1890 Sonntag den 11. Mai Zweites Blatt, Nr. 109 Amt»- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehmen F Gratisbeilage: Gießener Kamillen blätter. s HMIWWIB1TIIIIIIIIMII II .. . Gießener Anzeiger" entgegen. Anzeigen für den 2lmtlid?cr TheU i konnte: zum Hunger- I Erfahrung hat als all- I zogen ihr dann ein Sträflingsgewand an. Als die anderen weiblichen Gefangenen von diesem unerhörten Vorgang Kenntnis erhielten, überreichten sie eine Beschwerde, bekamen aber keine Antwort. Daraus kamen sie überein, zu dem äußersten Mittel zu greisen, das nur die verzeiflungsvollste Lage und der außerordentliche Character der Leiden in Sibirien ihnen eingeben konnte: zum Hunger- strike. Eine lange und bittere Vierteljähriger AVoimerae«tsprei»r 2 Mark 20 Pfg. mtt Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Txpeditisa und Druckerei: Kchutstratze 3hr.1t Fernsprecher 51. nicht in Folge genossenen Giftes, wie es in den ersten Meldungen gelautet hatte, sondern in Folge der barbarischen Mißhandlung. Drei Frauen, Marie Kowalewskaja, Smirnitka und Kaluzna, hatten Erlaubniß erhalten, sie nach dieser furchtbaren Strafe zu Pflegen und zu trösten. Als Frau Sigida ihren Leiden erlegen war, beschlossen die drei Frauen, sich selbst das Leben zu nehmen, und vergifteten sich. Dieser cbreckliche Vorfall veranlaßte die Gesängnißverwaltung zu besonderen Maßregeln gegen die weiblichen politischen Ge- angenen. Jede von ihnen erhielt einen Wächter, keine konnte mit einer anderen verkehren, alle Mittheilungen an die Gefangenen waren verboten. Dennoch drang die Nachricht zu )en männlichen politischen Gefangenen, und als sie hörten, daß Frau Sigida gepeitscht worden war, beschlossen sie ein- müthig — dreißig an der Zahl — sich zu tobten. Sie hatten sich Gift verschafft und theilten es untereinander. Jeder nahm seine Portion todesmuthig zu sich und begab sich dann in seine Zelle, den Tod zu erwarten. Aber die Menge des eingeschmuggelten Giftes war nicht groß genug gewesen, daß es bei Allen hätte die gewünschte Wirkung ausüben können. Nur die Schwächsten starben binnen zwei Stunden. Es waren dies Bobochow und Iwan Kaluzni, der Bruder der Frau, die sich vergiftet hatte. Die Convulsionen, unter denen die armen Selbstmörder ihr Leben aushauchten, das eigenthümliche düstere Schweigen in den Zellen der anderen Gefangenen erregten die Aufmerksamkeit der Gesangenaufseher und da sie erkannten, daß etwas Außerordentliches geschehen sein müsse, riefen sie den Arzt herbei. Zwangsweise gab dieser den Gefangenen mit Hilfe der Wächter Brechmittel und erhielt sie dadurch am Leben. Welche Maßregeln jetzt die Behörden ergreifen werden, ist unbekannt. Der tUftener ANzeiger erscheint täglich, . mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener M»«rtte«orLtter werden dem Anzeiger wSchentlich dreimal beigelegt. Hungerstrike der Gefangenen in Sibirien. Neue Nachrichten, die aus Ostsibirien nach England gelangt sind, melden von schrecklichen Vorfällen, die sich im Gefängnisse der politischen Verbannten in Ust-Kara in Ostsibirien ereignet haben. Einige" unvollständige Meldungen sind schon Anfangs Februar angelangt, jetzt liegen aber in der „Times" ausführliche Berichte vor, die fünf Originalbriefen, von verschiedenen in Ostsibirien lebenden Personen eingesendet, entnommen sind und Meldungen aus Petersburg bestätigen nicht nur diese Berichte, sondern geben kund, daß die dortige Regierung von den Ereignissen