Nr. 83. Freitag den 11 April 1890 »ichener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. Die Gießener P «miktenktälter rerden dem Anzeiger vSchentlich dreimal drigelegt. Der 4»ie^ener Anzeiger erscheint täglich, eait Ausnahme deS Montags. vierteljähriger Avonncme»ts?rei»r 2 Mar! 20 Pfg. mU Bringcrlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mar! 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchulstraße Ar.», Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gietzen. r S!" ■ Ulf- * . .. . ■ ! ' .. ■ - --- Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den Mqenben Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. 53K chratisbeikage: Hießener Kamilienbkätter Bl Alle Annoncen-Bureaux de- In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. politische lleberficbt Gießen, 10. April. Der Reichstag ist laut kaiserlicher Cabinetsordre nun» mrrhr auf den 6. Mai einberufen worden, die Meldungen, imlche von einer Einberufung des neuen Parlanlents bald imch Ostern wissen wollten, erweisen sich demnach als unzu- ter ff ent). Der Zwischenraum von etwa mehr als drei Wochen, M'lcher uns noch vom Zusammentritte des Reichstages trennt, ist jedenfalls zur Fertigstellung dieser und jener bereits angekündigten Vorlage 'enügend, so daß der Reichstag nach seiner ve: muthlich besonders feierlichen Eröffnung sofort wird an seime Geschäfte gehen kann. Obwohl sich über die Dauer her Session zur Stunde selbstverständlich noch nichts Be- slinimteS sagen läßt, so kann es doch in Anbetracht der so jpint im Frühjahr erfolgenden Einberufung des Reichstages oh höchst wahrscheinlich gelten, daß derselbe vor Ende Juli schwerlich zum Abschlüsse seiner Thätigkeit komnren wird und gehen wir also diesmal einem „politischen Sommer" in der tiinetn Politik entgegen. Die Ernennung des Geheimraths Dr. v. Krauel zum le. ter der neuen Eolonial-Abtheilnng im Auswärtigen Amte ist nunmehr durch den „Reichsanzeiger" veröffentlicht worden. Geichzeitig giebt das genannte amtliche Organ auch die Bergung des Wirkt. Geh. Legationsraths Humbert an die E?ütze der Personalien »Abtheilung des Auswärtigen Amtes fcehannt. Mit diesen jüngsten Ernennungen dürsten die Per- somlveränderungen, welche der Rücktritt des Fürsten Bismarck $ur: Folge halte, zunächst als abgeschlossen zu betrachten sein. In der vielerörterten Frage der Biehsperre ist ein von bexi hierbei zunächst betheiligten Kreisen gewiß nur mit höchster Ntsfriedigung begrüßter Schritt des Reichskanzlers v. Caprivi zu verzeichnen. Herr v. Caprivi genehmigte auf neuerliche Lv.regung der bayerischen Regierung die Einfuhr lebender Nhwcinc aus Oesterreich-Ungarn nach den Central-Viehhöfen von Nürnberg und München unter der Bedingung strengster thiierärztlicher Controle. sDcit dieser Vtaßregel ist die erste Aiefche in das von unserm Volke so hart empfundene System bei Viehsperre gelegt worden und darf man wohl der Ec- wartung Ausdruck verleihen, daß die vollständige Aufhebung bei leidigen Grenzsperre gegen die Vieheinfuhr nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Die bestimmte Annahme, daß der Kauzlerwcchscl auf bie auswärtige Politik Deutschlands, namentlich aber auf beilicn Beziehungen zu Oesterreicb-Ungarn und Italien ohne ßiiiffluß bleiben werde, hat durch den kürzlichen Briefwechsel zimschen dem Reichskanzler v. Caprivi und Herrn Crispi, sowie duirch das an den Grafen Kalnoky gerichtete Begrüßungs- schreiben Caprivis eine neuerliche Bestätigung erfahren, lieber den Inhalt des letzteren Schreibens verlautet zwar noch nichts Siciheres, indessen ist es zweifellos, daß diese Kundgebung des neuen deutschen Reichskanzlers an den Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Oesterreich-Ungarns dem engen politischen ßr»eundschastsverhältnisse völlig entspricht, welches die beiden mitteleuropäischen Kaiserreiche seit mehr als einem Jahrzehnt niiit einander verknüpft. Was aber den Briefwechsel zwischen Loprivi und dem leitenden Staatsmanne Italiens anbelangt, |o glaubt der officiöse „Capitano Fracassa" bestätigen zu ibinnen, daß in demselben die Fortdauer der Friedenspolitik unzweifelhaft ihre Bekrästigung ersahren werde und sicherlich Urin der Vorgang als ein äußerliches Zeichen deS unverminderten herzlichen Einverständnisses zwischen Deutschland uni) Italien gelten. Dieses erfreuliche politische Verhältniß wieft aber augenscheinlich mehr und mehr auch auf die gegen- jetüigen wirthschafilichen Beziehungen zwischen beiden Staaten jur.uef, wie die soeben in Berlin erfolgte Errichtung eines Richtigen deutschen BankconsortiumS zur Mitwirkung bei ilcrllienischen Finanzgeschäften bekundet und mit Recht be- üchnel die Münchener ,,Allg. Ztg." dieses Ereignis; als ein Zeichen der intimen Gestaltung der auf fester politrscher ttimnblage bc ruhenden wirthschaftlichen Beziehungen zwischen Z)«utschland und Italien. In der österreichischen Hauptstadt haben die Dtnte- tifichciuuugcu in zahlreichen Gewerbszweigen, hauptsächlich aber dier große Ausstandsbewegung unter den Maurern, einen teilen Schatten auf die Feier des Osterfestes geworfen. An beiden Cffierfeiertagen