Nr. 9 Samstag den 11. Januar 1890. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener InmirienvtLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Aöonnementsprelsr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchntstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Nreis Gieren. r,r I Kr-«-snkag-- Awmn-M»««. folgenden Tag erscheinenden Nummer mS Porin. m | v , nimwjii i'ijlmijj vjm i iiilMwni«Mraw»wwwinrrTrrnm--TWwmTrHrrr—""^"MM Anrtlichev Theil. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs angeordnet worden ist, daß am Tage der Beisetzung Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta am 11. d. M. alle öffentlichen Tänze, Spiele, Musike (Kirchenmusik ausgenommen) und sonstige öffentliche Lustbarkeiten zu unterbleiben haben. Gießen, am 10. Januar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Jost. Gießen, am 8. Januar 1890. Betr.: Die Besetzung der Kaminfegerstelle für den Bezirk Lich. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Amtsgerichts-Bezirk- Lich. Wir benachrichtigen Sie hierdurch, daß wir den Carl Schwenk von Lich zum Kaminfegermeister ernannt und demselben den Fegebezirk Lich übertragen haben. v. Gagern- Einladung zur Wahl des Vorstandes der israel. Religionsgemeinde zu Gießen. Es wird hiermit zur Kenntniß der Jntereffenten gebracht, daß gemäß der Vorschriften der Wahlordnung vom 4. August 1871 die Wahl eines Vorstandsmitgliedes der israel. Religionsgemeinde zu Gießen an Stelle des austretenden Herrn Nathan Stamm Freitag den 17. d M., Vormittags von 9-12 und Nachmittags von 3- S Uhr, im Saale des alten Rathhauses dahier stattfinden wird. Sämlntliche nach § 2 der genannten Wahlordnung Stimmberechtigten werden daher zur Wahl eingeladen. Gießen, am 9. Januar 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Jost. Gießen, den 10. Januar 1890. Betreffend: Die Erhebung der Beiträge für die land- und forstwirthschaftliche Berufsgenoffenschaft. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen cm die Grotzh. Bürgermeistereien de- Kreise-. Da bei Aufstellung der Umlagekataster unerwartete Schwierigkeiten hervorgetreten sind und in Folge hiervon nach Ablauf des Rechnungsjahres 1889 die Heberollen (§ 20 der Verordnung vom 11. Juli 1888) nicht so frühzeitig fertiggestellt werden können, daß die Erhebung der Beiträge für die land- und forstwirthschaftliche Berufsgenoffenschaft vor Ablauf des für Ablieferung der von der Central-Postbehörde liqui- dirten Beträge festgesetzten Termins vollzogen sein könnte, so hat Großh. Ministerium des Innern und der Justiz verfügt, daß die in den ersten Monaten l. I. an den Rechner der land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenoffenschaft abzuliefernden Beiträge, welche sich auf etwa einen Pfennig von der Mark Grundsteuercapital der land- und forstwirthschafllich benutzten Grundstücke berechnen werden, für dieses Mal vortag-weise aus den Gemeindekaffen zu bestreiten sind, und daher hierfür nöthigenfalls geeignete Vorsorge zu treffen ist, indem die dem Beitrag aus der Gemeinde annähernd entsprechende Summe in dem 1890/1 Gemeindevoranschlag nachträglich noch in Ausgabe und Einnahme vorgesehen wird. In Beziehung auf das zur Wiedererhebung dieser Vorlage anzuwende^de Verfahren ist bestimmt worden, daß den beitragspflichtigen Mitgliedern der Genossenschaft besondere auf Kosten der Genossenschaft anzufertigende Anforderungszettel durch Vermittelung der Großh. Bürgermeistereien zuzustellen sind. Als äußerster Termin für die Ablieferung der Beiträge zur Gemeindekasse wird in den Anforderungszetteln Ende des Monats October angegeben werden, und zwar sind die Beiträge in einer Summe (§ 20 der erwähnten Verordnung) an den Gemeinde-Einnehmer zu entrichten. Die Anforderungszettel werden mit einem geeigneten, die Beitragspflichtigen über ihre Rechte gegenüber der Berufs- genoffenschaft belehrenden Vordruck versehen werden. Außerdem wird der Anforderungszettel den Vordruck der von dem Gemeindeeinnehmer über den gezahlten Beitrag zu erthellenden Quittung enthalten. Hiernach wollen Sie sich bemessen und verfahren. ______________________I. V.: Jost.______________________ Deutscher Reichstag. 39. Plenarsitzung. Donnerstag den 9. Januar 1890, 12 Uhr. Der Abg. Leu sch n er-Sachsen (natl.) ist gestorben. Eingegangen ist die Vorlage betr. Dampsersubvention nach Ostafrika. Zahlreiche Urlaubsgesuche sind eingegangen und werden genehmigt. Ein Schreiben des Reichskanzlers um Ertheilung der Genehmiguug zur strafrechtlichen Verfolgung eines Düsseldorfer Blattes wegen Beleidigung des Reichstages geht an die Geschäftsordnungscommission. Die zweite Etatberathung wird mit dem S P e c i a l e t a t der Marine fortgesetzt. Abg. Rickert (dfr.) wünscht eine Gleichstellung der Jntendantur-Secretäre und der Werftbetriebs-Secretäre hinsichtlich ihrer Bezüge. Admiralitätsrath Richter hält diese Forderung mit Rücksicht aus die Verschiedenheit der Vorbildung der beiden Beamten-Kategorien nicht für begründet. Bei dem Capitel „Militärpersonal" beantragt die Commission, verschiedene Seeoffizierstellen zu streichen und 16920 Mk. von den geforderten Gehältern abzusetzen. Abg. Frhr. v. Franckenstein (Ctr.) wird für die Absetzung eines neugeforderten und von der Commission bewilligten Vice-Admirals stimmen, der mit der Führung der alljährlich zu bildenden Manöverflotte betraut wird. Bei der gegenwärtigen Finanzlage müsse man die bisherige Einrichtung beibehalten, wonach Stationschess oder Jnspecteure mit diesem Commando betraut werden. Staatssecretär Heusner: Der gegenwärtige Zustand ist unhaltbar. Die Führung der Manöverflotte entzieht die Commandeure zu lange ihrem lausenden, anderweiten Dienstes ist deshalb die Bestellung eines besonderen Viceadmirals für diesen Posten erforderlich. Redner sucht noch die Noth- wendigkeit der gestrichenen Offizierstellen darzuthun. Abg. Rickert (dfr.) wird mit Herrn v. Franckenstein gegen den mehrgeforderten Admiral für die Manöverflotte stimmen. In den letzten Jahren hat die Situation sich nicht so