Nr. 35. Dienstag den 11. Februar 1390 Der Htetzeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener PnmrrienvtLlter werden dem Anzeiger «Schentlich dreimal beigelegt. Kießmer Anzeiger Henerat-Mnzeiger. Vierteljähriger ASonnementspretAr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: SchnrstratzeNr.I. Fernsprecher 51. unb Anzelgsblatt Mr? dsn Mvers Meszen. !" chraLis6kilage: chichener Aamikienökätter mit Rücksicht auf die bevorstehenden Reichstagswahlen ver- v. Gagern. " - — —---;--------------- «nnah mr von Anzrigrn ;u ber Nachmittag» für btn folgmbrn Toy erscheinenden Nummer bis Sorm. 10 Nbr Vorschriften an: a aus der Zahl der Wähler ihres Wahlbezirks einen Protocollführer und 3 bis 6 Beisitzer, welche aber kein unmittelbares Staatsamt bekleiden dürfen, zu ernennen und die- selben spätestens am 17. Februar 1890 einzuladen, am Wahltage zur Bildung des Wahlvorstandes fo zeitig im Wahllocale zu erscheinen, daß die Wahlhandlung um 10 Uhr Vormittags beginnen kann; b. bei der Wahlhandlung selbst genau nach den Vorschriften in §§ 11—21 der Reglements vom 28. Mai 1870 zu verfahren und über die Wahlhandlung ein Protocoll nach dem mitgetheilten Formular aufzunehmen; c. dieses Protocoll mit fämmtlichen zugehörigen Schriftstücken, nämlich der Gegenliste, der Wählerliste, welch« beide Dan de« gelammten Wadivorstand zu unter« schreiben find, und denjenigen Stimmzetteln, über welche «S einer BefchluKfaffung des Wahlvorstandes bedurft batte, unverzüglich, jeden- salls aber so zeitig an den unterzeichneten Wahlcomnussär des Wahlkreises einzusenden, daß dasselbe spätesten» im Lause des 23, Februar 1890 in dessen Hände gelangt. III. Die Großh. Bürgermeistereien werden angewiesen, die Wahlvorsteher auf die vorstehenden Vorschriften — 11 — besonders aufmerksam zu machen, den Wahlvorstehern auch eine Wahlurne, sowie mindestens drei Tage vor der Wahl ein utu .. Exemplar des Wahlgesetzes (Bunderges.-Bl. 1869 Nr. 17) Hahnfuhrparks 117 396O0O Mark, zweitens für neue Geleisund des Wahlreglemenls (Bundesges.-Bl. 1870 Nr. 17) zum . 28 983 000 Mark und drittens für eine Anzahl Gebrauch und zur Auslegung im Wahllocale zuzustellen. 1 — --•* cinn ,OD em—* ---r------*- Unfehlbar bis zum 18. I. MlS. «märten wir d«n Bericht der Großh. Bürgermeistereien über den Vollzug vorstehender Anordnungen. Berichte, welche nicht bis zum Mittag des 18. l. Ms. eingelaufen sind, müssen wir sofort durch Wartboten abholen lasten. sonstiger Bauausführungen 55 277 466 Mark, zusammen also die beträchtliche Summe von ca. 202 Mill. Mark. Die österreichische Regierung hat ein wahres Eilzugstempo zur Durchführung der Beschlüsse der deutsch-czechischen Ausgleichsconserenz eingeschlagen. Den Verordnungen der Minister des Innern, der Justiz und des Unterrichts über die in ihr Ressort einschlagcnden Conferenzenbeschlüsse ist jetzt auch der Ackerbauminister mit Erlässen gefolgt, welche sich aus die Reorganisarion des Landesculturrathes für Böhmen beziehen. vom Reichstage angenommenen und aus seiner Mitte beantragten Gesetzentwurfes über die Wehrpflicht der Geistlichen hervorzuheben. Das preußische Abgeordnetenhaus wird sich voraussichtlich Bekanntmachung, Schafräude zu Odenhausen betreffend. Die zu" Odenhausen ausgebrochene Schafräude gilt nach Abschlachtung der verseuchten Heerde und Ausführung vorschriftsmäßiger Desinfection, sowie, da die weitere Heerde bis jetzt seuchenfrei geblieben ist, als erloschen. Die anzuordnende Gemarkungssperre wird deshalb hierdurch wieder ausgehoben. Gießen, den 7. Februar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Nr. 6 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 6. d. M., enthält: (Nr. 1885.) Gesetz, betreffend eine Postdampsschiffs- verbindung mit Ostafrika. Vom 1. Februar 1890. (Nr 1886.) Gesetz, betreffend die Feststellung eines zweiten Nachtrags zum Reichshaushalts-Etat für das Etatsjahr 1889/90, Vom 1. Februar 1890. Gießen, am 8 Februar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Eine militärische Action Frankreichs am Rothen Meere kommt in Sicht. Aus Obok, der am Rothen Meere gelegenen Colonie Frankreichs, kommt die Meldung, daß auf dem Wege nach Harrar eine französische Carawane von 160 Kameelen und sammt der Escorte von 85 Mann durch die räuberischen Somal niedergemetzelt worden sei. Es steht kaum zu bezweifeln, daß die französische Regierung infolge dieses Vorfalles nunmehr energisch gegen die Somal, welche schon wiederholt Raubzüge in das Gebiet von Obok unternommen haben, vorgehen wird. Eine sensationelle Verhaftung, diejenige des Herzogs von Orleans, des ältesten Sohnes des Grafen von Paris, wird aus Paris gemeldet. Der Herzog war am Freitag Morgen vom Auslande in der französischen Hauptstadt eingetroffen und am Abend des genannten Tages wurde er in der Wohnung des Herzogs von Luynes auf Grund des Ausweisungsgesetzes gegen die französischen Prinzen verhaftet. Der Herzog von Orleans hatte ein Schreiben des Grasen von Paris bei sich, in welchem dieser erklärt, anläßlich der erlangten Großjährigkeit seines Sohnes zu dessen Gunsten auf seine Thronansprüche verzichten zu wollen- außerdem wurde bei /dem Herzog ein Manifest an das französische Volk aufgefunden. Es ist das erste Mal, daß das genannte Gesetz zur practischen Anwendung gelangt und darf man einigermaßen gespannt sein, was die französische Regierung mit dem Herzog von Orleans anfangen wird. Auch der jüngste Putsch gegen den Fürsten Ferdinand von Bulgarien ist kläglich in's Wasser gefallen, aber er war in der That ernsthaft genug gemeint. Es bestätigt sich, daß Major Panizza und seine mitverhafteten Freunde sich zur Ermordung des Fürsten Ferdinand, sowie der Minister Stam- buloff und Murkuroff verschworen hatten, auch sollen zwei Minister aus der Zeit des Handstreiches gegen den Fürsten Alexander compromittirt sein. Es sind energische Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit, Ruhe und Ordnung im Lande aufrecht zu erhalten. Der wegen Betheiligung am Complott ebenfalls verhaftete ehemalige russische Offizier Kalapkoff wird mit Panizza confrontirt werden. Der russische Gesandte in Bukarest, Persiani, soll der Verschwörung Panizzas nicht fernstehen, direct wird man ihm aber kaum seine Mitschuld beweisen können. Einigermaßen in Dunkel gehüllt sind noch die letzten Absichten der Verschwörer, es scheint, daß sie sich selber nicht recht klar darüber waren, was nach der Beseitigung des Fürsten Ferdinand und seiner Minister hätte weiter geschehen sollen. Auch der alte Revolutionär Zankow ist in der Affaire anscheinend verwickelt, wenigstens fordert er in einer Proclamation die Bulgaren zur Verjagung ihres Fürsten auf. Arrrlaird. Wien, 8. Februar. Das „Fremdenblatt" sagt bezüglich des in Sofia unterdrückten Complotts: Solange tagen, denn die immer hoher anschwellenden Wogen der Wahl- bewcgung lassen in der That auch das Interesse an den Verhandlungen der preußischen Volksvertretung mehr und mehr zurücktreten. Auch waren die ausgedehnten Etätsdebatten des Hauses, welche die ganze vorige Woche ausfüllten, nicht gerade geeignet, besondere Aufmerksamkeit zu erregen, soweit es sich hierbei um zoll- und steuerpolitische Erörterungen handelte, da in denselben tast nur Bekanntes vorgebracht wurde. Doch gelangten auch Fragen von allgemeinerer Bedeutung und größerem Interesse zur Erörterung, wie dies z. B. von der Frage der Tarifreform gelten kann, über welche das Haus am Donnerstag infolge eines bezüglichen Antrages des freisinnigen Abgeordneten Brömel eingehend verhandelte. Auch die Freitagsdebatte, welche den Eisenbahnetat betraf, berührte eine Reihe mehr oder weniger actueller Fragen und spielten in sie auch die kaiserlichen Erlässe in Sachen des Arbeiterschutzes hinein. Die Verhandlung über den Eisenbahnetat wurde am Samstag fortgesetzt und war mit der gleichzeitigen Berathung des Etats des Finanzministeriums verbunden. Zugegangen ist dem Abgeordnetenhause die in der Thronrede angelündigte Eisenbahn-Vorlage. Dieselbe fordert