1890 Mittwoch den 12. März Rr. 60 Gießener Anzeiger e8^‘ fa i L? % Generat-Wnzeiger Amts- Mitb Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren | Gratisbeilage: Gießener Aamitienökätter. Aintli^ev Theil Seine Königliche Hoheit der chen — regelm'N^ 4. am F / t* Wahlkreis Friedberg ange- für Gießen eine Neuwahl 4.9'2 i9,0‘i 5.83 4J® Die Gießener N« «rlieuklälter «erden dem Anzeiger ftSchentlich dreimal beigelegt. Der §»t«Jener Knzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. 21644.1' I 3684.3* I Locales und provinzielles. Gießen, 11. März. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordnete» Donnerstag den 13. März 1890, Nachmittags Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 4 Uhr: 1. Gesuch der Firma Heyligenstaedt & Co. um Erlaubnis zur Aufstellung eines Dampfkessels. 2. Gesuch des C. Kockerbeck und Joh. Gg. Pfaff um Erlaubniß zum Umbau des Zöller'jchen Hauses. 3. Gesuch des Kaufmanns H. E. Jughardt und F. Teipel um Bauerlaubniß. 4. Die Annahme eines Straßenwartes. 5. Unterhaltung der städtischen Wiesen. 6. Die Fürsorge für arme Wöchnerinnen. 7. Statut, betr. die offene Armenpflege. 8. Gesuch des Heinr. Hettler um Erlaubniß zum Wirthschaflsbetrieb. 9. Gesuch des Lorenz Schäfer um käufliche Ueberlassung städtischen Geländes. — Milit'ardienftnachricht. Ritsert, Hauptmann a. D., zuletzt im 2. Großh. Hess. Jns.-Regt. (Großherzog) Nr. 116, wurde zum Bezirks-Osficier in Alsfeld ernannt. — Eine Regelung der Arbeitszeit unter gleichzeitiger Lohnerhöhung wird von den hiesigen Tapeziergehilfen angestrebt. Gießen, am 10. März 1890. Betr.: Sterblichkeits-Statistik. Das Croßh. Kreis-Gesundheitsamt Gießen an die Großh, Bürgermeistereien de- Kreises. Diejenigen unter Ihnen, welche die Todeszeugnisse und Sttrbesallszählkarten von Januar und Februar 1890 noch nidjl eingefchickt haben, erinnern wir an die Uebersendung derselben innerhalb dreier Tage. I. V.: Dr. Balser. Deutsches Reich. Gießen, 11. März. Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch ' gewährt- kräftig-8 jilfe geh*,.ba? ll] Vierteljähriger AvsnnementspreiA» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expeditio» und Druckerei: KchnkflraßeAr.A. Fernsprecher 51. Brücken des Landes betrage, geschafft sei. Aus dem Wegfall des Chausseegeldes könnten für diesen Fall keine Consequenzen abgeleitet werden. Auch Abg. Schröder spricht sich gegen den Wegfall des Brückengeldes, sowie gegen eine Herabsetzung auf die Hälfte aus. Er warnt vor den Folgen eines solchen Schrittes, der dann nicht wieder gut zu machen sei. Abgg. Möhn, Jöst und Ulrich treten mit Entschiedenheit für ihre Anträge ein, indem sie hervorheben, daß die Aufhebung des Brückengeldes nur ein gerechter Wunsch der Arbeiterbevölkerung von Mainz und Kostheim sei. Im Falle der Ablehnung stellen die beiden letzten Abgeordneten einen neuen Antrag in Aussicht. Trotzdem wird der Antrag abgelehnt, dagegen soll Großh. Regierung ersucht werden, durch Abgabe von Abonnementskarten an die täglich die Brücke benutzenden Personen einige Ermäßigung zu gewähren. Zum Schluß der heutigen Sitzung genehmigt die Kammer dem Anträge des Abg. Stephan gemäß einen Beitrag zur Bestreitung der Cultus- und Lehrbedürfnisse an die deutschkatholische sowie an die israelitische Religionsgemeinde zu gewähren, ohne Debatte und vertagt sich sodann bis Mitte April d. I. Berlin, 9. März. Der heutigen Feier zur Einweihung des erweiterten Mausoleums in Char- lottenburg wohnten bei der Kaiser und die Kaiserin mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Eitel Fritz, die Kaiserin Friedrich mit der Erbprinzessin von Meiningen und den Prinzessinnen Victoria und Margarethe, der Erbgroßherzog von Sachsen mit Gemahlin, der Großhherzog und die Großherzogin von Baden, Prinz Alexander, Prinz Albrecht mit Gemahlin und