Nr. 131 Dienstag den 10. Juni 1890 Der Hießever Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener N««rkienvtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Kenerat-Unzeiger. w ft Vierteljähriger Avonncmentspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohm Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Wr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzelgeblutt für den Areis Glsszsn. Hrattsönkag-- Hi-ß-n-r I-mili-nttätt-r. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert, pro Monat Mai für den Lieferungsverband Gießen pro 100 kg betragen: Hafer JL 19.70, Heu Jfc. 5.80, Stroh JL 5.30. Gießen, am 7. Juni 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großherzogk. Bürgermeister Christian Rein zu Allen- dorf a- d. Lda. zum Standesbeamten dieser Gemeinde ernannt und als solcher in Pflichten genommen worden ist. Gießen, am 6. Juni 1890. Großheczogliches Amtsgericht. Fresenius. politifd^e rleberficht. Gießen, 9. Juni. Der Kaiser, welcher vollständig wiederhergestellt ist, besichtigte in den letzten Tagen in der Begleitung des Prinzen Heinrich mehrere Garderegimenter auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin. — Anläßlich des Besuches des Kronprinzen von Italien am deutschen Kaiserhose werden in Berlin und Potsdam größere Festlichkeiten zu Ehren des Kronprinzen stattfinden. Der Aufenthalt des Kronprinzen, dessen Ankunft in Berlin heute Nachmittag entgegengesehen wird, dürfte 4—5 Tage dauern. Darauf gedenkt der Kronprinz von Italien auch den Höfen in Dresden und München einen Besuch zu machen. Der Reichstag setzt am heutigen Tage seine durch die Psingstferien unterbrochenen Sitzungen fort und erwartet man mit großer Spannung die Entscheidungen über die Militärvorlage und die Nachtragsetats, bezüglich der Erhöhung der Beamtengehälter, der Colonien u. s. w. Die Commissionen des Reichstages sind in den letzten Tagen bereits sehr thätig gewesen, um den Hauptberathungen des Reichstages entsprechend vorzuarbeiten. In der Berathung der Militärcommission des Reichstages, an welcher sich die Abgeordneten v. Bennigsen, v. Huene, Windthorst, Hinze, Müller, Gras Stolberg, Richter und Orterer betheiligten, erklärte der Kriegsminister, es werde noch eine Vorlage zur besseren Heranbildung der Reserven und der weiteren Armirung eingebracht werden. Alle Wehrfähigen sollten nicht sofort ausgebildet und eingestellt werden. Es solle jetzt nur die Grundlage gelegt werden. Die jetzige Forderung sei gegenüber dem französischen Wehrgesetze sehr gering. Ueber die jährliche Feststellung der Präsenzstärke oder das Septennat könne er sich nicht bestimmt aussprechen, weil er dazu nicht ermächtigt sei. — Die Arbeiterschutzcommission des Reichstages berieth die Novelle zur Gewerbeordnung. Die augenblicklich im Mittelpunkte des Tagesinteresses stehende Vorlage zur Verbesserung des Diensteinkommens der Beamten nnd Offiziere verlangt netto 19 924 082 Mark zu dem gedachten Zweck. Diese Summe soll durch Erhöhung der Matricularbeiträge aufgebracht werden. Für Offiziere bis zum Major einschließlich werden verlangt 4 926162 Mk., für etatsmäßige Beamte 11921263 Mark, für diätarisch beschäftigte Beamte und Unterbeamte nur 2 536 657 Mark. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß der Reichstag diese Vorlage sehr eingehend prüfen und vielleicht nur in veränderter Fassung annehmen wird. In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß in der letzten Sitzung des preußischen Staatsministeriums auch die Frage der Vertagung des Reichstages erörtert worden sei. Es wird geglaubt, daß nach Erledigung der wichligsten Vorlagen der Reichstag Ende Juni vertagt werden wird. Die Novelle zur Gewerbeordnung dürfte allerdings erst in der nächsten Session zur Berathung kommen, da ihre sorgfältige Durchberathung allein vier Wochen Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Der Kaiser von Oesterreich weilt seit dem 7. Juni in der ungarischen Königsburg in Budapest. Diese Anwesenheit des Kaisers in der ungarischen Hauptstadt hängt mit den in Budapest startfindenden Beratungen der österreichischen und ungarischen Parlamentsausschüsse zusammen, deren Präsidenten der Kaiser am Samstag empfing. Das gemeinsame österreichisch-ungarische Heeresbudget enthält eine Mehrsorder- ung für die Anschaffung rauchfreien Pulvers und die Verbesserung der Patronen. Deutsches Reich. Berlin, 7. Juni. Gegenüber der von einem hiesigen Correspondenzbureau verbreiteten falschen Nachricht, der Kaiser habe seine Reise nach Christiania aufgegeben, sind wir in der Lage, festzustellen, daß im Gegentheil der Kaiser vor wenigen Tagen mit dem Chef des Marinecabinets die letzten Reiseanordnungen getroffen habe und zu dem festgesetzten Termine abreisen werde. — Das Befinden des ErbprinzenvonMeiningen ist bedeutend besser. Berlin, 7. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Meldung über die beabsichtigte Versetzung Graven- reuths als Gouverneur nach Kamerun als vollständig aus der Luft gegriffen. Es sei niemals davon die Rede gewesen. München, 7. Juni. Im Befinden des Ministers Lutz ist keine Besserung zu verzeichnen. Zeitweise treten Athmungs- beschwerden aus, welche des Nachts des Oefteren den Schlaf verscheuchen, so daß auch in der letzten Nacht Morphiumeinspritzungen zu Hilfe genommen werden mußten. Hamburg, 7. Juni. Nach einem Telegramm der ^Hamburgischen Börsenhalle" aus Philadelphia vom 6. Juni wurde der Hamburger Dampfer „Hans und Kurt" der auf Grund gerathen war, bereits nach dem Löschplatz geholt, wo er heute löscht. Der Schaden, der sich auf etwa 25,000 Doll, beziffert, könne in eiüigen Wochen reparirt werden. Die Besatzung sei wohlbehalten. Straßburg, 4. Juni. Gestern ist hier der 4. Verbandstag der deutschen Berufs^genossenschaften unter Vorsitz des Commerzienraths Rösike-Berlin abgehalten worden. Von Interesse war die Mittheilung des Vorsitzenden, daß Württemberg, wie dies schon von Preußen sür die technischen Hochschulen in Berlin, Hannover und Aachen geschehen, einen Lehrstuhl für Gewerbe-Hygieine zu errichten beabsichtige. Einer Anregung des Directors Wenzel-Berlin folgend beschloß die Versammlung, den Ausschuß zu beauftragen, der Durchführung einer von den Berufsgenossenschasten zu bewirkenden Lohnstatistik die Wege zu bahnen und die geeigneten Schritte zu unternehmen. Besonderen Beifall fand die Erklärung des Präsidenten des Reichs-Versicherungsamtes Dr. Bödiker, welcher die Herstellung einer Lohnstatistik als eine bahnbrechende That bezeichnete, zu welcher zwar die Berufsgenossenschasten gesetzlich nicht angehalten werden könnten, welche aber voraussichtlich den Beweis liefern würde, daß mit der fortschreitenden Entwickelung unserer Industrie die Steigerung der Löhne die der Lebensmittel übertroffen hab^ Die Versammlung beauftragte ferner ihren Ausschuß, darüber in Erörterung zu treten', wie die Errichtung von Unfallkrankenhäusern und Reconvalescentenanstalten dem allgemeinen Wunsch entgegengeführt werden können. Es wurde dann beschlossen, versuchsweise in Berlin eine Centralstelle zur Vermittelung von Beschäftigung sür invalide Arbeiter sür die Provinz Brandenburg zu Feuilleton. Wie ich Director wurde. Aus den Erinnerungen eines fahrenden Mimen. Von Fritz Brentano. (Nachdruck verboten.) Man spricht und liest jetzt viel von der Theatermisere. __ Krach — Pleite und wie die lieblichen Bezeichnungen eines nicht ungewöhnlichen, immer aber unerquicklichen Zustandes sonst heißen mögen, fliegen nur so in der Lust herum, wenn von irgend einer Bühne die Rede ist, und häufiger denn je begegnet man auf den Bureaus der Theateragenturen Schauspielern, welche den Rock unheimlich hoch nach oben zugeknöpft haben und Lackstiefel tragen. Das Letztere namentlich ist höchst verdächtig. „Oho!" höre ich den denkenden Leser ausrufen. „Lackstiesel! Solch ein Luxus! Und Sie reden von verdächtig?" „Ja, Verehrtester," antwortete ich, „verdächtig! Für Sie allerdings mögen diese Lackstiefel eine Repräsentation des Luxus sein, für den theaterkundigen Thebaner aber, und ein solcher bin ich, sind sie das Wappen des Krachs, ein Zeichen, daß es mit dem Geldbeutel des betreffenden Mimen sehr schlecht bestellt sein muß, weil er seine Bühnen-, das heißt diejenigen Stiesel trägt, in welchen er sonst nur Grasen und Barone oder ähnliche noble Menschenkinder „vertritt". Ich schließe aus diesem Umstande mit fast apodictischer Gewißheit, daß die Straßenstiefel des gelackten Künstlers zerrissen sind und er augenblicklich nicht die Mittel hat, sie neu besohlen zu lassen. Und das nenne ich Theatermisere. Aber man thut Unrecht, diese Misere als eine Ausgeburt der Gegenwart zu bezeichnen. Sie machte sich zu allen Seiten breit, freilich weniger in den großen Städten, als in den kleineren, den Flecken und Dörfern des heiligen deutschen Reiches. Sie gab sich früher vielleicht auch komischer und wurde jedenfalls sorgloser ertragen. Das fahrende Comödianten- thum war mehr in der Mode, wahrscheinlich, weil das seßhafte noch nicht so ausgebildet war und Berlin beispielsweise noch keine 15 bis 18 Theater und verwandte Etablissements hatte, von welchen allerdings einige immer an der Schwindsucht leiden und oft zu den wunderlichsten Experimenten greisen müssen, um ein kümmerliches, stets von dem Gespenst des Krachs umschwebtes Dasein zu fristen. Fahrendes Comödiantenthum! Ach, es hatte auch seine Poesie, man mußte sie nur verstehen! Ich spreche aus eigener Erfahrung, denn ich war, wie ich hier schüchtern eingestehen will, auch einmal ein solch fahrender Mime und gestern