ebeii) 1890 Freitag den 12. December Apparate s Saal, Amts- und Auzsigeblatt für den TLveis Gieren. | chratisöeitage: Hießmer Kamitienölätter Anrttichev Theil pger 1) 2) 3) 4) fius »«nenstraße 5 Feuilletsn Gelt, Großmutter, es H"s- Lonahmr von Anzeigen zu der Nachmittag- für den felgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. l. stattfindendeii cs geeignet ine Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. $rger. Wähler. Die Gießener DamtrieuStLiter »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Wahl ent^n 1023» Einung' Mm zeige »Mil Der Gichener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- Montags. lfluti md in fonft« H""" fchaftskaffen (Darlehnskasien); Sonntag, den L. Januar 1891, Nachmittags 3 Uhr, in Hungen im „Solmser Hof" über Bnch- sührung; Sonntag, den 11 Januar 1891, Nachmittags 3 Uhr, in Lich in der Wirthschast des Herrn Heiland, über Buchführung resy. Anwendung von künstlichem rc Dünger ; Sonntag, den 1. Februar 1891, Nachmittags 3 Uhr, in Großen-Buseck in der Wirthschast des Herrn G eng nagel, über Feldbereinigung Nr. 34 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 8. d. M., enthält: (Nr. 1923.) Verordnung, betreffend die Aufhebung des Verbors der Einfuhr von Schweinen, Schweinefleisch und Würsten dänischen, schwedischen oder norwegischen Ursprungs. Vom 5. December 1890. Gießen, den 11. December 1890. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Vorträge halten wird. Alle Mitglieder des landwirthfchastlichen Bezrrksverems, sowie der landwirthschaftlichen Localvereine und alle Freunde der Lan^wirthschaft werden zu diesen Leriammlungen hierdurch ergebens! eingeladen. Die Herren Bürgermeister der Gemeinden, in welchen die Vorträge gehalten werden, sowie die der benachbarten Ge- meinden werden hierdurch ersucht, auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Gießen, den 9. December 1890. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins. Jost, Regierungsrath. vierteljährig n AvonnemcnLspretLr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Zlr.l Fernsprecher 51. Deutscher Reichstag. 38. Plenarsitzung. Mittwoch, 10. December 1890, 1 Uhr. Die Helgoland- Vorlage wird in der Gesammtabstimmung endgilttg genehmigt und sodann die erste Etatberathung fort; ccickt Abg. Gras o. Behr (R-lchsp.) veUheidigt das alte Regime gegen die gestrigen Angriffe Richters. Will man die landwirthschast- bringt mir ein Pserd und einen Säbel?" sagte der Kleine, der nun doch seinen hohen Standpunkt verließ und sich an die alte Frau anschmiegte. „Gewiß, Hänschen, Du warst ja brav und gut. Nun iß aber auch Deine Bretzel, Kind." Hans richtete seine großen klugen Augen nachdenklich aus der Großmutter Gesicht. „Die geb ich dem Christkind," entschied er energisch, während er sich der Liebkosung entzog, die sie ihm wollte angedeihen lassen, und nach dem Fenster zurückrehrte. Unterwegs blieb er plötzlich aushorchend stehen. „Großmutter, hörst?" „Was denn, mein Junge?" „So viel Glocken läuten. Das Christkind kommt, das Christkind! Mutter hat gesagt, wenn die Glocken läuten, kommt es geflogen." „Ja, so wirds wohl sein. Bleib ruhig und artig, Kind, sonst fliegts bei Dir vorbei. Da kniee Dich wieder auf den Stuhl, ich gehe derweilen eine Suppe kochen, die wird uns gut thun, und dann kommt Dein Vater bald, um uns zu holen." Die alte Frau ging hinaus, ließ aber die Thüre ein wenig offen." Neugierig schlich sich Hans herbei und lugte durch die Spalte. Draußen tobte und wüthete der Schneesturm immer weiter und in dem matten Lichte, das vom Zimmer durch das Fenster fiel, glitzerten die Schneeflocken wie eitel Gold und Edelstein. Das mußte Hänschen in der Nähe besehen, das war Rr. 290. Bekanntmachung, die Abhaltung landwirthschastlicher Vorträge betreffend. interessant. Er schlich sich hinaus — sein Herzchen pochte und sagte ihm wohl, daß er unrecht thue, aber die Versuchung war auch gar zu groß, das neckische Spiel des Schnees gar so verlockend, daß er nicht widerstehen konnte. Zaghafr setzte er ein Füßchen vor das andere, als wolle er die dichte Schneedecke auf ihre Haltbarkeit prüfen, dann aber überwandt Freude und Jubel alle Scheu. Mit glückseligem Lachen nahm er die Händchen voll Schnee und warf ihn in die Lust, so daß er über und über von dem feinen Staub bedeckt ward. In demselben Augenblick ertönte von Neuem Glockengeläute aus dem Dorse. Hans hielt inne in seinem Vergnügen und lauschte, dann rief er: „Das Christkind kommt, ich laus ihm entgegen!" und war bald auf dem ihm wohlbekannten Wege nach seiner Eltern Wohnung, dem Bahnwärterhäuschen, verschwunden. Die alte Frau kehrte kurze Zeit daraus mit einem Teller dampfender Suppe in das Zimmer zurück, stellte