Söhnen, Prinzessin Friedrich Karl und Prinz Leopold, ferner Graf Mottke an der Spitze der Ritter des Schwarzen Adlerordens, die Herren des kaiserlichen Hauptquartiers, die Generaladjutanten, ferner die persönliche Umgebung der hochseligen Majestäten, an deren Spitze Gras Perponcher sich befand. Zu Beginn des Gottesdienstes sang der königliche Domchor „Christus ist die Auferstehung und das Lebens hierauf sprach der Oberhofprediger Kögel über den Text Hebräer 4, Vers 9: „Ist noch Ruhe vorhanden im Volke Gottes?" Der Redner weihte sodann aufs Neue die Räume als den Ort des Friedens und des Trostes. Die Feier schloß mit dem Gesang des Liedes: „Sei getreu bis in den Tod." Die Vorhalle, sowie das Innere des Mausoleums waren sinnig mit Blumen und Pflanzen geschmückt. Barmen, 10. März. Die Handelskammer entsendet den Secretär.Ackermann in den Ausschuß der Riemendrehereibesitzer, um mit der Arbeiterbewegung in nächster Fühlung zu bleiben. Die Riemendrehermeister erkannten die Forderungen der Gesellen als berechtigt an und traten ebenfalls in den Ausstand ein. Schwerin, 10. März. Ein am 8. dss. Mts. über das Befinden des Großherzogs in Cannes ausgegebenes Bulletin constatirt die am 28. Februar eingetretene Erkrankung mit fieberhaften Erscheinungen und schmerzhaften Verdauungsstörungen. Das Fieber dauerte sechs Tage bei zeitweiser Schwellung der Leber. Am 6. ds. trat ein Abnehmen des Fiebers ein und die schon gesunkenen Kräfte beginnen sich langsam zu heben. Straßburg, 10. März. Zum Vertreter der Reichslande bei der Berliner Conserenz ist nach der „Str. P." Eduard Köchlin, zum Vertreter Hessens Freiherr v. Heyl in Worms ernannt worden. Pest, 10. März. Herr v. Tisza wurde heute Vormittag vom Kaiser in Privataudienz empfangen- heute Nachmittag empfängt der Kaiser den Minister Szapary und sodann den Minister Csaky. Paris, 10. März. Spuller trug heute Jules Simon osficiell an, als Vertreter Frankreichs zur Berliner Conferenz zu gehen. Simon bat sich eine kurze Bedenkzeit aus. Falls er annimmt, gilt auch diejenige des Deputirtcn Burdeau sicher. London, 10. März. Im Hyde-Park fand am Sonntag Nachmittag eine Versammlung zwecks Protestes gegen die unmenschliche Behandlung von politischen Gefangenen in Sibirien statt. Die öffentliche Betheiligung war schwach. Die Mitglieder der radicalen Clubs waren erwartet, aber nicht erschienen, nur der patriotische Club, die Socialistenliga und die socialdemokratische Verbindung waren vertreten. Es wurde eine Resolution angenommen, welche die englische Regierung auffvrdert, ihren Botschafter in Petersburg anzuweisen, die Aufmerksamkeit der russischen Regierung auf die Grausamkeiten gegen die Gefangenen in Sibirien, namentlich der Geißelung der Frau Sibrida zu lenken. John Burns und andere Redner hielten Ansprachen. Canea, 10. März. In Folge der Intervention des britischen Consuls Biliotti ist das Urtheil gegen die drei Mitglieder des Verwaltungsraths in Rhetymo ausgehoben, nachdem dieselben, wie das Bureau Reuter meldet, ihre Demission zurückgezogen haben. Schakir Pascha begab sich in Begleitung des britischen Consuls und Ibrahim Pascha in den District Kissamo, um eine strenge Untersuchung a\v zustellen wegen der angeblich ungerechten Behandlung der Christen dnrch die gemischte Commission, welche die staatlich gewährten Unterstützungen unter die bei den früheren Unruhen Geschädigten vertheilte. Cardiff, 10. März. In der Kohlengrube Morfa bei Taibach fand heute eine furchtbare Explosion statt. Mehrere hundert Bergleute sind verschüttet worden. Man fürchtet eine große Anzahl Todte. Petersburg, 10. März. Nach einer Meldung des „Grashdanin" wäre der Botschafter Graf S ch u w a l o s f beauftragt, seine Rückkehr nach Berlin zu beschleunigen. — Im slavischen Wohlthätigkeitsverein wurde gestern mitgetheilt, daß für die nothleidend en Montenegriner in Rußland durch die Synode und den slavischen Verein im Ganzen 200,000 Rubel gesammelt worden, wovon über 160,000 Rubel bereits abgesandt seien. 