CtH N» rung, Wadungs. en) wie auch h den Ver- ianada. B3 Kur-Milt', ahl für Dame» tet etzNchmar. ^StS Zimmer, nofc Wochen ißt ^Preisangabe an bit leben nach MlvLrts w ___________[9U it MLrz wird km fahrt eines Möbch nladvng von 8a) Erfurt gesucht. r brped. d. Bl. fat Zemand das Weit« idlich ru erleruw W fyniptfäälid) Kerkaus Kleidern, Hau«' s« n, MM, irfÄ 6** tve-_^— en von 5 A an. T, Dominos Nr. 37.Donnerstag den 13. Februar 1890 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Asa«ikien0tLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Meßmer Anzeig er Generat-Mnzeiger. Vierteljähriger AVonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schnkßraße Ar.7. Fernsprecher 5L 2lints- und Anzeigeblatt füv den Ttveis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für dm folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamilienölätter. Alle Annoncm-Bureaux deS In« und Auslandes nehmm Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert, pro Monat Januar für den Lieferungsverband Gießen pro 100 kg betragen: Hafer JC. 17.80, Heu JL 7.90, Stroh 6.80. Gießen, den 11. Februar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern, politische Ueversieht. Gießen, 12. Februar. Heber die Vorbereitungen zu der von Kaiser Wilhelm angeregten Conferenz zur internationalen Regelung der Arbeiterfrage verlautet noch nichts Näheres, doch sind die nothwen- digen diplomatischen Vorbesprechungen zweifellos bereits eingeleitet worden. Zunächst dürste eine Verständigung über das Conferenzprogramm erstrebt werden und erst wenn dasselbe in seinen Grundzügen festgestellt worden ist, steht die formelle Einladung seitens Deutschland zur Conserenz an die betheiligten Staaten zu erwarten. Daß schon in diesen Vorfragen Schwierigkeiten zu überwinden sind, wird sich allerdings kaum leugnen lassen und speciell in Frankreich scheint man sich mit dem Conferenzgedanken noch wenig befreunden zu können, hauptsächlich, weil er von Deutschland ausgeht, aber schließlich wird sich auch die französische Regierung zur Beschickung der Conferenz wohl oder übel bequemen. Recht anerkennenswerth ist die Haltung der schweizerischen Presse in den Besprechungen, welche letztere dem Conferenzvorschlage widmet, denn nirgends tritt in diesen Erörterungen eine Empfindlichkeit darüber hervor, daß Deutschland in der Conferenz- angelegenheit der Schweiz nunmehr den Rang abzulaufen droht. Bekanntlich hat die Schweiz die anderen europäischen Staaten bereits zu einem Congresse behufs einer internationalen Verständigung über die Arbeiterfrage eingeladen und sollte derselbe am 5. Mai in Bern zusammentreten- jetzt aber kommt Deutschland mit seinem Conferenzvorschlag, wodurch die Schweiz gewissermaßen in's Hintertreffen geräth, und um so erfreulicher ist es, daß sich schweizerischerseits in dieser Frage keinerlei Empfindlichkeit gegen den deutschen Nachbar zeigt. Aus der Berner Conferenz wird nun allem Anscheine nach wohl nichts werden, indessen liegen über einen etwaigen Beschluß der schweizerischen Regierung, die von ihr erlassenen Conferenz- einladungen wieder zurückzuziehen, noch keine Meldungen vor. Ueber den Zeitpunkt des in dem kaiserlichen Erlasse an den Handelsminister angekündigten Wiederzusammentrittes des preußischen Staatsrathes verlautet noch nichts Bestimmtes. Doch nimmt man allseitig an, daß die Einberufung genannter Körperschaft baldigst erfolgen wird und ein baldiger Zusammentritt des Staatsrathes würde sich schon aus der Dringlichkeit und Wichtigkeit der diesmal seiner harrenden speciellen Aufgaben erklären. Vor der Einberufung des Staatsrathes werden noch eine Anzahl von Neuernennungen für denselben erfolgen, von denen sich einige als Ersatz für ausgeschiedene Mitglieder nothwendig machen, während anderseits eine Verstärkung des Staatsrathes durch in der Arbeiterfrage besonders sachkundige Persönlichkeiten stattfinden soll, deren Auswahl sich der Kaiser Vorbehalten hat. (S. Neueste Nachr.) Das preußische „Armee-Verordnuugsblatt" veröffentlicht in seiner jüngsten Nummer das vom Reichstage genehmigte neue Militärgesetz, betr. die Bildung zweier weiteren Armeecorps , des 16. und des 17. Die Neuformationen treten, wie bekannt, am kommenden 1. April in s Leben und wird demnach dieser Tag ein bedeutsames Datum m der militärischen Weiterentwickelung des deutschen Reiches bilden. Das 16. Armeecorps hat sein Generalcommando in Metz und wird sich aus der 33. und 34. Division nebst der 33. und 34. Cavallerie-Brigade und der 16. Feldartilleriebrigade, außerdem aus den entsprechenden Pionier und Trainabthei- lungen zusammensetzen. Das 17. Armeecorps hat sein Generalcommando in Danzig und wird gebildet aus der 35. und 36. Division, der 35. und 36. Cavallerie-Brigade, der 17. Feld-Artillerie-Brigade und den nöhigen Train- und Pionierabteilungen. Selbstverständlich bedingen diese Neuformationeu auch wesentliche Veränderungen in den bisherigen höheren Commandostellen der Armee, worüber man wohl bald Näheres erfahren wird. Das preußische Abgeordnetenhaus hat sich am Montag nach Erledigung einiger kleineren Vorlagen theils in erster, theils in zweiter Lesung wegen der bevorstehenden Reichstagswahlen bis zum 24. Februar vertagt. Challemel-Lacour, der frühere Botschafter Frankreichs in London, hielt in Marseille eine hochpolitische Rede. In derselben äußerte sich Challemel-Lacour bezüglich der Lage Frankreichs im Allgemeinen dahin: Wir stehen einer unvermeidlichen schrecklichen Zukunft gegenüber, wir müssen uns allzeit bereit halten und dürfen bei keinem unserer Schritte vergessen, daß bei dem Spiel der Allianzen unsere Existenz der Einsatz ist. Jedenfalls sind wir fest entschlossen, die Ereignisse nicht zu beschleunigen. Der