wurde ich lebhaft an die schöne Zeit erinnert, wo ich noch sorglos durch das Land strich, um der hehren Göttin Kunst in Scheunen und Wirthshaussälen Altäre zu bauen und den Bauern und kleinsten Kleinstädtern die unsterblichen Werke unserer todtesten und lebendigsten Dichter vorzusühren, notabene, so weit die letzteren honorarfrei waren. Es war in Berlin bei Franz Siechen in der Behrenstraße , wo ich meinen Durst mittelst eines Seidels echt Baierischem stillte, als ich mir gegenüber einen corpulenten Herrn erblickte, der mir verdächtig, Pardon, bekannt erschien, und der offenbar der Bühne angehörte, da sein Knopfloch die Coburger Medaille für Kunst und Wissenschaft zierte. „Der Mann muß ein Theaterdirector sein," das war mein erster Gedanke, „er hat Diana von Solange aufgesührt," mein zweiter." Und ich irrte mich nicht. Der Fremdling war nicht nur Theaterdirector, er war sogar vor Jahren einmal mein Mitdirector, denn ich schwang damals drei Tage lang mit ihm gemeinschaftlich das Bühnenscepter, wobei wir freilich verkrachen mußten, weil er krampfhaft das obere, ich das untere Ende sesthielt und keiner loslassen wollte. Dabei konnte die Sache allerdings nicht gehen. Unsere Bekanntschaft war rasch erneuert* unb die Unterhaltung drehte sich vorwiegend um unsere damalige Dtrectionssührung, zu welcher wir „der Noch gehorchend, nicht dem eigenen Trieb", gekommen waren. Unser Herr Director war nämlich wieder einmal „alle" geworden, d. h. er hatte die letzte Sonntags-Einnahme von 5 Thalern 24 Silbergroschen eingesteckt und sich mit seiner Gemahlin, der Heldenmutter, seinen drei Töchtern und zwei Söhnen unsichtbar gemacht, meinen Freund, die komische Alte, ihre naive Tochter und mich schnöde als Pfand sür unsere gemeinschaftlichen Schulden in dem nassauischen Marktflecken, wo wir 14 Tage lang gegaukelt hatten, zurücklassend. Das war nicht schön von dem Mann; er hätte uns anstandshalber wenigstens zum gemeinschaftlichen Durchgang auffordern müssen. Wir armen verwaisten „Kunstjünger" beschlossen nach einer etwas stürmischen Conserenz, uns selbst als „Gesellschaft fürs Dramatische" zu constituiren und das Land unsicher zu machen. Inventar war reichlich vorhanden. Der verduftete Director hatte uns 13 Rollen Tapete, 7 zerrissene Einacter, eine alte Polizeidieneruniform und einen rostigen Cavalleriesäbel für die rückständige Gage hinterlassen, außerdem besaß ich einen allerdings, etwas zweifelhaften Frack, die komische Alte von ihrem verstorbenen Gatten, dessen sich merkwürdiger Weise die ältesten Leute nicht erinnerten, ein großes kupfernes Uhrberloque und mein Freund ein Paar schwarze Glacehandschuhe, von welchen nur der rechte fehlte und der linke nur ganz wenig defect war. Das genügte. (Fortsetzung folgt.) * Musiker: „Nun, Herr Doctor, was sagen Sie zu meinen Compositionen?" — „Was ich dazu sage? Nun, man wird sie spielen, wenn Beethoven, Schubert, Wagner u. s. w. vergessen sind." — „Wirklich?" — „Ja, aber nicht eher!" errichten und die Gründung einer Kranken- und Pensionskasse für die Beamten der Bcrnssgenossenschaften in Erwägung zu ziehen und Vorschläge zu machen. Eine Reihe von Anträgen, welche als Vorwurs für eine etwaige Novelle zum Unfallgesetz dienen, wurde einer hierzu besonders gebildeten Commission überwiesen. Ausland. Pest, 7. Juni. Der Kaiser empfing heute Vormittag Kalnoky und Szapary. Petersburg, 7. Juni. Der Kronprinz von Italien reiste heute Nachmittag 2 Uhr 30 Min. nach dem Dejeuner aus dem Schlosse Gatschina nach Berlin ab. Der Kaiser, die Großfürsten und Großfürstinnen begleiteten ihn zum Bahnhofe, wo eine Ehrenwache des Leibgarde-Kürassier-Regi- ments Kaiserin mit der Standarte und Musik Aufstellung genommen hatte. Die Offiziere des prinzlichen Gefolges wurden durch Ordensverleihungen ausgezeichnet. General Lavriano erhielt den Großcordon des Ordens des weißen Adlers. Sofia, 7. Juni. Der Fürst und die Minister sind nach Pratza abgereist, um der Enthüllung des dem Dichter Potew gesetzten Denkmals beizuwohnen. — Heute früh 6^2 Uhr wurden hier zwei ziemlich starke Erdstöße in der Richtung Süd-Nord verspürt. Bukarest, 7. Juni. Der König und der Erbprinz sind nach Sinaja abgereist. — Die Kammer begann heute die Berathung über den Credit für Militärausrüstungen. Bukarest, 7. Juni. Die „Agence Roummne" dementirt die Meldung von einem angeblichen Proteste Rußlands gegen die Rede Carps, betr. die Befestigungen, und bemerkt, ein derartiger absolut ungebräuchlicher Schritt habe auch niemals unternommen werden können. Bukarest, 7. Juni. Der Senat nahm das Bankreform- Project mit 70 gegen 1 Stimme an, nachdem die Liberalen den Saal verlassen hatten. — Aurelian fragte an, was die Negierung zu thun gedenke angesichts des französischen Maiszolles, wodurch die Bedingungen des französisch-rumänischen Handelsverkehrs im Augenblicke der Veröffentlichung des verlängerten provisorischen Handelsvertrags abgeändert.würden. Der Redner wird die Anfrage schriftlich einbringen. Newyork, 7. Ium. Die hiesigen So eia listen beriefen eine Versammlung ein, um einen Candidaten für den Posten des Mayors von Newyork aufzustellen. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 8. Juni. Der Erbprinz von Meiningen befindet sich bedeutend besser und wird in einigen Tagen auf- ftehen. Köln, 8. Juni. In einer heute hier stattgehabten Versammlung der Moselcanal-Jnteressenten wurde nach einem eingehenden technischen Vortrage über die Ausführung der Canalisirung nach dem Schönbrod'schen Project eine Resolution angenommen, in welcher der Handelsminister und der Minister der öffentlichen Arbeiten ersucht werden, die Mosel-Canalisirung baldmöglichst in Angriff zu nehmen. Wien, 8. Juni. Die hiesigen Morgenblätter erblicken in der Rede des Kaisers beim Empfange der Delegationen mit Genugthuung eine hohe Friedenskundgebung, sowie den klaren, überzeugenden Ausdruck vom Fortbestände der Innigkeit und der Festigkeit des Dreibundes. Dieselben erkennen die Nothwendigkeit der Fortentwickelung der militärischen Macht mit Rücksicht auf das diesbezügliche Vorgehen der anderen Staaten an, und daß damit die Monarchie sich als werthvolles Mitglied des Dreibundes erhalte. Mehrere Blätter interpretiren die Erklärung des Kaisers, daß in den Balkanländern feit dem vorigen Jahre keine wesentliche Veränderung statwesunden habe, im Zusammenhänge mit den vorjährigen Erklärungen des Kaisers in Betreff Serbiens und Bulgariens dahin, daß die Zustände in Bulgarien auch gegenwärtig befriedigend seien, und daß die serbische Regentschaft die Versicherung, die freundschaftlichen Beziehungen zu Oesterreich-Ungarn pflegen zu wollen, im Wesentlichen eingehalten habe. Kopenhagen, 8. Juni. Gestern Abend fand in Skods- borg ein Festessen zu Ehren des Generals Christensen aus Newyork statt, welcher vor 41 Jahren aus Dänemark auswanderte. Der hiesige Gesandte der Vereinigten Staaten Barr und Vertreter aller Gesellschaftsklassen wohnten dem Festessen bei. Der Festsaal war mit amerikanischen und dänischen Flaggen reich geschmückt. Nach einem Hoch auf den König hielt der frühere dänische Gesandte in Washington, Kammerherr von Bille, die Festrede auf General Christensen, welche denselben als echten amerikanischen Bürger feierte, der trotzdem die Liebe zu seinem angestammten Vaterlande-und seinen Landsleuten bewahrt habe. General Christensen schilderte in bewegten Worten seine Freude beim Wiedersehen des natnrschönen Dänemark. Barr betonte dann in längerer Rede, daß diejenigen Emigranten, welche die Liebe zum alten Vaterlande bewahrten, im neuen Lande die besten Bürger würden, wofür General Christensen ein leuchtendes Beispiel sei, und toastete auf dessen Wohl. Belgrad, 8. Juni. Das amtliche Blatt erklärt gegenüber der Meldung, Exkönig Milan wäre finanzieller Angelegenheiten wegen nach Belgrad gekommen, der König sei einzig zum-. Besuch seines Sohnes hier eingetroffen und verfolge weder politische noch sonstige Ziele. Washington, 7. Juni. Das Repräsentantenhaus verwarf mit 140 gegen 116 Stimmen den Vorschlag, die Silbervorlage mit unbeschränkter Ausmünzung nochmals zu discutiren, und nahm sodann die Vorlage des republikanischen Caucus mit 135 gegen 119 Stimmen an. Konstantinopel, 8. Juni. Der „Agence de Constantinople" zufolge werde in den leitenden türkischen Kreisen den Vorgängen an der serbisch-türkischen Grenze in Albanien keine besondere Bedeutung beigemessen- es handle sich nur um durch Blutrache hervorgerufene örtliche Conflicte. Die bei einigen Botschaften eingegangenen Nachrichten bestätigen diese Auffassung. Die Pforte erhob in Serbien Vorstellung wegen der Tödtung türkischer Gendarmen. Die angebliche Entsendung Schakir-Paschas nach Albanien wird von der Pforte als grundlos bezeichnet. Cocalcs srnd prooitajicHc** Gießen, 9. Juni. — Zum Stellvertreter des Obersteuerinspectors des hiesigen Hauptsteueramts, Herrn Finanzrath Hörr, welcher in diesen Tagen einen längeren Badeurlaub antreten wird, ist Herr Steuerassessor Dr. Würth, z. Zt. in Friedberg, ernannt worden. — Das seit Samstag im Saale des Cafe Leib aufgestellte Goltzfch'fche Riesen-Diorama, darstellend Ansichten, wie sie die Natur auf einer Reise von Berlin nach der sächsischen Schweiz, durch Böhmen, nach Wien und Salzburg bis 'zu den Alpen bietet, erfreut sich eines lebhaften Zuspruchs des Publikums. Auf die im Laufe dieser Woche täglich stattfindenden Vorstellungen sei deshalb hiermit nochmals hingewiesen. — Heute wurde uns ein Kornhalm überbracht, der die beiden bereits in diesem Blatte erwähnten an Länge noch um ein Bedeutendes übertrifft. Der Kornhalm ist aus einem Acker bei der „Schönen Aussicht" gewachsen und mißt ohne Wurzel 2,83 Meter. § Nieder-Gemünden, 8. Juni. Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich am gestrigen Morgen im Walde bei Ehringshausen. Der hiesige Landwirth Stumpf war mit seiner Dienstmagd Elise Nagel, einem blühenden Mädchen von 17 Jahren, in den dortigen Wald gefahren, nm Holz zu holen. Auf dem Heimwege, an einer abschüssigen Stelle, wollte das Mädchen das zwischen Vorder- und Hinterrad befindliche Hemmwerk zuschrauben. In demselben Moment stürzte der Wagen um und die Holzmassen begruben das Mädchen. Als Leiche hob man es nach sofortigem Entfernen des auf ihm lagernden Holzes auf. Das unglückliche Mädchen muß sofort todt geblieben fein. Hätte sich das Hemmwerk hinten am Wagen befunden, das Unglück wäre nicht passirt. vermischtes. * A Aus Rheinhessen, 8. Juni. Auf Anregung des Ministeriums hin haben die diesseitigen Kreisämter an die Bürgermeistereien der Landorte ein Ausschreiben gerichtet, durch welches dem Ueberhandnehmen der Tanzmusiken gesteuert werden soll. Es wird in dem Ausschreiben bemerkt, daß die Anzahl der aus Anlaß von Fahnenweihen, Sänger-, Turner-, Kriegersesten u. s. w. eingebrachten Gesuche um Tanzerlaubniß in einem auffallenden Mißverhältniß ständen zu den Klagen über hohe Steuern, mißliche Lage der Landwirthschast 2c. rc. Die Bürgermeister sollen sich für die Folge bestimmt aussprechen, ob sie solche Gesuche beim Kreisamt zur Genehmigung empfehlen und dabei angeben, wann und bei welchen Wirthen in den letzten sechs Monaten Tanzvergnügen stattgefunden und ob dabei Ausschreitungen vorgekommen sind. * = Frankfurt a. M., 7. Juni. Unsere Stadtverord- neten-Versammlung wird sich in nächster Zeit mit zwei Fragen zu beschäftigen haben, von denen wenigstens die eine voraussichtlich wieder viel Staub aufwirbeln wird. Die andere, welche auf eine Bewilligung von 2,300,000 Mk. hinausläuft, für Wasserentnahme aus dem Brachthale, sowie den Bau der Wasseranlagen wird, da Frankfurt eine Vermehrung des Quellwassers nöthig hat, vermuthlich glatte Erledigung finden. Der Magistrat hat mit dem Fürsten von Jsenburg-Birstein einen Vertrag über Quellenableitung aus dem genannten Thale abgeschloffen. Für die dem Fürsten vertragsmäßig zu leistenden Zahlungen, sowie die Anlagen ist die obige respectable Summe erforderlich. * — Frankfurt a. M., 7. Juni. Eine Versammlung von Kaufleuten, in welcher über die Sonntagsruhe verhandelt wurde, faßte folgende Resolution' „Die heutige im Restaurant Feußner tagende zahlreich „besuchte Versammlung der Handlungsgehilfen aller „Branchen wendet sich an die Principalität mit dem „freundlich - dringenden Ersuchen, dem Personal am „Sonntag frei zu geben und dies durch Schließung der „Geschäfte, event. durch ein Abkommen untereinander „zu bewirken." Ferner wurde eine Resolution angenommen, wonach seitens der Principale und Gehilfen eine Petition in diesem Sinne an den Reichstag gerichtet werden soll. Iahsesbkricht her Großh Fabrikinsp ctore» für 1889. (Schluß.) Unregelmäßigkeiten im D a m p f k e s s e l b e t r i e b e werden in neuerer Zeit weit weniger vorgefunden als in früheren Jahren - dafür macht sich aber bei der stetig wachsenden Einführung von Gasmotoren in größeren und kleineren Betrieben der Mangel einer geeigneten Vorrichtung zum gefahrlosen Bewegen des Schwungrades beim Anlassen der Gaskraftmaschine fühlbar. Bei zwei Unfällen, von welchen der eine den Tod des betr. Arbeiters zur Folge hatte, gerieten die Betroffenen durch Fall zwischen die Arme des Schwungrades und wurden gegen das Fundament der Maschine gedrückt. — Bei den Besuchen der Fabriken im Berichtsjahre wurde der Beschaffenheit derselben bezüglich ihrer Feuer- sicherheit und Einrichtungen zur Sicherheit der Arbeiter im Falle einer Feuersbrunst besondere Aufmerksamkeit zu- gewendet. Das Ergebniß war nur theilweise befriedigend, da meistens größere Fabriken in ausreichendem Maße die Bedingungen erfüllt, um eines ausbrechenden Feuers rasch Herr zu werden oder für die Möglichkeit raschen Verlassens der Arbeitsräume Sorge getragen haben. Es wird hier auf die Nachtheile und Gefährlichkeit eiserner Fenster hingewiesen, auch wurde mehrfach die Umänderung eiserner Fenster verlangt, wenn sich durch dieselben die Möglichkeit eines Verlassens der Arbeitsräume auf ein benachbartes Dach re. ergab. Desgleichen wurde da, wo. dies angängig erschien, die Anlage eiserner Nothtreppen, Leitern rc. verfügt und zwar in 22 Fabriken. In vielen Fabriken mit Dampfbetrieb werden in der kalten Jahreszeit die Arbeitsräume mit Dampf erwärmt, was als der Gesundheit der Arbeiter zuträglich bezeichnet wird, da denielben die Möglichkeit der Ueberheizung der Arbeitsräume benommen, auch dadurch der