erstens für neu zu bauende Eisenbahnen und Vermehrung des Eisen- polttifdK Uevevficht. Gießen, 10. Februar. Der Bundesrath entfaltet noch immer eine ziemlich lebhafte Thätigkeit, obwohl der Schluß der Reichstagssession nun doch schon mehr als zwei Wochen erfolgt ist. In der am Donnerstag abgehaltenen Pl enarsitzung erledigte der Bundesrath wiederum eine ganze Reihe von Gegenständen, doch ist nur als von allgemeinerem Interesse die Genehmigung des Dettt?ches Sdd?» Berlin, 8. Februar. Der Redacteur der „Volkszeitung" Mehring ist wegen Beleidigung preußischer Gerichte und Beamten der Staatsanwaltschaft vom Landgericht zu 200 Mk. Geldstrafe eventuell 20 Tagen Gefängniß verurtheilt worden. — Der Defraudant Döring wurde heute vom Landgericht zu vierjährigem Gefängniß und fünfjährigem Ehrverlust verurtheilt. München, 8. Februar. Im Reichsrathsansschuß führte Prinz Ludwig aus, die Altkatholiken gehörten nicht der päpstlichen Kirche an; dieselben verwürfen die schon vor dem Vaticanum bestandenen Kirchenlehren und besäßen eine getrennte Hierarchie. Der Prinz wünscht, daß die Altkatholikenfrage endlich erledigt werde und zwar am zweckmäßigsten, weil die Mehrheit der Reichsräthe doch gegen den Kammerbeschluß sei, durch eine Tagesordnung, welche den Wunsch ausdrücke, daß die Staatsregierung mit den Kirchenbehörden eine endgiltige Regelung herbeiführe. Minister von Crailsheim stimmte in Vertretung des Ministers v. Lutz dieser Motivirung bei und erklärte, die bayerische Regierung habe niemals die altkatholische Hierarchie anerkannt. Graf Preising widersprach. Schließlich wurde eine Tagesordnung angenommen, worin es heißt, es sei noch nicht festgestellt, daß die Altkatholiken außerhalb der katholischen Kirche ständen, und hinzugefügt wird, daß der Altkatholizismus eine vollständige Kirchentrennung involviere, sowie daß ein Urtheil der Kirchengewalt noch nicht vorliege. Hamburg, 8. Februar. Laut „H. B.-H." haben die Directoren der nach Nordamerika fahrenden Dampferlinien kürzlich in Köln eine Conserenz abgehalten, um mit Rücksicht auf die gestiegenen Kohlenpreise und Arbeitslöhne eine Höhung sämmtlicher Frachttaxen und Personentarife zu erwägen. Alle Annoncen-Bureaux deS In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß mit Genehmigung Großh, Ministeriums des Innern und der Justiz mit dem im Juni d. Js. zu Lauterbach stattfindenden Prämien-Viehmarkte eine Verloosung von Vieh, landwirth- schastlichen und Hausgeräthen veranstaltet wird. Nach dem VerloosungSplan dürfen nicht mehr als 8000 Loose ä 60 ausgegeben werden und find mindestens 65% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden. Der Vertrieb der Loose in der Provinz Oberheffen ist gestaltet. Gießen, am 7. Februar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Amtlicher Theil. Gießen, 8. Februar 1890. Betr.: Die Reichstagswahlen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien und Wahlvorsteher de- KreiseS. I. Unter Bezugnahme aus unsere Verfügungen vom 13. und 14 v. Mts. (Anzeiger Nr. 11 und 13) ertheilen wir Ihnen bezüglich oeS Abschlüsse- der Wählerlisten folgende Weisungen: a. Die beiden Exemplare der Wählerliste, welche im Falle von Streichungen und Nachträgen infolge erhobener Einsprachen gleichmäßig berichtigt werden müffen, find am 13. Februar 1890 unter Unterschrift der Großh- Bürgermeisterei abzu- I schließen. Aus dem für den Wahlvorsteher bestimmten Exemplar ist nach Vorschrift der Anmerkung auf pag. 4 des Formulars nach dem Worte: „Abgeschloffen" der Zusatz: „mit der amtlichen Bescheinigung, daß das gegenwärtige Exemplar mit dem Hauptexemplar der Wählerliste völlig übereinstimmt" beizufügen. b. An dem nämlichen Tage (13. Februar) ist ferner von den Großh. Bürgermeistereien auf beiden Exemplaren der Wählerliste die auf pag. 4 des Formulars am Schluffe ab- aedruckte Bescheinigung nach vorherigem Eintrag der Worte: „vom 23. bis zum 30. Januar 1890" und nach Ausfüllung des Datums zu unterzeichnen. Aus dem für den Wahlvorsteher bestimmten Exemplar ist nach Vorschrift der Anmerkung (Absatz 2) auf pag. 4 des Formulars die Aenderung der Worte: „die vorstehende Wählerliste" in: „das Hauptexemplar der vorstehenden Wählerliste" vorzunehmen. c. Nachdem die Wählerliste in der bezeichneten Weise abgeschlossen worden ist, darf darin eine Streichung oder Ein- ttagung von Wählern nicht mehr stattfinden. d. Das Hauptexemplar der Wählerliste nebst zugehörigen Belegen ist bei den Bürgermeisterei-Acten sorgfältig zu verwahren, das zweite Exemplar dagegen von dem Großh. Bürgermeister da wo er selbst Wahlvorsteher ist, zum Zwecke der Benutzung bei der Wahl an sich zu nehmen, andernsalls dem betreffenden Wahlvorsteher zuzustellen. II. Die Wahlvorsteher weisen wir unter Hinweis auf ihre Verantwortlichkeit und auf die Nothwendigkeit der pünktlichsten Beobachtung der das Wahlgeschäft betreffenden des Bethauses Jean Juvenal Aneina hat heute Vormittag in der hergebrachten Weise in dem Saale über dem Portikus von St. Peter stattgefunden. Nach der Verlesung des Dekrets über die zu vollziehende Heiligsprechung durch den Cardinal Alo'tsi Masclla wurde die Messe durch den Bischof von Jossano, der Vaterstadt des Heiliggesprochenen, celebrirt. Am Nachmittag um 4 Uhr begab sich der Papst in Begleitung seines Hofstaates in den Saal, um das Bildniß und die Reliquie des Heiligen zu verehren und an der Spendung des heiligen Abendmahls durch den Bischof von Saluzzo theilzunehmen. Locales und provinzielles. Gießen, 10. Februar. t Wir haben in vor. Nr. bereits kurz hingewiesen auf die beiden Vorträge, welche am vorigen Freitag Abend im Oberhess. Geschichtsverein gehalten wurden und wir kommen I heute darauf zurück, da dieselben nicht nur einen werthvollen I Beitrag zur Geschichte unserer Hochschule Kesern, sondern auch in culturgeschichtlicher Beziehung von weitgehendem Interesse sind. Die älteste Matrikel der Hochschule Gießen war das Thema, über welches sich Herr stud. Ebel in seinem Vortrag verbreitere. Der Vortragende, welcher in Gemeinschaft mit Herrn Dr. Klewitz zur Zeit die Herausgabe der ältesten Matrikel, die den Zeitraum von 1650—1663 umfaßt, bewirkt, wies zunächst auf den Zweck solcher Matrikelveröffentlichungen hin und bemerkte, daß aus den Ma- I trikeln der Einfluß ersichtlich sei, den die betreffenden I Universitäten auf das Geistesleben der Zeit gehabt haben. In Erkennung des Werths der Matrikeln ist bis jetzt die I Herausgabe derjenigen der hohen Schulen von Bologna, Dorpat, Erfurt, Frankfurt a/O., Heidelberg, Herborn, I Leyden, Marburg, Prag, Wittenberg und Rostock erfolgt, I während die alte Kölner in Vorbereitung ist. Die einzige, I aus der ersten Zeit des Bestehens der hiesigen Hochschule I erhalten gebliebene Matrikel beginnt erst mit der Restauration der Hochschule 1649/50 und weist im Eröffnungsjahre 1650 die Zahl von 142 Immatrikulationen aus. Während des Zeitraums 1650—63 schwankt die jährliche Jmmatrikulations- ziffer zwischen 55 und 142, so daß durchschnittlich 94 Immatrikulationen auf das Jahr kommen. Von solchen entfallen: 13 auf Oberhessen, 4 auf Starkenburg, 3 aus Rheinhessen, 7 auf Hessen-Kassel, 18 aus Norddeutschland, 36 auf Mitteldeutschland, 5 auf Süddeutschland, 6 aus's Ausland (Dänemark, Schweden, Rußland, Italien, Ungarn, Belgien), in 4 Fällen war die Heimath der Jmmatrikulanten nicht angegeben. Die Vertheilung der Studirenden aus die einzelnen Facultäten anlangend, gibt nur das Jahr 1650 genauere Auskunft, da im Allgemeinen die Herren Studiosen wenig gewissenhaft in der Angabe ihres Studiums waren. Es studirten in einem Jahre 56 Philosophie und freie Künste, 40 Theologie, 24 Jurisprudenz und nur 4 Medicin. Die vorliegende Matrikel verzeichnet eine Reihe von Namen, deren Träger entweder selbst eine hervorragende Stellung in der i Wissenschaft oder im Staate eingenommen oder die berühmte Verwandte gleichen Namens die ihrigen nennen können, außerdem befinden sich heute noch allgemein bekannte nnd verbreitete Namen aus