lklShtU oli|tr. jf: 17177 , Bahnhofstrasse 40. *. m jtivm annchmbültn Totalitäten geräumt lermiettjet, theils ver- JMfen «Sjleh« Fabrikat ' & Buh, " Karlsruhe, Baden tieft, »eil der Verschluss ein «mae-t Aschenrutteh bei verschlossene» Stück im Gebrauch. *atis und franeo. t Latz, asiadt n____ oavl , t Tiickemen j« gabvitpreifen M a |uü.. KrWlad W» P180 L 9600 I 6G7O I 8160 I 214 25 103 172.75 44050 I 219.62 I 16810 I 15520 I -130 I 179.00 I 15330 1 9010 tob** ilotboh ßtft et, -MgtlihA i, ertucmb« t8e0> jtlbW» ^nwr-eff" •polier't M« isi, Dfi^ H" AS** Schluß ^er* 5»,.».»'*5 l**-4-* 4B' Donnerstag den 11. September Nr. 211 Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger Redaction, TxpedM», und Druckerei: -chutstr«teAr.^ Fernsprecher 6L vierteltähriger AvsunesentsprttAr 2 Mark 20 Pfg. tntt Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Vfg. Die Gießener W«»itte«Sltiter »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal deigelegt. Der -Btzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Amts- und Anzeigeblatt fSs? den Ureis Gieren. „„,,, .. ______________— ,» —- .. . J -1.1_ ... -- ■ I -..-===J-J_" ... J-JU I " — ■ «nahm, »on «Nj-.u-n ,u b« ««^mittag» tfrT« lLieäeNSr ^aMikien6käLker ’Hnnonc'"'9“t'“ur be* 3n- und «u-l-nd-, nehm* „lgenden Tag erscheinenden Nummer bi, v°rn>. 10 Uhr. | GMNS0eiMge. Anzeigen sür den „Gießener «nzeiger» entgegen. ■■■■■»■■■■!! "J1!1- ■ ■Bl"!™- JLL1."!1 ■BBgBl1"" "J"™. ■■J.11"!™"Egg|Wgll“”™LU!!^^ Tbeil. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Äie nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert, pro Monat August für den Lieferungsverband Gießen pro 1OO kg betragen: Hafer JL 19.10, Heu «A 6.—, Stroh 5.—. Gießen, am 9. September 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, am 9. September 1890. Betr.: Die Einrichtung der Fortbildungsschulen. Die Großh. Kreis-SchulcommWon Gießen an die Schulvorstande des Kreise-. Wir erinnern Sie an die Einsendung der^ Schüler- verzeichniffe in rubr. Betreff nach dem Ihnen bekannten Schema im Lause des Monats. v. Gagern. Bekanntmachung, die Abhaltung landwirthschaftlicher Vorträge betreffend. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Landwirchschastslehrer Leithiger von Alsfeld 1) Sonntag den 14. September 1890, Nachmittags 2 Uhr, einen Vortrag über: die Trockenlegung der Grundstücke in dem Locale des Herrn Joh. Heiland zu Lich; 2) Sonntag den 21. September 1890, Nachmittags 2V2 Uhr, einen Vortrag über: Molkereiwesen in dem Locale des Herrn Wirths Konr- Weil III. zu Lang-Gon-; 3) Sonntag den 28. September 1890, Nachmittags 2 Uhr, einen Vortrag über: landwirlh- schastliche Buchführung in dem Gasthofe „Zum Rappen" zu Grunberg; 4) Sonntag den S. Oktober 1890, Nachmittags 2 Uhr, einen Vortrag über: Anlage von Gewannwegen in dem Locale des Herrn Joh. Heiland zu Lich halten wird. Alle Mitglieder des landwirthfchaftlichen Bezirksvereins, der landwirthschaftlichen Localvereine und alle Freunde der Landwirthschaft werden zu diesen Versammlungen hierdurch ergebenst eingeladen. Die Herren Bürgermeister der Gemeinden, in welchen Vorträge gehalten werden, sowie die der benachbarten Gemeinden werden hierdurch ersucht, auf möglichst zahlreichen'Besuch der Versammlung hinzuwirken. Gießen, den 8. August 1890. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost, Regierungsrath. politifctyc Uebevficht. Gießen, 10. September. Die Reihe bedeutsamer Kundgebungen Kaiser Wilhelms anläßlich seines Aufenthaltes in Schleswig »Holstein hat mit dem Glücksburger Trinkspruche des erlauchten Monarchen auf die Provinz Schleswig-Holstein eine bemerkenswerthe Fortsetzung gefunden. Der Kaiser brachte den Trinkspruch bei dem am Sonntag von der Provinz Schleswig-Holstein tm „Strandhotel" zu Glücksburg gegebenen Diner und in Erwiderung aus den Toast des Landtagsmarschalls Grafen von Reventlou-Preetz auf das Kaiserpaar aus, welcher verschiedene politische Anspielungen enthielt. In Anknüpfung an dieselben drückte der kaiserliche Redner die Hoffnung aus, daß es ihm gelingen werde, die den inneren Frieden des Vaterlandes bedrohenden dunkeln Schatten zu bannen, was er aber nur dann zu thun vermöge, wenn ihn hierbei jeder deutsche Mann nach seinem Theil unterstütze. Wenn jeder Bürger seine Pflicht thue, dann werde auch er, der Kaiser, im Stande sein, die Geschicke des Vaterlandes in Ruhe und Frieden und zu Aller Heu zu lenken. Zum Schluffe sprach der kaiserliche Herr die Ueberzeugung aus, daß, was auch kommen möge,,das deutsche Volk in Ruhe und Geduld der Entwickelung unserer Gesetzgebung und inneren Zustände entgegensetzen werde. — Möchten diese ernsten und doch so zuversichtlichen Kaiserworte in allen wahrhaft patriotisch fühlenden deutschen Herzen freudig widerklingen und volle Beachtung finden! Am Montag Vormittag begannen die großen combiuirteu Land» und Seemanöver am Sundewitt. Dieselben wurden durch einen von der Panzerflotte kräftig unterstützten Angriff des „Feindes", der Ostdivision, von Sonderburg aus eingeleitet und gelang der Angriff vollkommen. Die Panzerflotte landete 2000 Mann in Booten, welche mit einem Flankenangriff die Düppelstellung der Westdivision einnahmen, letztere ging nach Frydendal zurück. Um 10 Uhr war Gesechtspause, welche durch die vom Kaiser abgehaltene Kritik ausgefüllt wurde. Um 11 Uhr wurde der Scheinkampf durch einen erfolgreichen Vorstoß des Ostcorps und der Marinetruppen über Düppel und Nübel fortgesetzt, welcher das Westcorps zum Rückzug aus Atzbüll zwang. Ein Angriff des Westcorps und der Torpedoflottille auf das Panzergeschwader wurde von der Kreuzercorvette „Irene" unter Commando des Prinzen Heinrich von Preußen abgeschlagen. Um 1 Uhr waren die Montags-Manöver beendigt. Um 8 Uhr Abends sand beim Kaiser kleines Diner auf Schloß Gravenstein statt. Die Hochwässerkatastrophe, von welcher soeben neben Oesterreich und der Schweiz auch erhebliche Theile Deutschlands heimgesucht worden