7 rt ein elW * gehen -ins aile Urffl ganze Anlage zu zerstören. Hiernach setzt die Kammer die Berathungen über den Antrag Kugle/, Abgabe von Waldstreu fort. An der Debatte betheiligen sich die Abgeordneten Kugler, Haas, Sturmfels, Friedrich, Schönberger, Osann, Lautz, Westernacher, Michel, hat das Mandat für den vammeu. Es steht uns also bcvur. , nn. Darmstadt, 10 März. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 10. März. Die „Bert. Polit. Nachr." vernehmen, daß auch Sachsen dem Bundesrathe Anträge auf Abänderung der Bestimmungen der Gewerbeordnung unterbreite, welche sich auf den Arbeiterschutz beziehen. Die preußischen bezüglichen Anträge würden im Handelsministerium vorbereitet, wo heute Besprechungen stattfanden, woran die Staatsminifter Bötticher und Berlepsch, der Staatssecre- tär Bosse, Unterstaatssecretär Magdeburg und Andere theil- nahmen. Berlin, 10. März. Der Generalversammlung des deutschen Bauernbundes ging auf ein Begrüßungs-Telegramm an den Kanzler die telegraphische Antwort zu: „Dem deutschen Bauernbunde danke ich herzlich für die freundliche Begrüßung und werde, soweit meine Kräfte reichen, gerne sortfahren, zu wirken, daß die Landwirthschaft als das erste vaterländische Gewerbe durch die Gesetzgebung gepflegt und von steuerlicher Ungleichheit nach Möglichkeit befreit werde." Berlin, 10. März. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde zunächst der Etat der Bauverwaltung ohne wesentliche Debatte erledigt. Sodann folgte der Etat der Ansiedelungscommission in Verbindung mit der Ansiedelungs-Denkschrift. Abg. v. Puttkamer - Plauth bemängelte den zu hohen Zinssatz, sowie die Forderung allzu vielen Baarvermögens von den Ansiedlern. Geheimerath v. Wilmowski vertheidigte das Verfahren der Commission, welche sogar noch Darlehen zu Bauten hergebe. Die Abgg. Windthorst, Jazdzweski und Ozarlinski — letztere beiden Polen — griffen das Gesetz und dessen Handhabung aufs Heftigste an, während die nationalliberalen Abgg. Seer und Sombart das Verfahren rechtfertigten. Die Fortsetzung der Berathuug wurde aus morgen vertagt. Köln, 10. März. Wie die „Köln. Ztg." meldet, soll die Berufung des Fürstbischofs Kopp als einer der Vertreter- Deutschlands in der Arbeiterconserenz wirklich in Aussicht genommen sein - sie wird als richtig bestätigt. Von mehreren Seiten beharrt man dabei, daß Spanien in Folge der Einladung Deutschlands an der Conferenz theilnehmen werde. M. Heb- ÜN einem > Awßherzog sind heute Nachmittag gegen 3 Uhr nebst den Prinzessinnen Töchtern aus Malta wohlbehalten wieder hier ein- gctioffeii und an der Bahn von den Mitgliedern des Großh. Hauses und des Hofes aufs herzlichste empfangen worden. Morgen Abend wird Seine Königl. Hoheit der Erbgroßherzog aus Leipzig hier eintreffen. Am Mittwoch Abend »findet int Alten Palais Thee-dansant statt und sind hierzu 180 Einladungen ergangen. nn. Darmstadt, 8. März. Zweite Kammer der Stünde. Tie Kammer tritt sofort in die Beantwortung event. Besprechung der Interpellation der Abgg. Osann und Schröder ictr. Anpflanzung von Waldbäumen auf den Versandungen des Altrheins bei Stockstadt. Die Interpellanten fragen an: Aus welchen Gründen wurden in dem fraglichen Rheingelände Waldbäume ange- . pflanzt? Will man dieses Gelände nicht zu Wiesen nutzbringend anlegen? Ministenalrath Draudt beantwortet die Interpellation QU Stelle von Ministerial-Präsidcnt Weber dahin, daß es richtig sei, daß Waldbäume auf den Versandungen gepflanzt seien. Dieses sei zurückzuführen auf den Vorschlag der Localsorstbehörde, welche sich aus den Erträgnissen einen besseren Nutzen verspreche als von Wiesenanlagen. Die Abgg. Schröder und Osann heben hervor, daß der Plan für' diese Pflanzungen erst reiflich erwogen hätte werden müssen. Die Sache erhalte einen üblen Beigeschmack, weil man mit einer allzugroßen Raschheit die Pflanzung betrieben habe. Ein einziges Hochwasser reiche hin, um die iKn aus her fortuii ft bet J 2.