[10178 äefWoH« Rr. 287. Dienstag den 9. Dccember L« Oktzuer >*jMe« reich «int täglich, okt Ausnahme bei NontagS. Die Gießener KomitteußtLllar toerbttt dem Anzeiger W-chevtlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Generat-Wnzeiger. 1890. viertNjShri-er 2 Mark 20 Pfg. mH Bringerloh»». Durch die Post bez-H« 2 Mark 50 Pfg, Webactton, ExpedNt— unb Druckerei: Schutstra-e Ar.H. Ferulprecher 51. jg 6. traze. 4 8 Uhr Abends, in N (für eine Person ' für drei und mehr tubentenfarten sind in 'MverslMhMsmeister pvm UW. UN hiermit die ergebene ts*e Afr. 84 in dlung igen, sowie durch Vn- Squellen bin ich in bett eechen zu können, n bis zu btti elegante- her jeweiligen Jahres- h Maß, sowie auch widmen. euen Unternehmen die M und billig zu ^ens empfohlen- '9 lersweg 10 «i s - 85 , Dänisch Srimmer- t unb oh>n iul)t ilipsen’ CP « Wäsch-' Spft. 9957 tmwfflij gstttsi * >8W’" L. . e» Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Hrattsöeitage: Gießener Aamitienötätter B Annahme Bon Anzeigen zu der Nachmittags für den fslgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Alle Ännonccn-Bureaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Theil. Bekanntuiachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert, pro Monat November für den Lieserungsverband Gießen pro 100 kg betragen: Hafer «X. 16.10, Heu «X 6 —, Stroh «X. 3.70. Gießen, den 6. Dccember 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Nr. 33 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 4. d. M., enthält: (Nr. 1922.) Verordnung, betreffend das Verfahren vor den auf Grund des Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes errichteten Schiedsgerichten. Vom 1. December 1890. Gießen, am 8. December 1890. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. pottttsche Gießen, 8. December. Die überaus bedeutungsvolle Ansprache Kaiser Wilhelms bei Eröffnung der Berliner Schulreformconferenz hat in weiten Kreisen unserer Nation die ihr gebührende Beachtung gesunden und überall empfindet man lebhafte Genugthuung, daß der erlauchte Monarch dergestalt sein warmes Interesse auch für die Schulerziehung des Heranwachsenden Geschlechtes bekundet. Seine Aussührungen treffen mit erstaunlicher Sicherheit den Kern der ganzen Schulreformfrage, denn wenn der Kaiser Verminderung des Lehrstoffes, Beseitigung des Ballastes für die Prüfungen, Verminderung der Ueber- bürdung der Schüler und größere Berücksichtigung der Forderungen der lebendigen Gegenwart als die Hauptmomente der Schulreform bezeichnete, so ist dies gewiß ganz zutreffend. Ob es schon der jetzt in Berlin versammelten Schulcommission gelingen wird, ein lebensfähiges Werk im Sinne der Kaiserlichen Aeußerungen zu Stande zu bringen, das muß allerdings noch dahingestellt bleiben. Aber jedenfalls steht zu erwarten, daß die Schulreform in ganz Deutschland früher oder später nach den vom Kaiser gegebenen kräftigen Anregungen zur Durchführung gelangt und hiermit würde alsdann eine für die Zukunft unseres Volkes hochwichtige Frage zum gedeihlichen Ausgange gelangen. Durch die jüngsten Beschlüsse des Bundesrathes ist rMich die Einfuhr von Rindvieh aus Oesterreich-Ungarn, sowie von Schweinen und Schweinefleisch aus den scandinavischen Ländern nach Deutschland wieder gestattet worden und hiermit hat der Kreis der Grenzfperrmaßregeln in Deutschland abermals eine bedeutende Einschränkung erfahren. Ob sich an diese Erleichterungen auch die Oeffnung der östlichen Reichsgrenzen für die Einfuhr von russischem Borstenvieh, sowie die Aufhebung des Einfuhrverbotes für amerikanischen Speck u. s. w. anschließen wird, wie man hie und da erwartet, dürfte indessen zunächst noch abzuwarten sein. Die am Freitag im preußischen Abgeordnetenhaus begonnene Generaldebatte über das Volksschulgesetz brachte zunächst eine längere einleitende Rede des Cultusministers Dr. v. Goßter. Derselbe verbreitete sich über die Hauptpunkte des Gesetzes in eingehender Weise und bezeichnete als Lessen Grundprincip den Wunsch, die Bestimmungen der preußischen Verfassung über die öffentliche Volkschule zur Ausführung zu bringen. Zugleich trat der Minister in leinen Aussührungen den der Vorlage schon in der Presse gemachten Vorwürfen nach Kräften entgegen und schloß er mit dem Wunsche, daß das Haus trotz der zu überwindenden zroßen Schwierigkeiten sich nicht abhalten lassen, sondern treu sm die Lösung der vorliegenden Aufgabe Herangehen möge. Als erster Redner aus dem Hause sprach der Centrums- chospitant Dr. Brüel, der sich als entschiedener Gegner des neuen Gesetzes bekannte und von ihm behauptete, es werde in vielen Gegenden die Schulzustände förmlich Umstürzen und Las Schulwesen auf eine Bahn des Cäsarismus und der Absolutie führen. Namens der nationalliberalen Partei er- Slärte Abg., Seyffardt, daß sie den großen Grundzügen der "Vorlage durchaus freundlich gegenüberstehe, während sich der »Centrumsabgeordnete Reichensperger hauptsächlich vom kirchen- Aolitischen Standpunkte aus gegen den Entwurf wandte. Im Ällgememen zustimmend zur Vorlage äußerten sich der Frei- conservative Wessel und der Freisinnige Dr. Zelle und in gleichem Sinne sprach sich auch der letzte Redner vom Tage, der nationalliberale Abg. Dr. Friedberg, aus. Die Arbeiterschutzcommisfion des Reichstages beendigte am Freitag ihre Berathungen und nahm das Gesetz im Ganzen an. Abg. Hitze (Centrum) ist zum Berichterstatter im Plenum bestellt. Die deutsche Regierung hat die Republik Brasilien anerkannt. Der deutsche Gesandte in Rio, Gras Dönhoff, zeigte dem dortigen Cabinet officiell an, daß die deutsche Regierung zur Entgegennahme des Beglaubigungsschreibens des brasilianischen Gesandten bereit sei, alsdann würde auch er, der deutsche Gesandte, von seiner Regierung mit neuer Beglaubigung versehen werden. Die luxemburgische Kammer ist auf diesen Dienstag einberufen worden, um den Eid des Herzogs Adolf entgegenzunehmen. Der Friede im Cautou Tesiin ist nun doch hergestellt worden. Der Große Rath von Tessin hat das zwischen den dortigen Parteiführern vereinbarte neue Gesetz über die Wahl des VersassungSrathes ziemlich einstimmig angenommen und gehören nunmehr der Regierung dieses Cantons neben drei Conservativen auch zwei Liberale an. Mit der erreichten Vertretung ihrer Partei in dtzr Regierung ist eine Hauptforderung der Tessiner Liberalen erfüllt und hoffentlich wird von jetzt ab Eintracht im Tessin herrschen. — Die Untersuchung über die seinerzeit in Genf stattgefundenen anarchistischen Vorgänge- ist zum Abschlüsse gelangt und sind infolgedessen 9 Anarchisten verschiedener Nationalität unter Anklage gestellt worden, zum Umsturz der öffentlichen Ordnung aufgefordert zu haben. _____L|_. __u_.ui । H ......................... Deutsches Reich. Darmstadt, 7. December. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog ist von der Theilnahme an der kaiserlichen Hofjagd in der Göhrde heute Vormittag hierher zurückgekehrt. Darmstadt, 6. December. Durch Verfügung Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz wurden für das Geschäftsjahr 1891 bestellt: 1) zu Vorsitzenden der Kammern für Handelssachen: am Landgericht der Provinz Starkenburg der Großh. Landgerichtsrath Jost, am Landgericht der Provinz Oberhessen der Großh. Landgerichtsrath Hofmann, am Landgericht der Provinz Rheinhessen der Großh. Landgerichtsrath Förch- 2) zu Stellvertretern dieser Vorsitzenden: am Landgericht der Provinz Starkenburg der Großh. Laudgerichtsrath Dr. Gilm er, am Landgericht der Provinz Oberhessen der Großh. Landgerichtsrath Holzapfel, am Landgericht der Provinz Rheinhessen der Großh. Landgerichtsrath T h a l e r. Darmstadt, 6. December. In nationalliberalen Kreisen ist, wie der „Frankf. Ztg." von hier geschrieben wird, eine Petition an den Reichstag gegen die Zulassung der Jesuiten geplant. Zur Aufklärung der Bevölkerung über die Jestüten- frage ist nach Abhaltung des Katholikentages eine national- liberale hessische Landes-Versammlung in Aussicht genommen. Berlin, 6. December. Die heutige Sitzung der Schul- enqnete schloß die Berathung über einen gemeinsamen Unterbau für die bestehenden Schularten ab, verschob aber die Abstimmung bis zur Formulirung der Unterfragen. Sie berieth sodann die Einschränkung der alten Sprachen, die facultative Einführung des Englischen und obligates Zeichnen von Quarta an für Gymnasien. Zusammenhängend damit soll die vom Kaiser angeordnete Frage erörtert werden, ob eine Ermäßigung der Lehrziele, also Verminderung des Lehrstoffs scharf ins Auge gefaßt worden und wenigstens das Ausscheidende genau festgestellt ist. Hornemann (Hannover) begründet seine, diese Forderungen empfehlenden Thesen. Es sprachen Kruse (Danzig), Volkmann (Pforta) und Geheimrath Schottmüller. Berlin, 6. December. Heute überreichte eine Deputation der Berg-Akademiker Deutschlands, drei Berliner, drei Freiberger und ein Clausthaler, dem Feldmarschall Moltke eine prächtig ausgestattete Huldigungsadresse. Moltke dankte sehr liebenswürdig. Berlin, 6. December-. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Dem Beschlüsse des Bundesraths zufolge wird der Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuchs einer zweiten Lesung unterzogen. Hierzu ist eine Commission von 22 Mitgliedern, theils Juristen, theils Vertreter von wirthschaftlichen Jn- tereffen, theils ständigen, theils nichtständigen Mitgliedern eingesetzt. Die Commission soll noch im Lause dieses Jahres zusammentreten und ihre Berathungen am 1. April beginnen. Zu den ständigen Mitgliedern gehört aus dem Großherzog- thum Hessen Ministerialrath Dittmar (Darmstadt). Köln, 6. December. Der Dortmunder bergbauliche Verein berief für den 20. December eine Hauptversammlung nach Düsseldorf ein, in der über die Fortdauer des Ausstand-Versicherungs.Verbandes beschlossen werden soll. Magdeburg, 6. December. Eine von der Handelskammer Halberstadt einberufene und von 20 landwirthschaftlichen Vereinen und dem Zuckerindustrie-Verein besuchte Versammlung nahm eine Resolution gegen den Gesetzentwurf über die Zucker st euerreform an und beauftragte die Handelskammer mit einer bezüglichen Adresse an den Kaiser. Breslau, 6. December. Die Volkszählung hat nach vorläufiger Zusammenstellung eine Einwohnerzahl von 334,710 Seelen ergeben. München, 6. December. Der Professor der Mathematik an der Würzburger Universität, A. Mayr, ist gestern hier- selbst bei seinem Sohne, dem Unterstaatssecretär v. Mayr, gestorben. München, 6. December. Der Redacteur der socialistischen „Münchener Post", Schwab, wurde wegen Zeugnißverweige- rung heute Vormittag verhaftet. — Heute büßten zwei Kupferschmiede, die auf dem Dache der Angerfrohnfeste mit der Anbringung eines Schneeschutzgitters beschäftigt waren, durch Herabftürzen das Leben ein. 2luslatt0» Wien, 6. December. Der „Politischen Corresponbenz"' zufolge wurde die österreichisch-schweizerische Convention zur Verhinderung der Verbreitung von Viehseuchen unterzeichnet, welche am 1. März 1891 mit zweijähriger Dauer in Kraft treten soll. Der Austausch der Ratificationen erfolgt in Wien. Wien, 6. December. Zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien ist ein Vertrag zum Schutze des literarischen Eigenthums mit zehnjähriger Gültigkeit abgeschlossen worden. Paris, 6. December. Die Beschicker der Moskauer Ausstellung gaben gestern dem Handelsminister Roche ein Banket. Derselbe bedauerte es, daß die Regierung wegen Mangel an Mitteln das Unternehmen nicht direct fördern könne; sie werde jedoch dasselbe möglichst unterstützen. Spuller toastete auf das russische Volk und den Zaren. Rio de Janeiro, 6. December. Die mit der Vorberathung des republikanischen Verfassungs-Entwurfs beauftragte Commission beschloß deren Annahme. Kaiser Wilhelm über die Schulsrage. (Fortsetzung.) „Wenn ich nun zurückgreife auf die Schulen und speeielk auf das Gymnasium selber, so weiß ich sehr wohl, daß in vielen Kreisen man mich für einen fanatischen Gegner des Gymnasiums hält, und mich auch zu Gunsten anderer Schulformen ausgespielt hat. Meme Herren, das ist nicht der Fall/ Wer selber auf dem Gymnasium gewesen ist unb hin- •_ ter die Coulissen gesehen hat, der weiß, wo es da fehlt- und da fehlt es vor Allem an der nationalen Basis. Wir müssen als Grundlage für das Gymnasium das Deutsche nehmen- wir sollen nationale junge Deutsche erziehen und nicht junge Griechen und Römer. Wir müssen von der Basis abgehen, die Jahrhunderte lang bestanden hat, von der alten klösterlichen Erziehung des Mittelalters, wo das Lateinische maßgebend war unb ein Bischen Griechisch dazu. Das ist nicht mehr maßgebend, wir müssen das Deutsche zur Basis machen. Der deutsche Aufsatz muß der Mittelpunkt sein, um den sich Alles dreht. Wenn Einer im Abiturientenexamen einen tadellosen deutschen Aufsatz liefert, so kann man daraus das Maß der Geistesbildung des jungen Mannes erkennen und beur- theilen, ob er etwas taugt über nicht. Nun wird selbstver- ständlich Vieles eingewendet und gesagt, der lateinische Aufsatz ist auch etwas sehr Wichtiges, der lateinische Aufsatz ist sehr gut, um den Menschen in einer fremden Sprache zn bilden, und was weiß ich mehr. Ja, meine Herren, ich habe das nun einmal selber mitgemacht. Wie entsteht denn eilt solcher lateinischer Aufsatz? Ich habe es sehr oft erlebt, bafj. ein junger Mensch im beutschen Aufsatz — ich will einmal sagen eine 4, im Ganzen befriebigenb, unb im lateinischen Aufsatz eine 2 hat- der Mensch Oerbiente Strafe statt Lob, denn daß er den lateinischen Aufsatz nicht auf dem rechten Wege zu Stande gebracht hat, baß ist klar. Und von allen den lateinischen Aufsätzen, die wir geschrieben haben, ist noch nicht einer unter zwölf, der nicht mit solchen Hülssmitteln zn. Stande gekommen ist. Solche Aufsätze werden als gut bezeichnet: das war der lateinische Aussatz. Aber wenn wir auf dem Gymnasium einen Aussatz über „Minna von Barnhelm" schreiben sollten, bekamen wir „kaum befriedigend". Deswegen sage ich: weg mit dem lateinischen Aussatz- er stört uns und wir verlieren unsere Zeit für das Deutsche darüber. Ebenso möchte ich das Nationale bei uns weiter gefördert sehen in Fragen der Geschichte, Geographie und der Sage. Fangen wir erst einmal bei uns zu Hause an. Erst wenn wir in den verschiedenen Kammern und Stuben Bescheid wissen, dann können wir m's Museum gehen und uns auch dort umsehen. Aber vor allen Dingen müssen wir in der vaterländischen Geschichte Bescheid wissen. Der Große Kursürst war zu meiner Schulzeit nur eine nebelhafte Erscheinung- der siebenjährige Krieg lag bereits außerhalb aller Betrachtung und die Geschichte schloß mit dem Ende des vorigen Jahrhunderts, mit der sranzösischen Revolution. Die Freiheitskriege, die das Wichtigste sind für den jungen Staatsbürger, wurden nicht durchgenommen und nur durch ergänzende, sehr interessante Vorträge des Herrn Geh. Raths Hinzpeter bin ich, Gott sei Dank, in der Lage gewesen, diese Dinge zu erfahren. Das ist aber gerade das punctum saliens. Warum werden denn unsere jungen Leute verführt? Warum tauchen denn