1890 Donnerstag den 10. Juli Nr. 157 Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Amtlicher Theil. --Jnspector zu ernennen. am Alle Annoncen-Burcaux deS In« und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. andhing und meinem erkauften Darmstadt, Großherzog Die Gießener Kamttien-lLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der tzietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. in das Fach einten. Msohn^ Gießen, 9. Juli. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 10. Juli 1890, Nachmittags 11 Weintet. "Ad, M. Mhrch, Vetttsches Reich. 8. Juli. Seine Königliche Hoheit der haben Allergnädigst geruht: am 3. Juli den des Dienstes eines Fabrikinspectors beaus- mit Versetzung _ tragten Friedrich Kraus in Darmstadt zum Fabrik- London, 8. Juli. ImOberhause erklärte heute Lord Salisbury, die gestrigen Vorkommnisse innerhalb der Polizei seien von den Zeitungen übertrieben worden. Die Ordnung in der Bowstreet-Station wäre schnell wieder hergestellt gewesen und neue Unruhen kaum zu befürchten, da gegen alle Ordlmngsstörungen hinreichende Vorkehrungen getroffen seien. Ueber den Vorgang der zeitweiligen Gehorsamsverweigerungen des Gardebataillons sei eine Untersuchung eingeleitet. Christiansand, 8. Juli. Das deutsche Geschwader, mit dem Kaiser an Bord, ist heute Vormittag um 10 Uhr ausgelaufen. Das Wetter ist regnerisch. Cettiuje, 8. Juli. Die Ermordung Bosco Martino witsch s, des Vetters des Fürsten von Montenegro, erfolgte aus Privatrache durch einen gewissen Savo Pocek, der Martinowitsch durch einen Revolverschuß tödtlich verwundete. Martinowitsch gab nach der empfangenen Verwundung seinerseits zwei Revolverschüsse auf Pocek ab, der sofort tobt niedersank, während Martinowitsch selbst seiner Verwundung kurz daraus erlag. Konstantinopel, 8. Juli. In diplomatischen Kreisen verlautet, die Pforte lasse soeben in London eine Note überreichen, in welcher sie, anknüpfend an die bisherigen Verhandlungen zwischen Rustem Pascha und Lord Salisbury und abweichend von der englischen Bedingung, die Festsetzung eines bestimmten Termins für die Räumung Egyptens verlangt und den Wunsch ausspricht, daß das Recht der event. Wiederbesetzung von Seiten Englands auch nur bis zu einem zu bestimmenden Zeitpunkte giltig sein soll. 4 Uhr: 1. Die directe Verbindung der Bahnhöfe in Gießen mit dem südlichen Stadttheile am Seltersberg. 2. Die Viehmarktplätze. 3. Gesuch des Turnvereins um Austausch von Gelände. 4. Anbau an den Hochbehälter. 5. Gesuch verschiedener Bewohner auf dem Seltersweg um Wiederherstellung des Brunnens im Bürgerhospital. 6. Erläuterung der Revisions-Bemerkungen zur Rechnung des städtischen Gas- und Wasserwerkes für 1888/89, insbesondere Bemerkung Nr. 19 und 27. — Da viele Mitglieder des Oberhesfischen Geschichtsvereins verhindert waren, an dem ersten Ausflug nach Marburg zur Besichtigung der Ausstellung über alle Zweige des Buchgewerbes theilzunehmen, so ist ein zweiter Pereinsausflug dahin geplant, au welchem selbstverständlich auch Nichtmitglieder theilnehmen können. Der Tag wird noch besonders bekannt gegeben und ist eine möglichst zahlreiche Betheiligung sehr erwünscht. — Das Reichs-Verficherungsamt hat an die Vorstände sämmtlicher, ausschließlich vom Reichs-Versicherungsamt ressor- tirenden Berussgenossenschaften ein Rundschreiben erlassen. In demselben wird auf die für das Jahr 1887 erschienene Statistik der entschädigungspstichtigen Unfälle verwiesen und