italienische General Orero hat, wie eine Meldung aus Massauah besagt, mit seinen Truppen die abyssinische Provinz Tigre wieder verlassen und ist nach Asmara, resp. Massauah zurückgekehrt, nur die italienischeu Irregulären sind in der Hauptstadt Adoa zurückgeblieben, um die Verbindung mit den Streitkräften des Königs Menelik aufrecht zu erhalten. Aus der Rückkehr des italienischen Expeditionscorps nach dem Gebiete von Massauah darf man wohl schließen, daß die Lage in Tigre für den Bundesgenossen der Italiener, eben König Menelik, keine bedrohliche mehr ist. Aus Sofia berichtet man officiös, daß die gerichtliche Untersuchung gegen Major Panizza und seine verhafteten Mitverschworenen bis jetzt noch nichts wesentlich Neues ergeben hätte. Nur ist festgestellt worden, daß die Verschworenen nicht die Ermordung des Fürsten Ferdinand, wie es ursprünglich hieß, planten, sondern nur dessen Gefangennahme und Fortführung, dagegen war in der That die Ermordung Stam- buloffs und Murkuroffs beabsichtigt. Die verbreiteten Gerüchte, wonach Fürst Ferdinand infolge der Verschwörung abdanken wollte, sich aber vom Ministerrathe zum Bleiben habe bestimmen lassen, werden von der „Agence Balcanique" als vollkommen unbegründet erklärt. Freilich lassen sich alle diese officiösen Meldungen aus Sofia über die Affairc Panizza auf ihre Richtigkeit nur schwer prüfen, da die bulgarische Regierung an allen nach dem Auslande bestimmten Nachrichten über diese Vorgänge begreiflicher Weise strenge Censur übt. Was das muthmaßliche Schicksal der verhafteten Verschwörer anbelangt, so dürfte ihnen die Kugel sicher sein, es sind ja auch die Führer der früheren Putsche gegen den Fürsten Ferdinand erschossen worden. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 11. Februar. Der Staatsrath soll dem Vernehmen nach schon Ende dieser Woche zusammentreten und dürfte vom Kaiser jedenfalls mittels einer längeren Ansprache eröffnet werden. Es ist zweifellos, daß dem Staatsrath sofort eine Vorlage im Sinne des kaiserlichen Erlasses gemacht wird. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Unterstaatssecretärs v. Bosse zum Staatssecretär des Staatsraths, sowie den Geheimen Legationsrath Kayser zum Stellvertreter desselben - ferner sind zu Mitgliedern des Staatsraths berufen Fürst Pleß, Freiherr v. Stumm, Com- merzienrath Krupps Geheimrath Hintzpeter, Frhr. v. Huene, Generaldirector Ritter auf Schloß Waldenburg, der Vorsitzende der Handelskammer in Essen Jenke, Graf Douglas, Aschersleben, und Professor v. Heyden, Berlin. Berlin, 11. Februar. Kochhann, Ehrenbürger und früher Stadlverordnetenvorsteher von Berlin, ist heute Nacht gestorben. Hamburg, 11. Februar. Der Cosmosdampfer „Sak- karah" ist laut Mittheilung der Direction bei Acajutta (Centralamerika) gestrandet. Die Besatzung ist wohlbehalten in Acajutta gelandet, Schiff und Ladung sind wahrscheinlich verloren. Metz, 11. Februar. Bei der Bezirkstagswahl im Canton Großtänchen wurde der deutschfreundliche Bürgermeister Sibille fast einstimmig gewählt. Paris, 11. Februar. Gutem Vernehmen nach beschäftigte sich der Ministerrath heute mit der Besprechung der morgen stattfindenden Verhandlung gegen den Prinzen von Orleans und dessen wahrscheinlicher Verurteilung. Es heißt, der Herzog würde in eine Strafanstalt der Provinz geschickt und dort als politischer Gefangener behandelt werden. London, 11. Februar. Die zur Eröffnung des Parlaments verlesene Thronrede bezeichnet die auswärtigen Beziehungen als fortgesetzt freundschaftliche und weist auf die Entsendung bewaffneter Macht unter einem portugiesischen Offizier nach Gebieten, wo sich britische Niederlassungen befanden, und aus die mit Blutvergießen verbunden gewesene Collision, sowie auf die Begehung von Handlungen hin, welche mit der der britischen Flagge gebührenden Achtung unvereinbar seien - Portugal habe nunmehr aus das Gesuch der Königin versprochen, seine Militärmacht aus diesen Gebieten zurückzuziehen. Die Königin hofft, daß die Berathungen der Brüsseler Anti-Sclaverei-Conferenz die Unterdrückung des Sclavenhandels fördern werden. Die Rede erwähnt den Abschluß der anglo-egyptischen Handelsconvention und des provisorischen Abkommens mit Bulgarien zur Regelung dringender fiscalischer Fragen - sie kündigt ferner eine Vorlage betreffs der Samoa-Convention, sowie des Auslieferungsvertrags mit den Vereinigten Staaten an. London, 11. Februar. Der Schluß der Thronrede constatirt die andauernde Besserung der Zustände in Irland durch die Abnahme der Agrarverbrechen, wodurch eine Einschränkung in der Anwendung des Zwangsgesetzes ermöglicht worden sei. Sie kündigt Vorlagen zur Erleichterung des Landankauses seitens der Pächter, sowie die Verleihung localer Selbstverwaltung in Irland, ähnlich der bereits in Großbritannien bestehenden, an, ferner Vorlagen zur Verbesserung der Londoner Sanitätsgesetzgebung und der Wohnungsverhältnisse der Arbeiterklassen, endlich zur Feststellung der Haftbarkeit der Arbeitgeber bei Unfällen. Die Regierung werde weiter die Verbesserung des Unterkommens und der Verhältnisse der Truppen in den Lagern und Kasernen, sowie die bessere Fürsorge für deren Gesundheit und Bequemlichkeit beantragen. Lissabon, 11. Februar. Eine Bekanntmachung des Civilgouverneurs untersagt im Interesse der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung die auf heute zusammenberufene Versammlung im Colosseum, sowie jede Straßen- kundgebung. — Das Amtsblatt veröffentlicht Erlasse, wodurch die Regierung ermächtigt wird, zur Vervollständigung der Befestigungswerke des Landes Armirungsgeräth und Kanonen anzuschaffen, ferner vier Kreuzer, vier Kanonenboote und Torpedoboote anzukaufen. Weiter sollen die Armee und die