denselben, auf den Tisch, legte einen Löffel daneben und sagte: „So, Hänschen, iß Deine Suppe, dann gehen wir zum Christkind." Keine Antwort erfolgte. Die Alte wendete sich nach dem Fenster, wo sie Hans gelassen hatte, — dasselbe war leer, so auch der Stuhl. „Warte, Schelm, Du hast Dich wieder versteckt und nun soll die alte Großmutter Dich suchen." Sie machte ihre Worte zur That, schaute hinter den Schrank, in das Bett, darunter —- nirgends aber war eine Spur von dem Kinde, dessen kindlich froher Uebermuth ihn wohl längst verrathen haben würde, wenn er im Zimmer- gewesen wäre. Nun erinnerte sie sich plötzlich, daß die Thür weit offen gestanden hatte — ein Schrecken befiel sie, so daß sie sich am Tische halten mußte — dann raffte sie sich auf und eilte vor. „Bald, mein Liebling, bald. Erst fliegt es zu den reichen Leuten in die Stadt und dann kommt es auch zu uns." Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Landwirthschasttlehrer Leithiger zu Alsfeld Sontttag den 14» Deeewber 1890, in WeiterShain in der Wirthschast des Herrn Theiß über Gründung von landwirthschaftlichen Genossen' 11 *55; * MsMnKt! SediemM ^a(t Achtungsvoll (onnenstr^ „Aber bald soll es kommen. Gießener Anzeiger Keneral-Mzeiger. > ft, ,älden «n und Invalidenversicherung bestehen nicht blos in den Geldkosten, sondern auch in einer starken Arbeitsbelastung der Verwaltungs- behördeu. Auch wir sind erstaunt über die plötzliche Erhöhung der Kosten für Schiffsbauten und werden hierüber genauere Aufklärungen in der Commtffion nöthig sein. Die Fouragecmschädigung für Offiziere werden wir bewilligen, aber wir wünschen eine gleichmäßige, für alle Osfisiere maßgebende grundlegende Bestimmung hierfür. Die Unteroffizier-Prämien werden eine fori,faltigere Auswahl des Personals ermöglichen und so für bte Zukunft einen Nutzen bringen, der durch Die Prämien nicht zu lheuer bezahlt werden wird. Für coloniale Ausgaben kann der engbegrenzte Standpunkt des Abg. Wtndthorst nicht maßgebend sein. Dem Plane dec Unteroffizier-Vorfchulen stehen wir sympathisch gegenüber. Die Kasernen-Neubauten, soweit sie tm Osten und Westen des Reiches nöthig sind, werden wir bewilligen, dagegen wünsche ich, daß die Kasernenbauten tm Innern des Reiches für das nächste Jahr verschoben werden. Die Beunruhigung der Zuckerfabrikatton durch die Steuerreform ist sehr bedauerlich; sind neue Steuern nöthig, so wurde sich eine solche auf Zündhölzer empfehlen. Die Regierung hält den alten Cours inne und der Verfuch Richters, diesen Cours für sich günstig zu deuten, war ganz vergeblich. Wir sind dem früher en Reichskanzler dankbar, auch wenn er nicht mehr auf dem alten Platze ist (Zustimmung rechts.) Bei der Emnahme- Veranschlagung ist Vorsicht röthig, da nicht vorauszusehen «st, ob die Getreidezölle ihre vorjährige Höhe betbchalten werden. Die Agitation zur Beseitigung der Kornzölle, die aus Berlin ausgegangen ist, findet im Lande keinen Anklang. Roggei Produzent ist hauptsächlich der kleine Bauer; er weiß am besten, was es mit der Vertbeuerung des Getreides auf sich hat. Die Soclaldemokrattn, die sich zu Unrecht Vertreter der Arbeiter nennen, eigentlich sind sie V rtreter der Ntchtarbciter, mögen nur fortfahrcn, wie Herr Bebel es gethan, das religiöse Gefühl im Volke zu verletzen, sie werden sehen, daß sie dort scheitern. Der Vorstoß des Abo. Richter gegen die Zollpolitik war recht deutlich in seinen Andeutungen über die mit Oesterreich gepflogenen Verhandlungen erkennbar. Er wollte. die schutzzöllnersiche Stellung Deutschlands schwächen. (Sehr wahrll Widerspruch.) Erhalten wir uns unsere heutigen Einnahmequellen. Eine Armee fann man sich eher schaffen als neue Steuerquellen. Ohne solche keine Armee! (Beifall.) Abg. Scipio (Ml.) bekämpft die bimetallistlschen Amchauungen des Vorredners. Den erhöhten Pferderalionen und den Unteroffizier- Prämien stimmt Redner bei. Es ist erfreulich, daß wir mit unserer Colonialpolitik in einen Ruhestand gelangt sind. Jedenfalls ist die ostafrikanische Gesellschaft in der Lage, ihr Colontsationöwerk zu fördern. In Sudwestasrika sollen Virsuche mit dem Ackerbau gemacht werden und sind dazu 25000 Mark in den Etat eingestellt. Dieser bedeutsame Versuch ist dankbar anzurrkennen. Der Wohlstand des Landes hat sich gehoben Dank der festen und siche-, en Grundlagen, welche die Begründer des Reiches demselben gegeben. Sind auch unsere Einnahmen zur Zett gut, so wird die Budget-Commission doch darauf achten müssen, daß wir mit unseren Ausgaben nicht auf Abwege gerathen, denn wir sind nicht sicher, ob diese Einnahmen andauern. Abg. Rickert (bfr.) wendet sich geg»n die Agrarzolle. Die Herren hatten Nichts gegen die Beunruhigung der