den Berussgenossenschaften Maßnahmen zur Vermeidung von infolge Verletzungen eintretenden Blutvergiftungen empfohlen. Es ergibt sich aus dem Inhalt dieser Statistik, daß in 59 Fällen der Tod der durch Unfall Verletzten an hinzugetretener Blutvergiftung erfolgt ist. Dabei waren die Folgen der meist ganz geringfügigen Verletzungen großentheils deshalb so schwere, weil dieselben nicht von vornherein beachtet worden und ohne ärztliche Behandlung geblieben waren. So hatte beispielsweise eine durch das Anfassen eines glühenden Nietes herbeigesührte unbedeutende Brandwunde, welche vernachlässigt wurde, ferner eine beim Ansassen von Mauersteinen erlittene kleine Verletzung des Daumens, in welche Staub drang, den Tod der Arbeiter zur Folge. E. Aus Oberhessen, 7. Juli. Bei den in der Provinz Oberhessen im Jahre 1889 bestehenden 79 Telegraphenanstalten wurden 59 700 Telegramme ausgegeben, für welche 46 288 Mk. Gebühren erhoben wurden. Die Mehrzahl dieser Telegramme fällt naturgemäß auf Gießen, bei dessen beiden Telegraphenanstalten zusammen 22 068 Telegramme mit 15 916 Mk. Gebühren ausgegeben wurden. Der Zahl der Telegramme nach nimmt Bad-Nauheim mit 6022 Telegrammen den zweiten Rang ein, Friedberg mit 4289 Telegrammen den dritten, Alsfeld mit 2951 Telegrammen den vierten. E. Schotten, 8. Juli. Die Maul- und Klauenseuche in Ulrichstein, Eschenrod und Götzen ist erloschen. Betr.: Maul- und Klauenseuche. Bekanntmachung. Zu Büdingen ist bei einem Stück Rindvieh die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Gießen, den 7. Juli 1890. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Netteste Nachrichten. WoiffS relegropbiicheS Correspondenz-Bureau. Berlin, 8. Juli. Der „Reichsanzeiger" theilt über den weiteren Reiseplan des Kaisers mit, daß der Kaiser zunächst in Bergen Halt machen, alsdann in verschiedene Fjords einlaufen werde, an deren Ende er jedesmal die Landung zu wählen gedenke. Speciell sei eine Landtour von Elde nach Gudwangen über Toswangen in Aussicht genommen. Weiter nördlich als nach Molde und Moldefford über Aalesund beabsichtigt der Kaiser nicht zu gehen. Von Molde aus seien verschiedene Landpartien geplant, auf manche lohnende Partie wolle der Kaiser in Rücksicht auf die Heimath verzichten, da die zu erledigenden Regierungsgeschäfte ein längeres Fernbleiben nicht wünschenswert erscheinen lassen. — Das „Militärwochenblatt" veröffentlicht die Ernennung des Kronprinzen von Dänemark zum Ches des 14. Husarenregiments. Wien, 8. Juli. Das „Fremdenblatt" hebt mit großer Genugtuung die begeisterte Aufnahme der österreichisch- ungarischen Schützen in Berlin hervor. Darin präge sich die gegenseitige Sympathie der beiden Völker und ihr treues Festhalten am Bunde aus. Stimmungsvoll klangen die Worte des italienisches Schützenführers hinein, so daß das Schützenfest eine bemerkenswerte Kundgebung für die Friedensallianz ist. London, 8. Juli. Der „Times" wird aus Buenos Aires gemeldet, daß ein ernster Strike, begleitet von Ruhestörungen, im Salpetechafen Jquique (Chile) ausgebrochen ist- der Handels- und Schifffahrtsverkehr stocke. London, 8. Juli. Eine im Kriegs Ministerium abgehaltene Conserenz beschloß, nach dem Remer'schen Bureau, das Bataillon, welches sich gestern ungehorsam zeigte, vorläufig in der Kaserne zu consigniren. Es verlautet, daß ein herbeigerusenes Linien-Jnsanterie-Regiment im anderen Flügel der Kaserne einquartirt werden wird. — In Ausführung der kriegsministeriellen