('•hi gj*«* Naturwein o 6 Einpumpen üiohen Autoriti 01 weine lasche, lasche. dene Medaili •Leoinßies! 5 klnfertigm von Sii Hauskltider« u. Ech 1!ook' 39 Neuen Sfiiu wrniwii »tographle ■ mein neues Atelm Ude Erinnerung. Mook, oorm TH.Ü-N, 19 Neuen Baue 39. [Ik HHHHH ende Wirthsö dfJ Reiche 1 l")'Damen 1 fäffirsSK * ----- 1 ^eruoUrtWOT^^ »gSH S|?£2 >b>ener 6*bal&W®* ss. an d'e :,Pr’ö^ ji, »«"' fowj'®5’11; ' 1U « 2 jhitntntrn i 16 .ratls ««4 1 i00er> 6 »1‘«___1.. v«rlf 'N einer leistuM !a pachten gesucht, u . 324 an ^aaftnßti ®, Marburg a 8. üanich au^ulei^zi Satzeustem, Wlck • Gesucht lvete Arbeiter in L Gramt rc. nui in-Arbeitcn von inz Hew rabsteiugefchast, Nr. 59. Dienstag den 11. März 1890 Der •Uftener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener W««rtte«ötLlter »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt. Kießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteljähriger ASonnementspretAS 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: -chntstratzeAr.H. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. -■■■■— ' - " II........—- Nnnahme von Anzeigen zu der Nachmittags für bm folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. WMWM— Gratisbeilage: Gießener Kamikienökätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Tbeil. Bekanntmachung, betreffend Verpflichtung der Taxatoren Stephan und Gör lach in Wildschadensangelegenheiten. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großh. Bürgermeister Stephan zu Großen-Buseck zum Amtstaxator im V. Wildschadensbezirk Lollar und Großh. Bürgermeister Görlach von Eberstadt zum Ersatzmann des Amtstaxators für den III. Wildschadensbezirk ernannt worden fird. Gießen, am 28. Februar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß bir nach § 6 des Neichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert, pro Monat Februar für btiai Lieferungsverband Gießen pro 100 kg betragen: Hafer «X 18.70, Heu 7.90, Stroh v*t. 6.80. Gießen, den 10. März 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern Gefunden: 1 Halstuch, 1 Messer, 1 Taschentuch, 1 yoentb, 1 Nachtjacke, 1 gold. Vorstecknadel, 1 Schirmsutteral, 1 Muff, 1 Cigarrenetui, 1 Regenschirm, 1 Sielscheid, 1 Wagen- kapisel, 1 geflochtene Unterlage, 1 Kinderunterjäckchen, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. Gießen, 8. März 1890. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. politi^e Neberfieht. Gießen, 10. März. Am Sonntag, den 9. März, waren zwei Jahre vergangen, W; Kaiser Wilhelm I., der unvergeßliche erste Kaiser des , neuen deutschen Reiches, für immer entschlummerte und wohl in allen patriotischen Kreisen unseres Volkes hat man mit welhmuthsvoller Erinnerung dieses ernsten Tages gedacht. Am Berliner Hofe selbst beging man den Todestag Kaiser Wilhelms I. durch eine auf allerhöchsten Befehl angeordnete Gkdächtnißfeier im Mausoleum zu Charlottenburg. Noch hält man allseitig die Nachlese zu der kaum beendigten Neichstagswahlcampagne und schon ergeht man sich mderseitig in allerhand Combinationen über die künftigen Nchrheitsverh'ältnisse im neugewählten Reichstage. Von der „Magdeb. Ztg." ist derselbe als „Reichstag ohne Mehrheit" cha-rakterisirt worden und diese Bezeichnung kann insofern Anspruch auf Rlchtigkeit machen, als allerdings keine so fest- geschlossene Majorität vorhanden ist, wie sie im bisherigen Reichstage durch die drei Cartellparteien repräsentirt wurde. Aber zweifellos kann im jetzigen Parlamente unter Umständen "jein-e sehr starke Mehrheit durch das Zusammengehen des Zentrums mit der freisinnig-demokratisch-socialistischen Linken ermöglicht werden und diese Coalition ist ja namentlich in der Legislaturperiode von 1884 bis 1887 häufig genug in Äe Erscheinung getreten. Anderseits kann in gewissen Fällen leuch eine conservativ-clericale Mehrheit hervortreten, wie sie sich in der Legislaturperiode von 1881 bis 1884 wiederholt gelltend machte- doch wäre der Beitritt der Polen und Welfen bie unerläßliche Voraussetzung für eine solche Parteicombi- mtion, denn erst die Stimmen dieser kleineren Fractionen virrden der conservativ - clericalen Vereinigung die absolute Stimmenmehrheit sichern. Zunächst bleibt indessen abzuwarten, mie sich die Fractionen tatsächlich bei den ersten Abstimmungen int neuen Reichstage gruppiren werden, erst dann wird ein kiwigermaßen zuverlässiger Schluß aus die etwaigen Mehr- Msbildungen im neuen Parlamente möglich sein. Daß die Steuerung nicht an eine Auflösung des soeben erst gewählten Reiichstages denkt, sobald sich nur irgendwie mit ihm auskommen läßt, wird durch Berliner Meldungen bestätigt unjD» hierbei versichert, daß die Regierung auch noch nicht der Krage der Bildung einer neuen Mehrheit näher getreten sei. Unter den Entwürfen, welche dem Reichstage bald nach jeimem Zusammentritte unterbreitet werden sollen, befindet sch dem Vernehmen nach auch eine Militärvorlage, lieber 6m: Inhalt derselben lauten jedoch die Angaben noch ver- schiseden und scheint vorerst nur das Eine zutreffend zu sein, daß man es mit einer nothwendigen Ergänzung deS vom vorigen Reichstage angenommenen Gesetzes, betr. die Bildung zweier neuen Armeecorps, zu thun hat. Das preußische Abgeordnetenhaus erledigte am Freitag in erster und zweiter Berathung den Gesetzentwurf, betr. die Veränderung der gesetzlichen Bestimmungen in den Ressorts des Handelsministeriums und des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten. Die Vorlage bezweckt die Abtrennung des Berg-, Hüten- und Salinen-Dcpartements vom letztgenannten Ministerium und Unterstellung unter das Handelsministerium und führte sie zu einer lebhaften Debatte, in welcher eine ganze Reihe gegenwärtig mehr oder weniger actueller Fragen der inneren deutschen und preußischen Politik gestreift wurden. Die Verhandlung endete damit, daß ein Antrag des Abg. Eugen Richter auf commissarische Vorberathung der Vorlage abgelehnt und dieselbe alsdann in zweiter Lesung gegen die Stimmen der Freisinnigen angenommen wurde. Im weiteren Verlaufe der Sitzung erledigte das Haus die restirenden Theile des Justizetats und genehmigte ohne bemerkenswerthe Debatte ferner den Etat der Staatsschuldenverwaltung, die Novelle über die Verbesserung der Oder und der Spree, sowie die Vorlagen, betr. die Abänderung des Beamtenpensionsgesetzes und des Lehrerpensionsgesetzes. Am Samstag setzte das Haus die Specialberathung des Staatshaushaltsetats fort. Der ehemalige preußische Landwirthschaftsminister Dr. Friedenthal ist nach längerer Krankheit auf seiner schlesischen Besitzung Gießmannsdorf im Alter von 63 Jahren gestorben. Der Name Dr. Friedenthals ist mit der Entwickelung des deutschen Nationalstaates und unseres Parteiwesens eng verknüpft, denn Dr. Friedenthal war bei den Vorverhandlungen über die