B-vötkerung, als sie die Agrarzölle verlangten und erhöhten. Einen Vo-wurs gegen die freisinnige Partei konnte der Reichskanzler aus der gestrigen Rede Richters nicht begründen. Daß wir Die Aera Camphausen- Delbrück zurückwünichen, das ist in Oesterreich ganz gewiß bekannt. Als die Frage des Zolloertrages mit Oesterreich in dem Landcs- Oeeonomii-Collegium erörtert wurde, schwieg der anwesende Land- wirthschaitsminifter. Sobald hier ein Abgeordne er unserer Parted spricht, erhebt sich der Reichskanzler, um diese doch wirklich in dec lichen Zölle aufheben, so kann man auch die Jndustriezölle nicht länger aufrecht erhalten; was der Landwirihschaft recht ist, muß der Industrie billig fein. Für die Unleroffiziersprämien wird eine Aenderung über die Art der Gewährung in Aussicht zu nehmen sein. Für die Adjutanten der Infanterie ist eine Unterstützung beim Ankauf ihrer Dienstpferde wohl am Platze, doch wird man nicht soweit gehen können, wie der Etat beabsichtigt. Will die Regierung den alten Cours ändern in Bezug auf die Zollpolitik, so möge sie eine bestimmte Erklärung abgeben. Dieser Etat ist nur verständlich, wenn der alte Ems innkgchallen werden soll. Wie will man Denn die Mittel für die Alters- und Jnoaliden-Versicherung beschaffen, wenn man die Zölle aufaedt? . . Abg. Dr. Windthorst (Ctt.): Bei feder Zollreform muß vor allen Dingen auf die Erhaltung der Clausala Franckenstern Bedacht genommen werden; sie ist das Fundament der neuen Steuer- gefetzgebung. Auch ist der Zolltarif ein einheitliches Ganze, aus dem wir nicht ein beliebiges Stück Herausreitzen können. Er besteht auch zum Schutze der Arbeit und sichert den Arbeitern den Bezug ihrer Löhne (Widerspruch bei den Soclalvemokraten). Kommt man uns tir Oesterreich nicht genügend entgegen, so liegt kein Grund vor, von unseren Zollbestimmungen Oesterreich zu Liebe etwas zu opfern. Redner wendet sich ausführlich gegen die Socialdemokraten, blerdt aber auf Der Tribüne völlig unverständlich. — Dem Abg. Richter stimmt er bei in dem Prnrcip zu sparen, widerspricht aber der Aeußerunz desselben ü/er das Jnoaliditätsgesttz^ Freilich werden wir uns hüten müssen, auf diesem Wege imjölnne Der Soclal- bemofraten weiter zu gehen. Zur äußersten Sparsamkeit nothigen auch die Erfahrungen mit der jüngsten Reichsanleihe. Machen wir mit dem Sparen einen ernsten Anfang bei dem vorliegenden Etat. Heber die Lage der Colonialgesellschaft müssen wir von Dem Com- . missar zunächst nähere Auskunft haben. Was die Armee betrifft, so sind die Mehrforderungen im Etat lediglich Folgen früherer Bewilligungen. Düse Bewilligung war damals uöthig und ich bedauere sie u1 L--2« Asmrstsgd.1 Nachmittag |)Etn auf dem hiefi rertheilungshalberdi ßrven in Gießei Wen: Alur I Nr- 307 - mit Scheu gaffe, Kr I Nr. 313 - und Stall u Zlur I Nr 314 Mistfiatte Aur I Nr. 320 - dafelbll Amtlich meistbietn Gießen, 11. Decei Grotzh. Orks fmfug ifn / Nachmittag u« w« $ram; Meßen, ivllrnMn^ ersteigert werden- l Break i Wninc Strautzfedern, 2 L chrank 1 Weitzze 8l/rfS°P Ö U s 01 «erfteigerung ^etln »Nen, b( &,n tee-%*; k 2K eS.t; Form harmlose Aeußerung auf das Hestigste an-unreifen. Wir verlangen die gleiche Behandlung wie andere Parteien und wünschen nicht, daß der frühere Ton wieder in die Debatten ciogreife. Reichskanzler v. Caprivi: Herr Rickert wird zugeben, daß, wenn im österreichischen Parlamente von einem Abgeordneten betont wird, e8 könnten Vergünstigungen von Deutschland erlangt werden ohne Zugeständnisse Oesterreichs, eine Rede wie die deS Herrn Richter mindestens sehr bedenklich ist. (Sehr richtig!) Hierauf vertagt sich das Haus. Donnerstag 1 Uhr: Etatsberathung und Zuckersteuer. Schluß 5Va Uhr. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphische- Lorrcspondmz-Bureau. Berlin, 10. Deccmber. Der „Reichsanzeiger" meldet die Verleihung der großen goldenen Medaille für Wissenschaft an den ständigen Secretär der Akademie der Wissenschaften Prosestor Dr. E r n st Curt ins. — Wie der „Reichs.-Anz." ferner meldet, hat der Minister des Innern im Einvernehmen mit dem Handelsminister bestimmt, daß die Ausstellung der Ursprungszeugnisse für nach Italien zu exportirende zollpflichtige Maaren künftig nicht durch die Gemeindebehörden, sondern durchweg durch die Ortspolizeibehörden zu erfolgen hat. Berlin, 10. December. Dem „Reichsanzeiger" zufolge berieth die Schulfragen-Conserenz heute zunächst die Frage, ob die im Jahre 1882 angeordnete Verstärkung des Lateinischen an den Realgymnasien beizubehalten oder ob eine Verminderung der Gesammtzahl der Stunden herbeizuführen sei. Gleichzeitig wurde über die Frage des Kaisers discutirt, ob die Lehrpläne klassenweisc für die einzelnen Fächer sest- gelegt und