Beschlüsse ordneten die Militärbehörden an, daß die Mannschaften des widersetzlichen Bataillons vorerst in der Kaserne zu verbleiben haben und später verlegt werden sollen. Der Commandant des Londoner Militärbezirks verständigte das Bataillon davon, daß das East- Dorkshire-Regiment in die Wellington-Kaserne gelegt werde, um die Wachen zu beziehen und die anderen Obliegenheiten zu erfüllen. Das Regiment werde keineswegs zur Einschüchterung der Grenadiere oder aus Besorgniß vor weiteren Ordnungswidrigkeiten, sondern lediglich behufs Wahrnehmung des Dienstes nach der Kaserne commandirt. London, 8. Juli. Die Unruhen in Bowstreet dauerten bis heute früh 2 Uhr; um diese Zeit begann die Menge sich zu zerstreuen. Die durch die Volkshaufen angerichteten Zerstörungen sind beträchtlich; viele Häuser sind beschädigt, zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert. Viele Personen wurden verhaftet. London, 8. Juli. Die Unruhen in Bowstreet wurden heute gegen Abend, wie das „Reuter'sche Bureau" meldet, erneuert. Drei Constabler machten von ihren Stöcken Gebrauch. Drei andere Constabler, von der heulenden Menge verfolgt, wendeten sich mir anderen Polizeimannschasten gegen dieselbe, wobei eine Frau einen Srockschlag gegen den Kops erhielt. Als die Frau blutete, wurde die Polizei mit Holzstücken und mit Steinen beworfen. Mehrere Personen wurden daraushin verhaftet. Zur Herstellung der Ordnung griffen berittene Schutzleute ein und wurden 30 Constabler dorthin . gesandt. Vierteljähriger Avonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expeditiov und Druckerei: SchutstraßeAr.1. Fernsprecher 51. E. Friedberg, 7. Juli. Der Steuercommissär des Steuer- commissariats Friedberg Steuerrath Georg Schober wurde mit Wirkung vom 1. August d. I. an aus sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner mehr als sünszigjährigen treugeleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt und demselben aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Butzbach, 9. Juli. Der Steuercommissär des Steuer- commissariats Butzbach Steuerrath Johannes Hechler wurde mit Wirkung vom 1. August d. I. an, aus sein Nachsuchen, und unter Anerkennung seiner langjährigen treugeleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt und demselben aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz erster Klasse des Verdiyrst- ordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Butzbach, 8; Juli. Mittwoch den 16. Juli, Vormittags Don 9—12 und Nachmittags von 2—5 Uhr, findet die Wahl eines Bürgermeisters der Stadt Butzbach statt. Wahlberechtigt sind 388 Personen. Herbstein, 7. Juli. Sonntag den 13. Juli, Nachmittags 3 Uhr, findet zu Hörgenau in der Wirthschast derWittwe Eifert eine Versammlung statt, in welcher Herr Kreiswiesenbautechniker Kunz über „Wiesencultur" einen Vortrag halten wird. Alsfeld, 7. Juli. Ein Bürgermeister unseres Kreises (den Namen desselben, sowie der betreffenden Gemeinde wollen wir hier verschweigen) hat im April d. I. einem Gemeinde- Eingesessenen die nachfolgende originelle Bescheinigung ertheilt, welche der Redaction der „Allgemeinen Fleischerzeitung" im Original vorliegt: „D... S .. von .... Beabsichtigt nach Frankfurt auf den Mark zu fihren färbe gelb mit rothebles mit aufgeworfene Horner und wurd Bescheinigt, daß in unfern Gegent keine anstenkte Cranheit herscht." (Unterschrift und Amtssiegel.) Trotz seiner mangelhaften Orthographie kann aber der Herr „Bürgermeister" doch