deutsche Neichsverfassung betheiligt und außerdem der Begründer der heutigen freiconservativen oder Reichspartei. Er schied am 14. Juli 1879 aus seinem Ministeramte, weil er die neue Zollpolitik des Fürsten Bismarck nicht billigte. In Petersburg sieht man dem Besuche des montenegrinischen Fürstenpaares entgegen, der indessen keinerlei politischen Hintergrund haben soll, wie hie und da behauptet wird. Vielmehr versichert man in unterrichteten Petersburger Kreisen, die bevorstehende Reise der montenegrinischen Herrschaften nach Petersburg hänge mit der projectirten Verlobung der Prinzessin Helene von Montenegro mit dem Großfürsten-Thron- folger zusammen. Deutsches Reich. Berlin, 8. März. Abgeordnetenhaus. Etat- berathungen. Der Minister v. Maybach erklärt auf Anfragen, er werde mit dem Project des Binnenland-Canals Vorgehen, sobald es finanziell und wirthschaftlich möglich. Die Vorlage, betreffend die Gehaltsaufbesserung der Beamten, werde dem Hause voraussichtlich noch in der gegenwärtigen Session zugehen. Nächste Sitzung Montag 12 Uhr. Fortsetzung des heutigen Etats. München, 8. März. Die heutige Vormittagssitzung des Finanzausschusses wurde aus Anttag Dallers vertagt und zwar unter großer Erregung über die vor der Wohnung des Centrumsführers Orterer während der Nacht von mehreren Hundert Studirenden der Kunst-Akademie aus- gesührten tumultuösen Demonstrationen aus Entrüstung über die Ablehnung mehrerer Etatssorderungen für Kunstpflege durch die Centrumspartei. Minister Freiherr v. Crailsheim gab die Erklärung ab, die Regierung habe alles Nöthige angeordnet, um eine Wiederholung der ©eenen zu verhüten. Barmen, 8. März. Die strikenden RiemendreHer- Ges elleu beschlossen in einer gestrigen Versammlung, von jeder Fabrik, in welcher die Arbeit eingestellt worden war, drei Mann als Delegirte zu wählen, welche mit den Fabrikherren unterhandeln sollen. Falls letztere die Sperre ein- treten lassen, wollen die Arbeiter ebenfalls ihrerseits die Zeit bestimmen, wie lange der Strike dauern soll. Eine Anzahl Meister, welche die Arbeit bereits ausgenommen hatten, haben dieselbe wieder eingestellt. Barmen, 8. März. Durch den Beschluß der Fabrikanten betreffs der Sperrve rhängung ist etwa 1200 noch in Arbeit befindlichen Mädchen gekündigt worden. Die Zahl der übrigen Strikenden beträgt in 22 Betrieben 600. In der Frage, betreffend die Ueberstunden und die Nachtarbeit, zeigten sich die Fabrikanten entgegenkommend. Die Forderung der zehnstündigen Arbeitszeit wurde jedoch aus das Bestimmteste abgelehnt. Elberfeld, 8. März. Am hiesigen Schwurgericht sand gestern und heute die Verhandlung gegen drei im Socialisten- proceß wegen Verdachts des Meineids verhaftete Zeugen aus Düsseldorf statt. Die ersteren, Krause und Riekmann, wurden in zwei Fällen schuldig besunden und zu l Vr Jahren Zuchthaus, der dritte, Gemmer, in einem Falle schuldig, zu einem Jahre Zuchthaus und särnrntlich außerdem zu 5 Jahren Ehrverlust verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte 3, resp. 2 Jahre Zuchthaus beantragt. Königsberg. 8. März. Der socialistische Abgeordnete Schultze ist heute wegen Verbreitung einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Flugschrift zu einem Monat Gefängniß verurtheilt worden. Ausland. Paris, 8. März. Jrn heutigen Ministerrathe wurde die Wahl von Delegirten für die Berliner Conserenz besprochen, eine enbgiltige Entscheidung jedoch noch nicht getroffen. — Präsident Garnot hat das Decret für die Ernennung Billots zum Botschafter in Rom unterzeichnet. Nottingham, 8. März. Der deutsche Zahnarzt Arne- mann, welcher am 19. November v. Js. während einer öffentlichen Gerichtsverhandlung auf den Richter Bristowe geschossen und denselben lebensgefährlich verwundet hatte, ist heute zu 20 Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Konstantinopel, 8. März. Die „Agence de Constan- tinople" erfährt, die Pforte habe soeben ein Circular an die Mächte versandt, des Inhalts, daß die Zustände auf Kreta keinen Anlaß zu einer Beunruhigung gäben. Die Pforte sei bereit, um den Flüchtlingen die Heimkehr möglichst zu erleichtern, ihnen Dampser zur Verfügung zu stellen. Die Aufhebung des Belagerungszustandes sei zur Zeitun- thunlich, sie müsse vielmehr von der Haltung der zurückkehrenden Emigranten abhängig gemacht werden. Das bezügliche Verhalten des griechischen Cabinets werde den Maßstab geben, inwiefern es der griechischen Regierung mit der Versicherung ernst sei, daß sie nur von friedlichen Absichten geleitet werde. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Petersburg, 9. März. Der hiesige deutsche Gesangverein „Liedertafel" beging heute die Feier seines 50jährigen Bestehens. Die kaiserliche musikalische Gesellschaft und deutsche Gesangvereine von nah und fern, darunter der Kölner und der Lübecker, haben den Verein durch Deputationen, Adressen, Schreiben und Telegramme beglückwünscht und ihm ein Ehrengeschenk gewidmet. Der langjährige Dirigent des Liedertafel-Chors, Professor Czerny, ist von den Gesangvereinen Moskaus und der baltischen Städte zum Ehrenmitglied gewählt worden. London, 9. März. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Pretoria, die Regierung von Transvaal habe ein Telegramm des Gouverneurs von Natal erhalten, in welchem sich derselbe über die englischen Theilnehmer an den Unruhen in Johannesburg mißbilligend ausspricht und die Vernichtung der Transvaalflagge bedauert. Die Regierung von Transvaal nehme die Unruhen leicht und treffe keine strengen Maßregeln Darmstadt, 10. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzog, sowie die Prinzessinnen Irene und Alice sind heute Nachmittag 21/2 Uhr hier eingetroffen. Locales und provinzielles. Gießen, 10. März. — Seit einigen Tagen sind aus der Bahnstrecke Frankfurt-Cassel die ersten Wagen IV. Klasse mit Sitzbänken eingestellt worden. — Der Arresthaus - Verwalter a. D. Merlau aus Gießen ist zum Amtsgerichtsdiener in Fürth i. O. ernannt worden. — Wir erhielten nachstehende Zuschrift: In Betreff des Selbstmordversuches in Frankfurt a. M., von dem Sie in der letzten Nummer Ihres geschätzten Blattes berichteten, möchte ich Ihnen zur gefl. Veröffentlichung noch einige Notizen in Bezug auf die Richtig st ellung der Personalien des Herrn K. H. (Hentschke) geben: Fraglicher Herr studirte früher zu Königsberg und Berlin 6 Semester altclassische Philologie, kam im Anfänge dieses Wintersemesters nach Gießen und ließ sich als stud. med. vet. immatrikuliren. Da der Herr aber weder veterinärmedicinische Vorlesungen noch Curse besuchte resp. belegt hatte, wurde er aus der Liste der hiesigen Studenten gestrichen, sodaß er also absolut keine Berechtigung hat, seine diesbezügliche Legitimationskarte zu benutzen, geschweige denn stud. med. vet. ist. Wenn der Herr