Municipalgarden von Lissabon und Oporto reorgani- sirt werden. Zur Deckung der Kosten werden Obligationen ausgegeben, außerdem soll ein Specialfonds zu Zwecken der Landesverteidigung geschaffen werden. Belgrad, 11. Februar. Gegenüber von Privatnachrichten, wonach bulgarische Flüchtlinge von den serbischen Grenzbehörden zurückgewiesen sein sollten, constatirt die „Ageuce Belgrade" nach authentischen Informationen, daß sich keine politisch compromittirende Personen in Serbien aufhalten, aber auch nicht von den Grenzbehörden zurückgewiesen worden seien, iweil diese dazu keinen Auftrag gehabt hätten. Sofia, 11. Februar. Obgleich Panizza und drei weitere Offiziere den Civilbehörden überliefert worden, kommen sie doch vor ein in etwa vierzehn Tagen zusammentretendes Kriegsgericht, da es sich um Hochverrath handelt. Den Angeklagten sind die Epaulettes genommen worden. Es soll die äußerste Strenge des Gesetzes in Anwendung kommen. Athen, 11. Februar. In der Deputirtenkammer richtete Comunduros eine Anfrage an die Regierung, ob die Nachrichten begründet seien, wonach Offiziere in Larissa den Gehorsam verweigert und dem Könige ein Memorandum überreicht hätten, worin sie für die Armee Unabhängigkeit vom politischen Einflüsse verlangen. Der Ministerpräsident Tricupis stellte die Behauptung entschieden in Abrede und erklärte, die Opposition habe den Zwischenfall aufgebauscht. Delyannis warf dem Ministerium vor, daß es die Opposition zu verdächtigen suchte. Wenn der Minister politische Persönlichkeiten verdächtige, solle er sie vor Gericht stellen. Er wünscht ferner zu wissen, ob sich die Offiziere einer Insubordination schuldig gemacht haben. Der Ministerpräsident wies nochmals auf die bereits abgegebene Erklärung hin und fügte hinzu, die Untersuchung über den Vorfall sei eingeleitet worden. Weitere Details könne er nicht geben, die Angelegenheit sei damit vorläufig erledigt. Massauah, 11. Februar. Das Kriegsgericht hat Hamed Kantibai des Habab und Moussa El Hacad zum Tode, Talialitad, welchem mildernde Umstände zugebilligt wurde, zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilt. Newyork, 11. Februar. Bei den Wahlen in Salt- Lake-City sind gestern die Mormonen unterlegen. Washington, 11. Februar. Ein Erlaß Harrisons kündigt die Eröffnung der Sioux-Jndianer-Reservats in Süd- dacota für Ansiedelungszwecke an. Locales uni* provinzielles. Gießen, 12. Februar. k. Theater. Die vorletzte Vorstellung im Neuen Theater erfolgte vor gut besetztem Hause und brachte den bekannten „Vetter" von Robert Benedix. Herr JaSkowski spielte die Titelrolle mit vorzüglichem Gelingen; er hatte seine Partie offenbar mit ganz besonderer Liebe studirt und erzielte mit seiner überaus comischen und doch feinen Darstellung einen durchschlagenden Erfolg. In ihrer weit kleineren Rolle als Pauline zeigte Frau Anni Reiners wiederum die ihr eigene reizende Natürlichkeit und Anmuth. Die übrigen Partien kamen kaum in Betracht. — Theater. Mittwoch findet Militärvorstellung statt und am Freitag wird sodann die letzte Aufführung im „Neuen Theater" vor sich gehen. — Unsere gestrige Nachricht über den Brand in Heuchelheim ergänzen wir dahin, daß der Taglöhner Heinrich Möckel, nachdem er die Nacht vorher in einer hiesigen Wirthschaft übernachtet,'nach Heuchelheim gegangen ist. Dort hat er sich durch gewaltsames Oeffnen einer Hinterthür in die betr. Scheuer Eingang verschafft, ist in derselben mittelst Leiter auf den -Oberboden gestiegen und hat dort das Feuer angelegt. Möckel entfernte sich hierauf schnell und wartete in der Nähe der Heuchelheimer Mühle den Ausbruch des Brandes ab, begab sich dann zurück nach Gießen nnd stellte sich einem Schutzmanne unter der Angabe, der Brandstifter zu sein. Die Festnahme des Möckel erfolgte sonach nicht durch die Gendarmerie, sondern durch die hiesige Schutzmannschaft. Butzbach, 11. Februar. Sonntag den 16. Februar, Nachmittags 2*/2 Uhr, findet im oberen Saale des „Hessischen Hofs" zu Butzbach eine Wählerversammlung statt, in welcher der Reichstagscandidat der freisinnigen Partei, Herr Dr. Gutfleisch in Gießen, zu den Wählern sprechen wird. Bad-Nauheim, 9. Februar. Die Nachricht, daß die Regjerungsproposition wegen Erbauung eines weiteren — des fünften — Badehauses an die Stände gegangen sei, hat hier die freudigste Sensation hervorgerusen. Der Bau des fünften Badehauses für Thermal- und Sprudelbäder war eben eine wahre Lebensfrage für die gedeihliche Entwicklung unseres Bades, da die dermaligen Badegelegenheiten in den eigentlichen Sommermonaten infolge der in den letzten Jahren so gestiegenen Fremdenfrequenz sich als absolut unzureichend erwiesen. Für nervenleidende Kurgäste ist eine Wartezeit von ein bis zwei Stunden auf leerwerdende Badezellen doch eine zu harte Geduldsprobe. Man gibt sich hier der Hoffnung hin, daß die Berathung der Stände so sehr beschleunigt werde, daß bis zum bevorstehenden Frühjahr die Vergebung der Arbeiten und die Lieferungen erfolgen und dann mit der Ausführung bald begonnen werden kann. Es ist für das Prosperiren unseres Heilapparates von der höchsten Wichtigkeit, daß das zu erbauende Badehaus womöglich bis zum Beginn der nächstjährigen Saison in Betrieb genommen werden kann. Bei dem sichtlichen Wohlwollen, das die oberste Staatsverwaltung für die Entwicklung unseres Bades an Tag legt, zweifelt man hier nicht, daß die unsere vitalsten Interessen berührende Angelegenheit thunlichst gefördert werden wird. — Von den Erben des in Friedberg verstorbenen Fräuleins A. A. Theobald sind dem Elisabethhaus dahier 500 Mk., der Kleinkinderschule dahier 100 Mk., den Stadtarmen dahier 100 Mk., dem Kirchenbauverein in Friedberg 1000 Mk. schenkungsweise zugewendet worden. Bad-Nauheim, 