ein Mann sein, der Kopf und Herz am rechten Fleck hat. (L. A.) Nidda, 8. Juli. Sonntag den 13. Juli, Nachmittags 3 Uhr, findet in der Ludwigshalle hier ein Vortrag des Herrn Landwirthschaftslehrers Andrae von Büdingen über „Phosphat- und Kali-Düngung nach ihrem jetzigen Standpunkte" statt. — Stumpertenrod, 7. Juli. Bezeichnend für das jetzige traurige Wetter ist die Thatsache, daß man am heutigen Nachmittag, als sich die Sonne einige Augenblicke sehen ließ, Leute sah, welche, in der einen Hand den Rechen, in 'der anderen den Regenschirm, ans Heumachen gingen. Daß ihre Vorsorge sehr am Platze war, bewies der bald eintretende anhaltende Platzregen, der gründlich durchweichte. — Ulrichstein, 7. Juli. Seit gestern Nachmittag vermißte man den hiesigen Fußgendarm Sch., einen noch ledigen Mann anfangs der 30er Jahre. Heute Vormittag fand man denselben in einem unweiten Wäldchen erschossen. Der Unglücksselige hatte sich durch einen Schuß aus seinem Dienstgewehr, der durch den Mund gegangen war und den Kopf zerschmettert hatte, entleibt. Motive zur traurigen That sind bis jetzt noch gänzlich unbekannt. Negab bie ergebene haft utß Arbeit bei prompter, Zuspruch. Achtungsvoll rieh Arnold, nung, Neuenweg 13 (bei ___5691 rilkli, MtM W., Spezielle Zoologie, . M. 4, geb. M. 5. MrMr, br. M. 3.50, L50. : laticutHt tzMumg, j. 122 D I 8g, fort M. 4M j H. Ätnmler, Mo ton g berg llllb Hohenzollmt, 1 i. II., brosch. M. 10.50. J bie l tin 012 ft l”ng! Abschaffung der yrle). ■tigen Publikum bringe dende Erinnerung. »liebte Pilsener von ,en anerkannt guter ;,*W* **"■ -htungevoU m rteI( Vermischter. * Darmstadt, 7.'Juli. Zur Berathung über die behufs Aufhebung der hessischen Weinsteuer zu veranlassenden Schritte finden innerhalb des Großherzogthums demnächst folgende Versammlungen statt: Donnerstag den 10. Juli, Vormittags 11 Uhr, im Hotel Trapp zu Friedberg. Am gleichen Tage, Nachmittags 4 Uhr, im Cafe Leib in Gießen. An demselben Tage ferner im Schwanen zu Offenbach a. M., sowohl für die Stadt selbst als für die Landwahlkreise. Freitag den 11. Juli, Vormittags 11 Uhr, im Hotel Guntrum zu Alsfeld. Montag den 14. Juli, Nachmittags 6 Uhr, bei Gastwirth L. Schönberger, Groß-Bieberau. Mittwoch den 16. Juli im Hotel Friedrich zu Michelstadt i. O. Freitag den 18. Juli, Vormittags 11 Uhr, bei Gastwirth Scheer zu Dieburg. Am gleichen Tage, Nachmittags, bei Gastwirth Hax, zum Lamm, Groß-Umstadt. Weitere Versammlungen sind vorgesehen in: Waldmichelbach, Birkenau, Oppenheim, Nieder-Jngelheim, Pfeddersheim, Worms, Schotten, Butzbach, Griesheim, Lampertheim rc. *= Frankfurt a. M., 8. Juli. Ein Mittelrheinischer Beamten-Verein, welcher in Frankfurt domicilirt sein wird und in den Nachbarstädten Wiesbaden, Darmstadt, Mainz Zweigniederlaffungen zu errichten beabsichtigt, ist in der Bildung begriffen. Der Zweck des Vereins, der sich in Form einer Actiengescllschaft mit einem Grund- capital von 200000 Mk. (1000 Nominal-Actien ä200 Mk.) constituiren soll, soll in der Vertretung der wirthschastlichen Interessen der Beamten des Deutschen Reiches sowie aller unabhängig lebenden Personen bestehen. Einer „wirthschaft- lichen Vereinigung", welche die Actiengesellschast ins Leben zu rufen beabsichtigt, kann Jeder, ob Aktionär oder nicht, beitreten, sofern er jährlich 3 Mk. oder einmal 10 Mk. bezahlt. Diese „wirthschaftliche Vereinigung" errichtet in den genannten Städten für ihre Mitglieder Auskunstsbnreaux, ferner