Ankauf to. Bildoerie. ur Bibliotbeien, sowie • erbittet die st7S sehe Bochhandlong .essen.. 11 obacht! Ä‘r*e °«dni«i Sette 2 S? flabde °°" Fküchke, der 1 SSss »«r 50 w* 13775 gös Sää ^cher Lohn 1.70. r Ged. d. Bl. ’J Mädchen zur Aus, Kreuzplatz 3,2 Stod. i^üdexH Lieurfabrtf und Brannt- sucht. Sigkeit wird hohes Salair teüung zugesichnt. ! 00 an die Ged. d. BI. Arbeiter, t umgehen kann, zur jt Walleufe/s, troer Arbeiter kam ün- Klintel, »chchM d. zUWBeNebenvoa stcheu gesucht. chillerftraße 18. 1890* 8910 9380 7740 73.10 KMrnK rt» ntntt [D. Sfd. -M »oft 404 25 20587 i 63.00 137 CO 3910 165.70 14200 8340 gaurahütte-Act. -Mntan ,«» 9- 3»« ,356* 1890. 219-92 196-0 981» 165.ee n*®*Ü^r* l|/# firH^ ' ' nbdbh,86rlrflan 3öOa 'SJ'fÄ-S bO 7 hlt^ 1890 Freitag den 11. Juli Nr. 158 Amts- und Anzeigeblutt für den "Kreis Gieren Amtlicher Theil. Bekanntmachung Nr. 1 . 2 104690, 107993, 109614, 110025, 112482, der die Geer 1» n a) b) d) e) f) g) 65467, 68686, 72378, 76213, ä 332, 79757, Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den lolgenden Tag erscheinenden Kummer bis Borm. 10 Uhr. der Ort des Wieggeschäfts, der Name des Verkäufers, der Name des Käufers, die Art der gewogenen Gegenstände, Datum der Verwiegung, das Gewicht der einzelnen Gegenstände, der Bettag der erhobenen Wieggebühren. 37095, 37273, 37826, 38730, 38852, 39231, 39442, 39632, 39787, 39874, 40254, 40333, 41239, 42172, 42389, 42497, 42600, 42960, 43012, 43067, 43685, 43822, 44070, 44421, 45581, 45673, 45704, 45805, 45806, 45823, 46487, 46742, 47378, 47812, 47908, 48498, 48773, 49339, 50050, 50381 ä 383, 50385, 50390, 50391, 51215, 51217, 51793 ä 797 51799, 51801, 51802, 51804, 51807, 51809,51810,51933 51936, 51937, 51943, 52994, 53028, 53047 ä 0,50, 53149 53150, 53158, 53159, 53584, 53931, 53932, 53934 a 937 54345, 54547, 55218, 55808, 55939, 57706, 61047, 61642, 61684, 61890, 62188, 62530, 62760, 64353, 65901, 65949, Mit Rücksicht auf die neuen Seuchenausbrüche in Helpershain ordnen wir auf Grund des § 28 des Reichsgesetze-, betr. die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 23. Juni 1880 an, daß die Abhaltung des auf den 14.—16.1. M. angesetzten Viehmarktes zu Ulrichstein (sog. Jacobimarkt) vorerst unterbleibt. Ferner verbieten wir aus Grund des § 20 des citirten Reichsgesetzes vom 23. Juni 1880, bis auf Weiteres das Fellbieten von Schweinen im Umherziehen für den ganzen Kreis Schotten. Schotten, am 9. Juli 1890. Großherzogliches Kreisamt Schotten. Schönfeld. Vierteljähriger AVonnementspreiOl 2 Mark 20 Pfg. mtt Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expedition und Druckerei: KchutstraßeZtt.l. Fernsprecher 51. 110898, 111407, 111408, 111576 L 578, 111581, 112497, 112663, 112744, 113127. Coupons de 125 frs. Fun. 35181,35521, 35689, 36075, 36169, 36197, 36533, Bekanntmachung. Nachdem in Helpershain in den Stallungen Joh. Kaisers Ehefrau und des Heinrich Fink Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist, wird für die Höste der genannten Personen Gehöftsperre angeordnet. . 25 . 10 Bekanntmachung. Nachstehende Bekanntmachung Großh. Kreisamts Schotten wird hiermit zur Kenntniß der Jntereflenten gebracht. Gießen, den 10. Juli 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Statut, die Benutzung der Gemeinde - Frachtwaage zu Grunberg betreffend. Mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 2. Juli l. I. zu Nr. M. I. 16,158 und unter Zustimmung des Kreisausschuffes des Kreises Gießen wird wegen Benutzung der Gemeinde-Frachtwaage zu Grünberg bestimmt: § 1. Alle zur Verwiegung gebrachten Gegenstände müffen durch einen verpflichteten Wiegmeister gewogen werden. Außer dem Wiegmeister oder deffen Stellvertreter hat Niemand das Recht auf der Waage zu wiegen. § 2. Der Wiegmeister oder deffen Stellvertreter haben der ihnen zugehenden Aufforderung zum Wiegen alsbald Folge zu leisten. r Die Aufforderung hat von den Bethelligten (Käufer oder Verkäufer) direct an den Wiegmeister zu geschehen. Wenn der Wiegmeister der Aufforderung nicht entspricht, so ist sich an die Großh. Bürgermeisterei zu wenden, welche denselben zum Wiegen anhalten und nöthigenfalls Großh. Kreisamt Anzeige erstatten wird. $ Der Wiegmeister oder veffen Stellvertreter haben über die von Urnen besorgten Geschäfte ein Tagebuch zu führen, in welchem unter fortlaufenden Ordnungs-Nummern anzugeben sind: § 5. An Wieggebühren sollen erhoben werden: a) von 50 Kilo Steinkohlen oder sonstigem Brennmaterial, Eisensteinen rc. • ♦ ♦ b) von Heu, Stroh und Frucht, oder diesen gleichzuachtenden Gegenständen c) von Vieh über 150 Kilo . unter 150 Kilo . Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener PnmittenSlätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. chratisöeitage: Gießener Kamikienökätter Am 12. v. Mts. wurden bei dem Finanz.Ministerium zu Paris die nachbenannten am 16. v. Mts. fällig gewesenen Zinsabschnitte der französischen 4’/ä°/o Rente gestohlen: Coupons de 75 frs. l’un. Nr. 54111, 54171, 55226, 55790, 56325,57615, 57986, 58275, 58607, 58973, 59667, 59889, 60102, 60123, 60313, 60609, 60766, 60916, 61935, 62461, 62873, 63062, 63134, 63217, 63241, 63660, 64315, 64427, 64709, 64870, 65180, ------ 65468, 65878, 65988, 68659, 68102, 68103, 68606, 69217, 69722, 69858, 69906, 69916, 70235, 72347, 72479, 73636, 74036, 75442, 75509, 76201 ä 210, 76214, 77254, 77469 a 474, 77476 ä 478, 78327 78334 a 339, 78341 ä 347, 78349, 78439 i 496, 80053, 80270, 80297, 80299, 80300, 80450, 80453, 80454, 80863, 81639 L 643, 81645, 81648 ä 651, 82611, 82613 ä 615, 83842, 86161, 88930, 89992, 89993, 90171, 90466, 90993, 91257, 91851, 92649, 96346, 96741, 97821, 98102, 98196, 98923, 99236, 99254, 99899, 100515 ä 517, 103692, 103908, 104043, 104044, 104119,104629,104630, 104691, 106000, 106001, 106477, 106478,107111, 107995, 108256, 108258, 108472,108750, 109301, 109636, 109665, 109684, 109717, 109806 ä 808, Alle Annoncen-Vurcaux des In- und Auslandes nehmm Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. § 4. Der Wiegmeister hat dem Käufer oder Verkäufer einen dem Eintrag ms Tagebuch gleichlautenden Wiegschein auszustellen , aus dem sowohl das Gesammtgewicht der einzelnen verwogenen Gegenstände, als auch der erhobene Gebührenbetrag zu ersehen ist. Gebührentarif. ießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. § 6. Sogleich nach stattgesundener Wiegung sind die vorbemerkten Wieggebühren ohne besondere Vergütung an den Wiegmeister oder dessen Stellvertreter auszubezahlen. Dieselben erhalten für ihre Bemühungen entsprechende Vergütung aus der Stadtkasse. ? Am Schlüsse jeden Vierteljahres und zwar Ende März, Juni, September und December hat der Wiegmeister im Tagebuch sowohl das Gewicht der gewogenen Gegenstände, als auch den erhobenen Gebührenbettag zu summiren, das Tagebuch abzuschließen und dem Stadtvorstand zur Einsicht vorzulegen. Der Bürgermeister fertigt aus dem vorgelegten Tagebuch eine Einnahme-Anweisung bezüglich der festgestellten Summe, deren Richtigkeit durch den Controleur zu bescheinigen ist; woraus die erhobenen Wieggebühren dem Gemeinde-Einnehmer in Einnahme decretirt und von dem Wiegmeister abgeliefert werden. § 8. Der Wiegmeister und dessen Stellvertreter werden von dem Stadtvorstand auf Widerruf ernannt und von dem Kreisamt verpflichtet und unterliegen als Gemeindebeamten den für solche geltenden Disciplinarvorschristen. Gießen, den 7. Juli 1890. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Nr. 19 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 5. d. M, enthält: (Nr. 1903.) Verordnung zur Ergänzung der Verordnung vom 14. Aprll 1888, betreffend die Abänderung und Ergänzung der Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetze über die Kriegsleistungen. Vom 27. Juni 1890. (Nr. 1904.) Bekanntmachung, betreffend den Aufruf und die Einziehung der Fünfhundertmarknoten des Leipziger Kaffenvereins in Leipzig. Vom 4. Juli 1890. Gießen, den 9. Juli 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Feuilleton. Huppe. Die Suppe hat Br. Ed. Maria Schranka in Prag zum Gegenstände einer interessanten eulturhistorischen Studie gemacht, die Suppe, welche einst ein Arzt im „Suppeukaspar" Ms eine Art von Lebenselexir pries, und die Schwenninger heute in Verruf gebracht hat. Der bei Hans Lüstenöder (Berlin) erschienenen Schrift entnehmen wir folgende Stellen: Ludwig Börne nennt an einer Stelle bte Mehlspeisen die „Adagios der Tischsinfome". Könnte man nicht mit gleichem Rechte die Suppe als das Präludium, die Ouvertüre dieser Tischsinsonie bezeichnen? Gewiß. Eine Mahlzeit ohne Suppe ist ein Buch ohne Titelblatt. Auf einem altdeutschen Speisenzettel, der sich, betitelte: „Was 's Hinte zu essen gibbt", stand: „Zuirschte wird gesuppt". Mit der Suppe beginnt das Mittagessen sowohl in der gewöhnlichen Hausmannskost, als auch bei der größten Tasel, ob zwar man ganz modern doch manchmal Assietten vorauszuschicken pflegt. Ebenso pflegt man zwischen der Suppe und dem Rindfleisch einzuschieben und beispielsweise versteht man unter Rame- quins ein kleines Gebäck, welches gleich nach der Suppe gereicht wird. Solche Zwischengerichte genannte Speisen in der Scala des Menus führen verschiedene Namen, wie Entremets auch Hors d’oeuvres. In Spanien nnd Schweden herrscht zwar die Sitte, die Suppe zuletzt auszutragen, und in Jarkand soll die Reihenfolge der Gänge ganz umgekehrt sein, so daß man zuerst das Obst und zum Schlüsse eine dicke Suppe, Suasch oder Sulasch, cms Reis und gehacktem Hammelfleisch, die mit hölzernen Löffeln gegessen wird, vorsetzt; ein vorläufiges (palindromes) Mittagessen möchte ich es nennen. Ein Schrissteller des dreizehnten Jahrhunderts erzählt, daß an den Tafeln der Höchsten stets fünf bis sechs Suppen servirt wurden; hoffentlich mußte man wohl nicht von allen nehmen. Auch das Kapitel vom Serviren der Suppe ist interessant und nicht Jedermann versteht es so meisterhaft, wie Halbmeyr in Klingers Hotel in meinem heimathlichen Weltkurorte Marienbad, der an der table d’höte mit einer Virtuosität, die ihres Gleichen sucht, die Suppenteller füllt. In einem Artikel „Wissenschaft und Küche", nach dem Französischen des Anatole Franee, erzählt Jean Malic, durch welch sinnreichen Mechanismus jeder Gast gleichzeitig einen Teller Suppe servirt erhielt. Dieser Suppenluxus kam sogar aus einem Coneil im Jahre 1304 zur Sprache und es wurde den Klosterbrüdern verboten, an Wochentagen mehr als eine Suppe zu essen. In einigen Klöstern wurden auch gerade drei Suppen zu Ehren der heiligen Dreifaltigkeit gegessen. Als sich der berühmte Du Gueselin zum Einzelkampse mit dem englischen Ritter Wilhelm von Blancbourg vorbereitete, aß er vorher drei Weinsuppen zu Ehren der göttlichen drei Personen. Ein Gegenstück zu diesen freiwilligen Suppenessern bildet ein Suppenesser wider Willen, ein Engländer, der sich in einem Pariser Restaurant die Speisenkarte reichen ließ und, der französischen Sprache nicht mächtig, aus die erste Zeile wies; er erhielt eine Hühnersuppe; nun wies er auf die zweite Zeile, worauf ihm eine Kohlsuppe gebracht wurde; da verlangte er die in der dritten Zeile bezeichnete Speise, woraus ihm der bereits verwunderte Kellner eine Krebssuppe vorsetzte; er wies verzweiflungsvoll auf die vierte Zeile und erhielt einen Teller Sagosuppe. Da zeigte er ärgerlich auf die letzte Zeile der ganzen Karte und erhielt einen — Zahnstocher. Diese Suppenironie erinnert mich an eine ähnliche, wo ein armer Mann nach dem Genüsse einer Wassersuppe emsig den Zahnstocher gebraucht und, von seinem Weibe gefragt, warum er dies thue, zur Antwort gab: „Ich bilde mir so ein, ich hätte Braten gegessen." Ja, die Suppe ist einer der wichtigsten Gänge, sie macht das Essen zum Mittagessen, das Abendessen zum Souper, und wenn La Reynieres Küchenkalender betont, nur beim Gabelfrühstück sei Suppe unzulässig, so widerspreche ich, denn ich sah auch schon Vormittags Bouillon schlürfen. In Victor Scheffels „Stilles Heim" findet sich die Stelle: „Dem Rauchwölklein ob dem Kamin Sei fröhlich zugejodelt, Es kündet: tn der Küche drin Die Mittagssuppe brodelt." Diesem Tropus Suppe für das ganze Essen begegnet man in den meisten Mahnungen an Mädchen, sie mögen sich des Suppenkochens befleißigen. So fragt Arthur von Loy: „Du Huldgestalt mit Lilienhänden, Kanon Du auch sestnäh'n einen Knops? Verstehst den Braten Du zu wenden, Zu hüten auch den Suppentopj?" Oder: „Schon die Geliebte mutzt Du fragen, Ob sie im Kochen tüchtig sei. Ob sie die Suppe und den Braten Und auch den Fisch hat zugericht't; Hier heitzt es Praxis, beitzt cd Tbaten, Das spätre Brummen nützet nicht!" 66081 a 984, 67043, 67910, 68089, 68157, 68257, 68260, 68929, 69099, 69618, 69619, 69913 L 917, 70109, 70319, 70407, 70668, 70688, 70720, 70825, 70998, 71061, 71221, 71269, 71617, 71724, 71806, 71859, 72045, 72086, 72103, 72175 ä 178, 72410, 72576, 73011, 73020, 73193, 73239, 73254, 73255, 73388, 73593, 73926, 73927, 74037, 74080, 74098. Coupons de 225 frs. l’nn. Nr. 12204,12610,12634, 12860, 14139, 14290, 14485, 14486, 14654, 14655, 14657, 14658, 14684 ä 686, 15019, 15020, 15038, 15039, 15284, 15286, 16037, 16038, 17014, 17142, 18029, 18434, 18435, 19017. Coupons de 250 frs. l’un. Nr- 28203, 28204, 28443, 28459, 28460,29592, 29606, 29608, 29609, 30185 ä 188, 30218, 30219, 30771, 31490, 32318, 32320 ä 323, 32523, 33260, 33695, 33712, 33713, 33871 a 873, 33929, 34536, 34772, 34832, 34833, 34897 a 900, 35059, 35163, 35185, 35204, 35651, 35944, 35945, 36088, 36089, 36099, 36176, 36870, 36871, 37882, 38944, 40191, 40194 a 196, 40198, 40199, 40202, 40203, 40854, 40857 ä 859, 40861 a 863, 40872, 41280 ä 285, 41288, 41375, 41378 a 381, 41388, 42075, 42139 ä 142, 42148, 42150 ä 157, 42330, 42639 a 647, 42649 ä 651, 43044, 43406, 44297 ä 298, 44851, 46668, 46687, 46736, 46737, 48224, 48857, 50003, 50946, 52261 ä 263, 52281, 52305, 52306, 52341, 52422, 52601 ä 606, 52815, 52916, 52949, 53350, 53351, 53459, 53576, 53876 ä 879, 54257, 54258, 54281, 54285, 54286, 54308, 54316, 54642 L 644, 54728, 54851 a 854, 54939, 55263, 55338, 55437, 55438, 55451, 55591, 55601, 55602, 55714 ä 716, 55967, 56539, 56540, 56564, 56616, 56856, 66857. Coupons de 562 frs. 50 c. l’un. Nr. 7363,7364, 8765, 8852, 9324, 9433, 10114, 10115, 10167, 10168, 10276, 10341, 10907, 11577, 11741, 11742, 12342, 12466, 12859, 13683, 13684. Coupons de 1125 frs. l’un. Nr. 8277, 9671, 9592, 9749, 9750, 9778, 9867, 10421, 10574, 11097 ä 11099. Gießen, den 8. Juli 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, am 10. Juli 1890. Bett.: Uebersicht über die Sterblichkeit. Das Großh. Kreis-Gesundheitsamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien de- Kreise-» Diejenigen von Ihnen, welche die Todeszeugniffe und Sterbfallszählkarlen für Mai und Juni noch nicht eingesandt haben, erinnern wir an die Erledigung binnen 3 Tagen. I- V.: Dr. Balser. Deutsche- Reich. Schloß Wolssgarteu, 8. Juli. Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Ihre Grobherzogliche Hoheit Prinzessin Alix nebst Gefolge trafen, mittels Sonderzuges von Romrod kommend, heute Nachmittag 1 Uhr 15 Min. hier ein, während Ihre Großh. Hoheit Prinzessin Victoria, Prinzeß Ludwig von Battenberg, die Reise bis nach Schloß Heiligenberg sortsetzten. Heute Nachmittag 5 Uhr empfingen Seine Königliche Hoheit der Großherzog den Kreisrath Haas von Offenbach in Audienz. Berlin, 9. Juli. Die ausgetauchten Gerüchte über die angebliche Erschütterung der Stellung des preußischen Cultus- ministers Dr. v. Goßler finden vielfach Glauben und ebenso die Annahme^ daß Geheimrath Dr. Hinzpeter, der Erzieher unseres Kaisers, zum Nachfolger Herrn o. Goßlers ausersehen sei. Es wird hierbei auf die Absicht des Kaisers hingewiesen, die er seinerzeit gehegt, nämlich Herrn Hinzpeter zum Ministerial- Die schönste Frau Griechenlands, Aspasia, die Freundin von Perikles und Praxiteles, soll es meisterhaft verstanden haben, eine herrliche Kraftbrühe aus Hühner- und Lammfleisch zu kochen. Köstlich schildert auch Eduard Pötzl in seinen Humoresken „Rund um den Stephansthurm" eine Geschichte aus der Wienerstadt, betitelt: „Ein Löffel Suppe". Es ist darunter ein geradezu verschwenderisches Gelage zu verstehen, aber der erste Gang ist säst buchstäblich ein Löffel Suppe, eine Hühnerbouillon mit drei grünen Erbsen darin. Die drei Erbsen sind das Vorrecht der feinen Welt. Der kleine Adel ist gleichfalls noch an die drei Erbsen gehalten; der höhere Adel jedoch, meinte Pötzl, hat das Privilegium von zwei Erbsen. Eine einzige Erbse in der Suppe zu führen, ist nur den reichsunmittelbaren Fürsten und Grafen gestattet. Madame Carvalho sang eines Abends, wie „L'Evsne- ment" erzählt, die Parthie der „Lucia" auf einem Provinztheater und hatte sich bei einem in der Nähe befindlichen Traiteur ihre Lieblingssuppe bestellt. Um 9 Uhr ries der Restaurateur seine Magd. „Trage das zu Madame Mielan Carvalho, Du kennst sie doch?" — „Gewiß." — Die Suppe war vortrefflich und zeigte so viele Augen als Argus. Die Magd trug sie wie das heilige Sterbesacrament und kam gerade in dem Augenblicke an die Couliffen, wie Edgar zu Lucia sang: -Zu Dir wird all mein Leben, Mein Hoffnungstraum sich heben." Die Magd betrat entschlossen die Bühne, stellte ihre Schöffel aus die Rasenbank, gegenüber der Quelle, hob den Deckel ab, steckte den Löffel in die dampfende Brühe und sagte gelassen: „Wenn Monsieur und Madame fertig sind — da steht die Suppe!" Auch ein Extempore! • (Offenb. Ztg.) director im Cultusministerium zu ernennen, die aber an dem entschiedenen Einsprüche des Herrn v. Goßler scheiterte, welcher für den Fall der Ernennung Hinzpeters seinen sofortigen Rücktritt in Aussicht stellte. Inzwischen scheinen nun die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Kaiser und dem Cultus- minister über die von dem Monarchen geplanten Unterrichtsreformen eine entschiedenere Gestalt angenommen zu haben, so daß man füglich wohl von einer Erschütterung der Stellung Dr. v. Goßlers sprechen könnte. Auch die Gerüchte über den angeblich bevorstehenden Rücktritt des Eisenbahnministers v. Maybach sind jetzt plötzlich wieder verstärkt ausgetreten, ohne daß indeffen in dieser Beziehung zur Zeit zuverlässige Nachrichten vorlägen. Art-Krnd. Wien, 8. Juli. Die Haltung der Czechen, auch der Altczechen, gegen die Deutschen in Böhmen hat in letzter Zeit trotz des Ausgleiches wiederholt sehr zu wünschen übrig gelassen. Besondere Verstimmung ist aber in deutsch-böhmischen Kreisen durch die Wahl des Abgeordneten Heinrich zum Vertreter der Deutschen im Landesschulrathe seitens des Prager Gemeinderathes hervorgerufen worden. Dem letzteren steht laut der Ausgleichsbestimmungen das Recht zu, für sich je einen czechischen und einen deutschen Vertreter in den Landesschulrath für Böhmen zu entsenden und wenn nun der fanatisch czechisch gesinnte Prager Gemeinderath als deutschen Vertreter in genannter Körperschaft den Abgeordneten Heinrich bestimmt hat, so bedeutet dies eine freche Verhöhnung des Demschthums. Denn Heinrich ist ein bei seinen deutschböhmischen Landsleuten tief verhaßter Renegat, der mit czechischer Hilfe sein Landtagsmandat erjagte und seitdem stets mit den Czechen geht. Dieser Mann soll nun die deutschen Schulinteressen Prags im Landesculturrathe vertreten — die „N. Fr. Pr." hat da ganz Recht, wenn sie seine Wahl durch die Czechen einen „chnischen Scherz", eine frivole Beleidigung der Deutschen nennt! Von deutscher Sette werden scharfe Einsprüche gegen dieses Vorgehen der Prager Stadtvertretung vorbereitet. Washington, 8. Juli. Der Senat trat heute in die Debatte über den Bericht der aus Mitgliedern des Senats und des Repräsentantenhauses gebildeten Commission über die vorliegende Silberbill ein, faßte jedoch keinen Beschluß und vertagte die weitere Verhandlung auf morgen. — Das Repräsentantenhaus nahm den Entwurf zur Verhinderung von Schiffszusammenstößen auf Meeren gemäß den Vorschlägen der Maritimen Conferenz an. Netteste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 9. Juli. In der gestrigen Sitzung des Bundesraths theilte Staatssecretär v. Bötticher die Ergebnisse der Brüsseler Antisclaver ei-Conferenz mit. — Dem Beschlüsse des Reichstages wegen Errichtung des Nativnal- denkmals für Kaiser Wilhelm I. wurde die Zustimmung ertheilt und der Rest der Tagesordnung erledigt. Berlin, 9. Juli. Die Mehreinnahmen Preußens aus der Forst- und Bergwerksverwaltung, sowie aus den direkten Steuern im Rechnungsjahre 1889/90 betragen zusammen 25 Millionen, der Ueberschuß der ganzen Finanz- gebahrung während des gedachten Rechnungsjahres beträgt gegen 97 Millionen. An die Kreise gelangen auf Grund der lex Huene 47 Millionen zur Vertheilung. Berlin, 9. Juli. In der heutigen Sitzung des G e- sammt-Ausschusses des deutschen Schützenbundes wurde an Stelle des verstorbenen Vorsitzenden Sterzing (Gotha) Hauschild (Bremen) zum Vorsitzenden gewählt, Reinhardt (Frankfurt a. M.) zum Stellvertreter, Justizrath Bärwinkel (Frankfurt a. M.) zum Schriftführer wiedergewählt, Heinrich Wachendorff, (München) zum Stellvertreter neugewählt. Berlin, 9. Juli. Herr Metzel, Bureauchef des Herrenhauses, beging heute seine fünfzigjährige Doctor- Jubelfeier. Der Gesammtvorstand und das Beamtenpersonal gratulirten in kunstvollen Adressen- Staatssecretär Oehlschläger, die Professoren der Universität und Freunde wünschten ihm persönlich Glück. Die Universität Königsberg erneuerte das Doctordiplom. Wien, 9. Juli. Eine Ministerialverordnung verbietet im Einvernehmen mit der ungarischen Regierung wegen der Gefahr der Einschleppung ansteckender Krankheiten die