sind, hat namentlich im Elbthal furchtbare Spuren hinterlassen. Dieselben treten jetzt, nachdem das Hochwasser wieder beständig fällt, immer mehr hervor und dürste sich für die schwer betroffenen Elbanwohner eine umfassende Hilfsaction nöthig machen. König Albert stattete am Sonntag Nachmittag den überschwemmten Stadttheilen von Dresden einen mehr als zweistündigen Besuch ab, sich überall nach der Größe des angerichteten Schadens in theil- nahmvollster und leutseligster Weise erkundigend. Die Bewohner der betreffenden Straßen und Plätze begrüßten den geliebten Landesfürsten durch Hochrufe und Tücherschwenken aus Thüren und Fenstern. — Das Hochwasser der Elbe hat auch die Fortsetzung der großen Cavallerie-Manöver an der sächsisch-preußischen Grenze unmöglich gemacht, dieselben mußten aus dem erwähnten Grunde abgebrochen werden. Aus Ostafrika liegt von der deutschen Expedition unter Emin Pascha eine neue Nachricht vor. Ihr zufolge ist die Expedition in Unyaniembe eingetroffen und steht bei ihr Alles gut. Die Häfen an der Benadirküste sind für den Verkehr wieder geöffnet worden. Minder günstig lautet eine neuerliche, den Reichspostdampfer „Reichstag" betreffende Meldung, welcher, wie bekannt, im Hasen von Dar-es-Salem aus den Grund gerathen ist. Derselbe konnte bis jetzt noch nicht wieder flott gemacht werden und befürchtet man, der Dampfer könne gänzlich wrack werden. Daß gerade der erste deutsche nach Ostafrika abgegangene Reichspostdampser von einem derartigen Mißgeschick betroffen werden mußte, ist jedenfalls sehr bedauerlich. Deutsche» Reich. Darmstadt, 9. September. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 6. September wurde der Gerichtsassessor Ernst Böckmann aus Darmstadt zum Regierungsassessor ernannt. Berlin, 7. September. Ueber die Frage, wie die Social- demokratie ihre Agitation nach dem 1. October einrichten will, werden noch folgende bemerkenswerthe Mittheilungen gemacht. Zunächst also ist, wie bekannt, eine große Vermehrung der socialdemokratischen Presse geplant, es werden nach dem 1. October über 100 socialdemokratische Blätter erscheinen - die Zahl der Blätter, die vor dem Socialisten- gesetz erschienen, war bei Weitem nicht so groß. Um die „Genossen" fortwährend zu beschäftigen, soll die Agitation für die Wahlen der Einzellandtage, soweit Erfolge hier überhaupt zu erwarten sind, und ferner für die Stadtverordneten- collegien mit dem größten Eifer in die Hand genommen werden. In den Vertretungen einer größeren Anzahl Städte, namentlich im Königreich Sachsen und den thüringischen Staaten sitzen bereits seit einer Reihe von Jahren Socialdemokraten, in Magdeburg ist kürzlich der erste Socialdemokrat für das Collegium gewählt, in einer Anzahl Städte, so in Leipzig, sind bereits die Vorbereitungen für diese Wahlen stark gefördert. Was die Wahlen für die Einzellandtage anbetrifft, so liegen die Verhältnisse für die Socialdemokraten nur in Preußen ungünstig,' Königreich Sachsen hat unter 80 Abgeordneten bereits 8 Socialdemokraten, im Großherzogthum Hessen haben die Soeialdemokraten vor wenigen Wochen zu ihren beiden alten Sitzen in Mainz noch einen neuen dritten, in Offenbach-Land, errungen; im Königreich Bayern waren die Socialdemokraten auch schon nahe daran, in die Zweite Kammer einzuziehen. In den thüringischen Staaten sitzen in den Einzellandtagen ebenfalls schon eine Anzahl Socialdemokraten, überraschend leicht ist ihnen im Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt am 1. September ein Erfolg geworden. Im 10. Wahlkreise daselbst ist „Genosse" Apel mit 412 Stimmen gewählt worden, während aus die beiden Gegencandidaten nur 159 bezw. 109 Stimmen fielen. Auf gewerkschaftlichem Gebiete soll vor allen Dingen der Ausbau der Central-Ausstandscommissionen gefördert werden; sodann ist eine Art Cartell dieser Commissionen geplant, eine große Arbeitercoalition soll somit geschaffen werden. Die internationalen Beziehungen sollen stärker gepflegt, eventuell neu angebaut werden, speciell nach England, Dänemark, Belgien, Holland hin. Auf dem nächsten internationalen Congreß in Brüssel, auf dem sicherlich die Frage der Achtstundenbewegung eine hervorragende Rolle spielen wird, werden die deutschen Socialdemokraten zweifellos in großer Stärke antreten. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Lorrespondenz-Bureau. Berlin, 9. September. Der „Reichsanzeiger" meldet: An Stelle des Geheimen Regierungsraths Wermuth ist vom 10. September ab Regierungsrath Kelch mit der Wahrnehmung des Amtes eines Kaiserlichen Commissars für Helgoland beauftragt. Berlin, 9. September. D'e „Vossische Zeitung" schreibt: Der Minister Lucius theilte dem hiesigen Magistrate mit, daß er im Einverständniß mit dem Reichskanzler bereit sei, die Einführung ungarischer Schweine aus Stembruch, Bielitz- Biala zur Abschlachtung auf dem hiesigen Schlachthofe widerruflich zu gestatten. Voraussetzung wäre eine völlige Trennung der eingeführten Schlachtschweine von den auf dem hiesigen Viehhofe zum Verkauf aufgetriebenen. Die Zeitung theilt ferner mit, die für diesen Zweck polizeilich geforderten Einrichtungen auf dem Centralviehhofe würden binnen 3 Tagen beendet fein, sodaß dann die Einführung der ungarischen Schweine beginnen könne. Berlin, 9. September. Hier in Berlin beginnt, wie die „Voss. Ztg." bemerkt, die Arbeiterbewegung schon in diesem Monat, dem letzten unter der Dauer des Socialisten- gesetzes, sich freier zu entfalten. Bis jetzt sind für September, einschließlich der am letzten Montag, Abends, stattgefundenen, bereis 79 Arbeiterversammlungen zu verzeichnen. Bemerkenswerth ist auch die wiedererwachte Thätigkeit der „Lehr- und Discutir-Clubs", dieser Bildungsanstalten für socialdemokra- tische Führer. Gravenstein, 9. September. Die Abreise Ihrer Majestät der Kaiserin erfolgt heute Nachmittag 12*/2 Uhr; um 2 Uhr wird die Reise von Flensburg nach Potsdam mittels Sonderzuges fortgesetzt werden. Gravenstein, 