9. Februar. Unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Medicinalraths Dr. Bode I. hat gestern Abend eine äußerst zahlreich besuchte Wählerversammlung dahier stattgefunden, auf welcher Graf Oriola in mehr als einstündigem Vortrag sein Wahlprogramm unter Zustimmung der Versammlung entwickelte. Alsfeld, 11. Februar. Der Candidat der deutschsreisinnigen Partei Herr Dr. phil. v. Kalckstein aus Berlin wird Freirag den 14. Februar l. I., Nachmittags 21/2 Uhr in Freiensteinau und Abends 6 Uhr in Grebenhain sprechen. Lauterbach, 10. Februar. Gestern sand in dem Saale zum Johannesberg dahier eine stark besuchte antisemitische Wahlversammlung statt. Der Candidat der Partei, ein gewisser Redacteur Zimmermann aus Dresden, entwickelte sein Programm. In politischer und wirthschastlicher Beziehung steht Zimmermann im Großen und Ganzen aus dem Standpunkt der Nationalliberalen, doch will er eine Herabsetzung der Branntweinsteuer erstreben, ohne dabei aber zu betonen, daß die Landwirthe durch die Erhöhung der Ge- treidezülle und Fleischpreise mehr wie dreifach für die geringe Steuer entschädigt worden sind. Herr Amtsrichter Schmeckenbecher von Lauterbach warnte die Anwesenden in einer kurzen Ansprache vor dem Candidaten und empfahl die Wiederwahl des Abgeordneten Kalle, der, wie von allen Parteien im Reichstag anerkannt werde, zu den befähigsten, gewissenhaftesten und fleißigsten Mitgliedern des Reichstags gehöre. Lauterbach, 11. Februar. In der aus gestern Abend in das Gasthaus zum Anker berusenen Reichstags-Wählerversammlung stattete unser seitheriger Abgeordneter Kalle in klarer und übersichtlicher Weise Bericht über seine seitherige Thätigkeit im Reichstage. Leider wurde die Versammlung wiederholt gestört durch Zwischenrufe meist noch nicht wahlfähiger, unreifer Leute, die schon lange vor Eröffnung der Versammlung einen Theil des Locals offenbar in dieser Absicht besetzt hatten, so daß es eines mehrmaligen Eingreifens des anwesenden Verwaltungsbeamten bedurfte. Lauterbach, 11. Februar. Das am verflossenen Sonntag zum Besten des Turnhallen-Baufonds abgehaltene Concert war recht gut besucht, wodurch eine Einnahme von 150 Mk. erzielt wurde. Bildet auch die Einnahme des Concerts nur einen kleinen Theil der zum Bau einer Turnhalle nöthigen Summe, so ist doch zu erwarten, daß durch unermüdliche Thätigkeit das Ziel erreicht wird. Wie nothwendig ein solcher Bau für Lauterbach ist, dürsten uns die Reichstags-Wahlversammlungen wiederum gezeigt haben. (L. A.) Nidda, 10. Februar. Eine gestern dahier unter dem Vorsitz des Herrn Stadtrechner Mantel stattgehabte, von der sreisinnigen Partei einberufene allgemeine Wählerversammlung war von mehreren Hundert Personen aus Nidda und Umgegend besucht. Herr Landtagsabgeordneter Rechtsanwalt Metz von Gießen entwickelte in nahezu 1 ^stündiger Rede das Programm der deutschfreisinnigen Partei. Auf die Wichtigkeit und die Bedeutung der Reichs- tagswahlen hinweisend, betonte Redner die grundsätzlich verschiedene Auffassung über die dem Volke bezüglich der Theil- nahme an der Gesetzgebung gewährten Rechte Seitens der verschiedenen Parteien. Die nationalliberale Partei habe vom Liberalismus nur noch den schönen Namen, sonst unterscheide sie sich in nichts von den Conservativen, die denn auch, bei uns wie in anderen Kreisen, das Programm der Nationalliberalen in allen Punkten angenommen hätten. Eine ganze Reihe liberaler Forderungen, welche heute noch von der sreisinnigen Partei vertreten würden, habe die nationalliberale Partei fallen lassen, sobald der Reichskanzler sie bekämpft- im Jahre 1881 habe die nationalliberale Partei ein Zusammengehen aller Liberalen gegen die unzweifelhaft reaetionären Tendenzen der Regierung empfohlen, 1884 aber, obgleich die Negierung seit dieser Zeit keine liberalen Anwandlungen gehabt, von einem solchen Zusammengehen nichts mehr gesagt- 1887 habe diese Partei endlich das Cartell geschlossen, angeblich nur zum Zwecke des Zustandekommens des Septenats, dann aber vollständig mit der Vergangenheit gebrochen, ein Bündniß zur entschiedensten Bekämpfung der Freisinnigen geschlossen, die doch nur die Forderungen und Grundsätze vertreten, die die Nationalliberalen in ihrem Programm hatten. Eine Vergleichung des nationalliberalen Wahlaufrufs für Herrn Schlenke mit dem von heute noch hervorragenden Mitgliedern der nationalliberalen Partei unterzeichneten Wahlaufrufe für Dr. Gutfleisch vom Jahre 1881 ergebe, daß heute die Nationalliberalen das Gegentheil von dem wollten, was sie 1881 erstrebt. Uebel nehmen könne man einzelnen Personen diese Wandlung nicht, aber die freisinnige Partei müsse dagegen protestiren, daß sie wegen ihres Festhaltens an den alten liberalen Forderungen und Grundsätzen der Reichsfeindschaft geziehen und ihr nationale Gesinnungen abgejprochen würden. — Redner bedauert es, daß heute noch das Märchen von dem bedrohten Frieden zur Zeit der Septenatswahlen nebst der Behauptung aufrecht erhalten würde, daß die Freisinnigen nicht stets die nothwendigen Forderungen für das Heer bewilligt hätten. Die Aufrechterhaltung der Kornzölle werde in nationalliberalen Versammlungen so betont, als ob es sich im nächsten Reichstage um nichts anders mehr handeln würde. Die Zölle seien ohne die Nationalliberallen durch die Regierung, die Conservativen und in Verbindung mit den Ultramontanen eingeführt worden, auch bei der letzten Zollerhöhung hätten 22 Nationalliberale für, aber 69 (darunter 7 hessische) gegen dieselbe gestimmt. Die Verweisung auf die Getreidezölle habe gar keinen practischen Werth, denn Niemand denke an einseitige Aushebung derselben, eine Aufhebung könne überhaupt nur mit dem nicht zu erwartenden Einverständniß der Regierung erfolgen, denn die Nationalliberalen würden die letzten sein, die die Zölle gegen den Willen der Regierung aufrecht erhielten, wenn Fürst Bismarck deren Aushebung im Interesse des günstigen Abschlusses von Handelsverträgen wünschte. Mit Entrüstung aber müsse Redner die Behauptung zurückweisen, als unterstützten die Freisinnigen die gegen die Freiheit der deutschen Schule, der deutschen Wissenschaft und des deutschen Gewissens gerichteten Bestrebungen der Ultramontanen. Redner entwickelte hieraus das Programm der freisinnigen Partei im Anschluß an den Wahlaufruf für den hiesigen Kreis und forderte die Versammlung auf, sich weder durch Verdächtigungen der sreisinnigen Partei, noch durch allerlei Zusicherungen von Seiten ihrer Gegner abhalten zu lassen, am 20. Februnr für den freisinnigenCandidaten Dr. Gutfleisch zu stimmen. — Herr Georgi von Gießen empfahl hierauf nochmals die Wahl Dr. Gutfleischs, der durch seine Thätigkeit im Reichstage, seine langjährige Wirksamkeit in sonstigen öffentlichen Dingen gezeigt, habe, daß er es mit den einmal übernommenen Pflichten ernst nehme, und deßhalb auch die Interessen des Wahlkreises und des ganzen Volkes würdig vertreten werde. Den mit Beifall aufgenommenen Reden folgte ein vom Vorsitzenden ausgebrachtes Hoch aus den deutschen Kaiser, in welches die Versammlung begeistert einstimmte. Ober-Breidenbach, 10. Februar. Die Mittheilung über den angeblichen Kindesmord ist dahin zu berichtigen, daß die Stiesgroßmutter das Kind weder vergiftet, noch ihm die Pulsader geöffnet hat. Gleichwohl ist aber die Todesursache des 5jährigen Kindes noch weit bestialischer: ein Hinmorden durch grausame Mißhandlungen. Die Obduction der Leiche ergab an einer Stelle des Gehirns eine große Blutansamm- lung, zweifellos herrührend von Schlägen aus den Kopf. Die eine der beiden Nieren war gänzlich schwarz und der ganze Körper des armen Wesens zeigte entsetzliche Spuren der empörendsten Mißhandlung, an manchen Stellen des Körpers war die Haut so losgeschlagen vom Fleische, daß man die Hand bequem hätte unterschieben können. So ergab denn auch das ärztliche Gutachten, daß diese körperlichen Mißhandlungen die Ursachen des Todes seien. Die Großmutter hat das an sich schwächliche, kränkelnde Kind vielfach bitteren Hunger leiden lassen und soll auch kein Hehl daraus gemacht haben, daß es ihr im Wege und daß es besser fei, wenn das Kind stürbe. Vielfach ist sie, so auch von ihrem Sohne, dem Stiefvater des ermordeten Kindes, der meistens auswärts in Arbeit steht, zur besseren Behandlung des armen Kindes ermahnt worden, allerdings ohne Erfolg. Der Leumund der । alten Mörderin ist ein sehr übler. Die Untersuchung ist in * lebhaftem Gange, gestern wurde wieder ein umfangreiches I Zeugenverhör durch den Untersuchungsrichter vorgenommen. vermischtes. * Darmstadt, 11. Februar. Eine Deputation von Metzgermeistern aus den größeren Städten Hessens ist am Montag von Staatsminister Finger Exeellenz empfangen worden. Die Herren begründeten die im Frühjahr v. I. gegebene Anregung zum Erlaß eines Schlachthausgesetzes nach dem Muster des preußischen Gesetzes- sie wollen namentlich ihr Gewerbe nicht der Zufälligkeit kommunaler Beschlüsse ausgesetzt wissen und streben an, daß durch den Erlaß des Gesetzes die Entschädigungspflicht der Gemeinde in Bezug auf Einführung von Schlachthauszwang u. m. A. geregelt werde. Staatsminister Finger sagte eingehende Erwägungen und baldige Entschließung Seitens der Großh. Negierung zu. * In der „Köln. Ztg." veröffentlicht der Reichscommifsar Major Wißmann folgende Anzeige: Im Gefechte bei Mlem- bule am 4. Januar wurde der Sergeant der Schutztruppe für Ostafrika Heinrich Adolf Tanner aus Wasungen im Herzogthum Sachsen-Meiningen von einer im Robr erepirten Granate verwundet- derselbe starb an dem folgenden Tage durch den erhaltenen Blutverlust. Am 12. Januar d. I. ist der Unteroffizier der Schutztruppe für Ostafrika Friedrich Ferdinand Julius Schulze aus Sputendorf bei Großbeeren am Fieber verstorben. Sansibar, den 13. Januar 1890. Für die trauernden Mitglieder der Schutztruppe für Ostafrika : gez. Wißmann. * Oppeln, 4. Februar. Lieutenant Loebell von dem hier stehenden Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 63 hat sich unmittelbar nach seinem im Casino über rauchloses Pulver gehaltenen Vortrage in seiner Wohnung erschossen. Bevor er sich die Kugel durch die Schläfe jagte, kleidete er sich aus, zog frische Wäsche an, legte sich ins Bett und erschoß seinen Hund. Der Verstorbene lebte in guten Verhältnissen, sah in nicht zu ferner Zeit seiner Beförderung entgegen und war ein allgemein beliebter junger Mann. * Itzehoe, 5. Februar. Der hiesige Kirchenvorstand hat folgenden Beschluß gefaßt: „In Anlaß eines in kurzer Zeit bereits zweimal vorgekommenen Vorfalles, daß die Ausgrabung einer erst vor Kurzem beerdigten Leiche von den Angehörigen beantragt ist, weil versehentlich die Leiche mit Wäschestücken, in denen noch Namenszüge oder Buchstaben sich befunden haben, bekleidet gewesen, beschließt der Kirchenvorstand, daß ähnlichen Anträgen mit der nämlichen Begründung nicht mehr stattgegeben werden soll." Im Volke lebt dort nämlich noch der Aberglaube, daß der Todte keine Ruhe im Grabe habe, wenn nicht vorher die Namenszüge aus der Wäsche herausgeschnitten worden sind. * Ein Skeptiker. Im Religionsunterricht legt ein junger Lehrer seinem Schüler die Frage vor: „Was ist ein Wunder?" — Schüler: „Ich weiß nicht." — „Wenn Du nun mitten in der Nacht die Sonne am Himmel stehen sähest, was würdest Du dann sagen?" — „Das ist der Mond." — „Wenn man Dir aber entschieden erklärte, daß es nicht: der Mond, sondern wirklich die Sonne ist, was würdest Du dann sagen? Das ist ..." — „Das ist eine Lüge." —• „Nehmen wir an, ich wäre es, der Dir entschieden erklärt, daß es die Sonne ist- Dein Lehrer lügt nicht- was würdest Du dann sagen?" — „Der hat Einen über den Durst getrunken." Nachweisung über den telegraphischen Verkehr der im Kreise Gießen be- legenen, zum Ober-Post-Direetions-Bezirk Darmstadt gehörigen Post- bezw. Telegraphen-Anstalten im Jahre 1889. Name der Telegraphen- Anstalt. Aufgegebene Telegramme. Tele- gramm- ge- bühren Mar? An- gekom- Tel"e- gramme inländische und ausländische Stück Zahl der am Schluß des Jahres beschäftigten Telegraphen- Zahl der im Betriebe befindlichen Apparate. Bemerkungen. inländische Stück । ausländische Stück Beamten Boten Allendorfa.d.Lda. 201 3 140! 