j Neuenweg J, t Sörji. Coan Dom 21./XL 5,'II HJ U *"sS. fer** s 100.5° pcu” Hfl 101-" ,.l» avattev. Nu Diensten. 103." 136.9b üchntt • urger • >t. - ' tfitifflrf 72.50 92.35 M des kommenden Cochi L9en der gängigen Werlhe se n an auf das günstige Brix er, wie man nicht mit Um onvertirungsanleihe günstiz ■ ichllich besser und sieben l:ti al ihren Ursprung gleichfal- ldct sind als die vorerwcht! Es herrschen über die Ziüii >stm Meinungen und jede ot ZU schaffen. !26.-lfc ;S"SL3I*L | 55.10 sawW ■ ’ | 6310 ZL i S garnt. j ent und Drellen, r’i.u. füllkräftin. sä**" ™ Ali«-? Midchn, cht. ' der Exped. d. Bl. iLI ULi ^GksGst । ll5 u. nach Maass j bstattunaen 4 ** 10216 J :ono.. Gold-Anl. J87 . . . ...... 163.1° >' 158.4° 1° 100.-J MeGnuldi^ 100 6°; LK-dbr. • | 94.9° ' 1152 50 L igsuHj l,<88u.89 l 86.50 -erb. Gold- . . . I 87.50 lElsenbihN' ’ Dbl.L.k. $ 91.20 Obüg.lSSOr 1101.59 1« S ; 66.40 « WÄ; I 9980 f @olb ’’s < ,-Z-lei Mba 8*’85 I d US*81C“& '8V52> 1890 Erstes Blatt. Rr. 288 Kießener Anzeiger Kenerat-MnzvHer. Rebaction, Expeditfe» und Druckerei: Kchutstraße Ar.r. Fernsprecher 61. vierteljähriger AöonnemenIrpreiO» 2 Mark 20 Pfg. mh Bringerlohn, Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener LDamtkieuvtLIter »erden dem Anzeiger 'wöchentlich dreimal beigelegt. Der Anzeiger erscheint täglich, ortt Ausnahme deS MontagS. Mittwoch den 10. December »■ ------------- -------— - Amts- mrd Anzeigeblatt fflt? den ALveis Giefzem 1— = . ■!!■. - ±J-J-'rE . -■»B.T.sg^gr rner-jL.1 i...i n j.» . '.'-lthmi ttfttfft xMtAffiffor bllle «nnoncen-Bureaux des In. und Auslandes nehm« ^WmuuUVlUUU, Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. —— ' . ।-. - ■! 1J. L ■ IJPJ _____L-LJggMW AintliclM Theil. Bekanntmachung, die Maul- und Klauenseuche zu Obbornhofen betreffend. Nachdem zu Obbornhofen unter den Viehbeständen des Christoph Daniel Nuppel, Konrad Philippi II. und Heinr. Block der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden ist, ordnen wir die Sperre über die Gemarkung Obbornhofen hierdurch an. ES gelten hiernach für die betreffenden Besitzer die Bestimmungen unter I. und für die Gemarkung Obbornhofen die Bestimmungen unter II. unseres Ausschreibens vom 24. Juni l. Js. — Kreis blatt Nr. 146. — Für die Gemarkungen Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Trais-Horloff, Utphe wird bestimmt, daß Viehhändler Rindvieh, Schafe, Ziegen, Schweine, auch wenn es sich um Schlachtvieh handelt, nur ausführen dürfen, wenn sie im Besitz eines vorschriftsmäßigen thierärztlichen Zeugnisses sind. Die sonst giltige Bestimmung, wonach für Schlachtvieh, welches durch Händler verbracht wird, die Gesundheitsscheine durch die Bürgermeister ausgestellt werden dürfen, ist also für jene Orte aufgehoben. Gießen, den 8. December 1890. Grobherzogliches Kreisamt Gießen v. Gagern- Gießen, den 8. December 1890. Betr effend: Wie vorhergehend. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh Bürgermeistereien Beller-Heim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Trat--Horloff, Utphe. Wir verweisen Sie auf den Schlußabsatz unserer vorstehenden Verfügung zur Nachachtung. v. Gagern. Das Gr. Steuer-Commiffariat Gießen an die Großh. Bürgermeistereien de- Bezirks. Zur Wahrung der Besitzwechsel aus dem Jahre 1890 ersuchen wir Sie um baldige Einsendung der Ortsexemplare der Brandcataster, soweit solche sich nicht etwa zur Zeit hier befinden, oder in der Kürze mit Declarationen hier zu erwarten sind. Bescheinigungen über etwa im Laufe dieses Jahres obgebrannte oder niedergelegte und nicht bis jetzt wieder aufgebaute Gebäude müßten, falls solche Berücksichtigung finden sollen, auch baldigst hierher vorgelegt werden und zwar für jede besondere Hausnummer auf einen besonderen halben Bogen. Gießen, 8. December 1890. Großh. Steuer-Commiffariat Gießen. Süfsert. Ksiftr Wilhelm über die Schulsrage. (Schluß.) „Sehr berechtigt ist die Klage der Gymnasialdirectoren über den ungeheuren Ballast von Schülern, den sie mitzuschleppen haben, der nie zum Examen kommt und blos die Berechtigung für den einjährigen Heeresdienst erlangen will. Nun wohl, der Sache ist einfach dadurch abzuhelfen, daß wir ein Examen einschieben, da, wo der Einjährige abgehen will, und außerdem seine Berechtigung davon abhängig machen, daß er, wenn er die Realschule besucht, das Abgangszeugniß für die Realschule nachweist. Dann werden wir es bald erleben, Laß der ganze Zug dieser Candidaten für den einjährigen Heeresdienst von den Gymnasien auf die Realschulen geht; denn, wenn sie die Realschule durchgemacht haben, dann haben sie, was sie suchen. Ich verbinde damit noch einen zweiten Punkt, den ich vorhin schon erwähnte, das ist dieser: die Verminderung des Lehrstoffes ist nur möglich durch einfachere Gestaltung der Examina. Nehmen wir die grammatikalischen Prodnctionen ganz aus dem Abiturienten - Examen heraus und legen sie ein oder zwei Klassen tiefer, lassen sie da ein Examen machen, ein technisch grammatikalisches Examen, dann können Sie die jungen Leute prüfen, so scharf Sie rtioffen, dann können Sie an dieses Examen die Freiwilligen- Hrüfung knüpfen und außerdem für denjenigen, der Offizier rverden will, das Fähnrich-Examen damit verbinden, so