Nr. 10. Erstes Blatt.. Sonntag den 12. Januar 1890 Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener AamitienVtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. Vierteljähriger Aöonnementspreiir 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Str.l. Fernsprecher 51. Anrts- imb Anzeigsblatt für den 'Kreis Gieren. ■*■£ I Hratiskeikage: Hikßmer IamikienöKtter. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher TheU. Gefunden: 1 Handtuch, 1 Medaillon, 1 Siegelring, 1 Krankenkaffenbuch, 1 Peitschenstiel, 1 Beißzange, 1 Laterne, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 4 Spulchen- Gießen, am 11. Januar 1890. Großherzogliches Polizemmt Gießen. Fresenius.____________ Bekanntmachung, die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst im Frühjahr ld9O betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Frühjahr 1890 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgesorkert, ihre desfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meidung des Ausschluffes von dieser Prüfung spätestens bis zusn 1. Februar 1890 bei der unterzeichneten Commifston einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Speciellen das Folgende bemerkt: 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen- 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß, d. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeit- lich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein; c. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches von der Polizei-Obrigkeit oder der Vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist; d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf. 5) IN dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französtsch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. 6) Ist*bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheitszeugniß beizulegen. Heber die Ansorderungen, welche an bie, zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anlage 2 zur Wehr-Old. vom 22. Novbr. 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889) Ausschluß. Bezüglich des Prüfungstermins, sowie des Lokals, in welchem die Prüfung statlfindet, erfolgt event- weitere Bekanntmachung ; auf specielle Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 20. December 1889. Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. politische Ueversicht. Gießen, 11. Januar. Zur Theilnahme an dem Leichenbegängnisse der Kaiserin Augusta waren von auswärtigen Fürstlichkeiten bis Freitag Abend in Berlin u. A. eingetroffen: Der König von Sachsen, der Kronprinz von Schweden, der Großherzog und der Erb- großherzog von Mecklenburg-Strelitz, der Herzog von Coburg, der Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich-Este, der Herzog von Edinburg, der Prinz Wilhelm von Württemberg, der Fürst von Schaumburg-Lippe, der Erbprinz von Waldeck, die Prinzen Christian und Julius von Schleswig-Holstein, der Fürst von Hohenzollern u. s. w. Den vielfachen Muthmaßungen über den Zeitpunkt für die Neuwahlen zum Reichstage ist nunmehr durch die kaiserliche Verordnung, welche die Wahlen auf Donnerstag, den 20. Februar, festsetzt, ein Ende gemacht worden. Wenig mehr als fünf Wochen liegen demnach zwischen heute und dem entscheidenden Tage, an welchem die Reichstagswähler abermals an die Urne treten und auf allen Seiten wird man sich bestreben, diesen verhältnißmäßig nur noch kurzen Zeitraum nach Kräften für die Bearbeitung der Wählermassen auszunutzen. Allgemein dürste die Festsetzung der Wahlen noch im Februar und dazu noch auf den Tag, an welchem das Mandat des gegenwärtigen Reichstages abläust, überrascht haben, da man dem Zeitpunkt für die Wahlen noch nicht so nah glaubte und vielfach annahm, dieselben würden vielleicht erst gegen das Frühjahr hin stattffnden, zumal offi- ciöserseits noch nicht das Mindeste in dieser Frage verlautete. Fast scheint es demnach, als ob man an leitender Stelle mit der eventuellen Rothwendigkeit einer Auflösung des jetzigen Reichstages rechnete, wozu unter Umständen die Frage des Socialistengesetzes allerdings den äußeren Anlaß abgeben könnte. Sollte es indessen hierzu doch nicht kommen, so wird das Parlament freilich noch scharf arbeiten müssen, wenn es mit seinen Geschäften nicht bis in die letzten und aufregendsten Tage des Wahltreibens hinein kommen will- ob das letztere möglich sein wird, dürfte sich ja aus dem weiteren Verlause der parlamentarischen Verhandlungen bald ergeben. Die in französischen Blättern aufgetauchten Gerüchte von einem englisch-italienischen Conflicte in den abyssinischen Angelegenheiten werden von römischen Preßstimmen als vollkommen unbegründet erklärt. Der „Capitano Fracassa" hebt die freundliche Haltung Englands gegenüber dem zwischen Italien und Abyssinien abgeschlossenen Vertrage hervor und erklärt, diese Haltung widerlege vollständig die erwähnten Gerüchte. Der diplomatische Vorstoß Rußlands in Sachen der bulgarischen Anleihe erfährt allseitig eine kaltblütige Beurthci- lung. Dieselbe rechtfertigt sich um so mehr, als den russischen Vertretern im Auslande von ihrer Regierung anscheinend empfohlen worden ist, die Sache mit großer Vorsicht zu behandeln. Es geht dies wenigstens daraus hervor, daß die Bemerkungen, welche die Vertreter Rußlands in Betreff der bulgarischen Anleihe bei den Mächten ossiciell zu machen hatten, die Zulassung der Anleihe an den Börsen von Wien und Pest mit keiner Silbe erwähnen- eine entgegengesetzte Meldung des „Temps" hat sich als vollkommen unbegründet herausgestellt. Immerhin scheint aber Rußland eine größere diplomatische Action in der bulgarischen Frage zu planen, denn nach der „K. Z." erblickt Rußland eine weitere Verletzung des Berliner Vertrages durch Bulgarien in der neuen, zwischen Bulgarien und England vereinbarten Handelsconvention, falls sie ohne Zustimmung des Sultans abgeschlossen sein sollte. Ob der russische Einspruch gegen die englischbulgarische Handelsconvention einen besseren Erfolg haben wird, als sich von dem Einsprüche Rußlands gegen die bulgarische Anleihe behaupten läßt, kann einstweilen getrost dahingestellt bleiben. Deutsches Reich. Darmstadt, 6. Januar. Das Verordnungsblatt für die evang. Kirche des Großherzogthums Hessen Nr. 17 enthält ein Ausschreiben vom 26. November 1889 an die evang. Pfarrämter, welches besagt: Der zu Marburg i. H. abgehaltene achte deutsche evangelische Kirchengesangvereinstag hat