erheblich verändert, daß wir das Personal um ein Drittel vermehren müssen. Man läßt uns in Unklarheit über die Ziele der Mehrforderungen für die Marine. Wir müssen heute schon fragen: Reichen die vorhandenen Docks und Magazine aus? Die Marine ist heute vollständig ihren Aufgaben gewachsen. Das lawinenartige Anschwellen der Forderungen für die Marine können wir nicht gutheißen. Auch unsere Stellung als Seemacht ist nicht gefährdet. Wir können an unseren Küsten dem Angriffe der stärksten Panzerflotte widerstehen. Auch der Colonialbesitz mache solchen Aufwand für die Marine nicht nöthig, wie wir das bei anderen Staaten, die auch Colonien besitzen, sehen. Ueber die Bestellungen im Schiffsbau wäre ein genauer Nachweis erwünscht. Der forcirte Schiffsbau wird zu einer Landescalamität. In dem Tempo, wie bisher, können die Bestellungen in der Marine-Verwaltung nicht weiter '.gehen. Die Sicherung unserer Küsten, diese Hauptaufgabe unserer Marine, ist erreicht. Die Erweiterung unserer Marine kann nur auf ein Eindringen in die Machtsphäre der maritimen Mächte gerichtet sein. Dazu reichen aber unsere Mittel nicht aus. Abg. Dr. v. Frege (cons.): Es handelt sich um die Frage: Sollen wir nach der Ansicht des Abg. Rickert es bei dem angeblich vorhandenen Schutze unserer Küsten bewenden lassen, oder sollen wir bei der Fortentwickelung der Marine dem Rathe der Männer folgen, die seit dem Bestehen der Marine für deren Entwicklung thätig gewesen sind. Durch Abstriche nöthiger Forderungen schädigt man das Land mehr, als durch die Bewilligung einer vielleicht nicht ganz dringenden Position, da in letzterem Falle die Rückwirkung auf den nationalen Wohlstand keine erhebliche ist. Auch für den Exporthandel, dessen Interessen der Abg. Rickert stets vertritt, sei die Entwickelung der Marine so Vortheihaft. Die geforderten Offizierstellen sind gerechtfertigt und nöthig, um Deutschland zur See wehrfähig zu erhalten. Abg. Graf Beh r-Behrenhos (Rp.) verwahrt seine Partei gegen den Vorwurf, daß sie der Marine-Verwaltung gegen über eine gegen früher veränderte Stellung einnehme. Der Zweck unserer Marine wird heute no^. ebenso wie früher beurtheilr- man bewillige nur, was zu? Vertheidigung der Küsten nöthig sei. Mit anderweitigen Darstellungen wolle man nur das Volk aufregen. I Vicepräsident v. Unruh Bomsi ist der Meinung, daß die letztere Aeußerung sich auf den Abg. Rickert bezieht und unparlamentarisch ist- er ruft den Redner zur Ordnung. Abg. Dr. v. Bennigsen (natl.): Die Grenzen der Sparsamkeit sind von der Commission überall innegehalten. Wir werden unsere Hauptstütze im Kriege immer in der Landarmee suchen und uns mit einer Marine zweiten Ranges begnügen müssen. Immerhin macht der Colonialbesitz eine starke Marine nöthig. Die Marinebauten werden ja auch sämmtlich im Jnlande ausgeführt, die Ausgaben kommen also dem Nationalwohlstande zu Gute. Für einen großen Krieg genüge die Küstenvertheidigung nicht; wir müssen in der Lage sein, Vorstöße zu unternehmen, wenn wir nicht die Blokade unserer Häsen über uns ergehen lassen wollen. In diesem Sinne lind bereits die Beschlüsse des vorigen Jahres gefaßt. AH. Frhr. v. Franckenstein (Ctr.) betont, daß seine Freunde mit einer Erneuerung und Erweiterung der Flotte einverstanden sind, aber die Entwicklung müsse in einem langsameren Tempo erfolgen. Abg. Rickert (dfr.): Ein Krieg kann durch den Ausfall einer Seeschlacht nicht entschieden werden, darüber sind alle Vertreter der Marine von Herrn v. Stosch an bis heute einig gewesen. Im Jahre 1887 erklärte die Marine-Verwaltung, sie würde es gern sehen, wenn in 5 Jahren jährlich 8 Millionen für die Neubauten bewilligt würden. Heute werden 38 Millionen für ein Jahr bewilligt. Die Acten über die Bedeutung großer Panzerschiffe sind noch nicht geschlossen. In einem Kriege mit einer großen Seemacht wird Deutschland sich stets auf eine beschränkte Defensive einrichten müssen. Die heute geforderten Summen seien an sich weniger bedenklich, als wegen der Folgerungen, die sich für später daraus ergeben. Staatssecretär He usner: Herr v. Stosch hat in seiner Denkschrift vom Jahre 1873 die Wichtigkeit großer Panzerschiffe für die Küstenvertheidigung ausdrücklich betont. Wir sind entschlossen, die Küstenvertheidigung zu führen, mit den Mitteln, die wir besitzen und mit denen, die wir fordern. Im Verhältniß zu anderen Seemächten halten wir mit unserer Marine - Entwickelung nicht Schritt, namentlich nicht in der Zahl der Admiräle. Abgeordneter Richter (dfr.) bekämpft eine Aeußerung des Abg. v. Bennigsen, daß Holland wegen ungenügender Marine Ceylon und Capstadt vorloren habe. Beide Colonien sind seit 1796 resp. 1807 den Holländern verloren. Diese welthistorischen Thatsachen könne man nicht willkürlicher mit dem vorliegenden Etat in Verbindung bringen als Herr v. Bennigsen es gethan. Abg. v. Bennigsen (nl.) (persönlich): Eine starke holländische Flotte würde in Verbindung mit der französischen Flotte die Wegnahme des Caplandes verhindert haben. Die Debatte wird geschlossen und die debattirten Positionen werden nach den Anträgen der Commission angenommen, also der neue Admiral für die Manöver-Flotte bewilligt, dagegen drei Capitänstellen und zwei Lieutenantsstellen mit einem Gehalt von zusammen 16920 Mark gestrichen. Bei dem Capitel „Jndiensthaltung der Schiffe" bemängelt Abg. Richter (dsr.) die Höhe der Seezulagen (1 740000 M.), da von diesem Fonds bereits 300000 M. im Vorjahr? erspart seien, auch gehörten verschiedene Ausgaben, die aus diesem Fonds bestritten werden, theils in andere Ausgabetitel, theils sollten sie aus der königl. Krondotation bestritten werden. Das ganze Capitel wird bewilligt. Bei dem Capitel „Bekleidung", fragt Abg. Kruse (ntl.) nach dem Resultat der stattgehabten Untersuchungen über vorgekommene Unregelmäßigkeiten bei Lieferungen für die Marine. Staatssecretär Heusner erwidert, daß diese Angelegenheit noch schwebe- die gerichtliche Untersuchung sei ebenfalls noch nicht beendet, von ihrem Ausfälle werden auch etwaige Aen- derungen in den contractlichen Bestimmungen abhängen. — Die Abgg. Rickert (dfr.) und W o e r m a n n (ntl.) halten diese contractlichen Bestimmungen für dringend der Aenderung bedürftig. Das Capitel wird bewilligt. Bei dem Capitel „Werftbetrieb" erwidert der Staatssecretär Heusner, auf eine Anfrage des Abg. Rickert, daß es in der Absicht der Verwaltung liege , bei der Neuorganisation der Verwaltung einen regeren Wechsel zwischen Theorie und Praxis für die technischen Beamten herbcizu- führen. Der Rest der dauernden Ausgaben wird bewilligt. Darauf vertagt sich das Haus: Nächste Sitzung: Freitag 12 Uhr: Etat (Marine) und Rechnungssachen, Wahlprüsung. Schluß 5 Uhr. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 9. Januar. Die Neuwahlen zum Reichstage finden nach einer kaiserlichen Verordnung am 20. Februar statt. Berlin, 9. Januar. Heute Abends 10 Uhr nach dem Trauergottesdienst in der HauSkapelle des Palais fand die Einsegnung der Leiche der Kaiserin Augusta statt; hierauf folgte die Uebersührung in die Schloßcapelle. Der Kaiser, der Großherzog und die Großherzogin von Baden folgten zu Fuß dem von 12 Unteroffizieren des Augusta-Regiments getragenen Sarge unter Begleitung von Fackelträgern und Glockengeläute. Die regierende Kaiserin und die Erbprin- zessin von Meiningen fuhren nach dem Schlosse. Berlin, 9. Januar. In der Schloßcapelle findet Sonnabend Vormittag 11 Uhr vor dem Leichenbegängnisse der Kaiserin Augusta ein Trauergottesdienst statt. Hinter den Tabourets, welche am Kopfende und Fußende des in der Capelle ausgestellten Sarges stehen, nehmen die Generale und Generaladjutanten Radziwill, Los, Albedyll, Lehndorff Aufstellung. Die allerhöchsten und höchsten Herrschaften nehmen auf Sesseln vor dem Altar Platz. Den Gottesdienst hält Oberhosprediger Kögel ab, assistirt von der Domgeistlichkeit. Nachdem der Segen über die sterbliche Hülle gesprochen, wird der Sarg von 24 Kammcrherren zum Leichenwagen getragen und aus denselben gehoben, '-Acht Stabsoffiziere führen die Pferde des Leichenwagens, vier Ritter des Schwarzen Adlerordens halten die Zipfel des Leichentuchs, es sind dies Staatsminister Puttkamer, die Generaladjudanten Graf Brandenburg, Graf Goltz und Treskow. Den Baldachin über dem Sarge resp. dessen Cordons tragen 12 Kammerherren und Oberhofchargen, 12 Kammerherren geleiten den Sarg, zu beiden Seiten begleitet von 12 Stabsoffizieren und 12 Hauptleuten. Dem Leichenwagen folgen alsdann direct der Kaiser, der König von Sachsen, die Großherzöge von Baden und Sachsen. Die regierende Kaiserin, die Kaiserin Friedrich, die Großherzogin von Baden und die königlichen Prinzessinnen begeben sich vom Schlosse zu Wagen unmittelbar nach dem Mausoleum von Charlottenburg. 0n dem Leichenconducte folgen die kaiserlichen Prinzen, die zum -Leichenbegängniß erschienenen kaiserlichen und königlichen Hoheiten, die sonstigen höchsten Herrschaften, die Abgesandten fr-emder Souveräne und deren Gefolge, die Prinzen souveräner und fürstlicher Häuser, der Reichskanzler, die Generalfeldmarschälle, die Ritter des Schwarzen Adlerordens, die Chefs von fürstlichen Häusern, der Vicepräsident des Staatsministeriums, die activen und inactiven Generäle, die Bevollmächtigten des Bundesraths, die Minister, die Präsidenten des Reichstages und des Landtages, die Generalität, die höchsten Beamten, Deputirte aller hohen Behörden, der Akademie der Wissenschaften und Künste, der Universität, des Magistrats, der Stadtverordneten Berlins, Potsdams, Char- lottenburgs, die Deputationen der vaterländischen Frauenvereine, der Verein vom Rothen Kreuz. Der Leichenparade folgt unter Glockengeläute der feierliche Leichenzug , welcher seinen Weg über die Schloßbrücke, durch die Mittelpromenade unter den Linden, durch das Brandenburger Thor bis zur Siegesallee nimmt; hier besteigen die allerhöchsten und höchsten Herrschaften ihre Wagen und begeben sich aus anderen Wegen nach Charlottenburg. Die Insignien werden unter der Bedeckung von Gardes du Corps zum Königsschlosse nach Berlin zurückgebracht. Der Baldachin wird ab- genommeu, 8 Lieutenants von den Regimentern der Verblichenen übernehmen die Zügel der Pferde des Leichenwagens, 4 Hauptleute die Zipfel des Leichentuchs. Die weitere Escorte übernehmen je eine Escadron des Kürassier- regiments „Königin" und des Regiments Gardes du Corps. Die nicht im Zug befindlichen Truppen der Berliner Garnison bilden Spalier von der Siegesallee bis Charlottenbnrg, die Garnisonen von Charlottenburg, Spandau, Lichterfelde übernehmen die weitere Spalierbildung bis zum Mausoleum. Berlin, 9. Januar. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten gab der Vorsteher Stryck den Gefühlen der Trauer über das Hinscheiden der Kaiserin Ausdruck. Mit inniger Theilnahme beklage dre Bürgerschaft Berlins den Heimgang der hohen Entschlafenen, die so großen Antheil an der glorreichen Geschichte der letzten Jahrzehnte gehabt, deren Lebensaufgabe es war, das Loos der Armen und Bedrängten durch milde Stiftungen und reiche Spenden zu lindern, den Kranken und Verwundeten Trost und Hilfe zu bringen. Bei diesen Werken mildthäüger Liebe habe sich die Verblichene in ihrem segensreichen Leben nicht beruhigt- die hohe Frau gab selbst die Anregung durch das Aussetzen von Preisen für die Auffindung von Heilmitteln zur Verhütung solcher Krankheiten, welche insbesondere in der Kinderwelt so zahlreiche grausame Opfer fordern. So war sie eine Wohlthäterin des Menschengeschlechts und wahre Landesmutter. Segen ihrem Angedenken! Kiel, 9. Januar. Anläßlich des Todes der Kaiserin Augusta haben die im Hasen liegenden Schiffe der kaiserlichen Marine auf Halbmast gehisst, Trauerparade gehalten, Raaen gekreuzt und den Trauersalut von 66 Schuß gegeben. Straßburg, 9. Januar. Der Statthalter mit Gemahlin reist heute Nacht zu den Beisetzungsseierlichkeiten nach Berlin ab. Wien, 9. Januar. Der Kaiser ordnete anläßlich des Ablebens der Kaiserin Augusta achtzehntägige Hoftrauer an, vom 10. Januar ab für die ersten zehn Tage tiefe, für die folgenden acht Tage