Wohnungsnachweise, Auskunftsstellen über Sommerfrischen 2C. Weiter soll die Vermittlung für den Ankauf und Bezug gewisser Maaren, namentlich auch von Brennmaterial und Kartoffeln, übernommen werden. Endlich ist die Errichtung eigener Werkstätten, eines eigenen Kaufhauses, sowie einer Darlehnskasse ins Auge gefaßt. Die Actionäre sollen bis zu 5pCt. Dividende erhalten und weitere Ueberschüsse zum Theil der wirthschastlichen Vereinigung zufließen. Die Geschäftsführung übernimmt Herr Oberstlieutenant a. D. Gad in Darmstadt, welcher den Prospekt gemeinsam mit den Herren Rentner Friedr. Abich und Contreadmiral a. D. B. v. Werner, beide zu Wiesbaden, unterzeichnet hat. * Ucbcr die Preissteigerung, welche wohlfeile Metalle durch die Verarbeitung erfahren, und über den Preis der seltenen Metalle bringt die Fachzeitung „Prometheus" eine interessante Zusammenstellung. Bezeichnet man den Preis der Gewichtseinheit des Eisenerzes mit 1, so ergeben sich für verarbeitetes Eisen u. A. folgende Sätze: Draht 40 bis 42, Gußstahl 82, Messerklingen 5 bis 10 000 und feine und feinste Uhrfedern 20 bis 90 Millionen. Kostet danach z. B. ein Kilogramm Eisenerz einen halben Pfennig, so ist ein Kilogramm Stahl in Gestalt von Uhrfedern bei 450000 M. werth, während ein Kilogramm Gold höchstens 4000 Mark kostet. Wett kostbarer als Gold sind gleichfalls die sog. seltenen Metalle, welche nie in größeren Mengen, sondern meist nur grammweise dargestellt werden. So käme ein Kilogramm Baryum je nach dem Reinheitszustande auf 8000 bis 30000 M. zu stehen, Beryllium auf 27 000 bis 43000 M., Gallium auf 400000 bis 750 000 Mk., Germanium auf 140000 bis 175000 M., während die entsprechenden Zahlen für Silber, Gold und Platin 200 bis 250, 2500 bis 4000 und 4000 bis 5000 lauten. Iridium, welches in der Uhrmacherei und als Spitze für Schreibsedern Anwendung findet, kostet 5000 bis 6000 M. — Eine ähnliche Preissteigerung durch die Verarbeitung wie bei dem Eisen, kommt auch z. B. bei echten Spitzen vor. — Dieselben sind bisweilen 300 Millionen Mal mehr werth, als der Flachs oder die Seide, die zu ihrer Herstellung dienten. * Der Anzug einer „heißen Luftwelle" ist aus Amerika ''gnalisirt — nach den kalten Tagen, die uns gegenwärtig .schieden sind, wäre das eine dankbar begrüßte Abwechslung. Die „heiße Luftwelle" schreitet langsam nach Osten vorwärts, Zucker und 180w Säuregehalt. Von den gleichen Sträuchern wurden später 100 Pfund ganz reife Früchte gepflückt und gleichfalls, wie oben angegeben, gepreßt. Der erhaltene Saft hatte 92Va° Zucker und 15°/oo Säuregehalt. Das Ergebniß ist: Von nicht ganz reifen Früchten ein guter, herber Wein, dem edlen Weine ähnlicher. Von reifen Früchten ein mehr süßer Dessertwein. Nach demselben Recepte wurden reife Beeren verschiedener großfrüchtiger Sorten gemischt gepreßt. Der Saft hatte 84V2° Zucker und 15Vi°/oo Säuregehalt. Der Wein hat ausgeprägten Stacheldeer- weingeschmack. Ferner wurden folgende Beerenweine versucht: 3. Grdbeerwein. Die Erdbeeren (König Albert von Sachsen) wurden von den Stielen befreit und gestampft. Auf je ein Liter Frucht wurde Vt Liter heißes Wasser gegossen. Die Masse blieb einen Tag stehen und wurde dann gepreßt. Zu 6 Liter Saft wurden 6 Pfund Zucker, auf welchem eine Eitrone adgerieben wurde, genommen. Der Wein ist gut gerathen. Die Erdbeere „König Albert von Sachsen" scheint für Erdbeerwein sehr geeignet. Andere Sorten konnten leider wegen der schlechten Erdbeer-Ernte nicht geprüft werden. 