unterrichtet ist. Die Tragödie von Ust-Kara war nur der sichtbare Schluß eines furchtbaren langen Kampfes zwischen den weiblichen politischen Gefangenen und deren Aufseher. Schon vor einem Jahre hatten diese Frauen eine formelle Beschwerde gegen den Gefängnißdireetor Masukow erhoben. Er hatte in der unverantwortlichsten Weise eine Gefangene, Frau Soluzew- Kowalska, insultirt und brutal mißhandelt. Diese Frau sollte von Kara weiter östlich nach Verchue-Udinsk transportirr werden. Auf Befehl Masukows brach der sonst nur mit der Ueberwachung gemeiner Verbrecher, Desperados und ähnlicher Subjeete niederster Sorte betraute Offizier Bobrowski Nachts in die Zelle der Frau Soluzew-Kowalska ein. Er kam mit mehreren Soldaten und überraschte Frau Soluzew- Kowalska, als sie noch im Bette lag. Statt sich für einen Augenblick zurückzuziehen, um der Frau Gelegenheit zu geben, daß sie sich ankleide, zerrten Bobrowski und die Soldaten die Frau in unanständigster Weise aus dem Bette, zogen sie im Nachtgewande durch die Gänge ins Gefängnißbureau, beschimpften sie mit den gemeinsten Worten, entblößten sie und Bekanntmachung, Bildung einer öffentlichen Wassergenosienschaft zur Entwässe- runa des sog. Stiegelgartens in der Gemarkung LangGons betreffend. An der behufs Entwässerung des sog. Stiegelgartens in den Fluren II. und III. der Gemarkung Lang-Göns beantragten Bildung einer öffentlichen Waffergenoffenschast sind nach den Acten 67 Grundbesitzer mit 1,2378 ha Fläche betheiligt. m , , Bei der am 5. März l. I. vorgenommenen Verhand- lungstagfahrt hat sich Niemand gegen das Unternehmen erklärt, Einwendungen Dritter sind ebenfalls nicht erhoben worden. , . „ v r. Die Großh. Obere Landmirthschastliche Behörde hat daraufhin dem Unternehmen die in Art. 67 des Gesetzes vom 30. Juli 1887 vorgesehene staatliche Genehmigung mit fol- aenden Bestimmungen ertheilt: . 1) daß die 67 beteiligten Grundbesitzer, welche ut dem offengelegten Verzeichnis; aufgesührr sind, Mitglieder der Waffergenoffenschast werden; 2) daß das Unternehmen nach dem vom Wielenbaumeister Greb zu Friedberg ausgestellten, vom Großh. Cultur- ingenieur W iß mann geprüften Plan ausgeführt wird; 3) daß bezüglich der Vertheilung der auf 386 Mk. veranschlagten Meliorationskosten nach Art. 53 und 68 des Gesetzes vom 30. Juli 1887 verfahren wird. Vorstehende Entscheidung wird unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß innerhalb 14 Tagen nach erfolgter Bekanntmachung bei Meidung des Ausschlusses gegen dieselbe Beschwerde bei Großh. Ministerium des Innern und der Justiz erhoben werden kann. Gleichzeitig geben wir öffentlich bekannt, daß das mit dem Bevollmächtigten berathene Statut für die zu gründende Genossenschaft vom 13. bis einschließlich 27. l. M. auf dem Büreau der Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns zur Einsicht der Betheiligten offenliegt und daß Einwendungen gegen dasselbe innerhalb dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei uns vorzubringen sind. Gießen, 8. Mai 1890. Großherzogliches Kreisamt Greß en. v. Gagern. gemeine Regel gezeigt, daß die Regierung den Beschwerden > der Gefangenen keine Aufmerksamkeic schenkt, wenn nicht ein Scandal die Aufmerksamkeit aus sich zieht, wie er durch den grausamen Tod eines oder mehrerer Opfer verursacht wird. So wollten denn die weiblichen Gefangenen in Kara sich dem Hungertode preisgeben, wenn nicht Director Masukow ent- ernt würde. Dieses erste Hungern