Nr. 132 Mittwoch den 11. Juni 1890 Der Kießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener M«mitieuötätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Vierteljähriger Aöonnementsprels: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. 4... Amts- und Anzeigedlntt für den Areis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamilienötätter. Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. SM—M——■■■■■■■■■■■———W Deutsches Reich. Darmstadt, 9. Juni. Seine Königliche Hoheit der Großherzog werden nächsten Mittwoch von Friedberg hierher kommen und im Großherzoglichen Schlosse absteigen, um Audienzen zu ertheilen, sowie Vorträge entgegenzunehmen. 2lu»lattO. Eydtkuhnen. 8. Juni. Der Kronprinz von Italien tras Nachmittags um 5 Uhr 50 Min. mittelst eines russischen Separatzugs hier ein. Aus dem Perron war eine Ehrenwache vom Füsilierregiment Graf v. Roon (Ostpreußisches Nr. 33) ausgestellt. Nach Entgegennahme der Meldungen der zum Empfange befohlenen höheren Militärs und höheren Civilbeamten nahm der Kronprinz den Rapport entgegen und schritt unter den Klängen der italienischen Nationalhymne die Front ab. Hierauf fand Vorbeimarsch der Ehrencompagnie in Sectionen statt. Nach einem Aufenthalt von 36 Minuten erfolgte nm 6 Uhr 26 Min. die Weiterreise nach Berlin mittelst Sonderzuges. Prag, 8. Juni. Der Arbeiteragitator Franz Jaek wurde heute wegen Verbreitung aufreizender Druckschriften verhaftet und dem Strafgericht übergeben. Rom, 8. Juni. Der König hat heute das Decret unterzeichnet, durch welches das Entlassungsgesuch des Unterstaats- secretärs im Ministerium des Innern, Fortis, genehmigt wird. Queenstown, 8. Juni. Der hier eingetroffene Dampfer der Anchor-Linie, „City of.Rom", mit 800 Passagieren an Bord, stieß heute um 4 Uhr Morgens aus den Fastnet-Felsen an der Südküste von Irland auf und erlitt am Vordertheil Schaden. Ein größeres Unglück wurde durch schnelles Umdrehen der. Maschine verhindert. Unter den Passagieren herrschte die größte Aufregung, welche durch den zur Zeit herrschenden dichten Nebel noch gesteigert wurde. Deutscher Rerehstag. 12. Plenarsitzung. Montag, 9. Juni 1890, 1 Uhr. Eingegangen ist ein Weißbuch über Ostafrika, Nieder- lassungsvÄ-'trag mit der Schweiz und Nachtragsetat (Gehaltsaufbesserungen). Von dem Abg. Baumbach (dfr.) wird die von demselben eingebrachte Interpellation, betr. den Niederlassungsvertrag mit der Schweiz, zurückgezogen, da dieselbe durch den inzwischen erfolgten Abschluß des Vertrages erledigt ist. Es folgt die zweite Berathung des Nachtragsetats (betr. die Colonialsorderungen 4,890,000 Mk. und zu Bauausführungen im Auswärtigen Amt 140,000 Mk.). Die letztere Forderung wird debattelos bewilligt. Die Commission beantragt, die Forderung von 4,500,000 Mk. zur Unterdrückung des Sclavenhandels zu bewilligen. Abg. Goldschmidt (dfr.): Ich bin Anhänger der Colonialpolitik gewesen und habe für die früheren Colonialsorderungen gestimmt. Jetzt aber geht die Colonialpolitik über den anfänglichen Rahmen hinaus. Nur die ostafrikanische Gesellschaft hat ein gewisses Interesse an den dortigen Unternehmungen. Wir können leicht in die Lage kommen, den Besitz dieser Gesellschaft als Kroncolonie übernehmen zu müssen. Der deutschen Ehre geschieht kein Abbruch, wenn wir uns von Ostafrika zurückziehen und für den Schutz dort angesessener Deutschen in angemessener Weise sorgen. Angesichts der großen Ausgaben, die uns bevorstehen, kann ich die Verantwortlichkeit für die Folgen der Bewilligung der hier geforderten Summen nicht übernehmen und stimme gegen dieselben. Abg. vr. Dohrn (dfr.) erklärt sich ebenfalls gegen die Bewilligung. Bisher habe die Colonialpoliük noch keinen nennenswerthen Erfolg auf unseren Exporthandel gehabt - nur die seit längerer Zeit der ostasrikanischen Küste ferngehaltenen Elfenbein-Vorräthe haben infolge ihres plötzlichen Anlangens an der Küste ein Emporschnellen der Export- und Jmportziffern zur Folge gehabt. Förderung des Verkehrs im Lande ist das einzige richtige Mittel, um die Cultur dort zu fördern. Gegenüber den Leistungen der. ostasrikanischen Gesellschaft ist die hier verlangte Summe, die allein dieser Gesellschaft zu Gute kommt, eine ganz enorme. Wenn aber selbst die Gesellschaft prosperirte, so würde man vielfach inländische landwirthschaftliche Interessen schädigen. Nicht blos Dr. Fischer allein, sondern auch zahlreiche andere Reisende haben übereinstimmend diejenigen Gegenden Ostasrikas, die für uns in Betracht kommen, als in höchstem Maße gesundheitsschädlich geschildert. Eine Garantie dafür, daß das in Ostafrika angelegte Capital eine gute Rente giebt, wird auch Herr Major Liebert nicht übernehmen können. Für diese Vorlage ein gutes Wort einzulegen, bin ich um so weniger im Stande, als sich die Finanzlage in der letzten Zeit so wenig günstig gestaltet hat, daß man auf alle irgend entbehrlichen Ausgaben verzichten muß und deshalb stimme ich gegen die Vorlage. Abg. Graf v. Mirbach (eons.): Die ostafrikanische Gesellschaft ist ein deutsches Unternehmen, das dort gefährdet war und des Schutzes der deutschen Negierung bedurfte. Das afrikanische Klima mag ja aus nördliche Völker eine gewisse geistige Depression hervorbringen, allein das geschieht bei anderen Völkern auch. Die Colonialpolitik sollte nicht als Parteipolitik behandelt werden- auch in meiner Fraction ist das Maß des Wohlwollens ein sehr verschiedenes- trotzdem sind wir einig, für die Vorlage zu stimmen. _ Ich wünschte wohl im Interesse unserer Landwirthschaft, daß die Frage der Colonialpolitik einige Jahre zurückgesetzt worden Wäre. Allein ich sehe ein, daß die Erwerbung eines größeren Terrains für uns nur möglich ist, wenn wir jetzt in Ostafrika vorgehen. Deutschland hat die Mission, für Kultur