ob für die neue Lehrmethode Hauptpunkte fest- gestellt sind. Als Berichterstatter sprachen Matthies, als .Mitberichterstatter Paulsen und Albrecht. Mit der Discussion -wurde die Erörterung der Frage verbunden, ob die gegenwärtige Sonderung der höheren Schulen beizubehalten oder die Gymnasien mit den Realgymnasien, eventuell diese letzteren mit der Oberrealschule zu verschmelzen sei. Fricke, Deiters und Fiedler sprachen sich gegen die Dreitheilung, Schauenburg für die Beibehaltung der Realgymnasien aus. Schulze empfahl, nur Gymnasien und höhere Bürgerschule beizubehalten. Solingen, 10. December. Der Ausstand der Taschenmesser- und Federmesser-Schleifer ist nunmehr nach viermonatlicher Dauer durch beiderseitiges Entgegenkommen beigelegt worden. Hamburg, 10. December. Leitende Kreise hiesiger Rhedereien wollen die Reichsregierung veranlassen, der Frage der Vorlegung eines Reichs-Auswanderungsgesetzes näherzutreten. Bern, 10. December. Die neue Viehseuche n- convention mit Oesterreich-Ungarn bestimmt, daß, wenn einerseits in Tyrol, Vorarlberg und Lichtenstein, andererseits in den (Santonen Sanct Gallen, Appenzell und Graubünden die Lungenseuche sich verbreite, die Einfuhr von Rindvieh verboten werden könne. Wenn aus dem Gebiete des einen vertragschließenden Staates in den andern eine ansteckende Thierkrankheit, bezüglich deren eine Anzeigepflicht besteht, eingeschleppt wird, kann sie die Einfuhr von Thieren aller derjenigen Gattungen, woraus das Seuchencontagium übertragbar ist, zeitweilig beschränken oder verbieten. Die Convention soll am 1. März 1891 in Kraft treten, zwei Jahre dauern und bei Nichtkündigung je ein Jahr länger. Kopenhagen, 10. December. Ein heutiger Erlaß des Ministers des Innern enthält Bestimmungen, betreffend veterinäre Aufsicht über nach Deutschland zu exportirende Schweine. Paris, 10. December. Schasfier erklärte im „Sivcle" gegensätzlich zu Cornil, daß aus der Klinik Peans bei allen dreißig mit Koch'scher Lymphe behandelten Fällen chirurgischer und Lungen-Tuberkulose niemals nur der geringste schlimme Zwischenfall bezüglich Lungen, Herz, Nieren oder Temperatur constalirt sei, sondern alle Kranke größere oder geringere Besserung ausweisen. die Thüre — keine Spur von Hans. Sie ries laut, wiederholt, aber nur das Krächzen der Raben ward ihr zur Antwort, sie hörte nur das Knirschen der sich unter dem Winde beugenden Tannen und Fichten des hohen Waldes. „Er ist heimgelausen, konnte es nicht erwarten, das Christkind zu sehen," so tröstete sie sich, ging zurück in das Zimmer, holte sich ihr Umschlagetuch und machte sich auch aus den Weg zu ihrer Tochter und ihrem Schwiegersöhne. Als sie vor die Thüre trat, hörte sie das Pfeifen, vernahm sie das Zischen und Rauschen eines herannahenden Zuges. -/Der Courierzug," murmelte sie. „Nun wird Hänschens Ungeduld endlich befriedigt werden. Will sehen, wie ihm die Augen leuchten, dem kleinen Schelm, wie er verwundert die Lichter anstaunt und nicht wagt, die Sachen zu berühren. Gott erhalte ihn so frisch und lieb noch viele, viele Jahre!"-- ^n dem kleinen Bahnwärterhäuschen, das dicht an dem Walde lag, waren der Bahnwärter Franz und sein junges blühend schönes Weib beschäftigt, für ihr Einziges das Christkind auszubanen. Der Mann ging ab und zu, that auch wohl Handreichungen, während die Frau sich die Hauptsache, das Schmücken des Bäumchens, Vorbehalten hatre. „Wie weit bist Du, Hanna, können wir die Lichter' noch anzünden, ehe der Courierzug vorüberkommt?" fragte Franz der sich draußen seine Laterne angezündet hatte und nun mit dieser in die Stube trat. (Fortsetzung folgt.) * Selbstgefühl. „Wo dienen Sie denn jetzt, Lina?" __ „Erlauben Sie mir, gnädige Frau, ich diene nicht. Ich bin in Condition bet dem Herrn Major Kreuzschnabel — und der dient bei der Infanterie!" Der Ortsgewerbverei» Gieße». Rückblick und Mahnwort am Abschlüsse seiner 50 jährigen Wirksamkeit. (Schluß.) Der Gewerbverein bietet in seinen Mitteln die Hand, hier den Gründ für sicheres Können im Gewerbe und Kunstgewerbe zu legen. Versäumtes nachzuholen und sich auf der Höhe des Berufs zu halten. — Und abgesehen von der erfreulichen Entwickelung unserer Vaterstadt, der Stätte Deines Berufes selbst, wer hindert Dich denn, Deiner Firma eine Anerkennung zu verschaffen, die weit über die heimatlichen Mauern hinausgeht? „Vorwärts!" sei die Losung, denn wer ein tüchtiger Meister werden will, darf — insbesondere bei der heutigen Verkettung der Gewerbe — nie aufhören, ein eifriger Lehrling zu bleiben und: „Rast' ich, so rost' ich!" Doch auch manche Inhaber größerer Geschäfte, deren Vorgänger und Berufscollegen unserem Vereine angehören, bezw. in früheren Jahren angehörten, vermissen wir heute in demselben. Mag dies an Zufälligkeiten liegen, vielleicht auch an Mangel von Lebenszeichen des Gewerbvereins in früheren Jahren, in einer vielleicht gut gemeinten, aber den Vereinszwecken nicht besonders förderlich gewesenen übergroßen Bescheidenheit, soviel dürfen wir doch glauben, daß in diesem letztgenannten Kreise nicht die Frage aufgeworfen wird: „Was habe ich von dem Gewerbverein?