4. HeidelbeerweiN. 35 Pfund Heidelbeeren wurden in einem kupfernen Kessel mit 4 Liter Wasser erhitzt und dann auf der Obstmühle gemahlen. Bel dem Pressen wurden noch 13Ve Liter Wasser und nach dem Pressen IOV2 Pfund Zucker, 4 Gramm Tannin und 26 Gramm Weinstein zugesetzt. Der Saft hatte 61° Zucker und 67t %i Säuregehalt. 35 Pfund Heidelbeeren wurden nicht erhitzt, aber sonst wie oben behandelt. Der Saft hatte 62° Zucker und 6o/w Säuregehalt. Der Wein ist noch süß und nicht ausgegohren. (Heldelbeerwein braucht drei Jahre, bis er vollständig ausgegohren ist). Ein Unterschied in beiden Proben ist nicht zu bemerken. — In diesem Jahre wollen wir die Heidelbeerweinbereitung nach dem Fromm'schen Recept, ohne Zucker, ohne Tannin, ohne Wafferzusatz, versuchen. 5. «berefchenwein. 25 Pfund Ebereschen entbeert und 28 Liter Waffer in einen kupfernen Kessel bis zum Sieden erhitzt, darauf auf der Obstmühle gemahlen und gepreßt. Dem Safte wurden 35 Pfund Zucker und 105 Gramm Weinstein zugegeben. Nach diesem Recept haben wir ein liqueurähnllches, stark nach Ebereschen schmeckendes Getränk gewonnen. Citer atur uteö Ktmft — Die Musikalische Jugendpost (Carl Grünlnger, Stuttgart). Der Jnhall des uns vorliegenden II. Quartalbandes stellt sich zusammen aus den Abtheilungen: Aus dem Leben bekannter Künstler, Erzählungen und Humoresken, belehrende Aufsätze, Märchen, Gedichte, Theaterstücke, Spiele u. a. Die Beigabe von Musikbeilagen, enthaltend Elavierftücke zu zwei und vier Händen, Lieder für eine und zwei Singstimmen, sowie Violinftücke mit Claoierbeglettung, hat den Zweck, dem Sinn für Musik und der Spielfreudigkcit Vorschub zu leisten und den Musikunterricht vortheilhatt zu beeinflussen. So möge denn die „Musikalische Jugendpoft", bei der sich unsere besten Jugendschriftsteller, Zeichner und Componisten zu reger und förderlicher Mitarbeiterschaft vereinigt haben, allen Eltern und Lehrern aufs Neue warm empfohlen sein. — »Der Stein der Weisen", populär-wissenschaftliche Halb- monatschnft für Haus und Familie (A. Hartlebens Verlag, Wien), liegt mit seinem 12., reich iUuftrlrten Hefte vor. Aus dem diesmal besonders abwechslungsreichen Inhalt sind die nachfolgenden Beiträge heroorzuheben: „Die Naturwunder des Karst" von Regierungsrath Franz Kraus (14 Bilder); „Das Wachen", „Ueber Zimmerdecken" (8 Bilder), „Die Töpferkunst", „Straßenbahn mit senkrechter Spur" (10 Bilder), „Ein Wasserdreirad" (illustrirt); „Die Schutzglocken der Glühlampen" (5 Bilder); „Unsere Nachtvögel" von I. v. Pleyel; dem Hefte sind zwei Büchelchen beigegeben, welche in reizender Ausstattung über die Eigenart des „Stein der Welsen", seinen Inhalt und Jlluftrationsschmuck orientiren. Damit gibt die gehaltvolle populär-wissenschaftliche Zeitschrift gewissermaßen ihre Visitkarten an Leser und alle Diejenigen ab, denen es gewiß angenehm sein wird, die persönliche Bekanntschaft mit diesem Unicum in der deutschen periodischen Literatur zu machen. Da dieses Heft das erste Semester des laufenden Jahrganges abschließt, nimmt die Verlagshandlung Anlaß, in einem ausführlichen Programm die Bereicherungen des Inhaltes der Hefte, welche für das nächste Semester in Aussicht genommen sind, darzulegen. Damit ist wieder ein ausgiebiger Schritt nach vorwärts gethau, der die zahlreichen Freunde des Unternehmens sicher befriedigen wird. — Soeben geht uns das II. Quartalheft der 9Unett Musik» Zeitung (C. Grünlnger, Stuttgart) zu. Bel Prüfung des Inhalts