und Gesittung in Ostafrika einzutreten, und es ist ein Verdienst der ostasrikanischen Gesellschaft, durch den Vertrag mit dem-Sultan von Zanzibar die ostafrikanische Küste in den Machtbereich der deutschen Regierung gebracht zu haben. Major Wißmann hat die ihm ausgetragene Ausgabe prompt und muthvoll erledigt. Wir müssen uns aber bereit finden lassen, das Gewonnene festzuhalten und ist es ein großer Fehler, wenn man, wie es oft geschieht, die ostafrikanische Gesellschaft discredirt. Ich hoffe, die Forderung für Ost- afrika wird mi^ großer Mehrheit bewilligt werden. Abg. Haußmann (Volksp.): Es ist zu bedauern, daß wir über die Verhältnisse in Ostafrika noch immer nicht im Klaren sind und noch immer nicht wissen, wie sich die Verhältnisse dort gestalten werden. Welche Mittel sind noch erforderlich? Soll der Besitz der ostasrikanischen Gesellschaft eine Kroncolonie werden oder nicht? Ich will Deutschland nicht ausschließen, seine Kultur und Gesittung in Afrika zu verbreiten. Aber man soll sich nichk einbilden, solches Unternehmen mit 4 Millionen durchsetzen zu können. Dazu sind Jahr für Jahr viele Millionen nöthig. Solche Ausgaben aber können wir jetzt, angesichts der Militärvorlagen, nicht machen. Die Ehre unseres Landes ist in Ostafrika nicht engagirt. Wäre es der Fall, so würden wir unbedenklich die Consequenzen ziehen. Aber die der Regierung zugefallene Ausgabe ist gelöst und wir müssen uns hüten, durch neue Unternehmungen die Ehre Deutschlands engagiren zu lassen. Daß die Colonialpolitik eine Forderung der nationalen Empfindung sei, können wir in Süddeutschland nicht sagen- dort besteht in den weiteren Volkskreisen . diese Empfindung nicht. Wir lehnen die Vorlage ab, weil sie uns Lasten auflegt, deren Consequenzen nicht abzusehen sind. Staarssecretär im Auswärtigen Amt Frhr. v. Marschall: Es ist seltsam, hier die Politik der Negierung unklar und verschwommen bezeichnet zu hören in demselben Momente, wo im Auslande diese Politik als einsichtig, energisch und zielbewußt anerkannt wird. In den weiten Volkskreisen findet die Politik der Regierung Anerkennung und Beifall. (Na, na! links.) Ein festes Programm aufzustellen hält die Regierung nicht für zweckmäßig, weil es sonst leicht passiren könnte, daß wir eines Tages wieder von vorn anfangen müßten. Abg. Dr. Bamberger (dfr.). Der Credit eines Unternehmers ist nicht von der Reclame abhängig, die man für sein Unternehmen macht und Kaufleute, die auf die Reden aus dem Parlamente und von Regierungscommifsarien etwas borgen, die gehen bankerott. Ob man Geld in Colonialunternehmungen anlegen soll, das wissen die Colonialenthusiasten am wenigsten. Am besten wissen es die Leute, die Jahr aus Jahr ein Erfahrungen in solchen Dingen sammeln. Die beste Art, sich und dem Lande zu nützen, besteht darin, Geschäfte zu machen, bei denen man Etwas gewinnt. Solche Geschäfte kann man auch in Deutschland machen und es ist ein Jrrthum der neueren Zeit, sich einzubilden, man müsse Länder besitzen und Soldaten dorthin schicken, um Geschäfte zu machen. Wenn wir die Millionen, die Kanonen und Gewehre in Afrika lassen und uns ganz von dort zurückziehen, dann werden wir immer noch ein gutes Geschäft machen und viele Millionen sparen, die sonst später noch nöthig werden dürften. Wo man das nationale Empfinden für die Colonialpolitik suchen soll, weiß ich jetzt nicht mehr, denn ich glaubte bisher, in Süddeutschland sei diese Empfindung zu Hause. Herr Haußmann hat uns heute von dort das Gegentheil versichert. Jedenfalls können solche Empfindungen auch irreführen. Begeisterung wo sie hingehört und Berechnung wo sie am Platze ist- aber nur keine Verquickung von beiden. Die Colonialpolitik ist kein Product nationaler Begeisterung, sondern ein Ausfluchtsmittel, um für die Schranken der Zoll- polittk einen Ersatz zu bieten. Der Ruhm für die Thaten in Ostafrika gebührt vielmehr der deutschen Marine als dem Major Wißmann, der ja von seinem anfänglichen Princip der absoluten Vernichtung und Unterdrückung der Araber auch zurückgekommen ist. Mit einem bestimmten Plan nach Afrika zu gehen wäre noch thörichter, als überhaupt hinzugehen - jedenfalls geht man auf gut Glück hin. Lassen Sie es genug sein an der unerschwinglichen Militärlast in Europa und laden Sie uns nicht noch die unübersehbaren Lasten für Colonialpolitik dem Volke auf. Abg. Scipio (natl.) tritt als Mitglied des Aufsichts- raths der Ostafrikanischen Gesellschaft für dieses Unternehmen ein und begründet die Nothwendigkeit einer Colonialpolitik. Afrika biete werthvolle und vielfach verwendbare Rohproducte für Handel und Gewerbe. Der deutsche Colonialverein zähle über 18 000 Mitglieder in ganz Deutschland und man kann deshalb nicht sagen, daß die Colonialpolitik in weiteren Kreisen der Bevölkerung nicht beliebt sei. Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Dienstag 2 Uhr. Präsidentenwahl. Antrag Richter (Paßzwang im Elsaß), Fortsetzung der heutigen Debatte. Schluß 41/2 Uhr. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Berlin, 9. Juni. Der Bundesrath beschloß, das Nationaldenkmal des Kaisers Wilhelm I. auf dem Platze der bisherigen Schloßfreiheit in Gestalt eines Reiterstandbildes zu errichten und über den Denkmalsentwurf einen engeren Wettbewerb auszuschreiben. Ferner stimmte der Bundesrath der Abschließung des Vertrags über den internationalen Eisenbahnfrachtverkehr auf Grund der Entwürfe der Berner Conferenz zu, jedoch unter Vorbehalt der Ratification. — Der „Reichsanzeiger" meldet: Das Staatsministerium beschloß, den zu Capitularvicaren gewählten Domherren Kraus und Likowski die Ausübung bischöflicher Rechte und Verpflichtungen ohne die vorgeschriebene eidliche Verpflichtung zu gestatten. Berlin, 9. Juni. Der Kronprinz von Italien passirte heute früh 7 Uhr 30 Min. den Centralbahnhof. Der italienische Botschafter, die Mitglieder der Botschaft und der Stadlcommandant waren anwesend. Der Aufenthalt dauerte 5 Minuten, Launay begleitete den Kronprinzen nach Potsdam. Potsdam, 9. Juni. Der Kronprinz von Italien traf 8 Uhr 5 Min. auf dem festlich geschmückten Bahnhofe ein, wo eine Ehrenwache von den Gardejägern ausgestellt war. Der Kaiser in Garde-Ulanenuniform küßte den Kronprinzen mehrmals, hierauf folgte die herzliche Begrüßung durch die anwesenden Prinzen, Parademarsch, sodann Vorstellung des gegenseitigen Gefolges und der Spitzen der Behörden. In vierspännigem Galawagen fuhr der Kaiser mit dem Kronprinzen nach dem Stadtschloß, wo nach dem Parademarsch der Ehrenwache der Kronprinz in seine Gemächer geleitet wurde. Nach kurzer Rast fuhren der Kaiser und der Kronprinz nach dem neuen Palais, um die Kaiserin zu begrüßen. Nach Einnahme des Frühstücks stiegen Kaiser und Kronprinz zu Pferde und ritten nach dem Bornstedter Feld zur Besichtigung der Cavallerie. Potsdam, 9. Juni. Die Kaiserin fuhr mit der Herzogin Friedrich Ferdinand, der Prinzessin Heinrich und dem Kronprinzen von Italien nach dem Bornstedter Felde, wo der Kronprinz zu Pferde stieg. Der Kaiser, umgeben von glänzender Suite, erwartete an der Spitze der 2. Garde- Cavallerie-Brigade die Herrschaften. Nach dem Abreiten der Fronten folgte die Besichtigung der Truppen, wobei der Kaiser die Evolutionen selbst mitritt. Hierauf war Feuergefecht mit dem zweiten und dritten Bataillon des ersten Garderegiments, sodann Parademarsch der Escadronscolonnen im Trabe. Der Kaiser und der Kronprinz ritten an der Spitze des 1. Garde - Ulanen - Regiments nach der Kaserne zurück, wo sie ein Lunch einnahmen. Bremen, 9. Juni. Heute Vormittag 10 Uhr fand im Ausstellungspark die Eröffnung der Handels-Ausstellung durch den Vorsitzenden derselben, Pagenstecher, statt. Straßburg i. E., 9. Juni. Für die nächstjährige landwirthschaftliche Ausstellung wurde Bremen bestimmt. Paris, 9. Juni. Der „Temps" erklärt, anderweitigen Meldungen gegenüber, daß das französische Geschwader nicht nach Spezzia geht. Ebenso sei die Nachricht unrichtig^ daß der französische Botschafter Billot mit der italienischen Regierung ein Arrangement abgeschlossen habe, wodurch der französisch-italienische Zolltarif abgeändert werde. Perigenx, 9. Juni. 'Constans ist zur Vertheilung der Preise für den Ackerbauverein hier eingetroffen. Bei dem Empfang der Maires des Departements hielt Constans eine Rede, worin er betonte, daß die Republik allen Franzosen von gutem Willen offcnstände. London, 9. Juni. Das Oberhaus lehnte mit 119 gegen 49 Stimmen die Bill ab, welche auch Frauen die Qualification zur Mitgliedschaft bei Grasschaftsräthen beilegt. Die Regierung hatte die Bill bekämpft. Petersburg, 9. Juni. Nach amtlichen, mit dem 7./19. Mai abschließenden Berichten war der Stand der Wintersaaten im größten Theile des europäischen Rußlands ein guter, an vielen Stetten sogar ein sehr guter. Mittelmäßig standen die Wintersaaten in Livland und Kurland, im Zarthum Polen, in Podolien und Bessarabien, unbefriedigend in einigen nordöstlichen Gouvernements. Sofia, 9. Juni. Fürst Ferdinand ist, der „Polit. Corresp." zufolge, in Bratza, wohin er sich zur Enthüllung des Denkmals für den Dichter Botiw begeben hat, begeistert empfangen worden. Bei der gestrigen Enthüllungsseier hielt der Fürst eine Ansprache, in welcher er die Bulgaren aufforderte, das Andenken der für das Vaterland Gefallenen zu ehren. Bei dem Festbanket toastete der Fürst auf das Wohl Bratzas und das Gedeihen der bulgarischen Nation- Stam-' bulow aus alle Patrioten, an deren Spitze der Landes- sürft stehe. Suez, 9. Juni. (Meldung des Bureau Reuter.) Major Wißmann ist, begleitet von Dr. Bumiller und einem Verwandten des Sultans von Zanzibar, welcher Geschenke des Sultans für den Kaiser Wilhelm überbringt, aus Zanzibar hier eingetroffen und nach Kairo weitergereist. Kairo, 9. Juni. Major Wißmann, der heute hier eingetroffen ist, wurde von der deutschen Colonie und den gesellschaftlich hervorragenden Persönlichkeiten anderer Nationen, auch von Casati, aufs Herzlichste begrüßt. Wißmann reist zu Ende der Woche nach Berlin weiter. Cocales rrnd Provinzielles. Gießen, 10. Juni. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 12. Juni 1890, Nachmittags 4 Uhr: 1. Gesuch des H. Kinkel um Ertheilung der Concession zum Wirthschaftsbetrieb. 2. Desgl. des Conditors Ludwig Döll. 3. Gesuch des Specereihändlers H. Hansel um Er- laubniß zum Verkauf von Branntwein über die Straße. 4. Baugesuch des Valentin Fießer. 5. Baugesuch des Ludwig Kohlermann. 6. Gesuch des Kaufmanns Friedrich Habenicht um pachtweise Ueberlassung städtischen Geländes. 7. Die Telephoueinrichtung vom Polizeigebäude nach dem Thurm. 8. Herstellung im Bürgermeistereigebäude. 9. Die Ausstellung von 4 Ruhebänken auf der Ostanlage. 10. Anbau des Hochbehälters. I I. Die Errichtung kleiner Fischzuchtanstalten. 12. Die Beschaffung von Brennmaterial für die städtischen Anstalten pro 1890/91. 13. Die Verwerthung des Grassamens im Stadtwalde. 14. Decretur von Kostenrechnungen. 15. Die sogen. Wodestraße. 