9. September. Nach der Specialidee für die heutige Fortsetzung des Manövers ist früh Morgens für das Westcorps eine Unterstützungsbrigade auf dem linken Flügel eingetroffen, mit welcher ein Angriff auf das Ostcorps bei Nübel gemacht werden soll. Das Ostcorps hat am Abend vorher den Auftrag erhalten, sich Flensburgs zu bemächtigen. Der Divisionscommandeur beschließt, um 8 Uhr mit drei Kolonnen und unter entsprechender Mitwirkung der Panzerflotte über Gravenstein zum Angriff vorzugehen. Um 3/48 Uhr ist Geschützdonner von der Panzerflotte in der Außensöhrde hörbar. Das Wetter ist nebelig und völlig undurchsichtig. — Im Laufe des heutigen Manövers setzten drei Schwadronen Husaren in Pontons, indem sie die Pferde schwimmend an der Leine mitfübrten, über den Eckensund, um als Aufklärungstruppe nach Broacker vorzugehen. Mittags endete das Manöver unter theilweiser Zurückdrängung des Ostcorps bei Düppel. In der Düppelstellung. wird, wie verlautet, ein Nachtgefecht stattfinden. Se. Majestät der Kaiser ist im Schloß Gravenstein abgestiegen. — Se. Majestät der Kaiser hat Ihre Majestät die Kaiserin auf dem Manöverterrain zum Chef des Schleswig- Holstein'schen Füsilier-Regiments Nr. 86 ernannt. — Se. Majestät der Kaiser begab sich um 8 Uhr zu Pferde nach dem Manöverterrain. Ihre Majestät die Kaiserin fuhr im offenen Vierspänner zum Ostcorps. Das Gefecht wurde auf der ganzen Linie ausgenommen. Das Ostcorps rückte in der Richtung Atzbüll auf Gravenstein vor. Die Torpedodivision des Westcorps griff zeitweise durch Feuer ein. Das in Reserve stehende Schleswig-Holstein'sche Füsilier- Regiment Nr. 86, zu dessen Chef Ihre Majestät ernannt wurde, paradirte vor den Majestäten. Ueberall, wo sich daS Herrscherpaar zeigte, wurde es jubelnd begrüßt. — Ihre Majestät die Kaiserin hat um 12J/2 Uhr Nachmittags an Bord der Stationsyacht „Farewell", begleitet von den jubelnden Abschiedsgrüßen des Publikums, die Rückreise angetreten. Berlin, 9. September. Der von Dresden Abends 11 Uhr hier eintreffende Schnellzug fuhr in der Perronhalle des Anhalter Bahnhofs bis in das Treppenhaus hinein. Ein Zugführer, ein Heizer und ein Gepäckschaffner wurden verletzt und zwei Gepäckwagen zertrümmert. Kiel, 9. September. Die Prinzessin Heinrich ist heute um 31/2 Uhr von Glücksburg mit Sonderzug hierher zurückgekehrt. — Das österreichisch e Geschwader trifft morgen Abend oder Donnerstag Morgen hier ein. Dresden, 9. September. Das Wasser ist bis 4 Meter über Normalhöhe zurückgegangen. Alle Straßen und Plätze sind wieder wasserfrei. München, 9. September. Der commandirende General des Gardecorps in Berlin, v. Meersch eidt-Hülle ssem, der Corps-General Versen und der Viceadmiral Knorr erhielten das Großkreuz des bayerischen Militär-Verdienstordens. Hamburg, 9. September. Nach der „Börsen-Halle" sind beim gestrigen Diner zu Ehren Wißmanns und an der heutigen Börse für die Erbauung eines Dampfers auf dem Victoria-Nyanza-See bereits 70,000 Mk. gezeichnet. Da auch im übrigen Deutschland Beiträge gezeichnet seien, so gelte die Herstellung des Dampfers, dessen Kosten, den Transport einbegriffen, aus 150,000 Mk. veranschlagt werden, als gesichert. Wien, 9. September. Morgen wird von mehreren Eisenbahnrouten der in Folge der Ueberschwemmungen bislang gehemmte Betrieb wieder ausgenommen. Aus der Strecke Gmünd-Budweis wird der Gesammtverkehr, auf der Strecke Budweis-Frauenberg der Personenverkehr, aus der Strecke Wesely-Budweis-Gaisbach der Schnellzugverkehr und auf der Strecke Prag-Gmünd vorerst der Tages-Schnellzugs- Verkehr wieder ausgenommen. — Die General-Direction der Staatsbahnen veröffentlicht die Resultate ihrer Erhebungen über die im Laufe des Sommers vorgekommenen Unfälle, wonach in sechs von acht ausgezählten Fällen die Schuld fast ganz oder ganz bei Bahnbediensteten lag, welche unnachsichr- lich bestraft werden. Insbesondere ist hervorzuhebcn, daß in keinem einzigen der aufgezählten Fälle der Zustand des Bahnkörpers oder des Fahrparks mitwirkend war. London, 9. September. Nach einer Meldung des Bureau Reuter aus Zanzibar ist die Nachricht der „Times" von einem zu befürchtenden Wrackwerden des Poftdampsers „Reichstag" durchaus unbegründet^ das Schiff liege vielmehr an geschützter Stelle bei Dar-es-Salaam und lösche seine Schiffsladung- man erwartet bei der nächsten Springfluth das Schiff flott machen zu können. Arras, 9. September. Es striken jetzt hier 430 Grubenarbeiter. Salonichi, 9. September. Zur Hilfeleistung für die durch den Brand Betroffenen hat sich unter dem Ehrenvorsitz des Vali aus den Vertretern sämmtlicher Nationen ein Comite gebildet. Demselben spendeten bereits der österreichische Consul 1500, der' französische und der italienische Consul je 1000 Frcs. Newyork, 9. September. Bei den gestrigen Staatswahlen in Maine haben die Republikaner gesiegt. Mr. Reed, der Sprecher des Repräsentantenhauses in Washington, wurde mit einer vergrößerten Mehrheit als Congreßmitglied wiedergewählt. Newyork, 9. September. Bei Poughkeepsie wurde gestern ein Versuch gemacht, den Expreßzug Newyork Chicago zum Entgleisen zu bringen. Auf einen Bediensteten, welcher herbeieilte, um die aufgelegten Hindernisse zu beseitigen, wurde aus dem Gebüsch geschossen. Derselbe lief daraus zur Signalstelle, um zu signalisiren, wodurch Unglück verhindert wurde. Washington, 9. September. Der Senat nahm die Amendements, nach welchen alle Zuckersorten über dreizehn holländisch Standard mit einem Zoll belegt werden, an. Der Zuckerzoll über sechzehn holländisch Standard wurde aus 6/10 Cents per Psund festgesetzt. totales und jprovittiieUes* * Gießen, 10. September. — Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat nunmehr den aus Grund der Gewerbeordnung umgeänderten Statuten der Schorusteinfeger.Zunung für das Groß- herzogthum Hessen die erforderliche Genehmigung ertheilt und hiervon den ersten Obermeister der Innung, Kaminfegermeister Schaub zu