fanden in Wien zahlreiche Arbeiterversamm- lunigen statt, von denen einige sehr stürmisch verliefen, obwohl ti zu eigentlichen Ruhestörungen nicht kam. Dagegen sanden üiiui Dienstag im Vororte 9kenlerchcnseld tumultuarische Ansammlungen strikender Maurer, denen sich Pöbelmaffen an- Wossen, statt, ebenso in der Leopoldstadt, so daß^sich die Poolizei zum Einschreiten und zur Absperrung ganzer Straßen- ziigge veranlaßt sah. Die Ansammlungen mußten schließlich gewaltsam zerstreut werden, wobei es nicht ohne Verhaftungen abging. Die Arbeiter-Exceffe in Rculerchenstld wiederholten sich am Dienstag Abend in größerem Umfange und begingen die Ruhestörer hierbei grobe Ausschreitungen, so daß Militär die Ruhe wieder Herstellen mußte. Im Ganzen wurden 37 Personen verhaftet, mehrere Civilisten und zehn Schutzleute erhielten Verletzungen, und sind manche derselben ernster Natur. Deutscher Reich. Darmstadt, 9. April. Militärdieustnachrichten. a. Niebelschütz, Major vom Husaren-Regiment von Schill (1. Schlesisches) Nr. 4, unter Entbindung von dem Eommando als Adjutant bei der Großh. (25.) Division, als Escadrons- chef,sin das Ulanen-Regiment Kaiser Alexander II. von Rußland (1/Brandenburg.) Nr. 3 versetzt,- Frhr. v. d. Goltz, Hauptmann vom Jnf.-Regt. Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfäl.) Nr. 15, tritt von seinem Eommando als Adjutant von der 7. Division zur Großh. Hess. (25.) Division über; Scotti, Hauptmann und Compagniechef vom 4. Großh. Jnf.-Regt. (Prinz Karl) Nr. 118, als Adjutant zur 7. Division commandirk. Berlin, 8. April. Ihre Majestät die hochselige Kaiserin Augusta hat, wie die „Germania" mittheilt, auch das hiesige St." Hedwigs-Krankenhaus in ihrem Testament mit einem Legat von 5000 Mk. bedacht. Berlin, 8. April. Dem Begründer des Reichs, Kaiser Wilhelm 1., ist am Ostermontag in dem benachbarten Zehlendorf ein würdiges Denkmal unter zahlreicher Betheiligung der umliegenden Orte geweiht worden. Die Staatsbehörden waren, ' dem „Dtsch. Tgbl." zufolge, durch den Regierungs-Präsidenten Grafen Hue de Grais und den Landrath des Teltower Kreises Stubenrauch vertreten. Das Denkmal besteht aus einer bronccnen Colossalbüste des Kaisers, die auf hohem Sockel von rothem Meißner Granit sich erhebt. Der mehrstnsige Unterbau wird ans schlesischen Granitquadern gebildet. Berlin, 9. April. Der 19. Gong r eß derDeutschen Gesellschaft für Chirurgie ist heute Mittag in der Aula der Universität feierlich eröffnet worden, nachdem bereits gestern Abend im Central-Hotel eine Begrüßung stattgefunden hatte. Der Congreß ist überaus zahlreich besucht. Die deutschen Hochschulen sind vollzählig vertreten, den akademischen Lehrern haben sich namhafte deutsche und ausländische practische Aerzte und Gelehrte angeschlossen. Berlin, 8. April. Nach einer vom „Reichsanzeiger" veröffentlichten Hofansage trägt der Hof nach Ablauf der großen Hoftrauer noch bis zum 7. October Familientrauer. Neueste Naehvichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 9. April. Dem „Reichsanzeiger" zufolge sind die auf Grund des Socialistengesetzes erfolgten Verbote eines Flugblattes an den Handelsstand in Königsberg, der Filiale Düsseldorf des Vereins deutscher Schuhmacher mit dem Hauptsitz Nürnberg, der Flugblätter an die Wähler des Reichstagswahlkreises Hof, sowie von Württemberg, Bingen- Alzey und Mainz-Oppenheim durch die Reichscommission aufgehoben worden. Mainz, 9. April. Der Landtagsabgeordnete Racks erklärte seinen Austritt ans dem Gentrum der zweiten hessischen Ständekammer. Benthen, 9. April. Die Schweine-Einfuhr ans Steinbruch nach dem hiesigen Schlachthaus ist wieder frei- gegeben. Wien, 9. April. Zwei einberufene Verfammlungen der Maurer und Bäcker wurden polizeilich verboten. — Heute Vormittag wiederholten sich die Excesse in Neulerchenfeld. Die Menge bewarf eine Branntweinschänke mit Steinen, doch erfolgten keine ernsteren Ausschreitungen. Es sind die umfassendsten Sicherheitsmaßregeln getroffen. Wien, 9. April. Graf Wedelt binirte heute bei Kalnoky und ist Abends nach Berlin abgereist. Paris, 9. April. Der Rath, welcher über die Epizoo t i e n (größere Viehseuchen) zu wachen hat, gab unter dem Vorsitz des Ackerbauministers bekannt, daß es gut wäre, in den Schlachthäusern von La Billette ein eigenes Gebäude für das aus den verseuchten Ländern ksmmende Vieh zu errichten und die strengsten Maßregeln gegen die Verbreitung der Seuchen zu treffen. Man könnte alsdann den Erlaß vom November 1889, wonach die Einfuhr von Vieh aus Deutschland und Oesterreich absolut verboten ist, modificiren. Marseille, 9. April. Der gestern hier herrschende furchtbare Sturm verhinderte die Schiffe am Auslaufen. Das Dach des ValettaDheaters ist eingestürzt. In Toulon zerstörte der Sturm daS Dach des Gebäudes der Hygiene^ Ausstellung. Loudon, 9. April. Wie das Rcuter'sche Bureau auS Ganea vom 7. ds. M. meldet, richteten die Bewohner einer Anzahl Bezirke zur Ucbermittlung an die Pforte eine gemein same Bittschrift an Schakir Pascha, in welcher sie die Amnestie für die vom Kriegsgerichte vernrtheilten Christen nachsuchen. Madrid, 9. April. Das