^ Denn das stille Bewußtsein, eine gute gemeinnützige Sache — und sei es auch nur durch die Mitgliedschaft — unterstützt, moralisch unterstützt zu haben, bietet inneren Lohnes genug. — Und wenn z. B. der Fabrikant seinen Meister, Vorarbeiter oder Geschäftsführer durch sein gutes Beispiel oder durch sonst eine Anregung veranlaßt, ein recht thätiges Mitglied des Gewerbvereins zu werden und in demselben Gelegenheit zu suchen, seine fachmännischen oder allgemeinen Kenntnisse zu erweitern, sollte diese Bereicherung der Kenntnisse seiner Mitarbeiter, das Kennenlernen der Erfahrungen anderer, der verbesserten Einrichtungen in ähnlichen Geschäften, welchen Gegenständen allein schon das Gewerbeblatt soviel Beachtung schenkt, — sollte dies alles ganz spurlos an der Entwickelung seines eigenen Geschäftes vorübergehen? Und wenn die Geschäftsinhaber ihre jungen Leute anregen, sich an dem Fachunterricht des Vereins zu betheiligen, wird nicht durch dieses alles das gesunde Verhältniß gefördert, welches zwischen Arbeitgeber und Arbeiter bestehen muß, wenn Industrie und Handwerk gedeihen soll? Die Anforderungen, welche der Gewerbverein an Zeit und Geld seiner Mitglieder stellt, sind sehr geringe; abgesehen von den in der Regel an einigen Abenden des Winterhalbjahres zu veranstaltenden Vorträgen ist die Ausübung der Mitgliedschaft nicht durch eine bestimmte Zeit beengt, die Bibliothek steht während des größten Theils der Woche zur Verfügung, das Gewerbeblatt wird allwöchentlich den Mitgliedern durch die Post zugestellt. Der Jahresbeitrag ist Mk. 4.—. Die Vereinsräume befinden sich in dem Schulhause am Asterweg. Stiftungsfeste und dergleichen sind bis jetzt in unserer Vereinsgeschichte allerdings nicht verzeichnet, so gut wir auch wissen, wie derartige Veranstaltungen bei der heutigen Zeitrichtung einem Vereine zahlreiche Mitglieder zu- führen! — Unser Verein will ja im Gegentheil die Arbeit fördern, durch Hinestntragen von mehr geistigem Gehalt ihren Werth vermehren und größere Freude an ihr erwecken! Die Festlichkeiten vieler anderer Vereine, deren Uebermaß ebenso den Wohlstand des Volkes, wie den Sinn für Familienleben beeinträchtigen, stehen seinen Zwecken und seinem Wirken entgegen ! Das Vorstehende mag genug sein des „Mahnwortes". — Sollte es verhallen gleich der Stimme des Predigers in der Wüste? Hoffentlich nicht! Wie unsere Vereinsleitung das Bewußtsein beseelt, mit Rücksicht auf die seitherigen eigenthümlichen hiesigen Verhältnisse geleistet zu haben, was immer möglich war, so sprechen verschiedene Anzeichen dafür, daß wir hoffen dürfen, die Wirksamkeit unseres Gewerbvereins stehe, wie an der Schwelle eines neuen Zeitabschnittes, so auch an dem Beginne einer noch erfreulicheren Entfaltung seiner Wirksamkeit als seither; dürfen wir doch hoffen, daß uns die Mittel nicht fehlen werden, demnächst unserer erweiterten Handwerkerschule den Schlußstein des seither angestrebten Ueber- gangs zu einer „Erweiterten Handwerkerschule I. Ordnung" einfügen zu können. Möge, noch lange geleitet und angespornt durch seinen für die Aufgaben des Vereins so begeisterten sachkundigen Vorsitzenden, Herrn August Heß, umgeben von eifrigen Vorstandsgenoffen, erfreut durch die warme Fürsorge unserer hohen Regierung, namhaft gefördert durch unfern einsichtsvollen Stadtvorstand, aber auch — und das ist vor allem unser herzlicher Wunsch — gehoben durch die moralische Unterstützung unserer Bürgerschaft, unser Ortsgewerbverein Gießen eine immer gedeihlichere Thätig- keit entfalten zur Förderung unserer Gewerbetreibenden und zum Segen unserer Vaterstadt! Und hiermit unserm Verein bei dem Abschlüsse seines 50jährigen erfolgreichen Wirkens ein herzliches auf!