16. Erbauung einer Kühlanlage im hiesigen Schlachthause. — In der am 3. Juni d. I. abgehaltenen Generalversammlung des Thierschutzvereins erstattete der Vorsitzende, Herr Lehrer Curschmann, Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. Aus dem Berichte geht hervor, daß der Verein auch in diesem Jahre bemüht war, die Leiden der Thierwelt zu mindern und das Barmherzigkeitsgesühl in weiten Kreisen zu wecken und zu pflegen. Die Mitgliederzahl hat sich im vergangenen Jahre um 47 vermehrt, so daß der Verein 502 Mitglieder zählt. Der Ausschuß hielt 8 Sitzungen ab. Entsprechend dem Vorgehen anderer Vereine hat der hiesige Thierschutzverein auch im vergangenen Jahre Prämien an solche Personen vertheilt, die sich einerseits hinsichtlich des Dienstes als Sicherheitsbeamte durch Anzeige von Thierquälereien, anderntheils hinsichtlich der Behandlung und Wartung ihnen anvertrauter Thiere verdient machten. Die Namen der so Prämiirten wurden s. Z. im „Anzeiger" veröffentlicht. — Zur Vertheilung an die Schüler wurden 2000 Thierschutzkalender bezogen, wofür 104 Mk. 40 Pf. aufgewendet wurden- hiermit hofft der Ausschuß, eingedenk des Lefsing'schen Wortes: „Wer die Welt bessern will, muß bei der Jugend anfangen", den richtigen Weg zur Erreichung seiner Zwecke einzuschlagen - die Kalender wurden von den Schülern als kleines Geschenk hocherfreut angenommen. Aus dem Gebiete des Vogelschutzes ist der Verein bestrebt gewesen, die Einwohner der Stadt für die Fütterung der bei hohem Schnee darbenden gefiederten Sänger zu gewinnen. Erfreulich ist es, zu constatiren, daß die Stadt Gießen sehr viele Einwohner zählt, die durch reichliches Füttern der Vögel im vergangenen Winter zur Linderung der Noth beitrugen - so hatte eine nicht genannt sein wollende Dame allein 85 Psd. auf eigene Kosten beschafften Vogelsutters auf einem Futterbrette verbraucht. Vom Vereine selbst wurden keine Kosten gescheut, die überwinternden Vögel zu pflegen. In das Gebier der Berathungen wurde hauptsächlich die Schädlichkeit der Katzen für die Vogclwelt gezogen, denen Tausende von Vögeln, namentlich im Frühjahr, zum Opfer fallen. Es beschloß deshalb auch der Ausschuß des Thierschutzvereins, den Hauptverein in Darmstadt zu ersuchen, für diejenige Arbeit, welche genau und bestimmt zeigt, wie aus gesetzlichem Wege dem Katzenunsuge gesteuert werden kann, eine Geldprämie zu bewilligen. Trotzdem dieser Antrag in Darmstadt abgelehnt wurde, wird der Verein nicht eher ruhen, bis in dieser Sache zum Schutze der Vögel gesetzliche Anordnungen getroffen sind. Das Amt des Schriftführers, welches Herr Lehrer Spitz infolge anderweitiger Berufsgeschäfte niederlegte, wurde Herrn Lehrer Oehlenschläger übertragen. Herrn Lehrer Spitz wurde der Dank des Vorstandes ausgesprochen, desgleichen dem Herrn Oberlehrer Fuhr für die gewissenhafte Führung der Rechnungsgeschäfte. Die im Verein gehaltenen Vorträge haben Abdruck in verschiedenen Blättern, sowie auch Auswärts Anerkennung gefunden. Zum Schluß brachte der Vorsitzende allen Denen den Dank des Vereins dar, die durch Wort und That, sowie durch finanzielle Beihülse die Sache des Thierschutzes förderten und unterstützten. — Wer die jetzt im vollen Schmucke des Frühlings prangenden städtischen Anlagen bewundert und gern in denselben weilt, wird kaum glauben, daß es auch Leute, große und kleine, gibt, die in den Anlagen nichts als ein Object für ihre Zerstörungskünste finden. Immer werden diese Uebel- thäter wohl nicht erwischt, wo dies aber gelingt, werden sie zur wohlverdienten Strafe herangezogen. In der Feldgerichtsperiode vom 20. März bis 20. Mai wurden nicht weniger wie 28 Personen zu empfindlicher Strafe deshalb verurtheilt, weil sie Beschädigungen der Anlagen sich hatten zu Schulden kommen lassen. Es seien angesichts dieser Thatsache namentlich die Eltern darauf aufmerksam gemacht, daß unter den 28 Straffällen sich viele Kinder befanden, die Verüber von Beschädigungen waren, für welche aber die Eltern bestraft wurden. — Herr Dr. Hermann Goldenberg in Newyork hat der Redaction der dort erscheinenden „Hessen-Darmstädter Zeirung" den Aufruf des Turnvereins Gießen um Zeichnung von Antheilfcheinen und Geschenken zur Erbauung einer neuen Turnhalle übersandt. Der Aufruf ist in Nr. 45 vom 28. Mai desselben Blattes erschienen. Die in Amerika lebenden Gießener Landsleute werden von der Redaction ersucht, sich für diesen Zweck zu constitufren und eine solche Beihülfe zu leisten, wie sie den „Gießener Amerikanern" zur Ehre gereiche. Gut Heil! Friedberg, 6. Juni. Ihre K. H. Prinzessin Margarethe von Preußen kam heute Nachmittag 4 Uhr zu Wagen von Homburg hierher, um I. Kgl. Hoh. der Prinzessin Alix zum hohen Geburtstag zu gratuliren, und fuhr nach dem Thee nach Homburg zurück. Friedberg, 7. Juni. Heute Nachmittag 2 Uhr traf Se. Erl. der Gras von Jsenburg-Meerholz nebst Gemahlin und Töchtern zum Besuche der Allerhöchsten Herrschaften hier ein, wohnte der Tafel an und reiste Abends nach Meerholz zurück. Friedberg, 8. Juni. Seine Königliche Hoheit der Großherzog begaben sich heute früh 9 Uhr in Begleitung des Großh. Majors v. Grancy nach Darmstadt und von da mit Großh. Oberst Wernher nach Groß-Gerau zur Anwohnung bei der 300jährigen Jubiläumsfeier der dortigen Schützengilde. Kreisrath Frhr. v. Löw zu Steinfurth empfing Se. Königliche Hoheit, welche dem Vorbeimarsch des Festzuges beiwohnten und darauf den Festplatz zu besuchen geruhten. Abends 8 Uhr kehrten Höchstdieselben wieder hierher zurück. — Heute Mittag 1 Uhr trafen Ihre Durchlaucht der Fürst und die Fürstin von Isenburg-Büdingen mit Prinzessin-Tochter zum Besuche der Allerhöchsten Herrschaften hier ein, nahmen an der Tafel theil und reisten um halb 4 Uhr wieder nach Büdingen zurück. > < Friedberg, 9. Juni. Eine aufregende Scene spielte sich heute Abend in der hiesigen Pferdeschwemme ab. Als die Pferde des Droschkenbesitzers H. in die Ufa geritten wurden, geriethen drei Thiere in Schlamm und Schlinggewächse. Die Pferde konnten weder vor- noch rückwärts, zudem ihnen die scharfen Stengel der Pflanzen in das Fleisch schnitten. Schrecklich war das Schreien der Pferde anzuhören. Mit Hilfe herbeigeeilter Leute gelang es nach vielen Versuchen, Reiter und Pferde mit Seilen aus der gefährlichen Lage zu befreien. Friedberg, 9. Juni. Samstag den 14. Juni, Vormittags 10 Uhr, findet