in seiner Hauptversammlung über Knabenchor und Kinderchor und ihre Verwendung beim evangelischen Gottesdienst sehr eingehende und lehrreiche Verhandlungen geführt. Wenn auch das von dem erfahrenen Leiter des berühmten Salzunger Kirchenchors erstattete Referat über die Schulung der Knaben für den Kirchengesang ein nicht überall erreichbares Ideal darstellt, so enthält sein Vortrag so viel wichtiges und allgemein brauchbares, daß wir geglaubt haben, die möglichst weite Verbreitung seiner Ausführungen unterstützen zu müssen. Wir senden gleichzeitig jeder evangelischen Pfarrei ein Exemplar der Denkschrift und fordern Sie aus, dieselbe den mit dem Gesangunterricht, dem Organistendienst oder Cantorendienst beauftragten Herren Lehrern mitzutheilen und auch Ihrerseits daraus hinzuwirken, daß überall, wo die Verhältnisse es gestatten, Knaben- oder Kinderchöre in der angegebenen Weise zur Unterstützung des Kirchengesangs und Gottesdienstes herangezogen werden. Ausland. Zanzibar, 9. Januar. Die deutschen und englischen Kriegsschiffe feuerten heute von 8 Uhr Morgens bis zum Mittag in gemessenen Pausen Salven ab zu Ehren der verstorbenen Kaiserin Augusta.— Es verlautet, das Befinden Emins sei wesentlich besser- er ist schon im Stande zu gehen. Deutscher Rerctzstag. 40. Plenarfitzung. Freitag den 10. Januar 1890, 12 Uhr. Die zweite Etatberathung wird mit dem 'Spe ei al c tat der Marine-Verwaltung fortgesetzt und zwar mit den „Einmaligen Ausgaben". Abg. Rickert Xdfr.) fragt, ob wirklich mit Sicherheit anzunehmen ist, daß die sämmtlichen geforderten Beträge noch im laufenden Rechnungsjahre aufgebraucht werden. Die Rothwendigkeit der geforderten Schiffsneubauten ist in keiner Weise dargethan. Es muß Verwahrung dagegen eingelegt werden, daß bei den Erörterungen über den Aviso für größere Commando-Verbände die Person des Kaisers in die Debatte gezogen würde, wie dies von der Cartell-Preffe geschehen ist. Viele Dinge in der Marine liegen zur Zeit noch völlig unklar, so ob die Docks ausreichen, was ich bezweifele, trotz der entgegengesetzten Versicherung der Regierung- auch wird viel von einem Verkaufe älterer Schiffe unserer Kriegsmarine gesprochen. Die Unterscheidungen von Seemächten erster, zweiter und dritter Ordnung haben keinen Zweck. Seit dem Abgänge des Herrn v. Caprivi haben sich die Forderungen der Marine bedeutend erhöht. Ueber die Fortentwickelung unserer Marine hat sich ein völliger Umschwung der Meinungen vollzogen. Die gegenwärtige Forcirung des Schiffsbaues wird schließlich zu einer wirthschaftlichen Calamität führen. Staatssecretär Heusner vertheidigt die Position des Etats-Entwurfs, bedauert die von der Commission vorgeschlagenen Streichungen und vertheidigt namentlich den Bau der Kaiseryacht, da die gegenwärtig für Seine Majestät benutzte Dacht „Hohenzollern" eine für den modernen Schiffsverkehr bei Weitem nicht mehr genügende Fahrgeschwindigkeit besitze. Abg. Dr. Windthorst (Ctr.): Es muß bei der Marine sorgfältig unterschieden werden, was absolut nöthig ist und was nicht. Nur das erstere können wir bewilligen. Allerdings muß die Regierung ihre Vorschläge von vornherein nach diesem Principe formuliren, das Haus kann nur schwer entscheiden, ob Forderungen nöthig sind oder nicht. Möge die Regierung den Bogen nicht zu straff spannen. Es liegt nahe, den Rücktritt Caprivis in Zusammenhang zu bringen mit veränderten Gesichtspunkten in unserer Marine- Entwickelung. Von einer bloßen Küstenvertheidigung kann doch nicht mehr die Rede sein, wenn wir einen großen Theil der Flotte nach Afrika schicken müssen. Kann man uns die Versicherung geben, daß mit der Bewilligung der hier geforderten Panzer die Sache zu Ende ist? Ich glaube das nicht und bin deßhalb um so vorsichtiger. Die Forderung für die Kaiseryacht hat im Lande einen nicht angenehmen Eindruck gemacht. Von der absoluten Rothwendigkeit dieser Forderung, wie sie hier gemacht ist, kann ich und ein großer Theil meiner Freunde mich nicht überzeugen. Es scheint mir am besten, wir lehnen die Sache ab und lassen die Wähler entscheiden - dann kann ja der nächste Reichstag die Bewilligung aussprechen. Um den Manöver» zu folgen, sind so theure Schiffe nicht nöthig. „Nelson" war viel weniger gut eingeschifft. Bis jetzt ist der Beweis für die Rothwendigkeit dieser Forderung nicht erbracht und darum sage ich heute: „Nein!" Abg. Woermann (nl.): Das Ausgraben alter Detck- schriften, wie es Herr Rickert liebt, hat gar keinen prac- tischen Werth - man muß sich stets aus den gegebenen Standpunkt stellen. In den letzten Jahren hat sich unsere Marine nur um wenige Fahrzeuge vermehrt und darum ist es nöthig, mit Bauten kräftig vorzugehen. Was den Kaiser-Aviso anbelangt, so ist er nöthig, denn es ist doch ein unhaltbarer Zustand, wenn bei Flottenmanövern das Hauptquartier mit den anderen Schiffen nicht mitkommen kann. Abg. Richter (dsr.) Es sind in den letzten Jahren 16 neue Schiffe sertiggestellt. Eine ganz subjective Marineliebhaberei veranlaßt eine geradezu abenteuerliche Hast im Schiffsbau. Für elf Zwölftel unserer Handelsmarine ist die ganze Kriegsmarine entbehrlich. Zum Schutze in unsicheren Gegenden genügt die Marine in ihren gegenwärtigen Verhältnissen. Zwei Firmen, die gegenwärtig ihre Geschäfte in Kamerun betreiben, machen dort einen Kreuzer und ein Kanonenboot erforderlich. Bei solchen Ansprüchen ist es erklärlich, wenn man schnell bereit ist, ein Schiff zu bewilligen, das an anderer Stelle gewünscht wird. Bisher hat von der Unzulänglichkeit des „Hohenzollern" nichts verlautet - es wäre ja sonst unverantwortlich gewesen, für die Ausstattung des Schiffes in einem Jahre 300,000 Mk. zu bewilligen. Für ein Prunkschiff 41/2 Millionen bewilligen, das können wir vor dem I Lande nicht verantworten. Abg. Dr. v. Freg e (conf.) vertheidigt die Forderungen des Etats und tritt für die Bewilligung der Kaiseryacht ein. Es sei auffällig, daß um dieses einen Schiffes wegen von der Opposition soviel Aufhebens gemacht werde, zu einer Zeit, wo dieselbe für Parteizwecke so bedeutende Summen opfere. Abg. Dr. v. Bennigsen (natl.): Es sind allerdings nur wenig neue Schiffe über den nothwendigen Ersatz hinaus erbaut. Der Kaiseraviso ist durchaus kein kostbares Prunkschiff. Der „Hohenzollern" hat 2,700,000 Mk. gekostet im Jahr 1878. Berechnet man die Verbesserung der Maschinen, die höheren Arbeitspreise im Jahre 1890, so bleiben noch einige