Gießen und Umgebung, z. B. Löhr, Pistor, Fresenius, Windecker, Vigelius, Ebel, Trygophorus, Sack, sowie eine Reihe von Adeligen darunter. Bemerkenswerth sind in dieser Hinsicht die Jahre 1656 und 1657, in welchem zwei Grasen von Solms, Heinrich I. der Jüngere von Reuß, Herren von Plauen, Ludw. Will), von Wallenstein, Ph. Friedr. von Schlitz, gen. Görtz u. A. hier eingeschrieben waren. Die Sucht damaliger Zeit, die Geschlechtsnamen zu latinisiren und gräcisiren, illustrirte der Vortragende I an einigen hübschen Beispielen ulld machte noch verschiedene, den I Chroniken der Rectoren entnommene Mittheilungen, die sich aus die Wiedereröffnung der Universität, Besetzung der Lehr- stüble, Ausschreitungen der Studenten, Relegationen u. s. w. beziehen und interessante Streiflichter ans das Universitätsleben der damaligen Zeit werfen. Auch Familienuachrichten, insoweit sie Angehörige der Hochschule betreffen, geben diese I Chroniken. Ein diesbezügliches Vorkommniß soll der Curiosität halber hier angeführt werden. Der Prorector Misler erzählt, daß am 31. August 1657 ein doppelt fröhliches Ereigniß I stattgefunden habe, nämlich eine Doctorpromotion und gleich I darauf die Hochzeit des neuen Doctors. Der Glückliche war Georg Marsmann. Er promovirte als Dr. jur. utriuaque uni) wollte sich gleich daraus die edle und züchtige Jungfrau I Magdalene Sybille, die Tochter des Professors Peter Haberkorn antrauen lassen. Da aber ein heftiger anhaltender Regen I den Weg von dem Prüsungssaal zur Kirche für den Augenblick unmöglich machte, so wußte man sich zu helfen und die I Trauung sand in dem theologischen Auditorium statt, das I gerade nebenan lag. Der folgende Vortrag des Herrn Pros. Dr. Buchner hatte ein Ketzergericht in Gießen in der Mitte des 18. Jahrhunderts zum Gegenstand. In jener Zeit, wo die Frömmigkeit oft in widerlichster Weise zur Schau getragen wurde I und religiöser Fanatismus den krassesten Aberglanben zeitigte, I trat natürlich auch der Nationalismus hervor. Unter den I damaligen Rationalisten war Johann Christian Edelmann am I weitesten bekannt. Der „berüchtigte Edelmann", wie er von I seinen Gegnern genannt wurde, war um das Jahr 1700 in Weißenfels geboren, studirte in Jena Thelogie bis 1724 und hielt sich dann an verschiedenen Orten auf. Seine zahl- I reichen theologischen Streitschriften sanden selbstverständlich I Widerlegung und auch in Gießen traten die Professoren I Denner und Nebel, ersterer in einer Disputation, letzterer in I einer lateinischen Dissertation den „Jrrthümern" Edelmanns entgegen. Damals mußte sich ein jeder Angestellte der Hoch- I schule Gießen durch schriftlichen Nevers verpflichten, der reinen I lutherischen Lehre anzuhangen, um so größer mag die Ent- I rüstung gewesen fein, als sich die Kunde verbreitete, ein Glied I ber Hochschule sei ein Anhänger des berüchtigten Edelmann I und leie seine Schriften. Es war dies der Universitäts- I buchdrucker Lammers, welcher in Folge dieser Gerüchte be- 1 Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 9. Februar. Die „Norddeutsche" schreibt: Staatssecretär Graf Bismarck erhielt ein Schreiben des Secretärs der „Church Missionary Society" in London vom 4. Februar, worin das Gomite der „Church Missionary Society" den Dank ausspricht für die werthvollen Dienste, welche Wißmanu im Ostäquatorialafrika den Missionsagenten geleistet hat. Wißmann gewährte Herrn und Frau Cole in Mpwapwa im Augenblicke der Gefahr seine Hilfe und beschützte sie auf der Reise zur Küste. Wißmann erleichterte die Verbindung der andern in Usagara befindlichen Missionäre mit ihren Freunden an der Küste bedeutend und gewährte denselben Hilfe und Unterstützung während der aufreibenden Perioden ihrer Jsolirung in den Zeiten der Beängstigung und Gefahr. Es gereicht dem Comite zur lebhaften Freude, seine Werthschätzung der freundschaftlichen Gesinnung auszusprechen, worin diese guten Dienste seitens Wißmanns geleistet wurden und gleichzeitig dem Staatssecretär die auf- cichuge Anerkennung d<.s nachdrücklichen Beistandes auszusprechen, welcher durch einen Offizier im Dienste des Kaisers gewährt wurde. Paris, 9. Februar. Das „Memorial Diplomatique" bezeichnet die Meldung von der Ernennung Billots zum französischen Botschafter in Rom als mindestens verfrüht. Der Minister des Auswärtigen, Spuller, werde vor der Ankunft des französischen Botschafters in Petersburg, Herrn be Laboulaye, keine Entscheidung treffen. Dem „Journal des Debats" zufolge ist die im Allgemeinen für richtig gehaltene Ansicht über den Schritt des Herzogs von Orleans die, daß er nicht als ehrgeiziger Prätendent und auch nicht als Agitator gehandelt habe. Wenn das Urtheil gesprochen sei, werde es dem Präsidenten der Republik zukommen, einzugreifen. Rom, 9. Februar. Die Feier der Heiligsprechung des hemaligen Bischofs von Saluzzo und Mitgliedes des Ordens züglich der ihm zur Last gelegten Ketzerei durch den Univer- sitäts-Secretär Riedel befragt und als diese Aussage kein befriedigendes Resultat ergab, nochmals vor der theologischen Facultät eingehend über die Frage vernommen wurde, ob er nicht die Edelmännische principia und aus- gestreuetc schändliche Irrlehren glaube, ihnen beygethan seye, auch wohl sie auszubrciten suche? — Diese । und noch weitergehende Fragen wurden dem „Ketzer" I vorgelegt, aber Lammers betheuerte fortgesetzt seine Unschuld, legte sein Glaubensbekenntniß ab und die Sache kam an den I engeren Senat, der sich jedoch eines Spruches enthielt und I Entscheidung über diese hochwichtige Angelegenheit dem Landgrafen Ludwig VIII. anheimstellte. Eine solche scheint I übrigens niemals eingetroffen zu sein, wenigstens geben die Acten keinerlei Aufschluß hierüber. Der erste V o r t r a g von Frl. Dr. E. Mensch, welcher das Drama der Skandinavier behandelte, fand am Samstag im Festsaal der Realschule statt. Der nächste Vortrag, der Samstag den 15. Februar von 6 b i s 7 U hr i m g l e i ch e n Local stattfindet, wird speciell Henrik Ibsen zum Gegenstand haben und es ist zu erwarten, daß dieses Thema besonderes Interesse erregen wird, da ja auch hier das eigenartige Werk „Die Gespenster" in Scene gegangen sind. Um Jrrthümern vorzubeugen, sei noch erwähnt, daß Herren zu den Vorträgen gleichfalls Zutritt haben. — Karten für Einzel- I vorträge werden ausgegcben und sind von Dienstag den 11. Februar an beim Pedell der Realschule zu 1,50 Mk. I zu haben. s Gießener Concertverein. Drittes Concert. Das Sprüchwort „Was lange währt, wird gut" hat sich an dem I uach wiederholten Verschiebungen gestern endlich zur Ausführung gebrachten dritten Concert des Gießener Concert- vereins vollauf bewahrheitet, uud zwar nicht allein in An- I sthung der Fülle und Mannigfaltigkeit des Gebotenen, sondern vor Allem hinsichtlich der Güte und künstlerischen Höhe der Leistungen. In dem orchestralen Theil des Programms nahm Beethovens achte Symphonie in F-dur die erste Stelle ein. Das herrliche Werk, das Schwierigkeiten aller Art bietet I und namentlich im letzten Satze (Allegro vivace) ein sorg- I fältiges Studium erheischt, erfuhr unter der Leitung des Herrn Universitäts-Musikdirectors Adolf Felchner eine vorzügliche Wiedergabe, die aufs Neue zeigte, wie ein tüch- I tiger und energischer Dirigent auch ein so sprödes und in sich ungleichwerthiges Material, wie unser Orchester, zur Lösung hoher künstlerischer Aufgaben geeignet machen kann. Den Beschluß des Concertes bildete die Sr. Kgl. Hoheit I Ludwig IV. gewidmete Festouverture für großes Orchester I in E-dur op. 82 von Friedrich Lux. Das interessante, groß angelegte und packende Werk, das hin und wieder an Schu- mannsche Art gemahnt, ist in Gießen gestern zum ersten Male zum Vortrag gelangt, manchen Gießenern aber schon von dem elften mittelrheinischen Musikfest her bekannt ist, I aus dem es der Componist selber dirigirte. Auch hier sollte die Festouverture unter der eigenen Leitung des Herrn Friedrich Lux executirt werden. Doch war es Diesem, der schon eingewilligt hatte, bei