“ hEen, weder in V. ■ eiliger^ «tau«» gern* Wnngen füt Ih'crmr der »ch -Mi Mi;»] »tute ergriff, e * dem Kreis unsern Dies Vereins gewönne 15. November v.1 ; aale des Schweden >e verheißungsvoll - so zeigte es sich ball i Bediichiß entjpM -> die sich wöchM nhaus sammelten, r fen und zu nähen, t Jen Mädchen recht ai nein guten Buche R en Damen sind nujt rnzen vorsteht, Fr. ö ichtsdirector Stamnill . Ihnen allen spch" i sten Dank aus. lden Armenpflege,'^ i i bei uns blühte, tni . so, wie die HMM ' erte. vielleicht w ßnjtvifdjen wird ml für Vermittlung ui | M oÄe Ä; i Personalbestand to _ im Vinter alle viel - 5 Bezüglich der Vorstellung mehrerer in den Ruhestand ■Ä «-trettner Steuercommissäre b-schliegt das Haus, dem Gesuch / ke Folge zu geben mit 20 gegen 14 Stimmen. Eine lebhafte Debatte entspinnt sich über die Anträge W-hn, Ulrich und Jöst auf gänzliche Aufhebung des Brückengeldes zu Mainz und Kostheim resp. auf Herabsetzung dH# die Hälfte. _ Ministerialrath Bauer kann, nicht zugeben, daß dem St aat eine Einnahmequelle entzogen werde, ohne daß Ersatz für- diesen Ausfall, welcher etwa 200 000 Mk. für sämmtliche verger, jj|unn, -cuu^, ..... Schade, Arnold und Metz. _ . Allenthalben wurde hervorgehoben, daß unter den kleinen kandwirthen darüber Unzufriedenheit herrsche, daß Seitens der Forstbehörde und speciell der Oberförster zu „ftrief bei der Abgabe der Waldstreu verfahren werde, was sicher rncht dem Tenor des Gesetzes von 1878 entspreche Hier müsse der Hebel angesetzt werden, um der Unzufriedenheit zu feuern durch besseres Entgegenkommen der betr. Beamten. I Der Ausschuß beantragt, die Kammer wolle Großh. Legierung ersuchen, diese möge bie 5orftämter 6eauTttagen, L in Domanial- und Communalwaldnngen soviel Waldstreu ur Ausaabe komme, als dies innerhalb der Grenzen des Gesetzes von 1878 zulässig sei. Dieser Antrag sindet em- simumge Annahme^ migt bje aammer die Vorlage des Kinisteriums des Innern und der Justiz, V-rwilsigung von 2o ooo Mk. für Herstellung von Projecten ?c. für Neben- «■■=■■■■■■ .......!. . . ■ 1 ' '^-7! Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. ! . Iii"'1«»«——in। ■ weiche unseren H- iat, mit Beiträgen - Ätzt haben, m » obfooto, mit * sind, und der hck «ief'it Districi „Ropp. enthält । ersuc} District „Win, District „Dobi Der die Brarmfe1s' District „Ich fletitmii District „W ausWg District „Pete, District fity soll im Wege i welche gegen bfi Gebote sind bi« 17. MM, ver MMeichen, y Wt Diese Bram Mittwoch »ersteigere id) ostentiich geg°> t«r diele; ® w 2 Bl (runt und 1 schrär Roulk Lössel Sinri, 3 Ale 10 U Untersees 12 w« „0* * m*!' QU#»1'0" Ä SL-? nänthi J,r Es starben an: Zusammen: 3 (1) 1 1 (1) 1 CD umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. 246 Zu haben bei J. M. Schulhof. . Wachstuch und Ledertuch ~ Hausbursche sofort gesucht. Bäcker Rtowebttfr Schloßgaffe 19. Unbilden des Wetters int Ort sind höchst bewehr als großstädtische baldthnnlichst Offizier- Unsere Soldaten, welche Mörchingen und die schon so viel Schlimmes Garnisonsorte gehört haben, dürfen Furcht entschlagen: an Gelegenheit, wird es ihnen jedenfalls nicht fehlen. als Garnison erhalten von ihrem künftigen sich also gewiß einer den Durst zu löschen, in den besten Qualitäten empfiehlt billigst Heinrich Hochstätter, (i) i i i 2 1 von gutem Kiefernholz gefertigt, sind vorräthig zu haben bei 2637J Einen Lehrling sucht Wilh. Husch, Mechaniker. 