dauerte achtzehn Tage und endete, als Masukow die Versicherung gab, daß er sein Entlassungsgesuch eingereicht habe. Das war wahr, aber General-Gouverneur Baron Korfs nahm die Entlassung nicht an. Alles blieb wie zuvor und die Gefangenen beschlossen, einem zweiten Hungerstrike sich zu unterwerfen. Dieser dauerte nur acht Tage, denn Masukow gab nach Verlauf dieser Zeit den Gefangenen die Versicherung, daß er durch ein Telegramm seine Entlassung und Versetzung in ein anderes Gefängniß erhalten habe. Diese Angabe war aber falsch und absichtlich erfunden, um die Gefangenen zu veranlassen, Nahrung zu nehmen. Es zeigt dies wohl, wie sehr sich die sibirischen Beamten doch fürchteten, der freiwillige Hungertod so vieler Gefangenen könnte zur Ausführung gebracht werden; es zeigt aber auch, daß sie vor keiner Lüge zurückschrecken. Als kein Zweifel möglich war, daß Masukow die Gefangenen getäuscht hatte, beschlossen die Frauen den dritten Hungerstrike, und wie es sich zeigte, war er der verzweiselste. Er dauerte 22 Tage und daß sie diese schreckliche Zeit überlebten, ist nur dem Umstande zuzuschreiben, daß die Gefangenwärter sie zwangsweise künstlich ernährten, und auch dies geschah in einer schrecklichen Weise. Soldaten und Gcfäng- nißwärter hielten die unglücklichen Frauen sest und gaben ihnen in einer unnatürlichen mechanischen Weise Nahrung ein. Durch diese unerhörten Maßregeln vereitelten die Behörden allerdings die Absicht der Gefangenen, aber die Folgen waren doch nicht aufzuhalten. Denn die Mißhandlung hatte die armen Opfer zum Aeußersten gebracht. In dieser Aufregung beschloß Frau Nadejda Sigida, sich zu opfern, um ihre Mitgefangenen vom Direetor Masukow zu befreien. Sie beschloß, ihn in solcher Art zu insultiren, daß sie zum Tode durch Erhängen verurtheilt werden müßte, dies würde dann ein solches Aufsehen verursachen, daß Masukow nicht länger aus seinem Posten bleiben konnte. Nach der dreifachen Hungerperiode hatte nur sie und noch eine Frau die Kraft, einige Schritte zu gehen. Am 22. Vage des Hungerns sendete sie zum Director, daß sie ihn in einer dringenden Angelegenheit sprechen wolle. Sie wurde vorgeführt und als sie ihm gegenüberstand, nannte sie ihn einen Schurken und versetzte ihm ein paar Ohrfeigen. Daraufhin wurde sie sofort angehalten und in ein Gefängniß für gemeine Verbrecher gebracht. Ueber ihre Bestrafung wurde eine lange Eorrespondenz mit dem General-Gouverneur gepflogen und endlich eine allgemeine Verordnung erlassen, wonach politische Verbrecher, die sich der „Rebellion" schuldig machen, körperlich zu züchtigen sind. Die Verordnung wurde allen Gefangenen publicirt. Die männlichen politischen Gefangenen setzten sofort eine Eingabe auf, in ivelcher sie dem Director erklärten, daß sie Alle Hand an sich legen werden, wenn einer der politischen Gefangenen gepeitscht würde- ste oerlangten, daß er in Petersburg die Zurückziehung dieser abscheulichen Verordnung veranlassen solle. Er lehnte aber jeden Schritt ab. Die Gefangenen beriethen, ob sie nicht sofort alle sich vergiften sollten, dies werde einen so allgemeinen Unwillen erregen, daß die infame Verordnung doch zurückgezogen würde, was den Andern wenigstens zu Gute käme. Allein die Minorität begehrte einen Aufschub. Drei Tage später kam vom General-Gouverneur Baron Korfs der Befehl: „In Ausführung der Verordnung ist Nadejda Sigida, weil sie sich an dem Gefängnißdireetor thätlich vergriffen hat, körperlich