daß Lr dasselbe nicht mehr zu machen braucht. Sobald wir die Examina in dieser Beziehung modificiren und die Gymnasien ütt dieser Weise erleichtert haben, dann wird das Moment nieder zur Geltung kommen, das in der Schule und speciell in den Gymnasien verloren gegangen ist: die Erziehung, die Characterbildung. Das können wir jetzt beim besten Willen nicht, wo 30 Knaben in der Klasse sind und ein solches Pensum zu bewältigen haben, und außerdem ost junge Leute den Unterricht ertheilen, deren Character noch häufig selber ausgebildet werden muß. Hier möchte ich das Schlagwort, das ich von dem Geheimen Rath Hinzpeter gehört habe, anführen: „Wer erziehen will, muß selbst erzogen sein." Das kann man von dem Lehrerpersonal jetzt nicht durchweg behaupten. Um die Erziehung zu ermöglichen, müssen die Klassen in Bezug auf die Schülerzahl erleichtert werden. Das wird aus dem Wege, den ich eben beschrieben habe, geschehen. Dann muß davon abgegangen werden, daß der Lehrer nur dazu da ist, täglich Stunden zu geben, und daß, wenn er sein Pensum absolvirt hat, seine Arbeit beendigt ist) wenn die Schule die Jugend so lange dem Eltcrnhause entzieht, wie es geschieht, dann muß sie auch die Erziehung und die Verantwortung für diese übernehmen. Erziehen Sie die Jugend, dann haben wir auch andere Abiturienten. Ferner muß von dem Grundsatz abgegangen werden, daß es nur aus das Wissen ankommt und nicht aus das Leben) die jungen Leute müssen für das jetzige praktische Leben vorgebildet werden." „Ich habe mir einige Zahlen ausgeschrieben, die statistisch interessant sind. Es gibt in Preußen Gymnasien und Pro- gymnasien 308 mit 80,979 Schülern, Realgymnasien und Real-Progymnasien 172 mit 34,465 Schülern, lateinlose Ober-Realschulen und höhere Bürgerschulen 60 mit 19,893 Schülern. Es erwarben die einjährig-freiwillige Berechtigung aus den Gymnasien 68 Procent, auf den Realgymnasien 75 pCt. und auf den lateinlosen Realanstalten 38 Procent. Das Reifezeugniß bei dem Abiturientenexamen erwarben auf den Gymnasien 31 Procent, aus den Realgymnasien 12 Pro- cent und aus den Realschulen 2 Procent. Jeder Schüler der genannten Anstalten hat etwa 25,000 Schul« und Hausarbeitsstunden und ungesähr nur 657 Stunden, darunter Turnstunden. Das ist ein Uebermaß der geistigen Arbeit, das entschieden herabgedrückt werden muß. Für den Zwölf-, Dreizehn- und Vierzehnjährigen in Quarta und Tertia beträgt einschließlich des Turnens und Singens die wöchentliche Stundenzahl durchschnittlich 32, steigt in einzelnen Anstalten auf 35 und in der Tertia des Realgymnasiums, sage und schreibe, 37 Stunden. Nun, meine Herren, wir sind alle mehr oder minder gereift und arbeiten, was wir können, aber aus die Dauer würden wir eine solche Arbeit auch nicht aushalten. Die statistischen Angaben über die Verbreitung der Schulkrankheiten, namentlich der Kurzsichtigkeit der Schüler, sind wahrhaft erschreckend, und für eine Anzahl von Krankheitserscheinungen fehlt es an einer allgemeinen Statistik noch. Bedenken Sie, was uns für ein Nachwuchs für die Landes- vertheidigung erwächst. Ich suche nach Soldaten, wir wollen eine kräftige Generation haben, die auch als geistige Führer und Beamten dem Vaterlande dient. Diese Masse der Kurzsichtigen ist meist nicht zu brauchen, denn ein Mann, der seine Augen nicht brauchen kann, wie will der nachher viel leisten? In Prima steigert sich in einzelnen Fällen die Zahl der Kurzsichtigen bis auf 74 pCt. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß wir, trotzdem wir in Kassel ein sehr- gutes Zimmer hatten, das Lehrerconferenzzimmer mit einseitigem schönen Licht und guter Ventilation, die auf Wunsch meiner Mutter angebracht wurde, doch unter 21 Schülern 18 mit Brillen hatten, und zwei darunter, die mit der Brille nicht bis an die Tafel sehen konnten. Diese Sachen verur- theilen sich von selber, da muß eingeschritten werden, und deß- halb halte ich es für sehr dringend, daß die Frage der Hygiene schon in den Vorbereitungsanstalten für die Lehrer ausgenommen werde, die Lehrer einen Cursus darin erhalten und die Bedingung daran geknüpft wird, jeder Lehrer, der gesund ist, muß turnen können, und jeden Tag soll er turnen. Meine Herren! Das sind im Allgemeinen die Gesichtspunkte, die ich Ihnen zu entwickeln habe, Dinge, die mein Herz bewegt haben, und ich kann nur versichern: die massenhaften Zuschriften, Bitten und Wünsche, die ich von den Eltern bekommen habe, obwohl wir Väter von meinem verehrten Herrn Hinzpeter im vorigen Jahre für eine Partei erklärt wurden, die bei der Erziehung der Kinder nicht mitzureden hätten, legen mir, als allgemeinem Landesvater, die Pflicht auf, zu erklären: „Es geht nicht so weiter, meine Herren, die Männer sollen nicht durch Brillen die Welt ansehen, sondern mit eigenen Augen, und Gefallen finden an dem, was sie vor sich haben, ihrem Daterlande und seinen Einrichtungen. Dazu sollen Sie jetzt Helsen!" Deutsches Reich. Aus Kurhefsen, 7. December. Die Mittheilung eines demokratischen Blattes, dem zufolge der Kaiser die Errichtung einer Kriegsschule in Hersfeld vorläufig abgelehnt und Kulm hierfür in Aussicht genommen hätte, trifft zur großen Freude der Einwohner Hersselds nicht zu. Nach sofort