Seligenstadt, benachrichtigt. Gleichzeitig wurde .die bemerkenswerthe Bestimmung getroffen, daß arbeitgebenden Schornsteinfegern, welche zur Jnnungsausnahme fähig sind, aber gleichwohl der Innung nicht angehören, die Lehrlingsannahme vom 1. Januar 1891 an untersagt ist. Solche Arbeitgeber, sowie deren Gesellen sind trotzdem zur Beitragsleistung zu den Kosten der von der Innung für das Herbergswesen und den Gesellenarbeitsnachweis getroffenen Einrichtungen verpflichtet. Der Innung gehören gegenwärtig 60 Schornsteinfegermeister an, während noch etwa 12 Meister bis jetzt nicht zum Beitritt zu bewegen waren. Vom 1. Januar 1890 an richtet die Innung sowohl in den Provinzialhauptstädten als auch in mehreren Grenzgemeinden besondere Stationen ein, in welchen durchreisende gutlegitimirte Schorn- steinfegergehilsen bis zu zwei Tagen Verköstigung, sowie auch Arbeitsnachweis erhalten. Die Meister sind verpflichtet, ihren jeweiligen Gehilfenbedarf den Stationen durch Vermittelung des ersten Jnnungsobermeisters anzumelden. Der Verlauf -der abgehaltenen Lehrlingsprüsungen muß jedesmal auch der Großh. Centralstelle für die Gewerbe zu Darmstadt unterbreitet werden. Die erste Generalversammlung der neu- regulirten Innung wird demnächst in Darmstadt aus Anordnung und unter Leitung eines Vertreters des dortigen Kreisamts, als der Aufsichtsbehörde, abgehalten. — In der Gießerei der Firma Heyligenstaedt & Co. wird heute zum tausendstenmal gegossen. Glück auf! — Aus Berlin wird geschrieben: Der Verein der Heffen beging am letzten Freitag die zwanzigste Wiederkehr des Tages von Sedan. Die Feier, welche durch den Vorsitzenden, Herrn G. Wagner, geleitet wurde, hielt sich sonst vielleicht in dem für derartige Festlichkeiten üblichen Rahmen, war jedoch durch einen Umstand in hervorragendem Maße ausgezeichnet. Etwa die Hälfte der gesungenen Lieder rührte von Vereinsmitgliedern her und diese „Producte einiger schlaflosen Stunden", wie einer der Betheiligten seinen Beitrag nannte, zeugten von einer nicht unbedeutenden dichterischen Beanlagung. — In der Nähe des Lahnufers wurde gestern eine Schachtel mit Dynamitpatronen und ein Stück Zündschnur- gesunden und von der Polizei in Verwahrung genommen. Die verbreitete Ansicht, als ob es sich um einen Anschlag gegen eine Badeanstalt rc. handelte, ist nicht zutreffend, die Dynamitpatronen scheinen lediglich für den verbotenen Fischsang bestimmt gewesen zu sein. Butzbach, 9. September. Heute wurde Herr Bürgermeister Wilh. Joutz seitens Gr. Amtsgerichts als Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamter für die Stadt Butzbach verpflichtet und in seine neuen Aemter eingewiesen. Nidda, 9. September. Bei Gelegenheit des gestrigen Herb st Marktes wurden die Kalbinnen bezw. Bullen der nachstehenden Viehbesitzer prämiirt: Bürgermeister Conrad, Blofeld. Wilhelm Mickel, Ober-Mockstadt. Wilh. Braun II., Nidda. Heinrich Nuppel III., daselbst. Hermann Mickel, Ober-Mockstadt. Wilhelm Goldstrom, Borsdorf. Heinrich Schäfer II., daselbst. Ludwig Adam Uhl, daselbst. Philipp Kaiser II., Steinheim. Karl Roth I., Nidda. Georg Hamann, Biebesheim. Friedrich Wirthwein, daselbst. Pachter Hahn, Wenings. Pachter Schuch, Schleifeld. Wilhelm Bopp IV., Bellersheim. Georg Schwab, Ober-Mockstadt. Konrad Schweinsberger, Langenselbold. Meyer Siesel, Altenstadt. Reinhard Mickel, Ober-Mockstadt. August Wolf, Berstadt. Christian Schultheiß, Echzell. Außerdem wurde sämmtliches prämiirte Vieh bekränzt. x Villingeu, 9. September. Die Klagen über schlechte Zeiten sind nicht selten. Wer aber etwas Tüchtiges arbeiten und seine Pfennige Zusammenhalten will, der findet heutzutage eher sein Fortkommen, als je zuvor. So sind z. B. eine Anzahl von Bürgern dahier zusammengetreten, jeder hat einige hundert Mark gegeben, ein creditsähiger und vertrauenswürdiger Mann hat für das Geld eine neue Dreschmaschine angeschafft und diese arbeitet seit einiger Zeit im hiesigen Orte zur Zufriedenheit der Einwohner. Das ist ein Act der Selbsthülfe, wie er nicht schöner gedacht werden kann. Der Unternehmer hat das Geld (7000 Mk.) zu S^/o bekommen, er kann dabei bestehen, die Bürger benutzen eine gute Maschine, diese wird nach einer Reihe von Jahren frei sein und allen Theilen ist gedient. Zwar möchte jetzt Jeder gern die Maschine zuerst haben, aber da muß man eben Reihe halten: Wer zuerst kommt, drischt zuerst. Vor 20 Jahren wäre ein solches Unternehmen nicht möglich gewesen. — Nicht minder erfreulich ist die Absicht der Bürger, das Kapital (es handelt sich etwa um 40000 Mk.), welches das neue Schulhaus kosten soll, der Gemeinde selbst darzuleihen. Wir haben eine so stattliche Anzahl von Bürgern hier, welche zusammen das Kapital vorschießen können, daß wir weder Staats- noch Privathülfe brauchen. Das erforderliche Kapital würde sicher drei-, vier-, fünfmal überzeichnet werden, wenn Jeder zeichnen dürfte, was er wollte. Darum soll der zu zeichnende Betrag fest bestimmt werden. Die Gemeinde erhält ein neues Schulhaus, die Zinsen des Anlagekapitals bleiben im Dorfe, es ist also gar keine Schuld, welche contrahirt wird, weil Werth und Gegenwerth beieinander bleibt. Bei uns sind die Leute noch einfach und zurückhaltend, sie kennen den Segen des Sparens, sie halten das Ihrige zusammen und brauchen nicht über schlechte Zeiten zu klagen. :|: Grebenhain, 8. September. Heute wurde der zu hiesiger Oberförsterei gehörige Fischteich in der sogen. Rothenbach a u s g e f i s ch t. Es wurden 440 Karpfen, 20 Aale und ca. 80 Hechte gefangen, gewiß ein zufriedenstellendes Ergebniß. Sämmtliche Karpfen, die ein Durchschnittsgewicht von je 4—5 Psd. hatten, wurden verkauft der Centner zu 50 Mk. Ein alter Karpfen im Gewicht von 191/» Psd- wurde nochmals in den Teich gelassen. Lauterbach, 9. September. Nach einer Bekanntmachung Großh. Kreisamts Lauterbach haben die zu den Manöv ern der hessischen Division, die sich auf hessischem und preußischem Gebiete bewegen, commandirten