zu züchtigen." Nach den bestehenden Regeln hatte sie der Arzt zu untersuchen, ob sie die Strafe aushalten könne; ohne diese ärztliche Bestätigung darf diese Züchtigung nicht angewendet werden. Der Gefängnißarzt constatirte, das; sie an einem Herzfehler litt und zeigte dies dem Superintendenten Gomuliczki an. Dieser berichtete weiter an den Ober-Director der ostsibirischen Gesängnisse für gemeine Verbrecher, Schamilin, und erklärte, daß der Gefängnißarzt der Execution nicht beiwohnen wolle. Er betonte auch, daß körperliche Züchtigungen nach dem Gesetze nur auf Grund eines Gerichtsbeschlusses angewendet werden dürfen. Schamilin antwortete kurz: „Die Execution ist auch ohne Anwesenheit des Arztes auszuführen." Noch immer zögerte Gomu- liezki. Da kam plötzlich der Offizier Bobrowski, derselbe, der Frau Soluzew-Kowalska so undelicat behandelt hatte, nach Ust-Kara und verfügte sofort die Auspeitschung der Nadejda Sigida. Trotz ihrer Krankheit erhielt sie hundert Hiebe, die mit aller Kraft und mit grausamer Gemessenheit ihr zugezahlt wurden. Zwei Tage später war die arme Frau tobt — Gießener Anzeiger General-Anzeiger. kleit nicht einmal in Betracht gezogen sind. Interessant ist eine Uebersicht über die Stärke der Vereinsbildung, die wir sagte Preisen. 2684 Bahnhofstraße Nr. 12 2192 :cd « W L Seltersweg Nr. 30, y Badc-Ingrcdienzien, Räuchcrartikel, OQQ PLATIN-ANSTRICH-FARBEN Krämer. 4182 an. Fitigel von Mk. 1000.— an, Harmoniums xon Mk. 70.— an. Alle berühmten Fabrikate. deeptelte Klariere von Mk. 50.— an. — Umtausch alter Klaviere. Bedeutende Aaswa*!. Freie Uefenmg. Langjährige Garantie. Wilh. Rudolph, Pianomagazin, Neuen weg 8 3906] Grünbergerstrabe 13. Parfümerien und Toilcttcmittel, dem Herausgeber des Wiesenthal, verdanken, etwa folgendermaßen: Speyer, Meerane und und Dessau auf 280, größte Neuheiten, empfehle in bedeutender Auswahl zu billigsten deutschen Vereins-Adreßbuchs, Paul Danach stellt sich das Verhältniß Es kommen in Bautzen auf 170, in Gera auf 200, in Plauen, Chemnitz in Barmen und Kaiserslautern auf Kats, der vor zwei Jahren mit deutschen Touristen den Kaukasus durchwanderte, für diesen Sommer von einem Photo- Schwämme, Puhmittel, das aus 9 (sacao, «tcwürze, Spirituosen, Im Auftrag: A. Hoffmann. .S « a cti _ o = 1* Cö 03 - c 3689 K Vereinen in Erlangen ist wie 130, in Nürnberg wie 150, in Landshut und Bayreuth wie 170, in Regensburg wie 200, in München, Augsburg, Würzburg wie 250, in Ingolstadt wie 300 zu 1 , wobei die studentischen Verbindungen Wüschcartikel, Belcuchtungsartikel, ^Zuckerfabrikate. verkehr, Land« und vslkrwirthschaft. — Lochdüngnng von Obstbärrrnen, die mangelhaften Trieb zeigen. (Nachdruck verboten.) Wenngleich tm Herbst die alten schlechten Obstbäume ausrangtrt sind, so finden sich doch im Frühjahr Bäume, die nur einen schwachen Trieb zeigen. Theils sind es solche, bei denen wir zweifelhaft waren, ob wir es noch ein Jahr mit ihnen versuchen sollten, theils haben sie durch die Einflüsse des Winters gelitten. Sollen solche Bäume den Platz nicht nutzlos ein- nehmen, so muß ihnen durch Zufuhr leicht aufnehmbarer Nahrung geholfen werden. Dieses ist aber eine Arbeit, die im späteren Frühjahr nicht ohne Weiteres überall vorgenommen werden kann, denn durch ein Untergraben von Dünger würden häufig schöne Rasenplätze, Blumen- und Gemüsebeete zerstört werden. Man erreicht den Zweck aber in ausgezeichneter Weise durch eine Lochdüngung. In einiger