Festmahl zu Ehren deS Prinzen Heinrich fand gestern Abend im königlichen Palais statt. Der Prinz faß zur Rechten der Königin, der Infantin Isabella gegenüber. Außer den Hofchargen und dem Gefolge nahmen an dem Mahle Theil die Minister des Auswärtigen und der Marine, der deutsche Botschafter Stumm mit Gemahlin und das deutsche Botschaftspersonal. Madrid, 9. April. Prinz Heinrich von Preußen verläßt heute Abend Madrid und begibt sich nach Cadix zurück, wo das deutsche Geschwader ankert. Petersburg, 9. April. General Knropatkin vom Generalstabe ist zum Chef vou Transkaspicn und zum Com- mandirenden der Truppen daselbst ernannt an Stelle des Generals Komarow, welcher zur Verfügung des Kriegsministers gestellt wird. Konstantinopel, 9. April. Die „Agence de Coustan tinople" erfährt: In Folge dringender Vorstellungen soll die Frage der oberherrlichen Genehmigung des zwischen dem Finanzminister und einem internationalen Cmffortium abgeschlossenen Uebereinkommens betreffs Cönvertirung der Prioritäten und Emission eines An l eh en s, welche bisher seitens des Sultans Anstand sand, einer noch maligen Prüfung unterzogen werden. Sofia, 9. April. Die Untersuchungs-Commission in der Angelegenheit Panitza hat ihre Arbeiten beendigt. Der Bericht geht au den Kriegsminister, welcher ihn dem Staatsanwalt übersendet. Locales und Provinzielles. Gießen, 10. April. — Der neuerdings in der sogen. Franzosenschanze durch unbeaussichtigte Kinder herbeigeführte Waldbrand veranlaßt uns, wiederholt darauf hinzuweisen, daß nach den bestehenden feld- und forstpolizeilichen Bestimmungen die Eltern haftbar beziehungsweise strafbar sind für die Verfehlungen ihrer Kinder, wonach es im Interesse aller Eltern liegen dürfte, ihre Kinder nicht ohne Beaufsichtigung die benachbarten Waldungen besuchen zu lassen. — Am Dienstag unternahm der Oberhesfische Geschichtsverein seinen ersten diesjährigen Ausflug nach Nidda-Schotten- Grünberg. Der zweifelhaften Witterung halber war die Zahl der Theilnehmer nur eine geringe, doch wurden dieselben in jeder Beziehung reichlich belohnt. In Nidda und Schotten wurden unter der liebenswürdigen Führung ortskundiger Herren die Sehenswürdigkeiten besichtigt, vor Allem die Kirche in S. mit ihren reichen Schätzen. Es gelang bei vorzüglicher Beleuchtung mehrere photographische Aufnahmen zu machen, wobei die Theilnehmer die Staffage bildeten. Auch wurden durch Kauf und Schenkung interessante Gegenstände für die Sammlungen des Vereins erworben. Die letzte Strecke wurde zu Wagen zurückgelegt und, nachdem noch beim „Jägerhause" der „Kirchenstumpf" im Scheine der sinkenden Sonne ausgenommen worden, fuhr man mit Einbruch der Nacht unter den Klängen eines munteren Posthorns in Grünberg ein. Die Verpflegung war überall eine vorzügliche. Den nächsten Ausflug beabsichtigt der Verein, hoffentlich bei regerer Theit- nahme, nach Büdingen zu unternehmen. — Im Anschluß an die Localnotiz von gestern, betr. den Turnhallenbau für den Turnverein Gießen, sei noch erwähnt, daß, nachdem eine Entscheidung zwischen den Projecten der Architecten Stein & Meyer und L. Senling nicht getroffen werden konnte, weil diese beiden Projecte dem Preisgericht- gleichwerthig erschienen, dasselbe empfahl, weitere Projecte nebst speciellen Vorcmschlägen vorzulegen. Dieselben wurden: nun dem zuerst in der gestrigen Notiz erwähnten Preisgerichte wieder zur Begutachtung unterbreitet und das Stein'sche Project erhielt den Vorzug, weil an dem Seuling'schen eine Abweichung am Dachwerk des Turnsaales — statt Ziegelbedeckung- Holzcementbedachung mit einem Aufbau für Oberlicht und Ventilation — vorgesehen war. F und Queck unter den Wagen, vollständig zermalmt wurde, Der auf so entsetzliche Weise tüchtiger Arbeiter, stand im Vuc! Eich Nad A-x in dn Es ' bett Mi' ®ebrannt( geheeg sta geheeg Ia{ und wollei i schwere Ladung Thomasmehl hatte, gerieth zwischen Hutzdorf in Folge dessen ihm der Kopf so daß sofort der Tod eintrat. vom 2. \ Obnsörfte Die Absul woch den Rentei p Ueberweif Fahrtag S Keffelb, Freiherr!, Wird in hi adgehaiteNl Die Glei durch Be! durch die meißereien All * Mainz, 9. April. Eine allgemeine Arbeiter- versammlnng hat hier beschlossen, den Beschlüssen des internationalen Arbeiter-Congresses in Paris beizutreten und am 1. Mai zu feiern. Sie wurde aus Grund des § 9 des Socialistengesetzes polizeilich aufgelöst. *= Frankfurt, 9. April. Bezüglich des Brandes in der vormals Henninger' schen Brauerei ist noch rnit- zutheilen, daß der Schaden von den solgendeu elf Versiche- ; rnngsgesellschaften zu tragen ist: Berlinische, Leipziger, Hel- ' vetia, Deutsche und Feuerversicherungsbank in Gotha, Westdeutsche in Essen, Transatlantische zu Hamburg, Preußische National zu Stettin, Colonia, Providentia zu Frankfurt a. M. und Bayerische Hypothekenbank in München. Wie ich Ihnen schon mittheilte, ist die Henninger'sche Brauerei eine der best- angelegten und eingerichteten nicht nur Frankfurts, sondern vielleicht Deutschlands. Die Betriebsgebäude sind in einzelne feuersichere Compartiments getheilt, welche durch eiserne Doppelthüren mit einander verbunden