1890 Nr. 8 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Freitag den 10. Januar Redaction, Expedition und Druckerei: SchutstraßeAr.7. Fernsprecher 51. vierteljähriger ASonnementspreiAr 2 Mark 20 Pfg. mH Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener AnmitienvtLlter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Oirtzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontugS. Aints- und AnzergeblKtt füt? den Nreis Gietzen. Lnnahm« «on Anz-.g-n zu b,r N°chmin°g- für ben I Gratisbeilage: Gießener Jamilienölätter. *ng"n"Cfü's-3n"'r folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. tO Uhr. | __ U V \c _____________ Amtlicher Theil. Bekanntmachung, Feldbereinigung in der Gemarkung Ruttershausen betreffend. Nachdem das Großh. Kreisamt Gießen die Einleitung des Verfahrens der FeldbereinigunL und der Anlage von Wegen in den Baumstücken in der Gemarkung Ruttershausen beantragt hat, nachdem von der Grotzh. Landescommission für Feldbereinigung das beantragte Verfahren als zulässig erachtet und der Unterzeichnete als Commiffär zur Leitung der Abstimmung bestellt worden ist, wird Tagsahrt zur Abstimmung über den gestellten Antrag auf Montag den 13. Januar 1890, Vormittag- von 10 biS 12 Uhr, in das Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei NutterShausen anberaumt und zu derselben die beteiligten Grundeigenthümec unter dem Rechtsnachthell eingeladen, daß diejenigen, welche in dem Termin weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, als jür den gestellten Antrag stimmend angesehen werden. Gießen, am 17. December 1889. Der zur Leitung der Abstimmung bestellte Commiffär: Rebel, Amtmann.________________ Bekanntmachung. Es wird hierdurch bekannt gegeben, daß Klagen und sonstige Erklärungen und Anträge bei unseren Gerichtsschreibereien an den Wochentagen, Vormittags zwischen 10 und 12 Uhr vorzubringen sind. Wer einen Richter sprechen will, ohne vorgeladen zu sein, hat sich Mittwoch, Vormittags, einzufinden. Gießen, am 2. Januar 1890. GroßherzoglicheS Amtsgericht. Fresenius. politische Neverftcht. Gießen, 9. Januar. Die Trauerkunde von dem nach kurzem Krankenlager erfolgten Heimgange der Kaiserin-Wittwe Augusta ist im ganzen deutschen Volke mit tiefster Theilnahme ausgenommen worden und in allen seinen Ständen und Schichten empfindet man schmerzlich den herben Verlust, den das deutsche Kaiserhaus durch das Hinscheiden der greisen Fürstin erlitten hat. Mit ihr ging die erste Kaiserin des neugeeinten deutschen Reiches, die langjährige treue Lebensgefährtin des unvergeßlichen Helden- kaisers Wilhelm I. zur ewigen Ruhe ein, und in dieser ihrer bevorzugten Stellung ist es der nun Verewigten in seltenem Maße beschieden gewesen, die Hoheit der Fürstin mit dem Edelmuth der Frau zu verbinden und auf den verschiedensten Gebieten, namentlich aber auf dem Felde der Nächstenliebe und barmherzigen Fürsorge für die Armen und Kranken, eine Thätigkeit zu entwickeln, deren Spuren noch lange, lange nicht vergehen werden. Ist der hohen Entschlafenen schon deshalb ein bleibendes Andenken im Herzen des deutschen Volkes gesichert, so werden auch die schweren Schicksalsschläge, welche Kaiserin Augusta gerade in den letzten Jahren ihres Lebens erdulden mußte, nur dazu beitragen, der ehrwürdigen Greisin ein pietätsvolles Andenken zu sichern. Hatte sie doch in dem einen schmerzenreichen Jahre 1888 das Hinscheiden eines blühenden Enkels — des Prinzen Ludwig von Baden — dann aber den Heimgang des großen Gatten und bald darauf des edlen Sohnes zu beklagen und zudem wurde die hohe Frau von schweren körperlichen Leiden heimgesucht, dennoch überwand sie mit seltener Standhaftigkeit alle diese Schicksalsprüjungen, bis sie nun selbst, im noch nicht vollendeten 79. Lebensjahre, für immer aus dieser Zeitlichkeit geschieden ist. Das Kaiserpaar und das großherzogliche Paar von Baden und die übrigen zur Zeit in Berlin anwesenden Mitglieder des kaiserlichen Hauses weilten seit den ersten Nachmittagsstunden -des Dienstag ununterbrochen am Sterbelager der Kaiserin Augusta- die hohe Kranke entschlief in der fünften Nachmittagsstunde fast ohne Todeskampf. Nach eingetretenem Tode sprach Ober- hosprediger Br. Kögel Gebet und Segen, indeß sämmtliche Anwesende niederknieeten. Abends 8 Uhr wurde im Sterbezimmer von Dr. Kögel ein Trauergottesdienst abgehalten, dem das Kaiserpaar und sämmtliche Mitglieder der Königs- samilie beiwohnten. Sämmtliche Berliner Theater sind geschlossen, die öffentlichen und private Gebäude haben Trauer- schmuck angelegt. Ueber das Leichenbegängniß u. s. w. wurden erst noch die endgültigen Bestimmungen Kaiser Wilhelms erwartet. Selbstverständlich müssen nun auch die sür^die Wintersaison am Berliner Hofe geplanten glanzenden Festlichkeiten ausfallen, wie denn überhaupt alle übrigen größeren Festlichkeiten in der Reichshauptstadt für die nächste Zeit nunmehr einen Aufschub erfahren. — Die Kaiserin Friedrich ist mit ihren Töchtern infolge der Trauernachricht vom Ableben der Kaiserin Augusta Mittwoch Mittag 1 Uhr von Rom nach Berlin abgereist. Gegenüber dem jüngsten schmerzlichen Ereignisse im Schooße unseres Kaiserhauses erscheint diesmal eine kürzere Zusammenfassung des politischen Tagesberichtes über die innerdeutschen Angelegenheiten wohl gerechtfertigt. Vor Allem verdient da Erwähnung, daß die schon längst angekündigte Vorlage, bett’, die Errichtung einer Reichspvftdampferlinie nach Ostafrika, dem Reichstage endlich zugegangen ist, so daß derselbe die Vorlage bei seinem am Mittwoch erfolgten Wiederzusammentritte vorfinden konnte- der Entwurf weist die bereits vorher bekannt gegebene Begründung auf. Deutsches Reich. Darmstadt, 7. Januar. Es dürste von Interesse sein, die Gründe näher kennen zu lernen, aus welchen der schon erwähnte Beschluß des Finanzausschusses Zweiter Kammer betr. Ablehnung der Vorstellung auf Begründung einer h e s s i s ch e n S t a a t s - K l a s s e n - L o 11 e r i e hervorgegangen. Bekanntlich ging diese Vorstellung von der Bankfirma S. Merzbach in Offenbach a. M. aus. Das Großh. Finanzministerium hat sich unterm 24. Mai 1889 in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Finanzausschusses über den Gegenstand dahin geäußert .... „daß wir keine Veranlassung haben, dem Gesuch des Bankhauses S. Merzbach in Offenbach a. M. um Uebertragung des Loosevertriebes für eine unter staatlicher Verwaltung und Coutrolle zu gründende Staats- Klassen-Lotterie näher zu treten, da die Negierung nicht die Absicht habe, die im Jahre 1832 