im hiesigen Rathhaussaale eine Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg statt. Friedberg, 7. Juni. Unser hiesiges evangelisches Prediger-Seminar ist in den letzten Tagen um einen werthvollen Schmuck reicher geworden, welcher auch Fernerstehende, namentlich Kunst- und Alterthumsfreunde, interessiren dürfte Der Festsaal, welcher zu der seierlichen Entlassung der Candidaten an Ostern und zu den wöchentlichen Seminargottesdiensten benutzt wird, entbehrte bisher jeder würdigen gottesdienstlichen Ausstattung. Auf dem Bodenraum der Burgkirche fand sich nun eine alte Kanzel. Mit sicherem Blick erkannten die für die Sache interessirten Herren, voran Kreisbaumeister Kranz, deren Kunstwerth. Der Kirchenvorstand ließ sich bereit finden, das in seinem verwahrlosten Zustand für die Gemeinde völlig werthlose Jnventarstück dem Prediger-Seminar zu überlassen, und aus Mitteln, welche von dem Jubiläum 1887 aus einer Schenkung der Geistlichkeit des Landes noch übrig waren, wurde die Restauration bewerkstelligt, welche Tischlermeister Deweil in stilgerechter Weise besorgte. Die Kanzel ist ein Meisterstück der Holzarbeit im Renaissancestil und stammt aus dem Jahre 1605. — Außerdem wurde eine mustergültige Altarbekleidung beschafft, welche den Kandidaten vor Augen zu stellen geeignet ist, wie der Altar einer evangelischen Kirche (gothischen Stils) beschaffen sein soll. Die Arbeit, die als eine vorzügliche bezeichnet werden darf, stammt aus dem Atelier der Gebr. Stoffregen in Hannover. E. Laubach, 9. Juni. Der auf morgen festgesetzte Vieh- markr wurde wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in einigen Gemarkungen des Kreises Schotten auf Grund des § 28 des Reichsviehseuchengcsetzes verboten. E. Schotten, 9. Juni. Laut Bekanntmachung Großh. Kreisamts Schotten ist die Maul- und Klauenseuche in Helpershain, Ulrichstein und Eschenrod in einzelnen Gehöften ausgebrocheu. Es ist deßhalb theilweise- Gehöfte-, rheilweise Gcmarkungssperre angeordnet, die Ausfuhr von Klauenvieh aus Eschenrod verboten worden. vermischte». * Statistisches aus dem Großherzogthum Heffen. Im Jahre 1889 wurde die Gr. Hosbibliothek in Darmstadt von 7552 Entleihern benutzt, die Zahl der entliehenen Bände belief sich aus 36203. Davon wurden 26497 im Lesesaat der Bibliothek, 9633 außerhalb der Bibliothek benutzt und 73 aus auswärtigen Bibliotheken bezogen. Von den außerhalb des Lesesaals benutzten Büchern kamen 7209 auf Darmstadt, 1913 aus andere Orte des Großherzogthums (718 auf Oberhessen), 498 auf Orte im deutschen Reiche und 13 aus außerhalb des Reiches gelegene Orte. — Der höchste Wasserstand an den Pegeln des Rheins wurde im Juni 1889 beobachtet, er betrug in Worms 4,12, in Mainz 3,28, in Bingen 3,73 Meter. — Im Frühjahr 1889 betrug die Ge- sammtzahl der im Großherzogthum Hessen bestehenden einfachen Volksschulen 991. Von diesen wurde in 587 Unterricht ohne Schulgeld, in 404 mit Schulgeld ertheilt. Nach dem. Bekenntniß zerfielen die 991 Lehranstalten in 876 gemeinsame, 54 evangelische, 58 katholische und 3 israelitische. 531 Schulen waren einklassig, 245 zweiklassig, 110 drei- klassig, 58 vierklassig und 47 mehrklassig. Den Unterricht crtheilten 2168 Lehrer und 171 Lehrerinnen. Es kommen aus 1000 Einwohner- 170 Schulkinder, auf eine Schule 164, auf eine Lehrstelle 69,5 Schulkinder. * Groß-Gerau, 8 Juni. Ein Fest einzig in seiner Ard — das 300 jährige Jubiläum der Schützengesellschaft — hat heute hier seinen Anfang genommen. Wesentlich verschieden von den meisten Schützenfesten war man in Anbetracht des langjährigen Bestehens der hiesigen Schützengesellschaft darauf bedacht, dem heutigen Feste einen mehr historischen Character zu geben, der seinen vollen Ausdruck in dem sich gegen 2 Uhr Nachmittags durch die aus das Festlichste geschmückten Straßen des Städtchens bewegenden Festzug sand. Hinter einer zur Aufrechthaltung der Ordnung aufgebotenen Abtheilung Feuerwehr und zwei berittenen Gens- darmen wurde der Zug durch 2 Herolde zu Pferd in altdeutscher Tracht eröffnet, denen sich in gleichen Costümen zunächst Trommler und Querpfeifer, eine Gruppe Landjäger mit einem Hauptmann an der Spitze und der dem Verein im Jahre 1596 geschenkten Fahne, an der der Zahn ziemlich genagt hat, anschloß. Eine zweite Zeitperiode — das Ende des 16. Jahrhunderts, fand in dem Zug durch Kriegsvolk aus dem 30jährigen Kriege (Kaiserliche und Schweden), Stadtdiener mit dem Freiheitsbrief, ernstdreinschauende Mitglieder des Magistrats von dem Jahre 1662, der Schützenfahne von 1717 und zum Schluß durch Ernst Ludwig, Landgraf von Hessen, Ludwig, Erbprinz von Hessen und dessen Gemahlin Charlotte, mit Gefolge, sqmmtlich zu Pferd, Darstellung- Jung Deutschland war in dem Zug aus einer Gruppe Schützen des-19. Jahrhunderts, Wagen des Festcomites, Stadtvorstandes, Deputationen verschiedener Schützenvereine sowie der übrigen hiesigen Vereine vertreten. Die Costüme der einzelnen Gruppen, die theil- weise der Coblenzer Bühne gehören, waren streng den verschiedenen Zeitperioden angepaßt und machten deren Träger einen ganz guten Eindruck. Nach mehrmaligem Vorbeimarsch vor dem Großherzog, der in Begleitung des Obersten von Wernher gegen 3 Uhr in einem Viererzug* von Darmstadt hierher gekommen war und in der Behausung des Gr. Kreisraths von Löw Wohnung genommen hatte, bewegte sich der Zug nach dem an der Zuckerfabrik gelegenen Festplatz, wohin der Landesfürst alsbald nachsolgte und nach einer Festrede durch ein Mitglied des Schützenvereins den ersten Schuß auf die Festscheibe abgab und den gestifteten Ehrenpreis unter den üblichen Formalitäten überreichen ließ. Nach diesem Act entwickelte sich alsbald aus dem Schützenplatz das übliche Leben, über das Ihr Berichterstatter nur zu melden nöthig