demnach einer Facultät zugezählt werden soll, so ist dieses die altclassische Philologie, da er Veterinärmedici» noch nie stndirt hat. vermischtes. Mainz, 9. März. In Anwesenheit des Herrn Regierungsraths Nover und Landesöeonomieraths Müller von Darmstadt sand mit Rücksicht auf die im kommenden Herbst in Mainz abzuhaltende laudwirthschaftliche Ausstellung vorgestern hier eine Ausschußsitzung des landwirthschaftlichen Vereins der Provinz Rheinhessen statt. Hauptgegeustand der Berathung war, das für die Ausstellung bereits sestgestcllte Budget in Anbetracht des niedriger bemessenen Staatszuschusses einer Abänderung zu unterziehen. Nach eingehenden Erörterungen wurden für alle Abtheilungen der Ausstellung die Geldprämien wie auch die Medaillen bedeutend verringert und sollen nunmehr im Ganzen 9700 Mk. an Geldprämien, 9 goldene, 28 silberne und 40 Broneemedaillen zur Ver- theilung kommen. — Die Lohnbewegung, die sich bei einem Theil der hiesigen Zimmerleute geltend macht, hat schon polizeiliche Maßnahmen und Mahnungen hervorgerusen. Anlaß dazu gab die gegen einen hiesigen Zimmermeister von den Gesellen verhängte sogenannte Platzsperre und der Versuch der letzteren, zureisende Zimmerleute von der Arbeit bei dem betreffenden Meister fern zu halten. Um dies zu verhüten, ist die Schutz- mannschast entsprechend instruirt und gleichzeitig von dem Polizeiamt unter Hinweis auf den § 153 der Gewerbeordnung eine öffentliche Warnung erlassen worden. * Löwenberg, 7. März. Eine verwegene Kur. Hier war unlängst einem am Fuße leidenden Arbeiter eröffnet worden, daß eine Amputation von drei Zehen noth- wendig sei. Bevor aber der Arzt dazu schreiten konnte, vollzog der Arbeiter selbst die Operation, wobei ihm seine Tochter das Stemmeisen, dessen er sich dazu bediente, halten mußte. Jetzt wird dem Manne wahrscheinlich das ganze Bein abgenommen werden müssen. * Auf Grund der bisherigen Mittheilungen läßt sich die Stärke der Parteien im neuen Reichstag im Vergleich zu der Zusammensetzung in den früheren Reichstagen wie folgt berechnen : 1871 1874 1877 1878 1881 1884 1887 1890 Conservative 54 21 40 59 50 76 78 68 Nationallib. 119 152 127 98 45 50 96 43 Freiconserv. 38 33 38 56 27 28 42 20 Centrum 58 91 93 93 98 109 101 105 Freisinnige 45 49 35 26 59 61 31 71 Polen 14 14 14 14 18 16 12 16 Socialdem. 1 9 12 9 12 22 11 35 * Die kleine studentische Freundesschaar saß um 4 Uhr Nachmittags noch beim „Frühstücksschoppen". Da meinte ,,das lange Laster", wie der Senior des Kreises wegen seines Gardemaßes allgemein benannt wurde, zu seinem Nachbar: „Hör mal, Pauke, meine Manschette ist voll. Notir doch meine nächsten Schoppen bei Dir auf." Pauke gehorchte und führte auf seiner eigenen Manschette in einem kleinen Abstande von dem eigenen „Conto" das des Freundes weiter. Als die Tafelrunde aufbrach, waren es zusammen sechsundzwanzig Striche. Ende der Woche sandte der Jüngling seine schmutzige Wäsche nach Haus. Bald daraus war der Monatserste. Pauke war nicht wenig verblüfft, als er statt der gewohnten 150 Mk. nur 120 Mk. in dem „Eingeschriebenen" vorfand — dazu von Vaters Hand die Worte: „Mein lieber Richard! Sechsundzwanzig Schoppen an einem Tag — das untergräbt die Gesundheit und ist sehr theuer. Früher haft Du es doch, laut Manschetten-Ausweis, immer nur auf fünfzehn gebracht. An dem Zuviel ersehe ich, daß Du Dein Studium wohl etwas billiger einrichten konntest- und da ich gerade jetzt selbst viele Verbindlichkeiten zu erfüllen habe, wirst Du Dich bis aus Weiteres mit 120 Mk. monatlich zufrieden geben müssen. Mit bestem Gruß Dein Vater!" Pauke soll seitdem — wie ein Kommilitone von ihm erzählt — immer nur mit dem Notizbuch kneipen gehen. * Kaum glaublich, aber wahr, so konnte man solgendes Geschichtchen überschreiben, welches am Freitag Abend aus Bahnhof Gera passirte. Als der 7-Uhr-Zug nach Gößnitz abfahren wollte, war derselbe trotz aller Anstrengungen nicht in Bewegung zu bringen und es stellte sich schließlich heraus, daß der Tender der Locomotive — angesroren war. Alle Zugkraft der unter vollem Dampfe stehenden Loeomotive nützte nichts, bis man sich endlich entschloß, mittels heißen Wassers die angefrorenen Bremsklötze des Tenders aufzuthauen, woraus mit einer Verspätung von 7 Minuten der Zug seine Fahrt antreten konnte. Eingesandt. Gießen, 10. März. Gestern hielt der hiesige MLnnergesang'Verein in Steins Garten eine carnevalistische Abendunterhauung ab, welche darlegte, wie ein Verein von gerinaer Mttgliederzahl unter tüchtiger Leitung in kurzer Zeit sich zu dankbaren Leistungen emporarbeiten kann. Das Programm war ein gut gewähltes, die Lieder wurden mit Frische vorgetragen und die mit großer Gewandtheit ausgesührten, römischen Zwischenstücke trugen sehr zur Erheiterung und Gemüthlichkeit bei. Mit einem munteren Tänzchen fanden die vergnügten Stunden einen hübschen Abschluß. 8. Citcratar uttfc ICttnff. — Hessisches Lesebuch für Fortbildungsschulen, herausgegeben von P. Müller, Kreislchulinspector in Oppenheim; I. A. Volker, Lehrer an der ersten Knabenschule in Offenbach a. M., und Val. Funk, Lehrer an der Strafanstalt Marienschloß. Mit Illustrationen und Titelbild Großherzog Ludwig IV. 442 S. 8°. Gießen, Emil Roth. 1890. Preis broschirt 2 Jt, gebunden in Leder 2,40 JL In unserer literarisch productionssüchtigen Zeit, in welcher sich so Viele berufen dünken, etwas zu schaffen, das sich aber nachher und leider allzu oft als Fehl- oder Todtgeburt lästig macht, muß es für einen Verleger fast als ein schweres Wagniß erscheinen, mit neuen Schöpeungen vor die Oeffentlichkeit zu treten. Der Freund von guten Schulbüchern, Jugend- und Volksschriften wird daher ungemein angenehm berührt sein, wenn er unter der Fluth derartiger Erzeugnisse dann und wann einmal eine Perle findet, die voll und ganz dasjenige bietet, was ihr Titel verspricht. Einen in dieser Hinsicht hochdefriedigenden Eindruck hat die Durchsicht des vorstehend angezeigten Lesebuch» s bei uns hervorgerufen. Die Verlagsbuchhandlung Emil Roth in Gießen genießt zwar den Ruf, nur mit vorzüglichen Leistungen heroorzutreten, wie sie dies durch ihre „klassischen Lesebücher", die ja, so viel uns bekannt, fast durchweg in den hessischen Volksschulen eingeführt sind, zur Genüge bewiesen hat — dennoch waren wir gespannt aus den Inhalt des vor uns liegenden Buches, welches letztere gewissermaßen als der Schlußstein zu dem ihm vorausgegangenen Lesewerk betrachtet werden kann. Bei den eigenartigen Anforderungen an ein Lesebuch für die hessischen Fortbildungsschulen, bet den verschiedenen Bildungsgraden zwischen Stadt und Land, bei den localen Verschiedenheiten der Beschäftigungs- und Ernährungsweisen und in Folge dessen der wieder ganz verschiedenen Lebensanschauungen der einzelnen Bevölkerungskreise, ist