fällt ins Auge, daß zunächst für den practischen Gebrauch 12 Musikpiecen geboten werden, die zum Theil aus melodiösen Klavierstücken von Brassin, Fr. v. Wickede, C. Cooper, theils aus Liedern (mit Klavierbegleitung) von Heiser, Bohm, Ludw. Liebe und Franz Behr bestehen, wie man sieht, Komponlftennamen von bestem Klang. Der textliche Theil bringt belehrende und unterhaltende Aufsätze, spannende Novellen, Künstler-Reminiscenzen, humoristische Plaudereien, ein reiches Porträtmaterial, Winke und Besprechungen über neue Bücher, Musikalien rc. Wer Interesse an der Tonkunst nimmt und in deren weitem Bereiche eines zuverlässigen Führers und Berathers bedarf, dem empfehlen wir ein Abonnement auf die Neue Musik- Zeitung, welches vierteljährlich nur 80 Pf. kostet. Das überraschende Resultat des deutsch-englische« Vertrages über die von den beiderseitigen Regierungen soeben vereinbarten Gebietsabgrenzungen in Afrika hat gegenwärtig die Blicke der civllisirten Welt wieder mehr als je auf den dunklen Erdthell gelenkt. In diesem Augenblick muß das Erscheinen einer neuen Auflage der von dem bekannten geographischen Institut von Carl Flemming in Glogau herausgegebenen Generalkarte von Asrika mit doppelter Freude willkommen geheißen werden. Die Nachfrage nach dieser nunmehr bereits in 50. Auflage vorliegenden Karte von Afrika ist eine fortdauernd so starke, daß in der Regel nach dem Erscheinen einer neuen Auflage auch schon der Druck der nächstfolgenden sofort wieder in Angriff genommen werden muß, — ein Umstand, der es ermöglicht, daß die Flemming'sche Generalkarte, auf welcher stets die Ergebnisse des politischen Entwickelungsganges, wie der wissenschaftlichen Erforschung bis auf den neuesten Stand berücksichtigt und mit einer anderwärts nicht zu findenden Gründlichkeit und Genauigkeit in vollendeter Technik zur Darstellung gebracht sind, mit der vorliegenden neuen Ausgabe wieder die erste ist, welche den englisch-deutschen Vereinbarungen auf dem Fuße zu folgen vermochte. Wir fönnen die Karte, welche für den billigen Preis von 1 Mark durch jede Buchhandlung zu beziehen ist, wegen ihrer wirklich vorzüglichen Brauchbarkeit bestens empfehlen. Canö» ttttö i>olf»«virtbfcbaft. — DaS Einsieigen von Richtmitreisenden in die Eisenbahnwagen bei Begleitung von Bekannten und Verwandten in der Absicht, die Plätze als besetzt erscheinen zu lassen, soll aus Anlaß eines jüngst vorgekommenen Falles, wobei ein Mann, der das Abfahrtssignal überhörte und Dann bei dem Versuche, abzusteigen, unter den abfahrenden Zug gerieth und getödtet wurde, nunmehr in allen Fällen damit bestraft werden, daß von jedem unbefugt int Zuge Betroffenen gemäß § 14 Abs. 3 des Eisenbahn-Betriebs-Reglements für die Eisenbahnen Deutschlands ein Strafbillet im Betrage von 5 Mk. zur Einziehung gelangt. Das Zugbegleitungspersonal hat dieserhalb streng zu befolgende Weisungen erhalten. — Bon Raupen befallenes Jntter muß vor der Verabreichung gekocht oder gedämpft, mindestens aber ordentlich abgewaschen werden, denn es ruft, wie Thierarzt Dinter beobachtet hat, fieberhafte Zustände, wässerigen Durchfall, Appetitlosigkeit, Nachlassen in der Milchergiebigkeit hervor. Wo diese liebel bereits eingetreten sind, da gebe man schleimige, lösende Getränke. — Wie erkennt man die Trächtigkeit einer Knhk (Nachdruck verboten) Man soll frisch gemolkene Milch der betreffenden Kuh in ein Glas Brunnenwasser tröpfeln. Zerfließen die Tropfen und vermischen sich mit