sind. Die Böden sind fast nur aus Eisen hergestellt, die Treppen im Innern nur aus Stein. Feste eiserne Feuerleitern führen bis über da- Dach. Die Brauerei besitzt eine eigene Feuerspritze, sowie Hydranten mit 5 Atmosphären Druck, direet gespeist aus dem nahen Seehossreservoir. Dennoch hat das entfesselte Element keinen geringen Schaden angerichtet. Gegen 200 Ballen Hopsen und sonstige Brauingredienzien sind ein Raub der Flammen geworden, ferner sämmtliche Borräthe im östlichen Mälzereigebäude re. Glücklicherweise blieb der westliche Theil des Mälzereigebäudes mit ca. 60,000 Ctr. Gerste vom Feuer verschont. Der Betrieb ist, wie die Direetion anzeigt, nur etwa 10 Tage unterbrochen. . *== Frankfurt, 9. April. Noch hatte sich der Schrecken über das riesige Feuer in der Aetienbrauerei vormals Henninger und Sohne nicht völlig gelegt, da erschreckte verwichene Nacht die Sturmglocke die Einwohnerschaft von Neuem. In der großen und weit über die Mauern Frankfurts hinaus bekannten Schuh sabrik von Otto Herz u. Cie. in der Nie denau war Feuer ausgebrochen. Obgleich die Feuerwehren rasch zur Stelle waren, gelang es nicht, von dem großen Fabrikgebäude etwas zu retten. Dasselbe brannte bis auf die Umsassungsmauern nieder und die Feuerwehr konnte weiter nichts thun, als den Brand aus seinen Herd zu beschrän ten versuchen, was auch gelang. Der Schaden soll gegen eine Million Mark betragen. Versichert ist die Fabrik bei der Aachen-Münchener Feuerversicherungs-Gesellschaft. 300 Arbeiter sind durch den Brand Plötzlich brodlvs geworden. arbeitet wurde. Es wird daher Brandstiftung vorliege. * Frankfurt, 9. April. In Schreckensnachricht die andere. — Sonntag den 13. April, Nachmittags V24 Uhr, findet im Saalbau zu Friedberg die Generalverfammlung des Obstbauvereius in der Wetterau für 1890 statt. Tagesordnung : 1. Bericht des Geschäftsführers- 2. Bericht des Vorstandes über den Voranschlag - 3. Wahl des Präsidenten und Vieepräsidenten auf 3 Jahre - 4. Anträge - 5. Vortrag Über Feldgemüsebau und Errichtung einer Conscrvensabrik. Bad Nauheim, 8. April. Unser sonst so friedliches Städtchen war in der letzten Nacht der Schauplatz eines blutigen Excesses. Ein hier bediensteter ostpreußischer Fuhrknecht hatte, von dem Genuß geistiger Getränke aufgeregt, mit einem von hier gebürtigen Butzbacher Dragoner in einer Wirtschaft einen Wortwechsel, dem durch die Intervention des Wirths ein Ende gemacht wurde. Nach Mitternacht trafen beide Parteien auf der Straße wieder zusammen- hier erhielt nun der Soldat meuchlings von seinem Gegner und dessen zum Besuche hier weilenden Bruder aus Minden mehrere Messerstiche in den Kopf, so daß der Zustand des Verwundeten Gefahr für fein Leben befürchten läßt. Der eine der Brüder wurde von der Gensdarmerie in das HastMont Wen in Lich, Dis seif und ; mente ver Für. 174 Fichte Jttha 7 Nt Ich -Ach"g ^ttlngshäi buichwald Äch, Qu 317^ Ä Literatur und rinnst. — Dichtungen von wunderbarer Tiefe der Empfindung leinm wir in der neuesten Nummer der »Gartenlaube^ kennen. Ihr Verfasser ist kein geringerer als Gottfried Kinkel, dem deutschen Volke längst vertraut als der gemuthvolle Verfasser des kleinen EpoS „Otto der Schütz". Gottfried Kinkel war ein 64jähriger Mann, alt ihm das herbe Geschick rotberfu^, ein heißgeliebtes Töchterlein verlieren zu müssen, ein Kind von solch sonnenhafter Zartheit des M- müths, daß man fast sagen möchte: es war zu zart für diese Ml. In den milgetheilten Gedichten nun strömt der Schmerz desVatty in einer wahrhaft ergreifenden Weise aus, und, obwohl die VeM die letzte seilende Hand des Dichters nickt mehr erfahren haben, stehen wir doch nicht an, sie dem Höcksten beizuzählen, was die deutsche Lyrik zu Tage gefördert hat. Die Gedichte, sieben an « Zahl, sind bis aus ems noch nirgends gedruckt, und auch jenes dn< ist nur wenig bekannt geworden. Man muß sie aber alle zusammen genießen, um die Wirkung dieser herzbewegenden Strophen gan; unö voll zu empfinden. — Angesichts der jungen, neuerwachten Herrlichkeit der Mui darf man nicht die Hände thatenlos in den Schoß legen, denn 1<5‘ gilt es, Haus und Hof zu schmücken, den Garten rechtzeitig zu bestellen. Practische Winke für die Frühjahrszeit finden wir in dw letzten Dtummern des bekannten Dresdener Frauenblattes Haus", das auch sonst es sich immer angelegen sein läßt, |an< Leserinnen rechtzeitig zu erinnern, wenn im weiten Bereiche vc« Haushaltes etwas geschehen mutz, und das daher mit Recht om Namen eines practischen RatbgeberS für die Frauenwelt verbienr Der Ouartalsbeginn gibt Jedem, der dies Blatt nock nicht « Gelegenheit, durch eine Prodenmnmer sich von feiner SBorljjfW” ju überzeugen, zumal der billige Preis (1 Mk. vierteljährlich) auch den weniger Bemittelten ermöglicht. ft» *][ Darmstadt, 9. April. In den Tagen vorn 9. bis 12. April begehen hier das 1. Großh. Dragoner-Regiment (Garde-Dragoner-Regiment) Nr. 23 und das Großh. Feld- Artillerie-Regiment Nr. 25 (Großh. Artillerie-Corps) das Jubiläum ihres 100jährigen Bestehens, indem sie bereits am 6. April auf eine hundertjährige Regirnentsgefchichte zurück- blicken