Einfuhr und Durchfuhr von Hadern, alten Kleidern, altem Tauwerk, gebrauchter Leibwäsche, gebrauchtem Bettzeuge aus Spanien und Kleinasien. Paris, 9. Juli. Den Abendblättern zufolge wurde der Herzog von Maud zum spanischen Botschafter Hierselbst ernannt. — Der höhere Handelsrath votirte den Zolltarif für Baumwollengewebe und erhöhte die Zölle für gedrehte Gewebe um 20 pCt. London, 9. Juli. Die Postbeamten sandten ein Schreiben an den Generalpostmeister Raikes, worin sie erklärten, vor dem 27. d. M. nicht striken zu wollen, wenn die Nichtvereinler entlassen würden. Der Generalpostmeister lehnte aber die Entlassung der Nichtvereinler ab. — In Bowstreet fanden htzute keine Ruhestörungen statt,- die Agitation unter den Polizei beamt en dauert jedoch fort, obwohl die Polizisten ruhig ihre Dienste erfüllen. Loudon, 9. Juli. Die Bewegung unter den Postbeamten zur Verbefferung ihrer Lage dauert fort. Vierzig, dem Postbeamtenverein angehörige Beamte entfernten 70 Nichtvereinler gewaltsam aus dem Packetbureau, und 300 Briefträger des Generalpoftamts legten die Arbeit nieder, nahmen sie jedoch später wieder auf. Lord Compton vermittelt zwischen dem Generalpostmeister und den Telegraphenbeamten. Loudon, 9. Juli. Eine Deputation, bestehend aus Mitgliedern des Marktcomites, der City-Corporation und der Gesellschaft für Handel mit auswärtigem Vieh, sowie aus mehreren Parlamentsmitgliedern, ersuchte den Landbauminister Chaplin, die Einfuhr von Vieh und Schafen aus Schleswig-Holstein zu genehmigen. Minister Chaplin antwortete der Deputation, daß es ihm gegenwärtig unmöglich sei, ihr Begehren zu erfüllen. Christiauia, 9. Juli. Das Storthing wurde heute Nachmittag vom Staatsminister Stang geschlossen. Der König ist nach Marstrand abgereist. Bergen, 9. Juli. Der Kaiser traf hier mit dem deutschen Geschwader um 12 Uhr Mittags ein. Bergen, 9. Juli. Der deutsche Kaiser ist heute Nachmittag 5 Uhr hier an Land gegangen und besuchte das hanseatische Museum. Es heißt, der Kaiser begebe sich morgen früh auf der „Hohenzollern" nach Eide (Hardanger). Madrid, 9. Juli. Die „Epoca", das Organ des Ministerpräsidenten Canovas, wiederholt, das neue Cabinet werde sich von allen, die Nationen des Continents bewegenden Fragen zurückhalten und allen Völkern ohne Unterschied eine wahre und loyale Freundschaft entgegenbringen. Sofia, 9. Juli. Die „Polit. Corr." meldet: Infolge einer freundnachbarlichen Benachrichtigung der rumänischen Regierung von dem Auftauchen zahlreicher fremder, verdächtiger Elemente an der rumänisch-bulgarischen Grenze wies die bulgarische Regierung die Grenzpolizeiorgane in den Donaustädten an, ihre Wachsamkeit zu erhöhen und den Uebertritt der Agitatoren aus Rumänien zu verhindern. Konstantinopel, 9. Juli. Die amtliche Untersuchung betreffend den Mord Marinovics ergab, daß der Mord ein persönlicher Racheact gewesen sei. Der Zigeuner Sigo gestand, er habe mit einem anderen Zigeuner und drei Mohamedanern die Ermordung des Viceconsuls, welcher Sigo geschlagen, verabredet. Sigo wurde nebst den Mitschuldigen verhaftet. New Jork, 9. .Juli. Nach einem Telegramm aus Mexiko werden die mexikanischen Delegirten zum Chirurgeneon- greß in Berlin morgen via New-Dork abreisen. — An der Küste des Atlantischen Oceans herrscht außerordentliche Hitze. Cocotes tutb prooittsteUes. Gießen, 10. Juli. — Univerfit'ätsstiftuugssest. Die heute Morgen in der großen Aula veranstaltete Feier wurde mit einem a capella- Gesange vom Akademischen Gesangverein unter Leitung des Herrn Universitätsmusikdirectors Felchner stimmungsvoll und wirksam eingeleitet. Darauf hielt Seine Magnificenz der Rector, Herr Professor Dr. Adolf Philippi, die Festrede, die sich in tief eindringender und überaus geistreicher Auffassung mit dem derzeitigen Stande der philologischen Wissenschaft und den Gründen befaßte, die eine gewisse Geringschätzung derselben in manchen Kreisen herbeigeführt haben. Wir behalten uns ein ausführliches Referat über die hochinteressante Darstellung vor. Nach der Festrede erfolgte die Verlesung der Urtheile über die eingegangenen Preisarbeiten. Die von der theologischen Facultät gestellte Aufgabe hatte keinen Bearbeiter gefunden. Dagegen waren merkwürdiger Weife der juristischen Facultät diesmal zwei Preisarbeiten eingeliefert worden, von denen die eine Herrn stud. iur. Robert Heß aus Gießen, die andere Herrn stud. Carl Busch aus Darmstadt zum Verfasser hat. Beide wurden für würdig erachtet, an dem Preise zu participiren. Die medicinische Facultät erkannte nur einer der beiden eingegangenen Arbeiten, nämlich der von Herrn cand. med. Hermann Hahn aus Gießen her- rührenden einen und zwar den halben Preis zu. Den vollen Preis für feine gründliche Darstellung der Geschichte des Klosters Arnsburg erhielt Seitens der philosophischen Facultät Herr stud. hist. Carl Ebel aus Gießen. Ebenso wurde die mathematische Arbeit des Herrn stud. math. Heinrich Schnell aus Mommenheim mit dem vollen Preise ausgezeichnet. Mit einem kurzen Ueberblick über die im Laufe des Jahres im Lehrkörper unserer Universität eingetretenen Veränderungen , dem wiederholten Ausdrucke des ergebensten Dankes für die Fürsorge, die unser Landesherr unserer Hochschule zuwendet, und einem zweiten a eaxella-Gesange schloß die schöne Feier. — Die Znvaliditäts- und Altersverficherung von Hand- werkern und kleinen Landwirtheu. Je näher der Termin heranrückt, in welchem das neue deutsche Gesetz, betr. die Jnvaliditäts- und Altersversicherung in Kraft treten wird, um so nothwendiger ist es, die Bevölkerung wiederholt mit den wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes bekannt zu machen. Man nimmt gewöhnlich an, daß es nur die Arbeiter betreffe. Mit Recht ist in dem neuesten Jahresbericht der Gewerbekammer zu Leipzig darauf aufmerksam gemacht, daß auch den Wünschen der kleinen selbständigen Gewerbetreibenden durch die schließlich noch in das Gesetz aufgenommenen Bestimmungen über Selbstversicherung und Weiterversicherung thunlichst Rechnung getragen worden ist. Hiernach können Handwerker, kleine Landwirthe rc., welche nicht versicherungspflichtig sind, sich, dafern sie das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und noch nicht dauernd erwerbsunfähig sind, in der zweiten Lohnklaffe selbst versichern. Sie haben dann allerdings den' ganzen Beitrag als Arbeitgeber und Arbeitnehmer, und um den Reichszuschuß zu gewinnen, noch wöchentlich einen Zusatz von 8 Pfg. zu leisten. Ebenso köntttzn solche, welche als Gesellen, Arbeiter, Dienstboten rc. in Gewerbe- und Land- wirthschast gearbeitet haben und deshalb der Versicherung angehören, sich, wenn sie selbständig werden und die Versicherungspflicht für sie aufhört, selbst versichern. Auch diese haben außer den vollen Beiträgen einen als Ausgleich für den Reichszuschuß dienenden Zusatzbeitrag von wöchentlich 8 Pfg. zu leisten. — In besonderer Berücksichtigung der selbständig werdenden kleinen Handwerker und kleinen Landwirthe rc. sind diese als Betriebsunternehmer, wenn sie regelmäßig nicht mehr als einen Lohnarbeiter beschäftigen (Lehrlinge rc., welche keinen Lohn erhalten, können sie daneben noch haben), und nachdem für sie auf Grund der Versicherungspflicht vorher während mindestens fünf Beitragsjahren Beiträge -II yMn. Hl. EiDb-h bürg über ® eingelegten e worüber W Frieds Carl Schnei und brach bei V Böl des Haupt Wir feierten liches, nämlid des Gustav-A hat. Von all vereine, sown wurden von t geleitet. Wn mit Fahnen, । schmückt. W des Verwalt ritUlw’’8' ftepyS 4t? Ulrich So 'M vereine im ü die hautztpu deutet werde verfügen: i tifgimg an i Mjche ®en Hessens 3781 in Württemöe: Bosnien, Um Belgien, Jtal Gemeinden. 