Staub, den Ofenfeuerungen erzeugen, vermieden wird. Eine große Anzahl Fabriken sind mir elecrrischer Beleuchtung versehen, mehrere haben Fabrikfeucrwehren. Im Berichtsjahre kamen außerordentlich viele Fabrikbrände vor, sie brachen fast alle während der Arbeitszeit aus. Heber bie wirth schast- lichen und sittlichen Zu stände der Arbeiterbevölkerung, Wohlfahrts-Einrichtungen u. s. w. bemerkt der Bericht u. A., daß die mittleren Preise für Fleisch und Steinkohlen im ganzen Gebiet des Großherzogthums gestiegen sind, so betrug die Preissteigerung in der Zeit von December 1888 bis November 1889 für Ochsenfleisch 13, Kuh-und Rindfleisch 16, Kalbfleisch 15, Schweinefleisch 22, Steinkohlen 23pCt., wogegen Kartoffeln um 36pCt. im Preise gefallen sind. Der Preis von Weißmehl, Roggenmehl und Brod war int November 18ö9 derselbe wie im December 1888. Die Aufstellung zuverlässiger und genauer Lohnnachweisungen ist mit Schwierigkeiten verbunden, nicht immer sind Arbeitgeber geneigt, zuverlässige Angaben über die Höhe der Löhne ihrer Arbeiter zu machen. Eine besondere Aufmerksamkeit wurde dem Zustand der Schlafstellen in solchen Fabriken zugewendet, wo Arbeitern Wohnung oder Schlafstelle gegeben wird. Es wurde Ordnung und Reinhaltung verlangt und in einigen Fällen auf die bessere Einrichtung und Ausstattung der Schlafräume hingewirkt. Auf dem Gebiete der Wohlfahrts- einrlchtungen für die Arbeiter, besonders in mittleren und kleinen Fabriken kann nach Darlegung der Fabrikinspectoren noch viel gethan werden. Allerdings hat der Jnspector des Jnspectionsbezirks II beobachtet, daß hier und da Arbeiter von bestehenden Wohlfahrtseinrichtungen wenig oder gar keinen Gebrauch machten. In einer kleinen Maschinenfabrik z. B. hatte der Besitzer ein zweckmäßig eingerichtetes Badezimmer mit warmem und kaltem Wasser und Douchc angelegt, aber die Arbeiter benutzten dasselbe fast gar nicht, trotzdem ihnen und ihren Angehörigen die Benutzung erlaubt war. In einer Cementfabrik wurde die Badeanstalt hauptsächlich von den Cement- und Kalkarbeitern, aber fast gar nicht von den Schlossern und Schmieden in Anspruch genommen. Besondere Beachtung verdient noch die Schilderung des Herrn Stadtverordneten Ehlers in Offenbach über die dortigen Wohnnngsverhältnisse. Herr. Ehlers bemerkt: „Es befinden sich daselbst etwa 1378 kleine Wohnungen mit ein und zwei Räumlichkeiten, die zusammen von 5827 Personen, worunter 1276 Schläfer, bewohnt werden. Die höchste Ziffer erreicht eine Hofraithe mit 26 Familien mit 142 Personen incl. 29 Schläfern. In einer kleinen Hofraithe befinden sich 8 Wohnungen mit 62 Bewohnern incl. 23 Schläfer. In einer Behausung, die vor Kurzem niedergelegt wurde und eine Brutstätte von Krankheiten und Unzucht war, wohnten 12 Familien mit 70 Personen, wovon durchschnittlich 6 Personen beiderlei Geschlechts in einem Zimmer. Ein Theil dieser Familien mußte im Armenhause, aufgenommen werden, da sie in der Stadt keine Unterkunft fanden. Die ärmere Volksklasse wohnt am thenersten, da ihre Wohnungs- rniethe 25pCt. ihres Einkommens absorbirt und es sind die hohen Miethpreise der kleinen und kleinsten Wohnungen ein Hauptgrund zur Verarmung. Die Einwohnerzahl Offenbachs hat in 4 Jahren um 2000 Seelen zugenommen und umfaßt jetzt ca. 34 000 Einwohner, wovon 2/s dem Proletariat angehören. Es gibt Wohnungen, welche diesen Namen nicht verdienen, bestehend aus einer mittelgroßen Stube, welche von Mann, Frau unb Kistdern bewohnt wird, wofür 2.50 Mk. wöchentlich bezahlt werden müssen. Wenn nun der Verdienst nicht ausreicht, um die hohe Miethe zu bezahlen, so wird noch ein Schläfer hinzugezogen. Die ungünstigen Wohnungsverhältnisse haben Krankheiten aller Art im Gefolge, wodurch die Familie nach und nach verarmt. Die meisten Bauten sind für besser gestellte Leute bestimmt. Die gemeinnützige Bangesellschafft in Offenbach (hier roirb auf den Jahresbericht von 1885 verwiesen) hat mit der Erbauung von Arbeiterwohnungen in der Fluthstraße begonnen, die sehr zweckmäßig, billig und gesund sind. Hoffentlich werden solche Arbeiterhäuser auch in anderen Stadttheilen errichtet werden, damit die Arbeiter nicht zu entfernt von ihren Arbeitsstätten wohnen. Hat die Stadt | geeignete Plätze zur Verfügung, so sollten solche zur Errichtung derartiger Wohnungen verwendet werden. Bei dem niederen Zinsfuß und Geldüberfluß ist ein Zinsgenuß von 3pCt. für eine gemeinnützige Sache nicht zu wenig. Solche Miethhäuser dürften aber Seitens der Gesellschaft nicht verkauft werden, da dann das Unternehmen nicht gemeinnützig, sondern speculativ wird. Der Käufer wird ein solches Haus nur kaufen, um damit ein Geschäft zu machen, was auf Kosten der Miet her geschieht. Die Errichtung von großen Mietskasernen ist nicht zu empfehlen, auch darf der Arbeiter