eingezogenen telegraphischen Erkundigungen bei dem Reichstagsabgeordneten des Kreises, Herrn Landrath Frhr. v. Schleinitz, ist in Berlin von einer derartigen Aenderüng nichts bekannt. Ueberdies sind erst gestern Schriftstücke in Hersfeld eingegangen, welche bauliche Aenderungen in der Kaserne betreffen und aus keine Aenderüng des früheren Beschlusses hindeuten. Auch Erkundigungen an zuständiger Stelle in Kassel bestätigen, daß die Kriegsschule nach Hersfeld kommt. Arrsland. Petersburg, 8. December. Nach der „Moskauer Ztg." geht dem Reichsrathe demnächst ein Gesetzentwurf zu, wonach die Rechte des baltischen Adels und des russischen derart nivellirt werden sollen, daß ersterer keine Vorzüge mehr vor dem letzteren genießen dürfe. Chicago, 6. December. Eine Depesche aus Pineridge berichtet, daß 31 Häuptlinge der feindlichen Indian erst ämme gestern eine Zusammenkunst bei General Brooke gehabt haben, welcher alle Forderungen der Indianer zugestanden hat. Dieselben berathen jetzt über Vorschläge, nach welchen den Indianern gestattet werden soll, näher an die. Agenturen zu kommen. Netteste Nachrichten. WolffS telegraphisches Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 7. December. Dem Vernehmen nach ist dem Bundesrath ein Entwurf wegen Abänderung des Gesetzes über die Besteuerung des Branntweins zugegangen. Berlin, 8. December. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, welche das Verbot der Einfuhr von Schweinen, Schweinefleisch und Würsten dänischen, schwedischen und norwegischen Ursprungs aufhebt. Die Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündigung in Kraft. — Der „Reichsanzeiger" hebt aus der Begründung des Entwurfs, betreffend die kaiserliche Schutztruppe in Ostafrika, hervor, die Umwandlung der Truppe des Reichs- commissars in eine kaiserliche sei zw einer unaufschiebbaren Nothwendigkeit geworden. Im Interesse des moralischen * Elements der Schutztruppe sei es erforderlich, die deutschen Angehörigen derselben auf gleiche Stufe mit den Angehörigen des Reichsheeres zu stellen. Berlin, 8. December. Schulenquete. Schluß dee Samstagssitzung. Volkmann (Pforta) will nur geringe Beschränkung des klassischen Elements concediren. Schottmüller sprach sich für Beschränkung aus. Helmholtz kennzeichnete die Anforderungen für den naturwissenschaftlichen Unterricht an den Gymnasien. Stauder gab thatsächliche Mittheilungen über die einschlägigen Verhältnisse; er hält eine Verminderung der Stundenzahl nur bei Einschränkung des altsprachlichen Unterrichts für möglich. Fortsetzung Dienstag Vormittag 10 Uhr. Berlin, 8. December. Die „Post" kann auf Grund der sichersten Informationen mittheilen, daß es bei den bisherigen Ansätzen des Militäretats sein Bewenden haben wird und keine nachträgliche Forderung zu erwarten ist. Breslau, 8. December. Die „Schlesische Zeitung" berichtet : Der erste in Schoppinitz eingetroffene, einer Berliner Firma gehörige Transport lebender russischer Schweine enthielt unter 107 Stück 30 an Maul- und Klauenseuche erkrankte. Da russischerseits der Rücktransport verweigert wurde, erfolgte die Abschlachtung des ganzen Transports in dem öffentlichen Schlachthause zu Beuthen. Hamburg, 8. December. Der Hauptverein des Evangelischen Bundes wird zur Wahrung der deutschen protestantischen Interessen eine Petition gegen Wieder- aufhebung des Jesuitengesetzes an den Reichstag absenden. Hamburg, 8. December. Dem „Hamburgischen Corre- spondenten" zufolge hätte der Kaiser einen Bericht über den Cigarrenarbeiter-Strike eingefordert. Der Vorsitzende des Tabak-Fabrikanten-VereinS sei nach Berlin gereist, um die betreffenden Schriftstücke vorzulegen. Wien, 8. December. Der Congreß der Bergarbeiter, aus dem auch einige Reichstagsabgeordnete erschienen waren, beschloß mehrere Resolutionen betreffs deL allgemeinen Wahlrechts und der Verbesserung der Lage der Arbeiter. Bern, 8. December. Der Commiffar Künzli berichtete heute dem Bundesrathe über die Verhältnisse in Tessin. Das dorr stehende Bataillon wird am 20. December entlassen. Künzli kehrt einstweilen nicht nach dem Tessin zurück. Paris, 8. December. Der „Temps" erkennt heute in einer Beurteilung der Rede des deutschen Kaisers zur Schul frage an, daß Kaiser Wilhelm eine Schulreform im Sinne des modernen Fortschritts auf die Tagesordnung gesetzt habe. Frankreich möge sich bei dieser immer dringenderen Reform nicht überflügeln lassen. London, 8. December. Wie das „Bureau Reuter" aus Kairo meldet, beabsichtigt die egyptische Regierung, im nächsten Jahre 100,000 Pfund ans dem Ertrage des Militärloskauss und 60,000 Psnnd andere Steuern abzuschaffen. i_ i --—«—■>q—WWgw—WWE Der Ortggeumbverkill Gießen. Rückblick und Mahnwort am Abschlüsse seiner 50 jährigen Wirksamkeit. (Fortsetzung.) Im Januar 1888 bereits konnte das 50jährige Bestehen unserer Handwerkerschule, welche während der zwei ersten Jahre ihrer Kindheit auf eigenen Füßen stehen mußte, gefeiert werden und es war eine dankbare Ausgabe für den damaligen Festredner, Herrn Professor Dr. Buchner, mittelst graphischer Darstellung ein anschauliches Bild von dem erfreulichen stetigen Wachsthum der Schülerzahl zu geben. Die alljährlich veranstaltet werdenden Ausstellungen