1 die stattliche ( eollecte soll Viernheim zu. ist Langen, ai Gustav-Adolfs freiwillige Be Abendmahlskel N zum Sei Ähringer aus str den Gusta Vaden unter dch fie das 1 coUecten nicht nützen. Es j Nach diesen Steinigung । Hfl Feßz der du lheilnehnier । R nach der Eindr Rentei N/ We. /Mrfi elfrÜ* U® Nu*g i 144 , 44 "°ch lebtl Nt. i1’ L»' Mit m - tt«93tyier de« :ier bege^ ^"= •(»«Ja“* i'ssar* 6ÄS'9* .brm^'°rsch'°d eine fr-md»,»»- ?artMen Grenze wies .^Minden Donau- rntliche Untersuchung be- errt M der Mord E Zigeuner Sigo ren Sigeuner und drei ^eonsuls, welcher Siao nebst den Mitschuldigen Telegramm aus Meyko M Chirurgencon- lv-Dork abreisen. - An erricht außerordent- öegenwärtig 3 unmoa- 3 H »inrieller. Gietzea, 10. Juli, e heute Morgen in der de mit einem a capelh- erein unter Leitung des elchner jtiomungsooll ’nelt i&eitit MagnHeenz f Philipp, die Festmd überaus geistreicher ande der philologischen , die eine gewisse Gering- ijen herbeigesühtt haben. > Reserat über die Hoch- Verlesung l>er Weile , Die von der theolo- ,atte keinen Bearbeiter zer Weise der juristischen eingeiiesert worden, von bert Heß aus Gieren, ch aus Darmstadt zum vürdig erachtet, an dem nische Facultät erkannte : Arbeiten, nämlich der Hahn aus Gießen her- m^reiS ;u. T)tn *x Am ber G-!chcht° d-s l 66et ati ®’*"' tit b£^ermstud.m»tiL -ter di- m !5fiS*fN ^»erficher«»g °°° Je er6etI. bie beut,d,l0fr treten n>«b' z in Krast ^^olt mlt völkerung machen- ; nur dl-»'" ©eroerbe- 6 6 art W • ©etnerbetr« ,cnomtneneIt ® glichst ,'rnut '«"" Mich«» *fä.**s» 1 flöte«1** gelte « * Lrftti I«1*/' Unb MO -OK t1" lT ,, wenn .am entrichtet worden sind, bei Fortsetzung oder Erneuerung des Versicherungsverhältnisses von der Beibringung des Zusatz- cheitrages von 8 Psg. befreit. — Ueber den in nächster Zeit in Gießen (Steins Garten) auftretenden berühmten Cornet-^-Piston-Virtuosen Hugo Türpe ging uns folgende, in der „Bayerischen Landeszeitung" abgedruckte Kritik zu: „Gleich hohes Lob müssen wir Herrn Hugo Türpe für den Vortrag der „Favorit- Fantasie" für Eornet a Piston von Hartmann zollen. Der Künstler embouchirt mit einer geradezu merkwürdigen Leichtigkeit. Wie oft versagt auch dem gewandtesten Pistonbläser der tine oder andere Ton. Bei Herrn Türpe aber kam jedes Nötchen goldhell, die Schwierigkeiten, mit denen die Com- position reich genug ausgestattet ist, scheinen für ihn gar nicht £U existiren. — Vergnügungsreifende machen wir auf den von der Kgl. Eisenbahn-Direction Hannover am 14. Juli von Hamburg über Gießen-Frankfurt a. M.-Weißenburg nach Basel eingelegten Sonderzug zu ermäßigten Preisen aufmerksam, worüber Näheres aus dem heutigen Inserat zu ersehen ist. Friedberg, 9. Juli. Heute Vormittag stürzte Dachdecker Carl Schneider von hier von der Salzmann'schen Scheuer und brach beide Arme. *** Büdingen, 9. Juli. 4 7. Jahresversammlung des Hauptvereins der Gustav-Adols-Stiftung. Wir feierten gestern wieder ein Fest, aber diesmal ein kirchliches, nämlich das Jahresfest und die Landesversammlung des Gustav-Adolf-Vereins, der schon so viel Gutes gewirkt hat. Von allen Seiten kamen heute die Vertreter der Zweigvereine, sowie das Präsidium des Hauptvereins hier an, wurden von dem Festcomite empfangen und in ihre Quartiere geleitet. Wie vor acht Tagen ist auch diesmal die Stadt mit Fahnen, Guirlanden und Kränzen auf das Schönste geschmückt. Gestern Abend von 7 bis 10 Uhr fand die Sitzung des Verwaltungsrathes und der Abgeordneten der Zweigvereine im Saale des „Gasthofs zum Stern" statt. Nur die Hauptpunkte der Verhandlungen mögen hier kurz ange- deuter werden. Der Hauptverein kann über folgende.Gaben verfügen: An den Centralvorstand 6000 Mk.; zur Schuldentilgung an drei hessische Gemeinden 2500 Mk.; an 20 andere hessische Gemeinden 12 334.45 Mk.- an Gemeinden außerhalb Hessens 3785 Mk.,- unter letzteren befinden sich Gemeinden in Württemberg, Bayern, Baden, Elsaß-Lothringen, Oesterreich, Bosnien, Ungarn, Rumänien, asiatische Türkei, Frankreich, Belgien, Italien, Rußland, zusammen an 75 verschiedene Gemeinden. Die Gesammtsumme der Zuwendungen beträgt die stattliche Summe von 24 619.45 Mk. Die heutige Fest- collecte soll den unbemittelten Gemeinden Herbstein und Viernheim zugewandt werden. Als Festort für nächstes Jahr ist Langen, auf dessen Einladung, erwählt worden. Hiesige 'Gustav-Adolfs-Freunde haben eine besondere Festgabe durch freiwillige Beiträge dargebracht, nämlich zwei sehr schöne Abendmahlskelche und eine Patene. — Ungemein interessant sind zum Schluffe die Mittheilungen des Herrn Pfarrers Zähringer aus Weinheim in Baden über Pfennigsammlungen für den Gustav-Adols-Verein. Diese Sammlungen finden in Baden unter der geschilderten Form einen solchen Anklang, daß sie das 10 bis 15sache einbringen und dabei den Haupt- collecten nicht allein nicht schaden, sondern ihnen eher noch nützen. Es sollen auch bei uns Proben damit gemacht werden. Nach diesen sehr interessanten Verhandlungen fand gesellige Vereinigung auf der „Rosenhöhe" (Fürstenhof) statt. — Der heutige Festzug, welcher sich aus dem Marktplatze aufstellte und der durch die vorherrschend dunkle Kleidung der Fest- Iheilnehmer einen ernsten, feierlichen Eindruck machte, bewegte sich nach der schönen, geräumigen Stadtkirche. Einen lieblichen Eindruck im Zuge machten die mit Schärpen und Blumensträußen geschmückten Schulmädchen. Der Festgottesdienst, welcher bis gegen 1 Uhr dauerte, wurde durch Gesänge des „Liederkranzes" und des „Casinogesangvereins" verherrlicht. Um 2 Uhr beginnt das gemeinschaftliche Mittagessen im Gasthof zum „Stern" und um 5 Uhr findet gesellige Vereinigung auf der „Saline" statt. x Elpenrod, 9. Juli. Der heute unter einem großen Gefolge Leidtragender beerdigte älteste Mann der hiesigen Gemeinde wie der Umgegend, Philipp Kömpf, dessen Tod bereits mitgetheilr wurde, hinterläßt einen Kreis von 144 noch lebenden Kindern, Enkeln und Urenkeln. x Elpenrod, 9. Juli. Ein Beispiel für „absond er- lidje Brütplätze der Vögel" bietet das Schiff unserer Kirche. An einer Wand desselben, unweit der Kanzel, hat ein Rothschwänzchenpaar sich einen dort hängenden Mooskranz, welchen die Schüler zur Confirmation gefertigt und hierhin gehängt, zu seinem Neste erkoren. Zur Zeit befinden sich Junge im Neste und die fürsorglichen Eltern lassen sich selbst durch den sonntäglichen Gottesdienst in ihrer Ernährungsarbeit nicht stören. Die Vögel sind so zutraulich, daß sie die seit einiger Zeit in der Kirche vorgenommenen Restau- rirungsarbeitert*nicht im geringsten geniren, ja jedenfalls sind gerade die letzteren, da während derselben das Kirchthor offen steht, die Veranlaffung zur Aussuchung des absonderlichen Brutplatzes. = Ulrichstein, 9. Juli. Als Beweggrund