es keine leichte Aufgabe gewesen, ein Lesebuch zu schaffen, das in allen Kreisen, für welche es bestimmt ist, jedem etwas bietet, das feiner wissenschaftlichen, geistig-ästhetischen, sittlichen und praktischen Vervollkommnung dienen kann. Dies war die Ausgabe, welche die Verfasser in glücklicher Weise gelöst haben. Das hessische Lesebuch für Fortbilduugsschulen legt seine geistige Nahrung dem Sohne des Kätners wie dem Erben des Bauernhofes, dem Handwerkerlehrling wie dem Fabriksjungen in feinster Auswahl vor und es bedarf nur des Zugreifens. So muß auch ein Lesebuch für Fortbildungsschulen beschaffen fein. Jede Seite idealer und prac- tischer menschlicher Thätigkeit muß vertreten fein, durch seine Auswahl an Stoff zur practischen Belehrung wie zur Versittlichung des Gedankens. In diesem Sinne haben die Verfasser das Höchstmöglichste geleistet. Sie haben die sämmtlichen Lebensbeziehungen des Culturmenschen zu einem Kreis verwoben und den Leser oder Schüler in den Mittelpunkt desselben gestellt, von wo aus sie ihm die Fäden zeigen, durch welche er mit Familie, Gemeinde und Staat verwachsen ist. Sodann führen sie ihn in das Berufs und Wirth- schaftsleben — dieser Abschnitt ist einzig in feiner Art — darauf folgen Blicke in die ewig schaffende Natur, der Kamps des Menschen mit ihr und ihren Kräften und die allmähliche Beherrschung der letzteren, wie ihre Verwendung im Dienste menschlicher Arbeit, die Besitzergreifung des Menschen von den aufgesparten Schätzen der Natur, alles dies gelangt zu vollendetster Darstellung; darauf Einführung in die weite Welt: alle Erdtheile sind vertreten durch geographische, ethnographische und culturgeschichtliche, vortrefflich gewählte Character- bilber, auch die deutschen Colonien in Afrika sind nicht vergessen. Endlich sührt unser Buch den Leser wieder zurück auf den Boden des Vaterlands. Hessen und seine Gliedschaft als Bestaudtheil des Deutschen Reiches bilden den Abschluß in der Umschau, welche dem Leser von hoher Warte aus geboten wird. Eine Anzahl von gelungenen Abbildungen, wie noch ein Anhang zur Anleitung und Belehrung im Anfertigen von Geschäftsaufsätzen, Briefen rc. mit Beispielen und Mustern, vermehrt noch den Werth des Buches. Die erste Seite deffclben, nach dem Titelblatte, trägt die Widmung an den „Referenten für das Volksschulwesen in der Großh. Ministerial- abtheilung für Schulangelegenheiten, Herrn Geheime Oberschulrath Greim in Darmstadt". Wir gönnen den drei Verfassern gerne die Ehre, die ihnen für ihre Arbeit durch die Annahme der Widmung zu Theil geworden ist, wie wir auch andererseits den pietätvollen Zug, der sich damit aus den Kreisen des hessischen Volksschullehrer- standes für den „bewährten Freund des Lehrerstandes und eifrigen Förderer des Schulwesens" kund gibt, nicht verkennen wollen. Was wir jetzt noch zu sagen hätten, möge folgendes sein: Wir hoffen, daß der Gebrauch eines so trefflichen Unterrichtsmittels, wie das geschilderte, den Lehrern ihre oft recht schwere Arbeit in den Fortbildungsschulen erleichtern hilft, denn nichts kann auf die sittliche Entwicklung des Fortbildungsschülers günstiger wirken als die Weckung und Stärkung des Bewußtseins, daß er als künftiges, tüchtiges und wohlgebildetetz Familien-, Gemeinde-, Staats- und Reichsglied einer Vorbildung bedarf, die ihm ein ungebundenes und ungeschältes Dahinleben in blos körperlicher Arbeit und sinnlicher Zerstreuung nicht gewähren kann. Dieses Bewußtsein zu wecken und zu pflegen, dazu ist das Buch — aber trotzdem frei von jeder tendenziösen Aufdringlichkeit — vorzüglich geeignet. Das ganze Werk auf seinen 442 Seiten ist von einer edlen, empfindungsvollen Auffassung aller menschlichen Verhältnisse durchweht, weder finden sich darin Anklänge an einen schwächlichen Pessimismus noch überschwängliche Verherrlichung vorhandener Zustände, die Welt in ihren Beziehungen zum Menschen ist darin dargestellt wie sie ist und wie sie von der durch Erfahrung und Wissenschaft geläuterten Vernunft aufgefaßt werden muß. Wir wünschen dem Buche die weiteste Verbreitung in Schule und Haus; ja gerade in letzterem könnte es noch zu einem wirklichen „Hausschatz" werden, wenn es die Familienglieder an Sonn- und Feiertagen oder an den langen Winterabenden um den Familientisch lockte, um sich von Vater, Bruder, Sohn oder Tochter ein Stück vorlesen zu lassen und dann eine Betrachtung sich daran knüpfte Wie viel mehr Segen würde daraus heroorgehen, als durch über= mäßiges Verweilen in der Schenke bei Trunk und SpielMöchte» nur Alle, die dazu berufen sind, an der idealen Ausgestaltung des Volkes mitzuarbeiten, nicht versäumen, edle, von aller Einseitigkeit und Streitsucht freie Lectüre im Volke verbreiten zu helfen'. Wir mochten an dieser Stelle noch die Bitte an edeldenkende Fabrikherren richten, bei passenden Gelegenheiten ihre Arbeiter neben anderem Guten und Nützlichen auch mit Geist und Herz bildender Nahrung zu versehen und für diesen Zweck dürfte das geschilderte Buch einen hervorragenden Rang einnehmen. Um noch von dem Verleger zu reden, wollen wir nur sagen daß er für den mäßigen Preis eine Leistung für sich in Anspruch nimmt, die jeden Wettbewerb ausschließt. Wir wünschen seinem Unternehmen den besten Erfolg! Fertsch. verkehr, £anö< und volkrwlrthschaft. Grünberg, 8. März. (Fruchtpreise). Weizen 20,00. Korn 18,Ou, Gerste JL 18,00, Hafer JL 17,(X), Erbsen 00,00 Samen JL 00,00, Lein Jt 00,00, Kartoffeln JL 0,00, Linsen JL 00. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde. Bibel stunde heute Montag den 10. März, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule, Offenbarung Joh. Cap. 3, von VerS 7 an, Sendschreiben des Herrn für die Gemeinde zu Philadelphia. Pfarrer Dr. Naumann. 4. Passionsandacht am Mittwoch den 12. März, Abends 6 Uhr. Pfarrer Dr. Naumann. RpivÖhrt das vorzüglichste und beliebteste Mittel zur Dt/Wdllll Lösung des Schleimes gelten Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen, gewonnen aus den Salzen der zur Kur gebrauchten berühmten Gemeinde-Quellen No. III. und XVIII. Die Pastillen, welche man einfach im Munde langsam zergehen läßt, lockern den Schleim und bewirken eine außerordentlich leichte Expectoration. In sehr veralteten Fällen pflegt man sie (3—5 Stück) aufgelöst in heißer Milch zu nehmen, und kann des sichersten Erfolges gewiß sein. Erhältlich in allen Apotheken und Droguen ä 85 die Schachtel. 65 — Auf die besten Erfolg versprechende Kur gegen Brust- und Asthmaleiden des Naturheilkundigen Paul WeidhaaS in Dresden, dessen Heilverfahren von Aerzten und Geheilten alS ganz vorzüglich anerkannt ist, wird hierdurch besonders aufmerksam gemacht. 