der gefertigten Zeichnungen zeugen sowohl von der Tüchtigkeit und Sorgfalt der Lehrer, wie von dem Fleiß und ernsten Streben unserer Schüler! Leider können wir hierbei nicht verschweigen, daß die jungen Handwerker der umliegenden Städtchen und Dörfer mit größerem Eifer von dem, was der Verein ihnen bietet, Gebrauch machen, als diejenigen unserer Stadt selbst. Die größere Zahl unserer Schüler kommt aus der Umgegend; diese lassen sich weder Mühe noch weite Wege verdrießen, um sich für ihre Weiterbildung das nutzbar zu machen, was die Schulen des Vereins ihnen bieten. Soviel von unfern Ausgaben und Leistungen, von unserer Vereinsleitung und von nnsern Schülern und jetzt noch ein Schlußwort von unsern Mitgliedern oder besser „Nichtmitgliedern". — Zahlen mögen sprechen: Der Mitgliederbestand unseres Landesgewerbvereins war im April d.J. (It. Gewerbebl. Nr. 18 d.J.) 4358 Mitglieder, welche sich, indem wir sie nach der größeren Mitgliederzahl umgruppiren, aus die einzelnen Städte und Orte unseres Landes wie folgt vertheilen: Darmstadt 569 Mitgl. । Uebertrag 3427 Mitgl. Mainz 564 • t Butzbach 57 ff Offenbach 271 ff Fürth i. O. 55 ff Worms 253 H Griesheim 55 ff Pfungstadt 148 ff Ober-Ingelheim 54 ff Alsfeld 110 // Babenhausen 53 ff Gießen 105 n Grünberg 53 ff Wörrstadt 103 ff Langen 48 ff Bingen 100 ff Ober-Ramstadt 45 ff Friedberg 93 ff Schotten 44 ff Rüsselsheim 90 1 • Sprendlingen 42 ff Nen-Jsenburg 89 f f Guntersblum 40 f f Büdingen 88 n Heppenheim 40 ff Oppenheim 69 u Groß-Steinheim 39 ff Michelstadt 69 ff Wöllstein 38 ff Lich 69 f f §er6ftein 37 ff Bensheim 68 ff Altenstadt 31 ff Groß-Gerau 68 ff Echzell 29 ff Nidda 67 // Alzey 28 ff Bad-Nauheim 67 ff Erbach 27 ff Groß-Umstadt 67 ff Hirschhorn 27 ff Schlitz 63 ff Homberg a. d. O. 26 ff Vilbel 61 ff Beerfelden 25 ff Eberstadt 60 ff Lauterbach 24 f f Dieburg 59 ff Westhosen 14 /, Hungen 57 Zusammen 4358 Mital. Zu übertragen 3427 Mitgl. Also unsere Provinzial-Haupt- und Universitätsstadt Gießen mit nahe 21 000 Einwohnern, mit blühendem Handel und Fabriken, mit zahlreichen Gewerben und selbstständigen Handwerksmeistern, mit ihrem regen Verkehr, mit zahlreichen Beamten, Fabrikmeistern, Vorarbeitern re. stgurirt in vorstehender Statistik mit nur 105 Gewerbvereinsmitgliedern, läßt sich überflügeln von Alsfeld und Pfungstadt und nahezu erreichen von Wörrstad t, Bingen und Friedberg! Worms aber hat nahe 2* */-mal soviel Mitglieder als Gießen! Dieser gegen alle andern Städte unseres Landes beschämend geringe Mitgliederbestand hat den Gejammtvorstand unseres Vereins veranlaßt, es einmal mit einem Mahn- wort zu versuchen, um in weiteren Kreisen Interesse für den Verein und seine oben geschilderten Bestrebungen wach- zurusen. Insbesondere sehlen unserm Vereine die jüngeren selbstständigen Handwerker, welche in vielen andernOrtsgewerbvereinen gerade den Kern derMitgliederschast bilden und deren viele in dem Gewerbverein die einzige Gelegenheit in unserer Stadt selbst finden, die für ihr be- sonderes Gewerbe erforderlichen theoretischen Kenntnisse sich anzueignen durch ein strebsames Einwirkenlassen und Sich- zueigeumachen der verschiedenen oben geschilderten Gaben und Mittel des Vereins. Sollte das Anhören von Vorträgen, welche gemeinnützige oder besondere Wissensgebiete behandeln, die sich daran anknüpsende Discujsion, die Benutzung der werthvollen technischen Bibliothek, sei es an einem im Vereinslocal besonders eingerichteten Leseabend oder in häuslichen Muse- stunden, das Studium der in den Zeitschriften in vorzüglichen Abhandlungen und Abbildungen gegebenen Vorbilder aus dem Gebiete des besonderen Berufs, der Kunst oder Kunstindustrie, die Lectüre des Gewerbeblattes, welches in seinen zahlreichen belehrenden Abhandlungen den verschiedenen Berufsarten des gefammten Landesgewerbvereins möglichst Rechnung trägt, das Jnteressenehmen an der Thätig- keit und Entwickelung der Handwerkerschule — sollte dies alles nicht von dem besten Einfluß sein auf Ausbildung und Leistungsfähigkeit strebsamer Handwerker? „Das Handwerk geht mehr und mehr in Kopswerk über, Verstandesarbeit tritt als Gehilfin zur Kraft und Geschicklichkeit der Hände" sagt ein Berufener und „Alle prac- tischen Arbeiten sollen durchweht sein von den Errungenschaften der Theorie" ein anderer! Erheben sich nicht zahlreiche stattliche Ne ub aut eil in unserer Vaterstadt, welche immer größere Ansprüche stellen an die Leistungssähigkeit aller betheiligten Geschäftsleute, sicher vielen als Mahnzeichen dienend, Zeit und Gelegenheit zu nützen, um sich auf der Höhe ihrer Aufgaben zu halten. — Sollte nicht auch das sich zum Schutze der tüchtigeren Geschäftsleute und zur Erzielung guter Arbeiten mehr und mehr einbürgernde neue Submissionsv er fahr eil, welches auch die theoretische Befähigung des Handwerkers mehr in Anspruch nimmt, will er nicht beiseite stehen im Wettbewerb, oder gar Schaden ris- kiren, manchem Handwerker ein Ansporn sein, in Verbindung zu treten mit dem Gewerbverein unb sich seiner Förderung theilhaftig zu machen? Der Kaufmann, welcher mit kunstindustriellen Gegenständen handelt, der Fabrikant und Kunstindustrielle, welcher sie anfertigen läßt und der Künstler, welcher sie anfertigt — haben sie nicht alle ein Interesse daran, die Leistungsfähigkeit anderer Geschäfte und Ateliers, sowie deren Einrichtungen und Vortheile kennen zu lernen, ihr Kunst- verständniß immer mehr auszubilden, umsomehr, als sie auch das kaufende Publikum mehr und mehr ausgerüstet finden in der verständnißvollen Beurtheilung kundindustrieller Gegenstände? Seit ein Reuleaux von der Weltausstellung zu Philadelphia aus seinen — wenn vielleicht auch etwas allzu ernsten — Mahnruf über die deutsche Kunst und Industrie hat ergehen lassen, ist es anders geworden in diesen Dingen, einsichtsvolle Regierungen haben namentlich infolgedessen Einrichtungen getroffen, welche besser als vordem geeignet sind, das Kunstverständniß zu fördern und in Schulen und gebildeten Familien wird der Zeichenkunst eine immer höhere Beachtung zu Theil. (Schluß folgt.) Cocale» und pr winsle Gießen, 9. December. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 11. December 189 0, Nachmittags 4 Uhr: 1. Wegherstellungen auf dem Friedhof. 2. Die Goethe- straße. 3. Decretur von Kostenrechnungen. 4. Herstellungen in der Löwengaffe. 5. Verwaltungsrechenschaft pro 1889/90. — Theater. Aus den neulich gemachten Mittheilungen des Herrn Reiners über die Lage, in der sich sein Theater befindet, haben wir mit ausrichtigem Bedauern entnommen, daß in noch viel höherem Maße, als wir dies seither haben annehmen zu müssen geglaubt, dem „Neuen Theater" jene Unterstützung säst völlig versagt zu sein scheint, ohne die selbst eine so energische und opferfreudige Direction, wie die des Herrn Reiners, auf die Dauer höher gehenden Ansprüchen kaum würde genügen können. Um so anerkennenswerther ist es, daß Herr Reiners sich trotz alledem wiederum entschlossen hat, auf eigenes Risico hin seinem Publikum einen künstlerischen Genuß durch das Engagement eines der hervorragendsten Vertreter des Bonvivantsaches zu bieten, wie ihn uns die Theater in Darmstadt und Frankfurt auch nicht höher gewähren können. Wir hoffen, daß das künstlerische Interesse unserer Stadt, das sich in der Gründung des Theatervereins neuerdings lebhafter auszusprcchen scheint, jedes, auch dieses künstlerische Streben willkommen heißen und fördern, aber nicht gerade vor Herrn Reiners Halt machen wird. — Der Gast, Herr Adalbert Brümmer, Kaiserlich russischer Hosschaufpieler von dem deutschen Theater in Petersburg, hat vor dem Gießener Publikum in der Rolle des Reif in „Krieg und Frieden" debutirt. Ueber das Stück selber zu reden erscheint unangemessen, da sich ja das Moser'sche Lustspiel — ob mit Recht oder Unrecht, mag dahingestellt bleiben — einer nahezu allgemeinen Bekanntheit und Beliebtheit erfreut. Man kann nicht eigentlich sagen, daß die Partie des Reif im Mittelpunkt der Handlung stehe — einen solchen hat das Stück überhaupt nicht —, jedenfalls aber ist sie diejenige, deren Characteristik vom Dichter mit der größten Sorgfalt und Liebe vorgenommen worden und am treffendsten gelungen ist. Möglicherweise haben wir indessen diesen Eindruck der vorgestrigen Vorstellung allein aus das glänzende Spiel des Gastes zurückzusühren, der in der That mit weltmännischer Gewandtheit und Sicherheit ein Cabinetsstück darstellerisch Überzeugender Characteristik des Lieutenants von Reif-Reislingen lieferte. Selbst Diejenigen, welche in Bezug auf Theatergenüffe vollkommen blasirt sind, werden an dem ganz hervorragenden Spiele Brümmers eine ungetrübte Freude haben. Zugleich muß anerkannt werden, daß unsere einheimischen Darsteller ausnahmslos mit vollem Gelingen alle Kräfte ausboten, um nicht hinter dem Gaste zurückzubleibcn. Ausdrücklich hervorheben wollen wir namentlich das temperamentvolle Spiel von Frau Anni Reiners in der daükbaren Rolle der Ilka. — Um dem besonderen Wunsche vieler Musikfreunde | nachzukommen, hat Herr Musikdirector Krauße bereitwilligft 1 nächsten Donnerstag in Steins Garten ein Extra Concert arrangirt, welches in Form der bisherigen Winter Abonue- ments-Concerte stattfinden wird. Die seither musiköde Zeit wird dadurch belebter werden. Das Programm, so reichhaltig und ausgewählt wir dasselbe von unserer so bewährten Regimentsmusik gewöhnt sind, bietet auch zu diesem Concerte mannichsaltige Abwechselung. Zur Aufführung kommen u. A.: Ouvertüre zur Oper „Titus" (Mozart), „Lustige Weiber" (Nicolai), „Tell" (Rossini), 9. Concert für die Violine (Beriot), Variationen für Flöte (Heynemeier) 2C. Rich. Eilenberg, der beliebteste Salon-Componist der Neuzeit, wird durch seine so characteristische als schwungvolle italienische Einte: „Am Golf von Neapel" vertreten fein. — Die angenehmste Ueberraschnng wird der Frau, der Tochter oder einer Braut am Weihnachtsseste dadurch bereitet, daß ihr eine Gabe geboten wird, deren Ansehen ein freundliches und deren practischer Werth von Dauer ist. Eine Festgabe dieser Art wird stets eine Nähmaschine sein, denn als Zimmerschmuck wird jedes Auge mit Wohlgefallen auf ihr ruhen und als Gehülfin der Hausfrau ist sie gar nicht hoch genug zu schätzen. Dieses wissen die Frauen auch am besten selbst, zumal da, wo kleine Weltbürger dafür sorgen, daß die Arbeit des Nähens kein Ende nimmt. Welche Nähmaschine wählt man aber beim Ankauf, da es doch so viele