* Gießen, 11. December. — Die im Kaiser Panorama angekündigte Rheinreise erfreut sich eines lebhaften Besuchs. In voller natürlicher Bildung tritt uns die alte Zeit im schönen Panorama ent- gegen, und nicht nur alte, es zeigt uns auch, was die Hand der Neuzeit, gestaltet hat. Wir sehen Mainz, Nüdesheim, Bingen, Aßmannshausen, Bacharach, Caub (mit der Pfalz), Oberwesel, St. Goar, St. Goarshausen, Boppard, Oberlahnstein, Ehrenbreitstein, Rolandseck, Godesberg, Bonn und Köln. Dazwischen begegnen wir Ruinen, Burgen und Schlössern; man sieht nach dem sagenumwebten Mäusethurm die prächtige Burg Rheinstein gegenüber Aßmannshausen, die Katz bei St. Goarshausen, die Burg Rheinfels bei St. Goar (die größte und am besten erhaltene Ruine des ganzen Rheinthals), das Kloster Bornhofen, die Marxburg bei Braubach am Rhein, die Königsburg Stolzenfels, den Rolandsbogen, die Drachenburg auf dem Drachenfels, die berühmten Kirchen und Klöster am Rhein und das herrliche National-Denkmal auf dem Niederwald, die Loreley und den Ehrenbreitstein. Dann werden auch noch aus einigen Städten besondere Sehenswürdigkeiten vorgeführt, wie der Mainzer Dom (Inneres und Aeußeres), das Gutenberg-Denkmal zu Mainz, die Schlucht bei Oberwesel, besonders Einzelheiten von Bonn und Köln (Denkmäler von Moltke und Goeben usw.) Das Ganze schließt ab mit einem Blick auf Köln und den Dom. Dieser Auszug aus dem Programm der Rheinreise wird genügen, um die Reichhaltigkeit und Anziehungskraft des Kaiser-Panoramas erkennen zu lassen. Bleiben wir nun bei der Rheinreise, so müssen wir nach Ansicht derselben im Kaiser-Panorama sagen, es verleihe einen ganz besonderen Reiz, solche Gegenden wieder vorgezaubert zu erhalten, die man selbst gesehen und in frohen Stunden durchwandert hat. Gerade in diesem Gefühle machen wir unsere Leser auf diesen außerordentlich interessanten Vilder-Cyclus ganz besonders aufmerksam. Man findet in demselben die herrlichsten Ansichten in naturgetreuer Wiedergabe; sie ziehen so am Auge vorüber, daß man sich in die Wirklichkeit versetzt glaubt. Extra-Ausstellung der Südseeinseln, welche nur plastische Ansichten enthält. Die Bilder zeigen uns die Bewohner jener Länder und Inseln in ihrer Landestracht, in ihren Sitten und Gebräuchen, und sind ungemein fesselnd. Aufmerksam machen wir auf die für unsere Marine so verhängnißvoll gewordene Insel Samoa (Apia). — Theater. „Der Probepfeil" von Oskar Blumenthal. Die Vorstellung am Dienstag Abend fand vor gähnend leerem Hause statt, obwohl „der Probepseil" zu denjenigen wenigen modernen Lustspielen gehört, die infolge der doch gewiß originellen und geistreichen Erfindung ihres Stoffes und dessen gewandter Durchführung, wegen der Feinheit der Characterzeichnung, dem Geistreichthum des Dialoges, kurzum wegen der poetischen Höhe, auf der sic im Gegensatz zu den Producten der meisten neueren Lustspieldichter stehen, obwohl zudem das Stück hier noch nie aufgesührt worden ist und endlich ein ganz hervorragender Künstler in der centralen Partie des Herrn v. d. Egge die reichlichste Gelegenheit hatte, sein außerordentliches Talent in vollem Umfange zur Geltung zu bringen. Worauf man nur warten mag? Wesentlich andere und bessere Stücke, als z. B. „der Probepseil", „die Ehre", „der Zaungast" werden uns auch auswärtige Ensembles nicht vorsühren können: Niemand wird doch glauben, daß hier bei dem Mangel aller scenischen Hülfsmittel andere Stücke möglich sein werden, als das bürgerliche Schauspiel, d. h. dasjenige Genre, dessen vornehmste moderne Vertreter bereits im „Neuen Theater" aufgeführt worden sind, während die älteren Stücke dieser Gattung, wie „Minna von Barnhelm" u. dergl., kaum für ein größeres Publikum genügende Anziehungskraft besitzen werden. Ob aber die Aufführung jener Bühnenwerke besser sein wird, als die gestrige, erscheint uns mehr als zweifelhaft. Ganz gewiß wird ein Vertreter deS Egge, wie Adalbert Brümmer, weder aus Frankfurts noch Darmstadt oder Wiesbaden zu uns kommen. Herr Brümmer spielte in der That ganz brillant: an seiner Darstellung des blasirten und überlegenen Weltmannes war kein Titelchen von Unnatur oder Gekünsteltem. Für keine Situation fehlte ihm der rechte Ton, aber ebensowenig ließ er fich durch die Situation irgendwann verleiten, dem meisterhaft gezeichneten Bilde einen Zug einzusügen, der der Gesammt- Vorstellung im mindesten zuwidergelaufen wäre, sondern auS einem Guß war die glänzende Verkörperung des ebenso sonderbaren wie interessanten Characters. Auch die übrigen Mitwirkenden, besonders Frau Anni Reiners und auch Fräulein Bischoff, waren ganz aus ihrem Platze. Zu bedauern bleibt bei dem Allen nur die Theilnahmlosigkeit weiterer Kreise, die hier so billig, wie später gewiß nicht mehr, Gelegenheit haben, das Spiel eines wirklich ganz einzigen Vertreters seines Faches zu bewundern. — Theater. Wir weisen noch einmal nachdrücklichst auf die Freitag stattfindende Vorstellung der beiden reizende» Bluetten: „Man sucht einen Erzieher" und „Der Schimmel* hin. Bekanntlich hat Adalbert Brümmer in beiden Stücke» zwei seiner ersten Glanzrollen und cs steht ein ganz hervorragender Kunstgenuß zu erwarten. Hoffen wir, daß auch das Gießener Publikum „das Gute nehmen wird, woher ei kommt", namentlich nachdem die letzte Vorstellung unserer tüchtigen