ausgehobene Staats-Klassen- Lotterie wieder einzusühren." Der Ausschußbericht hebt nun, unter Festhaltung an dem ablehnenden Standpunkt der Regierung, die Nachtheile einer solchen Lotterie in sittlicher und wirthschaftlicher Beziehung hervor. Es sei in hohem Grade bedauerlich, daß die staatlichen Lotterien nicht längst in ganz Deutschland beseitigt worden seien, wie man seiner Zeit die öffentlichen Spielbanken durch reichsgesetzllche Bestimmung beseitigt habe. Eine Regierung, die es unternähme, sei es auf dem Wege freiwilliger Vereinbarung zwischen den Bundesstaaten oder mittelst gesetzlicher Anordnung dieses herbeizuführen, würde sich, einerlei welches der augenblickliche Erfolg wäre, ein wirkliches Verdienst erwerben. Der Staat habe die Aufgabe, seinen Angehörigen vor Allem durch seine eigenen Maßnahmen zu beweisen, daß er nicht das Glücksspiel, sondern Arbeit und Sparsamkeit als die Quelle des Wohlstandes betrachtet wissen wolle. Könne er das vorhandene Spiel- bedürsniß nicht vollständig bekämpfen, könne er das Glücksspiel nicht überall unterdrücken, so sollte er es doch möglichst einzudämmen suchen, am allerwenigsten aber dazu auffordern und daraus eine Einnahmequelle für sich herleiten. So lange das Ausbieten von Loosen nur im Geheimen stattfinden könne, werde es niemals den Umfang annehmen, als wenn es zu einer ordnungsmäßigen staatlichen Einrichtung erhoben fei, wenn die mit dem Vertrieb der Loose betrauten Personen, mit staatlicher Autorität ausgestattet, sich frei und ungezwungen an die Landesangehörigen wenden dürsten, um sie unter Vorzeigung einiger verlockend hohen Treffer zum Einsatz ihrer ersparten oder erborgten Pfennige auszusordern, aus denen alsdann der Staat seinen Gewinn einstreiche. Möge deshalb । auch jetzt aus dem Großherzogthum Hessen manches Taufen^ । !■■■■■ " ........ Feuilleton. Die rettende Hchwihcur. Humoristiiche Erinnerung eines „alten Hauses". (Schluß.) Ich staunte denPseudo-Doctor — es war kein Mediciner, sondern ein Philologe, ein Lsemestriget^Philologe Namens Schellhorn — ob dieser Rede an . . . die beiden anderen Vandalen steckten sehr gesetzte Mienen auf . . . Mama konnte sich jedenfalls noch nicht zurecht finden, immer lieber schaute sie mit einem ganz sonderbaren Ausdruck aus mich hin, bis sie endlich, sich in den Stuhl niederlassend, den ihr Schellhorn galant präsentirte, ihren sie bestürmenden Gefühlen in den Worten Lust machte: „Wie, Fritz, Du . . . bist krank . . . . aber warum hast Du denn nur niemals eine Silbe geschrieben . . . und doch .... wie ist das denn nur .... ich- glaubte Dich doch ganz gewiß unter den schrecklichen Menschen am „Grauen Wolf" bemerkt zu haben .... Ach Gott, Fritz, Fritz V' Ehe ich indessen nur im Stande war, irgend etwas zu erwidern, griff Freund Schellhorn nochmals rettend in den Gang der Dinge ein und bemerkte int mildesten Tone: ,,O, beste Frau Oeconomieräthin, es handelte sich, wie ich mir schon erlaubte hervorzuheben, nur um ein leichtes Fieberchen, das lediglich einige Tage Zuhauseble^ben und eine angemessene Diät erforderte, und um Sie und Ihren werthen Herrn Gemahl nicht in unnöthige Besorgniß zu ^stürzen, mußte es Fritz auf ausdrückliche Anordnung des Herrn Dr. Windmeier unterlassen, Ihnen Mittheilung von seinem Unwohlsein zu geben . . . aber, ich verstehe nicht, verehrte .Frau, was Sie da von irgend einer Scene am „Grauen Wolf" erwähnten und womit Sie den Namen Ihres Herrn Sohn in Verbindung zu bringen beliebten." Diese wohlangebrachte birectc Aufforderung veranlaßte denn Mama, das ihr und ihrer Freundin widerfahrene Abenteuer in der Kutsche zu erzählen, und es ist wohl kaum nöthig, besonders zu versichern, daß Mama meine Verbindungsbrüder ob der seltsamen Promenade durch die Kutsche mit Ausdrücken belegte, welche mehr als hinlänglich von der Entrüstung der „Frau Oeconomieräthin" zeugten. Als sie aber nun hierbei der fabelhaften Aehnlichkeit zwischen dem letzten der „Kutschenstürmer" und mir gedachte, intervenirte der vermeintliche Jünger Aesculaps zum dritten Male zu meinen Gnnsten, indem er, ein herzhaftes Gelächter ausstoßend, meinte: „Da hat der arme Fritz seinem Doppelgänger wieder einmal etwas Nettes zu verdanken! Sie müssen wissen, verehrte Frau, daß seit letztem Semester hier in X. ein junger Mann studirt, der eine wirklich frappante Aehnlichkeit mit Ihrem Herrn Sohne besitzt, und da der betreffende junge Manu ein rechter Leichtfuß ist, so kommt es gar nicht selten vor, daß die Streiche, die er macht, Ihrem Fritz aufs Conto geschrieben werden, so daß Fritz den Herrn schon einmal vor die Klinge hat fordern müssen und —" „Ach Gott, Fritz," fuhr bei dieser Stelle in den Ausführungen des vortrefflichen Schellhorn Mama von ihrem Sessel auf, „diese abscheulichen Stechereien . . . . mir wird da ganz plümerant vor den Augen, wenn ich nur daran denke . . . Fritz, Du mußt es mir fest versprechen, Dich nie wieder auf Eurer Mensur, oder wie Ihr es sonst nennt, herumzuhauen und herumzustechen —" „Aber, Mama", unterbrach ich die Erregte, indem ich mich bemühte, meiner Stimme einen möglichst leidenden Klang zu geben, „wenn meine Ehre angegriffen wird, so kann ich das doch unmöglich auf mir sitzen lassen und gerade jetzt “ ich ließ meine Stimme wie in zorniger Erregung anschwellen, „wo ich auf dem Krankenlager liege, hat dieser Kerl wieder einen so nichtswürdigen Streich ausgesührt und Du mußtest natürlich bei der colossalen Aehnlichkeit glauben, Du habest Deinen Sohn vor Dir ... na warte, Bursche . . „Fritz," klang da wiederum die Stimme der Mama, diesmal mit einem Anflug von Strenge, „Du wirst mir nochmals versprechen, Dich nicht wieder zu schlagen und namentlich jenen Menschen in Ruhe zu lassen, ich verlange es von Dir, ich befehle es Dir —" „Beruhigen Sie sich nur, Frau Oeconomieräthin," mischte sich der Pseudo-Doctor noch einmal ein, „es wird nicht zu dem kommen, was Sie befürchten, der Doppelgänger Ihres Herrn Sohnes ist im Grunde genommen eine ganz gutmüthige Natur, er wird die Erklärung abgeben, daß es ihm bei der eigenthümlichen Affaire vor dem „Grauen Wolf" gar nicht eingefallen ist, hierbei als Ihr Herr Sohn aufzutreten und damit kann sich derselbe zufrieden geben. Also, was ich vorhin sagte, verehrte Frau, noch einen Tag Schonung und strenge Diät, dann wird es sich mit Fritz schon machen. Ich habe die Ehre, Frau Oeconomieräthin, mich Ihnen zu empfehlen — Adieu, lieber Wellmann!" Die drei Vandalen drückten sich zur Thüre hinaus und ich blieb mit meiner Frau Mama allein. Nun, ich brauchte nichts mehr zu fürchten, meine simulirte Krankheit wie die Mär von dem angeblichen Doppelgänger hatten mich gerettet und Mama würde Stein und Bein daraus geschworen haben, daß ich vier Tage am gastrischen Fieber darniedergelegen hatte und daß in X. ein mir zum Verwechseln ähnlicher Studio existire — die Geschichte war wirklich kostbar. Indessen, wenn mir auch soweit geholfen war, die Consequenzen der mir eigentlich von unserem würdigen Senior verordneten II i Der Zwischenfall wird Die Absicht, Schakir Rmi 15: Werft im GießeneN Momafl bet 1890, von Vom Soll im Gichenn : Mutte Slemett W Holz versteif A Bau-, Wer M Birkenßämm 14 3l4unilämm< Ö3 Eichende bftan^ ß. Sre Deutscher Reichstag. 