2082 empfiehlt sich durch Reinheit, Aroma und Ergiebigkeit als die beste und preiswerteste A 7|inf7 Nachmittags 1 Uhr, versteigere ich im »Adler" — Marktplatz 20 — gegen Baarzahlung: Möbel aller Arten, 1 Kassaschrank, 1 Claoier, 2 nußb Secreläre, 1 Wiege mit Klotz, 1 Hobelbank, 3 Wagen, 1 Trompete und eine Parthie Hutfedern. Geißler, 2095 Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. Die Lieferung der Stoffe zu Kleidern für arme Confirmanden aus Ostern 1890, bestehend in Knaben-Anzügen von schwarzem Tuch, schwarzem Cachemir, weißem und farbigem Flanell, soll im Submissionswege vergebe« werden und sind deßsallstge Offerten unter Beischluß von Mustern bis spätestens zum 12. d. Mts. im Bürgerhospital verschlossen abzugeben. Gießen, am 6. März 1890. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. _______________________Gnauth._____. Kirchenrath Engels Stiftung. Die Zinsen der Engels-Stiftung sollen am 24 d. MtS. an zehn arme und würdige Familien zu Gießen vertheilt werden. Die Fanulmb die sich um diese Stiftung bewerben wollen, mögen sich bis zum 13 d Mte» einschließlich bei einem der drei evangelischen Pfarrer anmelde«. Gießen, den 8. März 1890. 9°7* Der evangelische Kirchenvorstaud. Dr. Naumann. Carl Schwan sen. W3 Donnerstag den 13. d. Mts., Vormittags 8 Uhr, soll das an der Staatsstraße Gießen- Hersseld in Abth. 3—19 befindliche AuSputzholz an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist bei Stein Nr. 3 in der Stadt Gießen. 2064 Gießen, den 7. März 1890. Großherzoglichcs Kreisbauamt Gießen. Zimmer, Kreisbauaffeffor. Vergebung von Juhrleistungen. Das Wegfahren des Straßen- kehrichtö mittelst einspänniger Fuhrwerke soll aus ein weiteres Jahr ver- accordirt werden, wofür diesbezügliche Angebote bis zum 13. l. MtS., Vormittags 11 Uhr, auf dem Stadtbauamte einzureichen find, woselbst auch die Accordbedingungen zur Einsicht offen liegen. Gießen, den 10. März 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen Gnauth. 2086 Montag den 17. Mär; l. I., Nachmittags 21/« Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Georg Franz dritter in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 17 Nr. 27*Vioo - 378 Meter Grabgarten am Hamm am Neustädter Thor, Flur 17 Nr 27«/1O0 - 170 Meter Hof- raithe daselbst, Flur 17 Nr. 27”/i(o — 293 Meter Grabgarten daselbst, Flur 17 Nr. 28*/10 — 328 Meter Hof- raithe daselbst, Flur 17 Nr. 83/io — 373 Meter Grabgarten daselbst und am Mühl- wegsgarten öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 22. Februar 1890. Großh. Ortsgericht Gießen- I- 31.: Vogt. 1576 Kau der IellenSrasaustall Kutzbach. Schriftliche Angebote für die bei dem Bau des Krankenhauses vorkommenden Arbeiten und Lieferungen werden hiermit bis zum Montag den 17. d. Mt-., Vormittags 11 Uhr, erbeten. Die Verdingung betrifft Maurerarbeit (nur Arbeitslöhne zu 1797 JL 91), Wafferkalk- lief. (302 JL 40 ^), Lustkalklief. (167 -a 40 H), Kalklöschen (39^ 50 Mauersandlief. (98 JL 90 ^), Schlackensandlief. (249 JL 40 ^), Asphalt-Jsolirplatten-Lief. (89 JL 76 5x), Steinhauerarb. (960 JL), Zimmerarb. (1806 JL. 35 ^), Dach- deckerarb (Holzcementbedeckung1391^. 60 H), Schreinerarb. (1566 JL 24 ^), Schlosserarb. (1128 30 H), Guß- waarenlies. (259 JL. 40 H), Glaser- arb (41 \JL), Weißbinderarb.(1048^. 14^), Spenglerarb. (218 8 § e M H o ® s „Das Beste ist stets das Billigste.1 erkannt hatte, daß die Wiener Börse den Rückhalt bildete, an welchem in Itfofft Linie die Baisseangriffe scheiterten, ging man daran, dieses Bollwerk zu brechm Es war keine allzuschwere Aufgabe. Ein btrecter Angriff auf die Wiener Local- Werthe genügte und rief, weil er unverhofft kam, eine förmliche Panik in Wien hervor. Mittelbanken fielen 10—15 fl. in wenigen Stunden, und nicht allein bitje Jndustriewerthe, Bahnen, selbst Renten wurden in sinnloser Angst zu jedem Cours! auf den Markt geworfen. Der gleichzeitige Angriff auf deutsche Werthe hatte hiernach den gewünschten Erfolg. Dann kamen die ersten Nachrichten über die glänzende Bilanz der Discont- gesellschaft, die Tendenz besserte sich zusehends, besonders Disconto stiegen wieder bis 233, nachdem sie bereits einen Cours von 224 gesehen hatten. Ader Berlin war nicht gewillt, eine Besserung der Tendenz aufkommen zu lassen. Mit inäd» tigem Vorstoß wandte man sich gegen die schwachen Punkte des Marktes, namentlich Dresdner Handelsgesellschaft und einige Wiener Banken, und wiederum war der Erfolg vollkommen. Der günstige Eindruck der Bilanzztffern verschwand unter der Beängstigung, welche ein neuer Eoursrückgang der Dresdner Bank um mehr als 10%, und eine Unzahl falscher Gerüchte verursachten. Militäroorlagen, politische Nachrichten, Insolvenzen uvd Wassereinbrüche in Kohlengruben, alles dies mußte dazu dienen, die Baisse zu verschärfen. Seitdem hat sich die Haltung wieder verbessert, aber die Tendenz bleibt schwankend und besonders an den Nach- und Abendbörsen, an welchen mit verhältnißmäßig geringen Mitteln ein großer Eindruck hervorgebracht werden kann, wiederholen sich die Angriffe der Contremine und lassen eine dauernde Beruhigung nicht aufkommen. Die heftigen Auf- und Niederschwankungen beweisen am besten, daß es sich hier nicht mehr um Executionen ober freiwillige Verkäufe des Publikums handelt, sondern daß sie lediglich fpeculattvm Interessen ihr Dasein verdanken. Ob hiermit noch weitere Erfolge erzielt werden können, wird gänzlich von der Haltung des Publikums abhängen. Meine Meinung geht dahin, daß, nachdem die Engagements zweifellos eine ganz außerordentliche Herabminderung erfahren haben und die Course bis auf den gegenwärtigen Stand zurückgegangen sind, ernstliche Befürchtungen nicht mehr gehegt zu werden brauchen. Aber auch von einem Rückschlag nach oben, zu welchem Deckungen der Contremine die Veranlassung geben könnten, wird man sich nicht zuviel versprechen dürfen, denn zweifellos sind die bisherigen Verluste groß genug, um in der nächsten Zeit vor Uebertreibungen gänzlich zu bewahren. Geld war ziemlich knapp die ganze Woche hindurch. Der letzte Reichtzbanl- ausweis brachte ein ganz ungemein großes Anwachsen der Wechsel'und Lombardbestände, jedenfalls in Zusammenbang mit der kurz zuvor erfolgten Herabsetzung der Bankrate und dem plötzlichen Geldbedarf bei der letzten Ultimoregulirung. dieser Woche ist nunmehr der Satz der Bank von England zum zweiten Mal ermäßigt worden, sodaß er gegenwärtig 4% % beträgt, und man hofft nach diesem Vorgang auf ein baldiges Sinken des Zinsfußes auch im deutschen Markt. Dai Coursntveau stellt sich trotz der zeitweilig ganz enormen Rückgänge nicht sehr erheblich unter dasjenige der Vorwoche. Disconto haben den vorwöchentlichen Stand zurückerobert, Darmstädter schließen noch mit 2% Verlust, Deutsche Bank verloren 4 %, Handelsgesellschaft 5%. Am bedeutendsten erscheint der Verlust der Dresdner Bank-Äctien mit 10 %, besonders wenn man in Betracht zieht, daß der