hundert Tausend Mark für die Ausstattung des neuen Schiffes. „Das ist eine gewiß nicht zu hohe Summe, für die Zwecke des Schiffes, das zur Verfügung des Kaisers stehen soll. Es ist das die erste Forderung, welche für den Kaiser an den Reichstag gestellt wird, und im Volke würde man es nicht verstehen, wenn diese Forderung abgelehnt würde. Die Debatte wird geschlossen.' Die Positionen 1 bis 20 werden nach den Vorschlägen der Budgctcommission genehmigt resp. die von derselben vorgeschlagenen Streichungen beschlossen. Bei Pos. 21 „Kaiser-Aviso" betont Abg. Richter (dsr.), daß es sich hier allerdings um einen Luxusbau handele. Solchen Luxusausgaben, die im Widerspruche stehen mit der alten, sparsamen Finanzverwaltung, müsse sofort entgegen getreten werden. Staatssecretär Heusner bestreitet, daß es sich um einen Luxusbau handele. Der thenere Preis ist durch die technischen Verbesserungen bedingt. Die Ausstattung wird einfacher sein, als die des „Hohenzollern". Letzterer genüge den Anforderungen nicht, die man an ein Commandoschiff stellen muß. Abg. Gras S t o l b e r g - Wernigerode (cons.): Der Kaiser- Aviso ist kein Luxusschiff, sondern ein Aviso von bedeutendem' praktischen Werth, auch im Kriege. Es ist erfreulich, daß der Kaiser seine Fürsorge auch der Marine zugewendet; das wird ihr zum Segen gereichen und wir müssen die nöthigen Mittel dazu gewähren. Die maritimen Kenntnisse der Herren Richter und Windthorst bedürfen, wie es scheint, noch der Vervollständigung. Abg. Richter (dsr.): Die kaiserliche Fürsorge für die Marine wird nicht davon abhängen, ob ein Schiff 15 oder 18 Knoten in der Stunde zurücklegt. Abg. Graf Stolberg-Wernigerode: Es kommt bei Seeschiffen allerdings aus die Schnelligkeit an. Abg. Dr. Windthorst (Ctr.): Herr Gras Stolberg scheint in Marine-Dingen an der Unwissenheit zu leiden, die er anderen vorwirft. Der Kaiser-Aviso wird hierauf mit erheblicher Mehrheit genehmigt. Der Rest des Marine-Etats wird nach den Anträgen der Commission überall genehmigt, auch die vorgeschlagenen Streichungen wurden beschlossen. Damit ist die zweite Lesung des Marine - Etats beendet. Bei der sodann folgenden Berathung der Denkschrift über die Ausführung des Anleihegesetzes bemerkt Staatssecretär v. Maltzahn auf eine Anregung des Abg. Scipio (nl.), daß die Einrichtung eines Reichsschuldenbuchs nach Art des preußischen Staatsschuldbuchs bereits zur Erwägung stehe. Damit ist die Berathung erledigt. Die Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung der Elberfelder „Freien Presse" wegen Beleidigung des Reichstags wird, dem Anträge der Geschäftsordnungs-Commission gemäß, nicht ertheilt. Endlich wird die Wahl des Abg. P o l l-Bromberg (nl.) für giltig erklärt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung: Montag 12 Uhr. — Militür-Gefetz- Novelle. Schluß 33/4 Uhr. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 10. Januar. Die Kaiserin Friedrich mit den Prinzessinnen-Töchtern ist heute Morgen 7 Uhr hier eingetroffen. — Das Offiziercorps des vierten Garderegiments (Kaiserin Augusta) versammelte sich gestern Abend im königlichen Palais, um am offenen Sarge Abschied zu nehmen von dem langjährigen Chef des Regiments, der weiland Kaiserin-Großmutter. Berlin, 10. Januar. Die „Berliner Politischen Nachrichten" schreiben: Anläßlich der jüngsten Hereinziehung des Kaisers in die Bielefelder Wahlangelegenheiten habe der Mißbrauch der kaiserlichen Autorität zur Beeinflussung von Wahlen und die darin liegende Jdentificierung des Kaisers mit der „Kreuzzeitung", die übrigens schon aus der bekannten Veröffentlichung des „Reichsanzeigers" als genügend gekennzeichnet erscheint, das allerhöchste Mißfallen erregt. Der Kaiser hat den Befehl ertheilt, daß die „Kreuzzeitung" in den königlichen Schlössern nicht mehr aufliegen oder gehalten werden soll. Berlin, 10. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Reichskanzler beabsichtigte, nach Berlin zu kommen, um der Beisetzungsfeier für die Kaiserin Augusta beizuwohnen. Der Kaiser befahl indessen au§ eigenem Antriebe dem Fürsten, daß er sich mit Rücksicht auf Schonung seiner Gesundheit von den anstrengenden Feierlichkeiten fernhalte und seinen Land- ansenthalt in Friedrichsruh nicht unterbreche. Berlin, 10. Januar. Das zur Beisetzung befohlene com- binirte Bataillon des 4. Garde-Grenadier-Regiments Königin ist gestern 3 Uhr 22 Min. Nachmittags auf dem Bahnhose Friedrichsstraße eingetroffen. Zum Empfang waren anwesend der commandirende General des Gardecorps General der Infanterie Freiherr v. Meerscheidt-Hüllessem und der Brigade-Commandeur Generalmajor Erbprinz von Sachsen- Meiningen. Um 3 Uhr 48 Min. stand das Bataillon in der Georgenstraße zum Abmarsch bereit, als unerwartet der Kaiser eintras und die Truppen mit einem lauten „Guten Tag Grenadiere" begrüßte. Der Kaiser setzte sich an die Spitze des Bataillons und führte dasselbe nach dem Schlosse. Auf dem Hofe desselben hielt der Kaiser an das Bataillon eine Ansprache, verwies auf die traurige Veranlassung des Befehls zuni Erscheinen und theilte mit, daß das Regiment dabei zu Ehren der entschlafenen Kaiserin fortan den Namen Kaiserin Augusta führen werde, sodaß das Regiment hinfort heißt: „4. Garde-Grenadier-Regiment Kaiserin Augusta". München, 10. Januar. Der „Allg. Ztg." zufolge ist Pros. Dr. v. Döllinger, der den Influenza-Anfall in den letzten Tagen glücklich überstanden hat, gestern Abend neuerdings schwer erkrankt. Würzburg, 10. Januar. Der Professor der Ohrenheilkunde Dr. von Troeltsch ist heute im 60. Lebensjahre gestorben. London, 10. Januar. Der „Standard" meldet aus Lissabon von gestern: Portugal willigt ein, den Forderungen Englands gemäß jede weitere Action am Schire- flusse und im Nyassaland einzustellen und die bewaffneten Streitkräfte aus dem streitigen Gebiete zurückzuziehen. Rom, 10. Januar. Dem „Capitan Fracassa" zufolge wird der König bei der Leichenfeier in Berlin durch den dortigen italienischen Gesandten vertreten sein, da wegen der Kürze der Zeit sich keiner der Prinzen des königlichen Hauses nach Berlin begeben könne. — Cardinal Rampolla übermittelte dem preußischen Gesandten v. Schlözer das Beileid des Papstes anläßlich des Ablebens der Kaiserin Augusta. Madrid, 10. Januar. Ein heute Morgen ausgegebenes weiteres Bulletin sagt, daß die mit der Kräfteabnahme des Königs austretenden Erscheinungen befürchten lassen, daß das Centralnervensystem in Mitleidenschaft gezogen werde. Unter den obwaltenden Umständen beschloß das Ministerium, die Geschäfte so weiter zu führen, als wenn es das Entlassungsgesuch nicht eingereicht hätte. Madrid, 10. Januar, Vormittags 11 Uhr: Der König befindet sich in demselben Zustande wie heute Morgen, jedoch nach dem Ausspruch der Aerzte nicht hoffnungslos. — Nachmittags 1 Uhr: Der König brachte einige Stunden in Ruhe zu. Madrid, 11. Januar. Wie verlautet, berieth der gestrige Ministerrath auch die eventuelle Thronfolge. Die Minister sprachen sich dahin aus, daß die königliche Gewalt keinen Augenblick unterbrochen sein dürfte, im Falle des Ablebens des Königs würde die Krone unmittelbar auf seine älteste Schwester, die Prinzessin Maria Mercedes, unter der Regentschaft ihrer Mutter Christine übergehen. Petersburg, 10. Januar. In der heutigen feierlichen Jahressitzung der Akademie der Wissenschaften, die unter dem Vorsitze-.