Entfernung vom Baume, dort wo man die feinen Saugwurzeln zu suchen hat, werden, am besten mit einem Erdbohrer, ca. IVz Meter tiefe Löcher gemacht, in welche man zweckmäßig ein Drainrohr steckt, um das schnelle Zufallen der Löcher zu verhindern. In diese sogen. Dunglöcher gießt man verdünnte Jauche in größeren Mengen oder aber eine Lösung von Peruguano oder Holzasche und Salpeter. Kaum irgendwo dürfte sich eine solche Düngung so bezahlt machen, wie gerade bei Obstbäumen mit mangelhaftem Triebe. MUde, wohlschmeckend unh seit zehn Jahren bewährt ist der Holländ. Tabak von B. Becker in Seesen a. Harz, 10 Pfd. fco. 8 JL 156 im Glas und Flaschen bei: C. Roth II, Wallthorstraße 5. W. Schomber, Neuen Baue 10. I. Häuser, Ludwigstraße 36. I. Georg, Ederstraße 2. H. Zipp, Ostanlage 9. w CD Q •r-l Z 02 Q IW u C5 O BOO cd Arbeitsversteigerung. Donner-tag den 13. d. M, Nachmittags 3 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu Alten - Buseck Chausfirarbeiten, veranschlagt zu 1300 Mark, sowie das Schlagen und Decken von 40 cbm Unterhaltungssteinen öffentlich vergeben werden. Alten-Buseck, am 7. Mai 1890. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Fabrikation chemisch-technischer Präparate für Haushaltung, Landwirthschaft und Gewerbe. Schiffsnachrichten. 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Bande enthaltenen Radfahrer-, Reiter-, Ruder-, Fischerei- und Geflügel-Vereinen findet, daß diese stärker in Nord- als in Süddeutschland vertreten sind. Charaeteristisch ist die Thatsache, daß Provinzialstädte meist verhältnißmäßig reichere Vereinsbildung haben als die Residenzen — wohl deßhalb, von Rometfch St Co. in Kitzingen bieten vollständigen Schutz gegen Rost und Einflüsse von Wind und Wetter. Garantie für größte Haltbarkeit und außergewöhnliche Deckkraft. Unentbehrlich für Gisenbahnzwecke, Maschinen-, Zucker- und Gasfabriken, Brauereien und Brennereien. Alleinverkauf für Glessen und Oberhessen bei 526] Emil Fischbach, Gießen. Keine Simmenthaler Originalzuchtbullen mit sehr schönen Körperformen, auS berühmten^ Zuchten stammend (sechs davon sind gekört), stehen zu verkaufm bei Gebr. Schuch, [2948 Hof Schleifeld bet Nidda. kerli!" Langsam wandte sich der Spieler mir zu und gelassen: „Wo isch mei Axt?" * Innsbruck, 5. Mai. 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Es wurden von letzteren 17,948 Pferde, 31 Maulthiere und 196 Esel geschlachtet. weil in diesen die Geselligkeit mehr durch Privatgesellschaften I ihren Ausdruck findet. * Aus dem gemüthlichen Schwabenlande erzählt ein ArM folgende seiner „Nachtpraxis" entstammende Geschichte: „Es war in einer sternhellen kalten Nacht. Ich kehrte nach 12 Uhr zu Pferde von einem auswärtigen Besuch zurück. In der Nähe der „Sonnenhalde" hörte ich Axtschläge aus dem Badener Stadtwalde. Es konnte kein Zweifel bestehen, was da vorging. Ich war guten Humors, band mein Pferd an einen Baum am Wege, schlich mich m die Nähe der Waldpiraten und schaute ihrem Treiben hinter einer Tanne zu. Die letzten Axtstreiche sollten eben den auserlesenen Baum zu Falle bringen. Da stürzte ich aus meinem Versteck hervor und schrie die Burschen an: „Han' ich ernol, ihr Malefixkerlik" „Gänd's Pech — s'isch de Förster!" schallte es zurück. Als ob der Blitz uuter sie gefahren wäre, stob die Gesellschaft auseinander. Eine Axt war zurückgeblieben; ich nahm sie als Trophäe mit und ritt nach Hause. So schnell hatte sich die ganze Scene