so viele unklare consuse Weltverbesserer aus? Warum wird immer an unserer Regierung herumgenörgelt und auf das Ausland verwiesen? Weil die jungen Leute nicht wissen, wie unsere Zustände sich entwickelt haben, und daß die Wurzeln in dem Zeitalter der sranzösischen Revolution liegen. Und darum bin ich gerade der festen Ueber- zeugung, daß, wenn wir diesen Uebergang aus der sranzösischen Revolution in das 19. Jahrhundert in einfacher, objec- liver Weise in den Grundzügen den jungen Leuten klar machen, so bekommen sie ein ganz anderes Verständniß für Lie heutigen Fragen, wie sie es bisher hatten. Sie sind Dann im Stande, auf der Universität durch die ergänzenden ^Vorlesungen, die sie dann hören, ihr Wissen weiter zu verbessern und zu vergrößern. Komme ich nun auf die Beschäftigung unserer jungen Leute, so ist absolut nothwendig, daß wir mit der Anzahl Der Stunden heruntergehen. Herr Geh. Rath Hinzpeter wird sich erinnern, daß zur Zeit, wie ich aus dem Gymnasium in Cassel war, der erste Nothschrei der Eltern und Familien laut wurde, daß es nicht so weiter gehen könne - es wurden infolge dessen Erhebungen von der Regierung angestellt ; wir waren verpflichtet, alle Morgen unserem Director einen Zettel abzugeben mit der Stundenzahl der häuslichen Stunden, die wir nöthig gehabt hatten, um das für den nächsten Tag ausgegebene Pensum zu bewältigen. Es sind blos die Zahlen aus der Prima speciell, die ich jetzt hier berühre. Nun, meine Herren, es kamen bei ganz ehrlichen Angaben — bei mir konnte sie noch Herr Geheime Rath Hinzpeter controliren — für jeden Einzelnen 5*/2, 6*/z bis 7 Stunden auf die häuslichen Arbeiten heraus. Das waren die Abiturienten. Rechnen Sie noch dazu die 6 Stunden Schule, 2 Stunden Essen, dann können Sie ausrechnen, was von dem Tag übrig geblieben ist. Wenn ich nicht Gelegenheit gehabt hätte, hinaus- und hineinzureiten und noch sonst etwas mich in der Freiheit zu bewegen, dann hätte ich überhaupt nicht gewußt, wie es in der Welt aussieht. Das sind doch immerhin Leistungen, die man jungen Leuten auf die Dauer nicht aufbürden kann. Nach meinem Erachten muß auch nach unten entschieden nachgeholfen und nachgelassen werden. Meine Herren, es geht nicht, man darf diesen Bogen nicht weiter spannen und nicht so gespannt lassen, wir müssen hier herunter- wir haben die äußerste Grenze bereits überschritten. Die Schulen — ich will einmal von den Gymnasien sprechen — haben das Uebermenschliche geleistet und haben meiner Ansicht nach eine allzustarke Ueberproduction der Gebildeten zu Wege gebracht, mehr wie die Nation vertragen kann, und mehr wie die Leute selbst vertragen können. Da ist das Wort, das vom Fürsten Bismarck herrührt, richtig, das Wort von dem Abiturienten-Proletariat, welches wir haben, die sämmtlichen sogenannten Hungercandidaten, namentlich die Herren Journalisten, das sind vielfach verkommene Gymnasiasten, das ist eine Gefahr für uns. Dieses Ueber- maß, das jetzt schon zu viel ist, gleichsam ein Rieselfeld, das nichts mehr aufnehmen kann, muß beseitigt werden. Ich werde daher kein Gymnasium mehr genehmigen, das nicht absolut seine Existenzberechtigung und Nothwendigkeit nachweifen kann. Wir haben schon genug. Nun aber handelt es sich darum, wie kann man den Wünschen in Bezug auf klassische Bildung und in Bezug aus Realbildung und in Bezug aus die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst am besten beikommen? Ich halte dafür, daß die Sache ganz einfach dadurch zu erledigen ist, daß man mit einem radicalen Schritt die bisherigen Anschauungen zur Klärung bringt, daß man sagt: klassische Gymnasien mit klassischer Bildung, eine zweite Gattung Schulen mit Realbildung, aber keine Realgymnasien. Die Realgymnasien sind eine Halbheit, man erreicht mit ihnen nur Halbheit der Bildung, und das Ganze gibt Halbheit für das Leben nachher." (Schluß folgt.) Deutscher Reichstag. 36. Plenarsitzung. Freitag, 5. December 1890, 2 Uhr. Abg. Singer (Soc) begründet den Antrag Auer auf Einstellung des gegen den Abg. Wurm (Soc ) in Hannover schwebenden Slrasoerfchrentz wahrend der Dauer der Sesion. Das Strafver fahren hätte überhaupt ohne Zustimmung des Reichstags gar nicht eingelettek weiden dürfen, da der Reichstag nur vertagt war. — Der Antrag wird ohne weitere Debatte angenommen. Es folgt die erste Berathung des Entwurfs eines Gesetzes betr. den Schutz der Geb, auchsmuster. Ab. Samhammer (dfr.) begrüßt den Entwurf mit Genug- thuung, wünscht aber eine pröcisere Fassung, insbesondere eine bestimmtere T.fiuitton dessen, was geschützt w rden soll. Die Gebühren seien zu doch bemisssn. E>- handle sich namen'ltch hier um den Schutz kleine'er Industrien; da dürfe man kein Geschäft machen wollen DaS Reichsgei icht iei als Berufungsinsta..z ganz ungeeignet; diese Instanz müsse im Putcntamte selbst zu finden situ. Staatssccretär Dr. v. Bötticher: Auf die Bezeichnung „Gebrauchsmuster" lege er keinen Werth; finde der Vorredner eine präctsere, so acceptire er sie. Dem Gebrauchsmusterschutz sollen auch patentfähige Gegenstände von geringerem Werth unterliegen. Die Gebühren würden sich bei näherer Prüfung als nicht zu hoch erweisen. Eine internationale Verständigung werde schwierig sein, da nur in wenigen Ländern ein Schutz von Gebrauchsmustern bestehe. Abg. Scipio (natl.) hält gleichfalls eine billigere Bemessung der Gebühren für geboten, desgl. Abg. Hultzsch (cons.), der die Vorlage sebr sympathisch begrüßt. Die Vorlaae geht an die Patentcommiffion. Es folgt die erste Berathung der Novelle zum K rank en - kassengesetz. Staatssecretar Dr. v. Bötticher: Man wird beute, nach siebenjährigem Bestehen deS Krankenkassengesetzes, an dessen segensreicher Wirksamkeit nicht mehr zweifeln. An den Grundlagen des Gesetzes solle deshalb durch diese Vorlage nichts geändert werden, Vor Allem sei es unrichtig, daß die Regierung beabsichtige, den freien Htlfskassen zu Leibe zu gehen und es liege dazu keine Veranlassung vor. Wollten die Regierungen die freien Htlfskassen aus der Welt schaffen, so würden sie dies einfad) beantragen. Die Vorlage stehe auf der Grundlage der ausgleichenden Gerechtigkeit; ihr Ziel sei ausreichende Fürsorge für die Arbeiter. (Beifall.) Abg. Schumacher (Soc.) wandte sich gegen die Bestimmung, wonach auch die freien Hilfskassen freie ärztliche Behandlung, Arznei und Heilmittel gewähren sollen, anstatt wie bisher ein höheres Krankengeld. Man müsse auch an die Familien der Kranken denken, denen mit einem erhöhten Krankengeld mehr gedient sei. Das Krankenkassengefttz habe der Socialdemokratie neue Anhänger zugeführt, wobei er dessen segensreiche Wirksamkeit nicht verkenne; aber es bedürfe noch sehr der Verbesserung. Durch die Vorlage sollen die freien Hilfskassen gewissermaßen unter (Suratei der Ortskrankenkassen kommen. Mit der Erweiterung des Kreises der Versicherungs- Pflichtigen sei er einverstanden. Redner geht sodann den Entwurf paragraphenweise kritisch durch und beantragt Verweisung desselben an eine 28er-Eommission. Abg. Mirbach (Reichsp.): Seine Freunde und er seien mit der Vorlage ganz einverstanden, insbesondere aber damit, idaß auch die freien Hilfskassen freie ärztliche Behandlung, Arznei und Heilmittel den Arbeitern gewähren sollen. Es sei wünschenswerth, daß der Kreis der Versicherungspflichtigen immer mehr erweitert werde. Die Vorlage bringe eine entschiedene Verbesserung des Bestehenden. Abg. Dr. Hirsch (frf.) kann die Vorlage nicht im Bausch und Bogen accepttren. Sie trage den Geist der Bevormundung und des