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Der die politischen Zeitungen, Amts-, Local- und Anzeigeblätter umfassende erste Band, welcher auch unserem Blatte die gebührende Beachtung schenkt, ist soeben erschienen. Der zweite Band, die Fachzeitschriften enthaltend, erscheint in Kürze. Der Preis beträgt nur JL 1.5g pro Band. Friedrich Leutner, Küfer, 21051 Mendorf a/Lda. Wohnhäuser erbaut werden. Ferner soll Mörchingen eine Hauptpost erhalten, welche gleichfalls noch errichtet werden muß. Das Postgebäude soll auf 20 Jahre fest gemiethet und dem Erbauer mit 7 Procent von der Bausumme verzinst werden. Mehrere Bauunternehmer sind nach Mörchingen gekommen und unterhandeln zur Zeit wegen Uebernahme dieser verschiedenen Bauten. Auch sonst beginnt sich diejenige „Industrie", welche mit den Bedürfnissen einer Garnison zu rechnen pflegt, im kleinen Mörchingen mächtig zu regen. So liegen, um nur ein Beispiel anzusühren, dem dortigen Bürgermeister bereits 49 Gesuche um Wirthschafts-Erlaubniß vor, was so ziemlich aus jedes Haus eine Schankstätte gäbe! Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenben Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen Walkererde zu kaufen gesucht. 2017 Offerten erbeten unter A. H. an die Annoncen-Expedition von Rudslf Moffe (Georg Schwaab) in Hirschderg i. Schl. Sonntag stellte er denselben auf sein Belt, legte ein grostes- Blatt, worauf ein Tvdtenkopf gezeichnet war, auf den Xifclj zündete neben der Zeichnung zwei Kerzen an und stimmte dann seinen eigenen Todtengesang, sowie die Sterbegebete an. Die Hatlsbewohncr, welche den Mann singen hörten, sanden darin nichts Auffälliges, da der Betreffende als seltsamer Kauz bekannt war. Nachdem er geendet, legte er sich das enge Bretterhans iqib schnitt sich die Gurgel durch. Der Tod trat sofort ein. Rademanns Kindermehl, £er goldenen Medaille, unerreicht i. Näbrwerth und Leichtoerdaulichkeit, ist nächst der Muttermilch thatsächlich die beste und zuträglichste Nahrung für Säuglinge. Zu haben ä JL 1.20 pro Büchse in allen Apotheken, Drogen- und Colonialwaarenhandlungen. Luftröhrenentzündung 1 Lungenschwindsucht 3 (1) Eine für jeden Landwirth wirklich empschlenswerthe Zeitschrift ist unstreitig die in Frankfurt a. M., Brrlin und Kassel (Haupt-Expedition) erscheinende Deutsche Allgemeine Zeitung für Landwirthschaft mit landwirthschaftlicher Handel-reitnng «nd Jllustrtrte« Unterhaltungsblatt, oa dteselde in ihrem Inhalt ebenso reichhaltig, rote gediegen und trotzdem ungtmetn billig ist; sie kostet nur jtt 1.50 pro Quartal Unter den ständigen Mitarbeitern hebm wir neben einer großen Zaöl hervorragender praktischer Landroirthe hervor die Herren Prof. Drechsler, Pros. Kirchner, Pros. Koenig, Prof. Kühn, Prof. Muller-Thurgau, Prof. Pütz. Prof. Wagner, Dr. v. Bretfeld, Walter Gehrend, Diiector Dr. Brümmer, Dr. Droysen, Dr. Edler, Dr. Franz, Director Fiedler, Hauptmann Geiß, Dr. Giersberg, Dr. Kittel, Director Klee, Dr. Langkaoei, Moehrlin, Rost-Haddrup, Ed. Ruff, Obergärtner Seltgmüller, Ch. Weigand und lassen die in den Kreisen der Landroirthschaft hochgeachteten Namen jede weitere Empfehlung der Deutschen Allgemeinen Zenung für Landwirthschast gewiß als überflüssig erscheinen. Im Poftzeitun^' verzeichniß ist dieselbe unter No. 1506 ausgeführt; sie kann aber auch direct von der Expedition in Frankfurt a. M., sowie durch die Ferber'sche Buchhandlung in Gießen bezogen werden. Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in (Siegelt 10. Woche. Vom 2. März bis 8. März 1890. Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkettsziffer: 27,9^. Gasbeleuchtungs« Gegenstände, Gas- Koch- u. Heizapparate bewährtester Construetion empfiehlt bestens 265 Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Vermischtes. * Die technischen Hochschulen in Deutschland weisen nach einer statistischen Zusammenstellung während des gegenwärtigen Wintersemesters gegenüber dem vorigen eine sehr bedeutende Frequenzsteigerung auf, eine Erscheinung, welche ohne Zweifel mit dem wirthschastlichen Aufschwung im Deutschen Reiche im engsten Zusammenhang steht. Die Besucherzahl (Hospitanten mit eingerechnet) beträgt in Berlin 1427 gegen 1292 im Jahre 1888/89, in Hannover 420 wie im Vorjahre, in Aachen 215 gegen 204, in Braunschweig 241 gegen 213, in Dresden 380 gegen 364, in München 844 gegen 786, in Darmstadt 275 gegen 250, in Karlsruhe 524 gegen 492, insgesammt also 4821 gegen 4440 im vorigen Jahre. *A Mainz, 10. März. Dem bei der Reichstagswahl hier unterlegenen Centrumscandidaten Herr Nieola Racke ist aus Die Gehilfen haben die Arbeitgeber zunächst zu einer Be sprechung eingcladen. 8. Die Aufführung der Matthäuspassion von Heinrich Schütz durch den hiesigen Kirchengesangverein hatte am vorigen Freitag Abend eine so zahlreiche Versammlung in unsere Stadtkirche gezogen, wie kaum je zuvor. Selbst im Treppen hause drängten sich die Hörer und schon lange vor Beginn mußten viele an den Thüren umkehren, weil sie keinen Eingang mehr fanden. Die Passionen des alten Meisters Schütz sind ja unserer (Mmeiude keine Fremdlinge. Schon zweimal, 1883 und 1884, hat sie der Kirchengesangverein (unter der Leitung.des Herrn Cantors Steiner) in der Bearbeitung von Riedel vorgeführt, und 1888 bereits auch die Matthäus Passion in ihrer originalen Gestalt (unter Leitung und Mit- wirkung des früh vollendeten Karl Walther). Die diesmalige Aufführung beansprucht aber eine ganz besondere Bedeutung dadurch, daß der hervorragendste Kenner und zugleich trefflichste Säitger der Schütz'schett Musik, Herr Professor Dr. Spitta von Straßburg, die Rolle des Evangelisten übernommen hatte. Liegt doch in der Thar darin der Schwer- punkt des ganzen Werkes. Die Schütz'schen Passionen wollen nichts anders sein, als eine schlichte musikalische Auslegung und Darstellung der Leidensgeschichte, „wie es beschreibet der heilige Evangeliste", wie die nach der naiven Sitte jener Zeit gesungene Ueberschrift besagt. Dabei nimmt denn schon äußerlich das Erzählerwerk des Evangelisten den Hauptraum ein. Es ist nicht etwa nur der Rahmen, in welchen sich die Darstellung der Passion einsügt, oder der verbindende Faden der Handlung; vielmehr ruht der wesentlichste Theil der Aufgabe, die Passion den Zithörern nahe zu bringen, da andere Mittel der musikalischen Darstellung, wie Arien u. dgl., fehlen, auf ihm. Die in seiner Erzählung auftretenden Persoiien bringen ihre Worte in knappstem musikalischen Ausdruck zu Gehör, theils als Engelstimmen, thcils zum Chor vereinigt. Der Chor insbesondere hat daneben keine weitere selbständige Aufgabe zii lösen. Mit einem Worte, die Schütz'sche Passion ist durch und durch dramatisch aufgefaßt, und dementsprechend tragen insbesondere die Chöre einen ausgesprochen dramatischen Charakter. Dabei hat denn der Erzähler feine leichte Stellung. Das Gelingen der Aufführung wird wesentlich davon abhängen, daß der Sänger es versteht, den dramatischen Gebalt der Erzählung lebendig und doch maßvoll zur Geltung zu bringen. Und darin beruht gerade Spittas Meisterschaft. Mit seiner schönen, jeder Modulation fähigen und ohne jede Anstrengung ansprechenden Tenorstimme wußte er jede Wandlung der Geschichte, des Orts, jeden Wechsel der Stimmung in einer Weise zum Ausdruck zu bringen, die den Zuhörer tief ergriff und förmlich zum inneren Miterleben der Leidensgeschichte zwang. Berständnißvoll und edel war auch der Vortrag der Jesusworte durch Herrn cand. med. DuMont aus Straßburg, dessen mächtiger und doch so weicher Baß besonders in den Kreuzesworten tief zu Herzen drang. In wahrhaft packendem Gegensatz dazu stehen die kurzen drama tischen Chöre. Ihre kraftvolle und fein abgestufte Wiedergabe war eine treffliche Leistung des