38. Plenarsitzung. Mittwoch den 8. Januar 1890, 1 Uhr. Präsident v. L e v e tz o w eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Min. mit folgender Ansprache: Meine Herren! Wir nehmen unsere Berathungen wieder auf unter dem schmerzlichen Eindrücke eines schweren Trauerfalles, der Se. Majestät den Kaiser und das Vaterland betroffen hat. Die allgeliebte Großmutter unseres Kaiserlichen Herrn, die treue Mutter Sr. Majestät des verstorbeuen Kaisers Friedrich, die fast 60 Jahre hindurch treue Ehegattin des großen Königs und ersten Kaisers Wilhelm, die erste deutsche Kaiserin ist gestern Nachmittag 4 Uhr aus dem Leben geschieden. Als Kaiserin und als Frau hat die Heimgegangene, ein leuchtendes Vorbild auf dem Throue, in unwandelbarer Treue ihrer Pflicht gelebt- nicht körperliches Leiden, nicht kummervolle Tage, nicht sorgenvolle Zeiten haben sie verhindern können, wo Wunden zu verbinden waren, wo es galt, Noth zu lindern, wo thätige Liebe und Humanität, wo ideales Bestreben eine Gelegenheit zur Thätigkeit faud, einzugreifen. Das zum Gemeiugut der Nation gewordene „Rothe Kreuz" mit seinen Werken gemeinnütziger Liebe ist ihr eigenstes, bis zur letzten Stunde gefördertes Werk- wie ihr Name eng mit diesen Bestrebungen verbunden war, so wird ihr Andenken unvergeßlich sein für alle Zeiten. Sie ruhe in Frieden! Der Reichstag hat sicherlich das Verlangen, Sr. Majestät dem Kaiser von diesen Empfindungen Ausdruck zu geben. Ich nehme an, daß das Haus seiu Präsidium beauftragt, das । Erforderliche zu veranlassen. Ich glaube, es ist heute kein Tag zur Erledigung weiterer Geschäfte- ich schlage vor, die nächste Sitzung zu halten Donnerstag 1 Uhr mit der Tagesordnung von heute und schließe die Sitzung. Schluß 1 Uhr 25 Minuten. _____________ Cecates rin- KrsvinzLettes. Gießen, 9. Januar. — Dem „Frkf. Journ." wird über den bevorstehenden Besuch der hiesigen Universität durch Se. König!. Hoheit den Erbgroßherzog von hier geschrieben: „Der Erbgroßherzog von Hessen wird, wie wir bereits meldeten, seine Studien auf der Universität Gießen beenden. Da die Ankunft des Erbgrofi- herzogs in Bälde erwartet wird, ist man eifrig beschäftigt, das Schloß Staufenberg zum Empfange und zum Wohnsitz herzurichten. Das Schloß liegt in der Nähe Gießens malerisch nn Berggelände. Es ist von dem Großherzog von Hessen renovirt worden, wurde aber nur wenig von der Großherzog- lichen Familie benutzt. Die Zimmer, welche der Erbgroßherzog Scheith. »nüii rcux RE. ' Elchen 40 Dirken 26 Aspen 41 Nadel 6 Freitag den Vormittags 11 U memde Traischor ung Ttato'&orlon auf weitere 6 3^re dabier verpachtet v Traischorloff, bei Großh. Bürgermeiste 327 Raa geordnet. Konstantinopel, 8. Januar. Die „Agence Konstantinopel" meldet, der Vertreter Bulgariens, Vulko witsch, erklärte der Pforte, seine Regierung habe weder beabsichtigt, noch beabsichtige sie jetzt, Eisenbahnen, welche zu den Bahnen des Baron Hirsch gehören, zu sequestriren. Die Pforte erklärte sich hierdurch vollkommen befriedigt, -damit als abgeschlossen betrachtet. Pascha als Special-Commissar und) Sofia zu senden, wurde Schwitzcur mußte ich trotzdem bis zum Aeußersten tragen, I denn Mama hielt an den Diätvorschristen des nichtsnutzigen Pseudo-Doctors energisch fest. Demgemäß mußte ich, nachdem ich Mittags zwar richtig mein Täubchen empfangen, den ganzen übrigen Tag im Bette stecken bleiben und — o Hohn des Schicksals — draußen war so prächtiges Wetter, und für den Nachmittag war eine Kahnfahrt der Langobarden nach I Grimmelsdorn, Abends aber der Anstich des neuen köstlichen Mummelshainer Bieres auf der Verbindungskneipe projeetirt — und ich mußte hier in meinem Schwitzkasten ausharren — es war empörend! And dazu diese abscheuliche Limonade, die mich Mama gewissenhaft schlürfen ließ — Limonade auf | meinen „ausgepichten" Biermagen — entsetzlich! Vergeblich : suchte ich aber Mama nur aus ein Stündchen wegzugraulen, um dann von Hannchen einen Krug Bier einschmuggeln zu lassen, Mama blieb standhaft auf ihrem Posten und erst in den Abendstunden verließ sie mich, um Nachtquartier im „Grauen Wolf" zu beziehen, da — glücklicher Weise — bei meinem Wirthe nicht der geringste überflüssige Platz vorhanden war. , Natürlich mußte mir Hannchen sofort verschiedene Kannen Bier besorgen — da ich es doch nicht riskiren mochte, mich in den „Fuchsbau" zu begeben — die ich mit einem Behagen leerte, als ob ich dem Verschmachten nahe gewesen sei - ebenso delectirte ich mich an einem mächtigen Stück Schinkenwurst, denn das armselige Täubchen vom Mittag und das bischen Bouillon, welches ich gegen Abend, genau entsprechend den Vorschriften des liebenswürdigen Schellhorn, bekommen hatte, konnten natürlich nicht im Entferntesten vorhalten. Leider hatte der reichlich genossene Gerstensaft mein Vorhaben, am nächsten Morgen frühzeitig aufznstehen und dadurch Mama bei ihrem Kommen ad oculos zu demonstriren, daß ich mich ausgesprochene Verbot des Vereins für volksthümliche Wahlen in Lüneburg au f g e h o b en morden. Stuttgart, 8. Januar. Der „Staatsanzeiger" widmet der Kaiserin Augusta einen sympathischen Necrolog, worin er die hohe, dem württembergischen Königshause nahe Verwandte betrauert, mit welcher das Köuigspaar, die Prinzen und Prinzessinnen des Königshauses durch Bande der Liebe und Verehrung aufs Innigste verknüpft waren. _ Stuttgart, 8. Januar. Vom Personal der Staatseisenbahnen sind 240 Beamte infolge der Influenza dienstunfähig, weshalb eine Anzahl Güterzüge nicht befördert werden konnte. — Der „Staatsanzeiger" meldet: Der König ordnete an, daß am Todestage, sowie dem Beisetzungstage der Kaiserin Augusta jede öffentliche Lustbarkeit und Musik unterbleibe. — Das Befinden des Königs ist ein befriedigendes, die Königin ühlt sich entschieden gekräftigt. Wien, 8. Januar. Sämmtliche Wiener Blätter