heutige Schlußcours bereits um 7 % über den niedrigsten Stand der Woche binausgeht. Ebenso zeigen die Course der Wiener Werthe noch verhältnißmäßig große Verluste, was zum Theil mit der ungarischen Mtnisterkrisis zusammenhängt. Es notiren Eredit 4% fl, Ungar. Credit 6 ff., Länderbank 10% fl., Bankverein 4 fl. niedriger. Bahnen wurden bereits als scharf rückgängig angeführt. Die Courseinbuße beträgt 6% fl. bet Böhmische Westbahn, 3% fl- bei Nordbahn, bei Buschtherabss 7 fl., Dux« 5 fl., Graz-Köflacher 5 fl., Lombarden 4 fl., Elbethal 3 fl. M deutschen Werthen zeichnen sich Bexbacher und Lübeck-Büchner aus. Der Coursrückgang der Renten ist nicht recht erklärlich, da doch wohl angenommen werden kann, daß bedeutende Beträge, welche aus Banken und Montan- werthen zurückgezogen werden, ihre Zuflucht wieder bet festverzinslichen Werthm suchen müssen. Die Vorgänge auf dem Bankenmarkt spiegeln sich in entsprechend vergrößertem Maßstabe in den Coursen der Berliner Montanwerthe wieder. Die Coursrückgänge waren an einzelnen Tagen wahrhaft schreckenerregend, namentlich die der neu emittirteu Actien Dannebaum und Schalke. Harpencr sanken bis unter 200, Bochumer auf 175, Hibernia auf 180, daneben zeigten sich auch im Cassamarkt-Differenzeu, welche sich bis zu 20% in einem Tage bezifferten. Auch bei Laura und Gelsenkirchener betrugen die Verluste 10% und mehr- Doch haben sich beide wieder kräftig erholen können und ihr Verlust beträgt gegenwärtig nur wenig mehr als 4%. Alpine Montan-Actten verloren 8%. Großen Schwankungen waren Norddeutsche Lloyd unterworfen. In Berlin wollte man an einem Tage den Cours bis auf 155 herabdrücken und nur der directen Jnter- vention der Börsencommission ist eö zu danken, daß diese Absicht vereitelt wurde. Für die in so reichem Maasse bewiesene Theilnahme Börfenwochesbericht von E« W asserschlehen, Bankgeschäft. An der Börse wüthet der Parteikampf in wahrhaft erschreckender Weise. Es ist von jeher das traurige Geschick der Börse gewesen, einer langsam fortschreitenden Entwicklung und damit auch des ruhigen Genusses einer befriedigenden Geschäftslage entbehren zu müssen, weil Elemente, die ihre Lebensbedingung nun in ständigen Coursbewegungen finden, diese künstlich Hervorrufen, oder doch bestehende Bewegungen mit allen Mitteln zu vergrößern suchen und dadurch die Börse von einem Extrem in das andere stürzen. Diese Elemente bilden einen äußerst wichtigen ausgleichenden Factor im Geschättsleben, und die Börse bedarf ihrer. Auf der anderen Seite aber liegt das Interesse sämmtlicher Commissionshäuser und der hinter ihnen stehenden Kundschaft, sowie aller soliden Formen so sehr in einer ruhigen Entwicklung des Verkehrs, daß es unbegreiflich erscheint, wie ein derartiges Ueberwuchern der Speculation, wie es in der letzten Woche zweifellos zu Tage getreten ist, hat aufkommen können. Es soll hier nicht bestritten werden, daß das Publicum an den Uebertreibungen der Hausseperiode die größte Schuld trägt, und daß es gegenwärtig, allerdings mit theurem Gelbe, den Leichtsinn bezahlt, mit welchem es vorher alle Mahnungen zur Besonnenheit in den Wind schlug; aber man muß doch bekennen, daß namentlich die Berliner Börse stets eifrig daran war, den Enthusiasmus noch weiter zu schüren, und wenn gegenwärtig von dort aus Tag für Tag die Course beruntergeschrieen werden und mit systematischen Angriffen auf die besten Werthe, mit erlogenen Gerüchten und falschen Depeschen, Angst und Besorgniß in die besitzenden Theile des Publicums getragen werden, so verlangt doch das allgemeine Interesse, daß diesem Verfahren ein stärkerer Widerstand entgegengesetzt wird als bisher geschehen ist. Unser ganzes Geschäftsleben krankt an einem Mangel an Vertrauen und erste Pflicht aller Banken und Prioathäuser sollte sein, dahin zu wirken, daß diesem unseligen Mangel, welcher die Entwicklung jedes geschäftlichen Aufschwungs auf das Schwerste schädigt, nach und nach abgeholfen wird. Ein solches Gebahren aber, wie es der Berliner Platz gegenwärtig bekundet, muß nothwendiger Weise alles, was in-ben letzten Jahren in bieser Beziehung Erfreuliches geleistet würbe, von Grunb aus vernichten. Das wirb jeher Einsichtige erkennen. Berlin hat sich zu einer bominirenben Stellung unter ben deutschen Börsen emporgeschwungen, wird diese Stellung in solcher Weise mißbraucht, so fordern die Interessen, die dabei auf dem Spiele stehen, und der Ruf der deutschen Börsen gebieterisch, daß Abhülfe geschaffen werde. Es wird zunächst Pflicht jeder einzelnen Firma, der gewissenlos ausgestreuten Beunruhigung entgegenzutreten, um wenigstens die Kundschaft soweit als möglich vor Verlusten zu bewahren. In welcher Weise gegenwärtig an der Börse verfahren wird, mag ein kurzer Ueberbltck über die Bewegung der Woche geben. Nachdem man in dec Vorwoche Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. .............Täglich drei Ausgaben. - ■■ ■ — Gratis - Lieferung bis Ende März- Frankfurter Börfenkakender pro 1890 gratis Inserate 35 Pfennige die Colonelzeile. Adonnementspreis: U & ft“ *) In Gießen bei Jul. Wgllach, Marktplatz 8. 2088 Bad-Nauheim. Großes Ladenlokal mit 3 Schaufenster in bester Lage, zu jedem Geschäft aee'S net. zu vermtethen. Offerten an die (Wo- I. Bl- o 15* wT 2 2 Fleisch-Pepton, Fleisch-Exlract, cond. Bouillon Kmmsrieh’s Fleisch-Pepton, Kemmerich’s Pepton-Cacae, Für Fuhrleute! Die Anfuhr und Verladung auf Bahnhof Gießen innerhalb 3 Monaten von: 300 fm Eichenstawmholz aus der Obersörsterei Schiffenberg (District Altgehegt und Reheck), 100 fm Eichenstammholz aus dem Gemeindewald Leihgestern ist an tüchtige Fuhrleute zu vergeben. Schriftliche Anerbieten befördert die Vermischte Anzeigen. 2073] Die Beleidigung, die ich am 28. Februar lfd- Js. gegen Johannes Schlapp von Staufenberg ausgesprochen habe, nehme ich hierdurch als unwahr zurück. Staufenberg, am 6. März 1890. ________________Ludwig Zecher. gut empfohlener Comptoirist sucht bei bescheidenem Gehaltsanspruch Stellung in einem größeren Geschäft- Gefl- Off, an die Exp- d. Bl u. A. D, 2069 Ein braver Junge wird in d!e Lehre gesucht. I. Becker, Schneidermeister, Bahnhofstr. 8. 2Ö7ör~£e5rIing für meine Colonial- waaren Geschäft auf Ostern gesucht- ____Carl Petri, Marktplatz _18- 2072] Zum baldigen Eintritt wird ein Bäckerlehrling gesucht. _____Ang. Noll I 2061] Lauffrau gesucht für einen einzelnen Herrn. Zu melden Vormittags Nordanlage 31, parterre._______________ 2062] Lehrling mit guten Vorkenntnissen gesucht. H. Kaetz Nachfolger, __Manufacturwaarengeschäft- M । heile ich, wie meine Er- A m n folge beweisen, gründ- ASTniTlH lieh. 