Gendarmen beider Staaten gleiche Dienstbesugnisse. Es ist daher auch den Anordnungen der preußischen Gendarmen auf hessischem Gebiete unweigerlich Folge zu leisten. Ober-Widdersheim, 8. September. Heute starb Lehrer Chantre hier im 72. Lebensjahre. * Darmstadt, 10. September. Am Montag Abend verschied nach schwerem Leiden Herr Rechtsanwalt E. Wörner, langjähriger Chef-Redacteur der „Darmstädter Zeitung". Alle, die ihm nahe standen, betrauern in dem Heimgegangenen einen treuen Freund und werden sein Andenken in Ehren halten. In weiteren Kreisen ist der Verstorbene durch seine archäologischen Kenntnisse und das von ihm jederzeit bethätigte Jntereffe für die Erhaltung der historischen Denkmale unseres Landes bekannt. In dieser Beziehung verliert auch der Historische Verein für das Großherzogthum in dem Dahingeschiedenen eines seiner eifrigsten Mitglieder! * Caffel, 9. September. Der Provinzialtag der Provinz Hessen-Naffau, sowie der Communal-Landtag des Regierungsbezirks Cassel sind auf den 4. November er. einberufen worden. verkehr, Land, und v»tk»wirthseptember. Der heutige Viehmarkt war gut und mit sehr schönem Vieh befahren. Es waren angetrieben etwa 45 Bullen (worunter Simmenthaler), 35 Kalbinnen und 170 Rinder rc.; Schweine waren mehrere Hundert am Platze, auch viel Ferkel.. Der Handel entwickelte sich rasch, gegen 10 Uhr war das meiste Rindvieh zu guten Preisen abgesetzt. Die Schweine dagegen wurden nicht sämmtlich verkauft. Frankfurt, 8. September. lFruchtbericht). Weizen hiesiger und Welterauer JL 19 — bis 19.25, fremder 22.50 bis 23.—, Roggen hiesiger Jt 16.— bis 16.25, Hafer prima JL 17.— bis 17.50, mittel JL 15.50 bis —. Frankfurt, 8. September. (Viehmarkt). Es waren angetrieben 432 Ochsen, 26 Bullen, 370 Kühe, Stiere und Rinder,. 278 Kälber, 159 Hämmel und 189 Schweine. Die Preise stellten sich für Ochsen 1 Qual, auf JL 72—74 pr. Ctr- Schlachtgewicht, 2. Qual. JL 67—69, Bullen JL 55—60, Kühe und Rinder 1. Qual. 66-68, 2. Qual. JL 58-62, Kälber 1 Qual. 70—75 H, 2. Qual. 60—65 H, Hämmel 1. Qual. 66—68 H, 2. Qual. 50—55 H per Pfd, Schweine 60—70 H pr. Pfd- Schlachtgewicht. * — Wir machen unsere Leser auf die in dem Annoncenthetl unseres heutigen Blattes enthaltene Bekanntmachung der Technifcherv Hochschule zu Darmstadt aufmerksam. Dieselbe gewährt eine vollständige wissenschaftliche und künstlerische Ausbildung für die technischen Fächer. In besonderen Fachabtheilungen werden Archi- tecten, Bau-Ingenieure, Eultur-Ingenieure, Maschinen-Ingenieure, Electro- Ingenieure, Chemiker und Apotheker ausgebildet; desgl. in der mathematisch naturwissenschastlichen Schule Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften, sowie Geometer. Auch Fabrikanten, Kunst- und Gewerbetreibenden ist die Hochschule zur Erlangung der erforderlichen Kenntnisse behilflich. Das akademische Studium an der Technischen Hochschule zu Darmstadt berechtigt zur Zulassung zur Staatsprüfung für Hochbau, Jngenieurwesen und Maschtneu- technik in sämmtltchen deutschen Staaten, welche solche Staatsprüfungen abhalten. Für die Reichsprüfung der Apotheker ist der Besuch der Technischen Hochschule demjenigen einer Universität gleichgestellt; auch ist der pharmaceutischen Prüfungs-Commission in Darmstadt durch Bundesraths - Beschluß die Berechtigung zur Er- thetlung für das ganze Reich gilttger Approbationen gegeben worden. Das Haarwasser von Carl Retter in München kann nicht genug empfohlen werden, da dasselbe If. Gutachten hervorragender arztl. Autoritäten, wie Prof. Dr. Wtttstein rc. Alles enthält, um das Haar feucht, weich, glänzend und die Kopfhaut immer thätig. und weich zu erhalten, sowie die lästigen Schuppen innerhalb 8 Tagen gänzlich zu entfernen. Zu beziehen per Flacon A 40 Pfennig und Mk. 1.10 bei Herrn I. H. Fuhr in Gießen, Sonnenstratze25. [7482, Lebensversicherung. Nach der „Allgemeinen Versicherung?- Presse" haue im Jahre 1889 von den 4 großen Gegenseitigkeits-Gesellschaften den größten Reinzuwachs die „LebenSverstcherungs- und Etsparniß-Bank in Stuttgart"; darnach folgte die „Leipziger Lebensver sicher ungs-Gesell schäft", dann „Gotha' und „Karlsruhe". Von den Actien Gks.llschaften nahmen bezüglich des Reinzuwachses die „Germania" in Stettin und die „Vic toria" in Berlin die ersten Stellen ein. Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen. 36. Woche. Vom 31. August bis 6. September 1890. Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 22,8 0/«. Kinder Es starbm an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: L.—15. Jahr: Lungenschwindsucht 11 — — Lungenerweiterung 11 — — Leberentartung 11 — — Neubildung d.Gehirns 1 (1) 1 (1) - - Krämpfen 2 — 2 — Krebs 1 (1) 1 (1) — — Knochenmarkentzünd. 1 (1) — — 1 (1) Gefäßerweiterung 11 — — Summa: 9 (3) 6 (2) 2 1 (1) Anm. Die in Klammern gesetztm Ziffern gebe« an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Katholische Gemeinde. Geburtsfest Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs, 12. Septbr. Freitag: Vormittags um 8 Uhr feierliches Hochamt mit darauffolgendem Te Deum. • Temperatur der Lahn und der Lust am 10. September, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 13, Lust 17 Gr. R ü b s a m e n. s •* Großherzi W In Gemäßheit StaaHchuldverjchreö berufen worden: W uttloofiti Lit. n n ü Wir setzen bi der Aufforderung dem 22. Nationen unb bet byu Mm bei Sroßh N betn Bankhaus «ravkftnt a. M heit des Art. 3 des nicht mehr verzinst v temin noch eingelof ÖRtiionen an bei gebracht werden. Ä Von den bei Hessischen Tte !• Von den 3‘ Aur de At. A. Ni. 2. M )i Ali« r % ä M in Aus »et i Lit. 1 A*ierdey «. N 1881 j 21 ,883 «b; 2 llämtich - ÄN A 21366 m1' 52104 $ 5381 Nr- 49624 m 73329 Grv 3 11 n N> * "* «'-Ss- s^Sa’ps „ ^en Preten m t1'eIn Mgtleiit aiu0^aliontn au/mü!? möWd)fl '«^hrl L ^blchen nur eh 'Zugen aui6täle?n^”amentiid) besonders Ä? SchSnk- und kneclionen b erSw na*' 3n= Tflebenbe ^uffteaunn Eich tfÄaÄ «°rLZ ij sÄlu®“'600®'“ 2“ if-0“1» Mark per Stück i«- ©urben zu noch annehmbaren SBrtlkn »•?