Zwanges und entspreche nicht dem neuen CurS der socialpolitischen Gesetzgebung. Sie enthalte allerdings daneben eine Anzahl wirklicher Verbesserungen. Die Zeit, da die Bäume der Zwangsverstcherung in den Himmel zu wachsen schienen, sei vorbei, wie die Aufnahme des Jnvaliditätsgesetzes zeige. Ein Bedürfniß zur Erweiterung des Kreises der Versicherungspflichtigen liege, namentlich so weit dabei die Handlungsgehilfen in Frage kommen, nicht vor. Das System des Zwanges werde in der Vorlage durch die Bestimmungen gegen die freien Hilfskassen weiter ausgebaut. Die freien Hilf-kaffen würden damit geradezu an die Wand gedrückt und vernichtet. Einleuchtende Gründe für die Maßnahmen gegen die freien Hilfskassen sind nicht angegeben. Thatsächlich leisten die Jnnungs- und Orts- f aff en weniger als die freien Kassen. Die freien Kassen haben wahrlich ihre zahlreichen Mitglieder nicht wegen ihrer mangelhaften Leistungen und die Aerzte wissen, daß die freien Kassen zu ihren besten Kunden zählen. Man kann dreist behaupten, daß die Mitglieder freier Kassen eine bessere Verpflegung genießen, als andere Kassenmitglieder. Vor allen Dingen hat der Arbeiter, wenn er der freien Kasse angehört, Vertrauen zu feinem Arzte, den er sich selbst wählt, und das ist von höchster Wichtigkeit für die Heilung. Bei den Zwangskassen ist das Meldewefen für den Arbeiter äußerst lästig. Mit chicanösen Maßnahmen gegen die freien Kassen wird man einen schlechten Eindruck bei den Arbeitern machen. Regierungscommissar Geh. Rath Lohmann: Es handelt sich beider Vorlage nur darum, Unklarheiten des Gesetzes, die sich herausgestsllt haben, zu beseitigen. Die freie Wahl der Kassen durch die Arbeiter soll nicht beschränkt werden. Abg. Hitze ((Str.) findet ebenfalls die Tendenz der Vorlage darin, heroorgetretene Unklarheiten zu beseitigen. Abg. Möller (ntl.) erkennt in der Vorlage ebenfalls Verbesserungen des bestehenden Gesetzes. Abg. Miss er (wild-lib.): Man schädigt durch den Kampf gegen die freien Kassen besonders das Familienleben, denn die Heilungen im Krankenhause haben zur Folge, daß dm FamUim das Krankengeld verloren geht. Abg. Frhr. v. Manteuffel (cons.) findet es begreiflich, daß Herr Hirsch die Vorlage bekämpft, die allerdings den freien Kassen Nachtheile bringen wird. (Hört, hört!) Bisher haben die freien Kassen den anderen gegenüber Pcivilegim gehabt. Abg. Geyer (Soc.) spricht im Sinne des Abgeordneten Schuhmacher gegen die Vorlage. Dieselbe wird einer CommifsionTvontz28 Mitgliedern zur Vor- berathung überwiesen. Zum Schlüsse findet noch ein Antrag Auer (Soc.) Annahme, ein gegen den Abgeordneten Stadthagen (Soc.) fchwedmdes Dis- ciplinar-Verfahren für die Dauer der Session auszusetzen. Nächste Sitzung Dienstag 12 Uhr. — Helgoland-Vorlage (dritte Berathung) und Etat. Schluß 5 Uhr. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Korrespondenz-Bureau. Luxemburg, 7. December. Beim Empfang der zur Beisetzungsfeier im Haag eingetroffenen luxemburgischen Abordnung überreichte die Königin Emma dem luxemburgischen Staatsminister v. Eyschen das Großkreuz des Verdienst- Ordens vom Niederländischen Löwen mit dem Hinzufügen, sie fei überzeugt, der Absicht des Königs gemäß zu handeln. Petersburg, 7. December. Die hierfelbst tagende Commission zur Begutachtung der russisch finnländischen Zollverhältnisse hat die einstweilige Beibehaltung der Differentialzölle beschlossen, jedoch sollen die finnländischen Zollämter die gleiche Organisation wie die russischen erhalten und russischer Leitung unterstellt werden. Die Commission betonte dabei die Zweckmäßigkeit einer baldigen gänzlichen Aufhebung der russisch finnländischen Zollgrenze. Die andere mit der Berathung der russisch-finnländischen Valutasrage beschäftigte Commission hat sich im Principe dahin ausgesprochen, daß die Prägung betonterer finnländischer Gold- und Silbermünzen aufhören und in Finnland die Circulation von russischen Gold- und Silbermünzen eingesührt werden solle. Nachdem die Annahme russischer Credttbillets durch die finnländischen Staatskassen zum Course bereits angeordnet worden ist, hat die Commission weitere Entschlüsse hinsichtlich dieser-Geldwerthzeichen noch nicht gefaßt. Sofia, 7. December. Die Regierung hat beschlossen, zwei Aerzte zum Studium des K o ch'jchen Heilverfahrens nach Berlin zu senden. Newyork, 7. December. Eine Depesche aus Pineridge meldet, der Missionar Pater Julius, welcher sich behufs Unterhandlungen mit den Häuptlingen in das Lager der aufständischen Indianer begeben haste, fei nach Ueberw'udung mannigfacher Gefahren nach Pineridge zurückgekehrt. Derselbe berichtet, daß er Berathungen mit den Häuptlingen gepflogen habe- letztere hätten behauptet, bei ihrer Abfindung durch die Unions - Regierung seien Jrrthümer vorgekommen, die sie dem Hunger preisgegeben hätten - jetzt scheuten sie die Unterwerfung, aus Furcht, wegen ihres Ausstandes gezüchtigt zu werden. Er, Pater Julius, habe die Häuptlinge inständigst gebeten, nach der Agentur zu kommen und zu erklären, daß sie die Räubereien einstellen wollten- sie würden sodann sicher Verzeihung erhalten. Die ältesten Häuptlinge ■ hätten dann eingewilligt und würden in nächster Zeit in das Haus des Pater Julius kommen und dort dem General Brooke ihre Klagen vortragen. Pater Julius schätzt die Zahl der indianischen Krieger aus mehr als 2000 - ihr Lager sei wohl, befestigt. -----kl. II 1.1 H Der Ortggemrlnmkin Gießen. Rückblick und Mahnwort am Abschlüsse seiner 50 jährigen Wirksamkeit. (Fortsetzung.) Von den Vorträgen, welche der Verein in gewissen Perioden veranstaltet, sind aus der letzten Zeit gewiß vielen Mitgliedern in dankbarer Erinnerung z. B. diejenigen über „Stil und Stilarten", welche der nun verewigte Wart- burgbaumeifter und frühere Vereinsvorsitzende, Herr Geh. Baurath Professor v. Ritgen, in verschiedenen Jahren gehalten, verbunden mit Erläuterung zahlreicher Studienblätter und Modelle seiner kunsthistorischen Sammlung. Herr Professor Dr. Buchner, der immer gern bereite Lehrer, sprach wiederholt über Gegenstände chemischen und technologischen Inhalts, desgleichen die Herren Professor Thiel nnd Dr. Sonne von Darmstadt. Herr Schreinermeister Köhler sprach mehrmals über verbesserte Werkzeuge, Herr Stadtbaumeister Sti ef über Bauschäden, andere über Lehrlingswesen, Innungen, Ventilatoren, Submissionswesen, Herr Hauptlehrer Hug über die Pariser Weltausstellung, der sachkundige Herr Universitätsamtmann Dr. D i e tz in mehreren Vorträgen über die sociale Gesetzgebung und aus den jüngst gehaltenen belehrenden Vorträgen des Physikers Herrn Egts mit seinen zahlreichen glänzenden Experimenten haben viele ihr electrotechnisches Wissen bereichert, nebenbei auch diejenigen, welche es etwa noch nicht wußten, vernommen, daß z. B. eine Versorgung der Stadt Gießen mit electrischem Licht eine recht kostspielige Sache sei. Werfen wir nunmehr einen Blick in unsere sehr reichhaltige und werthvolle Bibliothek, so finden wir Lehrbücher, Encyclopädieen, Abhandlungen ?c. aus allen Gebieten der technischen Wissenschaften, der Jndustrieen und der Künste, vor allem der Baukunst, und für die meisten Berufs- arten finden sich einschlägige belehrende Werke, mustergiltiges Vorlagenmaterial, kostbare Jllustrationswerke und werth- voK-Fachzeitschriften. — Schon das Durchblättern vieler dieser Werke bietet Anregung und Genuß allen, welche schöne, stilreine Formen schätzen, bezw. kennen lernen oder sich für ihre Arbeiten aneignen wollen. — Die meisten dieser Werke werden