hat, daß es ein sehr animirtes war und bis in die späte Nacht anhielt. * Allerlei statistische Angaben über die Reichstagsabgeord- neten machen jetzt die Runde durch die Blätter. Neulich wurde festgestellt, daß von den 397 Abgeordneten sich etwa ein Fünftel des Kneifers oder der Brille bedient. Die rechte Seite des Hauses sieht erheblich besser als Centrum und Linke. Das Verhältniß zwischen Kneifer und Brille stellt sich im Ganzen fast wie 1 : 3- je weiter man von rechts nach links geht, verschwindet der Kneifer - die Socialdemokraten kennen nur Brillen. — Jetzt wird fest gestellt, daß im Reichstage unter den 397 Mitgliedern 53 alte Corps- ftubent en sitzen, zu denen alle Parteien ihr Contingent stellen. Gleich der Präsident v. Levetzow ist ein alter Corpsbursche, der s. Z. den Heidelberger Saxoborussen angehörte. Unter den Deutschconservativen zählt chan 23 Angehörige des S. C.: die Herren Ackermann, von Colmar, Dodillet, Graf Dönhoff, Hahn, Hartmann, Gras Holstein, v. Jagow, Graf Kanitz, Kurtz, v. Levetzow, v. Maltzahn, Frhr. v. Manteuffel, Gras Mirbach, von der Osten, Gras Saldern, Scheffer, Frhr. v. Schleinitz, v. Schlieckmann, Steinmann, Stöcker und v. Wedell-Malchow. Dann folgt die Reichspartei mit sieben alten 'Corpsburschen: Graf Arnim, Gamp, Frhr. v. Gült- lingen, Gras Hatzfeld, Hellmann, v. Kardorff und Frhr. v. Stumm. Die Nationaüiberalen weisen sechs frühere Corps- studenten auf: v. Benda, v. Bennigsen, v. Cuny, Günther, Hammacher, v. Reden. Im Centrum ist der 8. C. ebenfalls durch sechs Abgeordnete vertreten: Gras Adelmann, Frhr. ö. Buol, Graf Hompesch, Letocha, Graf Schönborn, Frhr. v. Wendt-Papenhausen. Auch unter den Freisinnigen finden sich sechs alte Corpsburschen: v. Forckenbeck, Stadtrath Krause-Berlin, Langerhans, Schenck, Seelig und Freiherr v. Stauffenberg. Unter den Welfen zählt man zwei: von der Decken und Frhr. von Wangenheim. Unter den Socialdemokraten ebenfalls zwei: Schriftsteller Liebknecht und W. Blos. Auch die „Fraction der Wilden" enthält einen alten Herrn des S. C.: v. Meyer-Arnswalde. 2>erfc!>r, und Volkswi^thschafr. Gießen, 10. Juni. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. v*. 0,80—0,85, Hühnereier 1 St. 5, 2 St. 11— Enteneier 1 St. 5—6 H, 2 St. — 3», Günseeier 10- Käse pr.St. 4-8^, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 18 A, Linsen vr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar ** 0,50—0,80, Hühner pr. Stück .M. 1,20—1 50, Hahnen pr. St- •Ml 0,90—1,50, Enten pr. Stück JC. 2,00—2,30, Gänse pr. Pfd 50—60 Ochsenfleisch pr. Pfd 68-72 Kuh- und Rindfleisch 60—62 Schweinefleisch 60-70 Hammelfleisch 56—68 -S, Kalbfleisch 52-60 Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 3,80—4,20, Weißkraut pr- St. 6-8 Zwiebel,' ver Centner JL 14,0')—00,00, Milch per Liter 12—18 H, Kirschen per Pfd- 30 H — Die Königliche Eisenbahn-Direction Hannover bat in diesem Jahre wieder eine Nachweisung über diejenigen festen Sow- ttNd Rundreisekarten berausgegeben, welche auf Stationen des Bezirks dieser Dircetton aufliegen, oder welche durch Rückfahrkarten mit verlängerter Gültigkeitsdauer von den Hannoverschen Stationen aus nutzbar gemacht werden können. In der Nachweisung stnd auch die Erläuterungen über zusammenstellbare Reisehefte enthalten. Wir wollen nicht verfehlen, hiermit im Interesse des reisenden Theils unserer Leser auf diese in Form eines Büchelchens herausgegebene Nachweisung besonders aufmerksam zu machen, wobei wir bemerken, daß die Nachweisung durch die Fahrkarten-Ausgabestellen des Dtrecttonsbezirks Hannover zum Preise von 25 Pfg. zu beziehen ist. — Die große internationale Gartenban'AnSstellung, welche vom 25. April bis 5. Mai in Berlin ftattfand, hat gezeigt, daß die ernsthaften Bestrebungen, welche in der jüngsten Zett auf die Verbesserung der Obst- und Gemüse-Verwerthung gerichtet wurden, bereits gute Früchte tragen. In fast allen Gauen des Reiches sind in Bezug auf Auswahl best geeigneter Sorten, vessere Pflege beim Anbau, sorgfältiges Auslesen der Früchte zum Frtsch- verkauf und derjenigen zur Verarbeitung erfreuliche Fortschritte wahrzunehmen. Die rentable Herstellung von Fruchtsäften, Obstweinen und Wein und diejenige guter Dörr-Producte aus Obst und Gemüsen hat in allen Bezirken Terrain gewonnen. Hand in Hand mit diesen Bestrebungen geht auch jene, die zur Obst- und Gemüse- verwerthung dienenden Maschinen immer mehr zu vervollkommnen, auf welchem Gebiete die bekannte Firma PH. Mayfarth u. Co., Fabriken landwirthschaftlicher Maschinen Frankfurt a. M., Berlin N und Wien sich bereits die größten Verdienste erworben hat. Dies fand auch wieder auf der Berliner Ausstellung volle Anerkennung, indem genannter Firma für ihre Dörr-Apparate, Patent vr. Ryder, ferner für die besten Obst- und Traubenkeltern, sowie für ihre sonstigen Maschinen zur Obstverwerthung 3 erste Preise zuerkannt wurden. )( Hebet die Verwendung der Dteinkohlenafche. Bei der Ausdehnung der Industrie t)i der Verbrauch der Steinkohlen sehr gestiegen, daher die großen Rückstände von Asche, welche bisher noch wenig verwandt, ja oft verschleudert wurden; und dennoch hat diese einen bedeutenden Werth. In naffen und schweren Gartenböden bringt die durch ein Drahtgitter glworfene Steinkohlenasche einen unberechenbaren Vortheil. Ein Aufträgen von 6—7 Centt- meter Steinkohlenasche im Herbste und gehörige Unterbringung'mit dem Spaten lockert die Erde bedeutend, bewirkt ein besseres Eindringen der Atmosphäre und befördert die darauf gebauten Gewächse in ihrem Wachsthume. Alle Gattungen gedeihen in dieser Erde vortrefflich, besonders die Hülsenfrüchte. Ein zweiter Nutzen ist die Vertilgung der nackten Gartenschnecke und der Regenwürmer durch das Aufstreuen der Asche auf die Beete. In der Oeconomie bietet die Steinkohlenasche gleichfalls große Vorthetle. Nicht nur als Beimischung zur Composterde, sondern jeder tiefer und undurchlässige saure Boden wird beim Aufträgen von 8—10 Centimeter Höhe gelockert und kulturfähiger gemacht, und je nach Beschaffenheit des Ackers kann man dieses 2—3 Jahre nacheinander wiederholen. Ein gleiches gilt bei nassen und sauren Wiesen, welche 5 Centimeter doch mit Steinkohlenasche überzogen werden. Schon im ersten Jahr sind die schönen Resultate wahrnehmbar. Das Mob? und die sauren Gräser verschwinden nach und nach und an ihre Stelle tritt der Wiesenklee, welcher eine dichte Narbe bildet und ein gutes reichliches Futter gibt. Spielplan der vereinigten frankfurter Ztadllheater. Opernhaus» Mittwoch den 11. Juni: Zur Erinnerung an Victor Neßler. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Trompeter von Säkkingen. Außer Abonnement. Donnerstag den 12.Juni: Die weiße Dame. Puppenfee. Gewöhnliche Preise. Freitag den 13. Juni geschlossen. Samstag den 14. Juni: Afrikanerin. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 15.Juni: Die Meistersinger. Große Preise. Schauspielhaus. Mittwoch den 11. Juni: Krenzelschreiber. Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 12. Juni: Die Ehre. Außer Abonnement. Gewöhnliche Preise. Freitag den 13. Juni: Die Neuvermählten. Die Verlobung bei der Laterne. Gewöhnliche Preise. Samstag den 14. Juni: Gastspiel des Herrn Jean Hofmann vom Stadttheater in Hamburg. Neu einstudirt: Torquato Tasso. (Tasso: Herr Hofmann.) Gewöhnliche Preise. Sonntag den 15. Juni: Fall Clemenceau. Gewöhnliche Preise. Schwarze Seidenstoffe von 93 Pfge. bis 18.65 p. Met. — glatt gestreift und gemustert (ca. 180 versch. Qual.) — versendet roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-Depot G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.), Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 H Porto. 506 Jeder Versuch bringt dauernde Abnehmer des HollLud. Tabak-, 10 Pfd. fco 8 Mk. nur bei B. Becker in Seeseu a. Harz. [156 Schwarze und farbige Seidenstoffe direkt axas (!cr Fabrik von von Elten & Kenssen, Crefeld, also aus erster Hand, in jedem Maas zu beziehen. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten. 11 Wöchentliche Aeberficht der Todesfälle in Gießen. 23. Woche. Vom 1. Juni bis 7. Juni 1890. Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 27,9 Voo« Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1.Lebensjahr: 2.—15.Jahr Lungenschwindsucht 1 (1) 1 — — Lungenentzündung 3 (2) 2 (2) \ - 1 Lungenblutschlag 2 2 Organ. Herzkrankheit 1 1 — — Hirnentzündung Tuberkulöser Hirnhaut 1 — — 1 entzündung 1 — — 1 Unterleibsentzündung Wochenbettfieber 1 1 — — 1 1 — — Summa: ' 11 (3) 8 (2) - 3 Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betteffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen Temperatur der Lahn und der Lust am 10. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14i/2, Luft 17 Gr. Rüb samen. Briefkasten. Herrn -nn. Ihre Einsendung, betreffend den Herrn „Eisenbahnrath", müffen wir ablehnen. Red. Im Nachstehenden wiederholen wir die vor einem halben Jahre ergangene Bikanntmachuttg, betr. Trichinenschau, mit dem Anfügen, daß derselben inzwischen noch beigetreten sind die Metzgermeister Wilhelm Faust, Georg Kraft, Christian Seum und Gustav Trinkaus, und sämmtliche Theilnehmer, mit Ausnahme des Metzgermeisters I. Klein, sich weiterhin verpflichtet haben, auch alles von ihnen etwa von auswärts eingeführte oder hier von Personen, welche der Vereinbarung nicht beigetreten find, bezogene Schweinefleisch auf Trichinen untersuchen zu lassen Gießen, am 10. Juni 1890. Grcßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekanntmachung. Zur möglichen Verhütung der aus dem Mangel jeglicher Trichinenschau erwachsenden Gefahren und bis zur gesetzlichen Einführung der zwangsweisen Trichinenschau hat die Stadtverordnetenversammlung im Einvernehmen mit den Wünschen der hiesigen Schweinemetzger beschlossen, vorläufig und mit Wirkung vom 9. December 1889 ab eine freiwillige Trichinenschau unter nachstehenden Bedingungen einzurichten: 1) Die Theilnehmer verpflichten sich auf die Dauer eines Jahres, alle von ihnen geschlachtet werdenden Schweine im städtischen Schlachthaus einer mikroscopischen Untersuchung aus Trichinen durch die von der Stadtverordnetenversammlung dafür bestellten, geprüften Personen zu unterwerfen. 2) Diese Verpflichtung gilt als stillschweigend je auf ein weiteres Jahr fortbestehend, wenn nicht mindestens drei Monate vor Ablauf des Jahres ein allenfallsiger Rücktritt angezeigt ist. 3) Diejenigen Theilnehmer, welche entgegen der übernommenen Verpflichtung ein geschlachtetes Schwein nicht auf Trichinen untersuchen lassen, unterwerfen sich für jeden einzelnen Fall einer von der Schlachthauscommission zu bestimmenden, in die Stadtkaffe fließenden Conventionalstrase bis zu Einhundert Mark. 4) Für die mikroskopische Untersuchung eines Schweines oder eines Theiles davon auf Trichinen wird von Teilnehmern an die Stadtkaffe eine Gebühr von 30 Pfennig pro Stück entrichtet, welche mit den Schlacht- und Schaugebühren erhoben wird. 5) Dafür werden seitens der Stadt die erforderlichen Trichinenschauer widerruflich angenommen und deren Dienst so eingerichtet, daß von einem Trichinenschauer täglich höchstens 20 Schweine untersucht werden, die eingehenden Gebühren den Trichinenschauern unverkürzt zukommen, und die letzteren außerdem für jede Ermittelung eines trichinösen Schweines aus der SLadtkasse eine Prämie von zehn Mark erhalten.^ Auf Grund vorstehender Bestimmungen haben sich die nachstehenden Metzger zur freiwilligen Trichinenschau verpflichtet.