«> "^tbegehn, ®art per Paar (7-8 Wochen alt) rfel wurden zu 120-130 Mark bas it waren wenig vorhanden im Ler- -m bezahlt mit 60-65 Pfennig per ter heviige Pichmarkt war gut uni jren. Es waren angetrieben etwo Haler), 35 Kalbinnm unb 170 Rindei hundert am Platze, auch viel fterftl. rasch, gegen 10 Uhr war das meist! gesetzt. Die Schweine bagegen mürber, ber. tZruchtbericht). Weizen hiesiger is 19JS, frember JL 22.50 bis 23.-, 16.25, Hafer prima X17.- bis 17.50, j eta- iber. (Viehmack). Es waren ange- 370 Kühe, Stiere unb Rinder, nb 189 Schweine. Die Preise stellten lf X 72—74 pr. Ctr. Schlachtgeioiüt, X 55—60, Kühe unb Rinber 1. Quai. 2, Kälber 1 Qual. 70-75 4, 2. M 1.65-68 4,2. Qual. 50-55 4 M. ed)l*twid)L Mtr auj bit in brni Mnnonctntbtil ne Sefannlmadiung bei jtrerflam. Midi gw»> d MWt tie eren ^achadtheUungen werben W* ZE -LGvL bau, M Staats. ;4ffl Staaten, »< tb7505] C. G. Kleinhenn. Hers Milchpuder, fterilistrte Milch in Vuderform ist das wildeste und wirksamste Nährmittel für Säuglinge als Ersatz für Muttermilch. [7497 1890 zweimal preisgekrönt. Grummetgras mehrerer Wiesen zu verkaufen. 7490 Sperret, Schulstraße. 7509] Gutgebrannte Backsteine sind fortwährend zu haben bei _______________Che. Harrbach I. Ein Kinderstühlchen, zum Hoch- und Niedrigstellen, mit Tischchen, zu verkaufen. 7507____________Schillerstraße 9, 2 Tr. Nähmaschinen, bestes deutsches Fabrikat, liefert unter dreijähriger reeller Garantie zu den billigsten Preisen He Kraft, Mechaniker, 7500 Neuenweg 46. Eigene Reparaturwerkstätte. 7484] Ein braver Junge in die Lehre gesucht. Ph. 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Js. wird die Späterlegung des Omnibuszuges 410 nothwendig und wird derselbe in den nachfolgenden Zeiten befördert: aus der Freiherrlich Riedesel’schen Brauerei in Lauterbach ist zu haben 3341 A. Blum, Steinstraße. W. Sewmler, Seltersweg 16. In Vormundschaft!. Auftrag: Louis Rothenberger, __Gerichtstaxator. Fronhausen ab 2 Uhr 48 Min. Nachm. Ortszeit, Lollar „ 3 „ 2 „ Gießen „ 3 „ 16 „ „ Lebensverficherungs- und Ersparnis;- Sank in Stuttgart übernimmt Versicherungen auf Todesfall oder auf bestimmte Zeit. Die Policen beruhen auf dem Prinzip der Unanfechtbarkeit; nach 5jähriger Versicherungsdauer wird selbst im Fall des Selbstmords die Versicherungssumme anstandslos ausbezahlt, für Wehrpflichtige bleibt im Kriegsfälle die Versicherung ohne alle Formalität in voller Kraft. Die Ueberschüsse fließen voll und ganz, und zwar je nach Wahl des Versicherten von vornherein im höchstmöglichen Betrage oder in steigender Form, an denselben zurück- Auch sogenannte Halbtontinenform mit voraussichtlich großen Gewinnanteilen wird gewährt. Die ohnehin sehr mäßigen Tarifprämien werden durch die Dividenden auf das möglichst niedrige Maß vermindert; bis jetzt wurden 26-/5 Millionen Mk. an die Versicherten zurückgewahrt, und weitere 12% Millionen liegen zu einstiger Vertheilung noch in Reserve. Nach Plan All betrug die Dividende bei lebenslänglicher Versickerung 1888: 37%, 1889 : 38%, 1890: 89% und Lei abgekürzter Versicherung 40—70% der einfachen Prämie. Fällige Versicherungssummen wurden bis jetzt ausbezablt- 50% Millionen Mk. 19 3 9 Der derzeitige Bankfonds, ca. 82% Millionen M5, ist pupillarisch sicher angelegt. Zugang an Anträgen im laufenden Jahre 20% Millionen Mk Statu ten und Prospecte sind bei den Vertretern der Bank zu haben. Zu weiterem Beitritt laden ein die Vertreter: [74-1 in Gießen: H. Flick, Rentier, und G. Fischbach, in Laubach: W. Klipstein, in Grünberg: Loui- MoII* C ötoih II, Waütborstraße 5. Z. W. Schornber. Neuen Baue 10. G. Bötz^Branvqasse? I. Häuser, Ludwigstraße 36. I. Georg, Ederstraße 2. H* Zipp, Ostanlage 9. Dieses wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht- Caffel, den 7. September 1890. [7488 ________Königliches Eisenbahn-Betriebs-Amt (Maiu-Weser-Bahn).________ Mobiliar-Versteigerung. Donnerstag den 18> und Freitag den IS. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr anfangend, werden die nachgelassenen Mobilien der Frau Bdersörfler Bok, Grünbergerstraße 24 n., meistbietend versteigert, nämlich: 3 Sophas, 2 ovale Tische, 12 fast neue Stühle, 1 Ausziehtisch, 1 Bücherschrank, 1 großer und mehrere kl. Spiegel, 1 Consolchen, 1 Waschkommode und 2 Nachttische mit Marmorauffätzen, Waschtische, 1 autiques Spieltischchen (eingelegte Arbeit), 1 Nähtischchen, 3theil. Brandkiste, ein- und zweithürige Kleiderschränke, dabei einer aus Eichenholz, 3 : gute vollständige Betten, ein Schrank mit Glasaussatz, Kommode, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, 4 Fenster neue Vorhänge, Teppiche, Bllder, Nippes, Bücher, dabei Klassiker und Zeitschriften, Weißzeug, Frauenkleider, Küchen- und Hausgeräthe, Kohlen, Bütten u. a. Gegenstände, Ä 1 vorzügk. Pianino von Schmechten nebst Notenständer und Notenbank. Für Jagdliebhaber: 65 Rehstangen, 4 Elengeweihe (Kleiderhalter), 1 eleganter Sessel von Elengeweih, 2 Glaskasten mit ausgestopften seltenen Vögeln, 1 Auerhahn, 1 Wildkatze, 1 Rehkitzchen, 1 Plüschteppich mit Jagdstück u. s. w der Neuheiten in Kleiderstoffen der de Dm Empfang Saison in reicher Auswahl zeigen an 7516 Weyerhofs & Aosl'ar groove Todes-Anzeige Flau Johannette Znrbuch geb. Collischonn nach schwerem Leiden in beinahe vollendetem 70. Lebensjahre heute Morgen zu Frankfurt a. M. entschlafen ist, und bitten um stille Theilnahme. sanft Giessen, den 9. September 1890. Im Namen der Hinterbliebenen: Wilhelm Ziirbiich Die Neuheiten 7517 Meyerhofs & Goslar pCL ReichSaulethe 4 99.95 Tendenz: schwach- 7483 175.501 DiSeonto-Lom^AutheUe orperer matt. 113.20 96.00 9160 95 60 60.30 81.10 230 50 164 70 166.80 173 50 279 36 107.50 225 00 13700 212.25 102 60 '71 30 44200 218.50 167 50 154.80 94 30 178.60 153 00 8960 Festprediger: Pastor Hafner aus Elberfeld. Missionar Metzler aus Herborn. Kind, ,n gröh Mau Aeisen in Regenmänteln u. Jaquettes für Damen, Mädchen u. Kinder, in großem u. preiswürdigem Sortiment sind eingetroffen I 75151 Eine Lauffra« gesucht. . | Marktplatz 8, 2. Stock. Oesterr. Credttactien Oesterr. StaatSbahn-Aettev Dortmunder Unton-Actieu Darmstädter Bankaktie» Buschtherader Elbethal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost „ West Gelsenkirchener Ver. Kön.