-des Großfürsten Konstantin Konstantinowitsch stattfand, wurden zu Correspondenten gewählt: Professor Sophie Kowalewstcaja (Universität Stockholm), Maurice Levy (Mitglied des Instituts zu Paris), Professor Heary Balguin (Universität Paris), Professor Camizaro (Universität Rom), Professor Brückner (Universität Berlin). München, 11. Januar. (Privatdepesche.) Professor Dr. v. Döllinger ist gestern Abend 9 Uhr gestorben. Locales rrnd provinzielles. Gießen, 11. Januar. — Einer Statistik des Kirchen- und Abendmahlsbesuches im Großherzogthum Hessen im Jahre 1888 entnehmen wir von auf das Dekanat Gießen Bezüglichem Folgendes: Die Zahl der Kirchenbesucher im wahrscheinlichen Durchschnitt betrug 6952,o Erwachsene, 3806,2 Kinder, in Procenten der Seelenzahl 24,18 bezw. 26,48, die Zahl der Communicanten 31673. Für die Stadt Gießen stellt sich der wahrscheinliche Durchschnitt der Kirchenbesucher aus 796,g Erwachsene, 241,0 Kinder, oder in Procenten der Seelen 7,n bezw. 4,30, die Zahl der Communicanten aus 4663. — Die Zahl der in der Superintendentur Gießen Getauften belief sich auf 6517, confirmirt aus rein evangelischen Ehen wurden 4886, ans Mischehen 87, Beerdigungen von Kindern unter 6 Jahren ohne Geistlichen fanden 598, von Verstorbenen über 6 Jahren 185 statt. Die Zahl der in der Superintendentur Gießen geschlossenen Ehen betrug 1774, Eheschließungen unter Evangelischen: bürgerlich 1693, kirchlich getraut 1686, gemischte Ehen: bürgerlich ev. 41, Frauen ev. 39, evangelisch getraut: Männer ev. 35, Frauen ev. 29. — Von der Einführung von Rückfahrkarten vierter Klaffe war vor Kurzem in verschiedenen Zeitnngen die Rede. Wie der „Hann. Cour." mittheilt, handelt es sich hierbei nicht um Rückfahrkarten im gebräuchlichen Sinne (also mit Preis' ermäßigung), sondern um Doppelkarten, welche lediglich zur Erleichterung des Schalterdienstes ausgegeben werden, ebensoviel kosten als zwei einfache Billets und zur Hin- und Rückfahrt am Tage der Ausgabe berechtigen. Eine Preisermäßigung tritt somit durch diese Einrichtung nicht ein, wird auch kaum zu erwarten sein, nachdem der Minister der öffentlichen Arbeiten sich dahin geäußert, daß die Einführung ermäßigter Rückfahrkarten für die vierte Wagenklaffe durch finanzielle Rücksichten verboten werde, auch der Fahrpreis von 2 Pfg. für den Kilometer so niedrig sei, daß eine weitere Ermäßigung nicht angängig erscheine. x. Theater. Auf die Aufführung des nrcomischen Sonntagstückes: „Robert und Bertram" brauchen wir kaum aufmerksam zu machen. Wer ein Mal einen Abend recht herzlich vergnügt sein und lachen will, der verabsäume die \ Gelegenheit auf keinen Fall. a v. Theater. Die Zkritik mußte für die nächste Nr. d. Bl. I zurückgestellt werden. Leihgestern, 11. Januar. Gestern Vormittag brach in der Scheuer des Handelsmanns Adolf Bär dahier Feuer aus, welches, da Hülfe rasch zur Hand war, auf seinen Herd beschränkt wurde. Der entstandene Schaden ist nicht bedeutend. Hungen, 5. Januar. Schon seit 5 Wochen ist ein hierin der Lehre gestandener Schuhmacherlehrling aus Furcht Vörden Folgen einer Veruntreuung spurlos verschwunden. Die hiesige Feuerwehr durchsuchte nun einen Wald und andere Plätze, jedoch ohne Erfolg. Queckborn, 9. Januar. In dem in hiesiger Gemarkung gelegenen fiscalischen Basaltsteinbruch verunglückte heute früh der 17jährige Wilhelm Herzberger von hier. Eine Steinmasse rutschte herunter und schlug demselben das Genick ab, so daß der Tod sofort eintrat. Nidda, 9. Januar. Die Influenza hat sich nun auch hier und in der ganzen Umgegend ausgebreitet. Es giebt nur wenig Familien, welche ganz verschont sind. In Langsdorf starb dieser Tage in der Trapp'scheu Wirthschaft plötzlich ein 19jähriger Mensch. N. A. Friedberg, 8. Januar. Nach dem Gemeinde-Voranschlag für 1890/91 beträgt das Gesammtsteuercapital, welches zur Deckung der staatlichen und städtischen Umlagen herangezogen wird, und welches sich aus Gewerbe (40,711 Mk.), Grund (74,137 Mk.), Capitalrente (26,813 Mk.) und halbem Einkommen (102,575 Mk.) zusammensetzt, 346,811 Mk. Die städtische Schuld beziffert sich auf 471,042 M. und erfordert 18,665 Mk. Zinsen. Die Umlagen sind mit 64,400 Mk. eingestellt, Beitrag zur Kreiskasse mit 13,130 Mk., Besoldungen mit 40,097 Mk., Neupflasterung und Canalisirung von Straßen mit 21943 Mk. vermischtes. * Die Versammlung der hessischen Bürgermeister, welche am Freitag in Mainz stattfinden sollte, ist anläßlich des Todes der Kaiserin Augusta, sowie im Hinblick auf die Erkrankung des Oberbürgermeisters Ohly-Darmstadt bis auf Weiteres verschoben worden. * Christliche Liebesgaben für evangel.-kirchliche Zwecke wurden im Jahre 1888 im Großherzogthum Hessen gespendet: Für Vereine und Anstalten christlicher Liebesthätigkeiten 101,458 Mk., Collecten 20,839 Mk., Kirchenopfer für die Armen 33,017 Mk., sonstige freiwillige Leistungen für kirchliche Zwecke 184,228 Mk. — Die kirchlichen Schenkungen und Stiftungen, an der Zahl 170, betrugen nach ungefährer Werthangabe 53,649 Mk. — Die Jahreseinnahmen der Anstalten für evangel. -kirchl. Liebesthätigkeit aus freiwilligen Gaben betrugen 113,449 Mk. * Frankfurt, 8. Januar. Im Schlacht- und Viehhof werden nach dem Voranschlag des städtischen Etats von 1890/91 geschlachtet: 14,460 Ochsen und Bullen, 5740 Kühe und Rinder, 58,000 Schweine, 49,000 Kälber, 22,000 Schafe, 1500 Lämmer und Ferkel, 600 Pferde. Der Verkehr im Viehhof wird folgende Zahlen aufweisen: Rindvieh 49,000, Schweine 78,000, Kälber 56,000, Schafe 30,000, Ferkel 5000. Das sind enorm hohe Zahlen und sprechende Belege für die Rentabilität dieser städtischen Unternehmung. * Siegen. In den Tagen vor Neujahr sind hier die in den Verkaufsläden ausliegenden Neujahrskarten einer Revision seitens der Polizei unterzogen worden; eine Anzahl Karten wurden, angeblich wegen allzu „derben" Inhalts, confiscirt. Zurückzuführen ist die Maßregel daraus, daß zum Neujahr 1889 sich verschiedene Personen durch den Inhalt anonym zugesandter Karten beleidigt gefühlt hatten. * München. Verbrannt wurden vom hiesigen Briefpostamr zwei große Waschkörbe voll Chikanekarten, die wegen ihres Inhaltes sich nicht zur Beförderung eigneten.