Direction eine solche Enttäuschung bereitet hat. — Ein Ehepaar aus Lützellinden, welches vor etwa fünf Wochen einen Butterweck im Gewichte von 2 Pfd. sabricirte, denselben mit Kasematte auSfüflte und in Gießen als gute Butter verkauft hatte, ist gestern durch einen Schutzmann ermittelt und zur Anzeige gebracht worden. Butzbach, 9. December. Zum Zweck der Bemeffung der zur Jnvaliditäts- und Altersversicherungsanstalt zu entrichtew- den Beiträge nach der Höhe der den Bezugsberechtigten zu bewilligenden Renten wurde Folgendes festgesetzt: Der ortsübliche Tagelohn beträgt für die Gemeinden Butzbach und Friedberg 2 Mk. für erwachsene männliche Arbeiter, und 1 Mk. 20 Pfg. für weibliche Arbeiter, in den übrigen Gemeinde» des Kreises Friedberg beträgt derselbe 1 Mk. 50 Pfg. für erwachsene männliche Arbeiter, und 1 Mk. 20 Pfg. für weibliche Arbeiter. — Am 8. December hat im Johanniter- kranken hause zu Niederweisel die Behandlung der Tuberkulose mit dem Koch'schen Heilmittel durch Herrn Dr. Ohn- acker begonnen. &«*. 138,855, 6 u, 76 “■ * MB. 9' 4 W Schloß 6t ttjeii, eine in miß erhabenen nH‘: »eiten ®at*' in>ei GWtze, rc bei der durch da Schlosses Chambo pagnie erobert m mht. Zweites Z .Prinz Carl) Nr. * (Sine recht ter preußischen St» bevor. Laut mimj lemunerationen sü als auch für Untei bemessen werden, dieselben von untei "deSbcw «' Sitk »'nen, V01'1' «iib "»eiten ®s r" »"d öi= ne befi $ ■ ®oat tbnrg 96Xl3,Mn= ben «), ®r«»b«d) den ebrenfiv'^61 .<Ä: as'X" t61« -Md den D°m ä^reife Z Steh*"“ bii g"|K»1 Mtn * R M*t« ctt 8“ erhalten, die . durchwandert hat *e&Hbiefa ganz besonders ' die herrlichsten U ä'ehen so am Auae 'kei' »erlebt gl* 'e ,"ur Plastische Nadle Bewohner jener hl, in ihren Sitten And. Aufmerksam ne i° verhängnisvoll vermrischtes. * BolkSz8hl»»g 1890. Köln mit Bororten 282,537, Oldenburg 21,646 , Münster i. W. 48,613, Bremerhaven 17,249, Bruchsal 11,841, Baden-Baden 14,040, Lahr 10,800, Liegnitz 46,883, Schwerin 33,730, Rostock 44,388, Chemnitz 138,855, Erfurt 72,414, Gotha 29,056, Meiningen 12,140, Sonneberg 11,376, Hameln 13,800, Görlitz 61,097, Flensburg 36,769, Schweinfurt 12,438, Bamberg 35,110, Ulm 36,210, Heilbronn 30,226, Constanz 16,226, Eberstadt in Hessen 4629, Zwingenberg 1545, Höchst i. O. 1802, Erbach 2788, Groß-Zimmern 3086, Babenhausen 2492, Auerbach a. d. B. 1831, Biebrich 10,947. * Worms, 9. December. Zur Erinnerung an den Tag von Chambord, der . heute am 9. December sich zum zwanzigsten Mate jährt, wurde vom hiesigen Bataillon an der Domdechaneikaserne, in deren Hof zwei der beim Sturm auf das Schloß Chambord erbeuteten französischen Geschütze stehen, eine gußeiserne Gedenktafel angebracht. Dieselbe trägt in weiß erhabenen Buchstaben aus rothem Felde folgende Inschrift: „Seine Majestät Kaiser Wilhelm I. hat dem zweiten Bataillon Großh. Hess. 4. Infanterie-Regiments diese zwei Geschütze, welche von der französischen Batterie, welche bei der durch das Bataillon ausgeführten Erstürmung des Schlosses Chambord am 9. December 1870 von der 8. Compagnie erobert wurden, als Ehrengeschenk zu überweisen geruht. Zweites Bataillon 4. Großh. Hess. Jnf.-Regiments (Prinz Carl) Nr. 118." * Eine recht angenehme Ueberraschung steht den Beamten der preußischen Staatsbahnen für das kommende Weihnachtsfest bevor. Laut ministerieller Verfügung sollen die Weihnachtsremunerationen für sämmtliche Beamte, für Ober- sowohl als auch für Unterbeamte, in diesem Jahre bedeutend höher bemessen werden, als in den Vorjahren. Seither betrugen dieselben von unten nach oben 20, 30, 40, 50 Mk. rc. * Das Koch'schc Heilmittel wird jetzt kurzweg „Köchin" genannt. Herr Professor O. Rosenbach in Breslau hat diese Bezeichnung zuerst eingeführt. * Magdeburg, 6. December. Vom hiesigen Schwurgericht wurde nach zweitägiger Verhandlung der frühere Schuhmacher, jetzige Arbeiter Joh. Gottl. Hoffmann aus Barschen, der am 30. August den 14jährigen Knaben Friedr. Neubauer zu Kolbitz ermordet und seiner wenigen Habseligkeiten (darunter 15 Pfg. baar) beraubt hatte, zum Tode verurtheilt. Der vielfach vorbestrafte Angeklagte leugnete seine That trotz erdrückender Beweise. r—----~ ------ .