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Pietsch) in Gießen. z» zx k AU <6> 1890 erteljähriger imeuUvrttM k 20 Pfg. mit ringerlohn. btc Post bezogm tark 50 Pfg. ion, Expedition b Druckerei: lstraßeAr.1. nsprecher 51. des Alkgenreinen Mereins für Armen- und Krankenpflege erstattet auf der Jahresversammlung nm 26. Februar 1890. Hochgeehrte Versammlung! Wenn wir uns wiederum anschicken, Ihnen über die Thätigkeit unseres Vereins im verflossenen Jahre Bericht zu erstatten, so suhlen wir es lebhaft, wie schwer, ja unmöglich es ist, von dem vielgestaltigen und doch so stillen Wirken der Armenpflege, wie sie von uns betrieben wird, ein richtiges Bild zu geben. Vergegenwärtigen wir uns zunächst die Zahlen, in welchen sich die Leistungen unseres Vereins an eigentlichen Unterstützungen darstellt. Es wurden im Jahr 1889 unterstützt: 229 Familien und einzelne Personen (gegen 205 in 1888) in insgesammt 1150 Fällen. In 15 Fällen wurde eine Unterstützung abgelehnt. Nach den Bezirken vertheilen sich die Unterstützungen folgendermaßen : B c z i r k. i. Anzahl der Fälle. 2. Anzahl der Personen ober Familien. 3. Auf jede Person kommen durchschnittlich Unterstützung. Wallthor 1888 175 1889| 313. 1888 53 1889 63 1888 3,30 1889 5 Neuenweg 141 222 35 47 4,93 4,72 Seltersweg 213 2'65 54 3,94 1 4,65 Neustadt 312 350 63 62 4,95 5,61 Insgesammt ! 841 1150 1 205 229 4,50 5,02 Für diese Unterstützungen wurden insgesammt ausgewandt 4039,93 (oeqen 3052,84 in 1888), Welche Fülle von Arbeit und Hingabe, aber auch von Noch und Elend, denen zn steuern war, verbirgt sich hinter diesen todten Zahlen. Wie viel ersehnte Hilfe, wie viel Erquickung durften wir in die Häuser und an die Krankenbetten der Armen bringen; aber wie so mancher Noch gegenüber standen wir auch rathlos, thecks weil sie sich durch eigene Schuld unserer Pflegbefohlenen immer wieder erneute theils weil unsere Mittel unzulänglich waren! Aber auch das dursten wir immer wieder erfahren, daß die persönliche Fürsorge für die Armen, wenn sie anders mit dem Herzen geübt wird, einen Segen in sich trägt, der auch der kleinsten Gabe einen Werth verleiht. _ Ein wenig näher in die Art unserer Hilseleistung laßt es blicken, wenn wir im Einzelnen hervorheben, daß 908 Ctr. Kohlen im Werthe von 903,78 5646 Liter Milch im Werth von 846,90 verwilligt, für Wem 170,05 Jl-, für Badekuren (an 17 Kinder und 2 Erwachsene) 435 JC., an Kostgeld für die Kleinkinder-Bewahranstalt 36 Jt,, an baaren Unterstützungen (im Höchstbetrag von 50 Jt) 1542 Jt,. aufgewendet wurden. Daneben gehen endlich noch unsere Suppenzettel her, durch welche wir jahraus, jahrein zahlreichen Kranken eine kräftige Nahrung gewähren können, und andere Spenden von Bettwerk, Kleidungsstücken, Stärkungsmitteln 2C., die unsere Schwestern für ihre Pfleglinge geschenkt erhalten. In dieser Beziehung wurden unsere Schwestern auch im verflossenen Jahre sehr wirksam durch einen Kreis von Damen unterstützt, welche sich, wie schon seit Jahren, allwöchentlich Mittwoch Nachmittags im Schwesternhaus sammelten, nm für Arme, auch für die Krippe, zu nähen und zu flicken. Unseren in der Armenpflege arbeitenden Mitgliedern sind wir aufrichtigen Dank schuldig für die treue Hingabe, mit der sie sich ihrer Aufgabe gewidmet haben. Es ist eine überaus erfreuliche Thatsache, daß der Kreis unserer Helfer eine große 'Stetigkeit ausweist. Auch das verflosseue Jahr hat nur wenige Veränderungen gebracht. Die Vorsteher der vier Bezirke und deren Stellvertreter sind dieselben geblieben, mit Ausnahme des Selterswegs, wo Herr Prof. Dr. Schürer auf seinen Wunsch im Amt des Stellvertreters durch Herrn Rentner Karl Schwan ersetzt wurde. Ausgeschieden sind: Fräulein Oeser und Herr Lehrer Aubel am Neuenweg, Herr Fabrikant E. Schwall in der Neustadt; neu eingetreteu: Fr. Otto Kempff am Wallthor, Frl. Cella- rius und Fr. Professor Cojack am Seltersweg. In der Krankenpflege waren von unseren 7 Schwestern 5, zeitweilig auch 6, thätig, und wurden insgesammt 805 Tagpflegen (die ganzen halben und viertel Tage zusammen gerechnet), gegen 5000 Pflegebesuche (Dienstleistungen unter 2 Stundend und 566 Nachtwachen geleistet, sowie 740 Massagen ertheilt. Davon entfallen: auf die Gemeindepflege 365 Tagpflegen und über 3100 Pflegebesuche bei 192 Familien, auf die Privat- pslege 440 Tagpflegen und über 1700 Pflegebesuche bei 147 Familien. Außerdem wurden im Hause selbst zwei leidende Damen verpflegt. Auch diese Zahlen reden eine beredte Sprache. Vor allem waren diese Leistungen nur möglich durch eine bis an die äußerste Grenze gehende Anspannung aller Kräfte unserer Schwestern, und wir fühlen uns gedrungen, ihnen für die unermüdlich treue Hingabe, mit der sie Tag und Nacht ihr Werk gethan haben, unseren wärmsten Dank auszusprechen. Der Schwerpunkt ihrer Thätigkeit liegt in den Pflegebesuchen. Ihr Dienst soll möglichst der ganzen Gemeinde, namentlich allen Hülfsbedürftigen, zu Gute kommen, und nicht nur einzelnen wenigen. Ganze Tag- und Nachtpflegen dürfen daher nur dann geleistet werden, wenn um der Schwere des Falles und nicht ausreichender Kräfte willen dazu wirklich Bedürfniß vorhanden ist. In erster Linie ist es die sittliche Pflicht der Hausgenossen, für die Pflege ihrer Angehörigen aufzukommen, und wir müßten es für einen schweren Schaden halten, wenn durch ein zu bereites Angebot die Familie dieser heiligen Pflicht entwöhnt würde. Wir zweifeln nicht, daß auch die ärztlichen Anforderungen an eine sachverständige Pflege mit diesen sittlichen Forderungen in Einklang gesetzt werden können und müssen. In gar manchen Fällen wird es genügen, wenn die Schwester Anleitung gibt und die Pflege überwacht, und sie wird inzwischen noch manchem armen Kranken dienen können, der sonst ungepflegt liegen müßte. Wir wollen es nicht unterlassen, dabei anzuerkennen, in wie hohem Maße, nach dem Zeugniß der Schwester, gerade auch die ge ringer bemittelten Schichten unserer Bevölkerung dieser ihrer Pflicht zumeist nachkommen, wie unverdrossen die Leute, die am Tag ihrem landeS nehm» er" entgegen. entsendet den : ndreherei hster Fühlung ten die For- aten ebenfalls tts. über das ansgegebenes (getretene Er- schmerzhaften rchs Tage bei trat ein Ab- ten Kräfte be- r Reichslande P." Eduard v. Heyl in De heute Vor- ; heute Nach- :y und sodann les Simon ner Conserenz it ans. Falls :n Burdean am Sonntag les gegen die tischen G e- iche Betheilig- . Clubs waren ische Club, die •inbung waren immen, welche ter in Peters- hen Regierung in Sibirien, lenken. John tervention des egen die drei hetymo auf- Reuter meldet, Pascha begab chrahim Pascha Versuchung aip Behandlung der he die staatlich Heren Unruhen ube Morfa bei statt. Mehrere ui fürchtet eine Meldung des uwalo ff be- unigen. wurde gestern Montene- den slavischen vorden, wovon les. 1. März. Stadtverordnete» ), Nachmittags : Co. um Er- 2. Gesuch des '.iß zum Umbau ismanns H. E. , Die Annahme dtischen Wiesen. . Statut, betr. ir. Hettler um