konnten. Zur Theilnahrnc an diesen Festlichkeiten sind bereits zahlreiche Offiziere, die früher den beiden Regimentern angehört haben, gestern Nackmittag auch die Prinzessin Victoria, Prinzessin Ludwig von Battenberg, von Malta kommend, und gestern Abend der Erbgroßherzog, von Coburg zurückkehrend, hier eingetroffen. Der Großherzog gab heute Mittag 2 Uhr im Kaisersaal des Großh. Schlosses dem Offiziercorps des Garde-Dragoner-Regiments eine solenne Tafel, an welcher auch der commandirende General des XI. Armeecorps General der Infanterie von Grolman theil- nahm. Während 'derselben concertirte die Capelle des Garde- Dragoner-Regiments. Heute Abend findet in der Reitbahn der Dragoner-Kaserne ein costümirtes Reiterfest statt, von dessen Glanz man sich eine annähernde Vorstellung machen dürste, wenn wir erwähnen, daß das Heroldscostüm eines Offiziers beispielsweise 400 Mk. gekostet hat. Dieses Reiterfest wird die gesummte Großherzogliche Familie mit ihrer Gegenwart beehren. Außerdem werden der Prinz und die Prinzessin i Christian von Schleswig-Holstein mit den beiden Prinzessinnen- Töchtern, die Landgräsin von Hessen und die Erbprinzessin von Anhalt als Gäste des Großherzogs das Fest besuchen. Dieselben sind heute Nachmittag von Wiesbaden und Frankfurt zu diesem Zwecke hier eingetroffen. Die große Parade des Dragoner-Regiments findet morgen Vormittag 10 Uhr auf dem hiesigen Exercierplatz statt. Es ist zugleich die erste Parade, bei welcher das Regiment mit den neuen roth-weiß beflaggten Lanzen ausrückt. Anerkennungen und Auszeichnungen stehen Seitens des Kaisers und des Großherzogs zu erwarten. *△ Mainz, 9. April. Heftige Feuersignale verkündeten verflosstne Nacht kurz nach Mitternacht ein Großfeuer. Die weithin bekannte Möbelfabrik von Rauch stand in Hellen Flammen, die mächtig über die Stadt hinloderten. In einer Schreinerwerkstätte des zweiten Stockes seinen Ausbruch nehmend, fand das Feuer an den reichen Holzvorräthen und an den in Arbeit befindlichen Möbelstücken reiche Nahrung, so daß sich die Flammen alsbald der ganzen Fabrikanlage bemächtigten und solche fammt den Maschinen bis auf die Umfassungsmauern in Asche legten. Das durch einen Hof von den Werkstätten getrennte Lager fertiger Möbel konnte gerettet werden, wogegen ein sehr bedeutendes Holzlager, viele angefangene Möbel, sowie zahlreiche werthvolle Modelle ein Raub der Flammen geworden sind. Das unmittelbar an die Rauch'sche Fabrik grenzende bischöfliche Priesterseminar wie auch das Kapuzinerkloster standen in großer Gefahr von den Flammen in Mitleidenschaft gezogen zu werden. An den Dächern beider Gebäude hatte das Feuer schon an verschiedenen Stellen Fortgang gesunden, doch gelang es dem Ihatkrästigen Einschreiten der Feuerwehren, ein Weitergreifen zu verhindern. Bei den Bewohnern des Seminars wie auch des Kapuzinerklosters war durch das Feuer begreiflicher Weise eine große Aufregung entstanden und bemühten sich die Priester und Kapuzinerpatres eifrig, die werthvollen Bibliotheken aus der Feuersgefahr zu schaffen. Heber die Entstehung des Feuers ist noch nichts bekannt. Heber die Entstehungsursache des Feuers hat man um so weniger einen Anhaltspunkt, als an den drei letzten Tagen (Sonntag, Montag und Dienstag) in der Fabrik nicht ge- die Vermuthung laut, daß eotn 1 Sieder ^ , B s*5“> local verbracht. Schlitz, 3. April. Ein Knecht der Gräsl. Hofgutsverwaltung zu Rimback, welcher am Montag Nachmittag eine "in der Hallenburg abgeholt Verunglückte war ein solider, 30. Lebensjahre und hinterläßt Frau und zwei Kinder. *nn. Darmstadl, 9. April. Soeben erfahren wir, daß sich das Offiziercorps des 1. Großh. Hess. Dragoner-Regiments (Garde-Dragoner-Regiments) Nr. 23, welches bekanntlich heute das Fest seines 100jährigen Bestehens feiert und bei dieser Gelegenheit ein großartiges Reiterfest in seiner Reitbahn aufführt, auf allseitiges Drängen entschlossen hat, am Freitag den 11. d. M., Abends 7 Hhr, eine zweite Aufführung dieses Festes folgen zu taffen. Der Eintrittspreis ist auf 5 Mk. festgesetzt und fließt die gesarnrnte Einnahme in die Kaffe zur Unterstützung hilfsbedürftiger Unteroffiziers- familien des 23. Dragoner-Regiments. Der Verkauf der Eintrittskarten wurde Herrn H. Geider, Ludwigstraße 14, übertragen, an welchen auch schriftliche Bestellungen zu richten find. Da die Anzahl der Eintrittskarten eine sehr beschränkte ist, so empfiehlt es sich, dieselben rasch zu bestellen. den letzten Tagen jagt eine Erst zwei riesige Brände und nun heute, um die Dreizahl voll zu machen, ein Eisenbahnunglück, dem vermuthlich mehrere Menschenleben zum Opfer fallen, wenn auch bis zur Stunde noch kein Todter zu verzeichnen ist. Wie bereits gemeldet, entgleiste nahe der Station Goldstein der um 5 Uhr 25 Minuten fällige Arbeiterzug von Mörfelden nach Frankfurt. Der Zug bestand aus 13 Wagen und war mit mehr als 400 Arbeitern besetzt. Die Wagen, abgesehen vom Packwagen und der Locomotive, waren mit älteren Bremsvorrichtungen versehen. Das Un- H am 3172 Äoist jerhen J -ueure y rvlrie i Mi8e Z 3178 glück passirte etwa 500 Schritte von der Station, wo sich eine