mindere Trauer. Wien, 9. Januar. Eine Meldung der „Temps", wonach die russische Regierung ihre Vertreter beauftragt habe, über die Zulassung der bulgarischen Anleihe an den Börsen von Wien und Pest Bemerkungen zu machen, wird authentisch als vollkommen unbegründet bezeichnet. In den Bemerkungen, welche die Vertreter Rußlands in Betreff der bulgarischen Anleihe bei den Mächten zu machen hätten, geschah der Zulassung der bulgarischen Anleihe an den Börsen von Wien und Pest mit keiner Silbe Erwähnung. Bern, 9. Januar. Der Bundespräsident Ruchonnet sprach im Austrage und Namens des Bundesraths dem Kaiser Wilhelm telegraphisch sein Beileid aus. Rom, 9. Januar. „Fracassa" hebt die freundliche Haltung Englands in der Frage der Anerkennung des Vertrags zwischen Italien und Abessinien hervor, womit alle Gerüchte von dem Vorhandensein eines englisch-italienischen Conflictes vollständig widerlegt seien. Rom, 9. Januar. Heute Vormittag, am Todestage Victor Emanuels, wohnte die königliche Familie einer stillen Messe im Pantheon bei. Um 11 Uhr legten Deputationen von Behörden und Gesellschaften, sowie viele Studirende Kränze am Grabe des Königs daselbst nieder. Petersburg, 9. Januar. Das „Journ. de St. Peters- bourg" drückt sein tiefgefühltes Bedauern über das Hinscheiden der Kaiserin Augusta aus und widmet derselben einen sehr sympathischen Nachruf. Newyork, 9. Januar. In den letzten am 8. Januar Mittags schließenden 24 Stunden sind hier 2 50 Todesfälle vorgekommen, eine bisher nie erreichte Zahl. Newyork, 9. Januar. Die nach Südamerika entsandte Expedition des Observatoriums von Lyk meldet, daß die Beobachtungen der Sonnen finstern iß vollkommen gelungen seien. Rio de Janeiro, 9. Januar. Ein Decret der provisorischen Negierung vom 7. Januar ordnet die Trennung der Kirche vom Staate an und garantirt die religiöse Gleichstellung. Die vom Kaiserreiche bewilligten Pensionen sollen weiterbezahlt werden. Darmstadt, 10. Januar. (Privatdepesche). Se. Königl. Hoheit der Großherzog hat auf Rath seines Leibarzts die Reise nach Berlin zur Leichenfeier aufgegeben. Se. Königl. Hoheit der Erbgroßherzog wird sich von Leipzig nach Berlin begeben. Madrid, 10. Januar. (Privatdepesche.) Ein Nachts ausgegebenes Bulletin lautet: Der König hat seit gestern Mittag stärkeres Fieber, welches sich später verminderte, jedoch macht sich erhebliche Kräfteabnahme bemerklich. £ocalc$ und provinzielles. Gießen, 10. Januar. — Sitzung der Stadtverordneten vom 9. Januar 1890. Anwesend: Herr Bürgermeister Gnauth, Herren Beigeordneten Keller und Langsdorff, Seitens der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Grüneberg, Habenicht, Heyligen- staedt, Hoch, Hornberger, Keller, Löber, Petri, Scheel, Schiele, Schmall und Simon. — Herr Bürgermeister Gnauth eröffnete die Sitzung mit einer Ansprache an die Stadtverordneten. Als vor acht Tagen die Versammlung ihre Arbeiten aufgenommen, habe wohl Niemand daran gedacht, daß es derselben beschieden sein werde, heute einen Todesfall verzeichnen zu müssen, durch den das deutsche Kaiserhaus, das deutsche Volk in Trauer versetzt wurde, durch das Ableben Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta. Einig mit der Versammlung in dem Gefühle der Trauer, und einig in dem Wnnsche, daß Deutschland ferner von so schweren Trauerfällen verschont bleiben möge, glaube er im Sinne der Stadtverordneten gehandelt zu haben, indem er eine Beileidsadresse an Seine Majestät den Kaiser abgesandt habe. Nach Verlesung der Adresse schloß der Herr Bürgermeister seine Ansprache mit den Worten: Er wisse, daß die Versammlung und die Einwohnerschaft einig seien in dem Ausdrucke der in der Adresse dargelegten Gefühle, er lade die Versammlung ein, diesen Gefühlen auch äußerlich durch Erheben von den Sitzen Ausdruck zu geben. (Die Versammlung erhebt sich.) Herr Bürgermeister Gnauth theilt hierauf mit, daß die im vorigen Jahre aus Anlaß des 50jährigen Jubiläums des Herrn Lehrer Cur sch mann ins Leben gerufene Stiftung durch die Güte eines ungenannt bleiben wollenden Spenders um 1000 Mk. vermehrt worden - er nehme, nachdem die erforderliche Genehmigung zur Annahme der Stiftung erfolgt, Veranlassung, der Freude über diese Vermehrung Ausdruck zu geben. — Weiter theilte der Herr Bürgermeister mit, daß er einiges auf das Capitel „Arbeiterwohnungen" bezügliche Material, Broschüren, Pläne 2C., beschafft und zur Cir- culation unter den Mitgliedern der Stadtverordneten-Ver- sammlung bestimmt habe. Eine in Ausarbeitung begriffene Regelung der Besoldungsverhältnisse der städtischen Beamten soll demnächst zur Vorlage gebracht werden. Es soll mit einer aufzustellenden Besoldungsübersicht den städtischen Beamten die Möglichkeit geboten werden, sich über die Chancen zu unterrichten, unter welchen sie die höchst festgestellte Besoldungsstufe erreichen können. Diese Besoldungsübersicht soll am 1. April d. I. in Kraft treten; an die Feststellung der Pensionsbezüge, die Art der Wittwen- und Waisenversorgung städtischer Beamten soll nach Regelung der Gehaltsverhältnisse gegangen werden. — Der von den Herren Seipel und Häuser wegen Beanstandung ihres Baugesuches (es handelt sich um die Erbauung eines die Ecke der Frankfurter Straße und der Straße nach dem neuen Güterbahnhof bildenden Hauses, für welches die Stadtver- ordneten-Versammlung einen entsprechenden Vorgarten entlang der neuen Straße verlangte) ergriffene Recurs gegen diesen Beschluß ist abgewiesen worden. Vor Eintritt in die weitere Berathung spricht sich Herr Löber für die öffentliche Verhandlung über die Verkaufsofferte der Schüler'schen Besitzung aus, seine Ausführungen mit dem Hinweis auf das öffentliche Interesse, wie das veraltete, dem Zeitgeiste nicht mehr Rechnung tragende „Geheimthun" motivirend. .,L)err Bürgermeister Gnauth bemerkte hierzu, er habe Berathung über den betr. Gegenstand auf die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung gestellt, weil er geglaubt, daß heute schon das letzte Wort gesprochen werde und er selbst das Bedürsniß gehabt habe, hierüber