* * lieber die Haifische schreibt Dr. Sigl im „Vaterland": In der Nordsee haben sich bisher nie bemerkte Gäste eingestellt: riesige Haifische,- ein Paar wurden bereits gefangen. Die gefräßigen Thierchen fühlen sich offenbar von — Preußen angezogen, von dessen Gefräßigkeit sie wohl gehört haben mögen. Sie sind aber so wenig genießbar wie die Preußen meist auch ungenießbar sind. Geräuchert sollen sie aber einen Geschmack wie geräuchertes Rindfleisch haben- wie ein geräucherter Preuß schmeckt, wissen wir nicht- wahrscheinlich aber nicht wie Rindfleisch. (!!!) * Newyork, 28. December. Die „N. 9). H." schreibt: Das Wetter war in dieser Woche ein für diese Jahreszeit geradezu beispielloses. Erstens herrschte in der ersten Hälfte der Woche vollständiger Sommer- am Weihnachtstage brannte die Sonne so heiß hernieder, daß man bei offenem Fenster sitzend schwitzte, als wenn es ein Maitag gewesen wäre. Das war so eine Art tropische Weihnachten. Zweitens leistete der Witterungswechsel in der letzten Hälfte der Woche Alles, was man billiger Weise verlangen kann. Am Donnerstag hatten wir in einem Zeitraum von zwölf Stunden alle möglichen Jahreszeiten: Morgens eine Wärme, die den Ueberzieher zu einer Last machte- gegen Mittag Gewitter mit Blitz und Donner- darauf Nachmittags Nebel und kühlere Temperatur- Abends Sturm und gegen Mitternacht Frost. Die Folge davon ist, daß die halbe Einwohnerschaft unserer Metropole niest, hustet, fiebert, stöhnt und sich mit dem Rheumatismus in allen seinen „angenehmen" Spielarten herumschlägt. Der Himmel gebe uns bald anständiges Winterwetter! Die Durchschnittstemperatur dieser Woche war 9 Grad Wärme gegen V(2 Grad in der gleichen Woche des Vorjahres. Utttoerfitäts - Nachrichten. — Die Universität Marburg hat dem Retchsgerichtsrath v. Specht, welcher mit dem 1. Januar in den Ruhestand getreten ist, die Würde eines Ehrendoctors beider Rechte verliehen. --kirchliche Zwecke Hessen gespendet: Liebesthäügkeiten chenvpser für die jungen für tird)'- Ad)en Schenkungen en nach ungefährer einnahmen der An- t aus fre/willigen Skmeister, welche ist anläßlich des "blick aus die Er- amsladt bis auf cht- und Bieh- ^tii'chen Etats von Zullen, 5740 Kühe r, 22,000 Schafe, Der Verkehr im Rindvieh 49,000, t 30,000, Ferkel sprechende Belege rnehmung. hr sind hier die in hrskarten einer oorden, eine Anzahl „derben" Inhalts, ael darauf, daß zum durch ben Qnfelt )[t fetten. i hiesigen Brief- lekatten, die wegen eigneten.' I im >t«(anb": i Gäste emgeM. i gefangen- ®ie »on - Pr-» -" ohl geh°U h-h-n .„iefcW'n otten Sie**" c,n. wie ein I; »ah«-« f." schreibt: Das Ns W- in eine»1 -j :rt» ' Morgen--- eine e '.-.nen Mittag ite; ^.^ebel und "•%»«»* ;t unb( rten Spielarten y . 9 Grad M - Porjaht^' ifteTmarh,n9 teJEut= irü s '£luc Stein ba§ Genick nnd. 9lebt lX scheu «Ä '?M»»em Ein- i F Die 6M°° SM. ein- 1 •/ Besoldungen ln9 don Straßen ^wittlia r. brach '°nd to6tba^: ne junlmmt. , S-t' Eroftnung der Schule bringt jeder Tag neue Erkrankungen, in einzelnen Klassen fehlt fast die Hälfte der Schüler. Es muß den Eltern natürlich als große Ungerechtigkeit erscheinen, wenn ihre Kinder, in der Schule angesteckt, nachher noch die unve - schuldeten Folgen tragen müssen, die aus längerem ^eisaumen des Unterrichts mit Nothwendigkett entspringen.^ Das Schlimmste ist noch wenn fleißige Knaben der bei einem Rückfall vergrößerten Gefahr'trotzen und stch vom Schulbesuch nicht zurückhalten lassen. Die Schule, die doch noch eine so einsichtsvolle Schülerin der Hygiene sein will, unterläßt hier die einfachste Vorsichtsmaßregel. Vielleicht bleiben so nachdrücklich in Ihrem geschätzten Blatte ausgesprochene Worte an maßgebender Stelle nicht unbemerkt. Mit Hochachtung Metzgerball. Der aus Samstag den 11. Januar bestimmte Ball fällt aus und wird dafür morgen Sonntag OT in Steins Garten Literatur and Kunft. __ Nr 2, v. Band der Naturwissenschaftlichen Wochen- Redacteur Dr. H. Potoniä, Verlag von Ferdinand Tümmlers Verlagsbuchhandlung in Berlar, hat folgenden Inhalt: A. Tschirch: Indische Scizzen. I. — F. Schlcrchert. Ueber Ranken der Pflanzen. - Wuthkrankhett - Eigenbewegung bei Mikrokokken. — Localisation der Gehtrnfunction. Tode^- fälle in Folge des Genusses von Fischen. — Die leuchtenden Nachts wölken tin Sommer 1889. — Obstcthalter mit vecticaler Verschiebung. (Mit Abbild.) - Literatur. 339] Eine gesunde Frau sucht ein Kind zum Mitsttlleu. Flügelsgasse 12. 307] Für den Sohn achtbarer Eltern von auswärts wird in einem hiesigen kaufmännischen Geschäfte eine Lehrlingsstelle gesucht. Gefl. Franco-Offerten an I. C. Pauly, S:nn- Auskunft ertheilen: von Ger Bccko Cz Marsily, Antwerpen P. J, Bothof, Generalagent, Mainz, W. Klippstein in Langsdorf,371 empfiehlt bestens 265 Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. vorzuziehen. — ueber Pferderrippen. (Nachdruck verboten.) Häufig wird der Boden der Pferdekrippen absichtlich muldenartig ausgehöhlt, bei Holzkrippen thut die Zeit dasselbe. Es hat dieses den strotzen Nachtheil, daß die Körner beim Fressen stets nach den tiefsten Stellen gelangen, der Häcksel aber ein den Setten liegen bleibt. Die Korner werden dann leicht von den Pferden ausgesucht, während der Häcksel zurückbleibt. Der Zweck des Hackselzusatzes, dah das Körnenutter besser gekaut werden soll, um besser verdaut zu werden, wird nicht erreicht. Der Boden der Krippen mutz ganz eben sein, bei Holzkrippen ist derselbe von Zeit zu Zett auszubessern re,p. zu erneuern. _____________ Gießen, 11. Januar. Marktbericht.] Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd- >^0,75-0,90, Hühnereier 1 St 8—, 2 St- —- H, Enteneier 1 St. 0— 2 St. — H, Gänse eier - X Käse pr- St. 4-7 X Käsematte pr. St. 3 X Erbsen pr. Liter 18 3, Linsen vr. Liter 30 Tauben pr. Paar JL 0,50-0,60, Hühner pr- Stück 0,85-1,00, Hahnen pr. St. V4L 0,60-1,20, Enten pr. Stück JL 1,70-2,00 Gänse pr. Pfd 54—62 Ochsenfleisch pr. Pfd- 66—72 X Kuh- und Rindfletsch 56-60 L Schweinefleisch 60—70 Hammelfleisch ^6^ Kalbfleisch 56-60 X Kartoffeln pr. 100 Kilo stern nebst Preisen bis längstens den 1. k. Mts. auf dem Districtsbureau dahier einzureichen, woselbst auch die Bedingungen em- gesehen werden können. Gießen, den 10. Januar 1890. Gr. Gendarmerie-District Oderhessen. Kullmann, [374 Major und Districts-Commandeur. Holzverfteigerung in dem Walde der Gemeinde Wieseck Donnerstag den 16. und Freitag den 17. Januar 1890, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Wiesecker Gemeindewalde, District Badenburger Wäldchen, das nachverzeichnete Holz versteigert werden: 1) am 16 d M A. Brennholz. - Da» Koche« der Kuhmilch. (Nachdruck verboten.) Neue Unter Freunden wttb er » Untersuchungen von Dr. Raudnttz haben zwar ergeben, baß gekochte empfohlen, 10 Psd. tco. ö Jir. nur o Kuhmilch um ein Geringes schlechter ausgenutzt wirb als rohe; aus gesundheitlichen Rücksichten ist bas Kochen aber gerabezu geboten. Durch rohe Milch können Krankheiten der mannigfachsten Art, besonders Schwindsucht, leicht auf den Menschen übertragen werden. In London wurde ein ganzes Stadtviertel durch den Genuß roher Milch aus einem größeren Viehstalle fcharlachkrank. Bei Kindern, vornämlich bei Säuglingen, deren Verdauungsorgane noch sebr za,t sind, sollte ein Kochen nie unterbleiben. Zur Vernichtung sammt- licher Krankheitskeime ist sogar ein Kochen m einem hermetrisch verschlossenen Topfe, bei dem ein Erhitzen auf 110° C. möglich wird, nothwendig. Dieses Verfahren hat noch ben Vorttzetl, daß bte Kuhmilch baburd) eine der Frauenmilch ähnlichere Beschaffenheit annimmt. Sie gerinnt im Magen, wie die Frauenmilch, in feinen Flocken. Apparate zu dieser sog. Steritisirung sind in neuester Zeit in einer Qualität und Billigkeit hergestellt, daß wir hoffen dürfen, sie werden sich bald in alle Schichten der Bevölkerung eindürgern. — Die leichte Derderbnitz der Kraftfuttermehle. (Nachdruck verboten.) Die Mißerfolge, welche in vielen Wirthschaften bei Fütterung des Kraftfutters in Mchlform zu verzeichnen sind, müssen zum großen Theil auf die leichte Verderblichkeit des Mehles zuruck- gesührt werden. Die Mehlsorm ist dem Verderben ganz^beionderS ausgesetzt. Mehl verlien am schnellsten an Geschmack und Verdaulichkeit, wird am schnellsten ungenießbar, ja sogar gesundheitsgefahr- lich, indem sich eine ganze Reihe verschiedener Schimmelpilze ent- wickeln. Daß diese leichte Verderblichkeit weit mehr bei den Krast- futtermehlen wie bei den Brodmehlen zu Tage tritt, liegt an dem sehr hohen Eiweiß-, häufig auch Fettgehalt der Kraftfuttermehle Die Fette um welche es sich hier handelt, werden zum größten Theil sehr schnell ranzig. Im Ganzen ist daher die Schrotform der Mehlform 384] Ei« Gasmotor, 2 Pferdekraft, wegen Aufgabe des Geschäftes billig zu verkaufen, noch im Betrieb anzusehen. Näheres in der Exped. b. Bl. Haus-Verkauf. Wohnhaus in Mitte der Stadt, geeignet für fast jeden Handwerker, Bäcker, Metzger, Schuhmacher, Schneider rc rc-, zu verkaufen. Laden kann eingerichtet werden- 161 Zu befragen in der Exved. d- Bl- In- Ä«d ausländifcke Weine: Dürkheimer, Wachenheimer, Mon- zingrr, Hambacher. Deidesheimer, Forster Traminer Niersteiner. Overingelheimer, Affenthaler. Bordeaux r Dt. Estephe. Pontet Lanet und Margaux. Priorato, Portwein, Menescher AuSbruch. Sherry, Marsala Madeira.Tokayer, Lect rc. empfiehlt in ganzen und halben Flaschen unter Garantie der Reinheit zu billigen ^rClfen Emil ürbif, 8553 Bahnhofstraße 30. Bauplatz iu verkaufen. Off. u. B. 1 an die Exp. b- Bl. [320 Kreppet täglich frisch bei l410 Aug Noll rm Stern. Capauneu, Poularden, Junge Hahnen, gemästete Enten empfiehlt Wl Carl Schwaaba DelicateffenhaMung- Täglich frisch gefüllte und ungefüllte Kreppet. H. Kinkel Nachf., 395^ Marktstr. 32. "Neue Sendung Rührer Steinkohlen sind wieder angekommen. [407 I. Unverzagt, Steinstraße. GüteSpeisekartoffelns verk. Ludw. Pfaff Wwe., Ttefenweg 3. Meinen an die Stein- und Damm- straße grenzenden, 5818 qm großen Bleich» garten nebst Hofraitye verkaufe ich zu dem Preis von 220 0 JL, eventuell auch 50 v*L billiger 391 Hch. 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F.' g: F. 405 Montag Abend: Klingenberg. 408] Ein braves Mädchen sucht sogleich Stelle durch Frau Magen, Marktstraße 19. 400] Für ein junges Mädchen aus guter Familie wird Lehrstelle in einem Ladengeschäft Ausgekämmte Haares kauft H. Plank, Kaplansgasse 2. werden für 1 JL angefertigt. Lvpfk H. Plank, 393]_________Kaplansgafse. Sonntag den 12. d M.: Streich-Concert im Kronprinz. 390 S8JT Anfang 5 Uhr. NeuesTheäter^iessen (Directiont Adam Reiners). 398 Sonntag den 12. Januar: Im Abonnement Im Abonnement Vereinskarten gültig. „Robert und Bertram“. Posse mit Gesang in 4 Acten von G. Räder. Helene Pauli. Albert Ullrich. Erster I Zweiter, Max Jaskowski. Luise Maas. Fritz Mai. August Lieber. Franzis Martini. Marie Jaskowski. Fritz Mai. Strambach, Gefängniss- wärter Michel, sein Neffe Schildwache Mehlmeier, Pachter Luise, Dienstmädchen Luise Neuschilling. Frau Müller, Wittwe Anna Nerges. Kassenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende 103/< Uhr. Dienstag den 14 Januar: Xen! „Der Erbonkel“. Neu! Personen: Robert k. < . Paul v Gallas. Bertram iAneStaDten Adam Reiners. Frau Lips, Wirthin Bösel, Schenkmädchen Anni Reiners | _ , Heinrich Samst. JLandgensdarm Albert ynrich. Igelmeyer, Bankier Otto Frank. Isidora, seine Tochter Samuel Bandheim,sein Commis Commerzienräthin Forchheimer Doctor Korduan Börsemvochsvbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Die Haltung der Börse characterisirte sich in der verflossenen Woche, wenige Werthe ausgenommen, durchweg als eine schwächere, und doch kann man Angesichts der ziemlich bedeutenden Courserhöhungen, welche österreichische und russische Valutaanleihen, einzelne Banken und besonders einzelne der österreichischen Bahnen aufzuweisen haben, nicht von einer matten Gesammttendenz sprechen. Die Schwache des Marktes lag einzig in der matten Haltung der Berliner Montanwerthe, die ohne besonders drängendes Angebot und lediglich weil dasselbe keiner genügenden Nachfrage begegnet-, langsam und mit nur geringen