automatische Weiche befindet, die der Zug noch kurz vor Einlauf in den Bahnhof zu pafsiren hatte. Die Weiche muß nach Allem, was bis jetzt ermittelt ist, als die Ursache des Unglücks angesehen werden. Statt daß die I Maschinenräder auf die Zunge überliefen, blieben sie zwischen letzterer und der Schiene, wodurch natürlich das Rad ad- gleiten und der Zug auf den Schwellen laufen mußte. Die Maschine bohrte sich alsbald in den Sand ein. Durch das plötzliche Stillhalten hoben sich die Wagen aus den Schienen und die zuerst folgenden fünf dichtbesetzten Personenwagen fuhren in- und aufeinander. Eine entsetzliche Katastrophe entstand, Hülferuse und Jammergeschrei erfüllte die Luft. Das Unglück war so schnell gekommen, daß Niemand Zeit gefunden hatte, den Zug zu verlassen. Aerztliche und andere Hülse war rasch zur Stelle. Die Verwundeten, deren bis jetzt 26 gezählt sind (die Aufregung hatte anfänglich die Zahl verdoppelt), wurden nach Sachsenhausen und Frankfurt gebracht. Bein-, Rippen- und Schenkelbrüche, Quetschungen, Kopswunden 2c. sind die hauptsächlichsten Verletzungen. Bis jetzt ist Niemand tobt, ob der Sensenmann nicht aber doch noch seine Opfer fordert, läßt sich noch nicht sagen. Gewiß ist, daß mehrere schwere Verwundungen vorliegen. Die 5 ersten Personenwagen, in denen die Verwundeten Platz gefunden hatten, sind gänzlich zertrümmert und bilden nur noch ein wirres Durcheinander von Balken, Eifentheilen und Splittern. Die nächstfolgenden 3 Wagen sind nur unwesentlich, die letzten Wagen gar nicht beschädigt. Der Verkehr auf der Strecke ist natürlich gehemmt, die Passagiere müssen dort umsteigen. Ein großes Glück ist es, daß das Unglück nicht einige 100 Meter weiter vom Bahnhofe pafsirt ist, es wäre sonst der Zug eine 10 Meter hohe Böschung herab- gefallen und die Katastrophe eine weit fürchterliche geworden. — Die hiesigen Blätter bringen ein Verzeichniß der Verunglückten. Die Namen derselben haben für auswärts kaum Interesse, da es sämmtlich Arbeiter aus Mörfelden sind. Mit den Aufräumungsarbeiten wurde alsbald begonnen, des« gleichen wurde sofort Untersuchung eingeleitet. Staatsanwalt UhleS erschien persönlich an der Unglücksstelle, ebenso Generallieutenant v. Stülpnagel. Die Direetion der Hessischen Ludwigsbahn, auf deren Strecke der Unfall passirte, versendet folgendes Telegramm: „Arbeiterzug 151 von Mörfelden ist bei Einfahrt in ; „Station Goldstein gleich hinter dem Herzstück der 1 „Weiche 1 entgleist. Locomotive, Tender und Pack- „wagen liegen außerhalb des Geleises. Die fünf „folgenden Personenwagen sind zertrümmert, vier „weitere theilweise entgleist und weniger beschädigt. „Es sind über 20 Personen theils durch Fuß- und „Beinbrüche und Quetschungen verletzt, theils leichter „beschädigt. Aerztliche Hilfe war sofort vorhanden". „Die Verwundeten wurden nach Frankfurt und „Sachsenhausen verbracht. Untersuchung durch die „Staatsanwaltschaft ist sofort an der Unfallstelle ein- „geleitet." Selbstredend ist die Unglücksstelle tagsüber das Ziel Tausender von Neugierigen. * Station Goldstein, 9. April, Nachm. 4 Uhr. Die Stätte des Eisenbahnunglücks bietet einen traurigen Anblick. Im sandigen Bahndamm steckt eingewühlt die Locomotive; auf dem Bahnkörper selbst liegen und stehen zertrümmerte Wagen, Wagentheile, Axen, Puffer, verbogen und geknickt wie dünner Draht. Daneben auch, als Erinnerung an unglückliche Menschen, liegt aufgeschichtet eine Anzahl blauer Arbeitskittel nebst Maurergeschirr: Hämmer, Kelle u. dgl. Die Wagen insassen waren größtentheils Maurer von Mörfelden und Walldorf, die mit dem Frühzug nach Frankfurt zur Arbeit wollten. Als ein Glück wird es bezeichnet, daß die Maschine alsbald im Sand stecken blieb. Man spricht davon, daß gegen 100 Personen, größtentheils leicht, verletzt seien, darunter 28 jedoch schwer. Eine Frau ist alsbald ihrer Verletzung erlegen. Es wird noch tagelanger Arbeit bedürfen, bis die Bahnstrecke wieder fahrbar ist- z. Zt. müssen die Passagiere umfteigen und mit je einem anderen Zuge weitem fahren. Der Unfall wird einer Entgleisung zugeschrieben, veranlaßt durch ein Deseet im Geleise. * Folgende Anecdote aus dem Leben der Kaiserin Augusta, die aus dem Jahre 1870 herrührt, erzählt der „Hannov. Cour.": Als die Kunde von Dem großen Siege bei Sedan in Berlin bekannt wurde, eilten die Berliner Unter die Linden zum königlichen Palais, die Freude mit der Königin, die in Berlin verweilte, zu theilen. Der Berliner Humor ging mit der Begeisterung Hand in Hand. Wie Katzen kletterte die Berliner Jugend am Denkmal Friedrichs des Großen empor - Schutzleute wollten dem Beginnen wehren, ein Wink aus dem Palais, und die Kletterhelden blieben oben. Die Königin freute sich mit dem frohen Volke und ließ auch den lautesten Aeußernngen der Freude freien Lauf. Den ersten kühnen Besteiger des Denkmals, den 17jährigen Lehrling Emil Stanitzky, winkte die Königin zu sich heraus. Er folgte dem Rufe eiligst, doch kehrte er auf halbem Wege um und besann sich : „Nee, ick will ihr wat mitbringen." Dabei. । ließ er sich einen Kranz vom Denkmal herabreichen. So trat er seinen Weg zur Königin