der Verlegung des Concertes nicht möglich, feine Zusage zu erneuern. Dem Interesse an dem Werke hat das Fehlen seines Schöpfers möglicherweise geschadet, indem sich vielleicht die Abendbrotlüsternen im anderen Falle nicht wieder einmal rücksichtslos vor der letzten Nummer entfernt hätten - sicherlich ist die Abwesenheit des Herrn Lux ohne Einwirkung auf die Güte der Ausführung geblieben, die ganz im Sinne derjenigen in Mainz erfolgte und zu rückhaltlosem Beifall herausforderte. Ebenso verdient die Orchesterbegleitung zu dem Schumann- scheu Concert in A-moll aus der Rossi'schen Arie „Ah ren- dimi quel core“ mit allem Lobe hervorgehoben zu werden. Mit der letzteren eröffnete Fräulein Agnes Schöler den solistischen Theil des Programms. Die Dame besitzt eine ungemein süße und wohllautende, namentlich in der Mittellage überaus angenehme, wenn auch nicht gerade große Stimme, mit der sie eine äußerst liebliche und natürliche Art zu fingen und eine verständnißvolle, poetische Auffassung ihrer Vorlagen verbindet. Sie erfreute uns :n großer Freigiebigkeit mit einer stattlichen Anzahl von Liedervorträgen, die ebenso wie die Wiedergabe der interessanten Arie von Francesco Rossi stürmischen Beifall fanden und von denen wir bei der gleichmäßigen Schönheit aller Gesänge keinen einzelnen besonders namhaft machen wollen. Während Fräulein Agnes Schöler gestern zum ersten Mal in Gießen auftrat, begrüßten wir in Fräulein Elisabeth Rouge ein'e gute Bekannte von vorigem Jahre. Das brillante Clavier- spiel der Künstlerin, deren technische Meisterschaft und geistvolle Auffassung gleich bewundernswerth sind, steht hier noch von damals im besten Andenken. In dem Schumann'schen Concert in A-moll war namentlich die Wiedergabe des An- dantino grazioso und das Allegro vivace entzückend. Weit mehr noch als in der Schumannschen Composition hatte sie dann in der Etüde op. 25 Nr. 1 und der Polonaise in As- dur op. 53 von Chopin, ganz besonders aber in der von Franz Liszt herrührenden Bearbeitung der zuerst für Violine componirten Jagdetude von Paganini Gelegenheit, ihre wirklich glänzende Virtuosität zu offenbaren. — In unserem Wahlkreise sind nunmehr auch die Freisinnigen in die Wahlagitation eingetreten. So hielten dieselben am Samstag Abend in Alten-Buseck und Großen-Buseck zwei gut besuchte Versammlungen ab, in welchen die Herren Landtagsabgeordneter Metz und Fabrikant Georgi von hier das Programm der Partei entwickelten und die Candidatur Guts leis chs warm empfahlen. In Alten-Buseck waren die Ausführungen von allseitigem Beifall begleitet. Auch in Großen-Buseck gab die große Mehrzahl der Zuhörer den Rednern wiederholt lebhaft ihr Einver- ständniß zu erkennen- dagegen versuchten einige Antisemiten mehrfach, jedoch ohne Erfolg, die Versammlung zu stören. — Der seit langen Jahren herbeigesehnte Uebergang über die Oberhessischen Eisenbahnen an der katholischen Kirche die bestehende Regierung jede für den Weltfrieden bedenkliche Störung der inneren Ruhe Bulgariens mit sicherer Hand «iederzuhalten wiffe, gebühre ihr die Achtung und die Sympathie aller Friedensfreunde. Pest, 8. Februar. Eine Deputation der hiesigen deutschen Arbeiter ersuchte den deutschen Generalconsul, dem Kaiser Wilhelm für seine in der Arbeiterfrage ergriffene Initiative zu danken. Bern. 8. Februar. Die schweizerische Presse aller Schattirungen, besonders die „Baseler Nachrichten,", „Bund", „Berner Zeitung", „Genfer Journal", „National-Zeitung", -,Neue Züricher Zeitung", sowie die Wochenblätter begrüßen und besprechen sämmtlich sehr sympathisch die Erlasse Kaiser Wilhelms. Die meisten geben der Hoffnung Raum, daß trotzdem die von der Eidgenossenschaft angeregte Conferenz unter der Theilnahme Deutschlands am 5. Mai in Bern zusammentreten möge. Paris, 8. Februar. Gutem Vernehmen nach beschloß der Ministerrath bezüglich der Verhaftung des Prinzen Ludwig Philipp, Herzogs von Orleans, sich streng an das Gesetz zu halten. Der Herzog wird demnach vor das Zuchtpolizeigericht der Seine gestellt, sobald die Untersuchung abgeschlossen sein wird. Die erwartete Jnterpellaüon in der Kammer wird Constans in diesem Sinne beantworten. Paris, 8. Februar. Der Herzog von Orleans erschien heute vor der achten Kammer des Correctionstribu- nals. Er erwiderte auf die Frage des Präsidenten, er fei nach Frankreich gekommen, um Militärdienst zu leisten und verlangte die Vertagung der Angelegenheit, um einen Advokaten anzunehmen. Der Gerichtshof vertagte die Verhand- । lung bis Mittwoch. Paris, 8. Februar. Wie die hiesigen Blätter melden, übernahm die Vertheidigung des Herzogs von Orleans der Stabträger der Advocatenkammer, Greffon. Der Herzog appellirte in einem Schreiben an die Loyalität des Enkels des „großen Garnot", damit der Nachkomme Heinrichs IV. uni) der Enkel des Soldaten von Jemappes dem Vaterlande ferner diene. — Dem „Temps" zufolge versucht der Herzog in einem Schreiben die Gründe seiner Anwesenheit in Paris barzulegen. Paris, 8. Februar. Die Deputirtenkammer nahm den Gesetzentwurf betreffend die Errichtung neuerEavalle- rie-Reg im ent er an. Lamarzelle (Rechte) beabsichtigte, die Regierung betreffs der Verhaftung des Herzogs von Orleans zu interpelliren, wurde jedoch von feinen Freunden veranlaßt, feine Absicht nicht auszuführen. Paris, 8. Februar. Der Ertrag der indirecten Steuern und M o n o p o l e im abgelaufenen Monat Januar ergibt ein Mehr von 250 700 Francs gegenüber dem Vor- Quschlage, sowie eine Abnahme von 2 508 800 Francs gegenüber dem Januar 1889. Der Mehrertrag setzt sich zusammen aus Mehrergebnissen der statistischen Gebühr, Stempel, Zölle, Post- und Telegraphen-Gebühren, sowie aus den Minder- ergebniffen der indirecten Steuern (Salz, Zucker) und der Monopole. Gegenüber Januar 1889 hatten auch die sta- istische Gebühr und die Zölle einen Minderertrag. London, 8. Februar. Dem „Standard" wird aus Shan- I gbai umterm 7. d. M. gemeldet: Infolge eingetretener Verstärkung der russischen Stl'eitkräf te in Sibirien ziehe die chinesische Regierung große Truppenmassen in der Mandschurei zusammen und bestellte mehrere Tausend Repe- I tiergewehre in Europa. London, 8. Februar. Die Meldung der „Times", der russische Botschafter v. 'Staat sei nach Petersburg berufen, um über den englisch-portugiesischen Gonflict Bericht zu erstatten, ist unbegründet. Staal hatte schon länger die Absicht, einen Urlaub anzutreten und denselben in St. Petersburg zu verbringen. Rom, 8. Februar. Garbinal Pecci (der Bruder des Papstes) ist gestorben. ist, nachdem der Bau schon vor einiger Zeit fertig gestellt wurde, endlich dem Verkehr übergeben. Es ist damit wenigstens theilweise den berechtigten Wünschen der Bewohner der oberen Frankfurter Straße Rechnung getragen worden. — Die nationallib erale und die deutsch-freisinnige Partei hier haben sich für die bevorstehende Reichs- tagswahl auf Herstellung der Farbe, der Form, des Papiers und des Ausdrucks nach gleiche Stimmzettel geeinigt. — Bei der vom 7. bis 9. ds. Mts. von dem Verein zur Förderung und Veredelung der Kanarienvögel-Zucht in Hannover veranstalteten allgemeinen großen Ausstellung von Kanarien-Hohlrollern hatten auch von hier drei Züchter je 4 Vögel ausgestellt. Es erhielt Herr A. Siegel einen ersten, zwei zweite und einen dritten Preis, für Gesammt- leistung den II. Stammpreis, sowie die broncene Medaille und den fünften Ehrenpreis. Herr Hermann Weidmann erhielt zwei zweite und zwei dritte Preise, sowie für Gesammt- leistung den III. Stammpreis. Herr Philipp Brand erhielt drei dritte Preise. — Das Maskenkränzchen der hiesigen Biirgergesellschaft am Samstag Abend verlief unter zahlreicher Betheiligung ihrer Mitgliedschaft recht flott. Wenn auch im Allgemeinen über Maskenbälle wenig zu sagen ist, so haben solche andererseits wieder ihre erwähnenswerthe originelle Seite. Es kommt hier hauptsächlich darauf an, in den an sich monoton wirkenden Maskentrubel Leben hineinzubringen. Dieser Ausgabe ist die Bürgergesellschast vollständig