Unterbrechungen zu weichen begannen. Es scheint sich bewahrheiten zu sollen, worauf in einem früheren Bericht hingewiesen war, daß gerade in der allgemeinen Verbreitung der Haussemetnung eine Gefahr für die Stabilität der Course liegt, weil dadurch die Möglichkeit nahe gelegt wird, daß eine genügende Anzahl Käufer zur Uebernahme der ausgedehnten Engagements sich nicht wird finden lassen. Bei einer solchen Entdeckung wäre das Heroortreten eines drängenden Angebots bei schnell weichenden Coursen unausbleiblich- es ist aber zu beachten, daß die Vernachlässigung des Montanmarktes, welche sich die Speculation zu Schulden kommen ließ, weniger aus einem Schwinden des bisher bezeugten Interesses herrührt, als vielmehr der lebhaften Beschäftigung mit anderen Marktgebieten und Gerüchten, welche die Börse erregten, zuzuschreiben ist Schon in der Vorwoche hatte die Reise des Herrn von Hausmann nach Wien und Pest Veranlassung gegeben, dieselbe mit dem Project der Valutaregulierung in Oesterreich-Ungarn in Verbindung zu bringen, und dieses Geruckt hat in ^e er Woche durch langwährende Berathungen aller hervorragenden Mitglieder der Rothschild gruppe, welchen auch der Finanzminister Neckerle beiwohnte, neue Nahrung erhalten. Es sind daraufhin mancherlei Dementis erfolgt, und es ist versichert worden, daß die Verhandlungen sich mehr aus die letzte Phase der ungarischen Conversion bezögen, aber die Börse pflegt solchen Dementis, wenn sie nicht in bündigster Form erfolgen, keinen rechten Glauben beizumessen. Häufige Erfahrungen haben sie gelehrt, daß Gerüchte über große Finanzvrojecte ständigen Dementis zu begegnen pflegen bis sie zuletzt als vollendete Thatsache im Markt erscheinen. Dieser E.- wägung ist es wohl zuzuschreiben, daß fick die stark gestiegenen Course der Valura- anleihen voll behauptet haben. In der Thal würde die Durchführung des Proiectes von so weittragender Bedeutung sein, und würde eine derartige Umwälzung auf dem Courszettel zur Folge baden, daß darüber auch ein umfassender Rückgang der Course auf dem Montanmarkte vergessen werden könnte, und es ist daher sehr begreiflich, wenn die Börse mit Zähigkeit an dem schwebenden Project fest hält und seine Ausführung bereits in die nächste Zukunft verlegt. Noch ein anderes Proiect hat die Börse lebhaft beschäftigt. Seit Wochen schon waren Orientanleihen und mit ihnen russische 9toten bevorzugt, obgleich in dieser Zeit des Jahres, wo die Getreideexporte — ein mächtiger Factor in der Coursentwickelung der Valuta — fast in Wegfall kommen, man eher ein Zurückweichen des Notencourses erwarten sollte. Jetzt kommt die Meldung, daß eine Conve-sion der Orientanleihen beabsichtigt sei, und die betreffenden'Fonds, welche im November noch 64 notirten, find daraufhin bis über 70o/o gestiegen. Auch dieses Gerücht ist von seinem Dementi ereilt worden, das aber auch wie das vorige ohne practische Wirkung geblieben ist. Von mancherlei anderen Meldungen, welche den Markt nach unten oder oben bewegten, hat nur noch eine Bestätigung gefunden, das ist die Nachricht über die geplante Kapitalerhöhung der Nationalbank für Deutschland. Noch ist die letzte Actienemission des Institutes nicht assimtlirt und schon beabsichtigt dasselbe eine neue Erhöhung um 9 Millionen. Wenn es auch bisher sämmtlichen Banken gelungen ist, eine erhöhte Dividende auf das vermehrte Capital zu zahlen, so muß doch wieder einmal daraus hingewiesen werden, daß Capitalerhöhungen besonders von seriösen Acttonären durchaus nicht immer jubelnd begrüßt werden müssen, besonders nicht, wenn sie in solchem Tempo auf einander folgen, da in mageren Jahren, die ja leider häufig genug Vorkommen, die Verzinsung großer Capitalien eine schwere, meist unerträgliche Last wird. Die Darmstädter Bank, welche gegenwärtig das größte Capital besitzt, verfügt über 80 Millionen, eine Summe, die menschlichem Ermessen nach hinreichen müßte, selbst die größten Geschäfte auszuführen, aber Börsengerückte planen bereits der Deutschen Bank eine Capitalerhohung auf 100 Millionen. Großes Speculattons-Jnteresse entwickelte sich für Oesterreichische Südbahn-Actien, genährt durch eine Broschüre, welche offenbar in tendenziöser Absicht die Verhältnisse der Bahn und ihre Aussichten auf die Zukunft in sehr Hellem Lichte zeichnete. Neben diesen Actien erfreuten sich reger Beachtung Staatsbayn- Actien, Albrechtbahn, Nordwest und Elbthal, wenngleich die letzteren im Verlaus der Woche den größten Theil des Coursgewinnes wieder eingebüßt haben. Fast fürchte ich bei dieser Aufzählung bevorzugter Werthe die Allgemeintendenz des Marktes in zu freundlichem Lichte erscheinen zu lassen. Es darf aber nicht vergessen werden, daß gerade die hauptsächlichsten Speculationswerthe, besonders Montanactien, eine matte Haltung zeigten, daß auch Disconto und Credn- Actien, nach anfänglichen Steigerungen, rückgängig wurden, daß einzelne Deutsche Bahnen empfindliche Courseinbußen erlitten, und daß gegen Schluß der Woche auch Renten kleine Abschwächung erkennen ließen. Noch immer werfen die Geldverhaltnisfi ihre Schatten weit hinaus. In England hat die vorwöchentliche Disconteihohung sich nicht wirksam erwiesen, neue Goldentnahmen stehen bevor uno man fürchtet ernstlich eine weitere Steigerung der Discontrate der Bank von England, welche gegenwärtig schon mit 6°/e eine abnorme Höhe erreicht hat. Auch bei uns wurde der Markt ernstlich beunruhigt durch eine mißverstandene Maßregel der Reichsbank, welche, entgegen der früheren Gepflogenheit Lombarddarlehen bet Ouartalsschluß nur gegen 14tägige Verzinsung auszuleihen, diesmal die Rückzahlung schon innerhalb der ersten acht Tage gestattete. Diese Maßregel, welche nur bezweckte, die abnorm hohe Notensteuer berabzumindern, wurde so gedeutet, als ob die Bank der Rückzahlungen dringend bedürfe und in Zukunft den Lombardverkehr einschrAken werde. Ein ziemlich bedeutender Coursrückgang war die directe Folge dieser Befürchtung. Der Bankausweis, welcher heule früher als sonst erschien, zeigt in Folge obiger Anordnung einen ziemlich bedeutenden Rückfluß, aber die Bank steht noch immer mit 50 Millionen in der Notensteuer, eine Ziffer, die höher ist als man erwartet hatte und daher die Börse nicht befriedigte. „ ß,- , Am Freitag waren Spanier stark rückgängig, weil der iunge König von Spanien ernstlich erkrankt fein soll und Börsengerüchte ihn bereits tobt sagten. Der Jndustrie-Actien-Markt lag ziemlich fest und zeigt eine Reihe bedeutender Courserhöhungen. Ich nenne Electricitäts-Werke 4°/o, Guano-Werke 3°/o Heidelberger Cementwerke 7%, Griesheimer Chem. Fabrik 2%, Scheideanstalt 3«/o, Höchster Farbwerke 6%, Lloyd 4.50, Alpine Montan-Actien 4 und Riebeck 6%. Prioatdiscont 41/«%. Course der Frankfurter Börse. Staatsanleihen. Cours vom 3./I. 10./I. 4% Hessische Obligation. „ Bauern .... „ Baden..... 