Arten derselben gibt? Die besten stammen aus der Fabrik der Singer Manufacturing Co.; ihnen geht der Ruf voraus, daß sie aus allen Weltausstellungen als bestes und bewährtestes Fabrikat prämiirt wurde, so in diesem Jahr wieder in Köln mit dem Ehrendiplom und dem Ehrenpreis der Stadt Köln, und daß über neun Millionen im Gebrauch sind. Solche Thatsachen bieten die sicherste Garantie. Wähle man also eine Original Singer Nähmaschine, die sich nur in den Geschäften des Herrn G. Neidlinger, am hiesigen Platze Asterweg Nr. 6, vorfinden und der Käufer wird sich gestehen, daß er die beste Wahl traf. Minderbemittelten ist der Ankauf durch Theil- zahlungen erleichtert und gründlicher Unterricht wird durch geschultes Personal des Geschäfts gratis ertheilt. — Für die Lokomotivführer werden Seitens der königl. Eisenbahn - Direction Berlin nicht unerhebliche dienstliche Erleichterungen für die Dauer ihrer Fahrten geplant. Es werden nämlich gegenwärtig in dem technischen Bureau Entwürfe zur Anbringung eines entsprechenden Sitzes auf der Locomotive und einer theilweisen Ueberdachung des Tenders ausgearbeitet. Man ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Dienst aus der Locomotive, wie er jetzt ausgeübt werden muß, den Führer zu sehr ermüdet, und daß er in Folge dessen die bis zur Beendigung seiner anstrengenden Fahrten unbedingt nothwendige Frische nicht bewahren könne. Auch will man diese verantwortlichen Beamten durch die Ueberdachung des halben Tenders gegen die so verderbliche Zugluft schützen. Diese Fürsorge der Behörde verdient sicherlich allseitige Anerkennung. — Wir werden gebeten^ die für den Verkehr aus der Haltestelle Friedelhausen bei Odenhausen an der Main-Weser- Bahn sich darbietenden Fahrgelegenheiten wiederholt zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Es sind dies folgende Züge in der Richtung Gießen-Frankfurt: 558, 722 und 1114 Vormittags, 225 und 736 Nachmittags. In der Richtung Marburg-Cassel halten folgende Züge an: 648 und 824 Vormittags, 201, 456 und 931 Nachmittags. Der letztgenannte Zug hält nur nach Bedarf an. Bad-Nauheim, 7. December. Der Vorsitzende des Kurvereins hat in einer weiteren Eingabe nochmals auf beir starken Personenverkehr im Sommer, besonders an Sonntagen, aus hiesiger Station bei dem Abends um 8 Uhr 47 Min. von hier nach Frankfurt abgehenden letzten Zug aufmerksam gemacht, und wurde derselbe von der Eisenbahn- Behörde dieser Tage um weitere Mittheilung gebeten, auf welchen Stationen seines Erachtens ein solcher Zug würde halten müssen. Bad Nauheim, 7. December. Die Unterhaltungskosten für den Park und die Anlagen sind im Staatsbudget pro 1891/94 mit 18,000 Mk. pro Jahr, 4000 2J?L mehr wie in dem Staatsbudget pro 1888/91, in Rechnung gebracht. Für besondere Herstellungen daselbst sind u. a. in Aussicht genommen: Gründliche Herstellung der Wege im Park, veranschlagt zu 6900 Mk.; Umbau und Verlegung des offenen Salinenkanals von dem Glashüttenwehr an bis an das Kunstrad zu einem verdeckten Röhrenkanal, veranschlagt zu 5,600 Mk.; Erbauung eines eisernen Steges über die Usa, dem Badehause IV gegenüber, veranschlagt zu 18,000 Mk./ Erbauung eines Steges über die Usa am Teiche, veranschlag! zu 9000 Mk.; Neubau von Wegen, veranschlagt zu 18,000 Mk. Schotten, 7. December. Nach der Volkszählung am 1. December d. I. hat Schotten 2021 Einwohner (1885: 2010). Büdingen, 6. December. Die Volkszählung ergab 2822 Personen. Die Zunahme seit 1885 beträgt 105. Weickartshain, 7. December. Die Einwohnerzahl unseres Dorfes beträgt nach der am 1. d. M. stattgehabten Zählung 352. Verglichen mit dem Ergebniß der vorletzten Volkszählung, ist eine Zunahme von 20 Seelen zu verzeichnen. * Seligenstadt, 7. December. Die am Montag vollzogene Volkszählung ergab für die hiesige Stadt eine Bevölkerung von 3692 Seelen. Im Vergleiche zur Bevölkerungsziffer von 1885 (3741) ist auffallender Weise eine Abnahme von 49 Personen zu verzeichnen. * Volkszählungsergebuifse. Magdeburg 200,071, Altona 144,636, Stettin 116,000, Karlsruhe 73413. — Die stärkste Zunahme unter allen deutschen Städten hat Charlottenburg bei Berlin erfahren, welches vor fünf Jahren 42,000 Einwohner zählte, jetzt aber 76,400. Die Zunahme beträgt also 85 Procent. .. 7 Decerl ' & lu0i‘ hat öur Mimend/ , Stiftung i« 3^tebSg ttn® «Ä SSL- Ä» KäÄ» ^'vr.C. Merk ist Mratur am Oueens Colle ^r^drich übernommen jfr "L Die Be-tüttirrS [Itfien Körper wird beim j Mn begreift nicht, daß eh jmtflen, welche über Blu Herzklopfen, Schwindelanb schlag k. zu klagen haben, Verdauung und Ernähm Allen leisten bekanntlich di Meii (Preis ä Schachtel 1 besonders auch von den Fr allen anderen Mitteln oorg besonderer Beachtung des i Schweizerpillen. Halte m als Etikette ein werges Kre Apolhekcr Richard Brandti sehenden Schachteln sind z Bckmlm Der Dünger aw Grube im Schlachthaus tag, 13. diesed M Marztz 11 Uhr, an i mWeiend versteigert ließen, 6. December GrH. Sürgermeifte &nautt). M-Mei Otto M Selkriwe RfWt Taschi Herren Oefi p» j 9£6et »uirnaj it IL2aPPelr^ Wie au Billigste ? Shherßo feinen ^uumoUni Noch wichtigere Dienste wird dis sehr geschickt, bequem und über- fichtlich angelegte Buch dem unerfahrenen Menschen leisten, der stets anzustotzen