gerecht geworden- sie hatte den carnevalistischen Markt mit einigen leistungsfähigen Clowns beschickt, die durch ihre oft halsbrecherischen Produclionen und ihre recht humorvolle Darstellung einer Circusvorstellung dem Fest ein lustiges Gepräge gaben, während andererseits das schöne Geschlecht durch seine Tyrolerinnen-Gruppe gut vertreten war. In einem ebensalls gut beschickten Ausflug nach dem Windhof sand das Fest gestern seinen Abschluß. Theater. Am Dienstag gelaugt im Abonnement „Der Vetter" von Benedix zur Ausführung. Das höchst amüsante und pikante Stück gehört zu den gelungensten Arbeiten des ge- seierten Lustspieldichters. Frau Anni Reiners hat darin eine reizende Rolle. Sehr komisch ist die Partie des Allerweltsvetters Siegel, den Herr Jaskowski spielen wird. Lich, 9. Februar. Heute fanden dahier zwei politische ] Versammlungen statt, eine Nachmittags 4 Uhr im Saale zum Holländischen Hose, in welcher die Herren Professor Gottschick, Rechtsanwalt Curt man, Professor S t a m m und Gymnasiallehrer Dr. Matthäi von Gießet» b;c Wahl des Herrn Sch lenke vom couscrvativeu Standpunkte aus befürworteten- eine Abends um 7 Uhr im Saale des Herrn Heiland. In letzterer, zahlreich besuchter Versammlung empfahlen die Herren Fabrikanten Georgi und Rechtsanwalt Metz aus Gießen unter dem Beifall der Versammlung die Wahl des freisinnigen Candidaten Dr. Gutfleisch. Alsfeld, 6. Februar. Anläßlich seines 50jährigen Arbeiterjubiläums erhielt der Werkmeister in der Schirmer'schen Fabrik, Wilhelm Ni et mann hier, von Sr. Köntgl Hoheit dem Großherzog das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für- Verdienste". Vermischte». * Marburg, 8. Februar. Die hier vor etwa Jahresfrist errichtete Pflege st ation für durchreisende Handwerker ist wieder ansgehoben worden. Ueber die Gründe dieser Anordnung vernimmt man, daß einerseits der bei der Errichtung ins Auge gefaßte Zweck nicht zu erreichen gewesen und andererseits gerade die hiesigen Herbergsverhältnisse als gute und allen Anforderungen der Wanderer genügende bezeichnet werden können. Die Zahl der bis Ende Januar d. I. in der Station Verpflegten betrug 656. * + Aus Kurhefsen, 9. Februar. Eine dunkle Begebenheit. Unter geheimnißvollen Umständen wurde gestern in der Nähe des Städtchens Schlüchtern die Leiche eines Mannes gefunden, ein Vorfall, welcher mit Recht die Ge- mütber lebhaft beschäftigt. In der Nähe des Bahnhofes der Frankfurt-Bebraer Bahn, in einem versteckt liegenden Wasserdurchlaß des Bahnkörpers wurde nämlich die schon sehr stark in Verwesung übergegangene Leiche zufällig entdeckt und ans Licht geschafft. Die Gesichtszüge des Mannes, der in mittleren Jahren gestanden haben mag, waren nicht mehr zu erkennen; bekleidet war er mit einem kurzgeschnittenen Gehrock mit Schößen von brauner Farbe, der Stoff dabei leicht carrirt, Hose von schwärzlichem Buckskin - die Zugstiefeln, welche der Unbekannte getragen, waren in besonders gutem Zustande, ferner lag bei der Leiche ein moderner brauner Filzhut. Leider war die Verwesung schon so weit vorgeschritten, daß nähere und besondere Merkmale nicht mehr festgestellr werden konnten. Dagegen stellte sich bei einer- näheren llntersuchung des Todten die überraschende Thatsache heraus, daß er ein Portemonnaie mit 109 Mk. 39 Pfg. bei sich trug, sowie eine werthvolle, silberne Cylinderuhr, Uhr- gehängc, Messer rc. Legitimationspapiere oder irgend welche Schriftstücke, die über die Persönlichkeit des Getödteten hätten irgendwie Anhaltspunkte geben können, sanden sich dagegen nicht vor. Die Frage ist nun, auf welche Weise ist der unbekannte Mann, welcher den besseren Ständen angehörte, zu Tode gekommen und wie kommt die Leiche, die schon mehrere Monate gelegen hat, in den Canal? Letzterer wird selten betreten, wodurch das späte Ausfinden erklärlich ist. Ob ein Verbrechen, ob Unglücksfall vorliegt, wird hoffentlich der eingeleiteten Untersuchung klarzustellen gelingen. * Der preußische Staat beschäftigte in seinen Bergwerken, Hütten, Salinen und ähnlichen Betrieben im Etatsjahre 1888—89 zusammen 51,235 Arbeiter, davon kommen allein 38,402 auf den Steinkohlenbergbau. Die Ueberschüsse aus allen diesen fiskalischen Werken beliefen sich auf siebzehn Millionen Mark. * Ein stenographischer Fries. Wie die „Phonographie World" mittheilt, hat die Bank zu Buffalo im Staate New- York ihre Gebäude mit einem arabeskenhast aussehenden Fries verzieren lassen, welcher in stenographischen Zeichen nachstehende Inschrift trägt: „Gunst und Wohlwollen sind die Merkmale guten Bankwesens. Strenge Aufrichtigkeit und Erfüllung eingegangener Verpflichtungen sind seine richtigen Grundsätze." Schisfsirachrtchteir. Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 6. Februar wohlbehalten in Newyork angekommen. vermehr, Land« nnd volkrwirthschaft. «rünberg, 8. Februar. (Fruchtpreise). Weizen Jt 20,00, Korn X 18,50, Gerste 18,00, Hafer JL 16,20, Erbsen JL 00,00, Samen JL 00,00, Lein Jt 00,00, Kartoffeln JL 0,00, Linsen JL 00. Ararrkfurt, 8. Februar. Erbsen ganze per Pfd. 14—18 H, do. geschälte 16—20 Linsen 15—25 H, weiße Bohnen 16—26 A» gelbe Kartoffeln per Gescheid 12—14 H, rothe Kartoffeln per Gescheid 12-14 H, Butter per Pfd. JL 1,00-1,20 H, Eier das Stück 8—11 A, Blumenkohl 30—40 H, Weißkraut das Stück 10—20 A, Rothkraut 15-30 A, Wirsing 10—12 A- Stollwerck’seüe BrosWoiM gefertigt nach der Vorschrift des Kgl. Universitätsprof. Geh. Hofraths Dr. Harless, Bonn, enth. 9 verschiedene wohlthätige Kräuter-Extracte u. haben sich seit 50 Jahren «m als angenehmes Linderungs-Mittel bei Husten, Heiserkeit und Athmungsbeschwerden bewährt; bei Uebertreten von warmer in kalte Luft ist es besonders empfehlenswert!!, einen Bonbon zu nehmen. In Paketen zu 25 und 40 Fig. überall vorräthig. Wcridin’c ,ßer *'> 81- S[- w Billig aTokayer Ausbruch 1881er.....2 - 1.15 s A Tokayer „ 1876er..... 240 1.35 Tokayer „ Cabinct 1868er 3. - 165 Meneacher „ rother Med.-Wein 2. — 1.15 Car owitzer Ausbr „ „ 1.80 1 — p i-®Rüster Ausbruch „ 1.80 1 — Wä Chemisch untersucht von Hrn. Geh. Hofrath Prof. Dr. B. Fresenius u. von ärztlichen Autoritäten allen schwächlichen Personen empfohlen sXSxL In Gießen zu haben bei [469 Herrn rtzerd. 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MacitMahu-Acrtrn 9425 Haip er Dortmunder Union-Actiev CftpreuBeF 90.00 Darmstädter Bankactien 176.75 s Bochumer Gntz.taLlsctt^ 22023 Darmstädter Bankactien 367] Tendem: fest. 238.70 17210 58 370 1) 2) der dem K 8910 94.60 76 60 69.20 n ff ff Blumen- für die [1217 Spargel Schnitt- und Wachs- Erbsen in 4 Qual-, Prinzess- und Kernbohnen, Dicke Bohnen, extrafein, Erbsen und Carotten, Psg- 22 20 18 16 16 14 16 14 18 16 Aeikgeöotenes. Lilienmilch-Seife ß 36100 195 50 169 30 135 60 36-80 181.30 87 50 O guten Ruf erworben und werden dieselben von keiner Firma Braunschweigs übertroffen Apricosen, Birnen, Kir- Holzversteigerung. Donnerstag den 13 d. M., Vormittags 10 Uhr ansangend, kommt in hiesigen Waldungen folgendes Holz NB. Die Wellen sind sehr Forstwellen. Die Zusammenkunft ist in Wann-Wiese-Schneise zunächst Buschtherader Eisenbahn-Actien Elbethal-Bahn-Acttenj Champignons etc. 1 § Die Firma Moit- ier liefert in obigen Artikeln anerkannt das Beste, was m I Deutschland fabricirt wird. I Stangen- und Bruch- \ g.» Zu dem Gütertarife Köln (r)—Oberhessen ist der Nachtrag V ausgegeben Hannover- bejro. Kranksurt a/M.- Gberhesnscher Uerkehr. Vom 1. ds. Mts. ab ist ein Ausnahmetarif für geringwertbige Massenartikel in Kraft getreten, bezüglich dessen die Güter- expedittonen Auskunft ertheilen. Gießen, den 5. Februar 1890. Großherzogliche Direktion [1200 der Oberhesstschen Eisenbahnen. Heller-Linseu, bei 10 Pfd, Mittel-Linsen, bei 10 Pfd. Tdür. weiße Bohnen Donnerstag den 13. d. M., Vormittags 10 Uhr ansangend, sollen in der Forstwartei Großhäuserberg folgende Holzsortimente zur Versteige- worden war. x .. Ueber den Inhalt des betr. Schriftstückes bin tc6 erst durch bte Erwiderung des freisinnigen Wahlvorstandes aus die Erklärung des Herrn Dr. Böckler ausgeklärt worden. Lollar, 8. Februar 1890. Gerhard schwalb, Gastwirih sehen, Erdbeeren, Ananas, Mirabellen, Reineclauden, Pfirsiche, Melange, Quitten, Pflaumen etc. in Gläsern und Büchsen aus der Oppenheimer Cons-Fabrik von Monzlinger und Heerlein, Hoflieferanten. Essig-, Salz-, Pfeffer- und Senfgurken, Preiselbeeren Rotherüben u. s w. (auch in Anbruch), Perlzwiebeln, deutsche u. engl. Mixod-Picklcs empfiehlt zu billigen Preisen , @mil Orbrg. 