zum Selbstmord des Gendarmen Sch. ist eine an ihm in den letzten Tagen ersichtliche Gemüthskrankheit zu'bezeichnen. Der Unglückliche muß sich mit einer Platzpatrone oder mit Wasser- ladung getödtet haben, da der ganze Kopf so zerschmettert war, daß die Gehirnmasse oben an einem Baum hing. Der Helm, auf dessen Spitze der Mündungsdeckel des Gewehres sich befand, stand neben dem in sitzender Stellung sich befindlichen entseelten Körper. Dermifd^tes. * Darmstadt, 8. Juli. Die Landesbaugewerkschule hat neuerdings ihr Programm für den Winter 1890/91 versandt. Dieselbe soll Bauhandwerkern, Maschinen- und Mühlenbauern, Mechanikern und anderen Metallarbeitern Gelegenheit bieten, sich die für einen selbstständigen Gewerbebetrieb erforderlichen theoretischen Kenntnisse, sowie die noth- wendige Fertigkeit im Zeichnen zu erwerben. Ebenso dient die Schule zur Ausbildung von Werkmeistern, Parlieren, Bauaufsehern u. s. w. Die Schule umfaßt vier Abteilungen, drei für Bauhandwerker (Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Glaser, Weißbinder, Zimmermaler, Stukkateure, Ziegler, Töpser, Pflästerer u. s. w.), eine für Schlosser, Gürtler, Installateure, Spengler, Mechaniker, Maschinen- und Mühlenbauer, Pumpenmacher. Um strebsamen Handwerkern die Anstalt leicht zugänglich zu machen, werden für die erste Abtheilung der Bauhandwerker, sowie für die Abteilung der Metallarbeiter nur diejenigen allgemeinen Kenntnisse vorausgesetzt, welche in der Volksschule erworben werden können. Außerdem wird der Nachweis einer mindestens anderthalbjährigen Beschäftigung in einem technischen Gewerbe verlangt. Die Bildung einer oberen Abtheilung für Metallarbeiter ist im Werke. Anmeldungen zur Aufnahme haben bis zum 10. October bei sder Großherzoglichen Centralstelle für die Gewerbe in Darmstadt zu geschehen, der Unterricht beginnt am 15. November und dauert bis Mitte März. Das Unterrichtsgeld für die viermonatliche Dauer beträgt 40 Mk., die Ausgaben für Kost und Logis belaufen sich auf etwa 180 bis 200 Mk., für Schreib- und Zeichenmaterialien u. s. w. auf etwa 60 Mk. Gegenstände des Unterrichts find: Freihandzeichnen- darstellende Geometrie- Schatten- constructionen - Perspective- Bauconstructionen - Bauzeichnen- Maschinen-Zeichnen und -Construiren- Fachzeichnen für andere Gewerbe- Aufnahme und zeichnerische Darstellung von Bau- theilen, Gebäuden, Maschinen Juni) Werkzeugen - Entwerfen einfacher Bauanlagen und Maschinen- kunstgewerbliches Zeichnen. Ferner: technisches Rechnen- Buchstabenrechnung- Geometrie - Elemente der Trigonometrie - Physik und Mechanik - Festigkeits- und Stabilitätsberechnungen- Feldmeßkunde 'und Planzeichnen- gewerbliche Buchführung und Wechsellehre - Abfaffung von Geschäftsaufsätzen- Materialienkunde- Ausstellung von Kostenvoranschlägen- Modelliren. — Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Todt- geborenen, betrug in der Woche vom 22. bis 28. Juni in Mainz mit Castel 33, in Darmstadt 22, in Offenbach 21, in Worms 18 und in Gießen 7, zusammen 91, darunter 37 im ersten Lebensjahre. — Die Todesursache anlangend, verstärken an Masern und Rötheln 1 (Worms), an Rachenbräune 4 (Darmstadt, Offenbach, Worms und Gießen je 1), an Keuchhusten 1 (Mainz), an Unterleibstyphus 1 (Mainz), an Diarrhoe und Brechdurchfall 22 (Mainz 8, Darmstadt 1, Offenbach 8, Worms 5), an Wochenbettkrankheiten 4 (Mainz), an Lungenschwindsucht 8 (Mainz 4, Darmstadt und Worms je 1, Offenbach 2), an acuten und entzündl. Krankheiten der Athmungsorgane 4 (Mainz 2, Darmstadt und Offenbach je 1, an Gehirn-Apoplexie 5 (Mainz und Darmstadt je 2, Gießen 1), gewaltsamen Tod 2 Personen (in Mainz). O Mainz, 9. Juli. In der Zett vom 12.—14. Juli d. I. begeht der Mainzer Männergesangverein das Fest seines 25jährigen Bestehens. Mit einem Stamm von nur 13 Sängern gegründet, ist der Verein bis heute mit über 350 Mitgliedern einer der stärksten Gesangvereine hiesiger Stadt geworden. Das Festcomite, an dessen Spitze die Herren Oberbürgermeister Dr. Oechsner (Vorsitzender) und Provinzialdirector Geheimerath Küchler stehen, hat alle Vorbereitungen für ein glückliches Gelingen des Jubelfestes getroffen, die theilnehmenden Gesangvereine sind seit Langem eifrigst mit den Proben beschäftigt, so daß man also genußreichen Stunden entgegensetzen darf. Neben dem festgebenden Vereine und den Mainzer Gesangvereinen Liedertafel, Liederkranz, Cäcilia, Einigkeit, Liederzweig, Sängerbund, Sängerkranz und Sängerkreis, betheiligen sich von auswärtigen Vereinen: Cäcilia - Wiesbaden, Liederkranz - Aschaffenburg, Liederkranz-Bockenheim, Liederkranz-Friedberg, Liedertafel- Darmstadt, Männergesangverein-Darmstadt, Männergesang- verein-Wiesbaden, Melomania-Aschaffenburg und Sängerchor des Wiesbadener Lehrervereins, ferner Deputationen des Gefangverein-Castel, Liederkranz-Gießen, Neeb'scher Männer- chor-Frankfurt a. M. und Männergesangverein-Ludwigsburg. Die offizielle Jubelfeier findet am Samstag Abend 7 Uhr in der Stadthalle bei Militärconcert und Gesangsvorträgen der Mainzer Vereine statt. Sonntag früh'9 l/, Uhr ist großer Festzug vom Bahnhofsplatz durch die Stadt nach der Stadt« Halle- daselbst Ehrentrunk und Begrüßung der Sänger, sowie Beglückwünschung des Jubilar-Vereins durch Herrn Oberbürgermeister Dr. Oechsner Namens der Stadt Mainz. 11 Uhr Generalprobe für „Coriolan", dramatische Scene, gedichtet von dem Ehrenpräsidenten Jos. Laufs, componirt von Fr. Lux und unter dessen Leitung. Mittags 4 Uhr Festconcert in der Stadthalle unter Mitwirkung der städtischen Capelle, Frl. Frieda Schletterer-AugSburg (Coloratursängerin), Frau Johanna Reuter-Mainz (Sopran), Herr Hofopernsänger L. Krauß-Berlin (Tenor), sowie der auswärtigen. Gesangvereine, von welchen jeder einen Chor vorträgt. In der zweiten Abtheilung (Coriolan) sind die sämmtlichen Mainzer und der Aschaffenburger Verein zu einem mächtigen Chor vereinigt. Abends 9J/2 Uhr ist Festball in der Stadthalle, Montags Frühschoppen daselbst, Mittags von 5 bis 7 Uhr Concert der städtischen Capelle in der „Neuen Anlage", mit Gesangsvorträgen, Abends von 8—11 Militärconcert in der Stadthalle mit Gesangsvorträgen der anwesenden Gesangvereine. * Marburg, 8. Juli. Eine entsetzliche Blutthat ist in vergangener Nacht hier verübt worden. Der Taglöhner Heinrich Michel, aus Cölbe gebürtig, wurde in der Nähe der Elisabethkirche gegen Mitternacht erstochen. Wie die amtlichen Ermittelungen ergeben haben, kam Michel mit mehreren Bekannten aus der Wirthschast „Zum Anker" und । ging mit diesen die Straße hinunter. In der Nähe der ' Elisabethkirche gerieth er mit einem auf der Straße stehenden Menschen geringfügiger Ursache halber in Wortwechsel, woraus der Unbekannte sofort fein Messer zog. Michel bewaffnete sich hieraus mit einem am Wege liegenden Knüppel, indessen, ehe er seinen Gegner abwehren konnte, erhielt er einen wuchtigen Stich in den Oberschenkel, woraus der Thäter flüchtete. Michel wollte hinter ihm herlausen, doch nach wenigen Schritten brach er zusammen und starb auf der Stelle, da der Stich eine Hauptarterie zerschnitten hatte. Der Mörder hatte sich inzwischen in eine nahegelegene Wirthschast begeben und in aller Ruhe ein Glas Bier getrunken. Er