Vereins, die dessen Dirtgeliten, Herrn Dr. Hahm, zu hoher Ehre gereicht. Rehmen wir hinzu die schöne Durchführung der nicht geringe Schwierigkeiten bietenden Orgelbegleitung seitens des Herrn Hempel und die würdige Besetzung der kleineren Partieen, so dürfen wir sagen, daß nichts fehlte, um dem schönen Werke seine volle Wirkung aus die Hörer zu sichern. In geweihter gottesdienstlicher Stimmung, die nur vielleicht bei den meist jugendlichen Besuchern der oberen Emporbühne nicht zur Geltung kam, lauschte die Gemeinde den ernsten Klängen. Richt wenig trugen dazu die schönen Choräle, theils vom Chor, theils von der Gemeinde gesungen, bei. Der Kirchengesangverein aber darf auf diese Aufführung der Passion sowohl vom Standpunkte der musikalischen Leistung, als von dem der kirchlichen Erbauung mit Freude und Befriedigung zurückschauen und wird in dem Dank der Gemeinde einen neuen Sporn empfinden, aus den von ihm beschrittenen Wegen, die edle Musika in den Dienst der Erbauung der gelammten Gemeinde zu stellen, fortzuschreiten. * London, 10. März. Ein 5000 Jahre altes Testament ist jüngst in Egypten aufgesunden worden. Der Erblasser, ein vornehmer Eghpter Namens Sekiah, vermacht darin sein Besitzthum seinem Bruder, einem Osiris-Priester. Zusammen mit diesem Testament wurde eine Schrift gefunden, in der Sekiah Bestimmungen für seine Tochter trifft, die er dem Schutze seines Bruders empfiehlt. Beide Schriftstücke sind streng juristisch abgesaßt mit vollster Berücksichtigung aller Förmlichkeiten. Das zweite Schriststück beweist übrigens, daß es den Egypterinnen gestattet war, ihr Vermögen selbst zii verwalten und nach Belieben darüber zu verfügen. * Cent, 8. März. Ein trauriger Gesell hat sich hierauf unheimliche Weise aus dem Leben geschafft. Er hatte sich für seine Bestattung selbst einen Sarg gezimmert. Am Summa: 11 (2) 7 (1) dem Wahlkreis Hamm-Soest eine Neichstagseandidatur äuge tragen worden, zu bereu Annahme sich Herr Racke bereit erklärt hat. In deut genannten Wahlkreis hat bei der Stichwahl Freiherr iwn Schorlemer-Alst ein zweites Reichstags- manbat erhalten, doch hat sich derselbe für die Annahme des Mandats in Bochum entschieden. Die Nachwahl in Hamm- Soest findet den 17. d. M. statt. — Um aus den hohen Kohlenpreifen möglichst viel Nutzen zu ziehen, haben die hiesigen Kohlenhändler ein Cartell ge- schlosseu, in tvelchem sie sich unter Festsetzung einer Couveit- tionalstrafe verpflichten, den Centner Kohlen nicht unter 1.20 Mk. zu verkaufen. Da die meisten der hiesigen Kohleu- handlungen, wie verlautet, sieh ihren Bedarf von den Zechen zu bedeutend billigeren Preisen als heute gesichert haben, so erscheint der gemeinschastliche Preisausschlag im Kleinverkauf nicht gerechtfertigt, weßhalb bei der minder bemittelten Bevölkerung eine arge Mißstimmung gegen die Kohlenhändler zu Tage tritt. — Bischof Dr. Haffner wird in diesem Jahre nur Fir- mungsreisen nach den weitergelegenen Orten der Diözese unternehmen und finden die übrigen Firmungen hier im Dom statt. * Ein Hoflieferant. Der Prinz von Wales ging — so wird aus Loudon berichtet — kürzlich in Begleitung eines Freundes spät Nachts von einem Club nach Hause. Plötzlich kam dem Erben Englands das Gelüst, die gebratenen Kartoffeln eines Straßenhändlers zu kosten- der Begleiter war auch dazu bereit, und so kauften die Zwei je für einen Penny Kartoffeln, welche sie weitergehend verzehrten. Der „Joe" hatte jedoch die Käufer erkannt und am folgenden Tage pflanzte er sich mit seinem Wagen dem krouprinzlichen Palais gegenüber auf; bald sammelte sich ein zahlreiches Publikum um feinen Wagen und der Prinz bemerkte, als er sich den Wagen des Händlers genauer ansah, darüber ein mit den drei Federn des Prinzen von Wales geziertes Blechschild mit der Aufschrift: „Lieferant Sr. königlichen Hoheit des