in seiner freien Bewegung nicht behindert werden. Wenn der Arbeiter mehr an fein Heim gefesselt wird, wenn er gesund und freundlich wohnt, dann kann er sich auch mehr feiner Familie widmen. Findet er, von der Arbeit zurückgekehrt, nichts als Krankheit und Elend, dann wird auch in der Regel zur Schnapsflasche gegriffen." Eingesandt. Sietzen, 8. Juni. - e. In der Wteseck machen sich wieder die Fr 0fche bemerkbar und beginnen die Nachtiuhe der Anwohner bedenklich in Frage zu stellen. Hoffentlich sorgt das löbl. Stadtbauamt durch zeitiges Aufräumen der Wieieck dafür, daß dieser Mißstand nicht wieder die Ausdehnung gewinnt wie im vorigen Sommer. Verkehr, Cattö. nnö L>slk»wirth schäft. Srünberg, 7. Juni. (Fruchtpreise). Weizen 2150, Korn JL 19.—, Gerste «X J7.—, Hafer JL 17.60, Erbsen .—, Linsen —, Lein —.—, Wicken —.—, Samen —.—, Kartoffeln 3.20. △ Lauterbach, 9. Juni. Nächsten Donnerstag, den 12. Juni, wird dahier der diesjährige Prämien-Markt abgehalten. Es werden ca. 600 Mk. zur Vertheilung als Prämien für das schönste zu Markt gebrachte Vieh kommen. Sd?iffsttadyrid?tett. Bremen, 7. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Aller, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 28. Mai von Bremen und am 29. Mat von Southampton abgegangen war, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Der Poftdampfer „Rhynland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 6. Juni wohlbehalten in Newyork angekommen. A«»Mg an» den Standesanitsregistcrn der Stadt Gieße«. Aufgebote. Juni: 4. Georg Heinrich Port, Pfarrverwalter zu Gelnhaar, mit Minna Luise Nowack zu Gießen. 6. Heinrich Karpf, Heizer zu Gießen, mit Elisabeth Müller, geb. Wtesener dahier. Eheschließungen. Juni: 6. Johann Ludwig Schmidt I., Privatmann dahier, mit Caroline Vierheller dahier. 6. Ernst Hopfner, Schriftsetzer dahier, mit Susanne Ztnßer dahier. Geborene. Mai: 26. Dem Gerber Friedrich Belloff eine Tochter, Elise Marie Ernestine. 28. Dem Gendarm Philipp Schwarz ein Sohn, Thomas. Juni: 1. Dem Schriftsetzer Richard Petermann eine Tochter. 1. Dem Makler Wilhelm Wittlich ein Sohn, Wilhelm Theodor. 3. Dem Htlfssührer Engelbert Kaiser eine Tochter. Gestorbene. Mai: 31. Minna Grau, 31 Jahre alt, ledig dahier. Juni: 1. Marie Kröck, 6 Jahre alt, Tochter von Taglöhner Ludwig Kröck dahier. 2. Heinrich Hartmann, 4 Jahre alt, Sohn von Taglöhner Eckhard Hartmann dahier. 3. Joseph Wilhelm Muth, 2 Jahre alt, Sohn von Obersteiger Jacob Muth dahier. 3. Margarethe Reh, geb. Jung, 49 Jahre alt, Ehefrau von Händler Ludwig Reh dahier. 5. Elise Führer, geb. Waldschmidt, 27 Jahre alt, Ehefrau von Wagner August Führer dahier. 6. Minna Kronenberg, geb. Gettz, Ehefrau von Bäckermeister Ludwig Kronenberg dahier. <4 ummi- IT" Paris. Feinste Speoialitäten. Zollfr. Versandt durch W. H. Mielck, Frankfurt a. M. Ausführl. Special-Preisliste gegen 20 Pfg. Portoauslage. [4447 Temperatur der Lahn und der Lust am 9. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14, Luft 14^/z Gr. Rübs am en. ufruf Mr Errichtung eines Denkmals für Kaiser Friedrich hei Wörth. Der Gedanke, dem dahingegangenen Kaiser Friedrich ein Denkmal zu errichten aus der Wahlstatt bei Wörth, hat allenthalben im deutschen Volke begeisterten Anklang gefunden, entspricht es doch einem tief empfundenen Bedürfniß, auch äußerlich für alle Zeiten im Denkmal festzuhalten das Bild des als Fürst und Mensch so hoch Gestandenen, allzufrüh uns Entrissenen. Und so groß und bewundernswertb auch der edle Dulder erscheint, für die Dauer soll doch nur seine herrliche Heldengestalt uns vor Augen gestellt fein: „Unser Fritz", so wie er in voller Manneskrast unter uns gewellt, wie er im Drang des Kampfes die deutschen Stämme Schulter an Schulter vereint und in seinem Theile mitgewirkt hat an der Wiedererrichtung des deutschen Reiches. Auf der Kampsesstätte von Wörth, wo unter seiner Führung der erste, große Sieg erfochten ward, wo aber auch die Schrecken des Krieges das tiefe, menschliche Fühlen des Siegers zum versöhnenden Ausdruck gebracht, soll dieses Denkmal sich erbeben, und aller Orten haben bereits Gemeinden, Vereine und Einzelne die Gaben zusammengetragen, um daraus ein Werk zu schaffen, würdig des Dahingegangenen, würdig seines getreuen Volkes. Auch an die Vertretung unserer Stadt ist die Aufforderung herangetreten, dazu einen Beitrag aus städtischen Mitteln in Aussicht zu stellen; sie hat es aber nicht für angemessen erachtet, in dieser Form unsere und unserer Mitbürger Theilnahme an der Errichtung solchen Denkmales zu bethätigen, sie wollte vielmehr einem Jeden in unserer Stadt Gelegenheit geben, nach freiem Belieben seine Gabe beizusteuern. Darum hat die Stadtverordneten-Versammlung sich selbst als Ortsausschuß gebildet zur Sammlung von Beiträgen für dieses Denkmal; alle Mitglieder derselben - sowie die Expeditionen der hiesigen Zeitungen — sind bereit, für diesen Zweck innerhalb der nächsten drei Wochen freiwillige Gaben in Empfang zu nehmen, vorbehältlich späterer Rechnungslegung. Wir hoffen, damit den Wünschen unserer Mübürger gerecht geworden zu sein und ersuchen um Zuwendung von Gaben. Gießen, den 6. Juni 1890. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Gießen und Namens derselben Der Bürgermeister Gnauth. ronstructionen n ti 743 öl 2121 Grab- und Maurerarbeiten Steinhauerarbeilen Chaussirung Eisenconstruction veranschlagt zu 684 © Vermischte Anzeigen. A 3 2 .Das Beste ist stets das Billigste. 4969 Der Vorstand pro 31. December 1889 Passiva. Actlva. 10 5. Gewinn-Vortrag 167803 75 Mitgliederza in Zugang vom Militärlazareth Gießen aus statt. 4-959 Hch. Arnold, Hch. Ad. Lindenstruth HL, Rechner. Controleur. Gießen, den 7. Juni 1890. 4966 Tabak 100 80 106 60 Oesterr. Silberrente : 00.85 Nusi. Orient m. Tendenz: fest. Telegraphischer Loarsbericht bei Berliner Börse vom 9. Juni 167.75 DiSconto-'Lom^Nntheils ftpreußen ein 103.90 MM U 0 Abgang Bestand 79435 53513 89 04 3. 4. 6900 172 615 1066 65 9010 96 30 78 20 7310 46 61 75 00 75 225 30 161 00 157.40 170.20 267 37 105.25 200 50 123 75 189« 225.30 191-50 99.10 168 90 JL 13177 10308 58975 206 75 170.10 140 80 38 50 162.30 142 90 88 80 160.75 Bochumer Gutzftahlaettev Tendenz: fest. Kapital-Einlagen . Stamm'Antheile der Mitglieder . . . Reservefond . . . Nachlaß und Reserve auf Kaufgeld . . . Oesterr. Creditactien Oesterr. StaatSblchw-Actterr Dortmunder Unton-Actinr Darmstädter Bantactien C 'S v4L 159050 Ende 1889 . . . am Ende 1889 . . hl Ende 1888 889 .. . & ll Fechtverband Giessen. DienStag den 10. d. M., Abends 8Vr Uhr: MonatSversammlnng im Poftteller. Dr. Naumann Pfarrer. gaffe Ne. 13 ein CoLonialwaaren Die trauernden Familien Dickore und Kestlee. Die Beerdigung findet Dienstag den 10. Juni, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause (Marktplatz 19) aus statt. Disconto-Comm. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Berliner Hanbelsges. Oesterr. Credit-AÄ- Wiener Bankvereins-Act. Oesterr. Staatsbabn Lombard. Eisenbabn Buschtherader Elbethal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordoft „ West Gelsenkirchener Ver. Kön.- und Laurahütte-Act. Oesterr. Alpine-Montan kranke Nonnenwcier Schulschwestern Aufnahme finden. Zu zahlreicher Behelligung an dem vorgenannten Vortrag lädt NanienS des Vorstandes der Kleinkinder-Bewahranftalt PH. Sommerlad II., Director. s» - K ■= 4965] Ein Schreinergeselle sofort gesucht von Dr* Wiedmeyer, verläng. Bismarckstr. Spar- und Vorschuß-Verein Beuern n mit unbeschränkter Haftpflicht )U Beuern. [4954 Localgewerbverein. 0rk>entlicheHauploersammlu»g Dienstag, 10. Juni, 8 Uhr, im Cafs Balzer. Tagesordnung: 1) Bericht über die Thätigkeit des Vereins im abgelaufenen Jahre, 2) Rechnungsablage, , [4885 3) Neuwahl für die im laufenden Jahre ausscheidenden Vorstandsmitglieder. HS, e4 Ä <© Täglich Nachmittags 5 Uhr und Abends 8 Uhr r Vorstellung des Riesen- Wandel-Diorama. L Platz 75 II. Platz 50 Gallerte 30 H [4893 Vorverkauf bei Gustav Gerhard, Lindenplatz: I. Platz 60 H, II. Platz 40 Gallerte 25 Fle!seWP,»»»«.««mpfohi™. Einladung. Herr Schuldirector Brandt aus Lahr, der Inspektor des Nonnenweier Mutterhauses für Kinderpflege, will am nächsten Mittwoch den 11. d. Mts, Abends 8 Uhr in der Kleinkinderschule einen Vor- trag halten über: „Die Kleinkinderschule und die Kinderstube und ihre-hohe Bedeutung für das Leden." Der Eintritt ist frei; beim Ausgang wird Gelegenheit geboten zu einer freiwilligen Gabe für das Feierabendhaus, in dem invalide und o? - 5 4 pCt. Reichsanleihe 3Vs , , 4 w Preuß. EonsolS 3VW . Dienstag Abend 8 Uhr: ________Uevung._ 1BF MonatS- Versammlung Mittwoch .den 11. d. M.r Abends Vz9 Uhr, im DereinSloeal (Bavaria). 4956 —4970] Ein Pferdernecht^esucht. ___Neuenweg 29. 4967] Ein HauSbursche sofort ge- sucht-____ ___L. ttLmmerer. __ Auf sofort wird eine Au-- hülfe gesucht und auf Johanni gegen hohen Lohn ein brave- Dienstmädchen, welches Wochen kann. 4964 Bahnhofstraße SV. Gesucht eine HaushLlterirr auf die Sommermonate, welche in der Küche und allen anderen Hausarbeiten tüchttg ist, auf sofort. Näheres bei 4910 Kaufmann Dreb-S, Gießen. 492’] Ein anständiges gesetzt. Mädchen sucht Stelle als Stütze der Hausfrau ober bei einem nlleinstebenven Herrn. Auskunft ertheilt Bermiethfrau Müller Löwengasse. „Güt bezasto Oienst“ ^findet ein in Haus- und Küchen-Arbett „erfahrenes Mädchen. Zu erfragen bei „der Expedition d. Bl." [4825 I H®m:meT‘i©h.’s Fleisch-Pepton, I°n7.ipitälern eingeführt, von Aerzten empfohlen. bo ' ' ........ 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Pietsch) in Gießen.