wurde hier von einem Soldaten festgenommen, als er flüchten wollte. Es ist ein hier in Arbeit stehender „Pollake" Namens Melitzky aus Minetten bei Insterburg. Er will total betrunken gewesen sein. Der Ermordete ist ein junger Ehemann, Vater zweier Kinder. *-n Krofdorf, 8. Juli. Verflossenen Sonntag und Montag feierte der hiesige Turnverein sein 3. Stiftungsfest. Obwohl, nach den vorausgegangenen Tagen zu urtheilen, kein schönes Festwetter zu erwarten war, blieb der Himmel den Turnern doch gewogen und verschonte sie mit seinem häufig drohenden Regen., Das Fest nahm dadurch einen über alles Erwarten schönen Verlauf und das Programm konnte ungestört durchgeführt werden. Nachdem der Festzug auf dem Festplatz angelangt, begrüßte Herr Turnwart Ed. David die Versammelten in einer sehr sympatisch aufgenommenen Ansprache, worin er vor allem den Krosdorfer Jungfrauen für das dem Verein geschenkte Fahnen-Bandelier dankte und unter Anderem auf die große Bedeutung des Turnens hinwies, sowie das seitherige Wirken und Schaffen des noch jungen, jetzt ca. 120 Mitglieder zählenden Vereins schilderte, er schloß mit einem begeistert aufgenommenen Gut Heil auf die Deutsche Turnerschaft. Dem hieraus folgenden Schauturnen widmete das Publicum das regste Interesse und manche Uebung wurde durch Beisallrufe gekrönt. Um 6 Uhr begann das Tanzvergnügen, welches durch Gesangvorträge vom hiesigen und Gleiberger Gesang- und hiesigen Turnverein abwechselnd und Abends durch» einen Lampions-Reigen unter Leitung des zweiten Turnwarts Herrn Am end unterbrochen wurde. Tribüne und Festplatz waren schön decorirt und Abends mit Lampions beleuchtet, was einen hübschen Anblick bot. Moltke über das Trinken. Daß Gras Moltke ein Freund strenger Mäßigkeit im Genuß geistiger Getränke ist, weiß man längst, aber dadurch verliert die nachfolgende Aeußerung, welche der ehrwürdige Feldmarschall an die Redaction der in Dresden erscheinenden „Mittheilungen zur Bekämpfung der Trunksucht" gerichtet hat, nichts von ihrer Bedeutung. In ausländischen und auch wohl einigen deutschen Zeitschriften war Moltke das Wort zugeschrieben worden, das Bier sei der ärgste Feind Deutschlands- da die genannte Redaction an der Richtigkeit dieser Mittheilung zweifelte, bat sie Graf Moltke um Aufklärung und erhielt unterm 22. Juni aus Cudowa folgende Zeilen: „Den Ausspruch, „Bier sei der ärgste Feind Deutschlands", kann ich niemals gethan haben. Im Gegentheil, ich wünschte, wir könnten unseren Leuten ein gutes, leichtes Bier wohlfeil Herstellen. Der Preis von 15 und selbst von 10 Psg. ist für sie zu hoch. In Süddeutschland hat man den billigen Zider, bei uns in Norddeutschland ist leider nur der Schnaps wohlfeil. Ich selbst trinke weder Bier noch Branntwein, aber den Alcohob ganz zu verbannen, halte ich weder für wünschens- werth, noch für ausführbar, z. B. im Felde oder nach erschöpfender Arbeit, wo es darauf ankommt, die Kräfte — wenn auch nur vorübergehend — wieder zu beleben. Verderblich und allerdings einer der größten Feinde Deutschlands ist nur der Mißbrauch des Alcohols, und der findet leider in hohem Maße statt. Ein gesunder Mensch braucht bei mäßiger Anstrengung überhaupt kein solches Reizmittel und es für Kinder zu verwenden, wie es leider vielfach geschieht, ist geradezu frevelhaft. Dasselbe gilt für die Naturvölker, die auch nur Kinder sind. Ich wünschte, daß Kaffee, Thee und leichtes Bier wohlfeil, Branntwein theurer wären. Ergebens! Gr. Moltke, F.-M." Möchten doch diese Worte überall bekannt und nach Gebühr beherzigt werden! Die Vergiftung der Kinder mit Alcohol und die gleiche Vergiftung der Naturvölker verurtheilt Moltke entschieden- welcher einsichtige Menschenfreund thäte es nicht? Möchten doch endlich diejenigen, welche dabei be- theiligt sind, umkehren! Itnitxrfiiäts - Nachrichten. — Aus Jena, 8. Juli, wird geschrieben: Auf den Lehrstuhl für practische Theologie an der hiesigen Universität ist der Prioat- docent Lio. theol. O. Baumgarten, gegenwärtig Vorsteher des städtischen Waisenhauses zu Berlin, berufen. — An Stelle des nach Heidelberg berufenen Prof. Neumann ist der Assistent an der Universitätsbibliothek zu Erlangen, Privat- docent Dr. Gottfried Baist, als ordentl. Professor der romanischen Philologie nach Freiburg i. Br. berufen worden. Limburg, 9. Juli. (Fruchtmarkt). Rother Weizen19.-, weißer Weizen 18.70, Korn JL 14.05, Gerste JL —, Hafer JL 9.30, Erbsen JL —, Kartoffeln JL —. Gottesdienst der isratlitischtn Kktigiönsgesestschast Frettag Abend 780 Uhr, Samstag Vormittag 800 Uhr, Samstag Nachmittag 4« Uhr, Samstag Abend 9« Uhr.__ Temperatur der Lahn und der Lust am 10. Juli, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 131 /2, Luft 14 Gr. Briefkasten. Herrn E. W. in Plötzensee bet Berlin. Der Artikel in 155 war doch so schlimm nicht. Lesen Sie aefl. denselbm noch einmal durch und Sie werden finden, daß derselbe am Schluß wieder gut macht, was er zu Anfang krittstrte. Frdl. Grutz. N ed. N-4-°r,°ichn°t° Arbeiten sollen aus DÄ Maigasse 12. 2. 3. 15. 15. Brückenbau. vermiethen- Anguss Will. zu vermiethen- Neustadt Nr. 8. zu vermiethen. Marktstr. 32. W. Witte. 5707 Textors Hardt. in Wiese». 5803 5755 Sonnenstrabe 5. Marburg, im Juli 1890. Tendenz: schwach. 102 90 9040 Tendenz: matt. tf n n n 195.10 98 40 163.40 zu und Lohn gesucht. 5792 Wetzlar erforderlichen Arbeiten Lieferungen, nämlich: Erd- und Maurerarbeiten, Maurermaterialien, Zimmerarbeiten, 5801] Der 2. Stock meines neuen Hauses in der Bleichstraße, 6—8 Zimmer, zu vermiethen und alsbald zu beziehen. Näheres Löberftraße 3 I. __W. Steinbach. 5800] Ein kleines Familienlogis (Mansarde) nut Wasserleitung, pr. 15. August 5795] Ein Logis, 2 Zimmer nebst Zubehör, mit Wasserleitung, an ruhige Leute 5070] Eine kl. Wohnung zu vermietben. M. Äantt, Kirchenplatz 8. »arpener , Ostpreußen 155.251 Bochumer GußstahlaLtiev schlagt zu ca. 3600 JL, Wiederherstellung einer Stau-An- läge im Kleebach zu Niederkleen, veranschlagt zu 90 A Herstellung zweier Röhrenkanäle bet Vollnkirchen, veranschl. zu 150 4. Ausbau des Weges von hier nach Mrnchholzhaufen innerhalb der Werksteine, Eifenconstruction (Träger mitZores- belag und Gitter), sollen in öffentlichem Verding vergeben werden. Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Sonnabend, den 12. Juli, Mittags 12 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten einzureichen, wo auch die Zeichnungen, Anschläge und Bedingungen eingesehen werden können. Wetzlar, den 4. Juli 1890. Der Kreisbaumeister: schriftliche Forderungen, welche bis zum 16. d Mts., Vorm. 10 Uhr, fier eingegeben fein müffen, öffentlich vergeben werden: 1. Anlage eines Langströhrenkanals, Entwässerung und Pflasterung einer Ortsstraße zu Ebergöns, veran- vermischte Anzeigen. 5793] Gesucht ein möbl. Zimmer in der Nahe der Aula, Bel-Etage oder zweiter Stock. „ Offerten unter Nr. 5793 an die Exped. d. Bl- ________________________ 5756] Ein möblirtes Zimmer zu öct» miethen. Südanlage 3, Hinterhaus. Allen Freunden und Besuchern der vom 11.