abgespielt, daß ich keinen der „Holzer" erkennen konnte. Jahre vergingen. Da traf ich eines Nachmittags im „Adler" zu B. eine Gesellschaft von Kartenspielern. Die Parthie schien für den Mann, der mir den Rücken zukehrte, verloren. Plötzlich fuhr er auf: „Gstoche mit em Bur — und bedank mi!" Das war die Stimme, die damals „Pech geben" besohlen hatte! Es begann eine zweite Partie. Ich stellte mich hinter meinen Mann und sah ihm in die Karte. Als er eine langerwartete Stichkarte aufnahm, rief ich ihm unvermuthet zu: „Hesch en emo! kriegt, die Malefix- Gegea Baar oder Raten. ■■■■■■■ Pianinos TOn Mk. 350. Essenzen, Echt chinesische TheeS.| Oele. Mkdirinal- und technische Drogen, Chemikalien. Adler- Bahnhofstr. LOIt^ “$T empfiehlt ein reichhaltiges Lager in Küchen- und Haushaltartikeln, Bürsten-, Korb- und Küferwaaren. 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Dieselben sind auch durchaus ge- rechtfertrgt, denn es ist durchaus nicht ersichtlich, wie der Reichstag bei gewissenhafter und gründlicher Erörterung der einzelnen Beralhungsstoffe mit seinem Arbeitspensum bis zu dem gedachten Zeitpunkt fertig werden will. Der dieser Tage erfolgte Rücktritt des bayerischen Kriegsministers v. Heinleth hängt, wie aus München gemelöet. wird, nicht nm polmschen Gründen zusammen, sondern ist durch die angegriffene Gesundheit und das vorgerückte Alter des Generals begründet. Der neue Kriegsminister, Generallieutenant v. Safferling, war zuletzt Commandeur der 2. bayerischen Division und steht bereits seit 1845 iin Militärdienst seines engeren Vaterlandes. Major Wißmann wird nach der Einnahme Kilwa's noch einige Zeit m diesem Hafenplatz bleiben, um eine wirksame Verthewigung desselben zu organisiren, da verlautet, die Rebellen würden die Wiederbesetzung Kilwas versuchen. Es scheinen demnach noch scharfe Kämpfe zwischen dem Wiß- mann'schen Expeditionscorps und den aufständischen Arabern im Süden des deutjch-ostafrikanischen Schutzgebietes bevorzustehen. Von der Nordgrenze deffelben werden Kämpfe zwilchen den Truppen des Sultans von Witu und den Einwohnern der Insel Pattai gemeldet und da der genannte Herrscher der Bundesgenosse der Deutschen ist, so werden dieselben inöglicher Weise in diese Verwickelungen hineingezogen werden. — Von dem ehemaligen Rebellenführer Bwana Heri heißt es, daß derselbe sich weigere, nach Saadani zurückzukehren, falls seine Sicherheit nicht von sämmtlichen Consuln in Zanzibar verbürgt werde. In Paris ist das Gerücht allgemein verbreitet, die Staatsanwaltschaft wolle gegen den Grasen Lesseps Anklage wegen gesetzwidriger Vorgänge in der Panama. Canal-An- gelegenheit erheben. Bei der angesehenen Stellung, welche bt,r greise Lesseps in der französischen Nation einnimmt, erregt die Nachricht begreiflicher Weise großes Aufsehen. Die bekannte Bestechungsangelegenheit des russischen Marinecapitäns Schmidt scheint im Sande verlaufen zu wollen. Schmidt wurde, wie übereinstimmende Privcttmel- düngen aus Petersburg besagen, wieder auf freien Fuß gesetzt, angeblich, weil ihm der Verkauf amtlicher Schriftstücke über den VertheidigungSplan von Kronstadt, dessen er beschuldigt worden war, nicht genügend nachgewiesen werden konnte. Er ist jedoch seiner dienstlichen Stellung ohne Aussicht auf Wiederanstellung enthoben worden; ob Schmidt von der russischen Negierung auch die Weisung empfangen hat, das Land zu verlassen, wie man wiffen will, scheint indessen noch nicht festzustehen. Die