dem Wasser, so ist sie nicht trächtig, fallen sie aber ganz und schnell zu Boden, so ist es ein Zeichen der Trächtigkeit. Auch beim Melken kann man einen Anhalt für die Trächtigkeit gewinnen, indem man einige Tropfen der Milch in die hohle Hand melkt und mit den Fingern reibt, ist dieselbe zähe, klebrig, so kann man auf die Trächtigkeit der Kuh rechnen und je klebriger die Milch ist, desto weiter ist die Trächtigkeit vorgeschritten. Ist die Milch dagegen wässerig und nicht zu zähe und klebrig, so ist das Thier nicht trächtig. W'.Anll «»ÄS GZ Äfft r. «M durch1 htt Wann °&n( * wohnte Gauinm fön des geiDoäntt: schmeichelnden RH Unbehagen oder V zu beschranken, W ertract in der Suppen, Miensr wohnten Zunge, Genüsse des M geregt. Bringt di durchgekochte Hase butter gut geselle Bohnengericht m l genösse, oorausgese worben sei, unbeft ober unpassender C ober so etwas aus Wurzelwerk und S eine köstliche Boul besser liefert. Wo nicht nur die Spei (5 ergibt sich auch Brennmaterial. ( auch der so nahch noihMUngen di Möge in solchem butter gut geback höltntsi zu Ueisö eine größere Rvl sein, doch ohne ( vorübergehen zu Das üm säfte, K-rrttm büchsenemMis 1890. 8. Auflage. Buchhandlung. Boraussichtli eingekochten Früch Schimmel. Darm ein sicheres, biUige Seite 2 und 3 do Haupt dieses Schrt empfehlen. In ei Finmacheliuist" fi Erklärung, daß jed Nutzen bedienen wt * i«t Sintic * Nanfc **, W }* to« J&J5 et Itotgd* K.'L ,”-fe wirb 4GoJd.Hed % r V" bei 1 Das S 6 beraerstratze niederträchtiger Weise, anscheinend au» Ge- schäftSneid. sech» Kreuze, darunter fünf Stuck mit Schrift, entrwei schlug, so namhaft macht, daß ich denselben gerichtlich belangen kaum[5764]I. A tz b a ch. Eintrittskarten für Nichtmitglieder (Sperrsitz im Schiff der Kirche zu JL 3.—, un- nummerirter Platz im Schiff der Kirche und der ersten Emporbühne zu Jü 2.—., zur zweiten Emporbühne zu 1.—, zur Generalprobe zu JL 1—, sowie Textbücher zum „Lobgesang“ sind in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier (Rudolphs Nachf.) zu haben. Danksagung. Für die zahlreiche Betheiligung bei der Beerdigung unserer lieben Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Elisabetha Stamm, geb. Doget, sbwie für die reichlichen Kranz- und Blumenspenden sagen hiermit herzlichen Dank [5773 Die trauernden Hinterbliebenen. 600 Centner gewaschene Nußkohlen, 30—50 mm Durchmesser (Grube Mansfeld), sowie c) 25 Meter tannen Scheit- und Prügelholz soll im Submissionswege vergeben Röhrles Bierhalle. SarnStag de» 12. Juli: Grosses Concert susgrsührt von der (Kapelle des 2. Badischen Dragoner- Regiments Nr. 21 (Bruchsal, Baden) unter Leitung -es Stabstrompeters Herrn Alb. Johannes. Aufang 8 Uhr. Entree 30 Pfg. Wie bekannt, concertirt diese Capelle häufig in Baden-Baden und ist ihres vorzüglichen Spiels wegen auch in den größeren süddeutschen Städten (Mannheim, Carlsruhe rc.), allgemein beliebt und gesucht- 5/81 Bürgerclub, Sonntag den 13. Juli d. I., Nachmittags 6 Uhr Concert und Tanzunterhaltung Redaction: A. Schepda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. »ie hrutigt Stammet nmfatzt 6 Seite«. Musikalische Abende. Der dritte Abend wird 5766 Sonntag den 90« Juli) Abends S Ahr, im grossen Saale des Gesellschaftsvereins abgehalten werden. «berheMcke Gesellschaft für Natur- und Heilkunde $ii Giesten 5 „ Italiener Rente Dcr „il 11»** MM»- 6benjo dgf A 18 Illlh dtz 'u i, (kacao, Gewürz«, 4 pCt. Reichsanleihe 4 „ Preuß. Consols 8Vi , ! »Ä* ■ i