an Vereinsmitglieder geliehen, wie denselben auch die Benutzung der mit allen bedeutenderen Werken ausgestatteten Bibliothek der Hauptstelle des Landes- gewerbvereins jederzeit zur Verfügung steht, indem nach dem Bücherverzeichniß, welches jedem Mitglied überlassen wird, zu wählende Werke den Mitgliedern von Darmstadt aus leihweise zugesandt werden. Allen Mitgliedern des Gewerbvereins wird Überdies Gelegenheit gegeben, allmälig selbst in den Besitz einer kleinen technischen Bibliothek zu gelangen, indem denselben das allwöchentlich erscheinende „Gewerbeblatt für das Großherzogthm Hessen" kostenfrei überlassen wird. — Das Blatt, zugleich Organ des LandesgewerbvereinS, bringt außer den amtlichen Mittheilungen der Centralstelle Berichte Über die Thütigkeit der Ortsgewerbvereine, Referate über gehaltene Vorträge, zahlreiche Abhandlungen über Gegenstände der speciellen Technik, Berichte über die Fortschritte auf allen Gebieten des Gewerbewefens, über Ausstellungen, Gesetze und Verordnungen, welche sich auf Gewerbe, Handel und Industrie beziehen, Mittheilungen über Versicherungs- und Versorgungswesen, Submissionswesen, Patentwesen, Besprechung einschlägiger literarischer Erscheinungen und vieles andere. — Die zum Verständniß des Textes beigegebenen Abbildungen werden immer zahl- i reicher und gefälliger und dienen insbesondere die Abbilduip gen aus dem Gebiete der Kunstindustrie dieser Zeitschrift i zur Zierde. Den Mitgliedern des Gewerbvereins dient das Organ außerdem zur Auskunftsertheilung auf Fragen besonderen technischen Interesses. Die an dem Sitze der Hauptstelle des Landesgewerb- vereins befindliche „Technische Mustersammlung" enthält eine reichhaltige Ausstellung von Gegenständen der Industrie und Kunst, von Werkzeugen, Maschinen und Instrumenten, Modellen, Baumaterialien, Prachtwerken, Alter- thümern und sonstigem, was geeignet ist, insbesondere die Mitglieder des LandesgewerbvereinS zu belehren, wie auch zeitweise eine geeignete Auswahl dieser Gegenstände alS Wanderausstellung die Runde in den Ortsgewerb- vereinen des Landes macht. — So hat die vor einem Jahre hier stattgehabte Ausstellung ganz vorzüglich gearbeiteter schmiedeeiserner kunstindustrieller Gegenstände zahlreiche Besucher erfreut. — Mangels geeigneten Raums mußte man seither solche Wanderausstellungen wiederholt hierorts^ablehnen, doch ist erfreulicher Weise alle Aussicht vorhanden, daß sich die noch überhaupt knappen räumlichen Verhältnisse : des Ortsgewerbvereins bald bessern werden. Die wesentlichste Wirksamkeit unseres Gewerbvereins liegt indessen in der seit dem Jahre 1878 umgestalteten „Erweiterten Handwerker schule", welche von dem ' Verein unterhalten und geleitet wird. — Nicht ohne U'.'üN. (onitructionWe; Festigkeitslehre- im« Anleitung des ya deren Berus anzu Während 10 Uhr wird E Frcihand-Zeichnet Physik und Meä Der Unter 5 Abheilungen 1. Abthetli 2. 3. n 4. 5. Im verfloss 13 Schüler, die 215 Schüler. Loca sprach- an fr«*," Philip! fr werben f0 pSr fr?* Ul' — Der De Wchen Ludewig ist erschienen. D mir solgende Ziss die Zahl der um 138, im Winters dab die Zahl jej den Vorlesungen Es widmen sich , der Medicin 109 8, der Kameraln Mathematik 14, Philologie 22, i 12, der Geschichi Unter den Sludi - letaler. Brümmer, am Reislingen einen W am Dienste Blumenthal „De Wir verfehlen n Rolle des Barm - Am S hastet, das seine und andere Gern und bei Seite g , ~~ Gestern Wohnung ■ D« T°d ist i„ ~ h-me 5 welche- Sh' er* und fön, •Jfr* ” «5 ™"«W| i„ jgjj* . "Uht, 2 k ^age * w* 50jäljrigln b- Ä, 8'iWi.t I« i 'n Mt ■ "b » «•■ Sie m näd) ter ^““P'lmge. irf dem m ln düs .s Sfr"** O; TLb*e N dtt her Verein in gewiß vielm J diejenigen über nuiL verewigte Waw öor^enbe, Hen Geh ^rschiedenen Jahren 9 zahlreicher Studien-. lltorischen Sammlung. r lmmer Mn bereite Mnde chemischen und M Herren Prozessor lstadt. 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Unser Oeffeullichr Aufforderung O Atelier Gebr. Müller bS N kuchen. 10229 eo A. Fangmann, Bahnhofflraße. Wachstuch- und Cnrist b au mcoD fect 10240 Marzipan, Für die trüben Wintermonate haben wir eine besondere Einrichtung im Atelier 1 Nähmaschine, 1 Kleider- und ein wie bei ßonnen- 9590 Stiftler, 13242 Gerichtsvollzieher. arzt nach der Deutsch. Italienischen 2. 3. 4. verhaftet, welches seinem Dienstherrn 30 Mk. Inhalt entwendet und sich Brosche und Ringe rc. gekauft hatte. Abteilungen ertheilt: 1. Abtheilung: Anfangsgründe im Freihandzeichnen e ä fl S « M Einwohner - gegen das Jahr 1885 mehr 6. 78 Häuser bewohnt. Ort zählt 511 Zur Zeit sind Conditorei H. Kinkel 32 Marktstraße 32 Hlasschrank, V 2 Kühe, 2 Wagen. Wir möchten unsere verehrte Kundschaft darauf aufmerksam machen, die uns zugedachten Aufträge, welche als ») Macetiaei - Isgeeleer-Qehal» b| Werkeetoer - Schale. • - VoronurrtcM frei — den, Makroneneonfeet in bekannter Güte empfiehlt billigst H. 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Decbr., Abends 8 Uhr. w der Kleinktnderschule; Jakobusbrief Sap 4, von Vers 1 an: die Wurzel des Haders; der Welt Freundschaft, Gottes Feindschaft. Pfarrer Dr. Naumann. nm Donnerstag den 11. December, Abends 8 Uhr, tn der Kirche. Pfarrer Schlosser. * nn. Darmstadt, 6. December. Das Ergebniß der Volkszählung ergab folgendes Resultat: Ami. December 1890 56 600 Seelen (inet. 3208 Militär), am 1. December 1885 51 302 Seelen. Es ist mithin ein Zuwachs von 5298 Seelen in den letzten 5 Jahren zu verzeichnen. * △ Mainz, 7. December. Die den kommenden Sonntag hier stattfindende hessische Kathol ikcnv ersammlung wird allem Anschein nach eine außerordentlich zahlreiche Betheiligung bekommen. Das „Mainzer Journal" veröffentlicht Tag für Tag lange Listen voll Personen, die ihre Zustimmung zu der bevorstehenden Versammlung ausdrückcn. Diese Zustimmungserklärungen sind aus allen Theilen Hessens, aus Oberhessen, Starkenburg und Rheinhessen und tragen von einzelnen Ortschaften die Unterschriften des ganzen Gemeinderaths. In einer großen Anzahl Landgemeinden finden heute Versammlungen und Vorbesprechungen zu der allgemeinen Versammlung statt. * Groß-Umstadt, 4. December. Nach vorläufiger Zusammenstellung des Gesammtresultats der hiesigen Volkszählung hätte unsere Stadt von jetzt ab eine Seelenzahl von 3077. * Bensheim, 4. December. Nach dem vorläufigen Ergebniß der diesjährigen Volkszählung waren am 1. December 1890 in der Stadt Bensheim anwesend: 6424 Personen, gegen 6093 Personen im Jahre 1885. * Nen-Zsenburg, 3. December. Bei der am 1. d. Mts. vorgenommenen Volkszählung ergab sich hier eine Einwohnerzahl von 5870. Gegen die letzte Zählung ergibt dieses Resultat ein Mehr von 805 Seelen. * Langen, 4. December. Die Volkszählung ergab als vorläufig festgestelltes Resultat 4826 anwesende Personen. * Alzey, 4. December. Die Volkszählung hatte hier folgendes Ergebniß: Im Ganzen sind in der Stadt Alzey 6l)42 Einwohner. Die Zahl der männlichen Einwohner ist 2978, die Zahl der weiblichen Einwohner ist 3064. * Heppenheim a. d. B., 6. December. Hier wurden 5294 Personen gezählt; gegen die letzte Zählung nur 53 Köpfe mehr. * Marburg, 6. December. Das vorläufige Resultat der Volkszählung ergab für Marburg am 1. December 14 700 Einwohner gegen 12 668 im Jahre 1885, also eine Zunahme von 2132 Seelen. . per Pfund 60 Pf., 9517 W Qualität empfiehlt H.Tichy (Mwe. Petri Nachf) § Bermuthshain, 6. December. Vorsicht b e i Verwundungen. Innerhalb 14 Tagen sind hier drei Fälle von Blutvergiftung vorgekommen dadurch, daß Kinder von 9, 7 bezw. 9 Jahren sich Schnittwunden beim Spielen zugefügt, die aber in Folge Eindringens von Schmutz so gefährlich wurden, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. ./. Nieder-Mockstadt, 5. December. Nachdem ein hiesiger Greis von 79 Jahren drei Tage lang gefehlt, hat man denselben in der Nidda todt aufgefunden. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat derselbe den Tod gesucht. In dem benachbarten Dauernheim ist ein junger Mann, erst diesen Herbst von dem Militär entlassen, von einem Pferde dermaßen an den Kops geschlagen, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. A Ranstadt, 3. December. Die Volkszählung am 1. December ergab hier folgendes Resultat: 319 männliche, 328 weibliche, in Summa 647 Personen. Gegen die vorhergehende Zählung ein Minus von 2 Seelen. Oppershofen, 6. December. Die Einwohnerzahl der am 1. December stattgehabtcn Volkszählung ergab für Oppershofen 628 Anwesende gegen 633 Anwesende bei der Volkszählung im Jahre 1885. Bodenrod, 6. December. Nach der am 1. December ds. I. dahier stattgehabten Volkszählung hat Bodenrod Einwohner. Friedberg, 6. December. Der Großh. Kreisveterinär- Herr I. G. Gebb zu Friedberg ist am 3. December kurzem Leiden gestorben. Butzbach, 6. December. Nach der vorläufigen Zusammen- Cscales rrnH 4>?6t>in$ieHes. Gießen, 8. December. — Der Bericht über den Personalbestand der Großh. Hessischen Ludewigs-Univerfität für das Wintersemester 1890/91 ist erschienen. Dem Verzeichniß der Studirenden entnehmen wir folgende Ziffern: Im Sommer-Semester 1890 betrug die Zahl der immatriculirten Hörer 590, davon gingen ab 138, im Wintersemester 1890/91 sind hinzugekommen 97, so daß die Zahl jetzt 549 beträgt. Außer diesen nehmen an den Vorlesungen noch 28 nicht immatriculirte Hörer theil. Es widmen sich der Theologie 94, der Rechtswissenschaft 94, der Medicin 109, der Thierheilknnde 41, der Zahnheilkunde 8, der Kamcralwissenschaft 42, der Forstwissenschaft 25, der Mathematik 14, der klassischen Philologie 36, der neueren Philologie 22, der Philosophie und den Naturwissenschaften 12, der Geschichte 6, der Pharmacie 17 und der Chemie 29. Unter den Studirenden befinden sich 123 Nichthessen. — Theater. Nachdem der verehrte Gast, Herr Adalbert Brümmer, am Sonntag vor gut besetztem Hause als Reif- Reiflingen einen durchschlagenden Erfolg erzielte, wird derselbe am Dienstag in dem geistreichen Lustspiel von Oscar Blumenthal „Der Probepfeil" zum zweiten Male austreten. Wir verfehlen nicht, zu bemerken, daß der verehrte Gast die Rolle des Baron Leopold v. d. Egge spielen wird. — Am Samstag wurde hier ein Dienstmädchen verhaftet, das feiner Dienstherrschaft eine Anzahl Kleidungsstücke und andere Gegenstände, darunter auch Goldsachen, entwendet und bei Seite geschafft hatte. — Gestern Abend wurde ein hiesiger Einwohner vor feiner Wohnung in der Krofdorser Straße sterbend aufgefunden. Der Tod ist in Folge eines Blutsturzes eingetreten. — Heute Morgen wurde wiederholt ein Dienstmädchen Ein Iabnkgefchäft, dessen Rentabilität glänzend bewiesen werden kann, ju veemiethen oder zu verkaufen wozu der In Haber durch Fami ienverhütniffe gezwungen ist. Nur schristi. O.s u. Nr- 356 bef b. Exped. d. Gl. U-243 ; A Technicum Mittwe#dF\ A ft t — Sachaen. — \9\ innerhalb 6 Wochen, vom Erscheinen in den Blättern an gerechnet, dah'.er vorzubringen und zu begründen, als sonst der neue Kaufbrief bestätigt und der Eintrag in das Mutationsverzeichniß verfügt wird. Gießen, 3 December 1890. Großh. Amtsgericht. ___G^bhar dt. 10220 Mittwoch den 10 Dkrembrr, Nachmittags 2 Uhr, Werden im „Slbler* dahier gegen Baar- z»hlung versteigert: 2 vollst. Betten, 2 Herrenschreibtische, stellung des Ergebnisses der Volkszählung am 1. December stellt sich die Einwohnerzahl unserer Stadt auf 2748 Personen. Bei der Volkszählung im Jahre 1885 betrug die Gesammteinwohnerzahl 2851. § Lindenstruth, 7. December. Gestern ereignete sich in einem benachbarten Walde ein trauriger Unglückssall bei den dort beschäftigten Holzmachern. Ein junger Mann derselben wurde von einem umstürzenden Baumstamm getroffen und trug so schwere Verletzungen davon, daß man an seinem Auskommen zweifelt. Die Brust war ihm eingedrückt und ein Bein zerschlagen. Man fuhr den Verunglückten sofort nach Londorf zu dem dortigen Arzt. O Mücke, 7. December. Ergänzend zu dem bereits gemeldeten Unfall eines werthvollen Pferdes bemerken wir noch, daß dasselbe sofort getödtet werden mußte. Der Knecht, welcher das Pferd vorspannte, hat seine Menschenfreundlichkeit schwer büßen müssen. Arbeiter, welche einen mit Eisensteinen schwer beladenen Waggon nicht fortzubewegcn wußten, baten den zufällig anwesenden Knecht innigst um Vorspann. Derselbe kam ihrem dringenden Ersuchen nach und so ereignete sich der Unfall. die Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch,Portugiesisch,Holländisch Dänisch, Schwedisch, Polnisch ober Russisch wirklich sprechen lernen wollen. Gratis und franco ju beziehen durch bk Rosenthat'sche Verlagshandluna __in Leipzig. Heinrich Hoc^stäitery Schloß^affe 19. empfehle in großer Auswahl Neuheiten in Umhänge-Tüchern, Shawls in Seide, Chenille und Wolle, Caputzen und Capuchon 3 ® Pellerinen in Chenille und Molle, Pelufchkragen, Handschuhen^« jeder Art, sowie Mädchen- und Knabenkappen zu ermäßigten Preisen. 10104 Sä vermischtes. * Darmstadt/ 6. December. Die Großh. Dechnische Hochschule Hierselbst zeigt im Wintersemester 1890—91 solgende Frequenz: Die Bauschule wird besucht von 31 Studirenden und 7 Hospitanten, zusammen 38, die Ingenieurschule von 42 resp. 5, zusammen 47, die Maschinenbauschule von 59 resp. 9, zusammen 68, die chemisch-technische Schule von 25 (13 Chemikern und 12 Pharmaceuten) resp. 14 (8 Chemikern und 6 Pharmaceuten), zusammen 39, die mathe- matisch naturwiffenschastliche Schule von 13 resp. 9, zusammen 22, die electrotechnische Schule von 92 resp. 10, zusammen 102. Die Gesammt'Frequenz beläuft sich demnach auf 316 (262 Studirende und 54 Hospitanten) gegen das Wintersemester 1889 — 90 von 278 (238 Studirende und 40 Hospitanten). Von den 316 Besuchern gehören 167 dem Groß- herzogthum Hessen, 89 dem Königreich Preußen, 43 anderen deutschen Staaten und 17 dem Auslände an. (D. Z.) * Darmstadt, 5. December. Postpersonalnachrichten. Angestellt wurde der Pvstassistent Andreß bei dem Postamte in Offenbach (Main), der Postanwärter Mulch als Postverwalter bei dem Postamte in Neustadt (Odenwald). — Der Postverwaltcr Duseberg in Bürstadt (Hessen) ist auf seinen Antrag in den Ruhestand versetzt worden. — Gestorben ist der Postverwalter a. D. Heinzerling in Kirtorf. Manmu.——------------HIT- -rr 10154] Gl« auswärt. HauS sucht -men solid, tücht. Krise nden, der mit btm Detailvertriebe von deutschen Nähmaschinen, haupisächlich bei der Landknndschast pi ündllch vertraut ist. Sehr günstige Bedlnguugen. Offerten bef. sub B. 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Derselbe gliedert sich in zwei getrennte Schulen, in die Werktagschule und in die Sonntagschule. — In ersterer wird während der Tagesstunden hauptsächlich im technischen Fachzeichnen und darstellender Geometrie unterrichtet, sowie in Bau- constructionslehre, Baustilkunde, Baumaterialienlehre und Festigkeitslehre. — Den Hauptstamm der Schüler bilden hier naturgemäß Bauhandwerker. In dem während des ganzenTages offenen Zeichensaal haben auch Mitglieder des Gewerbvereins Gelegenheit, unter Anleitung des Hauptlehrers Zeichnungen für ihren besonderen Beruf anzusertigen. Während der Abendstunden von 7l/2 bis 10 Uhr wird Elementar-Unterricht im geometrischen und Freihand-Zeichnen und im Rechnen, in deutscher Sprache, Physik und Mechanik, sowie im Modelliren ertheilt. Der Unterricht in der Sonntagschule wird in Vinn rj*> p«No. 1.3.4p. Fl.M-105,130,155 WsiN»JmporP vmo aa rasxo bef; l2 Fl 5 Pf Rabatt ^«schäft (Central Verwaltung Frankfurt a. 