widmen der Kaiserin Augusta Nachrufe wärmster uud rühmender Anerkennung des edlen Wirkens sowie der halfen menschlichen und fürstlichen Tugenden der Verblichenen. vyi der ganzen Welt, sagt die „Wiener Zeitung", wird man sich der Trauer des deutschen Volkes theilnahmsvoll anschließend die Kaiserin war ihrem Hause und Volke bei jeglichem Anlasse ein Vorbild häuslicher und fürstlicher Tugenden. Das „Fremdenblatt" schildert das Leben und Wirken der Verewigten nnd sagt: „Wenn die Fürstin nicht zu den grauen gehört, die selbst Geschichte gemacht haben, so gehört sie doch jenen an, die mitten in der Geschichte gestanden haben, wo sie am bewegtesten war und ihre weibliche Aufgabe reichlich erfüllten, dem Helden die Sorgenlast mittragen zu helfen und in düsteren Stunden ihm tröstend zur Seite zu stehen." Die „Deutsche Zeitung", die „Neue freie Presse" und das „Neue Wiener Tagblatt" sprechen sich ähnlich aus. Pest, 8. Januar. Sämmtliche Morgenblätter bringen der Kaiserin Augusta warmempsundeue ehrende Nachrufe, rühmen die hohen Tugenden der Verblichenen und gedenken dankbar der innigen Theilnahme, welche die Kaiserin anläßlich der Szegediner Katastrophe der ungarischen Nation bethätigte. Pest, 8. Januar. Der Unterrichtsminister ermächtigte die hauptstädtischen Behörden, alle Unterrichtsanstalten wegen der Influenza-Epidemie eventuell für längere Zeit zu schließen. „ Paris, 8. Januar. Deu hiesige» Abendblättern zufolge hat Präsident Carnot den französischen Botschafter beim Berliner Hofe, Herbette, beauftragt, dem Kaiser Wilhelm fein Beileid und dasjenige der französischen Regierung anläßlich des Todes der Kaiserin Augusta auszusprechen. — Der Präseet von Grenoble ist an der Influenza g e st o r b e u. London, 8. Januar. Die „London Gaz." veröffentlicht die Verordnung einer vierwöchentlichen Hoftrauer für die Kaiserin Augusta. London, 8. Januar. Alle Morgeublätter bringen anläßlich des Hinscheidens der Kaiserin Au g u st a sympathische Leitartikel- sie heben deren große Wohlthätigkeit und ihre Verdienste um die Krankenpflege im Kriege hervor. Die „Morning Post" bemerkt, daß das Gefühl des mit Deutschland eng verbundenen Hofes und Landes bei diesem wie bet jedem anderen Anlaß von nationaler Bedeutung in natürlichem Einklang stehe mit den Gefühlen des deutschen Volkes. Rom, 8. Januar. Der König übersandte dem Kaiser- Wilhelm anläßlich des Ablebens der Kaiserin ein überaus herzliches Beileidstelegramm. Crispi übermittelte dem Kaiser eine Kundgebung der Theilnahme Namens der Regierung. Madrid, 8. Januar. Sagasta hat bei der Schwierigkeit, ein Ministerium der Versöhnung zu bilden, ebenfalls demifsionirt. Wie es heißt, würde, bis die Kammern die nanzvorlage erledigt haben, ein reines Geschäftvministerium gebildet werden. Die Präsidenten beider Kammern sind zur Königin entboten, um ihre Ansicht dazulegen. Madrid, 8. Januar. Der „Gaceta" zufolge verbrachte der König den gestrigen Tag ruhig- das Fieber ist beträchtlich zurückgegangen. Kopenhagen, 8. Januar. Heute wurde eine dreiwöchentliche Hof trauer für die Kaiserin Augusta au- ®?ie Zchmnmk Achen, am 7.c Hohverß bet Süni, w ko-st-k.i । Aadriho,. % 2 Atni * 6iS!"Ui >u. »riet > c h1 E"" y Sm.;"1®« I “ni> 502 L Niwf1 Hr % tz? Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 8. Januar. Heute Morgen besuchten das kaiserliche Paar und die anwesenden Prinzen das Sterbezimmer der Kaiserin-Wittwe, wo heute und morgen Abend i/410 Uhr Trauerandachten stattfinden. Nach der morgigen Andacht tragen Kammerdiener und Lakaien den Sarg bis zum Portal des Palais, worauf Unteroffiziere des 4. Garde-Gren.- Regiments (Königin) ihn unter Eskorte nach der Schloßeapelle überbringen. , Berlin, 8. Januar. Der „Reichsanzeiger" meldet: Durch Entscheidung der Reichscommission ist das von dem Regierungspräsidenten in Lüneburg vom 24. September 1889 aufgegeben. — Eine Minister crise, welche aus Differenzen zwischen dem Großvezier und dem Finanzminister entstanden, ist in Folge beiderseitiger Annäherung als beigelegt an- zusehen. Rewyork, 8. Januar. Die Zahl der Todesfälle stieg gestern hier auf 235 gegen 140 am Montag- hiervon kommen 130 auf die Influenza und daraus hervorgehende Krankheiten. _____ Mark alljährlich ausländischen Lotterie Collccturen und ; mittelbar ausländischen Staatskassen zufließen, immer werde । diese Summe weit unter derjenigen bleiben, die den Inländern , aus der Tasche genommen werden würde, sobald erst der Staat selbst wieder anfangen wollte, eine Lotterie für seine Rechnung zu betreiben. Der von den Vertheidigern der staatlichen Lotterie namentlich in öffentlichen Blättern betonte Hinweis auf die kostspieligen Ausgaben, an welche der hessische Staat in der nächsten Zeit werde herantreten müssen, wie z. B. für Nebenbahnen, Damm- und Wasserbauten re., könne nicht durchschlagend sein. Entweder handele es sich hier um I nothweudige oder zweckmäßige mid darum productive Ausgaben, dann sei der Staat in der Lage und müsse er in der Lage sein, ihnen, wenn auch vielleicht nur nach und nach, zu genügen, ohne aus einen Gewinn aus Lotteriegeldern warten zu müssen. Entsprächen aber jene Ausgaben nicht den bezeichneten Voraussetzungen, dann sollte der Staat sie I richtigerweise überhaupt unterlassen, selbst wenn er die Geldmittel dazu übrig hätte. Aus diesen Gründen könne der Ausschuß nur beantragen, die Kammer wolle dem vorliegenden Gesuche der Firma S. Merzbach in Offenbach keine Folge geben. Tgl. Anz. Darmstadt, 8. Januar. Wie jetzt officiell festgestellt ist, tritt die Zweite Kammer am 21. Januar zusammen. — Der Bericht des Sonderausschusses über die Ergebnisse der landwirthschaftlichen Enquere ist jetzt fertiggestellt und wird zunächst dem Druck übergeben. — Die Abgg. Schröder, Möhn und Michel haben bei Großh. Ministerium des Innern und der Justiz folgende Anfrage eingebracht: „Ist auf unseren Antrag vom 26. November 1887, die Herabsetzung I der Stempel und Gebühren aus Immobilien, Jnventarien und Hypotheken betr. (Großh. Verordnung vom 18. Januar ! 