—13. Juli in Marburg stattfindenden großen landwirthschaftlichen Ausstellung mache hierdurch die ergebene Mitthellung, daß ich vom 1. Juli an die seither von Herrn N. Freidhof, Kasernenstraße, geführte Restauration übernommen habe. Indem ich meine reichhaltige Speisekarte, gute Weine und Biere rc. rc. in empfehlende Erinnerung bringe, zeichne Hochachtungsvoll Die zum Reubau der Dillbrücke vor der Neustadt Zur Desinfection (Karbolsäure, rohe, „ «eine, Creolin, Chlorkalk, DeSinfeetionSpulvsr, Eisenvitriol, Salzsäure, Doppelt schwefligs. Kalk, Carbolseife, Creolinseife, Schwefelcarbolsäure rc. rc. Drogerrgefchäft von Otto Schaaf, Settersweg 39. [5641 Oesterr. Credttactien Oesterr. DtaatSbcHn-Aewn Dortmunder Union-Attien Darmstädter Bankattim Röhrles Bfterhalle. SamStag den 12. Juli: Grosses Concert susgeführt von der (Kapelle des 2. Badischen Dragoner- Regiments Nr. 21 (Bruchsal, Baden) unter Leitung des Stabstrompeters Herrn Alb. Johannes. Anfang 8 Uhr. Entrse 30 Pfg. aflT Wie bekannt, concertirt diese Capelle häufig in Badet^Baden und ist ihresvorzüglichen Spiels wegen auch in den größeren suddeutschen Städten (Mannheim, Karlsruhe rc.), allgemein beliebt und gesucht. 0/01 Goxrsbericht von E. Wasserschleben, Bankgeschäft. Msskfirrttr NSrf- vom 10. Juli 1890. Schlußcourf« l Uhr 15 Mn. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem Hin- scheiden unseres lieben Sohnes und für die zahlreichen Blumen- spenden sagt herzlichen Dank 5794 Schutzmann Wolf nebst Fran und Kindern- TelearMischrr Lourtbrricht der Berlin» BSrse vom 10- Juli 1890. 164.601 Dt»cont0'Lom.«SutheUe 218.75 Wegen Aufgabe meines Detailgeschäftes verkante meine Waarenvorräthe, als Uhren, Gold- u. Silber-Waaren ZU den denkbar billigsten Preisen. [5488 Wilh. Böger, Arbeiterkleider empfiehlt in nur besten Qualitäten und dauerhafter Arbeit 520, Robert Stuhl, R-MM 23. Nachdem die Gemeinde Rüddingshausen beantragt Hat, daß ihr: die inachverzeichneten Grundstücke, Gemarkung Rüddingshausen, welche im Grundbuch den beidemerkten Personm ohne Titel zugeschrieben sind: 1) Johannes Dietz 1. XXVII. 100. 2) Elisabeth Dietzler XXIX. 31. 3) Johann Drucker WiUwe XXIX. 69. 4) Heinrich Dietzler XXVIII. 348,3. 5) Daniel Dörr XXIX. 36. vv_T_„ OAO 6) Johann Heinrich Dietz II. XXIX. 109. XXVIII 343. 7) Jakob Dietz I. XXIX. 72. 8) Konrad Dietz XXIX. 7. 9) Jacob Feldbusch xxvni. 323. XXIX. 861/2. 10) Johannes Fink XXIX. 49. 51. 11) Heinrich Feldbusch I. XXIX. 40. 12) Johann Heinrich Friedrich I. XXIX. 124. 13 Seibert Friedrich XXVUI. 324. 14) Georg Heid XXIX. 135. 15) Heinrich Krug XXIX. 113. _ 16) Johannes Kraft, I. S. XXVIII. 346. XXIX. 80. 17) Johannes Koch Erben XXIX. 60. 18) Johannes Loth und Johann Heinrich Loth XVII. 109. XXIII. 345. 19) Heinrich Linker II. Erben XXIX 22. 20) Johann Heinrich Müller Erben XXIX. 7o. 21) Andreas Magel II. XXIX. 44 und 58. 22) Heinrich llllagel XXIX. 125. 23 Johannes Orb XXVIII. 358. 504. XXIX. 134. 24 SM XXVIII. 359. 363. 503. XXIX. 105. 106. 25) Johannes Peter XXIX. 59. 26) Konrad Rieb XXIX. 130. 27) Johannes Rieb I. XXIX. 17. 28) Johann Heinrich Sohl jun. XXIX. 18. 29) Johannes Scheerer Wittwe XXIX. 74. 30) Jacob Weimer Wittwe XXIX. 79. 31) Peter Weimer XXVUI. 325. XXIX. 8. 78Vr sämmtlich von Rüddingshausen, _ M 32) Johannes Müller von Höingen XXVIII. 349. 506. XXIX. 15. 32. auf Grund Ersitzung zugeschrieben werden, und die bisherigen Etgenihumer, wie deren Rechtsnachfolger unbekannt sind, werden alle, welche auf das Eigenthum Ansprüche erheben zu können glauben, hierzu mit Frist von v zwei Monaten • auiaefordert, als sonst Anerkennung der Ansprüche der Antragstellerin angenommen und die zum Eintrag im Grundbuch nöthige Urkunde ausgestellt werden wurde. Homberg, den 28. Juni 1890. 5796 «roßherzogliches Amtsgericht. 4524] Logis im 2- Stock, bestehend aus 5 Zimmern mit Zubehör, per 1. August zu vermietben.Schillerstraße 9. Gemarkungen a) Hörnsheim, veranfch-zu 1800-^., b) Lützellinden, „ . 5300 „ Kosten-Anschläge rc. rc. können hier eingesehen werden. Groß'Rechtenbach, 7. Juli 1890. 5790 Das Bürgermeister-Amt. Neue holländische MWriuge empfiehlt (5700 Emil Fischbach. Ein Geschäftshaus in «Wat, beste Lage der Stadt, zu jedem Geschäft geeignet, steht unter sehr günstigen Bedingungen zu verkaufen (event. zu vermiethen). Nähere Auskunft wird ertheilt 5598] Bahnhofstraße 4, Wetzlar. 364] Die berühmten WieSbadenerHanS- macher Nudeln v. C. Weiner, keine sog Fabriknudeln, empfehlen W. Schombet, Neuen Bäue 10 u. E. Roth, Wallthorstr. 5. Mehrere noch brauchbare Treppen zu verkaufen. Karl Zimmermann, 5812__Neuenbäue 15. 40( 0] Ein großer Oleander und zwei große Feigen - Bäume zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 5806] Stachel- und Johannisbeeren verkauft Fr. 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Zu demselben gelangen auf den Stationen Harburg, Luneourg, Uelzen, Celle, Hannover, Northeim, Göttingen, Münden, Cassel, Marburg und Gießen Sonderzugs- und auf den Stationen Geestemünde, Bremen, Minden, Hameln und Hildesheim Anschlußrückfahrkarten L, 11. unö III. Wagenklaffe nach Frankfurt a. M. und Basel zum em^chen Schnell- rugshinsahrtpreise und mit 45 tägiger Gültigkeitsdauer zur Verausgabung. Die Rückreise kann mit beliebigen fahrplanmäßigen Schnell-und Personenzügen bewirkt werden, wobei ab Frankfurt a. M. auch der Weg über Bebra-Göttingen gewählt werden darf. Ausgeschloffen von letzterem sind indeß die Fahrkarten ab Caffel, Marburg und Gießen. Fahrtunterbrechung ist auf der Hinreise nicht gestattet. Für die Rückreise sind die Aufenthaltsstationen in den Fahrkarten bezeichnet. Auf jede Fahrkarte eines Erwachsenen werden 15 kg und auf jede halbe (Kinder.) Fahrkarte 7 kg Freigepäck gewährt. Die Abfahrt erfolgt von Hamburg 855 Abends am 14. Juli, „ Hannover 1214 Nachts 1R „ Caffel 330 Vorm. von Frankfurt-Sachsenhausen 913 „ „ 15. „ Alles Nähere ist aus den auf den betreffenden Stationen aushangenden Bekanntmachungen zu ersehen oder bei den Fahrkarten-Ausgaben zu erfragen. . . 15813 Königliche Eisenbahn-Drrectton zu Hannover. 4 pCt. Reichsanleihe \ * Preu§» ConsolS BVi , 107.10 100 70 106 70 10070 4 pCt. Ungar. Goldrente 5 , Italiener Rente Oesterr. Silberrente! Ruff. Orient IH. 8900 93 90 77 40 73.00 DiSconto-Comm. 218 60 Buschtherader 403 50 Darmstädter Bank-Att. 155 80 Elbethal-Bahn-Act. 20575 Dresdener Bank-Att. 154 00 Gotthard-Bahn-Act. 162.10 Berliner Handelsges. 162.50 Schweizer Nordost 137 00 Oesterr. Credit-Act. 262 62 » West 39 30 Wiener Bankvereins-Act. 103.25 Gelsenkirchener 163,50 Oesterr. Staatsbahn 204 62 Ver. Kön.- und Laurahütte-Att. 140.40 Lombard» Eisenbahn 119 00 Oesterr. Alpine-Montan 8190 ReiSvbauk-DiSeont 4 pEt. — Frankfurter Bank-Diskont 4 pCt. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Der mit Vloniags- Die Mener eidjefllM btig^r A knnahme von -olgtnbffl Tag tw die Benutz«! Mit Genehm und der Justiz von unter Zustimmung wird megen Benu BKngen destimmt MM Ar men veiAchtete Wiegmeister oder auf der Waage z Der 3Biegm ihnen lugefynben zu leisten. Die Aufforder Verkäufer) direct der Wiegmeister de an die Graßh. $ zum Wiegen anha Anzeige erstatten m Der Wiegmeis die von ihnen besor welchem unter fortlar a) der b) der c) Dad e) das f) der Der Wieaniei Mittag m, aus ber 5,11 WtzM A Q 8on jebfl 9) $ i“ l * itbei «bet 100 iebei 1 Riebet «bet im Se, S ’*?*'** 0 «US dbr iet Ä