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Zi 6Nel1 - 1 W-r SM * 3 ein- und Mr Äerp reale, 1 gr°i goitfolN' getuice, dou MM « Settefi« bet t Antigone, Tragödie des Sophokles, deutsch Donner mit der Musik von Mendelssohn 98.00 i Ver. KövigS-Laurah.-Act. 1T2.301 Tendenz: still. Violoncell (F-dur op. 59 Nr. 1) v. L. van Julius Schulze, am Kreuz empfiehlt als passende Weihnachtsgeschenke: v. d. Egge Hellmuth, sein Neffe Rudolf Biebrach. Krasinski, Pianist Richard Goullon. v. Dedenroth Max Jaskowski. Karl Schreiner. Adelheid Martin. Antonie Roland. Lametta, Lichthalter« in verschiedenen Sorten, Gesauqbücher« mit seinen Einbanden, Poesie-, Schreib- u.di!arkeu-2llbums, Photographie-Albums, Visitkarteu-Täschcheu, Notizbüchern u. Briesta,chen, g 1 ifr-Si n pej-( Steins Garten. Donnerstag den 11 Deeember: Grosses Exlra-Concert ausaesührt von der ganzen Capelle des 2. Grohh. Hess. Jus.-Rgts. Nr. 116 unter Leitung des Groszy. Musikdirectors Herrn Krautze als Melodrama. Anfang 8 Uhr. Ende ValOphr. Einzelbillets ä M. 1.25, Familienbillets für drei Personen M. 2.50 bei Herrn E. Challler (Rudolphs Nachf.), und in der Ferber’schen Univ.-Buchhandlunfl 1024d 10222] Ein Damenhut gefunden. Abzudolcn Wetzsteingaffe b. (10238 Kw^both Zu der am 11. d. M. stattfiudenden Wahl euZ'fchlcn wir die Herren: 10235 Albert Kraatz Louis Hornberger Kaiser-Panorama, MäuSbnrg 12, parterre. Diese Woche einzig in dieser Ausführung existirende Reise: Am sch-reu Rhein von Mainz bi» KSln. U a.: Kölner Dom, Ruinen, Burgen, Schlösser, Drochenfels, Loreley, Niederwalddenkmal u. s. w Auf diese wundervolle Serie wird das hochgeehrte Publikum ganz be- sond'rs aufmerksam gemacht. Motto: Sirömt herbei ihr Völkerschaaren zu des Rheines deutschem Strand Reu! Großer Erfolg! Von jetzt ab permanente Ausstellung über 100 plast. Darstellungen. Reu: Samoa, Apia und deren Bewohner. Das Leven ans Kriegsschiffen. Reu!________________________[1Q182 @in Mädchen («vangel ), welche» gut kochen kann, fptt». «in Hausmädchen (evangelisch), welches sich auch der Kinderpflege unterzieht, werden auf 1. Januar gesucht. Näh«««» in drr Expedition Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Daubringen für 1891/92 liegt vom 9. d. M. an 8 Tage lang zu Jedermanns Einsicht auf unserem Bureau offen. Daubringen, am 6. December 1890. Grobherzogliche Bürgermeisterei Daubringen. __________Walter._______________ 10227 Handelskammerwahl! Sonntag den 14. Deeember, Abends 8 Uhrr Weihnachtsbescheerung des Gießener Mherclub (WohtthLtigkeitSverein), Kleidung 13 hiesiger armer bedürftiger Kinder mit darauffolgender Verloofung, Concert und Theater. - Die Mitglieder werden gebeten, die Gegenstände zur Verloofung (nicht unter 50 H) verpackt bei unserem I Vorstandsmitglied, Herrn Friseur Konrad (Mäusburg) abgeben zu wollen. Entrse frei. Jedoch sind der Wohlthätigkeit keine Schranken gesetzt und steht den edlen Gebern an der Saalrhüre eine Sammelbüchse zur Verfügung. Der Vorstand. Zu dem am Samstag den 13. December, Abends 7 Uhr, im Gasthose „zur Traube“ z» Hungen stattfindenden Chanuko - Balle Feinste» Caeao, Thee, Chocolade, Vanille re, ________________ sowie sämmtliche Colonialwaaren in bester Qualität empfiehlt 10232] ®in mistm®«, JUIUIC |UUIUU»U)V . qo Sinaang uwenirt, Ü. juneer SDame gefu» . 102U Ludw. DOlll. Wälllhorflr. 2,1. Off. m. SBrciSanfl. an die Exp. d. Bl. a) Allegro, b) Allegrettovivaceesemprescherzanao c) Adagio molto, d) Allegro. Eintrittskarten zu Mk. 2,50 (Sperrsitz Mk. 3,50), sind bei Herrn Ernst Challler (Rudolphs Nachf.) zu haben. Der Bechstein’aehe Flügel ist aus dem Pianofortelager des Herrn Wllh Rudolph. Aula der Universität* Donnerstag, II. December: Vortrag von Frl. Äath. Köhler. Aerwietyungen. 10236 Hammstraße i r ein schönes Familienlogis, 3 Zimmer mit Zubehör, zu vermietben. 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December, 8 Uhr Abends, in Steins Saal- Eintrittskarten für Nichtmitglieder des Gewerbe -Vereins sind in der J. Ricker’schen und W Ferber’sclien Buchhandlung Donnerstag, II. und Freitag, 12 December zum Preise von 60 Pf. zu haben. Die Vereinsmitglieder wollen ihre persönlichen Eintrittskarten und auf Wunsch eine zweite für ein Familicnglied in der J. Ricker’schen Buchhandlung unentgeltlich in Empfang nehmen lassen. 10145 [9938 empfiehlt J. H. Fuhr, Sonnenstr Der Rest meines Möbellagers befindet sich im Hinterhause Neustadt 11 Eingang durch den Hof. 10081 Ernst Lote. Pelzwaaren aller Art, als: 1 Muffe. iBarettS, BoaS, Mützen, Kragen rc- offerirt billigst Heinrich Repp, 5 Lindenplatz 5. Gleichzeitig bringe mein wohlassortirtes Lager in: Filz- und -Leidenhüten, Winter J mützen für Herren und Knaben, Regenschirme, Winterhandschnhe, Weitz «nd farbig, Glacehandschuhe, Kragen und Manschetten, Binden und Cravatten, Hosenträger rc. in empfehlende Erinnerung. 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DaS Project ist ^N^.Milw.f.St^Paul zwar mehrfach wieder tobt gesagt worben, aber Wiener Berichte hatten dasselbe aufrecht Prt^rüchahw. Ml . unb kennzeichnen es sogar als ben Anfang einer sehr umfangreichen Action. Bahnen ^vCentr.Vacrf.I.Mitfl. traten weit weniger in ben Borbergrunb unb verfolgten auch zeitweilig eine ber Strömung inuzavio. . im Bankenmarkte entgegengesetzte Tcnbenz. Staatsbahn verloren 1—2 fl., Lombarden Divers- vdlisaiionerz. 14»/r0/vGrasHen!elv.Don- I nertzmcrk, rückz. A 105 | —.— tMacnon; <. ^dbewftflu — uhd Verlag oei Brühl'schm Druckerei (Fr. Ehr. 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I., Abends SV, Uhr, Generalversammlung m bCrs?mmSeaattotgte°?iu>e Arbeiter werden gebeün, an derselben Theil nehmen zu wollen. ______S^SotftanO.-- ubuvvU . . 161 30 163 - do.(Obrrrad) 130.50 130.30 t Otto Rathschlag, J T 71 Seltersweg GIESSEN Seltersweg 71 $ f feinens Mche- md ÄusItoltntigsAWt. { ------ Sprcislität: ------ A T Damen-, Herren- u. Kinder-Wäsche, fertig u. nach Maass J, I1 unter Garantie für guten Sitz. I + Uebernahme vollständiger Ausstattungen J in sorgsSliigster Aussührung bei Vorzugspreisen. 102ib 1 H, — Lager in - * Leinen-, Tisch- und Bettwäsche, Barchent und Drellen, 1 JL Bettfedern und Daunen, garantirt staubfrei ,u. füllkräftig. 1 Gardinen und Möbelstoffe. 4> mm Kragen, Manschetten und Eravatten. ** T X Muster und Auswahlsendungen stehen gerne ,u Diensten. 4 10158] Hrvei Familtenlogis, je drei Zimmer, Küche und abgeschl. 