an, die ihn mit zwei Fritt richsdor und einer Taffe beschenkte, auf der das Bild des Königs zu sehen war. Als ihn die Königin unter anderem fragte, ob er nicht befürchtet habe, vom Denkmal herab zustürzen, antwortete er keck. „Nanu, nnb wenn der olle Fritze noch dreimal so hoch wäre, seinen Kranz hätte er doch gekriegt." Als ihm die Königin beim Abschied huldvoll die Hand reichen wollte, zögerte er. „Det jetzt nid), königliche Majestät", sagte er verlegen, „der olle Fritze war zu stoobicht. er hat sich lange nich jewaschen!" und dabei zeigte er seine beschmutzten Hände. Gottesdienst in der Synagoge. Die letzten Osterntage, 11. und 12. April- Donnerstag Abend 6^ Uhr, Freitag Morgen Uhr- Abend G3« Uhr, Samstag Morgen 88° Uhr, Samstag Mittag 2 Samstag Abend 7ao Uhr. __ — Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschasl. Ostern, Schlußfest am 11. und 12. AprU- -t($ Donnerstag Abend 63» Uhr, Freitag Vormittag 8 Abend 63o Uhr, Samstag Vorm ttag 800 Uhr, Samstag -tack 38o Uhr, Samstag Abend 7»° Uhr- Schiff-nochH^rchten. Bremen, 8. April. (Per transatlantischen Telegraph- Der Schnelldampfer Ei^er, Capitän H. Baur, vom Norddeulick« Lloyd in Bremen, welcher am 29. März von Bremen unv a« 30 März von Southampton abgegangen war, ist heute < Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Land- un6 L>olk-wiothschatt Limburg, 9 April- (Fruchtmarks. Rother Weizen weißer Wetzen 00.00, Korn 13 80, Gerste X 12-00, 0 ' JL 8 40, Erbsen »M 00.00, Kartoffeln JL 0.00. 3158 in großer Auswahl und solider dauerhafter Arbeit zu billigen Preisen in empfehlende Erinnerung zu bringen- Robert Stuhl, Neustadt 23 3164 poplllar-nalLrwiffellschsM. Derlag m Sttr Weiser!, .Stuttgart. 122 b. 60 Pf. 3035 Verkaufsstelle Giessen : Hell. HFaIIacIb« Markt 8. Rüchengeräthe u.s.w. versteigert- 3128 13 II. Cl. 481. 36 II. 61. 261. GL, 346II. Cl. 565 5 I. Cl., 10II. 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Kinderschürzen sowie Kinderkleidchen empfehlen in Donnerstag Tlvend ^intreffendr la frische Schellfische, Cadliau, Seezungen, Schollen, Lander, Hechte, ferner lebende Gg. Scherer & Co,, Langen. Alleinige Niederlage G. C. Windecker Seitenweg 2, Ecke am Kreuz. Bekanntmachung. Rückständige Gelder aus dem Jahre 18389 zur Fürstlich Solms. Renteikaffe dahier können noch bis zum 25. d. M. chine Kosten bezahlt werden. Aich, am 9. April 1890. Holzversteigerung im Privatwald des Großherzogl. Oberstallmeisters Freiherrn von Buchen-Stammabschnitte—54,18 Fm- Inhalt, Fichten-Stämme — 97,45 Fm. Inhalt, Kiefern - Stämme — 3,14 Fm. Hchrplan ersichtlich. Hannover, den 8. April 1890. Königliche Eisenbahn -Direction. jilllig zu vei kaufen. W. Kntzschrad, Eaplansgasse 27. Rahmer, Physiologie, broschiert M.5.— gebunden M. 6.— Alsberg, Anthropologie, brosch. M. a.- gebunden M. 7.— Notzmäßler-Engel, Die Geschichte der Grde. 4. Ausl., br. M. 6, geb.M.7. Roßmatzler. Die vier Zahreszeite» 6. Aufi.. br. M. 5, geb. M. 7. CliroS Sterue, Die allgem. Weltan- schanung, br. M. 6., geb. M. 7.50. Klein, Allgem. Himmelskunde, 2. Aufi. br. M. 5.— , geb. M 6.—. Samstag dm 12. April, Nachmittags 2 Uhr, weirben in LonyS Biersaal feine Li- Mk«re «nd Weine in Flaschen, con- Itradrte Früchte nnd Gemüse und fon'iftiße Delicatetzwaaren versteigert. Hoffmann. Allendorf a d. Lumda, am 2. April 1890. Grobherzogliche Bürgermeisterei Allendorf a d. Lumda. Rein. Kesselbach, den 9. April 1890. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau. Schlotterer. Hübner, I. G., PflanzeuatlaS,6. Aufi., neue AuSg., kart. M. 4.50. von Mariens n. Kemmler, Flora vo» Württemberg und Hoheazollcru, Band I u. H., brosch. M. 10.50. von Mk. 1.50 an von in allen Fa^ons und QualitÜrea, Kinderhöschen in verschiedenen Größen, sowie Parthie Ledebur, Die Metalle, br. M. 3.50, geb. M. 4.50. Claras, Die rationelle Ernährung, geben [2993 Näd. in der Exped d. Bl. Haushaltungsschürzen in großer Auswahl, SSCorsettenS Die Zusammenkunft findet Vormittag 9 Uhr im Districte Sickler- geh^eg statt. Das in den Districten Mittelburgerseise, Steinberg, Katzen- geheeg lagernde Holz II. Claffe wird bei der Versteigerung nicht vorgezetgt unt wollen Steigliebhaber dasselbe vor der Versteigerung einsehen. Inhalt. Anfang und Zusammenkunft am ktl ingShäuser Fußpfad im Rothen- k'chwald Vormittags V,l0 Uhr. Lich, am 9. April 1890. Großh. Bürgermeisterei Lich. 3174 W alz. in j ersuchen Sie gefl. 455 Schusters Caffee. Die Hotfversieigerung | Boni 2. April in der Freiherrlichen Obnsörsterei Rabenau ist genehmigt. Die Absuhrscheine können von Mitt- w c ch den 16. lsd. MtS. ab aus Freih. Renitei zu Londorf erhoben werden, llel erweisung de» Holzes und erster Kchrtag Donnerstag den 17. Aprll. Reffelbach, den 9. April 1890 ^Herrliche Oberförsterei Rabenau Schlotterer. 