öffentlich verhandeln zu lassen. Nachdem aber inzwischen die Verhandlungen eine Wendung genommen, nach welchen das letzte Wort noch nicht gesprochen werden könne, sondern von den Besitzern zu weiteren Verhandlungen die Hand geboten sei, so mußte in Rücksicht auf die dabei zu verhandelnden, per sönliche Verhältnisse berührenden Punkte der Oeffentlichkeit eine nach der Städteordnung zulässige Grenze gesetzt werden. Er werde nach Durchberathung der übrigen Gegenstände über die Frage, ob in öffentlicher Sitzung über die Verkaufsofferte verhandelt werden solle, in nichtöffentlicher Sitzung abstimmen lassen. — In derselben wurde beschlossen, über den Gegenstand in nichtöffentlicher Sitzung, zu verhandeln. Das Gesuch des Herrn Jacob Ronstadt um Er- laubniß zum Bauen an der Grünbergerftraße wird unter Bezugnahme auf die §§ 2 und 5 des Ortsbaustatuts, wonach für außerhalb des Bebauungsplanes vorgesehene Bauten Genehmigung nicht zu ertheilen ist, beanstandet. Herr Bäckermeister Aug. Noll I. beabsichtigt den unteren Stock seines an der Mäusburg Gelegenen Hauses umzubauen. Da in dem betr. Plan keine Rücksicht auf die Verbreiterung der Mäusburg genommen, die Stadt aber die Gelegenheit zur Verbreiterung der Sttaße bis auf die Flucht des Buch'scheu Hauses zu ergreifen beabsichtigt, ist mit dem Gesuchsteller in Unterhandlung wegen Zurücksetzung des untersten Stockwerks getreten worden. Herr Noll erklärt sich bereit, das ganze Haus in die gewünschte Fluchtlinie zurückzusetzen, sofern ihm die dadurch entstehenden Kosten in Höhe von 22,000 M. vergütet werden. Zu einer Zurücksetzung der Ladenfront allein würde sich Gesuchsteller wegen Beeinträchtigung des Lichtes nur im äußersten Falle verstehen, wenn ihm eine Entschädigung von 2500 M. zugestanden würde. Nach Lage der Sache kann die Stadt die Baufluchtlinie für die Mäusburg in der angebeuteten Richtung festsetzen und ein dieser zuwiderlaufendes Baugesuch beanstanden, sie käme aber dann in die Lage, das Exprobriationsverfahren einzuleiten, und zwar über das ganze Haus, da Theile von Gebäuden nicht exprobriirt werden können. Das Gesuch wird behufs nochmaliger Berathung über die Möglichkeit eines weniger kostspieligen Weges zur Erreichung einer Verbreiterung der Mäusburg an die Baudeputation zurückverwiesen. — Die Prüfung der Rechnung der Armenkasse sowie diejenige der P l o ck- schen Stiftung für 1888/89 hat Veranlassung zu einer Beanstandung von Seiten der Stadtverordneten-Versammlung nicht gegeben. Beide Rechnungen wurden genehmigt. — Nach einem bei Großh. Bürgermeisterei eingegangenen Schreiben, unterzeichnet von den Herren Forstmeister Muhl und Pros. Wimmenaner, beabsichtigt der Forstverein für das Großherzogthum Hessen dem im Jahre 1856 verstorbenen Professor Dr. Carl Heyer ein Denkmal zu errichten. Professor Dr. Heyer war in den Jahren 1825—31 Revierförster in Gießen, von 1835—56 ordentlicher Professor der Forstwissenschaft an der Universität und gleichzeitig bis 1843 Forstmeister des hiesigen Jnspectionsbezirks. Er hat sich in dieser Zeit nicht nur Verdienste um die Forstwissenschaft erworben, sondern auch auf dem Gebiete der Verwaltung, durch unter seiner Anleitung vorgenommene Waldanlagen und Aufforstungen segensreich für die Stadt Gießen gewirkt. So viel sich aus den Acten ersehen läßt, hat die damalige Gemeindevertretung die Verdienste Heyers zu würdigen gewußt, eine öffentliche Anerkennung derselben, wie Errichtung eines Denkmals im Walde, unterblieb aber auf ausdrücklichen Wunsch Heyers, der die hiesür vorgesehene Summe zur Aufbesserung der Gehälter des Forstschutzpersonals verwendet wissen wollte. Nach der Absicht des Forstvereins soll das Denkmal, Reliefbild ober Erzbüste auf Granitsockel, seinen Standort im Forstgarten erhalten. Behufs Beschaffung der hierzu erforderlichen Mittel ist bereits eine Sammlung ein- geleitet worden, welche einen Ertrag von über 1000 ergeben hat, der Forstverein bittet, um auch der Stadt Gießen Gelegenheit zur öffentlichen Anerkennung der Verdienste Heyers zu geben, um einen Beitrag. Die Finanz - Deputation hat beantragt, 500 .X zur Errichtung des Denkmals beizusteuern, wenn bezüglich des Standortes des Denkmals die Wünsche der Stadtverordneten-Versammlung gehört werden. Herr Beigeordneter Keller, welcher die Verdienste des Prof. Heyer um die Pflege und Entwickelung des Stadtwaldes noch aus eigener Anschauung kennt, spricht sich für Bewilligung der beantragten Summe aus. — Herr Beigeordneter Langsdorfs bemerkt, er müsse, so voll und ganz er auch die Verdienste Heyers würdige, aus principiellen Gründen gegen die Bewilligung eines Beitrags stimmen- die Rücksicht auf die Steuerpflichtigen gebiete, daß Ausgaben nur für das Nothwendige und Mtzliche bewilligt werden sollten, die vorliegende Ausgabe könne er weder als unter das eine noch das andere gehörig rechnen - man solle die Errichtung des projectirten Denkmals der freien Thätigkeit überlassen. — Herr Hom berg er ist für den Antrag der Finanzdeputation, die Thätigkeit Heyers sei der Stadt besonders zu Gute gekommen, die Stadt könne sich der Anerkennung der Verdienste desselben nicht entziehen, der Beitrag sei so hoch nicht, das Denkmal würde der Stadt ja auch zur Zierde gereichen. — Herr- Schee l bemerkt, daß er in der Deputation ungern für den Antrag gestimmt habe, ohne die Verdienste Heyers schmälern zu wollen. Es sei möglich, daß schon zu Lebzeiten desselben, gerade weil er eine öffentliche Anerkennung abgelehnt, ihm eine Anerkennung in anderer Form zu Theil geworden sei. — Herr Bürgermeister Gnauth will nicht streng urtheilen über die Art der früheren Anerkennung, er glaube aber nicht, daß damit eine Ehrenschuld abgetragen worden, in früherer Zeit gefaßte Beschlüsse würden heute eben anders beurtheilt, er wolle auch nicht streng sein im Abwägen der Grenze, wo die Stadt aufhören solle Mittel zu bewilligen, da auch die Städteordnung keine Grenze ziehe, sondern die Verantwortung für bewilligte Ausgaben in die Hände des Stadtvorstandes lege- es stehe aber einem großen Gemeinwesen nicht an, die Grenze allzueng zu ziehen. Von der Thätigkeit Prof. HeyerS habe nicht nur die Wissenschaft, sondern im Besonderen die D. Betrat er in den Pensionsstand. 