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Am U,conrag uno Dienstag noch bie zuversichtliche Stimmung, bie ^LMel^^c9“n9 ” nb allgemeine Bcfriebiauna unb man lst schon roieber von großen Fmanzproiecren uno Hoffnungen für die Zukunft; am Mittwoch wirb bic Börse überschwemmt m t einer ^luth beänastigenber Nachrichten, man glaubt bieselben nicht, aber bie Course fallen um Procentt "am Donnerstag herrscht wieber Sonnenschein, bie Papiere steigen so schnell wie fie gesunken Eine Erklärung für biefe schwankenbe Tenbcnz kann nur barm ge- ^unben we"ben baß Üe großen Finanzkräfte, welche bem Markt am leichtesten eme Direclion und 'einen Rückhalt bieten können, sich no$ eca ation"limt d?e bie Tcnbeiu bes Marktes vorwiegenb in ben Hanben ber kleinen Speculation liegt, oie vonÄem Einfluß jeber Stimmung sich leiten läßt, und ohne btc Nothwenbigkeit em er Position zu uerckheidigen, heute die Hausse predigt, morgen sich mtt noch größerem Eiftr in die Baiffebeweaung stürzt. Damit wurde auch bte große Zahl der Gerüchte UN Eilt,lang stehen, welche sich in dieser Woche über die Börse ergoß, denn etöhrmtgSgemaß sind diese Schichten der Börsenbesucher die Erzeuger und Traget derselben In Berlm hat man zwar noch einige Vorliebe für die Bats e unb bte Beacht-, Ljn aegangen bärtige Platz vorwtegend mit Hanffeengagemenls in ben neuen Mona h nein gegang n sei, erscheinen bei dem Eiser, nut welchem bet günstiger Gelegenheit^gerade dort die Course gebrückt wird, nicht ganz glaubwürdig, aber man stemmt sich doch nicht in hr hartnäckig, wenn bie westlichen Börsen dauernd lerne Neigung zeigen, der gegebenen 3981] In meinem Hause, Altceftraße Nr. 26, ist der 3. Stock 6 Zimmer, Küche mlt Wasserleitung und Zubehör, sofort Rein leinene [97 Bester Taschentücher, ,AL 3__ 3 80, -X 4.30 u ^AL. 5.—, gesLnmt, empfiehlt in bekannter Güte Fritz Nowack, Seltersweg. antt9U@9S rokbtunnöt»i8 fein,’ bie Alarmnachrichten bie,et Woche, zumal bie meisten un6earünbet waren fämmtlich zu regiftriren, nur Emzelnes muß hervorgehoben werben. Das9mg7nffn7che Finanz-Co^i^, häß es, ist in Helle.!, Zwiespal^ausem^n e«^ bie eontinentalen Vertreter sind abgereist. In der Th°>- -rotzdem die Berhanmunge» aebeim geführt wurden, sickerte Allerlei durch, was erkennen liest, baß MeiNUNgS- mrschiebenheiten bestehen. Man mutmaßte, baß dieselben dadurch die englischen Comitümitglieber die Samrung ous die berschtedenen Ptobinzial Alüeih , Cedulas unb städtischen Verpflichtungen ausgedehnt wissen wollten wahrend die kontinentalen Vertreter nur bie Sicherstellung ber nationalen Anleihen befürworteten Durch den nunmehr oorliegenden Bericht der Comimssion weiß man, bast dies nicht der Fall war. Die Meinungsoerschiedenheit, die zum Rucktrit der r°n>'U nialen V-rtttt führte beruhte hauptsächlich barm, baß letztere bie Aufbringung ber .Ucittel durch !,fisca'lifche Maßregeln", also wahrscheinlich neue Zölle für möglich hielten, bie englisch Mitalieber aber vor Allem ben Abfluß von Golb nach Europa sistiren wollen unb bie§ N Ausnahme einer neuen k°/o Anleihe deren Dienst d^ch «erp anbung der Z «- eintünftc sicheracstellt werben soll, zu erreichen gebenten. Es war vor Bekanntwer des Berichtes viel die Rede davon, daß der Vorschlag der englischen Vertreter dahin ginge, die Coupons der bestehenden Anleihen für die nächsten 3 Jahre sundlr , d h Nicht in baar, sondern mit neuen Schuldverschreibungen zu bezahlen auch letzt ,f noch zwei elhafl ob bie Zinsen in baar ober in Bonds der neuen Anleihe emgelö w°?d?n ollen, wie dem a^er auch sei, jebe.,falls ist kein Anlaß bazu Courfe der argentinischen Anleihe., steigende Richtung em,chlagen Europa lebt m Allem was auf bie Republik am La Plata Bezug hat, emem schwer verständlichen Opi miSmus Die Course, die heute für die betreffenden Anleihen not.rt roetben finb ni^t no.hleibenber BondS Oder von Anleihen eines Staates, der am Rande des -»an r steht Wie lauge ist eS her, baß europäische Staaten mit weit geordneteren Finanz n ihre Anleihen auf gleichem Niveau sahen! Unb boch erhöht man bie iffe^ auf ben Sanirungsvorschlag eines Comit^'S, bas, ganz ab^cseheu vo ff grnr 5 seinem eigenen Schooße, noch nicht einmal Fühlung mit^ber Regierung Duen°» Ayr°S genommen hat. Die Besserung des Silberpreises m New-York hat m Woche weitere Fortschritte gemacht, unb Hanb m Hanb bami ging eine erfreu ch - fotibirung beS Lonboner Marktes. In ben letzten Tagen ist aber chlaa eingetreten, obgleich ans New-York bie Nachricht kam, baß im Reprasentantenhau e ein Antrag eingebracht worben sei, welcher baS Schatzamt aufforbert, ben ganzen sichtbaren Silbervorrath zu erwerben. Ob biesem Verlangen Folge gegeben wirk. steh natürlich sehr in Frage, aber allem bic Thatsache, baß berselbe gestellt toinbe, enthüllt 1 bie ganze Schamlosigkeit amerikanischer Jnteressenpolitik. Q Der Gelbmarkt hat in ber verflossenen Woche keine Erleichterung erfahren Im Gegentheil, trotz ber Beruhigung ber Liquibation hat ber D'Scont wieber etwas ang zogen . und wie man sagt, lag ber Orunb in Golbentnahmen, bie burch wettere Künbigung vom , ruffifdien Guthaben nöthia geworben sinb. Genaues unb namentlich ölTKUI lin° "lcr' : über nicht zu erfahren, boch ist nicht, unwahrscheinlich, baß iu der That Golbsenbungen gegen bie kürzlich gemelbelen großen Verkäufe russischer Noten stattgefunben- habm. London bagegen ist ber Gelbmarkt beträchtlich leichter geworben. Der Privatbiscon ' sank bis auf 4o/o\unb bie Bank mußte, um einigermaßen bte Sontrole über den Markt wieber zu gewinnen, zur Ermäßigung ber Bankrate auf 50/0 sich verstehen. Sie war allerbings dazu in bie Lage gefetzt burch eine weitere Besserung ihres Status unb burch große Golbeingänge, bie zwar erst ber laufenben Woche zu Gute kommen werben, aber zweifellos schon Einfluß auf ben Entschluß ber Baukleitimg ausgeubt haben. Die Coursbeweguug ber Woche hat sich, wie zu erwarten staub, ä^mUd) ausgeglichen unb nur geringe Spuren hinterlassen. Im Allgemeinen sinb sanken um geringe Proceutsätze höher. So Darmstäbter unb Deutsche Bank je 2o/0, Discouto-, Dresbeuer unb Haubelsgesellschaft je io/o. Am meisten gewannen Crebit, bie eine ilüance von 5 fl verzeichnen. Mau hat in Wien bereits wieber Muth zu neuen -kohlen- grünbungen gefaßt unb bie Creditaustalt beabsichtigt aus ben ber Ferblnanb-Norbvayn Loose .... 3% Oldenburger Loose . 3'-/?/oKölu-Mindn.Loose 136.-5 w • 4% Pfäkz. LudwigSbahn (Bexbach). . . „ Hessische Ludwigsb. 68/69 garant. . garantirt frisch, toi** etüÄ . . 7 Pfg., 7 TooetÄ« 6.60 «r., Bei Heb. 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Im Rentenmarkte scheint sich schon bas Anlagebebürfnist bes kommenben Coupon termins qelteub zu machen unb bie kleinen Aufbesserungen ber gängigen Werthe M wohl barauf zurückzuführen. Oesterreichische Renten ziehen an auf bas günstige Budg Türken werben auf Convcrsionsgcrüchte poussirt, benen aber, wie man nicht mit Un ti 7ramöbnt nur ber Wunsch, bie Rcstbestänbe ber letzten Convertirungsanleihe günstig 1 find sehr beträchtlich besser unb stehen om im G a nsatz zu ber russischen Valuta. Die Besserung hat ihren Ursprung gtei^fan u aber vielleicht besser begrünbet sinb als bte vorerwähnt^ Die Actien des Montanmarktcs schließen untieränbert. Es herrschen über d'e Zukm der einschlagenben Jnbnstrien noch immer bie gegentheiligsten Meinungen unb jebe Veröffentlichung bient nur dazu, noch größere Unklarheit zu schaffen. 27./XI. 103 45 104.40 103.55 86.80 96.30 95.10 72.60 98.60 | 101 — 5 ./XII. 103.95 104.55 103.70 87.90 96*30 95 20 74.30 99 25 101.60 Cours vom 4V«o/gPortug.-A. 88 u.89 50/y amort. Serb. Gold- Rente .... 5v/gSerbtscheEisenbahN' Hyp.-Obl. L. A. . 4o/oSchwed.Oblig.l880r io/oTürken cono. . 5% Urgent. Gold - Anl. 0. 1887 ... 3’/»% Egypt..... 27./XI. 86.50 87.50 91.20 101.5t 72.50 92.35 5./XI1 863 87JI 91.9 101.» 18.3 71.- iSatibfltMitlU 143.10 142.85 Dresdener Bank. . . 152 50 153 155 50 155 90 Mitteldeutsche Creditb. . 107.20 101 154.50 156.30 Wiener Bank-Verein . 1027/, IUI1 128.— 128 30 Württemb. Vereinsbank 125.50 125 101.50 101.50 40/üDLutschcGruridschld.- Bk.-Psandbr. . 100 60 IOC 95.50 95 50 31/5% do...... 3i/a0A Rhein. Hyp.-Vank- 94.80 81 100.70 100.70 Viaudbr. . . . 40/0 Meininger Pfandbr. 100.— 811 94.80 94 80 100.50 1« 100 80 —.— ________,