- Jean Boller, I. Braun, I. H. Euler, Christian Heßler, A. Hilgardt, August Hofmann, Ernst Jughard, H. Kiefer, I. Klein, Gustav Kreuder, Friedrich Kühn, Heinrich Meister, Karl Metzger, Adolf Möhl, Ludwig Pirr, Johann Rost, Karl Sack I., E. Ludwig Sack, Louis Sack. Fritz Schlörb, Heinrich Schmall, Karl Schneider, Friedrich Schreiner, Elias Schulz, Johannes Seng. | 5012 Im Uebrigen findet eine Unterfuchung der hier geschlachteten Schweine oder des von auswärts eingeführten Schweinefleisches auf Trichinen nur auf ausdrücklichen Wunsch gegen die unter 4 genannte Gebühr statt. ßÄLMj Gelbstgeferttgte lacktrte Möbel aller Art stets oorräthig zu haben bei 4680] K. Steller, Schiüerstratze 9. 185$=» Stellenfuchende jede« Beruf- placirt schnell Reuters Bureau Jin Dresden, Maxflraße 6. [3951 Erfrischend, wohlschmeckend, kühlend. DEM»» 5003 48581 1 & Zu kisso bedruckte Fahnenstoffe (ohne Naht) 5010 Gießen, den 9. Juni 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Citronen-, Erdbeer-, Himbeer-. Maiwein-, Kirschen- and Orangen - Geschmack, sowie einer Sorte, geeignet durch Anfgiessen von Wasser und Wein zur Herstellung eines Glases Champagner-Imitation. Die Brause-Limonade-Bonbcns (patentirt in den meisten Staaten) bewähren sich vorzüglich bei allen Erfrischungsbedürfnissen und sind daher sowohl im Sommer als im Winter, ganz besonders auf Reisen, Landpartien, Jagden, Manöver, sowie für Bälle, Concerte, Theater etc. zu empfehlen. Auf die bequemste und schnellste Art — in einem Glase Wasser — geben sie ein höchst angenehmes u. kühlendes, dabei gesundes Getränk. Schachteln ä 10 Bonbons 1 Mk. — Pf. Alleinige Fabrikanten: Gebr. Stollwerck, Köln. Die Brause-Limonade-Bonbons sind in fast allen Niederlagen Stollwerck'scher Chocoladen u. Bonbons vorräthig, oder werden auf Verlangen von denselben bestellt. Fahnen und Standarten, mit dem deutschen Reichsadler bedruckt, von 3—10 Mir Länge, sowie Saison-Eröffnung 13. 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Schulhof , ä 5 Kistchen mit 96 Man lasse einen Bonbon in einem Glase Wasser »ich ruhig 1—2 Minuten auflöseu, alsdann e rel rühre uian um, find ein Glos erfrischende Brause-Limonade ist fertig. 6 MiMlM n. Loeflwrf* Fahnentuche ahne Naht aller deutschen Staaten, in Wolle und Baumwolle- ।H. Kaeß Nachfolger n empfiehlt / Ernst Blödner, Seltersweg. Reichlicher Gehiwerdlenst wird Jedermann, der seine freie Zeit benützen will, geboten Anfragen unter K. 9629 an Budolf Mosge, Frankfurt a. M. 4265 Bekanntmachung. Wilhelm Steinbach von Gießen beabsichtigt auf dem Grundstück Flur XXX. Nr. 783/io der Gemarkung Gießen einen Ziegelringofen zu erbauen. Die Pläne und Beschreibung liegen 14 Tage lang, vom Tage des Erscheinens gegenwärtiger Bekanntmachung in diesem Blatte an gerechnet, auf unserem Büreau zur Einsicht offen. Einwendungen sind daselbst binnen vorgenannter Frist bei Meldung des Ausschluffes vorzubringen. Gebrauchte Iahrriider und Nähmaschinen billig zu verkaufen bei [2965 Th. 'Qaubad), Bahnhofstr. 40, Eingang durch den Hof. - „ 55 9 „ 60 „ 1—kXrfh r eM - ----- « «»iS <& 6®, @d>rairnter . laväfÄt 1 —J Ankauf alter Bücher n. Bilderwerke. Angebote ganzer Bibliotheken, sowie einzelner Bücher erbittet die [579 J. Ricker’sche Bachhandlang G-iessen. Telegraphisch« Lourlbericht b« Berliner Börse vom 10. Juni Oesterr. Credirarttev Oesterr. Staatsbahn-Äciien Dortmunder Union-Actieu Darmstädter Bankactteu 166 90 9J90 9140 CO.CO DtSconto-(;om.-AuHrUr Harper, er Ostpreutzev Bochumer GutzstahlacttLv Tendenz: ruhig. 1890 224.25 19 .90 98 30 168 40 4 pCt. Gießener Obligationen —15 pCt- BuderuS-Obltgattonen 1( 3.90 Reichs vank-DtScont 4 p®L — Frankfurter Bank-DiStont 4 pCt. Bez-Bauauffeher. 4984 Adolf Zintzer, Weinhändler. 4849 4966 Wermischle Anzeigen Gr. Gerichtsvollzieher. 5C08 [4975 Fabrik: Hanauerlandstrasse 169 (am Ostbahnhof). 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Sänger aus Biedenkopf, Butzbach, Gmnberg, Lich, Marburg, Weilburg und Wetzlar ziehen bei uns ein, um in Gemeinschaft mit den hiesigen Gesangvereinen mannigfaltige Gesangsvorträge zu halten. Im Vertrauen auf die rege Mitwirkung der Einwohnerschaft haben die zwei hiesigen, zum Lahnthal - Sängerbünde gehörigen Vereine die Wahl Gießens als Festort angenommen, nnd es ist der verehrliche Stadtvorstand denselben bereits in liberalster Weise entgcgcngekommen. Die Unterzeichneten, von dem Festcomitö als engeres Comite gewählt, erbitten sich hierzu die freundliche Unterstützung der Bewohner Gießens. Die nothwendigcn Vorrichtungen zu diesem Feste, besonders die zwar in bescheidenem, aber würdigen Stile herzustellende Snngerbühne, erfordern Geldmittel, welche die ordentlichen Einnahmen des Festes übersteigen werden. Sodann bedarf es auch der Aufnahme der auswärtigen Sänger, welche in einer Zahl von ca. 300 erscheinen werden, in Privatwohnnngen. Wir wenden uns vertrauensvoll an den so vielfach bewährten gastlichen Sinn unserer Mitbewohner und bitten um Ueberlassung von Quartieren oder um Zeichnung von sreiwilligen Beitrügen zur Unterbringung unserer Gäste. ' Möge ein Jeder mit freudigem Herzeu nach seinen Kräften beitragen zum würdigen Gelingen des schönen Festes! Gießen, den 4. Juni 1890. Für das Fest-Comite: Aas engere Hamits: F. Girauth, Bürgermeister. Chr. Albach, Realgymnasiallehrer. Gg. Atzbach, Schreiner. Frz. Bauer, Musiklehrer. Carl Demirth, Kohlenhändler. Ferd Hofmann, Kaufmann. M. Hornberger, Stadtverordneter. Louis Huhn, Architeet. Jean Kirch, Bahnhofrestaurateur. Wilh. Köber, Spenglermeister. Carl Mayer, Postseeretür. Louis Petri IIL, Bauunternehmer. Wilh. Rudolph, Pianofortehändler. Thom. Schneider, Schuhmachermeister. Balth. Schwan, Schreinermeister. Carl Stohr, Stadtkassengehülfe. Gießen, 9. Juni 1890. Rohrer, 1. Cementröhrenlieferung je. 374. 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