und zu verletzen fürchtet. Hier erfährt man, wie man sich im Salon, bet Hof, auf Reisen, im Wtrthshaus, gegen Vorgesetzte, Damen, Untergebene, fremde Kinder, auf Bällen, Hochzeiten, Taufen zu benehmen hat; auch das heikle Capttel der Titulaturen, ferner das Vorstellen, Verloben, Besuchemachen rc. ist nicht vergesien. Die Artikel dieses Lexikons sind überaus anmutbige, reizende Feuilletons voll Geist, mit Humor und Poesie vielfach gewürzt. Nicht in trockenem Tone gibt der Verfasser Anweisungen über das rechte Verhalten, nicht als Pedant predigt er eine philisterhafte Moral, sondern in köstlichen Abschnitten, oft wahren Cabtnets- ftückchen, versteht er den Leser zu fesseln und so, indem er unterhält, seine ebenso weisen als practtschen Lebensregeln einzuflößen. Wer aus Erfahrung weiß, wie wichtig passende Umgangsformen in allen Lebenslagen sind, und wer insbesondere schon erlebt hat, welch schwere Nachthelle der Mangel an solchen im Gefolge haben kann, der wird das prächtige Buch mit Freuden brgrüßen. Vermöge seines eigenartigen, anziehenden Inhalts verdient Adelfels' Lexikon der feinen Sitte in erster Reihe einen Platz auf den Büchertischen der guten G.sellschaft. Verkehr, Land- uttö Dolf»mirtbld>oft. Marburg, 8. December. Die Abhaltung des auf den 18. d. M. angesetzten Schweinemarktes wird voraussichtlich wieder genehmigt werden, nachdem sich heute Morgen das hiesige Viehmarkt-Comitö, unterstützt von dem Herrn Oberbürgermeister, mit einem diesbezüglichen Gesuche an das Kgl. Landrathsamt bezw. an die Kgl. Regierung in Cassel gewandt hat. i Gietzen, 9. December. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. 1,10—1,15, Hühnereier 1 St. 7-9, 2 St. — H, Enteneier 1 St.--H, 2 St. — Käse pr. St. 5—8 Käsematte pr. St- 3 Erbsen pr. Liter 20 4, Linsen pr. Liter 27 H, Tauben pr. Paar X 0,90—0,60, Hühner pr. Stück 0,80—1.00, Hahnen pr. Sb 0,90—1,20, Enten pr- Stück JL 1,50—1,70, Ochsenfleisch pr. Pfd- 70—74 Kuh- und Rindfleisch 60—64 H, Schweinefleisch 64—70 H, Hammelfleisch 62—68 A, Kalbfleisch 60- 64 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 5,C0-0,00, Weißkraut vr St- 3—7 -Ä, Zwiebeln per Centner X 5,00—0,00, Milch per Liter 12-18 Gänse pr- Pfd. 46-58 Butzbach, 6. December. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund JL 1,00—0,00, Käse per Pfund 45—46 Eier zwei Stück 15 «riedberg, 6. December. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. JL 1.05-1,20. Eier 1 St. 8 2 St. 16 itens der königl. bliche dienstliche n geplant., ES len Bureau M- ’nuPföbe atit "7 !°L ÄS: °?vlen u. A • “1M lä ■ .1« Äev H btt ’M beteiftt '!? ein sreund- .’?• Eine Fest- |ein/ denn als °llen ans r« nicht hoch « besten mHbie W Nählnaschwe dlele Arten der- lbrik der Singer daß ftt aus festes Fabrikat 1 ^öln mit dem Köln, und daß l>lche Thatsachen 0 eine Original ästen des Herrn >eg Nr. 6, dop er die beste ■A durch Theil- 'icht wird durch * Mainz, 7. December. Der städtische Finanzausschuß hat zur Feier des 100jährigen Bestehens des 4. Gr. Hess. Infanterie-Regiments, welche Feier im Januar n. Js. in unserer Stadt abgehalten werden soll, eine Summe von 1500 Mk. zur Stiftung einer Ehrengabe bewilligt. * Frankfurt a. M., 6. December. Nach vorläufiger amtlicher Feststellung hat die ortsanwesende Bevölkerung dahier am 1. December 179 666 Seelen betragen. * Die Einwohnerzahl der Insel Helgoland, welche im Jahre 1880 2001 betrug, beläuft sich nach den Ergebnissen der jüngsten Volkszählung aus 2086 Personen, und zwar 953 männlichen und 1193 weiblichen Geschlechts. Unioevfitäts«Nachrichten. — In der philosophischen Facultät der Universität Göttingen hat sich Dr. phil. Gercke habilttirt. — Die theologische Facultät der Universität Göttingen hat die Confistorialräthe Kahle und Schuster in Hannover und den Superintendenten Hartwig in Göttingen, der als Generalsuperintendent nach Celle berufen ist, zu Ehrendoktoren ernannt. — Aus Leipzig wird berichtet: Für das Lehrfach der Land- wirthschaft hat sich im Lause der letzten Tage Dr. Hucho innerhalb der philosophischen Facultät unserer Universität habilitirt. Im laufenden Wintersemester weift die hiesige Universität die höchste Frequenzziffer auf, welche jemals erreicht wurde. Die Zahl der immatriculirten Studirenden beträgt 3458, d. h. 4- 5 gegen das Vorjahr. — Dr. C. Merk tft zum Professor der deutschen Sprache und Literatur am Queens College in London, dessen Patronat die Kaiserin Friedrich übernommen bat, ernannt worden. — Die Bedeutung eines gesunden Blute- für den mensch lichen Körper wird beim Publikum noch ganz gewaltig unterschätz:. Man begreift nicht, daß eine sehr große Anzahl Leiden durchlfchlechtes, nicht gehörig zusammengesetztes Blut hervorgerufen werden. Diejenigen, welche über Blutarmuth, Blutandrang (Blutwallungen), Herzklopfen, Schwindelanfälle, Funkensehen, Bleichsucht, Hautaus- schlag rc. zu klagen haben, sollten dafür sorgen, durch eine geregelte Verdauung und Ernährung das Blut zu kräftigen. In solchen Fällen leisten bekanntlich die Apotheker Richard Brandts Schweizer- ptllen (Preis a Schachtel 1 Mk.) sehr schätzbare Dienste und werden besonders auch von den Frauen wegen ihrer angenehmen Wirkung allen anderen Mitteln vorgezogen. Man verlange aber stets unter besonderer Beachtung des Vornamens Apotbeker Richard Brandts Schweizerptllen. Halte man daran fest, daß jede ächte Schachtel als Etikette ein weißes Kreuz in rothem Feld hat und die Bezeichnung Apotheker Richard Brandts Schweizerptllen trägt. Alle anders aus- sehenden Schachteln sind zurückzuwetsen. 