ich des Lorenz Geländes. uptmann a. D., 'rzog) Nr. 116, cit. :r gleichzeitiger Men angestrebt. Ke 6» I&e: A. Hetz. Übersicht der Rechnung bom 1. ,M. 25358.80 // JL 25358.80 Gießen, 31. December 1889. BrShl'sche Druckerei (Fr. Chr. Pt er sch) tand alle Faden ■ dieser Arbeiten zusammenlaufen, hat in seinem Personalbestand keine Veränderung erlitten. Er hat seine Sitzungen - nn Winter allevier- yfyx Tage, iin Sommer meist nur alle vier Wochen regelmäßig ge- 1 halten, im Ganzen 20. . , Es erübrigt noch, daß wir allen denen, welche inneren Verein auch im verflossenen Jahre mit Rath und That, mit Beiträgen un Geschenken oder mit persönlicher Arbeit unterstützt haben, vor allem auch den städtischen Behörden, für das stete Wohlwollen, mit welchem sie unseren Bestrebungen entgegengekommen sind, »nd der hiesigen Spar- and Leihkasse für die, wie seit Jahren, gewahrte kräftige Bei- steuer unseren ausrichtigeu und wärmsten Dank auszusprechen. Möchte es unterem Verein mit Gottes Hilse gelingen, das ihm geschenkte Vertrauen immer mehr zu rechtfertigen durch "N ebenso umsichtiges und besonnenes, wie thatkräftiges Eingehen auf alle Ursachen und Erscheinungen der^Armuth. Gießen, 11. j hak das Man! i nomulttt. Es I bevor, nn. Tarrnsto ' 'Großherzog sind ; ! PrinzessinnenTöä , getroffen und an ! Hauses nnd des । i Morgen Abend ' !: lherzog aus Li As findet im Men ' '150 Einladungei nn. Darmftc 'Tie Kammer tr j sprechung der Int ! i betr. Anpflanzun i des Altrheins bi Die Jnterf ' «wurden in dem «Pflanzt? Will k bringend anlegen Ministerialr i tm Stelle von 9 'richtig sei, daß < «seien. Dieses I 'Locaftorstbehörde, 'besseren Nutzen v Die Abgg. r- ber Plan für die 1müssen. 5 ' W man mit ei betrieben habe, Fitn^e Anlage zu z Hiernach seht Kugler, I » der De Haas S’? OfQni Urnol ft* darü! Abgabe de * dem Tenor ?U,,e der Hebet n durch bejj «-Der Ansschr O e,Nei I von 187' *•* '»L U» I btti. ' bi '“•Am r '*« ä 19. Ausgeliehene Kapitalien . . 20. Kassenvorrath am 31. December 1883 Für Z Die Ansuh Bahnhof Gie naten von: 300 fm Ei der Obe (District 100 fm Ei dem Gew. ist an tüchtige Schriftliche ‘ Expedition d. £ Asthmc beschreibung and. P. Weidhaas, Dr< bif Sckwefter auch noch für andere nöthig ist. Geben wir nun zu der vorbeugenden Armenpflege über, d h derjenigen Thätigkeit, welche die Unbemittelten im Kampf um§ ®afein unterstützen nud ihre Verarmung verhüten soll, so dürfen w,r berichten, daß die dahin zielende Wirksamkeit unseres Vereins un verflossenen ^ahre eine wesentliche Ausdehnung erfahren hat. Zn erster Stelle steht da unsere Krippe. Sie hat, wie befoimt, ben 4weck, braven und arbeitsamen Eltern, welche außer chrer Woh- nuna arbeiten, die Kinder, welche das zur Ausnahme in die Kleinkinder schicke erforderliche Alter noch nicht erreicht haben, tagsüber abzunehmen. Die Aufnahme in die Krippe soll kein Almosen, sondern eine Maßregel der vorbeugenden Armenpflege sein, und es wird demgemäß für jedes yind ein Kostgeld von 15 H gefordert. Die Krippe war un verflossenen Jahr an 278 Tagen geöffnet und zählte 4080 Kinderpflege tage (gegen 3228 in 1888) Die Zahl würde noch großer sem, wenn nicht im Monat December um einer Maseruerkrankung willen, die An stalt längere 8eit hätte geschlossen werden muffen. Den Berkaus der Marken für imsere Krippe besorgt seit deren Bestehen Herr Kaufmann Schwaab am Seltersweg. Es sei ihm auch bei dieser Gelegenheit für hidc uneiacnnütziqe Bemühung unser Dank ausgesprochen. Zur vorbeugenden Armenpflege darf vielleicht auch die ll c be r- wachunq der Pflegekinder durch unsere Damen gerechnet werden. . Es ist das eine Ausgabe, deren Lösung viel Hingabe und Verstandmß erfordert Wenn wir wohl alle den Eindruck haben, daß unser Einfluß auf I die Haltung dieser ärmsten' Kinder noch sehr gering ist, so must uns das , eine' neue Mahnung zu neuem Eiser werden. Besonders hat sich für diese Arbeit das Bedürfniß nach ärztlicher Leitung und Berathung geltend gemacht. Es ist uns darum sehr erfreulich gewesen daß Herr I Kreisassistenzarzt Dr. Balser, dem amtlich d,e Oberauflicht hierüber obliegt, Fühlung mit uns gesucht und uns für die Zukunft |eme Unter- | dürfet wir von zwei neuen Unternehmungen unseres Ver- i pttis bic in dieses Gebiet schlagen, berichten. Schon in unserem vorigen Jahresbericht hatten wir die Ueberzeugung ausgesprochen, daß eine einsichtige Armenpflege wenn sie ihr Z'el wirk- lick, erreichen soll, sich auf die Dauer der Aufgabe nicht mehr ent- Aeu kann, an ihrem Theil zur Lösung der Wohnungsfrage mitzu- wirken. Mr hatten dabei nicht etwa die Erbauung neuer Lohnungii, m Auge, da da- wohl über den Rahmen der Armenpflege hmansgeht, widern das sogenannte Miethspatronat, das, nach dem Vorgang der Oktavia Hill in London und der rnnstergiltigen Uebertraguug auf deutsche Verhältnisse, wie sie in Darmstadt vorliegt, lediglich die Her- stellung von Reinlichkeit und Ordnung in solchen Hausern, die schon von ärmeren Leuten bewohnt werden, erstrebt. Um damit auch b i uns einen Verinch zu machen, schlugen wir der am 13. Marz v. I. tagenden Generalversammlung den Ankauf des ehemals Hamtsch'schen Hauses Kircheuplatz 2, vor. • Ans erfolgte Genehmigung erwarben wir das Haus um 14000 und nahmen es am 1. April v. I. m Besitz. Zu seiner Verwaltung wurde eine besondere Commission, bestehend aus dem 'Vörfitzenden Pfader Schlosser, Herrn Metzgermeister I. Kle.m Herrn cs Boat und Herrn A. Atayer, ernannt, und Herr Klein zum mflcnei9 des Hauses bestimmt. Im Grunde ist die Zeit zu kurz, um jkpt schou eni Urtheil über das Ergebuiß dieses Versuchs fällen zu können. Dazu kommen noch einige besondere Umstande, die ein sicheres Urtheil erschweren. Einmal war das Haus für unsere besonderen Zwecke fast zu gut. Wir Überkamen es in so gutem Zustand daß wir nur weniae Verbesserungen vorzunehmen, und im übrigen Reinlichkeit und Ordnung nur zn erhalten' hatten. Allerdings betrasen die wenigen Herstellungen gerade sehr wichtige Punkte: Aborte, Kuchen, Keller- räume, di? zum Theil erst neu und so hergmchtet wurden, daß jebe Familie ihr eigenes Gewese für stch hat. { Sodann konnten unsere Einrichtungen aus Rücksicht auf die Mietherin des unteren Stockes, die wir Nicht ohne Harte vertreiben konnten, nicht völlig durchgeführt werden. .... inntn Soweit es darnach möglich ist, dürfen wir ,edoch sagen, daß unsere Einrichtungen sich gut bewährt haben. Zn diesen gehört vor allem die wöchentliche Miethzahlung. Allsonntaglich um ^hr erscheint eine Dame des Vereins (zuerst hat Frl- Brarnrn uns diesen Dienst geleistet, dann Fr. Dr. Brüel) und erhebt von ledern Bewohner die wöchentliche NUethe. Es hat dabei nie die geringste Schwierigkeit gegeben, imb'bic Miether haben diese Zahlungsweise als cme^große Wohithat empfunden. Auch dem Pfleger, Herrn I. Klein, der das