1882), nicht eine weitere Entschließung Großh. Staatsregierung bald zu erwarten, so daß noch aus diesem Landtage I eine besriedigende Erledigung des lange anhängigen Gegen- I standes ermöglicht wird? — Die Vorlage Großh. Finanz- I Ministeriums, betr. Verwendung eines Betrages von 35100 Mk. zur Erbauung eines Küchenanbaues rc. zu Bad-Nauhcim, wird vom Finanzausschuß befürwortet- ebenso die Vorlage desselben Ministeriums betr. den Personaletat für die Oberhessischeu Eisenbahnen. — Evangelische Landessynode. Nach^ vorherigem Gottesdienst in der Stadtcapelle, bei welchem Superintendent Dr. Sell die Predigt hielt, trat die vierte ordentliche evangelische Landessynode im Saale der Zweiten Kammer der Stände gestern zusammen. — Die Landessynode hat in ihrer I heutigen Sitzung nach Vornahme der notwendigen Wahlen ein Ersuchen an das Oberconsistorium beschlossen, inhaltlich I dessen die genannte Behörde darauf hinwirken soll, daß die hessische Regierung sich im Bundesrathe dafür verwende, daß I die Studirenden der Theologie hinsichtlich ihrer Militäiver- I hältniffe gleichmäßig wie andere Berufsbranchen auch fernerhin behandelt werden, mit anderen Worten, die evangelischen Theologen wollen ihrer Militärpflicht genügen. Die Synode, welche noch ihre Ausschüsse constituirt und eine Reihe anderer Wahlen vorgenommen hat, vertagte sich alsdann auf uube- I stimmte Zeit. Darmstadt, 8. Januar. Wegen des Ablebens Ihrer Majestät der verwittweten Kaiserin Augusta, K ö n i g i u von Preußen, ist aus Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom Heurigen bis einschließlich den 4. Februar l. I. verordnet worden. Die Damen tragen: Vom Heutigen bis einschließlich den 21. l. M. schwarze seidene Kleider mit schwarzem Kopfputz und schwarzen Handschuhen. . _ , Boni 22. l. M. bis einschließlich den 4. Februar dieselbe Kleidung mit weißem Kopfputz und weißen Handschuhen. Die Herren tragen: Die Uniform nach den in dem Reglement vom 14. Juni 1880 unter C. Absatz 2 enthaltenen Bestimmungen. Berlin, 8. Januar. Für den Kaiserlichen Hof wurde eine dreimonatliche Hoftrauer angeordnet. JrfKr» *• rws n'atO 19 l' kfii'd1 * S L» Stritt«1'- " n; ÄW«-11 sä* unterr-’4/ ' SM- jvurbc zum - _ . MLSÄai unb der J'ch'S jflt Grundsatz asgesel Sgai^naiiltalt ww fiiv 'W ersetzen sind- rtc diesem Zwecke uim) ittglinz und Scu'dr ins Benehmen zu ! x. Theater, daß die Direciion Trotz den anerkenn wieder des besten Wohlseins erfreute, vereitelt. Denn als ick- nach einem langen Schlaf erwachte, saß Mama bereits an meinem „Krankenlager" und protestirte energisch gegen jeden Versuch meinerseits, mich aus den drückenden Federn zu schwingen, in denen ich doch andere Male so gerne in stiller Beschaulichkeit liegen blieb. Erst am Nachmittag war es mir gestattet, meinem Schwitzbade zu entsteigen, und ich fühlte mich jetzt wahrhaftig etwas angegriffen. Gegen Abend machte ich mit Mama einen kleinen Spaziergang, wobei wir in einem Gartenlocale einkehrten, aber selbst jetzt noch durfte ich nichts als ein Glas der entsetzlichen Limonade, die Mama auch hier schleunigst für mich beorderte, zu mir nehmen - ich war, ohne daß Mama natürüd) eine Ahnung davon hatte, für meinen Streich wirklich und wahrhaftig schwer genug bestraft. Am dritten Tage fuhr die „Frau Occonomieräthin" endlich, nachdem sie sich überzeugt, daß ihr theurer Sproß- ! [tng vollkommen genesen, per Post wieder heim gen N. ; Kaum brauche ich wohl zu sagen, daß am Abend dibsts ^age» - auf dem Verbindungszimmer der Langobarden im „Fuchsbau , eine solenne Kneiperei, mir, dem quasi von den Todten ; Wiederauferstandenen, zu Ehren in Scene ging, und fehlten hierbei auch die drei „theilnehmenden" Vandalen nicht- die ganze Longobardia fall sich am Ausgange der Kneiperei in einem höchst bedenklichen Zustande befunden haben. Mir aber Hai diese Schwitzcur — das kann ich betheuern — noch lange in den Gliedern gelegen und ist sie mir auch sehr lebhaft in der Erinnerung geblieben, wie sich der geneigte Leser wohl vorstellen mag. — Die vom „Reichsguzeigcr" pnblicirtc königliche Verordnung über die sech s wöche nt lich e Landestrauer lautet: Ick) bestimme hierdurch, daß die Landestrauer um Ihre hochselige Majestät die Kaiserin und Königin Augusta auf sechs Wochen eintritt. Oeffcntliche Musiken, Lustbarkeiten und Schauspielvorstellungen sind bis zum Tage der Beisetzungsfeier einschließlick- verboten. Die Landestrauer beginnt mit dem heutigen Tage. Das Staatsministerium hat hieruach das Weitere zu veranlassen. Berlin, den 8. Januar 1890. Wilhelm K. Für den Präsidenten des Staatsministeriums: von M a y b a ch. An das Staatsministerium. Berlin, 8. Januar. Die heute im Reichstag anwesenden Socialdemokraten hielten sich während der Trauer- kundgebung für die verstorbene Kaiserin Augusta außerhalb des Sitzungssaales auf.' — Von der A u f h c b u u g ' d e s Einfuhrverbots lebender Schweine aus Ungarn ist, wie die „Allg. Fleischer-Ztg." erfährt, im landwirthschaftlichen Ministerium noch nichts bekannt. Dagegen wird dem Blatte mit- getheilt, daß der Regierungs-Präsident in Oppeln die Ermächtigung erhalten hat, nach seinem Ermessen die Einfuhr lebender Schweine aus Ungarn zu gestatten. Bewohnen troirb, fchcn tocit tn daS LakM)rä hinein. WLH-^cnd -er Studienzeit des Erbgrvtzyerzogs in Gießen wird die -Ehrenwache vom 2. Großh vrzoglich Hessischen Infanterie- Regiment (GroßhcvKvg) Nr. U6 gestellt werden, welches m . Gießen gacnifonitt.* — Gestern A'hend 1/2l'i Uhr passivte mittelst Extrazug > von 60 Achsen daä Offizieworps, die Negimentsmr§sik nnd; ein combinirtes Bataii'on d-es in Cobienz garnisanirendcn 4. Garde^Zrcnadier^Negimentt „Königin" die hiesige Station. Das Bataillon ist zur Theilnahme an dem Ehrendienst bei den BeisotznngSfeLcrlichkeiren der Kaiserin Augusta, welche Inhaberin des Regiments war, nach Berlin commandirt. — BchnlnotUkN. Im Winter 18^8-/89 war die vbli-, gato rieche Fortbildungsschule für Knaben von 1 284 Schülern besucht, welche in 11 Abend- und einer Tages-- klasse unterrichtet wurden; die Fortbildungsschüler waren ihrem Berufe nach 203 Handwerker, 33-Kaufleute, 6 Kellner, 8 Schreiber, 8 Fabrikarbeiter, 26 Ausläufer und sonstige Arbeiter. — Die Frequenz der mir dem LocalgewerÄverein; verbundenen H an d w e r k er s ch u l e betrug im gleichen Zeit- ; raume 371 Schüler, wovon 244 auf die Sonntagsschnle in 4 Abtheilungen, 95 auf die Abendschule uiib 32 auf die Tag- : schule entfallen. — An den,-sonntäglichen Feierabend für Lehrlinge nahmen im Ganzen 156 Lehrlinge ^.heil. D^r größte Bestich an einem Abend betrug 85, der durchschnittliche 51. __ Die Industrie-^) ch u l e (wurde von 195 Schülerinnen besucht und nahmen daran Theil am Anfangsunterricht 17 Schülerinnen, am Maschinennähen 62, am Sticken 56v am KLcidermachen 30, am Bügeln 17 und am Lehrerinneu-Eursus 13. — Der Unterarzt Dr. Frank vom Landw.