■ - ■ - ■ - —_ ■-: -.K -rinr iiiimimim 1i m । m £>cbiff»nad>rid?4ett. Bremen, 8. December. sPer transatlantischen Telegraph) Der Schnelldampfer Saale, Eapt. H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 26. November von Bremen und am 27. November von Southampton abgegangen war, ist gestern 3 Uhr Morgens wohlbehaltm tn Newyork angekommen. Bremen, 9. December. sPer transallantischenTelegraph.) Der Schnelldampfer Ems, Capttan R. Sander, vom Norddertshen Lloyd in Bremen, welcher am 29. November von Bremen und am 30. November von Southampton abgegangen war, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehaltm in Newyork angekommen. Verkehr, Land- uwö Friedberg, 10 December. Buttermarkt. Butter kostete per Psd. Jü 1.05-1,20. Eier 1 St. 8 2 St. 16 Friedberg, 9.December. Fruchtpreise. Weizen Jü 19.00 bis 00.00, Korn M. 17.75-00.00, Gerste JL 17.00-00.00, Hafer JL 14.00-00 00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo, gleich 200 Zollpfund. Limburg, 10. December. Fruchtmarkt. Rother Weizen JL 16 90, weißer Weizen X 16.80, Korn JL 1315, Gerste JL 10.50, Hafer 7.20, Erbsen «4t Kartoffeln JL —. Frankfurt, 10. December. Marktpreise. Heu pro 100 Ko. JL 4 60 -620, Stroh 4.40-460, Kartoffeln 4.50 bis 7.50, Butter per Psd. JL 1.15—1.30, Eier per St- 6—10 Roggenbrod 4 Pfd 45 X do- feines 48 H, gemischtes 6 Pfd. 86 Ball - Seidenstoffe von 93 Pfge. bis 14.80 p. Meter — glatt, gestreift und gemustert — versendet roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-D6pbt €1. Henneberg (K. u. K. Hofltef. Zürich. Muster umgehend. Doppelte« Briefporto nach der Schweiz. 8382 — Für Pferde sind die Preise in den letzten Wochen bedeutend in die Höhe gegangen. 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Allen diesen wohlwollenden Geberinnen und Gebern sprechen wir hiermit für die überaus reichliche Unterstützung unfern herzlichsten Dank aus und laden dieselben zur Bescheerung, welche kommenden Sonntag, den 14. December, Nachmittags 4 Uhr, in unserem Schulhansc (Schillerstraße) stattfinden wird, freundlichst ein. Die Gaben können jedoch schon an demselben Tage, von Nachmittags 2 Uhr an, in genanntem Locale in Augenschein genommen werden, und wir sind mit Vergnügen bereit, über deren Austheilung nähere Auskunft zu geben. ■cr-dUI, ä 3b bis d00 ji., wegen AuS- Jtrfanf z. Selbftkpr. u. dar. verkauft Kr. Seip, «ockenheim, Sch. Auss. 38. Mag den 12. i>. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in der früher Bramm'schen Hofraithe zu Gießen, sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Break, 1 Ptanino, 1 Billard, 1 Parthie Straußfedern, 2 Ladenschränke, 1 Cassa- schrank, 1 Weißzeugschrank, 1 Consol, 1 Sopha u s w Versteigerung thetlweise bestimmt. Gugel Großherzogliche Bürgermeisterei Reinhardshain. ____ Hartmann.__ Flur I Nr. 320 — 75 Meter Hofraithe daselbll öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 11. December 1890. Großh. Ortsgericht Gießen Gleichzeitig empfehle ich sämmtliche Christbaum- Verzierungen in grosser ganz neuer Auswahl. Ieikgebotenes. Die Reftbestände aus der Keller'schen ssoreursmaffe, bestehend aus Hand- ichuhen, Pelz-und Federnbesatz, Schleiern, Spitzen, Posamentrten, Lützen,B>Ü- Hetbern, Sammten, Pelüschen und L>«iden- Ttften, Wagendecken, Spitzendecken und Echonern, Spitzenftoffen zu Kleidern, Cor- seilen rc. werden weit unter Preis oer- Heinrich Hochstätter, Schlotzgafse 19. 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Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder und bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn u- dergl, besonders aber auch an Geld, das uns die gleichmäßigste Bescheerung für unsere Meinen ermöglicht, zuwenden zu wollen. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachdenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Fräulein Amalie Bansa (Nordanlage 41), Frau Oberbürgermeister Bramm (Grünbergerstraße 1), Frau Dr. Brüel (Neuen Bäue 41), Frau Amtsrichter Gebhardt (Gartenfiraße 15), Fräulein Emilie Langer mann (Südanlage 21), Frau Pfarrer Naumann (Südanlage 8), Frau Louise Ottens (Bismarckstraße 11), Frau Auguste Schwan (Seltersweg 64), Fräulein Louise Wortmann (Asterweg 16). Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen. Gießen, den 10 November 1890. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann, Pfarrer-________________ Als alleiniger Vertreter einer der größten Hypothekenbanken vermittele ich die Beleihung von Immobilien zu günstigen Bedingungen. 7561 ».8.»tLS»8tSl»tzSchillerflr27. Neues Theater, Giessen. (Direction: Adam Reiners). Freitag den 12. December 1890: III. Gastspiel des Kaiser!. Russischen Hofschauspielers Herrn Adalbert Brümmer. (A.usser Abonnement). Man sucht einen Erzieher. Lustspiel in 2 Acten von A. Bahn. Personen: [10340 Familienüillets zu 2 Personen 80 Pfg., Anfang 8 Uhr. „ „ 3 „ Mk. 1.—. Billete find in der Musikalienhandlung von E. Challier (Rudolphs N a chf), so wie Abends an der Kaffe zu haben. Valentine! erster Ehe Anni Reiners. Arthur v. Marsam Eugen v. Autrcval Richard Goullon. Uvier, Agent Ijoinrich AVinolt. Zephiro v. Aiglemont Emma Rellstab. Joseph, Diener Karl Rupp. Der Schimmel. Lustspiel in 1 Act von G. v. 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