- und Laurahütte-Act. Oesterr. Alpine-Montant ______ - stpreußeu 164 501 Bochumer Guhstahlaetteo Missionsfest zu Klein u. Groß Rechtenbach Sonntag den 14 Septbr., Norm. 10 Uhr und Nachm. 2 Uhr. 107.10i 4 pCt. Ungar. Goldrente " 5 , Italiener Rente 106 951 Oesterr. Silberrentei 100.101 Rust. Orient HL 7514] GützLpfel sind zu haben Neustadt 47. Bekannt A der unterze E Stelle eines 5 bald zu besetzen. Bewerber wollt Mng ihrer Zeug melden. 3. ___ Krae Nedaction: !L Gcheyda. — Druck und Verlag der BrühNchen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gieße» Die henttgr Nnmrrrer Amkstzt 6 Seite*. Danksagung. Mr die überaus vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem schweren Verluste meiner lieben Frau sage Allen den innigsten Dank. 7503 Schuhmann Hinter Go«r»bericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. BMI dow 10. September 1800. Schlutzeorrrse 1 Uhr 15 Mi«. Telegraphischer Laurttericht her Berliner Börse vom 10. September 1890. - ----- 23100 Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter DiSconto-Comm. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Berliner HandelSges. Oesterr. Credtt-Act. Wiener BankvereinS-Act. Oesterr. Staatsbahn Lombard. Eisenbahn R-ichebvnk-DiSeont 4 pfft frankfurter Bank-Di Scout 4 vCt. Jeikgeö, ÄuHriffi” ruvest^rn. 2201 3Vs , 4 , Preuß. ConsolS 8V» . Tapezier-Krankenkasse. SamStag den 13. Geptbr., Abends 8 Uhr: [7489 FamMewAbe«- auf LouyS Bierkeller. NB. Freunde können eingeführt werden. 7485] Ein MLVche«, welches selbstständig kochen kann und die Hausarbeit versteht, wird zu einer kleinen Beamtenfamilie nach Dtedenhofen bei Metz gesucht Näheres Goethestraße 18, 3. Stock. Grossh. technische Hochschule zu Darmstadt. Fachabtheilungen: Bauschule, Ingenieurschule (Bau- und Cultur- Ingenieure), Maschinenbauschule, Chemisch-technische Schule (Chemiker und Phar- maceuten), Mathematisch-naturw. Schule, Electrotechn. Schule, Cursus für Geometer I. Classc, Wintercursus für Consolidations-Geometer und Culturtechmker. Staatsprüfungen vor dem Grossh. Prüfungsamte zu Darmstadt, Reichsprüfung für Phar- maceuten, Diplomprüfung, besondere Prüfungen für Ausländer, Zulassung der Stu- direnden zu den Staatsprüfungen für Hochbau-, Ingenieur- und Maschinenwesen in Hessen, Preussen, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Braunschweig. [7501 Anmeldungen für das Wintersemester bis 13. Octbr. ^Beginn der ^Vorlesungen 16. Octbr. Programme vom Secretariate unentgeltlich. Die Direction. l°g über g0i fein Ast fein 8®e,!9' d« £i M l" W,id' Durch °e« , eben er*" d°s Antl'tz v°nde Freude übet den ’ Me Geg°«b W- Es war kein 1 Filzhm b-ichMtt' Eindruck, nm den M g°„ze denn -s >->g Sehnen und Suchen jungen Mädchen B Mit festem, kurzem . höhe ihr Thier an i senkende Schlucht, w „Da geht der 1 halb M „ich brau so wurde ich dasS nein, ich will nicht, welches Wahnsinn, nicht, ob er mich j meisten anderen M Heftigkeit fürchtet, eine andere! Mi Munde und nur m und ruhig auszuseh wie es in meinem Mama nichts davo Das feurige 9 die junge Dame ers antwortete ein ani und schon vernahn „Wenn er es sodann fi/rj entfd)L fit glommen, oben Ein stattlicher Leiterin Achtbar u: dem leisen Beben i man die Gemiithsb sie ersaßt worden i wie zuvor blieb. Pie Beerdigung findet statt: Freitag den 12. September, Nachmittags 4 Uhr, vom Bahnhofe in diesseia ans. tsi2 7492] In einem der Neubauten am Oswalds Garten ist der dritte Stock mit 6 Zimmern, Küche und Zubehör zu ver- miethen. Näheres bei Architect C. KoLerbe« und Maurermftr. G» Pfaff, Oswalds Garten.___ 6480] Wobnuna von 3 Zimmern, Küche, und sonst. Zubehör, per sofort zu ver- miethen.^ « Hamel, Afterweg 46. 7513] Eine kleine und eine größere Familienwohnung zu vermiethen. Brandgaste Nr 8. Weferyratze 4, parterre [7511 (an der Nordanlage), schöne Wohnung von 5 Zimmern nebst Zubehör und Wasserleitung, auf 1. October oder früher zu vermiethen. Feuilleton u—■■ OKKSäSHSaS Weiße Hasre. Novelle von H. von Ziegler. (Nachdruck verboten.) Es war ein kalter, klarer Wintertag- leichter Schnee lag über der Landschaft und aus den nahen, bläulich duftenden Bergen, glitzernde Sonnenstrahlen funkelten darüber hin und I fein Zweig, kein Ast der weißbeschneiten Bäume ringsumher I bewegte sich in der Luft. Durch den Waldweg klangen scharfe Hufschläge und so- I eben erschien eine noch junge Reiterin zwischen den Stämmen, I das Antlitz von der Kälte geröthet, die Augen leuchtend vor Freude über den köstlichen Anblick, den die winterlich friedliche Gegend darbot. I Es war kein schönes Gesicht, welches der weiche runde Filzhut beschattete- die Züge machten einen schroffen, starren Eindruck, um den Mund prägte sich ein bitterer Zug und die ganze Kopfhaltung hatte etwas entschieden Hochmütiges, fast Unsympathisches. Nur die Augen vermochten zu versöhnen, denn es lag eine eigene Melancholie, ein halb unbewußtes Sehnen und Suchen in ihnen, welches bisher wohl dem jungen Mädchen selbst noch nicht zum Bewußtsein gelangt. Mit festem, kurzem Ruck hielt die Reiterin jetzt auf der Anhöhe ihr Thier an und blickte sinnend hin in die sich sanft senkende Schlucht, welche vor ihr lag. „Da geht der Weg nach Schloß Nordeck," murmelte ste | halb scheu, „ich brauche nur wenige Minuten ihn zu verfolgen, so würde ich das Schloß sehest, welches ihm gehört. — Aber nein, ich will nicht, ich darf mich nicht einem Gefühl hingeben, welches Wahnsinn, Thorheit sein würde. Ich weiß ja gar nicht, ob er mich jemals lieben würde, ob er nicht, wie die meisten anderen Menschen, meine scharfe Zunge und meine