-Bez. Gießen wurde zum Assistenzarzt II. Kl. befördert. — LarUws-Waistnanstalt. Das Ministerium des Jnnrrn und der Justiz hat Mr das Großherzogthum neuerdings den Grundsatz ausgestellt, daß ans dem Nachlasse der in einer Wai^enaustalt verstorbenen Waisenkinder die ihren Anstalten für pflege n^d Erziehung derselben erwachsenen Kosten zu ersetzen sind. Die Groß!). Prsvinzialdirection hat sich zu diesem Zwecke uörhigenf-alls unter Vorlage der betr. Beschei- nigunz und Berechnung mit der betr. Vormundsck-aftsbehörde ins Benehmen zu setzen. x, Theater. Wir freuen uns, mittheileu zu können, daß die Direction allen Verdunkelungen der Sachlage zum Trotz den anerkennenswerthen Entschluß gefaßt, die Gespenster mim doch lisch cm Freitag aufzuführen. Diese Nachricht wird ! -allen literarisch Gebildetem und Jnteressirten in Gießen gewiß | sehr willkommen sein, und die Vorstellung um so mehr Anklang in diesen Kreisen finden, als sie zum Benefiz des Jaskowskitschen Ehepaares gegeben werden soll. Haben doch Herr Mar und Frau Marie Jaskowski, seitdem sie dem Gießener Publikum bekannt sind, dessen Sympathien in seltenem Maße zu erwerben gewußt. Der erstere zeigt sich auf der einen Seite als äußerst tüchtiger und vielseitiger Darsteller, der auf römischem wie ernstem Gebiete gleichmäßig Hervorragendes leistete- wir nennen in letzterer Beziehung nur leinen Sebastian Hochfcld (Viehhändler aus Ober- österreich), Musikanten (Lieder des Musikanten), Lehnl (Herr- gottschnitzerj, nnd in ersterer seinen Rath Presser (Er muß auf's Land) .und „Conditor" in den Nervösen Frauen. Auf der andercu Seite war er als ungemein fleißiger und geschickter Regisseur thätig, in Cyprienne, den Liedern des Musikanten, Herrgottschnitzer u. v. tu m. Ebenso hatten wir reichlich Gelegenheit, die Vielseitigkeit, schauspielerische Befähigung und den hingebenden Fleiß von Frau Jaskowski kennen und achten zu lernen. Wir erinnern nur an ihre vielen trefflichen Darstellungen als komische Alte, so an ihre Frau Patt, Wirtbin int Kohlenloch (Kean), Madame Boni- vard, Olga Kratzer l Starke Mittel), Zithermädchen (Von Stufe zu Stufe), Thekla Rebus (Tilly). Doch auch in ernsten Characterrollen haben wir Vorzügliches von ihr gesehen. So war namentlich ihre Mistreß Reed eine ergreifende Leistung und berechtigt zn der Annahme, oaß sie, wie ihr Gatte, in ixen Gespenstern eine treffliche Darstellung bieten wird. — Am 7. b. Mts., Abends ^5 Uhr, als der Zug Gießen—GelnhauM an dem Bahnwärterhäuschen Nr. 1 der Oberh. Eisenbahn am Uebergang des Riegelpfads, in der Nähe der Kennel'schen Besitzung fällig war, stürmte ein am Lcihgesterncrweg scheu gewordenes Pferd mit Wagen heran, raiuite die geschlossene Barriere entzwei und kam so mir dem Gefährt auf das Geleise zu stehen. Trotzdem der Bahnwärter, Herr Wagner, dem schon nahenden Zuge entgegenlief und das „Haltesignal" gab, konnte derselbe doch nicht mehr rechtzeitig zum Stehen gebracht werden, weßhalb der Wagen von der Maschine erfaßt und zertrümmert, das Pferd jedoch von dem nacheilenden Besitzer noch gerettet wurde. Der Zug konnte alsbald wieder weiterfahrcn. Der Fuhrmann ist aus Grüningen und soll denselben an dem Vorfall keine Schuld treffen. Büdingen, Januar. Nächsten Samstag den 11. Januar findet im Schullocale deS Gewerbvereins der Verkauf v o n n i ch-t. a b g e h o l t c n G e w i n n e n der Ausstellungs- Lotteric statt. Zur Versteigerung kommen Pflug, Feg- mtthlc, Zuber, Spiegel, Kleidungsstücke, Pferdedecke, Bürsten, Honig, Cigarren usw. vermischtes. * Wetzlar, 8. Januar. Das Fortschreitcn der Influenza- Epidemie hat bereits mehrfach zu recht empfindlichen Geschäftsstörungen geführt. So hören wir, daß in einem hiesigen Eisenwerk der Betrieb wegen Erkrankung der Melw- zahl der Arbeiter zeitweilig ausgesetzt werden mußte. In einer ganzen Anzahl von Geschäften fehlt fast die Hälfte aller Angestellten und Arbeiter. W. A. * Marburg, 8. Januar. Die Influenza will noch immer in unserer Stadt ihre Abreise nicht ankündigen, im Gegenthcil, es kommen fortwährend neue Erkrankungen vor. — Die Cantinen^Wirth schasr in der Kaserne des hiesigen Jäger-Bataillons soll vom 1. April d. I. ab anderweit verpachtet werden. Das Bataillons Commando nimmt schriftliche Angebote entgegen. * Frankfurt a. M., 9. Januar. Influenza. In der Brentanoschule fehlten am Schulbeginn 217 Kinder, in der Liebfrauenschule von 1007 Kindern 183 118,17 pCt.), am folgenden Tage 185 Kinder und am 4. Januar d. I. 214 Kinder oder 21,33 pCr., in der Bethmannschule von 754 Kindern 184 oder 19 mehr als der vierte Theil. Univevfitäts - Nachrichten. — Wegen Ueberhandnabme ber Influenza sind an der Ihpioei- fi'ät Freiburg i. Br. die Vorlesungen emgeslellt worden. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde. Missionsftunde heute Donnerstag den 9 Januar, Abends 8 Uhr, in der Kirche: über die dermalige Lage und Aufgabe der evangel Mission in Ostafrika. Pfarrer Dingeldey. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast. Freitag Abend 4C0 Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, Samstag Nachmittag 3v« Uhr, Samstag Abend 505 Uhr________________ Briefkasten. — Frankt-ri. Influenza, Korrespondenz well-rg.geben, wirb wohl deiorgi lv.rder,. :R i-b. Neustadt 6. 322 283 Holzversteige^emg Acker H 5937 einen Bauplatz an der Frankfurterstraße 304 Theater-Anzeige Heuchelheimer Chaussee 491 Gnauth. 257 G •w c. I Buchen r 7 Stämme ll. und Hl. * '8 rrn Klafter-Nutz-! von auswärts wird in .einem hiesigen angenommen Scheit, 38 rm Knüppel kaufmännischen Geschäfte erne Lehrlings- w2j Süvanlage 1 Süvanlage 15, Mittelstock Nordanlage 18. 329] Schwarzlach Heegstrauck 222 371 940 1687 bOO 950 897 Klftr. 1929 416 1198 2114 & •ä» ch Meter 10418 3068 1731 5112 5275 7725 82 5 605") 4268 am Erdkauterweg m den Rödern an der Schiffenberger Chaussee im Altenfeld rechts am Kreuzweg links am Hasenkoppelsweg am Schlangenzahl am Halbenzehnten (Neustädterfeld) an der Weilburger Grenze daselbst am Schäferbrunnen, Schwarzlach Kroidorferweg am Wismarerweg an der Borstbrücke am Krofdorferweg beide sind zusammengelegt. „ auf der kleinen Weid 580 ein kleines Stück im Allenfeld, Deißler, Gerichtsvollzieher Adam Heiners, Director d Neuen Theaters nen bestens empfohlen. [302 Mellor^ Bahnhofstraße Nr. 18 Eine größere Parthie Dachziegel zu verkaufen aus der Baustelle Gebissen, Plombiren und Reinigen der Zähne, sowie in allen Zahnoperatio- 2 9] Krankheitshalber beabsichtige ich mein M^.rrtzftaridzrttg zu verkaufen Karl Ltoyr, ü-allthorstraße 51. 