68 250 S-wvAX 2 toi 342 Baumann 248 Löwen^ 367] Wallthorstr. 45. A 1 177 24 1450 57 7 4 bei 333] 212] Am 13. Januar 1890, Vormittags 10 Uhr, soll tm Garmson-Lazareth zu Gießen für 1890/91 b’e Lieferung der erforderlichen Verpflegungsbedürfnisse und die Abnahme der gewonnenen Küchenabfälle, Brotreste und Knochen verdungm werden. Die Bedingungen sind im Gefchäfts- zimmer des Lrzareths einzusehen Großherzogliches Garnison-Lazareth. 364] Die berühmten Wiesbadener HauSmacher Nudeln von C. Weiner keine sog. Fabriknudeln, empfehlen Schomber und C. Roth. NB. Die Gegenstände können Freitag den 10. Janu ar, Vormittags von 9 Uhr an, eingesehen werden. Bemerkt wird, daß der Anfang am Montag mit der Leibwäsche, best. in einer größeren Anzahl meist neuer leinener Herrenhemden, desgl. tuchenen Nachthemden Unterhosen und sonstigen Unterkleidern, und einer Partie ächt wollener Kleiderstoffe gemacht wird. Die Möbel und das Clavier kommen am Dienstag zur Versteigerung. Nähere Auskunft ertheilt und übernimmt schriftliche Aufträge I. Rothenberger, Gerichtätaxator, Lindenplatz 8. Holzversteigerung in der Königlichen Ober- föefterei Strupbach. (Förster Seibel zu Wilsbach). Sonnabend den 25. Januar e sollen am Thalberg, Di- strict 44 b und 45 a öffentlich ver- Zusammenkunst Vormittags 10 Uhr im Holzschlage District 44 b am Roß- bacher Pfad. — Bei ungünstigem Wetter findet der Verkauf an der eisernen Hand statt. Kausliebhaber wollen daher das Holz vor dem Termine besichtigen. Fh. Strupbach, 8. Januar 1890. Der Königliche Oberförster: beiden Opfer, die beiden Knaben zu sehen. Der gräßliche ' Anblick wirkte derart aus das Mädchen, daß es zu Hause < von einer Nervenkrankheit befallen wurde, die jetzt den Tod 1 des blühenden Mädchens im Gefolge hatte. ; * Mainz, 8. Januar. Die Krankheits- undSterb- ! lich keits zisser ist, wie in den Nachbarstädten, auch hier, abgesehen von der Grippe, die im Rückgänge begriffen ist, zur Zeit eine außerordentlich hohe. In der ersten Woche des neuen Jahres starben hier 60 Personen, gegen 31 im Wochendurchschnitt und 22 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Namentlich sind es die Hals-, Brust- und Lungenkranken, unter welchen der Tod ausräumt. Das städtische Krankenhaus ist bis unters Dach in jedem Raum belegt, wie es seit 1870 nicht mehr der Fall war- die Zahl der Aerzte und Wärter wurde verstärkt, ebenso erhielt der Todtengräber Beihilfe. Unser /^-Berichterstatter ist in der Lage, ein freundlicheres Bild über die Mainzer Verhältnisse zu geben. Er schreibt uns: Aus ärztlichen Kreisen wird die erfreuliche Thatsache constatirt, daß die Influenza hier endlich in Abnah'me begriffen ist. Wie bei allen Epidemien hat die Furcht wesentlich die Vermehrung der Krankheit verursacht und theilt ein vielbeschäftigter Arzt mit, daß 50 pCt. der hier Erkrankten sich sicher nicht erkrankt gefühlt haben würden, wenn nicht die Angst und Furcht die Hauptrolle gespielt hätten. Das Schließen der Schulen wird hier vielfach mißbilligt und zwar mit dem Hinweis, daß die Zahl der Erkrankungen unter der Schuljugend gleich Null ist. Im Uebrigen hat die Krankheitserscheinung den Handel und. Wandel hier schon ziemlich empfindlich beeinflußt und sogar veranlaßt, daß die auf den kommenden Freitag anberaumte erste Sitzung der „Narrhalla" verlegt werden mußte. *△ Mainz, 8. Januar. Auf dem hiesigen Hauptpostamt wurde gestern Abend ein frecher Raub verübt. Während mehrere Personen kurz vor Postschluß vor dem Schalter standen, zählte ein Bediensteter der Kleiderfabrik von Brett- heimer hier in Papiergeld einen Betrag von 1100 Mk. auf, der eingezahlt werden sollte. Plötzlich drängte sich ein Bursche von etwa 20 Jahren zwischen die Personen, raffte das Papiergeld von dem Zählbrett und stürzte eiligst davon. In der Verblüffung über den Raub wurde dem Räuber nicht sofort nachgesetzt, wodurch es demselben gelang, zu entkommen. * 8064 Hunde sind während des verflossenen Jahres in Berlin amtlich getödtet worden. Der weitaus größere Theil derselben war als herrenlos und ohne Maulkorb bezw. Steuermarke ausgegriffen worden, während der geringere Rest auf die thierärztliche Hochschule entfällt, in welcher die Thiere infolge unheilbarer Krankheit oder auf Antrag ihrer Besitzer vergiftet wurden. * Pittsburg, 2. Januar. In der Neujahrsnacht versuchte man das Opernhaus mittelst Dynamit in die Lust zu sprengen. Etwa vierhundert Personen hielten zu der Zeit einen Ball in dem Gebäude ab. Einige Minuten nach Mitternacht fand die erste Explosion statt, welcher eine halbe Stunde später eine weit stärkere folgte. Die Fenster wurden zertrümmert und Alles floh auf die Straße hinaus. Verletzt wurde Niemand, obgleich die Glassplitter im Saale herumflogen. Ball-Seidenstoffe von 93 Pfge. bis JL 1480 p. Meter — glatt, gestreift und gemustert — versendet roden- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-D^M G. Henneberg (K- u- K. Hoflief. Zürich. Muster um» gehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto.345 UnwerfitSts - Nachrichten. Berlin, 7. Januar, lieber den Titel „Privatdocent" hat der Kultusminister an den Rector und Senat der Universität Berlin, sowie an die Kuratoren der anderen Universitäten folgende Verfügung erlassen: „In neuerer Zett ist es mehrfach aufgefallen, daß Prtvat- docenten sicb in öffentlichen Anzeigen oder auf Büchern, auf Visitenkarten und dergleichen nicht als solche, sondern mit dem Titel „Docent an der Universität" bezeichnen. Ew. Hochwohlgeboren erluche ich ergebenft, vorkommenden Falls darauf aufmerksam zu machen, daß nur der Titel „Privatdocent" mit den geltenden Bestimmungen in Einklang steht." Mobiliar-Versteigerung. Montag den 13., Dienstag den 14. Januar und die folgenden Tage, NachMittags 722 Uhr, werden in der Wohnung des verstorbenen Herrn Cauzleirath Clemm, Güdanlage 17, 2. Stock, nachstehende Mobilien und sonstige Gegenstände öffentlich meistbietend versteigert: Ein in jeder Beziehung vorzüglich gutes und schönes Tafelelavier, 2 Garnituren, jede bestehend aus Caufeuse, 6 Stühlen, 2 Sesseln eine mit rothbraunem Plüsch- Ueberzug, eine mit blauem Ueberzug, beide Garnituren vorzüglich gut erhalten, Ausziehtisch mit 4 Einlagen und Patentfuß, ovale und andere Tische, Sophas, Schreib- seeretar, Pfeilerspiegel mit Nußholz- und vergoldeten Rahmen, Kleiderfföcke, Regulateur, Standuhren, Aneroid-Barometer, Bilder, Glasschrank, Kleider und Weißzeugschränke, Gewehrschrank, Bettstellen mit Sprungfeder-Einlagen, Roßhaarmatratzen und Federbetten, sehr schöner und practisch eingerichteter Schreibtisch mit Aufsatz; ebenso Schreibpult, Bücher- und Aeten- reale, Schreib- und Deckelpapier, Küchenschrank mit Glasaufsatz, Servirböcke, Eisschrank und viele andere Möbel, Küchengeräts Poreellan und Glassachen, vollständiges Eßservice für 24 Personen, weißes und sonstiges Küchengeschirr, Zuber, Fäffee, 48 feinste Herrenhemden, meist nicht getragen, Nachthemden, leinen, neue Unterkleider, besonders Unterhosen, Filet-Unterhemden und Camisol, Strümpfe, seidene Foulard- tücher, Taschentücher u. Anderes mehr. NB. Sämmtliche Gegenstände sind bestens erhalten. Ferner kommt zur Versteigerung: ein Stamm rein italienischer Hühner, bestehend aus 1 Hahn und 12 Hühnern. Gießen, den 8. Januar 1890. GroHherzogliches Oetsgericht. I. A.: Bogt. * Newyork, 2. Januar. Unfälle durch Electri- cität. In St. Louis fiel am Donnerstag ein electrischer Draht auf die Straße hinab. Wenige Minuten nachher passirte ein Ehepaar in Begleitung eines Hundes die Stelle. Versteigerung. An der Staatsstraße zwischen Lich und Butzbach in der Nähe von Oberhörgern sollen ca. 15 Stück Nußbäume von 30—40 cm Stammdurch- meffer nächsten Mittwoch den 15. d. M. an Ort und Stelle loosweise versteigert werden. Die Versteigerung beginnt Vormittags 10 Uhr am Abgang der Münzenberger Straße und wird gegen Butzbach fortgesetzt. Gießen, den 9. Januar 1890. Grobherzogliches Kreisbauamt Gießen. I. V.: 332 Zimmer, Kreisbauaffeffor. Für Kenner! Garantirt besten srauzös. (Eognac verkaufe in Wer flaschen und zur Probe auch iedes gewünschte kleinere Quantum. Otto ruft, Es ist mir gelungen, einen Posten acht. Emmenth. Schweizer- käse von der Pariser Weltausstellung zu erhalten, welches hierdurch meinen w. Kunden, Freunden und Gönnern mittheile. ESST Die Waare ist überraschend voll- saftig, schön gelocht und sehr feinschmeckend- Hochachtend C. G. Kleinhenn, Delikatessen-, Fisch- u Geflügel-Handlung, Bahnhofstraße 59. [365 Vermischtes. Mainz, 8. Januar. Als heute Morgen der Bureaudiener eines höheren Eisenbahnbeamten in das Bureauzimmer seines Vorgesetzten kam, um rein zu machen, gewahrte er unter dem Vorhang ein Paar blank gewichste Stiefel- im Begriffe, dieselben zu entfernen, sah er erst, daß diese Stiesel Jemand an den Füßen trug und daß dies der vor einigen Tagen entlassene Bureaugehilfe G. sei. Da der Bedienstete nichts Gutes ahnte, wollte er den Entlassenen festhalten- dieser setzte sich aber zur Wehr und gelang es ihm auch, sich aus dem Zimmer hinauszuschlagen und durchzubrennen. Als daraufhin das Zimmer einer gründlichen Untersuchung unterzogen wurde, gewahrte man, daß ein Pult gewaltsam erbrochen war und ein kleiner Geldbetrag fehlte. Ein anderer Pult zeigte ebenfalls Spuren gewaltsamer Oeffnung, doch hier wurde der Einbrecher wahrscheinlich gestört, so daß er von seinem Vorhaben absehen mußte. Da der Dieb erkannt ist, wird er wohl bald in Haft sein. — Die Kißling'sche Schauerthat hat jetzt noch ein weiteres Opfer gefordert. Ein mit der Familie näher bekannt gewordenes Mädchen von 19 Jahren war nach der Mordthat zu der Frau Kißling gekommen, um diese zu trösten und hatte dabei auch Gelegenheit, den erschossenen Mann und seine Königs-Reisstärke vu.» a>uw- 3«. tyüafcki Der Hund berührte den Draht und wurde auf der Stelle getödtet. Die Frau, die nach dem Hunde sah, trat auf den Draht und stürzte bewußtlos zu Boden. Ihr Gatte, der ihr zu Hülfe sprang, erlitt ebenfalls einen heftigen Stoß, aber verlor nicht die Besinnung. Die Frau wurde von einem herbeigerufenen Arzte ins Leben zurückgerufen. Mehrere andere Personen wurden durch zufällige Berührung mit dem Drahte ernstlich verletzt. In einem anderen Theile der Stadt wurde ein Pferd durch Berührung mit einem herabgewehten electrifchen Draht getödtet. * Richter : „Ihr Name und Stand?" — Stud. Perkeo : „Perkeo, cand. med." — Richter: „Sie sind beschuldigt, den gegenüberwohnenden Rentner Karl Mayer durch Grimaffen und sonstigen Ulk fortwährend geärgert zu haben. Aber all dies hätte den Kläger nicht zu gerichtlichem Vorgehen bewogen, wenn Sie nicht Ihrem Hunde den Namen „Mayer" beigelegt hatten." — Stud. Perkeo: „Allerdings heißt mein Hund so! Aber wollen Sie nicht die Güte haben, mir einmal den Namen des Klägers zu buchstabiren?" — Richter (buchstabirt): „M—a—y—e—r." — Stud. Perkeo : „So! Mein Hund schreibt sich aber mit e—y!" steigert werden: Stück meist schwere Eichen- Stellensncheude jeden »t- rnfS placirt schnell Reuters Bureau in Dresden, Maxstraße 6. 982 Stadt Nutzen, die in dem Walde eine bedeutende Einnahmequelle habe- wenn die Einwohnerschaft wisse, daß die Stadt ehrt, was der Einzelne gethan, so sei dies keine schlechte Ausgabe- er bitte dem Gesuche des Forstvereins zu entsprechen. Der Antrag der Finanzcommission wird angenommen. _________ Butzbach, 9. Januar. Kaum hat der regelmäßige Unterricht in den hiesigen Schulen seinen Anfang wieder genommen, so mußte derselbe auch schon wieder ausgesetzt werden. Die auch unter den hiesigen Schulkindern stark verbreitete Influenza hält viele Kinder von dem Schulbesuch ab, so daß einzelne Klassen in ihrem Bestände vorübergehend bedeutend gelichtet erscheinen und ein regelrechter Unterricht nicht möglich ist. Es wurden deshalb gestern früh sämmtliche hiesigen Schulen bis aus Weiteres geschlossen. Der Wiederbeginn des Unterrichts wird später bekannt gegeben. Hoffen wir, daß diese Epidemie, welche auch hier fast keine Familie, sei sie groß oder klein, verschont läßt, und nunmehr sich auch unter den hier garni- sonirenden Dragonern breit macht, bald wieder verschwindet. Wie wir hören, grassirt die Influenza auch besonders stark unter der Landbevölkerung. Glücklicher Weise aber auch dort gleich wie bei uns in fast durchwegs milder Form, so daß die von der Krankheit Befallenen nach einigen Tagen ihrem regelrechten Berufe wieder nachgehen können. (W. B.) Büdingen, 6. Januar. Der kürzlich hier verstorbene Gymnasiallehrer Dr. Hermann Frommann, ein Glied des durch Göthe bekannten Frommann'schen Hauses, war neben seiner Lehrwirksamkeit schriftstellerisch aus dem Gebiete der klassischen Philologie und Aesthetik thätig (Pseudonym Eusebius) und hat sich in weiten litterarischen Kreisen, namentlich durch das 1874 verfaßte Reiseidyll „Die Fahrt nach Schwarzburg", bekannt gemacht. Er war am 7. Februar 1837 zu Jena als der Sohn eines Buchhändlers geboren und studierte nach erfolgreichem Gymnasialbesuch zu Weimar auf den Unb versitäten Jena, Bonn und Berlin Philologie, um nach Absolvierung des Oberlehrerexamens 1862 in Preuß.-Minden und 1870 Hierselbst angestellt zu werden. Im Herbst v. I. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst- 1. Sonntag nach Epiphanias, 12. Januar. Landes-Missionsfest. Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heiliges Abendmahl :m Abendgottes- ^"^Collecte für die Heiden-Mission. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. Bibelftunde am 15. Januar fällt aus. Die Pfarrgesckäste in der Woche vom 12. bis 18. Januar besorgt Pfarrer Dingeldey. Katholische Gemeinde. 1. Sonntag nach Epiphanie, 12. Januar. Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V-8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenbett zur hl. Beichte; um Vs7 Uhr Austheilung der hl. Communion; um V,8 Uhr Frühmesse; um 8/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um V23 Uhr Christenlehre und Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. 11. Januar. Freitag Abend 415 Uhr, Samstag Morgen 8M Uhr, Samstag Mittag 3°o Uhr, Samstag Abend 5« Uhr. Stämme mit 78 fm, Buch en-Stamm mit 1,77 fm, rm Eichen-Scheü und Knüppel, „ Etchen-Reiierknüppel, Stück Eichen-Wellen 3. El., rm Eicheu-Stockholz, „ Buchen-Scheite, , Nadelholz-Schnt uno Knüp- p-l und Stück Buchm Reiser-Wellen 3. El. >°"d 7? * : v per M Er- h** en Zrr Ä “Mw „Hein Lichtes ’ « Entschä- M Lage der öie Mäusburg ein dieser zu- ime aber dann 'Veiten, und Gebäuden nicht :b behuss mch- 's weniger kost- Tung der Mäus- - Die Prüfung mge der Plock- aßung zu einer ^en-Äersammlung genehmigt. — eingegaugenen en Forstmeister der Fvrswerein n Jahre 1856 ein Denkmal zu fahren 1825—31 Etlicher Professor 'b g/eifyety bis Bezirks. Er hat die Forstwissen- ete der Zermalme Waldanlagen Gießen gewirkt. iat die damalige zu würdigen ge- , wie Errichtung auf ausdrücklichen Summe zur Aus- sonals verwendet swereins soll das Kranitsvckel, seinen iss Beschassung der ne Sammlung env uber 1000 Jk er- her ®tabt Gießen Mienfte Heyers '-Deputation hat mal» beizusteuerry ials die Wünsche erden. Hen Beides Prof- Heyer maldes noch a»v Bewilligung der Meter Langs- er auch die Der- Gründen gegen de RüM aul ,n nur str da§ sollten, d,e v°r- das eine noch d--- >gdeöpr°sett.M L Herr **55 VC _ Herr letten- /ben desselben, fife -- 6it en, Mg )-c la. Schellfische, Cablia«, Hechte, Zander. Ki.ler Bücklinge, per Stück 6 A Kieler Sprotten, per Pfund 60 la. Caviar, Oel-Sardinen, Hummer, rufi. Sardinen. Berliner Rollmöpse, BismarckbLringe bei 366] C. G. Kleinhenn. Avselfineu Ä Kieler Sprotten, Sardinen, Z^b-Imöpse, Sardellen u. dgl. i Heute Nacht um 3 Uhr verschied sanft nach kurzem Leiden unsere innigst geliebte Gattin, Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frail Wilhelmine Arnold geb. Born r 63. Lebensjahre, was wir Verwandten, Freunden und Bekannten tief betrübt anzeigen. im Giessen, den 10. Januar 1890. Die trauernden Hinterbliebenen. 358 Corl Lenz Wittwe 354 117 Jamilie Pfeiffer 350 29,00 fm 14 Eichenschnittholz-Stämme (Sparren), Gerüststangen) (Leiterbäumeu. 103 05 335 Tendenz: fest. Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 10. Januar 1890. Entree Militär 50 Civil 70 H. Anfang 3 Uhr. Ä li 3 50 363 248.10 182.50 191.50 201.50 27 9 75 201.75 12000 n n u 251 60 300 53 84 60 265 50 87 40 94.30 75.80 70 00 ti ii it n ii ii ii ii ii ii 35475 19150 165.30 132 10 38 00 216 50 93 60 cm ii ii ii ii n 14,50 3,50 0,50 51,00 0,30 18,00 Oesterr. Oeflerr. StaatSbahn^ALii-^r Dortmunder Union-Actirn Darmstädter Bankactien 106 60 Oesterr. Silberrente 103.55 Rufs. Orient III. mit ii (28—46 (26—36 (23-30 (13-28 (23 —.— 15 pCt. BuderuS-Obligationen frankfurter Bank-Dislont 5 pCt. Durchm.), ii ii H ii ii Die Beerdigung findet Sonntag den 12. Januar, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Neuenweg 5, aus statt. 1890. Gräfliche Revierverwaltung. R» SeMmtR. 27 Ä7. 28 Eichenschwellenholz- 5 Kirschbaumholz- 2 Birken« 200 Fichten- 1 Kiesern-Stamm 200 Fichtenstangen 356] Kleiner Hund zugelaufen. Nordanlaae 6. Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir hierdurch die traurige Mittheilung von dem gestern Morgen erfolgten Ableben unseres innigstgeliebten Vaters, Schwiegervaters und Großvaters 17975 DtL.outonKsm-s-AmL.i! 10110 er 134.75 Ostpreußen 185.80 Bochumer Gußstahlacti^ Tendenz: matt. Buschtherader Eisenbahn-Actien Elbethal-Bahn-Actien Gotthard- „ „ Schweizer Nordost-Bahn-Actien „ West- , Gelsenkirchener Bergwerks-Actien Oesterr. Alpine-Montan- w ZAW" Tanzen frei. 3Bamstag Abend: MetzeLsuppe. E. Riemer; Die Beerdigung findet Samstag Nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause (Wallthorstraße 51) aus statt. 353 Breunholzversteigerung iu dem Arnsburger Wald. Mittwoch den IS. Januar l. 2». sollen in den Districten Seeberg und Hain öffentlich versteigert werden: Sonntag de» 12. Januar Twnsvergnufge'n• Total-Ausverkauf. Wegen gänzlicher Aufgabe des Ladengeschäfts gebe von heute an fämmtkiche G&l&nt^xi