1213] Kl. Familienlogis zu vermiethen- «. Har»S. Neustadt 48. Zur Desinsection der Luftwege! „Coi*y^ios< bestes Schnupsmittel gegen Schnupfen, Kopfweh, Migräne rc. Nur ächt in Originaldosen L 40 Pf. bei Ferdinand Drehes, worden . Ueber dessen Inhalt ertheilen die Güter- er-peditionen Auskunft. Gießen, den 5. Februar 1890. 1199 Großherzogliche Direktion. Knüppel, Buchen- und Eichen-Reifig- Wellen, Rmtr. Buchen-, Eichen-, Nadel- und Linden-Stöcke. 107.6014 pCt. Ungar. Goldrente 1?"“ ,5 „ Italiener Rente 106 701 Oesterr. Silberrente Dr. Pieper & Flatau, Charlottenburg. 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Der Bürgermeister: Hart Spamer ihre Theilnahme bewiesen und den Verstorbenen durch spenden ehrten, sowie Herrn Pfarrer Dr. Naumann Rede am Grabe fagen herzlichen Dank f* llllll, »zum Löwen"'. Aeichstagtzwaht. Sonntag, 16. Februar 1890, Nachmittags 2 Uhr, im Saale der Fra« Jockel Wittwe, Solmser Hof in Hungen: Allgemeine Wählerversammlung. Das nationalliberale Comite für die WM des Herr» Gutsbesitzers Carl Ächle«ke 120t auf dem Mrdthof bei Gießen Donnerstag den 13 Februar: Erinnerungs-Feier« ===== A^Tödestage Richard WagnerS, auf Anregung des WagnerVereinsr RüdlingS-Winkel. Lich, am 8. Februar 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Walz. H98 5 £ Cafe Leib. Montag de« 17. ftebvuat d. I : Grosse Nanwitzung. Frankfurter Zeitung. Der Börsenkalender pro 1890 ist erschienen, die ver> ehrlichen Abonnenten werden gebeten, solchen, um Jrrthümer zu vermeiden, bei unterzeichneter Agentur abholen zu lasten. 1211 Jnlius Wallach Klavierstimmen, w Klavier-Reparaturen unter Garantie tadelloser Ausführung zu billigen Preisen. JVilh. Rudolph, Pianohandluug, Neuenweg 9. Für Kenner! Garantirt Veste« sranzös. Cognac verkaufe in Literflaschen und zur Probe auch jedes gewünschte kleinere Quantum. fiftoMutn. IBM'tSSXSl *•**’ V - V Tische, Stühle, Kinderwagen. Seegras- **—*«—*-*•----- zur Versteigerung: Fichtenstämme, 64,33 Festmeter ausgeführt von der Capelle VeS 2. Grotzh. Hest. Jn^-Regts. Nr. 11«, T unter Leitung des Großh. Musikdirectors Herrn C..Krautze. Karten, im Vorverkauf h 50 Pf., sind in der Musikalienhandlung vo Rudolphs Nachfolger bei Herrn Ernst Chaüier zu ha^u1 9 J^^Da/Rauchen ist in diesem Concert nicht gestattet. Personen: Gärtner, Grosshändler Otto Frank. Ernst ) Paul v. Gallas. Pauline seine Kinder Anni Reiners. Wilhelm) Luise Neuschilling. Siegel, Gärtners Vetter Max Jaskowski. Buchheim, Kaufmann Albert Ullrich, Luise, Haushälterin Luise Maas. Johann, Diener Richard Lerch. Mittwoch den 12. Februar: Extra-Vorstellung für das Regiment Nr. 116: „Gewonnene Herzen“. (Anfang 6 Uhr), haltend, 78 Fichtenderbstangen, 9,23 Festmeter haltend, 86 Kiefernstämme, 16,31 Festmeter haltend. Zusammenkunft am Bellersheimer- Münzenberger Weg am Eingang des Waldes. Bellersheim, den 7. Februar 1890. Der Markmeister: \ Hierdurch erkläre auch ich, daß mein Name ebenfalls ohne mein Wissen 1 unter den deutschfreisinnigen Wahlaufruf gesetzt wurde, üibftn das betreffende Schreiben des Partei-Vorstandes von mir persönlich gar nicht eingesehen Lr che, öiupu, jtnwciiuuHcn. matratze, Kreith, mit Keil, 1K nderwagen, 2 eiserne Bettstellen. 1 Waschbütte von Eichenholz, 1 Parthie sehr gute Herrenkleider, 2 Damenwintermantel, 1 Paar lange Stiefel, ein vollst. 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Fritz Vogel, Steinhauerei, Sprockhövel (Wests.) am Fänken. 1206] Ein Mädchen empfiehlt sich im Anfertigen und AuSbeffern von Weitzzeug in und außer dem Hause, bladeres, Flüg^lsgasse 25. “TT2]~e‘.n Dienstmädchen, welches melken kann, gesucht durch _________ Vermietbfrau Müller. 11311 Gesucht rüchtiged solides Müdche«, im Kochen und sammtttchen Hausarbeiten erfahren, für einen kleinen Haushalt zum 15. Februar. Näheres in der Exped d. Bl.________ 1222] Ein^üdchen das kochen kann, für Küche und Hausarbeit per 25. März gesucht Frau rluauste Plank, Neustadt. 22 Neuenweg 22. Au« und Verkauf von: Möbeln. Betten, Kleidern. Haushaltungsgegenständen, Gold- und Silber-1 suchen. Kupfer, Zinn, Messing, Blei, Zmk, Eisen und alten Oefen, alterthümlichem Porzellan. Münzen, alten Büchern, Vapier und Acten zum Einstampsen, Flaschen u. a. gebrauchten Gegenständen. Neuenweg 2 2. [331 Wskm-Gardmbc: die^ größte Auswahl für Damen und Herren bietet A« Krelzschmar. NB. 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Das war in der That der Fall. „So schlage Er ein; er wird erster Gehilfe und bekommt außer dem Ueblichen vier Species." Bornemann schüttelte den Kopf und meinte wieder lächelnd: „Ich kann nicht, ich muß weiter wandern! — Jetzt kl»mmt das Scherzo Allegretto!" Mit einem „Bitte" übernahm er die Partie der ersten Geige und die Führung des kleinen Orchesters und geigte, daß Herrn Kilian Sehen ' und Hören verging, legte beim letzten Accord das Instrument nieder und sagte zu Lebrecht: ' z Ihr, junger Freund, begleitet mich wohl noch ein wenig; ich will mich im Orte noch etwas umsehen, könnte mich aber in der Dunkelheit verirren." Sie gingen schon. Herr Kilian sah seine Livia an und sagte erstaunt: „Was war das?" „Wenn er doch anbisse, Kilian!" Inzwischen waren die Beiden eine Strecke gegangen. Nun begann Lebrecht schüchtern: „Ich habe Euch doch recht verstanden? Ihr wollet mir Bahn schaffen, zur Minna zu gehen?" Nun freilich!" „Ich danke Euch, Herr! — O, Ihr seid etwas Besseres als wir!" „Findet Ihr?" . „Das hört ein Kind. Jhe seid auch kein fahrender Musikant. Eure Kleidung, Eure Wäsche, der Orden da -- j« versteckt ihn nur! Herr Gott, Sie machen sich doch | nicht etwa einen Spaß mit uns armen Leuten? — Sie ind —" „Ich bin Euer Collega. Abgemacht! Geht nun zu Cantors Minna, ich suche meinen Landsmann aus!" Er schlenderte der Schmiede zu, Lebrecht aber verlor sich in einer der Hintergassen. Es war gerade, wie der Fremde, welcher sich Bornemann nannte, vermuthet hatte, Börs, sein Diener, stand vor dem Ambos, um den die Gesellen, schimpfend über die späte unliebsame Arbeit, beschäftigt waren, die neue Achse zu schmieden. Er winkte: „Wo hast Du gemacht Quartier, Börs?" „Im weißen Noß, Ew. Gnaden! Aber der verzwickte und verrückte Engländer ist auch schon wieder da." „Mister Cavendish?" „Ach ja! Kaum habe ich drei Zimmer für Sie belegt, flugs ist er auch da und miethet drei Piecen daneben." „Ich komme diese Nacht nicht ins Gasthaus." „Schön, gnädiger Herr!" „Und Du fragst nicht einmal, wo ich bleibe?" „O, mein gnädiger Herr weiß was er thut." „Du hast viel Vertrauen zu Deinem Herrn!" „Kenne ich ihn nicht schon zehn Jahre?" „Du hast Recht! Aideu!" Er ging davon und kam in eine prächtige Lindenallee vor dem alten Graalstift; er las den Namen im Lichte vordem Hause. Die Lindenblüthen dufteten so stark, ihm war so wohl. So hatte er einst mit ihr unter der großen Linde gesessen und den wohligen Dust eingeathmet, dort hatte er geherzt und gekost. Und dann war der harte reiche Vater dazwischen gekommen und hatte gerufen: „Was, Margareth, den Ole willst Du, den Lump, den Schullehrerssohn, der nichts hat als seine Bettelgeige, mit der er auf den Jahrmarkt ziehen kann! Ei was, weiß was Besseres für Dich, Margareth: heirathe den reichen Hart Berg, der hat Geld und Gut!" „Nein, Vater, nie!" hatte die Tochter gemeint. „Ich befehls Dir!" „Lieber springe ich in den Göta-Elf!" „Das Wasser ist naß, Mädel!" Das hatte er anhören müssen. Aber damals hatte er sich auch gelobt, etwas werden zu wollen. Und die „Bettel- , geige" konnte davon erzählen, von dem Jubel des Publikums bei seiner ersten Concertreise durch Deutschland, von Lorbeerkränzen, Brillantnadeln und Ringen, von ganzen Kasten voll Geld, die er heimwärts geschickt. Das alles sollte die kleine blonde Margarethe haben. Aber er kam zu spät, man führte ihn nur an ihr Grab. Der Alte hatte sie bedrängt, da war sie in den rauschenden Trollhättasall gesprungen und die bösen Kobolde und Gnomen des Göta-Elf hatten gekichert und gelacht, als das unglückliche Mädchen auf dem Felsen die Hände rang. —Was half ihm nun das Geld? — All fein Leid vertraute er feiner geliebten Amatigeige; ruhelos zog er durch die weite, weite Welt, lief dem Ruhme nach und der Zerstreuung, daß er nur nicht zum Bewußtsein seines Elends kam. Erst in seinen späteren Jahren hatte er sich in Amerika eine neue Heimath erschlossen. Plötzlich wurden seine Gedanken unterbrochen und eine schwere Hand legte sich auf die Schulter des Träumers. „Evening, good, evening, Mister Ole Bull! Wollen Sie mir geben nun eine Handschrift von Ihrige for tausend Pfund?" „Herr, Sie sind verrückt?" „Verrückt? 0 no! aber kanns noch werden, wenn Sie mir nicht geben ein Autograph von Ihrige Hand!" „Scheeren Sie sich zum Teufel!" „Teufel! Well! Aber ich habe ein Quartier au die Seite von die Ihriges! Morgen früh, ick werde wieder fragen nach !" Er grüßte höflich und ging. „Der verrückte Mensch," schalt Ole Bull — denn der Leser hat schon errathen, daß er es ist, der sich Bornemann nannte, denn er heißt Bornemann Ole Bull — „ich will ihm kein Autograph geben! Aber ein Original ist er, das ist wahr!" Damit wandte er sich dem Stadtpfeiferhause zu. Hier herrschte heftiger Zank und Frau Livia war die lauteste von Allen. Lebrecht hatte nach seiner Trennung von dem Gaste der schönen Minna Kraut den Hof gemacht, der Vater hatte es gesehen, Frau Livia hatte sich dazwischen gesteckt und nun bekam der arme Lebrecht Scheltworte: von Hause sollte er fort, dem Frauenzimmer aus den Augen! Ja, wenn sie noch Geld hätte! Aber so sei sie arm wie eine Kirchenmaus! Was daraus werden soll? Nichts als Kummer und Noth. Nein, das werde ich zu verhindern wissen. (Schluß folgt.) I _________________2------------ . Gn Mahnwort an Guts- und Gartenbesitzer. Von I. Beez in Stuttgart. (Schluß aus Nr. 28.) Die möglichste Ausdehnung der Beerenobstcultur würde den Landbewohnern nicht nur schätzbare Artikel für den Haushalt, sondern auch eine ansehnliche Rente liefern und formt Lt Hebung des Nationalwohlstandes beitragen. Die 5 Millionen allein, welche jährlich für Beerenobstproduete iti§ Ausland wandern, wären schon ein anständiges Tascken- aeU) für die soviel erwähnte nothleidende Landwirthschaft, her noch viel mehr Millionen gar nicht zu gedenken, die wir jährlich nach Tirol, Frankreich und Belgien für Tafelobst delablen, welche wir aber, genau wie jene es thun, nur allem an unseren kahlen Hausgiebeln, Garten- und Gebäudemauern ielbst produciren könnten, ohne einen Meter Feld zu verlieren. Wie reimt sich denn der statistische Beweis, daß wir nicht einmal den eigenen Bedarf decken, zu den so viel gepriesenen Fortschritten unserer Obstcultur, die doch ein wichtiger Zweig der Landwirthschaft ist und wäre man nicht in dieser Richtung mehr berechtigt, von einem routinirten Schlendrian, als von wirthschastlicher Routine zu reden? Pfarrer Gußmann schreibt, daß er aus Früchten der wenigen in seinem Hausgarten angepflanzteii Erdbeerpflanzen jährlich mehrere Hectoltter köstlichen Wem bereite, und wer die Beerencultur rationell betreibe, hebe das Geld auf, welches auf der Straße liege. Von 10 Johannis- und 1OO Erdbecrpflanzen mit 10 Kgr. Zucker erhalt man 1OO Liter Wein van 12 pGt. Alkoholgehalt und unvergleichlichem Bouquet. Aus deu Rabatten des kleinsten Hausgartens lassen sich 1OO Johannis- und 5OO Erdbeerpflanzen anbrmgen, deren jährlicher Ertrag auf genannte Weise verwendet innerhalb 10 Jahren ein Vermögen darstellt. Die Erdbeere ist die köstlichste bei uns einheimische frucht, sic ist frisch genossen eine Erquickung für Gesunde und Kranke. Im Frühling angepflanzt, erhält man schon tm ersten Sommer Früchte. Von den vielen verbreiteten Sorten sind manche unfruchtbar und werthlos, währenddem von guten Sorten jede Pflanze 50—60 saft apfelgroße Pflanzen zur j Reife bringt. Gute Sorten aber werden noch immer 'zu 4—10 Mk. zu 1OO Pflanzen offerirt, währenddem die Grund- und Weinbergsbesitzer hier und in der Umgegend gerade die werthvollsten Sorten speciell der Früchte wegen cultiviren, welche sehr gut bezahlt werden, ihre entbehrlichen Setzpflanzen aber als Nebenproduct sehr billig abgeben. Einer dieser Feldbesitzer in Wangen hat dieses Jahr aus den Beeren von 4 Ar Feld 500 Liter Wein erzeugt und denselben im October zu 300 Mk. nicht unter falschem Namen, sondern als Johannisbeerwein au einen Kenner verkauft. Rechnet man hiervon 50 Mk. für den verwendeten Zucker ab, so bleibt für die Beeren der enorme Ertrag von 6000 Mk. per Hectar Feld, bei weniger Risiko und Arbeitskosten als jeder andern Cultur und Handelspflanze. Wie vieles könnten manche höher Begabte noch neben ihrem Beruf zum Segen der ländlichen Bevölkerung beitragen, wenn sie es für Pflicht erachteten, durch kleine Probepflanzungen anregend zu wirken; theoretische Belehrungen nützen weniger als Beispiele. Wer die Gabe hat, sei es durch Beispiel, Wort oder Schrift belehrend zu wirken, leistet der Menschheit mehr als ein gewöhnliches Almosen. Von diesem Standpunkte aus ist unsere „Mahnung an Feldbesitzer" geschrieben und richten wir die Bitte um gefällige Aufnahme derselben an alle Herren Zeitungsbesitzer und Redacteure derjenigen Blätter, welche unter der ländlichen Bevölkerung verbreitet sind, und sind gern bereit, jede weiter- gewünschte Auskunft über Anlage, Pflege, Sortenauswahl und beste Verwerthung der Früchte zu geben. D. Attg. Z. f. L. *△ Mainz, 9. Februar. Im Wahlkreis Mainz-Oppenheim machen die Socialdemokraten riesige Anstrengung, um bei der bevorstehenden Reichstagswahl als Sieger hervorzugehen. Während die anderen Parteien bis jetzt nur vereinzelte Versammlungen abgehalten haben, vergeht seit Wochen | kein Tag, an dem nicht eine ober zwei socialdemokratische —— WMMB ■ Wahlversammlungen stattfinden. Vorab wird die Agitation in ländlichen Bezirken geführt, in welchen die Arbeiterbevölkerung stark vertreten ist. Hier halten die Socialdemokraten am nächsten Donnerstag die erste allgemeine Wählerversammlung, in welcher der gewesene Reichstagsabgeordnete Paul Singer von Berlin sprechen soll. — Von Seiten des hiesigen Vereins zur Einführung der Feuerbestattung wird an seine Mitglieder eben folgendes Testamentsformular versendet: „Letzwillige Verfügung. Ich spreche hiermit den ausdrücklichen Wunsch aus, daß meine sterblichen Reste nach meinem Tode durch Feuer bestattet und zu diesem Zwecke nach Gotha überführt werden sollen. Eine zweite Ausfertigung dieser Erklärung habe ich bei dem Vorstände in Mainz deponirt, welcher beauftragt ist, die Bestattung zu veranlassen. Für meine Frau und Kinder wünsche ich dieselbe Bestattungsart." Hpielpian der vereinigten Frankfurter Ztadttheatrr. Opernhaus. Dienstag den 11. Februar: Der Nordstern. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 12. Februar: Zum Gedächtnisse Richard Wagners. Vorstellung bet kleinen Preisen. Tannhäuser. Donnerstag den 13. Februar: Cosi fan tutte. Hierauf: Wiener Walzer. Gewöhnliche Preise. Freitag den 14. Februar geschlossen. Samstag den 15. Februar: Rtenzi. Gewöhnliche Preise. Sonmagden 16.Februar,Nachmittags3«/»Uhr: Dorfbarbier. Hierauf: Puppenfee. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Neu emstudtrt: Rattenfänger von Hameln. Schauspielhaus. Dienstag den 11. Februar: Minna von Barnhelm. Gewöhnliche Preise. c Mittwoch den 12. Februar: Kabale und Liebe. Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 13. Februar geschlossen. Freitag den 14. Februar: Traum ein Leben. Gewöhnliche Preise. Samstag den 15. Februar: Zum ersten Male: Die Ehre. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Gewöhnliche Preise. i Sonntag den 16. Februar, Nachmittags 3Va Uhr: Alt- Frantfurt. Kleine Preise. Abends 7 Uhr: Zum ersten Male wiederholt: Die Ehre. Gewöhnliche Preise. Fleisch-Extract 11 B 4 wenn jeder Topf Nur aecht <•» J . in Bl AU ER FARBE rraff. Zu haben in den Colonial-, Delicatesswaaren- und Drögen- Geschäften, Apotheken etc. 207 CO [897 Macearorrt, Neapol., Maccaroui, sst. Wiener, Eiergewüsev-udeln, extragute Qual., der Export-Cte. für DetrtscTteTL Cogrcccc Köln a. Rh., Sdlierring 55, bei gleicher Güte bedeutend billiger als französischer. Ita» rertooce »tetflEtlqaettee satt un»w>rFlr»». nizMtsr VeTjkeh,eer mit WMerwkfinfera. empfiehlt Emli Fischbach. ersuchen Sie gell. 455 Schusters Caffee. 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Pietsch) in Gießen. 30 20 20 40 6 10 100 3000 2500 75000 2000 Wassergläser, Wasserkiüge, Lampenschirme 34—35, 42—44, 56-57, 60, 69, und 86—87 Muster vorzulegen. 2800 Ctr. Steinkohlen, Nußkohlen erster Güte, 4000 Ctr. Steinkohlen, me- lirte, erster Güte, 600 Ctr. Coaks, 200 Ctr. Braunkohlenbriketts. „ Linsen, „ Gemischtbrod, „ Sckwarzbrod, Stück Weißbrod, versch. Breite, Stück Kohlenlöffel, „ Kohlenschippen, Dtzd-verzinnteEßlöffel, Päcke schwedischeZünd- Groftherzogliches Laudeszuchthaus. Mittwoch den 2«. l. M.. Vormittags 11 Uhr, sollen für Großh. Landes- zuckthaus nachstehende Lieferungen für das Rechnungsjahr 1890/91 durch schriftliches Angebot vergeben werden: Kg. Wolle, weiße und schwarze. Dienstag den 25. Februar L I., Nachmittags 2Vs Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Restaurateur Heinrich Schieferstein und Ehefrau in Gießen zustehende ideelle Hälfte an nachbenannten Immobilien: Flur 40 Nr. 161»/«, — 691 Meter Hof- raithe im Gartfeld bei der Eichenstämme von 36—66 cm Durchmesser und 6—10 Meter Länge = 60 Festmeter, Fichtenstämme und -Stangen = 6 Festmeter, rm Eichenscheiter (zu Küferholz Versteigerung. Dienstag, 11. Iebr.1890, Vormittags V2W Uhr, wird an dem M ö h l - scheu Haufe, Ecke Bahnhof- und Marktstraße, altes Bau- und Brennholz, Treppen, Thüren und Fenster meistbietend Holzversteigerung. Donnerstag den 13. Fe bruar 1890, von Nachmittags 1 Uhr an, soll im hiesigen Gemeindewald Wehrholz, District Rosengarten, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Aerigeboteues. Hausverkauf. Ich beabsichtige, mein in der Liebig- 47. 48. 49. und 63—67 werden zusammen vergeben und sind von Ordn-Nr- 1—3, 7—21 24 Dtzd. Kämme, enge u. weite, 12 Dtzd Zahnbürsten, 30 Stück Eßnäpfe von Steingut, 20 Stück Wasserflaschen, 34. fit. Verzeichnis 3) Bürstenwaarcn. 35. fit. Verzeichniß. 4) Brennmaterialien. Pianos zu vermiethen- Monatliche Miethpreiee: 3, 4, 5, 6 Ulk. und höher. Freie Stimmung. Anf einzelne Tage zu Hochzeiten, Concerten, Tanzunterhaltungjj^eifi, 6, 7, 8, 9 Mk. und höher (einschliesslich der Transportkosten). 143 Wilh.Rudolph, Pianohandlung, Neuenweg 9. 12000 1 Petroleum, 100 1 Thran, 1100 Kg. Kernseife, 250 „ Schmierseife, 1000 „ Soda, 100 Dtzd Lampencylinder versch. Größe, 150 Mtr. Lampendochte, „ Kaffee, roher, „ Gerste, geschälte, „ Fadennudeln, 1 Mohnöl, Kg. Reis, „ Cbocolade, „ Thee, schwarzer, „ Zucker, „ Zwetschen, gedörrt „ Pfeffer, ganzer, 1 Essig, ,ri Kg- Kalbfleisch, „ Rindfleisch, „ Nierenfett, rohes, „ Schweinefleisch, „Cöln 1889. Höchste Auszeichnung, Ehrendiplom mit Stern “ Dienstag den 11 Februar, Nachmittags von 2 Uhr an, werden im Hause des Herrn Schmied Walter, Nenftadt 3, die zum Nachlaß des Frl. Louise Währum gehörigen Mobilien, wie: 1 vollständiges Bett mit fast neuer Bettstelle, 1 schöner eichener Tisch, 1 guter Kleiderschrank (einthürig), Commode, Uhr, Porzellan, Weißzeug, Kleider, 2 Paar neue Schuhe, Bilder, Küchengeräthe rc. versteigert. I. A.: 1101 LouiS Rothenberger, Gerichtstaxator. 30 Kg. Roßhaare, Mtr. Futter sarsenet (grau und schwarz), 200 Kg. Farbwaaren, 150 „ Leim 80 1. Spiritus, 100 Tafeln Fensterglas, 80 Dtzd Näh-Utensilien, (»zwirn, Knöpfe rc.), 40t0 Kg. Eisenwaaren(Blech Eisen rc.), 600 Kg. Leder (in ganzen Häuten), 80 Kg. Schuhnägel, 3C0 0m Bordholz (Eichen, Nuß, Pappel rc.), 1200 Stück Dielen u Latten, 500 Mtr. Boy, 200 Kg. Baumwollgarn, 800 „ Leinengarn, gebleicht Nr. 10, 150 Kg. Leinengarn, blau Nr. 20, 300 Kg. Leinengarn, grau Nr. 20, 160 Mtr. Uniformstuch, 200 1 Lein- und Nüböl, 20 Kg. Kordel und Sägeschnur, Hölzer, , Kg. Stearinlichter, 60 Stück Filzkappen, —I Ankauf Ä- alter Bücher u. Bilderwerke. Angebote ganzer Bibliotheken, sowie einzelner Bücher erbittet die (579 J. Ricker’sche Buchhandlung Giessen. 40 41. 42. 43. 44. 45. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 36. ungefähr 37. Holzversteigerung in dem Walde der Gemeinde Wieseck. Freitag den 14.Februar18S0 von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Wiesecker Gemeindewald, District Heide, das nachverzeichnete Holz versteigert werden: A Bau-, Werk- und Nutzholz: 170 Nadelstämme mit 51,56 Festm., 4 Nadelstangen mit 0,24 Festmtr., B. Brennholz: Scheith. ttnüppelh. Reish. Stockh. Rmtr. Rmtr. Wellen Rmtr. Nadel: 29 223 2285 28,4 Die Zusammenkunft ist zur angegebenen Stunde in dem genannten District an der Straße nach Daub- ringen. 1172 Wieseck, am 7. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. geeignet). Die Zusammenkunft ist auf der Kreisstraße nach Niederkleen am Wald. Bemerkt wird, daß die am 23. v. M. ausgebotenen 13 Stämme nicht genehmigt sind und wieder zum Ausgebot kommen. Lang-Göns, den 7. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns. Brückel. 1156 von Milchglas, versch. Größe. 6. Materialien. Stadtmühle, Flur 40 Nr 162* 10 — 2163 Meter Acker daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen 13. Januar 1889. Großh. Ortsgericht. Cafe Leib. Donnerstag denl3.Febr.l890: 150 Kg. Carbolsäure, 300 „ Eisenvitriol, 450 Mtr. Putzlumpenzeug, 400 Kg. Maculaturpapier, 4 Ballen Fensterpapier, 10 Stück Kochtöpfe, gußeiserne, 10 Stück Kohlenkroppen, 68. ungefähr 69. 70. 71. 72. 1300 Kg. Gerstengrütze, Weizengrütze, Roggenmehl, Weißmehl, „ 1200 Kg. Cocosnußbutter, „ 1500 „ Handkäse, „ 13500 1 Milch, „ 800 1 Bier, „ 100 Ctr. außerlesene Eßkartoffeln, Schreibmaterialien und Drucksachen. 1) Berzehrungsgegenstände. 1. ungefähr 3000 Kg. Bohnen, weiße, OOAA Erbsen, Victoria, Die Bedingungen liegen in der Geschäftsstube unterzeichneter Behörde vom 10. bis 14. l. Mts., von Vormittags 11-12 und von Nachmittags 3—4 Uhr zur Einsicht offen; auch können Abschriften derselben gegen Einsendung von 50 Pfg. bezogen werden- Die Angebote, versehen mit der Aufschrift: „Angebote auf Verzehrungs- geaenstände rc." sind kostenfrei bis zu obigem Tage eimureichen. Marienschlotz, den 3. Februar 1890. Großh. Landeszuchthaus-Direction. Bornemann. 1090 /WW" * <■ mach: sich die bayrische Serien- loos-Gesellschaft, für ihre Mit- r^lir xllll UUVC glieder in der Serie bereits ge- | zogene Staate«Anlehensloose zu erwerben, welche bei der folgenden Prämienziehung unbedingt gewinnenmüffen. Jeden Monat eine Prämienziehung. Im Jahre 1890 kommen unter die Mitglieder Haupttreffer im Gesammtbetrag von ca. 700,000 JL zur Verkeilung, nn allerungünstigsten Falle aber fallen auf eine Gesellschafts-Abtheilung ca. l410^L Jahresbeitrag X 42—, V» jährlich JL 10.50, monatl ch M 3.50. — Statuten Der' senden [684] E. Wenger & Cie, in Manchen, Heustraße 13. 443] Flüssige natürliche Kohlensäure in unübertroffener Reinheit aus dem abfließenden Mineralwasser gewonnen, empfehlen zur Selterswasserfabrikation und zum Bierausschank: Schwalheimer Brunnen-Comptoir: CordeS & Ellgatz [443 i Schwalheim i Hessen (Stat. Nauheim) Friedrichsdorfer Maske«- Anzüge u. Domino fffffür Herren u. Damen von den billigsten bis zu den elegantesten sind zu verleihen bei Tk W. Karabach 639 Kirchenblah 18, 1 Tr. Zu einem zwei Jahre alten Kinde für alsbald eine bessere Person gegen guten Lohn gesucht. Näheres bei Frau Hüttenberger, Gelter Swen Nr. 32 in Gießen. [1122 IO Zuntz’ gebr. 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