8690 Italiens Meine in Deutschland. Wie bald wir uns auch mit dem Hauptproducte unserer Freunde und Verbündeten jenseits der Alpen — den italienischen Weinen — befreundeten, seitdem die unter den Anspielen der Kgl. italienischen Regierung inS Leben getretene Deutsch-Italienische Wein- Jmport-Gesellschaft (bei welcher sich neuerdings weitere größere deutsche Capltalisten und italienische Rotabeln betheiligten) ihre Thätigkeit in Deutschland inaugurlrte, ergibt sich aus den vom Kgl. italienischen Ministerium für Handel und Ackerbau veröffentlichten Mittheilungen. Danach betrug der Export italienischer Weine nach Deutschland im letzten Jahre 120000 Hektoliter oder ea. 16 Millionen Flaschen — also über die Hülste mehr alS die Ausfuhr des vorhergegangenen Jahres. . Diese Zahlen erbringen wohl den besten Beweis, wie sehr die Weine vorerwähnter Gesellschaft dem deutschen Geschmack zusagen und dieser von der Gesellschaft erzielte großartige Erfolg zeigt auch, wie sehr es sich dieselbe hat angelegen sein lassen, dem deutschen Consumenten ein wohlschmeckendes, reines und wohlbekömmliches Glas Wein für mäßigen Preis zu liefern. Aber nicht allein die leichten, billigen, für den Massenconsmn berechneten Naturweine, wie Marca Italia, Vino da Pasto :c., sondern auch die so preiswürdtgen, edleren, feineren und ausgesuchten Marken der Gesellschaft, wie Chianti, Lacrima Cristi, Barolo rc., sowie die bdktöfen Dessertweine, rote Amarena, Marsala, Vermouth di Torino, Vino dolce und die Cognacs finden in den Kreisen anerkannter Kenner immer mehr Freunde und Verehrer, so daß auch in diesen besseren Marken der Consum sozusagen tagtäglich größere Dimensionen annimmt. Wie wir hören, reichen die von der Gesellschaft thells selbst erbauten, thells ermietheten großen Kellereien in Frankfurt a. M., München, Berlin und Hamburg für ihren Geschäftsbetrieb schon nicht mehr aus, so daß sich die Erwerbung weiterer größerer Lagerkeller dringend nöthia machte. Diesem Bedürfniß hat die Gesellschaft jetzt durch Ermiethung der großen, prächtigen Kellereien des Herrn Marquis Durazzo- Pallavicine in Peglt-Genua abgeholfen. Literatur uitfc Annst. — DaS Lexikon der feinen Sitte. Practisches Hand- und Nachschlagebuch für alle Fälle des gesellschaftlichen Verkehrs. Von Kurt Adelsels (Verfasser des „Lexikons des Lebensglücks"). Broschirt 3.60 Eleg. geb. 4.50 Verlag von Levy & Müller in Stuttgart. Ein überaus glücklicher Gedanke liegt diesem nun schon in dritter, vermehrter und verbesserter Auflage erschienenen Buche zu Grunde, das weit mehr hält, als der Titel verspricht. Wie oft kommt auch der gewiegteste Welt- und Menschenkmner in Verlegenheit, wenn er sich conect nach dem gesellschaftlichen Brauch benehmen soll. Sitzes auf der ig öes Tenders gekommen, datz usgeübt werden B er in Folge igenden Fahrten n könne. Auch urch die lieber; verderbliche Zug- rerdient sicherlich Verkehr auf der irr Main-Weser- wiederholt zur ne8 folgende Züge j58z 722 und ll14 der Richtung Qn: 648 und 8M Der letztgenannte ersitzende des Kur- ^ochmals auf deir r besonders au dem AdendS um -bg-hwd« * DonberSN*. unq gebeten, °»I Ufa *bt f,nb im «<* jfttÄ Ä-tfS * 8000* Teich-' N‘» ' in»? sw „.IUI.««'1 105 bett69l °ct!al)i ss iebn'6 7' ui «->' 0 Seel-" « Bekanntmachung. Der Dünger aus der großen Grube im Schlachthause soll Samstag. 13. dieses Monats, Vormittags 11 Uhr, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Gießen, 6. December 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen- Gnauth. 10266 Ieikgeöotenes. Otto Jiattjfctjfai), SelterSweg 11 [10251 empfiehlt Taschentücher für Damen, Herren und Kinder in reicher Auswahl zu billigsten Preisen. Cefeit: Regulirfüllöfen, Kochöfen, Wormser Oefen, Herde rc. in grober Auswahl bei [10270 J. Happei, Neustadt 56. Grösste Auswahl! Billigste Preise! in Damen- u. 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Gietl, München (t), Reclam, Leipzig (t), V. Nussbaum, München, Hertz, Amsterdam, V. Korezynski, Krakau, Brandt, Klausenburg, bei Störnngen in den Leberlciden, Hamorrhoi- Stuhlgang, zur Gewohn- verhaltnng Iinb daraus entstehenden Beschwerden, wie: Kopfschmerzen, Schwindel, Athemnoth, Beklemmung, Appetitlosigkeit -c. Apotheker Richard Brandt's Schwcizcrpillen sind wegen ihrer milden Wirkung auch von Frauen gern genommen und den scharf wirkenden Salzen, Bitterwässern, Tropfen, Mixturen re. vorzuziehen. Wermietfimigen. 10254] Die beiden seit langer Zeit von Herrn Reg.-Baumeister H o r st m a n n bewohnten Zimmer sind durch dessen Wegzug sofort oder per 1. Januar zu oer- miethen. Frau Dr. Franz Eckstein. 10268] Ein Logis, 3 Zimmer mit Zubehör, zu vermiethen. Ludwigsplatz 10274] Mein z. Z. von Herrn R Schmidt innehabenden Laden, event. Logis, zu vermiethen. S. Elsoffer, Mcnktslr. 27. Kaiser-Panorama, MäuSburg IS, parterre. 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