3o/o Sächsische Rente. . 3V20/o BremerStaatsanl. „ Hamb.Staatsrente 40/gOestr. Goldrente . ,, GrtechischeMonopol- Anleihe . . . bo/y Rumänische Rente . 4Vr0/oRusstsckeAnl.. . 104.90 106.40 104.60 94.55 101.50 102.40 94.40 77.55 98.30 100.40 105.35 106.70 104.40 94.55 101.50 102.40 94.90 77.20 98.10 100.95 Cours vom 3./I. 4'/L0/oPortug.-A. 88 u.89 5% amort. ©erb. Gold- Rente . . . 50/0 SerbischeEtsenbahn- Hyp.-Obl. L. A. . 4o/oSchwed.Oblig.l880r lo/o Türken conv. . 50/opriv. Egypter. . . „ Argent. Gold - Anl. v. 1887 . . . 96.70 84.— 85.30 102.75 17.70 104.50 90.— 10./I. 97.15 84.15 85.50 103.10 17.65 104.— 90.60 40/0 Pfalz. Ludwigsbahn (Bexbach) . . . „ Hessische Ludwigsb. 68/69 garant. . „ Elisabethb. steuerfrei Gold . . . . 5% Oestr. Staatsbahn. 4P/0 do. do. 30/0 do. do. I.—VIH.Emiss.. 30/0 do. Ergänzungsnetz 5% Nordweftbahn Gold Giseubavn-PrioritLteu. 101.30 101.75 50/0 Südbahn Lombarden 103.75 104.— 40/0 do. do. 99.50 99.20 30/0 do. do. 63.60 64.30 102.95 103.20 40/0 Prag-Duxer Gold . 101.50 101.45 „ Rudolf Gold (Salzt.) 101.25 100.25 101.60 102.— „ Franz-Josef Silber 83.35 83.90 106.45 107.10 3% staatl. garant. Stal. 58.30 58.15 101.25 101.10 Eisenbahn . . 30/0 Livorneser . . . 40/0 Russ.Südw.-Eisenb. 64.25 64 30 83.70 84.20 92.10 92.70 80.80 80.75 40/0 Wladikawkas garnt. 90.30 91.15 107.70 107.80 40/0 gar. Sardin.Sec.stfr. 87.80 87.95 5<>/o Buderus-Obligat. . Diverse Obligationen. 103.85 1104.50 I 4V?/o GrasHenkelv.Don- | nersmark, rückz. ä 105 Gisenbahn-Actie« Mecklenburger Martenburger-Mlawka. Bank-Actien. 135.50 134.20 167.50 168.20 Binding Brauerei . Stern- 275.20 269.50 Bad. Anilin- u. Soda- 279.70 277.— fabrit . . Pfandbriefe. 98.60 98.60 102.50 102.65 120.30 131.50 131.20 Amerikanische Msenbahn-BondS 40/0 Chicago Burlington 90.95 91.— 118.— 118.— 105.60 105.30 104.40 108.30 108.40 110.70 110.50 I Die Beerdigung unseres Kameraden ■ findet im 397 Gießen, den 11. Januar 1890. 412 103.05 103.55 Rufs. Orient HI. 136.40 206.40 174.50 101.40 98.50 101.60 98.50 176.60 164.30 167.50 191.40 119.30 107.12 127.50 97.40 101.50 136.10 201.50 177.10 87.40 94.30 75.80 70 00 Dresdener Bank. . . Mitteldeutsche Creditb. . Wiener Bank-Verein . Württemb. Vereinsbank 101.50 98.50 107.— 107.50 132.— 133.75 176.60 163.90 165.30 110.60 194.10 119.50 107.50 127.— 101.— 98.50 96.90 101.— „ 1854rfl.250- „ 4o/o Meininger Prämien- Psandbr. . . . Löwen" (in Uniform). Deutsche Reichsbank . Berlin. Handelsgesellsch. Deutsche Bank . . • DeutscheGenossenschstsb. v.Soergel,ParrisiusLCo. 60/yChic.Milw.f.St.Paul Prt., rückzahlb. 1910 . 5o/oChic.Drilw.f.St.Paul Prt., rückzahlb. 1921 . 6% Centr. Pacis. I.Mrtg. rückzahlb. 1896 . . Die Beerdigung findet Montag den 13. Januar, Nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause (Asterweg 5) aus statt. Nebraska 1927 . . 41/2% California Pacif. I. M., rückzahlb. 1912 60/oPacif.ofMissouri con- folibateb I. M. r. 1920 40/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. v. 86 ab . . . 3MoFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 4o/oPreuß.Hyp.-Act.-Bk.- Pfandbr. . . . 3V2o/o do...... 4o/g Preuß. Centr.-Bod.- Cred.-Pfandbr. bis 1885 ..... Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß es Gott gefallen hat, unseren guten, innigstgeliebten Gatten, Vater, Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Schwiegersohn, Herrn Johannes Moos, Schuhmachermeister, nach langem, schwerem Leiden heute Vormittag V2Ü Uhr zu sich zu rufen. Um stille Theilnahme bitten Die tieftrauernde Gattin nebst Kindern. Gießen, den 10. Januar 1890. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 2 Uhr vom Sterbehause, Weidengasse 16, aus statt. 396 40/oDeutscheGrundschld.- Bk.-Pfandbr. 31/2% do...... 3V2% Rhein. Hyp.-Bank- Pfandbr. . . . 4% Meininger Pfandbr. Johannes Moos Sonntag 2 Uhr statt. — Zusammenkunft präcis 1 Vz U^r Coursvericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Wrarrlfrrrter BSrse vom 11. Januar 1890» Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. Tokles Ästzeige. Freunden und Bekannten die traurige Mitthellung, daß gestern Abend nach kurzem Krankenlager im Alter von 76 Jahren unser lieber Onkel Herr KaH Salzer II, sanft verschieden ist. Christian Frmtig und Familie. Aliee-Schule. Die Schule bleibt bis auf Weiteres geschloffen^ 404 Der Vorstand» 4 pCt. Reichsanleihe 31/2 , n 4< w Preuß. Consols 8V1 , 107.30 4 pCt. Ungar. Goldrente 1C2.25 5 „ Italiener Rente 106.60 Oesterr. Silberrente Industrie-Papiere. naueici . . 168.20 167.50 i Deutsche Verlagsanstalt 278.25 280.— do. (Oberrad) 134.90 134.25 I Farbwerke,vorm.Meister, c Lucius L Brüning. Riebeck'scheMontanwerke 193.90 200.— Loose. Oestr. 1860rfl.500-Loose 125.20 125.80 1 Braunschweig. 20Thlr.- -------- ----- Loose .... 3o/o Oldenburger Loose. 3V?/<)K8!n-Mindn.Loose 138.90 I 138.95 Ludwigshafen-Bexbach. 233.40 233.10 l Lübeck-Büchner . Hessische Ludwigsbahn. 119.20 117.50 | Mecklenburger Pfälzische Nordbahn . 125.20 126.— | Gotthardt . . . Martenburger-Mlawka. 53.80 50.70 I Jtal. Mittelmeer Disconto-Commandit-Antheile 248.10 Darmstädter Bank-Actien 182.50 Dresdener „ * 191.50 Berliner Handelsgesellsch.-Antheile 201.50 Oesterr. Credit-Actien 279.75 w Staatsbahn-Actien 201.75 Lombard. Eisenbahn- „ 120.00 Buschtherader Eisenbahn-Actien Elbethal-Bahn-Actien Gotthard- ,, „ Schweizer Nordost-Bahn-Actien „ West- , „ Gelsenkirchener Bergwerks-Actien Oesterr. Alpine-Montan- , Tendenz: fest. 35475 191.50 165.30 13210 3800 216 50 93 60 Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 11. Januar 1890. Oesterr. Creditactten Oesterr. StaatSbahn-Acttev Dortmunder Union-Acttcn Darmstädter Bankactten 179.75 10110 134.75 185.80 DiSeonto-Eom.-Ant-eilr Harpener Ostpreußen Bochumer Gußstahlactten Tendenz: matt. 25160 300.56 84.60 265 50 4 pCt. Gießener Obligationen —.—15 pCt. Buderus-Obligationen 103.50 ReichSbank-Discont 5 pCt. — Frankfurter Bank-Diskont 5 pCt. Redactton: A. Eckevda. - Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten.