt sich Alles zusammen. Nichts gleicht sich mehr aus, als das Wetter. Im Mai und Juni war es übermäßig trocken, der Juli bringt den Ausfall an Feuchtigkeit wieder ein. Hoffentlich oerbhbt sie die schöne Ernte nicht. Im Begriff, meinen Bericht zu schließen, sehe ich, daß es wieder anfängt zu regnen. Der ganze Himmel ist mit schweren Regenwolken verhängt. Die Geduldsprobe, von der ich zu Anfang sprach, ist also wirklich noch nicht beendigt und die heiße Luftwelle aus Amerika scheint auszubleiben. Trotzalledem und alledem sieht es hoffnungsreich in Feld und Flur aus; ganz ohne Störung pflegt kein Jahr vorüber zu gehen. Für Brunnen, Quellen, Bäche und Flüsse war der seitherige Regen sogar sehr erwünscht, weil der Wafferstand tief gesunken war. Sehen wir mit Geduld der Zukunft entgegen! MijL Regierung in ü' ab in den Schulen Buchführung einge- 11nventar und Kassa- ls . Schema zu einer isschulinspector Klein- ulmspectoren ist auf; n- I. über die neue 364] Die berühmten WieSbaderrerHauS- «racher srudel« v. C. Weiner, keine sog Fabriknudeln, empfehlen W. Schomber, Neuen Bäue 10 u. C. Roth, Wallthorftr. 5. 5894] MöblirteS Zimmer (Frank- furierftrafje ober bereu Nähe) von einem Herrn gesucht. Offerten mit Preis unter A. 1 an bte Expeb. b. Bl._______________ 5891] Gesucht ein tüchtiger Lackirer, ebenso ein tüchtiger Weißbinder. Näh. Restauration C. Abel, Neustabt._______ 5882] Einen Lehrling sucht Ludwig Faber, Schlossermeister, Großen-Linben.__________ 5881] Eine hiesige Frau (Wittwe) em- pfiehlt sich im MafchirrennLhen, Klicken u. s. w. in unb außer bem Hause; auch ist btefelbe bereit, Hausfrauen in Häusl. Arbeiten Dorf. Falls auszuh. Näheres Bahnhofstraße 24, 2. Hinterh., II. St. M IbO A Keitgeöotenes. am 31. Januar 1890. 4 JL Zum und zum Summe der Activa Passiva 5854 bei fi näuser. Schiffenbergerthal. 5849 Die 3a^rcsoer|amm(ung Vereins des [5897 eingetroffen. 5850 100 65 Der Borstand. 5852 Tendenz: fest- Telegraphischer LomSdericht der Berliner Börse vom 12. Zuli 1890. 219 60 Tendenz: fest. Reich! bLvk-DiScont 4 p6L - Frankfurter Bank-DiScont 4 pCt. 165 40 103 40 91.10 Wagner, Rechner. 82 55 219 60 155 60 15430 163.70 263 59 103 75 205 37 120 00 40100 206 00 162.20 136 40 3920 164.50 141.00 8280 196.50 99.10 164 90 89 00 93 80 77 40 73.40 Henrich, Controleur. A. Henrich, Director. DiSconto-Comm. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Berliner HandelSges. Oesterr. Credit-Act- Wiener BankoereinS-Act. Oesterr. Staats bahn Lombard. Eisenbahn Buschtherader Elbethal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost „ West Gelsenkirchener Der. Kön.- und Laurahütte-Act. Oesterr. Alpine-Montan F. GroS, Bahnhofstraße 6 6. I 5835] Ein frdl. Logis zu Perm, an eine alleinft. Person oder an zwei Personen. ! Gg. Lampus Seltersweg 75. Der Wiegmeis A Tagebuch zu M «ent anzugeb, a) der b) der c) Da d) die e) das i) dn täi fr g)be Abgang 1889 ..... Bleibt Bestand Ende 1889 Lang-Göns, am 30. Juni 1890. DiScmuoekom titaUiiU Harpe», er hie Benutz«! der Seme M Genehm unb der Justiz w unter Zustimmmg wird wegen Bem hachn bestimmt'. M zurBer einen verMte' diesem hat Niemc Der Sßiegnti zum Wiegen M Die Auffordei Wiegmeister zu ge M Wiegen nicht e meisteret zu wend' und nöthigensM i Spar- und Leihkasse zu Lang-Göns, e. G. m. u. H Oesterr. Eredttactieu Oesterr. StaatHbahn-Acttrr. Dortmunder Nnion-Net'.en DarmNäd ___Asterweg 50. 5875] Eine Mansardenwohnung. 3 Z., Küche in. Wasser!, per 1. Oct., eo. auch früher, zn verm Bahnhofstraße 83. 5874] Frenndl. FamilieUlogiS z« vermiethen. Löwengasse 9. 5876] Zwei kl. FamilienlogiS zn vermiethen. Sandgasse 34. 5265] Schöne Wohnunz, 5—6 Zimmer, zu verm. K. Simon, Dahnhofstr. _62._ 5884) Ein Logis, sof. beziehb., vermiethet ^Christ. 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