213] Logis oon 5—6 Zimmern nebst Zubehör, sowie Lagerräumen, per 1. Juni gesucht. Offerten unter B. lr0 befördett das Kaiserliche Postamt Gießen. "24 ] Ein tüchtiges HauömSdchen gesucht. Näheres bet der Expedition dieses Blattes. Nachmittags 2 Uhr, werden in der Restauration Klingen« berg — Neustadt — gegen Baarzahlung: versteigert: 1 Parthie Arbellerhemden, Spitzen Krausen und i Schleudermaschine. Jagd-Verpachwng. Freitag den 24. Januar, Vormittags 11 Uhr, soll die der Gemeinde Trais'Horloff in der Gemarkung Trais «Horloff zustehende Feldjagd auf wettere 6 Jahre bei Wirth Raab dabier verpachtet werden. Trais-Horloff, den 8. Januar 1890. Großh. Bürgermeisterei Trais-Horloff. 327 Naab. Montag bett 13. Januar werben aus den Drstricten Oberstube, Kasparswald, Hirschtränksheege, Molkenbornsheege, Neuwiesenkopf, Neuwiese, Seiswald, Langerberg, Lichteeichen, G-brannter und Aspenhaag der Forstwartei We ckactshain versteigert: Stämme: 20 Eichen mit 7 fm, 88 Fichten mit 21 fm. Derbstangen: 1341 Fichten mit 33 fm. Meisftangea: 1342 Fichten mit 13 fm. Scheiter rm: 4 Buche, 6 Eiche, 22 Nadelholz. KrrüppeL rm: 4 Buche, 69 Eiche, 82 Nadelholz, 8 Erle. Reisig rm: 12 Buche, 112 Eiche, 327 Nadelholz. Stöcke rrn: 12 Eiche, 17 Nadelholz. Zusammenkunft Vormittags halb neun Uhr auf dem Vicmalw'g von Lauter nach Weickarishain rm Distriet Casperswalo. Das in den Districten Oderstube, Hirfchtiänksheeze, Molkenbornsheege, Seifwald, Langerberg und Lich-eeichen befindliche Hol; wird bei der Ve.steigecung nicht vorgezeigt und wollen Kauflrebhaber solches vorher einsehen. Grün berg, den 8. Januar 1890. Großh. Obersörfterei Grünberg. Schober. Keilgeöotenes. Die Unterzeichnete will ihr Lünd, wie es unten beschrieben steht, auf 6 jährige Zielzahlungen und unter sonst günstigsten Bedingungen aus freier Hand verkaufen: 2b3] Zu mietden gesucht: eine Wohnung von 4—5 Zimmern, 2 Kammern der Export-Cie. .filr Deutschere Cognccc Köln a. Rh., Salierring 55, hei gleicher Güte bedeutend billiger als französischer. ril<’ st»<6 Rtiqnettee mit unterer flneiu Varkflhrnur mitWiederrerkeaforx. Neuenweg 22 Peuenweg 22. An- und Verkauf von Möbeln, Haus- Kaltungsgegenftänden, Gold und Silber, $itn, Kupfer Messing, Blei, Zink Meter 12056 2600 4787! 13212 | 5875 I 1 10543' 3125. 5937 j 5606 1387 2113 stell- gesucht. Gest. Franco-Offerten an ' I. C. Pauly, Sinn. Strangswiese. Gießen, am 7. Januar 1890 Großh. Bürgermeisterei Gießen 277 818 844 1236 1324 968 683 Nur Selbstkäufer ohn? Zwischenhändler wollen sich mit mir benehmen. Fron Anna Bäcker Ww. geb. Schwan. Südanlage 7. < 3 0 Gegen Husten und Heisexkeit sind die besten Mittel: Malzbonbons, Gummibon» « bonS, Retlißbonbons, Al- g tb^ebondon«, Cachrr, JSlän- S disches Moos, Emser und U SodLner Pastillen, Bichy' « Pasiillen, BrombeerblLtter, W Bestandtheile d. BrusttheeS r W Altyee- (Eibisch) -Wurzel, 1 Süßholr Huflattig Lakritzen W Salmiak Alaun, chlorsaures Kali SalicylsLure, Bor- gg säure, Tannin re. rc. zu haben in der 137 | Drogenhandlung von K Otto Schaaf. Settersweg 39. HolzverfteigerMg in bet Königlichen Ober- försterei Krofdorf. Montag den 20. Januar er., Bormittags 9 Uhr, bei Wirth Kah- lert zu Krofdorf, Dchutzbezirk Krofdorf, District Wettenverg Nr. 1. Nadelholz (Kiefern) 18 rm Klafter- Nutzholz, 2 rm Rollscheit, 2 rm Knüppel, 65 rm Reiser. District Forst Nr. 2. Nadelholz (Fichten) 232 Stämme IV. Kl mit 35. 6 fm c 1, 400 Stück Stangen i. Klasse, 250 Stück Stangen II. Kl und 165 Stück Stangen III. Kl, 24 rm Klafter-Nutzholz. District Jungferannawald 7. Etchenr 1 Stamm IV. Kl. mit 0,50 fm Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde Mon^asL den 13 Januar 1890, von Vormittags 9’/2 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem Districte Steinertswald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz. 108 Birkenstämme mit 30,50 Festmtr., 14 Fichtenstämme mit t 2,39 83 Eichende bstangen m. 6,49 „ B. Brennholz. Wiesen: Klftr Wiese auf der Gänsweid 16d7 & & & ® & v; «D < o ~ fi Einige kräftige Arbeiter erhalten Beschäl tignng bei 324 A. Euier. Kl. mit 9,43 fm c. 1, 8 rm holz 11 Kl, 532 rm C " und 502 rm Reiser. Krofdorf, den 8. Januar 1890. Der Königliche Oberförster: 303 Müller. Zugünglichkril der Wassermeffer betr. Unter Bezugnahme auf § 10 dec Bedingungen für den Bezua von Wasser au- der städtischen Wasserleitung werden hiermit die betreffenden Hausbesitzer dringend ersucht, dafür Sorge tragen zu wollen, daß die Waffermeffer für unsere mit deren Untersuchung und Aufnadme betrauten Beamten jederzeit leicht und ohne Zeitverlust zugänglich sind. — Unsere in diesen Tagen mit der Aufnahme beschäftigten Leute sind nicht verpflichtet, sich den Zutritt erst durch Wegschaffung von Kohlen, Holz u. dergl. möglich zu machen. Gießen, den 7. Januar 1890. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. $ Bringe hiermit zur gefälligen Kenntniß, daß ich mich in der ♦ Zabntechnik ausgebildet ♦ habe und halte ich mich im An- Samstag, 11. Januar L J - Pferdedecken empfiehlt billigst ~ - -■ ----- LouiS Wittich IL, Sattler, stampfen, Bücher, Flaschen rc' i3o9 3(j7] Für den Sohn achtbarer Ettern und Jchomren Lehrlingsgesuch Für mein Manufactur- und Dumeu- Confectionsgeschäst suche ich per sofort oder Anfang März als Lehrling einen tüchtigen jungen Mann mit guten Schulkenntnissen. [241 ______Herrn. Wietzler Butzbach. 261] Tüchtiger Schreinergeselle auf sofort gesucht. Ludwig Müller, Schillerstraße. 297] Gesucht sofort oder später ein zuverlässiges Mädchen welches gut kochen kann und Hausarbeit übernimmt. An^ufragen bei ver Exped. d. Bl. 97 Eine tüchtige Dienftmagd auf sofort oder spater gegen hohen Lohn gesucht. Neuenweg 33. !! Haaruhrketterr!! Bouquets. Armbänder, Ringe werden ungefertigt. Zöpfe für 1 Ji Perrücken, Torrpss, Scheitel nach Maß bei 216 Georg Petri Nachf.j Seltersweg 43 ölickkrn-Kiktdk. von den billigsten bis hochfeinsten in großer Auswahl neu eingetroffen. 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Stegmeyer in Stuttgart. 301] 248.30 183.00 252 30 304.25 85 25 268 90 35600 191.50 166.70 132 30 3810 213 50 93 60 87.7S 94.30 75.80 69 90 Für die zahlreichen Beweise herzlicher Theil- nahme an dem durch den plötzlichen Tod meines geliebten Mannes mich betroffenen harten Schicksalsschlage sage ich innigsten Dank. Marie Jaskowski. Paul v. Gallas Max Jaskowski. Otto Frank. Sonntag den 12. Januar: »Kobert und Bertram“. Disconto-Commandit-Antheile Darmstädter Bank-Actien Dresdener „ „ 83] Eine Wohnung von 3—4 Zimmern mit Wasserleitung und allem Zubehör, sogleich beziehbar, an eine ruhige Familie zu vermiethen. A?? ™ I DtScortto-EoM.