3166 Sonnenstraße 25. fePpfe rc. J. H. Fahr«, Sonnenstraße 25. chttlb et seht nich, fön: Fritze war zu Ito: d dabei zeigte ei Fru hj ahrs-iHarkt zu Allendorf an der Lumda. Mittwoch den 16. April l. I. wirk in hiesiger Gemeinde ein Vieh- und Krnmermnrkt abyehalten, wozu wir freundlichst einladen. Die Verloosung der Stände findet Vormittags um 8 Uhr statt. Gleichzeittg bringen wir hiermit zur Kenntniß, daß mit diesem Markte durch Beschluß Grobherzoglichen Kreisamts Gießen eine Faselfchau durch die Körcommifsion abgehalten wird und ersuchen wir die Bürger- ineWereien, die« in ihren Gemeinden bekannt machen zu laffen. J°f«n h Knüppel rm Reisig rm 1301.61., IO II. Cl. 181-Cl., 20IL Cl. Höchste Auszeichnung j Cöln 1889 j i)to w Lkr ?111 "'M 6lo"tr Hi« %’n®W o'onffurt »iw« etdll- j nu 'st alsK Arbeit^ Für CoiillnnaBdeii empfehle billigst Kragen, Manschette», Shlipse, Kosenträgrr, Kragen- und Mauschetten- rnlt guten Vorkenntnissen für eine große —— ----------------------------, hiesiae Cigarrenfabrik gesucht. 3122] Frühe Ros nkartosteln und Offerten unter Nr. 2963 durch die «agaum bonum verk K.Enter,Hammstr-5. > Exped. d Bl. erbeten. [2963 Bekanntmachung. Dom 14. April d. Is. ab wird der Zug 320 wie folgt befördert. ch Gießen 437, Lang-Göns 4&1, Butzbach 5£h, Nauheim 520, Friedberg 600, litder-Wöllstabt 614, Groß-Karben 623, Dortelweil 631, Vilbel 641, Lmames 650, Bockenheim 701, Frankfurt a. M. an 707 Morgens. In Bruchenbrücken, Berkersheim und Eschersheim hält der Zug 320 licht mehr, sondern statt deffelben seit dem 8. Aprll an Werktagen m neuer Omnibuszug — 422 von Friedberg (Montags von Nauheim — 41£), 545 in Frankfurt. Das Nähere ist aus dem Aushang- Nm. 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Näheres in der Exped. d. Bl. Gin Lehrling 3184] Lehrling gesucht. Ang. Otzmann, Tapezier, _____Neustadt.____________ 3193] Ein angehender Kellner gesucht. Zu erfragen in der Exped d. Bl. Für unsere Gigarreu- fabrik suchen wir einen Lehrling mit den «öthigeu Dorkenntniffem. 3170 S. Bock & Co. Das Stammholz ist von vorzüglicher Beschaffenheit. Zusamntenkunft Morgens präcis 9 Uhr im Holzjchlage. Treis a. L., den 3. April 1890. 3083 Amendt, Oberförster. Versteigerung. Montag den 14. d. M., Morgens 11 Uhr, tollen im hiesigen Pfandlocal Commoden,Uhren,Kleiderschränke,Sophas, 1 Kassenschrank, Kuh, Oeconomiewagen u. a. m- gegen Baarzahlung versteigert werden. [319jJ Horn. Versteigerung. Freitag den 11. April l. Is», Vormittag» 10 Uhr, versteigere ich in der Restauration Lahnstein dahier: 1 Billard, 10 Tische, 70 Stühle. Die Versteigerung findet ficher statt. Born, 3129 Gerichtsvollzieher in Gießen. Miibel-Derßciseruns. Montag den 14. u. Dienstag den 1«. April, Nachmittags 2 Uhr, ! werden Bahnhofstraße 64, parterre, die zur Hinterlaffenschaft der Frau 2 W $ । uitb1-' 1 d welche erst vor einigen Tagen aus der Fabrik erhalten habe. 2844 H A, IM" Außerdettl säinmtlichc Gegenstände zu Ausstattungen: Betttücher. Kiffenleinen, Tischtücher, Handtücher, Taschentücher, fertige ▲ Damenwäsche, Hemdentuche, Rein- und Halbleinen, Futterstoffe, Möbel- uud Kleider-Cattune, Pelzpiqu^s, Buxkins k. rc. Z Gvoszeu Kosten Atteidevstoffveste. ................-- z G A. Docter, Scltersweg 57. • 5 WM" Ausverkauf wegen Räumung -es Ladens. Ä Das von mir bcwovntc Haus hat die Stadt angekauft, und bin ich dadurch gezwungen, mein ganzes Waareulager vollständig zu räumen. M T Dasselbe bietet säiuiutlichc Saison-Neuheiten in T X AMT' Damen- und Wiüldien-C’onfcction, 2 WEkarLttLmachung. Di'anf des Spar- und Vorschuhvereins ?u Allen-Buseck E. G. m. u H. (Staud am Schluffe deS Rechnungsjahres 1889). Activa.____________ Passiva» ___ 1. An Kaffebestand . . 2. „ Ausgel. Capitalien 3. „ Kaufschillinge von Immobilien - . 4. „ Werthpapieren (Cours v.31.Decbr. 5. „ Mobilien • 6. „ „Rückstände" fälliger Zinsen JL 11493 128229 9624 24371 68 3984 § 83 29 51 50 48 1. P. Capital-Einlagen 2. „ Stammantheile der Mitglieder . 3. „ Guthaben eines autzgetr. Mitglieds 4. „ Cours - Gewinn- Reserve . . . 5. „ Provisions- und Rachlaß-Conto . 6. „ Reseroefond- Conto 180.00 ausdem 1889er Gewinn überwiesen . . 223.68 „ ■M. 163233 7200 138 1717 829 403 4249 40 46 20 68 87 7. P. Gewmn-Saldo . 177771 61 177771 61 Alten-Buseck, den 9. April 1890. Der Vorstand d s Spar- und Vorschußvereius zu Alten- Buseck G. G. w. u H. August Th. Kraemer, Director. Hch. Seuling L, Rechner. L W. Seibert, Controleur. 3168 Die Union, Allgemeine Deutsche Hagel Dersicherungs Gesellschaft zu Weimar *■■■ gegründet im Jahre 1853 mit einem Grundcapitale von 9 Millionen Mark, wovon 5,0 9 Aktien mit..... 7,528,500 Mark emiitirt sind. Reserven ult. 1889 ...... 1,867.003 „ Gesammtgarantie-Capital .... 9,395,5u3 Mark. Tie Union 'rtfr^-t* ld^rüchte zu festen Prämien ohne Nachzahlung. Bei Versicherung aus nteyeere Jahre wird ein namhafter Prärnien-Rabatt gewährt- Besondere Erleichterungen werden für kleine Versicherungen bewilligt, namentlich für Sammelpolicen. Die Vergütung der Schäden gelangt spätestens binnen Monatsfrist, in der Regel aber früher, zur vollen und baaren Auszahlung. Weuere Auskunft wird ertheilt und Versicherungen werden vermittelt durch die unterzeichneten Agenten- Louis Wittich, Kaufmann in (Sietzen. PH. Hardt, Geometer in Großeulinden- ISros, Secretär in Lich. Heinr. Bälzel II, Kaufmann in Wieseck, fomi?: Earl Hornmann. General-Agent in Darmstadt. 3173 Vorläufige Anzeige. 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