Heftigkeit fürchtet. O Gott, und ihm gegenüber bin ich doch eine andere! Mein Herz pocht, das Wort stockt mir im Munde und nur mit aller Selbstbeherrschung vermag ich kühl und ruhig auszusehen, um nicht durch das Auge zu verrathen, wie es in meinem Innern aussieht. Wenn nur Lilli und Mama nichts davon merken." Das feurige Pferd wieherte ungeduldig und plötzlich hob die junge Dame erschrocken den Kops- aus geringer Entfernung antwortete ein anderes Roß dem ihrigen mit lautem Wiehern und schon vernahm sie herannahende Hufschläge. „Wenn er es wäre," murmelte sie unschlüssig, warf aber sodann kurz entschlossen ihr Pferd herum, den Weg, welchen sie gekommen, abermals einschlagend. Ein stattlicher Reiter ward nun auch bald neben der Reiterin sichtbar und nur an ihrem tiefen Athemzuge und dem leisen Beben der Hand, welche den Zügel hielt, konnte man die Gemütsbewegung der Dame erkennen, von welcher sie erfaßt worden war, während ihr Antlitz farblos und ernst wie zuvor blieb. | „Guten Morgen, gnädiges Fräulein!" ries der Besitzer । von Schloß Nordeck, denn dieser war der Reiter, nnd lüftete grüßend seinen Jägerhut mit der Spielhahnfeder, der dem männlich schönen, gebräunten Antlitz außerordentlich wohl stand- überhaupt war der Reiter eine stattliche Erscheinung, welcher das blitzende Auge und der dunkle kurze Vollbart sehr Vortheilhast standen. , „Guten Morgen, Herr von Nordeck," klang die Antwort des jungen Mädchens zurück und freundlich grüßend senkte sie das Haupt und die leichte Gerte, „so hat es Sie auch herausgclockt bei dem köstlichen Wintermorgen? Wo kommen Sie her?" „Von Ihrer Frau Mutter, Fräulein von Wehlen," lächelte der stattliche Mann, der etwa dreißig Jahre alt sem mochte, „ich habe Ihrer Frau Mutter und Fräulein Schwester die Bitte vorgeschlagen, eine kleine Mittagsgesellschaft, welche ich nächsten Sonntag zu geben beabsichtige, mit Ihrer aller Gegenwart zu erfreuen. Ich war so glücklich, eine bejahende Antwort zu erhalten, und hoffe nun auch aus Ihre persönliche Zustimmung, Fräulein Julie?" , Unwillkürlich fühlte das junge Mädchen, wie unter feinem forschenden Blick eine tiefe Röthe ihr Antlitz überzog- war es denn nur eine Täuschung oder Wahrheit gewesen, daß während seiner Worte seine Augen aufleuchteten m vollem Glücksschimmer? Und er nannte sie bei ihrem Taufnamen wie noch nie zuvor! Ihr Athem flog, eine ihr sonst völlig fremde Verwirrung bemächtigte sich ihrer und mit einigen zustimmenden, hastigen Worten verabschiedete sie sich, dem Pferde die Gerte gebend, daß es wild dahinflog. Frau v. Wehlen lebte seit dem Tode ihres Gatten mit ihren beiden Töchtern Julie und Lilli allein auf dem kleinen Gute, welches das Erbtheil der beiden Mädchen bildete- sie war eine tüchtige, energische Dame, die sich freilich mehr um die Wirtschaft als um das Gemüthsleben ihrer Kinder bekümmerte - bei Lilli schadete das nicht viel, diese besaß ein I weiches, warmes Mädchenherz, das mit den Fröhlichen lachte I und mit den Traurigen weinte und nie fertig wurde, die I schöne Gotteswelt zu bewundern und alle Menschen zu lieben, die ihr begegneten. Daß freilich seit einiger Zeit ihr kleines, I pochendes Herz einen gewissen Jemand begonnen hatte viel mehr zu lieben als die anderen, selbst Mutter und Schwester I nicht ausgenommen, das hatte Lilli nur dem lieben Gott em- I gestanden, wenn sie Abends im dunklen Zimmer am Fenster stand und mit gefalteten Händen zu dem Sternenhimmel aus- I blickte. Nein, sie hätte es Niemanden sagen können, vor allen Dingen sollte „er" es nicht ahnen, dessen Augen so innig aufleuchtend das ihre suchte, wenn sie zusammentrasen, und dessen Stimme, sobald er mit Lilli sprach, ganz anders klang, so liebevoll und vibrirend. Lilli wußte nun auch, wie er mit Vornamen hieß und heimlich, ganz heimlich, flüsterte I sie den lieben Sternen droben am Himmel zu: „Leopold! Vor Schwester Julie besonders scheute sich Lilli, deren I süßes, reizendes Gesichtchen mit den blonden Haaren und großen blauen Augen außerordentlich abstach gegen das weniger schöne, herbe Antlitz der ersteren. Nur zu oft mußte Lilli von Julie eine spöttische Bemerkung hören, wenn sie in ächt mädchenhafter Begeisterung auswallte über ein Gedicht, ein Bild, eine Blume und, wenn sie auch die Schwester herzlich liebte, so empfand sie doch eine ganz gewaltige Scheu vor derselben. Julie sprang, als sie, von ihrem Ausfluge heimkehrend, vor dem hübschen Wohnhause von Wehlenau anlangte, leicht und sicher aus dem Sattel, warf dem herbeieilenden Kutscher die Zügel zu und eilte auf ihr Zimmer, um sich umzuziehen,- als sie eine Viertelstunde später ins Wohnzimmer trat, war ihr Gesicht wieder blaß und ruhig wie immer. „Ich hörte, daß wir eingeladen sind, Mama," sagte sie nach der ersten Begrüßung, „Herr von Nordeck begegnete mir!" Ungeschickter Weise mußte gerade bei diesen Worten Lillis Garnknäuel zur Erde fallen. Als Lilli es aushob, war sie seuerroth geworden und Juliens Blick hastete groß und fragend auf dem Antlitz der Schwester. „Ja, mein Kind, und es' freut mich für Lilli, die so sehr gern tanzt," antwortete Frau von Wehlen. „Du gehst also gern nach Schloß Nordeck," wandte sich Julie jetzt mit einer wahren Forschermiene an Lilli, deren Herz unruhig zu pochen begann. „Ach ja, — ich gehe — sehr gern in Gesellschaft. , „So! — Hm, da hat Dich Herr von Nordeck sicher aus Mitleid eingeladen, obschon er sich aus so jungen, achtzehnjährigen Mädchen eigentlich nichts macht." Lilli wußte das eigentlich besser, aber sie wollte nicht der gestrengen Schwester widersprechen und war froh, als diese sich wieder zur Mutter wandle. (Fortsetzung folgt.) Farbige Seidenstoffe von 95 Pfge. bis 12.55 p. Met. — glatt gestreift, karrirt und gemustert, (ca. 2500 versch- Farben und Dessins) — vers. roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-DSpöt Henneberg (Ä. u. K. Hoflief.) LürLeb. Muster umgehend. 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