ganze Angelegenheit erscheint noch ziemlich räthselhaft, doch ist es fraglich, ob man über den wirklichen Sachverhalt je einen glaubwürdigen Aufschluß erhalten wird. Deutsches Reich. nn. Darmstadt, 8. Mai. Heute Nachmittag ist bereits der Marstall Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, bestehend aus 16 Pferden und der dazu gehörigen Dienerschaft, nach Friedberg abgegangen. Im Gefolge Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs werden sich die Herren Oberst-Hosmarschall v. Westerweller, v. Anthoni, der persönliche Adjutant Hauptmann v. Röder zu Diersburg, sowie Oberstallmeister v. Rabenau befinden. Der Aufenthalt der Großh. Familie in Friedberg wird voraussichtlich bis Ende Mai dauern. Darmstadt, 9. Mai. Nr. 7 des Amtsb latt es des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, enthält Ausschreiben vom 15. April 1890, betr. die Dienstführung der Großh. Gerichtsvollzieher. Berlin, 9. Mai. Der Gesammtvorstand des Herrenhauses wird den „Hamburger Nachrichten" zufolge Samstag Vormittag zusammentreten, um in Anwesenheit des Ministers des Innern, Herrfurth, zur Frage des Neubaues eines Geschäftshauses für das Herrenhaus und für das Abgeordnetenhaus auf dem Terrain des jetzigen Reichstagsgebäudes und des Herrenhauses Stellung zu nehmen. Bisher hat der Gesammtvorstand die ihm vom Minister übersandten Baupläne und Projecte einer vorläufigen Prüfung unterzogen. Berlin, 8. Mai. Das preußische Herrenhaus plant für den Fürsten Bismarck noch eine besondere Ehre. Es soll nämlich eine Marmorbüste des ersten deutschen Reichskanzlers im Sitzungssaale aufgestellt werden. Berlin, 8. Mai. Folgende freisinnige Abgeordnete haben den von der Volkspartei eingebrachten Antrag auf Herabsetzung der Dienstzeit bei der Infanterie unterstützt: Buddeberg, Friedländer, Funck, Gutfleisch, Hermes (Zauer), Hirsch, Jeschke, Koch, Langerhans, Münch, Munckel, Pflüger (Karlsruhe), Raeithel, Richter, Rüge, Samhammer, Schmidt (Elberfeld), Schmieder, Schneider (Nordhausen), Träger, Uhlendorff, Wilisch, Wöllmer und Zangemeister. Suhl, 7. Mai. Im Lause der nächsten 18 Monate werden von sämmtlichen Cavallerie-Regimentern des deutschen Heeres Offiziere hierher commandirt werden, welche sich über die an den neuen C ar ab in er n vorkommenden Ausbesserungsarbeiten unterrichten sollen. Von den etwa 180 Offizieren werden jedesmal zehn vier Wochen lang hier verweilen. Locales ttnö provinzielle». Gießen, 10. Mai. — Nach einem im Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Großherzogthums Hessen veröffentlichten Verzeichniß fielen im letzten Vierteljahr 1889 folgende Geschenke und Verm'ächtnisie oberhessischen Gemeinden für evangelisch-kirchliche Zwecke zu: An die Kirche Hemmen, von Lehrer Eurichs Eheleuten, eine Bibel im Werthe von 3 Mk. Landrnann'sche Stiftung zu Rendel, von Karl Runck aus Newyork, 400 Mk., wovon 100 Mk. und die jährlichen Zinsen der übrigen 300 Mk. unter die Ortsarmen vertheilt werden sollen. Stadtkirche Friedberg, Ungenannt, das Anstreichen der Thüre und Vergolden der eisernen Thorspitzen, zusammen im Betrage von ca. 400 Mk. Confirmandenstiftung in Burg-Gräsenrode, von den Confirmanden daselbst 8 Mk. Kirche Nieder-Bessingen, von Frl. Louise Frank zu Villa Bella bei Engers, 150 Mk. zur Orgel-Reparatur und Ausschmückung der Kirche. Kirche Nieder-Erlenbach, von Maurermeister H. Philipp Filz zu Frankfurt a. 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