Prinzen von Wales." Ein Diener, welcher abgeschickt worden war, den „Joe" zur Beseitigung des Schildes aufzufordern, kehrte unverrichteter Dinge wieder heim, und erst als der Privat- seeretär des Prinzen den Mann mit einem Geldbetrag abgesunden hatte, nahm derselbe das Schild ab und zog seiner Wege, nicht ohne vorher ein ausgezeichnetes Geschäft gemacht zu haben. * Aus Lothringen, 6. März. Sehr interessant ist es, wie der „Köln. Ztg." ein Augenzeuge schildert, die Veränderungen zu beobachten, welche in dem ea. 11OO Einwohner zählenden Mörchingen, dem Garnisonsorte für die neue Infanterie-Brigade, bestehend aus den Regimentern Nr. 17 und 144, in den letzten Wochen vorgegangen sind. Eine Kaserne für die Regimenter ist selbstredend noch nicht vorhanden, soll aber später errichtet werden. Die Regiments- bureans. sind dagegen schon einige Zeit am Platz und mit den nötigen Vorbereitungen besaßt. Mit kaum glaublicher Geschwindigkeit wurde ein ausgedehntes Barackenlager zur Unterbringung der Mannschaften aufgebaut. Jede Compagnie erhält eine Baracke, in der Hauptsache aus Wellenblech gefügt verkehr, Can0< nnd volkrwLrthschaft. Berlin, 7. März. Der Commission des Abgeordnetenhauses für die Reform der Eisenbahntarife (Antrag Brömel) hat der Abg. Brömel für die Beratbungen ein Programm vorgelegt, nach welchem von der Effenbahnverwaltung über eine Reihe von Fragen Auskunft erbeten und die wichtigsten Reformvorschläge nacheinander zur Erörterung gebracht werden sollen. Das Programm bezüglich der Personentarife lautet: 1) Ersuchen um Auskunft über die Wirkung der wichtigsten während der letzten 5 Jahre eingefiihrten Tarisermäßtgungen auf Verkehr und Einnahmen; 2) Ersuchen um Auskunft über die Gründe, welche die ungenügende Ausnutzung der ersten und zweiten Klasse herbeiführen; 3) El suchm um Auskunft über das Verhältniß der Selbstkosten des Personentransports zu dm erhobenen 9tormaltarifsätzen; 4) Ersuchen um Auskunft über die Stellung der Königlichen Eisenbahnoerwaltung zu dem System des ungarischen Zonentarifs, bezw. über die Gründe dieser Stellung 51 Aushebung des Freigepäcks und entsprechende Herabsetzung bei Normaltarifsätze; 6) Allgemeine Ermäßigung der Normaltartfsähe ungefähr auf den Stand der für Rückfahrtkarten geltenden Sähe unter Berücksichtigung der Todt'schen Vorschläge; 7) Einführung von Ktlometer-Btllets; 8) Reform der vierten Klasse und Ermäßigung der Tarifsätze für die vierte Klasse; 9) Versuchsweise Einführung allgemein ermäßigter Tarifsätze in einem Directtons-Bezirk; 10) $ci-. fuchsweise Einführung eines nach dem Muster des Berliner Stadl- oahntarifs gebildeten Zonentarifs für den Nahverkehr Berlins und anderer Großstädte. Gietzen, 11. März. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. A 0,9 0—1,00, Hühnereier 1 St. 5-, 2 St. 9 H, Enteneier 1 St. 5-0 H, 2 St. - Gänseeier 9—10 H, Käse pr. St. 4—8 3», Käsematte pr. St. 3 4 Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen pr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar Ji. 0,60—1,00, Hühner pr. Stück 1,20—1.70, Hahnen pr. Et. 1,60-2,00, Enten pr. Stück Jt 2,00—2,50, Gänse pr. Pfd. 50—60 H, Ochsenfletsch pr. Pfd 66—72 H, Kuh- und Rindfldsch 56—60 H, Schweinefleisch 60—70 H, Hammelfleisch 56—68 Kalbfleisch 52—60 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 4,20—4,50, Weißkraut vr. St. 6—8 Zwiebeln per Centner JL 00,00—12,00, Milch per Liter 12-18 Kinder Erwachsene: im ddit 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahn — 1 - (?))$ empfiehlt sich durch Reinheit, Aroma und Ergiebigkeit als die beste ind preiswertheste A 7..nfz opl UUW Kais. u. König!. Hofl. Marke. " 4.UDIZ bei. WW. Bonn, Berlin. 2084J Knecht bei ein Pferd, welcher die Oeconomie gründlich versteht, kann eintreten. 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