259 — — 1 Fernsprecher. Gießen I 1 11243 900 8006) 1 13294 6 2 18 Darunter 1 Fernsprecher. Gießen II 8605 1320 7910! 9052 — — 2 Sa. Gießen »19848 2220||l 5916 22346 6 2 I 20 || Großbuseck 199 3| 152) 261 — — 1 Großen-Linden 25 — 13' 12 — — 1 Grünberg 589 15' 391 556 — — 2 Darunter 1 Fernsprecher. Hungen 915 79 752 977 — — 1 Langgöns 94 1 48 140 — — 1 Langsdorf 26 3 18 29 — — 1 Fernsprecher. Lich 699 53 564 1060 — — 2 Darunter 1 Fernsprecher. Lollar Londorf 1695 103 1853 1862 — 2 Darunter 1 Fernsprecher. 171 7 133 267 — 1 Fernsprecher. Reiskirchen 35 — 22 21 — — 1 Fernsprecher. Steinbach 93 3 58 95 — — 1 Treis 77 - 56 46 — — 1 desgl. Wieseck 50 10 44 41 1 — — 1 desgl. Summa 24717| 2500J20160[27972» 6 2 37 Eisenbahnhygitine Der „Deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege" hat in seiner letzten zu Straßburg abgehaltenen Versammlung u. a. über „Eisenbahnhygieine in Bezug aus die Reisenden" sehr eingänglich verhandelt. Der reichhaltige Ausschußbericht ist in der „Deutschen Vierteljahrsschrift für öffentliche Gesundheitspflege" und auch als Sonderabdruck soeben erschienen und mag allen Betheiligten empfohlen fein. Man ersieht daraus, daß die Fachmänner es sich angelegen sein lassen, Verbesserungen in den verschiedensten Einrichtungen vorzuschlagen und daß die Verwaltungen offenes Ohr dafür haben, doch aber noch recht viel zu thun übrig bleibt, um die Sicherheit, Gesundheit und Behaglichkeit der Reisewelt zu fördern. Aus der Fülle von Einzelheiten seien hier nur wenige hervorgehoben. ollen Dr . Ie6 des tz. sä! s:- S*«N »Wn in, h br nepirten )*nben ? Miliar b ftWridi b“ ^»dbeeren ■ Januar ,truPpe für s)|t‘ '°^E Don bem glments Nr. 63 .über rauchloses }nun9 hoffen. 'Sie, kleidete er y ^ett unb et; in guten Ber- lex Besütberuna nger Mann, lchenvorstanb hat !s in kurzer Zeit datz die Aus- 1 Leiche von den ch die Leiche mit .oder Buchstaben ^Kt der Kirchen- imlichen Begriin- Jm Volke lebt tobte keine Ruhe tenszuge aus der )t legt ein junger „Was ist ein ' — „Wenn Du mel stehen sähest, ist der Mond." e, ba§ e§ nid)t >as würdest Du eine Lüge." — schieben exlVäxt, cht ; was würdest über den Durst tise Gießen be- Darmstadt ge- im Jahre 1888. et L . I Infesl ceijtz 5j tojO Semertungen. J i k Fernsprecher. ) itz ! Daruntert i Fernsprecher. 2. 20 Ifi 111 t . 2 'I Darunter i . Fernsprecher- 1 Fernspr^- 2 Mchrecher- 2 jperuntet : t>#*- । Fernsprecher- ialtc«tn L di« . W9J> D-r St für ’S»«-'» »’Ä* °n-"' bleibt, * , Üir^Llt i ttn 1 Coupewagen bewähren sich für Fernzüge, Durchgangswagen mehr für Nahverkehr. — Beachtenswcrthe Winke werden gegeben für Reinlichkeit, Desinfection, Beleuchtung, Schutz der Augen, Verhütung des Klapperns der Thüren und Fenster, des Eindringens von Staub, Bau der Sitze, Schlafwagen 2C. Von besonderem Gewicht und großer Schwierigkeit sind die Fragen der Lüftung und der Heizung- ihnen ist denn auch eine Reihe äußerst mühevoller Untersuchungen gewidmet. Der kleine Luftraum bedingt starke Lufrerneuerung, die aber ohne Zugluft schwer ausführbar- staubfreie Luft ist nicht zu haben- die dünnen Wände kühlen rasch ab, so daß gleichmäßige Wärme im Winter nicht cinzuhalten ist- umfängliche Einrichtungen sind wegen Raummangel ausgeschlossen n. s. w. Dampfheizung wird immer allgemeiner. Allein in Preußen kostet diese Einrichtung an 4 Millionen. — Das Recht auf frische Luft ist endlich überall zur Anerkennung gelangt - auch jeder Einzelne hat das Recht, Oeffnung eines Fensters an der dem Winde entgegengesetzten Seite zu ver- i langen. Versuche haben festgestellt, daß in einem Wagen von ' 40 Cbm. Inhalt die Luft 25- bis SOmal in der Stunde er- : neuert werden kann, d. h. also genügend, ohne schädliche Zugwirkung. Bekanntlich wird, nach Pettcnkofers Vorschlag, der Kohlensäuregehalt ziemlich allgemein als Maßstab für die Luftverdorbenheit angenommen, nicht "weil der Kohlensäure selbst eine sonderliche Schädlichkeit zugeschricben würde, sondern weil ein noch nicht näher gekanntes giftiges Product der Athmung, das „Wohnungsgift" oder „Menschengift", Anthropotoxin, ungefähr parallel mit der Kohlensäureerzeugung geht. Dessen intensiv giftige Eigenschaften haben neuere Untersuchungen von Brown-Sequard und Arsonwal festgcstellt. Darum trat Professor Löffler-Greifswald, der Eorreserent, einer von nicht fachmännischer Seite aufgestellten Behauptung, „daß auf Ventilation weniger ankomme", mit gutem Rechte nachdrücklich entgegen. Eine nicht überflüssige Mahnung wurde an die örtlichen Eisenbahnbehörden gerichtet: darüber strenger zu wachen, daß die bestehenden, zumeist genügenden Anordnungen auch durchweg voll und richtig zur Ausführung gelangen möchten. -A- 0. Wöchentliche Zleberficht der TodesMe in Meßen. 6. Woche. Vom 2. Februar bis 8. Februar 1890. Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600 Mann Militär). Sterbltchkeitsztffer: 12,7 J/oo- Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsme: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Lungenschwindsucht 2 1 — 1 Organ. Herzkrankheit 1 1 — — Altersschwäche 1 1 — — Lebensschwäche 1 — 1 — Summa 5 3 1 1 Bekanntmachung. In Berichtigung unserer Bekanntmachung vom 6. Februar d. I. — Anzeiger Nr. 34 — bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß 1) an Stelle des Stadtverordneten Herrn Professor Thaer Herr Rechtsanwalt Curtman zum Wahlvorsteher für den zweiten Wahl- bezirk der Stadt Gießen, 2) an Stelle des Stadtverordneten Herrn Rendanten Grüneberg Herr Stadtverordneter Kaufmann Richard Scheel zum Wahlvorsteher und Herr Kaufmann Louis Plank zum Stellvertreter des Wahlvorstehers für den fünften Wahlbezirk der Stadt Gießen ernannt worden ist. Gießen, am 12. Februar 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 1270 Vergebung von Bauarbeiten. Die Erd- und Maurerarbeiten, Cement-, Asphalt- und Steinhauer - Arbeiten für den Neubau der städtischen .Knabenschule in Gießen sollen einzeln im Submisstonswege, vergeben werden. Zeichnungen, Bedingungen und Maffenverzeichnisse liegen im Zimmer Nr. 3 der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht auf bezw. werden daselbst unentgeltlich verabfolgt. Die Angebote sind bis spätestens Saur-tag den 1. März d. I., DormittagA 10 Uhr, mit entsprechender Aufschrift versehen, versiegelt und frei bei unterzeichneter Stelle einzureichen. Gießen, am 10. Februar 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 1251 Bekanntmachung. Damit die zum weiteren Ausbau der Stadtfernsprecheinrichtung in Gießen erforderlichen Vorbereitung« arbeiten rechtzeitig in Angriff genommen werden können, werden diejenigen Personen, welche ihre Wohnungen bezw. Geschäftsräume re im Laufe dieses Jahres mit der genannten Stadt- 'sernsprecheinrichtung verbinden wollen, ersucht, ihre Anmeldungen recht bald, spätestens bis zum 1. März d. I. an das Kaiserliche Postamt in Gießen einzusenden. Nur für die bis zu diesem Zeitpuvkt eingegangenen Anmeldungen kann die Herstellung der Anschlüsse für den 1. Bauabschnitt des lausenden Jahres in Aussicht gestellt werden. Verspätet angemeldete Anschlüsse können erst im nächsten Bauabschnitt zur Ausführung gelangen. Darmstadt, den 4. Februar 1890. Der Kaiserliche Ober-Postdirector- Clavel. Holzversteigerung Otctaffaöung. Forderungen an den Nachlaß des Wilhelm Schwarz von Allen- dors an der Lumda sind innerhalb 14 Tagen bei Gericht specificirt anzumelden, wenn sie bei der Nachlaß- regulirung Berücksichtigung finden sollen. Gießen, 6. Februar 1890. Großh. Amtsgericht. Gebhardt. 1252 Steckbrief. Gegen den unten beschriebenen Hausburschen Peter Stephan von Dillenburg, geboren am 13. November 1871, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Unterschlagung verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Amtsgerichts - Ge- fängniß zu Dillenburg abzuliefern. Limburg a/Lahn, 8. Febr- 1890. Königliche Staatsanwaltschaft. I. A.: Hagemann. Beschreibung. Alter: 18 Jahre, Statur: schlank, Größe: 1,65 m, Haare: blond, Stirn: —, Augenbrauen: —, Nase: —, Zähne: —, Gesicht: —, Sprache: —, Kleidung: blau und rothgestreifter Kittel, dunkle Hose, grau und gelblicher Filzhut, schwere mit Nägel beschlagene Schuhe, Bart: —, Augen: —, Mund: aufgeworfene Lippen, Kinn: —, Gesichtsfarbe: —. Besondere Kennzeichen: —. [1259 JaMvrrpachtung. Montag den 17. d. M., Nachmittags 2 Uhr, soll die der Gemeinde Keffelbach zuftehende Wald- und Feldjagd auf dem hiesigen Bürgermeisterei-Bureau nochmals verpachtet werden. Kesselbach, am 10. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Keffelbach Stein- 1256 Holzversteigerung. Freitag den 14 Februar l I. sollen im Gemeindewald Hausen, Di- stricten Bokerswald und Bruch, versteigert werden: 156 Nadelstämme bis zu 33 Ctmtr. Durchmesser und 18 Meter Länge = 43 Fcstmeter, 211 Nadelstangen von 6 Ctmtr. Durchmesser und 13 Meter Länge — 18,5 Festmeter, 13 Raummeter Buchen-Knüppel 70 „ Nadel-Knüppel, 14 Hundert Buchen-DurchforstungS- Wellen, 16 r Nadel-Wellen, 37 Raummeter Nadel- Stöcke. Der Anfang ist Vormittags 9Va Uhr im District Bruch beim Wegweiser. Hausen, am 10. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Hausen. Dern. 1231 11511 Heu zu verkaufen. H. Schürz, hintere Bleiche. Donnerstag den 27. Februar, Nachmittags 2V- Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die der Johann Georg Jung Wittwe in Gießen zustehende ideelle Hälfte an nachbenannten Immobilien: Flur I. Nr. 315 — 12 Meter Hofraum, Miststätte in der Kaplansgasse, Flur I. Nr. 322 — 62 Meter Hofraithe daselbst, Flur I. Nr. 322a — 19 Meter Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 15. Januar 1890. Großherzogliches Ortsgertcht Gießen. 502 Vogt. Versteigerung. Donnerstag den 13. Februar d. I.- Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der Restauration Klingenverg (früher Bramm) dahier: 1 Sopha, 1 Commode, 1 Waschtisch, Nachtschrank, 1 Tisch, 1 vollständiges Bett, 2 Spiegel, 2 Ladenschränke, 1 Büffet, 1 Verticow und Gold- und Silberwaaren gegen Baarzahlung Vorn. 1268 Gerichtsvollzieher in Gießen. Apotheker Senckenberg’® Migräne-Pastillen 'kein Geheimmittel) bestehend aus Antlpyrln, Phenacetin, Rha- narber, Calmus, Chinarinde. — Viel wirksamer als pures Anti- pyrin. -- Jede Migräne und Kopfschmerz wird nach Genuss von 3—5 Pastillen schnell und dauernd beseitigt. - Elegante Verpackung, um überallhin wie eine Bonbonniere mitzunebmen. — Preis Mk. 1.50 mit Gebrauchsanweisung; (billiger als die Arzneitaxe.) Zu haben nur In den Apotheken. Falle irgendwo nicht vorräthig, jedenfalls zu beziehen von nachstehenden Depots ■ Hirsch-Apotheke in Giessen. 