-Anthetlr 101701 Harper er 135.801 Ostpreußen 186.501 Lochumer Gußstshlactiev Tendenz: fest. Ferner kommt zur Versteigerung: ein Stamm rein italienischer Hühner, bestehend aus 1 Hahn und 12 Hühnern. Buschtherader Eisenbahn-Actien Elbethal-Bahn-Actten Gotthard- .. Gießen, den 8. Januar 1890. Großherzogliches OrtSgericht. Königsberg zum 1. April d. I. zu ver- miethen. Mylius. Die Beerdigung findet Freitag den 10. d Mts, Mittag« 2 Uhr, statt. 328 allem Zubehör, großem Bleichplatz rc., ist per März und April anderweit zu vermiethen. Heinrich Ruckstuhl II., I- A.: Bogt. NB. Die Gegenstände können Freitag den 10. Januar, Vormittags von 9 Uhr an, emgesehen werden. Bemerkt wird, daß der Anfang am Montag mit der Leibwäsche, best. in einer größeren Anzahl meist neuer leinener Herrenhemden, desgl. tuchenen Nachthemden Unterhosen und sonstigen Unterkleidern, und einer Partie ächt wollener Kleiderstoff«» gemacht wird. Die Möbel und das Clavier kommen am Dienstag zur Versteigerung. Nähere Auskunft erthellt und übernimmt schriftliche Aufträge I. Rothenberger, Gerichtstaxator, Lindenplatz 8. „G espenste r". Familiendrama in 3 Acten von Ibsen. Personen: Hochachtungsvoll Max und Marie Jaskowski. Mobiliar-Versteigerung. Montag den 13., Dienstag den 14. Januar und die folgenden Tage, Nachmittags V22 Uhr, werden in der Wohnung des verstorbenen Herrn CsuzlciL'Kth Clemm, Güdanlage 17, 2. Stock, nachstehende Mobilien und sonstige Gegenstände öffentlich meistbietend versteigert: Coursderecht vou E. Wasserschieben, Bankgeschäft. SraMsrrrter BSrse vom 9. Januar 1890» Erwiderung. Zu meinem Bedauern hat sich die Direction des hiesigen Theaters durch jenes comische „Eingesandt" vonder Aufführung der „Gespenster" abhalten laffen. Es dürste sie beruhigen, wenn ich ihr versichere, daß ihr künstlerisches Streben, welches uns die Darstellung eines so hervorragenden Werkes zu bieten wagt, in weiten Kreisen die gebührende Anerkennung findet. Was übrigens jenen Herrn betrifft (der die „Gespenster" wohl wegen des „vielen Pikanten", das er in dem tief ernsten Trauerspiel Ibsens zu finden gewußt hat, als „Lustspiel" bezeichnet), so übersteigt es alles, was ^^-^o^^ner Kritiker dem Publikum bieten darf, wenn ein solcher „classisch gebildeter" Pygmäe an dem ersten Dramatiker der Gegenwart Censur übt der „nicht verschämten" Zeichnung eines Herrn Pastors, wenn er die ernste Behandlung natürlicher und gesellschaftlicher Nachtfragen als Pikanterie zu denunciren wagt. — Was das Verbot in Berlin und Stettin anbelangt, das dem Herrn Einsender sehr gelegen ist, so zeigt das Verbot der Schriften Heines wie der Reden an die deutsche Nation von Fichte, daß ein f olches Verbot einem denkenden Beurtheiler nie maßgebend sein kann. Spaßhaft ist auch der Zweifel an dem Ausreichen des Theaterpersonals von Seiten eines Herrn, der selbst zugibt, noch mcht hier im Theater gewesen zu sein. Ceterum ego censeo: die Philister mögen sich Ibsen vomLeibe halten, auch Backfische brauchen die „Gespenster" nicht zu besuchen. Jedem ernsten Kunstfreunde aber seien dieselben warm empfohlen. Er wird finden, daß die geschmähte „moderne Schule" sich dem „bewährten und guten Alten" ruhig an die Seite stellen darf, wie sehr auch engherzigeKritlerdagegenkeifenmögew [308 Frau Helene Alving, Wittwe des Hauptmanns und Kammerherrn Alving Oswald, ihr Sohn, Maler Pastor Manders Engstrand, Tischler Regine Engstrand, im Statt jeder besonderen Nachricht. Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mittheilung, daß heute Mittag 12% Uhr unsere liebe, gute, unvergeßliche Gattin, Mutter und Großmutter Katharina Vogel, geb. Weill, nach kurzem schweren Krankenlager sanft entschlafen ist. Mainz, den 8. Januar 1890. Die trauernden Hinterbliebenen. — Frische Austern — Egmonder Srfiellfifcke und Eabliau, Bratschollen, grüne Häringe zum Backen, Seezungen, Flußzander, Hechte, lebende Schleien rc. empfiehlt bestens Bürger-Club. Die für den 12. ds. Mts. bestimmte Tanmnterhaltung fällt vorläufig aus. Schlußcourfe 1 Uhr 15 Mn. 107.8014 pCt. Ungar. Goldrente 103.00 1 5 „ Italiener Rente 106 601 Oefterr. Silberrente 103.551 Ruff. Orient III. 306] Ein fein möbl. Zimmer mit Cab- zu vermiethen. Grünbergerstraße 36. Hause der Frau Alving Luise Maas. Ort der Handlung: Norwegen. Kassenöffnung 7*/2 Uhr. Anfang 8 Ende nach 10 Uhr. Zu unserer Benefiz-Vorstellung erlauben wir uns, unsere werthen Freunde und Gönner, sowie ein hochverehrtes kunstsinniges Publikum er- gebenst einzuladen. 88] Wallthorstraße 71 I. St. schöne Woysung von 6 großen Zimmern rc. rc-, mit Gartenantheil, per April 1890 beziehbar, vermiethet 312] Die von Herrn Hauptmann Fulda bisher innegehabte Wohnung in meinem Haus, Nordanlage 41, ist vom 1- April d. I- an wieder zu vermiethen. Miethlustige können die Wohnung täglich — außer Dienstag und Sonntag — von 11 bis 1 Uhr besichtigen. Die Schlüssel sind im unteren Stock desselben Hauses Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 9. Januar 1890. Oefterr. Ereditactten “r"™ Oefterr. StaatSbahn-Actien Dortmunder Union-Acticn Darmstädter Bankacrten Wermiethungen. 305] Kleines Logis zu vermiethen. Lina Greiner, Frankfurterstr. 103. ^313] Logis von 4 Zimmern mit Zu- behor an ruhige Leute zu vermiethen. __Der Vorstand. der 1. Stuttgarter Serienlorrs-Gesellschaft ist, für ihre Mitglieder in der Serie bereits gezogene Staatsanlehensloose zu erwerben, welche bei der folgenden Prämienziehung unbedingt gewinnen müssen. Nächste große Prämienziebung am 1. Februar 1890, wobei 2100 Treffer einen Gewinn von X 907 500.— unter sich vertheilen, im allerungünstigsten Falle aber auf ein Loos X 330.— fallen müssen- Jahresbeitrag X 42—, vierteljährlich X 10.50, monatlich X. 3.50. Statuten versendet 4 pCt. Reichsanleihe 3Vs „ 4 „ Preuß. Consols 3V- „ „ Gründer gerftraße 14: 3. Stock zum 5. März zu vermiethen. Näheres _______Grünbergerstr. 16 im 1. Stock 87] Durch sofortigen Wegzug der Frau Ohnacker Wwe. nach Münchbruch ist der zweite Stock, bestehend aus vier Zimmern nebst Zubehör, alsbald zu oer= mietben- A. Nöding, Riegelpfad 1. Ein in jeder Beziehung vorzüglich gutes und schönes Tafelelavier, 2 Garnituren, jede bestehend aus Caufeufe, 6 Stühlen, 2 Sesseln, eine mit rothbraunem Plüsch- Ueberzug, eine mit blauem Ueberzug, beide Garnituren vorzüglich gut erhalten, Ausziehtisch mit 4 Einlagen und Patentfuß, ovale und andere Tische, SophaS, Schreib- secretär, Pfeilerspiegel mit Nußholz- und vergoldeten Rahmen, Kleiderstocke, Regulateur, Standuhren, Aneroid-Barometer, Bilder. 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Pietsch) in Gieß«