145 Zwieback-Fabrik Henri Pauly / Homburg v. Höhe. x --- SPECI AMT AET: --- Friedrichsdorfer Zwieback, anerkannt weltberühmtes Nährmittel für Kinder. Kranke und Magenleidende rc. rc. Hier zu haben bei den Herren: 1191 Ferd. Drebes, Marktplatz. in dem Arnsburger Walde. Mittwoch den 19. Februar I. J-. sollen in den Districten Coln- häuser Kopf, Seif, Lauterbachs Wäldchen und Rasselkaute (Trais- Münzenberger Wäldchen) und Freitag den 21 Februar L J-. in den Districten Wetterberg und Hardt öffentlich versteigert werden: 20 Eichen-Stämme mit 3,00 fm (Wagnerholz), 75 Fichten-Stangen II. und III. El. mit 4,30 fm, 32 rm Fichten- und 8 rm Kiefern-Nutzprügelholz (3 u. 4 m lang), 7 „ Fichten-Reiserprügelholz, 56 „ Buchen-Scheitholz, 328 rm Buchen-, 9 rm Eichen - und Obstbaum', 5 rm Kiefern-, 33 rm Weichholz-Prügelholz,! 52 rm Buchen- und 57 rm Eichen- und Obstbaum-Stockholz, 807 rm Buchen-, 375 rm Eichen- und Obstbaum- und 768 rm Nadelholz- und Weichholz-Reiserholz. Kaufliebhaber für das Reiserholz und das Holz in der Raffelkaute wollen dasselbe vorher ansehen. . Zusammenkunft: Vormittags 9*/2 Uhr am 19. Februar im Colnhauser Kops am Dorfgüller Fußpfad, am 21. Februar im Wetterberg an der Kalkofen-Schneise. Arnsburg, den 11. Februar 1890. 1262 Gräfl» R-vierv-rwaltung. Wegen Umzugs in das von mir gekaufte Haus, Kirch en platz 6, neben dem Einhorn, verkaufe unter Garantie bis zum 1. April fämmtliche goldene und silberne Taschenuhren, Regulateure, Wecker, Ketten etc. zu herabgesetzten billigen Preisen. Fritz Scharmann, Uhrmacher, 778 Schloßgaffe 15. Submission aus Lieferung von GrenMnen zur Abgrenzung von Slaalsgelänbe. Die zur Aussteinung des Bahn- geländes der Nebenbahn Hungen— Laubach in den Gemarkungen Laubach, Wetterfeld und Ruppertsburg nöthigen Grenzsteine, circa 400—500 Stück, von 60 Ctm. Höhe, mit 35 Ctm. Fuß, 25 Ctm. glatt behauenem Ober- theil, 13 und 15 Ctm. im Quadrat, gewölbtem Kops mit 2y3 Ctm. Wölbung, aus gutem dauerhaftem Material, sollen im Wege der Submission zur Lieferung an 'Bahnhof Laubach vergeben werden. Angebote hierauf mit Preisangabe sind dis zum 26. Februar Ifb« Jahre- auf der unterzeichneten Stelle einzu eichen. Laubach, den 11 Februar 1890. Großh- Bürgermeisterei Laubach. __________Jochem._______1255 Donnerstag, 13. März L I-, Nachmittags 2'/- Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Kranz Gerbode Eheleute« in Gießen gehörigen Immobilien: Flur I Nr. 228 — 91 Meter Hofraithe tn der Kaplansgasse, Flur I Nr. 229 — 19 Meter Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 28. Januar 1890. Großh. Ortsgericht Güßen- I. A.: Vogt. 885 Eberhard Dort, Wallthorstraße. L. Kalkhof, Frankfurterstraße. p fy, Karl Möser, Alicestraße. Emil Orbig, Bahnhofstraße. Chr. Lndw. Thomas, Wallthorstraße- Entöltes Maieproduct Für Kinder u. Kranke mit Milch| gekocht speciell geeignet — erhöht die Verdaulickeit der Milch. — In Colonial-1. Drog.-Hdlg. in Pack, ä 60 und 30 29 lager in ’Werkzeugen.Eisenwaaren und — Haushaltungsgegenständen mmnnmnnnn nnnn i Obstbäume. Hochstamme und Zwergbäume, bedeutende Vorräthe. Obst- bulen v. Karl Umver in Laubenhelm b. Mainz. — Kdtaloge umsonst. [368 Frische Angel-Schellfische Donnerstag und Freitag in 1269 Carl Schwaabs Delicatessenhandlung. Danksagung. Für das rasche und thatkräftige Eingreifen der freiwilligen Feuerwehr, sowie die rasche und opferwillige Hilfe der Berufsfeuerwehr und allen anderen hiesigen Bürgern, welche mir bei dem Brande meiner Scheuer treu zur Seite gestanden, sage hierdurch meinen besten Dank- Heuchelheim, den 11. Februar 1890. 1271] Wilhelm Hofmann II. Spar und Leihkaffe Gießen. Der Umtausch der Sparkaffenscheine gegen Büchelchen findet von jetzt ab nur an den feststehenden Zahltagen, Mittwochs von 8—12 Uhr Vormittags und von 2—4 Uhr Nachmittags, und Samstags von 9—12 Uhr Vormittags, statt. Gießen, am 11. Februar 1890. Der Rechner der Spar- und Leihkaffe Gießen- Doering. Steins Garten. Donnerstag den 13. Februar: Z2ZL—. Es’iiBiieruBögs-Feier.« —— Am Todestage Richard Wagners, auf Anregung des Wagner BereinS r GROSSES CONCERT ausgeführt von der Capelle deS 2. Grotzh. Heff. Jnf.-Regts. Nr. 116, unter Leitung des Großh. Musikdirectors Herrn C. Krautze. Karten, im Vorverkauf h 50 Pf., sind in der Musikalienhandlung von RudolphS Nachfolger bei Herrn Ernst Challier zu haben. 1192 Anfang präcis 8 Uhr. Entree 75 Pf. AM" Das Rauchen ist in diesem Concert nicht gestattet. Cafe Leib. Donnerstag den 13. Febr. 1890: Grosser Billete für Herren al JL bei Herren Gustav Gerhardt, Lindenplatz, A. Kretzschmar, Seltersweg 41, und G. Gühlholtz, „Cafe Leib". Billete für Damen ä. 50 bei Herren C. Berger, Blumen- handlung, Frau G- Becker, Blumenhandlunq, Lindenplatz, und Herrn Th Schmidt, Cigarrenhandlung, Bahnhofstraße 48. Kaffenpreis ä Person JC. 1 50. Anfang 7 Uhr 61 Mm. Gtrller»e- BilletS ä 2S Pf. an de< Kaffe. Anmeldungen von Gruppen erwünscht. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein 1173 G. Gühlholtz. TO ZNasken-Änzüge und Dominos in sehr großer und schöner Auswahl zu ver- lechen bei [891 Gustav Gerhardt. Aufträge nach AuSwärtS werden bestens besorgt. Bürgerclub. Samstag den 15. Februar in Steins Saalbau: Masken-Kranzchen Anfang 8 Uhr. [hssj Der Worstand. Die Geheimkarten werden Donnerstag und Dreitag von 10—1 Nhr dei Herrn Heinr. Wallach ausgegeben G. F. F- Montag den 17. d. Mts., Abends 8Vr Uhr, bei Grün: WWW Generalversammlung. WWW Tagesordnung: 1164 1. Jahresbericht. 2. Rechnungsablage. 3. Vorstandswahl. Sämmtliche Radfahrer werden aus Mittwoch den 12. d. M., Abends 8 Uhr, zur Berathung eines wichtigen Gegenstandes in die Wirthschast von M Weiner, Dammstraße (verlängerte Nügelsgaste) höflichst eingeladen. 1241 1260| Für Heffen-Kaffel ist die Tit. Een.'Agtr. einer der ersten deutschen Lebens- und Kinder-Ausst.-Vers. Ges zu vergeben. 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